Ur. 206 Erstes ölan 189. Jahrgang Montag, September 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Lammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Vberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange ln Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/tUl)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Nps..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der nördliche Korridor völlig abgeschnitten, przasnysz genommen. — Luftwaffe zerstörte wichtige Bahnverbindungen. Zwei polnische Kriegsschiffe versenkt. X Berlin, 4. Sept (DRV.Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Von den aus Schlesien und südlich vorgehenden Truppen drangen nördlich der hohen Tatra und südlich des Industriegebietes starke Kräfte dem aus Krakau zurückweichenden Gegner nach. Ostwärts plock wurde der Weichselübergang erkämpft. Nördlich des Industriegebiets konnten unsere Truppen den zurückgehenden Feind über die Linie Wonie- pol — Kamiensk und über die Wartha nordöstlich Wielun im scharfen Vordrängen zurückdrängen. Unfere Truppen haben sich S i e r a d z auf 20 Kilometer genähert. Die pommersche Kräftegruppe erreichte mit starken Kräften die Weichsel bei Kulm. Das Abschneiden der im nördlichen Korridor stehenden polnischen Kräfte ist damit vollendet. Der deutsche Angriff gegen die Festung Gra ud enz ist im Vordosien in die F o rt- linien eingedrungen. Die aus Ostpreußen vorgehende Kräftegruppe nahm P r z a s n y s z. Polnische Kavallerie, die nördlich Treuburg versuchte, in deutsches Land einzudringen, wurde zurückgeworfen. Die deutsche Luftwaffe führte im Laufe des 3. September vermehrt ihre Angriffe auf militärisch-wichtige Verkehrsanlagen und größere Truppentransporte durch. Der wiederholte Einsatz von Flak und Sturzkampffliegern trug wesentlich zu dem raschen Erfolg der aus Schlesien vorgehenden Truppen bei. Die Bahnverbindungen Kutno—Warschau, Krakau — Lemberg, Kielce — Warschau — Thorn — Deutsch-Eylau wurden zerstört. Es sind zahlreiche Zugentgleisungen, Explosionen und Brände festgeslellt worden. Der Bahnhof hohensalza liegt in Trümmern. In Okecieen bei Warschau wurde das dortige Flugzeugwerk schwer beschädigt. Das von den Polen bereitgestellte Reserve- Flugzeugmaterial wurde vernichtet. Bei einem Luftkampf über Warschau wurden sieben polnische Flugzeuge und ein polnischer, Ballon ohne eigene Verluste abgeschossen. scher Flak und Jäger ein. Diese Abwehr konnte und kann jedoch nicht mehr die Tatsache verschleiern, daß die polnische Luftwaffe durch Vernichtung ihrer wichtigsten Stützpunkte schon jetzt aufs schwer st e getroffen worden ist. Tschenstochau und Vereist genommen. Durchbruchsversuch derPolnischenKorridortruppen abgewiesen DNB. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Nachmittag des 2. 9. und in den Morgenstunden des 3. 9. drangen die Truppen des deutschen Heeres auf allen Fronten erfolgreich weiBerlin, 3. Sept. (DNB.) Wir möchten nicht versäumen, der Welt von einem überaus bemerkenswerten Widerspruch in zwei politischen Erklärungen Mitteilung zu machen. Während Ministerpräsident C h a m b er l a i n die von amtlicher deutscher Seite wiederholt dementierte Lüge erneut verbreitet hat, daß die deutsche Reichsregierung Polen keinerlei Verhandlungsvorschläge zur Kenntnis gebracht habe und Chamberlain auf diese Behauptung den Abbruch der englischen Beziehungen zum Deutschen Reich maßgeblich stützte, hat der polnische Rundfunk Herrn Chamberlain unfreiwillig Lügen gestraft. Am Sonntagmorgen um 8 Uhr nämlich hat der Warschauer Rundfunk in seiner Morgensendung an die polnischen Bauern erklären: „Deutschland ist wahnsinnig geworden, weil Polen seine Vorschläge ab gelehnt hat." Wir fragen: Wie kann von der Ablehnung von Vorschlägen seitens Polen die Rede sein, wenn die Warschauer Regierung von einem Verhandlungsoorschlag niemals Kenntnis erhalten haben soll? Herrn Chamberlain wird es schwer fallen, diesen Widerspruch vor der Weltöffentlichkeit aufrechtzuerhalten oder gar zu begründen. Der Straßburger Sender verbreitete, die deutsche Reichsregierung habe erklärt, Polen hätte die am Abend des 31. August bekanntgegebenen Vorschläge abgelehnt, ^während sich in Wirklichkeit Sie polnische Ablehnung auf andere Vorschläge bezogen habe, die Polen von der Reichsregierung am 29. August übermittelt worden waren. Im gleichen Atemzug behauptet der Sender, daß Deutschland sein Manöver mit Hilfe ter tief auf polnischem Gebiet vor. Tschenstochau wurde genommen. Ostwärts W i e - l u n wurde die Warthe überschritten. Ein Versuch der im Korridor abgeschnittenen polnischen Truppen, nach Süden durchzubrechen, wurde abgewiesen. Berent ist in deutscher Hand. Nach der entscheidenden Wirkung des Einsatzes der deutschen Luftwaffe am 2. September beherrschten die Divisionen der beiden gegen Polen eingesetzten Luftflotten uneingeschränkt den polnischen Luftraum und stehen wieder einsatzbereit in ihren Absprunghäfen. Die Einheiten der bisher nicht eingesetzten Luftflotten stehen wie bisher in ihr en Fliegerhorsten bereit. dreier verschiedener Pläne ausgeführt habe, von denen der erste vor der deutschen Oefsent- lichkeit geheim gehalten wurde und den Zweck hatte, eine polnische Ablehnung zu provozieren, während der zweite zu einem Meinungsaustausch hätte fuhren können. Abgesehen davon, daß es dem Lügensender nicht möglich ist, den dritten Plan näher zu umreißen, ist der polnischen Regierung am 29. August kein deutscher Plan übermittelt worden. Ueberdtes ist der britische Botschafter Sir Neville Hendersen in der Nacht vom 30. zum 31. August vom Reichsminister des Auswärtigen von Ribben- ttop in allen Einzelheiten von jenem Vorschlag in Kenntnis gesetzt worden, der am 31. August abends der deutschen Oeffentlich- keit bekanntgegeben wurde und der als von Polen abgelehnt betrachtet werden mußte, nachdem die polnische Regierung zwei volle Tage mit der Namhaftmachung und Entsendung eines zu Verhandlungen bevollmächtigten Vertreters w a r - t e n ließ. Frankreich leistet polen Verstand Berlin-, 3. September (DNB.) Am Sonntagmittag gegen 13 Uhr hat der französische Botschafter in Berlin Eoulondre dem Reichsminister von Ribbentrop davon Mitteilung gemacht, daß sich Frankreich, falls Deutschland nicht gewillt sei seine Truppen aus Polen zurückzuziehen, ab 17 Uhr verpflichtet fähe Polen Bei st and zu leisten. Wir wollen siegen und wir werden siegen. Drei Tage lang hat man in London dazu gebraucht, um den Pfeil gegen Deutschland abzu- jchießen, der schon seit Wochen und Monaten loie im Köcher saß. Denn darüber herrscht jetzt nach der verlogenen und intriganten Behandlung des ebenso maßvollen wie großzügigen deutschen Vorschlags zur friedlichen Regelung des Danzig-Korridor- Problems volle Klarheit: England wollte diese oder irgendeine friedliche Regelung in Wahrheit gar nicht. Es wollte einen Kriegsgrund und da er sich nicht finden lassen wollte, weil des Führers Vorschlag selbst für waschechte Demokraten, wenn sie einmal ehrlich sein wollen, plausibel und unanfechtbar war, so mußte England seine Zuflucht zu den fadenscheinigsten Vorwänden nehmen, die an leicht nachgewiesenen Widersprüchen und inneren Unmöglichkeiten bereits in sich zusammengebrochen sind. England hat tatsächlich seine Ver- mittlungsbereitschaft im deutsch-polnischen Konflikt nur vorgetäuscht, denn es hat in Warschau keinerlei Schritte unternommen, die einer ernstgenommenen Vermittlungsbereitschaft entsprochen hätten. Man hat in London offensichtlich ein Einlenken Polens gar nicht erwartet und auch gar nicht gewünscht, sonst hätte auch nur ein Wink Englands genügen müssen, den Polen klar zu machen, daß der deutsche Vorschlag für sie eine letzte Chance sei, aus der Sackgasse herauszukommen, in die sie sich in blindem Vertrauen auf die englische Blankovollmacht begeben hatten. Aber diese Vollmacht war schon erteilt worden, weil England zum Kriege entschlossen war. Das anmaßende Ultimatum der britischen Regierung setzt nur den Schlußpunkt unter die zynische Politik Englands, die, wie es der Führer uns allen gestern in seinem Aufruf an das deutsche Volk wieder in wuchtigen Anklagen in Erinnerung zurückgerufen, sich in demselben Augenblick wieder gegen das Deutsche Reich wandte, in dem es offenbar wurde, daß Deutschland sich unter nationalsozialistischer Führung von den furchtbaren Folgen des Versailler Diktats wieder erholte. Britanniens Weltherrschaftsanspruch verträgt kein blühendes Deutschland, das in feinem natürlichen Lebensraum alle nationalen Kräfte entwickelt. Im Vollgefühl unseres guten Gewissens, das von keiner unüberbrückbaren Divergenz der Interessen beider Völker wußte, haben wir England immer wieder Verständigung und Freundschaft angeboten. Das deutsch-britische Flottenabkommen mit der darin festgelegten -freiwilligen Beschränkung des deutschen Schiffbaues sollte den Engländern jede Befürchtung nehmen, als ob ein wieder erstarktes Deutsches Reich jemals wkeder die Tradition der Flottenrivalität des wilhelminischen Zeitalters erneuern könnte. In England hat man diese großzügige und weitschauende Geste des Führers völlig mißverstanden und statt den Weg freundschaftlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit zu beschreiten, den der Führer gebahnt hatte, jene unaufrichtige und hinterhältige Einkreisungspolitik einge- fäoelt, sobald das nationalsozialistische Deutschland damit ernst machte, seine Forderung auf friedliche Revision der die Ehre und die Lebensnotwendig- Warschauer Rundfunk widerlegt Chamberlain polen ha^ doch Lerhandiungsvorschläge erhalten. Die S e e st r e i t k r ä f t e waren auch gestern erfolgreich tätig. Zerstörer haben die im Kriegshafen von Heia liegenden feindlichen Schiffe unter wirkungsvolles Feuer genpmmen. Vor der Danziger Bucht wurde ein polnisches U-Boot versenkt. Lust- ancsriffe gegen ©hingen und hela wurden erneuert und brachten hierbei den polnischen Zerstörer „Viecher" zum Sinken. Der Minenleger „Greys" wurde schwer beschädigt. 3m Westen bisher keine Kampfhandlungen. Die polnische Lustwaffe aufs schwerste getroffen. ......., 3. Sept. (DNB.) Während des Dor- marlches des Heeres hat sich auch am Samstag die absolute Überlegenheit der deutschen über die polnische Luftwaffe klar erwiesen. Der gesamte Luftraum über dem Kampfgebiet und dem Hintergelände wird restlos von der deutschen Luftwaffe beherrscht. Die zahlreichen Angriffe der deutschen Luftwaffe beschränken sich weisungsgemäß ausschließlich auf militärische Anlagen. Don den Vormittagsstunden an haben deutsche Aufklärer durch Feststellung polnischer Heeresbewegungen den Vormarsch des Heeres wirksam unterstützt. Die rege Aufklärungstätigkeit schuf den Kampfeinheiten die Möglichkeiten zu ständig wiederholten Einzelangriffen. Nachdem deutsche Panzereinheiten in den Mitagsstunden eine Bahnlinie und bald darauf die Weichsel erreicht hatten, griffen deutsche Kampfstaffeln wiederholt wirksam Weichsel- üb ergänze an. Eine Weichselbrücke und ein Brückenschlag wurden durch zahlreiche Bomben zerstört. Ein Wald wurde in Brand gesetzt. Besonders wirksam waren fortgesetzte Angriffe deutscher Kampfeinheiten gegen die nach Südosten zurück- aehenden polnischen Kompanien. Hier hatten die Angriffe unserer Luftwaffe eine vielfach deutlich beobachtete vernichtende Wirkung. Ein wichtiger Bahnhof wurde ebenfalls mit Bomben belegt. Die militärischen Anlagen bei Hela wurden im Laufe des Samstags wiederholt von Kampfeinheiten angegriffen und wirksam zerstört. An einzelnen Stellen setzte Abwehr polni- Der Führer Hai sich zurOstarmee an die Front begeben. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Kaum hatte die Bevölkerung der Reichshauptstadt am Sonntagnachmittag über den Rundfunk von der provokatorischen Note Englands und von dem deutschen Antwortmemorandum Kenntnis erhalten, kaum waren die Aufrufe des Führers und die Nachricht von feiner bevorstehenden Abreise zur Ostarmee bekanntgewor- den, als auch schon Tausende von Berlinern in die Innen st a d t strömten und die Wilhelmstraße und den Wilhelmplatz belagerten. Aber es wird dunkel, bis ihr sehnlichster Wunsch Erfüllung wird. Gleich allen Sttaßen und Plätzen Berlins liegt auch de^ Wilhelmplatz in tiefer Dunkelheit. Wie schwarze Silhouetten heben sich die Reichskanzlei und die Ministerien gegen den fast wolkenlosen, im matten Mondschein erhellten Sternenhimmel ab. Noch immer weht vom Dach der Reichskanzlei d i e Fahne d e s Führers. Noch immer stehen in dichten Mauern die Menschen. Sie wanken und weichen nicht. Man hat den Eindruck, sie würden, wenn sich die Abfahrt verzögern sollte, noch am kommenden Morgen hier ausharren, um dem ersten Soldaten des deutschen Volkes bei seiner Abreise 3ur Front als Ausdruck unwandelbarer Entschlossenheit ihre Grüße zurufen zu können. Männer und Frauen, alte und junge, Arbeiter der Stirn und der Faust, aus den Fabriken und aus den Betrieben, stehen Schulter an Schulter: Volksgenossen und' Kameraden, verbunden durch das stolze Bewußtsein der Unbesiegbarkeit des Vaterlandes und durch das gleiche einigende Band der Hingabe und Liebe zum Führer. Endlich öffnet sich das Portal der Reichskanzlei. Einige Sekunden erwartungsvollen Schweigens. In langsamer Fahrt biegt ein Kraftwagen mit vorschriftsmäßig abgeblendenten Scheinwerfern in die Wilhelmstraße ein. Ist es der Wagen des Führers? Nein! Es sind erst die Männer seiner unmittelbaren Begleitung. Aber im zweiten oder dritten Wagen, das muß der Führer sein! Einen Augenblick blenden die Scheinwerferbündel eines Wochenschauwagens auf! Ja, es ist der Führer! Und da kennen die Menschen kein Halten mehr, durchbrechen die dünnen Ketten der absperrenden Schutzpolizei, drängen nach vorn, em Jubelschrei erfüllt die Luft und tausendstimmige Heilrufe branden 3um nächtlichen Himmel empor. Wenn auch die in den hinteren Reihen den Führer gar nicht sehen können, der zündende , Funke der Begeisterung dringt von Herz zu Herz'. Heil! Heil! Heil! Und die Rufe pflanzen sich fort die Wilhelmstraße entlang, und sie klingen wie ein Schwur: Führer, befiel, wir folgen in blindem Gehorsam, in bedingungsloser Opferbereitschaft, in stahlhartem Willen und Glauben an den Sieg der gerechten Sache. Führer, befiehl,, wir folgen dir, wenn es sein muß, bis in den ot! Unauslöschlich wird das GrkLtoU dieser welthistorischen Stunde, da der Mann, der Deutschlands Größe geschmiedet hat, an die Ostfront zu seinen Soldaten abgefahren ist, sich in die Herzen aller, die dabei gewesen sind, einzugraben. Neben dem Führer Hauptmann v. Below, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer, und ^-Gruppenführer Schaub. -- Presse-Jllustration-Hoffmann-M, I I I D | * • ' W* - • / D Deutsche Truppen an allen Fronten in schnellem Vorschreiten ketten des deutschen Volkes auf das schwerste verletzenden Artikel des Versailler Diktats in die Tat umzusetzen. Obwohl zahlreiche britische Staatsmänner selbst oft und ost auf die Unhaltbarkeit dieser^Bestimmungen hingewiesen und laut beklagt hatten, daß hier Die Keime zu neuen und schweren Konflikten verborgen lägen, die, wenn sie eines Tages ausgingen, die Welt in einen zweiten, gro- ßen Krieg stürzen müßten, trotzdem hat das amtliche England niemals den Weg von der Theorie in die Praxis gefunden. Kalte Herrschsucht und formalistische Engstirnigkeit siegten stets über Erkenntnis und Vernunft. Man gönnte Deutschland nicht seinen Wiederaufstieg zur Großmacht, man fürchtete, wie der Führer in seinem gestrigen Aufruf hervorgehoben hat, die neuen gewaltigen Gedanken eines wahren Sozialismus, die in Deutschland aus einem Klassenstaat eine Volksgemeinschaft gemacht hatten und mit den ihnen innewohnenden ungeheuren Energien auf allen Gebieten des nationalen Lebens so staunenswerte Leistungen vollbracht haben. Die „Freiheit", die England zu verteidigen vorgibt, ist nichts anderes als die schrankenlose Herrschaft einer kleinen plutokratischen Kaste, die davor zittert, von der gewaltigen Kraft einer neuen Idee aus dem Sattel gehoben zu werden. Zwischen England und uns ist jetzt letzte Klarheit geschaffen, und aus dieser Klarheit wächst uns ungeheure Kraft zu, die eiserne Entschlossenheit, diesen Kampf, den man uns in zynischer Ruch-' losigkeit aufgezwungen hat, bis zum Aeußersten durchzufechten mit dem mutigen und zähen Siegeswillen, der weiß, daß ein Kampf mit England nur um Sein oder Nichtsein der Nation geht, und deshalb weit entfernt ist von jenem hohlen Degeiste- rungstaumel, der wie ein Strohfeuer hell aufflackert und zusammenfällt in den ernsten Stunden, die zu- sammengeLissene Zähne und letzte Bewährung fordern. Niemand hat den Frieden heißer und inbrün- sttger geliebt als das deutsche Volk, weil nur ein langer Friede ihm die Möglichkeit gab, die gewaltigen kulturellen Aufgaben, vor die die schöpferische Initiative des Führers sein Volk gestellt hatte, zu vollenden. Aber es durfte kein Friede eines Sklavenvolkes sein, dem die Gnade fremder Mächte Atem und Lebensraum zumaßen. Das Wissen, um das, was uns bevorsteht, wenn wir schwach werden, wird uns stählen und zu letztem Einsatz befähigen. Wie es im nationalsozialistischen Deutschland keinen zweiten November 1918 geben wird, so wird dieser Kampf nicht mit einem zweiten Versailles enden, das uns unsere Feinde noch viel grausiger, brutaler und teuflischer zugedacht haben als vor zwanzig Jahren. Niemand bei uns ist töricht genug, England als Gegner in eiitem solchen Kampf zu unterschätzen. Aber es soll sich gesagt sein lassen, daß die verschworene Gemeinschaft von Führer und Volk hinter der stolzen und schlagfertigen deutschen Wehrmacht steht, die weiß, daß sie für Freiheit und Recht in diesen Kampf zieht, um die Grundlagen eines neuen, wahren und darum besseren Friedens zu sichern. Wir wollen siegen, und wir werden siegen. Fr. W. Lange. Ein Tagesbefehl an die slowakischen Truppen. Preßburg, 3. Sept. (Europapreß.) Der flo- wokische Wehrminister, General C a t l o s, hat an die slowakischen Truppen einen Tagesbefehl erlassen, in dem es heißt: „Offiziere, Soldaten! Wieder steht das slowakische Volk, das slowakische Heer vor einer g e - schichtlichen Prüfung. Unsere Interessen haben uns mit der deutschen Armee verbündet und in ein feindliches V erh ält - n i s zu Polen gestellt. Die Feindseligkeiten haben begonnen. Danach, wie unsere Truppen sich im Kampf verhalten werden, wird man uns jetzt und in Zukunft beurteilen, danach wird man uns werten, wird mar. uns messen und für uns eintreten. Ein entschlossenes Deutschland braucht einen entschlossenen Verbündeten. Den gemeinsamen Wunsch, die unterjochten Brüder in Polen zu befreien, werden wir in gemeinsamer Anstrengung erfüllen. Ich befehle: Mannhaft in den Kampf zu gehen, wagemuttg und energisch den Willen des Staatsoberhauptes der slowakischen Regierung und der ganzen Natton zu erfüllen, unbedingt meine, und meiner Unterkommandanten Befehle zu erfüllen, initiativ und tapfer die Freiheit der unfreien Slowaken zu erkämpfen. Gott helfe uns! Mit iljm werden wir siegen!" Das Echo in Moskau. Die Erfolge der deutschen Truppen im Mittelpunkt der Sowjetpresse. Moskau, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Ereignisse des gestrigen Tages werden in der Sowjetpresse durch Kürz'Meldungen der amtlichen Tele- grophenagentur wiedergegeben. Die Erklärungen Englands und Frankreichs an Deutschland, die Bildung des Londoner Kriegskabinetts und die Erfolge der deutschen Truppen an der Ostfront stehen dabei im Mittelpunkt. Die meisten Blätter bringen Kartenskizzen über den polnischen Kriegsschauplatz, auf denen d i e Linien des deutschen Vormarsches angegeben sind. Die Berichte der Sowjetblätter zeichnen sich durch absolute Objektivität aus und enthalten sich jeder Parteinahme. Alle Zeitungen verzichten bis jetzt auf eigene Kommentare zum Kriegsausbruch. Aufrechterhaltung der deutsch-dänischen Wirtschaftsbeziehungen. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der dänische Staats- nrittifter Stauning empfing heute im Beisein des dänischen Ministers Dr. Munch den Sonder- bevollrnächttgten, den deutschen Botschafter von Hassell, der vom Gesandten von Renthe- Fi n k begleitet war. Botschafter von Hassell brachte den klaren Willen der deutschen Regierung zum Ausdruck, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern in möglichst vollem Umfange auf der bisherigen Grundlage aufrechtzuerhalten und sorgfältig zu pflegen, sowie etwa austauchende Fragen durch freundschaftliche Verhandlungen zu regeln. Staatsminister Stanning dankte für die Mitteilungen und erklärte, daß die dänische Regierung strikte Neutralität beobachten werde und von dem gleichen Wunsch beseelt sei. Auch Schweden hält die Handelsbeziehungen mit Deutschland aufrecht. Stockholm, 3. Sept. (DNB.) Botschafter von Hassell als besonderer Vertreter der Reichs- regterung hat heute, von dem deutschen .Gesandten Der Zablunka-Paß schnell bezwungen. Berlin, 2. September. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die deutschen Truppen hoben am Nachmittag des 1. September den Vormarsch auf allen Fronten erfolgreich fortgesetzt. Heute früh sind die Bewegungen über im Fortschreiten. Der Jablunka-Paß wurde schnell bezwungen. Beim Einsatz der Luftwaffe wurden auf den angegriffenen und zerstörten polnischen Flugplätzen zahlreiche feindliche Flugzeuge vernichtet." Llneingeschrcintte Luftherrschaft im polnischen Raum. Auf allen Fronten weitere schnelle Erfolge. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Das Vorgehen der deutschen Truppen brachte auf allen Fromen weitere schnelle Erfolge. Die südlich des oberschlesischen Industriegebietes angesetzte Kräftegruppe nähert sich Biala und hat Pleß genommen. Nördlich davon wurde eine polnische Bunkerlinie durchbrochen. Nördlich des Industriegebiets nähern sich unsere Truppen der Wartha. Panzerverbände gehen nördlich Tschen- stochau auf Radomsk vor. Wielun ist genommen. Die über Kempen eingesetzten Teile sind im flotten Vorgehen auf Sicradz. Die pommersche Kräftegruppe hat die B r a h e überschritten und im kraftvollen Stoß mit Anfängen die Weichsel südwe st lich Grande n z erreicht. Damit ift die Verbindung mit der aus Ostpreußen Richtung Grandenz angesetzten Gruppe nahezu hergestellt. Die im nördlichen Korridor befindlichen polnischen Heeresteile sind a b geschnitten. Die Säuberung der Tucheler Heide ist im Gange. Auch der aus O st Preußen nach Süden angesetzte Angriff begann prompt. Deutsche Truppen sind im Vorgehen auf Przasnysz. Die deutsche Luftwaffe hat heute blitzschnelle und wuchtige Schläge gegen militärische Ziele in Polen geführt. Zahlreiche polnische Flugzeuge wurden im Luftkampf vernichtet. Auf der Erde wurde eine große Anzahl von Militärfliegerhorsten anin Stockholm Prinz zu Wied begleitet, dem schwedischen Staats- und dem Außenminister erklärt, daß deutscherseits der Wunsch bestehe, die deutsch-schwedischen Handelsverbindungen während eines Krieges zwischen den Großmächten möglichst im vollen Umfange und auf der bisherigen Grundlage aufrecht zu erhalten und auf normalem Verhandlungswege etwa entstehende Schwierigkeiten zu beseitigen. Schwedischerseits wurde dem Botschafter versichert, daß dieser Wunsch von der schwedischen Regierung geteilt werde. Die Regierung wünsche, nach allen Seiten die schwedischen Handelsverbindungen aufrecht zu erhalten, und beabsichtige nicht, solche Einschränkungen, die sich als notwendig erweisen können, einfeitig gegen einen kriegführenden Staat, welcher Schwedens Neutralität und Integrität achtet, in Anwendung zu bringen. Holland verteidigt seine Neutralität auch in der Lust. Amsterdam, 3. Sept. (DNB.) Zur Aufrechterhaltung seiner Neuttalität in der Lust hat Holland eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Ueberfliegen seines Staatsgebietes durch fremde Flugzeuge zu verhindern. Aus einer Mitteilung an die Bevölkerung geht hervor, daß die niederländische Luftwaffe sowohl durch Flugzeuge als auch durch Flakartillerie jedes Flugzeug unter Feuer nehmen wird, das die bestehenden Flug verböte der Regierung übertritt. Gleichzeitig werden eine Reihe von Verhaltungsvorschriften für die Zivilbevölkerung für den Fall einer derartigen Beschießung veröffentlicht. Oie offizielle Neutralitätserklärung Belgiens. «rüffel, ^3. Sept. ie schon seit Monaten bestehenden bürgerkriegs- ihnlichen Zustände an der Ostgrenze des Reiches, chne daß die britische Regierung etwas dagegen elnzuwendeiH hätte, sich allmählich zu offenen Angriffen auf das Reichsgebiet ver- Itärtten, hat sich die deutsche Reichsregierung ent- ichlossen, dieser fortdauernden und für eine Großmacht unerträglichen Bedrohung des erst äußeren «nd dann endlich auch des inneren Friedens des deutschen Volkes ein Ende zu bereiten mit jenen Mitteln, die, nachdem die Regiemngeu der ker niemals mehr gegeneinander kämpfen zu lassen. Polen aber muß und wird als das wichtigste Glied der 'britischen Einkreisungs- und Vernichtungspolitik zum Frieden gezwungen werden. Soldaten der Ostarmee! Ihr habt schon in knappen zwei Tagen Leistungen vollbracht, auf die ganz Deutschland mit Stolz blickt. Ich weih, daß Ihr die Gröhe der Luch gestellten Aufgabe erkennt und E u er Aeußerstes tut, um zunächst diesen Gegner in höchster Schnelligkeit nieder- z u w e r f e n. Der mit ungeheueren Mitteln aufgebaute Westwall wird unterdes Deutschland gegen Frankreich und England abschirmen und damit schützen. Ich selbst begebe mich als alter Soldat des Weltkrieges und als Euer Oberster Befehlshaber noch heute an die Front zn Euch. Berlin, 3. September 1939. gez. Adolf Hitler. Berlin, 3. Sept. (DRV.) Der Führer erläßt folgenden Aufruf an die Rationalfozialisiische Deutsche Arbeiterpartei: Rationalsozialisten und Rationalsozialistinnen! Unser jüdisch-demokratischer Weltfeind hat es fertiggebracht, das englische Volk in den Kriegszustand gegen Deutschland zu stellen. Die Gründe dafür sind genau so verlogen und fadenscheinig, als es die Gründe 1914 waren. Daran hat sich nichts geändert. Aber geändert haben sich die Kraft und der Wille des Reiches, dieses Mal den uns aufgezwungenen Kampf mit jener Entschlossenheit zu führen, die nötig ist, um das neue beabsichtigte Verbrechen an der Menschheit zunichte zu machen. Das Jahr 1918 wird nicht wiederkehren. Die deutsche Wehrmacht wird im Osten in wenigen Wochen den von den Engländern gelegten Einkreisungsring Zertrümmern. Sie wird l m Westen in der größten Festungsanlage aller Zeiten den deutschen Boden schützen. Das deutsche Volk wird dieses Opfer bringen in der Erkenntnis, daß es seiner Zahl, seinem Werte und seiner geschichtlichen Vergangenheit nach diese Auseinandersetzung nicht zu fürchten hat. Geschlagen sind wir in der Geschichte nur dann geworden, wenn wir uneinig waren. Daß das Deutsche Reich und Volk in diesen Krieg mit unzerstörbarer Einigkeit hinein- und herausgehen soll, sei unser aller Schwur. Darin liegt die höchste Aufgabe für die nationalsozialistische Bewegung. Wer sich den Gemeinschaftsanordnungen widersetzt, aus rückzuschlagen, steht noch fester. Deutsch» wird nicht mehr kapitulieren. Ein Frieden unter einem zweiten noch schlimmeren Diktat von Versailles hat keinen Sinn. Sklavenvolk sind wir nicht gewesen und wollen wir auch in Zukunft nicht sein! Was viele Deutsche in der Vergangenheit für den Bestand unseres Volkes und unseres Reiches an Opfern bringen muhten, sie sollen nicht größer gewesen sein als jene, die wir bereit sind, h e u t e auf uns zu nehmen. Dieser Entschluß ist ein unerbittlicher. Lr bedingt daher einschneidendeMaßnahmen^ Lr zwingt uns vor allem eines jetzt auf: Wenn der Soldat an der Front kämpft, soll niemand am Kriege verdienen. Wenn der Soldat an der Front kämpft, soll sich niemand zu Hause seiner Pflicht entziehen. — Wer sich diesen Geboten widersetzt, hat nicht damit zu rechnen, daß die Volksgemeinschaft auch auf ihn Rücksicht nimmt. Im übrigen wissen wir: So lange das deutsche Volk in seiner Geschichte einig war, ist es noch nie besiegt worden. Rur die Uneinigkeit des Jahres 1918 führte zum Zusammenbruch. Wer sich daher jetzt an dieser Einigkeit versündigt, hat nichts anderes zu erwarten, als daß er als Feind der Ration vernichtet wird. Denn unser Volk in solchem Sinne seine höchste Pflicht erfüllt, wird uns auch jener Herrgott beistehen, der seine Gnade noch immer dem gegeben hat, der entschlossen, sich selbst zu helfen. Die für die Verteidigung und Sicherung des Reiches notwendigen Gesetze werde ich erlassen, die für ihre Durchführung und Einhaltung vorgesehenen Männer bestimmt. Ich selbst begebe mich heute an die Front. Berlin, 3. Seplember 1939. (gez.) Adolf Hitler. der Gemeinschaflsleistung sich entfernt, oder wer glaubt sie gar sabotieren zu können, wird dieses Mal unbarmherzig vernichtet. Der brave Soldat an der Front soll wissen, daß uns sein Leben immer noch Häher steht als das von Landesverrätern. Er soll aber auch wissen, daß in diesem Kampf erstmals in der Geschichte nicht von dem einen verdient wird, während die anderen verbluten. Wer daher glaubt, sich in diesen schicksalhaften Monaten oder Jahren bereichern zu können, erwirbt kein Vermöge, sondern holt sich nur den Tod. Ich mache alle nationalsozialistischen Funktionäre dafür verantwortlich, daß sie auch in ihrem persönlichen Leben vorbildlich die Opfer auf sich nehmen, die die Gemeinschaft zu tragen hat. Was wir heute besitzen, ist gänzlich belanglos, entscheidend ist nur eines: daß Deutschland siegt! Was wir heute verlieren, ist ohne Bedeutung, wichttg aber ist, daß unser Volk seinem Angreifer widersteht und damit seine Zukunft gewinnt. In wenigen Wochen muß die nattonal- sozialistische Kampfbereitschaft sich in eine auf Leden und Tod verschworene Einheit verwandelt haben. Dann werden die kapitalistischen Kriegshetzer Englands und seine Trabanten in kurzer Zeit erkennen, was es heißt, den größten Volksstaat Europas ohne jede Veranlassung angegriffen zu haben. Der Weg, den wir heute beschreiten, ist nicht schwerer als der Weg von Versailles bis 1939. Wir haben nichts zu verlieren, wir haben alles zu gewinnen. Berlin, den 3. September 1939. gez.: Adolf Hitler. Wie eine Mauer aus Stahl und Eisen Oes Führers Aufrufe an die Wehrmacht. Englands Schuld am Kriege. Das deutsche Volk weist das englische Ansinnen mit aller Entschiedenheit zurück Berlin, 3. Sept. (DRB.) Der Führer erläßt folgenden Aufruf an das deutsche Volk: „Seit Jahrhunderten hat England das Ziel verfolgt, die europäischen Völker der britischen Welter- oberungsidee gegenüber dadurch wehrlos zu machen, dass ein Gleichgewicht der Kräfte proklamiert wurde, nachdem England das Recht in Anspruch nahm, den ihn jeweils am gefährlichsten erscheinenden europäischen Staat unter fadenscheinigen Vorwänden anzugreifen und zu vernichten. So hat es einst die spanische Weltmacht bekämpft, später die holländische, dann die französische und seit dem Jahre 1871 die deutsche. Wir selber sind Zeuge gewesen des von England getriebenen Einkreisungs- kampfes gegen das Deutschland der Vorkriegszeit. Sobald sich das Deutsche Reich unter seiner nationalsozialistischen Führung von den furchtbaren Folgen des Versailler Diktates zu erholen begann und die Krise zu überstehen drohte, setzte die britische Einkreisung sofort wieder ein. Die uns seit dem Weltkrieg bekannten britischen Kriegshetzer wollen nicht, daß das deutsche Volk lebt. Sie haben vor dem Weltkrieg gelogen, daß ihr Kampf nur dem Hause Hohenzollern oder dem deutschen Militarismus gelte, daß sie keine Absichten auf deutsche Kolonien hätten, daß sie nicht daran dächten, uns die Han- delsflotte zu nehmen, und sie haben dann das deutsche Volk unter das Versailler Diktat gezwungen. Die getreue Erfüllung dieses neuen Diktates hätte früher oder später 20 Millionen Deutsche ausgerottet. Ich habe es unternommen, den Widerstand der deutschen Ration dagegen zu mobilisieren und in einer einmaligen friedlichen Arbeit dem deutschen Volk wieder Arbeit und Brot zu sichern. In eben dem Ausmaß, in dem die friedliche Revision des Versailler Gewaltdiktates zu gelingen schien und das deutsche Volk wieder zu leben begann, setzte die neue englische Einkreisungspolitik ein. Die gleichen Kriegshetzer wie vor 1914 traten auf. Ich habe England und dem englischen Volk zahlreiche Male die Verständigung und die Freundschaft des deutschen Volkes angeboten. Meine ganze Politik war auf den Gedanken dieser Verständigung aufgebaut. Ich bin stets zurück- g e tu i e f en worden und unter heuchlerischen Erklärungen wurden immer neue Vorwände gesucht, um den deutschen Lebensraum einzuengen und um da, wo wir niemals britische Interessen bedrohten, das eigene Leben zu erschweren oder zu unterbinden. England hat Polen zu jener Haltung veran- laßt, die eine friedliche Verständigung unmöglich machte. Ls hat durch feine Garantieerklärung der polnischen Regierung die Aussichten eröffnet, ohne jede Gefahr Deutschland zu pro- votieren, ja angreifen zu dürfen. Die britische Regierung hat sich aber in einem getäuscht: das Deutschland des Iahres 1939 i st nicht mehr das Deutschland von 1914! Und der Kanzler des heutigen Reiches heißt nicht mehrBethmann-Hollweg. Ich habe ferner in meiner Rede in Saarbrücken und in Wilhelmshaven erklärt, daß wir uns gegen die britische Einkreisungspolitik zurWehr sehen werden. Ich habe vor allem keinen Zweifel darüber gelaffen, daß trotz aller Geduld und Langmut die polnischen Angriffe gegen Deutsche sowohl als gegen die Freie Stadt Danzig ein Ende finden müssen. Gestärkt durch die britische Garantieerklärung und durch die Versicherungen britischer Kriegshetzer Hal Polen geglaubt, diese Warnung i n den Wind schlagen zu dürfen. Seit zwei Tagen kämpft nun die deutsche Wehrmacht im Osten, um die Sicherheit des Reichsgebietes wieder herzustellen. Der polnische Widerstand wird von unseren Soldaten gebrochen. England aber kann glauben: Heute sind im Deutschen Reich 90 Milli o n e n M e n s ch e n v e r e i n i g t. Sie sind c n t- schlossen, sich von England nicht ab- tufirgen zu lassen. Sie haben nicht hierzu wie England 40 Millionen Quadratkilometer auf dieser Erde durch Krieg erobert. Aber sie haben den Willen, auf diesem Boden, der ihnen gehört, zu leben und sich das Leben von England auch nicht nehmen zu lassen. Demokratien alle anderen Revisionsmöglichkeiten praktisch sabotiert hatten, allein noch übrig bleiben, um die Ruhe, die Sicherheit und die Ehre des Deutschen Reiches zu verteidigen. Sie hat auf die letzten, das Reichsgebiet bedrohenden Angriffe der Polen mit gleichen Maßnahmen geantwortet. Die deutsche Reichs- regiierung ist nicht gewillt, infolge irgendwelcher britischen Absichten oder Verpflichtungen im Osten des Reiches Zustände zu dulden, die jenen gleichen, wie wir sie in dem unter britischem Protektorat stehenden Palästina vorfinden. Das deutsche Volk aber ist vor allem nicht gewillt, sich von Polen mißhandeln zu lassen. 5. Die deutsche Reichsregierung lehnt daher die versuche, durch eine ultimative Forderung Deutschland zu zwingen, seine zum Schuhe des Reiches angetretene Wehrmacht wieder zurück- zurufen und damit die alte Unruhe und das alte Unrecht erneut hinzunehmen, ab. Die Drohung, Deutschland ansonsten im Kriege zu bekämpfen, entspricht der seit Jahren proklamierten Absicht zahlreicher brittscher Politiker. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk haben dem englischen Volk unzählige Aufruf des Führers an die Soldaten der Ostarmee. Berlin, 3. September. (DNB.) Der Führer hat folgenden Aufruf an die Soldaten der Ost- armee erlassen: Soldaten der Ostarmee! Seit Monaten betreibt England seine schon vor dem Weltkriege bekannte Politik der EiNkretsung gegen Deutschland. Es versucht zu diesem Zweck sich aller, europäischer Staaten und Völker zu bedienen. Polen war ausersehen, in dieser Ein- kreisungsfront eine um so wichtigere Rolle zu spielen, als die Sowjetunion es ablehnte, ihre eigenen Interessen den englischen unterzuordnen. Die dauernden Verfolgungen der Deutschen in Polen, der mit allen Mitteln begonnene Kamps gegen die Freie Stadt Danzig zwangen mich zunächst, an unserer O st front die Maßnahmen zur Sicherung des Reiches zu treffen. Der Nichtangriffs- und Konsultativpakt mit Sowjetrußland hat die beiden größten und stärksten Staaten Europas in dem Willen geeint, ihre Vol- Das deutsche Memorandum. Berlin, 3. Sept (DJtB.) Die britisch« Regie- ning Hal in einer Role an die Reichsregierung die Forderung gestellt, die auf polnisches Ge- biet vorgedrungenen deutschen Truppen wieder an i h re Ausgangs slellun- gen zurückzuziehen. Heute morgen 9 Ahr wurde durch den englischen Botschafter in Berlin in einer herausfordernden Rote mitgeteilt, wenn bis 11 Uhr nicht in London eine befriedigende Antwort erteilt wird, England sich als i m Kriegszustand mit Deutschland befindlich betrachte. Darauf ist dem britischen Botschafter folgendes Memorandum übermittelt worden: Die deutsche Reichsregierung hat das Ultimatum der britischen Regierung vom 3. September 1939 erhalten. Sie beehrt sich, darauf folgendes zu erwidern: 1. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk l e h n e n e s a b , von der britischen Regierung ultimative Forderungen ent gen zu- nehmen, anzunehmen oder gar zu erfüllen. 2. Seit vielen Monaten herrscht an unserer O st grenze dertatsächliche Zu st and des Krieges. Nachdem der Versailler Vertrag Deutschland erst zerrissen hat, wurde allen deutschen Regierungen seitdem jede friedliche Regelung verweigert. Auch die nationalsozialistische Regierung hat nach dem Jahre 1933 immer wieder.versucht, auf dem Wege friedlicher Aushandlungen die schlimm st en Vergewaltigungen und Rechtsbrüche dieses Vertrages zu d e se i t i g e n. Es ist mit in erster Linie die britische Regierung gewesen, die durch ihr intransigentes Verhalten jede praktische rlevision vereitelte. Ohne das Dazwischentreten der brittschen Regierung wäre — dessen sind sich die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk bewußt — zwischen Deutschland und polen sicher eine vernünftige und beiden Seiten gerecht werdende Losung gefunden worden. Denn Deutschland hatte nicht die Absicht oder die Forderung gestellt, Polen zu vernichten. Das Reich forderte nur die Revision jener Artikel des Versailler Vertrages, die von einsichtsvollen Staatsmännern aller Völker schon zur Zeit der Abfassung dieses Diktates als für eine große Nation sowohl als für die gesamten politischen und wirtschaftlichen Interessen Osteuropas auf die Dauer untragbar und damit unmöglich bezeichnet worden waren. Auch britische Staatsmänner erklärten die Deutschland damals aufgezwungene Wendung im Osten als den Keim fpäterer Kriege. Diese Gefahr zu beseitigen, war der Wunsch aller deutschen Reichsregierungen und besonders die Absicht der neuen nationalsozialistischen Dolksregierung. Diese friedliche Revision verhindert zu haben, ist die Schuld Der britischen. Kabinettspolitik. 3. Die britische Regierung hat — ein einmaliger Vorgang in der Geschichte — dem polnischen Staat eine Generalvollmacht erteilt für alle Handlungen gegen Deutschland, die dieser Staat etwa vorzunehmen beabsichtigen würde. Die britische Regierung sicherte der polnischen Regierung unter gewissen Umständen für den Fall, daß sich Deutschland gegen irgendeine Provokation oder einen Angriff zur Wehr setzen würde, ihremilitärische Unterstützung zu. Daraufhin hat der polnische Terror gegen die in dem einst von Deutschland weg- gerissenen Gebieten lebenden Deutschen sofort u n - erträglicheFormen angenommen. Die F r e i e StadtDanzig wurde gegen alle gesetzlichen Bestimmungen rechtswidrig behandelt, erst wirtschaftlich und zollpolitisch mit dar Vernich- t u ng b e d r o h t und endlich militärisch zerniert und verkehrstechnisch ab gedr o s s e l t. Alle diese der britischen Regierung genau bekannten Verstöße gegen das Gesetz des Danziger Statuts wurden gebilligt und durch die ausgestellte Blankovollmacht an Polen gedeckt. Die deutsche Regierung hat, ergriffen von dem Leid der in Polen gequälten und unmenschlich mißhandelten deutschen Bevölkerung dennoch fünf Monate lang geduldig zugesehen, ohne auch nur einmal gegen Polen eine ähnlich aggressive Handlung zu betätigen. Sie hat nur Polen gewarnt, daß diese Vorgänge auf die Dauer unerträglich sein würden, und daß sie entschlossen sei für den Fall, daß dieser Bevölkerung sonst keine Hilfe würde, zur Ausruf des Führers an die Soldaten der Wesiarmee. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer hat an die Soldaten der Westarmee folgenden Aufruf erlassen: Soldaten der Westarmee! So wie vor dem Kriege hat England auch nach dem Kriege die Politik der Einkreisung gegen Deutschland weiterbetrieben. Trotzdem Deutschland im Westen des Reiches a n keinen anderen Staat Forderungen zu stellen hat, trotzdem Deutschland keinerlei territoriale Revisionen in diesen Gebieten beanspruchte und trotzdem Deutschland England geradeso wie Frankreich so oft das Angebot einer herzlichen Verständigung, ja Freundschaft gemacht hat, hat sich die britische Regierung, getrieben von den uns noch aus dem Weltkriege her bekannten Kriegshetzern entschlossen, die Maske fallen zu lassen und unter einem fadenscheinigen Vorwand den Kriegszustand zu proklamieren. Sie hat seit Monaten die polnischen Angriffe gegen Leben und Sicherheit der Volksdeutschen sowohl als die Vergewaltigung der Freien Stadt Danzig mit dem Versprechen gedeckt, Polen sofort helfen zu wollen, wenn Deutschland dagegen sich zur Wehr setzen sollte. Nachdem nun Polen im Gefühl dieses Schutzes auch aggressive Angriffsakte gegen das Reichsgebiet unternommen hat, habe ich mich entschlossen, diesen um Deutschland gelegten Ring zu sprengen. Der Nichtan- grisfs- und Konsultativpakt mit Sowjetruß - land gibt uns die Sicherheit einer Politik friedlicher Verständigung mit diesem größten Reiche des Ostens. Seit zwei Tagen kämpfen nun in Erwiderung der polnischen Angriffshandlungen Teile der deutschen Wehrmacht im Osten zur Herstellung eines Friedens, der dem deutschen Volk Leben und Freiheit sichern soll. Ihr Vorgehen ist schon nach 48 Stunden überall von Erfolg beglei- te t. Obwohl nur ein kleiner Teil der deutschen Luftflotte im Osten ihren Einsatz gefunden hat, b e - herrscht s i e den gesamten polnischen Luftraum. Das deutsche Volk und Euere Kameraden im Osten erwarten nun von Euch, Soldaten der Westfront, daß Ihr unerschütterlich wie eine Waner aus Stahl und Eisen die Grenze des Reiches gegen jeden Angriff hütet in einer Fesiungs- Der Führer Wei ein Verwundetenabzeichen. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat ein Verwundetenabzeichen gestiftet, das dem Verwundetenabzeichen des Heeres im Weltkriege mit der Abweichung gleicht, daß der Stahhelm ein Hakenkreuz trägt. Das Verwundetenabzeichen wird ebenfalls in drei Stufen, in Schwarz, in Silber und in Gold verliehen. Die Verordnung lautet: Als Ehrung für diejenigen, die bei tapferem Einsatz ihrer Person für ihr Vaterland durch feindliche Waffeneinwirkung verwundet oder beschädigt wurden, stifte ich das Verwundetenabzeichen. Artikel I. Das Verwundetenabzeichen wird i n drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- und zweimalige Verwundungen und Beschädigungen; in Silber für drei- und viermalige Verwundungen oder Beschädigungen; in Gold für mehr als viermalige Verwundungen oder Beschädigungen. Frühere Verwundungen, für die bereits ein Verwundetenabzeichen verliehen wurde, werden für die Verleihung angerechnet. Artikel II. Das Verwundetenabzeichen ist das gleiche wie das des Heeres im Weltkriege. Der Stahlhelm trägt ein auf der Spitze stehendes Hakenkreuz. Artikel III. Das Verwundetenabzeichen wird auf der linken Brustseite getragen. Artikel IV. Mit der Durchführung der Verordnung beauftrage ich den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht in Verbindung mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers. Berlin, 1. September 1939. Der Führer gez. Adolf Hitler. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht gez. Generaloberst Keitel. Der Reichsminister des Innern gez. Frick. Der Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers gez. Dr. Meißner. anlage, die hundertmal stärker ist als die nie besiegte Westfront des Großen Krieges. Denn Ihr Euere Pflicht tut, wird der Kampf im Osten in wenigen Wochen seinen erfolgreichen Abschluß gefunden haben. And dann steht die Kraft des ganzen 90-Willionenstaates hinter Euch. Als alter Soldat des Weltkrieges und als Euer Oberster Befehlshaber begebe ich m i ch im Vertrauen auf Euch heute zur O st a r m e e. Unsere plutokratischen Gegner werden erkennen, daß ihnen jetzt ein anderes Deutschland gegenüberlritt als das vom Jahre 1914. Berlin, 3. September 1939. gez. Adolf Hitler. Aufruf an das Deutsche Rote Kreuz. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und der Geschäftsführende Präsident erlassen folgenden Aufruf: Die Stunde, dem Schirmherrn des Deutschen Ro- I ten Kreuzes, dem Führer Adolf Hitler, den Dank durch die Tat abzutragen, ist gekommen. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau, die in der praktischen Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes stehen, werden mit hingebendem Eifer und erprobtem fachlichen Können ihre ganze Kraft für die ihnen gestellten Aufgaben einsetzen. Insbesondere wird erwartet, daß die männlichen und weiblichen Angehörigen der D R K. - Gemeinschaften, die für Rote-Kreuz-Arbeit zur Verfügung stehen, sich bei den DRK.-Dienst- stellen, Bereitschaften und Schwesternschaften m i t allen verfügbaren Kräften zur Mitarbeit einsetzen. Der Präsident des DRK. Herzog von Coburg. Der Geschäftsführende Präsident des DRK. Dr. Grawitz. Oie militärische Strafrechtspflege. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Eine Verordnung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht über das Sonderstrafrecht im Kriege und bei besonderem Einsatz verstärkt den Rechtsschutz für die Wehrmacht. Sie bedroht Spionage und Freischärle- r e i mit der Todesstrafe. Dabei legt sie .den Begriff des Spions und des Freischärlers dem Völkerrecht entsprechend fest. Der geschlossene Einsatz des gesamten Volkes, das unter der Wehrmacht steht, wird in der Strafbestimmung über die Zersetzung der Wehrkraft geschützt. Danach ist jeder, gleichgültig ob Soldat oder Zivilist, mit dem Tode bedroht, der entweder die Wehrmacht oder das deutsche Volk in seinem Wehrwillen zu zersetzen sucht, oder der sich selbst in irgendeiner Form dem Wehrdienst entziehen will. Schließlich sind noch die Vorschriften des Militärstrafgesetzbuches über Fahnenflucht und unerlaubte Entfernung verschärft. Die Kriegsstrafverfahrensordnung führt für die gesamte Wehrmacht ein vereinfachtes Verfahren ein. Das Kriegsverfahren gewährt der Schlagfertigkeit und Sicherung der Wehrmacht durch eine rasche und strenge, aber gerechte Anwendung des Strafgesetzes einen verschärften Rechtsschutz. Neuer unerhörter polnischer Rechisbruch. Zwei Angehörige der deutschen Botschaft in Warschau verhaftet. Berlin, 4. Sept. (ORB.) Die polnische Regierung hat im Widerspruch zu den Bestimmungen des Völkerrechts aus dem Zuge heraus, in dem sich die Angehörigen der deutschen Botschaft in Warschau befanden, kurz vor dem Grenzübertritk nach Litauen einen Gehilfen des deutschen Militärattaches und einen Beamten der deutschen Botschaft unter völlig fadenscheiniger Begründung verhaften lassen. Aeber das Schicksal der beiden deutschen Beamten ist nichts bekannt. Kleine politische Nachrichten. Die irische Regierung ordnete die sofortige Mobilmachung der Wehrmacht an. Die Gesamtstärke der Armee beträgt ungefähr 25 000 Mann. Das Parlament soll in einer Sondersitzung Notverordnungen beschließen. * Die deutsche Kriegsmarine hat in einem derartigen Maße die Sicherheit in der Ostsee sichergestellt, daß es möglich gewesen ist, ab heute die Fischerei in der Ostsee freizugeben. raschend! RM. 1.85 506dD Frau Elise Proescher Wwe., geb. Rausch Gießen, Mainz, Bad Homburg, Berlin, den 3. September 1939. 04169 5827V Unsere teure, geliebte Mutter und Großmutter Gießen, Stettin (Keddigstraße 4a), den 2- September 1939. 58260 5829V GLORlfl 04164 04170 Gießen (An den Bahnhöfen 30), den 4. September 1939. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 5. Sept., nachm. 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. wurde infolge eines Unglücksfalles im 82. Lebensjahre von uns genommen. Unsere liebe, gute und unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 5. September, 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Haarausfall? Schuppen? — Dann nur die Ottve-Methode I Wirkung über- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Studienrat Heinrich Proescher Mainz, Taunusstraße 43 I. Salon Buchberger. Abteilung Parfümerie, am Bahnhof. Alleinverkauf für Gießen Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt. Samstag nacht 12 Uhr von uns geschieden. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Lina Walter und Kinder. Prof. Brüning Sprechstunde 15-18 Uhr Liebigstraße 26 fällt aus. Gießen, den 2. September 1939. Der Polizeidirektor. M. d. F. b.: H e l l w e g e - E m d e n. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden, die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Luise Reuling, geb. Salzmann zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 5. September 1939. Nach langem, schwerem Leiden ist mein lieber Mann und guter Vater Wilhelm W alter Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 4. bis 8. September 1939 angesetzte Kraftfahrzeug-Vormusterung im Zulassungsbezirk der Polizeidirektion Gießen (Stadtkreis) Frau Klara Wiener, geb. Heß ging nach langem Leiden von uns. Ihr Leben war Liebe und Aufopferung für uns alle. Elisabeth Müller-Wiener, geb. Wiener. Eine / Hilfskraft (männlich oder weiblich) gewissenhaft, zum Abfüllen und Packen zu sofort von Fabrikation in Gießen gesucht. Zuschriften erbeten unt.04159 an den Gießener Anzeiger. Abblendkappen für Autos liefert sssiD Spezial-Autosattlerei Gröl; Gießen, Neustadt 45 Aelteres, selbständiges MM gesucht. 5828V All Der ManneslMeSv. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Ab heute Montag bis einschl. Sonntag Heinz Rühmann in Paradies der Junggesellen Hans Brausewetter* Josef Sieber Hilde Schneider Gerda MariaTerno*Trude Marlen Spielleitung: Kurt Hoffmann Drehbuch: Karl Peter Gillmann * Günther Neumann Musik: Michael Jary Drei Junggesellen gründen ein Paradies. Auch Sie sind herzlich eingeladen. Ein Film der Heinz-Rühmann-Produktion ... 5824A Beiprogramm unu Uia-Ton-Woche Anfang: Täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr Sonntags; 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr. | Mietgesuche | Einzelne Frau höh. Beamtenwitwe, sucht per bald oder water eine kMä eventl. auch 5 Zimm. 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Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. 5825D EiigeiapoMe Jernlvr. 2676. Gießen, den 1. September 1939. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher^ Nr. 206 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 4. September (YZY Ser neue russische Botschafter der LldSSR. in Serlin. Nach der Landung und Begrüßung schreitet Botschafter Schkwarzew in Begleitung von Unterstaatssekretär Woermann (links) und des Kommandanten von Berlin Generalleutnant Seifert (rechts) die Ehrenkompanie der Wehrmacht ab. — (Scherl-Bilderdienst.) "f ■ s • f < - ? f' ■ Ankunst in Berlin. Moskau, 2. Sept. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat das Präsidium des Obersten Sowjets Herrn Alexander Schkwarzew zum Botschafterder UdSSR, in Deutschland ernannt, da dem bisherigen Botschafter Mereka- lo m eine anderweitige Tätigkeit übertragen wurde. Botschafter Schkwarzew ist im Jahre 1900 in Rybinsk (an der nördlichen Weichsel) geboren. Der Nationalität nach ist er Großrusse. Vor Beginn feiner diplomatischen Laufbahn bekleidete Herr Schkwarzew eine leitende Stellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Moskauer Textilinstitutes. Am Moskauer Textilinstitut begann er die diplomatische Laufbahn. Zuletzt war Botschafter Schkwarzew, der übrigens auch deutsche Sprachkenntnisse besitzt, im Außenkommissariat tätig. Gleichzeitig ist Herr Wladimir P e r l o w , der bisherige Sekretär des Außenkommissars Molotow, zum Botschaftssekretär in Berlin ernannt worden. ♦ Am Samstagnachmittag traf der neu ernannte Botschafter, aus Moskau kommend, in einem von der deutschen Reichsregierung nach Stockholm entgegengesandten Sonderflugzeug auf dem Flughafen Tempelhof ein. Im gleichen Flugzeug traf der Militärbevollmächtigte der UdSSR., der kommandierende General Maxim P u r k a j e w , mit seinem Stab ein. Zur Begrüßung hatten sich UnterstaatsW 8»:. EL > ■ ' - .. xt x WUOMMW «x "TL W ■» I k. /xx Der Botschafter verliest sein Beglaubigungsschreiben. Rechts neben ihm Botschaftssekretär Wladinn P e r- (o w General P u r k a j e w und der Chef des Protokolls, Freiherr v. Dornberg. Ganz links Staatsminister Dr. Meißner. — (Presse-Illustration Hoffmann-M.) sekretär Woermann, der Chef des Protokolls, Gesandter v. Doernberg und vortragender Legationsrat Dr. Schliep, der Stadtkommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, eingefunden. Nach der Landung schritten der Botschafter und der Militär- bevollmächtigte die Front einer Ehrenkompanie des Heeres ab. Der Führer empfing am Sonntagmittag in der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den neuernannten Botschafter der UdSSR., Alexander Schkwarzew, der von dem Militärattache und Milstärbevollmächtigten Maxim P u r k a - j e w begleitet war. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht erwies bei Ankunft und Abfahrt militärische Ehrenbezeugungen. Im Anschluß an die lieber* reichung des Beglaubigungsschreibens far»* eine längere Aussprache statt. Vom Vormarsch unserer Truppen. - w Panzerwagen überqueren einen Flußlauf auf einer schnell hergestellten Brücke. (Lanzinger-Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Menschliche Kriegführung. Der Führer antwortet aus einen Appell Aoofevelts. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Präsident Roosevelt hat an alle Regierungen, die an etwaigen Feindseligkeiten beteiligt sein sollten, einen Appell gerichtet, öffentlich ihren Entschluß bekanntzugeben, daß ihre Truppen unter keinen Umständen Luftbombardements auf die zivile Bevölkerung oder auf unbefestigte Städte unternehmen werden unter der Voraussetzung, daß die gleichen Kriegsregeln auch von allen ihren Gegnern aufs genaue st e befolgt werden. Der Führer hat noch am gleichen Tage dem Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin seine Antwort mit der Bitte übermittelt, diese unverzüglich dem Präsidenten Roosevelt zur Kenntnis zu bringen. Die Antwort des Führers hat folgenden Wortlaut: „Die in der Botschaft des Herrn Präsidenten Roosevelt vertretene Auffassung, daß es ein Gebot der Menschlichkeit ist, bei militärischen Aktionen unter allen Umständen den Abwurf von Bomben auf nichtmilitärische Objekte zu unterlassen, entspricht durchaus meinem eigenen Standpunkt und ist von mir von jeher vertreten worden. Ich stimme daher dem Vorschlag, daß die an den jetzt im Gange befindlichen Feindseligkeiten beteiligten Regierungen öffentlich eine entsprechende Erklärung abgeben, bedingungslos zu. Meinerseits habe ich bereits in meiner heutigen Reichstagsrede öffentlich bekanntgegeben, daß die deutschen Luftstreitkräfte den Befehl erhalten haben, sich bei ihren Kampfhandlungen auf militärische Objekte zu beschränken. Es ist eine selbstverständliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung dieses Befehls, daß sich die gegnerischen Luft- ftreitfräfte an d i e gleiche Regel halten. (gez.> Adolf Hitler." Eine deutsche Warnung an polen. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Auf Weisung des Reichsministers des Auswärtigen von Ribben«. trop ist am Freitag der polnischen Bot» schäft in Berlin eine Note übermittelt worden, durch die der polnischen Botschaft mitgeteilt wird, daß die deutschen Luftstreitkräste den Befehl erhalten haben, sich bei ihren Kampfhandlungen in Polen auf militärische Objekte z u beschränken. Der polnischen Botschaft ist gleichzeitig mitgeteilt worden, daß es eine selbstverständliche Voraussetzung für die Aus-, rechterhaltung dieses Befehls fei, daß die polnischen Luftstreitkräfte sich an die glei-! ch e Regel halten. Sollte dies nicht der Fall sein, so werde deutscherseits sofort schärfste 23 e r » geltung geübt werden. Denke daran - handle danach: Chlorodont wirkt abends am besten! und lassen kein polen ein" Die Machtgelüste Polens auf Danzig sind nicht von heute, aber immer hat sich der Wille des Danziger Volkes leidenschaftlich gegen sie gewehrt. Auch das Danziger Volkslied hat durch die Jahrhunderte bis in unsere Tage stets ausgesprochenen Kampfcharakter getragen. Das Beispiel, das wir unten bringen, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Zu Danzig in dem Thore, da liegen fünf hündelein (Kanonen), die bellen alle Morgen und lassen kein Polen ein. Desgleichen auff dem Walle da sind der Vogel vil, sie singen süß und saure, danach mans haben wil. Ade, ade, ir Polen! ... Dis Lied sey euch gemacht. Der Teufel soll euch holen in einem Leddern sack! Pma. Das Grab im „Korridor". Don ORuboff Tloujot Der Nachtzug hat den letzten Berliner Bahnhof verlassen und rollt über die sprühenden Lichter der Millionenstadt ins einsame Land hinaus. Gen Osten! Ich stehe im Gang und lausche dem ein- rönigen Lied der Räder, die mich auf singenden Eisensträhnen hinauf an Haff und Meer tragen. Die Leute im Abteil machen es sich bequem, drehen die Lampen aus und ziehen die Vorhänge vor die Fenster: der O-Zug schläft. Ich spähe m die laue Sommernacht hinaus, sehe die Lichter des Zuges wie huschende Gespenster über Felder, Straßen und Flüsse wandern, höre das Heulen der Hunde in nächtigen Dörfern und den Klang einer Uhr von einem Kirchturm, der weißgekalkt über dem Walde steht. Einige Stunden von der Hauptstadt Großdeutschlands hat das Reich ein Ende, einen jähen Ritz. Freunds Beamte steigen in den Zug, ein kurzer. höhnischer Pfiff, und die Räder singen in verlorenes Land hinein: Korridor! Aufmerksamer spähe ich durch die Dunkelheit über die rundlichen Sandhügel der ehemals west- preußischen Heide, in der Hermann Löns aufwuchs. Der Morgen dämmert, so reich, so wonnig, so ganz eigenen Gesetzen folgend, als wüßte er nichts vom Kampf der Völker. Der Wind streicht durch die Roggenfelder, breitbrückige Rinder grasen in weiten Roßgärten, Kiefernwälder schütteln den Tau der Nacht aus den Kronen. Noch immer Korridor! Der v-Zug braust Stunde um Stunde, gleichmäßig, trübselig. Hinter verhängten Fenstern liegen Menschen in unruhigem Halbschlaf, während in den Gängen das bleiche Morgenlicht die Lampen löscht. Aus anmutigem flachem Tal steigen rote Dächer und Türme empor. Vielleicht war es früher einmal Könitz, vielleicht Grau- denz, jene unvergeßliche Festung, deren Kommandant den Franzosen 1806 auf ihre Forderung zur Uebergabe stolz erwiderte: Wenn es keinen Komg von Preußen mehr gibt, dann bin ich König von Grande nz! . Hinter mir öffnet sich plötzlich eine Tur, und em alter Mann tritt in den Gang, um mit gespannter Aufmerksamkeit und einer Erregung, die er vergeblich zu verbergen trachtet, der anruckenden Stadt entgegen zu spähen. Ich sehe, wie sein faltiges Gesicht zuckt, wie er in steigender Unruhe auf etwas zu warten scheint. Jetzt braust der Zug durch den leeren Bahnhof, rattert durch die Anschlußgleise und gewinnt über einen kleinen Fluß den jenseitigen Äusgang der Stadt. _ In diesem Augenblick reißt der Alte das Fenster herunter und beugt sich weit vor. Ich folge seinem Blick, durch sein eigenartiges Verhalten tief berührt, und sehe einen kleinen, umfriedeten Kiefernwald in der Landschaft stehen. Heber seine Mauern hangt Efeu herab, und einige helle Kreuze schimmern aus dem Grün. , Ein Kirchhof also! denke ich und beginne zu ahnen, was den seltsamen Alten innerlich bewegt. Er faltet die Hände, es geschieht mit einer htls- losen, kindlichen Gebärde, vielleicht, weil er sich beobachtet fühlt. , v , ... Ich wende mich ab, um ihn m der Andacht nicht zu stören. Indessen kommt em polnischer Bahnbeamter den Gang herauf und schreit: „Fenster schließen!" Der Alte zerrt mit einer müden Bewegung an dem Ledergurt. In seinen Zügen malt sich ebensoviel Bitterkeit wie das Erstaunen eines Menschen, der eben aus einem Traum erwacht. Dieses alles sieht so rührend aus, daß ich impulsiv hinzuspringe, um ihm behilflich zu sein. Er sieht mich dankbar lächelnd an. „Dort drüben ruht wohl jemand, der Ihnen lieb war?" frage ich nach einer Weile teilnehmend. „Mein Krau — meine beiden Kinder." „Sind Sie Westpreuße?" „Gewesen!" lächelte er. „Ich lebte in dieser Stadt viele Jahre" — er machte eine müde Handbewe- gung — „bis — bis es eben nicht mehr ging. Alles verlorene Heimat hier ... alles, alles! Ich wohne jetzt in Berlin. Es ist schwer, sich im Alter irgendwo wieder einzuleben, es ist ... vielleicht auch Nicht mehr nötig! Die Toten kann man nicht mit» nehmen — nur die Erinnerungen Er sagt das alles stockend vor sich hin. „Jetzt reisen Sie wohl auch nach Ostpreußen hinauf?" frage ich weiter in dem Bestreben, ihn zu unterhalten, ihm vielleicht über diese schwere Stunde hinweg zu helfen. Da schüttelt er leicht den Kopf mit einem vieldeutigen Lächeln um den Mund: „Mein Ziel habe ich schon erreicht, junger Herr! Ich wollte nur meine Frau besuchen ... und meine Kinder. Aussteigen darf man ja jetzt hier nicht mehr. Aber vorüberfahren ..." Er nickte mir freundlich zu und verschwindet wieder in seinem Abteil. Ich schaue nachdenklich in den Morgen hinaus. Frau und Kinder in fremder Erde, die einmal Heimat war und noch Heimat ist ... Der Freistaat Danzig taucht auf, und dann steigt aus dem Werder mit mächtigen Türmen, von der aufgehenden Sonne überstrahlt, das Schloß des Deutschen Ordens. Der Korridor ist zu Ende. Ich habe den Alten noch einmal flüchtig im Wartesaal des Marienburger Bahnhofes gesehen. Dort saß er neben einem kleinen Koffer und schlürfte selig seinen Morgenkaffee. Vielleicht freute er sich auf die Rückfahrt, wo noch einmal der Friedhof und die Stadt, die seine Heimat war, vor ihm stehen werden. Wenn ich heute an den Korridor denke — und es geschieht oft in diesen Tagen — sehe ich das Gesicht des Alten vor mir und sein eigenartiges Lächeln, das gleichzeitig Trauer und Triumph ausdrückte: „Aussteigen darf man ja jetzt hier nicht mehr — aber vorüber fahren! ... Das erste Unterseeboot, das ein Kriegsschiff versenkte. Es ist kaum bekannt, daß schon vor 75 Iah« re n, am 17. Februar 1864 es einem Untersee» boot gelungen ist, zum ersten Mal em feindliches Schiff im Kriege zu versenken. Es war im Sezes» sionskrieg der amerikanischen Südstaaten gegen die Nordstaaten, als die Blockadeflotte der letzteren ihren Eisenring immer enger und enger um die Hafenmündung vonCharlefton zog. Eine Granit» faule hält hier noch die Erinnerung an das Ereignis fest und führt die Namen der Toten, soweit sie bekannt waren, auf. Für die Konföderierten- flotte hatte Horace L. Hunley das „Fischboo t" entworfen, das 6 m lang, etwa über 1 m breit und 1,50 m tief war. Die Antriebskraft des Bootes lieferten acht Mann, die in einer Reihe mit bis zum Kinn hochgezogenen Knien dasaßen und eine Kurbelwelle mit der Hand drehten. Wenn die Metallhülse geschlossen war, um zu tauchen, so enthielt sie nur soviel Lust, daß die Mannschaft eine halbe Stunde darin leben konnte. Da das Torpedo an dem Boot selbst befestigt war, war die Hoffnung, mit dem Leben dcwonzukommen, gering. Die in ihren Metallsarg eingeschlossene Mannschaft hoffte vielmehr nur, ein feindliches Kriegsschiff zu errei* chen und zu zerstören, bevor sie erstickt oder ertrunken war. Fünf freiwillige Mannschaften versuchten es nacheinander und starben, ohne ein feindliches Schiff zu zerstören; nach jedem Versuch wurde das Fahrzeug gerettet, und neue Freiwillige traten vor. Der sechsten Mannschaft gelang es, das Torpedo gegen das Blockadeschiff „Housatonic" zur Explo» sion zu bringen, aber das „Fischboot" wurde von dem untergehenden Schiff mit in die Tiefe hinabgezogen. Die Mannschaften waren in den fast sicheren Tod mit solcher Heimlichkeit gegangen, daß es Monate dauerte, bis die Namen der Toten bekannt wurden, und als ein halbes Jahrhundert später die Gedächtnistafel errichtet werden sollte, war es nur möglich, 16 von den über 40 Mann, die ihr Leben dahingegeben hatten, noch feftjiM stellen. C. K, 4 AeuerFahrOil derReichsbahn imVezirkGießen. Gültig bis auf weiteres. Der Fahrplan der Reichsbahn im Bezirk Gießen hat in den letzten Tagen einige Veränderungen durch Ausfall von Zügen und Schaffung neuer Zugverbindungen bzw. durch Aenderung der Ankünfte- und Abfahrtszeiten erfahren. Nachstehend bringen wir den Fahrplan, wie er jetzt für den Bahnhof Gießen in Gültigkeit ist. Dabei fei betont daß die Reichsbahn eine Gewähr für die Einhaltung dieses Fahrplans nicht übernimmt und Aenderungen jeweils durch Aushang am Bahnhof bekanntgemacht werden. Ankunst her Züge. Zeit Zug-Nr. aus Richtung 1.15 4- 771 Frankfurt a.M. 5.14 6 2552 Londorf 5.35 D18 Berlin-Charlottenburg 5.52 4- 403 Wetzlar 6.16 + 580 Grünberg 6.41 6 727 Friedberg 7.08 501 Gelnhausen 7.30 4- 509 Nidda 7.33 4- 703 Friedberg 7.38 o 1608 Betzdorf 7.39 ° 790 Marburg 7.41 • 552 Fulda 7.49 ° D76 Hamburg 8.22 775 Frankfurt a. M. 8.59 421 Koblenz 9.04 _+ 574 Fulda 9.16 2556 Grünberg über Lollar 9.49 786 Marburg 11.15 E71 Frankfurt a. M. 11.45 o 1618 Betzdorf 12.07 o 554 Fulda 12.24 • 773 Frankfurt a. M. 14.03 o 776 Marburg 14.05 4- 717 Friedberg 14.07 S ® 411 Wetzlar 14.24 4- 2558 Grünberg über Lollar 14.29W o 411 Wetzlar 14.45 4- 505 Gelnhausen 15.23 376 Hagen (Hbf.) 16.33 4- 719 Frankfurt a. M. 16.56 4- 562 Fulda 17.16 794 Marburg 17.57 • 2560 Grünberg über Lollar 18.10 707 Frankfurt a. M. 18.35 4-1634 Wetzlar 19.24 1636 Dillenburg 19.35 E72 Hannover 19.36 o 507 Gelnhausen 19.37 4- 473 Limburg 19.56 • 781 Frankfurt a. M. 21.04 ® 415 Koblenz 21.34 ° 513 Gelnhausen 21.34 568 Fulda 21.48 4- 483 Weilburg 22.07 o D75 Frankfurt a. M. 22.31 1644 Dillenburg 23.44 D17 Frankfurt a. M. Alle oben angeführten Züge verkehren täglich, mit Ausnahme der mit einem ° versehenen Züge, die zeitweise ausfallen können. Ihr Ausfall wird durch Aushang besonders bekanntgegeben. Die mit einem 4- versehenen Züge verkehren zur besseren Bedienung des Berufsverkehrs. Mtt einem zeitweiligen Ausfall dieser Züge muß gerechnet werden. Abfahrt her Züge. Zeit Zug-Nr. in Richtung 4.36 ° 704 Frankfurt a. M. 4.48 4- 404 Wetzlar 5.22 0 1611 Dillenburg 5.28 o 799 Marburg 5.38 o 504 Gelnhausen 5.47 D18 Frankfurt a. M. 6.21 o 2551 Grünberg über Lollar 6.50 1615 Troisdorf 7.11 4- 792 Friedberg 7.53 o D76 Frankfurt a. M 8.27 ° 506 Gelnhausen 8.37 775 Marburg 8.38 553 Fulda 9.55 786 Frankfurt a. M. 10.32 1625 Siegen 11.19 E71 Hannover 11.23 ,4- 573 Fulda 12.12 o 1627 Troisdorf 12.33 o 773 Marburg 12.39 4- 780 Frankfurt a. M. 12.44 ,4- 555 Fulda 13.42 4-1728 Wetzlar 14.10 4- 416 Wetzlar 14.52 o 796 Frankfurt a. M. 15.15 4- 2555 Grünberg über Lollar 15.17 375 Hagen (Hbf.) 16.16 4-' 446 Limburg 16.38 4- 518 Gelnhausen 17.00 0 2561 Lollar 17.26 o 794 Frankfurt a. M. 17.40 ° 1635 Dillenburg 18.01 o 565 Fulda 18.20 707 Kassel 18.26 420 Koblenz 18.40 4-: 726 Frankfurt a. M. 18.55 512 Gelnhausen 19.41 E72 Frankfurt a. M. 19.52 [4; 708 Frankfurt a. M. 19.59 4- 482 Limburg 20.10 o 559 Futea 21.17 0 2559 Londorf 22.11 o 075 Hamburg 22.48 782 Frankfurt a. M. 23.08 0 1649 Dillenburg 23.11 4- 569 Grünberg 23.12 4-, 516 Nidda 23.46 D17 Berlin-Charlottenburg Aus der Gtadi Gießen. ,Es fcptemberlet* In alemanmschen Gauen sagt man, wenn jetzt die Witterung tagsüber schön hell, warm, dabei frischluftig ist und abends, wie frühmorgens doch schon einen leichten Herbstgeschmack hat: „Es feptemder- let", d. h. es ist normales Septemberwetter. Und das wünschen wir uns auch für dieses Jahr wieder, denn in vielfacher Beziehung ist für die Bauern und Winzer die klimatische Entwicklung dieses Monats bedeutsam. Das zeigen auch verschiedene Bauernregeln. „An Septemberregen für Saat und Reben ist dem Bauern wie dem Winzer gelegen." Ja, selbst ein spätsommerliches Donnerwetter ist nicht unerwünscht: „Vor Septembergewittern braucht der Bauer nicht zu zittern: je öfter sie grollen fürwahr, desto fruchtbarer ’ 5* Nächstjahr." Im übrigen sagt man, Septembergewitter künden Schnee für Spätwinter und Frühlenz: untd das sind ja wiederum Vorzeichen eines normalen Folgesommers. Don den einzelnen Kalendertagen haben viele ihren Platz im alten deutschen Bauernsprichwort. Der 1. September ist Aegrdistag: ,^st Aegidius hübsch und rein, wird's schön den ganzen September sein!" Am 12. September ist Mariä Namensfest. In Württemberg liegt nun das Saatkorn berstt, getreu dem alten Brauch: „Mariä Name bringt de erschte Same." Zum Lambertstage, dem 17. September, sagt man: „Ist Lambertus trocken zu seh'n, so kann man in jeden Krötenpfuhl Roggen sä'n", nämlich mit der Aussicht, daß er gedeiht. Der wichtigste: ,Lostag" aber — von althochdeutsch „kiozan", das Los werfen, wahrsagen — ist der Michelstag, der 29. September. Da gibt es eine Menge Buernreime und Dolksweisheiten: „Auf nosien Michaelstag ein nasser Herbst auch folgen mag." Und im unteren Maintal, Franken, heißt es: „Wenn der Nordost an Michel weht, ein harter Winter vor der Türe steht." Und der Rebbauer sagt: „Friert der Weinstock am Michelstag, friert's ihm auch im Mai danach." Ein interessantes Wetterorokel sagt unter deutlicher Bezugnahme auf die nunmehr bemerkbare Tag- und Nachtgleiche: „Wie der Wind an Michaeli in den 12 Tagesstunden geht, so geht er an den 12 kommenden Monaten." Weht also Ostwind am 29. September morgens von 6 bis 7 Uhr und ist Westwind am gleichen Tage von 17 bis 18 Uhr, fo gibt es im Oktober viele Ostwinde und im nächstjährigen September vorwiegend Westwinde. Solche detaillierende Wetterregeln sind auch sonst häufig in unserem Volkstum. Im übrigen bleibt der September vom Anbeginn bis zum Ende Beroitschaftszett für den Sämann: es heißt drum vielerorts: „Wenn der Michel sät, ist's nit zu früh und nit zu fpät!" W.L. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Paradies für Junggesellen". Herbstliche Gaben des Waldes. Die deutschen Wälder bringen auch im Spätsommer noch eine Fülle von Wildfrüchten hervor. Sie warten nur darauf, daß wir sie ernten. Aus den Früchten der Brombeere läßt sich ein guter Saft zubereiten. Er wirkt in hohem Maße schweißttei- bend und schleimlösend. Brombeermarmelade gehört zu den köstlichsten. Der Saft der Holunderbeere ergibt, mit deutschem Sago oder Getreideflocken zubereitet, erfrischende kalte Fruchtsuppen und im Winter mit Nelken, Zimmt und einer Zitronen« scheibe einen prachtvoll einheizenden Punsch. Die Preißelbeere liefert, mit Zucker gedämpft, ein feines, herhes Kompott. Die Hagebutte, die Frucht der Wildrose, ist am besten nach dem ersten Frost zu ernten. Hagebuttenmark ist ein Nahrungsmittel von besonders hohem Wert, sehr fein im Geschmack und sehr nahrhaft. Die Früchte werden längs durchge- schnitten und die Kerne ausgeschabt, die getrocknet einen schmackhaften Tee ergeben. Die gewaschenen halben Früchte werden in Wasser weichgekocht und erst durch ein Küchensieb, dann durch ein Haarsieb gerührt, dann kocht man sie mtt Zucker zusammen kurz auf, füllt sie in Gläser und sterilisiert. Außer diesen überall bekannten WiDfrüchten schenkt uns der Wald noch andere, die uns fremder sind. Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, findet sich auf kalkhaltigem Boden in Hecken, Gebüschen und im Wald. Die Frucht ist eine länglich scharlachrote Beere, aus der sich ein erfrischender Saft gewinnen läßt. Die braunen, walnußgroßen Früchte der Mispel sind musartig weich und schmecken säuerlich. Sie eignen sich vorzüglich für Mischfruchtmarmeladen mit Aepfeln, Birnen oder Beeren. Die Schlehe oder der Schwarzdorn schenkt uns eine Fülle von blauschwarzen Beeren, die einen köstlichen Saft liefern. Die Haselnuß ist von besonders großer Nährkrast. Sie enthält 17,4 v. H. Eiweißstoffe, 62,6 v. H. Fett und 7 v. H. Kohlehydrate. Bucheckern werden leider noch viel zu wenig geschätzt. Sie sind ebenso nahrhaft und wohlschmeckend wie Haselnüsse. Verkehrsunfälle. Der Kraftfahrer Hermann Schmidt aus Offenbach a. M. erlitt hier in der Ludwigstraße einen Autounfall, bei dem der Mann Brust-, Kopf- und Gesichtsverletzungen davontrug. Der fast neue Personenwagen wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Der Verunglückte wurde in die Chirurgische Klinik eingekiefert. — Frau Maria Pröscher, die am Donnerstag in der Licher Straße von einem Auto angefahren wurde und mit starken Verletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte, ist hier am gestrigen Sonntag an den Folgen der Verletzungen gestorben. — Der 38 Jahre alte Karl Hofmann aus Rodheim a. d. Bieber fuhr mtt seinem Motorrad einen Radfahrer an. Dadurch kam Hofmann zu Fall und erlitt neben einer schweren Gehirnerschütterung noch erhebliche Schädelverletzungen, die seine Ueberfüh- rung nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machten. Achtung im Straßenverkehr bei Verdunkelung! Jtidjf ohne jede Beleuchtung fahren. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei weist auf folge»cdes hin: Nicht in Bewegung befindliche Fahrzeuge (Kraftfahrzeuge, Fuhrwerke, Fahrräder und Handwagen) müssen auch bei Verdunkelung aus öffentlichen Straßen nach Maßgabe An die deutschen Frauen! Alle Frauen und Mädchen, die noch nicht organl- fiert sind, melden sich zur Mitarbeit bei der firete- frauenfchafl, Frankfurter Straße 1, ober beim Deutschen Roten Kreuz, Hitlerwall 41. Backhaus, Kreisleiter. der allgemeinen Vorschriften unter Beachtung der Erfordernisse der Verdunkelung beleuchtet sein. Bei Verdunkelung brennen keine Laternen. Sogenannte „Laternengaragen" gibt es dann nicht mehr. Die amtlichen Kennzeichen an Kraftfahrzeugen müßen auch bei Verdunkelung lesbar sein. Die Kennzeichenbeleuchtung ist abzublenden, wobei die Lichtquelle jedoch auf eine Entfernung von 100 m sichtbar sein muß. Selbstverständlich ist das Fahren ohne jede Be* leuchtung, wie es leider vielfach beobachtet wurde, verkehrsgefährdend und unverantwortlich. Hiergegen wird schärfftens vorgegangen werden. Zum Regierungspräsihenten ernannt. Der Führer hat mit soforttger Wirkung den Landrat des Landkreises Offettbach a. M., Dr. Koch, zum Regierungspräsidenten in Innsbruck ernannt. Regierung spräsDent Dr. Koch hat sich bereite zur Amtsübernahme nach Innsbruck begeben. Regierungspräsvdent Dr. Koch wurde am 29. Oktober 1902 in Halle a. d. Saale als Sohn des Oberkriegsgerichtsrats i. R. Koch, der seit vielen Jahren in Gießen ansässig ist, geboren. An den Universitäten Gießen und Berlin studierte der nunmehrige Regierungspräsident Rechtswissenschaft, nach seinem Studium urtb seiner praktischen Ausbildung war er an mehreren Gerichten in Hessen als Richter tätig. Im Sommer 1933 wurde er in den Stab des Reichsstatthalters in Hessen berufen und dann am 1. März 1934 zum Kreisdirektor des Kreises Oftenbach a. M. ernannt. Als ^-^Sturmbannführer gehört er der Reichsführung ff an, ferner hat et neben feinen engeren Amtspflichten feine Arbeitskraft auch in der Reichsstelle für Raumordnung und im Rhein-Mainischen Gemeindekulturverband der Volksgemeinschaft gewidmet. Vom April 1938 bis April 1939 war er bei der Rückgliederung der Ostmark und der Eingliederung des Sudetenlandes tätig. Neue Mineralölbezugsscheine und Tankausweiskarten nicht vor 31. Oktober. DNB. Amllich wird folgendes mitgeteitt: Dis von den unteren Verwaltungsbehörden ausgegebenen Mineralölbezugscheine und Tankausweiskarten sind zur Deckung des Bedarfs für zwei Monate bestimmt. Sie berechtigen also zur Entnahme von Vergaser- und Dieselkraftstoffen bis zum 31. Oktober 1939. Alle Verbraucher, die Tankausweiskarten und Mineralölbezugscheine erhalten haben, müssen daher mit den ihnen zugebilligten Mengen bis zum 31. Oktober auskommen. Dor Ablauf dieser Frist werden weitere Mineralölbezugsscheine und Tankausweiskarten nur in besonders begründeten Ausnahmefällen ausgegeben. Kinder im Erholungsaufenthalt. Eine Bekanntgabe der 71 SB. Die NSDAP., Hauptamt für Volkswohlfahrt (NSV.) gibt bekannt: Die in Erholungsaufenthalt wellenden Kinder werden laufend in die Heimat zurückbefördert. In einigen Ausnahmefällen verbleiben die Kinder bis auf weiteres in Erholungsaufenthalt. Diese Kinder sind ausnahmslos gut untergebracht und unter ständiger Betreuung der NSV. lieber die Unterbringungsorte der Kinder sind die Ellern bereits in Kenntnis gesetzt oder erhalten in Kürze Nachricht. Oie Versorgung von Warmwafferanlagen. Zur Verbrauchsregelung für Hausbrandkohle wird in einer Richtlinie klargestellt, daß den Zentralheizungsanlagen die zentralen Warmwasser- verforgungsanlagen gleichgestellt werden. Sie sollen grundsätzlich weiterbetrieben werden.. Solange die Zentralheizungsanlagen nicht betrieben Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Gskar Meister, weröau L Sa. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Linkerton bietet Smith II die Zigarrenkiste — der Ausgleich für's Anbrüllen — und der bedient sich mit großer Selbstverständlichkeit. „Verbindlichsten Dank, Herr Inspektor!" schmunzelt er in strammer Haltung. „Und wenn ich mir eine Bemerkung erlauben dürfte: die helle Sandblattzigarre in der vorigen Kiste hat nicht bloß meiner werten Person besser geschmeckt, sondern dürfte auch dem Herrn Inspektor besser bekommen! Ich stelle deshalb ergebenft anheim, bei einer Ergänzung der Bestände ..." „9tu aber 'raus!" markiert Linkerton den Empörten und greift nach dem hölzernen Löscher. Darauf ist Smith II mit einem Sprung an der Tür. „Uebrigens ... wünschen der Herr Inspektor vom Polizripräsidenten, vom Lordmayor oder vom Jn- nemninisterium zur Konferenz gerufen zu werden?" „You damned bloody old stuffed fellow! Meinetwegen vom Schah von Persien!" .^Jawohl, Herr Inspektor!" lacht Smith II und verläßt fluchtartig den Raum. Draußen hört man ihn dann laut rufen: „Mister Holgerson!" Sinterten aber läßt sich aufieufzend m feinen Sessel fallen und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Holgerson macht keinen sehr guten Eindruck. Er trägt heute doppelte Forsche zur Schau, redet mit einer Stimme, die auch aus dem Korridor zu hören ist, und benimmt sich wie ein gekränkter Großfürst, als chn der Inspektor bittet, feine Ansicht lieber etroas mehr piano zu den Akten zu geben. „Und bann, hochverehrter Mister Holgerson", setzt Sinterten fein verbindlichstes Lächeln auf, „haben Sie Erbarmen mit einem armen Polizeimenschen' Sehen Sie diesen Stoß Akten!" Er legt die Hand auf einen gewaltigen Stoß längst abgelegter Akten, der feit Jahren am gleichen Platz liegt und nicht entfernt werden darf, sondern nur als „Besucherschreck" bient „Das ist mein Tages Pensum! Und ich schlafe auch gerne in der Nacht ein paar Stunden!" „Verstehe, verstehe!" nickt Holgerson gönnerhaft. „Die beschränkte Zeit! Nun, eigentlich wollte ich die dramatische Zuspitzung noch eine Welle hinausschieben, um die Spannung zu erhöhen! Aber vielleicht ist's ganz gut, ich decke meine Karten gleich auf. ,Zun Sie's! Ich bttte darum!" Holgerson zieht noch mtt betonter Geste feine edelsteinbesetzte Uhr. .Herrgott ...! Wenige Minuten bis drei Uhr! Ich habe noch eine Fülle von Besorgungen!" Ein unwilliges Kopfichütteln, das feine eigene Vergeßlichkeit bedauert. Dann ein Grift in die Tasche seines Sakkos. Umständlich öffnet er die Brieftasche, legt mit großer Gebärde eine schmale Karte vor den Inspektor. „Bitte!" „Wollen Sie mir etwa auch ..." Linkerton bleibt der Satz im Halse stecken. Er starrt auf die Visitenkarte. Drei schwarze Sterne. Aus der Rückseite steht zu lesen: ,^Jn den Abendstunden!" „Wo haben Sie die Karte her?" bellt er los. „Das ist ja ein geradezu herausforderndes Affentheater! Sind wir hier im Kintopp oder in einem europäischen Staat?" „Bitte, bitte!" entrüstet sich Holgerson verletzt. „Das ist schließlich Ihre Aufgabe, den Absender herauszufinden! Ich halte die Sache ja im Grunde meines Herzens für einen dummen Witz. Allerdings ... mein verstorbener Schwiegervater hat ja auch so eine Nachricht bekommen ... und Mister William Perkins desgleichen. Da kann doch schließlich die Vermutung auftauchen, daß es nicht nur ein Narrenspiel ist, sondern etwas sehr Ernstes! Schließlich bin ich nicht hierhergekommen, um mich anschnauzen zu lassen!" Linkerton winkt müde ab. „Entschuldigen Sie, aber wenn man so im Dunkeln tappt, wird man nervös. Ist die Karte mit der Post gekommen?" „Aber nein! Ich sand sie in meiner Jackettasche, heute, kurz vor dem Lunch. Mister Perkins erzählte mir daraus, daß er eine ähnliche Drohung erhalten habe. Der glaubt ja fest daran. Er hat feine Koffer fchon gepackt." „Ah ... er will abreisen?" „Sicher. Sobald hier alles erledigt ift, fährt er nach Schweden zurück.- Ihn quält die Furcht vor dem unbekannten Mörder Tag und Nacht." Linkerton geht mit großen Schritten auf und ab. Hol's der Henker, das ist eine ganz verteufelte Geschichte. Wie kriegte der Unbekannte die Karte überhaupt in die Tasche Holgersons? Er fragt, aber der Sänger kann keine Erklärung geben. „Ich trage das Jackett feit heute morgen." . „War die Karte nicht bereits drinnen?^ „Kann ich mir kaum denken. Ich habe meine Zigarettendose, die Geldtasche, meine Haltstabletten und ein paar andere Kleinigkeiten vom Nachttisch ins bie Taschen verteilt. Dabei hätte ich sie fa fühlen müssen." „Wo waren Sie am Vormittag?" „Eine Stunde im Kaffeehaus. Was ich sonst getan habe? Gott, wie man so einen Tat totschlägt! Rauchen, Lesen ... ein wenig Ueben ..." „Und nach dem Lunch war die Karte plötzlich in der Tasche? Seltsam! Sie werden doch zugeben, daß sie irgend jemand hineinprakttziert haben muß! Es bleibt gar kein anderer Ausweg: der Unbekannte befindet sich in Ihrem Hause oder hat zumindest einen Helfer dort. Augenblick, bitte!" Der Fernsprecher schnurrt. Sinterten reicht den Hörer dem Sänger. Ein paar Worte nur tönen aus der Membrane. Holgerson springt in höchster Erregung auf, greift sich mit der freien Linken an den Hals, als würde ihn die entsetzliche Nachricht. „Um's Himmels willen!" flüstert er, läßt den Hörer achtlos sinken und starrt den Beamten an. „Das ist ja ... entschuldigen Sie mich, Herr Inspektor, ich muß sofort ins Werk! Der Anruf kam von Mister Perkins. Er hat soeben festgestellt, daß die wichtigsten Pläne, unsere neuen Pläne, ge- stohlen sind. Gestohlen aus dem Safe!" „Die Pläne gestohlen? Die von Hellmers?" Lin- ferton bekommt blanke Augen. Doll Angriffslust springt er auf. „Das paßt ja großartig!" lacht er. „Endlich bekommt die blödsinnige Sache Hand und Fuß! Los! Ich komme mit! ... Smich zwoool" Der Ruf donnert über die Gänge, aber Smith II ist schneller als das Echo, er steht schon da. „Herr Inspektor?" „Einbruch! Photograph! Hafenplätze und Flugzeugstattonen in Alarm, Stadtgrenzen sperren, am Apparat bleiben, Anweisungen abwarten!" Smith II reißt die Hacken zusammen., Wenn's drauf anfommt, spricht er fein überflüssiges Wort, sondern handelt mit der Sicherheit eines Automaten und dem Scharfsinn eines erfahrenen hellen Kopses. Er wird zum lautlosen Schatten seines Herrn. Holgerson hat Mühe, dem eilenden Inspektor zu folgen. Im Hof heult schon der Dienstwagen heran. Smith II führt die Regie, und es klappt. 20. Mordalarm. Sinterten tobt. Er kocht vor Wut und Enttäuschung. Aber nur innerlich. Aeußerlich ist er die Ruhe selbst. Lächelt jovial, väterlich, verbindlich, zuvorkommend, roie's ihm gerade passend erscheint. Er vernimmt an Ort und Stelle alle Werkangehörigen, die irgendwie im Laboratoriumsgebäude zu tun haben, den Diener, die Assistenten, die Chemiker: sogar die Putzftau wird hergeholt. Ergebnis: nichts! Rein nichts! Weiß der Teufel, man könnte den ganzen Kram hinhauen und seiner Wege gehen. Der Tresor weist keinerlei Spuren einer Beschädigung auf. Er ist nicht erbrochen. Er ist mit einem Schlüssel geöffnet, und bei der modernen Konstruktton kann er nur mit dem richtigen Schlüssel geöffnet sein. Mit sicherem Griff ist nur das Haupt- stück der Pläne entfernt. Ein Fachmann also. „Wer besitzt einen Schlüssel? Wieviel Schlüssel gibt es hierzu?" „Zwei. Den einen hat Dokter Hellmers. Den andern Mister Pembroke!" „Wo ist dieser Pembroke? Wo steckt denn der interessante Mann?" „Das weiß nie jemand von uns", lächelt der Assistent. „Vielleicht im Werk, vielleicht auch nicht. Er kann sich scheinbar unsichtbar machen. Ich würde ihn auch kaum erkennen. Wir wissen nur, daß er von allen Türen den zweiten Schlüssel hat." (Fortsetzung folgt) werden, können die Verbraucher in Wohnungen mit zentralen Warmwasserversorgungsanlagen die Hälfte der ihnen nach der Ausweiskarte zustehen- den Kohlen für Wasch- und Kochzwecke beanspruchen. Ruhe und Besonnenheit bei ollen Einkäufen. Durch die vorsorgenden Maßnahmen der Führung im Ernährungssektor wurden seit Jahren erhebliche Nahrungsmittelreserven gebildet. Dennoch ist es notwendig, mit diesen Vorräten pfleglich umzugehen und mit ihnen hauszuhalten, d. h. sie planmäßig zu bewirtschaften. Alle staatliche Vorsorge erreicht jedoch ihren Zweck nur dann vollkommen, wenn sie bei der Bevölkerung, insbesondere bei der Hausfrau, das notwendige Verständnis findet. Die Fürsorge des Staates ist hierbei vergleichbar mit der Aufgabe einer ordentlichen Hausfrau, sich stets den notwendigen Ueberblick zu verschaffen, was in ihrer Wirtschaft gebraucht wird, welche Vorräte sie anlegen muß, ohne dabei die Ordnung des Haushaltes durcheinander zu bringen und ihre Wirffchaftskasse zu sehr zu überlasten. Es ist darum falsch, sich mit solchen Waren einzudecken, die stets in genügenden Mengen erhältlich sind, nur um für den Fall gerüstet zu sein, daß sie einmal vorübergehend etwas knapper sein könnten. Dennoch scheint es so, als ob manc^ Hausfrauen diese klare Ueberlegung nicht beachten. Da die Bezugsscheine den Umfang des Einkaufs wichtiger Lebensmittel regeln, glauben Diese Hausfrauen nun, ihre Dorratspsychose auf alle möglichen Dinge ausdehnen zu müssen. Mag diese Vorsorge auch noch so guter Absicht enffpringen, zweckmäßig, weder für den einzelnen Haushalt, noch volkswirtschaftlich, ist sie nicht. Sie bringt nur Unruhe und Unregelmäßigkeiten in das gesamte Wirtschaftsleben. Es sei daher an die Vernunft aller Hausfrauen appelliert, mit Ruhe und Besonnenheit ihre Einkäufe zu erledigen. So wird es am ehesten gelingen, die Sicherheit der Lebensmittelversorgung zu gewährleisten. An die deutschen Rundfunkhörer. Ein Teil der deutschen RunDfunEsender sendet ab sofort von Einbruch der Dunkelheit an nur noch zu unregemäßigen Zeiten Nachrichten. Den deutschen RuNd-fuNkhörern wird empföhlen, abends die Reichssenders abzuhören, die innerhalb chres zeitlichen Nachrichtenprogramms mitteilen, daß sie auch abends senden werden. Ferner sind mit sofortiger Wirkung die Nachrichten-Sendezeiten des deutschen Rundfunks geändert worden. 7 Uhr morgens, 10 Uhr, 14 Uhr, 17 Uhr, 19.30 Mr. Ferner wird voraussichtlich ein Teil der Sender um 22 Uhr Nachrichten senden. Haltet mehr Ziegen! Heute darf keine Möglichkeit, Fett zu erzeugen, ungenutzt bleiben. Einer der besten und bewährtesten Helfer ist hier die Ziege. Um so bedauerlicher ist es, daß die Zahl dieser bewährten Milchckere in den letzten Jahren ständig abgenommen hat. Zwar hat sich die jährliche Durchschnittsleistung um einige Liter gehoben, aber dieses Mehraufkommen kann den Verlust der Tierzahl nicht wettmachen, von der so notwendigen Vergrößerung der Ziegenhaltung gar nicht zu sprechen. Jetzt rft daher erneut ein Aufruf zur vermehrten Ziegenhaltung ergangen. Er wendet sich weniger an den Bauern und Landwirt als an den Landarbeiter, den Siedler, Handwerker und Industriearbeiter. Gerade bei dem Industriearbeiter findet man sehr häufig die Ziege als besten Helfer im Haushalt. Spotte keiner über diese leistungsfähigen Tiere! Ziegen sind in der Lage, 700 bis 1000 und noch mehr Liter Milch im Jahr zu erzeugen, das sind jeden Tag zwei bis drei Liter. Abfälle, die sich als Futter eignen, stehen in jedem Haushalt, und wenn es im eigenen nicht reicht, beim Nachbarn zur Verfügung. Lassen wir diese nicht nutzlos verkommen, sondern verwenden wir sie als Futter für unsere Ziegen, sie werden es uns reichlich danken! Keine weiblichen Kaninchen schlachten! Das Kaninchen als Erzeuger eines sehr nahrund schmackhaften Fleisckes wird sich jetzt einer noch stärkeren Nachfrage als bisher erfreuen. Diele Volksgenossen verschaffen sich durch Verwertung von Unkräutern und Abfällen eine zusätzliche Fleischversorgung, die den Markt entlastet. Eine weitere starke Verbreitung ist also erwünscht. Damit genügend junge Kaninchen für die neu hinzukommenden Halter verfügbar sind, ist es unbedingt erforderlich, daß keine weiblichen Kaninchen geschlachtet, sondern daß diese zur Erzeugung weiterer Nachzucht verwendet werden. Es wäre jetzt unverantwortlich, weibliche Kaninchen zur Fleischgewinnung zu töten, die Jungkaninchen erzeugen und somit für viele Volksgenossen eine Fleischerzeugung ermöglichen können. Ab sofort soll deshalb jeder, der Kaninchen züchtet und hält, folgende Punkte unbedingt beachten: 1. Alle weiblichen Kaninchen bis zum Alter von 4 Jahren sollen nicht geschlachtet werden. 2. Weibliche über 8 Monate alte Kaninchen müssen trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit erneut belegt werden. 3. Wer zuchtfähige weibliche Kaninchen hat, infolge Platz- oder Futtermangel aber in diesem Jahre nicht züchten kann, bietet diese Kaninchen den Kaninchen- und Kleintierzuchtvereinen zur Zucht oder zum Verkauf an. Die Kaninchenzucht und -Haltung bietet die Möglichkeit, Fleisch zusätzlich für die deutsche Dolks- ernährung zu erzeugen. Die vorhandenen Bestände müssen also vermehrsacht werden. Dies geht sehr schnell, wenn jeder für genügend Nachzucht sorgt. ** 84 Jahre alt. Am morgigen Dienstag, 5. September, wird Frau Elise Hofmann, geb. Ganz, Dammstraße 25 wohnhaft, in aller Mische 84 Jahre alt. Der Jubilarin, die seit vielen Jähren zum treuen Bezieherkreis des Gießener Anzeigers gehört, bringen auch wir unsere herzlichen Glück- wünsche zum Geburtstag dar. Ordnung der Ernährungswirtschast in Hessen-Nassau. Oie Zuständigkeit des Landesernährungsamtes und der Ernährungsämter. Lpd. Frankfurt a. M., 3. September. Bei der auf Grund einer Verordnung der Reichsregierung erfolgten Errichtung der Ernährungsämter ist darauf Rücksicht genommen woiden, daß der umfangreichste Teil der Arbeit der Ernährungsämter den Abteilungen A (Bedarfsdeckung) zufällt, während die Abteilungen B lediglich die Feststellungen des Bedarf und die Derbrauchsregelung zu bearbeiten haben. Die Zuständigkeit ist daher so geregelt, daß die Bezirke der LaNdes- bauernschasten und der Kreisbauernschaften, die die Aufgabe der Bedarfsdeckung schon friedensmäßig bearbeitet haben, für die Organisativn maßgebend sind. Das Ernährungsamt Hessen (DerReichs- ftatthatter in Hessen, Landesregierung, Landesernährungsamt) umfaßt also den Dienstbezirk der bisherigen Landesbauernschaft Hessen-Nassau, d. h. das Land Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden. Sitz des Landesernährungsamtes ist Darmstadt, Landesregierung. Sitz der Abteilung A des Landesernährunasamtes (Bedarfsdeckung) ist Frankfurt o. M. (Landesbauernschaft Hessen-Nassau); Sitz der Abteilung B ist Darmstadt, Landesregierung, mit einer Zweigstelle in Wiesbaden (Regierungs- präfiideM). Ernährungsämter befinden sich bei den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte und den Landräten. Die Aufgaben der Abteilung A der Ernährungsämter find jeweils zusammengefaßt bei den bisherigen Kreisbauernschaften, und zwar u. a. bei der Kreisbau er ns chaft Oberhessen-West in Friedberg für die Landkreise Friedberg, Büdingen, Gießen und Usingen; bei der Kreisbauernschaft Oberhes- sen-Ost in Alsfeld für die Landkreise Alsfeld und Lauterbach; bei der Kreis bauernschaft Hessen- Nassau-Nordost in Herborn für die Landkreise Oberlahn, Wetzlar, Dillkreis und Kreis Biedenkopf. Die Abteilungen A unterhalten Verbindungsstellen bei allen Landräten an deren Dienstsitz. Leiter des Landesernährungsamtes ist der Landesbauernführer von Hessen-Nassau Dr. Wagner. Die Aufgaben des Einzelhandel«. Eine Versammlung der Gießener Einzelhändler. Am Samstagnachmittag fand im „Burghof eine von der Kreis^itung Wetterau der NSDAP, und der Kreisgruppe Gießen der Wirffchaftsgruppe Einzelhandel einberufene Versammlung der Gießener Einzelhändler statt, die von Kreissachabteilungs- leiter Bittner von der Deutschen Arbeitsfront geleitet wurde. Kreispropagandaleiter Rahner sprach zunächst über die Aufgaben des Einzelhändlers in der jetzigen Zeit. Er erinnerte an die Rede des Führers, in der sSder deuffche Mann und jede deutsche Frau zur Mithilfe aufgerufen wurden und konnte die Feststellung treffen, daß sich auch der Einzelhändler freiwillig in die deutsche Abwebrfront einaereiht hat. Die Einführung der Bezugsscheine würbe mit besonderer Freude begrüßt. Diese Maßnahme ist ein Beweis dafür, daß für das Volk in bester Weife vorgesorgt ist. Der Einzelhändler muß sich mit die- !«r Maßnahme vertraut machen und als sorgsamer Kaufmann und Nationalsozialist an seinem Platze rür ihre Durchführung sorgen. Der Einzelhändler i>arf sich jetzt weniger als Verkäufer, denn als ein tfem Führer und Volke verantwortlicher und gerechter Verteiler betrachten. Kreispropagandaleiter Rahner gab den Einzelhändlern, die ihre Stamm- und ihre Laufkundschaft kennen, praktische Ratschläge, in welcher Weise sie ihren Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit nachkommen kön- ,en und wie die Volksgenossen zu erziehen sind, die Ach ihrer Verantwortung gegenüber der Dolksge- Areinschaft nicht bewußt sind. Er hob die Bedeutung )es Einzelhändlers als Rückenstärkung der kämpfenden Volksgenossen hervor, denen die Sorge um ihre 'Angehörigen abgenommen werden muß, und gab b-en Einzelhändlern auf, ihre Kundschaft so aufzu- 11 örert und so zu führen, wie es im Interesse der ! Volksgemeinschaft erforderlich ist. Die Volksgenossen n der Heimat haben jetzt ihre kameradschaftliche Verbundenheit mit den kämpfenden Volksgenossen uinter Beweis zu stellen, indem sie deren Frauen md Kinder in sorgende Obhut nehmen. Kreisleiter Backhaus stellte fest, daß, wenn jetzt alle Volksgenossen vollkommen in der nationalsozialistischen Idee aufgingen, die Dinge sich sehr leicht bewältigen lassen würden. Der Einzelhändler müsse mithelfen, damit für alle Volksgenossen in gleicher Weise gesorgt werde. Der Kreisleiter betonte, daß alle Maßnahmen, die angeordnet werden, gewissenhaft durchgeführt werden müssen, da sie dem Wohle des Volkes dienen. Nur Einigkeit macht stark, und wenn alle Maßnahmen restlos befolgt werden, dann wird auch ihr Erfolg ein durchschlagender sein. Die Kreisleitung wird jeden Einzelhändler, der seine Pflicht erfüllt, zu schützen wissen. Der Kreisleiter gab seiner Ueberzeugunq Ausdruck, daß der Erfolg der vom Führer befohlenen Maßnahmen sich bestätigen wird. Wie er weiter ausführte, konnte bisher beobachtet werden, daß die Hausfrauen im allgemeinen sehr vernünftig gehandelt und sich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben. Er ersuchte daher auch den Einzelhändler, darauf hinzuwirken, daß der Kunde jetzt nicht mehr für seinen Bedarf einkaust als früher auch, und daß er immer nur soviel ersteht, als er zu seinem augenblicklichen Verbrauch nötig hat. In einer Aussprache brachten die Einzelhändler ihre Wünsche zum Ausdruck. Kreisleiter Backhaus kündigte dann, in Erfüllung eines Wunsches der Einzelhändler, die Einführung einer zweistündigen Mittagspause, wie sie von einzelnen Branchen bereits gehandhabt wird, einheitlich für alle Geschäfte im Stadtbereich Gießen an. Im Landkreis Gießen wird diese Pause IV- Stunden betragen. Abschließend betonte Kreisleiter Backhaus, daß die Frage der Lösung unseres Lebensraumes dringlich geworden war und gelöst werden.mußte. Jeder Volksgenosse kann sich darauf verlassen, daß der Führer diese Frage lösen wird. Die Worte des Kreisleiters lösten große Begeisterung in der Versammlung aus, die dem Kreisleiter wiederholt Beifall spendete und zum Schluß fteudig in den Treugruß an den Führer einstimmte. AufrufzumEhrendienstamdeutschenBolk Oie planmäßig vorgesehene Vermehrung des ReichsarbeiisdiensteS für die weibliche Jugend. Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! erließ olgenden Aufruf: „Der Führer hat das deutsche Volk zum Einsatz aller Kräfte aufgerufen. Aus diesem Grunde wird die planmäßig vorgesehene Vermehrung des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend beschleunigt durchgeführt. Die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend sollen in dieser Zeit erst recht Stätten des Glaubens an den Führer und der Arbeit für Deutschland sein! Mehr denn je braucht gerade jetzt die deutsche Frau und Mutter auf dem Lande die helfenden Hände der deutschen Jugend. Ich rufe daher alle deutschen Mädchen im Alter von 17 bis 25 Jahren, die nicht bereits in Sonderaufgaben eingesetzt sind, auf, als Arbeitsmaiden für ihr Volk Ehrendienst zu leisten. Die Meldungen sind ausschließlich an die zuständigen Bezirksleitungen zu richten. Die Anschriften der Bezirksleitungen und die Meldeformulare find bei der örtlichen Polizeibehörde erhältlich. Auch dem Bedarf an Führerinnen für den vergrößerten Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend muh beschleunigt entsprochen werden. Daher rufe ich Mädchen im Alter von 20 bis 35 Jahren mit entsprechenden Voraussetzungen auf, sich für diese Zeit zur Verfügung zu stellen. In erster Linie gilt der Ruf allen ehemaligen Artz eitsmaiden und Führerinnen. Wir brauchen Euere Erfahrung, helft wieder mit! Die Meldungen sind ausschließlich an die zuständigen Bezirksleitungen zu richten. IehtwiederGendungenanalleSoldaten. Mitteilung der fünfstelligen Feldpostnummer abwarten. Nach Aufhetzung der Posffperre können a b s o - o r r wieder Sendungen an Soldaten befördert werden. Die Anschrift der Feldpostsendungen must eine fünfftellige Feldpostnummer und eine Postsammelstelle enthalten. Sie hat demnach zu lauten: An den Unteroffizier Karl Schulze Feldpostnummer 25 512 Postsammelstelle Berlin Sendungen an Angehörige der Luftwaffe, der Marine und einiger Sonderformationen bedürfen der Angabe einer Postsammelstelle nicht. Die richtige Anschrift teilt jeder Soldat seinen Verwandten und Bekannten in der Heimat auf einer vorgedruckten Postkarte mit. Bevor diese Karte nicht eingegangen ist, wird gebeten, keine Post abzusenden. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß Sendungen nicht die früher benutzten Sendungs-Postnummern tragen dürfen. Die Absendung von Sendungen mit sechsstelligen Zahlen ist daher zwecklos. Zur Fetdpostbeförderung zugelassen sind nur ge- wohnliche Briefe bis zum Gewicht von 250 Gramm, Postkarten, Postanweffungen. Ausgeschlossen von der Beförderung sind vorläufig Päckchen und Pakete. Postkarten und Briefe, in deren Aufschrift oder Absenderangabe eine Feldpostnummer angegeben ist, werden gebührenfrei befördert. Familienunterstützung für Angehörige von Soldaten. Beihilfen für Lebensunterhalt, Miete, Ersatzkräfte usw. DNB. Während des besonderen Einsatzes der Wehrmacht wird für die nächsten Angehörigen der zum Wehrdienst Einberufenen durch die Familienunterstützung gesorgt. Voraussetzung ist, daß der Angehörige zu den Unterstützungsberechtigten gehört und daß der notwendige Lebensbedarf nicht auf andere Weise gesichert ist. Unterstützung sderech- tigt ist die engere Familie, insbesondere die Ehefrau und die ehelichen Kinder des Einberufenen, ferner eine zweite Gruppe von Angehörigen unter der Voraussetzung, daß der Einberufene ganz oder zu einem wesentlichen Teil ihr Ernährer ist. Zu der letzteren Gruppe gehören namentlich die Eltern des Einberufenen, ferner Enkel und Pflegekinder, sowie Geschwister, die mit den Einberufenen in Haushaltsgemeinschaft gelebt haben, und uneheliche Kinder, für die die Vaterschaft des Einberufenen von ihm anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist. Die Unterstützungsanträge können auf dem Lande beim Landrat oder beim Bürgermeistier der Auf- enthaltsgemeinde, in den Städten beim Oberbürgermeister gestellt werden. Wird das Vorliegen der Voraussetzungen glaubhaft gemacht, so wird schon vor der endgültigen Feststellung der Familienunterstützung Sine Abschlagszahlung oder vorläufige Unterstützung gewährt. Für die Höhe der Unterstützung bestcht der Grundsatz, daß allgemein ein Unterstützungssatz für den laufenden Lebensunterhalt gewährt wird. Daneben werden Mietbeihilfen zur Deckung des Wohnbedarfes, d. h. in der Regel in der Höhe der vollen Mete, ferner Krankenhilfe, Hilfe für Schwangere und Wöchnerinnen, Erziehungs- und Ausbildungs- beihilfen, Sozialoersicherungsbeiträge und Abzah- lungsbechilfen (bei laufenden Abzahlungsgeschäften bestimmter Art) gewährt. Selbständige Gewerbetreibende, Landw'irte und Angehörige freier Berufe erhalten eine Wirtschaftsbeihilfe, wenn ohne diese eine Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Lage ein» treten würde. Die Wirtschaftsbeihilfe wird namentlich zur Einstellung einer Ersatzkraft an Stelle des Einberufenen und zur Bestreitung der Miete für gewerbliche Räume gewährt. Diese Mietbeihrlfe für gewerbliche Räume darf auch bei ruhendem Betrieb gewährt werden, wenn die Miete weiter zu entrichten ist. Darüber hinaus gelten noch folgende Sonderbe- stimmungen: Zur Erhaltung der Anwartschaft auf eine bestehende Lebensversicherung wird dem Einberufenen oder dem Unterstützungsberechtigten eine Beihilfe bis zur Höhe des erforderlichen Rtsikobei- trages gewährt. Zur Erfüllung besonderer Verpflichtungen, die nach der bisherigen wirtschaftlichen Lage des Unterstützungsberechtigten oder des Einberufenen angemessen waren, können neben dem Unterstützungssatz zusätzliche Beihilfen gewährt werden, soweit die weitere Erfüllung dieser Verpflich- hmgen auch nach dem Einstellungstage als angemessen anzuerkennen rft. Reicht die Wirtschastsbei- hilfe einschließlich der MietbeMfe nicht aus, um eine Gefährdung der wirtschaftlichen Lage abzuwenden, so kann eine zusätzliche Wirtschaftsbeihilfe je nach Lage des Einzelfalles gewährt werden. Der Wehrsold und die Frontzulage, die der Einberufene erhält, bleiben bei der Bemessung der Fami- lienunterstützung seiner Angehörigen in jedem Falle außer Ansatz. Kleine Fußball-Ausbeute. Am ersten September-Sonntag ruhte zwar der Fußball^Spielbetrieb nicht vollständig, aber er bewegte sich doch erklärlicherweise in recht bescheidenem Rahmen. Im Süden gab es u. a. ein Städtespiel zwischen Frankfurt und Of- fenbach, das die Offenbacher, vertreten durch die Ligaelf der „Kickers", glatt mit 4:1 (1:0) siegreich gestalten konnten. In Nürnberg trennten sich WKG. Neumeyer und die SpVgg. Fürth 2:2 (1:2), und in Stuttgart gewann 2lltmeister VfB. ein Lokalspiel gegen die Sportfreunde mit 5.2 (3:1). Auch im Reich gab es einige Spiele, doch die Begegnung zwischen Lübecks Stadtelf und der isländischen Auswahl kam nicht mchr zustande. Kurze Sportnotizen. Einen neuen Weltrekord im Gehen stellte der Schwede John Mikaelsson in Stockholm auf. Er legte zehn englische Meilen in 1:13:59,4 Stunden zurück. Die Züricher Steher-Rennen, an denen die Deutschen Metze und Lohmann teilnehmen sollten, fielen aus. Der Japaner Shigeo Arai ist augenblicklich Japans schnellster Schwimmer. Er siegte jetzt in Tokio über 100-m-Kraul in 58,0 Sekunden und über 200-m-Kraul in 2,10 Minuten. Die 400 m gewann der junge Miyamoto in 4:47,2 Mimck-n vor Amano. internationaler Motorsport in Belgrad. Glänzende Erfolge Das größte motorsportliche Ereignis des Balkans, das Internationale Stadtparkrennen von Belgrad, stand am Sonntag im Mittelpunkt des jugoslawischen Sportgeschehens. Zehntausende hatten sich bei prachtvollem Wetter entlang der Rennstrecke eingefunden, die im Stadtgebiet von Belgrad rund um die alte Türkenfestung Kalemeg- dan über 2,8 Kilometer führte. Nach dem Rennen der Motorräder, die ohne deuffche Beteiligung ausgefahren wurden, aber in allen Klaffen deutsche Markensiege brachten, gab es im Rennen der Sportwagen bis 2000 ccm einen dreifachen Triumph der BMW.-Mannschaft des NSKK., der von den Zuschauermassen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. In dem über 15 Runden führenden Rennen sicherte sich B r i e m vom Start weg die Spitze und siegte in 22:27,2 Minuten mit dem hervorragenden Durchschnitt von 112 km/st. Zweiter wurde Menscher auf BMW., während Roese zwei Runden zurück den dritten Platz vor dem jugoslawischen BMW.-Fahrer Bojtie- dovic belegte. Die Ergebnisse: Motorräder bis 250ccm: 1. Breznik (Jugo- der deutschen Fahrer. slawien) Auto-Union-DKW. 14:29,3 (92,0); 2. Bon» saljeoic (I.) Auto-Union-DKW. 15:24,2 (86,5); 3. Staic (I.) auf Jawa eine Runde zurück; 4. Falla (I.) Auto-Union-DKW. — Bis 350 ccm: 1. Diska (I.) NSU. 16:03,0 (103,8); 2. Urviz (I.) Auto- Union-DKW.), 17:06,2 (97,5); 3. Dola (I.) NSU. 17:42,0 94,2. — Bis 1000 ccm: 1. Jurcic (I.) BMW. 24:02,3 (104,7); 2. Ziklars (I.) BMW. 24:27,3 (102,1); 3. Urviz (I.) Puch 24:52,3 (101,0 km/st). Sportwagen bis 1100 ccm: 1. Formanek (Protektorat Böhmen und Mähren) auf Aero 19:36,1 (85,0); 2. Bogdanooic (I.) Opel 20:23,3 (81,7); 3. Suoajdzic (I.) Skoda 21:35,3 (77,2). — Bis 2000 ccm: 1. Briem (Deutschland) BDdW. 22:27,2 (112,0); 2. Menscher (D.) BMW. 23:01 (109,2 km/st); 3. Roese (D.) BMW. Zwei Runden zurück, 23:02,4; 4. Bojtiedovic (I.) BMW. Die Spannung war auf den Höhepunkt gestiegen, als die vier deutschen Silberpseile für den auf 139,87 Kilometer festgesetzten KampfderRenn- wagen an den Startplatz geschoben wurden, Eirtz uralter Bugatti Baujahr 1922 vervollständigte das kleine Feld; er wurde nicht weniger als neunzehn- mal überrundet. Bis zur letzten Runde gab es einen aufregenden Kampf, und innerhalb einer halben Minute jagten die drei Wagen von Nuoolari, von Brauchitfch und Müller in dieser Reihenfolge durchs Ziel. Ein Stein zertrümmerte Langs Rennbrille. Gleich in den ersten Runden gab es einen aufregenden Zwischenfall. Hermann Lang (Mercedes- Benz), der Favorit des Rennens, fuhr plötzlich scharf rechts heran und wurde von den dicht hinter ihm folgenden Wagen von Müller und Nuoolari (beide Auto-Union) passiert, die sich nun an die Verfolgung des in Führung liegenden v. B r auch i t s ch (Mercedes-Benz) machten. Ein hochfliegender Stein hatte Langs beide Brillengläserdurchschlagen, so daß er fast nichts mehr sehen konnte. Er fuhr jedoch seinen Wagen noch zur Boxe und wurde erst dort ärztlich behandelt. Seinen Wagen bestieg der Ersatzfahrer Walter Bäumer, der jedoch überhaupt nicht trainiert hotte und in der achten Runde gegen eine Pappel fuhr. Glücklicherweise wurde aber nur der Wagen beschädigt. Bäumer mußte natürlich aufgeben. Manfred von Brauchitfch versuchte seinen Vorsprung noch zu vergrößern und drehte stärker auf. 5n einer Kurve drehte sich jedoch der Wagen und Brauchitfch mußte hart bremsen. Als er den Wagen wieder in der Fahrtrichtung hatte, waren seine Verfolger Müller und Nuvolari schon an ihm vorbei. Später mußte Hermann Müller den rechten Hinterreifen seiner Rennmaschine wechseln und dabei die Spitze an Tazio Nuvolari abtreten. Der junge Müller drehte zwar noch eine Rekordrunde von 1:14 Minuten = 132,5 km/st, kam aber über den dritten Platz nicht mehr hinaus. Vorn hatte Nuvolari seinen Vorsprung gegenüber von Brauchitfch auf 50 Sekunden ausgedehnt, als er in der 28. Runde gleichfalls einen Reifen wechseln mußte. In 26 Sekunden hatten die tüchtigen Monteure diese Arbeit geschafft, so daß der Italiener die Spitze behielt. Brauchitsch saß ihm zwar hart auf den Fersen, mußte sich aber mit 7 Sekungen Rückstand wieder einmal mit dem 2. Platz begnügen. Vorher hatte es einen weiteren deutschen Sport* wagenfiag gegeben. In der großen Klasse über 3 Liter holte von Langen (Stöwer-Arkona) mit 99,6 km/st den ersten Preis. Auf der gleichen Marke kamen K o s i n s k i und Baumgarten noch auf den dritten und fünften Rang. — Die Ergebnisse: Rennwagen (Großer Preis von Belgrad über 139,87 Kilometer): 1. Tazio Nuvolari (Auto- Union) 1:04:03,8 Stunden = 130,7 km/st; 2. Manfred von Brauchitsch (Mercedes-Benz) 1:04:11,4 (130,4); 3. Hermann Müller (Auto-Union) 1:04:34,4 (129,8); 4. Milenkowich (Bugatti) 19 Runden zurück; 5. Lang-Bäumer (Mercedes-Benz) ausgeschieden. Sportwagen bis 3000 ccm: 1. Calzianes (Italien) Alfa Romeo 23:38,2; 2. von Wamnitz (Deutschland) Stöwer. — Ueber 3000 ccm: 1. von Langen (Deutschland) Stöwer-Arkona 25:14,4 (99,6); 2. Rusnik (Jugoslawien) Ford; 3. Kosinski (Stöwer-Arkona); 5. Baumgarten (Stöwer-Arkona). Helsinkis Ausgabe unerschiilierlich. In Beantwortung zahlreicher Anfragen, die in den letzten Tagen aus aller Welt im Hinblick auf die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 eintrafen, haben sich das Internationale Olympische Komitee und das Organisations-Komitee für die Olympischen Spiele in Helsinki zu einer Verlautbarung entschlossen, die in einer Sitzung des Organisations-Komitees festgelegt wurde und telephonisch die Zustimmung des Präsidenten des IOK. Graf Daillet-Latour gefunden hat. Diese Verlautbarung heißt: „Der Sturm der sich überstürzenden Ereignisse rüttelt auch am Bau der 12. Olympischen Spiele 1940. Das Haus aber ist fest auf finnischem Fels gebaut. Finnlands Aufgabe, dieses einzigartige Fest der Jugend vorzubereiten und durchzuführen, ist unerschütterlich. Veranstalter der Olympischen Spiele der Neuzeit, die bereits manchen Sturm überstanden haben, ist das IOK., und dieses gibt die Spiele nicht preis. Pierre de Coubertins Werk der Wiedererweckung des modernen Olympia ist Ausdruck des menschlichen Strebens, das sich stets von neuem an den unvergänglichen Gütern der Antike entzündet und sie als ewiges Vermächtnis der Menschheit hütet. Das Internationale Olympische Komitee ist Bewahrer dieser Idee, und wenn auch wieder ein Sturm über Europa rast, wird er ihr nichts anhaben können. Die Jugend aller Länder ist dieser Idee treu verbunden. Die Spiele 1940 werden durchgeführt, wenn es erforderlich fein sollte, auch in kleinerem Rahmen. Die Bauten stehen, die Organisation steht, und das Gastland ist bereit, als Hort des Friedens seine Gäste zu empfangen. Aus jeder Prüfung, vor die uns auch heute wieder der Augenblick stellt, tritt die olympische Idee reiner und klarer zutage, und der Wunsch der Jugend zu ritterlichem Kampf wird immer der Weg zu neuem Aufstieg sein. Das nordische Olympia 1940 steht unerschütterlich." Zuversicht in Helsinki. Präsident R a n g e l l und der olympische Beauftragte der Stadt Helsinki, von Frenckell, haben auf Anfragen mehrfach erklärt, daß die finnischen Vorbereitungen für die Spiele in unverändertem Tempo weitergeführt werden, vor allem auch die Bauarbeiten, weil man allgemein die Hoffnung hat, daß sich die internationalen Schwierigkeiten bald beheben werden, und selbst für den Fall, daß einige Länder zur Zeit der Olympiade noch politische Verwicklungen haben, Mannschaften der neutralen Länder und vor allem der skandinavischen Staaten bei einer Rumpf-Olympiade in Helsinki stark vertreten sein würden. Wirtschaft. FWD. Konkurse und Vergleichsverfahren im 21 u guft. Nach Mitteilung des Stat. Reichsamtes wurden im August d. I. im Reichsanzeiger insgesamt 86 Konkurse und 6 gerichtliche Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 130 und 13. Rhein-Mainische Börse. Börse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. Sept. Die Börse zeigte zum Wochenschluß nicht mehr das einheitliche feste Gepräge der Vortage, doch war die Gesamthaltung nach wie vor zuversichtlich. Bei kleiner gewordener Kundschaftsbeteiligung unterlagen die Kurse am Aktienmarkt wieder mehr und mehr den zufälligen Aufträgen, so daß die Entwicklung uneinheitlich war. Teilweise gingen die Abweichungen dabei über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Fest waren Kohlenwerte wie Harpener mit 142,50 (140) und Ilse Genuß nach Pause mit 139 (136), ferner glichen Mannesmann ihren Rückgang von gestern abend mehr als aus mit 107,90 (105,25). JG.-Far- ben gingen auf 160,75 (161,25) zurück, olieben aber so gesucht, Scheideanstalt wieder 215, ebenso Rheinstahl mit 121, Allgern. Lokal & Kraft mit 139.50. Sonst kamen vorerst AEG. mit 118 (118,75), Be- kula mit 165 (166), Daimler mit 120 (119,50), Feldmühle Papier mit 107,50 (108) und Hapag 2 v. H. schwächer mit 48,50 zur Notiz. Verein. Deutsche Metall waren in Auswirkung der gemeldeten bevorstehenden Kapitalerhöhung nur gefragt und ohne Angebot; die Taxe stellte sich auf 178 bis 180 (174,50). Am Rentenmarkt kam es meist nur zu kleinstem Geschäft bei im großen und ganzen behaupteten Kursen. Etwas leichter lagen Reichsaltbesitz mit 131,75 (131,90) und Dekosama I mit 136,25 (136,50). Industrie-Obligationen blieben an- geboten und gaben fast durchweg 0,25 v. H. bis 0,50 v. H. nach. Ebenso führten mäßige Verkäufe in verschiedenen Stadtanleihen zu leichten Ermäßigungen, wogegen Pfandbriefe und Staatspapiere bei nur schwachem Rückfluß weiterhin gut behauptet waren. Vor Freiverkehrsrenten stellten sich späte Schuldbuchforderungen auf 99 (99,25), Kommunal-Umschuldung auf 92,80 (92,90) und Steuergutscheine I auf 97,40 bis 97,50 (97,60). An den Aktienmärkten blieb die Tendenz auch im Verlaufe uneinheitlich, überwiegend traten jedoch Befestigungen ein. IG.-Farben noch etwas rückläufig auf 160,25 nach 160,75. Von erst später notierten Werten gingen Westdeutsche Kaufhof stärker zurück auf 93,75 bis 90,50 (96,25), ferner Licht & Kraft auf 131 (132,50), andererseits Metallgesellschaft 113 (110,50), Deutsche Erdöl 127,25 (125,50), BMW. 139 (137,25), Verein. Stahl 100 (99,25) ufw. Unnotierte Werte waren ohne Geschäft. Tagesgeld auf 2,75 (3) v. H. ermäßigt. Das deutsche Bankwesen allen Anforderungen gewachsen. Gesicherte Wührungs- und Finanzlage. Die Erneuerung des Eisernen Kreuzes. Unser Bild zeigt oben links das Eiserne Kreuz 2. Klasse, in der Mitte das Eiserne Kreuz 1. Klasse, rechts- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und in der Mitte unten das Großkreuz. Das Eilferne Kreuzi wird am schwarz-weiß-roten Band getragen mit Ausnahme des Eisernen Kreuzes 1. Klaffe, das ohne! Band auf der linken Brustseite getragen wird. Wer bereits im Besitz ebner oder beider Klassen be$ Eisernen Kreuzes des Weltkrieges ist, erhält eine Silberspange mit dem Hoheitszeichen und der Jahres« zahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Wellkrieges verliehen. Die Spange wird beim Eisernen Kreuz 2. Klasse auf dem Bande getragen (links), beim Eisernen Kreuz 1. Klasse über dem Kreuz angefterfi (rechts). — Scherl-Wagenborg-M.) Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat eingedenk der heldenmütigen Kämpfe, die Deutschlands Söhne in den früheren großen Kriegen zum Schutze der Heimat bestanden haben, und im Hinblick auf den gegenwärtigen Abwehrkampf den Orden des Eisernen Kreuzes erneuert. Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung in vier Stufen verliehen. Eine Verleihung für sonstige Verdienste oder nach Art des früheren Eiserne-n Kreuzes am weiß-schwarzen Band erfolgt nicht. Neben dem Eisernen Kreuz Erster und Zweiter Klasse und dem Großkreuz, dessen Verleihung sich der Führer und Oberste Befehlshaber für überragende Taten vorbehalten hat, ist neu das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes geschaffen. Es wird als Halsorden getragen und ist etwa dem früheren Orden Pour le Write zu vergleichen. Das Band des Eisernen Kreuzes zeigt die Farben Schwarz-Weiß- Rot. Entsprechend der nationalsozialistischen Haltung der neuen Wehrmacht erfolgt die Verleihung aller Stufen des neuen Kreuzes an alle Dienstgrade. Auch der einfache Schütze kann das Ritterkreuz, also den Halsorden, erhalten. Ist der Ausgezeichnete schon im Besitz einer ober beider Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkrieges, so erhält er anstelle eines zweiten Kreuzes eine silberne Spange. Die Verordnung hat folgenden Wortlaut: Artikel 1. Das Eiferne kreuz wird in folgender Abstufung und Reihenfolge verliehen: Eisernes kreuz Zweiter klasse. Eisernes kreuz Erster klasse, Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, Grohkreuz des Eisernen Kreuzes. Artikel 2. Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Verdi e n st e i n der Truppenführung verliehen. Die Verleihung einer höheren Klasse seht den Besitz der vorangehenden Klasse voraus. Artikel 3. Die Verleihung des Großkreuzes behalte ich mir vor für überragende Taten, die den Verlauf der Kampfhandlungen entscheidend beeinflussen. Artikel 4. Die Zweite Klasse und die Erste Klasse des Eisernen Kreuzes gleichen in Größe und Ausführung den bisherigen mit der Maßgabe, daß auf der Vorderseite das Hakenkreuz und die Jahreszahl 1939 angebracht sind. Die Zweite Klasse wird an einem schwarz-weiß-roten Bande im Knopfloch oder an der Schnalle, die Erste Klasse ohne Band auf der linken Brust feite getragen. Das Ritterkreuz ist größer als das Eiserne Kreuz Erster Klasse und wird am halse mit schwarz-weiß-rotem Bande getragen. Das Großkreuz ist etwa doppelt so groß wie das Eiserne Kreuz Erster Klasse, hat anstelle der silbe« nen eine goldene Einfassung und wird anj halse an einem breiteren schwarz-weiß-roten Bande getragen. Artikel 5. Ist der Beliehene schon lm Besitz einer der beiden Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkrieges, so erhält er anstelle eines zwei« ten Kreuzes eine silberne Spange mit dentz Hoheitszeichen und der Jahreszahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Weltkrieges verliehen. Die Spange wird beim Eisernen Kreuz Zweiter Klasse auf dem Bande getragen, beim Eisernen Kreuz Erster Klasse über dem Kreuz angesteckt. Artikel 6. Der Beliehene erhält eine Besitzurkunde. Artikel 7. Das Eiserne Kreuz verbleibt nach Ab« leben des Beliehenen als Erinnerungsstück den Hinterbliebenen. Artikels. Die Durchführungsbestimmungen erläßt der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht im Einverständnis mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei. Berlin, den 1. September 1939. Der Führer: (gez.) Adolf Hitler. Der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht: (gez.) Keitel. Der Reichsminister des Innern: (gez.) Dr. F r i cf. Der Staatsminister und Ehef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers: (gez.) Dr. Meißner. * Die (Erneuerung des Eisernen Kreuzes wird bel dem deutschen Volk in Waffen freudigen Widerhall finden, war es doch schon in Fortführung alter preußischer Tradition schon im Weltkrieg für Soldaten aller deutschen Stämme die höchste und schönste Auszeichnung. So ist es nun folge-richtig, daß dieser ehemals preußische Orden, den König Friedrich Wilhelm III. zu Beginn der Befreiungskriege 1813 gegründet hatte und der 1870 und 1914 als preußischer Orden am schwarzweitzen Bande erneuert worden war, nun ein Orden des Großdeutschen Reiches wurde und deshalb auch das Symbol des Hakenkreuzes erhält und am schwarz« weißroten Bande getragen wird. An die Stelle des einst von Friedrich dem Großen gegründeten und nur für Offiziere bestimmten Ordens Pour le mente tritt nun als neue Klaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, "das der nationalsozialistischen Auffassung gemäß sich jeder tapfere deutsche Soldat erringen kann. Das Eiserne Kreuz, dem^ einst der große Schinkel die äußere Form gegeben hat, wird wie einst unseren Väter 1813, 1870 und 1914 auch in diesem neuen schweren Kampf des deutschen Volkes um Freiheit und nationales Lebensrecht ernstes Sinnbild treuer Pflichterfüllung und äußersten Ein« fatzes fein. Fr. W. L. Berlin, 2. September. (DNB.) Nach dem Aus- ber Reichsbank vom 31. August 1939 ist in der vierten Augustwoche die Anlage des Noteninstttuts in Wechseln und Schecks sowie in Schatz- wechseln des Reiches um 2132 Mill. RM. auf 10 272 Mill. RM. gestiegen. Der Bestand an dek- kungsfähigen Wertpapieren erfuhr eine Erhöhung um 30 auf 1013 Mill. RM. und der an Lombard- forberungen um 37 auf 60 Mill. RM. Bei den deutschen Scheidemünzen ist eine Abnahme um 102 auf 66 Mill. RM. zu verzeichnen. Die sonstigen Aktiven werben mit 1876 Mill. RM. um 495 Mill. RM. höher als in der Vorwoche ausgewiesen. Der Deckungsbeftanb an Gold und Devisen zeigt bei einem geringfügigen Rückgang um 83 000 RM. eine Höhe von 77 Mill. RM. Entsprechend der erhöhten Kapitalanlage sind auf der anderen Sette die im Umlauf befindlichen Noten um 2197 auf 10 907 Mill. RM. gestiegen. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten haben eine Ausweitung um 285 auf 1480 Mill. RM. erfahren. Die fonftigen Passiven haben um 107 auf 562 Mill. RM. zugenommen. Von den Abrechnungsstellen wurden im August 4.84 Millionen Stück über 7421 Mill. RM. abgerechnet, die Giroumsätze betrugen in Einnahme und Ausgabe 5.48 Mill. Stück über 112 985 Mill. RM. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Reichswirtschaftsminister Funk, fand eine Sitzung des Reichsbank-Di- rettoriums statt, in der die Situation erörtert wurde, die sich durch den dem deutschen Volk aus- gezwungenen Abwehrkampf für die Wirtschaft und das Geld- und Kreditwesen ergeben. Der Reichs- bankpräsident stellte fest, daß auf dem Gebiet des Geld- und Bankwesens ebenso wie auf dem Kapitalmarkt im Gegensatz zum Ausland auch nicht die gering ft en Beunruhigungserscheinungen aufgetreten sind, vielmehr Geldmarkt und Börse in Deutschland ihre Funktionen in einer absolut zuversichtlichen Haltung ohne jede Störung erfüllt hätten. Die Reichsbank habe daher auch keine Veranlassung gehabt, irgendwelche Sondermaßnahmen zum Schutze der Währung und eines geregelten Geld- und Kreditverkehrs zu treffen. Der Reichsbankausweis vom 31. August spiegelte naturgemäß die erhöhten Anforderungen wider, die an das Zentralnoteninstitut durch die militärischen Maßnahmen gestellt worben sind. Auch der Wirtschaft sei man bei den hier und da notwendig gewordenen Umstellungen und den durch die Gesamtlage bedingten besonderen Dispositionen im Zusammenwirken mit den deutschen Geld- und Kreditinstituten bereitwillig entgegengekommen. Das Vertrauen des deutschen Volkes in das deutsche Geld- und Bankwesen komme darin zum Ausdruck, daß Ang st abheb ungen von Zahlungsmitteln s o gut wie gar nicht zu beobachten waren. Der Geldbedarf der zu den Waffen (Einberufenen und der Geschäftskreise, die durch die notwendig gewordenen vorsorglichen Maßnahmen der Reichsregierung aus dem Gebiets der lebensnotwendigen Gebrauchsgüter am stärksten betroffen worden sind, ebenso wie der der Grenzbevölkerung gehen naturgemäß über das Normale hinaus, konnten aber ohne jede Schwierigkeit und ohne besondereAn- orbnungen befriedigt werden. Unter diesen Umständen sei die Steigerung des Zahlungsmittelumlaufes in keiner Weife besorgniserregend. Die deutsche Währung werde durch die internationalen Krisenerscheinungen überhaupt nicht berührt, und die Stabilität der Reichsmark sei dadurch gesichert, daß die Reichsregierung die Bewegung der Preise und Löhne fest in der Hand habe. Der Apparat der Deutschen Reichsbank arbeite in allen Teilen Großheutschlands absolut normal und reibungslos, und das deutsche Bankwesen ist durchaus in der Lage, allen Anforderungen des Reiches und der Wirtschaft, die sich aus der augenblicklichen Lage ergeben könnten, voll gerecht zu werden. Nach einer Zecherei im (Streif erstochen. * Alsfeld, 4. Sept. In dem Dorfe Hopfgarten kam es in der letzten Nacht im Verlaufe einer Zecherei Mischen dem Schäfer Schnei« der, gebürtig aus Heimertshausen, und einem anderen Manne zu einem Streit. Die Auseinander« setzung nahm schlimme tätliche Farmen an, wobei Schneider von seinem Gegner einen Stich erhielt, der den sofortigen Tod Schneiders zur Folge hatte. Der Täter hat sich der Behörde s e l b st g e st e l l t. Die gerichtliche Untersuchung war am heutigen Montagvormittag noch im Gange. HI. Bann unh Unfergau 116. Mariue-Gef. 1/116. Am Mittwoch, 6. 9., 20 Uhr, tritt die gefamtd Marine-Gef. 1/116 zum Appell am neuen Heim — Wißmarer Weg — an. Dienstanzug: Arbeitspäckchen, Koppel, Exerzierkragen. Entschuldigungen können für diesen Abend in Anbetracht der Wichtigkeit des Appells nicht angenommen werden. Sämtliche Beur« laubungen (für Gesellenprüfung ufw.) haben an diesem Abend keine Gültigkeit. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis XI Uhr. Samstagnacht