Nr. 81 Erstes Matt 189. Jahrgang Mittwoch, 5.ApriH939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrSHIsche Univerfilätsdruckerei ».Lange in Sietzen. Schristleitnng und SeschSstrftell«: Schuistratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81/,W)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bader», Unterrichts-, u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8 An Bord des Flaggschiffes „Robert Ley" hat die Becks Besprechungen in London ein paar Wochen Zwangsarbeit wegen Landfrie- dcnsbruch verurteilt. Die schwarzen Baumwollpftücker aus dem Süden des Sudan und aus Jnnerafrika sind eine Plage und eine Notwendigkeit zugleich. Wer sie einmal gesehen hat, diese Heere, die zu den Baumwollfeldern wandern, wer einmal zu Beginn der Pflückzeit von Chartum nach Kosti mit der Eisenbahn und von dort nilaufwärts mit dem Schiff bis dicht an den Viktoriasee gefahren ist, der wird diese Völkerwanderung der Baumwollpflücker nie vergessen. Längs der Bahnlinie sieht man sie wandern. Von den Trittbrettern der Züge werden sie hinuntergeboxt. Auf den Flößen, die an die Nildampfer gekoppelt sind, hocken sie dicht zusammengepfercht und singen wäh- versetzt. Alle Straßen prangen im festlichen Fahnenschmuck. Führende Männer der Hansestadt aus Partei, Staat und Wehrmacht haben sich eingesunden. Auf allen im Hafen liegenden Schiffen steht die Besatzung an der Reeling. Gegen 12 Uhr verläßt der Führer, nachdem er sich zuvor von der an Bord angetretenen Besatzung und den KdF.-Urlaubern verabschiedet hatte, das KdF.-Flaggschiff „Robert Ley", umbrandet von den tosenden Jubel- rend der Nacht ihre eigenartigen Lieder. Und auf den Bahnhöfen des Gezireh lagern sie in langen unübersehbaren Reihen und warten auf den Arbeitsvermittler, der sie dorthin befördert, wo man sie braucht. Die englischen Behörden sehen diese schwarze Wanderung nicht gern. Die Wandernden verderben die Einheimischen, und Unfrieden blüht während der Zeit, da sie vorüberziehen. Die Gerichte haben alle Hände voll zu tun. Aber man kann nicht auf sie verzichten, denn die Baumwolle will gepflückt sein, und der kleine Pflanzer mit seiner Familie kann die Ernte nicht allein bewältigen. Der Schwarze aus Jnnerafrika ist also ein notwendiges Uebel, soll die gewachsene Baumwolle in die Entkörnungs- und Preßfabriken der Regierung in Chartum ihren Weg finden und weiter nach Port Sudan in die Riesenleiber englischer Frachtschiffe und schließlich auf die Spinn- und Webmaschinen Lancashires als Rohstoff einer der bedeutendsten Industrien des englischen Weltreiches. stürmen der unzähligen Tausende, und begibt sich an Bord der schwimmenden ,Jugendherberge „Hein Godenwind". Dann verabschiedet er sich von dem Kommandanten der beiden Zerstörer, die die Fahrt des KdF.-Flaggschifses begleitet haben. Sodann besteigt der Führer den Kraftwagen zür Fahrt durch die jubelnde Stadt. Dor dem Dammtor-Bahnhof schreitet der Führer unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenkompanie des Standortregimentes, JR. 76, ab, und begibt sich sodann, getragen von einer Welle des Jubels und der Begeisterung in das Bahnhofsgebäude. „Wir danken unserem Führer", braust es immer wieder durch die weite Halle. Um 12.43 Uhr setzt sich der Sonderzug in Bewegung und verläßt, umbraust von den Heilrufen der vielen Tausende, die Bahnhofshalle. Der Führer von seiner Nordseefahri zurück Stürmische Begeisterung in Hamburg. London, 4: April. (Europapreß.) Die erste Konferenz zwischen dem englischen Außenminister Lord Halifax und dem polnischen Außenminister Oberst Beck im Auswärtigen Amt dauerte über zwei Stunden. Außer dem Außenminister nahmen teil der ständige Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Sir Alexander Cadogan, der Leiter der mitteleuropäischen Abteilung im Auswärtigen Amt, William Strang, der polnische Botschafter in London Graf Raczynski und der Chef der westlichen Abteilung des polnischen Auswärtigen Amtes, Graf P o t o ck y. Am Dienstagnachmittag, anschließend an ein Frühstück bei Lord Halifax, ist ein Besuch bei dem früheren Außenminister Eden angesetzt, auf den Besprechungen mit Ministerpräsident Chamberlain in dessen Amtszimmer im Unterhaus folgen werden. — Für Mittwoch sind Besprechungen mit dem amerikanischen Botschafter in London, Kennedy, und dem ungarischen Gesandten Bar c a vorgesehen. Die Aussprache zwischen Beck und Halifax wird am Mittwochvormittag fortgesetzt werden. Hierauf wird sich Beck zum Mittagessen zum Königspaar nach Windsor begeben. Lord Halifax gab Dienstagabend zu Ehren Becks ein Essen. Die Blätter betonen, daß man in amtlichen Kreisen und auch polnischerseits „sehr zurückhaltend" sei, behaupten jedoch, daß die Besprechungen „befriedigend" verlaufen seien. Daily Telegraph" berichtet, man erwarte, daß ein dauernder gegenseitiger Beistandspakt zwischen England und Polen vereinbart worden sei. Auch der „Daily Herald" gibt, allerdings in vorsichtiger Form, seiner Erwartung Ausdruck, daß Beck einen gegenseitigen Beistandspakt unterzeichnen werde. Die liberale „News Chronicle" glaubt sogar, melden zu können, Unser Bild zeigt den Führer an Bord des KdF.-Flaggschiffes „Robert Ley" im Gespräch mit anderen Teilnehmern an der Jungfernfahrt. Im Hintergrund Dr. Ley. (Ausnahme: Presseamt DAF. — Scherl-Bilderdienst.) Englands gefährliches Spiel. Drei englische Ministerreden in den Parlamenten an einem Tage hatten die schwierige Aufgabe zu bewältigen, der Welt, vor allen Dingen aber der englischen O esse ntttch kett weiszumachen, daß die von der britischen Regierung in Szene gesetzte Einkreisungsaktion in Europa eben doch keine Einkrei- ung sei. In der Tat hat man dafür ein neues Schlagwort gefunden und nennt die in Neubildung begriffene antideutsche Front eine „A n t i» A g g r e s f i o n s f r o n t". Erstaunlich ist nur, wie der englische Ministerpräsident Chamberlain sich dabei zu der Behauptung aufschwingen konnte, daß das, was England jetzt unternimmt, geradezu eine Neuerscheinung epochaler Art in der Geschichte Großbritanniens sei. In Deutschland jeden- alls erscheint uns diese jetzt neu belebte politische Methode als ein alter Bekannter. So kurz ist unser Gedächtnis nicht, daß wir uns nicht erinnerten, wie man seit jeher für die unfriedlichen Methoden und Ziele der Westmächte immer wieder beschönigende Namen zu finden vermochte. Das Genfer Institut, dem die Aufgabe zugewiesen war, im Interesse der Nutznießer der Friedensdiktate zu wirken und ihnen die Früchte daraus in kollektiver Einmütigkeit zu erhalten, nannte man „Völkerbun d". Die Besetzung des Ruhrgebietes, Frankfurts und andere Uebergriffe gegen das wehrlose Deutschland erhielten die beschönigende Bezeichnung „Sanktionen"; und als man, trotzdem Wilson in seinen 14 Punkten das Gegenteil versprochen hatte, dennoch sich daran machte, Deutschland Kriegstribute abzupressen, wurden sie mit dem Namen „Reparationen" versehen, als wollte man sich über seinen eigenen Wortbruch noch lustig eingeborenen Pächter bleiben vier Zehntel, lieber diese vierzig Prozent seines Anteils hinaus hat der Fellache noch das Eigentumsrecht an den Zwischen- kulturen, vor allem an dem Ertrag an afrikani- scherHirse und Gerste, die zwischen Aussaat und Ernte der Baumwolle wachsen und reisen. In dieser Arbeitsgemeinschaft, die sich als gut und sinnvoll erwiesen hat, wird der eingeborene Fellache unter Kontrolle der Regierung und der Syndikate zu systematischer und sachgemäßer Arbeit erzogen. Er ist dank dieser Erziehungsarbeit ein weit besserer Baumwollpslanzer als sein Kollege weiter im Norden, als der ägyptische Fellache. Daß die ägyptische Baumwolle dennoch die bessere ist, ist ein Verdienst von Klima und Fruchtbarkeit. Die Wasserbewirtschaftung im Gezireh ist ein Musterwerk von Organisation und Jnge- nieurkunst. Die Baumwollkultur des Sudan ist im Gegensatz zu der Aegyptens eine sog. Winterkultur. Die Aussaat erfolgt im Juli, die Ernte zwischen Januar und April. Ab Ende Juli werden die Kulturen regelmäßig bewässert. Das geschieht unter englischer Aussicht, denn das ganze Gezireh ist in große Bewässerungsdistrikte eingeteilt, die zwischen sechs- und zehntausend Hektar umfassen. Diese Distrikte sind wieder in rechteckige Felder von 4,2 Hektar Größe eingeteilt. Jeder eingeborene Pächter bestellt drei solcher Felder. Das dem Baumwollanbau erschlossene Land soll entsprechend den Plänen der Regierung später aus dem Besitz der Syndikate in den der Pächter übergehen, die von einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt ab gegen mäßige Abzahlungsraten das Land vom Syndikat zu eigen erwerben sollen. Die Baumwollkultur im Sudan, obwohl noch beschränkt in ihrer Anbaufläche, hat doch Folgen, die ebenso bemerkenswert sind wie sonderbar. Die Baumwollernte — sie beginnt meist im April — löst alljährlich zwischen Tschad-See und Rotem Meer eine Art Völkerwanderung aus. Vom Kongogebiet aus den Süddistrikten des Weißen Nils und aus den südlichen Teilen des Sudan strömen um diese Zeit die Schwarzen gen Norden zum Gezireh-Gebiet, um sich hier als Baumwollpflücker anwerben zu lassen. Da die Ernte in eine Jahreszeit fällt, da anderswo die landwirtschaftliche Arbeit weithin stillsteht, behebt diese Völkerwanderung aus dem Innern Afrikas das Problem der Arbeiterbeschaffung für die Ernte. Die Neger, auch in Amerika als die besten Baumwollpflücker der Welt bekannt, strömen von allen Ländern Jnnerafrikas herbei ihren Anteil am Reichtum des Sudan zu scheffeln. Da viele dieser Pflücker treue und fromme Moslems sind und sie durch diese Reise zum Gezireh Halbwegs in Mekka sind, vollenden sie diese Wanderung zur Arbeitsstätte vielfach mit einer Pilgerfahrt zur Kaaba. Mekkapilger fungieren'also als Baumwollpflücker. Aber die fromme Absicht der Pilgerfahrt hindert nicht, daß diese Neger während der Pflückzeit allzu leicht über die Stränge schlagen. Daß sie das tun, ist verständlich. Sie find fleißig, verdienen während zwölfstündiger Arbeitszeit ihre vierzehn oder auch sechzehn Piaster und brauchen zum Lebensunterhalt bestenfalls drei. Denn im Sudan lebt es sich billig. Was soll man mit dem Rest anfangen? Die Nächte sind lang und nicht nur zum Schlafen da. Also beginnt der Baumwollpflücker in der Bretterbude irgendeines Griechen Merissa, ein champagnerahn- liches Bier aus Hirse, zu trinken, suhlt sich im Rausch als Herr der Welt und träumt von einem kleinen Vermögen, das er sich während der Wochen der Pflilckzett zu verdienen gedenkt. Aber es kommt anders. Der Trunkene bricht einen Streit vom Zaun, und schnell kollern ein paar Dutzend Pflücker in einer wüsten Schlägerei durcheinander und landen am anderen Tag vor dem Gericht des zuständigen englischen Distriktskommissars, der sie zu machen. Der „Daily Telegraph" unterstützt die Befchöni» gungskampagne der englischen Regierung und verwahrt sich auch gegen das Wort „Einkreisung". Im besten Falle könne man von einer Einkreisung des Angreifers sprechen; da aber die englische amtliche und nichtamtliche Propaganda eifrig dafür sorgt, daß in der Welt die Lüge von den aggressiven Tendenzen der deutschen Politik weitgehend verbreitet werde, ist das Ganze ja wohl nur ein Spiel mit Worten. Wie gefährlich auf der anderen Seite das Spiel ist, das jetzt von England begonnen wurde, ergibt sich daraus, daß die „Times" es ür entscheidend bezeichnet, ob Polen, dem man bereit den unerbetenen Schutz zugesichert hat, sich verpflichtet fühlen könne, gegen irgendeine Aktion Deutschlands Widerstand zu leisten. Eine solche Verpflichtung kommt dann in der Tat der Ausstellung eines Blankowechsels gleich, denn die Geschichte hat gelehrt, daß es bei solchen Kombinationen, die auf eine automatische Wirkung eingestellt sind, nur darauf ankommt, im passenden Augenblick die geeignete Auslegung zu finden und eine geschickte Regie spielen zu lassen. Im übrigen gibt man in England selber zu, daß kein aktueller Anlaß für die englische Erklärung gewesen sei, so daß gewissermaßen nur die angeblich aggressive Gesinnung Deutschlands nach allen Seiten hin abgeriegelt werden soll. In der Auswahl der Bundesgenossen ist man allerdings dabei durchaus nicht wählerisch. So hat man u. a. auch an eine Betei ligungder Türke i gedacht, obwohl diese von der französischen Presse gerade jetzt aggressiver Absichten auf Syrien beschuldigt wird. Aber in diesem Falle heiligt der Zweck die Mittel, denn es geht den britischen „Friedensstiftern" darum, die türkische Erlaubnis dafür zu erhalten, die britische Flotte durch den Bosporus ins Schwarze Meer passieren zu lassen. Daß man gar die Sowjetunion in diesem Unternehmen als einen würdigen Teilhaber betrachtet, ist ein erneuter Beweis dafür, mit welcher Skrupellosigkeit die englische Politik über Berge von Leichen und durch Meere von Blut hinwegzukommen vermag, wenn sie nur das Ziel erreicht, andere Völker für britische Interessen ins Feuer gehen zu lassen. Die neue Einkreisungspolitik Englands, die in Wirklichkeit nur die Wiederaufnahme eines sehr alten Gedankens ist, wird gegenwärtig als ein Hilfspakt von Friedensstiftern aufgemacht. Wer noch einmal die Vorgeschichte dieser diplomatischen Unternehmung überdenkt, dem wird es nicht verborgen bleiben, daß der erste Hilferuf nicht etwa von den als hilfsbedürftig betrachteten Nationen ausgegangen ist, sondern von London, also dem Orte, der als Helfer aufzutreten sich entschlossen hat. Es macht der britischen Politik geradezu Mühe, die Bitten um Hilfeleistung von den verschiedenen „umsorgten" Staaten herauszulocken. Eine umständliche Propaganda war notwendig, um in der Welt wenigstens gewisse Angstkomplexe zu erwecken und damit ein Hilssbedürsnis künstlich zu erzeugen. Jetzt begreift man noch deutlicher den Zweck des Lügenfeldzugs der britischen und französischen Propaganda. Was wurde nicht alles nacheinander frech gelogen? Man sprach von deutschen Angrifssabsichten auf die Schweiz und auf Holland, von einem deutschen Ultimatum an Rumänien, von deutschen Truppenzu» sammenziehungen an der polnischen Grenze. Aber die Krone setzte Herr Chamberlain selbst dieser Propaganda auf, indem er, als Leiter der britischen Wettreichspolitik, sich in Anlehnung an die Hetzereien Roosevelts, zu der Behauptung verstieg, Deutschland erstrebe die Herrschaft über die ganze Welt. Trotzdem sind die Früchte dieser Aktion bisher nur sehr gering gewesen, so daß noch andere Geschütze aufgefahren werden mußten, nämlich diejenigen, aus denen man mit silbernen Kugeln schießt. UeberaU dort, von wo England mit Ungeduld darauf wartet, einen Hilferuf zu hören, werden noch zur rechten Zeit größere englische Kreditangebote niedergelegt. Es gehört zu den Erfahrungen der englischen Diplomatie, daß „ideale" Gefühle sich H a m b u rg, 4. April. (DNB.) Die Nachricht von dem Eintreffen des Führers im Hamburger Hafen ganze Hansestadt in freudige Begeisterung Alle Straßen prangen im festlichen Fah- Mekkapilger als VaumwoÜpWer im Sudan Don unserem S. K.-Korrespondenten. Kairo, April 1939. Motor und Geheimnis der englischen Politik im Sudan heißen: Baumwolle. Um der Baumwolle willen setzte sich England am oberen Nil fest. Und zur Durchführung der englischen Baumwollpläne im Sudan wurde mit Unterstützung und besonderer Konzessionierung der englischen Regierung das Sudan Plantation Syndicate gegründet und später dessen Tochtergesellschaft, die Kasalla Cotton Company. Im Laus der Jahrzehnte englischer Aufbauarbeit im Sudan hat dieses Syndikat insgesamt 275 000 Hektar Land dem Baumwollanbau erschlossen. Die beiden Gesellschaften arbeiten im sogenannten Gezireh, zu deutsch Insel. Diese Insel ist das fruchtbare Flachland im Dreieck des Zusammenflusses von Weißem und Blauem Nil, südlich von Chartum. Die Stadt liegt genau an der Spitze dieser dreieckigen Insel am Zusammenstrom der beiden Quellflüsse. Der Baumwollanbau vollzieht sich hier in der Form einer eigenartigen Betriebsgemeinschast zwischen Regierung, Syndikat und Eingeborenen als Pächtern. Der Staat unterhält die umfassenden Bewässerungswerke, die Syndikate überwachen und organisieren Aussaat, Ernte und Verkauf des Ernteertrages. Und die Eingeborenen, die auf dem Land der Syndikate als Pächter sitzen, stellen die Arbeitskräfte. Das Erträgnis des Ernteoerkaufs wird zu bestimmten Anteilen an die Beteiligten der Arbeitsgemeinschaft verteilt. Die Regierung des Sudan erhält für ihre Bedürfnisse, vor allem für die Unterhaltung der Bewässerungsanlagen, deren Funktionieren Voraussetzung für die ganze Kultur ist, sünf- unddreißig Prozent des Ernteerlöses. Dem Syndikat fällt für Finanzierung und Ueberwachung des Betriebs ein Viertel der Einnahmen zu. Und dem daß Beck bereits die Verpflichtung übernommen habe, dckß Polen in den Krieg ziehen würde, falls England angegriffen werde. Allen voreiligen Behauptungen gegenüber meldet jedoch die „Times", wohl machten die Unterredungen Becks in London „zufriedenstellende Fortschritte", und es sei auch möglich, daß „die Hoffnungen auf eine gegenseitige Versicherung" bereits erörtert worden seien. Die Hauptschwierigkeit scheint darin zu liegen, daß Polen und auch gewisse andere Länder nichts von einem Bündnis mit Sowjetrußland wissen wollen. So meldet ,F)aily Herold", die britische Regierung habe bei der Konsultation Sowjetrußlands nicht richtig verhandelt. Jetzt sei Sowjetrußland mißtrauisch gegenüber den Plänen der britischen Regierung. Das wiederum habe dazu geführt, daß man englischerseits den Eindvuck habe, daß Sowjetrußland nicht mitmachen wolle. Der ,Mews Chronicle" muß ebenfalls zugeben, daß die Polen nicht im geringsten geneigt sind, sowjetrussische Truppen in Polen zu sehen. Man spreche jedoch jetzt davon, daß die Polen nichts dagegen einzuwenden hätten, wenn England ein direktes Abkommen mit den Sowjets abschließen würde. Selbstverständlich ruft das Oppositionsblatt „Daily Herald" die Regierung auf, alles daran zu fetzen, um die sowjetrussische Mitarbeit zu erreichen. Das Blatt schlägt sogar eine Zusammenkunft zwischen den Außenministern der beiden Ländern vor. In London erwartet man, daß Ministerpräsident Chamberlain noch vor Beginn der Osterferien also Mittwoch oder Donnerstag im Unterhaus eine Erklärung über die britisch-polnischen Unterredungen und darüber hinaus vielleicht auch über die Konsultationen mit den anderen Mächten ab geben werde. leichter regen, wenn man sie vorher mit Geldversprechungen gelockert hat. Richtig ist allerdings, daß England heute ein großes Spiel begonnen hat. Die „Daily Mail" hat es wohl am klarsten ausgesprochen, warum man gerade dem englischen Publikum gegenüber das W^rt „Einkreisung" vermeiden müsse. Das Blatt sagt, Einkreisung wäre nicht im Sinne des englischen Volkes, denn Einkreisung werde den Krieg bedeuten. Dr. K. Zum Tode des Königs von Irak. Der 28jährige König des Irak G h a z i I., der vor sechs Jahren seinem Vater, König Faisal, auf den Thron folgte, ist — wie wir schon gemeldet haben — in Bagdad tödlich verunglückt. Der König saß selbst am Steuer seines Kraftwagens, als er in Bagdad gegen einen Elektrizitätsmast fuhr und eine knappe Stunde nach dem Unglück starb. Der vierjährige Sohn Emir F e i s a l wurde zum König ernannt. Emir Abdull I l l a h , ein Vetter Ghazis und Sohn des Exkönigs Ali Hedschas, ist vorläufig Regent. Das aufgelöste Parlament wurde einberufen, um die Frage der Regentschaft zu regeln. Im gesamten irakischen Gebiet herrscht Landestrauer. Die Nachricht von dem tödlichen Unfall des Königs Ghazi von Irak wird i n L o n d o n mit großem Bedauern und nicht ohne Besorgnis ausgenommen. Man fürchtet, daß der Tod des Königs, der als Thronerben seinen noch nicht ganz vierjährigen Sohn Feisal hinterläßt, innerpolitische Schwierigkeiten im Irak nach sich ziehen könnte. Daß die Lage im Irak keineswegs beruhigt ist, wurde durch den kürzlich von hohen Militärs gemeinsam mit dem früheren Ministerpräsidenten Seyyid Hikmet Suleima Pascha versuchten Putsch deutlich ins Licht gestellt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Zwischenfall in Mssul. Das englische Konsulat in Brand gesteckt, der Konsul getötet. Bagdad, 4. April. (Europapreß.) Der Tod des Königs Ghazi vom Irak hat in Mo ssul Unruhen ausgelöst, in deren Verlauf das britische Konsul ar von mehreren hundert Menschen g e st ü r m t und später in Brand gesteckt wurde. Der britische Konsul Monk-Mason versuchte sich mit der Waffe zu verteidigen. Er wurde von der erregten Volksmenge erschlagen. Der Getötete stand seit 1911 im englischen Konsulats- dienst und war 51 Jahre alt. Zur Wiederherstellung der Ruhe in Mossul ist der A u s n a h m e-z u st a n d erklärt worden. In einer amtlichen englischen Darstellung heißt es: „Agitatoren hatten die trauernde Volksmenge in der Nähe des britischen Konsulats in leidenschaftliche Erregung versetzt. Sie erklärten, der irakische König sei von den Engländern ermordet worden. Truppen wurden zusammengezogen und verhafteten vier Mann, die angeblich für den Mord verantwortlich sind. Die Verhafteten werden vor ein Sondergericht gestellt werden." Der irakische Ministerpräsident sprach dem englischen Geschäftsträger in Bagdad sein und seiner Regierung tiefstes Bedauern über den Zwischenfall aus. Das Beileid des Führers. Berlin, 4.April (DNB.) Der Führer hat anläßlich des tragischen Unglücksfalles, dessen Opfer der König vom Irak geworden ist, Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Abdul Jllah in Bagdad zugleich für das königliche Haus und das irakische Volk seine und des deutschen Volkes herzliche Anteilnahme zum Ableben Seiner Majestät des Königs Ghazi I. telegraphisch übermittelt. Im Auftrage des Führers hat der Staatsminrster und Chef der Präsidialkanzlei des Führers Dr. Meißner dem Königlich Irakischen Geschäftsträger in der Gesandtschaft vom Irak aufgesucht und ihm das Beileid des Führers ausgesprochen. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hat dem Königlich Irakischen Minister des Aeußern die Anteilnahme der deutschen Reichsregierung anläßlich des Ablebens des Königs ausgesprochen. Als Zeichen der Trauer haben die Präsidialkanzlei des Führers, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag die Dienstflaggen heute auf Halbmast gesetzt. Alexandrette. Paris, 4.April (DNP.) Der offiziöse „Petit Parisien" schreibt, Außenminister Bonnet habe nach den vielen Nachrichten über angebliche türkische Absichten auf den Sandschak von Alexandretteeine Konferenz einberufen,an der Ministerpräsident Daladier, der Generalissimus General Gamelin, der Direktor am Qüai d'Orsay, Leger, sowie der Direktor für afrikanische und Levante-Fragen, Lagarde, teilgenommen hatten. Nach dieser Konferenz habe der Außenminister den türkischen Botschafter zu einer Aussprache zu sich gebeten. Das Blatt glaubt melden zu können, der türkische Botschafter habe erklärt, daß die Türkei nicht die geringste Absicht habe, die Dinge zu überstürzen oder gar Gewalt onzuwen- den. Die französische Regierung habe jedenfalls, um jeder Ueberraschung vorzubeugen, beschlossen, einen Kreuzer nach Aexandrette zu entsenden und die französische Garnison im Sandschak, die sich augenblicklich auf 1500 Mann belaufe, zu verstärken. — Durch eine Entscheidung 'der Genfer Liga vor einem Jahr hatte, wie erinnerlich, die Türkei ein gewisses Kondominium mit Frankreich für das -Gebiet des Sandschak Alexandrette erlangt, das an der Nordgrenze des syrischen Mandatsgebiets liegt. Bombenanschlag aus die deutsche Botschaft in Chile. Jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland trägt ihre Früchte. Santiago de Chile, 4. April. (DNB.) Um 2 Uhr morgens wurde ein Bombenanschlag auf die deutsche Botschaft verübt. Die starke Explosion zerstörte die Gartenpforte und sämtliche Fensterscheiben. Die Täter sind bis jetzt noch unbekannt, jedoch unzweifelhaft im Lager der in letzter Zeit stark heroortretenden Hetzer zu finden. Im Laufe des Vormittags sprachen der Distriktsbürgermeister, der Provinzintendant, der Präfekt der Geheimpolizei und der Protokollchef beim Botschafter vor, um im Namen der Regierung ihr Bedauern über den Anschlag zu übermitteln. Der verbrecherische Anschlag wird in der chilenischen Oeffentlichkeit scharf verurteilt. So schreibt die Zeitung ,^)mparcial", das Attentat habe eine einheitliche Verurteilung hervorgerufen. Keinesfalls könnten solche Racheakten gleichkommende Machenschaften gebilligt werden. Die Tat sei um so weniger verständlich, als sie gegen eine allgemein hochgeachtete Persönlich- k-eit wie den deutschen Botschafter gerichtet war. „Wenn dieser Anschlag", so sagt das Blatt weiter, „in gewissen Gehirnen als eine beschimpfende Demonstration gegen die deutsche Nation ausgebrütet ist, so muß man sagen: Dies ist einfach ein schamloser krimineller Akt! Die Elemente abwegiger Ideologien haben sich nur zu gut bei uns eingefunden, weil Chile keine Kontrolle der Einwanderung gefährlicher Ausländer ausübt und die Volksfront hierzu auch nicht gewillt ist. Die Regierung darf das Attentat aber nicht übersehen." Jegliche Duldung derartiger störender Aktionen, die Chile verurteile,-sei unmöglich. Das gesamte Volk verlange Bestrafung der Schuldigen. Mit diesem ruchlosen Anschlag hat die unverantwortliche Hetze extremistischer Elemente gegen das Großdeutsche Reich, die auch in letzter Zeit in den südamerikanischen Staaten sowohl gegen Deutschland als auch gegen Italien und das falangiftische Spanien in verstärktem Maße zu spüren war, einen Höhepunkt erreicht, der nicht mehr zu überbieten ist. Wenn auch bisher die Täter von der Polizei nicht ermittelt werden konnten, so sind die Hintermännerhinlänglich bekannt. Es sind jene jüdisch-demokratisch-freimaurerischen Kreise, die in der Front der Hetzer und Neider nichts unversucht lassen, um das Großdeutsche Reich zu bekämpfen. Daß sie hierbei in der Wahl ihrer Mittel auf das skrupelloseste vorgehen — von der schamlosen Presselüge bis zum ruchlosen Bombenanschlag — das beweist die Bombenexplosion in Santiago de Chile. Prag erwartet -en Reichsprotektor. Prag, 4. April. (Europapreß.) Aus Anlaß der Amtsübernahme des Reichsprotektors für Böhmen und Mähren haben der Primator der Stadt Prag, Dr. K l a p k a , und der erste Primator-Stellvertreter, Professor Pfitzner,,zum Empfang des Freiherrn von Neurath einen Aufruf an die Bevölkerung der Stadt erlassen.. Darin wird noch einmal auf die hohe Aufgabe des Reichsprotektors hin- gewiefen und betont, daß auch das tschechische Volk keinen innigeren Wunsch hege als den, den Völkern in Ruhe und Frieden den Weg in eine bessere Zukunft zu bereiten. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, den Hohen Protektor herzlich zu empfangen und zu zeigen, daß die alte ehrwürdige Steckt Prag eine Stätte wahrer Gastfreund schäft sei und einen Mann zu ehren wifle, der seiner Mission eine so würdige Auffassung entgegenbringe. Der Reichsprotektor wird auch von allen tschechischen Blättern begrüßt. Das Hauptblatt der Nationalen Volksgemeinschaft, die „Na- rodni Listy", schreiben: „Das geeinte tschechische Volk ist gewillt, eine Politik zu machen, die ihm die Wirklichkeit auferlegt. Die ihm dargebotenF Hand wrd ehrlich und offen ergriffen. Die Hoffnung auf ein gutes Zusammenleben und auf eine Zusammenarbeit zwischen Tschechen und Deutschen liegen in einem gemeinsamen Verstehen und einem gemeinsamen guten Willen. In diesem Zeichen kommt der Reichsprotektor Freiherr von Neurath nach Prag. In diesem Zeichen begrüßt ihn Prag" Der tschechische Frontkämpferbund zum ersten Mal am Prager Ehrenmal. Prag, 4. April (DNB.) Im Altstädter Rathaus zu Prag, vor den brennenden Pylonen unter dem Ehrenmal des Unbekannten Soldaten wurden die tschchischen Soldaten geehrt, die bis zum Schluß des Weltkrieges auf deutscher Seite kämpften. Als Vertreter des NS.-Reichskriegerbun- des legte ^-Oberführer von Jena einen Kranz nieder und gedachte hierbei der im Weltkrieg gefallenen böhmischen und mährischen Frontsoldaten mit dem Wunsch, daß das vom Führer eingeleitete Friedenswerk zum Segen der Völker in Böhmen und Mähren ausschlagen möge. Der Generalsekretär des tschechischen Frontkämpferbundes, Ce t k o v- s k y, betonte, die Angehörigen des tschechischen Frontkämpferbundes verdankten cs dem Oberbefehlshaber General der Jnfantrie B l a s k o w i tz, daß sie nach 21 Jahren zum er ft en Mal an diesem Grab erscheinen dürften und, was die tschechischen Politiker abgelehnt hätten, als Korporation anerkannt würden. Als Frontsoldaten des Weltkrieges und als brave Söhne tschechischer Mütter seien sie bereit, mit dem Führer und den deutschen Kameraden zur Verständigung beider Völker und zur Erhaltung des Friedens zusammenzuarbeiten, wie es Adolf Hitler vorgezeichnet habe. Generalleutnant Iriderici „Wehrmachtsbevollmächtigter beim Reichsprotektor'. Berlin, 4. April. (DNB.) Der Führer hat mit dem 1/April 1939 den Generalleutnant Fri- derici, bisher Kommandeur der 17. Division, zum „Wehrmachtsbevollmächtigten beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren" ernannt. Generalleutnant Friderici hat die Aufgabe, die Abwicklung aller Angelegenheiten der bisherigen tschechischen Wehrmacht zu leiten und die deutsche Wehrmacht beim Reichsprotektor einheitlich zu vertreten. z * Generalleutnant Friderici wurde 1885 in Tim- mendorf bei Lübeck geboren. Er trat 1905 in das JR. 103 in Bautzen ein. Während des Krieges wurde er in den verschiedensten Dienststellen verwandt. Nach Kriegsschluh trat er als Adjutant zum Stabe des Reichswehrministers. 1932 wurde er Oberst, 1935 Generalmajor und als solcher Militärattache in Budapest. Als Generalleutnant wurde er am 12. 10. 1937 Kommandeur der 17. Division in Nürnberg. Heute Präsidentenwahl in Versailles. Oie Wiederwahl Lebruns wird allgemein erwartet. Unser Bild zeigt Lebrun mit seiner Gattin im Elysee in Paris. — (Scherl-Bilderdienst-M.) < ■ i 'M Paris, 5. April. (Europapreß.) Versailles erlebt am Mittwoch einen historischen Tag. Die französische Nationalversammlung wird zur Wahl eines neuen Präsidenten zusammentreten. Die Stadt hat umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um die Vertreter von Kammer und Senat, die die Wahl vorzunehmen haben, insgesamt etwa 900, sowie die sonstigen offiziellen Persönlichkeiten, die aus diesem Anlaß nach Versailles gekommen sind, unterzubringen und zu bewirten. Ueber die Wiederwahl Albert Lebruns zum Präsidenten der französischen Republik besteht kaum ein Zweifel. Am Dienstagabend hat auch der sozialistische Gegenkandidat, der frühere Kammerpräsident Fernand Bouisson, formell auf seine Kandidatur verzichtet. Neben Lebrun stellt sich dem- Graf Dohna, der Blockadebrecher. Am 5. April wird Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien 60 Jahre alt. Sein Name ist in schweren Kriegsjahren oft genannt worden. Die Dohnas waren ein ursprünglich kursächsisches Geschlecht, das im Zuge der Ostkolonisation nach Preußen und Schlesien kam. Graf Nikolaus Dohna stammt aus Mallnitz (Kreis Sprot- tau), wo sein Vater Gutsbesitzer war. 1897 ging Graf Dohna als Kadett zur Kriegsmarine, lernte die Gewässer Ostasiens kennen und war beim Ausbruch des Weltkrieges Offizier auf dem Linienschiff „Posen". Es war die Zeit, als die großen Kampfschiffe selten an den Feind kommen konnten, so daß die jüngeren Offiziere sich mit Begeisterung 'zu Sonderaufträgen oder zur U-Bootwaffe meldeten. Deutschland war blockiert, es galt also, diesen Ring so oft wie möglich zu durchbrechen, den Feind draußen zu beunruhigen und darüber hinaus auch Kriegsbeute mit nach Haufe zu bringen. So rüstete Dohna im Winter 1915/16 ein Hilfskriegsschiff aus, das den Engländern im Februar und März 1916 viel zu schaffen machte. Es war der Hilfskreuzer „M ö w e", der den Atlantischen Ozean durchfurchte und ein englisches Schiff nach dem andern kaperte. Im Hafen von Teneriffa brachte eines Tages eine deutsche Prisenmannschaft ein englisches Schiff mit der Besatzung von fünf anderen englischen Dampfern ein, sämtlich durch die „Möwe" versenkt. Nun ging eine wilde Jagd auf die „Möwe" los, die aber allen Nachstellungen entrann. Sie versenkte insgesamt 15 englische Schiffe, legte Minen, denen das Schlachtschiff „King Edward VII." zum Opfer fiel, und kam eines Tages wohlbehalten mit 200 gefangenen Engländern in der Heimat an. Außerdem hatte sie eine Million in Goldbarren an Bord. Graf Dohna, der so schnell berühmt gewordene, ruhte nicht lange. Im Winter 1916/17 ging er ein zweites Mal mit seinen wackeren Matrosen auf große Fahrt. Er gelangte bis in die Breite von Kapstadt und verbreitete überall Schrecken unter der englischen Schiffahrt. Nicht weniger als 27 Schiffe Fingen diesmal auf Grund. Das stolze England, das sich rühmte, eine meerbeherrschende Macht zu sein, lernte den Wagemut und die Tüchtigkeit deutscher Seeleute kennen. Stets war das deutsche Verhalten gegenüber den Gefangenen human, niemals wurde der deutsche Name durch Brutalität oder Hinterlist belastet. Erft Ende März 1917 traf die „Möwe" wiederum glücklich im Heimathafen ein. Sie gehört zu den Vielen deutschen Schiffen, die sich im Weltkrieg mit Ruhm bedeckt haben, und der Name ihres Kommandanten, der viele und verdiente Ehrungen erfuhr, wird daher in der Geschichte den verdienten Platz behalten. nach nur noch der Senator Justin Godart von der demokratischen Linken zur Wahl, der jedoch nur eine kleine Zahl von Stimmen auf sich vereinigen dürfte. Die Haltung der sozialistischen und kommunistischen Abgeordneten und Senatoren ist trotz des Verzichtes von Bouisfon allerdings nach wie vor unklar. Dennoch rechnet man damit, daß Lebrun schon im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinigen wird. Ein großer Teil der Presse betont, daß die Wahl des Staatspräsidenten den Eindruck einer „Kundgebung der nationalen Einigkeit und Geschlossenheit" abgeben soll, während der unbefangene Leser angesichts der nach wie vor sehr heftig opponierenden Linksblätter zweifellos ein etwas anderes Bild bekommt, wenn auch die Erklärung des radikalsozialen Senators Godart daß eine Wiederwahl des gegenwärtigen Staatspräsidenten dem Geiste der Verfassung entgegenstehe, keine Aenderung in den erwarteten Ablauf der Wahl bringen wird. Der „Jour" ist mit der Haltung des radikalsozialen Senators Godart sehr unzufrieden und nimmt an, daß die Sozialdemokraten und Kommunisten eine „symbolische Kundgebung" unternehmen, indem sie ihre Stimmen auf den Namen des Senators Godart vereinen. Erste Wirkungen der Eingliederung Memels. Die Arbeitslosigkeit ist bereits restlos beseitigt. Memel, 4. April. (DNB.) Gauleiter und Oberpräsident Koch wies in einem Gespräch über die Eingliederung Memels darauf hin, daß die Arbeitslosigkeit, die unter der litauischen Herrschaft eine schwere Belastung der öffentlichen Finanzen darstellte, schon jetzt, nach wenigen Tagen, restlos beseitigt fei. Ferner sei die Not b er Bauern, die wirtschaftlich vollständig darnieder lagen, durch die Angleichung der Preise an die des Reiches Tnit einem Schlage entscheidend behoben worden. Bei dem überwiegend agrarischen Charakter des Landes werde sich dieser Umstand auch auf den gesamten Lebensstandard auswirken, zudem auch der Neuaufbau des Gewerbes und der Industrie mit dem in Ostpreußen bekannten Tempo in Angriff genommen worden fei. Eine ungesunde Konkurrenz zwischen den Häfen Königsberg und Memel sei nicht zu befürchten. Memel habe seine natürliche Aufgabe für den gesamten Dftraum. Deutschland werde feinen Willen zu großzügiger internationaler Zusammenarbeit auch hier im Nordosten unter Beweis stellen. Der Gauleiter gab besonders der Hoffnung auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Litauen Ausdruck. An dem wirtschaftlichen Aufschwung würden auch die litauischen Arbeiter teil- haben, die in den letzten 20 Jahren nach Memel gewandert seien. Deutschland brauche Arbeitskräfte und werde jedem litauischen Arbeiter eine gesicherte Existenz gewährleisten. Aufhebung der Studen Heute nacht verschied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Rodenhausen V. im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Bürokraft für Buchhaltung und Korrespondenz per 1. Mai 1939 gesucht Generalagent!» führender Bausparkasse zu vergeben. Angebote nur qualifizierter Herren unter Beifügung v. Lichtbild, Lebenslauf, Zeugnisabschriften unter 2465V an den Gießener Anzeiger erbeten. JOHANNESKIRCHE GIESSEN Karfreitag, 7. April 19 3 9, 16 Uhr JOHANN SEBASTIAN BACH MatthLU5kMon Mitwirkende: M. Nebeling, Sopran; M. Reinhold- Schaefer, Alt; W. Bobei,Tenor; E.Fleischhauer, Baß; E. Bugge, Baß; der Kirchenchor der Gesamtgemeinde ; Mitglieder des Städtischen Orchesters. Keine Zeugnisse in Urschrift Umbern nur Zeugnis- abschrifteo dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unoBewerbungsunter- \rgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf ver Rückseite Ra, men und Anschrift bei Bewerbers tränen! Suche tüchtigen Mnta Vorzustell. 244?d Modehaus GoillM Seltersweg 81 Tücht., kinderl., ev. Kindergärtnerin od. Haustochter, mit höh. Schulbild., nicht unt. 23 Jahr., zu 4 Mädels, 10 bis 14Jabre,zurBe- aufsichtigung der Schularbeit.,In» standhaltung der Garderobe und leichte Hausarb. bei Familienanschluß gesucht. Klavier- u. Näh- kenntn. sehr erwünscht. Weiter. Person.vorhand. Angeb. m. Lichtbild, Zeugnis u. Gehaltssord. an Zrau £. Mmullec Ober-Mossau im Odenw.l^siv Gesucht wird zum 1. Juli oder 1. Oktober von älterem Ehepaar Wmg in guter Lage. 5 Zimmer, Bad, Küche u. Zubeh. Zentralheizung erwünscht. Schr. Angeb.lm.Preis- angabe U.2406D an d. Gieß. Anz. JungesEhevaar sucht 2-Mto. Schrift!. Angeb. unter 01716 an den Gieß. Anz. DLansard.,Keller- raumen, Veranda, Zentralheizung, weg. Wegberufung zuml. Mai zu verm. Besichtigung mit 2626 verabreden. Friedrichstr.511 | Mietgesuche~| Solide ruhige kl. Familie sucht ruhige 4-Zimmer- Wohnung Schr. Ang. unt. 01635 a.d.G.A. KlerneAnzeigey tat Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet unb gelesen. Weg.Erkrankung baldigst, spätes!. 1. Mai solides, ehrliches, in all. Hausarbeiten u. im Kochen perf. Mädchen bei gutem Lohn und guter Behändig. gesucht. Roll 2475 D Roonstraße 2 I. Aelter. Ehepaar sucht z. Führung des Haushaltes alleinstehende Stau oder ölt Staulein Schriftl. Angeb. unt. 01735 a. den Gieß. Ang. erb. MW für Haus und Küche zum 15.4. oder 1. Mai gesucht. 2566D Heinr. Faulstich Bahnhofstr. 59. Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sehe Druckerei »Z? Dose RM -.75,'/, Dose 1.40 Behaglichkeit schenkt jedem Heim das gute Bohnerwachs &SEifiX®8 Hans- uod MoiimWm sofort gesucht Lohn 40— Mk. und freier Station. 2461D Pschorrbräu- Gaststätte, Mainz a. Rhein Morello perfekt in Lohn- buchhaltg.,Kurzschrift ».Schreib» maschin,wünscht sich z. verändern. Schr. Ang. unt. 01727 a.d.G.A. MMlein sucht in frauenlosem Haushalt BefUjUftiaung Schr. Ang. unt. 01726 a.d.G.A. Haushatts- Lehrling sucht eine Stelle. Schriftl. Angeb. unt. 01734 an d. Gieß. Anz. erbet. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl’schenDruckerei Suche für meine 18jähr. Tochter Aufnahme in gut.Hause zwecks Ableistung ihres Pflichtjahres ab sofort in Gießen oder nahe Umgebung. Kenntnisse im Kochen u. Säuglingspflege. Schriftl. Angeb. unt. 01731 a. den Gieß. Anzeiger. | Verkäufe JüngeSimmen- taler trächtige MW steht zum Verkauf bei 2467v Heinrich Avvel Grünberg(Hess) Bahnhofstraße 6 10 junge Hühner und 1 Hahn zu verkauf. 01724 Krofdorf.Str.16 Klavier Fabrikat Zim- mermann, fünf Jahre Garantie, zu verkauf. 01733 G. Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17. Zlltn Osterfest: Fifr die Dame die moderne Handtasche Für den Aterr/z die Mappe, Brieftasche, Geldbörse Zur Osterreise: Den neuefi Koffer — Reise - Necessaires Zum Schulanfang: Schulranzen, Schülermappen für Knaben und Mädchen in nur bester Sattlerarbeit Für die Kleinsten: Den modernen Kinderwagen Dies alles finden Sie in größter Auswahl im Spezialgeschäft bei (fiertfiold Äufinc gegründet 1798 _________________ 2453D Vermietungen 7-Moli i 1.Stock, Hinden- burgwall, i. gut. Hause, mit allem Zubeh. p.l.yuni oder 1. Juli an Dauermieter zu vermieten. 01732 Näheres Postfach 103. Schöne 6-3innnet- ÖOODÜÜfl mit Balkon und Zubehör, i.l.St. zum 1. 5. zu vermieten. [ 234sD Ludwigstraße59 2 Zimmer Küche, 2 Mansarden und Zubehör ab 1. Mai zu vermiet. 246«v Näheres Liebigstr. 471. Laden passend f. Büro, Möbel ausstellen usw., billig zu vermieten. 01725 Kaiserallee 20. Köhler & Jodtim Oiefien Seltersweg 2 Wir gewährleisten Ihnen g ieficn Selters weg 27 2451 A Handsdiuhe Leder-Imitat, od. schwere "ersparte Ausfuhr m0^' ne"^he f. Damen, waschbar, waschbar, grau und braun - - schönen Besätzen....... Qnarte Nachthemden, XV aschkunstse^de,^aparte Verarbeitung............. Einkauf und ürdi£fan t künstliche Seide, fein g z 95, 2.75 . «Sä T..- XJS \ tadelloser Sitz......... einen s“1 ö<<"s,lU 1 Strümpfe \ 1 U|-oü Herrenartikel ' 1 25. -.95 Herren-Netzlacken........ H«>rren-Schlüpfer 1.25 SÄ”*-- Oberhemden mit losem Kragen^ kräftig Popeline........... \ Oberhemden Kranen, Bemberg, I mit losem 1»-^- 8‘85 \ neue Farben und Muster .... Selbstbinder ., «r 2.75, 1,7s reine Seide, aparte Farben 3.S5, 8.7 . Knitterfrei, schone Neuheiten. . ilerren-Gürtel 1.95, 1-1° starkes Gummiband......... O ModemesLandhaus mit großem Obstgarten, herrl. Lage, Kreis Büdingen, sofort zu vermieten oder zu verkaufen. Ang. u. C. 357 an D. Scbürmann. Anz-Mittl., Düsseldorf. 2462V | Empfehlungen"! Dungkalk Düngemittel Torfmull Gartenkies Solnhof.Garten- wegplatten LGIalMSohn Frankfurter Straße 19 l 2172V Mühlstraße 18 Tel. 3144/3145. in schönen KONflRMATPNS GESCHENKES^ Lederwaren haben 24s iA bleibendenVVert Leder-Becker Bahnhofstr. 16. Küken a.Leistungszucht weiße amerikan. Leghorn f. März, April u. Mai 50 Pfennig das Stück. (5140 Lieferung frei Haus bzw. Hof. Geflügelhof E. Mrause Treis a. d. Lda. ÄllthWe vonrbtt 20 v. 6. erhalten EU bei wiederholten Aufnahmen einer Anzeige 1 Sbezial-Reva- raturwerkstätte O1 73 Wieseck, Gieß. Str. 73. 1954D Tel. 3975. | Verschiedenes! Wer könnte einige Kisten von Darmstadt mitbringen? Mitteilung an Tel. 3460. 0172» WM ev.. Ans. 30 I., 1,80, gesund, wünscht die Bekanntschaft eines netten, einfach.? ehrlichen Mädels vom Lande, bis 25Jahre,a.liebst. aus der Branche oder Köchin, die Lust u. Liebe an diesem Geschäft hat, zw. baldiger Ml. Etwas Vermög. erw.zurUebern. des elterlich. Geschäfts a. Mittelrhein. Bildzuschriften unt. A. 3.1234, vostlag. Bonn a.RH. 227iv Tennis-Cafe Bad-Nauheim Eröffnung Karfreitag 2468E NS.-GeoieinsGhaft „Kraft durch Freude“ (Herfahrt Am 1. Ostertage führen wir eine Osterfahrt durch. — Fahrtstrecke: Gießen, Limburg, Bad Ems, Montabaur, Koblenz u. zurück. Anmeldungen bis Donnerstagabend in unserer Kartenverkaufs- stelle Seltersweg 60.24820 Stadttheater Mittwoch 19.30 bis gegen 22.30 Uhr 26. Mittwoch-Miete! Znm letzten Male! »er fliegende Holländer Romantische Oper von Richard Wagner. Preise: RM. 1.20—4.10. 2433D Nr.81 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Mittwoch, S.Apri! (939 SPITZENLEISTUNG OPEL Dr. Buresch. ■aus den Mitgliedern der jeweiligen Lehrgemein- chaften zusammen, es können aber auch durchaus „Außenseiter", sofern sie Mitglieder der DAF. sind, ihre Anmeldung in den Gauabteilungen für Be- rufserziehung der DAF. ab geb en. Dort liegen auch die Fahrtenpläne zur Einsicht aus. Häufig schlagen Betriebsführer strebsame Gefolgschaftsmitglieder zur Teilnahme vor, für die sie dann die Kosten ganz oder teilweise übernehmen. Diese Tatsache bestätigt die arbeitsfördernde Wirkung der Studien führten. NSG. Die Gestaltung des Dienstes der Hitler-Jugend dient nicht allein dazu, die jungen deutschen Menschen zu Trägern der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen, sondern die deutsche Jugend auch wehrsportlich auszubilden. Das Mittel zur Erreichung dieses Zieles ist das Leistungsabzeichen der HI., dessen Erwerb jedem Angehörigen der nationalsozialistischen Jugendorganisation zur Aufgabe gemacht wird. Vom Führer selbst erhielt die Hitler-Jugend den Auftrag, die gesamte deutsche Jugend körperlich, geistig und sittlich zu erziehen. Sie übernahm damit den geschichtlichen Auftrag, die Heranwachsende junge Generation zum Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung werden zu lassen. Aus der Bedeutung der Wehrbereitschaft unseres Volkes für den Erfolg feines Lebenskampfes heraus mußte die Erziehung der Jugend eine Wehrerziehung werden. Wehrwilligkeit und Wehrtüchtigkeit find die Ziele dieser Wehrerziehung, die ihre Grundlage in der weltanschaulichen Ausrichtung findet. Deutschlands Jugend erstrebt weder einen überheblichen Persönlichkeitskult, noch die Erziehung zu einem imperialistischen Kriegertum. Sie ist bestrebt, in der Grundschule des Nationalsozialismus, in der HI., bereits mit der vormilitärischen Ertüchtigung im Rahmen der wehrsportlichen Ausbildung zu beginnen. Die deutsche Jugend hat sich für ihre Leistungsfähigkeit selbst wehrsportliche und weltanschauliche Wertmesser geschaffen und es versteht sich von selbst, daß gerade bas Jahr 1939 im besonderen Maße Veranlassung gibt, diese Tatsache herauszustellen. Mit der P i m p f e n p r o b e hat sich bereits der Zehnjährige das Recht zu erkämpfen, als vollwertiger Pimpf, als der „Gefreite" des Jungvolks gelten zu dürfen. Die Vorbereitung zur Ablegung dieser, nach halbjähriger Dienstzeit erforderlichen Prüfung beginnt mit der Ausbildung der Jungen in der Grundschule der Leibesübungen, im Gelände- unb Schießsport. In zunächst noch spielerischer Form wird dem Pimpf eine Leistungsgrundlage gegeben, die ihre erste Erweiterung im Dienst der freiwilligen Jungvolksportdienstgruppen findet. Wer kämpfen soll, muß auch ein Ziel sehen, dem sein Einsatz gilt. Dieses Ziel ist sowohl dem Jung- sogar Uebersee vorgesehen. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 für jede Studien- fahrt begrenzt. Liegen so viel überzählige Anmeldungen vor, daß eine Wiederholung lohnt, bann wird die betreffende Fahrt wiederholt. 1938 sind insgesamt 700 Stubienfahrten mit über 25 000 Teilnehmern zustandegekommen. Das ist — wenn man bedenkt, daß hier Werktätige ihre Ersparnisse und ihren kargen Urlaub anwenden — eine erstaunliche Zahl. In keinem Lande der Welt außer in Deutschland ist dem Arbeiter Gelegenheit zu derartiger Erweiterung des Blickfeldes geboten. Die Deutsche Arbeitsfront hat das Verdienst, die Möglichkeiten zu ländesport und in den Leibesübungen erfüllen. Eine besondere Herausstellung findet dabei der Geländesport als Krönung der gesamten körperlichen Ertüchtigung, als die praktische Auswertung der gesamten körperlichen Schulung und sportlichen Durchbildung. Gelingt es der Hitler-Jugend, diesen Weg der Grundschulung jeden deutschen Jungen durchlaufen zu lassen, so wird sie wesentlich daran mithelfen, der deutschen Wehrmacht einen Nachwuchs zur Verfügung zu stellen, der körperlich und geistig höchsten Anforderungen entspricht. Ueber dieses hohe Ziel hinaus ist der Führerschaft der HI. eine besondere Leistungsaufgabe durch den Einsatz um die Erlangung des vom Reichsjugend- führer geschaffenen Führersportabzeichens gestellt, das für hervorragende Leistungen im Führerzehnkampf verliehen wird. Der Bewerber muß ein rüch- volk- wie Hitlerjungen durch die Schaffung des DJ.- unb HJ.-Leiftungsabzeichen aufgezeigt worden. Wer diese Abzeichen erwirbt, hat eine umfassende Ausrichtung sowohl weltanschaulicher wie sportlicher Art erhalten, die die Grundlage für die erstrebte Einheit von Körper, Geist und Seele bildet. Niemals wird diese Einheit darin zum Ausdruck kommen, daß aus .Ser Vielzahl der Jugend nur Spitzenkönner auf geistigem oder sportlichem Gebiet gezüchtet werden. Vielmehr ist Grundsatz des Sport- bienftes ber HI. das Höchstmöglichste auch aus bem Letzten herauszuholen. Schon bei bem Pimpfen wollen unb müssen wir uns vergelvissern, ob er bereit ist, sich ernsthaft um die Ziele des deutschen Jungvolks zu bemühen. Dem Zwölfjährigen ist darum dje Erkämpfung des Jungvolkleistungs- a b z e i ch e n s zur Pflicht gemacht. Diese Breitenarbeit an der allgemeinen Leistungssteigerung der jungen Generation findet ihre Fortsetzung nach ber Ueberweisung bes Pimpfen mit Erreichung bes 14. Lebensjahres in bie Hitler- Jugenb. Dreimal muß ber Junge von diesem Zeitpunkt an um die Berechtigung zum Tragen des HJ.-Leiftungsabzeichens antreten, im 15., 16 und 17. Lebensjahr. Wird von ihm zum Erwerb des HJL. in Eisen verhältnismäßig nur wenig mehr an Leistungen verlangt, so steigern sich diese in den beiden folgende Jahren für das HJL. in Bronze und Silber bedeutend. Sowohl das DJ.-, wie HJ.-Leiftungsabzeichen bedeutet keinesfalls allein eine Anerkennung ber sportlichen Leistungen seines Trägers. Non den jeweils zu erfüllenden 22 Bedingungen sind bei bem HJL fünf, beim DJL. sogar sechs weltanschauliche Prüfungsfragen zu erfüllen? Dies heißt also, daß ber Träger bes Leistungsabzeichens ber HI. auch ben Nachweis erbracht haben muß, baß er mit dem nationalsozialistischen Ideengut eng verbunden ist. Während beim Jungvolk-Leiftungsabzeichen in drei weiteren Prüfungsgruppen Minbeftfähigkeiten in ben Leibesübungen, im Einsatz auf Fahrt unb .im Lager, ferner im Luftgewehrschießen gefordert werben, bauen sich die Leistungen für das HJL. auf biefem Fundament weiter auf. Seine Bewerber müssen neben ber weltanschaulichen Prüfung Anforderungen in Ziel- und Marschleistungen, im Ge- Leistungsabzeichen der HL kündet vom Wehrwillen der deutschen Lugend. tiger Sportler sein und im Geländesport eine gute Ausbildung aufweisen. Insgesamt muß er auf diesen zwei Gebieten eine Mindestzahl von 7500 Punkten erreichen. Wie erschwerend bie Bebingungen für bas HJ.-Führersportabzeichen gestaltet sind, zeigt sich u. a. in der Bestimmung, daß sämtliche zehn Hebungen innerhalb 48 Stunden erfüllt werben müssen. Die Leistungsabzeichen zeigen, baß bie HI. nicht nur vom Pimpfen unb Hitlerjungen, sonbem vor allem auch von ber Führerschaft einen vorbilblichen Einsatz und das ernsthafte Bestreben verlangt, dauernd in Hebung zu bleiben und ben Körper vorzubereiten für ben höchsten Dienst für bie Gemeinschaft bes deutschen Volkes im Sinne des Führers, ber einmal erklärte: „Der völkische Staat wirb dafür sorgen müssen, durch eine passende Erziehung der Jugend dereinst bas für die letzten unb größten Entscheibungen auf biefem Erbball reife Geschlecht zu erhalten. — Das Volk aber, das diesen Weg zuerst betritt, wird siegen!" Bürgermeister-Einführung in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 4.April. Am Dienstagnachmittag wurde in Anwesenheit von Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Staatssekretär Reiner und aller Ratsherren der durch Verfügung des Reichsinnenministers vom 24. März 1939 als E r - st er Bürgermeister der Landeshauptstadt Darmstadt berufene Regierungsrat Wilhelm Lehr feierlich in sein Amt eingeführt. Nach ber Begrüßung burch Oberbürgermeister Wam- b o lb t nahm Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger bie Einführung bes neuen Bürgermeisters in fein Aufgabengebiet vor. Er ging babei auch auf bie tte- sonberen Aufgaben ein, bie ber Stabt Darmstabt im rhein-mainischen Stäbtekranz gestellt finb. Bürgermeister Lehr bankte für bas ihm entgegengebrachte Vertrauen unb versprach, fein Amt als Nationalsozialist zum Wohle ber Stabt unb ihrer Bevölkerung zu führen. x Bürgermeister Lehr ist am 27. Januar 1904 in Güttersbach im Odenwald geboren. Er ftubierte an ber Technischen Hochschule Charlottenburg unb an ber Hniversität Frankfurt unb Gießen. Im Mai 1935 legte er in Stuttgart die große juristische Staatsprüfung ab. Nach kurzer Tätigkeit bei ber Lanbeshypothekenbank Darmstabt war er von März 1936 bis April 1937 Abteilungsleiter der Allgemeinen Verwaltung bei der Polizeidirektion Darmstadt und würbe am 1. April 1937 in das Personalamt ber Hessischen Lanbesregierung, im Mai 1937 zum persönlichen Adjutanten des Staatssekretärs Reiner unb im November 1938 zum Regierungsrat berufen. Arbeiter auf Studienreisen. Die wirtschastskundlichen Stubienfahrten der Deutschen Arbeitsfront. Was kosten sie, wohin gehen sie, wie melde ich mich an? an ft alt et. Sie haben längere Dauer und einen ausgedehnten Reiseweg, mit dem meist die Absicht verfolgt wird, einen Querschnitt durch ein ganzes Wirtschaftsgebiet zu vermitteln, wie etwa die Reichsfahrt „Auf ben Spuren ber Hanse", ober „Großbeutsche Gas- unb Wasserwirtschaft" ober auch „Die wirtschaftliche Bedeutung des Sudetenlandes". Sogar Auslandfahrten werden bei zunehmender Teilnehmerzahl veranstaltet, von denen in diesem Jahr nicht weniger als 24 geplant finb. Sie werden zum Teil als Austauschfahrten (im Jahr 1938 mit den Ländern Schweden, Holland, Ungarn, Frankreich) durchgeführt. In diesem Jahr sind Fahrten nach Nord- und Westeuropa, Südosteuropa und Die Kosten für bie Fahrten sind darauf abge= stellt, daß der Werktätige sie im allgemeinen selbst bestreiten muß und decken die reinen Selbstkosten. Sie umfassen Reise, Verpflegungund Unterkunft. Alles andere, wie Organisationen, Fahrtenleituna, Führungen, Festveranstaltungen und Kameradfchaftsabenbe, hat der Teilnehmer umsonst. So kostet beispielsweise eine Ostlandfahrt, die acht Tage dauert und von Königsberg durch ganz -------,-------------- — , . , - Ostpreußen führt, insgesamt 65 Mark. Eine fünf- derartiger Bereicherung des Wissens und der Er- tägige Fahrt „Durch Badens unb Württembergs fahrung den Werktätigen erschlossen zu haben. Tabakindustrie" kostet 45 Mark. Neben diesen söge- Dr. Buresch. nannten Gaufahrten werden auch Reichsfahrten ver-1 *------- Nirgends zeigt sich der Wandel der Anschauungen über Sinn und Wert des Einzelfchickfals innerhalb ber Gemeinschaft bei uns heute deutlicher als in unseren Beziehungen zum Arbeitsplatz, zur Arbeitsleistung und zum Gesamtschaffen aller Werktäti-, gen. Es war früher in das Belieben bes einzelnen ' gestellt, ob, wo unb wieweit er sich in ben Chor der Schaffenden einreihen wollte, so daß schließlich ein unpersönliches Nummerndasein aus bem Werktätigen eine mehr oder minder brauchbare Maschine machte, die beliebig ausgetauscht oder zum alten Eisen getan wurde. Heute, wo eine ständig auf höchsten Touren laufende großdeutsche Wirtschaft ungeahnte Höchstansprüche an die Leistungsfähigkeit und Arbeitsfreudigkeit jedes arbeitenden Menschen stellt, gleichgültig, an welcher Stelle und mit welcher Verantwortung er tätig ist, wird der Wert der einzelnen Arbeitskraft wieder abgeleitet von den persönlichen Werten der Eignung, der charakterlichen und millensmäßigen Haltung und der beruflichen Bildungsfähigkeit. Gerade dadurch, daß man jedermann frühzeitig sich selbst erkennen läßt, indem man ihm hilft, seine Lebensbahn nach den ihm mitgegebenen Eigenschaften körperlicher, geistiger und charakterlicher Art auszurichten, verleiht man ihm eine höhere Freiheit, als es die Wahllofigkeit der Wahl von früher gewesen ist. Unb hat heute ein Mensch erst gewählt, bann eröffnen sich ihm derart vielfache Möglichkeiten, seine Schaffenskraft auszubauen und sich zu einem nützlichen, ja hochwertigen Glied ber Gemeinschaft aller Schaffenden zu entwickeln, daß der persönlichste Ehrgeiz voll zu seinem Recht kommt. Die Bern fserHiehungswerke der Deut- fd>en Arbeitsfront fetzen solchem Ehrgeiz festumris- sene, planvolle Ziele. Sie haben mit Fortbildungsstätten früherer Prägung nichts gemein, denn sie wollen nicht einseitig „bilden", d. h. ein reines Zweckwissen vermitteln, sondern sie wollen Menschen formen, Männer unb Frauen, bie aus einer besseren Kenntnis vom Sinn unb Wesen der Arbeit diese nicht mehr als zwangvolles Muß, sondern als die tragende Kraft ihres Lebens erkennen. Die Krönung aller berufserzieherischen Arbeit dieser Art sind die seit dem vorigen Jahr von der DAF. durchgeführten wirt sch aftskundlichen Stubienfahrten, die die Aufgabe der Menschenformung, von ber wir eben sprachen, in idealer Weise vervollkommnen. Indem sie bem erwerbstätigen Menschen Gelegenheit geben, durch Schauen und Erleben Einblick in bie wirtschaftlichen und produktionstechnischen Zusammenhänge zu tun, wird er an seinem Platz leichter für die_Einsicht zu gewinnen fein, daß auch fein Tagewerk im Rahmen des Ganzen notwendig unb wichtig ist. Seine winzige Teilarbeit wirb ihm sinnvoller erscheinen, nachdem er mit eigenen Augen gesehen hat, daß sie die Dor- aussetzung'bilbet, für zahllose anschließende Arbeitsprozesse, die er vorher nicht einmal in der Theorie kannte. Wie mir ber Reichsfachbearbeiter der wirtschaftlichen Stubienfahrten im Zentralbüro für Berufs- erziehung unb Betriebsführung der DAF., Greulich, in einem aufschlußreichen Gespräch erklärte, finb bie wirtschaftkundlichen Stubienfahrten keine Einzelveranstaltungen etwa im Sinne ber Gesellschaftsreisen eines Reisebüros. Sie sind bewußt angelehnt an bie Lehrgemeinschaften ber Be- rufskrziehungswerke. Das kommt in ben Fahrtenplänen beutlich badurch zum Ausdruck, baß sie stets im Zusammenhang mit einer ber Fachabteilungen ber DAF. — beispielsweise „Handel", „Nahrung und Genuß" u. a. — organisiert unb betreut werden. Der Hebungsleiter ber betreffenden Lehrgemeinschaft ist gewöhnlich auch Fahrtenleiter. Die Teilnehmer setzen sich infolgedessen meistens Gießener Gtadttheater. Fritz Peter Buch: „Ein ganzer Kerl". Fritz Peter Buch, der vor Jahren als Schauspielregisseur in Frankfurt Ausgezeichnetes geleistet hat, wurde später als Autor mit bem an vielen Bühnen gegebenen Weihnachtsmärchen „Pinkepunk" und mit dem „Vertrag um Karakat" hier bei uns bekannt. Dieser „Vertrag" ist, wie man sich erinnern wird, vor einiger Zeit verfilmt worden und hatte durchaus das Zeug dazu. „Ein ganzer Kerl" hat es weniger, unb es wäre auch schade darum. Es lohnt sich zu lesen, was Buch im Programmheft über das theatralische Handwerk geschrieben hat; nicht als ob jener „Vertrag" ein schlechtes Theaterstück gewesen wäre, aber ber „Kerl" wirkt wie eine Nutzanwendung ober ein Musterbeispiel dessen, was da gesagt wirb. Hier ist ein Stück mit fünf solibe gebauten und gründlich exponierten Akten, unb es liegt nicht allein am ost- preußischen Schauvlatz, wenn man so etwas wie eine Sudermann-Atmosphäre um bie Szene wehen spürt. (Diese Anmerkung konnte vor Jahren noch wie eine Beschimpfung wirken; sie ist aber, wie man einsehen wirb, bas Gegenteil bau ort.) Mit bem Bekenntnis zum Handwerk scheint sich Buch nämlich auch aus ben exotischen unb mit aller- hanb Zünbstoff gelabenen Bezirken Dorderasiens in ■eine zwar sensationslosere, aber uns nähere unb menschlichere Welt zurückgezogen zu haben. Er entdeckte wieder einmal das alte, das biblische, bas mittelalterliche und wohl nie gapz veraltende Thema vom verlorenen Sohn und seiner Heimkehr ins Elternhaus. Das ist ein 'Gut in Ostpreußen, eine richtige kleine Klitsche, unb es steht nicht zum Besten mit diesem Hof. Daß er sich noch halten kann, ist allein Jules Verdienst. Jule ist ein Mädel von 25, mit hallen Augen unb festen Armen, mit Energie unb Arbeitswillen, enorm tüchtig, läuft in Hosen unb Stiefeln herum unb trinkt einen Korn, wenn es allzu dick kommt. Ihre Mutter, bie sich aus Trotz an einen Knecht vom Hofe gehängt hat, ist lange tot. Der alte Oberst, ber hier eigentlich ber Herr ist, nahm deshalb vorzeitig ben Abschieb und hockt verbittert herum, weil er ben Verlust bes Sohnes nicht verwinden kann, ber nun von Rtzchts an seiner Stelle stehen müßte — aber ber ist vor sieben Jahren aus purer Abenteurerlust auf unb bavon, nach Südamerika, Gott allein mag wissen, wie es mit ihm steht ... unb wenn bie Jule nicht wäre, bie mit zusammengebissenen Zähnen wirtschaftet und sich gegen ihre Gläubiger stemmt, bann ginge vollends alles drunter unb drüber. Aber siehe, eines Tages ist Stefan, ber Sohn, wieder da; der Alte, erst sprachlos, bann tief bewegt in feinem väterlichen Herzen, blüht ordentlich auf in einem späten unb unverhofften Glück, unb wenn auch fein gemästetes Kalb geschlachtet wirb, so gibt es doch ein richtiges, festliches Heimkehr-, Dersöh- mmgs- unb Freubenmahl. Alles gut unb schön, aber bös Stück hat „fünf Akte unb heißt auch nicht „Der verlorene Sohn", fonbern „Ein ganzer Kerl": Jule ist nämlich auch noch da, unb nun erst, nach Stefans Heimkehr, beginnt das zweite, das eigentliche Komödienthema zu spielen, und was nun noch kommt und geschieht, ist eine große und erbitterte, ziemlich schwierige unb langwierige Auseinandersetzung zwischen Jule unb Stefan, die sich beibe nicht miteinander zurechtfinden, sich mißverstehen unb (vermeintlich) im Wege stehen. Jule hält Stefan für einen minbtgen Abenteurer, der vor seiner Pflicht unb von dem Platz, wo er hingehörte, aus purem Leichtsinn und mangelndem Verantwortungsgefühl davongelaufen ist — während sie hier sieben Jahre lang unb aller Ehren wert an Mannes unb Sohnes statt geschuftet und das Regiment in Hänben gehalten hat. Stefan ist aber, wie sich bald erweist, gar nicht so ein Windbeutel, fonbern auch verdammt tüchtig und hat sogar einen Haufen Geld mit heimgebracht, bas dem bebrängten Hof überaus nötig tut. Was Jule betrifft, so hält er sie erst für eine Gans, bann, als er sich von ihrer Leistung überzeugt hat, für eine eklige Kratzbürste, ein Mannweib in Hosen, einen richtigen Feldwebel. ♦ Nachdem sich bie berben gründlich die Meinung gesagt haben, kommt es wahrhaftig so weit, daß jeder für sich beschließt, ben Hof zu verlassen und sich davon zu machen. Jeder von beiden hält sich für überflüssig, und keiner von beiden merkt, wie gut sie eigentlich zueinander passen, unb baß es bie allerbeste, vernünftigste unb glücklichste Losung wäre, ... aber erst ber gute alte Doktor, Freunb bes Obersten unb bes Hauses, muß den beiben auf bie Sprünge helfen. Jule ist schon babei, bie Koffer zu packen, als ihr einfällt, baß bas in Hosen und Reitstiefeln am Ende nicht das Richtige wäre, und zum Glück- findet sich noch ein altes Kleid, das ihr paßt, in bem sie wirklich hübsch unb mädchenhaft und gar nicht wie ein Felbwebel ausfieht, unb Gott sei Dank kommt ber verbiesterte Stefan gerade hinterrücks im richtigen Augenblick, als Jule, ohne ihn gewahr zu werben, ber guten treuen Luise die letzten Befehle erteilt, daß sie auf Stefan achtgeden soll, und noch allerlei, und bann bauert es nicht mehr sehr lange, bis bie beiden sich erlöst und beglückt um ben Hals fallen. — Herr Geißler hatte bie Inszenierung besorgt; I es kam eine gute, bewegte und farbige Aufführung zustande, bie sowohl bas saubere Handwerk wie die menschliche Wertbeständigkeit ber Komöbie erkennen unb empfinden ließ. Die Wirkung von ber Szene her war jebenfaUs nicht weniger unmittelbar als seinerzeit in Karakat, wo mir heftigeren, aber auch oberflächlicheren Effekten unb Spannungsreizen gearbeitet würbe. — Den burch alle fünf Akte gleich- bleibenden Schauplatz hatte Herr Löffler mit sicherem Instinkt für den landschaftlichen und stim- mungsmäßigen Hmkreis aufgebaut. * Mit ber Jule hatte Margot Eickhoff eine Rolle, in der sie einmal richtig aus sich herausgehen und sich entfalten konnte. Die Rolle sieht übrigens ungefähr zwei Akte lang so aus, als ob sie sich, wenn man einmal ben richtigen Ton hat, von selber spielte, aber bas täuscht. Frl. Eickhoff traf bieten Ton aufs Haar, so recht geradezu, grob, rücksichtslos, rauhbautzig; aber es gibt hier noch andere Töne, unb es geht nicht fünf Akte lang so weiter: hinter der Rauhbautzigkeit verbirgt sich nämlich viel Herz, ein großer Stolz, eine tiefe Enttäuschung unb eine ganz weibliche, fast mütterliche Weichheit. Unb in ber herben, ein wenig rauhen und manchmal den Tränen nahen Stimme ber Darstellerin kam bas alles nach und nach zum Vorschein, und es würbe eine klare unb gute Leistung — ein ganzer Kerl. * Stefan, ber Sohn, ist, auf den ersten Blick, ähnlich angelegt, aber auch er entwickelt sich, und Herr C o s s o v e l, der ihn spielte, hatte ben Instinkt ba- für, nicht nur mit einer körperlich, stimmlich und abenteuerhaft imponierenden Männlichkeit aufzutrumpfen, mit Brüllen unb Tellerschmeißen, sondern auch mit einer anderen, wesentlich leiseren Seite ber Männlichkeit, bie in dem heimgekehrten Weltfahrer allmählich zutage kommt. Den alten vergnitzten, bärbeißig polternben unb räfonierenben Obersten spielte Herr Bo Ick, unb nicht bie aufgepulverte, rotweinselige Bonhomie ber ßuftfpielfigur in ben letzten Akten, fonbern bie verschüttete, verbitterte unb zäh überwältigte Väterlichkeit der ersten Szenen gaben ber Darstellung Charakter und Kvmvbienformat. * Buch müßte kein alter Theaterhase sein, wenn er nicht außer der Komöbie auch ein Rollenstück geschrieben hätte. Nur bie junge Witwe Willich, um die sich Fräulein S ch l o e d e r bemühte, ist ein wenig farblos geblieben. Herr v. Gschmeidler gab bem alten Do"'or eine sympathisch beruhigende, behutsame Verläßlichkeit. Herr Haars spielte mit beklemmender Natürlichkeit den ordinär lärmenden Gastwirt Meier, Fräulein Kneip die oberflächliche unb vergnügungssüchtige Leonie, Jules Gegenpol, Frau S t i r 1 unb Herr Geiger gemüt- unb humorvoll das alte Dienerpaar — Frau Stir! sogar in einem erfrischend reinen Ostpreußisch. — * Das Haus war sehr gut besucht, nur leider stellenweise so unruhig, daß einiges verloren ging. Herzlicher Beifall bestätigte einen schönen und ehrlichen Erfolg. Hans Thyriot. Wölfe in Europa. Es kommt uns vor, als fei es unendlich lange her, daß Wölfe auch unsere deutschen Dörfer in Schrecken hielten, unb viele Menschen werben es vielleicht kaum glauben, daß noch im Jahre 1906 in Schlesien ein Wolf erlegt wurde. Unb boch finb unzweifelhaft im ganzen östlichen Europa von Skanbinavien bis zum Kaukasus seit zwanzig Jahren bie Wölfe wieber im Zunehmen begriffen. Ein Querschnitt burch bie europäischen Zeitungen ber letzten Winter bestätigt biese Tatsache. So mürbe z. B. aus Warschau berichtet: Wolfe griffen bas Personal einer einsamen Grenzstation bei Kremenetz an, töteten einen Genbarmen unb verwunbeten zwei andere ernstlich. Sie wurden endlich durch Gewehre unb Hanbgranaten vertrieben. Aus Oslo: Zum erstenmal feit fast einem Jahrhun- bert erschienen Wölfe im süblichen Norwegen. Ein Rubel von sechs, bie verschiebens Stücke Schafe unb Großvieh im Valbres-Gebiet zerrissen hatten, mürbe von Bauern eingekesselt unb erlegt. Aus Sofia: Ueber 300 Stück Vieh mürben in ber Zeit zmischen Oktober 1937 unb Februar 1938 in Bulgarien von Wölfen getötet. Aus Moskau: Am Hellen Tage mürbe ein sechsjähriger Knabe, ber in ber Nähe des Dorfes Nesterov spielte, von Wolfen meggeschleppt. Aus Paris: Wölfe nehmen in ber Auvergne zu. Ein Schäfer, ber in einer Strohhütte schlief, mürbe von zwei Wölfen angefallen unb, bevor er sie mit einer Axt vertreiben konnte, ernstlich verletzt. Die bemerkenswerte Zunahme der Wölfe stammt aus dem Weltkrieg unb ber Zeit unmittelbar danach. Währenb bie Männer im Felbe lagen, hatten bie Wölfe in ben unendlichen Wälbern bes Balkans, ber Karpathen unb des Ural Zeit sich zu verhundertfachen unb jeben Winter aus ihren Schlupfwinkeln auf bie Behausungen der Menschen herauszubrechen. In einem ber letzten Jahre töteten Wölfe im europäischen Rußland allein 40 000 Pferde und 50 000 Stück Schafe und Rindvieh. Kür -en Büchertisch. Deutsche Erzähler. — Wilhelm Schäfer: Theoderich, König des Abendlandes. 200 Seiten. In Leinen gebunden RM. 4,80. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München 1939. — (87.) — Ein Dorbericht und ein Nachbericht umschließen die hundert knappen, meist nur wenige Seiten fassenden Kapitel, in denen der Dichter Wilhelm Schäfer das Leben des Königs Theoderich des Großen (454—526) erzählt. Der Dorbericht endet mit den Worten: „... Theoderich den Großen in Ravenna ließ der römische Fluch als Ketzer in die Hölle fahren. Ihn als Dietrich von Bern in das unausrottbare Gedächtnis der Sage zu retten, konnte kein Priester die deutsche Volksseele hindern. Den Bericht aber, daß Theoderich lange vor Karl und den deutschen Kaisern das .Römische Reich Deutscher Nation* mit Stärke und Weisheit regierte, strich der römische Fluch aus dem Buch der Geschichte." Mit diesen Worten ist klar umgrenzt, was Wilhelm Schäfer sich in seinem jüngsten Buche als erzählerisches Thema vorgenom- 'men hat. Der Stil der Schilderung, die innerhalb seines gesamten Werkes wohl den „Dreizehn Büchern der deutschen Seele", auch formal, am nächsten benachbart ist, hat etwas von der schlichten Monumentalität des ein für allemal gefügten chronikalischen Berichtes: es ist ein Stil, wie ihn etwa das alte Hildebrandslied aufweist. Schäfer, in diesem Buche Geschichtsschreiber und Dichter in einer Person, gibt hier ein Musterbeispiel künstlerischer Historiographie: er schreibt sehr sachlich, ganz hingegeben an den großen Stoff, aber man braucht aus einem beliebigen Kapitel nur einen der kurzen Abschnitte herauszugreifen und nur drei oder vier Zeilen zu lesen, um zu wissen, wer hier berichtet. Schäfers Prosa ist, wie man wieder sieht, unverwechselbar und auch wohl unnachahmlich: sie paßt, wie der Leser wahrscheinlich finden wird, ausgezeichnet zu diesem ins Große gerichteten Bericht aus der Frühzeit deutscher Geschichte, vom Leben Theo- derichs, der, wie es heißt, ein Volksfürst und Heerkönig germanischer Art, ein Abgott und Vorbild seines Volkes war: wie dieses junge germanische Königtum sich erhebt im alten Weltreich, das schon in Ostrom und Westrom geschieden war, gehört zu den großen Gegenständen unserer Vergangenheit. Dies in Schäfers Erzählung nachzuerleben, wird dem Freunde deutscher Dichtung wie dem Liebhaber und Erforscher der deutschen Vergangenheit gleicherweise willkommen fein. Hans Thyriot. — Wilhelm Scharrelmann: E i n Kind schlägt feine Augen auf. Roman. Preis in Leinen gebunden RM. 5,20, broschiert RM. 4,20. Verlag Karl Schünemann, Bremen. — (16) — Unsere Leser kennen Wilhelm Scharrelmann aus vielen Erzählungen als liebevollen Schilderer der niederdeutschen Landschaft und ihrer Menschen. Sein Blick wendet sich gern der Schattenseite des Lebens zu und mit einem stillen, besinnlichen Humor und einer Lebensweisheit, die wahrer Herzensgüte entspringt, spürt er in dem grauen Alltag der Mitmenschen, die trotz heißen Bemühens immer Pech haben im Leben, was sie auch anfassen mögen, den spärlichen Sonnenstrahlen nach, die auch ihnen wieder Hoffnung machen und weiterhelfen. Das Schicksal der Familie, die der Roman schildert, führt an ein Problem, das erst heute vielleicht in seiner ganzen Bedeutung für unsere nationale Existenz erkannt worden ist, die Landflucht. Der Zug von der heimatlichen Scholle in ein scheinbar reicheres und glücklicheres Dasein in der Stadt ist dem Vater des kleinen Uwe zum Verhängnis geworden. Er bleibt ein Fremder in der neuen Umgebung. Die wirtschaftlichen Rückschläge der „Gründerjahre" stellen ihn in einen harten Existenzkampf, aber er ist nicht der Mann dazu, feine Ellbogen zu gebrauchen. So 'sinkt er abwärts, Stufe um Stufe. Kummer und Not stehen am Lebenspfad des kleinen Uwe. Aber die heimliche Sehnsucht des Vaters nach den alten Bäumen des heimatlichen Hofes, den er verließ, die Lebenstüchtigkeit der Mutter und das zarte Herz des alten Großvaters lasten dem Jungen die Jahre des Werdens zum inneren Segen werden. Fr. W. Lange. — Georg von der Dring: Die kaukasische Flöte. Roman. 233 Seiten. In Seinen RM. 4,80. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (82.) — Der Dichter Georg von der Bring ist vor Jahren zuerst mit seinen Kriegsbüchern bekannt geworden, und das Erlebnis des Krieges bewegt ihn noch immer, auch heute noch, wo ihn mancher vielleicht eher als zarten Lyriker von persönlichem Klang kennt. Auch dieses jüngste Buch ist, was fein romantischer Titel auf den ersten Blick nicht vermuten läßt, ein Kriegsroman, aber was hier geschildert wird, war wohl nur 1918 noch und nur in den unermeßlichen Räumen des feiner Auflösung entgegengehenden russischen Reiches möglich. Das Buch berichtet von den wahrhaft abenteuerlichen Erlebnisse eines sehr jungen Offiziers, der während des deutschen Vormarsches in die Ukraine mit einem Sonderaufträge versehen wird und den Krieg erlebt, wie ihn wohl die wenigsten von uns erlebt haben, die auch dabei waren. Der schwermütige, verzaubernde Klang der kaukasischen Flöte ist das musikalische Leitmotiv des Romans, dessen Besonderheit auf der Verknüpfung persönlichen und allgemeinen Schicksals beruht: das Buch vermittelt dem Leser die Ahnung von einer untergehenden Welt, in welcher Traum und Abenteuer, Krieg und Liebe, Kameradschaft und zärtliche Leidenschaft merkwürdig und unheimlich nah beieinander wohnen. Hans Thyriot. — Christine Ameran: Das Haus zu den sieben Todsünden. Aufzeichnungen einer Unbekannten. 483 Seiten. Seinen RM. 1,50. 3. 8. Schräg, Verlag, Nürnberg. —(6)— Eine junge Frau erzählt in diesem Buche von ihren Eindrücken und Erlebnissen im „Magdalenenhause", einem Zufluchtsheim für gefährdete Mädchen. Daß diese Eindrücke und Erlebnisse weder besonders erheiternd noch anziehend sind, braucht kaum verschwiegen zu werden. Immerhin ist die Darstellung sachlicher, als der anreißerische Titel vermuten läßt. Die objektive, wenn auch einigermaßen trostlose Zustandsschilderung wird durch die Einbeziehung einer Liebesgeschichte und einer Mordaffäre persönlich gefärbt und romanhaft aufgelockert. Eine spürbare Anteilnahme an den geschilderten Schicksalen hebt die Darstellung aus der Sphäre des reinen Naturalismus heraus; dem Sefer öffnet sich der Einblick in eine Welt, die ihm, auch literarisch, nur selten erschlossen wird. Daß die Verfasserin in ihrer Schilderung weder etwas hinzugefügt noch etwas weggelassen habe, wie das Vorwort an den Sefer bemerkt, erscheint durchaus glaubhaft. — „Sosenka". Ein Grenzland-Roman von Erich Herrmann. (Bergstabtverlag, Breslau. Brosch. 3,20 Mark, Seinen 4,80 Mark.) — (396) — Eine außerordentlich fesselnde Erzählung. Die Handlung spielt in der Zeit vor dem Großen Kriege dicht an der deutschen Ostgrenze, am Rande des einstigen zaristischen Rußland. Der Roman gibt tiefen Einblick in die Verwurzelung und die Siebe der Grenzlanddeutschen zu ihrer angestammten Heimat, in ihre Stammesverbundenheit und ihren starken, berechtigten Bauernstolz, in ihre heimischen Sitten und Bräuche, vor allem aber auch in ihre unlösliche Verbundenheit mit allem, was deutsch ist. Trotz Einsamkeit und seelischer Not in ihrer weltabgeschiedenen Heimat halten diese wackeren Menschen tapfer und treu im Ringen des Grenzlandes aus, und sie erwerben sich damit täglich aufs neue Verdienste'fiir ihr Volk und Vaterland. Alles das läßt der Autor vor dem Sefer lebendig werden in einer packenden Handlung, in deren Mittelpunkt das Mädchen- Sosenka und ihr Vater, sowie der junge Kantor Bruck stehen, die aber auch noch andere charaktervolle Menschen vor dem geiftigen Auge des Sesers auftauchen läßt. Personen und Landschaft sind vortrefflich gezeichnet, von Anfang bis Ende ist die Erzählung von starker Spannung erfüllt. Ernst Blumschein. — Günter 8eß: Sonny. Die Geschichte einer jungen Ehe. Preis in Seinen gebunden 4,80 RM. Verlag Rütten & Soening, Potsdam. — (94.) — Dieser Roman ist die Geschichte einer jungen Ehe unserer Zeit. Bom ersten Zusammenleben zweier junger Menschen, von den Monaten der Erwartung des kommenden Kindes, dem Erlebnis der Geburt und der jungen Elternschaft, dem Heranwachsen der kleinen Tochter, bis zum Ausbruch und der Sösung eines ernsten Konflikts. Die Annehmlichkeiten und Verzichte, die die Zweisamkeit der Ehe mit sich bringt, die vielfältigen Freuden der Eltern an der Entwicklung des Kindes und die Erziehung des kleinen Urwesens zum gesitteten Glied der Menschheit, der Umschwung der Lebensbedingungen für Mann und Frau durch das Kind, das wohl in mancher Beziehung hemmen und binden mag, aber auch herrlich belebend und versöhnend wirken Fann, — das alles ersteht vor dem Leser in ernsten und heiteren, immer treffenden Bildern und Szenen. Mlerei der allen Reister. — In der Reihe der Silbernen Bücher (Verlag Woldemar Klein, Berlin) sind zwei neue Bände erschienen. Band 12: Niederländische Madonnen. Zehn farbige Tafeln und sechs Abbildungen im Text. Einleitung von Dr. Otto H. Fo er st er. Preis RM. 2,80. —(14)— Band 13: A. Altdorfer / W. Huber: Landschaften. Acht farbige Tafeln und achtzehn Abbildungen im Text. Einleitung von Dr. Hans W ü h r. Preis RM. 2,80. —(15)— Band 12 illustriert eines der zartesten und entwicklungsgeschichtlich reizvollsten Kapitel niederländischer Malerei vom 14. bis 16. Jahrhundert: das große und ewige Madonnen- Thema spiegelt sich in überwiegend ausgezeichneten Wiedergaben nach Jan van Eyck, dem Meister von Flemalle, Rogier van der Weyden, Dirk Bouts, Memling, Hugo van der Goes, Gerard David und Andreas Jsenbrant. Besonders die Madonna in der Kirche des Van Eyck (Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin), die Madonna in der Landschaft des Jsenbrant und die mit dem essenden Kinde von David — das Bild ist durch einen überaus feinen, zartfarbigen Landfchaftsausfchnitt im Durchblick durch das Fenster gekennzeichnet — sind wahre Kostbarkeiten altniederländischer Malerei, die in guten Wiedergaben zu besitzen jedem Kunstfreunde hochwillkommen fein muß. Die sehr gründliche Einleitung grenzt zunächst ähnlich wie Brinckmann in seinem „Geist der Nattonen", die spezifischen Leistungen der Italiener, der Deutschen und der Niederländer aus ihrem Welterlebnis und Kunstgefühl gegeneinander ab und gibt im Folgenden einen sehr gediegenen Kommentar zu den Werken dieses Bandes, indem er die hier behandelten Künstler in den größeren Zusammenhang der Gesamtentwicklung einordnet. — Das Interesse an Albrecht Altdorfer ist durch die vorjährige große Münchener Gedächtnis-Ausstellung zum 400. Todesjahre neu belebt, vielfach wohl überhaupt erst geweckt worden. Aus dem riesigen Oeuvre des um 1480 in Regensburg geborenen Meisters find in Band 13 der Silbernen Bücher einige besonders charakteristische Landschaften mit solchen des stilistisch und zeitlich benachbarten, in Feldkirch geborenen, in Passau als BUCHER bei HOLDERER 8320D Seltersweg 75 • Ruf 2265 Hofmaler wirkenden Wolf Huber zusammengestellt. Die hier gezeigten Aquarelle, durch eine Anzahl in den Text verstreuter Federzeichnungen ergänzt, dürfen als bedeutende Zeugnisse früher deutscher Land- schastskunft angesprochen werden. Die vortteffliche Einführung von Hans Wühr gelangt, ausgehend von einer allgemeinen Betrachtung über das Wesen der Landschaft im Spiegel der Kunst zu einer feinsinnig und verständnisvoll ausschöpfenden Einzelanalyse der reproduzierten Blätter. — Die beiden neuen Bände, die sich auch durch ihren bemerkenswert geringen Preis empfehlen, werden der Bücherei jedes Kunstfreundes zur Zierde gereichen. Hans Thyriot. Afrikanischer Frühling. — Friedrich Sieburg: Afrikanischer Frühling, eine Reise. Mit 48 Bildern und einer Karte. Preis in Ganzleinen gebunden RM. 7,50. Societäts-Verlag, Frankfurt a.M. — (4)— Sieburg, einer unserer bestunterrichteten und kenntnisreichsten Auslandsjournalisten, hat auf einer Reise von Tunis quer durch Algerien und die Sahara über das geheimnisumwobene Timbuktu an den Ufern des Niger durch den ftanzösifchen Sudan nach Dakar und schließlich durch Marokko versucht, aus dem Charakter der Landschaft und ihrer Bevölkerung die Probleme der französischen Kolonialpolitik zu verstehen. In feinen Berichten schwingt der ganze Zauber der Weite und Größe dieses Landes, der bunten Fülle ihrer Bewohner mit. Und doch find sie alles andere als romantisch im landläufigen Sinne. Er sieht sehr klar die Spannungen, die sich aus dem Eindringen der modernen europäischen Zivilisation in die mittelalterliche Welt des nordafrikanischen Islams ergeben, und die außerordentlichen Schwierigkeiten, vor die sich die Kolonialpolitik Frankreichs gestellt sieht. Um so bemerkenswerter ist die Achtung, die er den französischen Kolonialsoldaten, Verwaltungsbeamten und Siedlern zollt. Er trifft sich in seinem von keinen Wunschttäumen getrübten Urteil mit einem so erfahrenen Kolonialpolitiker wie Rohrbach, der in seinen, unseren Lesern bekannten Reiseberichten aus Französisch-Westafrika zu einer sehr ähnlichen Meinung von den kolonisatorischen Leistungen der Franzosen gekommen ist. Sieburg vereinigt in fich auf das glücklichste die nüchterne, unbestechliche Beobachtunsgabe des geschulten Politikers mit der finnenfreudigen Aufgeschlossenheit des Reisenden. Das gibt feinem Buch den eigenartigen Reiz, der fich dem Leser mitteilt in der Gewißheit, neben dem ganzen Farbenreichtum und Stimmungsgehalt der afrikanischen Welt mit ihren vielen Unbegreiflichkeiten über all das sachlich unterrichtet zu werden, was die richtige Einschätzung der französischen Kolonialpolitik in ihren Grundauffassungen, und im besonderen die richtige Beurteilung der Kräfte und Gegenkräfte im nord- afrikanischen Imperium Frankreichs voraussetzt. Wir sehen, wie aktuell alle diese Fragen, denen Sieburg sina ira et studio aus den Gründ zu gehen sucht, auch im Hinblick auf. das gegenwärtige Gespräch zwischen Paris und Rom find. Das Buch Sieburgs ist auch dafür ein aufschlußreicher Kommentar. Ein für uns Deutsche tief ergreifendes Blatt dieses Buches ist den deutschen Idealisten gewidmet, die in unstillbarem Forscherdrang unter unsagbaren Entbehrungen und Leiden so viel zur Aufhellung unserer Kenntnisse auch dieser weiten Landstriche des geheimnisvollen Erdteils getan haben. Fr. W. Lange. Geschichte des Hauses Aapoleon. — Friedrich Wencker-Wildberg: Das Haus Napoleon, Geschichte eines Geschlechts. Mit 31 Bildtafeln. Verlag Strecker & Schröder in Stuttgart. Preis in Seinen geb. 7,80 Mark. — (23) — Man hat gesagt, Napoleon sei an seiner Familie zugrunde gegangen. Das ist zwar übertrie- ben, aber soviel ist an der Behauptung doch richtig, als Napoleon bei seiner Familie mit Ausnahme der Mutter nur wenig Verständnis für feine hochfliegenden Gedanken fand und ihre Eigensucht und Eigen- miligleit dem Imperator häufig die größten Schwierigkeiten gemacht haben, obwohl fein stark ausgeprägter Familiensinn in geradezu verschwenderischer Weise darauf bedacht war, seine Brüder und Schwestern an den Erfolgen seiner erstaunlichen Saufbahn teilhaben zu lassen. Um nicht ungerecht zu sein, muß man allerdings hinzufügen, daß der Kaiser ganz nach seinem Gutdünken seine Verwandten, ohne nach ihrem Willen zu fragen, wie Schachfiguren auf feinem Brett hin- und herschob. Es blieben für ihn imiper nur willenlose Statisten, die ausschließlich dem einen Zweck zu dienen hatten, als seine Vertre- tr in fremden, zum guten Teil ebenfalls erst von ihm geschaffenen Staaten Stützpunkte feirier Macht zu sein. Sobald ihre eigenen Pläne für die Wohlfahrt der ihnen anvertrauten Sünder mit den Absichten des Kaisers nicht harmonierten, war er mit schärfsten Verweisen nicht sparsam. So hat er seinem Bruder So ui s die Königsrolle in Holland vergällt und auch Isrome hat in Westfalen oft unter dem Einspruch des Imperators zu leiden gehabt. Wenig verstand sich Napoleon auch mit feinem ältesten »ruber Joseph, der es ihm in übertriebener Auslegung des korsischen Sippengesetzes geradezu übel- nahm, daß er nicht ihm als dem Aeltesten der Familie die Kaiserkrone überlassen hatte. Konsequent in dem Widerstand gegen die keine persönlichen Rücksichten kennenden Pläne des Kaisers blieb jedoch nur Sucian, nächst Napoleon gewiß der weitaus begabteste der Brüder und auch im Charakter ihm am ähnlichsten. Um einer Frau willen verzichtete er auf jede Teilnahme an den Erfolgen des Bruders. Wenn man weiß, welche Rolle die Kämpfe in der Familie, die Eifersüchteleien tun die Nachfolge (vor Geburt des Königs von Rom), die ewige Gekränkt- heit und unstillbare Habsucht, die Heiratspläne des Kaisers und die persönlichen Wünsche der davon Betroffenen in der Politik des Imperators gespielt haben, erhält das Buch Wencker-Wildbergs feine volle Bedeutung. Es greift jedoch weiter, indem es das Schicksal der illegitimen Nachkommen des Kaisers schildert und auch den von den Brüdern Napoleons gegründeten Linien bis auf unsere Tage nachgeht. Der Verfasser hat dabei anscheinend größte Sorgfalt angewandt und wohl auch viel neues Material beigebracht, so daß heute das Geschlecht Napoleons bis in die letzten Verästelungen klar vor uns liegt. Wenn es auch nur noch einen einzigen männlichen Träger des Namens Bonaparte gibt, einen Urenkel Jeromes von Westfalen, so hat doch die Familie Bonaparte mit allen europäischen Dynastien sich verbunden, und durch die illegitimen Zweige pulst das Blut der Bonaparte heute in einer Reihe biederer Adelsgeschlechter und Bürgerhäuser in aller Welt. Der Verfasser ist dem mit Ausdauer und Sachkenntnis nachgegangen und hat dabei interessante und höchst seltsame Zusammenhänge aufgedeckt. So war ein Großneffe Napoleons Flügeladjutant des späteren Kaisers Friedrich, eine Urgroßenkelin aus dem gleichen Stamm des Königs Jerome die einst bekannte Sozialrevolutionärin Lily Braun, deren Sohn, Otto Braune als preußischer Gardeleutnant im Weltkrieg gefallen ist. Eine Enkelin Jeromes heiratete den welfischen Diplomaten Oskar Meding, der unter dem Decknamen Gregor Samarow an die hundert einst viel gelesene historische Romane ge- chrieben hat. So bietet bas Buch Wencker-Wi'ld- bergs auch für die deutsche Sippengeschichte viel Interessantes. Fr. W. Lange. politisches Schrifttum. — Marschall Fach: (Erinnerungen ü o n der Marneschlacht bis zur Ruhr, niedergeschrieben unter persönlicher Redaktion des Marschalls von Raymond Recouly. 11.—15. Tausend. Verlag Gustav Weise, Berlin. — (61) — Der Mensch Fach steht in seiner gradlinigen Einseitigkeit als geschlossenes klares Bild vor unseren- Augen. Seine Bedeutung als Feldherr wird umstritten. Aber der Erfolg hat ihn mit dem Nimbus des größten Soldaten der „anderen Seite" umgeben. Seit dem Erscheinen der ersten Auslage dieses Buches ist namentlich von französischen, englischen und amerikanischen Militärs und Politikern viel Kritisches zur Geschichte des Weltkrieges geschrieben, das auch Fachs Bild in manchen Zügen verändert. Gerade deshalb ist die Neuauflage eines Buches zu begrüßen, das den Marschall selber sprechen läßt. Es sind Unterredungen, die Foch einem ihm persönlich Vertrauten im Laufe eines Jahrzehnts regelmäßig gewährt hat und in denen er mit der ihm eigenen Offenherzigkeit seine strategischen Auffassungen über verschiedene entscheidende Phasen des Krieges, aber auch feine Meinung im Kampf mit den Politikern, deren Friedensdiktat dem Soldaten nicht hart genug schien, darlegt Und in oft höchst charakteristischen Wendungen begründet. So wird dieses Buch immer seinen Wert behalten und auch in Deutschland immer seine interessierten Leser finden, denn, wie Seeckt von dem Buch gesagt hat, es ist immer lehrreich, wenn auch nachträglich, die Ansichten der „anderen Seite" zu erfahren. Fr. \V. Lange. Ioaquln Arraräs: Franco, mit 17 Bildtafeln und zwei Karten. Preis in Ganzleinen RM. 6,—. Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg 36. — (28) — In dem Augenblick, wo die ganze Kulturwelt Anlaß hat, General Francos Sieg über den Bolschewismus zu feiern, kommt ein Buch höchst gelegen, das aus berufener Feder, nicht nur einen Lebensabriß des spanischen Staatschefs gibt, sondern uns auch einen höchst lebendigen Eindruck von dem Menschen Franco vermittelt, der heute vor der zweiten schweren Aufgabe seines Lebens steht, feinem durch den Bürgerkrieg verwüsteten und vielfach - noch innerlich zerrissenem Lande die Grundlagen einer neuen politischen und sozialen Ordnung zu geben. So ist es wertvoll, aus dem Munde eines alten Mitkämpfers des Caudillo neben einer Darstellung der militärischen Operationen zur Niederwerfung der Bolschewisten bis zum Sommer 1938 auch manch Interessantes über die politischen Gedankengänge des spanischen Staatschefs zu erfahren. Viele wenig bekannte Bilder schmücken das fesselnde Buch. Fr. W. Lange. preußische Liebesgeschichte. — Rolf ßaurfner: Preußische Liebes- g e s ch i ch t e. Aus der Jugendzeit Kaiser Wilhelms I. Mit 90 Abbildungen nach zeitgenössischen Stichen, Gemälden und Zeichnungen. Pappband 3N80 Mark. Verlag F. Bruckmann, München. — (581) — Der erfolgreiche Dramatiker Rolf Lauckner, der auch durch seine Mitarbeit am Film (u. a. „Der Alte und der Junge König") wohlbekannt ist, hat schon durch sein Filmbuch über Friedrich den Großen „Das Leben für den Staat" bewiesen, daß es auch im Film sehr wohl möglich ist, Bildkraft und Sprache zu hoher künstlerischer Wirkung zu steigern. Das neue, jetzt vorliegende Filmbuch „Preußische Liebesgeschichte" schildert in ergreifender Weise und mit historischer Treue die Liebe des Prinzen Wilhelm, des späteren Kaiser Wilhelms I., zur Prinzessin Elisa von Radziwill. Die kleidsame Tracht der frühen Biedermeierzeit, die liebenswerte Figur der Heldin, die Plastik der historischen Figuren und die packende dramatische Gestaltung der Ereignisse, der landschaftliche Zauber der Schlösser — all das gibt unser Textbuch in zahlreichen Abbildungen und Bildnissen der Zeit wieder. Es bietet anregende Vergleiche zu den Filmaufnahmen, die in eben diesen Schlössern und Kostümen unter der Mitwirkung unserer besten Darsteller gedreht wurden. Frankfurter Anekdoten. — Karl Friedrich Baberadt: Das Frankfurter Anekdoten-Büchlein. 96 Seiten. Preis RM. 1,50. Verlag Dr. Waldemar Kramer, Frankfurt a.M., 1939 — (85) — Das ist ein kostbares kleines Buch, eins, das bisher gefehlt hat, soweit wir zu sehen vermögen, und an dem jeder gute Frankfurter, seine helle Freude haben wird: nicht bloß der geborene Frankfurter übrigens, sondern auch jeher' der sich, ahne mit Main wasser getauft zu fein, dort beheimatet oder zugehörig fühlt. Hier ist die schöne und geliebte Stadt einmal ganz von chren Menschen her gesehen und in der Anekdote gespiegelt: das ist ebenso amüsant wie lehrreich. Der Herausgeber weist im Geleitwort mit Recht darauf hin, was es mit der guten Anekdote auf sich hat: daß sie echt fein muß, charakteristisch und innerlich beziehungsvoll. „Ein Körnchen Wahrheit ist schließlich immer dabei", hat her alte Riehl gesagt, und es ist für die „Richtigkeit" einer landschaftlich so eng und scharf begrenzten Sammlung wie dieser bas" beste Zeugnis, wenn man keine ober möglichst wenige Wan- der-Anekboten barin ausfindig machen kann, die ebenso gut und mit der gleichen Wahrscheinlichkeit auch anderwärts und in anderer Munbart auf» zutreiben finb. Uns ist hier nur ein einziger solcher Fall begegnet. Der Stoff ist nach Ständen qe- gliebert; Maler, Musiker, Dichter, Schauspieler, Gelehrte, Aerzte, Pfarrer und Politiker passieren Revue, unb man finbet eine Menge berühmter Namen in hem kleinen' Buch, z. B. Binbing, Bismarck, Brahms, Goethe, Grabbe, Hoffmann („Struwwelpeter"), Matkowsky, Mommsen, Mozart, Napoleon, Schopenhauer, Thoma unb Trüb- ner: unb erst recht die lange Reihe berer, die vielleicht nicht so berühmt sind, aber dafür in Frankfurt einen besonders guten Klang haben, also etwa die Adickes, Altheim, Bethmann, Boehle, Bothe, Brentano, Cornill, Dechent, Dessosf, Frobe- nius, George, Gontard, Hasselhorst, Hessemer, Luthmer, Miquel, Obemar, vom Scheibt, Senckenberg unb Sioli. — Es stehen wirklich schöne Geschichten darin, man verlebt mit der Lektüre dankbar eine Stunde stiller, ungetrübter Heiterkeit unb wünscht sich, wenn man fertig ist, die nächste Auflage mochte um etliches bereichert werben, was man nicht gefunden hat, unb was einem beim Lesen wieher eingefallen ist. Es gibt noch ein paar hübsche Sächelchen. Hans Thyriot. Mittwoch,5.APNUY3Y Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr.8l Drittes Blatt Einigen«! hcll- Die oberhessischen Tierzüchtervereinigungen er leise. (Fortsetzung folgt.) lebhaftem Beifall auf- der stellv. Ortsgruppen- mit herzlichen Worten. stand die Rassenfrage und unser Volk und Reich. Im Anschluß an den mit genommenen Vortrag dankte ten im Laufe der nächsten Woche und gegen Ende April ihre Iahres-Mitgliederversammungen in Gießen ab. Es handelt sich dabei um die Pferdezüchtervereinigung, die Züchtervereinigung für Fleckvieh, die Zuchtervereinigung für Rotvieh, die Schweinezüchtervereinigung und die Kreisfachgruppe Ziegenzüchter. Höven? Hier ist meine Telefonnummer. , ,,^a, Fräulein Hegemann." Der Lebensraum des Wildes ist der zusammenhängende Wald, in dem es vor allem mittelalte, trockene Stangenhölzer bevorzugt. Trockenheit und feste, steinige Böden sind Voraussetzung für sein Gedeihen. Innerhalb seines Wohngebietes ist es wenig standortstreu und hält den Wechsel schlecht. Anstand und Ansitz versprechen deswegen genau so wenig Erfolg wie Treiben und Drücken. Dagegen ist es ein ideales Wild für den leidenschaftlichen Pirschjäger. Seine Sinne sind sehr gut entwickelt. Hinsichtlich der Aesung ist es wenig wählerisch. Den ihm vorangehenden Ruf, im Walde keine Schälschäden zu verursachen- hat es im Laubacher Gebiet, wo es in einem mit wertvollen Holzarten bewachsenen Gewöhnungsgatter gehalten wurde, voll gerechtfertigt. Die Brunft fällt in die Monate Oktober und November und ist von lebhaften Widderkämpfen begleitet. Nach einer Tragezeit von fünf Monaten werden ein, selten zwei, Lämmer gesetzt, die sehr widerstandsfähig sind. Feinde hat das Wild kaum, auch Krankheiten spielen keine große Rolle. Am meisten schadet ihm ein ungeeigneter Standort. Die weichen Schalen (Hufe) müssen abgenutzt werden. Sonst wachsen sie aus und behindern das Tier so, daß es kümmert. Deswegen gehört das Wild nicht in die Ebene mit ihrem weichen Boden, sondern ins Gebirge. Das Urteil, ob sich seine Einbürgerung lohnt, ist überaus günstig. Es paßt in den Mittelgebirgswald, vermehrt sich dort gut und gestattet auf die Dauer eine verhältnismäßig bessere Nutzung als Rot-, Dam- und Rehwild. Die Wildschäden sind gering, Krankheitsverluste selten. Mit den bodenständigen Wildarten verträgt es sich gut. Bejagung ist nicht leicht und deswegen gerade für den leidenschaftlichen Jäger reizvoll. Starke Schnecken sowie die Wiliter- dccke stellen willkommene Beutestücke dar. Da es die Möglichkeit bietet, einen zahlenmäßig größeren Gesamtwildftand ohne Gefahr größerer Wildschäden zu halten, ist es geeignet, den Gesamtabschuß zu vergrößern und mehr wertvolles Wildbret zu liefern. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, daß Muffelwild aus den Revieren, in denen es ausgesetzt wurde, auswechselt. Der Jäger muß sich darüber klar sein, daß es Schalenwild darstellt, das er nur bann bejngen darf, wenn er im Besitze eines dafür ausgestellten Abschußplanes ist. Selbstverständlich kommt bei den geringen Beständen eine Bejagung in unserem Kreise zunächst überhaupt nicht in Frage. befreundet und möchte sehr gern seinen Aufenthalt erfahren. Er hat heute ohne Angabe eines Zieles das Krankenhaus verlassen. Da Sie mit ihm.bekannt sind und in letzter Zeit wiederholt beisammen waren, dachte ich mir..." „Ja, ich weiß, wo er ist",wurde Maxie unterbrochen. „Er war nämlich am Vormittag auf einen Sprung heroben, um seinen Koffer einzustellen. Ich sollte feine Mutter davon verständigen, daß er wieder einen Posten als Reiseleiter bei der Monachia-Gesellschaft angenommen hat. Wegen plötzlicher Erkrankung eines anderen Herrn war zufällig etwas frei. Er hat schrecklich geeilt, und sein Autobus ist um zwei Uhr abgefahren. Die Venedig- Strecke. Georg kommt erst in acht Tagen zurück. Ich war eben bei Frau Holl und.habe den Koffer hingebracht. Maxie seufzte. Heute ging ihr vieles krumm. Sie sagte ärgerlich: „Das ist mir aber schon sehr unangenehm? Das hat ja entsetzlich pressiert!" Anna Schwiebus zuckte die Schulter. „Georg muß doch etwas zum Leben haben, nachdem es mit dem Krankenhaus nichts mehr ist", erklärte sie sehr verständig und musterte Maxies elegante Tuchjacke. „Bei unsereinem ist das nicht so einfach, wie Sie glauben. Was sind achtzig Mark, wenn einer so gut ist wie Georg und immer die Hälfte herschenkt? Und anständig daherkommen muß er doch auch als Arzt. Und seine Versuche haben ihn auch Geld gekostet. Da kann man nicht viel zurücklegen." Maxie bearbeitete ihre Unterlippe und dachte: Sieh mal, die weiß ja viel mehr non ihm als ich! Das ist nicht gerade erhebend. Wie kann ich denn wissen, daß er solche Schwierigkeiten hat! Er hat nie einen Ton davon geredet. Es fielen ihr plötzlich eine Menge Kleinigkeiten ein, die Georgs Bild in diesem Sinne abrundeten und denen sie bisher keine Bedeutung beigemessen hatte. „So knapp geht es bei ihm her? Meinen Sie?" „Wo soll er es denn her haben? Seine Mutter ist Witwe und wäscht für die Leute. Keinen Mann und drei Kinder. Da heißt es, die Pfennige Zusammenhalten. Es kostet doch alles: die Kleider, die Miete, das Leben. Georg kommt doch auch von unten. Ahnen Sie, wie schwer da der Aufstieg ist? Wenn man nichts hat als ein bißchen Verstand und seinen guten Willen? Wenn man sich auf jede nächste Stufe durchkämpfen und durchhungern muß? Ohne Freunde, ohne Geld, ohne Fürsprache?" „Das habe ich alles nicht gewußt", sagte Maxie in üblicher Weise. Die Kameraden und ihre Angehörigen verweilten dann noch längere Zeit in froher Geselligkeit. Tagung der Grundstücks- und Hypothekenmakler in Gießen. Die Fachgruppe Grundstücks- und Hypothekeir- makler, Zweigstelle Bad-Nauheim und Umgegend, hielt am Samstag ihre Tagung in Gießen im „Hess. Hof" ab. Zweigstellenleiter Fritz Stroh (Bad-Nauheim) eröffnete die gut besuchte Versammlung mit einer Reihe fachlicher und geschäftlicher Mitteilungen und begrüßte besonders den Leiter der Bezirksgruppe III (Hessen), Dr. Scha ch (Frankfurt a. M.), und Notar Dr. K n ö p f e l (Bad-Nauheim). Dr. K n ö p f e l hielt sodann einen Vortrag über „Gesetzliche Beschränkungen im Grundstücksverkehr". Er erläuterte an Hand der gesetzlichen Vorschriften die verschiedenen Genehmigungen für Veräußerung und Belastung von Grundstücken und grundstücksgleichen -Rechten unt) führte die Zuhörer in einem Stadtteil Klein-Linden. Die Volks- und Schülerbücherei, die allen Kreisen der Bevölkerung zugänglich ist, zählt gegenwärtig 572 Bände gegenüber 563 im vorhergehenden Jahre. Davon sind 168 unterhaltenden und 309 belehrenden Inhalts. Die Zahl der Jugendbücher beläuft sich auf 95. Die Bücherei wurde von 133 (im Vorjahr von 108) Lesern benutzt, nämlich 58 Erwachsenen und 75 (67) Jugendlichen. Es wurden im ganzen 467 (591) Bücher an 34 (40) Ausgabetagen entliehen. Von Erwachsenen wurden 128 (170) und von Jugendlichen 339 (421) Bücher gelesen. Die höchste Ausleihung betrug 31 Bände. Im verflossenen Jahr wurden 9 Bücher neu erworben. Die Kosten wurden durch Lesegelder und freiwillige Spenden aufgebracht. Erwerbslose, Bedürftige und Kinder von Kinderreichen erhalten die Bücher ohne Entgelt. Die Bücherei wird von einem Lehrer unserer Volksschule geleitet. Ein Abend der Gießener Polizei. Die Ortsgruppe Gießen des Kameradschaftsbundes Deutscher Polizeibeamten vereinigte am Samstag im „Burghof" die dienstfreien Beamten der Gießener Polizei und der Gendarmerie zu einem Gemeinschaftsabend. Stellv. Drtsgruppenroart Pitzer hieß die Besucher willkommen, insbesondere den neuen Kommandeur der Gießener Schutzpolizei und stellv. Polizeidirektor Major Hellwege-Emden. Dann 282 Verkehrssünder im Kreis Gießen. Im Laufe des Monats März waren im Landkreis Gießen immer noch 282 Fälle von Uebertretungen der Vorschriften der Straßenverkehrsordnung festzustellen. Von diesen 282 Verkehrssündern kamen 243 noch einmal mit gebührenpflichtigen Verwarnungen davon, gegen 39 mußte jedoch Anzeige erstattet werden. Diese hohe Zahl von Verkehrsverstößen im Verlaufe eines einzigen Monats beweist eindringlich die Notwendigkeit und Wichtigkeit der weiteren Verkehrserziehung zur Sicherung des Verkehrs auf den Landstraßen und nicht zuletzt auch zur Wahrung der berechtigten Belange aller Verkehrsteilnehmer selbst. Oberhessische Tierzüchter tagen in Gießen. Von der Universität Gießen. Der planmäßige ao. Professor für Kinderheilkunde Dr. Walter Keller in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen ist zum planmäßigen ord. Professor ernannt worden. Nach mehrjähriger Assi- stententätigkeit habilitierte sich Keller 1927 in Heidelberg für Kinderheilkunde und wurde später Oberarzt der' Kinderklinik. 1934 wurde er als Chefarzt der Kinderklinik des Städtischen Krankenhauses nach Mainz berufen. Zm vorigen Jahre wurde ihm der Lehrstuhl für Kinderheilkunde in Gießen unter Ernennung zum ao. Professor übertragen. Seine Arbeiten "betreffen hauptsächlich Tuberkulose, Infektionskrankheiten, Allergie. Von der Gendarmerie. (Ernannt wurde mit Wirkung ab 1. April 1939 der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Herrmann in Gießen zum Gendarmeriemeister. Versetzt wurden mit Wirkung ab 1. April 1939 Gendarmeriemeister Braun von Laubach nach Watzenborn-Steinberg, Gendarmerie-Hauptwachtmeister B e i e r I e i n von Steinheim bei Offenbach a. M. nach Lollar, Gendarmerie-Hauptwachtmeister Philipp von Hirschhorn (Neckar) nach Hungen. mit starkem Beifall aufgenommenen Darlegungen *• deren Bedeutung für wart Pitzer dem Redner , , Er schloß hierauf den offiziellen Teil des Abends daß er zu Ihnen kommt?" „Natürlich, Fräulein Hegemann? Wo soll er denn sonst hin mit seinem Koffer? Er wird sich unterwegs auf gehalten haben. Vielleicht ißt irgendwo zn Mittag." „Nicht wahr, Sie benachrichtigen mich - sogleich, wenn er kommt oder wenn Sie etwas von ihm Aus der Stadt Gießen. Die Kleingärtner. Den langen Winter über lagen die Kleingärten am Rande der Stadt kaum anders da wie abge- crntetes, leeres Ackergelände. Die Bäumchen und Sträucher standen gleich dürren Reisern, die einge- ; frorenen Pumpen glichen dicken strohumwickelten Vogelscheuchen, und die Gartenhäuschen kamen sich i in dieser verlassenen Umgebung sehr einsam vor. Nur einige von ihnen, an die sich Stallung und Pferch für Hühner anschlossen, empfingen zweimal am Tage Besuch, den die Betreuung des Federviehs erforderte, das feit Weihnachten mit gern gehörtem Gegacker feinen Ei er fegen anzeigte. Nun haben feit einigen Tagen die Einzelgänger in der Frühe Gesellschaft bekommen. In den Häuschen herrscht rege Geschäftigkeit. Es wird gehämmert und gefügt, ausgebessert und erneuert an Zäunen und Wegeinfassung, an Dächern und Fensterverputz. Wo der Frühling schon so kraftvoll am Werk ist, will kein Kleingärtner müßig zusehen. Wie zierliche Flämmchen ist das zarte Grün an den Sträuchern der Johannes und Stachelbeeren. Die Himbeeren setzen mehr und mehr Knospen an, und auch das harte Dorngerank der Brombeeren bricht auf. Es wird nicht mehr lange dauern, und die Pfirsichbäume stehen im schönsten Rosaflor. Die zum Teil abgeernteten Feldsalat- und Spinatbeete leuchten in sattem Smaragd, die Erdbeerpflanzen haben aus verwitterten Blätterbüscheln bereits frische Herzen getrieben, auf den Zierrabatten lächeln die zarten Blumengesichter der kleinen Stiefmütterchen, die Schwertlilien und Tulpen recken ihre schilfartigen Blätter, die wie eine Leibgarde den Blütenschaft umschirmen werden, der bei den Narzissen schon den bald aufplatzenden gelben Blütenkelch tragt Primeln und Aurikeln wetteifern mit ihnen. Spaten und Rechen kommen vorerst nicht mehr zur Ruhe. Wo das Land von Unkraut gesäubert und Dung untergegraben ist, wird die Erde umgeworfen und zu ansehnlichen Beeten eben und frei von Steinen gerecht. Schmale Fußpfade, die zwischen den Beeten an gespannter Schnur entlang getreten werden, grenzen die gleichmäßig langen und breiten Rechtecke voneinander ab. Kein Kleingärtner arbeitet oberflächlich. Jeder ist mit Liebe und Hingabe dabei, alles nach seinem Geschmack so toön wie möglich zu gestalten. Bedächtig werden Karotten, Radieschen und Kresse gesät, Puffbohnen, Erbsen und Steckzwiebeln in guten Abständen und Reihen ge- !cgt. Es ist eine Lust, den Emsigen zuzuschauen, denen die Freude im Gesicht strahlt, daß endlich wieder die Tage der Kleingarten-Arbeiten angebrochen sind. P. B. Dornotizen. Tageskalender für TNillmoch. Stadttheater: 19.30 bis gegen 22.30 Uhr „Der fliegende Holländer". — Gloria-Palast (S etter s- weg): „Die Frau am Scheidewege". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Drei wunderschöne Tage". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Sladtthealer Gießen. Heute abend findet die letzte Aufführung von „Der fliegende Holländer", romantische Oper von Richard Wagner, statt. Musikalische Leitung Joachim Po- pelka. Spielleitung Gert Büchheim. Chöre: Hemz Markwardt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 26. Vorstellung der Mittwoch^Miete statt. Anfang 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr. Verleihung des Treudienst-Ehrenzeichens. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste hat der Führer dem Professor Walter Schultze in Gießen und dem Kreisvetermarrat Dr Wilhelm Ludwig Schmidt in Alsfeld das silberne Treudienft-Ehrenzeichen für 25jahnge treue Dienstleistung verliehen. Muffelwild im Kreis Gießen Von Ernst Holzel. Vornan von Walther Mepffer. VZ5 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Maxie kratzte ihren ganzen Mut zusammen und leerte ihr volles Herz aus. „Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, wie ich w Georg stehe? Wir haben uns auf der Reise tennengelernt. Erst war alles gut und schön, und wir hatten uns schrecklich gern. Und dann kam auf einmal etwas dazwischen, eine Kleinigkeit nur, und !die gegenseitigen Mißverständnisse rissen nicht mehr ab. Na und jetzt find wir eben ganz auseinander, und daran bin ich schuld, weil ich Georg so einen dummen Brief geschrieben habe. Dieser Brief beruhte aber auf einem Irrtum, wie ich vorhin erfahren habe, und ich möchte das jetzt aufklaren und gutmachen. Vielleicht kann mir Georg vergeben. Es ist sehr wichtig, daß ich ihn treffe." „Beruhigen Sie sich nur! Sie sind ja ganz auf- .geregt!" beschwichtigte Frau Holl und tätschelte ihrem Besuch die Hand. „Das zwischen mir und Georg ist richtig verliebt, kann ich Ihnen sagen. Denken Sie nur, er hat meinetwegen seine Stellung aufgegeben. „Den Werkarztposten, von dem er mir immer vorschwärmte?" „Ja, den. Er ist mit feinem Koffer fort, und nie- tmanb weiß, wohin. Ich habe so Angst. Wenn er chch nun etwas antut?" klagte Maxie. „Das schlagen Sie sich gekost aus dem Kopf, Fräulein Heqemann. Meine Puben sind so erzogen, daß sie nicht gleich den Verstand verlieren, wenn ihnen einmal etwas verquer tzeht. Aber wegen seiner Entlassung mache ich mir Sorge. Er war so froh mm diesen Unterschlupf, und nun if er wieder ohne Stellung. Was hat denn in dem Brief fo Furcht- Lares gestanden?" „Nicht viel. Aber ich habe ihm abgeschrieben." „So, so! Das ist allerdings schlimm. Georg ist nn solchen Dingen sehr feinfühlig. Das mtt dem Brief, fürchte ich, wird sich schwer ms Gleis bringen lassen", sagte Frau Holl bekümmert. Maxie ließ den Kopf hangen, und eine Träne schlich sich über die rechte Packe. „Haben Sie ihn denn so gern?, -fragte die alte grau behutsam. „Kennen Sie zufällig eine gewisse Anna Schwiebus?" „Sehr gut. Die hat bei uns mal im Haus gewohnt. Ein armes, braves Ding, die Anna. Sie hat jetzt einen Zeitungsstand und muß sich kümmerlich durchschlagen." „Könnte ich ihre Adresse haben?" fragte Maxie, die plötzlich einen neuen Einfall hatte. ;,Sic wohnt gar _nid)t weit von Ihrer Fabrik. Ich schreibe Ihnen Straße und Hausnummer auf." Maxie bedankte sich und hatte cs auf einmal furchtbar eilig, wegzukommen. Sie schützte das Mittagessen vor. Vor dem Aufbruch fingen ihre Blicke noch einmal die ganze Stube ein; es war ihr, als nähme sie ein Stück des Geliebten mit sich fort. Sie nannte dem Chauffeur, der vor dem Haufe wartete, Annas Adresse. Der Mann deutete stumm mit seinem Daumen auf den Taxameter, der eine beträchtliche Summe anzeigte. „Schon gut", sagte sie obenhin. „Fnhrsn Sie möglichst rasch, bitte." Dann stieg sie ein. Während sie in dem schäbigen, unpersönlichen Wageninnern saß, bedrängten sie viele Gedanken, die alle mit Georg zu tun hatten. Eine Aussöhnung Mit ihm erschien ihr plötzlich riesenschwer. Georg war kein Mann, der heute so und morgen so dachte. Maxie wurde immer unglücklicher, je länger die Fahrt dauerte. Um zu Anna Schwiebus zu gelangen, mußte man die halbe Stadt durchqueren. Sie wußte selbst nicht recht, was sie bei diesem jungen Mädchen wollte, das sie so lange zu Unrecht verdächtigt hatte. Es war einfach ein Drang, diese Unbekannte endlich von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen. Vielleicht würde hinterher manches klarer sein. Anna Schwiebus war nicht zu Hause. Maxie stieg „Schrecklich! Auch damals noch, als ich den Brief schrieb. Das kommt mir erst jetzt zum Bewußtsein. Ich habe nie aufgehört, ihn zu lieben. Ach!" „Na, nun lassen Sie es gut sein. Es wird schon wieder recht werden. Wollen Sie ein paar frühere Aufnahmen von Georg sehen?" Frau Holl ging an die Kommode und holte ein altmodisches Album herbei, das sich als wahre Fundgrube entpuppte. Da gab es einen ganz winzigen, rundlichen Georg Holl, der mit dem Hinterteil nach oben auf einem Eisbärfell lag; dann einen aufgeschossenen Knaben, der mit zu kurzen Aermeln an einem vergoldeten Stühlchen lehnt; weiter einen Abiturienten Holl unter einem Haufen magergesichtiger junger Leute, die feierliche Gehröcke trugen. Auch ein Bergsteiger Holl war da mit einem imposanten Seil um die Brust. Kurz, eine Menge Bilder, die ein heulbereites Mädchen von ihrem Schmerz ein wenig ablenftcn. Die in Plüsch gebundene Chronik endete mit einem außergewöhnlich gut gewachsenen Herrn in Badehose, der nach einem unsichtbaren Punchingball schlug - - - „Wollen Sie eins? Ich habe sie doppelt." „Oh!" „Welches denn?" Maxie entschied sich ohne Besinnen für das Eisbärfell. Während Frau Holl ihr das Bildchen m Seidenpapier wickelte, verriet Maxie: „Georg hat auf dem Gebiet der Blutforschung eine große Entdeckung gemacht, wie ich vorhin erfahren habe. Unser Professor meint, er habe eine glänzende Laufbahn vor sich. Sie brauchen sich also über diesen Punkt nicht länger den Kopf zu zerbrechen, Frau Holl." „Ist ihm seine Lieblingsarbeit endlich geglückt? Das freut mich aber! Ich bin eine einfache Frau und verstehe ja nichts von diesen Dingen. Aber das weiß ich: Georg ist tüchtig. Man hat sich schon als Bill) auf ihn verlaßen können", erklärte Frau Holl voll Mutterstolz. Maxie steckte bas Bild in ihr Täschchen und seufzte: „Wenn ich nur wüßte, wo er ist. Glauben Sie, Die Wiedergabe einer Mitteilung des Kreisjägermeisters des Jagdkreises Gießen anläßlich des Kreisjägerappells am 11. März, wonach im Kreise Gießen Muffelwild ausgesetzt worden sei, durch den „Gießener Anzeiger", hatte Fragen aus Jäger- und Nichtjägerkreisen über Aussehen, Lebensweise und Eigenschaften zur Folge, deren, Beantwortung deswegen auch noch gegeben erscheint, weil mit der „Laubacher Ecke" nicht nur der edle Hirsch und der „König der Nacht", der Uhu, im Kreise Gießen Standwild wurden, sondern auch das Muffelwild. Das Muffelwild (Ovis musimon L.) ist das einzige europäische Wildschaf. Seine Heimat sind die Bergwälder Korsikas und Sardiniens. Seit etwa 100 Jahren ist es auf dem festländischen Europa eingebürgert worben, und fein Bestand in Mitteleuropa übertrifft heute an Kopfzahl den in der Heimat. Es find im Laufe der Zeit alle möglichen Einbürgerungen fremder Tierarten in Deutschland erfolgt ober versucht worben, zu denen selbst das Känguruh gehörte, aber die Masse hat alle Hoffnungen enttäuscht ober ist von der Jägerwett abgelehnt worden. Anders das Muffelwild, das sogar in die Weidmannssprache Eingang fand. Dabei wurde aus dem „Moufflon" seiner Heimat das „Muffelwild", -das bei -der hastig kauenden Aesungs- aufnahme „muffelt". Wer das Muffelwild bejagen ober volkswirtschaftlich bewerten will, muß seine Biologie kennen. Das auf gedrungenen stämmigen Läufen mit weichen Schalen stehende Wild ist ein ausgesprochenes Gebirgstier. Seine Körpermaße stimmen in Länge und Stockmaß etwa mit dem Rehwild überein, dagegen beträgt das Gewicht (aufgebrochen und abgeschlagen) beim Widder 35 bis 45 kg, beim Schaf 25 bis 30 kg, also wesentlich mehr als beim Rehwild. Die Färbung und Zeichnung der Decke ändern stark ab und lassen in der Nähe das Wild geradezu bunt erscheinen, während es in der Wild bahn außerordentlich gut getarnt ist. Ein besonders auffallendes Merk- ,mal kann der blendendweiße „Sattelsleck" auf beiden Seiten des Rumpfes fein. Wie wir es auch bei Hausschafen beobachten können, sind die Hörner gedreht und werden deshalb als „Schnecken" bezeichnet. Da es sich um Hornträger und nicht um Geweihträger (Hirsch,Reh) handelt, werden die Hörner nicht abgeworfen und neu gebildet, sondern sie -wachsen immer weiter, um mit acht bis zehn Jahren den Höhepunkt der Entwicklung zu erreichen. Auch die weiblichen Tiere können bis zu zehn Zentimeter lange Stümpfe tragen. die vier entsetzlichen Treppen wieder hinunter, wartete verzagt in einem nahe Cafe, hatte einen kleinen Zusammenstoß mit einem jungen Mann, der zudringlich werden wollte, und versuchte gegen 16 Uhr ihr Glück noch einmal. Die Mietdroschke wartete unterdessen. Diesmal war die Schwiebus daheim. Sie empfing den vornehmen Besuch mit Verwunderung und leichter Verlegenheit. Maxie nannte ihren' Namen und bekam in einem Mansardenkämmerchen, eigentlich mehr einem Derschlag mit schräger Wand und Dachlucke, einen wackligen Stuhl angeboten. Das Mädchen Anna selbst nahm auf einem großen Holzkoffer Platz und verdeckte mit seinem schmalen Rücken einen halben Brotlaib und einen ungejpülten Teller. „Ich kann mir denken, daß Sie erstaunt sind, Fräulein", begann Maxie flott das Gespräch. „Die Geschichte ist die: ich bin mit Herrn Doktor Holl! wurde des vor einigen Tagen tödlich verunglückten Kameraden Gendarmeriehauptwachtmeister Haas (Nieder-Ohmen) in üblicher Weise gedacht. Der neue Kommandeur der Gießener Schutzpolizei, Major Hellwege-Emden, richtete eine kurze Ansprache an seine Kameraden von der Gießener Polizei und betonte dabei besonders den hohen Wert der Kameradschaft als ausgezeichnete Grundlage für die Erfüllung des Dienstes. Dann hielt der Landesfchulungswart im Kamerad- fchaftsbund Deutscher Polizeibeamten, ^-Untersturmführer B e u k e aus Darmstadt, einen kurzen Vortrag über „Weltanschauung und nationalsozialistisches Denken". Im Mittelpunkt der aufschlußreichen und *d^>ei mitte': übersichtlichen Rundgang durch die Vorschriften des Reichserbhofgesetzes, der Verordnung über land- und forstwirtschaftliche Grundstücke, Siedlungsgesetz- gebung, GeseAe und Verordnung über Veräußerung des jüdischen Vermögens, das Gesetz über die Regelung der landwirtschaftlichen Schuldenverhältnisse (Entschuldungsgesetz), die Devisengesetzgebung, die Vorschriften über Grundstückserwerb durch Ausländer und juristische Personen, Verkäufe von Gemeindeeigentum (Gemeindeordnung), Preisstopoer- ordnung u. a. m. Anschließend gab Dr. Schach zum gleichen Thema noch Aufklärungen aus der Praxis. Sodann gab der bisherige Zweigstellenleiter Fritz Stroh sein Amt an seinen Nachfolger Hermann Kirchner (Gießen) ab. Der Bezirksführer Dr. Schach dankte dem ausscheidenden Zweigstellen- leiter Stroh im Namen der Fachgruppe Berlin und der Bezirksgruppe Frankfurt-Nordhessen für seine vorbildliche Arbeit und führte den neuen Zweigstellenleiter Kirchner in sein Amt ein. Mit dem Wechsel in der Zweigstellenführung ist die Verlegung der Zweigstelle von Bad-Nauheim nach Gießen verbunden. ** Ernennung en bei der Polizei. Ernannt wurden der Polizeiverwaltungssekretär Ludwig Wallbott und der Polizeipraktikant Georg Lutz, beide bei der Polizeidirektion Gießen, zu Polizeiinspektoren. ** Ei n 7 5jähriger. Unser Mitbürger Gastwirt Franz' Buchberger (Wirtschaft „Zum Riegelhof") wird heute 75 Jahre alt. Seit 1905 betreibt er die Wirtschaft, außerdem war er über vier Jahrzehnte im Gießener Brauhaus tätig. Der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr gehört er bald 50 Jahre als Feuerwehrmann an. Seit 1905 ist er Leser feiner Heimatzeitung, des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar. ** Zu den „Pennalerinnerungen — vor sechzig Jahren" schreibt uns Prof. Hü - t e r : Professor Eduard O t t m a n n, mein Schulfreund und späterer Amtsgenosse, gehörte nicht zu den Abiturienten 1879. Damals war er in Unterprima. Er bestand die Reifeprüfung Ostern 1880. ** Städtische Bücherei. Im März sind 2029 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 5, Zeitschriften 37, Gedichte und Dramen 40, Erzählende Literatur 1231, Jugendschriften 298, Länder- und Völkerkunde 135, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 155, Naturwissenschaft und Technologie 66, Heer- und Seewesen 25, Haus- und Landwirtschaft 2, Philosophie und Religion 3, Staatswissenschaft 25, außerdeutsche Literatur in den Originalsprachen 4 Bände. Nach auswärts kamen 8 Bände. FWD. Das ganzeJahr Fifchfe st preise. Mit Wirkung ab 1. April sind für das ganze Jahr Festpreise für Kabliau, Seelachs und Rotbarsch festgesetzt worden. Damit werden die alten, saisonbedingten Preisstufen verschwinden. Die Fischwirtschaft erwartet dadurch eine weitere Steigerung des gerade in den Sommermonaten schwächeren Fischverzehrs. Aus den Gießener Gerichtssälen. Amtsgericht Gießen. Der H. M. in Butzbach und der K. Sch. in Wetzlar erhielten Strafbefehle über je 2 Wochen Haft. Sie hatten am 1. November 1938 auf dem Seltersweg in Gießen groben Unfug verübt, indem sie einen Passanten beschimpften, so daß ein Menschenauflauf entstand. Gegen den Strafbefehl erhoben sie Einspruch. In der gestrigen Hauptverhandlung erhob der Staatsanwalt auch Anklage gegen den Mitangeklagten Sch. wegen Beleidigung der Passantin. Sie wurden überführt und erhielten M. eine Woche Haft, Sch. wegen groben Unfugs in Tateinheit mit Beleidigung zwei Wochen Gefängnis. Der K. K. in Großen-Linden und der W. E. in Gießen erhielten Strafbefehle, und zwar K. wegen Uebertretung der Straßenverkehrsordnung über 10 RM., E. wegen fahrlässiger Körperverletzung über 40 RM. Gegen die Strafbefehle legten sie Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurden sie überführt. Es blieb bei den in den Strafbefehlen ausgesprochenen Strafen. Große Strafkammer Gießen. Der H. R. in Lauterbach war beschuldigt, am 26. August 1938 in der Bahnhofstraße in Lauterbach durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht und in Tateinheit damit durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung eines anderen verursacht zu haben. Er hat, um in die Garage zu gelangen, einen auf der linken Straßenseite stehenden Personenkraftwagen rückwärts über die Straße gesteuert und dabei einen hinter einem Personenkraftwagen herfahrenden Motorradfahrer infolge.mangelnder Aufmerksamkeit übersehen, so daß er dem Motorradler die Fahrbahn versperrte und einen Zusammenstoß veranlaßte. Der Motorradfahrer Schn, wurde dabei schwer verletzt und ist an den Folgen verstorben: seine auf dem Sozius sitzende Frau erlitt Gesichtsverletzungen und eine Gehirnerschütterung. Durch die Beweisaufnahme wurde der Angeklagte i^bersührt. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten und drei Wochen, stellte aber die Umwandlung in eine Geldstrafe in das Ermessen des Gerichts. ' Urteil: Der Angeklagte ist schuldig eines Vergehens der fahrlässigen Tötung nach §222 Abs. 1 und 2 StGB, in Tateinheit mit einem Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung nach § 230 Abs. 1 und 2 StGB, und wird an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 60 Tagen zu einer Geldstrafe von 600 Mark, ersatzweise 60 Tage Gefängnis verurteilt. Vezirksschöffengericht Gießen. G. W. in Bad-Nauheim hat am 12. Dezember 1938 in Bad-Nauheim in einer Wirtschaft den Direktor der Ortskrankenkasse O. D. aus Mainz mit einer Reihe von Schimpfworten beleidigt und weiterhin gesagt, D. Hobe im Jahre 1932 verendetes und schon vergrabenes Geflügel wieder ausgegraben und verkauft. Der Angeklagte bestritt die Beleidigung, außer der Bemerkung wegen des Geflügels. Die Schimpfworte hätten einem anderen gegolten. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde er aber überführt. Der Beleidigte wurde als Nebenkläger zugelassen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe und dem Beleidigten die Publikationsbefugnis einzuräumen. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekanntzumachen. Der H. K. in Reichelsheim war beschuldigt, im September 1938 in Reichelsheim den dortigen Bürgermeister D. bei einer Behörde einer strafbaren Handlung verdächtigt zu haben, um ein behördliches Verfahren gegen V. herbeizuführen, in Tateinheit damit über den Bürgermeister Behauptungen auf- gestellt zu haben, die nicht wahr und geeignet waren, den Bürgermeister verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. K. hatte in einer Eingabe den Bürgermeister V. verdächtigt, bei der Reichstagswahl am 10. April 1938 als Wahlvorstand seine Amtspflicht verletzt zu haben. Durch die Beweisaufnahme wurde der Angeklagte überführt. Der Vertreter der Anklage beantragte, auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten zu erkennen und dem Beleidigten die Publikationsbefugnis einzuräumen. Der Angeklagte habe nicht aus edlen Motiven, sondern aus Gehässigkeit gehandelt. Urteil: Der Angeklagte ist schuldig der falschen Anschuldigung in Tateinheit mit übler Nachrede und wird zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. Dem Beleidigten wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils durch Anschlag an der Ortstafel bekanntzumachen. Der A. N. P. in Gießen wurde beschuldigt, am 28. Oktober 1938 beim Brötchenaustragen in Gießen ein Paar neue Stiefel im Werte von 24,50 RM. aus einer Wohnung entwendet und am 30. November 1938 versucht zu haben, einen anderen durch Gewalt und Drohung zu einer Handlung zu nötigen, um sich einen Vermögensoorteil zu verschaffen: er hatte einem Manne in Gießen einen Brief geschickt, in dem er ihn aufforderte, 20 Mark in einem Umschlag auf der Lahnbrücke niederzulegen, andernfalls er einige den Mann angeblich belastende Photos der Polizei übergeben werde. Durch die Beweisaufnahme wurde P. überführt. Die Straftaten gab er erst zu, als er überführt war. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefamt- gefängnisftrafe von sieben Monaten. Er führte aus, der Angeklagte sei ein Mensch, der leicht zu strafbaren Handlungen neige. Bei der phantastischen Straftat spiele wohl das jugendliche Alter (er ist 19 Jahre alt) mit. Trotzdem müsse auf eine empfindliche Strafe erkannt werden. Urteil: Der Angeklagte ist schuldig des Diebstahls und der versuchten Erpressung und wird zu einer Gesamtgefängnis- ft r a f e von sieben Monaten verurteilt. Gegen den Angeklagten wurde sofortiger Haftbefehl erlassen, da Fluchtverdacht begründet erscheint. Ein Devisenprozeß um Millionenwerte. Mehrwöchige Verhandlung vor dem Gondergericht in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 4. April. Vor dem Sonder-1 gericht in Darmstadt begann ein quf mehrere Wochen berechneter großer Prozeß wegen Vergehens gegen die D e o i s e n g e s e tz e und das Volksverratsgesetz. Die Anklage richtet sich gegen den 58jährigen Albert v. K. aus Zöblitz (Lausitz), gegen seine 52jährige Kusine Maria E. aus Nieder-Jngelheim, gegen die wegen Verhand- lungsunfähigkeit das Verfahren abgetrennt wurde, gegen deren 31jährigen Sohn Ernst E., sowie gegen Mei Rechtsanwälte aus Mainz und Frankfurt am Main, die als Rechtsberater der Familie bei deren strafbaren Handlungen mitgewirkt haben sollen. Der Sachverhalt ist etwa folgender: Die Großmutter der beiden Hauptangeklagten starb im Jahre 1908 und hinterließ ihren beiden Töchtern, den Müttern der beiden Hauptangeklagten, ein Vermögen in Grundbesitz, Geld und sonstigen Werten von insgesamt etwa 17 Millionen Mark. Es gehörten dazu eine Zuckerfarm und eine Zuckerfabrik auf Java, Wertpapiere auf holländischen Banken, Kunst- und Schmuckgegenstände und Grundbesitz in Holland. Dieses Erbe ging auf die beiden Hauptangeklagten über. Albert v. K. war der einzige Sohn, während Maria E mit ihrem Bruder, der indessen vor einigen Jahren starb, zu teilen hatte. Die Angeklagten werden nun beschuldigt, Werte — es handelt sich nicht nur um Wertpapiere, sondern auch um Schmuck und Kunstgegenstände und um Grundbesitz —, die sich im Ausland befanden und die in die Millionen gehen, nicht angegeben zu haben. Sie sollen teils einzeln, teils gemeinsam über Werte ausländischer Währung verfügt und ausländische Werte nach Deutschland hereingebracht haben, ohne Genehmigung und Wissen der zuständigen Behör- dcn. Sie sollen über diese Werte vor den Behörden falsche Angaben gemacht haben; insbesondere Albert v. K. wird beschuldigt, vor dem für ihn zuständigen Finanzamt in Rothenburg (Lausitz) eine wissentlich falsche Erklärung an Eidesstatt abgegeben zu haben. Bei der Vernehmung des Albert v. K. gab dieser zu, auf den Rat'des Testamentsvollstreckers, eines entfernten Verwandten, der Direktor einer Bank in Enkhuizen (Holland) ist und von seiner Mutter als Testamentsvollstrecker eingesetzt war, ein Geheimdepot, das dieser ihm angelegt hatte, allmählich unter der Vorspiegelung eines Darlehens nach Deutschland hereingeholt zu haben. Im übrigen habe er ganz unter dem Einfluß des Testamentsvollstreckers gestanden. Ernst E. bekundete, er habe sich erst seit 1935 eingehender um die Vermögensangelegenheiten seiner Mutter bekümmert. Zu spät erst habe man erkannt, daß man dem Testamentsvollstrecker und Vetter in Enkhuizen in keiner Weise gewachsen gewesen sei. Der angeklagte Rechtsanwalt aus Mainz erklärte, daß er 1935 gelegentlich eines Prozesses mit der Familie E. in Berührung gekommen sei, daß er aber von den Steuer- und anderen Unehrlichkeiten bei Albert v. K. und Frau E. keinerlei Ahnung gehabt habe. Er habe, als er von den Unehrlichkeiten gehört habe, darauf gedrängt, daß diese Dinge sofort mit den zuständigen Behörden geregelt werden müßten. Der Angeklagte 211bert v. K. nimmt heute auch seine früher in dieser Richtung gemachten Bekundungen zurück. Der angeklagte Rechtsanwalt aus Frankfurt betonte bei seiner Vernehmung, daß er hauptsächlich Steuerfragen bearbeitete, aber fein Devisenspezialist sei. Der Angeklagte Albert v. K. erklärte noch, daß er seit der Uebernahme seines Erbes 1929 nie einen Pfennig von der Zuckerfabrik auf Java erhalten habe. Früher habe die Fabrik in guten Jahren über 100 000 Mark jährlich eingebracht, infolge der Weltwirtschaftskrise dann aber immer weniger. — Die Verhandlung dauert an. Aus der engeren Heimat. Wieder Echweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 5. April. Nach einer Pause von 16 Monqten, die durch die Maul- und Klauenseuche im Kreise Friedberg verursacht mar, wird nunmehr wieder Schweinemarkt in Butzbach statt- finden. Als erster Markt, dem sich hoffentlich die vorgesehenen weiteren Märkte unbehindert anschließen können, wird der Schweinemarkt am Donnerstag, 6. April, durchgeführt werden. Mit der Wiedereröffnung dieser Märkte wird einem dringenden Bedürfnis der Bauern und Landwirte in unserer Gegend Rechnung getragen. Sternwanderung nach Friedberg. LPD. Fried berg, 4. April. Der Gesamt- Vogelsberger Höhen - Club und die Mitglieder des Taunusbundes des nordöstlichen Taunus veranstalten ihre diesjährige Sternwanderung, die erste im Großdeutschen Reich, am 1 8. M a i nach der oberhessischen Kreisstadt Friedberg, um hier in einer großen Kundgebung Bekenntnis abzulegen zu den unzerstörbaren Kräften des deutschen Volks- und Wanderertums. Volksgemeinschastsabend der HL. * Staufenberg, 3. April. Am Samstag veranstalteten die H I. und der B D M. einen Volksgemeinschafts abend, der in dem dichtbesetzten Saal der hiesigen Burg volle Befriedigung hervorrief. Mit einem schneidigen Marsch der Musikkapelle, die von der HI. gebildet war, wurde der Abend eröffnet Sodann hieß der Führer der Gefolgschaft 23/116 alle Besucher herzlich willkommen. In seiner Ansprache wies er auf die Aufgaben der HI. hin und betonte, daß das gegenseitige Vertrauen zwischen den Eltern und der HI. immer mehr zum Ausdruck kommen müsse. Es folgte dann ein Theaterstück, das einen Einblick in die Arbeit des Landdienstes der HI. aab, es fand starken Beifall. In den Pausen folgte Lustiges und Gedichtsoorträge. Zum. Abschluß des Abends wurde von der HI. und dem BDM. ein Volkstanz auf geführt, der wie alle übrigen Darbietungen starken Beifall auslöste. Mit dem Gruß an den Führer wurde der Volksgemeinschaftsabend geschloffen. Verkehrsunfälle. wg. Groß en-Bus eck, 3. April. Heute gegen 13 Uhr fuhr auf der Landstraße Gießen—Reiskirchen, kurz hinter dem Bahnübergang bei der Leppermühle, ein Lastauto mit Anhänger, auf denen je 300 Zentner Zement in Papiersäcken geladen waren, in der Kurve infolge Schleuderns des Anhängers in den Straßengraben. Dabei wurde ein Obstbaum am Grabenrand umgerissen, und erst an einem zweiten Baum kamen die Wagen zum Stehen. Infolge des heftigen Anpralls stürzten beide Wagen um, fo daß die ganze Zementladung auf das angrenzende Grundstück fiel. Später konnten die Wagen mit Hilfe eines Bulldoggs wieder aus dem Graben herausgebracht und erneut beladen werden. Mit einigem Sachschaden konnten die Fahrzeuge ihre Fahrt fortsetzen. Der Fahrer und sein Beifahrer kamen zum Glück unverletzt davon. * Londorf, 3. April. Hier lief heute der zehn Jahre alte Willy Bender aus Treis an der Lda. dem mit seinem Personenauto durch die Ortsstraße fahrenden Kraftfahrer Bocher von hier unversehens vor den Wagen. Der Junge wurde dabei zu Boden geworfen und erlitt einen Beinbruch», Der Kraftfahrer brachte das bedauernswerte Kind' sofort nach Gießen in die Chirurgische Klinik. Landkreis Gießen oo Langsdorf, 4. April. Heute vollendete unser Mitbürger Peter Bück fein 8 0. Lebensjahr in voller körperlicher und geistiger Frische. Aus 1I6C Queckborn bei Grünberg gebürtig, wo der Name! seit langem besteht, kam der Jubilar in den 80etf Jahren in unsere Gemeinde als Bierbrauer ztt einer Zeit, in der noch überall auf den Dörfern bas sog. untergärige Bier hergestellt wurde. Als dieses Gewerbe aufhörte, begründete Herr Bück neben seinem Ackerbau eine Gemischtwarenhandlung, die er noch heute betreibt. Schon vor zwei Jahren konnte er mit seiner Lebensgefährtin dis Goldene Hochzeit begehen. Wir wünschen dem würdigen Greis einen friedvollen und schonen Lebensabend. < Obbornhofen, 3. April. Am gestrigen Sonntag, 2. April, konnte die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Witwe Anna Mar- garethe Tag, ihren 88. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau erfreut sich allenthalben im Dorfe großer Beliebtheit. Der Jubilarin auch unfern herzlichen Glückwunsch. — Der hiesige Obstbau- verein hat, wie in jedem Jphre, auch jetzt wieder eine umfassende Spritzung der Ob st bäume zur Schädlingsbekämpfung durchgeführt. 00 Eberftadt, 4. April. Am heutigen Dienstag konnte Frau Witwe Katharina Gorlach, Licher Straße wohnhaft, ihren 8 5. Geburtstag begehen. Die Jubilarin erfreut sich noch guter geistiger und körperlicher Rüstigkeit und hilft noch bei allen Hausarbeiten. Nachträglich unfern herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage. Kreis Alsfeld. > Deckenbach, 4. April. Am kommenden Donnerstag, 6. April, kann unser Einwohner Ludwig Reuter seinen 81. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn. Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehoersteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 11 Ochsen, 5 Bullen, 39 Kühe, 42 Färsen, 162 Kälber, 235 Schweine und 3 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Pf., Bullen 40 bis 43,5 Pf., Kühe 17 bis 43,5 Pf., Färsen 40,5 bis 44,5 Pf., Kälber 40 bis 65 Pf., Schafe 39 bis 49 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine würden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., Klasse d—f (unter 100 kg) 0,97 RM., Klasse gl und i (fette Specksauen und Altschneider) 1,13 und 1,11 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber 1,01 RM. Marktoerlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mainische Börse. AUllagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 4. April. An der Börse etzten sich mäßige Anlagekäufe der Kundschaft fort, doch war die Nachfrage gegenüber den Vortagen ruhiger, wie anderseits auf dem erhöhten Stand auch einige Gewinnmitnahmen der Berufskreise vorgenommen wurden. Die Geschäftstätigkeit hat etwas abgenommen. Am Aktienmarkt stellten sich zu den ersten, nicht sehr zahlreichen Notierungen noch überwiegend Befestigungen bis durchschnittlich 1 v. H. ein. Eine Sonderbewegung vollzog sich am Zellstoffmarkt, wo Waldhof auf 120,25 bis 122 (119) und Feldmühle auf 120 Geld (116,50) anstiegen. Fest waren ferner Conti Gummi mit 215 (213,50), später aber auf 213 rückläufig. Auch Reichsbank, die gestern abend 3 v. H. höher gesucht waren, nach 184 (183,75), bann mit 183 angeboten. Montanwerte lagen äußerst still und kaum verändert, Mannesmann 112,75 (112,50), Verein. Stahl und Hoesch unverändert 106 bzw. 109, IG. Farben setzten 0,40 v. H. höher mit 151 ein. Bauwerte zogen bis 1 v. H. an, auch Maschinenwerte lagen im gleichen Ausmaß fester, dagegen lagen Elektrizitätspapiere nahezu geschäftslos. Nach den ersten Kursen griff eine leicht nachgebende Haltung Platz, und das Geschäft schrumpfte weiter zusammen. Am Nentenmarkt waren Reichsaltbesitz weiter fest mit 131,30 (131,13), im übrigen lagen keine Erstnotierungen vor. Pfandbriefe lagen still und unverändert, Rheinische Liquid. 101,25 (101,20). Stadtanleihen wenig abweichend, etwas niedriger 4,50 v. H. Mainz mit 97 (97,25) und 4,50 v.H. Heidelberg mit 96,50 (96,75), anderseits 4,50 v. H. 1927er Pforzheim 97,50 (97,25). Industrie-Obligationen wiesen meist die gestrigen Kurse auf, 5 v. H. Gelsenbenzin 0,25 v.H. höher mit 100,50. Kommu- nal-Umschuldung lagen mit 93,65 (93,60) wesentlich stiller. Der Frei verkehr lag still, Rastatter Waggon 56 bis 57, Elsass. Bad. Wolle 97 bis 99. Tages- gejb unverändert 2,50 v. H. Abendbörfe still. Der AbenLbärse mangelte es in starkem Maße an Kundschaftsaufträgen, fo daß auf den meisten Gebieten GeschäftssUlle herrschte. Bei freundlicher Grundstimmung erfolgten die meisten Notierungen ohne Umsatz, wobei die Entwicklung — wie schon mittags — etwas uneinheitlich war. Die Veränderungen gingen im allgemeinen aber kaum über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus. Lediglich Rheinmetall ermäßigten sich auf den Berliner Kurs von 132,50 (133,75), anderseits stiegen Gesfürel um 1 v. H. auf 137. Vo» den Standardwerten blieben IG. Farben mit 150,75, Verein. Stahl mit 105,50, Mannesmann mit 112,25 (112,40), Rheinstahl mit 136,65 (136,50) gut behauptet, Reichsbank bröckelten auf 182,75 (183) und Metallgesellschaft auf 116,75 (117) ab. Daimler Motoren waren 0,40 v. H. höher gefragt mit 137,25, während Adlerwerke mit 110,50 (110,65) nur knapp gehalten lagen. Die übrigen Maschinenpapiere stellten sich unverändert, und von Einzel- werten gingen Westdeutsche Kaufhof auf 105 (105,50) Zurück. Renten waren ohne Geschäft und unverändert. 6 v.H. IG. Farben 123,50, Reichsbahn-VA. 124, im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 93,60. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr^ankfurt a. M., 5. April. Auftrieb: 1216 Kälber (gegen 946 am 28. 3.), 182 (126) Hämmel und Schafe, 5400 (4956) Schweine. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50, d) 35 bis 40 (33 bis 40); Hämmel bl) 48 bis 50 (48 bis 50), b2) 42 bis 44 (44 bis 45), c) 38 bis 40 (32 bis 38), d) — (20 bis 32), Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 20 bis 25 (20 bis 32); Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50); Sauen gl) 57,50 (57,50). Markt- verlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Nächster Viehmarkt am 5. April. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1467 Rinder (286 Ochsen, 215 Bullen, 706 Kühe, 260 Färsen), 300 Kälber, 50 Hämmel, 62 Schafe, 293 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt, Schafe mittel. Rundfunkprogramm Donnerstag, 6. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausführung: Die Tanzkapelle des Reichssenders Königsberg. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Stimmen, die uns begeistern (IV). 14.45: Für unsere Kinder: Allerlei Lustiges oom Osterhasen. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Wann liegt ein Betriebsunfall vor? 2. Lehrlinge werden geprüft. 18.30: „Nun kommen die weißen Glöckchen. .." Frühlingsftimmen aus dem hessischen Land. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jnduftrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers: 1. Von der zahnärztlichen Betreuung der Hitler-Jugend; 2. Von Fahrten und ihren Freuden. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: „Unser singendes, klingendes Frankfurt." 22-. Nachrichten. 22.15: Untere Kolonien: „Afrikanische Verkel^sverhältnisse", 22.30 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik. 9. Jl.-Sport folgt: Karfreitag. wird Großes Stofflager Effekten 2449D 184*0 >disch w rav' Ruf 2135 traße 4r» Gießen. H. W. Rinn, Baumeister 2414 A -NORDSEE Marktstraße 23 2i?sA Tel. 2417 Karfreitag auf jeden Tischi Jetzt wieder 2448 A Große Auswahl in delikaten Fischkonserven! NORDSEE angekauH, Anmeldungen an 01728 Gießen, Seltersweg 18, Ruf 2467. WL. DQPPELHER Z-Ä! FacrjdrogeriE-Bahnhofstr.1l/ M'awwnffl'Ji Seelachs, ohne Kopf Kabliau, ohne Kopf .. 500 g 32 Pf. 500 g 35 Pf. 5/4 Ltr.o.Gl. 1.00 .1 Ltr.o.Gl. 1.30 Es dürfen nur Ferkel aus seuchenfreien Gemeinden der Kreise Friedberg, Gießen und Wetzlar aufgetrieben werden. Ursprungszeugnisse sind vorzulegen.Händlerschwcine sind nicht zugelassen. vor- Zu- »ISC-HHÄÜS1 JJXtiAVE Fahrner- Schmuck das reizendeOstergeschenk ,3/4 Ltr.o.Gl. 1.10 .1 Ltr.o.Gl. 1.35 .1 Ltr.o.Gl. 1.30 .1 Ltr.o.Gl. 1.30 ,s/4 Ltr.o.Gl. 1.20 ,3/4 Ltr.o.Gl. 1.40 Kunsthandlung Airz Seltersweg 22 x>Xll « Erste Referenzen Herren-Bekleidungshaus ADOLF MÖHL KG., Gießen, Marktplatz Vertrags-Schneiderei des Standortes Gießen Baue gut •••• mit Abermann Das Universitäts-Cafe und Restaurant Dieben, Plock- strabe 5 ist per 1.10.1939 anderweitig zu vermieten. 1937er Roxheimer Birkenberg, Riesling und Sylv., Natur, Nahe 1937er Roxheimer Birkenberg, Riesling und Sylv., Natur, Nahe 1937er Winzenheimer Honigberg, Riesling und Sylv., Natur, Nahe 1937er Winzenheimer Honigberg, Riesling und Sylv., Natur, Nahe 1938er Edesheimer Gerech, Pfalz 1938er Birkweiler Kastanienbusch, Pfalz . Dolcino, feiner alter Dessertwein, Italien . Tarragona, Spanien Kommen Sie am Donnerstag in den Morgenoder MittÄgstunden. Am Abendistmeistgroßer Andrang. — Unsere frische Wäre können Sie ohne Bedenken aufheben. EISU K: BeftenÄNatiatzen Nur gute Qualität Tausende freiw Anerkennungen. Verkauf an alle. Katal.fr EisenmöbeUabrikSuhl/Th. am Ostermontag in Reit im Winkl durchgeführt. Zugesagt haben bereits Haselberger, 'Sörensen, Äschenwald. Marr, Schneidenbach, Häckel, Höll, Eis- gruber und Weltmeister Bradl. Deutsche Nachwuchs-Schiläufer, und zwar Weiler (Oberstdorf), Haslinger (Berchtesgaden) und die Ostmärker Gstrein, Kreuzer und Staffier reisen unter Führung von Artur Keser (Berlin) nach Zakopane und beteiligen sich dort während der Osterfeiertage an internationalen Wettkämpfen. Auftrieb von 7.30 bis 8.30 Uhr nur über die Korngasse und Schulstraße. Dessau: SB. 05 Dessau — BsR. Mannheim. Dresden: Dresdener SC. — Warnsdorfer FK. S.tolp: Viktoria Stolp — SpBgg. Köln-Sülz 07. Ostermontag. Aussig: Warnsdorfer FK. — 1. FC. 05 Schweinfurt. Bei den ersten Spielen am vergangenen Sonntag gab es zwar einige klare Favoritensiege, auf der anderen Seite aber auch einige Ergebnisse, die man nicht erwartete. Hindenburg Allenstein und Blauweiß Berlin kamen zu kaum erwarteten Punktgewinnen. Bei den drei Spielen des Karfreitags gibt es eigentlich nur einen klaren Favoriten, und zwar ist das der Dresdner SC., der mit dem Sudetenmeister glatt fertig werden sollte. Sehr offen ist der Kampf in Dessau und das gleiche gilt von der Begegnung in Stolp. Am Ostermontag in Nächster Markt: Donnerstag, den 6. April 1939 Schweinemärkte in Butzbach Knapp als Vertreter der Fußballabteilung und Hermann L u h-als Vertreter der Handballabteilung. Da der Verein in diesem Fahr auf sein 50jäh- viges Bestehen zurückblicken kann, soll dieses Er- eignis in Gestalt eines Turnfestes in diesem Sommer gefeiert werden. Olympisches Basketballturnier. Den nachhaltigen Bemühungen des Internationalen Basketball-Verbandes ist es gelungen, das finnische Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1940 in Helsinki zur Aufnahme eines Bas- ketball-Turniers in das Programm der Weltspiele zu bewegen. Die Vorrundenspiele werden in drei Gruppen in den baltischen Hauptstädten Riga, Reval und Kowno durchgeführt. Die beiden besten Mannschaften jeder Gruppe werden an den Schlußspielen in Helsinki teilnehmen. Der Internationale Basketball-Verband hat sich bereit erklärt, sämtliche Kosten zu übernehmen. Von Seiten des finnischen Verbandes sind bereits sechs kleine Häuser im Park Kaioopuisto als Quartier für die Ländermannschaften zur Verfügung gestellt worden. In dem im Süden der Olympia-Stadt gelegenen Park sind die erforderlichen Spielplätze banden, die Tribünen für insgesamt 10 000 schauer erhalten sollen. Immer noch Wintersport' Ein reichsoffenes Schispringen Sier Gruppenspiele um die deutsche Fußballmeifferschast. Am Karfreitag und am Ostermontag greifen nun auch jene Gaumeister in die Endkämpse um die deutsche Fußballmeisterschaft ein, die am vergangenen Sonntag aus verschiedenen Gründen spielfrei waren. Es sind dies der badische Meister VfR. Mannheim, der Mitte-Meister SV. 05 Dessau, Bayerns Meister 1. FC. 05 Schweinfurt, der Sachsen-Meister Dresdner SC., der Sudetenmeister Warnsdorfer FK. und der Pommern-Meister Viktoria Stolp. Der Mittelrhein-Meister SpDgg. Köln-Sülz 07 bestreitet bereits seinen zweiten Kampf und auch der Sudetenmeister muß nach seinem Karfreitags- Treffen gegen den DSC. am Ostermontag erneut in die Schranken treten. Der genaue Spielplan, der am Montag noch eine Aenderung erfuhr, lautet wie Flasche RM. 1.75, 3.30 u. 4.20 Auf Wunsch Probeflasche gratis 2459A V 7/04mematv)t entwegt auf Ausgleich, aber Schußpech und gute Abwehr der Gäste liehen den Erfolg nicht zu. Jahreshauptversammlung des Turnvereins Klein-Linden. Im „Turnerheim" hielt am Sonntagnachmittag der Turnverein Klein-Linden 1889 seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Karl E y r i n g hieß die Mitglieder und den Vertreter der Partei willkommen und erstattete den Jahresbericht. Den Kassenbericht verlas der Vereinsrechner Wilh. Ufer. Die Kasse schloß mit einem Ueberschuß von 71,68 Mark ab und fand nach Prüfung durch die bestellten Mitglieder die Genehmigung der Versammlung. Dem Bericht über die Fußballabteilung, von Karl Weiß erstattet, war zu entnehmen, daß sich der Verein an den Spielen in der Kreisklasse beteiligte und an zwei Blitzturnieren in Garbenteich und Wißmar mit gutem Erfolg teilgenommen hatte. Turner Willi Wagner gab den Bericht über den Turnbetrieb. Nach vorübergehender Einstellung des Turnbetriebs in den Sommermonaten wurden am 1. September die Turnstunden wieder ausgenommen . Es wurden im ganzen 51 Turnstunden mit insgesamt 561 Turnern abgehalten. Der Verein stellte sich bei einer Veranstaltung zum Besten des Winterhilfswerks mit einer Barren- und Pferdriege in den Dienst der Volksgemeinschaft. - Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Für den freiwillig zurückgetretenen derzeitigen Vereinsführer wurde Pg. Heinrich Lang zum Vereinsführer gewählt. Dieser ernannte folgende Mitglieder zu seinen Mitarbeitern: Wilhelm Germer als stellvertretenden Vereinsführer, Erwin Watz als Schriftwart, Wilhelm Ufer als Kassenwart, Rud. Jung I. als Oberturnwart, Rud. I u n g II. als 1. Turnwart, Ernst Jung als dessen Mitarbeiter, Willi Wagner als Iugendturnwart, Marta Rinn als Jugendturnwartin, Karl Weiß als Spielwart, Paul Stein als Zeugwart, Willi Fischhalle Marktlaube Morgen findet der Verkauf den ganzen Tag statt. 01730 Job. VerheyLTeL 2295 Dr. Franz Geyer Arzt ist bis 12. d. M, verreist Vertreter die Herren: Dr. Wilhelm Klein Dr. Hans Mehl MMölfonng Den verehrlichen Einwohnern von Gießen u. Umgegend zur gefälligen Kenntnis, daß ich in Gieben, Wetzsteingasse Nr. 8 eine Filiale zum Verkauf von Pferdefleisch und Wurstwaren eröffnet habe. Verkauf ab Samstag, den 8. April (vor Ostern). Schlachtpferde werden laufend Warnsdorf wird sich, so hoffen wir, Bayerns Meister erfolgreich durchsetzen. Iußball um die Bann-Meisterschast. SV. 190l) 1. 3gb. — SV. Lollar 1. Jgd. 6:0 (2:0). Diese hohe Niederlage hat die Lollarer stark beeindruckt, denn die Mannschaft hat in der letzten Zeit 15 Spiele hintereinander gewonnen. 1900 hat durch diesen eindeutigen Sieg über die gute Lollarer Mannschaft seine derzeitige Form bewiesen und die Mannschaft gibt in der neuen Aufstellung zu Hoffnungen Anlaß. Die Lollarer hatten einen sehr schwarzen Tag. Mit diesem Sieg kann man den Blauweihen die größten Aussichten auf die Bannmeisterschaft einräumen. Die 3. Jugend bewies ihre stetige Formverbesserung durch ein 6:6 gegen die HJ.-Kampfgemeinschaft Vetzberg. Gegen den starken Gegner ist dieses Ergebnis ein voller Erfolg. Fußball im Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden I — Gießen 1900 II 3:5. Klein-Linden hatte einige Jugendliche in die Mannschaft stellen müssen. Beide Mannschaften lieferten sich ein schönes Spiel. In der 10. Minute fiel für Klein-Linden der Führungstreffer, den aber schon eine Minute später Gießen nach wunderbarem Zusammenspiel ausgleichen konnte. Noch zweimal war es dem Gastgeber möglich, Tore zu erzielen, so daß man glauben konnte, Klein-Linden ginge mit 3:1 in die Halbzeit. Da fiel eine Minute vor Halbzeit durch einen schnellen Durchbruch der Gäste für diese der zweite Treffer. Nach der Pause wurde die Situation anders. Gießen wurde überlegen und konnte drei Tore erzielen. Klein-Linden drängte unMaß-Kleidung Ansprüche Zivil und Uniformen Roßschlachterei Schilling, Unna i.W. Telefon 3547 Gießen. Donnerstag, den 6. 2lvril 1939, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Verstcigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise geg.Barzahlung ^Personenwagen, lChaiselongue,lDiplomnt- sckreibtisch, Diwans, Ware::- und Bücherschränke, Büffets, Kautsch, 51 laviere, S chreibmaschincn, 10el- gewälde, 1 Motorrad, 1 Sofa, 1 Wanduhr, 1 Rollschrank 24soD Moll (Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 33, Telefon 3239 Kostü111® ,.p xusfübTiingt £e6Chepaßtorm " (für die Cfterfeiertage! Backartikel Weizenmehl, Type 812 500 Gramm -.20 Weizenmehl, Type 812 mit Ausl.-Weiz., 500 Gramm -.21 Sultaninen .. J 500 Gramm .44 Korinthen 500 Gramm .36 Haselnußkerne und Mandeln in verschied. Preislagen sowie alle and. Backzutaten wie immer zu vorteilhaften Preisen Festwein 1938er Freilaubersheimer Kirchberg, Nahe. .1 Ltr.o.Gl. 1.20 Liköre in bekannter Qualität schon ab RM. 1.20’ mit Glas Osterhasen, Dragee-Eier, Schokolade i.gr.Auswahl 3 Proz. Rückvergütung! Verbrauchergenossenschaft Hießen ;s. 2473 A Qater fimen! Schmuck bringt Freude! Schreibmappen Dauerkalender Aschenbecher Buchstützen Eine reiche Auswahl in allen Marken zeigt Ihnen Gönnen Sie sich die schönste Osterfreude; Ein neuer Anzug, ein neuer Mantel aus der reichen Qualitäts-Auswahl unseres Herrn Nadelmann wird Ihnen die Feststimmung bringen, in der Sie recht von Herzen frohe Ostern feiern! Da kommen Ihnen diese vorteilhaften Angebote doch sicher wie gerufen- Schon von RM. 14.- an erhalten Sie einen solchen Freudenspender fürs Leben KIÜ B rW Gästebücher Photoalben Spiele feine Briefpapiere Unseren Kleinen natürlich Spielzeug Füllfederhalter, Füllbleistifte und viele andere Geschenkartikel bei Alleinverkauf für Gießen und Umgebung fehlt fast in jeder Wohnung. Sei es eine bewegliche Hausbar für den Vater, ein schöner Radiotisch oder ein bequemer Ruhesessel oder ein praktischer Teewagen für die Mutter. Machen Sie sich gegenseitig Freude durch günstigen Einkauf im Eine Flasche Parfüm, Kölnisch Wasser, ein Karton gute Seife, ein Leder-Manikür, eine hübsche Badetasche usw. werden stets erfreuen! Die bekannten Elizabeth-Arden-Präparate werden Ihnen von fachgeschulten Kräften vorgeführt! Besichtigen Sie bitte unsere reiche Auswahl RL Son Beil (Biel Hei' v W Oh' 8»f Äü' yon dlft GIESSEN Seltersweg 47 / Fernsprecher 2373 M mit doch rale iafd iah mu lan De erfi wa die die, eigi We Pai gen dies lich nei konn j)t der habe den erw Wa ein; um wo Lo oll. na ra 5)u sie im die dei lik< we Ian flifc leit D weil Wäh Abc Pm nüf diej gell Gr sich Ma hen schei mit san ttei lan er c.o. REUTER empfiehlt ausgewählt schöne Krawatten und Hemden für den Herrn SELTERSWEG NR. 61 BESTECK! der Stolz der Hausfrau Auch für das Patenkind bilden gute Bestecke ein stets willkommenes Geschenk. Ich unterhalte eine reiche Auswahl in schönen, modernen Mustern, die Sie auch später noch bei mir ergänzen können Besteckhaus Reinig Inh. W. Georg PFAFF Zick-Zack-Nähmaschine Spezialgeschäft Mohr Gießen, Selters weg 45 29,- 46.-, 62 -, 89.- Edgar BORRMANN2 Gießen# Neustadt 5 — 7, Ruf 4165, 4156 Löwer