■ •• • : ' • ■ NU MU. Zien' )> ntB iqebui M ot in* • < ■rboT'" jeinbf den- (J i/W ige c, ief *5 hM inti^ --f«' Ä’ 0* ll* r tf‘ in- Nr. 180 Erstes Blatt 189. Jahrgang Freitag, 4-August 1939 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vru^ und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und SeschSftsftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite b0 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25^ mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-. Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlllffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksuri am Main 11688 polens Wiedergeburt- eine deutsche Waffentat! Am 6. August 1915 wurde die Hauptstadt Polens durch die siegreich nach Osten vorrückenden deutschen Divisionen von der zaristischen Herrschaft befreit Nicht lange danach hatte auch der letzte russische Gendarm und Kosak den polnischen Lebensraum verlassen. Wir erinnern uns dieses Tages, weil die polnische Presse aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages des Kriegsausbruchs eine Haltung zeigt, die uns geradezu herausfordert, einmal jener Zeit zu gedenken, die die Wiedergeburt des polnischen Staates und die Befreiung Polens vom russischen Joch sah. Es ist kein Zweifel, daß wir ausgerechnet auf Warschau zu sprechen kommen. Denn einmal ift Warschau die Hauptstadt des Landes, deren Eroberung ein Zurückfluten der zaristischen Truppen bis hinter Brest-Litowsk auslöste, und zum anderen fällt diese Eroberung genau wie der Kriegsausbruch in die ersten Augusttage. Mag vielleicht angesichts der gegenwärtigen polnischen Mentalität für unseren östlich^ Nachbarn keine Veranlassung bestehen, sich des Ereignisses zu erinnern, das sich für Polen als Folge des Kriegsausbruchs und der siegreichen Oftfeldzüge des Deutschen Reiches ein» stellte, so wollen wir es nicht unterlassen, auf diesen Tatbestand hinzuweisen, um nicht von den Polen Dank zu heischen — ein völlig hoffnungsloses Beginnen —, sondern weil sie in vielen ihrer Zeitungen eine Lesart über Kriegsausbruch und Lehren für die Gegenwart verzapfen, die ihre Zurückweisung verdient. Da finden wir im „Expreß Poranny" im An- schluß an eine Verherrlichung des Versailler Diktats iote Forderung, daß man, falls es zu einem neuen ;Krieg käme, Deutschlands militärische Kraft endgültig Ibrechen müsse. Ganz abgesehen davon, daß wir Polen micht bedrohen, vielmehr die Polen diese Bedrohung «aus ihren Exzessen dem Reich und allen Volks- ideutschen gegenüber herleiten, war es die militärische lKraft Deutschlands, ohne die das heutige selbstän- idige Polen einfach undenkbar ist. Es klingt ganz »gewiß in polnischen Ohren nicht schön, zu hören, daß deutsche Krieger die russischen Armeen vernichteten, Daß deutsche Geschütze die russischen Zwingburgen zerbrachen und das siegreiche Deutschland Pate des «viedererstandenen Polens war. Das sind geschichtliche Begebenheiten, die man auch durch Verschweigen nicht aus der Welt schaffen kann, an die aber peber rechtlich Denkende erinnern muß, wenn er sieht, wie nun der Nutznießer der deutschen Waffenerfolge und des vergossenen deutschen Soldatenblutes einen oolitischen Kurs, belastet mit überchauvinistischen Forderungen, steuert, der eines Tages geradeweg :n einen neuen Krieg münden muß. Daß die Polen ßu ihrer Befreiung selbst nichts beigetragen haben, üßt sich ebensowenig leugnen. Es ist ihre und nicht unsere Schuld. Lediglich Pilsudski und ein paar tau- >end Freiwillige stellten sich an die Seite der Mittel- mächle, das polnische Volk selbst blieb träge zu Hause, um, kaum befreit, schleunigst Sympathien für diejenigen Staaten zu entdecken, die gar nicht daran gedacht hatten, im Rahmen der damaligen Ein- !°reisung Deutschlands an das Schicksal der Polen M denken. Für sie waren die Polen höchstens ein lleil des gesamtrussischen Volkskörpers, dazu da, Soldaten für den Zaren gegen Deutschland zu ttellen. Ein edler Charakterzug offenbarte sich bei Weser Gelegenheit also nicht, wie ja auch die Polen !oen Zusammenbruch der Mittelmächte benutzten, Lm sich schleunigst nichtpolnische Gebiete anzu- hgnen, ein Vorgang, an dem heute Europa und !»as Zusammenleben der Nationen noch krankt. Eine andere polnische Zeitung, der Krakauer Kurier, wärmt die Kriegsschuldlüge auf und nennt Deutschland den Weltfeind Nr. 1, der 1914 die Welt n den Krieg getrieben habe. Dann folgt ein „Wehe, 2ehe, wehe..." falls sich derartiges wiederholen ullte. Abgesehen von dem Unsinn, daß Deutschland !;en Weltkrieg entfesselt habe, sollten die Polen mgentlich Dankhymnen anstimmen, daß es zum Kriege kam, wobei es ihnen auch heute völlig I gleichgültig sein kann, welche Ursachen Vorlagen: Wer nein, man fühlt sich verpflichtet, für ein Nie- rZerschlagen und Ausbrennen Deutschlands einzu- reten, um dafür einen wohlwollenden Blick der ^inkreisungsbemokratten einzuhandeln. Welch schlechten Dienst man sich selbst damit leistet und daß man eigentlich damit bescheinigt, wie unwert man t-ar, ausgerechnet durch deutsche Waffen die natto- tnle Freiheit zurückerhalten zu haben, begreifen die §»errfchaften im Osten nicht. Sie fordern ein neues Versailles, sie fordern eine lerntd)tung des deutschen Volkes, eben weil es Urnen peinlich ist, ihre Freiheit aus deutscher Hand ehgegengenommen zu haben. Fordern können sie Del, erfüllen werden sich indessen diese Wünsche acht. Denn wenn irgendwo deutsches Schicksal zur Isbatte stehen sollte, dann spricht Deutschland selbst eh entscheidendes Wort mit, das, sollte auch Polen irit von der Partie sein, dieser durch Deutschland ^freiten und erst wieder existenzfähig gemachten slmtion nicht gefallen dürste. Eins können" wir ben falen aber heute sagen: hätten wir 1914 geahnt, 05s sich einst Polen uns gegenüber herausnehmen tjürbe, wir hätten uns mit unseren Waffenerfolgen begnügt und den Polen selbst überlassen, mit den aussen fertig zu werden. Polen ist für uns jeden- rffls eine Lehre für die Zukunft, die uns nicht k-ran hindern wird, mit stolzem und starkem LÄbstbewußtsein daran zurückzudenken, daß unser ahicher Nachbar ein Nichts geblieben märe, hätte Jqtf Deutschland wieder aus ihm einen selbstän- J'Ijen Staat gemacht. Jitue Haßmahnahmen gegen Deutsche. Posen, 3. Aug. (DNB.) Die Schließung deut- Molkereien geht weiter. So ordneten die Be- -ö'den neuerdings die Schließung der Genossen- schastsmolkereien in Jannowitz, Wongrowitz und Rogowo an. Die Jannowitzer Molkerei verarbeitete täglich rund 10 000 Liter, die Wongrowitzer 8000 und die Molkerei in Rogowo etwa 6000 Liter Milch. Insgesamt sind damit in der letzten Zett bereits 14 deutsche Genossenschaftsmolkereien und eine Reihe deutscher Prioatmolkereien geschlossen worden. Ferner wurde in Rogowo das Kolonialwarengeschäft des Volksdeutschen Erich Schlerff geschlossen. Vor einigen Tagen ist bereits das Kolonialwarengeschäft des Volksdeutschen Emil Schlerff in Znin geschlossen wordön. Die dem Volksdeutschen Sekel gehörende Bäckerei in Miczkowo, Kreis Schubin, ift auf Anordnung des Starosten wegen „sanitärer Mängel" geschlossen worden. Die Bäckerei wurde von dem Volksdeutschen Bäckermeister Tempel geführt, der durch die polnische Maßnahme mit seiner Familie existenzlos geworden ist. n Könitz sind sechs deutsche Bäckermeister wegen „Mängel in ihren Betrieben" zu Geldstrafen verurteilt worden. Diese Mängel wurden nur bei den sechs „deutschen" Bäckermeistern von Könitz festge- D^m Volksdeutschen Gastwirt Cpting in Kotzowo ist mit Wirkung vom 1. August die Konzession für Branntwein entzogen worden. Vor einigen Wochen hatte man das ganze Haus mit deutschfeindlichen Inschriften und Zerrbildern beschmiert. Jetzt ist auch die von dem deutschen Wohlfahrts- London, 3. August (DNB.) Die außenpolitische Aussprache des Oberhauses drehte sich am Donnerstag hauptsächlich um die englisch- japanischen Verhandlungen. Wenn auch zurückhaltend, so brachten doch die meisten Redner ihre Sorgen darüber zum Ausdruck, daß England einen neuen und gefährlichen Weg im Fernen Osten beschritten habe. Lord Snell, der die Aussprache im Namen der Opposition eröffnete, beklagte sich darüber, wie wenig man von der Regierung über die großen außenpolitischen Fragen erfahre. Halifax solle eine Interpretation der in Tokio zustandegekom- menen englisch-japanischen Formel geben. Die ständigen Enthaltungen wegen des Ganges Der Moskauer Verhandlungen seien in Anbetracht der Schnelligkeit, mit der man sich in Tokio auf eine Formel geeinigt habe, umso bedauerlicher. Lord Cecil verlangte, die britische Regierung solle Japan gegenüber nicht nachgeben. Lord Davies (liberal) wünschte, daß ein Minister nach Moskau gesandt werden solle. Lord Samuel (Oppositions- liberaler) befaßte sich mit Danzig, ohne aber etwas Besonderes dazu sagen zu können. Lord Halifax schloß im Namen der Regierung die Aussprache ab. Zu der in Tokio zustandgekommenen Formel erklärte er, von verschiedenen Seiten sei gesagt worden, daß England etwas getan habe, was -'s vorher verbannt habe. Das sei jedoch nach seiner Ansicht völlig falsch. Alles, was die britische Regierung getan habe, sei, in der Formel die Tatsachen so festzustellen, 'mie f i e nach Ansicht der Regierung seien, und sie habe versucht, einen praktischen Weg zu finden um mit der Lage in Tientsin fertig zu werden. Die Regierung bemühe bunid eingerichtete Ferienkolonie in Alt-Floetenau, Kreis Bromberg, auf Anordnung des Starosten mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Auch in die- jer Ferienkolonie, wie in den schon geschlossenen Kolonien in Hirschdorf und in Zinsdorf, fanden deutsche erholungsbedürftige Kinder minderbemittelter Ettern sorgfältig Pflege und Betreuung. Das Verbot erfolgte mit Rücksicht „auf die nicht entsprechenden sanitären Verhältnisse". Weiter enthielt das Verbotsschreiben des Starosten den Satz: „Diese Entscheidung bedarf, da dem freien Ermessen der Behörden überlassen, keiner Begründung." England hetzt Polen aus. „Polen darf nicht im geringsten nachgeben." London, 3. August. (DNB.) Einen sehr bezeichnenden Beitrag zur englischenScharfmache- r e i gegenüber Polen liefert der „M anchester Guardia n", der mit einer Neuauflage alter Hetzmeldungen die Polen zu überzeugen sucht, daß sich die „Lage ständig verschlechtert". In Warschau, so fährt das Blatt fort, müsse man sich jetzt entscheiden, ob es nicht notwendig sei, eine endgültige Warnung an Berlin auszusprechen: „Bis hierher und nicht weiter!" Dann wird den Polen die Hölle heiß gemacht mit angeblichen „bedrohlichen militärischen Maßnahmen Deutschlands", die sich diesmal nicht nur auf Danzig und Ostpreußen, sondern auch auf die deutsch-dänische Grenze und sogar auf die Slowakei und — Ungarn erstrecken sollen. Polen dürfe aber auch nicht im geringsten nachgeben. ßch um eine Lösung der augenblicklichen Schwierigkeiten, ohne dabei die Beziehungen zu C h i n a z u verletzen. Er wisse nicht, ob man dies erreichen werde. Das hänge nicht allein von England ab, sondern auch von der Haltung der chinesischen Regierung, und wie weit die japanischen Behörden in China bereit seien, einen Unterschied zu machen zwischen der lokalen Frage und den allgemeinen Streitfragen. Dann beschwerte er sich über das Anwachsen der a n t i b r 111 j d) c n Stimmung im Fernen Osten. Auf die Zusammenarbeit mit USA. und Frankreich eingehend sagte Halifax, die britische Regierung sei sich der Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit bewußt, pnd sie habe diese Regierungen stets über ihre Absichten und Taten unter» richtet. Abschließend sagte er zu diesem Komplex, er glaube nicht, daß es unmöglich sei, eine Lösung zu finden, die für China gerecht sei und gleichzeitig den Interessen der anderen Mächte Rechnung trage. Sodann befaßte er sich mit den Moskauer Verhandlungen und erklärte, die Dasis der brittschen Außenpolitik sei die enge Zusammenarbeit mit Frankreich und die Verteidigung der gemeinsamen Interessen gewesen, und von diesem Standpunkt aus habe die britische Regierung ihre Garantien an Polen und Rumänien gegeben. Ohne Zweifel habe sie damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit Sowjetrußlands geliefert. Die Dreierverhandlung sei eine komplizierte Ausgabe, die unvermeidlich zu gewissen Meinungsverschiedenheiten führen müsse. Es sei kein Geheimnis, daß die britischen und französischen Vorschläge zum Thema „indirekte Angriffe" der Sowjetregierung nicht umfassend genug erschienen seien, während die von der Sowjetrcgie- rung gesuchte Formel der britischen und sranzö- | England damals und heute. „Die erste und wesentliche Tatsache heißt Macht, Überlegenheit, Vorherrschaft — nenne man es, wie man will. Ich kümmere mich keinen Deut darum, welches dieser Worte man wählt — nenne man es meinetwegen ,Abrakadabras wenn es nur die Substanz erfaßt." (Joe Chamberlain vor Beginn des Burenkrieges, zittert nach „Die Chamberlains" von Sir Charles Petkie.) Joe Chamberlain, der Begründer dcr politischen Dynastie der Chamberlains, war der Vater des jetzigen englischen Ministerpräsidenten Neville Chamberlain. Die zitierten Worte, die er zur Einleitung des Burenkrieges gesprochen hat, zeigen ihn als Mann von einer raubtierh asten Griffigkeit. Aber immerhin: er war ein vollsaftiger Kerl, der wußte, was er wollte, und der ein deutliches Bild von Gegenwart und Zukunft feines Volkes im Innern und nach Außen hatte. Und nun lese man eine Rede, die sein Sohn Neville Chamberlain im Unterhaus unter dem Druck einer arroganten und verantwortungslosen Opposition immer wieder über das gleiche Thema halten muß: Wie vorsichttg muß sich der englische Erstminister zwischen den Gegensätzen hindurchschlängeln, wie muß er Rücksichten nach links und nach rechts nehmen, als hätte er den Bruch roher Eier zu fürchten, wie sehr ist bei ihm das Gefühl turmhoher Ueberlegenheit und souveräner Allgewalt gewandelt zur Routine?! Gewiß, auch in dieser Routine liegt manchmal noch ein Schimmer der alten Eleganz, aber der Schimmer ist nicht mehr das Licht. Unser aller Denken kehrt in diesen Tagen zurück zum Ausbruch des Weltkrieges, seitdem ein Viertcl- jahchundert vergangen ist. Im Jahre 1914 amtierte als französischer Botschafter in dem damaligen Petersburg Maurice Paleologue. Er hat lesenswerte Erinnerungen über seine Erfahrungen am zaristischen Hose bis zum Ausbruch der bolschewistischen Revolutton geschrieben, die auch seinem Wirken ein Ende setzte. Selbstverständlich, cs ist ein Franzose, der über diese Dinge schreibt; ein Franzose außerdem, der das Wort und die Darstellung der Dinge mit künstlerischer Virtuosität beherrscht und der darum nicht in allen Einzelheiten wörtlich genommen werden darf. Auf den ersten Seiten dieser Erinnerungen erzählt ccher Paleologue, wie ängstlich der letzte Zar Nikolaus II. anläßlich des Besuches des französischen Präsidenten unmittelbar vor Kriegsausbruch immer und immer wieder die Frage auf das heikle Thema brachte, ob denn nun auch England wirklich und wahrhaftig an der Seite Rußlands und Frankreichs in den Weltkrieg eingreifen werde. So groß war das britische Ansehen und das Geschick der Londoner Diplomatie, daß England zwar die Einkreisung 1904/07 im Hintergrund zuwege brachte, sich aber gleichzeitig die Hände soweit frei- hielt, daß es noch im letzten Augenblick bestimmte, in welche Waagschale es das Schwergewicht seines Einflusses legen werde. Als dann die Nachrickft von seiner Kriegserklärung eintraf, feierten die Russen ihren ersten großen Sieg. Aber feine englische Motte erschien in Der Ostsee ober im Schwarzen Meer, wie verheißen worben war. Am 24. Dezember 1914 notiert Paleologue in ein Tagebuch: „Der Stillstand der russischen Ope- rationen ist nicht durch die Uebermacht ber deutschen Kräfte, fonbern nur auf den absoluten Mangel an Artilleriemunition und Gewehren bedingt. Der Großfürst Nikolaus ist verzweifelt und bemüht fischen Regierung in einer anderen Beziehung als zu weitgehend erschienen sei. Wie am Vortage der Ministerpräsident im Unterhaus, so unterstrich auch Halifax vor den Lords das feste Vertrauen der britischen Regierung zu ben Sowjets. Auch seine Auslassungen über Polen, Danzig usw. unterschieden sich in nichts von ben Ausführungen Chamberlains. Das Oberhaus schloß bie Aussprache, um sich bis zum 3. Oktober in bie Ferien zu begehen. England ist halsstarrig. Die Wirtschaftsbesprechungen in Tokio vorläufig eingestellt. Tokio, 3. Aug. (Ostasienbienst bes DNB.) Wie halbamtlich verlautet, sind die W i r t s ch a f t s - desprechungen im Rahmen ber Tokioter Konferenz wegen ber bisher unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Parteien eingestellt worden, bis England die Weiterführung der Besprechungen vorschlägt. Hiesige politische Kreise führen diese einstweilige Vertagung aus bas kürzliche demonstrative Vorgehen ber Vereinigten Staaten bei ber Kündigung bes Handels- oertrages zurück, bas England zu seiner hals- starrigen Haltung gegenüber ben japanischen Forderungen veranlaßt habe. Wie bie politischen Kreise weiter erklären, beabsichttgt London anscheinend, die Tokioter Besprechungen lediglich auf die Erörterung politischer Fragen zu beschränken. Gleichzeitig versuche England die USA. und Frankreich zur Behandlung der wirtschaftlichen Fragen hinzuzuziehen mit ber Begrünbung, baß beide Staaten mit ben Wirtschaftsproblemen Chinas eng verknüpft feien. Ehrenzeichen für Arbeiter an den deutschen Befestigungsanlagen. Der Führer hat burch Verorbnung vom 2. August zum sichtbaren Ausbruck seines Dankes unb seiner Anerkennung für Verbienste um bie Anlage unb Errichtung bes Deutschen Schutzwalles bas .Deutsche Schutzwall-Ehrenzeichen" gestiftet, dessen beide Seiten unser Bild zeigt. Das „Deutsche Schutzwall-Ehrenzeichen" wird an der linken Brustsette an einem Band getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gorgen der Lords um den Kernen Osten. Oer englische Außenminister bestätigt die Zusammenarbeit mit LlGA. und Frankreich. Ser Kampf des „blauen Weffstaakes" mH dem „roten Angreifer" in Der Generalstabschef des deutschen Heeres, General der Artillerie Halder, weilt gegenwärtig am Beginn der Hebung in Aussicht gestellt hatte, viel Interessantes, die große technische Vollkommenheit unserer Luftwaffe, den hohen Stand der Ausbildung und den vorbildlichen Geist der Truppe. Die Bevölkerung, die die Luftmanöver mit größtem Interesse verfolgt hat, sammelte sich am letzten Tage noch stärker als sonst überall dort, wo es etwas zu sehen gab. Das Bewußtsein blieb, daß Hermann Görings Männer treue Wacht halten und die Heimat zu schützen wissen. nicht genießen. Nun heißt es heim in die Garnisonen. Aus aller Augen leuchtet die Freude darüber, daß alles so gut geklappt hat. Auch „Reserve hat Ruh'", und der Reservist ist nicht menig stolz herüber, daß auch er mitwirken durste an dieser harten Erprobung. Wir erlebten, wie es uns der Ehef des Stabes der Luftflotte 2, Oberst v. W ü h l i s ch, Aussicht gestellt hatte, technische Vollkommen- Die Kosten der Einkreisung. England spielt mit dem Schicksal seiner Vasallen. Italien, wo er den großen Manövern in der Po-Ebene als Gast des italienischen Generalstabschefs P a r i a n i beiwohnt. Hier sieht man den Wagen mit den beiden Generälen bei der Ankunft in Mailand. General Halder (links) dankt grüßend für die jubelnden Kundgebungen der Bevölkerung. — (Prefse-Bild-Zentrale-M.) Die großen Manöver in Italien Oer erste Abschnitt abgeschlossen. Das Ergebnis des ersten Manöverabschnittes läßt sich wie folgt zusammenfassen: Sicherer und reibungsloser Anmarsch sämtlicher, auch schwer motorisierter Kolonnen und Panzertruppen, trotz zeitweiliger Verzögerung durch Luftangriffe, rechtzeitiges Eintreffen im Kampfgelände, erfolgreicher Einsatz der Luftabwehr und besonders glänzendes Funktionieren der S i ch e r u n g s m a ß n a h m e n gegen Fliegergefahr. Die an den Manövern teilnehmenden ausländischen Militärmissionen, darunter auch die deutsche Abordnung unter Führung des Generals Halder, begaben sich in Mailand zum Denkmal der italienischen Kriegsgefallenen und legten dort einen großen Kranz nieder. Außerdem besuchten sie einige bedeutende Industrieunternehmen der Stadt und der Umgebung Mailands, wie die Breda- Maschinenwerke und die Anlagen der Gummifabrik Pirelli, die in der italienischen Kriegswirtschaft eine hervorragende Rolle spielen. Oldenburg, 3. Aug. (DNB.) Am Donnerstag, dem dritten und letzten Tag der L u f t m a n ö - oer in Nordwestdeutschland, werden die Kampfhandlungen mit unverminderter Stärke fortgesetzt. Die heftigen Luftangriffe des roten Gegners auf die blauen Bodenorganisationen haben da- »aß Arbeitswillige, die bereits gestern wiederholt iie Postenkette streikender organisierter Facharbeiter durchbrachen, wobei lebhafte Feuerge- s ch t e stattfanden und etwa 10 Mann verwundet ' der sonstwie verletzt wurden, einen erneuten Vor- 'oß gegen die Streikposten derStreik. n Hänger androhen. Der Kommandeur der Na- eonalgarde ersuchte den Leiter der Bauarbeiten, üne Leute in Schach zu halten, bis die National- :ardisten eintreffen und Streiker, sowie Arbeitswillige entwaffnen. Die Ortsbehörden teilten dem Gouverneur mit, sie seien der Lage nicht gewachsen, .ver Staudamm bildet einen Teil des riesigen, vom ! 4 gutgeheißenen Bundesbauprojektes, das I Bewässerungssystem im Colorado gebiet vor- w. Neue Niederlage. Roosevelts. /Washington, 4. August (Europapreß Funk- struch). Das Repräsentantenhaus lehnte am Don- ntrstag mit 190 gegen 170 Stimmen eine Vorlage L-, die 900 Millionen Dollar zur Beseitigung von ^endsvierteln in den Großstädten vorsah. Die Vor- We ist durch einen Oppositionsblock aus Repu- b kanern und Konservativen zu Fall gebracht wor- dm. Die Gegner der Vorlage begründeten ihre Haltung damit, sie wollten nicht gegen die Vorlage r!ö solche stimmen, sondern dem Präsidenten n neues Mißtrauensvotum aussprechen. ■ Tast meldet sich als Präsidentschaftskandidat. ßteuyork, 4. August. (Europapreß.) Der repu- i Manische Senator Taft, der den Bundesstaat 1 o vertritt, hat am Donnerstag öffentlich erklärt, i werde bei den Präsidentschaftswahlen i 31 Jahre 1940 kandidieren. < Die tt-Tibet-Expedilion Or. Schäfer. Oie ersten Oeutschen in der Haupstadt Tibets. - Reiche wiffenschafiliche Ausbeute Grundlage für Spezialexpeditionen. und Treiben der tibetischen Hauptstadt zu nehmen und alle ihre Forschungen durchzuführen. Die tibe- tische Regierung und insbesondere der Regent stellten den Forschern alles zur Verfügung und unterstützten sie. in weitestgehendem Maße. So war es auf dem Rückmarsch der Expedition möglich, die ehemalige Hauptstadt Tibets, Jalung Phodrang, auf- zusuchen. Diese Ruinenstadt ist bisher von keinem Weißen betreten worden. Am 19. März erfolgte der Abmarsch von Lhasa nach Deschen und am 17.4. wurde Pede dzong, am D°^rok tso gelegen, erreicht. 5 weitere Tagesmarsche brachte die Expedition am 25.4. nach Sylgatse, das am 19.5. in der Richtung nach Gyantse verlassen wurde. In Shigatse, der Hauptstadt des Panschen-Lama, war der Empfang der Expeo^on nicht weniger freundlich als in Lhasa selbst. Von hier aus wurden zahlreiche Abstecher m den von Sven Hedin entdeckten Transhima- Aa durchgeführt. Auch das durch Sven Hedins Reise 1907 bekanntgewordene Regierungskloster Tashtlumpo wurde aufgesucht. Gangtok, der Ausgangspunkt der Expedition, wurde in der zweiten Julihalfte wieder erreicht. Der Rückmarsch mußte sehr rasch durchgeführt werden, da der außerordentlich frühzeitig hereingebrochene Monfum die wertvollen Sammlungen der Expedition gefährdete. Am 28. bzw. am 30. Juli 1939 erfolgte der Abflug der Expedition von Kalkutta über Bagdad, Athen nach Deutschland. Die Teilnehmer der Expedition sind: Der Führer der Expedition, Dr. Ernst Schäfer, Zoologe, d.h. allgemeiner Biologe; Bruno B e g e r, Antbro- pologe und Echnologe; Edmund Geer, Kara- wanenfuhrer und technischer Leiter; Ernst Krause Kameramann und Entomologe; Dr. Karl Die^ nert, Erdmagnetiker und Geograph. Trotz großer politischer und physiographischer Hemmnisse und Schwierigkeiten hat sich die Erpe- dition erfolgreich durchgesetzt und kehrt mit rei- «her wissenschaftlicher Ausbeute und außerordentlich umfangreichen Sammlungen zurück. Wie schon aus der Zusammensetzung der Teilnehmer hervorgeht, ist die Expedition keine Ex- peditton mit einem engumgrenzten Aufgabengebiet, sondern sie ist eine Gemeinschaftsexpedition, der als Aufgabe gestellt wurde, in Tibet zu forschen und die Grundlagen für evtl, spätere Spezialexpeditionen zu schaffen. vom Abgrund des Verderbens zurück unb rettete das Land vor einem Schicksal, wie es Spanien erlebte. Er schuf ein geeintes, vom Parteihader befreites und von nationalem Bewußtsein getragenes, wehrhaftes Hellas. b Unser Bild zeigt Ministerpräsident General M e ° t a x a s im Kreise griechischer Bauern, die ihn als nationalen Lenker der Geschicke der Nation und Befreier von Parlamentarismus und Kommunismus verehren. (Atlantic-M.) Leningrad abreisen und sich unterwegs über die gemeinsam einzuschlagende Linie in den Moskauer Besprechungen unterhalten können. Die englische 'Abordnung wird mit einem Stab von dreißig Personen reisen, eingerechnet die niederen Beamten und ioie Schreibkräfte. Athen, 3. Aug. (DNB.) In ganz Hellas wurden begeistert die Feiern des 4. August eingeleitet. Athen ist mit Flaagen geschmückt, und Triumphbogen sind erbaut. Aus allen Gegenden treffen ständig überfüllte Sonderzüge, Personenautos und Dampfer ein. Auch in allen Städten und Dörfern ist eine begeisterte Teilnahme der Bevölkerung festzustellen. Im Jahre 1936 wurde an diesem Tage die parlamentarische Mißwirtschaft durch das autoritäre Regime Metaxas ersetzt. Er riß Griechenland lungen für eine Einreise nach Tibet geführt werden. Dr. Schäfer konnte mit der Zuversicht zurückreiten, daß wahrscheinlich eine Einladuna naly Lhasa erfolgen dürfte. Im September zog fich die Expedition wieder nach Gangtok zurück, um hier an den jährlich nur einmal stattfindenden Kriegstänzen der Götter teilzunehmen. Die Expeditionsmitglieder wurden hierzu vom Maharadscha von Sikkim emgeladen. Nach Abschluß der Festlichkeiten zog die Expeditionsgemeinschaft nach dem durch die Himalaja-Expeditionen bekannten Zemu-Gletscher, wo am Fuße des Kanchenjau Lager geschlagen wurde. Eine Jagdexpedition Dr. Schäfers zusammen mit Geer in den Urwalddschungel des Lachen- und Lachungstales brachte einen der größten Erfolge der Expedition, die Entdeckung und Erlegung einer bisher unbekannten Tierart, des S ch a p i. Anfang Dezember erreichte den Führer der Expedition, Dr. Schäfer, die Einladung der tibetischen Regierung, des Kashag, für sich und seine ganze Expedition zu einem Besuch Lhasas. Die Einladung lautete aus 14 Tage und zur Teilnahme an den Neujahrsfestlichkeiten, die Ende Januar beginnen und etwa 25 Tage dauern. Hiermit war das Ziel der Expedition erreicht. Die erste deutsche ---Tibet-Expedition Dr. Ernst Schäfer ist die erste deutsche Expedition überhaupt, oie eine Einladung nach Lhasa erhalten hat, und die fünf Deutschen sind überhaupt die ersten Deutschen, die nach Jnnertibet gelangen konnten. Schon aus diesem Grunde ist der Erfolg der jungen deutschen Forscher besonders hoch zu werten.» Am 20. Dezember brach die Expedition mit einer Karawane von 55 Tragtieren und 10 Eingeborenen von Gangtok nach Lhasa auf. Nach außerordentlich kalten Marschtagen zog die Expedition am 8. Januar 1939 in Gyantse, der zweitgrößten Stadt Tibets, ein. In Gyantse mußte zur Erledigung der Formalitäten eine längere Pause eingelegt werden. Die letzte Etappe des Marsches nach Lhasa konnte in acht Tagen bewältigt werden, und dank dem Entgegenkommen der tibetischen Behörden, die der Expedition einen hohen Offizier als Führer entgegengeschickt hatte, konnten alle Schwierigkeiten überwunden werden. Am 19. Januar 1939 zogen die ersten Deutschen in Lhasa ein. Der ursprünglich auf 14 Tage befristete Aufenthalt wurde auf 50 Tage ausgedehnt. Im Laufe dieser Zeit hatten die deutschen Forscher die Möglichkeit, Einblicke in das Leben M« Ausreise der aus fünf ---Führen bestehen- den ersten deutschen ---Tibet-Erpedi- Dr. Er nst Schäfer erfolgte am 21. 4. 1 „ "Ä deutschen Dampfer aus Genua Als "Kes Reiseziel wurde Kalkutta erreicht, liier [teilten sich die ersten Schwierigkeiten ein, da bei der Landung der Expedition keine Einreiseerlaubnis durch die britisch-indische Regierung gegeben wurde. Auch stand in Kalkutta das Reife- 3tej noch nicht fest, da sich die politischen Verhält- F-fc. Fernen Osten außerordentlich stark zuae- spitzt hatten Dr. Schäfers Plan war, Lnter allen Umstanden nach Tibet vorzudringen, wohin er schon zwei Expeditionen geführt hatte. Durch die kriegerischen Verwicklungen zwischen Japan und Chma war ihm jedoch der Weg über China selbst verschlossen. Es mußte deshalb versucht werden, u b e r Indien nach Tibet vorzudrinaen. Die Schwierigkeiten, die in Kalkutta durch die Behör- den gemacht wurden, konnten durch einen persön- “Jf9en besuch Dr. Schäfers bei der britisch-indischen Regierung in Darjeeling und insbesondere bei seinem Besuch beim Dizekönig von Indien aus dem Weg geräumt werden. Der Vizeköniq brachte der Expedition das größte Wohlwollen entgegen und erteilte der Expedition die Erlaubnis, vorerst in Sikkim zu forschen. Sikkim ist ein kleiner, mitten im Himalaya gelegener Eingeborenenstaat, der, zwischen Bhutan und Nepal gelegen, die direkte Verbindung zwischen Indien und Tibet darstellt. Zwei Monate nach der Ausreise erfolgte der Abmarsch der Expedition von Gangtok, der Hauptstadt Sikkims, in die Richtung auf das tibetische Hochland. Gangtok selbst wurde das erste Standlager der Expedition und gleichzeitig der Ausgangspunkt sämtlicher Sammlungen. Unter sehr großen Schwierigkeiten klimatischer Art — der Monsun tobte im Jahre 1938 mit außerordentlicher Heftigkeit und Ausdauer — konnte das tibetische Hochland erreicht werden. Die Grenze nach Tibet wurde jedoch nicht überschritten. Lange Zeit befand sich das Lager der Expedition in Gayokang. Von hier aus wurden zahlreiche Teilexpeditionen in den Himalaya und auf der tibetischen Hochsteppe durchgeführt. Im Laufe des August 1938 folgten Schäfer und sein Expedittonskamerad Krause einer E i n- I abu na d e s tibetischen Königs von Tha- ring nach Doptra in Tibet. Unter großen Schwierigkeiten wurde Doptra erreicht, und während des breifägigen Aufenthaltes konnten die Vorverhand- geschehensendung, die eine akustische Wochenschau darstelle. Zum 1. Oktober trete weiterhin eine 1 Modernisierung des Zeitfunks ein. Außerdem fei man damit beschäftigt, Orchester für besondere Aufgaben einzurichten. Zum Schluß sprach der Reichs. Intendant noch über das Fernsehen und gab be- formt, baf} in kurzem auch ein Kinderfernsehfunk eingeführt werde. Der Präsident der Reichsrundfunkkammer, Hans Krieg! er, sprach über die Entwicklung der Reichsrundfunkwirtschaft, die durch die Schaffung Gnrßbeutschlands einen Massenbedarf zu befriedigen habe. Im vergangenen Jahre seien neben 1,6 Mil- honen Volksgeräten noch 1,5 Millionen Marken, gerate verkauft worden. Diese Zahl bedeute, daß der Markenempfänger-Umsatz, der in den besten Jahren bei einer Million lag, um 50 v. H. gestiegen ist. Im vergangenen Jahre habe der Reichsdurchschnitt der am Rundfunk angeschlossenen Haushaltungen etwa 54 v. H. betragen. In diesem Jahre fei er auf 62,06 v. H. gestiegen. Nachdem der Deutsche-Arbeitsfront-Empfänger restlos ausver- kauft ist, werde jetzt die Schaffung eines Empfängers der Gemeinden und Betriebe erforderlich. Es fei geplant, daß dieser Empfänger dann sowohl von dem Gemeinde-Rundfunkverband als auch von der Deutschen Arbeitsfront als Gemeinschafts. empfanget für Gemeinden und Betriebe Verwert» düng finde. Der Präsident kam auch auf die lausenden Auf- gaben der Rundfunkpropaganda zu spre- chen. Er erwähnte den bevorstehenden Einsatz von Rundfunk-Werbewagen in den Gebieten der Ost- mark und des Sudetengaues, die hinsichtlich der Teunehmerzahl noch weit unter dem Reichsdurch» schnitt lägen. Der Redner stellte die Forderung nach einer innerhalb der Kulturwissenschaften stehenden selbständigen „Rundfunkwissenschaft" auf, die ihr Gepräge durch eine der lebendigen Struktur des Rundfunks entsprechende innere Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschungsarbeit und prak- ttscher Rundfunkerfahrung erhalten sollte. Deiierberlch- Nachdem es am Donnerstag auch in unserem ®ebiet zu teilweise recht heftigen und gründlichen Schauern gekommen war, hat sich in einem Zwischenhoch zunächst wieder Aufheiterung ein« gestellt. Die flache und gleichförmige Luftdruckver- teilung über dem europäischen Festland, die bereits zur Ausbildung von Teiltiefs über Frankreich und tm Odergebiet geführt hatte, läßt jedoch die Ent- Wicklung weiterer Störungen und damit noch nicht das Aufkommen beständigen Wetters erwarten. Vorhersage für Samstag: Zeitweise auf. geheitert, doch unbeständig mit Neigung zu einzel- neu teilweise gewittrigen Niederschlägen, tagsüber ziemlich warm und etwas schwül. Winde verander- lich. Lufttemperaturen am 3. August: mittags 20,5 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 4. August: morgens 11,8 Grad. Maximum 20,9 Grad, Minimum heute nacht 9,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. August: abends 19,8 Grad; am 4. August: morgens 16,2 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnenscheindauer 1,2 Stunden. Ihnen Tag für Tag ein rasches, hautschonendes und sparsames Rasieren. Der überaus feinblasige Schaum der mit Olivenöl hergestellten Palmolive-Rasierseife ermöglicht Mit „Bakel ite-Halter 55t3 Schöne Frauen benutzen die mit Palmen- u. Olivenöl hergestellte Palmolive-Seife für ihre tägliche 2x2 Minuten-Gesichts- Massage wie auch für ihr regelmäßiges Bad. 1 Stück 30^^ 3stück85 Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt an Amalie Kumpf, geb. Neubauer Gießen (Lieber Straße 74), den 4. August 1939. 5323D 5330D 5327 D Alle übrigen Artikel zu unseren bekannt billigen Preisen Reichs- packen- in der Mündlich können tStee^nur wenigen lagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es nUen Vornenmi GeschmackvollI Persönlich I Dteee drei wesentlichen Elgeneehaften der gediegenen Familien- Drucksache cietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2261 der Enthüllung der Gedenktafel sprach die frauenführerin Frau Scholtz-Klink in den Worten von der Größe des Kampfes Zeit des Ringens um die Macht. Lin zweites Todesopfer des Hachenburger Verkehrsunglücks. kulturkammer, Hanns Jo Hst, angeführt, haben Hanns Friedrich Blunck, Ludwig Friedrich Barthel, Herbert Böhme, Hermann Claudius, Richard Eurin- ger, Gustav Frenssen, Hans Grimm, August Hinrichs, Robert Hohlbaum, Isolde Kurz, Agnes Mie- gel, Börries Freiherr von Münchhausen, Gottfried Rothacker, Ina Seidel, Georg Schmückle, Wilhelm von Scholz, Gerhard Schumann, Heinz Steguweit, Hermann Stehr, Dill Vesper, Joseph Magnus Wehner und Josef Weinheber ihre Derbundenheit mit dem Werke Hamsuns zum Ausdruck gebracht und damit bestätigt, daß Hamsun zu den großen Gestaltern gehört, die auch den seelischen Reichtum des deutschen Volkes genährt haben. Der Führer ehrt Professor Kehrer. Der Führer hat dem Direktor der Marburger Universitäts-Frauenklinik Professor Dr. Erwin K e h - rer für seine erfolgreiche akademische Wirksamkeit und seine dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste Anerkennung und besonderen Dank aus- Deutschland beglückwünscht Knut Hamsun. Iran mit seinen uns fremd anmutenden Lebensformen, seinen alten und neuzeitlichen Bauten, gibt dem Abendländer einen Begriff von der Auferstehung eines Orient-Volkes, das bereits mehrere kulturelle Blütezeiten hinter sich hat. Pror. Dr. W. Hinz, der Direktor des Seminars für den Nahen Osten an der Universität Döttingen, läht uns in seinem Werk*), das durch die führenden Männer des neuen Persiens in jeder Weise gefördert wurde, eine aufschlußreiche Reise durch dieses aufstrebende Land miterleben. •) Iranische Reise Eine Forschungsfohrt durch das heutige Persien von Walther Hinz. 224 Seiten mit 93 Abbildungen nach eigenen Aufnahmen und 2 Plänen. 3n Leinen gebunden RM. 4,80. Erschienen im Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Aus dem Inhalt: Berlin - Teheran - Durch die Steppe nach Kirkuk — Mit Hafis über die persische Grenze — Auf ' weltgeschichtlicher Heerstraße - 3m Schilda Starts _ Auf den Spuren der Safa- widenkönige — Photographieren mit Hindernissen — Heimliche Ruinensuche — Don der Geheimpolizei verfolgt — Opium — Volkswirtschaftliche Fragen — Erntebilanz eines persischen Bauern — Irans Verhältnis zu Deutschland. In feder Buchhandlung erhältlich. Werbe» blatt kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde kolntresfen aus Anlaß der Krönung Peters II. am 6. September 1941 eröffnet werden. Nürnberg ehri das Andenken an Katharina Grünewald. In einer eindrucksvollen Feierstunde in Anwesenheit der Reichsfrauenführerin, wurde in Nürnberg am historischen Nassauer Haus gegenüber der Lorenzkirche zum Gedächtnis der vor zehn Jahren hier ermordeten Parteigenossin Katharina Grünewald eine Gedenktafel enthüllt. Nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Liebel und Neuer Rekord der deutschen Lustfahrt. 1915 Kilometer im Kleinflugzeug. Berlin, 3. August. (DNB.) Die deutsche Luftfahrt hat wiederum einen internationalen Rekord errungen. Diesmal in der Klasse der Leichtflugzeuge. Am Mittwoch startete der Flugzeugführer Gabler mit seinem Kleinflugzeug „Erla 5d" D—YMOP, morgens um 1.30 Uhr in Friedrichshafen zu einem Angriff auf den bisher von den Vereinigten Staaten von Amerika mit 1631 Kilometer gehaltenen Langstreckenrekord. Gabler landete bereits um 16 Uhr auf dem Flugplatz Dännäs in Nordschweden, wenige Kilometer nordwestlich von Umea. Mit einer Leistung von 1915 Kilometer war damit der alte Rekord um fast 300 Kilometer Überboten. Das Flugergebnis wurde durch den Aeroklub in Deutschland der FAI zur Anerkennung gemeldet. Bei der „Erla 5d" handelt es sich um ein einsitziges Kleinflugzeug der Erla-Maschinenwerk G. m. b. H. in Leipzig, einer Konstruktion des Ingenieurs Mehr, das mit einem 40/50-PS-Zündapp- Motor ausgerüstet ift. Mit demselben Flugzeug unternahm der Flugzeugführer Aufermann in der Zeit vom 1. April bis zum 19. Mai d. I. einen Drei-Erdteil-Flug (Europa—Afrika—Asien), bei dem er ohne technische Störung 20 000 Kilometer unter zum Teil schwierigsten Verhältnissen zurücklegen konnte. Ehrenvoller Auftrag für den Erbauer des Reichssportfeldes. Dem mit der Olympischen Goldmedaille ausgezeichneten Erbauer des Reichssportfeldes, Professor Werner March (Berlin), ist nach Genehmigung der Entwürfe durch den jugoslawischen Prinzregenten der Bau eines großen Olympia st adions am Fuße der historischen Belgrader Feste Kalemegdan, über den Zusammenfluß von Donau und Save, übertragen worden. Der Entwurf von Professor March, der nun zur Ausführung kommt, sieht einen Tribünenbau für 53 000 Zuschauer vor und ift zugleich mit einem Schwimmstadion und einer Sportakademie verbunden. Das Stadion soll bis zum Sommer 1941 fertiggestellt sein und mit dem So- entzündete. Die durch das Großfeuer Betroffenen sind durchweg Kleinbauern. Mit den Hausern ist auch die bis jetzt eingebrachte Ernte vernichtet worden. Die NSV. hat sich sofort der Schwergescha- digten angenommen. Explosionsunglück bei INährifch-Ostrau. In den chemischen Werken der Firma Ruegers in Mährisch-Ostrau, in Zabreh an der Oder, ereignete sich eine schwere Explosion, bei der fünf Personen, darunter eine lebensgefährlich, verletzt wurden. Beim Bau eines Abfallkanals in der Nähe des Gasometers und der großen Benzolbehälter, wo der Boden mit Benzol und Benzolgas durchsättigt ist, entzündeten sich, als ein Arbeiter mit einer offenen Karbidlampe in einen dunklen Schacht kroch, die angesammelten Gase. Es entstand eine Explosion, durch die der Arbeiter lebensgefährlich und vier in der Nähe arbeitende Personen schwer verletzt wurden. Mysteriöse Scheckdiebstahlsaffäre in Dolen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurden in Lodz plötzlich der Direktor des Lodzer Rundfunksenders, der Kassierer des Senders und der Kassierer der Lodzer Landwirtschaftsbank verhaftet. Die drei stadtbekannten Persönlichkeiten sind in einen mysteriösen Scheckdiebstahl verwickelt. Jüdische Sleuerhinlerzieher in Triest verhaftet. In Triest wurden die beiden jüdischen Bonbonfabrikanten Karl und Georg Eppinger verhaftet. Sie hatten ihre Rechnungen nicht mit den vorgeschriebenen Steuermarken versehen. Außerdem hatten sie Zucker, der zur Marmeladeerzeugung bestimmt war, zu Bonbons verarbeitet. Beide sollen auch die Ausfuhr von Devisen in das Ausland versucht haben. Schwere Gewitter über England. lieber ganz England gingen am Donnerstag ungewöhnlich schwere Gewitter nieder, die in allen Teilen des Landes zu Ueberschwemmun- gen führten. Schwer betroffen wurde u. a. ein großes Zeltlager der Territorialarmee in Beaulieu, das völlig überflutet wurde. Die in der Zeltstadt untergebrachten 12 000 Soldaten konnten der Wassermassen nicht mehr Herr werden und mußten das Lager räumen. Brennender Oel-Tanker funkt SOS. Wie aus Miami in Florida gemeldet wird, sandte der Oel-Tanker „Bungwa" in der Nacht zum Donnerstag SOS-Rufe, da das Schiff in Flammen stehe. Aus einer verstümmelten Meldung geht ferner hervor, daß der Steuermann den Posten des Funkers übernommen hat, der durch Bruch beider Beine dienstunfähig wurde. Die Küstenwache versucht, den Schiffsort zu ermitteln. Funkpeilungen deuten auf eine Position vor der Florida-Küste zwischen St. Augustine und Jacksonville. Unser Bild zeigt den Dichter in seinem Heim in Nörholmen bei der Arbeit. Bemerkenswert ist, daß Hamsun schon seit vielen Jahren alle seine Manuskripte handschriftlich fertigstellt und zum Schreiben beide Hände benutzt. — Eine Würdigung Hamsuns finden unsere Leser im heutigen Familienblatt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Führer hat Knut Hamsun in Nörholmen (Norwegen) zu seinem 8 0. Gebur tsta ge telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt. Sie einer Welt Gestalten eines unvergänglichen Willens schufen, haben Sie im deutschen Volke viele gleichgeartete Empfindungen auszulösen vermocht und der deutschen Dichtung starke schöpferische Auftriebe gegeben. Alfred Rosenberg. Ferner übermittelten Glückwünsche der Leiter -der Nordischen Gesellschaft Gauleiter und Oberpräsident Hinrich Lohse, der Reichswalter des NS.» Lehrerbundes, Reichsleiter Fritz W ä ch t l e r, der Leiter der Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten und Aufklärung im Reichsarbeitsdienst Oberstarbeitsführer Müller-Brandenburg. Die Nordische Gesellschaft hat dem Dichter und Förderer der deutsch - nordischen Beziehungen Grüße und Dank namhafter deutscher Dichter übermittelt. Vom Präsidenten der Reichs- Hauptschristleiter Or. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 1939: über 9000, Druck und Verlag: Brühlsche, Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- strierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Peter Ohl Gießen / Frankfurter Straße 17 5. August Mon.-VeFsamiuluDg Besprechung der Odenwald-Wanderung. 5329D Das Ve^kehrsunglück, das sich in Hachenburg ereignete, hat nunmehr ein zweites Todesopfer gefordert. Der schwerverletzte 22jährige Wilhelm Goebel aus Unnau bei Marienberg ist im Krankenhaus feinen Verletzungen erlegen. Schweres Einsturzunglück im Sleinbruch. Im Steinbruch Wülfrach-Flandersbach im Bergischen Land, wo die Firma Hoch- und Tiefbau- AG., Essen, umfangreiche Arbeiten für die Rheinischen Kalkwerke durchführt, brach ein für den Bau einer Betonbrücke bestimmtes Gerüst zusammen. Von den in die Tiefe gerissenen Arbeitern konnten jetzt fünf lebend geborgen werden, von denen vier schwer verletzt sind. Drei Verschüttete konnten nur als Leichen geborgen werden. Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt. Verheerende Feuersbrunst in Steiermark. In der Gemeinde Klein-Warasdorf in dem jetzt zum Gau Steiermark gehörigen Burgenland ereignete sich eine B ra n d k a t a st r o p h e, der zwölf Gehöfte mit insgesamt 18 Häusern zum Opfer fielen. Die Löschversuche blieben erfolglos, da die Gegend schr wasserarm ist und gerade am Tage der Feuersbrunst ein in der Nähe befindlicher Teich wegen Entschlammungsarbeiten entleert worden war. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, doch darf angenommen werden, daß ein unvorsichtiger Zigarettenraucher durch das Wegwerfen eines noch glühenden Tabakrestes eine Strohmiete Joiniiier- tiliiH-M Nach schwerer Krankheit ist gestern unser langjähriger Mitarbeiter, unser treuer Arbeitskamerad Herr Dipl.-Braumeister Ludwig Burger verschieden. Der Verstorbene hat 17 Jahre lang seine Arbeitskraft in den Dienst unseres Unternehmens gestellt In treuester Pflichterfüllung hat er jederzeit mit der ihm eigenen Fachkenntnis die Belange des Betriebes wahrgenommen. Seinen Arbeitskameraden war er ein aufrichtiger Freund und Berater. Wir betrauern den frühen Heimgang unseres lieben Arbeitskameraden und werden ihm jederzeit ein ehrendes Gedenken bewahren. Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denninghoff, Gießen, Gießen, den 3. August 1939. taarim 75X43X39 evtl, mit Inhalt preiswert zu verkaufen. 03770 Kaiserallee 55 v. | Kaufgesuche | Suche schnellst, zu kaufen, zwei gebrauchte, aber noch gut nähende starke Schneider-oder Schuhmacher- Nähmaschinen. Schr. Ang. mit Preis unt.5332D andenGieß.Anz. Blusen, /i CA alle möglichen Arten Hauskleider, A üfl Trikot od. Waschstoff gesprochen. Das Anerkennungsschreiben wurde Professor Dr. Kehrer vom Rektor der Philipps-Universität feierlich überreicht. — Die wissenschaftlichen Verdienste des aus G i e ß e n stammenden Gelehrten wurden dieser Tage bereits im Feuilleton gewürdigt. Großer Erfolg der Loreley-Festspiele. NSG. Am 3. August wurden die diesjährigen F e st s p i e l e auf der neuen Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau auf der Loreley abgeschlossen. Zll der letzten, wiederum gut besuchten Aufführung des „Wilhelm Teil" von Schiller war auch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger erschienen. Schon die erste „Tell"- Aufführung, von Mitgliedern der Frankfurter Städtischen Bühnen unter Leitung von Generalintendant Hans Meißner gegeben, erwies, in welch hoheih Maße der Loreleyfels am Rhein auf Grund seiner Lage und glücklichen architektonischen Umgestaltung zur Festspiel- und Feierstätte geeignet ist. Der erste Festspielsommer brachte fünf „Tell"-Aufführungen, die jedesmal einen außer- ordenllich guten Besuch von nah und fern aufzuweisen hatten. Insgesamt wurden die Aufführungen von über 25 000 Menschen besucht. Mädchen für Haushalt,das kochen kann, bei guter Bezahlung zum 15. August od.l.Sevt.1939 gesucht. Zu erfr. inderGeschästsst. d.Gietz.Anz. 432*d (amerik. Legh.) und 5333D TjungeBruthühöer zu verkaufen. Hofmann, Keplerstratze 7. Wäscheschrank Ausziehtisch Charfelongue Küchenschrauk Stühle u. verschiedenes umzugshalber zu verkaufen. 03772 Schäfer, Moltkestraße 4. Reichsminister Dr. Goebbels richtete Hamsun folgendes Glückwunschtelegranun: Zu Ihrem 80. Geburtstag übersende ich Ihnen, dem größten zeitgenössischen Vertreter nordischer Dichtung, dessen Werk in Deutschland ein so starkes Echo geweckt hat, meine herzlichsten Glückwünsche. In Bewunderung Reichsminister Dr. Goebbels. Reichsleiter Alfred Rosenberg telegraphierte: Zu Ihrem 80. Geburtstag grüße ich Sie als den großen Gestalter nordischen Menschentums und den aufrichtigen Freund des neuen Deutschland. Indem Keine Zeugnisse in Urschrift 1 andern nur Zeugnis» abjd)riften vem Be» werbungSichreiben beilegen! — Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra. men und Ütnschrist des Leweiber» tragen I Zuverlässige Hansgehillin zum 15. ^August gesucht. 63ioD Professor Lueg, Bad - Nauheim, Adolf-Hitler- Straße,16. Stabenkleider Charmeuse usw., £ |j|j schöne Must.o.Streif- v" Aufforderung. 3n dem Nachlaß der Irl. Marg. Kaiser, Gießen, Äleichstr. 42, fordere ich hierdurch auf, etwaige Ansprüche an die Genannte knuevbalb einet? worbe behufs Berücksichtigung bei der Nachlaßregulierung, ebenso- innerhalb gleicher Frist etwaige Schuldbeträge noch zu melden bzw. an mich abzuführen. - Nach Ablauf dieser Frist können Ansprüche nicht mehr anerkannt werden. Gießen, den 5. August 1939. Louis Althoff- Gietzeu, Walltorstraße 16.5324a Empfehlungen") intsnaniinnd uodErboloDg durch ein gutes Buch aus der Leihbücherei Böhm Kirchenvlatz 15 a. d. Stadtkirche Auto an Selbstfahrer zu vermiet. 417eD Alicenstraße 35 Telefon 4335. [Verschiedenes] NachhilfeuDterriGht in Mathematik (Algebra bis Zinseszinsrechnung) gesucht. Schr. Ang. uni. 03764 a. d. G. A. Zirka 25 cbm Erde zum Auffüllen kann kostenlos abgefahren werden Emil Schmal!, Frankfurt. 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Nach Gottes Ratschluß verschied heute an den Folgen eines schweren Leidens in der Chirurgischen Klinik in Gießen unser lieber, unvergeßlicher Onkel, Großonkel und Schwager, der Altbürgermeister Julius Fendt nach einem reich gesegneten Leben im Alter von 70 Jahren. Nr. 180 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) 8reitag,4.Augustl93y Aus der Stadt Gießen. Meine kleine Gasse. Ich habe sie entdeckt, als ich einmal einen Weg abkürzen mußte. Später habe ich mich in sie vergebt, daß ich jeden Tag durch sie hindurchging. Wer fuft bei mir war, den schleppte ich mit. Ein — im übrigen sehr nettes Mädchen — sagte enttäuscht: .Durch welche Gassen schleifen Sie mich eigentlich?" 3d) hatte etwas Unhöfliches auf der Zunge, denn, aerstehen Sie, ich liebe doch die kleine Gasse; nun, ch verschluckte die Grobheit und nahm mir nur heimlich vor, künftig allein durch „meine" Gasse zu zehen ... Sie ist nicht schön. Heute würde man, mit Recht, >lche Gassen nicht mehr bauen. Aber es ist eine Jasse voller Kinder. Und das ist großartig. Jeden lag sieht man neue, die sich unter die laute, krach- lachende, schreiende Schar mischen. Die herrliche Zande klettert an Gerüsten herum, die Maler aus- beschlagen haben, um Hauswände zu tünchen. Sie knallen sich, Buben und Mädchen, Bälle auf imagi- j Höre Tore. Sie ziehen sich an den Fensterläden mnes „entschlafenen" Gebäudes hoch, und diese Llimmzüge bekommen ihren Muskeln. Sie knüpfen "ch Seile aus Mutters Waschküche an Bretter- Pfosten und schaukeln hin und her. Es sieht gefähr- : ch aus, aber es passiert nie etwas. In der kleinen Gasse gibt es eine Schlosserei. Abgebrochene Zäune lehnen an dem eigenen Zaun, Öchneidewerkzeuge stehen mit leicht angerosteten Nacken im Hof, T» und O-Eisen liegen umher, das kreischen der Feilen kommt heraus auf die Gasse, md ein Lehrbubchen im blauen Kittel lädt dünne Stangen auf einen Handwagen. Aber mitten zwilchen dem Eisen stehen die Hortensien mit dicken SSlütenbällen. Nein, die laute, kleine Gasse ist nicht ohne Glanz. He Häuser sind hoch, aber die Menschen haben sich f eranien an die Fensterbretter gestellt. Am Abend, tn heißen Abenden, sitzen sie auf den Treppenstufen md unterhalten sich. Es ist beinahe wie auf dem hrtb. In der Schmiede gauzt ein Hund. Aber das r nur sein Gute-NachttGruß an die Welt. r. k. TSOAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Bereitschaft 3 (G i e ß e n - N o r d - W i e • V- ck). Sonntag, 6. d. M., von 7 bis 10 Uhr, Schie- f n auf dem Schießstand der Schützengesellschaft. liS-GMillWst M kraft önnö Mute K d F.- S ch w l m m sk un d e. -Am Freitag, dem 2. August 1939, wird die thwimmslunde der tt$(5. „Kraft durch Freude" im Ivlksbad wieder ausgenommen. Die Sportstunden lieben wieder statt in der Zeit von 20.30 Uhr bis 1-30 Uhr und von 21.30 bis 22.30 Uhr. 5317V Am 23. geht es zum Tannenbergdenkmal. MSG. Zu dem Staatsakt, der am 27. August am Innenberg-Nationaldenkmal ftattfindet, verkehren a.15 allen Teilen des Reiches Sonderzüge. Die A fahrt des Sonderzuges aus Frankfurt a. M. ist jesst auf den Vormittag des 23. August festgelegt müden. Der Sonderzug, der in erster Linie die Tiünehmer an der Schlacht von Tannenberg, aber aich zahlreiche andere Volksgenossen befördert, kehrt ar 31. August wieder aus Ostpreußen zurück. Teil- nwmer an dem Sonderzug können sich noch bis zun 9. August melden. Keine Handwerksund Innungsfahnen mehr. Der Reichswirtschaftsminister hat im Einoerneh- nw mit dem Reichsinnenminister und dem Stell- Mtreter des Führers bestimmt, daß die Hand- v'rksflagge und Jnnungsfahnen nicht mehr geführt Fordert das Werk NSG. Anläßlich der 25. Wiederkehr der Tage, an denen das große Dölkerringen feinen Anfang nahm, führt der Volksbünd Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Werbung Zur Mitgliedschaft und Mitarbeit für sein einzigartiges Werk durch, das den Toten des Weltkrieges durch Betreuung und würdige Gestaltung ihrer Gräber in aller Welt den Dank des deutschen Volkes abstatten will. Mit dem nachstehenden Appell ruft Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Bevolkeruna des Gaues Hessen-Nasiau auf, das Werk der Heldenehrung zu fördern. Auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges stehen die Ehrenmale deutschen Heldentums; sie bergen das heiligste der Nation, unsere toten Helden. Ihr Es bedeutet mehr als nur eine Erinnerung, in Esen Tagen, da sich der Ausbruch des Weltkrieges zum 25. Male jährt, in den Zeitungen aus jenen Wochen zu blättern, in denen das erschütternde Ereignis des Kriegsausbruches seinen Niederschlag gefunden hat. So wie wir schon am Mittwoch den Band des „Gießener Anzeigers" vom III. Quartal 1914 aus dem Archiv holten, um Eindrücke und Ereignisse der ersten Augusttage 1914 in unseren Lesern von 1939 wieder wachzurufen, so blättern wir heute einige Tage weiter. Diele Organisationen und Behörden unserer Stadt wandten sich in eindringlichen Aufrufen an die Einwohnerschaft in Stadt und Land. Da erinnerte der Vorsitzende des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen die Bauern an ihre heilige Pflicht, alles aufzubieten, um die deutsche Armee mit Lebensrnitteln zu versorgen. Der Bürgerverein Gießen forderte seine Mitglieder auf, das Rote Kreuz bei der Verköstigung von durchziehenden Truppen zu unterstützen. Da der Kriegsausbruch in die Zeit der Ernte fiel und viele Bauern zu den Waffen griffen und den Frauen eine Fülle von Arbeit blieb, forderte der Bezirksvertrauensmann des damaligen Jungdeutschland-Bundes für Gießen-Stadt auf, daß sich alle noch nicht wehrfähigen Jünglinge für die Arbeit auf den Erntefeldern zur Verfügung stellen sollten. Zahlreiche amtliche Bekanntmachungen er- aingen. In einer dieser Bekanntmachungen lesen wir, daß der Kreisdirektor des Kreises Gießen die Krie- geroereine auffordert, Gewehre und Munition in 'ihrem Besitz zu melden und der Bahnbewachung zur Verfügung zu stellen. In einer anderen Bekanntmachung werden Männer über 45 Jahre aufgefor- bert, sich für den Bahnbewachungsdienst zu melden. Auch die Hassia-Militärvereine Gießen riefen ihre Mitglieder zu diesem Ehrendienst auf. Die Ausgabe des „Gießener Anzeigers" vom Mittwoch, 5. August, steht unter der Üeberschrift: „Die Kriegserklärung Englands." Die Meldung der Kriegserklärung Englands ist in kräftiger Schrift werden dürfen. Soweit bei Versammlungen oder sonstigen Anlassen eine Ausschmückung erfolgt, ist die Hakenkreuzflagge zu verwenden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat entsprechende Anweisungen für die Handwerkskammern und Reichsinnungsverbände erlassen. Angleichung von Gefälligkeitsmieten. Der Reichskommissar für die Preisbildung gibt eine Entscheidung zur Frage der Angleichung von Gefälligkeitsmieten bekannt. Wenn ein Mietzins aus Gründen ermäßigt worden war, die in der Person des bisherigen Mieters lagen, wie Verwandtschaft, Krankheit oder Erwerbslosigkeit, so ist eine nach Fortfall der Ermäßigung beantragte Wiedererhöhung nicht von dem Nachweis der Unwirtschaftlichkeit des Hauses abhängig. Bei An- der Heldenehrung! Opfer war die Saaf, aus der das neue Deukfch- land erwuchs. Ehrfurcht vor ihrem heroischen Ein- sah und ihrem Glauben an ein kommendes Reich ist höchste Pflicht des ganzen Volkes. Wit der Errichtung würdiger Ehrenstätten hat sich dec Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein bleibendes Verdienst erworben. Große Aufgaben stehen ihm noch bevor. Mitzuarbeiten und mitzuopfern ist selbstverständliche pflicht. Ich hoffe, daß jeder Volksgenosse dieses Werk der Heldenehrung im Sinne des Führers nach besten Kräften fördert. Frankfurt a.M.» den 2. August 1939. Sprenger. und in lakonischer Kürze verzeichnet: .„Berlin, 5. August. Um 7 Uhr gestern abend gab der englische Botschafter Goschen im Auswärtigen Amt die Kriegserklärung Englands ab und forderte feine In der Zeitung vom Freitag, 7. August, ergeht ein Aufruf an die deutschen Studenten, sich in den Ehrendienst der Verteidigung des Vaterlandes zu stellen. Der Aufruf fand auch an unserer Universität lebhaften Widerhall. Viele Studenten meldeten sich und zogen in den Kriegsdienst. Die erste große Siegesnachricht brachte der „Gießener Anzeiger" in seiner Ausgabe vom Samstag, 8. August. Die Üeberschrift lautete: „Lüttich im Sturm genommen!" Am gleichen Tage erschienen auch bereits große Karten, die die Kriegsschauplätze im Westen und im Osten veranschaulichten. Ein Aufruf des Oberbürgermeisters Keller forderte auf, den Vaterlandsoerteidigern für den Fall der Einquartierung ein gutes Heim zu bieten. In einer weiteren Bekanntmachung trat der Oberbürgermeister ungerechtfertigten Preissteigerungen entgegen und stellte die Festsetzung von Höchstpreisen in Aussicht. Der Leiter des Realgymnasiums, Dr. Baur, gab in einer Anzeige bekannt, daß für diejenigen Schüler, die in den Heeres- und in den Sanitätsdienst eintreten, Notprüfungen ab geh alten werden. Interessant ist die Tatsache, daß schon in den ersten Tagen des Krieges im Caft Ebel eine Notküche eingerichtet wutde, in der täglich mittags von 12 bis 2 Uhr an bedürftige Angehörige von Kriegsteilnehmern Essen zu haben war. 32 Kriegstrauungen. Bei Kriegsausbruch ergab sich auch für das Standesamt der Stadt Gießen eine außerordentliche Fülle der Arbeit. In den Tagen vom 2. bis zum 6. August ließen sich nicht weniger als 32 Paare friegstrauen, während in den restlichen Tagen des Monats August 1914 nur noch eine Kriegstrauung zu verzeichnen war. aleichung derartiger Mieten ist die Entscheidung lediglich auf den Nutzungswert der Wohnung ad- züstellen. Das ganze Iahr Anmeldung zum Gesellenaustausch. NSG. Der Gesellenaustausch soll dem handwerklichen Nachwuchs die Möglichkeit verschaffen, durch Arbeit in mehreren Betrieben in den verschiedensten Gegenden des Reiches ohne große Kosten und Zeitverlust feine beruflichen Kenntnisse zu erweitern und seinen Gesichtskreis zu vergrößern. Durch Erlernung der im Handwerk so vielseitigen Arbeitsmethoden wird Qualitätsarbeit Erreicht. Wie das Deutsche Handwerk in der DAF., Abteilung Gesel- lenwandern und Austausch, mitteilt, ist der Gesellenaustausch im Gegensatz zum Gesellenwandern an keinerlei Termin hinsichtlich der Jahreszeit usw. gebunden. Anträge zum Gesellenaustausch können daher jederzeit eingereicht werden. Von der Einrichtung des Gesellenaustausches machen erfreulicherweise besonders die Söhne von Handwerksmeistern Gebrauch, die im väterlichen Betrieb beschäftigt sind und diesen in Zukunft weiterführen sollen. Durch den Gesellenaustausch weitet sich das Blickfeld, es mehren sich die fachlichen Fähig- und Fertigkeiten, und so wird aus dem Meistersohn ein selbstbewußter und selbständiger Handwerksmeister, wie ihn das deutsche Handwerk in Gegenwart und Zukunft braucht. Zehrkosten für Schöffen und Geschworene. Nach der Verordnung über die Entschädigung der Schöffen, Geschworenen und Vertrauenspersonen erhalten diese neben der Entschädigung für Verdienst- ausfall und der Fahrkosten und Wegstreckenentschä- digung Tagegeld und Uebernachtungsgeld nach den Sätzen, die ein Reichsbeamter der Reisekostenstufe V für eine Dienstreise erhält. Ob überhaupt und in welcher Höhe Tage- und Uebernachtungsgeld zu gewähren ist, bestimmt sich nach den gleichen Vorschriften wie bei Dienstreisen der Reichsbeamten. Voraussetzung ist jedenfalls das Vorliegen einer Dienst- reife. In den Fällen, in denen die Abwesenheit vom Wohnort sechs Stunden nicht übersteigt oder die Schöffen usw. an ihrem Wohnort oder einem Nachbarort zur Dienstleistung herangezogen werden, kommt, wie der Reichsjustizminister in einem Erlaß klarstellt, nur die Gewährung von Auslagenersatz in Frage. Dabei können außer den Auslagen für Beförderungsmittel auch andere unvermeidbare Auslagen erstattet werden, wie Zehrkosten. Es darf aber der Gesamtbetrag der Zehrkosten den für eine Dienstreise zu gewährenden nach der Abwesenheitsdauer ab gestuften Tagegelds atz nicht überschreiten. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau ohne Vergangenheit". * ** Von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft. Nach erfolgreich ab gelegter Prüfung konnte Willi Herrmann, Gießen, Wetzsteinstraße 16, von der Hauptgeschäftsstelle Berlin der Deutschen Lebensrettungs-Gemeinschaft die Urkunde für den Lehrschein mit goldener Nadel überreicht werden. Rundfunkprogramm Samstag, 5. August. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug RAD. Gau 11. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Wetterbericht. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Walter Noack. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland. Warum — Angst? Ein Zwiegespräch. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Vorbeugen ist besser als heilen. Ein Besuch in einer Kinderklinik. Hörszene. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung: Das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frisch eingetroffen! Neu konservierte Musenkinder. (Jndustrie-Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Stimmen aus dem Alltag. 15.30: Jetzt müssen wir marschieren, ich und mein Kamerad ... Eine Sendung unserer Pimpfe. 16: Von der Rundfunkausstellung Berlin (vom Reichsfender Berlin): Sport und Mikrophon. Vorführungen im Turnen. 19: Der fröhliche Lautsprecher. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Aus Badenweiler:^ Ein Abend in Badenweiler. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik. Die ersten Angnsttage 1914 in Gießen. neueren Dramen der Weltliteratur erscheinen Stick in die neue Spielzeit. «Das Gietzener Stadttheater 1939/40. Dom Dramaturgischen Büro des Stadt- cheaters gehen uns die folgenden Ausführungen zu. !»as Gießener S t a dt t h e a t e r rüstet sich tj: its für die kommende Winterfpielzeit. Abge- l’W von den technischen Vorbereitungen — Er - Neuerung des Bühnenbodens und Ein°- einer neuen Beleuchtungsanlage — vuide besonders auf die künstlerische Ausgestaltung k'L^aterwinters Wert gelegt. Im Hinblick auf drWunsche und Bedürfnisse der Gießener Theater- P'inöe wurde ein sorgfältig ausgewogener Spiel- pl: n aufgestellt, der noch stärker als in den vor- ftr gegangenen Jahren durch Reichhaltigkeit und ’ pnmgfaltigteit, durch Buntheit und Erlebnisreich- !|j durch leidenschaftliche Dramatik und Tiefe der Ginnten zur Fest- und Feiergestaltung des Win- 'A beitragen will. Der weit ins Reich gedrungene !»j| des Gießener Theaters soll durch neue künstle- nf- Leistungen bewahrt und gesteigert werden. .»f..r bürgen neben dem aus gewählten Mi.gramm und den bisherigen bewährten Mit- ciliürrn die neuverpflichteten Kräfte, U« Allen Gießenern neue künstlerische Erlebnisse inhaltvolle Begegnungen versprechen. So ist f-d'as Schauen und Hören, für Humor und Ernst, 1 lünterhaltung und tiefere Besinnung gesorgt, und M erwarten, daß der Gießener Theaterwinter \ Kunstfreunden ein Fest der Freude und Er- I Zitierung beschert. » .. Spielzeit wird diesmal etwas früher als in.vorigen Jahre, am 15.September, mit Heb- geschichtlichem Trauerspiel „Agnes Bernauer" lNdir neuen Inszenierung van Oberspielleiter Dr. ft1 ufrm eröffnet werden. Am 19. September folgt, II1 "^er der Spielleitung von Razum, die LUnssuhrung zweier neuen Übersetzungen von -m iere: „Der eingebildete Kranke" und ,/Die errungene Heirat". An klassischen Werken sind vorgesehen „Der Kaufmann von Venedig" n 8 i59 h " kespeare, den Intendant Schultze- s 5 V1 m.in Szene setzen wird; in dieser Auf- Hjrintg soll ein großer Teil der neuverpflichteten pielkräfte vorgestellt werden. Ferner von । M „Maria Stuart" und von Lessing „'.Hma Galotti". ferner als Uraufführung das ungarische Schauspiel „Csongor und Tünde" von Vörosmarty in der UVersetzung von Dr. F. Klein in Gießen, und „Der Revisor" von Gogol. An zeitgenössischen Werken des Schauspiels sind im neuen Spielplan die folgenden vorgesehen: „Ariadne" von E schm an n (Uraufführung), „Die goldene Harfe" von Hauptmann , „Der verlorene Sohn" von W i e ch e r t, „Die Mutter" von S t a n i e tz, „Der Ministerpräsident" von Goetz — ein Bismarck-Stück mit Otto Ernst Fischer (Berlin) in der Titelrolle —, „Prinz von Preußen" von Schwarz, „Lombardische Nacht" von H o h l- b au m und „Jugend", von Halbe. Im Lustspiel sind die folgenden Aufführungen geplant: „Also gut, lassen wir uns scheiden" von Sardou, „Kitty und die Weltkonferenz" von Donat, „Bengalische Zukunft" von Gesell- Martin, „Dr. med. Hiob Prätorius" von Götz, „Primanerin" von Graff, „Kinder auf Zeit" von Bortfeld, „Für die Katz" von Hinrichs, „Kyritz-Pyritz" von Wilken, „Heimliche Brautfahrt" von Lenz und „Familie Hannemann" von Reimann-Schwartz. Die Oper wird „Don Juan" von Mozart, „Tannhäuser" von Wagner, „Die luftigen Weiber" von Nicolai, „La Traviata" von Verdi, „Cavalleria rusticana" von Mascagni, „Der Bajazzo" von Leoncavallo und „Tobias Wunderlich" von Haas bringen; für einen Einakter- Abend stehen ferner die folgenden drei Werke zur Wahl: „Der Mond" von Carl Orff, „Ein kurzes Leben" von de Falla und „Gianni Schicchi" von P u c c i n i. Die Operette bringt den „Zigeunerbaron" von Strauß, „Die Dubarry" und „Gafparone" von Millöcker, „Frau Luna" von L i n ck e, „Bezauberndes Fräulein" von Benatzky und „Liebe in der Lerchengaffe" von V e t t e r l i n g. Auch für die Morgenfeiern ist in der neuen Spielzeit ein reiches und sorgfältig ausgewähltes' Programm Ausammengestellt worden. Im Schauspiel wurden neu ausgenommen „Der gefesselte Prometheus" von A i s ch y l o s und „Der Ackermann und der Tod" von Johannes von Saaz. Als Uraufführung erscheinen auf dem Spielplan der Morgenfeiern „Preußische Komödie" von Hans R e h b e r g und „Die Kriegsfurie" von P e a t s, außerdem von Goethe „Palaeophron und Neo- terpe" und „Pater Brey", von Schiller „Spaziergang unter den Linden", von Hebbel „Der Moloch , von Paul Ernst „Heber alle Narrheit Liebe", von H e y j e l e r „Parzival" und von Hanns Ioh st „Der Herr Monsieur". Auf dem Gebiete der Oper und des Singspiels bringen die Morgenfeiern „Polyphem" von Bononcini, „Der Vetter auf Besuch" von Busch, „Die Tante schläft" von Caspers. — Schließlich ist noch die Uraufführung des Balletts „Südfrüchte" von Bodart geplant — Gegebenenfalls wird der Spielplan durcb die Aufnahme wesentlicher Neuerscheinungen im Austausch mit einigen der hier angekündigten Werke ergänzt werden. * Die künstlerische Arbeitsgemeinschaft des Stadttheaters wird wie bisher der Gesamtleitung des Intendanten Hermann Schultze- Griesheim unterstehen. Unter seiner Führung werden als Vorstände tätig sein Dr. Hannes Razum als Oberspielleiter des Schauspiels, Chefdramaturg und stellvertretender Intendant, Harry G r ü n e f e als Oberspielleiter der Operette (neuverpflichtet vom Stadttheater Münster), Gerhard Reuter als zweiter Dramaturg (Dortmund), Dr. Franz Schneider-Facius als Regie- und Dramaturgieassistent, Karl Löffler als Bühnenbildner, Paul Walter als erster Kapellmeister, Heinz M ar k w a rdt als Kapellmeister und Chordirektor, Richard B o e ck als Kapellmeister und Korrepetitor (Ingolstadt), Franz Kerzisnik als erster Konzertmeister, Thea Maaß als Ballettmeisterin und Jngeborg Stromb eck als Kostümbildnerin (Heidelberg). Eine Zusammenstellung der für Oper und Schauspiel neuverpflichteten Kräfte und eine Ueberficht über die vom alten Ensemble bleibenden Darsteller haben wir bereits in einem Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit veröffentlicht. Sochschulnachrichten. Es ist übertragen worden: dem nb. ao. Professor Dr. Heinz Janert in Leipzig unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Königsberg der Lehrstuhl für Kulturtechnik, dem ao. Professor Dr. med. habil. Johann Schriener unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Breslau der Lehrstuhl für Physiologie, dem nb. ao. Professor Dr. med. habil. Franz Wirz unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität München der Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten, dem Dozenten Dr. Fritz Reu unter Ernennung zum ao. Professor an der Universität Breslau der Lehrstuhl für Bürgerliches und Handelsrecht, Internationales, Privatrecht und. Rechtsvergleichung. Scharfschießen mit römischen Katapulten. Vom 21. bis 26. August tagt in Berlin unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Ruft der 6. Internationale Kongreß für Archäologie, an dem die führenden Forscher der Altertumskunde aus den meisten Ländern der Welt teilnehmen. Zum erstenmal findet dieser bedeutende wissenschaftliche Kongreß in Deutschland statt, ins- besondere weil die Forscher und Gelehrten einen Einblick in das römische Siedlungs- und Befestigungsgebiet am Rhein und Main gewinnen wollen. In nahezu 150 Vorträgen wird der heutige Stand der Archäologie in der Welt aufgezeigt werden. In der großen Schlußsitzung wird über die Ausgrabungen in Olympia und Car- nutum, die auf Initiative des Führers vorgenommen worden sind, berichtet. Im Anschluß an den Kongreß werden die ausländischen Teilnehmer eine Rundreise durch das ehemals römische Siedlungsgebiet an Rhein und Main unternehmen, die alle Ausgrabungsstätten berührt und über Tanten, Köln, Trier, Mainz, Wiesbaden nach Frankfurt führt und hier chr Ende findet. Einen Höhepunkt dieser Reise bildet der Besuch der Saalburg. Wie Professor Dr. Schleiermacher vom Archäologischen Institut des Deutschen Reiches, Römische Abteilung, in Frankfurt mitteilt, wird die Archäologen auf der Saalburg eine besondere Ueberraschung erwarten. Es ist geplant, auf der Saalburg den Gelehrten ein Scharfschießen mit römischen Geschützen vorzuführen. Es handelt sich dabei um Rekonstruktionen römischer Geschütze, die in den Jahren 1908 bis 1910 von Generalleutnant Schramm auf Grund der Angaben in römischen Schriften angefertigt worden sind. Diese Rekonstruktionen der Saalburg fanden eine großartige Bestätigung durch den Fund eines römischen Geschützes bei Barcelona (1914). Auch von diesem bei Barcelona gefundenen Geschütz wurde eine Nachbildung geschaffen und auf der Saalburg aufgestellt. Die antiken Geschütze, die man besser als Wurf- maschinen oder Katapulte bezeichnet, beruhen auf. der Kraft gedrehter Seile oder gespannter Sehnen, mit deren Hilfe die Geschosse den Angreifern ent» gegengefchleudert wurden. Die Schleudermaschinen sind eine Erfindung des Hellenismus aus der Zeit nach Alexander dem Großen. Sie wurden von den Römern übernommen und in allen Kriegen, insbesondere auch in den Kriegen der römischen Legionen in Germanien verwendet. Geschleudert wurden fowohi Steinkugeln wie auch Speere und Pfeils» Hitler-Iugen- als Erntehilfe. Bedarf ist dem Ortsbauernführer zu melden. — Oer Ortsbauernführer fordert den Einsatz beim Arbeitsamt an. Die Hitler-Jugend hat, wie in den vergangenen Jahren, alle Vorbereitungen getroffen, um bei der Ernte nach Kräften mitzuarbeiten. Es liegt nun bei den Bauern und den Ortsbauernführern, Hilfe anzufordern. Der Weg ist sehr einfach: die einzelnen Bauern und Landwirte melden dem Ortsbauernsührer ihren Bedarf, und der Ortsbauernführer gibt die Meldung an das zuständige Arbeitsamt weiter, welches alles Weitere veranlaßt. Anscheinend war diese Regelung vielfach unbekannt, denn die Anforderungen entsprechen nicht den Erwartungen. Einerlei, ob es sich um Hilfe nur über ein Wochenende handelt oder für längere Zeit, ist diese Art der Meldung einzuhalten. Die Anforderung muß auch ausdrücken, wie lange der Einsatz dauert, da evtl, bei den Schulen für die Jungen Urlaub eingeholt werden muß. Für die Getreidernte kommen als Hilfe nur die älteren Jahrgänge der Hitler-Jugend in Frage, Sechzehnjährige und Aeltere, bei der Hackfruchternte sollen alle verfügbaren Kräfte der HI. herangezogen werden. Es ist selbstverständlich, daß die HI. nicht als Ersatz für vollwertige Arbeitskräfte anzusehen ist, und die Mädel und Jungen dementsprechend in ihre Arbeit erst einzuführen sind Bei der Festlegung der täglichen Arbeitszeit ist eine Mittagspause von mindestens einer Stunde und eine ausreichende Nachtruhe zu berücksichtigen. Die HI. betrachtet ihre Arbeitshilfe in der Landwirtschaft als Ehrendienst. Dementsprechend ist in erster Liine nicht an geldliche Entschädigung gedacht. Für die im Gebiet Hessen- Nas au eingesetzten Jugendlichen kommt eine tarifliche Entlohnung nicht in Frage. Lediglich soll den Jungen, die einen Verschleiß ihrer Arbeitskleidung nicht selbst tragen können, eine Entschädigung, die der Bauer selbst bestimmt, gegeben werden. Die Versicherung regelt der Erlaß des Reichsarbeitsministers vom 29. 8.1938 wie folgt: Die als Erntehelfer eingesetzten Schüler sind krankenversicherungspflichtig vom ersten Tage an. Zuständig sind die allgemeinen Krankenkassen des Dersicherungs- ortes oder die Landkrankenkassen. Der Beitrag beträgt pro Tag 10 Rpf. und ist vom Arbeitgeber zu entrichten. Die Anmeldung ist durch den Arbeitgeber vorzunehmen. Die An- und Abfahrt geschieht auf 50-v. H.-Fahrpreisermäßigungsschein, die Fahrtkosten soll der Bauer zurückvergüten. Aus Schrott wird Gold? Allein die deutsche Stahlerzeugung, die starrste der Welt, benötigt zu ihrer Gewinnung 75 v. H. Eisenschrott, also Dinge, die der Laie als altes und wertloses, oft lästiges Gerümpel bezeichnet und verachtet. Allein im letzten Jahre führten wir 11,46 Millionen Doppelzentner Schrott ein, trotz der damals schon eifrigen Sammeltätigkeit der SA., HI., DAF. und der Schuljugend, von denen allein die SA. 100 000 Tonnen Schrott sammelte, während die Aktion der DAF. zur Erfassung der in den Betrieben unnütz lagernden Schrottmengen rund 270 000 Tonnen aufbrachte. Wir haben im Vorjahr für eingeführten Eisenschrott 49,93 Millionen RM. dem Ausland bezahlen müssen, und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sind es 13,97 Millionen RM. gewesen. Dazu kommen die Summen, die wir für Schrott aus unedlen Metallen dem Ausland entrichten. An Bruchkuvfer, Kupferspänen, Kupferglühspan und anderen Abfällen dieses Metalls mußten wir 12,26 Mill. RM. dem Ausland geben. Für die Einfuhr von Bruchaluminium war 1938 ein Betrag von 2,58 Mill. RM. erforderlich. Diese Beträge wurden zum größetn Teil in Devisen entrichtet, die wir sonst für andere, nicht einheimische Rohstoffe verwenden könnten. Hier ist also eine Verminderung der Auslandslieferungen eine dringende und gebieterische Pflicht. Deshalb ist eine neue Schrottschlacht angesetzt worden. Trotz aller Entrümpelungsaktionen, die durch den Luftschutz notwendig wurden, finden sich noch immer Massen vonSchrott im Haushalt, von der zerbrochenen Kaffeemühle, oder dem leck gewordenen Eimer bis zu unbrauchbaren Nähmaschinen und sonstigen Dingen. Manche Hausfrau pflegt sich nicht gern von solchen Gegenständen, die einst, als sie neu waren, ihr Herz erfreuten, zu trennen. So wird das alte Gerümpel oft jahrelang auf gehoben und durch neues vermehrt. Es ist toter Ballast. Aber das Vaterland fordert, daß wir mit allem Altmaterial sorglich umgehen. Wir dürfen nichts verschwenden oder „in den Mülleimer werfen", was die hochentwickelte Technik wieder benutzen kann, und die Pfennige, die das Altmaterial einer einzelnen Haushaltung vielleicht wert ist, werden zu Millionen, wenn es sich in den Hoch- und Schmelzöfen wieder in Stahl und andere Metalle verwandelt. Als die Sammlungsaktionen in Deutschland begannen, spottete man im Ausland darüber und behauptete, sie seien „das beste Zeichen für den deutschen Bankrott". Die ausländischen Toren verstanden einfach nicht, daß wir als Nation bedachtsam leben und so wirken müssen, daß mit einem möglichst sparsamen Verbrauch von Rohmaterial und der umfassenden Sammlung von Altmaterial ein möglichst hoher Nutzeffekt gewährleistet wird. Heute spottet niemand mehr über die deutsche Altmaterial- erfassuna, man sucht sie sogar nachzuahmen. Allerdings fehlen dem Ausland dafür die deutschen freiwilligen Hände, die in der Partei und ihren Gliederungen auch im Kleinen willig den Dienst an der Wohlfahrt der Allgemeinheit und damit des Groß- deutschen Reiches versehen. Wenn sie jetzt wieder in die Schrottschlacht ziehen, wird jede Hausfrau bemüht sein, ihnen zu helfen, damit auch der neue Erfolg gesichert werde. 3um Urteil gegen Ireiherrn von Kittlitz u. a. Lpd. Darmstadt, 3. August. Die Justizpresss- stelle Frankfurt teilt mit: Zur Vermeidung von Personenverwechslungen ist eine bei der Verkündung des Sondergerichtsurteils vom 31. Juli im Devisenprozeß gegen Dr. Freiherrn von Kittlitz und drei andere unterlaufene Unrichtigkeit auch in den Pressemeldungen richtigzustellen. Neben den beiden Hauptangeklagten ist nicht der Rechtsanwalt Dr. Fritz B., sondern Dr. Ferdinand B. aus Mainz wegen fahrlässiger Deoisenvergehen in zwei Fällen zu den bereits veröffentlichten Geldstrafen verurteilt wordekl. Frauen als Straßenbahnschaffnerinnen in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. SR., 3.Aug. Die Frankfurter Straßenbahnverwaltung wird nun auch dazu übergehen, Frauen als Straßenbahnschaffnerinnen einzustellen. Durch das Städtische Modeamt ist gemeinsam mit der Straßen- bahnverwaltung eine geschmackvolle Dienstkleidung für die Schaffnerinnen entworfen worden. „Mundraub- an Küchenabfällen. Der Inhalt der EHTV.-Eimer. Eine bemerkenswerte Gerichtsentscheidung. Lpd. Mainz, 3. Aug. Das Amtsgericht Mainz hat eine Entscheidung getroffen, die alle Äleintier- Halter interessieren dürfte. Ein Mann aus Zahlbach hatte zur Fütterung seiner Gänse und Schweine von einem Haushalt laufend Küchenabfälle erhalten. Vor einiger Zeit machte er sich auch an einem EHW. - Eimer zu schaffen und nahm daraus mit, was er gebrauchen konnte. Es erfjob sich nun die Frage, wem die Abfalle von dem Augenblick an gehörten, als sie in den Eimer geworfen wur. den. Der Haushaltsyorstand, aus dessen Küche die Abfälle stammten, erklärte vor Gericht, daß es ihm gleichgültig sei, wer sie sich aneigne Das Gencht stellte eindeutig fest, daß die Abfalle schon da un> anta st bares Eigentum des EH W. waren, als sie in den betreffenden Eimer kamen. Der Kleintierhalter erhielt deshalb wegen Mundraubes eine Geldstrafe von 12 RM. Wer bisher ebenfalls ahnungslos EHW.-Eimer entleert hat, mag aus tiefer Entscheidung die notwendige Lehre ziehen. Aus Der engeren Heimat. Altbürgermeister Fendt, Hungen, t- Nach längerer schwerer Krankheit verstarb am gestrigen Donnerstag in der Chirurgischen Klinik in Gießen der Altbürgermeister Julius Fe n d t von Hungen. Dem Verstorbenen, der ein ungemein arbeitsreiches und ein jahrzehntelang im Dienste der Allgemeinheit stehendes Leben hinter sich har, wird nicht nur in Hungen, sondern darüber hinaus in gaiu Oberhessen ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. Altbürgermeister Fendt war ein Sohn der Stadt Hungen, wo er im Jahre 1869 geboren wurde. Er besuchte die Volks- und dann die Höhere Bürgerschule seiner Heimatstadt, anschließend das Realgymnasium in Gießen. Dann war er im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb tätig, um später bei einer Großhandelsfirma in Frankfurt a. M. in die Lehre zu gehen. Anschließend war er in Wien und auch in Berlin tätig. Als er nach Hungen zurückkehrte, übernahm er die elterliche Landwirtschaft und das elterliche Geschäft. Acht Jahre danach, im Jahre 1904, wurde er in das Amt des Bürgermeisters von Hungen berufen, das er unermüdlich und gegen alle Widerstände in treuer Fürsorge für Stadt und Bevölkerung 30 Jahre lang verwaltete. In seine Amtszeit siel eine Fülle der Arbeit, die der Stadt in vielen Belangen zum Besten diente. Unter feiner Initiative wurde die Wasserleitung gebaut, die Feldbereinigung durchgeführt, die Stadt durch Straßenanlagen und Straßendurchbrüche aufgelockert und damit für die Bevölkerung gesundere Verhältnisse geschaffen. Unter seiner Anregung entstand ein Schulhausneubau mit einem Bad für Schüler und Erwachsene, das vom Schularzt und Schulmännern als mustergültig anerkannt wurde. Ein Dolksfreibad wurde erstellt, die Stadt teilweise kanalisiert, ein neuer Marktplatz geschaffen, die ehemaligen Wüstungen wurden zu Parkanlagen verwandelt, Neubauten zur Linderung der Wohnungsnot erstellt, ein Gefallenen-Ehrenmal wurde errichtet, und die Straßen wurden den Forderungen des modernen Verkehrs angepaßt. Dem Altbürgermeister Fendt, den eine unermüdliche Schaffenskraft auszeichnete, wurden viele Ehrenämter angetragen, und stets fand er sich bereit, sie zu übernehmen und auszufüllen. Er war im Vorstand des Hessischen Landgemeindetages, des Oberhessischen Provinzial - Landgemeindetages und des Landesverbandes Hessischer Bürgermeister tätig, er stellte sich dem Kreisverein der Bürgermeister zur Verfügung, wirkte mit im Ausschuß der Ortskrankenkasse Gießen-Land, er war Schiedsrichter in Feldbereinigungsverfahren, Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsausschusses des Hessischen Waldbesitzerverbandes, war in Steuerausschüssen usw. unermüdlich tätig. Interessant ist die Tatsache, daß aus der Familie des Bürgermeisters Fendt schon mancher Bürgermeister hervorging, die u. a. in Schotten und in Büdingen amtierten. Altbürgermeister Fendt hat sich durch feinen lauteren Charakter und feine Hilfsbereitschaft die Wertschätzung aller derer erworben, die ihn kannten und mit ihm zusammen zu arbeiten hatten. Unsere engere Heimat verliert mit ihm eine Persönlichkeit, deren Kraft ganz aus der Heimat erwuchs und die ganz für die Heimat dienstbar war. Neues vom 4937er Oachswurf in Oberhessen über der Erde. In 1937 brachte ich einen Artikel über dieses absonderliche Geschehnis, das sich in der Revier- förfterei Harbach meines früheren Forstamts zugetragen hatte. Dabei stellte ich mehrere Der- mutungen auf, die wohl das widernatürliche Ge- baren der Dächsin bewirkt hätten. Im Jahre darauf (1938) hatte sie wieder in kaum 50 Meter (Entfernung von der alten Stelle zwei neuartige Gebilde (sehr geräumige Polster aus Moos und langem Grafe) zusammengetragen, die aber nicht mit Jungen belegt wurden, was merk- würdig anmutete. Vielleicht mögen Störungen die Ursache gewesen sein. Lange hörte und sah der Reoierbeamte nichts von der Einsiedlerin — was übrigens bei der Heimlichkeit der Familie Meles nicht weiter Wunder nimmt — auch nichts von evtl. Nachwuchs, trotz verstärkten Beganges des abgelegenen Forstortes in den Sommermonaten, der einzigen Zeit, in der man dem Dachs am hellen Tage begegnen kann. Erst im nächsten Herbst, wenn die Dächse ihr Höchstgewicht aufzuweisen haben, traf auf her Revierförsterei die Kunde ein, daß in unmittelbarer Nachbarschaft des Vorholzes in Mauerresten des Nebengebäudes eines kleinen am Saum des Waldes gelegenen, aber nicht mehr bewohnten Gehöftes ein Raubtier fein Wesen treibe. Mit Hilfe eines Dachshundes — und ich glaube auch einer Bohnenstange — wurde nun das Ungetüm ans Tageslicht gebracht, und siehe da, was man annahm, es entpuppte sich als die bekannte Dachsfähe aus dem nahen Gehölz. Sie fand natürlich schon mit Rücksicht auf dem im Werden begriffenen Fasanenbestand, die die Oerttichkeit auf« weist, keine Gnade. Man blies ihr das Lebenslicht aus. Als man tags darauf ihre Schwarte abschärfte, wurde das Rätsel gelöst. Es wurde nämlich eine alte starke Laufverletzung festgestellt, worin die Eigenart des Wochenbettes über der Erde ihre Erklärung findet. Denn es war dem Tier — mangels eines gebrauchsfähigen lebenswichtigen Grabwerk- zeuges — kaum möglich, einzufahren, den Kessel einzurichten und die Erde aus der Tiefe herauszu- schaffen. Jedenfalls war es für derlei harte Arbeiten stark behindert, so daß es sich oberirdisch einzurichten gezwungen sah. Damit dürfte der Schleier gelüftet sein, der fast drei Jahre geheimnisvoll hing über dem eigentümlichen Aufsehen erregenden Benimm von Frau Grimbart in den Göbelnröder Tannen. Oberforstmeister a. D. Eckstein, Grünberg (Oberhessen). Som Horst-Weffel-Lager bei Grünberg. "+ Orünberg, 4. Aug. Am Donnerstag aing der zweite Lehrgang im Hör st-Wessel- Lag er zu Ende. Rund 1800 Pimpfe haben in zwei Lehrgängen von je neuntägiger Dauer das Lager durchlaufen. In dieser Zeit fanden auch mehrere öffentliche Veranstaltungen durch das Lager statt. So wurden an den beiden letzten Samstagen auf dem Marktplatz Dorfgemeinschafts- GROSSGARAGE ■ßltei U/eiten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 33 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als Miller neben dem Beamten herging, hatte fein hübsches, leichtsinniges Gesicht einen verkniffenen Ausdruck. Ich Esel! beschimpfte er sich immer wieder. Warum nur habe ich geschossen? Ich Idiot! Sie hätten mir nichts nachweisen können. Das Schriftstück ist nicht da. Burd hatte es gar nicht bei sich. Dieser blödsinnige Schuß! Man hätte mir nichts oder nur wenig anhaben können ... „Setzen Sie sich!" sagte Gräupner. Sein ernster und jetzt ftrenger Blick haftete auf Millers Gesicht. Etwas bedrückt setzte sich Miller und senkte die Augen. Seine ganze Frechheit versank. „Ein offenes Geständnis wäre das beste für Sie, Herr Miller. Sie suchten in der Garage ein Schriftstück, das Sie enterbte und das Vermögen Fräulein Sandner zusprach. Warum enterbte Sie Ihr Onkel? Er hat Sie doch icchrelang unterstützt?" Ein schiefer Blick traf den Kriminalrat. „Mein Onkel hat mich nicht enterbt. Es war nur eine Dro- hung." „Dir wissen, daß Mister Burd an dem Abend, an dem er starb, einen Notar aufsuchen wollte. Haben Sie ihn auf dem Wege zur Garage gesprochen?" „Ja. Und da drohte er mir eben, mich zu enterben. Er behauptete, um mich einzuschüchtern, er habe ein neues Testament bei sich. Aber es stimmt nicht." „Wie kamen Sie dazu, Fräulein Sandner von Ihrem Freund Schmal beobachten zu lassen?" Miller wurde immer unsicherer. Was wußte der Mann? „Mein Onkel hat schon vor drei Jahren mit ihr angetnüpft. Er hatte auch Bemerkungen fallen lassen, daß er sich für das Mädchen interessiere." Die Stimme des Äriminalrats war messerscharf! Miller zuckte zusammen. „Lügen Sie nicht! Er hat Ihnen einen Brief geschrieben, in dem er Ihnen mitteilte, daß er Fräulein Sandner als (Erbin ein« setzte. Ihre frühere Wirtin hat Kenntnis davon." „3a, das hat er geschrieben." „Gut! Daraufhin setzten Sie sich mit Schmal in Verbindung und ließen sich von ihm falsche Papiere anfertigen. Wir kennen Otto Schmal sehr genau." „Sie wissen ja alles! Warum soll ich da noch reden?" „Sie haben auf einen Menschen geschossen. Sie wissen, was darauf steht?" Miller wurde totenblaß. Seine Lippen bebten. „Ich — ich muß von Sinnen gewesen sein ... Nein, ich habe nicht auf ihn geschossen. — Es war ein unglücklicher Zufall... Ich lief den ©ang„ hinauf, und dadurch war meine Hand unsicher ..." „Darüber wird das Gericht entscheiden, Herr Miller. Sie haben das Schriftstück in der fahrenden Leihbibliothek gefunden?" Erregt sprang Miller auf. „Nein, ich habe es nicht gefunden! Es ist gar nicht vorhanden! Man kann mir mein (Erbe nicht streitig machen — niemand kann das!" „Was für Geschichten haben Sie sonst noch gemacht? Warum wollte Mister Burd Sie enterben? Uebrigens war es eine große Dummheit von Ihnen, den Notar Grußendorf anzurufen und die Stimme ihres Onkels nachzuahmen. Dadurch sind wir nämlich auf Sie aufmerksam geworden. Herr Vallendar hat es entdeckt." Er beugte sich plötzlich vor. „Wußten Sie das? Haben Sie deshalb auf ihn geschossen?" Ganz fest schloß Miller den Mund. „Ich sage nichts mehr." Ein Klingelzeichen Gräupners. „Führen Sie den Mann ab!" Als sich die Tür hinter Miller geschlossen hatte, öffnete Gräupner die Tür zum Flur. „Darf ich bitten, meine Herrschaften?" Charly und Vallendar betraten den Raum. Gräupner wies auf zwei Stühle. „Bitte, nehmen Sie Platz! Ich habe Ihnen noch zu danken, Herr Vallendar! Durch Ihr (Eingreifen konnten wir Miller festnehmen. Es war eine sehr mutige Tat!" Vallendar hob die Hand. „Aber nein, das war doch selbstverständlich! Ich mußte doch die Scharte auswetzen. Die ganze Nacht habe ich neben dem Burschen im Stroh gelegen und mir seine Redereien anhören müssen." Sie lachten alle ein wenig, dann wandte sich Gräupner an Charly. „Ja, Fräulein Sandner, das Schriftstück hat sich nicht gefunden. Sie werden der Erbschaft, die Ihnen von Burd zweifellos zugedacht war, verlustig gehen." „Aber ich gäbe keine Ahnung, wie Mister Burd überhaupt dazu kam, mich zu bedenken!" „Das wird wohl in dem Schriftstück gestanden haben. Ich bin sicher, daß es existiert. Und wir sind dazu da, dafür zu sorgen, daß Mister Burds letzter Wille erfüllt werde. Außerdem haben wir die Pflicht, Schmal unschädlich zu machen. Ich werde die beiden vorführen lassen. Erschrecken Sie nicht, Fräulein Sandner, wenn Sie in Schmal einen alten, gewiß nicht angenehmen Bekannten wiedersehen! Miller hat Sie doch ins Geschäft gefahren. Was wollte er von Ihnen?" „(Er fragte mich nach allem möglichen. Ob ich nicht bald aufhören würde zu arbeiten?" Sie errötete. „Ich erwiderte, das fei schon möglich. Aber vorläufig sei es noch nicht jo weit." Vallendar drückte verstohlen ihre Hand. „Er hat von Ihnen herausbekommen wollen, Fräulein Sandner, ob Ihnen das Testament viel- leicht zugestellt worden sei. Aber Sie haben doch keine amtliche Zustellung erhalten?" „Nein, gar nichts." „Na, dann müssen wir sehen, was Schmal zu sagen hat!" Gräupner telephonierte. „Schmal und Schramm vorführen!" Während der Pause sah er Vallendar und Charly an. „Eine ungemütliche Situation für Sie — aber ich kann sie Ihnen leider nicht ersparen." Schmal und Schramm traten ein. ,Zch möchte fragen, warum ich hier festaehalten werde!" sagte Schramm in beleidigte.u Biederma: ,:2ton. „Ich bin ein ehrlicher Mann. Ich habe ein llein.s Geschäft. Ich habe fest geglaubt, mein Freund Otto hätte einen Führerschein. Er hat doch früher einen gehabt — ich weiß es!" „Ich bitte um Ruhe, Herr Schramm! Seit wann fälschen Sie Führerscheine, Schmal?" „Ich? Nie in meinem Leben! Ich bin gebessert. Ich habe bloß mal wieder Auto fahren wollen. Ich---" Sein Blick fiel auf Charly, und er verstummte. „Sie beschränken sich also jetzt auf Beobachtungen, Schmal? Machen so ’ne Art Privatdetektiv für Herrn Miller? Aber Krügel — Sie kennen ihn doch? — hat bei Ihrer Wirtin, Frau Zanger, ein bißchen nachgesehen. Und da hat er Papierschnitzel gefunden. Hier sind sie! Und da steht, wenn man die Schnitzel zusammensetzt, deutlich der Name ,Burd'." „Spielerei, Herr Rat. Hab' ich mal so hingeschrieben." „Vielleicht unter einen Wechsel oder Scheck, wie? Es ist die Handschrift Burds. Ich habe die eigenhändige Anmeldung Burds im Palasthotel. Sie verkehren ja jetzt auch dort. Schmal." Schramm stand auf; er hielt den Kopf etwas schief. „Ich kann wohl gehen? Ich wüßte nicht, was ich noch länger hier zu tun hätte. Meine Frau wartet." Prüfend ruhte der Blick des Kriminalrats auf Schramm. „Sie kennen James Miller nicht?" „Nein, Herr Kriminalrat, den kenne ich nicht!" „Sonderbar! Sie haben doch mit ihm in einer Kneipe zusammengesessen? Der Wirt hat das wenigstens behauptet. Die Aussage liegt vor." „Ich? Ach so, mit dem jungen Mann? Ja, wie er heißt, wußte ich nicht." „Wie kommen Sie überhaupt in die Gegend? Sie wohnen doch draußen in Wannsee!" „Ich habe meinen Freund Schmal besucht." „So? Aber Sie taten doch, als ob Sie Schmal gar nicht kennten? Das hat der Wirt Kriminal- inspektor Rietzel gegenüber nämlich auch behauptet." Verstört schwieg Schramm. „Na, Goldzahn-Otto, es hilft ja doch nichts: Sie haben einen Wechsel auf den Namen Burd gefälscht. Wir haben bereits an die Bank Burds nach Los Angeles gekabett. Der Wechsel wird sich finden — meinen Sie nicht?" Schmal wurde schwach in den Knien; sein Magen knurrte. Er ergab sich in sein Schicksal. „Sie haben ihn wohl schon, Herr Rat?" „5a, ich habe ihn, Schmal. Er hat sich bei genauer Durchsicht in Burds Papieren gesunden. (Ein in Berlin ausgestellter Wechsel zu einer Zeit, da Mister Burd in Los Angeles war. Und auf den Wechsel hin hat Burd seinen Neffen enterbt. Wie?" „Kann möglich sein, Herr Rat." „Aber eine Pension im Westen kostet doch Geld, ein Auto noch mehr. Woher hatte Miller das Geld? Denken Sie doch mal nach, Herr Schramm!" „Ich bin ganz unschuldig, Herr Rat! Ich habe den Wechsel beliehen. Es stand doch Burds Name darunter. Warum sollte ich nicht aushelfen, wo ihm doch sein reicher Onkel 'nen Wechsel geschickt hatte?" „Aha! Also jetzt kennen Sie Miller — sehr genau sogar ... Sie geben also zu, Miller Geld geliehen zu haben? Sie wußten, daß Schmal die Unterschrift gefälscht hatte?" „Niemals, Herr Rat!" „Darüber sprechen wir später. Dabei werden wir uns Ihr Geschäft auch mal näher betrachten." Schramm wurde blaß. Seine kleinen Augen fingen an zu glitzern. „Wie kamen Sie zu dem kleinen Heft, das die Kundenliste der Leihbücherei Weber enthält? Miller es Ihnen gegeben? Er hat es nämlich 0*' stöhlen." Schramm schwieg. Er senkte den Blick und sah wie ein beleidigter Spießbürger aus. Schmal verdrehte die Augen und faltete die lanM Finger. „(Es ist schrecklich mit Ihnen, Herr M Schramm, ich habe Ihnen gleich gesagt: Es hüt keinen Zweck! Wenn bloß der Miller nid) so vel' rückt gewesen mär’, den Notar anzurufen!" „Und wo haben Sie nun das Testament?" „Mein Ehrenwort, Herr Rat: Wir haben es mch! Sie können mir glauben: Wir beide haben es nie m der Hand gehabt!" . Gräupner ließ den Beamten hereinkommen. „Müler vorfuhren!" Als Miller hereinkam, stutzte er. Dann warf er Schmal einen bedeutungsvollen Blick zu, den der Kriminalrat auffing. * „Ausreden haben keinen Zweck mehr, Schmal- sagte er scharf. „Wollen Sie nun endlich sagen, wo das Schriftstück ist, Miller?" , Frohlockend lachte Miller auf. „Es existiert mch" Ich bin der Erbe!" Schmal schlug sich auf die Schenkel, daß es klatschte. „Ach, du grüne neun, James! Was du st» ein kluger Bengel bist! Laß dich doch nid) verkohlen» Das Schriftstück hat das Mädel doch längst!" Verblüfft erhob sich der Kriminalrat. „Sie Haven -das Schriftstück, Fräulein Sandner?" . w Verwirrt schüttelte sie den £snt „Nein, nein- (Fortsetzung folgt) ÖJl.-tfpOTt len die Deut- embley-Halle Alpenfahrer zur preisverleilung in Wien Am zwölften Wettbewerbslage des 20. Rhön- Segelfluges auf der Wasserkuppe hatte die Flugleitung den Piloten die Aufgabe gestellt, Zielsegelflüge nach Flugplätzen in einem Sektor durchzu- führen, den die Linien Wasserkuppe—Braunschweig und Wasserkuppe—Dresden begrenzten. Die meteorologischen Voraussetzungen waren diesmal wesentlich schwächer als an den Vortagen. So mußten zahlreiche Flieger zweimal starten, ehe sie den nötigen Höhengewinn über der Wasserkuppe er- reicht hatten. Dennoch gab es eine ganze Reihe « vlüge, die bei der ungünstigen Wetterlage alle Beachtung verdienen. So gelangen drei Ziel-Segelflüge nach Magdeburg (214 Kilometer) von Hofmann (Gruppe 4, Berlin), Kurt Schmidt (Gruppe 16, Karlsruhe) und Späthe (DFS. Darmstadt). Der in der Wertung führende Sturmführer Kraft mußte 8 Kilo- Meter vor Magdeburg niedergehen und kam nur Die Langstreckenfahrt quer durch Bayerns und der Ostmark schöne Alpenkette war eine Prüfung der Tüchtigkeit unserer Fahrer und Kraftfahrzeuge, die an Schwierigkeitsgrad und Vielseitigkeit die son- tigen großen Zuverlässigkeitsfahrten weit übertraf. Man kann aber mit Stolz festftellen, daß sie glänzend bestanden wurde. Von den 288 Fahrzeugen, die am Montag in München zur Internationalen auf 206 Kilometer. Haase (Gruppe 4, Berlin) und Treuter (Gruppe 8, Eschwege) mußten beim Flugplatz Halle-Nietleben nach 190 Kilometer landen. Zahlreiche weitere Streckenflüge bewegten sich zwischen 100 und 150 Kilometer. Sechs Piloten kamen im Zielflug bis zum Flugplatz Erfurt und legten dabei 97 Kilometer zurück. In der Gesamtwertung haben sich nach dem ereignisreichen elften Wettbewerbslage im übrigen erhebliche Veränderungen ergeben. In der Klaffe A (Einsitzer) liegt nunmehr Sturmführer Kraft (Schwaben) mit 2256,25 Punkten an der Spitze vor Obersturmführer Schmidt, Hauptsturmführer Bräutigam, Sturmführer Haase und Sturmführer Treu- te'r. In der Klasse B (Doppelsitzer) gab es einige Verschiebungen. Hier führt nun Sturmführer Romeis (Gruppe 14, Bayern-Süd) mit 799 Punkten das Feld an. Kraul und die 4 X 200-Meter-Kraulstaffel gewannen, bei den Männern diesmal wohl leer ausgehen. Weder in den reinen Schwimmwettbewerben noch im Springen oder im Wasserballspiel sollten die Deutschen gefährdet sein. Bessere Aussichten haben dagegen die englischen Frauen. Ihre stärkste Waffe ist die elegante Betty ©labe, die im Kunst- und Turmspringen an tritt. Auch die Brustschwimmerin S t o r e y ist noch nicht geschlagen. Ebenso werden die Engländerinnen in den Staffeln ein ernstes Wort mitsprechen. Auf jeden Fall wird die zweitägige Veranstaltung in Erfurt fchöne Kämpfe bringen. am Ende der Pflichtrunde in einem Entscheidungsspiel zwischen den Siegern der beiden Staffeln ermittelt wird, würdig ist, in die Bezirksklasse aufzusteigen. Wie schon eingangs erwähnt wurde, sind (vorbehaltlich kleinerer Ergänzungen bzw. Aenderungen) nachstehende Staffeln zusammengestellt: Staffel 1 : Mtv. Gießen II, To. Großen-Lin- den, VfB.-R. Gießen, Tv. Hochelheim, Tv. Lich, Tv. Londorf, Tv. Grüningen. Staffel 2: To. Atzbach, To. Dutenhofen, Luftwaffe II, Tv. Krofdorf, Tv. Katzenfurt II, Tv. Nauborn, Tv. Garbenheim II. Die Einteilung derHandball-Kreisklaffen-Mnnschasten Die Bezirksklasse wird keine Aenderung mehr erfahren, d. h. also, die beiden im vergangenen Jahre bestehenden Staffeln werden auch diesmal wieder in Erscheinung treten — selbst dann, wenn die Vereine des Kreises Marburg wider Erwarten nicht melden sollten. Tv. Wetzlar endgültig ausgeschieden k Wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist es dem Tv. Wetzlar nicht möglich, in diesem Jahre eine Meldung abzugeben. Damit hat man endgültig mit der alten Tradition gebrochen, d. h. die älteste der im Kreis 8 bestehenden Handballabteilungen ist aufgelöst. 247 und 46 beteiligen werden. Näheres über die SA.-Kämpfe teilen mir nach erfolgter Ausschreibung noch mit. So werden NSRL., SA. und HI. in kameradschaftlicher Zusammenarbeit in diesem Jahre au dem oberhessischen Heimatberge wieder ein Fest der Heimat- und volkstumsverbunoenen Leibesübung gestalten, das als Großereignis unserer Heimat wieder eine starke Anziehungskraft ausüben wird. Schwimmländerkampf gegen England in Erfurt. Nach dem großartigen Siege gegen Ungarn bestreitet Deutschland seinen nächsten Schwimm- Länderkampf am kommenden Wochenende in Erfurt gegen England. Wie schon 1937 bei der ersten Begegnung in London, umfaßt der Länderkampf auch diesmal wieder 20 Wettbe- Modemacher im Sudetenland Tausende von Mustern in der Gablonzer Glasindustrie. Don unserem W. ^.-Korrespondenten. Drei Ziel-Segelfliige nach Magdeburg 12. Wettbewerbstag der „20. Rhön". düngen zwischen Ruppertsburg und Langd erlegte der hiesige Iustizsekretär Heinrich Becker einen fast zwei Zentner schweren Keiler. — Nachdem kürzlich wieder zwei Fachwerkhäuser instandgesetzt worden sind, wird jetzt das Gold- mannfche Haus in der Wildemannsgasse vom Putz fteigelegt. Hierdurch wird das Straßenbild der Alt- stadt wesentlich verschönert. Kreis Büdingen. (V S ch o 11 e n, 3. Aug. Am gestrigen Abend sand ein Appell der hiesigen Kriegerkamerad- schaft im NS.-Reichskriegerbund statt. Nach Begrüßung der Kameraden ließ der stellvertretende Kameradschaftsführer Kamerad Widmann die Erinnerung an die große Zeit vor 25 Jahren lebendig werden und sprach von den unvergleichlichen Leistungen des deutschen Heeres im Weltknea, wobei die Lebenshingabe der zwei Millionen Gefallenen besonders gewürdigt wurde; er erinnerte ferner an den gerade vor fünf Jahren erfolgten Tod des großen Feldmarschalls von Hindenburg, dessen Andenken wie das der Helden des Weltkriegs in der üblichen Weife geehrt wurde. Im weiteren Verlaufe des Appells wurden die Bestim- mungen über den Staatsakt am Tannenberg-Ehren- mal (27. August) bekanntgegeben und die letzten dienstlichen Anweisungen des Kreiskriegerführers defprochen. Ferner wurde beschlossen, am Nachmittag des 13. August einen Familienausflua nach dem Falltorhaus (Forsthaus Kiliansherberge) zu machen. In feinem Schlußwort rief der stellvertretende Ka- meradfchaftsführer auf zum festen Zusammenstehen in treuer Kameradschaft und Einsatzbereitschaft für Führer, Volk und Vaterland. werbe der Männer und Frauen, übertrifft also selbst das olympische Programm um vier Konkurrenzen. Dor zwei Jahren siegten die Deutschen nach harten Kämpfen in der Wembley-Halle überlegen mit 63:27 Punkten. Diesmal sollte das Ergebnis noch einbeutiger ausfallen, da unsere Gäste leider auf einige ihrer besten Kräfte verzichten müssen. In erster Linie bedauern wir bas Fehlen bes prächtigen Kraulschwimmers Norman Wainwright, Der ben jungen Magdeburger Köninger sicher zu großen Leistungen angetrieben hätte. Aber auch Davis und T o m a 1 i n , bie beiden Meister über 200 Meter Brust und im Turmspringen, müssen ersetzt werden. So werden bie Engländer, bie in London u. a. die 400 Meter Der NSKK.-Mann Diehl gewann in der soeben beendeten Deutschen Alpenfahrt am Steuer eines Opel- Kapitän das „Edelweiß", die höchste Auszeichnung in der Klasse der serienmäßigen Personenwagen bis 3000 ccm, und außerdem die Goldene Alpensahrt-Plakette. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Alpenfahrt gestartet waren und in drei Tagen 1627 Kilometer zurückzulegen hatten, blieben nur 57 auf der Strecke. Stolz, Freude und Genugtuung beherrschte die Stimmung bei der Preisverteilung am Donnerstag vormittag auf dem Wiener Rathausplatz. Don den 231 erfolgreichen Fahrern erhielten 78 bie Golbene Alpenplakette, weil sie in ihren Wertungsgruppen ftrafpunttfrei geblieben waren ihn die hessische Taustballmeifterschast. Die Faustballmeisterschaft des Gaues Hessen wird am 15. August in Marburg entschieden. Zu den Endspielen treten die drei in den Gruppen Nord, Süd und Eder siegreichen Mannschaften an, der Tv. 1 84 6 Gießen, CT. Hessen-Preußen Kassel und To. Wasenberg. Es ist damit zu rechnen, daß die Gießener ihren Titel erfolgreich verteidigen. Sie werden allerdings vor allem mit Kassel einen harten Kampf zu bestehen haben. Hitler-Lugend Bann 116. Stelle für Leibeserziehung. Der Bannsachwart für Fußball gibt bekannt: Die Spiele um die Bannmeisterschaft im Fußball beginnen am zweiten Septembersonntag. Die Mannschaften, die sich hieran beteiligen wollen, haben ihre Meldung bis spätestens 15. August 1939 an mich zu senden. Die Spielrunde wird nach der im Gauoerordnungsblatt Nr. 18, vom 3. Mai 1939, veröffentlichten HI.-Spielordnung durchgeführt. Danach werden reine Gefolgschaftsmannschaften nur dort aufgestellt, wo kein NSRL.-Derein besteht. Dereinsjugendwarte und Gefolgschaftssportwarte, die kein besonderes Schreiben erhalten haben und eine Mannschaft melden wollen, fordern sofort die Durchführungsbestimmungen sowie Meldebogen bei mir an. Bannsachwart Fußball im Bann 116 (Wetterau) Stork, Kameradschaftsführer. Die Berg-Wettkämpfe der wehrhaften Mannschaft. Wie in den Vorjahren werden bie Wehrwettkämpfe unserer oberhessischen SA. bem Kampftage auf unserem oberhessischen Heimatberge wieder die stark kampfbetonte Note geben, die das Hoherodskopf-Bergfest heute schon eine Sonderstel- luna unter den deutschen Bergfesten einnehmen läßt. Außer dem 15-Kilometer-Orientierungsmarsch mit wehrsportlichen Aufgaben findet in diesem Jahre erstmals auch ein Orientierungslauf über 6 Kilometer statt. Dazu kommen die R e i t e r wettkämpfe, an denen sich die Reiterstanbarten 147, das Automobil, bis bie Zeiten wieder besser wurden und man zur Schmuckherstellung zurückkehren konnte. Wenn auch die Herstellung von Schmucksachen der Veranlagung der Gablonzer am meisten entspricht — das, was sie inzwischen in der Notzeit gelernt hatten, behielten sie, vervollkommneten es und erweiterten so die Basis ihres Handwerks. Der, der eine solche Bijouterie- und Glaswaren, fabrik im sudetendeutschen Kreis Gablonz noch nicht besucht hat, kann sich keine rechte Vorstellung von der Vielfalt der Muster machen, die sich dort im Lauf Der Jahrzehnte angesammelt haben und alljährlich durch neue Muster vergrößert werden. Zu Tausenden liegen die Muster, die der Besitzer der Fabrik meist selbst ersonnen hat, fein säuberlich in den Kollektionen der einzelnen Jahre gesammelt. Jede Industrie, die mit modischen Dingen handelt, muß ja auf den immer wechselnden Geschmack der Mode weitgehend Rücksicht nehmen, muß ihren Anregungen folgen, ihre Absichten erahnen. In jedem Jahr werden auf Grund genauer Beobachtungen der verschiedenen Märkte und Moderichtungen über tausend neue Muster von jeder großen Fabrik ersonnen. Die Betrachtung einer solchen Mustersammlung — sie stellt für die Fabrik einen großen Wert dar und ist der Stolz der Inhaber, haben doch an ihr oft schon der Vater und Urgroßvater mitgearbeitet — setzt jeden in Erstaunen, einmal wegen der Mannigfaltigkeit der Muster, dann aber auch wegen der Schönheit der Form und der Farbengebung. Zahlreiche der hier aufbewahrten Schmuckstücke — manche von ihnen erstrahlen im Glanz des Silbers, des Goldes oder prächtiger, unedler Steine — sind Musterbeispiele künstlerischer Vollendung, ganz gleich, ob es sich um einen glitzernden Gürtelver- schluß oder um die wunderbare Filigranarbeit einer Brosche handelt. Daneben die Unmenge all der Dinge, die als einfache Erinnerungsstücke — als „Souveniers" — in den- Handel kommen und in Deutschland ebenso gern gekauft werden wie in Japan und China, in Amerika und Australien, in Afrika und in der Südsee. Aller Fleiß aber, alle Erfindungsgabe und alle Tüchtigkeit konnten nicht verhindern, daß es immer weiter mit dem Gewerbe bergab ging. UeberaK chachte sich Beschäftigungslosigkeit bemerkbar, und die Notwendigkeit der Abwanderung in einen anderen Beruf wurde immer drohender. Die Gefahr wurde noch einmal abgewandt durch den großen Auftrag, ben der Volksbund für das Deutschtum im Ausland an die Gablonzer Glasindustrie mit der Bestellung von über 20 Millionen Glasabzeichen für die Straßensammlung am Tag des deutschen Volkstums vergab, so wurden 12 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Neue Aufträge aber aus dem Altreich tun not, solange die Verbindungen mit dem Ausland noch nicht wieder in dem alten Maße auf genommen sind. Die sudetendeutsche Glasindustrie aber hofft, bald den Auslandsmarkt wieder beschicken zu können und so als wichtiger Devisenbe- schaffer dem Reich seine Hilfe zuteil werden zu lassen. Die umfangreichste und zugleich auch schwerste 'Aufgabe für ben Kreisfachwart und seine Mit- ■ arbeitet beginnt stets dann, wenn es gilt, die zu ■ einer neuen Runde gemeldeten Mannschaften einzu- > teilen und bei der Erstellung der Terminlisten allen ! geäußerten Wünschen gerecht zu werden. Was das -heißt, läßt sich leicht an nachstehenden beiden Beispielen bartun. Da ist ein Verein, der neben einer Handballab- I teilung eine ober mehrere Fußballmannschaften i unterhält. Es gilt also, um jede Kollision zu ver- i meiden, in engster Zusammenarbeit mit bem Fach- tarnt Fußball eine Norm zu finden, die allen Teilen > gerecht wird. Daß das bis jetzt möglich war, de- i weisen die reibungslosen Abwicklungen der Runden- 'Wele auf beiden Seiten. — Die meisten Gemeinschaften unterhalten neben einer aktiven 1. Mann- Ichaft aud) noch Reserve- und Jugendmannschaf- ^en. In einem Derartigen Falle heißt es dann be« s?"ders aufmerksam sein. Der Bannsachwart der HI. ist für die Einteilung und Durchführung der Äugendrunde verantwortlich, und auch hier ist ein „Schließen, Broschen, Klips, Hut-schmuck, Armbänder, Anhänger und Abzeichen, Knöpfe, Spangen, Ringe und Ketten aus Glas, Kunsthorn, Kunstharz, Zelluloid und (Teilen — alles bas und noch vieles andere mehr können Sie hier bei uns haben", sagte mein freundlicher Führer durch die Glasindustrie im Kreis Gablonz, als ich meiner Verwunderung über die Vielfalt der hergestellten Gegenstände Ausdruck gab. Diese Mannigfaltigkeit aber gerade ist es, die den Ruhm der Gablonzer Glas- industrie in der ganzen Welt begründet hat: alle nur möglichen Wünsche suchte man zu befriedigen, jedem Geschmack suchte man Rechnung zu tragen, selbst dann, wenn die betreffende Geschmacksrichtung für die Gablonzer Glaswarenerzeuger etwas Unverständliches an sich hatte. Denn Das hatte man bald gelernt: wer draußen in der Welt verkaufen will, der muß sich nach den Wünschen seiner ausländischen Abnehmer richten. Daß diese Wünsche aber bann aern etwas absurde Formen annehmen, wenn die Abnehmer in den K o l o - n i e n wohnen und primitive Naturvölker mit den Glaswarenerzeugnissen beglückt werden sollen, ist nur allzu verständlich. Der Erfolg hat aber den Gablonzern recht gegeben: für 50 Millionen führte vor dem Krieg allein die heute auch noch nicht mehr als 40 000 Bewohner zählende Stadt Gablonz an Glasschmuck aus. Die Gablonzer Glasdrucker und Gürtler sind zweifellos vor mehreren hundert Jahren aus Thüringen eingewandert, doch kann man heute Be- stimmtes über ihre Herkunft nicht mehr ermitteln. Sie waren da und begannen mit ihrem formschönen Handwerk, das ihren Namen und ihre Erzeugnisse in der ganzen Welt bekanntmachte. Gablonzer Glaswaren, bald durchsichtig, bald mattiert, bald gefärbt, je nachdem der Geschmack es verlangt — sie sind ein Begriff für Arbeiten bester Form und harmonischer Farbenzusammenstellung. Der Große'Krieg schlug auch der Gablonzer Industrie schwere Wunden: fast alle Fäden, die sie mit der Welt verbanden, waren ab geschnitten. Nur mit größter Mühe konnte im Laufe der Jahre das verlorengegangene Gelände wieder erobert werden. Welch bedeutender Faktor die Gablonzer Glasindustrie wieder geworden war, ergibt sich aus einer Zahl: sie führte im ehemals tschecho-slowakischen Staat alljährlich für rund 120 Millionen RM. (gleich anderthalb Milliarden Tschechenkronen) Glasschmuck ins Ausland aus. Zu den wirtschaftspolitischen Folgen des Krieges kamen dann aber auch noch andere Auswirkungen. Der sich wandelnde Publikumsgeschmack und das Auftreten neuer Werkstoffe, wie Kunstharz, Kunsthorn und (Teilen, erforderten eine Umstellung und waren die Ursache dafür, daß die Gablonzer ihrem bisher einzig verwandten Rohstoff Glas untreu werden mußten. Man paßte sich an: man fertigte Holzperlen an, machte Spangen aus Kunstharz. Ja, man verließ überhaupt das Gebiet der Bijouterie, des Schmucks, und fertigte Topfuntersätze und Serviettenringe an, schuf Lampen und Lüster und machte schließlich sogar Katzenaugen für das Fahrrad und möglichst reibungsloses Zusammenarbeiten unerläßlich. Die beteiligten Vereine leaen Wert darauf, Reisen geschlossen durchzuführen, D. h. mit mehreren Mannschaften zu gleicher Zett an einem Ort ober aber in der Nähe zu spielen. Neben den selbstver- stänblichen Sonderwünschen, die bei Abgabe der Meldung geäußert werden können, erfordern gerade die Umstande erhebliche Mehrarbeit und eine in jeder Beziehung vorbildliche Uebersicht. Auf jeden Fall ist ein schönes Stück Arbeit geschafft, wenn die Vereine zufriedengestellt sind und die Runde begonnen hat. Trotzdem immer noch Meldungen ausstehen, ist die Einteilung der Kreisklassen nach einem einheitlichen Plan vorgenommen worden. Man hat also auf die geplante Vereinfachung zurückgegriffen und im Interesse aller das Einklassen-System eingeführt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuerung einführen wird. An ihrer Zweckmäßigkeit ist nicht zu zweifeln, zumal sich eine bessere Ein- bezw. Unterteilung gar nicht hätte ermöglichen lassen. Daneben hat man die Gewißheit, daß der Erste, der dann ab ende abgehalten. Beide Veranstaltungen erfreuten sich eines zahlreichen Besuches und fanden allgemein Anklang, ebenso auch der am letzten Dienstag im Lager abgehaltene Lagerabend. Außerdem fand im Lager eine Kundgebung mit Landrat Klo st ermann statt, und in der Turnhalle wurden den Pimpfen durch die Gau- filmfteUe verschiedene Filme vorgesührt. Daß das dicht am Lager liegende Schwimmbad von den Pimpfen fleißig benutzt wurde, ist wohl leicht verständlich. Die Pimpfe, die zum Jungbann 115 zählten, stammten aus Darmstadt und Umgebung. Bei ihren Aufmärschen konnte man besonders ihre gut ausgebildeten Spielmannszüge bewundern. Landkreis Gießen. § Laubach, 2. Aug. In unserer Stadt hatten 139 KdF.-Urlauber der Firma Opel (Rüsselsheim) gastliche Aufnahme gefunden. Durch tag« lich" Wanderungen in die nähere Umgebung Laubachs und durch den Besuch des schöngelegenen Schwimmbades fanden die Gäste gute Erholung. Auch wurde eine Omnibusfahrt auf den Hoyerods- kopf unternommen. Am Sonntag fand nun im überfüllten Saale des „Schützenhofes" für die KdF.- Urlauber ein Abschiedsabend mit Tanz und sonstigen Darbietungen statt. Bürgermeister Högy sprach namens der Stadt, für die Kreisdienststelle Wetterau der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" sprach Pg. Reitz (Gießen) und für die Gäste Pg. Deckhaus (Mainz-Mombach). Am Montagvormittag wurden die Opel-Urlauber mit vier Omnibussen wieder in ihre Heimat gebracht. Die Tage der Erholung in Laubach werden ihnen unvergeßlich bleiben. — In den staatlichen Maloder aber höchstens 10 Schlechtpunkte erhalten hatten. 130 Teilnehmer holten sich die Silberne Alpenplakette für höchstens 30 Strafpunkte, und weitere 19 Fahrer wurden mit der Eisernen Alpen- plakette (bis zu 60 Strafpunkte) ausgezeichnet. Der höchste Preis, das Edelweiß, wurde in jeder Wertungsgruppe dem Fahrer zuerkannt, der mit der Goldenen Alpenplakette ausgezeichnet wurde und die höchste Gesamtpunktzahl bei den sechs Sonderprüfungen erhalten hatte. Es kam also hierfür stets nur der unbedingt beste Fahrer jeder Klasse in Frage. Die Firmen, Formationen oder Sportverbände, denen die Edelweißträger angehören, wurden mit dem Alpenpokal ausgezeichnet. Der Mannschastspreis der Deutschen Alpenfahrt, der nur für Mannschaften vergeben wurde, deren sämtliche drei Fahrer mit der Goldenen Deutschen Alpenplakette ausgezeichnet wurden, konnte an sechs Mannschaften vergeben werden. Sehr aufschlußreich ist, wie sich die Mannschatts- preise der Deutschen Alpensahri auf die einzelnen Fahrzeuggruppen und innerhalb dieser auf die Klassen verteilen. Von den sechs Preisen wurden drei mit Motorrädern gewonnen, alle drei mit 250- ccm-Maschinen. Man erkennt daraus, daß im bergigen Gelände auf kurvenreichen, schlechten Straßen das wendige Motorrad gut zu gebrauchen ist. Die drei anderen Mannschaftspreise erhielten Sportwagenfahrer, je einer entfiel auf die Klassen bis 1,5, bis 2 und bis 3 Liter. Leer gingen die Krafträder mit Seitenwagen und die serienmäßigen Personenkraftwagen aus. Kurze Gporluotizen. Großartige Zeiten wurden am ersten Trainingstag zum Rennen um den Großen Motorradpreis von Schweden auf der Saxtorp-Strecke bei Malmö erzielt. Europameister Oberfeldwebel Meier (BMW.) drehte mit 5:31 Minuten (= 157,9 km/st) eine Rekordrunde und war damit schnellster Fahrer des Tages. In den Klassen bis 250 und bis 350 ccm fuhren die DKW.-Maschinen die besten Zetten. ♦ W eltre ko rdmann Rudolf Harbig (Dresden) gewann bei dem internationalen Leichtathletik-Sportfest in feiner Heimatstadt die 400 Meter überlegen in genau 47 Sekunden vor dem Italiener Missoni in 48,4 Sekunden. Trippe (Berlin) schaffte einen Diskuswurf vvn 50,09 Meter. LpreMftnnden Do ton. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Wirtschaft Der landwirtschaftliche Marktbeobachter reien. Die Abwicklung der alten S) afer = Vorräte macht nur langsam Fortschritte, da die oft geringe Qualität kein Kaufinteresse findet. Die Verwertung der Oelsruchternte schreitet dagegen rasch weiter. Bei der allgemeinen Bedeutung der Oelfrüchte für unsere Fettoersorgung wird jetzt überall eine Ausdehnung des Anbaues angestrebt, zumal hierfür in Hessen-Nassau die Voraussetzungen recht günstig sind. Futtermittel stehen in fast allen Sorten ausreichend zur Verfügung. Kleie kam aus dem Auslande heran. Im August wird auch die gemischte Zuteilung von Kartoffelflocken, Mais, Futtergerste und Schnitzel zur Auslieferung gelangen. Für die Kleintierhalter stehen genügend .gute Misch futtermittel, wie ab er auch Futterweizen usw. zur Verfügung. Der Absatz in Stroh hat sich noch nicht gebessert, zumal auch in diesem Fahre eine gute Strohernte erwartet wird. Dagegen ist Heu besser angeboten, so daß die Käufer ziemlich zufriedengestellt werden können. Die Weizenmehlumsätze waren in der letzten Zeit sehr lebhaft, weil sich die Verarbeiter noch mit den alten Mehltypen eingedeckt haben. Der Roggenmehlmarkt ist ausgeglichener, nachdem jetzt die norddeutschen Mühlen sich mehr auf die Herstellung des neuen Roggenmehles, Type 700, umgestellt haben. Die hiesigen Mühlen beliefern da- änderungen aufzuweisen. Fn hohem Maße dauerte die Zurückhaltung an. Während IG.-Farben mit 144,90 AEG. mit 114,50, Rheinstahl mit 134,25, Hoesch mit 106,25, Metallgesellschaft mit 114 40 und u. a. Adlerwerke mit 99,50 unverändert lagen, konnten sich Mannesmann und Verein. Stahl um je 0,13 v.H auf 103,25 bzw. 98,75, MAN. um 050 v. H auf 142,50, Demag um 0,75 v. H. auf 139,75, Licht & Kraft um 0,50 v. H. auf 129,50 und Ges- fürel um 0,25 v. H. auf 126,50 erhöhen. Andererseits bröckelten Scheideanstalt aus 204,50 (20a) ab, und Akkumulatoren gaben zum Einheitskurs lo. H. nach auf 217. Renten lagen völlig gefchaftslos, 6 v.H. FG.-Farben wurden zu 119,65 (119,50) ge= fraqt. Im Freiverkehr hatten Kommunal-Umjchu!- dung bei uno. 93,20 etwas Umsatz. In Stsuergut- scheinen verblieb etwas Angebot. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. Auftrieb: Rinder 918 (gegen 987 am 27. Juli), darunter 117 (121) Ochsen, 163 (187) Bullen, 456 (473) Kühe, 182 (206) Färsen. Kälber 582 (766), Hämmel und Schafe 113 (136), Schweine 1122 (711), Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.. Ochsen a) 45,50 bis 46,50 (44,50 bis 46 50), b) 42,50 Ml 5ß bis 42 50) c) 37,50 (37,50). Bullen a) 43,50 bis' 44 50 (43'bis 44,50), b) 39,50 bis 40,50 (40,50). Kühe a) 43 bis 44',50 (42 bis 44,50) b) 39 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 18 bis 25 (23 bis 25). Färsen a) 45 bis 45,50 (44 50 bis 45,50), b) 41,50 (40 bis 41,50), c) 34 bis' 36,50 (33,50 bis 36,56), d) 28 (28) Kalber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55J)is 59 (56 bis 59 , c) 47 bis 50 (48 bis 50), d) 30 bis 40 (40). Hämmel bl) 49 bis 50 (49 bis 50), £2) 43 b\s 44 (—) c) 38 bis 42 (35 bis 40), d) 30 bis 3a (—). Schafe a) 42 (40 bis 42) b) 34 bis 39 (33 bis 39), c) 25 bis 32 (27 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 61 (61). Marktverlauf: Rinder, Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 3. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 455 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis 18 RM 6 bis 8 Wochen alte 18 bis 23 RM., über 8 Wochen alte Tiere bis 30 RM. pro Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt. Das regnerische Wetter verzägert die Einbringung der Getreideernte auch in Hessen-Nassau, wo fast überall Roggen- und Sommergerste geschnitten sind, aber bisher nur zu einem geringen Teil em- gebracht werden konnte. Zur Beschleunigung der Erntearbeiten ist überall der Einsatz aller verfügbaren Hilfskräfte eingeleitet. Die bisher oorgelegten Muster von Weizen und Roggen waren von sehr guter Beschaffenheit, so daß also auch m dieser Hinsicht die besten Aussichten bestehen. Die Mühlen kaufen Brotgetreide für sofortige Ablieferung, wobei sie naturgemäß auf beste Herrichtung Wert legen. Außerdem stehen ihnen aber noch grotze Vorräte zur Verfügung, wie sie ja auch Roggen alter Ernte demnächst von der Reichsstelle wieder zuaewiesen erhalten. » Die Anlieferugen in W i n t e r g e r ft >e haben wieder sehr nachgelassen, da ein großer Teil des Ertrages für die Versiitterung dienen muß. Die gute Beschaffenheit der Wintergerste erleichterte in diesem Fahre ihre Verwertung zu Fndustriezwecken. Von Braugerste liegen bereits Muster recht guter Beschaffenheit vor, allerdings muß man jetzt in den südlichen Bezirken mit einer Beeinträchtigung der teils schon geschnittenen Gerste rechnen. Soweit Sommergerste bereits verfügbar war, erfolgten Verladungen an die Mälzereien und BraueVom Amtsgericht Gießen. Heber das Vermögen des Kaufmanns Karl Horst , Inhaber der Firma Carl Horn in Gießen, Marktstraße, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Zum Konkursverwalter wurde der Bücherrevisor Ludwig Schultheiß in Gießen bestimmt. Anmeldefrist bis 31. August 1939, erste Gläubigerversammlung und allgemeiner Prüfungstermin am 11. September 1939, offener Arrest mit Anzeigepflicht bis zum 11. September 1939. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse lustlos. Frankfurt a. M., 3. August. Die Börse entbehrte weiterhin jeglicher Anregung und war nahezu geschäftslos. Da jedoch die Abgaben der letzten Tage nachgelassen haben, konnten sich die Kurse am Aktienmarkt gut behaupten und teilweise leicht befestigen, doch laa ihnen nur denkbar kleinster Umsatz zugrunde. Leicht befestigt waren u. a. FG -Farben auf 144,90 (144,50), Mannesmann aus 103,13 (102,75), AEG. auf 114,50 (114), ferner RWE. auf 114,90 (114,65), Heidelberger Zement auf 144,50 (143,75) und Conti Gummi auf 216,25 (216). Erneut 1 v. H. schwächer lagen Bemberg mit 131, außerdem bröckelten Gesfürel auf 126,25 (126,50) und AG. für Verkehr auf 112,50 (113) ab. Unverändert setzten u. a. Reichsbank mit 179,75, Hoesch mit 106,25, Verein. Stahl mit 98,50, Scheideanstalt mit 205, Adlerwerke mit 99,50, Westdeutsche Kaufhof mit 96,75 und Rheinmetall mit 117 em. An den festverzinslichen Märkten kam es ebenfalls nur zu kleinem Geschäft bei größtenteils unveränderten Kursen. So u. a. in Gvldpfand- (rriefen, Staats- und Stadtanleihen. Von letzteren Heidelberger jedoch 0,75 v. H. ermäßigt auf 95,75, andererseits 4,50 v. H. Hanau 97,50 . (97,2a). Liauidationspfandbriefe mit Industrie-Obligationen schwankten bis 0,25 v. H., 5 v. H. Gelsenberg 0,50 v.H. erholt auf 98,75. Reichsaltbesitz wurden zu um). 132 gefragt, Reichsbahn-DA. lagen 0,13 v.H. höher mit 122,90. Steuergutscheine gingen in beiden Serien bei größerem Angebot 0,25 bis 0,50 v. H. zurück. Fm Verlause fehlte es an jeder Unternehmungslust und weitere Umsätze fanden kaum statt. Die später notierten Papiere lagen überwiegend etwas höher. Der Freiverkehr war sehr ruhig und behauptet. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm einen sehr stillen Verlauf und hatte meist nur geringe nominelle Kursoergegen ihre Abnehmer mit dem seitherigen Mehl weiter. , ... . Die Kartoffelversorgung ist aus der eigenen Ernte sichergestellt, ober ein Versand ist vorläufig noch nicht möglich. Mit der allseitigen Rodung der mittelfrühen Kartoffeln kam die Anlieferungspflicht wieder in Fortfall. Ebenso günstig ist die Marktbeschickung mit Obst aller Art im Rhein-Maingebiet. Fn Stachelbeeren war die Ernte so reichlich, daß eine Verwertung nur mit dem verstärkten Einsatz der Industrie möglich war. Die letzt hauptsächlich geernteten Pfirsiche und Fruhpflau- Die kinderlandverfchickung braucht Pflegestellen für unsere Fugend! men müssen aber über den Frischmarkt verwertet werden während Aprikosen und Sauerkirschen, wie auch Renekloden wieder in die Industrie gehen. Die Preisregelung obliegt nach wie vor dem Reichskommissar für die Preisbildung bzw. seinen Preisüberwachungsstellen. In Gemüse bringt das Rhein-Main-Gebiet eine überaus reiche Ernte em, wofür die starke Beschickung der Märkte zeugt. Weißkohl, Blumenkohl und auch Kopfsalat sind als billige Massengemüse überall vertreten. Aber auch an anderen Sorten kann die Hausfrau ihren Bedarf leicht befriedigen. Die Fleischoersorgung bewegt sich in den bisherigen Bahnen. Die Auftriebszahlen werden sowohl in Rindern, wie auch m Kälbern und Schweinen im Rhein-Main-Gebiet erreicht, so daß die Verarbeiter entsprechend versorgt werden können. Fedoch ist für diese, wie für den Verbraucher eine Einteilung der verfügbaren Mengen nötig, wobei für diesen Seefische aller Art den zweckmäßigsten Ausgleich bringen können. Hammelfleisch steht jetzt auch reichlicher zur Verfügung, nachdem die Weide- abtriebe beginnen. Fn der Versorgung mit Molkerei- erzeugnissen und Eiern hat sich kaum eine Aenderung ergeben. Die Landwirtschaft hat jetzt größeren Eigenbedarf, bemüht sich aber doch, die gleichen Mengen an Milch abzuliefern, so daß Frischmilchbedarf und Buttererzeugung gedeckt bzw. fast unverändert sind. Bei Käse rücken immer mehr die preiswerten, bodenständigen Sorten, wie Mainzerkäse und Qu ar g in den Vordergrund. Fn der Eiererfassung ist der Stand des Vorjahres rwch nicht erreicht, da die Schäden des Schwarzhandels noch nicht ausgemerzt werden konnten. Fnfolge- dessen muß sich die Belieferung der größeren Plätze auf die Eingänge aus dem Reichsausgleich stützen. SOMMER «SEHMIXS» ITERKÄWF wird den Lochbetrieb nicht stoppen. So begeistert wie ich kaufte, so kaufen viele, viele Menschen hier,. Und warum? Weil es nach wie vor stark herabgesetzte Preise gibt und noch immer gute Ware in allen zugelassenen Abteilungen zu gewinnen ist. Ja, ja, die Schlauen wissen wo es lohnt ... hier iin Sommer - Schluß - Verkauf ..." A Stoffspezialhaus -5 Bernard & Sohn a Plockstraße 14-16 GIESSEN Fernsprecher 2514 5318a V vom 31. uli bis 12. August Weilburg (Lahn) Besucht das herrlich gelegene Schloiterrassen-taie Täglich nachmittags und abends Konzert in der anschließenden Orangerie. Eigene Stonbitorci. 03768 Inh. W. Görtz, H otel Traube. Mliener und Pickel entfernt Schönheltswassor Aphrodite So wirkt Drogerie Winterhoff, Krenzplatz 10 Löwen-Drogerie, Seltersweg 69 Parfümerie Plank, Seifersweg 8 Frisier-Salon Wahl, Bahnhofstr. 63 Parfflmerle E. Muhl, Dfänsbnrg 8. CARL SOMMER Bahnhosstr. 14 Es gibt in j* Gießen H so manchen R Herrn, der kleidet sich I immer wieder 1 bei Sommer 1 so gern! Luftreiniger und Desinfektore in vernick. Behältern. In den Gerüchen: Flieder, Veilchen und Tanne. 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