Nr. (04 Erstes Blatt 189. Jahrgang Freitag.5. Mai 1939 entümer über 69 v. H. der A n - ver- polen in ßrtoortung Der JteDe Becks Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabfchlüsfe Staffel B ten Volksgesundheit ist. Wie dem auch sei, es gilt rein wirtschaftlich natürlich das Argument, daß minderte Gesundheit verminderte Leistungsfähigkeit turlandes, während die restlichen 7 v. H. der Landeigentümer übe b a u s l ä ch e verfügten. IV2 durch die Tatsache illustriert wird, daß im Jähre 1927 nur 23 v. S). der männlichen und 5 v. $). der weiblichen Bevölkerung über fünf Jahr lesen und schreiben konnte. Durch den Mangel an primitiver Bildung wird der einzelne häufig nicht in der Laae sein, seine wirtschaftlichen Interessen wahrzuney- men und zahlt für sein Analphabetentum mit der Minderung seines Einkommens. Ein gewisser Bildungsstand eines Volkes ist über den Einzelfall hinaus zweifellos Voraussetzung für völkischen Wohlstand. Schließlich wird als Armutsgrund noch ein vierter angeführt unter dem Stichwort „unmoralische Praktiken". Das Wort unmoralisch will hier in weitestem Sinne verstanden werden. Kennzeichnen will man den Hang des Durchschnittsägypters zu Spiel, Lotterien, Narkotika usw. Es ist vielfach festgestellt, daß Familien, die kaum über das Notwendigste verfügen, solchen Leidenschaften huldigen, und dadurch den an sich erträglichen Lebensstandard in gefährlicher Weise herunterdrücken. Auch hier ist die entgegengesetzte Wirkung, daß Armut zu solchen Neigungen verfuhrt, auf der Hand liegend. Es gibt kaum eine ägyptische Regierung, die die Aenderung der wirtschaftlichen Lage der Landbevölkerung nicht als ihre vornehmste Aufgabe bezeichnet hätte. Aber kaum einer Regierung ist es geglückt, die zugestandenermaßen unerhört große Aufgabe einer erfolgreichen Lösung zuzuführen. Dabei wird in immer weiteren Kreisen des Landes eine grundlegende Lebens- und Daseinsreform für die Fellachen als unumgängig notwendig und dringend bezeichnet, und immer stärker wird die Erkenntnis, daß hier revolutionäre Verwaltungsakte notwendig sind, will man einer revolutionären Haltung der. Massen zuvorkommen. v. H. der Lanüeigner befaßen mehr als die Hälfte allen Grund der französischen Presse. D)e Zeitungen meinen, die Rede Becks werde fest, aber konziliant sein und an der Lage nichts ändern. Einige Blätter erhalten „eine Kompromißregelung" für möglich. Offensichtlich auf höheren Wink sind die mehr oder wenigen deutlichen Mahnungen und Warnungen an Polen, den Bogen nicht zu überspannen, aus der Presse verschwunden. Statt dessen hält man es für angebracht, die „unbedingte Treue Frankreichs zu seinen Verpslichtun- g e n" und die Notwendigkeit, die wachsame und feste Politik fortzusetzen, zu unterstreichen. Oberst de la Roque bestärkt im „Petit Journal" Polen in seinem Chauvinismus, indem er von jahrhundertealten Rechten und Lebensinteressen Polens an der Weichselmündung und in Danzig phantasiert und die erstaunliche Forderung erhebt, daß „Polens Rechte auf Danzig" jetzt ^gewisse Garantien" erhalten müßten. Der „Excelsior" will wissen, daß Oberst Beck „i n keinem Punkt nachgeben" werde und erinnert daran, daß die Zuschauer bei der Truppen- und damit vermindertes Einkommen bedingt. Der Gesundheitszustand des Volkes wird am deutlichsten offenbar durch die außerordentlich hohe Todesrate in Aegypten, die sich im Jahre 1935 auf 31 Todesfälle auf das Taufend der Bevölkerung bezifferte. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Tatsache, daß in Aegypten 9 5 v. H. der Bevölkerung von der ägyptischen A u g e n k r a n k h e i t befallen find, und daß es bei einer Gesamtbevölke- rung von 14,5 Millionen nicht weniger als 120 000 Völligblinde gibt. Nicht weniger als 10 Millionen Menschen sind von der ruhrartigen Bilharzia- Krankheit geplagt. Erschreckend sind auch die Ziffern die sich bei den Rekrutierungen für die Armee ergaben. 82 v. H. der Rekruten waren aus gesundheitlichen Gründen dien st untauglich, 14 v. H. krank, aber diensttauglich und nur vier v. H. wirklich gesund. Bei solchen Ziffern ergibt sich die Frage, wie es um die ärztliche Versorgung des Volkes bestellt ist. Im Jahre 1936 waren in Aegypten . 3265 Aerzte registriert. Das ergibt einen Arzt auf .5000 Menschen. In Frankreich ist das Verhältnis 1 :1600 und in den Vereinigten Staaten 1 :800. Da aber 66 v. H. der ägyptischen Aerzte in den «Städten praktizieren, die Städte aber nur 16 id. S). der Bevölkerung beherbergen und somit 24 10. H. der Aerzte 84 v. H. der Gesamtbevölkerung «betreuen müssen, kommt auf dem Land in Aegyp- iten ein Arzt auf 12 000 Menschen. Bei Verteilung ider Aerzte auf Stadt und Land liegt keineswegs ein iärzllicher Drang nach der Stadt vor. Die Armut Ider Landbevölkerung, die auch nicht die Ikleinste Ausgabe für ärztliche Hilfe riskieren kann, rrft der zwingende Grund für solche Verteilung der kAerzteschaft. Als weiterer Grund für die Armut wird in den Veröffentlichungen der Kommission die „U n b i l - ldung des Volkes" genannt, die am besten Berlin, 4. Mai. (DRV.) Auf Grund eines bei früheren Gelegenheiten zwischen der deutschen und der lettischen Regierung angebahnten Meinungsaustausches sind die Regierungen der beiden Länder nunmehr übereingekommen, einen Richtangriffspakt abzuschliehen, über dessen Inhalt bereits Ueberelnstimmung besteht. Desgleichen werden zwischen der Reichsregierung und der Regierung Estlands Verhandlungen über den Abschluß eines Richlangriffspaktes geführt, die gleichfalls bereits weil fortgeschritten sind. Befriediqunq in Lettland. Riga, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der lettische Rundfunk und die Presse brachten am Freitagmorgen die Meldung, daß Deutschland und Lettland übereingekommen sind, einen Nichtangriffspakt abzuschließen. Die Nachricht wird im ganzen. Lande mit Genugtuung ausgenommen. Mißbehagen in England. London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Verhandlungen über Nichtangriffspakte zwischen Deutschland und Lettland bzw. E st - l a n d werden von den Londoner Blättern lediglich kurz verzeichnet. Bei aller Knappheit lassen die Blätter jedoch erkennen, wie ärgerlich man in London darüber ist, daß die baltischen Staaten den englischen Einkreisungsbestrebungen damit unmißverständlich den Rücken kehren. So meldet die „Daily Mail" resigniert aus Helsinki, daß weder Finnland noch die baltischen Staaten in die „Antiangriffsfrontbemühungen" der britischen Politik einbezogen zu werden wünschten. Warschau, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Presse steht ganz im. Zeichen der heutigen Rede des Außenministers, die die Antwort der Regierung auf die deutschen Vorschläge bekanntgeben wird. Der Außenminister wird seine Rede sofort nach Eröffnung des Sejm, um 11.15 Uhr, halten. Die Presse kündigt ein vollbesetztes Haus an und erwartet, daß auch das diplomatische Korps anwesend sein wird. Die Blätter fordern die Besitzer öffentlicher Lokale aus. die Rundfunkrede zu übertragen, damit sie der gesamten Oeffeutlichkeit unmittelbar zugänglich gemacht wird. Für den Empfang der Rede eines polnischen Staatsmannes sind bisher noch niemals so umfassende Vorbereitungen getroffen worden. Paris ffä'rtt Seck den »en. Paris, 5. Mai (DNB. Funkspruch). Nach wie vor steht Danzig, besonders im Hinblick auf die bevorstehende Rede des polnischen Außenministers, im Mittelpunkt der außenpolitischen Betrachtungen Berlin, 4. Mai. (DRB.) Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat am Donnerstagabend mit dem fahrplanmäßigen Zug die Reichshauplftadl verlassen, um sich, wie bereits gemeldet, zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach Oberitalien zu begeben. Auf der Reise, an der auch Frau von Ribbentrop teilnimmt, wird der Reichsauhenminister von Unterstaatsfekretär Gaus, Gesandten Dr. Schmidt, dem Leiter des persönlichen Stabes, Vortragenden Legationsrat hewel, und dem stellv. Leiter der Presseabteilung, Vortragenden Legationsrat Dr. Schmidt, begleitet. Reichsauhenminister von Ribbentrop wird nach kurzem Aufenthalt in München am Samstagvormittag um 11 Uhr in Mailand eintreffen. Der italienische Außenminister wird, nach einer Meldung von Europapreß aus Mailand, schon am Samslagvormiltag mit einigen Beamten in Mailand eintceffen, um den Reichsminister des Auswärtigen zu empfangen. Rach einer gemeinsamen Fahrt durch die Stadt werden sich die beiden Herren zum Grand-Hotel Villa d'Este am Lomer-See begeben, wo die Besprechungen sofort beginnen. Die Unterhaltung wird am Sonntag fortgesetzt. Es ist auch eine Rundfahrt im Motorboot auf dem Lomer-See vorgesehen. Das Abendblatt „Sera" schreibt, die internationale Lage verleihe dieser Begegnung der beiden Außenminister Bedeutung. Es handele sich darum, d i e Ergebnisse ihrer diplomatischen Besprechungen der letzten Wochen in Berlin, Venedig und Rom im Rahmen der Achsenpolitik zu prüfen sowie die solidarische Stellung zu den E i n k r e i su n g s v e r s u ch e n der westlichen Demokratien, gegen die sich Deutschland und Italien zur Wehr sehen mühten. Ohne sich irgendwie aufzuregen, sy schreibt Giornale d'Jtalia, mühten Italien und Deutschland gegen diesen hinterlistigen Angriffsplon ihre Verteidigung organisieren, die nicht nur militärischen, sondern auch wirtschaftlichen und politischen Charakter habe und sich nicht auf Europa beschränke, sondern auf die ganze Welt ausdehne. Die Begegnung am Lomer-See sei ein neuer Beweis für die aktive Solidarität der beiden Achsenmächte: sie werde ihren verantwortungsbewuhten Willen zur Wachsamkeit und Abwehr bekräftigen. Die Solidarität der Achse. Rom zum Sturz Litwinow-Finkelsteins. R. G. 9t 0 m , 4. Mai. Die bevorstehende Zusammenkunft des Reichs- außenministers v. Ribbentrop mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano findet in Italien große Beachtung. Die Auslassungen der römischen Blätter Deutsch-lettischer Nichtangriffspakt Auch Verhandlungen mit Der estnischen Regierung. die Entspannung und den Frieden begünstigen. Nicht nur in Moskau werde man nun die Lage mit mehr Sinn für die Wirklichkeit prüfen, sondern auch in London und Paris werde man sich die neu entstandene Situation überlegen müssen. In den Pariser und Londoner Meldungen der römischen Blätter wird vor allem die Verwirrung und Kopflosigkeit unterstrichen, die die Ausschaltung Finkelsteins aus den in Gang befindlichen Verhandlungen im Lager der englisch-französischen Einkrei- sungspolitiker hervorgerufen habe. Nach den Fehlschlägen, die dieser Politik bereits durch Jugoslawien und Rumänien zugefüat worden seien, so schreibt die „Tribuna" in ihrem Leitartikel, könne die unerwartete Verabschiedung Litwinow- Finkelsteins das Vorspielzumendgültigen Zusammenbruch des ganzen trügerischen Planes bilden, dem Chamberlain all seine Kräfte gewidmet habe. Vielleicht werde dies England und Frankreich veranlassen, ihre Haltung nachzuprüfen in der Absicht, die europäische Lage nicht mehr gegen die Achsenmächte, sondern auf der Grundlage eines realen Friedenswillens durch Zusammenarbeit aller für den Krieg und Frieden verantwortlichen Großmächte zu lösen. Das Organ der faschistischen Gewerkschaften, „Jl Laooro Fascista", gibt den Polen den Rat, über das Verschwinden des sowjetrussischen Außenkommis- sars wenige Stunden vor der angekündigten Rede des Obersten Beck nachzudenken und nicht durch eine Versteifung der polnischen Haltung zur Verschärfung der Lage beizutragen. Das italienische Volk wünsche, daß Polen nicht aus falschem Stolz Irrtümer begehe; denn die Vorschläge des Führers feien von Mäßigung und Gerechtigkeit beseelt. und Bodens. Diese Feststellung steht in engem Zusammenhang mit der Tatsache, daß 1,5 v. H. der Bevölkerung, das sind etwa 232 000 Menschen, überdie Hälfte des Volkseinkommens verfügen und im Jahr ein Durchschnittseinkommen von 420 Pfund haben, während die restlichen 98,5 v. H. der Bevölkerung etwa 6,5 Pfund je Kopf und Jahr haben. Berechnet man das Einkommen der Landeigentümer unter 5 Feddan Besitz, so ergibt sich ein Einkommen von etwa vier Pfund je Kopf und Jahr. Einer ägyptischen Standardfamilie von fünf Köpfen steht also ein Jahreseinkommen von 20 bis 32,5 Pfund zur Verfügung. Da es Familien gibt, die über ein höheres Budget verfügen, liegt das Budget zahlreicher anderer Familien noch unter dieser Norm und damit dicht an der Grenze des Existierenkönnens. Neben der Einkommenverteilung wird der Gesundheitszustand des Volkes als Armutsursache angeführt, wobei natürlich auch die umgekehrte Reihenfolge in Betracht gezogen werden dürfte, nämlich daß die Armut Ursache der schiech- Die Mnisterzusammenkunfi am Comer See. Ribbentrop und Ciano besprechen die Ergebniffe der letzten diplomatischen Begegnungen Armut im reichen Land Don unserem S. K -Korrespondenten. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 ^Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 sind allgemein auf den gleichen Ton gestimmt: E r - neute Bekräftigung der engen Zusammenarbeit der Achsenmächte auf politischem Gebiet, vor allem gegenüber dem Cinkreisungs- versuch der Demokratien. In Verbindung mit den Einkreisungsplänen der Demokratien findet in Rom naturgemäß die „Torpedierung" Litwinow -Finkelsteins große Beachtung. Man betrachtet den Rücktritt des jowjetrussischen Außenkommissars als ein Anzeichen dafür, daß Stalin mit den Bindungen, die Sowjetrußland gegenüber England und Frankreich eingehen sollte, nicht einverstanden gewesen sei. „Po- polo d'Jtalia" schreibt, diese plötzliche Torpedierung Finkelsteins drohe den ganzen Plan einer Koalition gegen die Achsenmächte zunichte zu machen. Die „Stampa" betrachtet die Entlassung Litwinows als einen neuen Schlag gegen die Demokratien, mit denen der ausgeschiedene Volkskommissar immer die engste Fühlung unterhalten habe. Das Blatt schreibt, mit diesem bolschewistischen Juden scheide eine verabscheuenswürdige Gestalt, d i e rechte Hand Edens beim schändlichen Versuch, Italien mit Sanktionen auzuhungern, aus der internationalen Politik. Es sei kein Geheimnis, daß Stalin nur mit Mißtrauen der Richtung Finkelsteins gefolgt sei, die immer engere Bande zwischen Moskau und den westlichen Demokratien knüpfen wollte. Litwinow-Finkelstein sei der Erfinder der Formel des „unteilbaren Friedens" und des ungeheuerlichen Einkreisungsplanes von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer und Stillen Ozean. Seine schroffe Entlassung werde wahrscheinlich die Politik Stalins gegen eine zu enge Verbindung mit den Demokratien unterstützen. Dieser Wechsel könne nur Kairo, Mai 1939. Wer zum erstenmal nach Aegypten kommt und sich auch abseits der bekannten und großen Touristenverkehrswege bewegt, der wird; wenn er zu schauen versteht, tief beeindruckt von dem krassen Gegensatz zwischen Armut und Reichtum. Paläste stehen neben verlassenen Elendshütten, Luxus prunkt neben schlummerndem Elend am Rinnstein. Erbarmungslos und hart, ohne den Puffer der Mittelschicht, prallen Reichtum und Armut aufeinander. Und die Frage nach der Ursache solcher Armut in einem Land, das reich und blühend scheint, wird immer wieder gestellt. Diese Frage wird auch aufgeworfen in einer Enquete der „Gesellschaft für oziale Studien" in Kairo. Mehrere Ursachen gründ ätzlicher Art werden in den veröffentlichten Ergebnis en für die ins Auge springende Armut in Aegypten genannt. An erster Stelle wirtschaftliche. Im Jahre 1935 wurde das Gesamteinkommen des ägyptischen Volkes auf etwa 150 Millionen Pfund geschätzt. In Jahren mit gutenBaumwollernten und Preisen ist es höher, in schlechten Jahren geringer. Das genannte Jahr kann als Mitteljahr angesprochen werden. Umgerechnet auf den Kopf der Bevölkerung betrug das Einkommen in diesem Jahr etwa 12 Pfund. Das erscheint wenig im Vergleich zum Einkommen in anderen Staaten, das beispielsweise in Schweden im Vergleichsjahr 60 Pfund betrug, in den Vereinigten Staaten gar 80 Pfund pro Kopf der Bevölkerung. Dieser gewaltige Unterschied der Einkommenshöhe wurde einigermaßen ausgeglichen durch das niedrige Preisniveau für solche Güter, die für den Massenkonsum bestimmt sind, und durch die Anspruchslosigkeit. Was die Lage in Aegypten aber erschwert und die eigentliche Armut bedingt, ist die Verteilung des Einkommens. Genaue Statistiken liegen darüber nicht vor, da eine Einkommensteuer erstmalig in diesem Jahr erhoben wird. Aber ein Ueberblitf über die Verteilung des kultivierten Landes läßt Rückschlüsse auf die Einkommenverteilung zu. Im Jahre 1935 gab es in Aegypten 2 365 604 Landeigentümer, die ins« gesamt 5836 959 Feddan Land besaßen. 93 v. H. der Landeigentümer verfügten über 31 v. H. des Kul- Oie polnische Minderheit in Großdeutschland. Reichsinnenminister Dr. Frick.gibt im Maiheft der „Deutsch-Französischen Monatshefte" eine Darstellung der fremdvölkischen Minderheiten in Großdeutschland. Er stellt fest, daß die polnischen Arbeiter, Landwirte und Handwerker von dem wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands den gleichen Vorteil gehabt haben wie die deutschen. Heute gebe es kaum einen polnischen Arbeitslosen im Reich, während man das leider von den deutschen Arbeitern in Polen nicht sagen könne. Für den Schulunterricht der Kinder von Polen in polnischer Sprache sei allein die Erklärung der Eltern bestimmend, ohne jede Trübung durch die Behörden. Schon wenn sieben polnische Kinder in einer deutschen Gemeinde vorhanden sind, könne die polnische Schulgesellschaft eine polnische Privatschule einrichten. Oeffent- liche polnische Volksschulen würden schon auf An traa von 40 Eltern errichtet. Es existieren in Großdeutschland jetzt sechs öffentliche Volksschulen, 56 private Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache. Dort werden 1239 Schüler in 65 Klassen unterrichtet. Von den 65 Lehrern sind 30 polnische Staatsbürger. Weiter bestehen zwei höhere polnische Schulen in Beuthen und Marienwerder. Sie sind der polnischen Jugend aus dem ganzen Reich zugänglich und mit Internaten versehen. Im übrigen kann polnischer Sprachunterricht an Jugendliche und Erwachsene ohne jede behördliche Einschränkung erteilt werden. Zur Pflege des kulturellen Lebens der polnischen Minderheit im Reich bestehen etwa 1400 Vereine, die zusammengefaßt sind in der Liga der Polen in Deutschland. Außerdem besteht die Union der polnischen Schulgesellschaften in Berlin. Auch gibt es zwei gewerkschaftliche Verbände der polnischen Arbeiter, zahlreiche Genossenschaften und 26 polnische Dolks- banken. Die Liga der Polen gibt mehrere polnische Zeitschriften heraus. Polnische Wochenblätter gibt es außerdem in Schlesien, in Berlin, in Ostpreußen und im Ruhr gebiet. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche UnivcrRtätsöruderd R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze ? Parade am polnischen Nationalfeiertag Schmährufe auf Deutschland ausbrachten und „bas polnische Danzig und polnische Ostpreußen" hochleben ließen. Die französische Position zu dem Danziger Problem sei klar: Die erneute Versicherung des französischen Außenministers, dem polnischen Botschafter gegenüber, lasse keinen Zweifel über die französische Haltung aufkommen Der dem Quay d'Orsay nahestehende „Petit Parisien" hält es für erforderlich, erneut zu behaupten, die Aufrechterhaltung des Freistaates Danzig und der polnischen Rechte auf dieses Gebiet sowie die' polnische Souveränität über das gesamte Korridorgebiet gehörten zu den Lebensinteressen des französischen Bundesgenossen in Osteuropa. Man wisse in Warschau, daß Polen in Verteidigung dieser Lebensinteressen in absoluter Form a u f den totalitären Bei st and Englands und Frankreichs rechnen könne, aber London und Paris würden Polen nicht daran hindern, mit Deutschland einen Boden der Verständigung zu suchen, wenn die polnische Nation es wünsche Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre meint, bezüglich des Korridors werde Beck zwar den Bau einer Autostraße ablehnen, dafür aber die Abschaffung aller Zollformalitäten vorschlagen. Im Zusammenhang mit dem Artikel Marcel Deals, der gestern im „Oeuvre" erklärte, die Franzosen wollten nicht für Danzig fallen, unterstreicht der Leitartikel des „Oeuvre", daß diese Stellungnahme eine schwerwiegende Debatte einleiten werde. Uebrigens sei das „Oeuvre" auf Grund dieses Artikels in Polen verboten worden. Ungarns außenpolitischer Kurs. nachbarliche Verständigung mit Rumänien und Jugoslawien angestrebt. Budapest, 4. Mai. (Europapreß.) Außenminister Graf C s a k y erstattete im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses über die Besuche der ungarischen Staatsmänner in Rom und Berlin sowie über die allgemeine außenpolitische Lage einen Bericht, worüber am Donnerstagabend eine ausführliche amtliche Mitteilung veröffentlicht wurde. Darin heißt es, Graf Csaky habe vor allem auf den freundschaftlichen Empfang hingewiesen, der von den Achsenmächten den ungarischen Staatsmännern zuteil geworden sei. Bei den Besprechungen habe es sich herausgestellt, daß die Auffassungen der Achsenmächte mit denen der ungarischen Politik übereinstimmten. Was sie wollten, sei ein dauerhafter und gerechter Friede. Ungarn suche eine vernünftige Verständigung mit Rumänien und eine aufrichtige Freundschaft mit Jugoslawien. Zn dieser Richtung liege das Angebot an die rumänische Regierung auf den Abschluß eines Minderheiten Abkommens. Ein solches Abkommen würde manche Hindernisse beseitigen, die einer Annäherung noch im Wege stünden. Auch die befreundeten Achsenmächte wünschten aufrichtig, daß Ungarn sich seinen beiden südlichen Nachbarn annähere, wenn sie auch nicht einmal in Form von Ratschlägen sich in diese Fragen eingemischt hätten. Ueber die Beziehungen zur Slowakei äußerte der Minister sich dahin, daß er den früheren, freundschaftlichen Erklärungen der ungarischen Regierung nichts hinzuzufügen habe. Zum Schluß betonte der Außenminister, Ungarn stütze sich zunächst auf seine eigene Kraft, daneben aber auch auf die natürliche Unterstützung durch seine Freunde und könne so seine friedliche^ Aufbauarbeit ruhig und auf längere Sicht in Angriff nehmen. Die Lösung der kroatischen Frage. Belgrad, 4. Mai (Europapreß). In der Lösung der kroatischen Frage ist wieder eine Verzögerung eingetreten. Der Vertrauensmann Matscheks, Abgeordneter Sudaschitsch, kehrte nach Verhandlungen mit dem Prinzregenten Paul und dem Ministerpräsidenten Z w e t k o - witsch am Donnerstag nach Agram zurück. Man nimmt an, daß Subaschitsch gewisse Gegenvorschläge mitgebracht hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Verständigung erst nach der Rückkehr des Prinzregenten Paul aus Rom erfolgt. Gafencus Sefuch in Rom. Rom, 4. Mai (Europapreß). Zum Abschluß über die römischen Besprechungen des rumänischen Außenministers G a f e n c u schreibt Gayda im halbamtlichen „Giornale d'Italia", die Besprechungen hätten mit aller wünschenswerten Deutlichkeit die aemeinjamen Interessen Italiens und Rumäniens und ihre Uedereinftimmung mit den Grundsätzen der Achse hervortreten lassen. Es könnten noch Schwierigkeiten bei der Klärung der Beziehungen Rumäniens zu anderen mitJta- lien befreundeten Donau ft aalen zu überwinden sein; aber auch diese würden allmählich im Geiste einer Interpretierung der gegenseitigen Jntressen im Hinblick auf die Zukunftsaussichten ausgeräumt werden. Auf diesem Wege seien die Besprechungen Gafencus mit Mussolini und Graf Ciano ä u ß e r st befriedigend gewesen als Beitrag zu einer weitherzigen Prüfung und zu daraus sich ergebenden Lösungen, die allein von dem freien Urteil Rumäniens abhingen. Bulgariens Hevrsionswünsche. Sofia, 4. Mai (Europapreß). Die bulgarische Presse setzt ihre Propaganda für die Erfüllung der bulgarischen Revisionswünsche fort. Die Zeitung „Mir" veröffentlicht einen Artikel, der den Palkan- frieden behandelt und in dem gesagt wird, alle gegenwärtigen Bestrebungen der Balkanländer ziel- ten daraus hin, den Frieden auf dem Balkan xu erhalten. Ohne Befriedigung der bered)- tigten Ansprüche Bulgariens sei aber eine Balkan-Einheit und eine Balkan-Verständigung nicht möglich. Jeder Balkanstaat wünsche den Frieden. Dieser Friede müsse aber gerecht sein, und nur ein gerechter Friede könne die Völker des Balkans vor einem allgemeinen Chaos bewahren. Paris blickt nach Moskau. Der Sturz Litwinow-Finkelsteins und seine Folgen. Paris, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Ab- gang Litwinow-Finkelsteins gibt den Blättern ausgiebig Gesprächsstoff. Einerseits will man es für sicher halten, daß der Wechsel im sowjetrussischen Außenkommissariat keine Aenderung der Sowjetpolitik gegenüber den Westmächten bedeute, ja sogar noch eine energischere Zusammenarbeit erwarten lasse. Anderseits erblicken zahlreiche Blätter in diesem „Moskauer Theatercoup" eine Erpresse r t a k t i k d e r S o w j e t s, um auf die Engländer einen Druck auszuüben, und befürchten, daß Sowjetrußland sich auf eine mehr ober weniger ausgeprägte Isolierung zurückziehen könnte oder gar sich in irgendwelche Abmachungen mit Deutschland einlassen würde. Es fehlt auch nicht an scharfen Artikeln gegen jegliche Einbeziehung der Sowjets in die westeuropäische Politik und gegen irgendwelche Bündnispolitik mit den weltrevolutionären Bolschewisten. Der „Matin" sagt, die Anhänger der Hypothesen eines neuen Kurses der Sowjetpolitik, sei es im Sinne der Neutralität, fei es im Sinne einer Annäherung an Deutschland, betrachteten Litwinow- Flnkelstein als den Vertreter der französisch-sow- jctrussifchen Politik eines unteilbaren Friedens; diese Leute stützen sich darauf, daß der Führer in feiner Reichstagrede davon abgesehen habe, Sowjetrußland anzugreifen. Die Gegner dieser Hypothese unterstreichen dagegen, daß Litwinow-Finkelstein gar feine persönliche Politik gehabt hätte und daß die Verhandlungen Moskaus mit den Westmächten den Ideen Stalins genau entsprächen. Ihre Meinung sei, daß es sich nur um einen Personenwechsel, nicht aber um eine Wandlung Der sowjetrussischen Außenpolitik handele. Der Augenblick für die Ausbootung Litwinow-Finkelsteins sei gut gewählt, denn nach Ansicht Stalins würde die Ungnade Litwinow-Finkelsteins unweigerlich die Westmächte und unmittelbaren Nachbarn Sowjetrußlands, die eine Annäherung Moskau— Berlin befürchteten, veranlassen, sich In den Verhandlungen mit Moskau nachgiebig zu zeigen. London lavpt im Dunkeln. London, 5. Mai (Europapreß). Aus der Londoner Morgenpresse geht hervor, baß man in politischen Kreisen noch immer keine einleuchtende Erklärung für den Fall Litwinows gefunden hat. Nach den Informationen des „Daily Telegraph" hat der Londoner Sowjetbotschafter Maiski bei seinem Aufenthalt in Moskau seine Instruktionen sämtlich von Stalin erhalten und mit Litwinow nur wenig Fühlung gehabt. Soweit heute Leitartikelbetrachtungen zum Rücktritt Litwinows vorliegen, setzen sie entweder hinter die Absichten Stalins ein großes Fragezeichen ober beschränken sich auf einige lobende Horte für den ehemaligen Außenkommissar. Unter der Überschrift „Stalins Geheimnis" schreibt „Daily Mail", Stalin habe beschlossen, die Außenpolitik in eigene Hand zu nehmen. Der „Daily Expreß" will wissen, Stalin habe die gesamten Mitarbeiter Litwinows nach einer vierstündigen Konferenz im Kreml aus dem Außenkommissariat entfernt. Vernon Bartlett sagt in der „News Chronicle", viele Diplomaten in London glaubten, baß jetzt ein tiefgehender Umschwung in der sowjet- russischen Außenpolitik bevorstehe. Die Sowjetunion habe schon des öfteren deutlich ihre Zweifel an der Aufrichtigkeit der Absichten der britischen Regierung zum Ausdruck gebracht, und man könne die Möglichkeit, daß diese Zweifel ihren Einfluß auf die Sowjetpolitik gehabt hätten, nicht von der Hand weisen. Die Pessimisten erklärten jetzt, daß Hitler stets den Kommunismus, niemals aber Sowjetrußland K Litwinow-Finkelstein. — (Scherl-M.) als solches angegriffen habe und daß es für Stalin offen stehe, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Man dürfe außerdem nicht vergessen, daß zwischen Deutschland und Rußland bzw. dem faschistischen Italien in der Vergangenheit herzliche Beziehungen bestanden hätten. Gegen alle die Befürchtungen einer sowjetrussischen Isolierung — oder Verständigungspolitik mit Deutschland — ständen jedoch die scharfen Worte Stalins in der Verteidigung der kleinen Länder Molotow. Der neue Mann im Moskauer Autzenkommissariat. Mieccslaw Michajlowitsch Molotow ist in der nordrussischen Stadt Wjatka geboren, die schon näher dem Ural als Moskau liegt. Die alte Stadt hot rein provinziellen Charakter und zählt nur knappe 60 000 Einwohner. Der junge Molotow bereitete sich an der Realschule für technische Studien vor, kam aber schon als 19jähriger im Jahre 1909 mit revolutionären Zirkeln in Fühlung und wurde wiederholt verbannt Es gelang ihm aber, illegal während des Krieges nach dem damaligen Petersburg zurückzukehren. Er bereitete als Mitglied des inneren bolschewistischen Ringes die bolschewistische Revolution vom November 1917 mit vor. Zunächst war er in der Wirtschaftsverwaltung Nordrußlands talig und schlug dann die rein parteiorganisatorische Laufbahn em. Sojuurde er 1921 — also noch zu Lenins Zeiten — Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, 1924 Mitglied des Politischen Büros, 1928 Sekretär des Moskauer Parteikomitees. Diese Etappen seiner Parteilaufbahn zeigen eine starke Parallele zur Entwicklung Stalins Die Lösung der Hausgemeinschaft mit Juden. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden erlassen, bas am 4. Mai 1939 in Kraft getreten ist. Mit diesem Gesetz ist die rechtliche Grundlage für die Lösung der Hausgemeinschaft mit Juden geschaffen. Da zwischen deutschen Volksgenossen und Juden eine Hausgemeinschaft nicht bestehen kann, ist die Möglichkeit geschaffen, Juden auch gegen ihren Willen aus deutschen Wohnstätten zu entfernen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diejenigen Juden, die aus deutschen Wohnstätten entfernt werden müssen und die von der Möglichkeit der Auswanderung keinen Gebrauch machen wollen oder können, in jüdischen Häusern unterzubringen, um auf diese Weise den den Juden in diesen Häusern — zum Teil besonders reichlich — zur Verfügung stehenden Raum durch Aufnahme weiterer jüdischer Familien auszunutzen. Um Störungen der öffentlichen Sicherheit zu vermeiden, ist eine behördliche Mitwirkung bei der Durchführung des Gesetzes vorgesehen. Der gesetzliche Mieterschutz für Juden fällt erst weg, wenn durch eine Bescheinigung der Gemeindebehörde nachgewiesen ist, daß die anderweitige Unterbringung des jüdischen Mieters sichergestellt ist. Ein Jude, der in einem jüdischen Hause zur Miete wohnt, behält dagegen den Mieterschutz uneingeschränkt. In gleicher Weise bleiben langfristige Mietverträge zwischen Juden unangetastet, während ein Nichtjude, der einen solchen Vertrag mit einem Juden abgeschlossen hat, ihn jederzeit unter Einhaltung der gesetzlichen Frist kündigen kann, wobei jedoch die Kündigung gegenüber dem jüdischen Mieter erst zulässig ist, "wenn seine anderweitige Unterbringung durch eine Bescheinigung der Gemeindebehörde nachgewiesen ist. Um die Zusammenführung der Juden in jüdischen Häusern zu fördern, steht den Gemeinden außer der Befugnis zum zwangsweisen Abschluß von Mietverträgen und Hntermietoerträgen zwischen Juden das Recht zu, die Anmeldung solcher Räume zu verlangen, die an Juden vermietet sind ober für die Unterbringung von Juden in Frage kommen. Weil ein Jude in einem nichtjüdischen Haus seine Wohnung erst zu räumen braucht, wenn seine anderweitige Unterbringung sichergestellt ist, kommt eine Räumungsfrist nur in Frage, wenn sich der anderweitigen Unterbringung nachträglich Hindernisse entgegenstellen ober wenn die fofortiae Räumung ohne ernstliche Schädigung der Gesundheit eines Betroffenen nicht durchführbar ist. Das Gesetz ist wie bei einer rein jüdischen Ehe anzuwenden, wenn in der Mischehe der Mann Jude ist und Abkömmlinge aus der Ehe nicht vor. Händen find. Ist dagegen allein die Ehefrau Jüdin, der Ehemann aber deutschblütig ober Mischling zweiten Grabes, so findet bas Gesetz keine An- wenbung. Das Vorhanbensein von Abkömmlingen, bie nicht Juden sind, schließt die Anwendung des Gesetzes immer aus, auch wenn die Ehe nicht mehr besteht. Die Gemeinden haben in Zusammenarbeit mit der Partei dafür Sorge zu tragen, daß die Lösung der Mietverhältnisse mit Juden und die Unterbringung der räumungspflichtigen Juden plan» mäßig und ohne Störung vor sich geht. Da der Wegfall des Mieterschutzes für Juben von einer Mitwirkung der Gemeindebehörde abhängt, empfiehlt es sich, in allen Fällen, in denen die Kündigung gegen einen jüdischen Mieter ausgesprochen werden soll, zunächst mit der Gemeindebehörde Fühlung zu nehmen. Volksgenossen, die bisher i n jüdischen Häusern wohnen, können in chren bisherigen Wohnungen verbleiben, es ist ihnen zu raten, von Kündigungen adzufehen, solange nicht Maßnahmen der Gemeindebehörde Anlaß dazu geben. Molotow. — (Scherl-M.) selbst, der bekannllich noch heute keinen Posten in der eigentlichen staatlichen Verwaltung bekleidet, sondern als Generalsekretär der Kommunistischen Partei die tatsächliche Macht in Händen hält und zum „roten Zaren" geworden ist. Molotow dagegen wurde Ende 1930 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, also das, was man in Europa „Ministerpräsident" nennt. Im Jahre 1936 wurden Gerüchte von Paris aus verbreitet, baß auch Molotow abgesagt und in eine Art Verbannung durch Ernennung zum Gesandten in einem kleinen Lande geschickt werden solle. Diese Meldungen fanden keine Bestätigung. Aber schon damals hieß es, daß Molotow seine guten Beziehungen zu Woroschilow zugute gekommen seien, der seit dem 6. November 1925 als Volkskommissar für Heer und Flotte und Vorsitzender des Revolutionären Kriegsrates an der Spitze der Roten Armee steht. Molotow wird als ausführendes Organ Stalins angesehen, diese Meinung findet eine starke Bekräftigung darin, daß er als „Ministerpräsident" durch fast neun Jahre alle die vielen Wechselfälle der Sowjetpolitik glücklich überlebt hat. Hm die dritte Kandidatur Roosevelts. Washington, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Innenminister Ickes, der Intimus des Präsidenten, erklärte der Presse, Roosevelt sei der einzige Kandidat, der in den Präsidentschaftswahlen von 1940 siegen könne. Roosevelt müsse sich also im Interesse des Landes zum d r i t- t e n Male auf ft eilen lassen, denn die Nation brauche einen liberalen Präsidenten. Roosevelt sei sein Kandidat und der Kandidat aller liberalen Demokraten. Ickes behauptete, die Aussichten für einen konservativen Demokraten seien gering; denn wenn schon das amerikanische Volk konservativ wählen wolle, werde es gleich einen Republikaner wählen. Wie wenig die Amerikaner die Ueberzeugung des rührigen Innenministers zu teilen scheinen, zeigt eine Probeabstimmung des amerikanischen Instituts für Öffentliche Meinung, das derartige Abstimmungen regelmäßig veranstaltet. Dieses Jnsli- tut teilte am Donnerstag mit, daß bei der letzten Abstimmung nur 23 v. H. der Wähler eine dritte Präsidentschaft Roosevelts befürworten. 33 v. H. hätten erhärt, sie würden für Roosevelt stimmen, wenn er als Kandidat der demokratischen Partei ausgestellt würde. 55 v. H. aber hätten für die Wahl des als aussichtsreichster republikanischer Präsidentschaftskandidat geltenden Neuyorker Oberstaatsanwalt Thomas D e - wey abgeftimmt. Die Rüstungsforderungen der amerikanischen Marine. Washington, 5. Mai. (Europapreß.) Admiral Leahy, der Chef der Operationsabteilung des Admiralstabes, hat vor dem Marine-Ausschuß des Repräsentantenhauses erklärt, die Vereinigten Staaten müßten unverzüglich ihr Programm für die Marineaufrüstung durchführen, sonst würben sie in einen Zustand der Unterlegenheit gegenüber den anderen Flottenmächten geraten und' konnten deren Vorsprung nicht mehr aufholen. Die Vereinigten Staaten müßten jederzeit in der Sage fein, ihre Küsten gegen jede mögliche Allianz und ohne fremde Hilfe zu verteidigen. Die sechs hauptsächlichen Flottenmächte, von den Vereinigten Staaten abgesehen, hätten gegenwärtig 604 neue Kriegsschiffe mit zwei Millionen Tonnen im Bau oder würden sie demnächst auf Kiel legen. Dem Marine-Ausschuß des Repräsentantenhauses wurde ein Gesetzentwurf unterbreitet, der für das am 1. Juli beginnende Haushaltsjahr 8 21 Millionen Dollar für Neubauten vorsieht. Dieses Programm umfaßt u. a. den Bau zweier Pa nzersch i f fe von je 45 000 Tonnen, mehrere Kreuzer und Torpedoboots» Zerstörer sowie den Ankauf von 500 Flugzeugen zur Verstärkung der Luftstreitkräfte der Marine, die damit auf 2132 Flugzeuge gebracht werden. Nordirland von der Wehrpflicht ausgenommen. London, 4. Mai. (Europapreß.) Zu ungewöhnlichen Lärmszenen kam es im Unterhaus, als Ministerpräsident Chamberlain bei der zweiten Lesung der Militärvorlage verkündete, daß die nordirische Provinz Ul st er nicht in di e Wehrdienst pflicht einbezogen werden würde. Bei der Opposition erhob sich ein Pro- teftfturm, der Chamberlain nötigte, seine Rede zu unterbrechen und den Sprecher des Hauses zum Einschreiten zu veranlassen. Nordirland, so erklärte Chamberlain, sei zwar ein Teil des englischen Königreiches, und es wäre deshalb ganz natürlich, daß es denselben Gesetzen unterworfen sei wie auch England, Schottland und Wales. Die Regierung wolle aber dennoch alles vermeiden, was die Schlagkraft des Landes beeinträchtigen könne. Weiter stellte Chamberlain bei der zweiten Lesung der Vorlage zur Einführung der Militärdienst- Pflicht fest, daß jeder aufgerufene Junggeselle einen Schilling täglich als Entgelt erhalten werde. Verheiratete Männer erhalten 17 Schilling je Woche. Die Kinderzulage für Familienväter wird noch festgesetzt werden. Die Ausnahme Nord Irland von der Wehrpflicht wird von den irischen Nationalisten als ein persönlicher Sieg über England angesehen. In Belfast hielten sie Donnerstagabend eine Versammlung ab, an der mehr als 2000 Anhänger der Irischen Republikanischen Armee (IRA.) teilnahmen. In der Versammlung wurde eine Proklamation verlesen, in der sämtliche Einheiten der IRA. in Nordirland auf gefordert wurden, sich marschbereit zu halten. Die Zivilbevölkerung könne ruhig fein, sie werde von IRA. gegen jegliche militärische Einmischung Englands geschützt werden. Verschiedene Verbände hatten am Donnerstagabend in London eine Kundgebung organisiert, die im Zeichen des Kampfes gegen die Wehrpflicht stand. Mehr als 5000 Männer und Frauen zogen durch die Hauptstraßen der Stadt und trugen Plakate mit sich, auf denen gegen die Einführung der Wehrpflicht protestiert wurde. Zu ernsteren Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Oer deutsche Wahlsieg in Mittelpolen. Zu Wochenbeginn fanden — wie wir schon kurz berichtet haben — in der Wojewodschaft (Provinz) Lodz einzelne Gemeindewahlen statt, wie überhaupt jetzt in Polen die Zeit der Gemeindewahlen gekommen ist. Aus vielen Minderheitengebieten werden unberechtigte Stteichungen in den Wählerlisten gemeldet. Es spricht auch gegen die polnischen Wahlmethoden, daß seit Bestehen des Staates die Zahl der Minderheitenvertreter in den verschiedenen Körperschaften vom Sejm bis zur Dorfgemeinde herunter ungewöhnlich schwankt. Unter liefen Umständen ist die Wahl von 21 Deutschen unter insgesamt 65 Stadtverordneten in 3 Städten der Provinz Lodz überaus bemerkenswert, besonders jetzt, da die polnische Presse zur Verblüffung der Welt den Anspruch auf Danzig, Ostpreußen und Schlesien anmeldet und die Rosse der polnischen Kavallerie-Regimenter in Stettin tränken will. Solche Extravaganzen haben nur das Ergebnis, auf die Zahl und Bedeutung der Minderheiten in Polen aufmerksam zu machen. Für uns Reich?' deutsche aber ist wesentlich, daß in den Wojewodschaften Lodz und Warschau, den Herzprovinzen von Mittelpolen, nicht weniger als 300 000 Volksdeutsche leben, davon 180 000 Deutsche in einem zusammenhängenden deutschen Siedlungsgebiet des ßobier Plateaus, während sich die übrigen Volksdeutschen auf Sprachinseln verteilen. Diese großen regelmäßigen Schwabendörfer wurden vor etwa 150 Jahren in noch ungerodetem Waldgebiet gegründet, woran heute freilich dank des Fleißes der Bewohner nur noch erinnert, daß sie beliebte Sommerfrischen sind. Don den Volksdeutschen im enaeren Lodzer Gebiet sind sehr viel in der alteingesessenen Textilindustrie tätig, die kurz nach 1800 von sächsischen, thüringischen und schwäbischen Webern begründet wurde. Lodz, vor 130 Jahren noch ein Dorf von 200 „Seelen", rft heute eine Industriestadt von 665 000 Einwohnern! Die Mehr- Einkommensteuer. Don unserer Berliner Schristleitung. Bei der Erörterung der Mehr-Einkommensteuer trifft man immer noch auf irrtümliche Auffassungen. Daher sei wiederholt, daß die Grundlage der Berechnungen sich auf das Einkommen des Erstjahres beziehen, das ist in den meisten Fällen das Jahr 1937. Als Grundbetrag wird mindestens ein Betrag von 6000 RM. angenommen, auch dann, wenn das Einkommen im Jahre 1937 niedriger war. Wenn jemand 1937 ein Einkommen von 5000 RM. hatte, das 1938 auf 7000 RM. anstieg, so ist er von der Mehreinkommensteuer nicht betroffen. Als Grundlage werden die erwähnten 6000 RM. angenommen (obwohl nur 5000 RM. erreicht waren). 12000 RM. bleiben — gewissermaßen als normale Steigerung — ohne Anrechnung. Da aber der Steuerzahler damit unter 7200 RM. geblieben wäre, trifft ihn die Steuer überhaupt nicht. Ein anderes Beispiel berücksichtigt die Anrechnung eines weiteren Fre.ibetrages für das dritte und vierte Kind soweit es unter die Kinderermäßigungen des Einkommensteuergesetzes fällt). Jemand hat im Jahre 1937 ein Einkommen von 10 000 RM. gehabt, 1938 stieg es auf 15 000 RM. Hier werden wieder 1200 RM. steuerfreie Steigerung angerechnet, dazu treten, da der Steuerzahler vier Kinder hatte, weitere 1800 RM., zusammen also 3000 RM. als steuerfreie Beträge. Als steuerpflichtige Steigerung verbleiben in diesem Falle 2000 RM., davon sind 15 Prozent, also 300 RM., in drei Raten zu zahlen, 1940 sind vier Raten vorgesehen. Die sonstige Einkommensteuer ändert sich nicht. Sollte 1938 der gleiche Zenfit nochmals eine Steigerung seines Einkommens erfahren, so wird selbstverständlich nicht das Jahr 1937 als Grundlage angenommen, sondern das letzte Jahr 1938. Nach der Durchführungsverordnung dürfen bei der Berechnung des Mehreinkommens „außergewöhnliche Verhältnisse" berücksichtigt werden. Der Steuerpflichtige hat einen Rechtsanspruch auf Berücksichtigung dieser außergewöhnlichen Verhältnisse. Darüber hinaus ist eine allgemeine Härtebestimmung enthalten, deren Anwendung im pflichtgemäßen Ermessen des Finanzamts steht. Diese allgemeine Härte- bestimmuna laute1: „Außergewöhnliche Verhältnisse, die eine besondere Berechnung des Mehreinkommens rechtfertigen, kann das Finanzamt auf Antrag des Steuerpflichtigen auch dann anerkennen, wenn wegen der Art des Berufs oder aus anderen Gründen in der Zugrundelegung des vollen Mehreinkommens eine unbillige Härte gegeben sein würde." Es wird also darauf ankommen, daß der Antrag gestellt und begründet wird, der „außergewöhnliche Verhältnisse" nachweist. Die Verbesserung -er Rentenbezüge. Durch das zum Geburtstag des Führers verabschiedete Gesetz zum weiteren Abbau der Notverordnungen in der Reichsversicherung wird das Ruhen der Renten neben Bezügen aus der Reichsoersicherung auf die Hälfte beschränkt, neben anderen Bezügen ganz auf gehoben. Wer Rente aus der Unfall- öersicherung bezog, dem mürbe bisher die Rente aus der Invaliden-, Angestellten- und Knappschaftsversicherung voll darauf ungerechnet, was in vielen Fällen bedeutete, daß der Unfallrentner überhaupt keine Rente aus der Jnvakidenoersicherung usw. erhielt. Künftig erhält der Unfallrentner auf jeden Fall neben der Unfallrente auch die Hälfte der Invalidenrente, unter Umständen noch mehr. Durch den Bezug von Kriegsbeschädigtenrente, Wchrmachtsversorgung. Beamten- Pension usw. wird' der Bezug der Altersrenten überhaupt nicht mehr beeinträchtigt. Die Renten der Invaliden-, Angestellten- oder Knapp- schaftsoersicherung werden daneben in voller Höhe gezahlt. Für den Gesamtbereich der sozialen Rentenversicherung dürften weit mehr als zwanzig Millionen Mark jährliche Renten, die wegen der Ruhensbestimmungen bisher nicht gezahlt wurden, künftig wieder zu zahlen fein. Die Angesteilienversicherung Der Präsident der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, Gneßmeyer, erläutert im Reichsarbeitsblatt den Jahresbericht feiner Anstalt für 1938. Die Beitragseinnahmen sind gegenüber 1937 von 456,9 auf 512,6 Mill. RM. anbewachsen. Die Steigerung geht zurück auf eine größere Zahl von Versicherten durch jungen Neuzugang und Wieder- beschäftigung, auf die Zunahme ununterbrochener Anstellungen während des ganzen Kalenderjahres und weiters Verbesserungen in den Einkommensverhältnissen der Angestellten. Bezeichnend ist, daß die Einkommenssteigerung sich nicht etwa nur auf Angestellte in gehobener Stellung beschränkt, sondern auch übergegriffen hat in die Eingangsgruppen. So entfielen von den jeweils im letzten Vierteljahr verkauften Beitragsmarken auf die Gehaltsklassen von 200 bis 300 RM. im Jahre 1933: 15,65, 1938 aber 20,48 v. H. und auf die Gehaltsklassen von 300 bis 600 RM. 1933 noch 12,45, 1938 schon 20,46 v. H. Die Zinseinnahmen sind von 114,3 Mill.RM. 1932 auf 181,7 Mill. 1938 gestiegen: die versicherungsmäßigen Rücklagen der Reichsanstalt erhöhten sich auf 3,8 Milliarden RM. Auf der Ausgabenseite ist die beträchtliche Zunahme der Anträge auf Beitragserstattung an heiratende weibliche Versicherte bemerkenswert. Von 70 929 im Jahre 1937 stiegen diese Anträge 1938 auf 86 593, und die Gesamtsumme der ausgezahlten Erstattungen betrug 24,2 Ehrenzeichen für deutsche Bolkspflege. Wie wir schon gemeldet haben, hat der Führer das bisherige Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes zu einem staatlichen „Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege" umgestaltet. Das neue Ehrenzeichen wird in vier Stufen verliehen. Die 1. Stufe ist ein Halskreuz, die 2. Stufe ein An- steckkreuz und die 3. Stufe ein am Band an der Brust zu tragendes Kreuz. Die 4. Stufe eine Medaille, die auf der Rückseite die Inschrift „Medaille für deutsche Dolkspflege" trägt. Unser Bild zeigt die 3. und 4. Stufe des Ehrenzeichens. — (Scherl-B ilber- dienst-M.) Kunst und Wissenschaft. Saukulturwoche Hessen-Aassau 1939. NSG. Am Sonntag, 7. Mai, wird Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im neuen Kunstausstellungshaus der Stadt Frankfurt, Bockenheimer Landstraße 8, die aus Anlaß der Gaukulturwoche stattfindende „Gauausstellung für bildende Künste" feierlich eröffnen. Wie die gesamte Gaukulturwoche steht auch diese Leistungsschau der bildenden Künstler des Gaues Hessen-Nassau unter dem Gesamtmotto „Rasse und Kultur". Die Ausstellung wird Werke der Malerei, Graphik, Plastik, des Kunsthandwerks und der alten Kunst umfassen. * In der Absicht, die Gaukulturwoche möglichst weitgehend im Rundfunk zu würdigen, bringt der Reichssender Frankfurt täglich Berichte Über die wichtigsten Geschehnisse und Ausschnitte aus den bedeutendsten Veranstaltungen. Am Samstag, dem 6. Mai, 19.30 bis 20 Uhr, wird in der Senderreihe „Bühne und Film im Rundfunk" die Ausstellung „Lebendiges Theater im Gau Hessen- Nassau" gewürdigt. In der gleichen Sendung am 13. Mai werden Gespräche und Ausschnitte über die in Worms stattfindende Uraufführung von Schwank-Telfans Drama „Erbe im Blut" gebracht sowie Gespräche über die anderen während der Gaukulturwoche aufgeführten Autoren und Stücke. Am Sonntag, 7. Mai, von 22.30 Uhr bis 22.45 Uhr, sendet der Reichssender Frankfurt Ausschnitte aus dem großen Mai fest der Jugend, das von der Gebietsführung der HI. und dem Obergau des BDM. im Kurhaus Wiesbaden durchgeführt wird. * Im Rahmen der Veranstaltungen zur Gaukulturwoche stellt das Deutsche Volksbildungswerk in der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zwei Feierstunden in den Dienst der Würdigung des Werkes der Brüder Grimm, die bekanntlich aus unserem Gaugebiet stammen und in ihm wirkten. Der Reichsfender Frankfurt in der Gaukulturwoche. NSG. Aus Anlaß der Gaukulturwoche Hessen-Nassau widmet der Reichssender Frankfurt dem Programm seine besondere Aufmerksamkeit und sieht außer zahlreichen eigenen Sendungen mannigfache Ausschnitte aus den verschiedenen Festprogrammen des Gaues vor. Am 7. Mai ist die Sendereihe „Dichter unserer Zeit" dem diesjährigen Träger des Gaukulturpreises gewidmet. Am Abend wartet der Reichssender Frankfurt mit einem aus» gewählten Festprogramm auf. Das große Orchester des Reichssenders musiziert unter Otto Frick- h o e f f e r. Als Solisten sind wertvolle Kräfte verpflichtet worden. In Darmstadt findet am 7. Mai im Hessischen Landestheater ein Festkonzert statt, das Werke zeitgenössischer Komponisten unseres Gaues vorsieht. Der Reichssender Frankfurt sendet am 8. Mai Ausschnitte aus dieser interessanten Veranstaltung. Auch Wiesbaden wird in der ©au» kulturwocye mit einem Festkonzert des Städtischen Kurorchesters vertreten fein; als Gastdirigent konnte der Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Raabe gewonnen werden. Das Festkonzert wird ebenfalls übertragen. Die ^Tibet-Expedition. Die unter Leitung von ^-Führer Dr. Schäfer stehende Tibet-Expedition befindet sich nach ihrem erfolgreichen Besuch vom Patting Phodang jetzt auf dem Wege nach Schigatse. Zur Erleichterung ihrer Aufgabe wurde den Forschern ein hoher tibetanischer Beamter beigegeben. Dje Aufnahme war überall hervorragend. Die Expedition wird im Juli nach Indien zurückkehren und wird im Herbst wieder in Deutschland sein. Kranzniederlegung am Goethedenkmal in Rom. Der zur Eröffnung der Deutschen Buch-Ausstellung in Rom weilende Ministerialdirektor Berndt begab sich zum Goethe-Denkmal auf dem Pincio, wo er im Namen des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels und im Namen der deutschen Schriftsteller einen Lorbeerkranz niederlegte. Der Feierlichkeit wohnten Vertreter des italienischen Außenministeriums, des Dolkskultur-Ministeriums, des Unterrichtsministeriums und der faschistischen Organisationen sowie die Direktoren der deutschen Institute Roms und das Personal der deutschen Botschaft bei. Ministerialdirektor Berndt wies darauf hin, daß Goethe nicht nur einer der größten deutschen Dichter, sondern auch einer der herzlichsten Freunde und Bewunderer 9taTiens gewesen sei. Mill. RM., der durchschnittliche Erstattungsbetrag 345,20 RM. Die Zahl der neu jährlich hinzugekom- tnenen Ruhegeldempfänger ist mit knapp 27 000 in den letzten drei Jahren stetig geblieben. Ende 1938 waren 274 309 Ruhegelbempfänger rentenberechtigt. Die Anstalt wandte 1938 rund 29,5 Mill. RM. für Zwecke der Gesundheitsfürsorge auf. Fast 66 000 Versicherte erhielten Heilverfahren. Einschränkung gesundheitsschädlicher Senußmittel bei der Wehrmacht. Wie kürzlich für die Soldaten der Luftwaffe ist jetzt auch ein entsprechender Appell an die Soldaten des Heeres und der Kriegsmarine zur Mäßigkeit beim Genuß von Alko - hol und Nikotin ergangen. Es wird betont, daß es Pflicht jedes Soldaten fei, feine Gesundheit mit allen Mitteln zu erhalten. Diesem Ziele diene die Stählung des Körpers durch Sport und Leibesübungen aller Art und planmäßige Schulung im leichten Ueberwinden auch schwerster körperlicher Anforderungen. Diesem Ziele diene in gleicher Weise aber auch die Enthaltsamkeit von Ausschweifungen aller Art. Die Richtlinien wenden sich insbesondere an die innere Haltung der Soldaten. Sie sind zu beachten, ganz gleich, ob der Soldat als Träger der Uniform als solcher erkenntlich, ober ob ^r sich gelegentlich in bürgerlicher Kleibung befinbet. Unteroffizier mit 4^jähriger Dienstzeit. Durch Anordnung des Oberkommandos des Heeres ist eine neue Unteroffizierlaufbahn von viereinhalbjähriger Dienstzeit eingeführt worben. Für die Masse des Unteroffizierkorps wird an der Verpflichtung auf zwölf Jahre festgehalten. Die viereinhalbjährige Unteroffizierlaufbahn ist für solche Soldaten bestimmt, die aus beruflichen oder wirtschaftlichen Gründen die Verpflichtung auf zwölf Jahre nicht eingehen können. Unteroffiziere der Sonderlaufbahnen sind von der viereinhalbjährigen Verpflichtung ausgeschlossen, ausgenommen Sani- täts- und Hufbeschlagpersonal sowie Musiker. Die Verpflichtung für die viereinhalbjährige Unteroffizierlaufbahn wird während des zweiten Dienstjahres auf weitere zweieinhalb Jahre eingegangen. Die Beförderung zum Unteroffizier erfolgt mit Beginn des dritten Dienstjahres. Dienstzeitverlängerung bis zur Vollendung des zwölften Dienstjahres ist bei Beendigung der viereinhalbjährigen Dienstzeit möglich. Nach viereinhalbjähriger Dienstzeit können Unteroffiziere, die die Eignung zum Zugführer besitzen, zum Feldwebel der Reserve befördert werden. Sie sind für die ersten beiden Reservejahre von der^ Ableistung von Reserveübungen befreit. Die zu Reserve-Offizieren geeigneten Unteroffiziere mit viereinhalbjähriger Dienstzeit können zum Reserveoffizier-Anwärter ernannt werden. Sie werden bei der Entlassung ebenfalls zum Feldwebel der Reserve befördert, müssen aber im ersten Reseroejahr zu einer vierwöchigen Offizierübung einberufen werden. Die Unteroffiziere der neuen Laufbahn erhalten ein Führungszeugnis. auf Antrag ein Fachleistungszeugnis, ferner bevorzugte Arbeitsvermittlung, bis zur Dauer von 26 Wochen laufende Unterstützung, wenn kein Arbeitsplatz gefunden wird, und schließlich eine Dienstbelohnung von 525 Mark. Kleine politische Nachrichten. Generalfeldmarschall Göring und Gattin sind am Donnerstagabend im Sonderzug zum Kuraufenthalt in San Remo eingetroffen. Die Bevölkerung und. zahlreiche, deutsche Kurgäste bereiteten dem Generalfeldmarschall einen begeisterten Empfang. * Der in Rom weilende Reichsarbeitsminister Seldte besichttgte in Terni, nordöstlich von Rom, die Stahlwerke und nahm an einem ihm zu Ehren von der Arbeiterschaft der Werke veranstalteten Essen teil. In Rom besuchte der Minister das Krankenhaus für Industrie-Arbeiter und war am Abend Gast des Corporattonenministers Santini. ♦ Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten Kerrl empfing den Präsidenten des Reichsinstitutes für Geschichte des neuen Deutschland, Professor Walter Frank, zu einer Aussprache über die geschichtliche Erforschung des politischen Äonfeffi Dualismus, vor allem des politischen Katholizismus. Auf Antrag von Professor Frank entsandte der Reichskirchenminister den Ministerialrat Roth in den Sachverständigenbeirat des Reichsinstttuts. Im April vergangenen Jahres hatte der Führer angeordnet, daß das alte Reichspräsidenten p a l a i s in der Wilhelmstraße rn Zukunft f ü r den Reichsmini st er des Aeußeren bestimmt und einen entsprechenden Um» und E r - weiterunasbau erfahren solle. Unter Aufsicht des Reichsaußenministers und in enger Zusammenarbeit mit dem Generalbauinspektor wurden banrt von dem Architekten B o e h m e r die Pläne entworfen und der Bau im Oktober begonnen. Nunmehr konnte nach kaum sechsmonattger Bauzeit das Richtfest begangen werden. * Der englische und der amerikanische Botschafter in Tokio sprachen im Außenministerium vor, um die japanische Antwort auf die von ihren Ländern vor zwei Monaten erhobenen 23orfteüungen wegen der Zwischenfälle in der Internationalen Niederlassung von Schanghai engegen» zunehmen. Unterstaatssekretär Sawada erklärte, Japan wünsche eine Neuordnung in der Internationalen Niederlassung, da Japans Interessen nicht genügend vertreten seien. Der bisherige Volkskommissar für die Kriegsmarine der Sowjetunion, Armeekommandeur I. Ran, ges Frinowski, ist seines P o st e n s enthoben worden. An seine Stelle trat der bisherige Befehlshaber der sowjetrussischen Seestreitkräfte im Stillen Ozean, Konteradmiral N. G. Kusnezow. Aus aller Wett. General Groener gestorben. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Am Donnerstag starb der frühere Reichswehr- und Reichsinnenminister General Groener. — Groener wurde am 22.11. 1867 in Ludwigsburg (Württemberg) als Sohn eines Militärzahlmeisters geboren und trat im Jahre 1884 als Fahnenjunker in das Heer ein. Er wurde später, nachdem er die Kriegsakademie in Berlin besucht hatte, im Jahre 1899 als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt und wurde 1912 Chef der Eisenbahnabteilung. Während des Weltkrieges war er Chef des Feldeisenbahnwesens. Im Juni 1915 wurde er Generalmajor und im Mai 1916 militärischer Vorstand des neugeschaffenen Kriegsernährungsamtes. Nach einigen anderen Stellungen wurde er im Oktober 1918 zum Ersten Ge- neralquartiermeifter ernannt. Nach dem Kriege bekleidete er mehrere Poften politischer Art. So war er Reichsverkehrsminister, Reichswehrminister und Reichsinnenminister. Der Ehrenlag der Frau Bertha Benz. Der 90. Geburtstag dar Witwe des deutschen Automobilpioniers Dr. Carl Benz brachte der Jubilarin zahlreiche Ehrungen aus ganz Deutschland, obenan ein herzliches Glückwunschschreiben des Führers. Unter den zahlreichen Besuchern, die im Hause Benz ihre Glückwünsche aussprachen, war auch Reichspostminister Ohnesorge. Die alte Dame nahm im Kreise ihrer Söhne und Töchter die zahlreichen Ehrungen vor der Büste von Carl Benz entgegen und dankte in bewegten Worten Die Bevölkerung des Städtchens Ladenburg (Baden) nahm an der Feier lebhaften Anteil. 2Horb in Wiesbaden. In Wiesbaden wurde die Ehefrau Kissel in ihrer Wohnung, Albrechtstraße 8 (Hinterhaus), st e r b e n d aufgefunden. Ein Arzt veranlaßte die Ueberführung in das Stadtkrankenhaus, wo die Schwerverletzte alsbald starb. Der Tod ist infolge einer Schußoerletzung eingetreten. Selbstmord scheint ausgeschlossen. Ermittlungen nach dem Täter sind sofort ausgenommen worden. Schneefall in Oberilalien. In mehreren Gegenden Oberitaliens ist ein starker Witterungsumschwung eingetreten, der in den höher gelegenen Gebieten von ausgiebigen Schneefällen begleitet mar. So ist im oberen Etschtal auf das milde Frühlingswetter der vergangenen Wochen ein Temperatursturz bis auf 0 Grad erfolgt. In den Obstgärten haben die Bauern vielfach große Feuer entzündet, um die Bäume vor Dem Spätfrost zu schützen. In den Bergen von (Tunen in den Westalpenhängen ist überall Schnee gefallen, der auf dem Col di Tenda eine Höhe von 40 Zentimeter erreichte. Auch die ligurischen Berge tragen weiße Schneekappen. Sturmflut an der Riviera. Eine Sturmflut hat die Küste der wefttichen Riviera in diesen Tagen schwer heimgesucht und große Verwüstungen angerichtet. Besonders groß sind die Schäden in der Gegend von Albanga, wo die Meereswogen mehrere Stunden lang etwa 30 000 Quadratmeter bebautes Land verheerten. Bis etwa 50 Meter ins Land hinein wurden Felder überschwemmt und Obstbäume entwurzelt. Alles, was nicht niet« und nagelfest war, wurde davongetragen. Ganz besonders gelitten haben die Ge- ntüfefulturen. Die Schäden werden auf über eine halbe Million Lire geschätzt. Großfeuer in IHatrei am Brenner. Vermutlich infolge eines schadhaften Kamins brach im Gasthof „Krone" in Matrei am Brenner Feuer aus, dem drei Dachstühle zum Opfer fielen, während die Häuser selbst gerettet werden konnten. Dem schnellen und umsichtigen Eingreifen der Feuerwehren sowie von Angehörigen der Wehrmacht und der Technischen Nothilfe ist es zu verdanken, daß Matrei, das bereits im Jahre 1916 durch eine Feuersbrunst fast völlig eingeäschert wurde, diesmal vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt blieb. Blutiges Feuergefecht mit Banditen in Ostgalizien. In einem Feuergefecht mit Banditen, die den Schrecken des in Ostgalizien gelegenen Kreises Sanok bilden, wurde ein Polizeibeamter er- schossen und einer der Räuber schwer verwundet. Die Bande hatte im Kurort Radzy- manom einen bewaffneten lieberfall auf ein Pensionat verübt, wurde aber durch die Polizei überrascht. Die fliehenden Verbrecher zogen sich feuernd zurück. Es entspann sich eine schwere Schießerei, bei der einer der Beamten fein Leben lassen mußte. Der verwundete Verbrecher liegt hoffnungslos darnieder. Der Rest der Bande konnte entkommen. Bad Orb verbessert seine Kuranlagen. Im Zuge der Verbesserung der Bad O r b e r Kuranlagen hat der Aufsichtsrat der Bad Order GmbH, beschlossen, das Gebäude der bekannten Marttnusquelle als Trinkhalle auszubauen, weiterhin die Ludwigsquelle freizulegen und eine gründliche Analysierung der gesamten Heilquellen des Spesiartbades durchführen zu lassen. Dieses mit Olivenöl hergestellte Haarpflegemittel ist frei von Soda und für jede Haarfarbe geeignet - es läßt sich rasch und vollkommen ausspülen. DOPPELPACKUNGlö* 2 HAARWÄSCHEN .:<*’■ 2MUT6L rue < 2Wil MAAIWXSCNIN PALMOLIVE SHAMPOO PALMOLIVE-SEIFE 1 stück304 3stück85$ Auch die empfindliche Haut Ihres Kindes können Sie unbedenklich mit dem cremigen, milden Schaum der mit Palmen- und Olivenöl hergestellten Palmolive-Seife pflegen. Mars nähert sich der Erde. Der Sternenhimmel im Mai. Von Dr. Erwin Koffinna. Horizont. Immer höher steigen dagegen die Sommersternbilder Bootes, Nördliche Krone, Herkules, Lener und Schwan empor. Arktur, der tiefgelbe Riesenstern im Bootes, kulminiert Mitte Mai bereits kurz nach 22 Uhr hoch im Süden. Zwischen Arktur und der hellen, bläulich funkelnden Wega im Osten bemerken wir den kleinen Halbkreis derNörd- Seit dem Herbst 1938 ist der Planet Mars am Osthimmel sichtbar. Monatelang änderte sich seine Helligkeit kaum. Als Stern 2. Größe fiel er mehr durch seine rötliche Farbe als durch seine Leuchtkraft auf. Nun beginnt dies anders zu werden. Schon im März und April zeigte Mars einen merklichen, wenn auch noch langsamen Anstieg seiner Helligkeit. Im Mai aber wird Mars seine Leuchtkraft verdreifachen und bis fast zur Siriushelligkeit emporschnellen. Die Zunahme seines Glanzes setzt sich im Juni in gesteigertem Maße fort, und es ist für den Sternfreund von besonderem Reiz, diese durch Vergleich mit benachbarten Fixsternen, wie z. B. Atair im Adler, zu verfolgen. Wir finden Mars, der Anfang Mai um 1 Uhr, Ende des Monats gegen Mitternacht aufgeht, während der zweiten Nachthälfte ziemlich tief im Süden an der Grenze der Sternbilder Schütze und Steinbock. Kein anderer Planet zeigt innerhalb kurzer Zeit eine so bedeutende Helligkeitszunahme wie Mars. Es hängt dies zusammen mit der starken Annäherung des Planeten an die Erde. Während nämlich die Erde im Sommer ihrer Sonnenferne zustrebt, wandert Mars gleichzeitig dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn entgegen, wodurch also aus doppeltem Grunde der Abstand beider Planeten besonders gering wird. War Mars Anfang April noch 164 Millionen Kilometer von uns entfernt, so beträgt sein Abstand Anfang Mai nur 125 Millionen Kilometer und verringert sich bis Ende des Monats auf 88 Millionen Kilometer. Mit dieser raschen Annäherung wächst der scheinbare Durchmesser der Marsscheibe Im Mai von 11 auf 16 Bogensekunden, im Juni auf über 20 Bogensekunden an, was für die Beobachtung sehr günstig ist. Dagegen wirkt sich die stark südliche Stellung des Planeten für die Untersuchung der Gebilde auf der Marsoberfläche. insofern ungünstig aus, als Mars nur eine geringD Höhe über dem südlichen Horizont erreicht, etwa mW die Dezembersonne. W Von den übrigen Planeten ist Venus nur no ” kurze Zeit vor Sonnenaufgang in der Morgendämmerung am Osthorizont sichtbar. Zu ihr gesellt sich von Mitte Mai ab der Saturn, der am 17. Mai scheinbar ganz dicht neben Venus steht, in Wirklichkeit aber bei einem /Abstand von 1526 Millionen Kilometer rund 7^/rmal so weit entfernt ist wie der Morgenstern. Links von der Venus befindet sich am Morgen des 17. Mai, eine Stunde vor Sonnenaufgang, die Sichel des abnehmenden Mondes. I u - piter ist ebenfalls am Osthimmel sichtbar; er geht zu Beginn des Monats um 3.30 Uhr, Ende Mai um 2 Uhr Ortszeit auf. Der abendliche Fixstcrnhimmel weist im Mai bereits ein sommerliches Gepräge auf. Als Rest der Wintersternbilder stehen nur noch Prokyon im Kleinen Hund und die Zwillinge Kastor und Pollux im Westen; sie nähern sich mit jedem Tag mehr dem lichen Krone, in welcher der Doppelstern Gemma den hellsten Lichtpunkt bildet, und das große Sternbild des Herkules. Der Hauptstern Alpha im Herkules ist ein stark rot gefärbter Riesenstern, der einen blauen Begleiter besitzt. Ein kleines Fernrohr trennt die beiden Sterne und läßt den Farbenunterschied deutlich erkennen. Der rötliche Antares im Skorpion taucht erst nach [22 Uhr über dem südösllichen Horizont auf. Genau Rm Süden steht zu dieser Zeit die blauweiße Spika Hn der Jungfrau. Spika ist ein sehr enger Doppelstern, dessen Sonnen in vier Tagen umeinander kreisen. Nur die periodischen Verschiebungen der Fraunhoferschen Linien im Spektrum verraten die kreisende Bewegung der beiden Sonnen, die kein Fernrohr zu trennen vermag. Spika ist annähernd 300 Lichtjahre entfernt; ihre Außentemperatur beträgt 17 000 Grad im Vergleich zur Sonnentempe- ratur von 5900 Grad; ihre Leuchtkraft das 2000- fache derjenigen unserer Sonne. Rechts von Spika und etwas tiefer sehen mir das Sternviereck des Raben und den Becher, darunter die Wasserschlange in ihrer ganzen Länge von Spika bis fast zum Prokyon. Der Mond zeigt im Mai folgende Lichtgestalten: Vollmond am 3., letztes Viertel am 11., Neumond am 19., erstes Viertel am 26. Mai. Da der Vollmond nahe dem Schnittpunkt der Mondbahn mit der Ekliptik steht, tritt er in den Kernschatten der Erde, und es ereignet sich eine totale Mondfinsternis am 3. Mai von 15.40 Uhr bis 16.43 Uhr, die jedoch in Mitteleuropa nicht sichtbar ist. 2ßef ter bericht Im Zusammenhang mit der Neubelebung atlantischer Wirbeltätigkeit hat eine Störungsfront ein Regengebiet bereits bis Belgien vorgetrieben, gleich, zeitig macht sich in Deutschland auch von Süd« osten her wieder Wetterverschlechterung bemerkbar. Die in einem flachen Hochausläufer bei uns eingetretene Aufheiterung wird daher auch keine längere Beständigkeit haben, wenn auch anderseits vorerst nicht wieder ausgesprochenes Schlechtwetter eintreten wird. Lufttemperaturen am 4. Mai: mittags 15 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 5. Mai: morgens 8,2 Grad. Maximum 16,2 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai: abends 12,7 Grad; am 5. Mai: morgens 10,2 Grad. Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum- fchein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlfche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Erweiterter Whjchksschrplan auf dem Mein ab Sonntag,7. Mai. Von Mainz täglich: 7.45 9.15 Schnellfahrt 11.00 15.30 Außerdem an bestimmten Tagens 6.30, 8.45, 10 05. 10.30 14.30, 16.30, 17.00 18.00, 18.30, 18.50 Adln - Düsseldorfer Kheindanivffchiffahvt Auskunft und Fahrpläne durch die Agentur 6. L. Kayser, Mainz, Ruf 31959 Hapag-Reisebüro, Gießen, Seltersweg 89 Reisebüro Erich Flechtner, Bad-Nauheim 3280V Arbeitsvergebung. Für den Bau von weiteren 96 Wohnungen im Schwarzlachgebiet sollen auf der Grundlage der Reichsverdingungsordnung die nachstehenden Arbeiten vergeben werden: 3288D 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Dachdeckerarbeiten. 4. Spenglerarbeiten. Die Ausschreibungsunterlagen sind bei dem Architekten Baurat Schuhmacher, Gießen, Roon- straße 31, abzuholen. Die Angebote sind verschlossen bis zum Samstag, dem 13. Mal 1939, vormittags um 10 Uhr, auf dem Stadtbauamt einzureichen. Die Deffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bieter. Gießen, den 4. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.: G r a v e r t. Nanhläooo von3 bis 20v-H-erhalten Sie bei wieder* lidulllduuC holten Veröffentlichungen einer Anzeigei €arl fommet GIESSEN, Bahnhofstraße 14 Das Haus, das jeden anzieht Für die großen Ansprüche, für den bescheidenen Geldbeutel: für alle ist gesorgt. - Wenn Sie zu uns kommen, werden Sie sehen, daß der schöne Anzug etwas für jeden Tag ist, so leicht erschwinglich ist er. Sie haben bei uns Auswahl und einen zuverlässigen Kundendienst. Sie sind uns zur unverbindlichen Besichtigung immer willkommen. Paket 22 Hg. Doppalpaket nur 40 Pfg. JHbewährt zum Die Gießener 32mD Jugendherberge »Hardtterrasse« ist am 6. und 7. Mai für jedermann zur Besichtigung geöffnet ! Die Mitglieder des Ortsverbandes treffen sich dort mit ihren Familien am 7. Mai, 15.30 Uhr. Duseberg. Mistel-Tropfen stark ) zur Vorbeugung gegen Altersbeschwerden, hohem Blutdruck, Schwindel,Beklemmung, Schlaflosigkeit, schlechter Blutzirkulation und ungenügendem Stoffwechsel. 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Mai 1939 auf der Dienststelle der DAF., Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführ.ung, Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer 22 und 23, anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Wertvolle Preise sind zu gewinnen. Jeder Teilnehmer erhält eine Leistungsbescheinigung. Teilnahmeberechtigt sind alle Volksgenossen. 3306d (Sie mag sich noch so gut kleiden] Die Sommersprosse« Wirken immer störend J und lästig, läßt sich dagegen gor nichts tun» i Aber natürlich! Es gibt io „Frucht'» Schwanen- J wetß^. das schnell wirkende Speziolmittel. Be- k sorgen Sie es sich noch heute. — Zur weiteren Pflege / der Haut SchBnheitawa«e6e Aphrodite | Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10. Löwen- Drogerie, Selterswe;z t>9. Pari. Plank, Selters- weg 8. Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr. 63. 1507D Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitkeibungskosten berechnet werden. Vom 15. 2Hai 1939 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Februar 1939 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 3. Mai 1939- Direktion der Stadtwerke Gießen. Wagenwäschen Oelwecbsel Lahnstr. / Hammstr. Fernsprecher 3516 West-Garagen Tüchtig., ehrlich. Äthen sucht Stellung in Haushmt und Ladengeschäft. Schristl. Angeb. unt. 02264 a.den Gießen. Anzeig. IlföwflW' mangel zu verkaufen. >2«» Sicher Str. 85» | Kaufgesuche | Gebrauchter Kinder- fportwagen zu kauf, gesucht. Preisangeb. unt. 02254 a.d.G.A. 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Mai 1939, morgens 8.30 Uhr, in d. Oeffentl. Handels- lehranstalt, Werner- wall 11, unser Frühjahrs» Ortsvereins* Wettsdireiben Morgen 20.30 Uhr KmerilMM Menü 32d90 imHekiisch.Hof. Erde zum Auffüllen laufend abzugeb. tnsges. 130 cbm Marburger Straße 79. (3292D Anruf 4389. Kombinations- Hosen 14.50 17.- 21.- 27.- 20—23.30 Uhr 30. Freitag-Miete! Die Königin Isabella Schauspiel von Rehberg. Preise: RM. 0.60-3.10. Pünktliches Erscheinen erwünscht. Deutsche Stenoarafenschaft Ortsverein Gießen. 3291° Gießen: Neustadt, Ecke Bahnhofstraße llllllllllllllllllllllllllllllllllliuiuilllllliuilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ir.104 Zweites Blatt 'S* **. dir GietzenerAnzelgerlSeneral-Anzelger für Oberheffen) Freitag, 5. Mai M9 ?8 «Ion, n- gleich, °n Tüd. Merkbar lns 15 vorerst er eintre, 15 Trotz Um heute ßonge 'st Blum, 'e Bilder: § .Thyriot; oft: Ernst g Neuner, h für den IV. 39: "versitäts, ?. Tießen. H 25 X Bf. mehr, 95 15 Ps„ l ist Preis, ültig. Marienburg, im Mai. Durch die Hellen Reihen windbewegter Birken längs der Landstraße kamen wir hoch oben im Nordosten des Reiches in das Fischerdorf Karkeln. Es ist nicht immer die Idylle eines Ferientraumes, als die es uns' jetzt bei der Ankunft erscheint, wenn wir über die strohbedeckten Häuser hinüber in die Weite des K u r i s ch e n Haffes blicken. Im Winter, wenn das Eis auf dem Haff einen halben, ja, einen ganzen Meter dick wird, find hier manche Dörfer gelegentlich monatelang von der Umwelt ab- gefchnitten. Dann kommt das Wild, kommen die schweren, dunklen Elche, Zeugen der Urzeit, bis ins Dorf hinein. Biel schwerer noch als sonst irgendwo ringen die Menschen dort oben ein wetterhartes Geschlecht, um Nahrung und Existenz. Dort steht dicht am Haff die Jugendherberge „Elchniedcrun g", ein breit gelagerter Bau im Stil der östlichen Waterkant, fest und ttutzig von außen, hell und wohnlich von innen. Bis zur Ku- rischen Nehrung sieht man hier bei klarem Wetter hinüber. Das neue Haus mit seinen 105 Betten und 50 Massenlagern ist gleichzeitig wichtigste Durchgangsstation für den Wanderverkehr von der Jugendherberge (JH.) „R o s s i t t e n" auf der Ku- rischen Nehrung nach dem Festlande. Warum sotten wir heute noch weiter, wenn es hier so schön ist? Aber die schnellen Busse rollen wieder durch das in der Frühlingsarbeit begriffene Ostpreußen hinunter nach Goldap. Und schon stehen wir vor der dortigen JH. Der handfeste schmucke Fachwerkbau strahlt weit hin von der Anhöhe in der Sonne. Herrlich der Blick von der Terrasse über den waldumstandenen Schillehner See, den im Hintergrund die schwarzgrüne Feierlichkeit der Rominter Heide abgrenzt. Hier laßt uns Hütten bauen? Aber die listige Fahrtleitung ködert uns Säumige, die wir in den Anblick der Landschaft versunken dastehen, mit der Verheißung, wir kämen heute noch bei Tageslicht zur JH. „U n t e r e i ß e l n" 5ei Tilsit. Nicht lange, Wer mehrere dieser Reichspressefahrten mitgemacht hat, weiß, mit welcher beispielhaften Orga- nisätionskunst und welcher alles bedenkenden Aufmerksamkeit sie vorbereitet werden. Es war daher sehr instruktiv, daß wir gestern in der Frühe eines silbrig kühlen ostpreußischen Frühlingstages die Jugendherberge in der einzigen Großstadt Ostpreußens in Königsberg, 311 sehen bekamen. Wohin stellt man ein Jugendherberge in einer solchen Stadt so, daß sie einerseits nicht stundenweit von der Bahn usw. entfernt ist und andererseits nicht binnen kurzem irgendwo draußen am Rande der Stadt von den sprunghaft oorschnellenden Siedlungen verschluckt wird? Ein ebenso gescheiter wie geschickter Einfall stellte das Haus zwei Minuten vom Haupt- bahnhof entfernt auf den mächtigen Unterbau einer der alten Kasematten dec Festung von 1868, errichtete darüber die fröhliche Helligkeit und Geräumigkeit des weitausladenden Baues und erreichte mit alledem, daß es mitten in einer Großstadt am Zentrum des Verkehrs und trotzdem inmitten heiterer Grünanlagen und spiegelnder Wasserflächen der säuberlich eingefaßten alten Festungsgräben liegt. Instruktiv ist das Beispiel der Jugendherberge in Königsberg deshalb, weil es sehr interessante Vergleichsmöglichkeiten als Großstadtbau zu den Herbergshäusern am Rande der stillen Landstädtchen hier mitten „im t i e f st e n O st p r e u ß e n" oder in der Nachbarschaft der See- und Walddörfer gibt. Ein halbes Dutzend Herbergen sahen wir schon gestern und heute und werden morgen noch mehr sehen. Der Betrachter ist geradezu bestürmt durch eine Fülle von landschaftlichen und architektonischen Schönheiten. Aus Anlaß der bevorstehenden Reichswerbe- und Opfertage für die deutschen Jugendherbergen am 6. und 7. Mai hat einer unserer Sonderberichterstatter auf Einladung der Leitung des Reichsverbandes für deutsche I Jugendherbergen an einer Bereisung der Häuser in Ostpreußen teilgenommen. Niedersee (Kreis Ortelsburg), im April. 11 Leit zwei Tagen fahren wir nun schon durch eine I br- landschaftlich schönsten Provinzen Deutschlands, Ijnen eine Jugendherberge nach der anderen und graten eigentlich in eine gelinde Verzweiflung, imn immer wieder ertappt man sich in diesem „bnb der dunklen Wälder", wie das schöne Ost- üpiußenlied singt, und in diesem Land der unwilligen großen und kleinen Seen bei der Ueber- Iciing: dies hier, dieser Wald und dieser See mit i)n urgemütlichen Städtchen da drüben ist ja der i fdienfte Urlaubsaufenthalt, den man sich wünschen fir n! i Uber eine halbe Stunde später, wenn die drei Autobusse der Reichspressefahrt 1939 des Reich's- vi:rbandes für deutsche Jugendher- bnr gen weitergerollt sind, gibt es bereits wieder |t)( lebhaftesten Meinungsaustausch darüber, daß dieser Blick über die Weite des Kurischen Haffs et»a oder das Bild der Rominter Heide vielleicht bch noch schöner sind als das, was wir vorhin vn einer anderen Jugendherberge aus sahen. 3as Ende vom Siebe ist, daß wir bereits mitten inSder Bereisung Ostpreußens es einfach aufgeben, einer bestimmten Landschaft oder einer bestimmten [Jizendherberge den Siegespreis zuzuteilen. Wir fir • alle miteinander, die ausländischen Berufs- klmeraden mit einbegriffen, völlig gefangen von dm tausendfachen Wechsel land schaft - f e r Schönheiten einerseits und ihrer Jugendherbergen andererseits. Und was diese Heime dr wanderfrohen Jugend angeht, so weiß man ätf) bei ihnen nicht, was einem das Herz fxoher 1 m.ti)t, die sorgliche Liebe, mit der man Form und B.lstil der Herbergen überall der umgebenden bidschaft aufs glücklichste anpaßte, oder die vor- bkuchte, sehr moderne, sehr praktische Aufmerksam- te, mit der man diese ebenso raumschönen wie urchigen und schlichten Häuser nach der wohnlichen, de technischen und nicht zuletzt der erzieherischen I Snte hin ausstattet. isaß die Hitler-Jugend und der Neichsoerband fiii deutsche Jugendherbergen für die Heimstätten be: wandernden Jungen und Mädel ihren eigenen tot' gefunden haben, der ganz unmerklich die An- qeiehme mit dem Nützlichen, das Heitere mit dem stliieherischen zu vereinen weiß, ist längst bekannt. p:i es ist selbstverständlich, daß die besten und m dernsten technischen Einrichtungen, du sich bewährt ^crbrn, im Innern jeweils wieder- fcben, cs mag sich um die geradezu einladenden, dlissauberen Duschanlagen ober um die elektrischen Amderküchen ober um die großen Gerneinschasts- ftki-en ober sonst etwas hanbeln. Aber nichts wäre ßnlther, als nun deswegen anzunehmen, daß die Jugendherbergen nun in Friesland friesisch und in äoiern bayerisch und in Ostpreußen ostpreußisch Ffgemacht" sind. Erstens gibt es keine „Auf- no^ung" an den deutschen Jugendherbergen, dafür ihr eine umso gediegenere und solidere Bauweise in! Ausstattung: schließlich sollen ja diese Häuser, bkoaus den Mitteln des deutschen Volkes für seine ^uicnb erbaut werden, viele, viele Menschenalter ar. dienen und wirken. Und zweitens wird jeder, s»ci Augen hat zu sehen, auch. bei einer solchen Abfahrt durch ein geschlossenes Gebiet immer [Mer mit Bewunberung feststellen, wie völlig foutchiedcnartig bei aller künstlerischen Einfühlung nüie Landschaft bie Häuser selbst in solchen Ge- ,ie m sind, die landschaftlich einander verwandt c)c ‘ gar gleich erscheinen. „Land der dunklen Wälder..." Ostpreußens Schönheit in seinen Landschaften und seinen Jugendherbergen. Don unserem nach Ostpreußen entsandten Sonderberichterstatter. >g Uh', jr . ,W Sie daraus h bei uns len Ihnen! akkos Warben , 39.- 45'* 18' ['M Äh'4? ”1'5" itions- en ( 21.. 27.- j Gießener Stavttheater. Berliner Gastspiel: „Intimitäten" von Noel Coward. g>5 gibt eine lustige Art von Wetterhäuschen, wo drechselnd rechts der Mann und links die Frau >m Vorschein kommt mit Regenschirm und Son- i-nchirm. So ähnlich ist das hier. Das ffietter= pi chen ist ein Flitterwochenhotel an der französi- qe- Küste, und statt des einen Paares speien die Mp:» eit geöffneten Terrassentüren abwechselnd gleich ■x aus: jedes auf der Hochzeitsreise, und von ö ,n neuen Paare, die beiden alten Paare, die Ihirm Männer, die beiden Frauen — zuletzt sitzen düe vier ganz erschöpft um den Kaffeetisch, und i k Nesellschaftsspiel könnte gut und gern von vorne i rrjengen. tret mehr als drei Akte hat das Stück nicht, ll^l'st die kommen einem manchmal ein bißchen 1 leig vor.) Außer Krach und Persöhnung in am intern Wechsel passiert nämlich nicht mehr viel. Itie: C 0 ward , von dem wir früher hier ein lösiPiel „Weekend" sahen, gehört zu der Sorte 1 vr. 1 Engländern, welche die sympathische Gabe 1 Hm, mit schöner Offenheit das zu sagen, was 1 irr 1 meistens lieber runterschluckt. * V fallen wirklich eine ganze Menge witziger Be- 1 ir-'uin^en, und es gibt allerlei Situationen, die f rirn auf eine verblüffende Weise ganz natürlich i stimmen, so ausgefallen die Voraussetzungen iti Jbie gehäuften Zufälligkeiten dieses Unterneh- sind. Gespielt wurde von einem kleinen Ber- Ilin Rundreise-Ensemble, von dessen Darstellern einige durch den Film auch in der Provinz bekannt wurden. Regie führte Kurt Richards: es lief alles wie am Schnürchen, kein Wunder, jede Szene saß, keine Pointe ging verloren. Das Wetterhäuschen und das Pariser Idyll stammten von Herrn Löffler. — Earola Höhn war Carola Pryne, welche die Flitterwochen 3um zweiten Mal erlebt; sie machte es scharmant, mit sekundenschnellen, wetterleuchten- ben Uebergängen von snobistischer Langweile zu neuen Abenteuern, von theatralischen Eheszenen zu stürmisch erwachender Zärtlichkeit: ein kleines Feuerwerk und Blenbwerk weiblicher Künste und Listen. Charlott Da ubert war Charlott Chase, bie es zum ersten Male erlebt, sehr blonb, sehr verliebt, sehr unglücklich in halbem Durcheinander; ihre besondere Stärke sind das schrille Hohngelächter aus verwundetem Gemüt und der mit kindlichen Verzweiflungsschreien gewürzte Tränenstrom. Kurt D a e h n war von den männlichen Partnern der sarkastische, leicht blasierte, ironisch überlegene, Erik Ode der jüngere, gutmütigere, rundlichere und versöhnlichere; beide vortrefflich auf- und gegeneinander eingespielt. Dem Publikum bereitete bas Ganze ungemeines Vergnügen; es wurde herzlich gelacht und den Gästen reicher Beifall gespendet. Hans Thyriot. Lichtspielhaus: „Männer müssen so sein." Variete- und Zirkus-Filme sind gegenwärtig wieder große Mode. Der Roman „Männer müssen so sein" von Heinrich Seiler lieferte die Vorlage für ein Drehbuch von Hans-Joachim Beyer. Wieder entfaltet sich die abenteuerliche Welt der Artisten in farbigen, schnell wechselnden Bildern, lieber Mangel an Handlung wird sich niemand beklagen können; auch nicht über Mangel an Sensation. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht „La belle Beatrice“: ein Mädchen tanzt leichtbekleidet im Tigerkäfig und wird mit dieser Nummer eine in der ganzen Welt begehrte Sensation. Der Regisseur Arthur Maria R a b e n a l t hat die schwierigen und nicht ungefährlichen Szenen mit unleugbarem Geschick arrangiert und ausgenommen. Wenn man sich an ähnliche Filme erinnert, die im gleichen Milieu spielen und in der letzten Zeit hier gelaufen sind, wird man ein gewisses Schema im Aufbau bemerken: es geht auch diesmal, wie anzuerkennen ist, nicht um die nackte Sensation und die bloße Befriedigung der Schaulust; man will die Welt der und wir stehen vor einem Landschaftsbild, das sich noch nicht einmal mit dem Pinsel, geschweige denn mit Worten wiedergeben läßt. Am Waldesrand erhebt sich auf einer Anhöhe der Neubau der JH. mit dem ungegliederten Bootshaus-Flieger. Das Haus wird im nächsten Monat dem Wanderoerkehr übergeben. Da unten vor uns liegt, eingebettet in waldige Hochufer, das liebliche Memeltal. In weitem Bogen gleitet geruhsam der Fluß dahin. Hier ist wohl einer der schönsten Landschaftspunkte des nord; deutschen Gebietes überhaupt. Drüben, jenseits der Memel, war noch vor ein paar Monaten „Ausland", in der Mitte des Stromes lief die Grenze. Kleine Randglosse: Zur Zeit der Fremdherrschaft hat es einmal ein litauischer Bühnenarbeiter einem deutschen Kollegen vom diesseitigen Ufer erzählt, wie sie drüben lebten. Der Litauer erhielt pro Faschine (Reisigbündel, die zur Befestigung von Uferböschungen usw. verwendet werden) 1 — einen! — Pfennig; bei höchster Anstrengung konnte er keinesfalls mehr als 60 Faschinen am Tag fertigbekommen, er verdiente also im günstigsten Falle 60 Pfennig pro Tag ober 3,60 Mark in der Woche! (Private Notiz für eine Urlaubsreise nach Ostpreußen: „Memeltal bei Tilsit besuchen!") In L ö tz e n steht bie JH. am schmucken Kanal zwischen Löwentin- und Mauersee, verlockende Zentrale für das Wander-, Ruder-, Paddel- und Segelgebiet der drei größten ostpreußischen Seen, deren dritter der Spirdingsee bei Nikoleiken ist. Wie überall in ganz Ostpreußen ist auch hier in Lötzen traditionsgetränkter Boden. Man zeigt uns das Haus, das vor einem Dierteljahrhundert Hindenburgs Hauptquartier war, und draußen am Süd- roeftranbe ber Stabt liegt bie ruhmreiche Feste B 0 yen , bie einzige im Kriege eingeschlossene deutsche Festung; vergebens rannten sich bie Russen die Köpfe an ihr ein. Immer suchen die Häuser der Jugend die Nähe von Wasser und Wald in diesem wunderschönen Lande, so auch in Seehausen, Kreis Angerburg, wo wir Zeuge des Richtfestes der JH. werden, bie einmal 100 Betten und 50 Massenlager haben wird und am sanften Hang des Sees steht. Auf einer Waldhöhe thront ber mächtige und doch so anheimelnde Bau der großen JH. „Nieder- s e c", die schon seit dem Herbst 1936 im Dienst des großen Wanderverkehrs nach Masuren steht. Sie blickt durch bie hohen Kieferstämme direkt auf bie glitzernde Fläche des großen Sees. Nicht weniger als 157 Betten und 90 Massenlager stehen in die, fern weiträumiges Hause zur Verfügung. Noch größer, noch bedeutsamer und beziehungsreicher ist die JH. „Hohenstein" in unmittelbarer Nähe des Tannenberg-Denkmals. Sie hatte allein im vergangenen Jahr über 40 000 Uebernachtungen zu verzeichnen! Das kann nur ein Bau wie dieser mit seinen 238 Betten und 150 Massenlagern bewältigen. Eine gemütliche Bauern- . \ ?93C (...befRegen 9thält Schuhe Wasserdicht! fiube ergänzt hier den großen teilbaren Tagesraum. Ständig pilgert von hier das junge Volk hinüber zum Tannenberg-Denkmal mit der Gruft Hindenburgs. Schnell noch einen Abstecher nach dem mittleren Norden der Provinz. Dort oben dicht bei der aufblühenden kleinen Stadt Tolkernit ragt hoch auf dem Galgenberg an der Steilküste des Frischen Haffes bie I H. T 0 lkemit mit 96 Betten und 50 Mas- fenlagern. Der entzückte Blick umfaßt kaum bas weite Bild ber Haffküste links bis zur Münbung des Elbing-Flusses und rechts bis in die Nachbargewässer von Pillau. Drüben, nach Norden hin, liegt ber bunfle Streifen ber Frischen Nehrung, bie bas Haff von ber Danziger Bucht trennt. Wanbe- rungen an der Küste bes Frischen Haffes mit seiner einzigartigen Steilküste und seinen Wälbern gehören zu den schönsten Lanbschaflserlebmssen. Aus der Giadi Gießen. Wetteraussichten im Mai. Abgesehen vom äußersten Norben und Osten unseres Vaterlandes und den Gipfeln her Gebirge, empfängt uns her diesjährige Mai mit jungem Grün und Blüten. Die meteorologische Entwicklung ber beiben ersten Frühlingsmonate März und April ist in diesem Jahre so gewesen, daß für den Mai die eigentliche Frühlingspracht, das Grünen und Blühen aufgespart bleibt und somit ein wahrer Wonnemond seinen Anfang nimmt. Im letzten und vorletzten Jahr hatten die Nachwehen des Winters und die Aprillaunen mit Schneeschauern sich bis zum Maibeginn gehalten, so daß leider am Feiertag des deutschen Volkes nur in den klimatisch begünstigten Gegenden Deutschlands, am Rhein, frisches Grün zu finden war. Sonst waren die dicken Knospen noch sämtlich im Banne der kalten Luft und der Schneeschauer, die z. B. am 1. Mai 1936 über die deutschen Gaue hinmeggingen. Die Mitteltemperatur von Ende April/Anfang Mai liegt im größten Teile Deutschlands zwischen 10 bis 14 Grad Wärme, sie setzt voraus, daß die Mittagstemperaturen bie vorsommerlichen Werte von 15 bis 20 Grab im Schatten aufweisen und Nachttemperaturen nicht niebri- gcr als bei 5 Grad Wärme liegen. Bei einem derartigen Temperaturverhältnis kann es sozusagen im Augenblick grün werden. So war es ganz natürlich. daß uns ber 1. Mai 1939 mit Frühlingswärme unb zartem Grün empfing, nachbem bie letzten beiden Jahre so bitter enttäuschten. Man ist leicht geneigt, an den Mai eine Liebeserklärung zu schreiben. Die schwungvolle Entwicklung der Vegetation, das Grünen und Blühen, die lgue Luft, die lachenden Sonnenstrahlen und grollenden Gewitter sind Naturerscheinungen, die der nordische Mensch wie ein Geschenk aufnimmt. Aber auch dieser Muster- unb Lieblingsmonat hat seine „dunklen Punkte", bie wir hier als objektive Chronisten nicht verheimlichen bürfen. Diese bunflen Punkte sinb unter Umftänben sogar sehr gefährlich und denkbar unangenehm, denn es handelt sich dabei um zwei Kälterückfälle von höchst krassen Ausmaßen. Diese Kälterückfälle des Mai, gewissermaßen eine Anleihe an das Aprilwetter darstellend, sind unter dem Namen „Eisheilige" ober „gestrenge Herren" sehr bekannt und werben gewöhnlich in der Zeit vom 11. bis 15. Mai erwartet. Es ist über diese Maikälterückfälle schon sehr viel geschrieben worden. Namentlich hat inan seitens ber Wissenschaft immer hervorgeho^en, daß es falsch ist, sie trotz gewisser Gesetzmäßigkeiten bes Wetterablaufs unbebingt auf bie erwähnten Tage gegen Mitte bes Monats zu verbannen. Die Atmosphäre besitzt keinen „Fahrplan" unb keinen „Kalender", nach denen sie sich richtet, sondern die in der Atmosphäre sich abspielenden Wetterereignisse entwickeln sich aus dem vielseitigen Wechsel der verschiebensten Einflüsse, bie sich im einzelnen Falle niemals auf längere Zeit vorausberechnen lassen. Wenn man bie Statistiken nachprüft, finbet man ben Eintritt ber „Maikälte" fast ebenso häufig schon vor bem 10. Mai, wie um ben 15. Mai ober erst nach bem 20. Mai. । Höchstens kann man feststellen, baß ihre Stärke in bem Maße sich verringert, je später ber Gintrittstergiin liegt. Es soll natürlich nicht geleugnet werben, daß recht oft auch gerade mit den bekannten „Eisheiligen" ber Temperatursturz begann. Bemerkenswert ist, baß ber erste Kälterückfall im Mai, gleich an welchem Tage er eintritt, gewöhnlich nach wenigen Tagen Erwärmung einen zweiten, schwächeren nach sich zieht. Artisten, beren Anziehungskraft noch immer ungebrochen zu sein scheint, nicht nur so photographieren, wie man sie in ber Wirklichkeit zu sehen bekommt, sonbern auch die Kehrseite, hie Hintergründe, das Privatleben, und so entrollt sich wiederum, hinter ber Szene, ein Liebesroman, wie ihn jeber schon einmal gelesen zu haben glaubt, unb biefer Liebesroman enthält ein Eifersuchtsdrama und einen Kriminalfall unb zuguterletzt, wie man es verlangen kann, ein ftrahlenbes happy end. Die Mischung von Sensation unb abenteuerlicher Vergangenheit, von echtem und halbechtem Gefühl, von Kolportage und sauberer artistischer Arbeit fügt sich unter den geschickten Händen des Regisseurs R a b e n a 11 zu einem handlungsreichen Ganzen zusammen, dessen Spannungsreize sich bem Zuschauer unmittelbar mitteilen. Als Beatrice sieht man Hertha Feiler, bie kürzlich in bem Lustspiel „Lauter Lügen" zum ersten Male herausgestellt würbe; wenn man biese und jene Rolle vergleicht, wird man ben Uebcrgang erstaunlich finben, aber auch bemerken, baß sie außer dem rein Artistischen, bas hier verlangt wirb, in ein paar kleinen Szenen auch darstellerisch etwas zu sagen hat. S ö h n f e r ist, gut und knapp, der Dompteur Ruda, der Typus „Männer müssen so sein", Hans Olden ein geschmeidiger Schurke im eleganten Abenddreß, Paul Hörbiger, überraschend verwandelt, ein Clown, hinter dessen wild verschminkter Maske sich ein menschliches Gesicht versteckt, Victor Janson der sehr real empfundene, geräuschvoll betriebsame Manager. — (Terra.) Im Beiprogramm läuft die Wochenschau mit Aufnahmen vom Geburtstage des Führers und ein Kulturfilm mit schönen Bildern aus berühmten deutschen Schlohgärten. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Der Dozent Oberregierungsrat Dr. Hans Mök- f e I m a n n an der Universität Marburg wurde zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Dr. Möckelmann wurde 1931 zum Turn- und Sportlehrer an ber Universität Gießen ernannt, wo er sich 1933 habilitierte. Vor kurzem mürbe er nach Marburg berufen, um dort die Psychologie und Pädagogik der Leibes'übungen in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Professor Dr. Erich Engelbrecht, der als ao. Professor für praktische Theologie an der Universität Königsberg wirkt, ist zum Ordinarius ernannt worden. Die „gute Kinderstube". In einer ungewöhnlich reizvollen und aufschlußreichen Abhandlung, die ber Jenaer Philosophie- Professor Bruno Bauch in einem Beitrag zum Muttertag im Mai heft von Velhagen & Kla- jings Monatsheften veröffentlicht, untersucht er bie gy,tc Kinberstube, ihre psychologischen unb praktischen Grundlagen. In seiner Darstellung kommt er auch auf ben Geist bes Hauses zu sprechen, ber bestimmt unb bebingt, ob bie Kinberstube gut ober ungut ist. Mit ihm treten zu ber Bebeu- tung bes „Erbes", bas bie gute Kinberstube ausmacht, zur natürlichen Abstammung, bie Einflüsse der Erziehung hinzu. Sie sinb in ber Tat so bebeu= tungsvoll, baß uns „ein Mensch von guter Kinberstube" oft soviel bebeutet, wie „ein Mensch von guter Erziehung". Wie bie elementarsten naturhaften Erbanlagen im ganz ursprünglichen biologischen Sinne zu ihrer Entwicklung bestimmter Entwicklungsreize bebürfen und sich ohne diese nicht entfalten können, wie aber kein Reiz etwas entfalten unb entwickeln kann, das Überhaupt nicht angelegt, als Anlage nicht vorhanden ist, so bliebe ein aus aller Gemeinschaft, vor allem aus ber Grunbform aller Gemeinschaft, ber Familie, herausgerissenes, nur burch Ernährung am bloßen Dasein erhaltenes Kind auch in seinem ganzen ferneren Leben allezeit ein Caspar Hauser, unb wäre es mit ben besten Anlagen auf bie Welt gekommen. Diese bedürfen also zu ihrer Entfaltung ebenso ber Erziehung, wie bie Erziehung ihrer bedarf, um eben einen Ansatz, eine Anlage zu haben, ber sie als Erziehung zur Entfaltung verhelfen kann, ohne die sie ja selber gar nicht Erziehung sein könnte. Denn die Erziehung kann ja nichts in einen Menschen hineinlegen, was nicht schon in ihm liegt. Sie kann immer nur aus ihm Heraufziehen und emporziehen, was in ihm bereits liegt, in ihm angelegt, seine Anlage ist. Gerade dieses Heraufziehen und Emporziehen des auf bestimmte Ziele Angelegten zu diesen Zielen drückt das deutsche Wort „Erziehung" aus. Sie erhält ihr eigentümliches, eigenartiges Gepräge durch das, was der Mensch „von Hause aus“ in Wirklichkeit wird, indem sie das entfaltet, was ber Mensch tn seiner Anlage „von Hause aus" ber Möglichkeit nach ist. In biesem doppelten „von Hause aus": dem „von-Hause-aus"-Sein und dem „von-Hause-aus"- Werden liegt das doppelte „Erbe" der Kinderstube, der guten Kinderstube, insofern sie gerade das angelegte Gute auch gut pflegt unb hütet, so baß sich zwischen ber Anlage und seiner Pflege eine eigentümliche Harmonie herausbildet, in der beides die innigste Wechselbeziehung eingeht. Oie Gaukulturwoche im Kreis Wetterau »Feierstunden deutscher Meister.^ Im Rahmen der Gaukulturwoche im Kreis Wetterau werden in verschiedenen Orten Feierstunden veranstaltet, denen besondere Bedeutung zukommt. Diese Feierstunden, die unter dem Titel „Feierstunden deutscher Meister" stehen, sollen den Zweck erfüllen, den Volksgenossen, insbesondere aus dem Lande, die bedeutendsten Männer unserer deutschen Geschichte (seien es nun Freiheitskämpfer, Dichter, Maler usw.) nahezu- bringen, nachdem sie sie bisher kaum vom Hörensagen kannten. Die Feierstunden werden beweisen, daß die großen Männer unserer Geschichte nicht nur für einen kleinen Kreis gewirkt haben, sondern von allen verstanden werden können, die offenen Herzens sind. So findet im Rahmen der Gaukulturwoche am 12. Mai in Annerod eine solche Feierstunde statt, die Ulrich von Hutten gewidmet sein wird. Chor und Orchester wirken mit, Sprecher rufen aus, Gausachbearbeiter Alwin R ü f f e r wird sprechen, und-sein Vortrag wird unter dem Worte stehen „Laßt Hutten nicht verderben". Gedichte von Hutten werden zu hören sein, und ein Dreigespräch zwischen Hutten, Sickingen und Busche wird uns die Nöte einer vergangenen Zeit wissen lassen. Im reichen Wechsel von Musik, Gesang und gesprochenem Wort wird die Feierstunde die Aufmerksamkelt aller Zuhörer in Anspruch nehmen. Eine dem Dichter Hermann Löns gewidmete Feierstunde wird in Harheim stattfinden. Das Dorf- und Hausbuch. Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Gaukulturwoche wird die große Ausstellung im Oberhes- fischen Museum zu G i e ß e n sein, in der das große Dorf- und Hausbuch des Ortsgruppenleiters Link von Harheim gezeigt wird. Das Dorf- urtb Hausbuch von Harheim wird als Beispiel gezeigt, das Anregungen geben soll für gleiches Schaffen in anderen Orten. Das Dorf- und Hausbuch von Harheim, ein umfangreiches und mit großer Liebe zufammenaetragenes Werk, in dem sich das Wesen eines Dorfes der Wetterau über Jahrtausende spiegelt, ist das derzeit beste deutsche D o r f - und Hausbuch. Durch die Ausstellung des Dvrf- und Hausbuches in der Stadt soll gleichzeitig in der Stadtbevölkerung das Verständnis für das Leben des Dorfes geweckt ynd eine Brücke geschlagen werden, die Stadt- und Landbevölkerung einander näherdringt. Vurg Mnzenberg als Feierställe. NSG. Als bedeutendes geschichtliches Bauwerk be- herrscht die Burg Münzenberg die Wetterau. Ihre beiden festen Türme haben mit anderen Mauern die Jahrhunderte überdauert. Wer im Zug oder auf der Reichsautvbahn die Wetterau durchfährt, wird immer die Burg Münzenberg sehen. Sie ist ein Symbol der Kraft und der geschichtlichen Größe unseres Volkes. In dem hügeligen Gelände der Wetterau sind ihre Türme die höchsten Erhebungen. Wir achten die geschichtliche Vergangenheit unseres Volkes. Uns bedeuten nicht allein die großen Männer, die unser Schicksal gestaltet haben, Vorbild, auch die Stätten, in denen Geschichte gemacht wurde, zwingen uns zur Einkehr. So sind uns die Steckelburg, die Geburtsstätte Ulrichs von Hutten, und die Kaiserpfalz zu Gelnhausen keine toten Ruinen. Wenn wir zwischen diesen Steinen stehen, dann fühlen wir uns am stärksten dem Werke jener Großen verbunden, die hier gelebt haben. Die Burg Münzenberg hat besondere baugeschichtliche Bedeutung. Sie ist eine der schönsten Ruinen unseres Gaues. Hier werden am 14. M a i die Volksgenossen aus der gesamten Wetterau zusammenkommen, um eine Feier zu erleben. Diese dient der Gemeinschaftsbildung. Wenn eine Burg als Feierstätte gewählt wurde, dann soll damit zum Ausdruck kommen, daß unsere Gemeinschaft fest gefügt sein muß, damit sie ewig bestehen bleibt. Das Leitwort der Feier heißt „U e b e r allem steht das Reich". Daß wir diesen Gedanken mit in unseren Alltag nehmen und damit die Bereitschaft 3ifin weiteren Einsatz, ist .der politische Sinn der Feier. Die Dorsgemeinschaft Münzenberg ist seit Tagen bei der Arbeit. Es werden Lieder gelernt, die, von allen gesungen, die stärksten Bekenntnisse zur Gemeinschaft sind. Auch die Werk- scharen von Butzbach bereiten sich aus die Feier vor, die den Abschluß der Gaukulturwoche bilden soll. Die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, wird sie m Verbindung mit der Gaudienststelle der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Abteilung Deutsches Volksbildungswerk, als Gauveran- st a l t u n g durchführen. Die musikalische Ausgestaltung erfolgt durch die Kreiskapelle unter Leitung von Albert Schleuse. Die Gesamtleitung hat Alwin Ruff er. Es spricht Kreisleiter Backhaus. In einem symbolischen Spiel wird der Reichsgedanke zum Ausdruck kommen. Albrecht Dürer hat ■ein Bild in Kupfer eingegraben und unterschrieben „Ritter, Tod und Teufel". Ein Reiter zieht durch eine wüste Felsenfchlucht, zur Seite klappert ihm der Tod auf einem krummen Schimmel und hinterher kreucht das Gespenst des Teufels. Die Schlucht ist wirr von Spuk, aus Felsenriffen, kahlen Aesten grinsen fremde Fratzen den Hengst des Reiters und den Hund schreckt hier ein Totenschädel, dort ein Molch.'Der Tod hält seine Sanduhr hoch, sie ist zur Hälfte ausgelaufen. Den Reiter kümmert nichts, mit einem Lanzenstoß hat er den Wurm auf seinem Pfad durchbohrt, gelassen sieht er geradeaus, und hoch im Licht rufen die Türme seiner Burg. Nach diesem Bild schrieb Georg Basner sein Spiel „Der Ritter", das im flackernden Licht der Fackeln aufgeführt wird. Hierfür bietet die Burg eine ideale Spielfläche. Im gemeinsamen Schlußlied „Deutschland, heiliges Wort" werden sich die Herzen vereinigen. Nach der Feier fährt ein Sonderzug der Butzbach—Licher Bahn nach Butzbach, der Anschluß nach Gießen und Friedberg hat. Die Feier wird zu jenen Erlebnissen zählen, die uns ollen seelische Kraft geben für unsere Arbeit. Die Ursache der Maikälle ist die gleiche wie bei allen frühlingsmäßigen Temperaturschwankungen. Infolge Erhitzung des Festlandes, der die Atmosphäre des Meeres nicht im gleichen Maße folgt, bilden sich atmosphärische Spannungen zwischen Nordostatlantik und Kontinent. Sie finden schließlich in einem Wettersturz, der manchmal „trocken", also lediglich in Form von plötzlicher Abkühlung oder Niederschlägen erfolgt, ihre Entladung. In anderen Fällen beginnt die Maikälte mit Gewittern und endet in Schneeschauern und Nachtstösten. Je nachdem, ob die Blütezeit schon vorbei ist, noch bevorsteht oder gerade in vollem Gange ist, können sich ungeheure Schäden damit verbinden. Neuerdings will man den außerordentlichen Einbußen, die diese Frühlingsfröste für die Landwirtschaft und damit für die Erzeugungssteigerung und Ernährungswirtschaft bedeuten, durch sorgfältigen Frost- warnungs- und Beratungsdienst und umfassende Schutzmaßnahmen gefährdeter Kulturen entgegenzutreten wissen. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23.30 Uhr „Die Königin Isabella". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein hoffnungsloser Fall." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Männer müssen so sein." — Hotel Kobel von 19 bis 22 Uhr Beratungsabend über „Statt Mietwohnung — ein eigenes Haus". Stadtthealer Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von Hans Rehbergs Schauspiel „Die Königin Isabella" statt. Spielleitung Hannes Razum, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 30. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 23.30 Uhr. DOM.-Untergau 116 Gießen. Dienstbefehl. Zu der Uebermeifung der BDM.-Mädel in das BDM.-Werk am 5. Mai um 20.15 Uhr, Schillerschule, treten an: Don den Mädelgruppen die Führerinnenschaft mit dem Gruppenwimpel, von der BDM.-Werkgruppe alle Einheiten. Iugendherbergs. Sammlung. Am kommenden Samstag und Sonntag sammeln alle Einheiten des Untergaues 116 für die deutschen Jugendherbergen.. Die Gruppenführerinnen bzw. Schar- oder Schaftssührerinnen setzen sich zwecks Durchführung mit den zuständigen NSD.-Orts- amtsleitsrn in Verbindung und erhalten von dort die Abzeichen. BDrN.-Derkgruppe 4a, Werkschar. Am Freitag, 5. Mai, treten alle Mädel der Werkschar um 20.15 Uhr an der Schillerschule zur BDM.- Werk-Ueberweisung an. Der Dienst fällt infolgedessen für diesen Abend aus. Der nächste Dienst ist am 12. Mai 1939. Jahresfeier der Universität. Im Rohmen der Gaukulturwoche findet am kommenden Mittwochvormittag in der Neuen Aula die 332. Jahresfeier der Ludwigs-Universität Gießen statt. Nach dem Einmarsch des Senats und des Lehrkörpers sowie dem Einbringen d^r Fahnen wird Chorgesang des Akademischen Gesangvereins die Feier einleiten. Anschließend spricht der Rektor. Hierauf folgt der Festvortrag von Professor Dr. Schmidt über „Die Lehre vom zelligen Aufbau des Tierkörpers einst und jetzt". Nach einer Darbietung des Collegium musicum folgt die Ansprache des Studentenführers. Hierauf nimmt der Rektor die Preisverteilung für die Preisarbeiten vor. Mit dem Ausbringen der Fahnen und dem Ausmarsch des Senats und des Lehrkörpers findet die Feier ihren Abschluß. Wohnungsbau in her Schwarzlach. Im Schwarzlachgebiet sollen, wie wirfrüher bereits berichteten, weitere umfangreiche Wohnungsbauten errichtet werden. Die Inangriffnahme dieses Wohnungsbauprogramms steht nun unmittelbar bevor. Das Stadtbauamt schreibt heute die Der- Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich — ich kannte nämlich den Herrn", stotterte sie. „Das nehme ich an, da er Sie duzte", war die ruhige Antwort. Wie ungeschickt von ihr und wie töricht, sich so aus der Fassung bringen zu lassen. „Es war mein geschiedener Mann", sagte sie halb trotzig, halb verlegen. Er antwortete nicht gleich, nur sein Stock klirrte hart auf den vereisten Boden der Straße. Erst nach einer Weile fragte er: „Wußten Sie, daß er hier ist?" „Seit gestern nachmittag. Ich traf ihn zufällig in der Konditorei. Es — es war mir nicht angenehm", fügte sie noch hinzu. „Das kann ich verstehen", sagte er kurz. Dann mußten sie wieder hintereinandergehen und sprachen nicht mehr, bis das Hotel erreicht war. Um so lebhafter arbeiteten seine Gedanken: also das war es, was sie heute morgen so verändert hatte! Heftig stieß er bei jedem Schritt seine Stöcke auf, um das unbehagliche Gefühl abzulenken, das ihn bei dieser Mitteilung erfaßt hatte. Mußte dieser Kerl ausgerechnet hierherkommen — und tat so vertraulich, als ob er noch mit ihr verheiratet wäre. Das hatte ihn am meisten geärgert. Im Hotel fand Dina einen Bries mit deutscher Marke. „Auch das noch", sagte sie entgeistert, als sie ihn durchflogen hatte. „Noch etwas Unangenehmes?" fragte Holk besorgt. „Meine Cousine meldet ihre Ankunft für morgen an." „Das scheint Sie nicht sonderlich zu erfreuen!" „Tut es auch nicht", gab sie ehrlich zu. „Meine Cousine hat sich die ganzen letzten Jahre überhaupt nicht um mich gekümmert, und das kann ich doch nicht so ohne weiteres vergessen." „Dann verstehe ich nicht, warum sie jetzt hierher- kommt." „Ich kann es mir denken. Sie reift nicht gern allein und schätzt es, jemanden um sich zu haben, der nicht weiter stört und doch da ist, wenn er gebraucht wird." „Dafür dürfte eine Gesellschafterin das Richtige sein", sagte er grollend. Dina lachte. „Die kostet Geld, und Margit ist nur großzügig, wenn es sich um ihre eigene holde Per- gebung einer Reihe von Arbeiten für den Bau von weiteren 96 Wohnungen aus. Leistungsschreiben auf der Schreibmaschine. Die Schreibmaschine gehört zum alltäglichen Arbeitsgerät vieler schaffender Volksgenossen. Ohne sie wäre ein moderner Betrieb einfach nicht denkbar. Welcher Volksgenosse jedoch, der täglich die Schreibmaschine bedienen muß, hat sich schon einmal Rechenschaft über sein Leistungsmaß abgelegt? Es werden fon handelt. Da sie nicht mehr Gefahr läuft, für mich etwas bezahlen zu müssen, hat sie mir vermutlich für ihren Winteraufenthalt diese ehrenvolle Rolle zugedacht." „Sie nehmen es mit Humor, das beruhigt mich; denn eigentlich ist es doch 'ne Frechheit." „Das ist es schon", gab Dina zu, „aber was soll ich machen, wenn ich keinen Bruch will? Wir haben ja nie Streit gehabt; sie war einfach für Jahre von der Bildfläche verschwunden und hat sich jetzt erst wieder erinnert, daß sie meine einzige nähere Verwandte ist. Im übrigen kann sie sehr nett sein." „Das fehlte noch, daß Sie sich schlecht behandeln ließen." „Bestimmt nicht. Aber es ist wieder so ein Augenblick, in dem ich meiner Großtante von Herzen dankbar bin für die Unabhängigkeit, die sie mir mit ihrem Geld vermacht hat." „Ich bin ihr auch dankbar", sagte Holk ernsthaft, „ohne dieses Testament hätte ich Sie nicht kennengelernt." „Das ist hübsch, daß Sie das sagen", ihre Stimme war weich, „ich habe auch noch nie einen Menschen gehabt, mit dem ich so offen über alles sprechen konnte wie mit Ihnen." „Und Ihr — Ihr Mann?" Sie dachte einen Augenblick nach, dann schüttelte sie den Kopf. „Mit meinem Manne — das war alles ganz anders." Holk fühlte einen Druck in der Herzgegend, als er den träumerischen Klang ihrer letzten Worte vernahm. Nun der frühere Mann sich aus einem unbestimmten Begriff in ein Wesen von Fleisch und Blut verwandelt hatte, empfanb er ihn als störend; er wurde eifersüchtig. Also lieber von etwas anberm reden. „Was wollen wir heute nachmittag unternehmen?" „Ich bin eigentlich zu faul für. eine größere Tour", gestand Dina. „Vielleicht ein bißchen am Uebungshang Herumrutschen?" „Gut! Und nachher können wir ins „Claridge" tanzen gehen. Von morgen ab spielt übrigens der berühmte Mikeny dort. Ich kenne ihn zwar nicht, aber er soll ausgezeichnet sein." Er sah erstaunt, daß ihr Gesicht sich mit brennender Röte überzog. Noch ehe er fragen konnte, lc0te fje leise: „Der Herr, den wir vorher trafen, war Mikeny — mein Mann." „Ach!" „Das überrascht Sie?" „Ehrlich gesagt, ja." „Er ist ein großer Künstler." „2ch zweifle nicht daran., Dennoch bleibt es eine ungewöhnliche Verbindung. Sie schilderten mir Ihren Herrn Vater als den Typ des alten preußi- schen Offiziers." nur wenige fein. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, führt jährlich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stenografenschaft ein großes Reichsleistungsschreiben durch, um hierdurch den schaffenden Volksgenossen Gelegenheit zu geben, ihre Leistungen zu überprüfen und sich neuen Ansporn für eine weitere Leistungssteigerung auf dem Gebiete des.Maschinenschreibens zu holen. In der Wirtschaft werden heute gute Fachkräfte dringend benötigt und laufend gesucht. Es muß daher Pflicht aller Schaffenden fein, die beruflichen „Ja, Vater war sehr dagegen. Er hat ja auch schließlich recht behalten", sagte sie bedrückt. „Darf ich etwas anderes vorschlagen?" fragte er, um sie abzulenken. „Ich bin ein leiblicher Bobfahrer, wir können mit dem Boblet nach Litzi Rüti hinunterfahren; nachher lasten wir uns von der Bergbahn wieder hinaufziehen." Mit diesem Vorschlag war Dina einverstanden. Als Margit v. Roeder am nächsten Nachmittag mit einem Riesenaufgebot von Koffern erschien, brachte sie es fertig, binnen zehn Minuten das wohlgeschulte Hotelpersonal wie einen aufgescheuchten Spatzenschwarm durcheincmderzujagen. Dann aber fand sie endlich ein Zimmer, das ihr zusagte, stellte sämtliche Einrichtungsgegenstände ihrem Geschmack entsprechend und erklärte daraufhin, völlig erschöpft zu sein und den Tee in ihrem Zimmer trinken zu wollen. „Schön", sagte Dina ruhig, „soll ich bestellen?" „Du bleibst doch bei mir. Warum bestellst du denn nur einmal?" . „Ich trinke unten in der Halle mit einem Bekannten, der nachher wegfährt." „Ach! Wer ist denn das?" „Eie Herr Holk. Nicht aus Berlin." „Hast du den hier kennengelernt?" ging die Inquisition weiter. „Nein", sagte Dina etwas ungeduldig und stand auf. „Also auf heute abend!" Kaum war Dina eine Viertelstunde mit Holk in der Halle, sie hatte ihre wundervolle Schilderung von Margits Einzug soeben beendet, da erschien diese in höchsteigener Person, tadellos zurechtgemacht wie immer und nicht das leiseste Zeichen von Erschöpfung verratend. „Es war mir zu langweilig allein", erklärte sie strahlend. Außerdem habe ich auf diese Weise noch das Vergnügen, Sie kennenzulernen." Sie fand Holk nach rascher Musterung durchaus annehmbar, und das bedeutete, daß er nunmehr ausschließlich für sie da zu sein hatte. Aber fie mußte zu ihrer lieber- raschuna erleben, daß die Beschlagnahme dieses neuen Kavaliers auf Schwierigkeiten stieß, denn er zog mit selbstverständlicher Sicherheit Dina immer wieder mit ins Gespräch und fing zuletzt sogar eine direkte Unterhaltung mit ihr an, ,cha er gleich weg müsse", wie er mit einer kleinen Verbeugung zu Margit sagte. Wenn Margit nicht Mittelpunkt war, langweilte sie sich, und dementsprechend lautete ihr Urteil über Holk, nachdem er sich veralstchiedet hatte. Es irritierte sie entschieden, daß Dina als Antwort darauf nur ein spöttisches Lächeln hatte. Sie quittierte prompt dafür. „Wollen wir nicht heute abend ein bißchen ins .Claridge' gehen?" fragte sie liebenswürdig. Leistungen einer laufenden Kontrolle zu unterziehen um auf den Leistungsstand zu kommen, der den größtmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft gewahr, leistet. An dem diesjährigen Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine können alle Volksgenossen die Maschinenschreiber sind, teilnehmen. Hierin kommt es nicht darauf an, daß schon eine bestimmte Leistung nachgewiesen wird, sondern sowohl der Anfänger als auch der perfekte Meisterschreiber sind berechtigt, sich durch die kostenlose Teilnahme eine Leistungsbescheinigung zu erwerben, und haben darüber hinaus die Möglichkeit, wertvolle Preise zu gewinnen. Derkehrskontrolle im Kreise Gießen. Am gestrigen Donnerstagabend nahm die Gendarmerie im Kreise Gießen wieder eine umfassende Verkehrskontrolle vor. Dabei ergaben sich leider wieder mancherlei Beanstandungen. Es wurde, zahlreiche Radfahrer festgestellt, deren Fahrradloni. pen nicht vorschriftsmäßig befestigt waren, so dch der Lichtschein der Lampen nicht in der erforber. lichen Richtung fiel. Die angehaltenen Radler muh. ten mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung für ihr Versäumnis bezahlen. Ferner wurden zahl, reiche Motorradler angehalten, die immer noch nicht den Führerschein der Klasse IV besitzen, dennoq aber mit ihren Maschinen losgefahren sind. Diese Kraftfahrer mußten ihre Motorräder auf die nächst, gelegenen Bürgermeistereien bringen, wo die SDta schinen von der Gendarmerie sichergestellt wurden. Dann durften die Motorradler ihren Heimweg yc Fuß fortsetzen, außerdem haben sie noch ein dicke-! Strafmandat zu gewärtigen. Zur Aufklärung hier bemerkt, daß ein Motorrad auch nach 6t. standen er Führerscheinprüfung noch nicht gefahren werden darf, wenn der Fahrer den vorgeschriebeneii Führerschein noch nicht besitzt. Bei den revidierte Personenkraftwagen haben sich im allgemeine» keine Anlässe zu Beanstandungen ergeben. Kraftfahrer, vermeidet lleberladungm von Lastkrastfahrzeugen! Polizeiliche Kontrollen haben immer wieder Heber« ladungen von Lastkraftfahrzeugen ergeben. Häufig, wurde festgestellt, daß die Schuld dieser lieber- ladungen bei den Kraftfahrzeughaltern zu suchen i|L Es wurde festgestellt, daß Kraftfahrzeugführer — sogar unter Androhung von Entlassung — von ihren Arbeitgebern gezwungen wurden, Ueberlabungen den Fahrzeuge vorzunehmen, um die Wirtschaftlichkeit der Fuhren zu erhöhen, oder aber absichtlich üben die unzulässige Höye des Ladegewichts im unklaren gelassen wurden. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß überladene Fahrzeuge eine erhebliche Gefahr für bis Sicherheit des Verkehrs bilden. Die Polizei schreitet! deshalb gegen jeden Kraftfahrzeughalter und Kraft-. fahrzeugführer mit größter Schärfe ein, der sich gegen das Gesetz stellt und nicht die zulässige Höhe des Ladegewichts einhält! Dabei werden diejenige?.« unsozialen Halter von Kraftfahrzeugen besonder hart bestraft werden, die ihre Kraftfahrzeugführer: zu ungesetzlichen Handlungen veranlassen ober bereu; Duldung erzwingen. 75 Jahre Spar- und Vorschußverei» Wieseck. Der Spar- und Vorschußverein e. G. m. b. h. Gießen - Wieseck, der im Jahre 1863 gegrünM würbe, hielt bei sehr starker Beteiligung feine Generalversammlung ab, die das 75. Geschäfts^ abschloß. Mit einem Hinweis auf die großen aufeen« politischen Erfolge im Jahre 1938 eröffnete der Dor- *r «la n Rodler k Wen ( umer no*r e^en, ren sind, j ’ M die ne ''wo dies gestellt n>L ln heinnve: n°d) ein i. Austlänin; uuch mit wcht gesi uurgeschÄ den remii m allgen! ergeben. ’erlöbut gen! r wieder L "geben, i > dieser 116 j rn zu fmfa ’irjeugfityrti W - oon il; | erladungenl |i Lirishasilst absichtlich L im * Generalversammlung der Licher Bank. Li ch, 3. Mai. Die LicherBank e.G.m.b.H. L i ch hielt in „Steins Saalbau" ihre Generalversammlung ab, zu der 278 Mitglieder erschienen waren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Bürgermeister a. D. Hermann Walz, gedachte zunächst in üblicher Weise der im vergangenen Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder. Hierauf erstattete Direktor A. Schäfer den Geschäftsbericht, dem wir u. a. folgendes entnehmen: Die wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen des Reiches und die dadurch bedingte Gesundung des Wirtschaftslebens brachte auch der Licher Bank eine gesteigerte Geschäftstätigkeit. Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahre um 11,5 d. 5). gesteigert werden, während die Buchungsposten eine Zunahme von 2200 Stück erreichten. Die Bilanzsumme ist durch den Zufluß an Einlagen von RM. 1093 930,80 auf RM. 1 161 427,49 gestiegen. An Spareinlagen wurden im Berichtsjahr 239 346,35 RM. vereinnahmt. 142 Sparbücher konnten im Geschäftsjahr neu ausgogeben werden, so daß sich Ende 1938 2441 Sparbücher im Verkehr befanden. Die Pfennigsparkasse, eine Kleinspareinrichtung, erbrachte an neuen Einlagen den Betrag von RM. 10 743,60. Die Einlagen im Kontokorrentverkehr lagen um ca. RM. 38 000 höher als im Vorjahr. Im Giro- und Kontakorrentverkehr ist eine Steigerung von ca. RM. 1 000 000 festzustellen, doch hofft man, daß bei einem weiteren Ausbau des bargeMosen Zahlungsverkehrs dieser Geschäftszweig noch mehr von der Kundschaft in Anspruch genommen wird. Der Eigenbesitz an Effekten ist durch Auslosung einiger Wertpapiere auf RM. 111 301,70 zurückgegangen. Die Verpflichtungen aus Einlagen betrugen am Ende des Geschäftsjahres 1 058 657,67 RM., so daß die Passivkreditgrenze auf 2 000 000 RM. erhöht wurde. Die Gesamtausleihungen be. trugen RM. 701 885,60. Die Zahlungsbereitschaft ÄiS fle« i"*1’’ j urf- Auf der Autobahn bei Oppenrod tödlich verunglückt. Am gestrigen Donnerstag ereignete sich auf der ? eichsautobahn in der Nähe von Oppenrod ein (Iwerer Derkehrsunfall, dem leider ein blühendes Nenschenleben zum Opfer fiel. Der 29 Jahre alte, Irft seit einigen Jahren verheiratete Koch Peter 'lcoseph HoNer aus Darmstadt befand sich auf jiinem Motorrad unterwegs nach Bad Salzschlirf, na er in einem Hotel eine Stelle antreten wollte. Iris er auf feiner Maschine in der Nähe von Oppen- ixd war, wurde er von einem überholenden Auto c faßt und zu Boden gerissen. Dabei erlitt der be- iiuemsmerie Mann einen schweren Schädelbasis- t"uch. Der Verunglückte mußte sofort nach Gießen r die Chirurgische Klinik gebracht werden, wo er cm heutigen Freitag vormittag seinen schweren ^»rletzungen erlegen ist. * ** Eine Schulung der Zähler und lberzähler für die Volks-, Berufs- unb Be- tüebszählung findet, am heuttgen Freitag begin- r*nb, an mehreren Abenden bis Mitte nächster Aoche statt. Der Zählungskommissar für die Stadt (ließen bittet die bestellten Zähler und Oberzähler, z den Schulungsabenden pünktlich zu erscheinen. ** Strom- und Gasgelder rechtzeitig bezahlen. Die Direktion der Stadtwerke macht Hütte darauf aufmerksam, daß die rückständigen Strom» und Gasgelder vorn Februar umgehend zu bezahlen sind, wenn die säumigen Zähler nicht Ge- fchr laufen wollen, daß ihnen die Strom- und (nszufiihr gesperrt wird. =*♦ Die Gießener -Jugendherberge fvrdtterrasse kann am kommenden Samstag ir:b Sonntag von jedem Volksgenossen besichtigt n»rben. Am Sonntag findet dort ein Mitglieder- i!-ffen des Ortsverbandes statt. Die Umgebung der ^igendherberge ist durch die Stadtverwaltung wei- hr verschönt worden. So wurden im Herbst die Zufahrtswege ausgebessert und im Frühjahr die Hitzen Böschungen gärtnerisch neu angelegt. '** An den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Dor einigen Ta- gm verunMckte der auf dem Gießener Bahnhof t, <^J Bekanntmachung Betr.: Schulung der Zähler und Oberzähler für die Durchführung der Volks-, Berufs- und Betriebszählung 1939. Die von mir bestellten Zähler und Oberzähler werden hierdurch gebeten, zu ihrer Unterrichtung und zur Klärung von Unklarheiten die nachstehenden Schulungsabende zu besuchen. Am Freitag, dem 5. 5. 1939, 20.30 Uhr. Neue Schule, Schulsaal im I. Stock, in Giehen-Klein- Linden für die Zählbezirke Nr. 1001—1019, für die Oberzählbezirke Nr. 1061—1064. Am Samstag, dem 6.5. 1939, 20.30 Uhr, Sitzungssaal der früheren Bürgermeisterei in Giehen-Dieseck für die Zählbezirke Nr. 2000—2043, für die Oberzählbezirke Nr. 2065—2072. Am Montag, dem 8.5.1939, 20 Uhr, Cafä Leib, Walltorstraße 36/38, in Gießen (Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord) für die Zählbezirke Nr. 1—127 und 412—416, für die Oberzählbezirke Nr. 1—24. Am Dienstag, dem 9.5.1939, 20 Uhr, Restaurant „Zur Stadt Wetzlar", Ludwigstraße 55 (Saal), in Gießen (Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd) für die Zählbezirke Nr. 210—303, 308, 402—411 und 419—427, für die Oberzählbezirke Nr. 40—56 und 70. Am Mittwoch, dem 10.5.1939, 20 Uhr, Hotel Hindenburg, Selterswea 68 (Saal) in Gießen (Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte) für die Zählbezirke Nr. 304—401, 1 für die Oberzählbezirke Nr. 57—69. Am Donnerstag, dem 11.5.1939, 20 Uhr, Restaurant „Zum Burghof", Burggraben 9 (Saal) in Gießen (Bereich der Ortsgruppe (Öiefjcn-Oft) für die Zählbezirke Nr. 128—209, 417 und 418, für die Oberzählbezirke Nr. 25—39. Anschließend werden die Moppen mit den Zahlpapieren an die jeweiligen Zähler ausgegeben. Zähler oder Oberzähler, die an dem für sie festgesetzten Schulungsabend verhindert sind teilzunehmen, können auch einen anderen Schulungsabend besuchen, jedoch müssen diese Führer alsdann das Zählmaterial im Stadthaus, Bergstraße 20 Zimmer Nr. 18 — bis spätestens Donnerstag, den 11.5. 1939. während der Zeit von 1 bis 13 Uhr. in Entlang nehmen. 3289C Gießen, den 4. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. Nicolaus, Zählungskommisiar. atzende, August Lotz, die Versammlung und Der- ;,and damit die Ehrung der verstorbenen Mitglieder. 7 neue Mitglieder traten der Kasse im Berichts- chr bei. ... Aus dem Bericht des Vorstandes ging hervor, daß ch der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung sehr s-ark bei der Kasse auswirkte. Der Umsatz stieg von 34 348 RM. auf 327 492 RM. Die Spareinlagen baden sich um 49 000 RM. auf 137 492 RM. erhöht ad übersteigen die Abhebungen noch um 12 533 ?M. Der Kleinsparverkehr, Abholsparen und Schul- baren, erbrachte 17 702 RM. und hat sich mehr bis verdoppelt. In elf Vorstands- und Aufsichtsrats- tzungen wurden 26 Kreditanträge bearbeitet. Die Gesamtsumme, die an die Wiesecker Wirtschaft zur Auszählung gelangte, betrug 108 795 RM. Diese Summe wurde von der Kasse ohne jeden Pfennig remdes Kapital aufgebracht. Die Gewinn- und Ver- uftrechnung schließt mit 8549,91 RM. ab. An neuen Sparbüchern wurden, einschließlich der auf Spar- Anlagen umgeschriebenen Aufwertungseinlagen (Alt- tiypocheken), zusammen 224 Stück ausgegeben. Innige sparsamster Verwaltung wurde ein Reingewinn in Höhe von 1277,11 RM. erzielt. Von die- i m Reingewinn wurden 4 v. H. Dividende an die Inhaber der Geschäftsanteile verteilt und der Rest j zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebs» ütflage überwiesen. Die von dem Rechner Schmitt oorgetragene Manz wurde genehmigt und dem Vorstand und i ufsichtsrat Entlastung erteilt. Den Revisionsbericht i&er die Revision im April 1938 trug an Stelle !-s erkrankten Auffichtsratsvorsitzenden Ph. H. feiler das Aufsichtsratsmitglied H. E u I e r vor. l as Eigenkapital der Kasse beträgt über 27 v. H. J-as ausscheidende Vorstandsmitglied Kaufmann f mft Haas wurde wiedergewählt, ebenso der l ufsichtsratsoorsitzende Ph. H. Keller und das ! ufsichtsratsmitglied Heinrich Frank. Nachdem noch einige geschäftliche Fragen erörtert r orten waren, dankte der Vorsitzende allen, die zu l*n schönen Erfolgen des verflossenen Jahres bei- .^•tragen haben, insbesondere den Mitarbeitern vom l.orstand und 'Aufsichtsrat, und schloß mit dem (neg-Heil auf den Führer die Versammlung. (Hu «■-. ( MW bericht hin, in dem die tadellose Buchführung besondere Erwähnung sand. Landkreis Gießen. > Beuern, 4. Mai. Die Hofreite des Schreinermeisters und Möbelhändlers Rudolf Sommer- l a d ging durch Kauf in den Besitz der Gemeinde über. Der bisherige Besitzer, der bereits in Gießen eine Verkaufsstelle hat, will nun dort auch seinen Wohnsitz nehmen. Die Gemeinde will in dem Hausgrundstück die Diensträume der Bürgermei- sterei einrichten. Die geräumige Werkstatt und die Möbellagerräume sollen als Heim für bi e H I. hergerichtet werden. Voraussichtlich wird in dem Hause auch der NSV.-Kindergarten seinen Platz finden. * Watzenborn-Steinberg, 5. Mai. Am heutigen Freitag, 5. Mai, können die Eheleute Jakob W a l l b o t t und Frau Christine, geb. Burger, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar erfreut sich noch guter Rüstigkeit und kann noch allerlei Haus- und Feldarbeiten verrichten. Sechs Kinder, neun Enkel und ein Urenkel werden den Jubilaren den Tag der goldenen Hochzeit verschönen. Dem Jubelpaar, das seit Jahrzehnten zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers gehört, bringen auch wir unfern herzlichen Glückwunsch dar. Leihgestern, 5. Mai. Seinen 83. Geburtstag kann am Samstag, 6. Mai, der Gutsbesitzer Oekonomierat Karl Müller, der verdienstvolle jahrzehntelange Vorsitzende des Hessischen Landespferdezuchtvereins, auf Gut Neuhof dahier in guter Gesundheit begehen. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. s. Lang-Göns, 2. Mai. Im „Gambrinus" fand eine Hauptversammlung des Turnvereins statt, die sehr gut besucht war. Vorsitzender Karl Müller eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Mitglieder. Die Abrechnung der Kasse wurde in Ordnung befunden. Der Vereinsführer sprach dann über die letztjährige Fahrt zum Bergfest auf den Hoherodskopf und versicherte, daß auch 1939 wieder eine große Zahl von Turnern und Turnerinnen Gelegenheit haben würde, an den Kämpfen auf dem Hoherodskopf teilzunehmen. Er sprach weiterhin von den übrigen Erfolgen des Vereins im vergangenen Jahr und von den kommenden Ereignissen. Seine Ausführungen schlossen mit der Verteilung der im Jahre 1938 errungenen Preise. Nach einer kurzen Ansprache des Dietwartes, Schmidt wurde der offizielle Teil der Versammlung beschlossen. Ein gemütliches Beisammensein schloß sich an. s. Lang-Göns, 4. Mai. Bürgermeister Weil, überreichte im Rahmen einer Veranstaltung an Friedrich Wilhelm Bergt für treue 40jährige Arbeit im Dienste der Gemeinde eine Ehrenurkunde und ein Geschenk. Er sprach dem Jubilar besten Dank für die unermüdliche Arbeit aus und wünschte ihm Glück zu diesem Tage. Anschließend überreichte Bürgermeister Weil dem hiesigen Sieger im diesjährigen Berufswettkampf, Gruppe Reichsnährstand, Richard Müller, die Siegerursunde. 00 Eberstadt, 3. Mai. Däß die bäuerliche Geflügelhaltung in unserem Orte starke Förderung erfährt, zeigt sich neuerdings wieder darin, däß durch die Ortsbauernschaft wiederum 4 0 0 Junghennen aus Züchtungen in Oldenburg beschafft wurden und hier an landwirtschaftliche Betriebe zur Verteilung kamen. c. Laubach, 3. Mai. Anläßlich ihrer 25jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn wurde folgenden Beamten unseres Bahnhofs das silberne Treudienst-Ehrenzeichen mit einer Widmung der Reichskanzlei und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. überreicht: Bahnhofsvorsteher Heinrich Wahl, Oberschaffner L e i d n e r, Lokführer Aug. Schmidt, Schaffner i. R. C h r i ft o p h und Wilhelm Högel. Auch der Bahnhofsvorsteher Ernst W i ß n e r , der unseren Bahnhof einige Jahre verwaltete und am 1. Februar 1939 nach Büdingen versetzt wurde, erhielt das Treudienst-Ehrenzeichen für 25 Jahre. )—( Ruppertsburg, 4. Mai. Der einzige noch lebende Altveteran unseres Dorfes, der Förster i. R. Joh. Reeg, erhielt ein größeres Geldgeschenk des Führers. Der treue, biedere alte Soldat war darüber sehr glücklich. Er machte als tapferer Krieger den Feldzug 1870/71 mit. Im Weltkrieg fiel ein Sohn von ihm an der Westfront. Reeg war lange Förster auf dem Petershainerhof bei Ulrichstein und zuletzt zu Kiliansherberge bei Schotten. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 4. Mai. Im großen Saale des „Hess. Hof" veranstaltete die Ortsaemein- schäft des Deutschen Roten Kreuzes einen gut besuchten Werbeabend. Der Leiter der Gemeinschaft, Rektor Dern, begrüßte die zahlreichen Gäste. Neben Oberst von Schneidemesser war die Bereitschaftsleiterin von der Kreisstelle Friedberg, Feldführerin Schwester Fiedler, Frauenschaftsleiterin Frau Wolf (Gießen) und eine ganze Anzahl Vertreterinnen der benachbarten Ortsgemeinschaften anwesend. Rektor Dern sprach über die Entwicklung des Deutschen Roten Kreuzes, sowie dessen Bedeutung und Aufgaben in Vergangenheit und Zukunft. Darauf folgte die Dortragsfolge für den Abend, die auserlesene Darbietungen brachte. Die Wehrmachts- kapelle, sowie die heimische Sängerin Frau Nent- w i g - M ö r l e r und zahlreiche Helfer und Helferinnen hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Gedichte entsprechenden Inhalts, Lieder von Schubert, Haydn und Strauß, sowie ein humoristisches Theaterstück, das die Arbeit des Roten Kreuzes beleuchtete, füllten die Stunden aus und fanden reiche Anerkennung und Beifall. Ein kameradschaftliches Beisammensein schloß sich an. Kreis Bübingen. g. Schotten, 4. Mai. Eine bessere, täglich zweimal fahrende Postkraftwaaenverb'in- d u n g wurde von Schotten zu verschiedenen umliegenden Gemeinden eingeführt, die besonders den Gemeinden Rudingshain, Feldkrücken u. a. zugute kommt. — Am Himmelfahrtstag wird unsere Stadt einen großen Zustrom durch den hier stattfindenden Gauwandertag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bekommen. Mehrere Sonderzüge werden die Wanderer in unser schönes Gebiet, das viele noch nicht kennen, bringen. △ Babenhausen I, 3. Mai Der Waldarbeiter Otto B i r k e n st o ck von hier konnte in geistiger und körperlicher Frische seinen 74. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist trotz seines hohen Alters noch täglich bei den Waldarbeiten tätig. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 3. Mai. Die Landwirtsfrau Ka- roline Schneider stürzte beim Heuholen in der Scheune von einer Leiter aus etwa vier Meter Höhe ab. Die bedauernswerte Frau mußte mit inneren Verletzungen und schweren Prel- lunaen im Rücken der Chirurgischen Klintt in Gießen zugeführt werden. -il: Frankfurt a.M., 3. Mai. (Lpd.) Im Zuge der von der Kriminialpolizei-Leitstelle Frankfurt o. M. und den Jagdbehörden zur Ausrottung des Wilderer- unwesens angesetzten großen Polizeiaktionen wurde nunmehr auch in einer Reihe von Dörfern des D i l l k r e i s e s, die als Wildererzentren bekannt waren, eine überraschende Razzia vorgenommen. Schon seit Monaten waren bei dem Gaujägermeister A v i e n y (Frankfurt a. M.) Nachrichten eingelaufen, die keinen Zweifel darüber ließen, daß in dieser G-gend das seit den Nach- kriegsjahren eingerissene Wildererunwesen noch immer fortlebte. Selbst in der Schonzeit wurden angeschossene Rehe oorgefunden, die auf die Hartnäckigkeit und Unverfrorenheit der Raubschützen hindeuteten. Die zahlreichen Festnahmen und Durchsuchungen brachten wiederum ein ungeahntes Ergebnis. Ein ganzes Arsenal von Wildererwaffen konnte zu- ammengestellt werden. Ein großer Teil der Wil- rerer legte auch angesichts des zahlreichen Bela- tungsmaterials Geständnisse ab. In dem Dorf Herbornseelbach war die Bandenwilderei besonders ausgeprägt. Hier wurde in Generationen gewildert; die älteren Wilddiebe gingen ebenso geschlossen ihrem düsteren Treiben nach, wie es auch die jüngeren taten. Einer der 9JL-: Basketball in Gießen. Auslandssludenlen der Universität Göttingen gegen Stadtmannschaft Gießen. Für Samstag und Sonntag ist es dem Gauobmann für Basketball gelungen, die Mannschaft der Auslandsstudenten der Hochschule Göttingen nach Gießen zu verpflichten. Gegner ist die Stadtmannschaft, die sich aus Spielern der Vereine Mtv., VfB.-R. und Spvg. 1900 zusammensetzt. Die Gäste, in erster Linie Amerikaner, Mexikaner und Türken, sind sehr spielstark. Unsere einheimische Mannschaft, die zum erstenmal in der neuen, von der Stadt bereitge-stellten Kleidung spielt, wird alles daransetzen müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Die Aufstellung erfolgt nach einem vorhergehenden Trainingsspiel. Die Spiele gegen Göttingen finden statt am Samstagabend und Sonntagnachmittag in der VfB.-R.-Halle. Pokal- und Aufstiegskämpfe in Hessen In der ersten Hauptrunde des Tschammerpokal- Wettbewerbs treffen die elf Ueberlebenden der Bezirksklasse auf die neun Vertreter der Gauliga (Meister Kassel 03 bleibt noch spielfrei!). Wie üblich müssen die Gauliga-Mannschaften reisen und da ist es sehr wahrscheinlich, daß einige von ihnen ihre Pokalhoffnungen recht früh zu Grabe tragen müs- en. Besonders schwer hat es Altmeister Hanau 93, der bei den Borussen in Fulda antreten muß, aber auch die übrigen Paarungen, die wir nachstehend anführen, haben es „in sich"; GfL. Wilhelmshöhe gegen Sport Kassel, FSV. Rb. Bebra — Kurhessen Kassel, VfL. 1860 Marburg — Spv. Kassel, SV. 06 Alsfeld — Hessen Bad Hersseld, Borussia Fulda — Hanau 93, Germ. Nieder-Rodenbach — Dunlop Hanau, VfL. Bruchköbel — Kewa Wachenbuchen, Die in diesem Jahre erstmalig durchgeführten Pokalspiele konnten leider nicht so gefördert werden, wie man das gerne gesehen hätte. Zunächst mußten alle möglichen sonstigen Veranstaltungen abgewickelt werden, dann kamen die Aufstiegsspiele zur Gauklasse dazwischen. — Wie dem aber sei, der noch bestehende kleine Rest wird am kommenden Sonntag ausgetragen, so daß die 1. Zwischenrunde, deren Paarungen nach der Ausschreibung durch das Los bestimmt werden, endgültig am 14. Mai steigen kann. Irgendwelche Terminfchwierigkeiten bestehen nicht, weil ja bis zum Kreisfest noch genügend Zeit vorhanden ist. Diesmal sind angesetzt: TV. Krofdorf — Tuspo W.-Niedergicmes TV. Dornholzhausen — TV. Hörnsheim. Krofdorf und Niedergirmes haben sich schon einmal gegenübergestanden. Der knappe Sieg der Platzbesitzer konnte seinerzeit aber nicht gewertet werden, weil kein amtlicher Schiri zur Stelle war. Es mußte also zu einer Neuauflage kommen, die entweder die Ordnungsmäßigkeit des Dorspielergeb. nisses bestätigen oder aber für eine entsprechende „Berichtigung" Sorge tragen wird. Zu einem interessanten Zwei- und gleichzeitig auch Vergleichskampf wird es in Dornholzhausen kommen. Es ist bekannt, daß die Platzbesitzer an Spielstärke gewonnen und heute wieder eine spielstarke Einheit zur Stelle haben, die vielleicht sogar in der Lage ist, für eine Ueberraschung zu sorgen. Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar. Fwd. Die gestrige Aufsichtsratssitzung genehmigte den Abschluß für 1938. Nach erhöhten Abschreibungen von 3,50 (2,72) Mill. Mark und einer Zuweisung von 200 000 (i. V. 250 000) Mark zur Unterstützungsrücklage verbleibt ein Reingewinn von 1,002 (1,22) Mill. Mark, der sich um den Vor- jahresvortrag auf 1,25 (1,43) Mill. Mark erhöht. Der auf den 5. Juni einberufenen HV. wird die Ausschüttung von wieder 5 v. H. Dividende oorge- schlagen. Der im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgewiesene Umsatz von 58,29 Mill. Mark zeigt gegenüber 1937 einen Rückgang von 4,41 v. H. Die Ursache hierfür sei ausschließlich in der Herstellungsbeschränkung für den sog. Bauguß zu erblicken. Die Gesellschaft sei bemüht, diesen Ausfall durch Aufnahme neuer Fabrikationszweige und Verwendung von Austauschwerkstoffen in der Folge nach Möglichkeit auszugleichen. Die Beschäftigung im ersten Vierteljahr 1939 lag nicht unwesentlich über der des Vorjahreszeitraumes. Die Rokstoffbetriebe seien bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht. Auch für die Eisengießereien werden die Beschäftigungsaussichten für das laufende Jahr günstig beurteilt. Hefrag in Wölfersheim. Fwd. Die Betriebsabteilungen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr störungsfrei gearbeitet. Die Kohlenförderung betrug 764 360 (772 973) Tonnen; Tiefbau und Tagebau waren etwa gleich stark an- erden ausgehoben. Hauptwilderer gestand, daß er in den letzten Jahren allein 100 Rehe nach Hause geschleppt habe. Die Wilderei nahm auch gemeingefährliche Formen an. In einer ganzen Reihe von Fällen wurden Jagdschutzorgane beschossen und versucht, sie aus dem Walde zu jagen. Ein Schlossermeister unterhielt eine regelrechte Reparaturwerkstatt für Waffen, arbeitete Militärgewehre um und verlieh aucff diese Waffen zu Wildereizwecken. Das Wildbret wurde entweder im Haushalt verbraucht, oder zerlegt an die Nachbarschaft abgegeben. Ein. anderer Teil ging an einen Gemüsehändler, der das Wildbret in seinem Kraftwagen mitnahm und es an seine Kundschaft veräußerte. Er wurde als der Haupthehler festgestellt. Die Schlingenstellerei wurde ebenso häufig betrieben, und zwar in einem solchen Ausmaß, daß die Wilddiebe selbst nicht mehr wußten, wo sie überall Schlingen ausgelegt hatten. Unzähliges Wild muß auf diese Weise verludert sein, ohne daß sich jemand darum gekümmert hätte. Die Ermittlungen waren besonders schwierig, weil ganze Dörfer unter dem Terror der Wilderer standen und infolge der weitverzweigten Hehlerei mit Wildbret nur sehr zögernd Aussagen gemacht wurden. SV. Groß-Karben — VfB. Groß-Auheim, Rb.- Tuspo. Oberlahnstein — Tuspo. Rodheim, V f B.- R. Gießen — V f B. Friedberg. — In der Aufstiegsrunde zur Gauliga kommt es nur zur Begegnung 1860 Hanau — Teutonia Watzenborn-Steinberg, in der Hanaus Meister als Favorit gilt. Fußball im Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden I — Londorf I 0:3 (0:1). Klein-Linden trat nur mit 10 Mann an, dazu noch mit Ersatz. Während des Spiels auf dem fast grundlosen Platz mußte noch ein Mann der Gastgeber wegen Verletzung vorübergehend ausscheiden. Der schnelle Sturm und die gute Verteidigung der Gäste ließen schon in der ersten Halbzeit erkennen, daß die Londorfer stark überlegen waren. In der zweiten Halbzeit war das Spiel ziemlich ausgeglichen. Klein-Linden litt unter Schußpech und konnte, trotzdem sich das Spiel zum großen Teil in der Hälfte der Gäste abspielte, keinen Erfolg erringen. Klein-Linden 3gb. — Londorf 3gh 9:0 (1:0). Obwohl auch die Jugendmannschaft Klein-Linden mit Ersatz antrat, konnte sie mit einem schönen Spiel aufwarten, bei dem die Gäste aus Londorf fast nichts zu bestellen hatten. * Steinbach I — Heuchelheim I. Am lammenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft Steinbachs die l.Elf von Heuchelheim. Das Vorspiel konnten die Heuchelheimer knapp gewinnen. Die Mannschaft von Steinbach hat sich inzwischen gebessert, und deshalb ist man auf den Ans- gang des Spieles sehr gespannt. Man erwartet einen schönen Kamps. Sp.-V.1900 - MV. Hörnsheim muß sich jedenfalls anstrengen, weil sonst die Ausbootung unausbleiblich ist. Die Aufstiegsspiele nehmen mit dem Treffen MSV. Barbara Gießen — TV. Kirchgöns ihren Fortgang. Die Soldaten, die bisher ihr wirkliches Können noch in keinem einzigen Falle unter Beweis gestellt fyaben, haben sich diesmal etwas vorgenommen. Ob es allerdings glücken wird, die an der Spitze der Tabelle stehenden Turner zu schlagen, halten wir für ziemlich unwahrscheinlich, keineswegs aber für unmöglich. Die Platzbesitzer sind stark genug, um für eine Ueberraschung zu sorgen; sie wurden damit überdies Hörnsheim Schrittmacherdienste leisten, die in jedem Falle mehr als wertvoll sind. — Voraussetzung ist allerdings, daß die Lehren aus den bisherigen Niederlagen gezogen werden und daß man sich endlich auf die wirkliche Stärke besinnt. Das letzte Aufstiegsspiel der Staffel IV zwischen Spog. 1900 Gießen und MTV. Gießen kommt auf dem Trieb zum Austrag. Es wird einen spannenden Kampf geben, zumal man in beiden Lagern bemüht ist, die Oberhand zu behalten. Der MTV. kann sich auf bewährte alte Kräfte stützen, während der Gegner eine Reihe von neuen Spielern aufgestellt hat, die erst einmal ihr Können unter Beweis stellen müssen. Trotzdem sollte das Tressen vollkommen ausgeglichen sein und einen rassigen Kamps garantieren. s V* J t < der Förderung beteiligt. Die Stromerzeugung übersteigt mit 124 431 (124 427) Millionen k>Vd etwas die Erzeugung des Vorjahres. Der Gesamtumsatz betrug 5,90 (6,10) Mill. Mark. Die im Vorjahr begonnenen Aufschlußarbeiten zur Gewinnung von Kohle im Tagebau Friedrich wurden planmäßig fortgesetzt. Die Abraumförderung begann am 17. 8. 1938. Bis zum Jahresende wurde eine Fläche von 13 300 Quadratmeter abgeräumt, dabei wurden 337 000 Kubikmeter Abraum gefördert. Auf der Tiefbaugrube Römerftraße wurde der im Vorjahr begonnene Bau der schiefen Ebene beendet. Die Bandförderanlage wurde am 1. Oktober 1938 in Betrieb genommen. Im Kraftwerk wurde der neue 11 000 lc^-Turbo-Generator betriebsfertig erstellt; die endgültige Inbetriebnahme erfolgte am 3.1. 1939. Der Reingewinn von 7433 Mark einschl. des Gcwinnvortrages aus 1937 mit insgesamt 29 874 Mark wird auf neue Rechnung vorgetragen. Schweinezwischcnzählung am 3. Juni. Fwd. Nach einem Runderlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft wird am 3. Juni 1939 die übliche Schweinezwischenzählung durchgeführt. Mit dieser sind auch Feststellungen über den Bestand an Schafen, die nicht beschaupflichtigen Hausschlochtungen von Schaf- und Ziegenlämmern, die in jedem der vorhergehenden drei Monate März bis Mai geborenen Kälber sowie über das Weidefettvieh in den Hauptweidebezirken von Preußen und Oldenburg verbunden. Erstmalig wird auch der Bestand an Färsen und Milchkühen ermittelt. Fwd. Konkurse und Dergleichsver« fahren im April. Nach Mitteilung des Stati. ftischen Reichsamts wurden im April 1939 durch den „Reichsanzeiger" 99 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 7 eröffnete Dergleichsverfah. ren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 145 bzw. 17. Bhein-Mainische Börse. Mittagsbörse leicht gebessert. Frankfurt a.M., 4. Mai. Die bereit, gestern abend sich anbahnende freundlichere Grundtendenz übertrug sich auch auf den heutigen Mittagsverkehr. Allerdings blieb die Geschäftstätigkeit weiter eng begrenzt, da nennenswerte Käufe kaum vorlagen. Anderseits haben die letzttägigen Verkäufe weiter nachgelassen, nur am Einheitsmarkt lag verschiedentlich noch etwas Angebot aus Genehmigungen vor. Die freundlichere Haltung wurde jedoch durch die Ermäßigung des Privat-Diskontsatzes unterstützt, auch die mannigfachen Berichte aus der Industrie kamen besser zur Geltung. Mit Rücksicht auf die weiterhin ungeklärte außenpolitische Lage, wobei der Rücktritt des sowjetrussischen Außenkommissars das Hauptgesprächsthema abgab, blieb die Unternehmungslust nach wie vor klein. Immerhin bewirkten kleine Käufe am Aktienmarkt ein Ansteigen der Kurse um etwa 0,50 bis 1 v. H., teilweise traten auch Steigerungen darüber hinaus ein. Zu erwähnen sind besonders Holzmann mit etwa 148 nach 144. Von den Hauptwerten ge, wannen JG.-Farben 1 v. H. auf 150, Mannesmann 0,75 v. H. auf 106,75, Verein. Stahl 0,75 v. H. auf 103,50, Klöckner 0,65 v.H. auf 117,40. Am Maschinenmarkt befestigten sich Daimler um 1,50 v. h. auf 139,50 und Demag um 1 v. H. um 143. Am Rentenmarkt stimmulierte die Ueber- zeichnung der Schluchseewerk-Anleihe, ohne daß aber auch hier größeres Geschäft vorlag. Reichs- bahn-VA. plus 0,25 v. H. auf 124,75. Im Frei- verkehr gingen späte Schuldbücher mit 99,40 (99,50) Kommunal-Umschuldung mit unv. 93,40 bis 93,45 um, ebenso hatten die meisten 4,50prozentigen und 5prozentigen Industrie-Anleihen die gestrigen Kurse. Amtlich notierte Industrie-Obligationen weiter un« einheitlich und bis 0,50 v. H. abweichend. Pfand, briefe und Stadtanleihen still bei meist unoeränder» ten Kursen. Reichsaltbesitzanleihe etwas fester mit 131,90 (131,70). Abendbörse zurückhaltend. Das Abendbörsengeschäft war klein. Es bestand allenthalben Zurückhaltung, ohne daß jedoch die freundliche Grundtendenz eine Schmälerung erfahren hätte. Zwar lagen die Aktienkurse teilweise ein wenig unter den Mittagsschlußnotierungen, wo» bei es sich aber meist um nominelle Angleichungen an Berlin handelte und überdies auf dieser Basis Nachfrage vorlag. Bei den durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. abweichenden Papieren seien u. a. Aschaffenburger Zellstoff mit 105,50 (104,50), Klöckner mit 117,50 (117), Holzmann mit 148,25 (147,75), am dererseits MAN. mit 142,50 (143,50), Deutsche Erdöl mit 124 Brief (124,75), Buderus mit 106 (106,50), Rheinstahl mit 136,50 (137), Mannesmann mit 106,65 (107), Gefsürel mit 135,75 (136,25), außerdem Verein. Stahl mit unv. 103, JG.-Farben mit unv. 149,25, Daimler mit unv. 139,50, Adlerwerke mit unv. 102,75 erwähnt. Am Rentenmarkt blieben Reichsbahn-VA. zu unv. 124,75 gesucht, 6 v. h. JG.-Farben gingen 0,13 v. H. höher mit 122,50 um; 6 v. H. NSU. waren ohne Angebot bei stärkerer Nachfrage. Im Freiverkehr wurden Komm« nal-Umschuldung mit 93,40 (93,45) gehandelt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. Auftrieb: Großvieh 1170 (gegen 1312 in der Vorwoche), darunter 211 (224) Ochsen, 194 (241) Bullen, 549 (612) Kühe, 216 (235) Färsen. Kälber 1519 (1481), Hämmel und Schafe 102 (158), Schweine 7410 (6279). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 42,50 (42 bis 42,50), c) 37,50 (—). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 40,50 (40 bis 40,50), c) 35 bis 35,50 (—). Kühe a) 42 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (39 bis 40,50), c) 31 bis 34.50 (28 bis 34,50), d) 20 bis 25 (23 bis 25). Färsen a) 43,50 bis 45,50 (42,50 bis 45,50), b) 41 bis 41,50 (40,50 bis 41,50), c) 36,50 (—). Kälber a) 62 bis l>5 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (32 bis 40). Hömmcl bl) 48 bis 50 (46 bis 50), b2) 44 bis 46 (40 bis 44), c) 40 bis 42 (22 bis 3$). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 36 bis 39 (34 bis 39), c) 30 bis 32 (24 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlo'ij: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 4. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 373 Ferkel zum Der» kauf gestellt. Es kosteten bis zu sechs Wochen alle Ferkel bis 25 Mark, sechs bis acht Wochen alte 25 bis 30 Mark, über acht Wochen alte bis 40 Mark pro Stück. Der Handel verlief rege, es verblieb geringer Ueberftand. Rundfunkprogramm Samstag, 6. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Uebertragunfl nach Saarbrücken: Preludio con Fuga, von 3- Walther; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Morgen« musik auf dem ,j)ein Godenwind" anläßlich dec Reichswerbe- und Opfertage des deutschen Jugend' herbergswerkes. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik- 8.25: Deutschland — Kinderland: „Bubi verträgt das nicht" — Manuskript: Dr. Bertha Geißelbrecht. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausgeführt vom Musikkorps der Freien Stadt Danzig. 9.30:Ja11 ‘ Frankfurt: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Männer um den Führer: Robert Ley. Wort und Tat. 11-40- Ruf ins Land. 12: Mittagstkonzert I. Ausführung- Das kleine Orchester des Reichsfenders Wien. 13' Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: 9W richten. 14.10: „Alles neu" macht... auch die Schau' platten-Jndustrie. (Jndustrie-Schallplatten.) 15:. verbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Pimpfe, wie sie keiner kennt Eine luftige Rundfunkfolge unserer Pimpfe. lj- Frankfurter tönende Illustrierte. Halbmonatsblatter für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude'. Und abends, wenn kein Dienst mehr drückt... Wehrmacht svielt und singt. Einlage 18.40 bisj8.au. Bei unserer Infanterie. 19.15: Tagesspiegel. BenM von der Eröffnung der Gau-Kultur-Woche. lO-J'- Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachricht^ 20.15: Deutsche Dichterkomponisten. 22: Nachrichtei - 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 2Z.ZV« Mr tanzen in den Sonntag.