Donnerstag, 5. Januar 1939 189. Jahrgang Die führt werde, um der kritischen Lage in Ostasien erfolgreich begegnen zu können. Jtagaki sprach sich ferner aus für die Stärkung des Anti- kominkernpaktes zwischen Deutschland, Japan, Italien und für die strikte Durchführung der Generalmobilifierungdesjapanischen Volkes. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B den Meldungen wird besonders unterstrichen, B e * Hörden und Polizei seien vollständig untätig geblieben, so daß die Ruhestörer! ützer zwei Stunden Herren der Straßen des Städte Zentrums hätten sein können. Weiter heißt es in den Berichten, kein einziger Demonstrant \ e f verhaftet worden, während dagegen zebn Araber, die der nationalistischen Eingeborenen-- Partei (Neo - Destour) angehörten, von der Polizei als angebliche Urheber von Maueranschlägen festgenommen worden seien. Die „Tribuna" weist darauf hin, daß die Gewalttätigkeiten gegen Italiener in Tunis lediglich neue Glieder einer langen Kette von Provokationen seien, die seit Jahrhunderten einen Abgrund zwischen Frankreich und Italien aufgetan hätten. Italien sei für Frankreich das Land der sentimentalen Freundschaft bis zu dem Augenblick gewesen, in dem es das Selbstbewußtsein einer starken und siegreichen Nation wiedergefunden habe. Heute sei die Maske für immer gefallen und der Feind offen entlarvt. Während Daladier sich nach Afrika begeben habe, würden unter den Augen der französischen Behörden dem jüdischen freimaurerischen Plebs neue Gewalttätigkeiten, neue Herausforderungen und sogar schändliche Beleidigungen der italienischen Flagge gestattet. Wenn die Reise Daladiers überhaupt ein Ergebnis gezeitigt habe, dann sei es das, daß vor der Welt das Vorhandensein einer offenen Frage im Mittelmeer bestätigt worden sei, die g e l ö st werden müsse. Dafür stehe der stolze Wille eines Volkes ein, dessen Reihen fest geschlossen seien in dem Entschluß, sich Gerechtigkeit zu verschaffen. Tokio, 5. Jan. (DRV. Funkspruch. Oslasien- bienff.) Nachdem Baron hiranuma am Don- nerstagvormittag noch mit Wae da, dem Führer der Seiyukai-Parlei, und Machida, dem Führer der Winseito-Parlei, verhandelt hatte, stellte 4>t fein Kabinett zusammen, dem folgende Männer an- gehören: Ministerpräsident: Baron Hiranuma, Minister ohne Portefeuille: Fürst Konoe, gleich- zeitig Präsident des Staatsrates, Aeuheres: A r i ta, wie bisher. Inneres: Kido, bisher Wohlfahrts- minisier, Krieg: Jtagaki, wie bisher, Marine: P o n a i, wie bisher, Finanzen: I f h i w a t a, bisher Vizefinanzminister, Justiz und Verkehr: Shi- o n o, bisher Justizminister, handel und Kolonien: hata, bisher Kolonialminister, Kultus: Araki, wie bisher, Wohlfahrt: Hirose, bisher Vizewohlfahrtsminister, Eisenbahnen: Mae da, Führer der Seiyukai-Partei, Landwirtschaft: Sakurauchi, Berater der Minseito - Partei, Staatssekretär des Kabinetts: Ta nabe, bisher Staatsrat. Politische Kreise sehen die Bedeutung des Kabinetts in dem Verbleiben der Wehrmacht und der Beteiligung der beiden großen Mehrheitsparteien des Reichstages, sowie endlich in der Bereitwilligkeit Fürst K o n o e s , dem Kabinett als beratendes Mitglied weiter anzugehören. Man hofft auch, daß der bisherige Finanzminister I k e d a , um dessen Verbleiben hiranuma sich ernstlich bemüht hat, als Berater in engen Beziehungen zum Kabinett stehen werde. Im Mittelpunkt der gesamten Staats- Politik, so wird in politischen Kreisen betont, stände nach wie vor der Lhinakonflikt. Der Aufbau und die Neuordnung Ostasiens werde hiranuma nach den vom Kabinett Konoe übernommenen Richtlinien weiterführen. Kriegsminister Jtagaki hatte am Donnerstag- vormittog eine Unterredung mit Baron hira- Kamps um eine einheitliche Armeeleitung in der Schweiz. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Um Belgiens Unabhängigkeit. Belgische Goldreserven in der Bant von England. Brüssel, 4. Jan. (DNB.) Nach belgischen Pressemeldungen hat die belgische Regierung im März 1938 einen großen Teil ihrer Goldreserven nach England schaffen lassen. Es handelt sich um Goldbarren im Werte von 62 Millionen Pfund oder rund neun Milliarden belgische Franken. Wie es heißt, sind diese Goldbeträge beim englischen Noteninstitut niedergelegt worden und bleiben dort unberührt liegen. Einige belgische Blätter bemerken, daß es sich wahrscheinlich um eine „Sicherheitsmaßnahme" der belgischen Regierung gehandelt habe, die einen Teil ihrer Goldreserven f ü r den Fall eines bewaffneten Konfliktes in Sicherheit bringen wollte. Die „Gazette" knüpft daran die Frage, ob sich eine solche Maßnahme mit der Unabhängigkeitspolitik der belgischen Regierung in Einklang bringen lasse. Es bestehe doch offensichtlich die Gefahr, daß Belgien infolge der Verbringung von Goldbeständen nach England im Falle eines Konfliktes genötigt sein könnte, s i ch auf die Seite Englands zu stellen. Auch die Gerüchte über eine Angleichung der belgischen Währung an das englische Pfund erhielten durch diese Maßnahmen neue Nahrung. Daladier besichtigt die asrikanische „Maginot-Linie". ___ neuen italienfeindlichen Kundgebungen in Tunis haben in Rom Erregung hervorgerufen. Die Blätter bringen in großer Aufmachung die Berichte über die Zwischenfälle. Als besonders schwerwiegend wird dabei angesehen, daß in einem Fall eine i t a.l i e n i s ch e Fahne vom Hause eines italienischen Geschäftsmannes niedergerissen, miti den Füßen getreten und unter Schmähungen gegen, Italien und den Duce verbrannt wurde. Iw Das Kabinett Hiranuma gebildet. Verbleiben Fürst Konoes und der Vertreter der Wehrmacht, Beteiligung der Mehrheitsparteien in der neuen japanischen Regierung. Brunnen usw. geschaffen worden. Die Anlagen sind so gut getarnt, daß man sie erst aus unmittelbarer Nähe entdecken kann. In den Mittagsstunden nahm Daladier in Ain- Tounine eine Parade der zur Besetzung der „Maginotlinie der Wüste" bestimmten Truppen ab. Etwa 20 000 Soldaten, unter denen die berittenen Abteilungen vorherrschten, nahmen an dieser größten Truppenparade, die je in Tunis stattgefunden hat, teil. Die Parade bot ein buntbewegtes Bild. Das Mittagessen nahm Daladier in Gesellschaft der Offiziere und der Eingeborenen-Scheichs dieses Oaseygebietes in einem Zelt ein. In den Nachmittagsstunden traf Daladier wieder in Gabes ein, von wo aus die Rückreise über Bizerta und Algier erfolgen wird. Ztallenseindliche Kundgebungen m Tunis. Wie nachträglich bekannt wird, kam es am Dienstagabend trotz der von den französischen Behörden getroffenen Sicherheitsmaßnahmen in Tunis zu einer italienfeindlichen Kundgebung. Ungefähr hundert junge Franzosen und Eingeborene zogen vor das Anzeigenbüro der italienischen faschi- Nr. 4 Erstes Sian Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Ztonlfurl am Main 11686 wird. Als Exponent der „Frondeurgruppe", zu der übrigens die Schweizerische Offiziersgesellschaft in ihrer überwiegenden Mehrheit gehört, rotes der Dozent für Militärwissenschaft an der Universität Basel, Oberstleutnant D ä n i k e r, den Vorwurf des Fron- dierens zurück und bewies an Hand von bestimmten Beispielen die dringende Notwendigkeit, endlich eine einheitliche Armeejpitze zu schaffen. Aber auch Oberstkorpskommandant Wille, der Waffenchef der Infanterie, der als einziges Mitglied des tan= desverteidigungsausfchusses die Forderung nach einer personellen Vereinheitlichung der Armeespitze erhoben hatte, sah sich durch die Angriffe Prists gezwungen, ebenfalls vor die Oeffentlichkeit zu treten, um in erster Linie die angegriffenen Offiziere m Schutz zu nehmen. Er tat eine für die Vorgänge hinter den Kulissen recht bezeichnende Aeußerung: „Wer dem Fortschritt der eidgenössischen Kriegstüchtigkeit leidenschaftlich dient, hat zu allen Zeiten viel Grund zur Opposition gehabt. General Wille, mein Vater, hat Zeit seines Lebens im Bundeshaus und dessen' Umgebung als Frondeur gegolten .. " Daß sich auch die Presse nach den Aeußerungen führender Militärs in vermehrtem Maße des Streits um den „Friedensgeneral" bemächtigt hat, liegt auf der Hand, um so mehr, als in den Blattern der Rechten und der Erneuerungsbewegungen schon seit Jahren für die Schaffung einer einheit- liften Armeespitze geworben wird. Die Argumente dazu lieferten ihnen die vermehrten militärischen * Der Regierungswechsel in Japan bereitet anscheinend eine Straffung und Vereinheitlichung der japanischen Außenpolitik, vor allem der Chinapolitik in dem Sinne vor, wie er bereits in der Thronrede des Kaisers angedeutet wurde. Es ehrt den zurück- getretenen Ministerpräsidenten Konoe, wenn er feine Demission damit begründet, daß er seine Kräfte angesichts der bevorstehenden erhöhten Anforderungen für nicht ausreichend halte. Man wird dem 47jährigen Mann, der am 1. Juni 1937, also vor Ausbruch des Chinakonfliktes! und mit einem Programm, das ganz auf dis großen innenpolitischen Reformen abgestellk war, sein schwieriges Amt übernahm, zubilligen dürfen, daß er auf jede Weise versucht hat, feinem Lande in einer äußerst bewegten Zeit aufs beste zu dienen; der Fürst scheute dabei auch wiederholte Umbildungen seines Kabinetts, jg selbst einen dreimaligen Wechsel des Außenministers nicht. Es zeugt sicher für die innere und äußere politische Stärke des heutigen Japan, wenn diese internen Vorgänge nicht nur ohne jeden nachteiligen Einfluß auf die großen militärischen Operationen in China blieben, sondern auch darüber hinaus eine Zeit außergc, wohnlicher strategischer und außenpolitischer Erfolge! ermöglichten. Bis 1931 hatten in Isapan die beiden Parteien der Minseito und Se i y u k a i abwechselnd beit Ministerpräsidenten gestellt, aber ihre westlerische! Grundeinstellung, die beide Parteien in der Wirtschaft und im Jndustriekapitalismus fanden, kam in- sofern nicht voll zum Durchbruch, als die mystische Kaiserideologie dem im Wege stand. Gewisse Baron Hiranuma. — (Scherl-Bilderdienst-M.) numa, in der er erklärte, die Armee erwarte, baß bas Kabinett Hiranuma ben Lhinakonflikt nach ben Richtlinien burchführe, bie in ber Kaiserkonferenz vom 30. Rovember 1938 unb in ber Erklärung Konoes vom 22. Dezember 1938 feslgelegt worben seien. Die Armee erwarte außerbem, bah bie nationale Berteibigung mit einer ent- sprechenben Rüstung entfliehen b u r cfj g e - R. Bern, 5. Januar 1939. I In der schweizerischen Oeffentlichkeit sind Aus- l einandersetzungen um die Arrneeleilung im Gange, 1 die sich derart zugespitzt haben, daß von einer Krise j in der militärischen Führung der Schweiz gespro- ■ chen werden kann. Aus dem heiklen Boden der Mi- \ litärpolitik ist der Bundesrat dazu gedrängt war- ; den, Stellung zu beziehen in der Frage der Ver- 1 einheitlichung der Armeejeitung. Der kompromißsreu'dige Bundesrat hat hierbei eine Lö- ; jung gefunden, die in weiten Kreisen ab gelehnt wird. In Friedenszeiten untersteht die Schweizer Armee dem Chef des Eidgenössischen Militärdepartements, also einem Zivilisten, und nur in Kriegs- zeiten dem General, der vom Bundesparlament gewählt wird. Dieser Vorgang entspricht den demokratisch-parlamentarischen Grundsätzen der Bundes- nerfaffung. Der Gesamtbundesrat sowie der aus hohen Militärs zusammengesetzte Landesverteidigungsausschuß hylten nun an diesem Grundsatz fest, an dem auch die Ende Dezember herausgekommene „Botschaft des Bundesrats über die Organisation des Militärdepartements und über die Armeeleitung" im wesentlichen nichts ändert. Es erübrigt sich hier, auf die Einzelheiten dieser Botschaft einzugehen, die als wichtigste Neuerung die Schaffung eines Armeeinspektors „zur Vereinheitlichung in der Handhabung der Durchführung der militärischen Vorschriften in der ganzen Armee" bringt und die Befugnisse des Landesverteidigungsauschusses erweitert, im übrigen aber an dem bisherigen Kollegialsystem in der Armeeleitung festhält, die Schaffung einer klaren Armeespitze somit ablehrft. Gewiß wird zugegeben, daß der heutige Zustand „auch militärisch" nicht befriedigen könne. Es folgen jedoch eine Menge „Aber". So wird die Schaffung eines Chefs der Armeeleitung in Friedenszeiten als unzulässiger Vorentscheid der Generalswahl im Kriegsfall bezeichnet und die Meinung geäußert, die Befähigung zur Erziehung und Ausbildung der Truppen schließe nicht ohne weiteres auch die Fähigkeit zu deren Führung in sich! Es könne aber auch der Fall eintreten, so argumentiert der Bundesrat in seiner Botschaft weiter, daß der zum General bestimmte Chef der Armeeleitung in dem Augenblick, da er das Kommando übernehmen sollte, aus Gesundheit- oder anderen Gründen nicht verfügbar wäre! Darum müßten sich alle Oberstkorpskommandanten gründlich auf die Uebernahme des Oberkommandos im Kriegsfall vorbereiten, was bei der alles überragenden Stellung eines Chefs der Armeeleitung nicht mehr möglich oder doch erschwert .wäre. Auch würde die Vereinigung der gesamten Leitung der Armee auf einen einzigen Mann den Chef des Milllärdepartements zum Strohmann werden lassen. Außerdem dürfte der Mann, der in Zeiten der Gefahr als Oberbefehlshaber vom allgemeinen Vertrauen getragen fein müsse, nicht schon vorher in seiner Stellung ständig der Kritik ausgesetzt sein. Die im Bundeshaus in Bern mit der Veröffentlichung dieser den eidgenössischen Kammern zu unterbreitenden Botschaft erhoffte Beruhigung der Geister ist aber nicht eingetreten. Im Gegenteil! „Eine Armeeleitung, die keine ist", überschrieb ein großes bürgerliches Blatt einen kritischen Leitartikel iinb gab damit allem Anschein nach einer weit im Lande verbreiteten Meinung Ausdruck. Zunächst ergriffen allerdings nicht die Kritiker dieser „Lösung" das Wort, sondern einer ihrer bedeutendsten Anhänger, der Kommandant des II. Armeekorps, Oberstkorpskommandant Prisi, der im Berner „Bund" die bundesrätliche These unterstützte und die Anhänger eines „Friedensgenerals" als ^Frondeure und Gegenspieler des verantwortlichen Departementschefs" bezeichnete. Die Schärfe seiner Ausführungen ließ interessante Rückschlüsse zu über die Heftigkeit, mit der hinter den Kulissen gefochten E. F. Paris, 4. Januar. Ministerpräsident Daladier besichtiate am Ätittwoch die in den letzten Monaten geschaffenen Verteidigungsanlagen südlich von Gabes, an der Grenze zwischen Tunis und Jtaiie- nisch-Tripolitanien. Der Ministerpräsident hatte die Stadt Tunis am Dienstagabend im Sonderzug verlassen und war auf dem Wege über Sousse und Ssax am Morgen des Mittwoch in Gabes, das am Meerbusen der Kleinen Syrte liegt, eingetroffen. Die französischen und ausländischen Berichterstatter waren in einem Sonderzug vorausgefahren. Unmittelbar nach der Ankunft in Gabes begab sich Daladier mit seiner Begleitung, die in der Hauptsache aus höheren französischen Offizieren besteht, in Kraftwagen auf die Besichtigungsreise zu den etwa fünfzig Kilometer entfernt liegenden Be- D?e""französische Oeffentlichkeit hat über diese Anlagen, denen man den Namen „Maginotlinie der Wüste" gegeben hat, erst in den letzten Wochen nähere Einzelheiten erfahren. Unter geschickter Ausnützung der Bodenverhältnisse in einem Gebiet, das zum großen Teil weglos ist und nur von Hirtenstämmen besucht wird, ist hier ein zusammenhängendes System von Verteidigungsanlagen mit Maschinengewehrnestern, befestigten Aufwendungen des In- und Auslandes. Daß in ben genannten Blättern die bundesrätliche Botschaft keine Gnade findet, ist ohne weiteres klar. Aber auch so gut bürgerliche und nicht regierungsfeindliche Blätter wie die „Neue Zürcher Zeitung" fordern ganze Maßnahmen. Sie geben damit die Meinung weiter Kreise des Schweizer Volkes wieder. Welche Ausmaße die öffentliche Aussprache über diese heikle wehrpolitische Angelegenheit noch nehmen wird, und welche Folgerungen der Bundesrat schließlich aus der verfahrenen Lage ziehen wird, steht noch dahin, er hat sich bis jetzt zu der scharfen öffentlichen Auseinandersetzung ausgeschwiegen. Leicht wird ihm eine Revision seiner Stellungnahme nicht fallen, nachdem bereits vor drei Monaten der Chef des Militärdepartements, Bundesrat Minger, erklärt hat, daß es „keinen Friedensgeneral" geben werde, solange er, Minger, dem Militärdepartement vorstehe." So steht die Diskussion, ein sachliches Ergebnis fehlt. stischen Zeitung „Union e", die im Stadtzentrum liegt. Die Kundgeber warfen die Fensterscheiben des Zeitungsgebäudes ein. Wie italienische Blätter melden, find auch Scheiben der italienischen Buchhandlung, des italienischen Verkehrsbüros Cit und der Geschäftsstelle der Luftfahrtgesellschaft „Ala Vittorio" eingeschlagen worden. Die italienischen Geschäfte seien gezwungen worden, die ausgehängten italienischen Fahnen einzu ziehen. Bei einem Umzug italienfeindlicher Elemente seien grobe Beschimpfungen gegen Italien.und die führenden italienischen Persönlichkeiten ausgestoßen worden. Von den Kundgebem sei auch das Schaufenster eines italienischen Schneiders eingeschlagen, die italienische Fahne herausgerissen und unter Beschimpfungen gegen Italien verbrannt worden. Die Polizei fei hiergegen nicht eingeschritten. Erregung in Italien. Scharfe Sprache der Presse. R. G. R o m , 4. Januar. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Universilätsdruckerei N. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 •ÄH' Sine auMußreiche Liste B r a n d e i s , und Präsident Roosevelt. Roosevelts ral-Jnspekteurs der Staatspolizei und wiederholt. nische Berater Harris M i r e s, der stellvertretende Kommissar Sidney Jacobs, der Leiter der statistischen Abteilung, George Haas, der stellvertretende Leiter der statistischen Abteilung, Aaron, In der Ostmark melden 47768 3ubeit über zwei Milliarden Mark an. W i e n, Jan. (DNB.) Nach einer parteiamtlichen Mitteilung haben in der Ostmark 47 768 Juden etti Vermögen von insgesamt 2 041828 000 Reichsmark angemeldet. Davon steckten u. a. in Unternehmungen 321 329 000 RM., in Wertpapieren 265 948 000 RM, im städtischen Haus- und Grundbesitz 521162 000, in land- und forstwirtschaftlichem Besitz 39 673 000 Bukarests 4. Jan. (DNB.) Durch ein Dekret, unterzeichnet von König Carol, vom Ministerpräsidenten und den Ministern für Inneres und Justiz, wurden jetzt die Satzungen der „Front der nationalen Wiedergeburt" festgesetzt. Die Leitung der neuen „Einheitspartei" hüt ein „Direk- früherer persönlicher Anwalt Samuel Rosen- man ist heute Richter am Neuyorker Staatsgerichtshof. Ein weiterer- politischer Berater Roosevelts ist der Richter Robert M a r x in Cincinnati. Als Roosevelt noch Gouverneur von Neuyork war, war der JiHe F e r t j g sein Rechtsberater. An der Spitze des amerikanischen Finanzministeriums steht der Jude Henry Morgenthau jun., der durch Heirat mit dem jüdischen Gouverneur des Staates Neuyork, Herbert L o h m a n, verwandt ist. Zu seinen Verwandten zählen ferner die Inhaber der internationalen Bankfirma Selig- 'man & Wertheim, die Levisons und schließlich die Warburgs von der Firma Kuhn, Loeb & C o. Fast sämtliche Schlüsselstellungen des Schatzamtes sind ebenfalls mit Juden besetzt: Der Gehilfe des Ministers, Klotz, der Unterstaatssekretär Jacob Viner, der tech- Washington, 4.Jan. (DNB.) Die Jahres- botschaft Präsident Roosevelts war unter das phantastische Zeichen eines nach Jemen Worten Amerika von feiten der „Diktaturen drohenden Kampfes um die Erhaltung demokratischer Freiheit gestellt. Diesen „aggressiven Absichten" gegenüber rufe er nun Amerika zu nationaler Einigkeit auf. Roosevelt räumte ein, daß die „Diktaturen" das Problem von Arbeit und Kapital „mindestens zeitweilig gelöst hätten. Jedoch habe dieser Erfolg einen Preis gekostet, den Amerika nicht zu bezahlen bestände Landwirtschaft und Arbeit, Handel und Gewerbe sowie die geistigen Berufe zu vertreten. Außerdem besteht ein „oberster National- r a t" von 50 Mitgliedern. Funktionäre der Front und die Mitglieder der Hilfsformahionen müssen die Uniformunddas AbzeichenderFront tragen, die übrigen Mitglieder nur das Abzeichen, während ihnen das Tragen der Uniform freisteht. Den Mitgliedern ist unter Strafe des Ausschlusses die Zugehöriakeit zu Geheimorganisationen, auch solchen internationaler Art, verboten. Die Front umfaßt als Hilfsformation eine „N a t i o n a l g a r d e". Die Angehörigen der völkischen Minderhei- t e n können in der Front in eigenen „Minderheitenabteilungen" tätig sein. Auch für Frauen sind eigene Abteilungen vorgesehen. Alle Mitglieder müssen einen Treueid auf den König ablegen und sich untereinander mit dem römischen Gruß durch Erheben des rechten Armes und dem Wort „Heil" grüßen. Warschauer Reife Gras Eianos. R o m, 4. Jan. (Europapreß.) Zu der in Warschau ausgegebenen amtlichen Mitteilung, daß der italienische Außenminister G r a f C i a n o in der zweiten Hälfte Februar zu einem Besuch in der pol-1 Nischen Hauptstadt eintreffen werde, schreibt die „Tribuna", diese Reise Graf Cianos stelle an sich die Erwiderung des Besuches dar, den der polnische Außenminister Beck im März vorigen Jahres in Rom abgestattet habe. Der Besuch habe aber selbstverständlich eine Bedeutung, die weit über das Formelle hinausgehe. Heute, wo der von der unwiderstehlichen Dynamik der Achse in Gang gesetzte europäische Klärungsprozeß fortdauere, sei eine italienisch-polnische Zusammenkunft, bei der d i e V e r -! hältnisse in Osteuropa im Lichte der Neuordnung Mitteleuropas geprüft würden, mehr als nützlich. Die ausgezeichneten Beziehungen Italiens zu Ungarn und zu Jugoslawien, sowie die beftiedi- genden Beziehungen zur Tschecho-Slowakei und zu Rumänien versetzten Rom in die Lage, im gegenwärtigen Augenblick eine äußerst fruchtbare Arbeit auf dem Boden der Achse zu vollbringen. Falls im Interesse aller einige Miß- verständnisse zu beseitigen seien, könne Italien dazu beitragen. Das pslmsch-ischecho- slowakische Verhältnis. Zusammenarbeit der beiden Grenz- Aufsichtsorgane. Prag, 4. Jan. (Europapreß.) Die polnische Re- gierung ist durch ihren Praaer Gesandten mehrmals beim tichecho-slowakischen Außenamt hinsichtlich der Im Staatsdepartement ist der arische Außenminister Cordell Hüll mit einer Tochter des Juden Isaac Witz verheiratet. Wirtschaftsberater ist ter Jude Dr. Herbert Feis. Assistent des Außenministers ist der Jude Leo P a s l o w s k i. Der Leiter der Archivabteilung ist der Jude David S ä l m o n , der Leiter des Amtes für philippinische Angelegenheiten der Jude Joseph Jacobs. Ferner werten zwei stellvertretende Rechtsberater, Jacob Metzger und Joseph Baker, als Juden auf geführt. Der weibliche Arbeitsminister Frances Per- kins, der nachweislich kommunistischen Tendenzen huldigt, wird ebenfalls als jüdisch angeführt. Staatssekretär ist die Jüdin Frances I u r k o w i tz , Generalanwalt der Jude C. Wyczanski jun., der Leiter ter statistischen Abteilung ist der Jude Isidor Lubin. In der Abteilung für Wirtschaft und Industrie sitzt der Jude Boris Stern und die Kommissarin für industriellen Ausgleich, die im Arbeitsministerium die schöne Dienstbezeichnung „Versöhnungskommissarin" führt, Anna Weinst o ck. Weiter die Juden Polakow, Kaplan und Becker. Im Wirtschaftsministerium ist Louis Dome- r a t s k y der Leiter der Informationsabteilung. Das Amt für Forstwirtschaft und verwandte An- gelegenheiten wird von dem Juden Nathan geleitet. Besonders interessant ist, daß das Büro für Volkszählung unter Leitung des Juden Hirsch sicht. Vor Jahren schon verhinderte der amerikanische jüdische Ausschuß im Bundeskvngreß die Annahme einer Vorlage, wonach bei Volkszählungen die Rassenzugehörigkeit aller Bürger ter Vereinigten Staaten besonders f e st g e st e l l t werden sollte. Im Landwirtschaftsministerium sind „nur" vier Juden in führenden Stellungen: Ezekiel, Bachrach, Joseph Becker und Kaufmann. Dabrach. Als General H ay asch i durch Fürst Äono ß abgelöst wurde, schien der Kompromiß gegluckt zu sein. Der Fürst war bisher Präsident des Ober- Hauses gewesen, er war ein Verwandter des Kaster- hau es, galt als modern und genoß rn den Kreisen der Wirtschaft sowohl wie in denen der Militärs einen guten Rufe als geschickter Diplomat und Mann von eigenen Steen. Wirklich brachte es Fürst Konoe auch fertig, in sein Kabinett zwei ausgesprochene Mitglieder der Minseito und der Seiyukai auszunehmen, was seit 1931 infolge des Widerstandes der Militärs unmöglich gewesen war. Diesmal, unter dem Druck der Chinakrise, meldete sich kein Wider- spruch. Gehörte der Fürst doch zu dem „Kreise ter engeren Berater um den Thron bezeichnet er sich doch selbst als den „geistigen Sohn des alten Genro, des Fürsten Saionji", und gerate diesen Kreis unterstützte sowohl die Armee wie die Flotte. Der Kampf für oder gegen die autoritäre Regie- Juden regieren in Amerika. Alle Schlüsselstellungen der Ministerien und des New Deal von Luden beseht patriarchalische Sitten und Vorstellungen, die be« sonders in der Armee lebten, blieben erhalten. Immerhin: auch bei den nachfolgenden Wahlen behielten die alten Parteien das Vertrauen des Volkes. Die Befürworter eines rein autoritären Systems mußten Kompromisse schließen, zumal der Mikado sich niemals für das eine oder andere Regierungssystem entschieden hatte und die antiparlamentarische Offiziersbewegung 1936 blutig zer- ter stellvertretende Chef der juristischen Abteilung, Boris K o st e l a n e tz , der Leiter der Buchhaltungsabteilung, Joseph Greenberg, der Leiter der Rechnungsabteilung, Melvin ßo af man, der Hauptrechtsberater der Zollabteilung, Eli Frank, ter führende Architekt Louis Simon, ferner die Ministerialräte Joseph Zucker, Anna Miche - ner, Joseph Scher eschewsky. Freundschaftsbeziehungen, Ausführung von Vorurteilen und durch die Aufforderung zur nationalen Uneinigkeit. Es folgte dann die Aufstellung folgender Forderungen: 1. Eine genügend starke Wehr- macht mit entsprechenden Stützpunkten und strategischen Positionen; 2. Aufbau einer Organisation, die im Kriegsfälle alle Hilfsmittel sofort liefern und deren Lieferung schnell steigern könne; 3. ein einiges Volk, frei von Klassenhaß, von Streit zwischen Kapital und Arbeit, von falscher Sparsamkeit und von anderen ungelösten sozialen Problemen. Amerika könne, wenn es gewisse Unebenheiten und Unvollkommenheiten ter New-Deal-Gesetze verbessere, ein reiches und zufriedenes Volk mit einem jährlichen Nationaleinkommen von wenigstens 60 Milliarden Dollar werden. Er sei daher aegen den Abbau der Reformgesetze und gegen die Kürzung der Bundesausgaben. Wenn der Bundeskongreß die gegenwärtige Entwicklung durch unzeitgemäße Sparmaßnahmen aufhalten wolle, so müsse ter Bundeskongreß allein die Verantwortung dafür übernehmen. * gliedern seines Kabinetts — durch Händeklatschen begrüßt wurde und auch einige seiner Ankündigungen wie z. B., daß die Vereinigten Staaten gewollt seien, die westliche Halbkugel gegen Angriffe jeder Art zu schützen, mit Beifall ausgenommen wurden, trat während der Verlesung der Botschaft doch zutage, daß die bei den Novemberwahlen beträchtlich angeschwollene Opposition die meisten seiner Maßnahmen, insbesondere auf innenpolitischem Gebiet, nicht mitzumachen gewillt ist. Mit eisigem Schweigen wurde auch bei den Demokraten die Mitteilung entgegengenommen, daß „verhältnismäßig" geringe Steuererhöhungen vielleicht uiyrn» gänzlich seien. Auf dem linken Flügel des Hauses rief natürlich die Ankündigung, daß der Präsident eine A ende rung der Neutralitätsgesetzgebung mit dem Ziel größerer Handlungsfreiheit erstrebe, Genugtuung hervor. Als Roosevelt auf die Notwendigkeit eines Haushaltsausgleiches hinwies und bestritt, daß die Regierung mehr verausgabe, als Amerika sich leisten könne, brachen die Republikaner in ironisches Gelächter aus. — Immerhin konnte man stimmungsgemäß den Eindruck gewinnen, daß Roosevelt bei der Aufrüstung auf Anhängerschaft rechnen kann. Oer amerikanische Botschafter bei Mussolini. Rom, 4.Jan. (DNB.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten besuchte am Dienstag Mussolini. Ueber den Besuch wurde folgende amtliche Verlautbarung ausgegeben: Der Duce hat im Palazzo Venezia in Gegenwart des Grafen Ciano den Bot- , fchafter der Vereinigten Staaten, Philips, empfangen, der ihm eine Botschaft des Präsidenten Roosevelt' überreichte, die von der europäischen Judenfrage und ihren möglichen Lösungen allgemeinen Charakters handelt. schen Volksgemeinschaft bekennen. Die mangelhafte Vorbereitung und vor allem die noch mangekhaftere Durchführung der Volkszählung am 31. Dezember 1938 machen das Ergebnis vollkommen wertlos. Da aber die in den letzten Tagen aufgetauchten Bestrebungen, Deutsche aus ihren Arbeitsplätzen in der S l o wakei zu verdrängen und die Bedenken gegen diese Art der Volkszählung neue Nahrung erhalten haben, lehnt die volksdeutsche Führung in den Karpathenländern auch aus Exi- stenzgründen die Art der Durchführung und auch das Ergebnis dieser Zählung ab. Die rumänische „Einheitspartei" torat" von 24 Mitgliedern inne, die durch königliches. Dekret auf zwei Jahre ernannt werden. Je acht haben die von der Verfassung anerkannten Berufs-1 Reichsmark. eine Verbindung mit Japan aufzunehmen, würde die Zentralregierung eine weitere disziplinarische Aktion gegen ihn und seine Anhänger in die Wege leiten. Die Meldung, daß 200 Anhänger Wangtschingweis in Tschungking verhaftet Worten seien, wird dementiert. Roosevelts Zahresboischast vor dem Kongreß Emigranienparolen als Werbemittel für Aufrüstung und New Deal. gegen sind in dem Ministerium, an dessen Spitze der deutschfeindliche Innenminister Harold Ickes steht, um so mehr Juden vertreten: der Generalanwalt Nachan Margold, der stellvertretende Generalanwalt Norman Meyers und fein Kollege Cohen, ein Gehilfe des Ministers namens Marx, der Haushaltskommissar Berlew, der Leiter der Abteilung für überseeische Besitzungen, Ernest Gruening, ferner die Juden Zeuch, Rachel Barker (Büro für indianische Angelegenheiten), Philip Cohen (Rundfunkangelegenheiten), David Segel und I. F. Abel. Im Justizministerium heißt der stellvertretente Leiter des Fahndungsamtes Harold Nathan. Weitere führende Beamte sind die Juden Paul Freund, A. Hiß, I. H. Lewin, Max Spelte und E. E. Chaffetz. Bei der Bedeutung, die die ame° rikanische Verfassung dem obersten Bundesgericht einräumt, ist es von Interesse, zu wissen, daß der oberste Bundesrichter Brandeis ebenfalls Jude ist und daß der inzwischen verstorbene oberste Bundesrichter Benjamin C a r d o z o , dessen Nachfolger Felix Frankfurter werden soll, Halbjute war. In ten obersten Staatsgerichten und Appellationsgerichten fitzen ferner u. a. die jüdischen Richter Julian Mack, Morris Soper, Samuel Mandelbaum und G. M. M o s c o w i tz. In dem Amt für produktive Erwerbslosenfürsorge (Works Progreß Administration) sind saft sämtliche führenden Stellen von Juden besetzt, die ein nach Milliarden zählendes Ausgabenprogramm durchführen. Die bundesstaatliche S i e d l u n g s st e l l e steht- unter Führung des Juden Nachan Strauß. Der Senatsauschuß zur Ueberwachung der Finanzgebarung der Eisenbahnen wird von dem Juden Sidney Kaplan geleitet. Die Bundesbehörde zur Durchführung der Kraftbauten im Tennessee-Tal hat Herrn David Eli Lilien-- thal zum Direktor. Im Amt für öffentliche Arbeiten spielen die Juden Benjamin Cohen. Lloyd Landau- R. D. Cohen, A. K. Stern, Leo Holstein prominente Rollen. Die oben erwähnten Namen stellen nur einen geringen Bruchteil der veröffentlichten Liste dar. Der volle Einfluß der JiHenschaft auf die amerikanischen Staatsgeschäfte wird erst ersichtlich, wenn man erfährt, daß in bundesstaatlichen und staatlichen Aemtern der Vereinigten Staaten von Amerika einschließlich aller mittleren und unteren Dienststellen nicht weniger als 62 000 Juden beschäftigt werden, obwohl unter den 130 Millionen Amerikanern nur rund 4,5 Millionen Juden leben. legung eines nationalen Katasters in der Slowakei. Voraussetzung für diese Anlegung ist, daß jedem Deutschen die Möglichkeit gelben wird, selbst sein Volkstumsbe- enntnis abzulegen und daß die Volksgruppenführung in strittigen Fällen zu entscheiden hat, da die Gefahr besteht, daß volksfremde Elemente, vor allem auch Juden, sich zur deut- Bei dicht besetzten Tribünen haben die beiden Häuser des Bundeskongresses im großen Sitzungssaal des Capitols die Botschaft des Präsidenten Roosevelt entgegengenommen. Auch zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps waren erschienen. Daß die USA.-Regierung in wildem Tempo a u f r ü ft e n will, hatte man feit Wochen geflissentlich durchblicken lassen. Unklarheit bestand nur über das Ausmaß und die Motivierung. Wer jedoch im Zusammenhang mit der angekündigten Wehrvorlage ein klar umriffenes außenpolitisches Programm erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Botschaft des Präsidenten wiederholte die längst bekannten Ge- dankengänge Roosevelts und war im übrigen nur ein krampfhafter Versuch, die Wählermassen über ; Fehlschlagen seiner New-Deal-Politik hinwey- sichen. Während Roosevelt bei seinem Erschei- daß die tschecho-slowakische Regierung alles, was in ihrer Macht liege, tun werde, um zu einer positiven und ruhigen Entwicklung der Beziehungen zwischen Polen und Tschecho-Slowakei zu gelangen. Die tschecho-slowakische Regierung erwarte hierbei allerdings, daß auch die polnische Regierung durch eine gerechte und verständige Behandlung aller Bewohner des abgetretenen Gebiets zu einer Beruhigung beitragen werde. , Die tschecho-slowakische und die polnische Polizei haben eine Vereinbarung abgeschlossen, laut welcher, beginnend mit dem 31. Dez. 1938, der Grenz- aufsichtsdienst unter gemeinsamer Aufsicht und von gemischten tschecho-slowakisch - polnischen Abteilungen versehen wird. Es ist zu hoffen, wie in Prag amtlich betont wird, daß diese Zusammenarbeit in erheblichem Maße zur Beruhigung auf beiden Seiten beitragen werte. Oie Volkszählung Situation im tschecho-slowakisch-polnischen Grenz- der Slowakei, gebiet von Teschen vorstellig geworden. Sie führt u. a. Beschwerde über die Verbreitung anti- Preßburg, 4. Jan. (DNB.) Staatssekretär polnischer Flugblätter, über die angebliche Vorbe- Ingenieur Karmasin, der Sprecher der Deut» reitung von Attentaten auf tschecho-slowakischem schen in den Karpatenläntern, erklärte: Eine Kardi- Boden gegen polnische Militär- und Zioilbehörden,Inalfrage des Karpathendeutschtums ist die An- reit sei. . Nun folgte eine Aufzählung dessen, worin dieser Preis der totalitär geführten Völker bestehe. Diese Aufttellung Roosevelts bestand in einer Sammlung jener „Argumente", die feit Jahren von der jüdischen Hetzpresse Amerikas kolporttert werden: Angeblicher Verzicht auf Religionsfreiheit, angebliche Beschlagnahme ves privaten Kapitals, die „Gefahr, in Konzentrattonslager geworfen zu werden", der I -----------, t . r. 13roang, „die Kinder nicht als freie Menschen, son- rung wurde also durch Konoe abgebrochen, es trat öern al5 DDn einer Maschine geformte und vereine Art Burgfrieden ein, unter dem alle Kräfte if[at)fe Schachfiguren aufwachsen zu lassen". Als zur Durchführung des großen japanischen betontere Verbrechen erachtete Rovsevelt auch den lvndzieles mobilisiert wurden. Der Reichstag ver- Verzicht, alles sagen zu können, was man wolle, sichtete auf Opposition, und ganz Japan wurde „em Amerikas, die Roosevelts Ansicht Volk hinter Bajonetten". nad) vom Auslände bedroht werden, sind Religion, Inzwischen versuchte der konservative Kreis um £eTnofratie und internationale Ehrlichkeit. Die Zeit den Thron eine Einheitspartet zu errichten. rß- bekommen, wo Amerika rüsten müsse, Die geplante „nationale Mobilisierung nur um |^ne Scholle, sondern auch diese sollte die Handhabe werten, um nicht nur die alten Ideale zu verteidigen. (!) Glücklicherweise kapitalisttschen Parteien, sondern auch die ntppo- ^he diese Gefahr nicht von Ländern auf der nistische Bewegung zu verschmelzen. Dies n>e|tfitf)en Halbkugel, und die Vereinigten Staaten nach der Erklärung des Fürsten Konoe ihm 'nicht würden ihren Teil dazu beitranen, Liefen glücklichen geglückt zu sein. Ob nun die neuen, in ihrer Ziel- ^Eand gegen anstürmende Gefahren aus irgend- setzung noch nicht ganz klaren Massenparteien, die ejner Himmelsgegend zu schützen". Die USA. hät- 21 rb eiterpartei und die „soziale Masfenpar- Lßn t qeIernt (>!), daß lange vor offenen nrilitä- fei", kurzum die sogenannte n i p p o nist 11 e nfdjen Maßnahmen der Angriff beginnt durch Vor- das ( Bewegung, die alten Parteien der Minsetto ^chcifte in Form von Propaganda, subventionier- zutäus^,... —----- . . . . und der Seiyukai endgültig ablösen werten, ist von ? ' Durchdrinauna fremder Gebiete, Lockerung der I nen vor dem Haus — im Gegensatz zu den Mtt- Europa aus noch nicht zu durchschauen. Als neuer । Ministerpräsident wird Baron Hiranuma genannt. der der nipponistischen Bewegung nahe steht und Chef der Kokuhonkai ist. Die Zeitschrift der Bewegung ,Iaizo" hat sich dahin ausgedrückt: „Die beiden maßgebenden politischen Faktoren, die nip- ponistische und die Arbeiterbewegung, verfolgen ein einziges politisches Ziel, nämlich die Erneuerung des Staates; aus dem Zusammenschluß beider Kräfte wird die revolutionäre Bewegung gegen das alte System vorgetragen werden." Baron Hiranuma ist 71 Jahre alt und verfügt Neuyork, 4. Jan. (DNB.) Wie die „New über eine ausgedehnte politische Erfahrung. Er ge- Port Daily News" meldet, wurde in der Bundes- hört zu den bekanntesten japanischen Rechtssachver- Hauptstadt unter der Ueberschrift „Was jedes Kon- ständigen, war Oberstaatsanwalt, Vorsitzender des greßmitglied wissen muß" eine Flugschrift ver- Obersten Japanischen Gerichtshofes und Juftizmim- breitet, die den Vorwurf erhebt, daß die N e w - fter. Seit 1936 ist er Vorsitzender des Staatsrates, Deal-Regierung unter Präsident Roosevelt nachdem er 10 Jahre lang stellvertretender Vor- Angehörigen der jüdischen Rasse eine ungebühr- sitzender gewesen war. , Ilicy große Zahl von Posten in der iwBundes- und Staatsverwaltung, so- Da- Schicksal NangWnWeis. “r. Hongkong, 4. Dez. (Europapreß.) Die Mel- g er als 275 Namen von Juden oder düngen über Den derzeitigen Aufenthalt des von Misch versippten Personen. der chinesischen Zentralregierung seiner Remter ent- ^ie Judenliste ist nach einzelnen Ministerien gehobenen und aus seiner Partei ausgeschlosienen geordnet und beginnt mit dem Amt des ehemaligen V i z e p r ä s i d e n t e n d e r Kuo- Präsidenten, der in Amerika gleichzeitig die Funkln i n t a n g, Wangtschingwei, sind witersprechenD. ^on Ministerpräsidenten ausübt. Hier wird Nach einem Bericht aus Schanghai soll er Jid) i n K Finanzier Bernhard M. Baruch als Hongkong befinden, wo er „gegen etmaige 2In= Ker inoffizielle Präsident ter Vereinigten Staaten griffe geschützt" sei. Eine aus japanischer Quelle bezeichnet. Am 1. Dezember 1933 schrieb die „Arne- stammende Meldung besagt, Wangtschingwei halle Hebrew", daß, als Präsident Roosevelt im sich in einem Vorort von Hanoi, der Sommer jenes Jahres auf Urlaub ging, Herr Hauptstadt Franz.-Jndochinas, auf. In ferner £e= ^arud) inoffiziell das Amt des Präsidenten aus- gleiiung befänden sich fünf seiner Vertrauensleute, Ms zweiter intimer Berater des Präsidenten darunter auch der Leiter der Presseabtellung der ^r Professor Felix Frankfurter ge- chinesischen Zentralreglerung, T schuf ohel. Jeden-U der Mitglied der kommunistischen Civil falls ist die direkte Verbindung mit dem chinesischen ^iberties Union und der Spiritus rector für Generalkonsulat in Hanoi seit dem ßeüpuntt abge- New-Deal-Gesetze ist. Er soll über hun- brachen, m dem Wangtschingwei seine Friedens- ^rt „Radikale" in der Regierung untergebracht crtlärung abgab haben und gilt als Unterhändler zwischen dem In gut unterricht en Kreisen Tschun g k in Mitglied des Obersten Bnndesgerichtes, verlautet, die Zentralreglerung betrachte die Ange-< • 3 «- ~ - -- - -- - -■» — -**- legenheit Wangtschingwei als abgeschlossen. Lediglich für den Fall, daß dieser versuchen sollte, über tschechische Presseangeriffe, über die Entfernung Des Staatswappens vom polnischen Konsulat in Mährisch-Ostrau usw. Die Antwort der tschecko-slowakischen Regierung gi enthält das Ergebnis ter Untersuchungen des Gene- k Sie Verteidigung des französischen Mperiums. Kritik an ungenügender Ausrüstung der Flottenstützpunkte. — Beträchtliche Kosten des Gchiffsbauprogramms. Paris, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Flöt- tensachoerständige des „Petit Parisien" beschäftigt sich mit der Frage, was Frankreich für seine Flöt' tcnstützpunkte, die zur Verteidigung des französischen Imperiums errichtet worden seien, unternehme, und kommt dabei zu dem Schluß, daß für die Kriegs- Häfen im Budget von 1939 die Summe der Investierungen von 155 Millionen recht erheblich sei, trotzdem bleibe sie unzureichend, man müsse zusammen mit dem Kolonialministerium weitere Maßnahmen zur Reorganisierung der Häfen ins Auge fassen. Von dem Verfasser wird bemängelt, daß für Korsika lediglich Ausbesserungen vorgesehen seien Man müsse ein Programm ausarbeiten, das dieser großen Insel seine Rolle als Bollwerk Frankreichs im Mittel- meer sichere. In Bizerta (Tunis) sei die Ausbaggerung des Kanals zum Becken von Sidi- Abdalle und Arbeiten auf der Außenreede notwendig. In Algier sei die wichtigste Arbeit das Arsenal von Mers-el-Kebir. Für Dakar (Französisch- Westastika) seien vorgesehen zum Bau eines großen Hafenbeckens 120 Millionen, für die Schaffung einer U-Bootbalis etwa 35 Millionen und für den Bau eines Arsenals 3,5 Millionen. Die Seestreitkräfte, die für die Kolonien bestimmt seien, seien gleichfalls unzureichend. Rur zwei Kreuzer, Amet Torpedoboote und einige Avisos seien eingesetzt, dies aber genüge nicht. Der „I o u r" gibt eine Aufstellung d e r K o st e n der in diesem Jahr vorgesehenen S ch i f f s b a u t e n: Für den Bau des 35 000-' Tonnen-Linienschiffes „Richelieu", das am 17. Januar in Brest vom Stapel laufen soll, 1 227 000 000 Franken, die „Jean Bart" werde 1 497 000 000 kosten, die „Clemenceau" und „Gascogne", beide von je 35 000 Tonnen, seien mit 3 600 000 000 beziffert. 100 Millionen feien für den Bau eines Hochfee-U- Bootes vorgesehen, und die Ausgaben für die beiden Flugzeugträger, die in diesem Jahre auf Kiel gelegt würden, würden auf 1600 000 000 Franken geschäht. Des weiteren müsse man je 7 bis 10 Millionen für die kleinen Torpedoboote in Rechnung stellen, die im Bauprogramm vorgesehen seien. Oie Einnahme von Artesa. Völlige Planmäßigkeit der nationalspanischen Offensive. Dr. W. Burgos, 4. Januar. Die mathematische Planmäßigkeit, mit der sich die Operationen der nationalen Armee an allen Frontabschnitten in Katalonien vollziehen, geht mit besonderer Deutlichkeit aus der Art hervor, in der die wichtigste Verteidigungsstellung der Sowjetspanier im nördlichen Kampfsektor Artesa de Segre von den nationalen Truppen genommen wurde. Die nationale Armee hat, ohne daß ihre Bewegungen durch die verzweifelten Abwehrversuche des Gegners irgendwie gestört werden konnten, planmäßig den ganzen Raum um Artesa de Segre besetzt, dann den Ring um den Ort immer enger geschlossen und schließlich nach kurzer, aber äußerst wirksamer Artillerievorbereitung den vollkommen umzingelten Ort im Sturm genommen. Weder die in monatelanger Arbeit ausgeführten, mehrreihigen Beton st e l - lungen noch der stellenweise erbitterte W i d e r st a n d der Milizen vermochte etwas gegen die taktisch geschickte. Vorbereitung und die Wucht des nationalen Angriffs auszurichten. In den erstürmten Stellungen wurden viele hundert Tote vorgefunden. Tausende von Gefangenen fielen in die Hände der siegreichen nationalen Truppen. Die Kampfoverationen, die zur Einnahme Artefas führten, wurden von gemischten Truppen der nationalspanischen Armee durchgeführt. Aus allen bisher von Gefangenen gemachten Aussagen geht die Tatsache hervor, daß die Moral der Milizen mehr und mehr zu einem schwerwiegenden Problem für die sowjetspanische militärische Leitung wird. Die Milizverbände scheinen offensichtlich unter dem Anprall der fortgesetzten nationalen Angriffe den Zusammenhang zu verlieren und spalten sich in zryei gegensätzliche Teile, in eine kleinere Gruppe jener Desperados, die nichts zu verlieren haben, und in die große Masse derjenigen, die nur unter äußerstem Druck gegen die nationale Armee kämpfen und auf den Augenblick warten, in dem sie überlaufen können. Beide Gruppen erhöhen die Schwierigkeiten der fowjetspanischen Machthaber, da die Anhänger der einen Gruppe immer unoerläßlicher, die der anderen immer unbotmäßiger werden. In scharfen, Gegensatz zu dieser Zersetzung innerl>alb der Milizen steht die Geschlossenheit der Truppen General Francos. Borjas Biancas erobert. Bahnverbindung Lerida—Tarragona unterbrochen. Bilbao, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der iw- tionalspanische Heeresbericht meldet: Die national- spanischen Truppen besetzten die Orte Monsoniz, Mongay und Marcobau und drangen in völlig überschwemmtes Gebiet ein, da die Bolschewisten die Dämme der Flüsse und des Kanals von Urgel durchstochen haben. Im Südabschnitt wurden die Orte Alfes, Cafteldans, Artesa de ßeriba und Puigver sowie das Llarge-Gebirge erobert. Es konnten über 2600 Gefangene gemacht werden. Unter der Beute befinden sich auch fünf Haubitzen, 155 Maschinengewehre, ein Panzerwagen und eine Mörserbatterie. In den Nachtstunden des Mittwochs wurde die wichtige Kreisstadt Borjas B l a n c a s an der Hauptstraße Lerida—Vendrell nach hartem Kampf durch die Navarra-Division und Legionäre unter der Führung General Solcha- gas erobert. Gleichzeitig eroberten die nationalen Truppen den am Stadtrand liegenden Bahnhof von Borjas Blancas und unterbrachen damit die bisher in rotem Besitz befindliche Bahnstrecke Leriha — Tarragona. Nach der Eroberung von Artesa de Segre ist mit Borjas Blancas der zweite Angelpunkt des roten Verteidigungsgürtels in Katalonien in nationalspanischem Besitz, so daß dieser Widerstandsring als völlig gesprengt betrachtet werden kann. Oie neue politische Gruppe in England Gründungsversammlung der „Bewegung der Hunderttausende'-. abs. London, 5. Januar. Am Mittwochabend fand in London die Gründungsversammlung der neuen politischen Gruppe statt. An ihr nahmen u. a. folgende Parlamentsmitglieder teil: Von konservativer Seite Duncan Sandys, Harold MacMillan, Vioyan Adams und Ellinor Rathbone, von der Arbeiterpartei Äapitänleutnant Fletcher und Lord Stanley cf Adlerney. Der Unabhängige Vernon Bartlett war am Erscheinen verhindert, hatte jedoch eine Sympathieerklärung geschickt. In der Versammlung wurde erklärt, der Mangel eines wirklichen Führers sei der Anlaß dazu gewesen, nunmehr eine Bewegung der Hunderttausende ins Leben zu rufen. Im übrigen nahm die Veranstaltung einen widerspruchsvollen Verlauf. Während zunächst aus den Reihen der Anwesenden erklärt wurde, es sei keine Kundgebung gegen Chamberlain beabsichtigt, führte der Schwiegersohn Winston Churchills, Duncan Sandys, später aus, die neue Bewegung wolle für eine wahre nationale Regierung eintreten, deren Politik g e - nau das Gegenteil der gegenwärtigen Regie- rungspolitik fein müsse. Er überlasse es der Vor- stellungsgabe des einzelnen, ob der Ministerpräfi- dent an der Spitze der ins Auge gefaßten neuen politischen Gruppe, die von den Konservativen bis zur Arbeiterpartei reichen solle, bleiben könne. lieber die außenpolitischen Ziele der neuen Gruppe heißt es in einem der 10 Punkte, die das Programm umfaßt: Man glaube, daß der Frieden n i ch t d u r ch Weichen vor der Gewalt oder durch Drohungen mit Gewalt erhalten werden könne, sondern nur durch Schaffung einer Front friedensliebender Nationen, die sich verpflichten, den anderen Widerstand zu leisten. Diese Sammlung friedsamer Nationen hänge von der Führung Englands ab und könne nur zum Erfolge führen, wenn England selbst einig und stark sei. Die bisherige englische Außenpolitik wird — und darin offenbart sich der wahre Charakter dieser neuen Organisation und die Absicht ihrer Gründer vielleicht am ehesten — als schwach hingestellt, und es werden die Rückstände in der Rüstung bemängelt. Wenn Sandys auch ausdrücklich betonte, daß man es ernst meine, scheint die erste Versammlung doch fein hervorragender Erfolg gewesen zu fein, denn als Sandys anregte, daß alle, die nicht bereit feien, die Organisation zu unterstützen, den Saal verlassen sollten, gingen von den etwa 300 Erschienenen rund 50 fort. Schließlich wurde die Bildung eines politischen Rates vorgeschlagen. Die Herzogin von Atholl, die erst vor kurzem vie Konservative Partei verlassen hat, um sich der Unabhängigen Labour-Partei anzufchließen, wurde zur Ehrenschatzmeisterin ernannt, während Sandys den vorläufigen Vorsitz übernahm. Am Donnerstag werden bereits Geschäftsräume in der Parlamentsgegend bezogen. Am 11. Januar wird eine weitere Versammlung in der Caxton-Hall stattfinden. Die englische Fkotienrüstung. Londo n, 4. Jan. (Europapreß.) Im Jahre 1939 wird die englische Kriegsflotte nach einer Darstellung der „Evening News" um hundert Fahrzeuge verstärkt werden. Es soll sich dabei um Einheiten handeln, anaesangen bei Motor-Torpedo-Booten und aufhörend bei 10 000- Tonnen-Kreuzern. Zur Zeit sind etwa 150 Einheiten im Bau. Im Jahre 1940 würden in zeitlichen Abständen sieben neue Schlachtschiffe die Flotte verstärken, unabhängig von dein Baupro- gramm des Haushaltsjahres 1939/40 Außer fün lm Bau befindlichen Kriegsschiffen sind im Bau. Fünf Flugzeug träger, von denen zwei noch in diesem Jahre fertig sein werden: 22 Kreuzer, unter ihnen drei 10 OOO-Tonnen-Schiffe, die ebenfalls noch in diesem Jahre fertig fein werden: 23 Zerstörer, von denen 20 im Jahre 1939 in Dienst gestellt werden sollen: 15 Unterseeboote: drei Begleitschiffe: vier Minenleger, drei Patrouillen-Dampfer: ein Beobachtungsschiff und ein Unterseeboot-Depotdampfer werden ebenfalls im Jahre 1939 zur Verfügung stehen. Weiter spricht das Blatt von vier Fluß-Kanonenbooten und etwa dreißig Motor-Torpedobooten. Das Blatt meint, daß von den fünf 35 000- Tonnen-Schlachtfchiffen, die sich im Bau befinden, zwei bereits im Jahre 1940 und drei im Jahre 1941 fertig fein würden. Die beiden weiteren Schlachtschiffe, deren Bau wohl genehmigt, aber noch nicht begonnen sei, würden 40 000 Tonnen haben, nachdem die Gleitklausel des Londoner Flottenoertrages von England, Amerika und Frank- reich fallen gelassen worden war. IBefferberidif Die schnelle Entwicklung einer Tiefdruckstörung aus Frankreich brachte Westdeutschland in der Nacht zum Donnerstag erneute Niederschläge, die meist aus Schnee bestanden. Nach kurzem Temperaturanstieg am Donnerstag ist dann bei Windströrnun- gen aus Nord wieder stärkerer Temperaturrückgang zu erwarten. Vorhersage für Freitag: Wechselnde Bewölkung, einzelne kurze Niederschläge, wieder vielfach als Schnee. Temperaturrückgang, nachts leichter Frost, nordwestliche Winde. Vorhersage für Samstag : Kälter, jedoch nicht beständig. Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 0,9 Grad Celsius, abends 0,9 Grad: am 5. Januar: morgens 0,8 Grad. — Maximum 1,5 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Januar: abends 0 Grad; am 5. Januar: morgens 0 Grad. — Sonnenscheindauer 2,8 Stunden. 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Ein kleiner Teil der Eisfläche konnte so hergerichtet werden, daß sich darauf laufen läßt. Das Spiegeleis der Tage vor Weihnachten ist allerdings „hinüber"! Bei dem schönen Wetter des gestrigen Tages war es für die Kinder selbstverständlich, daß sie mit ihren Schlittschuhen zur Eisbahn zogen. In ihrem Optimismus waren sie überzeugt, daß man laufen kann. Und man konnte es tatsächlich! Der Eisverein hat, soweit es in seinen Kräften stand, dafür gesorgt, daß eine einigermaßen gute Bahn zustande kam. Also konnte sich die Jugend tummeln. Am Abend zogen die Erwachsenen im Schein der elektrischen Tiefstrahler ihre Bogen und Kreise auf der Eisbahn. — (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. V. in G. 1. Grundsätzlich ist der Vermieter verpflichtet, die Mietwohnung für die Mietzeit in einem zum vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Aus Ihrer Anfrage ist zu entnehmen, daß die Feuchtigkeit des Hauses schon immer bestand, also auch bei Abschluß des Miet- vertags vorhanden war. Der Mieter kann deshalb wohl berechtigt 'fein, für die Dauer des infolge der Feuchtigkeit minderen Gebrauchswertes der Wohnung einen entsprechend geringeren Mietzins zu entrichten, evtl, sogar Schadenersatz zu verlangen. Falls der Mieter jedoch den Mangel der Wohnung bei Abschluß des Vertrags gekannt hat, stehen ihm diese Ansprüche nicht zu. Aber auch in diesem Falle kann der Mieter fristlos die Wohnung kündigen, wenn ihre Benutzung infolge der Feuchtigkeit mit einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden ist. In Ihrem Falle wird es wohl gut sein, wenn Sie sich mit dem Mieter, da er ja nicht ausziehen will, auf einen geringeren Mietzins einigen, der bei dem bestehenden Mangel der Wohnung angemessen ist. 2. Eine Umstellung des Hindenburgwalls auf Wechselstrom ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. H. A. in G. 1. Einen im Jahre 1932, also vor sechs Jahren, geleisteten Offenbarungseid brauchen Sie heute nicht mehr anzugeben. Dies folgt daraus, daß das Gericht, bei dem der Offenbarungseid geleistet wurde, fünf Jahre seit dem Schluß, des Jahres, in dem die Eintragung dessen, der den Eid geleistet hat, in das Schuldverzeichms erfolgte, diese löscht. 2. Nach dem, was Sie in Ihrer Anfrage vortragen, kann es wohl möglich fein, daß das Gesetz über die Bereinigung alter Schulden auch für Sie gilt. Falls eine gütliche Schuldenreinigung mit Ihren Gläubigern nicht möglich war, können Sie die Hilfe des Amtsgerichts in Anspruch nehmen. Falls jedoch das Gesetz über die Bereinigung alter Schulden nicht angewcndet werden kann, müssen Sie wohl oder übel Ihre Gläubiger pfänden lassen. 3. W. Tr. Die Eintragung in die Handwerkerrolle ist vor der gewerblichen Anmeldung des Betriebs vorzunehmen. Die Bescheinigung über den erfolgten Eintrag in die Handwerkerrolle ist bei der gewerblichen Anmeldung vorzulegen. Buntes Allerlei. Arbeitsdienstsprache. Im Arbeitsdienst ist die Jugend aus allen Gegen-' den Deutschlands, aus allen Ständen und Schichten der Bevölkerung vereint, und so ist in den Lagern eine eigene Sprache entstanden, in der viele Ausdrücke aus einer Mundart der Umgebung und andere aus der Zunftsprache, aus der Sprache des Handels, der Großstadt und aus der Sprache ehemaliger Soldaten hervorgegangen find. Diese Sprache ist etwas Lebendiges, das sich dauernd verändert und an dem jeder Arbeitsmann mitwirkt. Kommt einer auf Urlaub, so erzählt er nicht selten unbewußt in seiner Lagersprache. Eine Anzahl Proben von dieser Arbeitsdienstsprache stellt Horst Seemann in der Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins „M uttersprache" zusammen. Es wird vom Essen gesprochen, und wir hören, daß sein Magenfahrplan zum Beispiel für Wirsingkohl den schönen Ausdruck „Fußlappen" vorrätig hält; „Rennfahrersuppe" ist Erbsensuppe, „trockener Oskar" trocken Brot, und der Kaffee wird scherzhaft „Negerbrühe" genannt. Der Ausdruck „Maßnahme", der aus der Fachsprache der Planung stammt, hat im Arbeitsdienst verschiedene Bedeutung. Zunächst wird damit ein Arbeitsvorhaben bezeichnet, dann überhaupt jede Baustelle; „die Arbeitsmänner gehen auf die Maßnahme" heißt es. Schließlich bezeichnet der Arbeitsmann damit aber auch fein Mädchen. „Ich habe eine neue Maßnahme", das ist dasselbe wie „Ich habe ein neues Mädchen kennengelernt". Der Bedeutungswandel ist wohl aus dem Sinne des „Vorhabens" zu erklären; wenn der Arbeitsmann etwas vorhat, dann trifft er sich mit „ihr . Die kurzen Stiefel, die stets tadellos „gewienert" (geputzt) sein müssen, nennt er „Knobelbecher"; vor der Besichtigung herrscht allgemein „Spatenfieber" (Lampenfieber) im Lager. Der „Hackenknaller" ist einer, der bei jeder, auch unpassender Gelegenheit in übertriebener Weise die Hacken zusammenschlägt; man nimmt ihn wegen seiner „Angabe" gern „auf die Schippe" (d. h. macht ihn lächerlich). Eine Schlange, die Eier frißt. Unter den Tieren gibt es Allesfresser und Spezialisten, die sich auf eine ganz bestimmte Nahrung beschränken. Merkwürdig ist unter den Letzteren eine Schlange, deren Hauptnahrung aus Eiern besteht und deren Körper Besonderheiten aufweist, die ihr das Eierfressen möglich machen. Es handelt sich um die Eierschlange (Dasypeltis scabra), ein Tier von etwa 80 Zentimeter Länge, das im südlichen und tropischen Afrika beheimatet, aber schon bis Mittelägypten und Südarabien vorgedrungen ist. Ihr Vorgehen wird in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" geschildert. Wenn die Schlange ein Nest gefunden hat, so versucht sie, in der Nestmulde oder am Boden ein Widerlager zu finden, das ein Wegrutschen des Eies verhindert, und dann stülpt sie sich gleichsam darüber. Selbst Eier, deren Durchmesser beträchtlich größer ist als der der Schlange, werden als Ganzes ausgenommen. Sie werden in Mund und Speiseröhre hmemgewürgt, was der Schlange möglich wird, da die beiden Unterkieferäste nicht miteinander verwachsen sind, sondern durch ein elastisches Band zusammengehalten werden. Ein geschlossener Schultergürtel fehlt, und so wird das Ei beim Hinabgleiten in die Speiseröhre nicht behindert, die eine merkwürdige Anpassungserscheinung zeigt: Fortsätze der ersten 24 Rückenwirbel ragen in die Speiseröhre hinein, und sobald sich der Mund hinter dem eingewürgten Ei schließt, treten die Zähne in Tätigkeit. Das Ei wird zertrümmert, sein Inhalt gleitet weiter zum Magen, während die Schalentrümmer wieder ausgespien werden. Der Eingang der Luftröhre liegt nicht wie beim Menschen weit hinten, da die Schlange hierdurch ersticken könnte, sondern am Grunde der sehr beweglichen Zunge, die während des Schlingens herausgestreckc wird und so den Luftröhreneingang freihält, so daß die Atmung nicht behindert wird. C. K. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr.-Hans Thyriot; für den übrigenTeil.ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im Alter von 60 Jahren. 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Goethe-Bund Giefeen und Kauf männ.Verein Giefeen Vortrags folge 1938/39 2. TEIL 1. Donnerstag, den 12. Januar 1939: 'Lichtbilder- und Schmalfilmvortrag der bek. Kainstfliegerin und Europameisterin Kiesel Bach: 10 Jahre Kunstflug. Erlebnisse und Flugabenteuer aus meiner Fliegerlaufbahn. 2. Montag, den 23. Januar 1939: Dichterlesung Wilhelm Schilfer liest aus eigenen Werken. 3. Donnerstag, den 2. Februar 1939: Schmalfilmvortrag des Frontdichters P. C. Ettierhoff er: Meine Afrikareise 1938. Ein Vortrag und Film aus unseren Kolonien. 4. Donnerstag, den 9. Februar 1939: Vortrag des schwedischen Dichters Albin Wi<16n: Altschwedische Kulturtiberlieferungen in der Gegenwart. Mit Lichtbildern. Zusammen mit dem Oberhessischen Kunstverein. 5. Mittwoch, den 15. Februar 1939: Lichtbildeivortrag von Prof. Dr. Wraldmann: Wien, die Stadt der deutschen Ostmark. 6. Dienstag, den 28. Februar 1939: Vortragsabend des Vortragsmeisters Ernst Kreuzträger: „Kunterbunt“, eine Stunde deutschen Humors. 7. Donnerstag, den 9. März 1939: Eichtbildervortrag von Dr. Peter Supf: Werdezeit der deutschen Fliegerei. 8. Vorn 19.-26. März 1939: Gießener Goethe-Festwoche. seD GLORIA Täglich mit Riesen-Erfolg! Pour le merite HUI Anfangszeiten:-3.-3Q, 5JO und &3Qyjir W der Ufa-Großfilm 6ia So schnell geht das in diesem modernen Waschkesselofen. Da werden Sie nun auch viel früher fertig am Waschtag. Dabei aber spart er noch Kohlen. Schaffen Sie sich auchsoelnen Helfer an. Erwird Ihnen gern näher erklärt bei W J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr 2145-2146 Hochtrachtrges Vogels berger Rind im Januar kalbend, zu verkauf. Ludw. Mandler Gastwirt Ims __Kinzenbach. Kind.-Kastenwagen (blau), sehr gut erhalten, zu verkaufen. Zu erfragen in b. Geschäftsstelle des Gieß. An;. [043 Verschiedenes| Zum l.März ob. 1. 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Zanuar 1959 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 4 Zweiter Blatt ögruppenchei Vizeadmiral im Oberkommando der Wehrmacht, Die Handelsstatistik der drei französischen Vesitzun- 2. 3. der Marokko 6.3 Millionen. Vas pno öuiarmnen “ “7"' aU 16 Millionen, zwei Fünftel dex Einwohner- träum vorgesehen. und nachher NlVEA Milliarden Milliarden Milliarden Milliarden Dann wird man Ihren Händen die Tagesarbeit nicht ansehen. Mit Nivea-Creme gepflegte Haut wird widerstandsfähig u. geschmeidig. 8,3 7,1 2,9 1,2 Milliarden Milliarden 2,5 1,6 Franken Franken Franken Franken Franken Franken bietet für das Jahr 1937 1. Algerien: Gesamthandel Frankreichs Anteil Tunesien: Gesamthandel Frankreichs Anteil Marokko: Gesamthandel Frankreichs Anteil Großes Welttheater in Berlin Aus dem vielfarbigen Gpielplan der Reichshauptstadt. Diese Ziffern ergeben, daß rund fünf Siebentel des Handels von Französisch-Nordafrika auf den Verkehr mit dem Mutterlande, einschließlich dessen Kolonien, entfallen. Am stärksten dominiert Frankreich in Algerien, das schon über ein Jahrhundert den Franzosen gehört. In Tunesien fällt, wenn auch in starkem Abstand hinter Frankreich, noch der italienische Handel ins Gewicht; in Marokko der englische, belgische, amerikanische und deutsche. Es ist also zunächst die handelspolitische Bedeutung Nordafrikas für Frankreich, wegen der die Franzosen so großen Wert auf diesen Besitz legen. Man kennt außerdem die französische Tendenz, bie wirtschaftlichen Beziehungen zum Mutterland und Kolonien möglichst sür das erstere zu monopolisieren. Das französische Kolonialreich gewinnt in vieler Beziehung für Frankreich immer mehr eine ähnliche Bedeutung wie das englische Während sich die Berliner Einstudierung von Somerset Maughams „Freund Jack" in dem (gleichfalls von Hilpert geleiteten) Wiener Theater in der Josefstadt vorstellt, hat Hilpert eine Aufführung der Josefstädter in die Berliner K a m - mer spiele übertragen: Hermann B a h r's „W i e n e r i n n e n", die in der Jnszenietung Hans Thimigs in Wien einen so sensationellen Erfolg erringen konnten, wie er von dieser längst bekannten und etwas angestaubten Komödie doch wohl kaum zu erwarten war. Wenn es also nicht am Stück liegt, muß dieser Erfolg ein Verdienst des Theaters sein. In der Tat, wir haben gelernt, wie sie in Wien eine Wiener Komödie spielen oder spielen können. Was die Norddeutschen dem Spiel Bahrs mit einigen Bemühungen hinzutun müßten, das Wiener Temperament, die Sprache, den Tonfall, das „Wienerische" eben, das ist drunten an der Donau von selbst vorhanden. Bahrs Vorkriegskomödie — sie wird natürlich in den Kostümen der Jahrhundertwende und in den Jugendstilfalons gespielt, die Otto Niedermoser entworfen hat — stellt sich heute als eine Art kulturgeschichtliches Dokument dar, dessen Thema einfach „Wienerinnen" heißt. Da sind nun die besonderen seelischen. Elemente dieses Vorkriegs-Wiens und seiner Frauen eingefangen, und wie wundervoll werben sie auf der Bühne herausgestellt! Das Stück beginnt gleich mit einer großen Unordnung, mit einem Chorus durcheinander schreiender weiblicher Stimmen. Schlamperei und Unordnung brechen auch späterhin oft genug aus: wie sie bann burcheinanderschwatzen, wie sie sich über ein Nichts aufregen, wie an brei ober mehr Stellen ber Bühne zugleich gespielt unb gesprochen tbirb; und dieses Schwatzen und Tratschen über Verlobung und Schneiderinnen, diese Aufstände und Empörungen, biese komischen Verwirrungen unb Zänkereien: bas sind Meisterstückchen der Regiekunst, die Hans Thimig scheinbar nur so nebenbei und selbstverständlich hinlegt. Hier blüht sozusagen die Quintessenz des Wienerischen auf, hier ist die Luft wirklich mit einer unnachahmlich heitern und hellen Lustspielatmosphäre geladen, der die Berliner herzliches Verständnis und höchste Bewunderung entgegenbrachten. Unter den Wienerinnen stehen Hilde K r a h l, Jane Tilden und Dagny Seroaes obenan; unter den Wienern: Anton Edthofer, Herbert Aichinger und der Kaffeehausästhet Hans Unterkirche^s. Die erste Aufführung bewies, daß der große Erfolg den „Wienerinnen" von Wien nach Berlin gefolgt ist. Diesem ersten Berliner-Wiener Austauschgastspiel werten weitere folgen. Daß sie so glücklich begonnen haben — an der Donau nicht minder als an der Spree — das wollen wir als ein schönes und glückbringendes Vorzeichen für die Zukunft buchen. Gerhard Bohlmann. Kunst und Wissenschaft. Verleihung des Preises für Bildende Kunst der Reichshauptstadt. Die Reichshauptstadt hat 1938 erstmalig den Preis für die Bildende Kun st" in Höhe von 1OOOO RM. gestiftet. Der Preis ist in erster Linie für Nachwuchskünstler gedacht. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volksauf- klärunq und Propaganda sind jetzt von Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert als Preisträger bestimmt worden: Bildhauer Anton Gräuel, Maler Heinz Trapp, Maler und Graphiker Alfred Kitzig. Weiter hat der Oberbürgermeister eine „Medaille für Bildende Kunst gestiftet, die erstmalig dem Bildhauer Professor Arno B r e k e r und dem Maler Professor Franz für England. Was die Methoden und den Stand des wirtschaftlichen Aufbaues betrifft, so sind auch in dieser Beziehung die statistischen Ziffern lehrreich. In Algerien balancieren die Aus- und Einfuhrwerte annähernd, mit einem gewissen Ueberschuß der Ausfuhr. In Tunesien überwiegt die Einfuhr die Ausfuhr merklich, und in Marokko tut sie es ganz bedeutend. Daraus geht hervor, daß in diesen Gebieten — Tunesien wurde 1881 erworben, Marokko endgültig erst durch den Weltkrieg — noch bedeutende Investierungen im Dienst einer Aufbauwirtschaft stattfinden. Die früher herrschende Meinung, daß die Franzosen an kolonialwirtschaft- licher Energie nicht besonders hoch einzuschatzen seien, muß aufgegeben werden. Wer das Bild des marokkanischen Haupthafens Casablanca jetzt und noch vor 15 Jahren vergleicht, der staunt über die inzwischen geschehene 'Veränderung. Auch Tunesien schreitet fort. Bevor die „Compagnie Franco-Afri- caine" in dem Hauptolivengebiet von Tunesien zu arbeiten begann, stand dort eine halbe Million Oel- bäume. Heute sind es vierzehn Millionen! Man muß sich diese Zahl vorstellen, vierzehn Millionen Bäume, um zu ahnen, welch eine Bodenfläche da erst bearbeitet, umgebrochen, getränkt und tragfähig gemacht werden mußte. Länger als eine Stunde fährt der Zug durch diese Baumreihen; jeder Baum steht vom nächsten 25 Meter entfernt, und zwischen den Bäumen wogen Getreidefelder. Die drei nordafrikanischen Gebiete ergänzen die Getreideproduktion des europäischen Frankreich auch in ungünstigen Jahren bis zur vollen nationalen Bedarfsdeckung. Auch die afrikanischen Erzoorrate sind bedeutend. Dazu liefern Tunesien und Algerien zusammen ein Drittel der gesamten Welterzeugung an Phosphaten, ungerechnet die noch kaum m Angriff genommenen marokkanischen Phosphatlager. Für das französische Bewußtsein find diese wirtschaftlichen Werte aber nur die eine Seite des großen nordafrikanischen Besitzes. Die andere ist die bevölkerungspolitis ch e, das heißt m diesem Falle besonders die militärische. Algerien hat 7,2 Millionen Einwohner, Tunesien 2 6, Marokko 6,3 Millionen. Das sind zusammen mehr Frankreich und Nordafrika Von Dr. Paul Rohrbach. gen in Nordafrika, Algerien, Tunesien und Marokko, "* das folgende Bild: zahl des europäischen Frankreichs. Mehr als 90 d. H. sinh Eingeborene: Araber, arabisierte und reine Berber, die letzteren namentlich in den Gebirgsgegenden. Als Soldatenmaterial gelten die Berber, der Hauptstock der Bevölkerung, gleichviel ob sie noch ihre alte, eigne Sprache oder arabisch sprechen, als gut. Es gib! auch französische Stimmen, die sich darauf berufen, daß zwischen dem Berber und dem Südeuropäer physisch kein großer Unterschied besteht und daß, wenn nur das Hindernis des Islam überwunden werden könnte, eine Assimilierung z. B. der grundtüchtigen berbe- rischen Bauernbevölkerung der Großen und Kleinen Kabylei keine geringe bevölkerungspolitische Hoffnung für Frankreich bedeute. Auf jeden Fall ist es klar, was 16 Millionen Seelen für die Rekrutierung des französischen Heeres ausmachen! In diesem Bild Nopdafrikas gibt es einen dunklen Punkt, und das ist die französische Siedlung. Frankreich ist zu menschenarm, um außer mit seinem Geld auch mit seinem Blut zu kolonisieren. Von den 900 000 Europäern, die in Algerien wohnen, ist noch nicht die Hälfte französischer Herkunft. West-Algerien ist stark mit Spaniern durchsetzt, in Ost-Algerien gibt es Italiener. Der Druck auf Annahme der französischen Staatsangehörigkeit ist noch nicht gleichbedeutend mit Assimilierung. Unter den französischen Kolonisten in Algerien trifft man viele Elsässer und auch Nachkommen deutscher Einwanderer, die schon vor langer Zeit auf den Ruf französischer Agenten dorthin gegangen sind. Von den rund 100 000 Europäern in Marokko führung eines „bürgerlichen Trauerspiels" alles andere als ein realistisches Spiel: eine Vision ist es, von einem genialen Spielleiter geschaut und mit ; allen theatralischen Mitteln in die Wirklichkeit der Bühne gebannt, eine Aufführung, die — wie „Richard III." — unter den Berliner Inszenierungen eine Sonderstellung einnimmt, die visionäre Leistung, ; eines großen Stilkünstlers. Friedrich K a y ß l e r als Meister Anton und Käthe Gold als Klara in den Hauptrollen tragen die Last des Abends. Gleicht dieser Hebbel einer schweren nordischen Ballade, so wird im Kleinen Haus ein französisches Chanson angestimmt: Marcel Pagnols „Südfrüchte", das letzte Stück einer Trilogie, dem des Autors „Goldener Anker" und „Fanny" vorausgegangen find. In den Bühnenbildern von Rochus ©liefe, die die Wohnungen der Marseiller Kleinbürger und die Gassen und Cafes der Stadt ungemein charaktervoll nachbilden, entfaltet der Spielleiter Gustaf G r ü n d g e n s ein so echtes und verblüffendes Stück südfranzösischen Lebens, daß man sich nicht wunderte, wenn unsere Schauspieler plötzlich französisch sprechen würden. Mit so leichter Hand, so zart und tändelnd leitet Gründgens die Aufführung, daß sie wirklich wie ein französisches Volkslied erklingt, in dem die Düsterkeit" des Todes und die Heiterkeit des Daseins dicht neben einander stehen, in dem Wehmut und Uebermut zu gleichen Teilen gemischt sind. Käthe Dorsch, bie vor Jahren als bie junge Fanny des bekannten „Goldenen Ankers" auftrat, zeigt jetzt ihre weibliche und warme Kunst als alternde Frau und besorgte Mutter, die ihren Sohn (Hermann Braun) unbekannten Versuchungen ausgesetzt sieht. Der Cesar Werner Krauß': welche vollblütige und lebensnahe Gestalt eines alten cholerischen Kneipwirts, den Krauß mit der dämonischen Besessenheit des großen Schauspielers darstellt. Ihnen und den änderen Künstlern dankte jubelnder Beifall. Auch eine der Vorstellungen des Staatstheaters, die für die nächsten Wochen ausverkauft sein dürfte. * Das neue Schillertheater der Reichshauptstadt, das unter der Leitung seines Intendanten Heinrich George kürzlich mit „Kabale und Liebe" die Spielzeit und seine neue Aera eröffnete, bringt Shakespeares „König Heinrich IV., erster Teil", jenes Königsdrama m dem sich der junge Heinz noch mit Sir John Falstaff unb seinen Genossen tummelt, währenb er im zweiten Teil zum königlichen Nachfolger seines Vaters, zu Heinrich V., heranreifen wirb, bem bas nächste ber Königsbramen gewibmet ist. Der Spielleiter Ernst Legal hat bei ben zahlreichen kurzen Szenen für einen raschen Dilberwechsel zu sorgen und bevorzugt daher eine anbeutende, stilisierenbe Buhnenausstattung, der Robert Herlth den schweren büsteren Charakter bes Mittelalters aufpragt Auf der Ebene ber großen Staatsaktion führt ber König Paul Wegeners und der Percy Claus C lau- f e n 5 1 in ber Mitte ber Schenkenszenen steht Falstaff, den Heinrich George mit breitem, behäbigem Humor unb gewinnender ^Menschlichkeit spielt. Nach ber großen Historie Shakespeares bie kleinere Vernarb Shaws: bie D o l k s b uh n e nimmt „Cäsar und Kl-opatra in Berlin lange nicht gegeben, in ben Spielplan auf. Richarb Weichert läßt bie Komöbie, bie mehr einem geschichtlichen Bilderbogen als einem Theaterstück mit E ich h o rst verliehen würbe. Heidelberger Reichsfestspiele 1939. Die Heibelberger R e i ch s f e st s p i el e 1 9 3 9 finben vom 12. Juli bis 20. August statt. Zur Aufführung sinb Schillers „R ä u b e r", Gerhart Hauptmanns „Florian Geyer', Eichenborffs „Freie r" unb Shakespeares „Sommernachts- Berlin, an der Jahreswenbe. Der Ausländer, der sich um die Jahreswende in Berlin aufhält und sich in ber Zeitung über die Aufführungen der Theater unterrichtet, wirb erstaunt sein über ben Reichtum unb bie Mannigfaltigkeit bes Berliner Spielplans, besten Stücke sich, geographisch betrachtet, vom Norbbeutschen Hebbel bis zum Wiener Hermann B a h r erstrecken; ein Spielplan, ber die klassische Tragödie ebenso umfaßt wie das ^moderne Lustspiel und den unterhaltsamen Schwank, der Raum hat für französische und englische Komödien — G. B. Shaw ist augenblicklich der meistgespielte Autor in Berlin — also ein buntes, farbenfrohes und reichbelebtes Programm, wie es einer aufgeschlossenen und geistig regsamen Weltstadt würdig ist. Der Ausländer wird über diese Vielseitigkeit und Weltoffenheit nicht wenig erstaunt sein, ist ihm doch von seiner Presse die Kultur des nationalsozialistischen Deutschland stets als engstirnig, beschränkt und chauvinistisch bargestellt worben! Unb wenn der .Frembe nun prüft, wo eigentlich bie großen Erfolge bieses Spielplans liegen: keineswegs bei ben luftigen Schwänken unb heiteren Possen, sie liegen überhaupt nicht bei ben „leichten Stücken", sonbern bei ben schweren und ernsten Tragöbien der Weltliteratur. Lothar M ü t h e l s „Hamlet"- Inszenierung, weit über hundert Male vor ausverkausten Häusern gespielt, die „Emilia Galotti" und der „G y g e s" (Gründgens), ber monumentale „R ichard III." (Fehling) gehören zu ben Aufführungen, für bie schon sofort nach Ankünbigung sämtliche Karten verkauft sind. Der Berliner ist also keinesfalls von dem Verlangen nach „leichter Ware" beherrscht; im Gegenteil, er sucht das tragische, stilvoll gespielte unb ftilbilbenbe Theater! Eine solche Theatergemeinde, bie sich in den letzten fünf Jahren nationalsozialistifcher Theaterpolitik gesammelt unb geb Übet hat, reagiert mit unglaublicher Feinfühligkeit auf alle Absichten der Bühne und auf alle, auch bie leisesten Abstufungen ber Aufführungen. So sind es nicht nur die wenigen Kunstberichterstatter der Zeitungen, bie Zuschauer selbst sind es, bie die Aufführung von Hebbels „Maria Magdalene" im S t a a t s t h e a t e r unter Leitung Jürgen Fehlings sogleich als eine ber großen theatralischen Ereignisse bieses Winters emp- finben, so baß sie nach ben Aktschlüssen benommen vor der Bühne verharren unb erst allmählich in bie Gegenwart zurückfinden können. Es ist wieder der Stilwille eines großen Spielleiters, eines Norddeutschen, der Hebbels Werk zu so beklemmender, atemraubender Wirkung bringt. Die Handlung vom Zusammenbruch einer engherzigen, kleinbürgerlichen Welt schreitet hier mit schicksalsschweren Schritten über die Bretter, auf die Cesar Klein einen ker- kerähnlichen, kahlen Raum gebaut hat. Wieder läßt Fehling (wie im „Richard III.") kein Textwort aus, alle Monologe, jedes Beiseitesprechen wird gegeben, aber wie sind diese Sätze, die im Buch vielleicht nüchtern wirken, hier ausgedeutet unb vertieft worden, mit welcher großartigen, unerschütterlichen Gelassenheit werden sie vorgetragen, wie schicksalsvoll kann ein Schweigen werden, wie bedeutsam ein Windstoß oder das Knarren einer Tür! Dabei ist diese Aufsind 70 000 Franzosen. Marokko ist für Frankreich eine große Hoffnung, man ist stolz darauf, was man dort mit französischem Kapital und französischem Unternehmungsgeist geschaffen hat. In Marokko geht es sozusagen „französisch-amerikanisch" her. Eine Sorge ist T u n e f i e n. In Algerien fühlt sich der Franzose zu Hause, in Tunesien nicht. Hier hat sich auch, wie es heißt, 'infolge der großen Menschenverluste Frankreichs im Weltkrieg, durch die auch die Kolonisten in Afrika dezimiert wurden, der französische Grundbesitz gegen bas Andrängen ber italienischen Siebter nicht voll behaupten können. lieber bie nationale Statistik ist in Tunesien viel Streit. Blutmäßig ist jedoch das französische Element unzweifelhaft in ber Minderheit gegen das italienische, währenb allerdings auf ber Kapitalfeite Wirtschaft die Franzosen dominieren. Aus alter Welt. Gefährlicher Landesverräter durch einen Hitlerjungen unschädlich gemacht! Wilhelmshaven, 2. Jan. (DNB.) Dich Pressestelle des Kommanbos ber Marinestatioich Norbsee teilt mit: Der Jungzugführer ber HI« unb Derwaltungslehrling bei ber Stabtverwaltuncj Wilhelmshaven Hellmuth Gerharbt hat voq einiger Zeit einen Spion beim Photographiere^ militärischer Anlagen im Festungsbereich von Wilj helmshaven überrascht. Gerharbt verfolgte auf. beni Rade ben flüchtenben Täter, konnte ihn nach lange« Verfolgung stellen unb bis zum Eintreffen ben Polizei fe'sthalten. Als Anerkennung für fein ent! schlostenes und umsichtiges Verhalten, durch da^ ein gefährlicher Landesverräter uni schädlich gemacht werden konnte, hat Gerhardt vom Kommandierenden General ber Marinestation Norbsee, Abmiral Saalwächter, ein wertvolles Buch mit eigenhändiger Widmung zum Geschenj erhalten. Darüber hinaus hat der Amtsgruppenchef Canaris, dem Jungzugführer feine besonder« Anerkennung ausfprechen und ein größeres Geld« gescheut überreichen lassen. Derkehrsunglück auf ber Reichsaulobahn vor Gericht Vor ber Potsbamer Strafkammer begann bid Derhanblung wegen bes folgenschweren Verkehrst Unfalles, bem am'3. November 1938 auf ber Reichs^ autobahn Magbeburg—Berlin brei Mitglieber betf Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof zum Opfers fielen. Beim Zusammenstoß ihres Dienstwagens mit) einem unbeleuchtet am Raube ber Fahrbahn stehens den Lastzüge wurden Oberreichsauwalt P a r e ij unb ber Erste Staatsanwalt Dr. (Seipel getötet* währenb Reichsauwalt Parrisius erheblich ver-^ letzt wurde. Der Kraftwagenführer kam im wesentlichen mit dem Schrecken bavou. Als slrafrechtlichi verantwortlich wurden ber Kraftfahrer Paul Kon » necke unb fein Begleiter Otto Wiesenberg als Fahrer bes Lastzuges sowie ber 52jährige Straßen» meifter Kurt Kliche unb ber Streifenbebienftete' ber Reichsbahn Otto Buchholz als verantwort-. liche Aufsichtsperfouen ber Reichsautobahnverwal» tung feftgefteüt. Es wirb ihnen berufsfahrlästigS Tötung und berufsfahrlässige Körperverletzung zuv Last gelegt, ben beiben Fahrern außerdem lieber» tretung ber Reichsstraßeuoerkehrs- unb Zulastuugs- orbnung unb ber vorläufigen Autobahnbetriebs» unb Berkehrsorbuung. Tauweller brichl die Eisdecke. Das anhaltende T a u w e t t e r ber letzten TagÄ brachte eublich bie Eisdecke ber Nebenflüsse besi Rheins im Mittelrheingebiet zum Aufbruch. DaÄ Eis ber unteren Nahe trieb inzwischen ab Auch • ber Eisgang von ber mittleren unb oberen Nahs ging reibungslos vouftatten. Den größten Eisgang brachte bie Mosel. Das Lahn-Eis ist ebenfalls an vielen Stellen aufgeb rochen. Bei Lahn,. Mosel unb Nahe waren mit bem Eisgang beträchtliche Schwankungen ber Wasserstäube verbunden. Eine ernstliche Hochwassergefahr besteht aber keines» falls. Die Rheinschiffahrt bewegt sich in geordnetes Bahnen. Der Tod in der Lawine. In einem Seitental des Ferret-Tales im untex reu Kanton Wallis ereignete sich ein schweres L a - wiueu-Unglück. Fünf junge Leute, die eine Schi-Tour unternommen hatten, wurden verschüttet. Eine Staublawine löste sich von dem 3830 Meten hohen Mont Bolent und riß alle fünf Schi-Fahrer in bie Tiefe. Zwei ber Verschütteten konnten lebend, obwohl mit ernsten Verletzungen, geborgen werben, währenb bie brei anberen trotz ber eifrigen Nachforschungen noch nicht gefunden würben. — Ein weiteres Lawinenunglück ereignete sich oberhalb Wolf» gang bei Davos. Ein Engländer hatte eine gesperrte Strecke am Parseuu befahren, wurde von einer Lawine verschüttet und konnte nur noch als Leichs geborgen werden. Im Kanton Bern ereignete sich beim Hahnen-^ 01005, dem berühmten Schigeläude über Adelboden, ein Lawiuenuuglück. Der 30 Jahre alte Hellmut Birkenstock aus Freiburg i. Br. stieß bei ber Abfahrt auf eine Mächte, bie sich loslöste und in Gestalt einer Lawine ben Hang hinuuterwälzte. Birkenstock würbe von ben Schneemassen mitge- riffen unb konnte, wenn auch sofort Hilfe zur Stells war, erst nach IV2 Stunden angestrengtester Arbeit aus bem Schnee befreit werben. Die sofort vorge- nommenen Wiederbelebungsversuche waren leiber erfolglos. Der Schirokko, ber nach den starken Schnee-- fällen in bem Hinterlande von Triest auftrat, hatte zahlreiche Lawinenstürze zur Folge. In ber, Gegend von Görz würben zwei Bauern von Schnee- massen verschüttet und getötet. Eine Lawine oex- legte bie Eisenbahnlinie Görz—Piedicolle in ber Nahe von Cracova Sierravalle. Ein Bahnarbeiter konnte einen ber Unfallstelle sich nähernden Zug rechtzeitig aufhalten, so baß kein Unglück geschah. Kinder von einem Wolfrudel in Polen angefallen^ Ein gefährliches Abenteuer mit Wölfen hatten: sechs Kinder, darunter vier Mädchen, auf dem Wege zwischen Siejkowicze unb Kowezua in der Woiwodschaft Wilna zu bestehen. Die Kinber, bie sich auf bem Heimweg vom Gottesdienst befanden, wurdeir von ben Bestien verfolgt unb angefallen. Zwer Landarbeiter, bie ben Kinberu zu Hilfe kamen, konnten gegen bie Bestien nichts ausrichten, da sie keine Waffen besaßen. Zweifellos wären bie Kinber unb bie Landarbeiter den Wölfen, die ihnen bereits : schwere Bißwunden beigebracht hatten, zum Opfer gefallen, wenn nicht zufällig eine Polizeistreife des ■ Weges gekommen wäre, die das Rudel mit einigen i Revolverschüssen verjagen konnte. Tödlicher Betriebsunfall auf einer Warnemünder Werft. . Auf einer Jachtwerft in Warnemünde kam es ztt • einem schweren Betriebsunfall. Beim feit» t lieben Verschieben eines an Land gesetzten Motor» > bootes setzte bie Ballung ab, so baß bas Boot iir - Bewegung geriet. Dabei würben zwei Arbeiter g e 1 tötet, einer sthmer unb .vier leicht verletzt. fortlaufender Handlung gleicht, im Stile ein"'- gro- zen ägyptischen Revue spielen, für bie Hans Weid e m ann einige großartige Bühnenbilber geschaffen hat: bie Wüstennacht mit ber riesigen Sphinx, an ber sich Cäsar und Kleopatra zum ersten Male begegnen, ober bas prachtvolle römische Staatsschi'ff vermögen die Bühne zu einer Lanbschaft zu erweitern ober dem Zuschauer bie Ahnung von imperialer Macht vorzutäuschen. Den alternben Cä- ar gibt Carl Kuhlmann, wie es im Sinn und Stil einer solchen Revue liegt, mehr als überlegenen Weltmann denn als unnahbaren Imperator, unb Geraldine Katt (Kleopatra) überrascht durch bie reife und bewußte Art, mit ber sie bie wiberspen- tige kleine Königin barstellt. * Im Berliner Norben, wo bie Häuser Heinz Hilperts, das Deutsche Theater und bie Kammer- piele, zusammenliegen, ist eine Hebensroürbige Wiener Invasion eingebrochen. Im Deutschen Theater bescherte Hilpert als Weihnachtsgabe ein Weihnachtsmärchen für die großen Kinder, die ähig unb willens sinb, sich einige Stunden ber bunten, phantastischen Zauberwelt Ferbinand Raimunds hinzugeben: „Der Bauer als Millionär ober das Mäbchen aus- ber Feenwelt". Der nüchterne Vernünftler mag mäkeln, baß burch bie Geschichte bes Millionenbauers Fortunas Wurzel eben boch nur die sehr banale Moral bewiesen werde, daß Geld allein nicht glücklich macht — bie empfänglichen Zuschauer waren gottlob anderer Meinung und folgten dem farbigen, schillernden Reigen, den die Feen, Zauberer, Nymphen, Genien um die irdischen Menschen bes Zauberspiels schlingen. Hilpert gibt das Stück Zauberei etwa so, wie es 1826 über die Bühne des Josefstädter Theaters gegangen sein mag, er läßt Maschinen und Prospekte (Bilder von Ernst Schütte) spielen, Lichter und Farben sprühen, Musiken spielen und Nymphen und Genien tanzen, kurz, es wird ein echtes, rechtes, wunderbares Wundermärchen, dessen innerer Fnenschlicher Gehalt auch hinter der schillernden Schale ergreifend spürbar wird. Hans M 0 - s e r s' Wurzel erweist sich als die Leistung eines tiefen, hintergründigen Komikers, und aus der Menge der Märchengestalten — das Programm zählt etwa vierzig Person-en auf — seien Angela Sa11 0 ker als liebliche Göttin der Jugend, Karl E h m a n n als „hohes Alter", Wilfried S e y - ferth als schwäbelnder Magier und Gerda Maurus als Lacrimosa erwähnt. Das Gesetz über -ie Altersversorgung für das Deutsche Handwerk. Don Verwaltungsinspektor K. Heß, Städtisches Dersicherungsamt Gießen. Aus der Stadt Gießen. Veteran des Lebens. Er wohnt in meiner Straße. Ost sehe ich ihn aus dem großen Hause heraustreten, das meinem gerade gegenüber liegt. Seine Haltung ist noch erstaunlich straff und seine frische Gesichtsfarbe steht in einigem Gegensatz zu dem schlohweißen Haar, das unter seinem Hut heroorquillt. Zuerst hielt ich ihn für einen älteren Angestellten, weil er mir vor allem dann begegnete, wenn ich mich auf dem Wege zum Büro befand. Aber ein Hausgenosse widerlegte diese Annahme. „Der ist weit älter, als er aussieht", sagte er nachdrücklich, „ich glaube, er ist schon über siebzig. Jedenfalls bezieht er schon seit langer Zeit Rente." ., . Also ein Altersrentner, dachte ich, und wunderte mich über die Regelmäßigkeit, mit der der Mann seine Wohnung verließ und wieder in sie zuruck- kehrte. Der Zufall führte uns aber kürzlich ins Ge- sprach, und dabei erfuhr ich, daß dieser Alters- rcntner vortrefflichen Grundsätzen huldigt, von denen er offenbar nur in den seltensten Fallen abweicht. Wir standen beide im Bäckerladen und warteten auf die Frau des Meisters, die eben in die Backstube gegangen war. Nach einigen belanglosen Worten fragte ich ihn geradezu, wie es komme, daß er so regelmäßig am frühen Morgen oder auch in den Mittagsstunden auf der Straße anzutreffen sei. Er lächelte: „Danach bin ich schon oft genug ge- stagt worden, aber ich sehe in der Art, wie ich es mache, den wichtigsten Grund für meinen guten Gesundheitszustand. Sehen Sie, ich bin Altersrentner, ein Veteran des Lebens sozusagen, aber ich bleibe bemüht, mein Leben streng nach gewissen Richtlinien zu regeln. Und dazu gehört vor allen Dingen das zeitige Aufstehen und das Atmen in frischer Luft." Die Frau des Meisters brachte uns unsere Brötchen und wir verließen den Laden. Draußen hielt mir der Mann mit dem schlohweißen Haar und der frischen Gesichtsfarbe noch einen bemerkenswerten Vortrag. Das Wichtigste neben allem anderen aber sei, so meinte er, daß jeder Mensch sich gewisse Aufgaben setze. Er könne zum Beispiel von sich behaupten, daß sein Leben auch heute noch voll ausgefüllt sei. Da wäre der große Garten, dann die Kanarienzucht und im Winter außerdem noch das Basteln. „Und immer wieder zwischendurch zu bestimmten Zeiten Bewegung und frische Luft, das erhält elastisch und gesund", nickte er mir vergnügt zu und verabschiedete sich händeschüttelnd. Ich sah ihm nach. Daß ein solcher Philosoph und Lebenskünstler in ihm steckte, hätte ich wirklich nicht erwartet. Veteran des Lebens nannte er sich selber und strafte doch die Vorstellung, die man sich bei dieser Bezeichnung unwillkürlich machte, deutlich genug Lügen. Und hat das Leben in seiner bunten Vielfältigkeit nicht häufig genug solche Beispiele, die erkennen lassen, daß jedes neue Dasein eine neue Variation bedeutet? Dort drüben ging jedenfalls ein Weiser, und nie hätte ich vermutet, daß mir in dieser alltäglichen Straße ein solcher Weiser begegnen würde. Was aber dafür spricht, daß in der Alltäglichkeit die schönsten Wunder verborgen liegen. ' H. W. Sch. Dem Festtagsbraten folgt der Eintopf. NSG. Nach den Festtagen mit all den guten Sachen steht uns am nächsten Sonntag wieder etwas Besonderes bevor. Arn 8. Januar begehen wir den ersten Eintopfsonntag im neuen Jahr. Jrn alten Jahr Haden wir treu an dem schönen Brauch unserer Volksgemeinschaft festgehalten, und auch das Jahr 1939 wird uns ebenso bereitfinden. An die guten Sammelergebnisse der ersten Eintopfsonntage des gegenroärtgen Winterhilfswerkes werden sich auch die drei noch bevorstehenden Eintopfsonntage ebenbürtig anschließen. Der 8. Januar soll nach den Freuden und dem Glück des ersten Weihnachtsfestes in Großdeutschland ein besonderer Beweis unserer Opferbereitschaft sein. Das neue Jahr, in das wir alle mit großen Hoffnungen und Wünschen eingetreten sind, soll mit einem gemeinsamen Bekenntnis zur Gemeinschaft unseres 80-Millionen-Dolkes beginnen, an dem jeder gemäß feinen Mitteln teil- nehmen wird. Die Reichsregierung hat am 21.12.1938 ein Gesetz verabschiedet, das den selbständigen Handwerkern, die durch ihre Beiträge die Zukunst ihrer Gesellen und Lehrlinge sichern, nunmehr auch eine eigene Altersversorgung gewährleistet. Das Gesetz ist im Reichsgesetzblatt, Teil I, Seite 1900/38, veröffentlicht und bestimmt im wesentlichen folgendes: Selbständige Handwerker, die in die Handwerks- rolle eingetragen sind, werden für den Fall der Berufsunfähigkeit und des Alters, sowie zugunsten der Hinterbliebenen in der Angestelltenversicherung versichert. Da die Bestimmungen des Angestellten- Versicherungsgesetzes ’ (ADG.) anwendbar erklärt sind, sind solche Handwerker ausgenommen, die das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben und beim Inkrafttreten des Gesetzes (1.1:1939) bereits berufsunfähig waren. Eine Einkommensgrenze — wie sie für die 'Angestellten besteht — gibt es nicht; die Versicherung umfaßt vielmehr das gesamte Jahreseinkommen des einzelnen Handwerkers. Obgleich das Gesetz jeden Handwerker zur Versicherung verpflichtet, besteht doch die Möglichkeit, entweder die Dersicherungsfreiheit geltend zu machen oder die Befreiung von der halben Beitragsleistung zu beantragen. Die Befreiung tritt dann ein, wenn und solange der Handwerker mit einer öffentlichen ober privaten Lebensoersicherungsunternehmung für sich und seine Hinterbliebenen einen Versicherungsvertrag für den Fall des Todes und des Erlebens des 65. Lebensjahres abschließt und mindestens soviel aufwendet, wie er zur Rentenversicherung der Angestellten zu zahlen hätte. Wer also beispielsweise ein Monatseinkommen von 250 Mark hat (Klasse D der Angestelltenversicherung), hätte — falls er sich zur Vollversicherung in der Angestelltenversicherung entschließt — 12 Mark als Monatsbeitrag zu entrichten Er kann sich von dieser Verpflichtung befreien, wenn er ebenfalls mindestens 12 Mark monatlich zum Ankauf einer privaten Rente verwendet. Entschließt er sich aber zum Abschluß eines auf Kapitalauszahlung aerichteten Versicherungsvertrages, dann muß die Versicherungssumme 5000 Mark betragen, und es müssen außerdem etwaige Gewinnanteile zur Erhöhung der Dersicherungsleitung verwendet werden. Die Dersicherungsfreiheit beginnt mit dem Kalendermonat, in dem der Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen wird. Für die lieber« gangszeit gilt die Regelung, daß Versicherungsfrei- heit mit dem 1.1.1939 beginnt, wenn der Lebensversicherung sve r tra g vor dem 1.7.1939 abgeschlossen wird. In Fällen der vollen Befreiung von der Angestelltenversicherung ist ein besonderer Antrag nicht erforderlich. Der Handwerker hat lediglich die Unterlagen, auf Grund deren die Befreiung beansprucht wird, zu Kontrollzwecken greifbar aufzubewahren, Handwerker werden auf Antrag von der halben Beitragsleistung befreit, wenn und solange sie für ihre Lebensversicherung mindestens halb so viel aufwenden, wie sie zur Rentenversicherung der Angestellten zu zahlen hätten. In diesen Fällen muß, wenn der Lebensversicherungsvertrag auf Kapitalauszahlung gerichtet ist, die Versicherungssumme mindestens 2500 RM. betragen, und es müssen etwaige Gewinnanteile zur Erhöhung der Dersiche- rungsleistung verwendet werden. Neber den zu stellenden Befreiungsantrag — dem der Versicherungsschein oder eine Bescheinigung der Lebensversicherungsunternehmung, die letzte Prämienquittung und der letzte Einkommensteuerbescheid beizufügen sind — entscheidet die Ausgabestelle für die Versicherungskarten. Die Ausgabestelle vermerkt bann auf der Versicherungskarte, daß der Handwerker halbversichert ist. Die Halbversicherung beginnt mit dem Kalendermonat, in dem sie auf der Versicherungskarte vermerkt wird; sie beginnt am 1.1.1939, wenn der Lebensversicherungsvertrag vor dem 1.7.1939 abgeschlossen und die Halbversicherung vor dem 1.10. 1939 beantragt wird. Versicherungsfreiheit sowohl als auch die Halbversicherung enden mit dem Ablauf des Kalendermonats, in dem für die Lebensversicherung nicht mehr der erforderliche Betrag aufgewendet wird, oder — im Falle der Kapitalversicherung — die Versicherungssumme unter die erforderliche Mindesthöhe sinkt. Ein Verzicht auf die Versicherungsfreiheit und Halbversicherung ist jederzeit möglich. Es können jederzeit die vollen Beiträge entrichtet werden. Halbversicherte legen in solchem Falle der Reichsversicherungsanstalt die Versicherungskarte zur Löschung des Vermerks über die Halbversicherung vor. Hinsichtlich der Versicherungsleistungen gelten die Bestimmungen des Angestelltenversicherungsgesetzes, jedoch erhalten Halbversicherte beim Eintritt des Der- sicherungsfalles den halben Grundbetrag und die Steigerungssätze, die den ermäßigten Beiträgen entsprechen. Die Gewährung eines Heilverfahrens für einen Halbversicherten kann die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte davon abhängig machen, daß er die Kosten zur Hälfte trägt. Hat ein halbversicherter Handwerker nach dem Ende der Halbversicherung rrfinbeftens 60 Beiträge entrichtet, die dem NSG. Der Beauftragte für die Durchführung des Vierjahresplanes Hermann Göring hat angeordnet, daß alle deutschen Betriebe in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1939 entschrottet werden. Aufgabe dieser Entschrottungsaktion ist es, aus jedem Betrieb die überflüssigen Alteisenmengen herauszuziehen, um sie der Wiederverwertung in der Eisen- und Stahlindustrie zuzuführen; denn diese Materialien sind für uns kostbare Devisen. 1938 sind noch, trotz steigender Erfassung des Jnlandanfalles, allein in den ersten sechs Monaten 558 231 Tonnen Schrott im Werte von 30 Millionen Mark aus dem Auslande eingeführt worden. Nach vorsichtiger Schätzung dürfte für das Jahr 1939 mit einer Einfuhr im Gesamtwerte von 45 Millionen Mark zu rechnen sein. Jedem wird bei Kenntnis dieser Sachlage klar, daß durch die restlose Erfassung des verbrauchten und nutzlos herumliegend en Altmaterials die Einfuhr von ausländischem Schrott bedeutend gesenkt werden kann. Damit würde unsere Devisenbilanz eine nicht unwesentliche Entlastung erfahren. Obwohl das rohstoffarme Deutschland schon heute 90 v. H. seines Schottbedarfs selbst aufbringt, stößt man immer noch auf die erstaunliche Tatsache, daß von dem gesamten verwendeten Eisen, nach zuverlässigen Berechnungen, in den Städten 20 bis 22 v. H. und auf dem Lande sogar 35 bis 45 v. H. sinnlos dem Verderb preis gegeben werden. Hier klafft eine Lücke, die es unter allen Umständen zu schließen gilt. Nunmehr bat die DAF. eine der wichtigsten Aktionen, nämlich die Entschrottung aller deutschen Betriebe, übernommen, die mengenmäßig den größten Anfall erbringen wird. Die Entschrottungsaktion hat mit der ersten Januarwoche begonnen und sieht die Millionen DAF.-Walter am Werk. Jeder Arbeitskamerad, gleichgültig an welche Platze er schafft, hat das Recht und die moralische Verpflichtung, auf jene Werte aufmerksam zu machen, die seit Monaten oder Jahren brachliegen. Wenn man mit offenen Augen gerade durch die Betriebe der ländlichen Gegenden wandert, wird man oftmals gewaltige Mengen an Maschinenteilen vorfinden, die angeblich „stückweise wiederverwertet" werden, während sie jedoch schon jahrelang an der gleichen stelle liegen und bereits bedenkliche Spuren der lleber- alterung und Verrostung aufweisen. Dieser für die deutsche Wirtschaft sv wichtige Rohstoff muß wegvollen Jahreseinkommen entsprechen, so erhält er den vollen Grundbetrag. Das Gesetz läßt zweifellos in vielen Fällen die Frage berechtigt erscheinen, ob und welche Beiträge zum Wiederaufleben früherer Versicherungen nachentrichtet werden können. Denn erfahrungsgemäß haben die meisten Handwerker nach der Beendigung ihrer Lehr- und Gesellenzeit ihre durch die Pflichtzahlungen zur Invaliden- und Angestelltenversicherung erworbenen Anwartschaften durch freiwillige Weiterversicherung nicht aufrechterhalten, und es könnten demgemäß die früheren, verlorengegangenen Marken sich nicht rentensteigernd auswirken. Dieser Tatsache hat der Gesetzgeber insofern Rechnung getragen, als er zugelassen hat, daß Handwerker für die Zeit ihrer Selbständigkeit, frühestens aber seit dem 1. Januar 1924, Beiträge bis zum 31. Dezember 1941 wirksam nachentrichten können. Diese freiwillig nachentrichteten Beiträge gelten für die Erfüllung der Wartezeit als Pflichtbeiträge, d. h. die Wartezeit ist bereits mit 60 Beitragsmonaten — anstatt, wie bei freiwilliger Versicherung, mit 120 erfüllt. Wie hinsichtlich der Leistungen, so bestimmen sich auch die Beiträge nach dem Angestellten-Dersicherungsgesetz. geräumt werden. Jeder Betriebsführer hat persönlich die Initiative zu übernehmen und festzustellen, welche Schrottmengen auf feinem Grundstück nutzlos herumliegey. Er wird dabei der Mithilfe sämtlicher Arbeitskameraden, vor allem aber der DAF.- Walter des Betriebes, gewiß fein dürfen. Der gesammelte Schrott soll zunächst auf dem Betriebsgelände aufgestapelt werden. Der Abtransport wird in der Zeit vom 15. Januar bis 30. März erfolgen. Für diese Aktion wurden vom Reichskommissar für Altmaterialverwertung in den Gauen und Kreisen besondere Arbeitsausschüsse angeordnet, die unter Leitung des jeweiligen Gau- bzw. Kreisbeauftragten der NSDAP, für Altmaterialerfassung stehen. In den Ausschüssen sind Vertreter der verschiedenen Arbeitsgebiete als technische Sachverständige zusammengefaßt.' Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Städttheater: 20 bis 22 Uhr Gastspiel „Meiper- Sextctt Comedian Harmonists". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Pour le m£rite". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Nanu, Sie kennen Korff noch nicht!" Einmaliges Gastspiel Meister-Sextett Lomedian harmonists. Heute abend wird das Meister-Sextett, Comedian Harmonists, im Stadttheater Gießen ein einmaliges heiteres Gastspiel geben. Die Comedian Harmonists haben bei uns fast in jedem Jahr Triumphe feiern können. Die Comedian Harmonists bringen ein vollkommen neues Programm. Das einmalige Gastspiel beginnt um 20 Uhr und endet um 22 Uhr. Goethe-Vund und kaufmännischer Verein. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein Gießen gibt heute sein Doriragsprogramm für die zweite Winterhälfte bekannt. Äm 12. Januar wird an Stelle des erkrankten Fliegers Hans Bertram die bekannte Kunstfliegerin und Europameisterin Liefet Bach einen Vortrag mit Lichtbildern und Schmalfilm halten über das Thema „10 Jahre Kunstflug. Erlebnisse und Abenteuer aus einer Fliegerlaufbahn". Ferner wird der Frontdichter P. C. E11 i g h o f f e r auf seinen Wunsch an Stelle einer Lesung aus eigenen Werken einen spannenden Schrottsammlung der DAF. in allen betrieben. Alle Arbeitskameraden zur Mithilfe aufgerufen. Nordische Tafelfreuden. (Sin Reisebericht von D G. Schumacher. Der Unterschied zwischen den gastronomischen Eigenarten Schwedens und Norwegens ist ebenso groß wie der Unterschied zwischen beiden Ländern überhaupt. Was die Speisefolge anlangt, steht hier der naturhaftere Norweger dem verfeinerten Schweden gegenüber. Um es kurz zu fassen: die schwedische Küche ist eigentlich eine französische zuzüglich größerer Mengenabgabe. Ein schwedisches Stück Braten ist eben dreimal so groß wie ein französisches, und das gilt bei allen anderen Speisen auch, bei denen uns immer wieder ihr Umfang auffällt. Ganz besondere „Spesialiteter" kennt die schwedische Küche kaum, nur daß sie Fisch und Großwildbraten bevorzugt. Die bleibende Eigenart der schwedischen Küche besteht noch immer in dem bekannten „smorgasbrod“, das heißt Butterbrottisch, den ein reisender Franzose sehr bezeichnend „buffet ä la discretion“ nannte, denn der Dreiste und Flinke kann vom Smorgasbrod zwischen zwei Eisenbahnzügen unglaublich viel für fein Geld verzehren. Solche Leute find eben eine Sorte von Stößern, die der Schwede löngft fürchten gelernt hat. Den bekannten Smorgasbrod brauche ich nicht weiter zu beschreiben. Bezeichnend ist bei ihm die Zugehörigkeit malerischer Batterien geistiger Getränke, die der Schwede indessen vorsichtig und bescheiden genießt. Da der schwedische „snaps“ oder „akvavit“ (in Schweden schreibt man Fremdwörter erfreulicher Weise genau so, wie man spricht!) bei großen und kleinen Mahlzeiten einen wesentlichen Begleiter darstellt, soll hier noch Näheres darüber gesagt werden. Der Schwede trinkt seinen „snaps“ eiskalt und zur Anregung des Appetits. Der „alcva- vit“ ist mit Kümmel oder Anis gewürzt, während der „brännvin“ — der Branntwein — ohne Gewürz bleibt. Weit eigentümlicher ist die norwegische Küche. In ihr kommt die köstliche wikingerhafte Naturnähe noch zum Ausdruck, welche die Ragouts, die Haschees und Frikassees nicht bevorzugt..., denn der Norweger will die Grundstoffe seiner Speisen sofort übersehen können...! So hat er denn auch für Klopse und falschen Hasen keine Vorliebe Fische und Sahne — fiske og flöde — sind das A und O des Norweger-Essens. Die unzähligen Arten von See- und Flußfischen werden dort in den besten und frischesten Stücken und auf verschiedenste Art bereitet: mit sehr reichlich zerlassener Butter oder sehr dicker Sahne, mit Schlagrahm oder paniert, mit süßen oder sauren Tunken, mit Gurken, Tomaten, Pilzen, Mixed Pickles, mit Meerrettich oder in Aspik — aber darunter bleibt es deutlich Fisch, der dort auch das Aroma des eben aus dem Meere geholten Fanges hat. Der Hummer, der auf den Märkten der nordischen Hafenstädte verhältnismäßig billig verkauft wird, stellt dort keinen Luxus dar und ist somit auch auf mittleren Speisekarten kein seltener Gast. In Bergen sah ich, wie nach neuester Art der Hummer gleich nach dem Fange auf 24 Stunden ohne Nahrung in einen Tank voll fließenden filtrierten Seewassers kommt, wodurch alle Nahrungsreste aus ihm entfernt werden; erst bann kommt er in die Küche. Die meist mit zerlassener Butter oder Worcestersoße angerichteten Hummer werden tapfer mit beiden Händen angefaßt, denn das Zweckmäßigere ist auch hier das Aesthetischere. Der Menge des verbrauchten Rahmes nach zu urteilen hat Norwegen einen Ueberfluß an fettreicher Milch. Die Sahne wird in allen ihren Formen reichlich genossen. Dicker Rahm kommt literweise auf den Tisch — bei Bauern wie bei Städtern — und wird an Stelle von Wein und Bier genossen, daneben auch zu der überaus beliebten Roten Gr ätze gegeben. Diese wird ohne färbende ober künstliche Beigaben aus bem Saft von Erdbeeren, Himbeeren usw. hergestellt. Hammelfleisch liebt ber Norweger ebenso wie ber Engländer und Türke! Auf keiner besseren Gasttafel fehlen die Mutton-chops, vielleicht ber vielen angelnden Briten zuliebe, und auch bie englischen Soßen- släschchen fehlen nicht. Der Norweger selbst liebt große einfache Braten. Schweinernes wirb wenig gegessen, bagegen viel Rindfleisch. Das Geflügel wirb fast immer nur gekocht und mit gebundenen Tunken verschiedenster Art gereicht. Kein Mahl am Ende aber ohne bie schon erwähnte röde gröd med flöde (Rote Grütze mit Sahne) und zum Schluß ber Myse- Dft, ein wie helles Nugat aussehender frischer Ziegenkäse, ber in großen Quadratwürfeln auf ben Tisch kommt. Rund um ben riesigen Käseteller läuft ein Spruchbanb: „Skjaer pent of Osten“ — bas heißt: Schneide manierlich vom Käse ab. Er fehlt weder beim ersten Frühstück noch zu allen anberen Mahlzeiten, und man ißt ihn mit Butter bestrichen, dazu kjeks. Dieser Haferkeks, ein knuspriges, zartes, ungezuckertes Gebäck, wird auch mit Butter und Fruchtmark zum Frühstück gegessen. Es ist „vikings frokost“, also ein Wikingerfrühstück. Die norwegische Konditorei liefert einfache, gute Tortenware von ansehnlichen Mengen. Der Schlagrahm läßt sich schneiben. Auch gefrorene Schlagsahne ist beliebt. Schokolade wird billig in manchen Sorten im Lande selbst verarbeitet. Eier werden nicht nur zu Gebäcken und Süßspeisen viel verwendet, sondern auch an Punsch gerührt. Sie flammen aber vielfach aus Einfuhrware. Reicher Schmuck kleiner Landesflaggen und Topfblumen kennzeichnen zu Lande und zu Wasser die norwegische Tafel, auf der, wie gesagt, die Menge des Gereichten die Finessen übertrifft. Der Norweger ist ein starker Esser — sein Klima verlangt das j — aber er verhüllt diese auffällige Tatsache durch beste Tischsitten. Keinen Schluck nimmt ber Norweger — und hier gilt das gleiche für den artigen Schweben — ohne nicht jebesmal einem ber Tischgäste mit einem ehrlichen „Skai“ zuzutrinken. Das ist alter germanischer Brauch: das Tischgemeinschaftsgefühl! Merkwürdiges vom Tierlaut. Ein weites Gebiet, mit dem man sich'bisher noch wenig beschäftigt hat und das doch viele auffallende Erscheinungen zeigt, sind die Lautgebungen ber Tiere. Man kennt sie von ben Haustieren, ben großen Fleischfressern unb einigen anberen bekannten Arten, man hat besonbers ben Vogelgesang ein- gehenb beobachtet und beschrieben, aber darüber hinaus kennt man wenig von den Lauten, die andere Tiere hören lassen. Bei den wirbellosen Tieren ist mit Ausnahme der Insekten fast nichts über von ihnen erzeugte Laute bekannt; daß man die von ihnen hervorgebrachten Geräusche nicht hört, ist kein Beweis dafür, daß sie solche auch nicht von sich geben, man hat vielmehr mit kräftigen Lautverstärkern neuerdings mancherlei Töne in der Tierwelt vernommen, die vorher unbekannt waren. So wollte man ein „Singen" ber Regenwürmer, ja sogar „geigenbe Töne" beobachtet haben, aber bei ber s Nachprüfung zeigte es sich, daß es sich nur um ein merfroürbig raschelndes Geräusch hanbelt, bas sie vielleicht burch das Reiben ihrer feinen Borsten auf bem Bob en beim Fortbewegen Hervorrufen. Früher war bie Schweigsamkeit der Fische sprichwörtlich, aber heute weiß man, daß manche Meerfische, oe- sonders solche mit offenen Schwimmblasen, wenn sie an die Oberfläche kommen, Geräusche erzeugen; diese werden vielleicht durch bas Entweichen eines Gases aus ber Schwimmblase hervorgerufen. Die „Orgelmusik" ber Frösche, bie oft einen stimmungsvollen Akkord in ber Sommerlandschaft abgibt, ist so genau beobachtet worben, baß man aus ber 23er» : fdjiebenbeit dieser Töne sogar die verschiedene Art Iber Frösche angeben kann. Don ben schwanzlosen Amphibien wurde immer gesagt, daß sie keine Laute von sich geben; man hat jedoch neuerdings bei bem gewöhnlichen Wassermolch, wenn er seinen Kopf über bie Oberfläche des Wassers steckt, ein zartes Pfeifen vernommen. Die Stimme ter Reptilien wird allgemein als ein zorniges Zischen bezeichnet. Bei den Schlangen stimmt dies ja auch, aber es gibt manche Echsenarten wie die scharfschreienben Geckes, bie ganz anbere Laute von sich geben. Schildkröten zischen in der Art der Reptilien, die größeren Arten lassen jedoch in der Brutzeit sehr laute Töne erschallen, bie an bas Freudengegacker einer Henne erinnern, bie ein Ei legt. Auch Kroko- bile und Alligatoren begnügen sich nicht mit einem bloßen Zischen, sondern lassen nachts ober früh am Morgen oft ein Gebrüll hören, bas an ben Rui bes Löwen erinnert und schon manchen Reisenden erschreckt hat, bis er feststellte, woher es kam. Die Beuteltiere gelten als schweigsame Geschöpfe, mit Ausnahme des „tasmanifchen Wolfes" und des „tasmanischen Teufels"; diese beiden seltsamen Tiere haben ihren Namen wegen der merkwürdigen Laute erhalten, die sie ausstoßen. Ein langgezoge- nes, melancholisches, auf- unb absteigendes Geheul bei bem „Wolf", ein gräßliches grelles Schreien bei bem „Teufel". Die Känguruhs, die selbst beim Kämpfen unb beim Werben keinen Laut von sich geben, lassen doch, wenn sie erschreckt werben, ein hagenbes Geheul erschallen. Selbst bei ben Säugetieren gibt es manches zu erforschen; seltsame Lautäußerungen haben bie Klippdachse, bie zischen, wenn sie gegen einen Feind vorgehen, sanft schnurren, als ob sie sängen, wenn sie freudig erregt sind, während ihr Geschrei des nachts bisweilen wie der Ruf böser Geister klingt. B. Zeitschriften. — Die „Jllustrirte Zeitung Leipzig" wendet sich in ihrer letzten Ausgabe bes Jahrganges 1938 bem Auslanb zu. Der einleitenbe Beitrag ist der finnischen Wehrmacht gewidmet und gibt an Hand interessanter Bilder und Texte einen lebendigen Querschnitt durch die Wehrmacht dieses jungen Staates. Ein anderer Aufsatz führt nach ber Königsbucht auf Spitzbergen. In bem Beitrag „Tönender Rauch" folgen mir den Spuren Livingstones an ben Dictoriafällen des Sambesi. Die nächsten Seiten erinnern an bas große Erbbeben in Messina vor 30 Jahren. An bie Bildseiten „König Enzios Gefängnis" und „Schwerttanz ber Tuaregs" schließen sich Bilder vom Feterballspiei, einem japanischen Neujahrsbrauch, an. Bericht über seine Afrikareise 1938 geben un5 fernen Afrika-Kolomalfilm zeigen. Am Donnerstag, 9. Februar, wird auf seiner großen Deutschlandfahrt der schwedische Dichter Albin Widen, Verfasser des Buches „Heim will ich wieder reiten", einen Vortrag mit Lichtbildern halten über das Thema „Altschwedische Kulturüberlieferungen in der Gegenwart". Albin Widsn unternimmt diese Vortragsfahrt ouf Einladung des Vortragsamtes der Reichsschrifttumsstelle. Der im November wegen Erkrankung des Vortragskünstlers Ernst Kreuz- träger verschobene Vortragsabend „Kunterbunt" wird am Dienstag, 28. Februar, nachgeholt. Schließ? lich wird nochmals auf die aus Anlaß der 25-Jahr- feier des Goethe-Bundes vom 19. bis 26. März stattfindende Gießener Goethe-Festwoche hingewiesen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat das Protektorat der Festwoche übernommen. Im Mittelpunkt der Festveranstaltungen wird der Festvortrag „Goethes Wirkung in der Gegenwart" stehen, zu dem der Dichter Hans C a r o j s a gewonnen wurde. Zuvor wird der stellvertretende Leiter der Abteilung Schrifttum des Neichspropa- gandaministeriums, Regierungsrat Schlecht, einen Vortrag halten mit dem Thema „Dichter mitten im Volk". Aufruf! Einzelhändler: Der Reichsberufswetttampf ruft Euch zum Schaufensterwettbewerb auf! Born 14. bis 21. Februar 1939 findet, wie alljährlich, der Schaufensterwettbewerb im Rahmen des Reichsberufswetlkampfes statt. Heber 70 000 Schaffende standen im vorigen Iahre im IBettbe- roerb. Durch die Ausscheidung aller jüdischen Betriebe haben wir uns das Ziel gesteckt, sämtliche Schausenster des Einzelhandels in Wettbewerb zu stellen. Wir hoffen, daß alle Firmen restlos diesem Aufruf Folge leisten und somit, an der uns vom Führer gestellten Aufgabe im Rahmen seines Aufbauwerkes mithelfen. heil Hiller! Der Kreisobmann, (gez.) Kahenmeier. Wirtschaftsgruppe des Einzelhandels, Kreisgruppe Gießen, (gez.) Schutte. Der Leiter des Schaufensterwettbewerbs, (gez.) Steinet. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Betr. Kohlenabrechnung am 6. Januar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie C am Freitag, 6.Januar, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterfchrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 6. Januar 1939 eingereichte Scheine sind wertlos. WHW. Ortsführung Gießen-Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden hiermit aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie „C" am Donnerstag, 5. Januar, von 19 bis 20 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Crednerftraße 24, einzureichen. Später eingereichte Kohlengutscheine werden nicht mehr angenommen. WHW., Ortsgruppe Gießen-Aord. Betr. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie C) bis spätestens Donnerstag, 5. Januar, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr berück- sichtigt werden._________________ Leistungssteigerung durch deutsche Uebungswirtschast. Fasching tief im Vollsbrauch verwurzelt. Auch wirtschaftlich ist er nicht zu unterschätzen. Tausende haben von ihm Nutzen, und auch er trägt bei zur wirtschaftlichen Belebung. Darum, wenn er lockt, olge seinem Rufe! Gießener Wochenmarktpreife. Von Kreisrefereni Ewald Steinei. Innerhalb der Berufserziehungsaufgabe der Deutschen Arbeitsfront nimmt schon seit Bestehen die Deutsche Uebüngswirtschaft einen bedeutungsvollen Platz ein Die heutige Wirtschaft braucht Männer, die nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausgerichtet sind und die sich jederzeit als ihre Führer berufen fühlen. Mehr denn je tritt heute die Leistung in den Vordergrund. Nur der Tüchtiaste und nach Erfolg Strebende wird sich in Zukunft behaupten können. Adolf Hitler, der Führer aller Deutschen, gab den Weg frei und hat das deutsche Volk aufgerufen, den „Königlichen Kaufmann" der deutschen Wirtschaft im Welthandel wieder erstehen zu lassen. Die Deutsche Uebüngswirtschaft ist diesem Aufruf gefolgt. Sie ist die berufliche Erziehungsstätte der deutschen Jugend. Jedem Jungen oder Mädel im kaufmännischen oder technischen Beruf bietet sie die erfolgversprechende, praxisnahe berufliche Weiterbildung. Somit ist sie für die Weiterbildung ein wahrer Exerzierplatz vorhandener Fähigkeiten. Nachstehend soll ein kurzer Aufriß einen Einblick in die Gesamtarbeit geben. Innerhalb und außerhalb des Reichsgebietes bestehen heute schon über 2000 Uebungsfirmen und Büros mit kaufmännischen und technischen Einrichtungen. Der Aufbau in der Ostmark und im Sudetenland wird in Kürze neue Firmen in unsere Reihen führen. 10 bis 15 zielbewußte Kameraden schließen sich unter Führung eines Leiters (Betriebsführer) zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen und stellen somit einen Betrieb (die Uebungsfirma) dar. Nach mehreren Uebungsabenden, wobei über Zweck, Aufgabe und Form des Betriebes (der Uebungsfirma) eingehend beraten wird, beginnt die Gründung. Mit dem Eintrag in das Handelsregister, welches für die Deutsche Uebüngswirtschaft den Sitz in Berlin hat, wird die Geschäftseröffnung vollzogen. Bei dem Antrag auf Eröffnung müssen eine Eröffnungsbilanz, ein Organisationsplan und eine nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausgearbeitete Betriebsordnung beigefügt werden. Dann beginnt die allgemeine Arbeit. Der Betrieb wird aufgeteilt nach den wichtigsten Abteilungen im kaufmännischen Beruf: Buchhaltung, Einkauf, Verkauf, Werbung, Kalkulation und Betriebsführung. Die Abteilung Buchführung versucht mit den im Gaugebiet arbeitenden Bankübungsfirmen in Geschäftsverbindung zu kommen. Die Abteilung Einkauf holt bei den für sie zuständigen Firmen, die aus dem Reichsübungsfirmenverzeichnis zu ersehen sind, und bei Fabrikanten Angebote ein und prüft diese auf ihre Preiswürdigkeit, wobei der im Preis günstiger liegenden Firma ein Auftrag erteilt wird. Die Abteilung Verkauf ist inzwischen schon bemüht, in Verbindung mit der Abteilung Werbung einen erfolgreichen Werbebrief an die Kunden auszuarbeiten. Aus diesen Geschäftsvorgängen entwickelt sich bereits in kurzer Zeit ein reger Geschäftsbetrieb, der äußerst interessant ist und von jedem Mitarbeiter selbständiges Arbeiten und vollen Einsatz fordert. Alljährlich treten alle Uebungsfirmen zu einem Leistungswettbewerb an, bei dem jeder Mitarbeiter sein Können unter Beweis stellen muß. Am 18. November vorigen Jahres, dem „Tag der deutschen Uebüngswirtschaft", fand in Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters Pg. Dr. Ley und zahlreicher führender Männer der Wirtschaft die Ehrung der vorjährigen 16 Reichssieger statt. Hitier-Zugend Bann 116. Stamm 1/116. Am kommenden Samstag, 7. Januar, findet in der Neuen Aula der Universität ein Lichtbildervortrag des Reichskolonialbundes statt. Es nehmen daran sämtliche Gefolgschaften des Stammes 1/116 mit einer Abordnung von 50 Mann teil. Die Einheiten müssen um 20.15 Uhr ihre Plätze eingenommen haben. „Tag der Polizei^ in Vorbereitung. Am 29. Januar findet überall im Reich der Tag der Polizei statt, mit dem ein Groß-Einsatz für das Winterhilfswerk verbunden ist. Die Vorbereitungen für Stadt und Kreis Gießen, wie überhaupt für den Kreis Wetterau der NSDAP., sind in vollem Gange. Für die große Aktion ist ein umfangreiches Programm vorgesehen, das allerdings in feinen Einzelheiten heute noch nicht feftliegt. An den Sammlungen, wie an den Veranstaltungen überhaupt, beteiligen sich die Polizei, die Gendarmerie, die Feuerlöschpolizei (Freiwillige Feuerwehren), die ff und die Technische Nothilfe. Für die eigentliche Sammlung sind die Tage des 28. und des 29. Januar vorgesehen. Als Sammelabzeichen werden diesmal die Verkehrszeichen in reicher Serie herausgebracht und damit gleich in gewissem Sinne eine Schulungs- und Verkeherserziehungsarbeit geleistet. Wer die Verkehrszeichen tatsächlich noch nicht kennen sollte, kann sie auf diese Weise kennenlernen. Die Formationen werden sich nachdrücklich für einen großen Erfolg dieser Aktion einsetzen. Gleichzeitig wird auf mannigfache Weise gezeigt werden, daß'sich die Polizei in all ihrem Handeln in den Dienst der Volksgemeinschaft stellt. !1m den Dreikönigstag. Weihnachtsbaums Ende. — Und schon ruft der Fasching! LPD. Der Dreikönigstag ist kein allgemeiner Feiertag mehr, aber auf dem Lande ranken sich noch mancherlei Gebräuche um ihn. In Bayern wird einem alten Herkommen gemäß nach dem Frühgottesdienst mit Weihrauch durch die Stuben des Hauses gegangen, und an die Türpfosten werden die Anfangsbuchstaben der Hl. Drei Könige angeschrieben, auf daß Unheil von Haus und Hof ferngehalten werde. Verschiedentlich herrscht auch noch der Brauch, daß die Stern- oder Rauhnachts- sänger, ein Ueberbleibsel der mittelalterlichen Drei? köNigsspiele, von Gehöft zu Gehöft ziehen, um durch das Hersagen kurzer Sprüchlein Geschenkgaben zu erbitten. Im Fränkischen gehört das Trinken der sogenannten „Dreikönigsstärk" zu Einrichtungen, an denen insbesondere die Alteingesessenen hängen. Mit dem Dreikönigstag endet die engere Weih- nachtszeit. Damit ist auch die Zeit des Weihnachtsbaumes um. In vielen Familien werden an diesem Tage zum letzten Male die Kerzen an dem Tannen- bäum angezündet. Sie erstrahlen zwar noch in ihrer glitzernden Pracht, aber trotzdem ist nicht mehr weihnachtliche Stimmung um die Bäume, die schon viele ihrer Nadeln zu Boden fallen ließen. Eines Morgens werden die Kugeln und die Sterne und die silbernen Schneefäden von den Tannenzweigen genommen, und der Weihnachtsbaum wird wieder zum einfachen, schlichten Waldbaum. Er verläßt das wohnliche Reich der Stube, um nimmermehr dorchin zurückzukehren. Seine Zeit ist um, fein Traum ist ausgeträumt! ... und schon ruft der Fasching. Der närrische Prinz Karneval wird in sein Reich eingeführt. Die ersten Tage tritt er meist noch zaghaft auf und klimpert nur ganz leise mit den Glöckchen der Narenkappe. Aber bald wird sein Schellengeläute lauter und steigert sich immer mehr zu ungebundenem Frohsinn. Wenn der Fasching 1939 zu frohbewegtem Lebensgenuß und Tanz auffordert, dann wollen wir keine Spaßverderber sein und nicht griesgrämig beiseitestehen. Mit herzlichem Lachen, wenn es sein muß auch einmal ganz närrisch und ausgelassen, wollen wir mithin. Pflichttreue, arbeitsame, schaffende und opfernde Menschen brauchen auch einmal Entspannung und eine heitere Gesellschaft um sich. Seit Jahrhunderten ist der * Gießen, 5. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 11, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat, 1/io 12 bis 16, Tomaten, Vi kg 35 bis 50, Zwiebeln 12 bis 13, Meerrettich ß5 bis 55, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50, Endivien, das Stück 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. Aus her engeren Heimat. Landkreis Gießen * Ruttershausen, 4. Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Kameradschaftsheim bei Kamerad August Schön ihren gutbesuchten Generalappell ab. Kameradschaftsführer W. Göbel eröffnete den Appell mit besten Wünschen an alle Kameraden für das neue Jahr. Der vom Schriftführer L. Schreiner V. oorgetragene und von den Kameraden gutgeheißene Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1938 brachte noch einmal die Arbeit des verflossenen Jahres in den Gesichtskreis der Kameraden. Rechner Schön gab den Kassenbericht bekannt, der einen Ueberschuß von annähernd 50 Mark auswies. Für 25jährige Mitgliedschaft erhielten die Ehrenzeichen die Kameraden Konrad B o - denbender, Louis Seipp, Wilhelm Göbel, Ernst Geißler, Louis Röhrsheim, Heinrich Schwarz, Ludwig Guß mann, Louis Korber, Karl M ü h l l ch , Friedrich Zecher, Ludwig Müller und Heinrich Ettling. Die im Herbst aus der Wehmacht entlassenen jungen Kameraden von hier haben sich als Mitglieder bei der Kameradschaft angemeldet. Die übliche Winterveranstaltung der Kameradschaft soll am 11. Februar stattfinden. 00 Ederstadt, 4. Jan. Unter der Leitung des Oberturnwarts Wilhelm 9te itschmidt und des Dietwarts Ferdinand Weisel veranstaltete der Turnverein „Gut Heil" am Neujahrstage einen Familienabend im Saale von Wedemann. Im Anschluß an die Grußworte des Dietwarts folgten Gedichtvorträge, gemeinschaftliche Lieder, turnerische Darbietungen und ein hübsches Nikolausspiel der Kinder. Den musikalischen Teil boten die Vereinsmitglieder Hedwig und Karl Gör lach. Alle Darbietungen fanden den reichen Beifall der vielen Besucher. Noch Dankesworten an die Mitwirkenden schloß der Dietwart den Abend in der üblichen Weise. Kreis Bübingen. * Steinberg, 4. Januar. Beim Heuholen stürzte der 44 Jahre alte Invalide Robert Mis s a r so unglücklich, daß er mit einem komplizierten Unterschenkelbruch noch Gießen in die Klinik eingefiefert werden mußte. Da eine schwere Infektion eintrat, mußte dem bedauernswerten Mann in der Klinik das Bein amputiert werden. Der Verunglückte liegt leider schwer darnieder. Kreis Biedenkopf. A Gladenbach, 4. Jan. Die beiden Land- Wirtschaftsschulen in Gladenbach und Biedenkopf werden in diesem Jahre von etwa hundert Schülern und Schülerinnen besucht. — Der Männerturnverein Gladenbach kann auf fein 30jähriges Bestehen zurückblicken. A Endbach, 4. Ion. Auf der Straße nach Weidenhausen kam das Auto des Dr. med. Scheuster aus Weidenhausen infolge Glatteis ins Schleudern und überschlug sich. Der Fahrer l.trug erhebliche Verletzungen davon, während der 'Beisitzer unverletzt blieb. Das Auto mußte stark beschädigt abgeschleppt werden. A Weidenhausen, 4. Jan. Bei reger Beteiligung der Ortseinwohner machte Bürgermeister Michel in einer B ü r g e r v e r s o m m l u n g be- MM «UW« Noman von Hubert Rausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. (Nachdruck verboten!) 23. Fortsetzung. Er schwenkte den Hut, er zog Elisabeth neben sich, er hupte, daß der nächste Schutzmann erbleichte, und sprang mit hoher Fahrt in die Reihe der Autos, die von der Gedächtniskirche her den Kurfürstend amm hinunterfuhren. „So, nun bestimme! Weißt du, wie der Dollar steht? Mir ist gerade noch ein guter Kauf gelungen. Wohin fahren wir?" „Ins Bett", sagte Elisabeth. „Ich wenigstens. Ich bin müde und esse zu Hause'" Das war noch nicht dagewesen. Gerade jetzt, wo er glaubte, ihr Vertrauen, ihr Entgegenkommen, mehr noch, ihre Freundschaft, vielleicht auch ihre Liebe errungen zu haben, gerade jetzt diese klare und schroffe Ablehnung. Es tat ihm innerlich weh ... Und auch Elisabeth bereute das Wort, kaum daß es ihren Lippen entschlüpfte. Jago fuhr seinen Wagen m Die (3araae und bummelte durch den Tiergarten der Innenstadt zu. Er gehörte zu den Menschen, die sich gesund-' laufen und gesundschlafen können. Die Bäume waren gelb und braun gesprenkelt. Unten auf den Wiesen zwischen den Sträuchern hing ein erster feiner Nebel. Die Lust war ganz still und doch löste sich Blatt um Blatt und schwebte langsam torkelnd zu Boden. Der Winter stand vor der Tür. In Toledo saßen sie jetzt auf der Terrasse im Freien und hatten braune Wangen und warteten darauf, daß die fernen Spitzen der Sierra Nevada eine weiße Haube zeigen würden. Und hier — er hieb mit feinem Stock ins feuchte @ra5 — hier roch es nach welkem Laub und faulendem Holz. . Nun war er fast ein Jahr in der Heimat! Er hatte Glück gehabt, er hatte nicht nur von Remscheid her die alten Vorkriegsbeziehungen wieder angebahnt, er hatte das Südamen tage schäft erweitert und darüber hinaus eine Reihe Objekte erworben, die in einer vernünftigen Zeit wieder wirkliche Werte fein würden. Glück gehabt! Er lachte laut hinaus und er« schrak bann über sich selbst. Die Verhältnisse fa'tten ihm alles leicht gemacht, weiter nichts. Er hatte sich an dem großen Ausverkauf beteiligt; das war, wahrhaftigen Gotts, keine Kunst. Aber wo es gegolten hätte, da hatte 'et versagt. Elisabeth! Was wußte er im Grunde von ihr? Er begann zu laufen und hieb mit dem Stock grimmig durch Die Luft. Daß sie ein prachtvoller Kerl war, und daß er sie liebe, mit jener knabenhaften Verliebtheit, die ihn restlos beglückte, aber leider nicht weiter brachte. , Er würde wieder die Jte fragen müssen, diesen lieben Menschen und Kameraden, die für den Brasky viel zu schade war. Es war wirklich eine jammervolle Welt! War es eine jammervolle Welt? Ihm fiel ein spanisches Liedchen ein, und er fang es, rüstig auf den großen Stern ^schreitend,, in den Abendhimmel hinein. Weihnachten wollte er bei der Mutter verbringen. Sie fehlte ihm, jetzt wußte er es mit einem Male ganz klar. Er würde die Brüder wieder sehn, die in andern Teilen des Landes und der Welt Filialen und Vertretungen leiteten. Man würde sich aussprechen, man wurde frei werden von all diesen äußeren Einflüssen; man würde wieder der Jago werden, der echte, rechte, dem es doch wirklich nicht an Mut gefehlt hatte. Aber jetzt und hier? In Deutschland und m dieser Zeit? . . . Da blitzte vor seinen Füßen eine Kastanie im Licht einer Laterne. Sie stak noch halb in der weißen Lederhülle. Er löste sie. Sie war braun und glänzend, wie der Nußbaumschrank in seiner Mutter Zimmer. . Er steckle sie in die Tasche. .Es wurde wirklich Zeit, daß er nach Hause kam. Am Abend m der Bar sah er den Tanzenden zu. Plötzlich stand der Chef neben ihm: eine Dame bäte, ihn sprechen zu können, sie warte noch draußen. „Eine Dame? Jung?" . Sollte Elisabeth? Vielleicht war sie mit Jte und Brasky ... ? Ihm klopfte das Herz plötzlich bis zum Hals. Draußen stand die Argesilla Sie gab ihm ihre schmale Hand, sie zeigte ihm das stille Leuchten ihrer dunklen Augen. Sie sah von unten zu ihm auf: Sind Sie allein, Don Jago?" Ganz allein!" sagte Jago und küßte die kleine braune Hand. „Ganz allein mit meinen Traumen von Toledo!" . . , Man kannte die Tänzerin, aber sie war eigenmd) nur in der Halle, im Speisefaal, in den großen öffentlichen Räumen zu sehen, meistens allem oder in einer Begleitung, der Theater und Geschäft leicht anzumerken war. Sie fielen also auf in der Bar. Sie sprachen spanisch, der Chef mühte sich selber, um einen seltenen Süd wein, der bei Jerez zu Hause war, richtig zu kredenzen: Es war ein Pedro limenes, ein vornehmer Bruder jenes Manzanillo, den man in allen Tabernen und luftigen Gesellschaften von Südspanien trinkt. Goldgelb lag er in der Schale, sein harzsüßer Duft erfüllte den Raum. Die Argesilla bestellte sich Wasser, um den schweren Wein nach spanischer Sitte zu mischen. Der Kellner brachte auch geröstetes Brot, kleine Backfische und Oliven. „Der Chef hat in Malaga gelernt", fügte er erklärend hinzu. „Fast wie zu Haus!" luchten beide und tränten „Was soll man tun?" sagte Jago. „Eigentlich sollte man Weihnachten in Deutschland fein, unterm Tan- nenbaum. Kennen Sie die Sitte? Es ist nirgends so behaglich wie auf Weihnachten in Deutschland. Aber am Christabend gehört der Mensch zu seiner Mutter!" „Werden Sie in Toledo sein?" „Nein, in Madrid! Das Haus da ist größer." „So würde ich eine deutsche Tanne einpacken und damit nach Madrid zur Mutter fliegen!" „Fliegen?" fragte Jago. „Ich habe den Flug Madrid—Barcelona—Paris schon zweimal gemacht. Er ist ebenso wundervoll, wie unsere Eisenbahnen abscheulich sind." sich zu. „Draußen habe ich Heimweh gehabt!" sagte Jago. Die angenehme, unaufdringliche Kapelle spielte mit leisem Kastagnettengeklapper einen spanischen Tanz. Die schwarzen Augen der Argesilla suchten die hellen Don Jagos. Die Musik schwang in ihrem Blut, und ihr Körper sehnte sich nach der erregenden Besessenheit, die der Körper dem Körper zu geben vermag. Sie tanzten. „Ich tanze schlecht", sagte Jago, „ich habe in Deutschland vieles verlernt." „In der Heimat ist es sofort wieder da. Wissen Sie noch, wie wir in Sevilla tanzten? Damals, ich war noch ein Kind." Er wußte es noch. „Wenn ich die Augen schließe, Lacita, sehe ich den Raum noch vor mir. Es ging einige Stufen hinab. Die Lust war schwer von den Weinen, die in großen Fässern an den Wänden lagerten. Draußen brüllte der heiße Tag, und ein paar Sonnenstreifen lagen quer und zitternd in dem kühlen Raum. Eine Mandoline spielte, und dann kam ein Kind und sang und tanzte, jagte, raste den Fandango. Das warst du, Lacita!" Sie sah ihn mit ihren großen Augen an und nickte. Um sie war Heimat, in ihr war Seligkeit. Heimat? Jago drängte die Wallungen des Blutes zuruck. Seine Heimat war Deutschland. Er sah der Tänzerin zu, die noch nicht gegessen hatte. Sie löste mit ihrer kleinen festen Hand das helle Fleisch aus den brennend roten Hummermuscheln und trank dazu in kleinen Schluckern Sie hatte die angeborene Sicherheit Der großen Welt. Sie merkte die Blicke gar nicht, die von allen Tischen her und von den tanzenden Paaren zu ihr heruber- gingen. Sie ließ ihn erzählen, und ihre großen Augen gingen immer wieder zu seinen Lippen. „Oh", sagte Jago, und in seiner Stimme klang etwas mit, das er für Dankbarkeit hielt, „Der Gedanke ist ganz ausgezeichnet!" Die großen Augen sehen ihn an, fragend, forschend. „Beide Gedanken", sagte Jago, „der mit dem Flug und auch der mit der Tanne." Dann tanzten sie wieder. Die Menschen Drängten sich und lachten und waren voller Fröhlichkeit. Es waren wenig Deutsche darunter. Für einen Augenblick kam es Jago zum Bewußtsein. Doch der Kahl köpfige dort mit der Brille sprach deutsch. Aber er war wohl keiner. Der Tango war von einer süßen Verhaltenheil. Die Argesilla schmiegte sich an ihn, und das erfüllte ihn wie berauschenden Wein. Sie war der beffere Partner, aber sie machte nicht den leisesten Ansatz, ihn zu führen. Sie war da und war ihm hingegeben. Er legte den Arm fester um ihre Taille, um sich ihrer gertenhaften Biegsamkeit zu freuen. Sie wuchsen und schmolzen zusammen und genossen wie ein Neues den gemeinsamen Tanz. Plötzlich hörte Jago deutlich — ein Brocken aus den vielsprachigen Unterhaltungen ringsum — deutlich die beiden Worte: die Hellfahr! Irgendwo sprach hier im Raum irgend jemand von Elisabeth. Er straffte sich. Seine Gedanken gingen zu ihr. Die Tänzerin spürte deutlich, wie er ihr entglitt. Sein Kopf war klar. Er zeigte auf die leere Flasche Pedro .limenej. „Wissen Sie eigentlich, daß dieser echt spanische Name deutschen Ursprungs ist? Im sechzehnten Jahrhundert hat ein Deutscher, der Kölner Peter Simsen, die Rieslingtraube in Spanien eingeführi. Aus Peter Simsen wurde Pedro Timenez." Die Argesilla richtete ihre großen A'^en auf ihn, sie sagte trauria: „Ja, c-j !" ri. 'A -’-'H. Dies deutsche Volk Jhrcr Hcm'a. " HU K (■’ ? r. :iijt 5- Franksurt oder Men? antreten müssen. Ersatz Wirtschaft Fußball der heimischen Mnnschasten inter- schon Das Jahr 1939 weist gleich zu Beginn ein fußballsportliches Großereignis auf: den Tschammer- pokal-Endkampf'zwischen dem FSV. Frankfurt -und R a p i d W i e n im Berliner Olympia-Stadion. Der Tschammerpokal-Wettbewerb ist zwar noch jung an Jahren, aber er ist aus dem besten Wege, jene Volkstümlichkeit zu erreichen, wie sie beispielsweise Englands berühmter Cup-Wettbewerb verzeichnet. Das wird bewiesen durch die Tatsache. daß fast alle deutschen Fußballvereine, angefangen bei den Vertretern der Kreisklasse, in diesem Wettbewerb ihr Glück versuchen. FSV. Frankfurt gegen Rapid Wien, das ist eine volkstümliche Paarung, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Gewiß, mit Rapid Wien, einer der berühmtesten und erfolgreichsten Mannschaften der Ostmark, konnte man schon rechnen, aber der FSV. Franks furt zählte vor Jahresfrist zum großen Heer der' Namenlosen, aus dem er sich in einem imposanten Siegeszug heraushob und nun im Begriff ist, die Hand nach der Krone auszustrecken. Schon einmal stand der' FSV. Frankfurt im Brennpunkt großer fußballfportlicher Ereignisse. Das war im Jahre 1925, als die damaligen Träger der ruhmreichen blauschwarzen Farben bis ins Endspiel der deutschen Fußballmeisterschaft vordrangen und in einem dramatischen, nervenzerreißenden Endkampf gegen den im Zenith seines Könnens befindlichen 1. FC. Nürnberg erst in verlängerter Spielzeit mit einem Tor Unterschied verloren. Der kämpferische Geist, die große Hingabe an eine Sache, verhalfen damals den „Bornheimern" zu ihren aufsehenerregenden Erfolgen, und es ist der gleiche daß hier Lebensmittel in unzulänglichen Mengen vorhanden waren Die Waren sind später zum Teil der NSV. übergeben worden. Der jüdische Hotelbesitzer Nathan Ries ließ trotz der Beschlagnahme für sich eine Anzahl Waren herausholen, wodurch er sich im Sinne der Paragraphen 136 und 137 des StrGB schuldig machte, da er die amtlichen siegel vorsätzlich aufbrach und sich beschlagnahmtes Gut aneignetc Er kam in Haft und hatte sich jetzt vor dem'Schöffengericht zu verantworten Der Staatsanwalt bezeichnete es als große Unverfrorenheit, daß der Angeklagte, der genaue Kenntnis von der Beschlagnahme und der in großem Umfang gehamstert habe, den Siegeibruch beging Das Gericht erkannte auf die beantragte Gefängnisstrafe von drei Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft. den sind und eine Leistung ausschließlich nur in ihrer Kategorie rekordfähig ist. Furmanik will nun diesem Uebelstand selbst abhelfen. Sein neuer Maserati, ein Vierzylinder- Modell von 1500 ccm Inhalt, ist fertiggestellt. Und jetzt wartet der Italiener auf günstige Witterung, um die Bestleistungen über Kilometer und Meile mit fliegendem Start in der Klasse bis 1500 ccm ansehnlicher zu gestalten. Europas beste Eisläuferinnen Magan Taylor (links) und Cecilia C o l l e d g e (Mitte) werden bei den Europameisterschaften der Frauen im Eiskunstlauf, die am 23. und 24. Januar in London statt- finden, um die Palme des Sieges ringen. Maxi Herber (rechts) wird mit Ernst Baier im Paarlauf antreten. — (Schirner-M.) bite Wit sen; ausbi bunqc Herrsi scheu aktion werde öffent sind darar Jalm 'De' bedin der < jenen faufer sind abschn ’Briiife den t ßanb munt Jtali leihe, falls Merl hafei Jung, hält 121,75 (121,50), Metallgesellfchaft mit 117,25 (117) und Rheinmetall mit 129,50 (130,25). Nach Pause notierten Schöfferhof-Binding mit 186,50 (188,50), Hanauer Hofbrauhaus 172 (173) und Deutsche Linoleum 154,75 (153,50). Renten lagen ebenfalls ruhig. 5 v. H. Gelsen Benzin 101, 5 o. H. Mühlheimer Berg 100,90 (100,50), 6 v. H. IG. Farben 118,40, Reichsbahn - VA. 122,25, Kommunal - Umschuldung 92,95 bis 93. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 4. Jan. Der erste diesjährige Pferdemarkt war nur mittelmäßig befahren. Die Beschaffenheit der Tiere war jedoch gut und teils sehr gut, ohne daß die Preise seit dem De- zember-Pferdemarkt eine wesentliche Aenderung erfahren haben. Gehandelt wurden vorwiegend eingeführte Belgier, junge volljährige Arbeitspferde. In Schlachtpferden genügte der Auftrieb nicht der Nachfrage, so daß eine Preisnotierung nicht zustande kam. Nächster Pferdemarkt am 31. Januar. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrigen je 100 kg) in RM.: Weizen W9 206, WH 208, W 12 209, W 13 210, W 16 213, W 18 215, W 19 217, W 20 219, Roggen R 11 191, R 12 192, R 14 194, R 15 195, R 16 197, R 17 198, R 18 199, R 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20 (Kreis Worms) 29,90 plus 0,50 RM Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl 11,20, Roggenvollkleie 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R 18 10,40, N 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen- station. Treber getr. —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstestroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Sranffurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1263 Rinder, darunter 284 Ochsen, 119 Bullen, 624 Kühe, 236 Färsen, 483 Kälber, 70 Hämmel, 57 Schafe, 147 Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 Mark, Bullen 35 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schofe. mittelmäßig.. kow! bene wer! gehe Soll decke mei drei Vorl Sii ton l nicht 'ung weh Zeit i Zahl lerwei liehen Mei o Antti Square Garden in Neuyork zum Treffen des Kali- forniers gegen Ellsworth Vines eingefunden. Donald Budge fand sich auf dem mit Segeltuch bespannten Steinboden überraschend gut zurecht, war seinem Gegner jederzeit durch sein sicheres und kluges Spiel überlegen und siegte leichter, als man erwartet hatte. Mit 6:3, 6:4, 6:2 fiel der Sieg eindeutig an den neuen Berufsspieler. Ein alter Bekord soll fallen. Die seltsamen Rekord-Bestimmungen des nationalen Automobilsport-Verbandes sind mehr als einmal die Zielscheibe heftiger Angriffe gewesen. Die Tatsache, daß der Rekord einer tieferen Wagenklasse höher liegt als der der stärkeren Kotegorie, zeigt sich am schroffsten an dem internationalen Klassenrekord für die Klasse bis 1500 ccm, in der noch immer der im Jahre 1927 von dem Amerikaner Lock art auf Miller-Spezial über eine fliegende Meile mit 263,94 km/st aufgestellte Rekord Gültigkeit hat. Noch niedriger liegt der entsprechende Kilometer-Rekord, den der Führer des italienischen Motorsports, Furmanik, mit einem Maserati im Jahre 1937 auf ganze 238,6 km/st brachte. Major Gardner fuhr aber mit seinem MG., der nicht einmal 1100 ccm Hubraum besitzt, Geschwindigkeiten von über 300 km/st! Aber nicht er, sondern Lockart und Furmanik halten die Rekorde in der Klasse 1100 bis 1500 ccm. Weil nämlich bei der AJACR. alle Rekorde an die Klasse gebun- Mit den Spielen der Rückrunde am kommenden Sonntag beginnt auch wieder das große Rätselraten um die Sieger in den einzelnen Klassen und Staffeln. Niemals wohl ist diese Frage aber so offen gewesen, wie gerade jetzt. Nicht nur in der Bezirksklasse bewirbt sich eine ganze Reihe von Mann- choften um die Spitze, auch in den übrigen Klassen ist die Situation so. daß man bestimmte Voraus- agen wohl in absehbarer Zeit noch nicht treffen kann Denn die ersten Spiele werden, wenn ihnen auch eine gewisse Spannung nicht abgestritten werden kann, an dem augenblicklichen Stand nichts ändern. Maßgebend wird der Endspurt sein, der einsetzt, sobald' die Sache „spruchreif" ist. In der Staffel IV stehen diesmal an: Luftwaffe — Heuchelheim 211 SB. „Barbara“ — 1900 Gießen Ockershausen — 1860 Marburg. Die Luftwaffe hat zwar ihre komplette Mann- chaft nicht zur Stelle Sie wird aber stark genug ein, um den Ansturm der Heuchelheimer, die selbstverständlich ebenfalls gewinnen wollen, abzuwehren. Interessant wird die Begegnung MSV. — 1900 werden, nachdem der Formanstieg der Artilleristen unverkennbar ist. Schließlich hat man auch allen Grund, etwas besser zu spielen, als im Vorspiel, weil es sonst sehr leicht zu einer weiteren Ueber- raschung kommen dürfte. Ockershausen wird auch zu Hause nicht in der Lage sein, den Sieg der Marburger streitig zu machen und so seinen schlechten Platz wenigstens etwas zu verbessern. Die Staffel V sieht folgende Begegnungen: Tu. Garbenheim — Tv. Hörnsheim Tv. Wehlar — Tv. Lützellinden Wetzlar-Niedergirmes — kahenfurl. Das größte Interesse bringt man zweifellos der Begegnung Garbenheim gegen Hörnsheim zu. Während die Hörnsheimer als eine der besten Mannschaften mit an der Spitze liegen, ist Garbenheim eifrig bemüht, seine derzeitige Stellung noch weiter zu verbessern. Sie haben schon unter diesen Umständen ein Interesse daran, so günstig wie möglich abzuschneiden und zu dem Zwecke ihre zur Zeit spielstärkste Mannschaft auf die Beine gestellt. Wenn man auch ohne weiteres an einen Erfolg von Lützellinden glauben muß, so sollte man doch — unter Hinweis auf das Unentschieden des Vorspieles — etwas vorsichtiger fein und erst in den Leistungen nachlassen, wenn das Spiel eindeutig entschieden ist. Wenn auch Niedergirmes zu Hause, sehr schwer zu schlagen ist, so liegt ein knapper Sieg durchaus im Bereich der Möglichkeit. Denn Katzenfurt hat sich als Ueberraschungsmannschast schon oftmals präsentiert. In der 1. K r e i s k l a s s e spielen: Tv. Holzheim — Tv. Grüningen Tv. Dillenburg — Tv. Holzheim. Dem Lokalkampf in Holzheim kommt diesmal erhöhte Bedeutung zu, nachdem Grüningen das Vorspiel gewinnen konnte, Holzheim heute aber trotzdem unangefochten die Spitze hält. Diesmal wird es sich zeigen, wer am stärksten ist und wie die Siege bzw. Niederlagen beider Gegner zu werten sind. Nach den ausgeglichenen Leistungen der letzten Zeit zu urteilen, sollte man in Holzheim den Sieger sehen. — Nicht ganz ohne Aussichten geht Atzbach nach Dillenburg, weil die Platzbesitzer mit starkem Soli"' StM hei"« fllof gjlit 4 Ohne- gult