Ur. 153 Erstes Blatt 189. Jahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblütter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnackp richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranisurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfität-druckerei 8. Lauge iu Siche«. Schristleiiung und Geschäftsstelle: Lchulstrahe 7 Ausklang der pariser Saison. Von unserem H.B.-Korrespondenten. Dienstag. 4-Juli 1939 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe sür Anzeigen von 22 mm . Breite 7 Rpf., für Text- R anzeigen von70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach oorh.Dereinbg.250/o mehr. Lrmahtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Paris, 2. Juli 1939. „Sie Kommunisten ließen mit einer erstaunlichen Maesttia die Pultdeckel klappern. Und unter diesem Lärm trennte sich die Kammer." Dies sind die Schlußsätze eines französischen Berichtes über die letzte Kammersitzung vor den großen Ferren. Sie geben ungefähr ein Bild von dem, wozu die französische Kammer in der letzten Frühjahrssaison fähig war: ein bißchen Lärm machen, der manchmal sich zum Sturm steigerte, einige Resolutionen fassen, die zum größten Teil nicht verwirklicht wurden, Debatten, die jedoch nicht zum praktischen Abschluß -gebracht wurden. Für all dies zeigte die breite Oeffentlichkeit kaum noch Interesse, und die Kammertribünen waren nur gefüllt, wenn Mlnister- präsident Daladier zu allgemeinen Erklärungen das Wort ergriff. Und auch Daladier ließ das Parlament oft beifeite und wandte sich über den Rundfunk direkt an das französische Volks, wenn er ihm in innen- oder außenpolitisckzer Hinsicht etwas zu sagen hatte. Die Dekadenz des Parlamentarismus in Frankreich wird durch diese Arbeitsmethoden des französischen Ministerpräsidenten am besten illu- striert. ... Früher war es üblich, daß die französischen Blatter nach Schluß einer Parlamentssession die „Bilanz" der parlamentarischen Arbeiten veröffentlichten. Sie brachten eine mehr oder weniger lange Lifte von Gesetzen, die verabschiedet worden waren, von großen innen- und außerpolitischen Debatten, die Klärung über diese oder jene Frage gebracht hatten, von Regierungskrisen, die durch mehr oder weniger langwierige Verhandlungen beigelegt werden konnten. Heute ist das anders. Ministerpräsident Daladier regiert mit Vollmachten, und das Ende seiner Herrschaft ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Das Kapitel „Regierungskrise" ist seit über einem Jahr — die Regierung Daladier ist seit dem 10. April 1938 am Ruder — aus den Zeitungen verschwunden. Wenn sich doch einmal einige Risse in dem Regierungsgebäude zeigten, dann wurde nicht mehr, wie früher, das ganze Gebäude abgerissen, sondern Daladier wechselte innerhalb einiger Stunden die in Frage kommenden Minister aus. Gegenüber dem Parlament hatte Daladier einen Grundsatz: es möglichst wenig tagen zu lassen, um desto ungestörter regieren zu können. Das französische Parlament tagt gegenwärtig nur noch genau so lange, wie es durch die Verfassung vorgeschrieben ist, d. h. vier bis fünf Monate im Jahr. In der nunmehr zu Ende gegangenen Früh- jahrssession hat die französische Kammer wohl den Rekord an unfruchtbarer Arbeit aufgestellt. An Gesetzesprojekten ist nur eines verabschiedet worden, ein Projekt, das im großen und ganzen nur die Abgeordneten und Wahlstrategen im Lande, also einige tausend Leute, interessiert: die W a h l - Reform, Ob die nächsten Wahlen nach dem Kreis- und Zweiwahlgangsystem wie bisher oder nach dem Verhältniswahlsystem, wie es die Kammer schließlich beschlossen hat, stattfinden, interessiert die französische Oeffentlichkeit im gegenwärtigen Augenblick herzlich wenig, und es ist überdies sehr fraglich, ob die Wahlen im nächsten Mai überhaupt stattfinden werden. Die Kammer hat es nicht einmal fertig gebracht, das Amnestiegesetz, dos anläßlich der Wiederwahl des Staatspräsidenten Albert Lebrun erlassen werden sollte, zu verabschieden, diese Frage wird, wie viele anderen Probleme, ebenfalls durch die Notverordnungsmaschine gelöst werden. Der Plan der Gewährung einer Altersrente konnte ebenfalls nicht verwirklicht werden; die Kammer war nicht imstande, darüber in eine tiefere Aussprache einzutreten, und Ministerpräsident Daladier hat die Illusionen der Linksextremisten zerstreut, indem er erklärte, daß für die Erteilung einer Altersrente gegenwärtig kein Geld vorhanden sei. Es ist noch nie vorgekommen, daß dem Srnat während einer Parlamentssaison auch nicht ein einziges größeres Projekt zur Beratung zuging, denn selbst die Wahlreform wurde erst in letzter Minute von der Kammer angenommen, so daß die Vorlage erst im Spätherbst dem Senat zur Beratung zu- gehen kann. Die Parlamentsberichterstattung ist daher selbst in den französischen Blättern arg zusammengeschrumpft, und es ist bezeichnend für die ge- gegenwärtige innerpolitische Lage m Frankreich, daß selbst in dem sozialistischen „Populaire" öfters Klage über die Dekadenz der parlamentarischen Einrichtungen in Frankreich geführt wurde. So hat außer den Kommunisten kaum jemand in Frankreich den frühen Schluß der Parlamentssession bedauert. Die Pariser „S a i s 0 n" ist auch früher als fonst zu Ende gegangen. Die Theater beginnen ihre Sommerferien jetzt bereits Mitte Juni. Die Theaterkrise hält an. Sie hat zwei Ursachen: es fehlt an zugkräftigen Stücken, und wirkliche Theatererfolge werden "immer seltener. Der Film ist anderseits eine immer stärkere Konkurrenz für das Theater. Es ist noch nie vorgekommen, daß am Vorabend der „Großen Woche", die den Höhepunkt der Pariser Saison bildet, nicht weniger als sechs Pariser Theater ihre Pforten geschlossen haben. Früher haben sie in dieser Woche die größten Einnahmen erzielt, heute schließen sie. Die „Große Woche" brachte, wie üblich, für die Volksmassen die berühmten rennsportlichen Deranstaltun- g e n in Auteuil und Longchamps mit dem „G r a n i> Prix" als Abschluß, für die „oberen Zehntausend" einige Nachtfeste, die in diesem Jahr durch die Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Eiffelturms eine Bereicherung erhielten. Das Herzogspaar von Windsor beteiligte sich an den meisten dieser Feste und war sicherlich das meAphotographierte Paar der „Großen Woche". Der Sultan von Marokko und der Kaiser von Annam, die gegenwärtig hier weilen, endeten in diesem Rennen um die Volkstümlichkeit auf den Ehrenplätzen. Inzwischen haben sich die Pariser auf die Ferien vorbereitet. Das erste Kontingent hat am 1. Juli Paris verlassen. Die Badeorte des Aermel- kanals, der Normandie, der Bretagne und des Atlantischen Ozeans sind bereits voll besetzt. Die Mieten sind stark gestiegen, da viele Pariser immer noch in der Furcht eines baldigen' Konflikts leben und deshalb ihr Haus oder ihre Wohnung am Meer nicht, wie früher, nur für die Ferienzeit sondern fürs ganze Fahr gemietet haben. Nur die Vermieter sind mit diesem Zustand ganz zufrieden. Die Arbeiter werden in diesem Jahr nicht wie im letzten Jahr ihren Urlaub alle zum gleichen Zeitpunkt erhalten. Es heißt, daß zum mindesten die für die nationale Verteidigung arbeitenden Fabriken Danzig. 3. Juli. wie die Bank von Danzig mitteill. hat sie den Transfer für den Zins- und Zahlungsdienst der Danziger Ausländsanleihen bis auf weiteres e i n g e st e l l t. Desgleichen werden freie Devisen für Zahlung des Kapitalverkehrs nach dem Ausland, d. h. für Zahlungen, die nicht den Warenverkehr und feine Nebenkosten sowie den Reiseverkehr betreffen, bis auf weiteres nicht wehr zur Verfügung gestellt. Die nicht transferierten Guldenzahlungen an Ausländer werden auf gefperrlen Ausländerguldenkonten gutgeschrieben. Dazu wird erklärt, daß das Devisenaufkommen der Danziger Wirtschaft sowohl aus dem yasenum- schlog als auch aus dem Export nach Polen i m - mer geringer wurde. Der Danziger hafenum- schlag, der noch 1928 einen wert von 1476 Millionen Gulden hatte, sank im Jahre 1938 auf 375 Millionen. In der gleichen Zeit st i c g der U m - schlag des Warenwertes über ©hingen von 133 Millionen im Jahre 1929 auf 1183 Millionen im Jahre 1938. Das Danziger Devisen- B ad- Wildungen, 3. Juli. (DNB.) Unter Leitung des Inspekteurs der Nachrichtentruppen findet vom 2. bis 7. Juli im Raum von Bad Pyrmont — Paderborn — Siegen — Bad Kissingen — Sondershausen eine Rahmenübung der Heeresnach- richtenverbände Generalmajor H e l l gi e b e l statt. Diese Hebung ist das bisher größte Manöver dieser modernen technischen Truppe. Eingesetzt werden etwa 10 000 Mann. Die beiden Fronten Rot und Blau stehen sich in der Stärke von mehreren Armeen gegenüber. Der Zweck der Uebung ist es, den Nachrichtenapparat zu überprüfen und in ganz großen Räumen zu erproben. Zwei nebeneinander herlaufende Handlungen machen diese Nachrichtenübung interessant und für den Beobachter besonders reizvoll. Die eine Handlung ist das kriegsmäßige Spiel der beiden Parteien Rot und Blau, die andere Handlung ist der technische Aufbau des Nachrichtennetzes für die Manöverleitung, also die Erstellung des neutralen Nachrichtenapparates. Die Manöverleitung hat ihren Sitz in Kassel, wo eine große Schule die vielseitige Organisation beherbergt. Für das neutrale Nachrichtennetz, das bis zu den Divisionsstaben beider Fronten reicht, und das, da es friedens- mäßiq aufgebaut ist, zum Teil auch auf die Leitungen der Reichspost zurückgreifen kann, wurden von der Truppe allein Leitungen von fast 400 Kilo- im Gegensatz zum letzten Jahr, wo sie ganz geschlossen wurden, geöffnet bleiben, und daß die Arbeiter schichtweise in die Ferien geschickt werden sollen. Auch eine andere Volksfronterrungenschaft wird demnächst zu Grabe getragen werden: Die Geschäfte werden wieder an allen Wochentagen, also auch am Montag, geöffnet werden. Die finnischenAeichsiagswahlen Helsinki, 4. Juli. (DNB. Funkspruch.) Heute früh lag folgendes Ergebnis der finnischen Reichs- tagswayl vor, das sich jedoch vielleicht noch um je ein bis zwei Sitze nach oben oder unten verschieben kann: Vaterländische Volksbewegung 7 (1936: 14), Finnische Sammlungspartei 24 (20), Fortschrittspartei 8 (7), Bauernpartei 55 (53), Kleinbauernpartei 3 (2), Sozialdemokraten 85 (83), Schweden 18 (21). Die Grundlage der jetzigen Regierungsmehrheit (Fortschrittler, Agrarier und Sozialdemokraten) b e st e h t f 0 m i t w e i t e r. Diese Mehrheit kann wahrscheinlich im neuen Reichstag über 148 (bisher 143) Sitze von insgesamt 200 verfügen. aufkommen aus der Kommisfious-, Speditions- und Maklertätigkeit im Hafenumschlag und im Transit- Handel wurde entsprechend geringer. Andererseits verschlechterte sich die Danziger Handels- und Zahlungsbilanz gegenüber Plolen, die feit Jahr und Tag infolge der Mehrabnahme polnischer waren durch Danzig für Danzig passiv war, immer mehr. Jatte schon in früheren Jahren Danzig für die Warenbezüge aus Polen jährlich etwa 25 bis 30 Millionen Zloty in freien Devisen zur Verfügung zu stellen, so ist infolge des Boykotts Danziger waren in Polen dieses Verhältnis katastrophal verschlechtert worden. Ferner mußte Danzig seine Einfuhr steigern, um feine Industrie zu modernisieren und eine erhöhte Ausfuhr zu ermöglichen, damit der Ausfall von Einnahmen im Hafenumschlag und im Export nach Polen.wenigstens einigermaßen ausgeglichen wurde. Diese drei Faktoren hatten zur Folge, daß die Lücke in der Danziger Devisenbilanz immer größer wurde und so sah sich die Bank von Danzig im Interesse der Danziger Wirtschaft zur Linstellungdes Transfers genötigt. meter Länge gebaut, die alle ihre Zentrale bei der Hebungsleitung haben. Dazu kommt noch die Funktelegraphie. lieber Draht und Funk dirigert und überprüft von Kassel aus die Manöverleitung die Operationen, die schon in vollem Gange sind. Am Montagabend gab der Inspektor der Nachrichtentruppe, Generalmajor H e l l g i e b e l, den Gästen, die an dem Manöver teilnehmen, einen Empfang im Fürstenhof, bei dem auch der Che der italienischen Genietruppe, Giuliano, führende Männer von Partei und Behörden sowie der Wehrwissenschaft und der Wehrwirtschaft zugegen waren. Der General erklärte, daß das Manöver nicht etrocfige großartige Gefechtsbilder mit viel Soldaten, Knall und Rauch bringen werde, daß aber trotzdem die Nachrichtentruppe im heutigen Krieg non besonders hoher Bedeutung sei. Die straffere Führung der Verbände sei im modernen Krieg besonders wichtig. Die Motorisierung und die Ausbildung der technischen Waffen habe auch die große Veränderung in der Führung der modernen Wehrmacht gebracht und damit auch ein ganz neuartiges und modernes Nachrichtenwesen gefordert. Ziel der Ausbildung in der Nachrichtentrup ie sei es daher, alle Voraussetzungen für die restlose Erfüllung der dem Nachrichtenwesen gestellten Aufgaben zu schaffen. OieNervenkrisisderEinkreiser Wer Danzig kennt, liebt es. Und auch für die Binnendeutschen, die Danzig noch nicht ge= eh en haben, ist diese alte Hafenstadt umwittert mit der Glorie der Deutschen Hansa und eines wagemutigen Geistes, der sich seine Denkmäler in Schiffen, Bauten und in einer rührigen Industrie gesetzt hat. Aber daß von Danzig Glück und Wehe des englischen Weltreiches abhängt, daß Danzig der Nabel der Welt ist, das hat noch kein Deutscher behauptet. Allein, in dem Londoner „Observer" lesen wir: „Für die ganze Derteidi- gungsfront (gemeint ist: Einkreisungsfront) ist Danzig die Probe der Säurefestig- keit. Warum das? Ist Danzig nicht nach Ansicht ununterrichteter Menschen eine kleine und örtliche Angelegenheit? Das ist falsch. Danzig ist der Schlüs- el zu fernen und weiten Entwicklungen; zweifellos chließt es das Schicksal von ganz Polen und noch mehr ein, das Britische Reich nicht ausgenommen. Denn Danzig ist der P r ü f st ei n für all unsere Verpflichtungen, das Maß unseres Mutes und unserer Anständigkeit in allen Beziehungen, der kritische Punkt in unserem ganzen diplomatischen System. Ein Versagen oder ein Zusammenbruch in bezug auf Danzig würde die Friedensfront (Einkreisung) erschüttern. Die Folge wäre die Vereinzelung Englands und nicht bloß das, sondern die Vereinzelung mit Schmach und Schande. Der Kapitulation (Englands) in Europa würde seine Kapitulation in der ganzen Welt folgen." Hier spricht der Wahnsinn! Ein gemeingefährlicher Wahnsinn! Es heißt die Wichtigkeit Danzigs nicht schmälern, wenn die Gleichsetzung zwischen dem Bestand des englischen Weltreichs und dem Verbleiben Danzigs im polnischen Zollbereich als glatter Wahnsinn abgelehnt wird. Die englische Presse ist ihrer Nerven nicht mehr Herr. Sie schlägt mit Mammut-Heberschriften los. Die Korrespondenten in Warschau, Danzig, Berlin, Paris und weiß der Himmel noch, in welchen anderen Städten, werden auf Trab gesetzt und müssen Sensationen melden. Sa weilt ein „Kraft-durch- Freude"- Schiff im Danziger Hafen zum Beginn eines Putsches. Und ein „diplomatischer" Korrespondent erörtert die Frage, ob die augenblickliche Verfassung Savzigs einen Besuch des Führers in Danzig erlaube oder ausschließe. Würde aber ein Gendarmerie-Hauptmann beruflich aus der Fülle dieser Nachrichten und Gerüchte an seine vorgesetzte Behörde einen Bericht machen müssen, der Hand und Fuß hat, so käme er in. tödlichste Verlegenheit. Dieser Gendarmerie-Hauptmann könnte seiner Behörde nicht melden: „Das und das liegt vor", sondern er müßte jeden Satz mit den fatalen Worten beginnen: „Es heißt..." oder „Es wird vermutet ..." oder „Man darf erwarten ..." Irgendwie muß auch der tollste Journalismus im Rahmen eines „Berichtes" bleiben. Wenn sich der Journalismus nur in Vermutungen, Unterstellungen, Kombinationen ergeht, so ist er nicht mehr Journalismus, sondern ganz einfaches Geschwätz. Und weil dieses Geschwätz die Absicht der Friedensstörung hat, so ist es ein gemeingefährliches Geschwätz. Die Franzosen leisten sich in ihrer Berichterstattung auch manchen Bocksprung. Aber es ist doch bezeichnend, daß der Berliner Berichterstatter des „Journal" ausdrücklich englische Nachrichten erwähnt und als falsch bezeichnet, nach denen der Verkehr „Unter den Linden" in Berlin lahmgelegt fei, weil dauernd Truppen durchmarschierten. Dieser Franzose ist gewissenhaft genug, seine Landsleute vor diesem krassen Humbug zu warnen. Er weiß genau, wie gefährlich die Massensuggestion jedem werden kann, der sich ihr widersetzt. Er beruft sich daher ausdrücklich darauf, daß die Botschaften Frankreichs und Englands „Unter den Linden" gelegen seien, und daß man auch in diesen Botschaften von den fabelhaften Verkehrsstockungen infolge der Durchmärsche riesiger üruppenmertgen nichts bemerkt habe. Bei einer solchen Raserei eines losgelasienen Journalismus' fehlt — selbstverständlich! — der Versuch nicht, zwischen das deutsche Volk und seine Führung einen Keil zu treiben. Rudolf Heß hat sich mit diesem Anschlag in seiner Rede auf dem „Gautag am Westwall" beschäftigt, an die Schalmeientöne von 1918 auf das modernste ausgerichtete vollkommen motorisierte Truppe geschaffen wurde, die jederzeit auch für die schwersten Aufgaben einsatzbereit ist. Der Führer bei der Lusiwaffe. Besichtigung der neuesten Flugzeuge der Luftwaffe. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber besichtigte am Montag in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall G ö r i n g die Lrprobungsstelle der Luftwaffe Rechlin. Der Generallustzeugmei- ster der Luftwaffe, Generalleutnant Ude t, unter- richtete den Führer über den neuesten Entwicklungs- und Erprobungsstand der deutschen Luftwaffentechnik. Zahlreiche neueste Flugzeuge wurden am Boden vorgesührt und zeigten ebenso in der Luft Spitzenleistungen an Schnelligkeit, technischer Leistungsfähigkeit und fliegerischem Schneid ihrer Ve- sahungen. Der Führer gab wiederholt seiner höchsten Bewunderung und Anerkennung über den hohen Leistungsstand der deutschen F l u g z e u g t e ch n i k und das fliegerische Können der deutschen Luftwaffe Ausdruck. Seim Gsenbahn-Lehr- und Versuchsbaiaillon Berlin, 4. Juli (DNB. Funkspruch.) Nach dem Diktat von Versailles wurden mit der Lust- und Panzerwaffe und der schweren Artillerie auch die Eisenbahn-Regimenter verboten. Mit diesem Verbot bewies die Entente, wie sehr sie vom Wert dieser Truppe überzeugt war, die die Ausgabe hat, die zerstörten Verkehrswege, Straßen- unb Eisenbahnbrücken wieder herzustellen und damit das gesamte Nachschub- und Transportwesen zu sichern Nachdem im November vergangenen Jahres die neu aufgestellten Eisenbahn-Kompanien und Bataillone zum Eisenbahn-Regiment Nr 6 8 zusammengefaßt worden waren und seitdem der weitere Ausbau der Eisenbahntruppe tatkräftig vorangetrieben wurde, fand am Montag auf dem Truppenübungsplatz des Eisenbahn-Lehr- und Versuchs-Bataillons in Fürstenwalde an der Spree zum erstenmal eine B e s ich 11 g u n g der neuerstandenen Truppe durch den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst vonBrauch lisch statt. Hervorragende Leistungen einer wiedererstandenen technischen Truppe. Sie vermittelte ein eindrucksvolles Bild non der hervorragenden Ausbildung der Truppe, ganz gleich, ob es sich um den Bau einer leichten Straßenbrücke oder um die Wiederherstellung einer gesprengten Eisenbahnbrücke für schwerste Lasten handelte. Neben deutschem Material nahm man auch übernommene tschechische B e st ä n d e. Eine andere Kompanie führte mit Exaktheit den ®au einer Feldbahn vor, deren Schienenstrang schon nach wenigen Minuten eine Länge von 100 Meter erreicht hatte. Auch die Besichtigung des großen Kraftwagenparks, der Lagerbestande und Werkzeuge vorn modernen Rammgerät bis zu den Elektromaschinen für Holz- und Eisenarbeit "und der Brückenbaumaterialien zeigte, daß es für die neuerstandene Truppe in der Praxis kein Hindernis gibt, das nicht zu überwältigen wäre. Alle Hebungen der Eisenbahn-Pioniere, die im Kriege dem Chef des Transportwesens unterstellt sind, bewiesen, daß in einer verhältnismäßig kurzen Aufbauzeit eine Danzig stellt den Transfer für den Dienst von Ausländsanleihen ein. Eine Folge der polnischen Wirtschaftspolitik und des Boykotts Danziger Waren Eine Mmenüdnng der Heeresnachrichlentruppe Zusammengebrochene Lügenkampagne. Der ausgebUebene Wochenenöputsch in Danzig. erinnert und die Feststellung getroffen: „Wie bann aber der jag. Friede der (Gerechtigkeit ausfal), das haben mir schaudernd erlebt. Einmal hat das deutsche Volk bas erlebt! Ein zweites Mal wird es das nicht wieder erleben." Die Geschlossenheit zwischen Führung und Volk in Deutschland ist heute d i c st ä r k st e Friede nsbürg schüft. Denn diese Geschlossenheit ift die Voraussetzung für Deutschlands unerschütterliche Ruhe. Darum konnte Rudolf Hetz in Kaiserslauter das Stichwort ausgeben: „Wir sehen gelassen in die Zukunft. Warten wir ab! Wir f(innen abwarten, denn mir sind geschützt durch des Führers Wälle aus Beton und Stahl!" Mehr noch! Auf dieser Geschlossenheit zwischen Führung und Volk in Deutschland beruht die warmherzige Mahnung, die Rudolf Heß von dem „Gautag am Westwall" aus an einen unmittelbaren Nachbarn richtete: „Wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk wirklich seine Soldaten hineinhetzen sollte in einen solchen Selbstmord (eines Angriffes auf den Westwall). Ein Unternehmen im großen Stil würde eine unoorstellbare Katastrophe für den Angreifer sein. Es würde auf fernere Sicht das Ausbluten eines Volkes bedeuten und damit sogar den Selbstmord eines ganzen Volkes." Es beweist, wie gesagt, die oöUige Verkennung der Lage im Deutschen Reich, daß sich in den englischen Reden und Kundgebungen immer der lächerliche Versuch wiederholt, einen Zwiespalt zwischen Führer und Volk zu schassen, etwa in der bekannten Tonart: mit dem guartiqen deutschen Volk werde man schon einig werden, nicht aber mit denen, die es regieren. Minister, Staatsmänner, Parteien, Bischöfe und andere Wortführer der britischen Oeffentlichkeit versuchen es immer wieder in diesem Kehrreim. Jedes Kind in Deutschland wird diesen Welldeglückern bestätigen, daß alle diese Spekulationen völlig zwecklos sind. Volk und Führer sind in Deutschland eins, und diese Geschlossenheit ist durch Jahre des Kampfes- wie auch durch die beispiellosen Erfolge des deutschen Ausbaues fest begründet. Wer vom deutschen Volke etwas will, der muß den Weg zum Füh. r e r wählen, einen anderen gibt cs nicht, am allerwenigsten in einer kritischen Zeit. Ob es Drohungen sind oder Einschüchterungsversuche, hier herrscht nur ein Wille und eine Zuversicht! Wer das nicht begreifen will, der treibt eine Politik ohne Kenntnis der Voraussetzungen. Dr. Ho. Moskaus Antwort. London schwciqt sich über den Inhalt der Note aus. Moskau, 3. Juli. (DNB.) Die fowjetamtliche Agentur „Taß" meldet: „Mo.lotow empfing am 3. Juli den Botschafter Großbritanniens, Seeds, den Botschafter Frankreichs, Naggiar, sowie Strang und überreichte ihnen die Antwort der Sowjetregierung auf die letzten englisch-französischen Vorschläge. Die Unterredung dauerte über eine Stunde." Die Londoner Morgenblätter wissen nur zu berichten, daß über den Inhalt der sowjet- russischen Antwort strengstes Stillschweigen bewahrt werde. Die „Times" meldet ausweichend, man müsse erst die Meinung des britischen Kabinetts zu den letzten Berichten des britischen Botschafters in Moskau abwarten, um klarer sehen zu können. Die britischen Unterhändler hätten bei der Besprechung mit Molotow am Montagnachmittag wieder alle „Anstrengungen" gemacht, um das Abkommen zu beschleunigen. „Daily Herold" meint, man rechne mit einer weiteren Besprechung im Kreml in den nächsten Tagen.. Hieraus könne man schließen, daß noch einige „Meinungsverschiedenheiten" vorhanden seien. Auch der „News Ehronicle" berichtet, daß in der Sowjetantwort einige Einwendungen zu weniger wichtigen Punkten sowie neue Vorschläge enthalten seien. Auch Holland hat feine Garantie erbeten. A m st e r d a m, 3. Juli. (Europapreß.) Gerüchte, wonach bei den in Moskau zwischen den englischen und französischen Unterhändlern und der Sowjetunion geführten Besprechungen auch Holland genannt sein soll, geben dem Reglerungspressedlenst Anlaß, bekanntzugeben, daß die niederländische Negierung über diese Verhandlungen in keiner Weise unterrichtet sei. Es heißt bann wörtlich: „Die diesbezüglichen Berichte sind ihr erst aus den Tageszeitungen bekannt geworden. Die Regle- Timg nimmt in diesem Zusammenhang Gelegenheit, ihren traditionellen Standpunkt, sich außerhalb der derzeitigen europäischen Gegen- sätze zu halten, erneut zu bekräftigen." Mit den Absichten einer Einbeziehung der Niederlande in die Front der von England und Frankreich garantierten kleinen Staaten beschäftigt sich auch das „A l g c m c e n Handelsb 1 a d". Die niederländische Regierung, so schreibt das Blatt, habe nicht nach einer solchen Garantie gefragt, und wenn sie ihr angeboten werde, ®crbe sie sie nicht annehm^n wollen und können. Wenn Holland — von welcher Seite auch immer — angegriffen werden sollte, so würde der Angreifer auf Widerstand stoßen, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur auf holländischen. Denn k einer der großen Nachbarn werde gleichgültig zusehen können, wenn Holland in Europa oder in Uebersee zum Werkzeug gegen ihn gemacht werde. Ein solcher Beistand aber, den Holland selbst erbitte, nachdem ihm von anderer Seite Gewalt angetan worden sei, sei etwas ganz anderes als eine vorweg organisierte einseitige Garantie, 'die die Niederlande von vornherein f e st l e g e und in öen Augen anderer als Vorposten einer bestimmten Gruppe erscheinen lasse. Nur gegen eine alb seitige, gemeinsame Verabredung aller großen Nachbarstaaten Hollands, eine Gebietsverletzung der Niederlande in Europa und in Uehcrfee als Kriegs - faU anzusehen, fei grundsätzlich nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß auch hier Holland es sei, das b i c Verletzung s e st z u st e l l e n habe. Warum schweigt England dazu? Polnische Obersten führen feit einiger Zeit gelegentlich eine so rauhe Sprache, daß sie sich von dem Hetzjargon toll gewordener Chauvinisten nicht mehr unterscheidet. Unter dieser Rubrik gehört auch die Rede des Obersten W e n b a , der sich immerhin Stabschef bes Lagers ber Nationalen Einigung nennt. Dieser schäumende Zeitgenosse brüllt uns über die Grenze ein Wehe ,ZU und versichert uns, Polen habe nicht nur etwas ZU verteidigen, sondern auch „noch etwa; zu erobern!" Wir können dem Herrn Oberst Berlin, 3. Juli. Wieder einmal ist eine systematische Hetze gegen Deutschland kläglich zusammen- gcv'rochen. Seit etwa einer Woche Überboten sich die Blätter der Weltmächte gegenseitig in Alarm- meldungen und L ü g e n p a r oIe n über einen „Nazi-Putsch in Danzig ", der am vorigen Sonntag stattfinden sollte. Heute sind diese Hetzpropheten nun in der unangenehmen Lago, b e'n jämmerlichen Zusammenbruch ber neue ft en Lügenkampagne irgcnbm’c b e - mänteln zu müssen. Zwar hat sich in Deutschland niemand durch diese Provokationen aus der Ruhe bringen lassen, rückschauend seien aber einmal diese „Informationen aus zuverlässigster Quelle" zusammengestellt. Am besten informiert war die Londoner und Warschauer Presse. Hier konnte man sogar den genauen Zeitpunkt dieses Putsches lesen: Am Sonntagnachmittag punkt 15 Uhr sollte er beginnen. Die Pariser Zeitungen vom Freitag und Samstag wußten übereinstimmend — und daher unbedingt sicher — baß der Führer sich am Sonntag nach Danzig begeben werde. Aber nicht nur bas: sogar bie Dauer feines Aufenthaltes, ber natürlich bas Signal für den ominösen Wochenendputsch barstellen sollte, war ihm von ber Nachrichtenagentur Fournier oorgeschrieben, zwei Tage würde ber Führer in Danzig bleiben. Zu immer erstaunlicheren Tatsachen „verbichteten" sich bie Gerüchte um Danzig. Die gesamte N e u i) o r = fer Presse berichtete in riesigen Schlagzeilen am Freitag, baß 600 000 Mann Reserven in Deutschland mobilisiert worben seien unb zum Einmarsch bereitstänben. Die .,6 21.« Fliegerdivision" sei bereits feierlich in Danzig eingerückt. In anderen Zeitungen war es wieder die — allerdings inzwischen aufgelöste — Legion Eondor. So genau kommt cs ja auch nicht darauf an, wenn man hetzen will. Nach einer Reuter- mclbung vom Samstag konnte auch schon niemand mehr bie Straßen Danzigs passieren, ohne von SA.- Männern — bie ben Namen Heimwehr angenommen hätten — auf bas genaueste kontrolliert zu werben. Daß bie „Times" im Wettstreit ber Propheten nicht fehlen barf, nimmt uns nicht mun= ber. Am Samstag berichtete sie z. B., daß die Lage in Danzig sich immer mehr zugespitzt hätte. Vorbereitungen eines unmißverständlich militärischen Charakters würden getroffen, unb Kriegsmaterial komme ftänbig von Deutschland nach Danzig. Es lohnt sich kaum, auf diese erneute Hetze einzugehen, wenn nicht die bedauerliche Tatsache festzustellen wäre, daß nicht nur gewisse Auslanosjour-1 nalisten, deren Treiben längst bekannt ist, fonbern auch verantwortliche Staatsmänner sich an ber Panikmache beteiligten. Erinnert sei nur an die englische Rede-Inflation und an die Ausführungen des französischen Ministcrpräiidenten, der ebenfalls den Eindruck erweckte, als stände eine Weltkatastrophe um Danzig unmittelbar bevor. Nachdem dieser „Putsch" nun nicht st a 11 gefunden hat, redet man sich in London und Paris mit dem gerade nicht mehr neuen Trick heraus, der Führer fei vor den Drohungen und der Entschlossenheit der Demokratien z u r ü ck g e w i ch e n. „Hit- l c r hat tatsächlich während des Wochenendes einen Putsch in Danzig geplant", schreibt z. B. der „Sun- day Dispatch", seine Absichten sind aber am Freitagabend in London bekannt geworden". Das ge- R i g a, 3. Juli. (EuropapreßJ Unter der lieber« schrift „staatlicher Egoismus!" veröffentlicht die halbamtliche lettische „Brihwa Zeme" einen augenscheinlich vom lettländischcn Außenministerium inspirierten Aufsatz. In ihm heißt es: „Wenn wir jemandem unsere Freundschaft ober unser Mitgefühl schenken, wenn wir mit Sympathie oder Antipathie irgendein anderes Volk ober einen anderen Staat betrachten, so ist die Frage niemals überflüssig: Handeln mir in einem der Würde eines selbständigen Staates entsprechendem Geist? Für unsere heißen Herzen wird keiner einen Groschen geben, unsere versengten Finger aber müssen mir selber heilen. Es gibt Völ, fer und Staaten, denen gegenüber mir jahrelang Sympathie empfanden,'solange unser Staat besteht. Denn diese Volker leisteten uns während der Freiheitskriege Hilfe. Wir sind nicht so naiv anzunehmen, daß Engländer, Franzosen ober Amerikaner uns Hilfe um unserer schönen Augen w i l- 1 c n oder unserer malerischen Landschaftsbilder wegen leisten. Diese Hilfe entsprach damals ihren allgemeinen realpolitischen Zielen, und sie war häufig genug auch wirtschaftlich nicht unvorteilhaft, wovon unsere jahrelang zu zahlende Kriegsschuld für Aufrüstungen zeugt, von denen jetzt noch tin guter Teil unnütz in Lagerwinkeln rostet." Wir befinden uns in einem Teil Europas, der nügte natürlich, damit Berlin den Plan fallen ließ. Auch die „ruhige und würdevolle Haltung der polnischen Regierung" wird gerühmt, lieber die Aeuße- rungen polnischen Größenwahns sieht man in London natürlich hinweg. Es ist die gleiche Melodie wie mir sie im Mai vorigen Jahres hörten, als Deutschland ja ebenfalls vor dem Drucf der Westmächte t'aptulieren mußte! Verzeichnet sei noch eine erstaunte Frage ber „Times" am Montag Man wisse nicht, so fragt das Blatt ganz unschuldig, warum die Gea-üchke am Wochenende in bie Welt gesetzt worden seien. Möglicherweise habe Deutschland gehofft, in England unb Frankreich den Boden zu fonbieren. Da haben wir es: Die ganze Lügenkam- pagne geht von uns s e 1 b st aus! auch seine besonderen Ausgaben hat. Wir erkannten, daß an bereu 3 u folgen, u n • ferc Sicherheit schwächt, daß es ohne Notwendigkeit unsere Beziehungen zu einigen großen Staaten verschlechtert. Diese Tatsachen zwangen unsere Außenpolitik, ci.nc noch selbständigere Richtung zu beobachten, indem sie vollkommene Unabhängigkeit und Neutralität einhält unb sich von allen Sym- pathicn befreit, die feine Grundlage in ber Real« Politik haben. Wir wissen genau daß die Verhandlungen, bie nun zwischen ben Großmächten stattfinben, auch die baltischen Staaten, baruntcr Lettland, berühren. Aber dies geschieht ohne unsere Zu» st i m m ung, denn wir wissen, baß diese Verhanb» lungen nicht um unseretwillen stattfinben, unb daß mir von ihnen nicht ben gering st en Nutzen zu erwarten haben. Wenn die drei Groß» Mächte, England, Frankreich und die Sowjetunion, mit anderen zu verhandeln begannen, so geschah dies n-cht- um unseretwillen, sondern ihrer eigenen Interessen wegen. Deshalb stehen mir allen lockenden und wohlklingenden Worten, wie „Garantie", „Hilfeleistung", „Sicherheitsblock", fern und blicken mit Unbehagen auf die Erwähnung unseres Namens. Denn zum größten Teil wird er in einer unserem guten N u f abfälligen Weise genannt." nahe, es ist niemand anders als England, das In Schuldknechtschaft »ege bis zum Grabe von der Vernichtende Kritik an Englands Kolonialpolitik in Gambia. dem fercs Landes sich klar darüber werden, wie schänd- Kolonial-Politik. wieder, nachdem cs durch das Friedensdiktat von Neuilly nur ein Heer von insgesamt 20 000 Mann hatte halten dürfen. Der Balkonbund war bis dahin stets als Gegner bulgarischer Rüstungsfreiheit aufgetreten. Es ist bekannt-, daß König Boris, selbst Bulgariens M nisterpräsident aus der Fahrt nach Berlin. Schorf Heide am Werbellinsee. Am Mittag veranstaltet Ministerpräsident Göring in Karinhall ein Frühstück. Die bulgarischen Gäste werden am Freitag um 18 Uhr die Reichshauptstadt wieder verlassen. Das Regierungsblatt „Dnes" weift auf die politische Bedeutung des Bcfuchcs mit Rücksicht auf die allgemeine Lage hin und beschäftig.! sich bann mit Minister von Ribbentrop wirb im Auftrage des Führers den bulgarischen Ministerpräsidenten im Kraftwagen zum Gästehaus ber Reichsregierung, schloß Bellevue, geleiten. Darauf stattet der bulgarische Ministerpräsident dem Reichsaußenminister im Auswärtigen Amt einen Besuch ab, ben dieser im Schloß Bellevue erwidert. Am Nachmittag den freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Bulgarien noch niemals ge- t r ü b t worden seien. Im gemeinsamen Kampfe mähreni) bes Weltkrieges habe 'bie Freundschaft ihr festes Fundament erhalten unb sei weiter durch das gemeinsame Unglück der Nachkriegsjahre verstärkt worben. Auch die kulturellen Beziehungen, die be- teils vor der staatlichen Selbständigkeit Bulgariens mit Deutschland enge gewesen seien, würden- immer dichter gestaltet. Der Genius des deutschen Volkes habe ein Beträchtliches zur Bereicherung der bulgarischen Kultur beigetragen. Das Blatt spricht dann die Hoffnung der bulgarischen Landwirtschaft aus, daß Deutschland, das heute bereits 80 vH. der bulgarischen Agrarerzeugnisse aufnehme, auch in Zukunft ber größte und beste Markt Bulgariens werde. Es sei ganz natürlich, daß unter diesen Voraussetzungen die beiden Länder die herzlich st en Beziehungen mit einander unterhalten. Nachdem Deutschland schwere Tage durchzustehen hatte, habe es dank der genialen Staatskunst seines Füh- rers und ber Arbeitsfreudigleit seines Volkes alle Schwierigkeiten überwunden und gehöre nunmehr zu ben m ä ch t i g st e n Staaten ber Welt. Das bulgarische Volk habe stets mit Bewunderung auf bie beispiellosen Taten des Füh- rers gesehen. Für Bulgarien sei ein st a r k e s Deutschland die beste Gewähr für einen dauerhaften Frieden. Der Besuch bes Ministerpräsidenten Kiosseiwanoff in Berlin werbe der deutsch-bulgarischen Freundschaft neue Impulse verleihen. Hafer bulgarischer Aremb. Am kommenden Mittwoch trifft der bulgarische Ministerpräsident unb Außenminister Dr. ©corgijc Kiosseiwanoff zum Staatsbesuch in Berlin ein. Er leitet im Besitz bes uneingeschränkten 23er« trauens des Königs die Politik seines Landes bereits seit Ende 1935. Der 55jährige, seit 30 Jahren im diplomatischen Dienst, kennt Deutschland unb Berlin bereits aus seiner Tätigkeit als Geschäftsträger in ber Reichs Hauptstadt vor 19 Jahren. Er ist übrigens feit 1937 Inhaber des Großkreuzes des Ordens vom Deutschen Adler. Zwischen Deutschland unb Bulgarien bestehen, nicht zuletzt auf Grund der Waffenbrüderschaft aus dem Weltkriege und der deutschen Abstammung des bulgarischen Königshauses, sehr herzliche Beziehungen — Deutschland steht auch in der Ein- und Ausfuhr Bulgariens als Lieferant und Kunde an erster Stelle. In b:e Amtszeit bes bulgarischen Gastes fallen vor allem drei bebeutfame außenpolitische Ereignisse. Am 23. Januar 1937 unterzeichnete bie Regierung Kiosseiwanoff bas Friedens- unb Freund schaftsabkomme.n mit Jugoslawien, bas längere Zeit vorher bereits burd), eine persönliche Zusammenkunft des Königs Boris mit bem bald darauf in Marseille ermordeten Königs Alexander vorbereitet worben war. Diese Einigung zwischen ben beiden Balkanstaaten beseitigte einen langjährigen Konfliktstoff, ber u. a. in den Spekulationen Frankreichs unb Englands in früheren Jahren wiederholt eine erhebliche Rolle gcspielt hat. Nicht weniger gewichtig war das Abkommen, das am 31. Juli 1938 von Dr. Kiossei- manoff unb dem griechischen Ministerpräsidenten General Metaxas als Präsident des Balkan- durch seine hetzerische Einmischung in Fragen, die nur Deutschland und Polen angc^cn, bie verrückten Gebietsansprüche polnischer Chauvinisten überhaupt erst ermöglicht hat. Man wird in England sicher auch nichts davon berichten, daß ein polnisches Blatt die alberne Drohung ausspricht, zwei polnische Kavallerie-Regimenter würben völlig genügen, um den Abzug des Gauleiters Forster aus Danzig zu veranlassen. Wir begreifen angesichts solchen Unsinns, daß bie Aeußerungen polnischer Großmannssucht in Lonbon als unbequem empfunden werden. Wir unsererseits glauben im übrigen bessere Propheten zu sein als jenes polnische Blatt, wenn wir annehmen, baß nicht brr Gauleiter Forster, sondern der polnische Gesandte Danzig einmal verlassen wird, ohne erst durch militärische Druckmittel dazu aufgefordert zu werden. Wenda genau so wenig wie den übrigen polnischen Theoretikern der Aufteilung Ostdeutschlands den Gefallen tun, uns seinetwegen aufzuregen. 2lber etwas anderes interessiert uns an dem fortgesetzten Gebrüll, der polnifdjen Chauvinistenkreise. Alle ihre größenwahnsinnigen Forderungen richten fid) gegen deutsches Land und gegen das deutsche Volk. England, das genau weiß, daß Danzig eine rein deutsche Stabt ist, läßt Deutschlanb täglich burd) seinen Runbfunk der ßänbergicr beschuldigen, weil es bem Ruf Danzigs nach Heimkehr ins Reid) begreiflicherweise jebes Verständnis entgegenbringt. Der englische Rundfunk schweigt aber gegenüber allen polnischen Gebietsansprüchen, die in immer größerem Umfange gegenüber Deutschland erhoben werden. Die Erklärung für dieses Schweigen liegt zweifellos | bundes unterzeichnet wurde. Durd) diesen Vertrag erhielt Bulgarien seine Rüstungsfreiheit London, 4.3u(i. (Europapreß.) „Die Kolonie waltungszweigen aus. Richard kommt zu ..... Gambia, Englands älteste in Afrika, ist w i c Schluß, Gambia könne fid) in feinem gegenwärtigen ein dürres Glied an einem gefunden Körper", Zustand der „Unterenlwicklung" kaum "den Luxus stellt der Sonderberichterstatter des „Daily Expreß", j eines Gouverneurs leisten. Viele der heutigen Ein- Morley Richards, fest. Die eingeborene Bevölkerung wohner Gambias seien Nachkommen freigelassener ist unter dem Kolonialsystem völlig verarmt, die! Sklaven. „Ich bezweifle", schreibt er, „ob sie ihrer Kosten für Regierung und Verwaltung sind zu einer! Sklaverei entkommen sind." Bei Tageseinnahmen Bürde geworden, die für die Kolonie u n t r a g b a r | uon nicht mehr als sieben Pence müßten sie direkte geworden ist. Die Regierungseinnahmen betragen . un.d indirekte Steuer zahlen neben hohen Zöllen für im lausenden Jahre 170 000 Pfund gegenüber! Reis und Zucker. Ja, sie zahlten sogar einen Aus- 28’5 000 Pfund vor zwei Jahren. Dagegen sind die' fuhrzoll von zehn Schilling je Tonne auf ihr Lan- Steuern unb Verwaltungskosten höher geworden, dcserzeugnis, die Erdnüsse. „Sie sind in Knecht- Dic 67 Kolonialbeamten beziehen allein an Gehöl- Zchaft, diese schwarzen Briten, in Schulden lern ohne Aufwandsgelder, Reisezuwendungen und von der Wiege bis zum Grabe." Wohnungszuschüssen 44 500 Pfund. 19 000 Pfund Der „Daily Expreß" wendet sich in einem Leitmussen jährlich für Pension aufgebracht werden. ; ariifcl gegen die Kritiker an feinem Enthüllungs- Besonders unfaßlich erscheint dem Berichterstatter . Feldziig und erklärt u. a.: ' 1 ’ die Landwirtschaftspolitik in der west-' sei es Landes fid; klar Darüber weroen, wie ichand- asrikanischen Kolonie Er stellt fest, daß für den lich sie in der Vergangenheit ihre kolonialen Hilfs- ncte daß er den Orden Pour le merite erhielt Verbau, der das Lebensblut Gambias barftelle, 1 hä|tc vernachlässigt haben." j r Ln Wrf f h/n 91 Zu nicht mehr als 5888 Pfund zur Verfügung steheir. | Die Kolonie Gambia ist bereits seit 1783 in bn- 9 6 ® 21 b mcr ^hrmacht Ziehe man davon die Gehälter der europäisd>en tischern Besitz. Mithin bezieht fid) die vernichtende Beamten ab, so verblieben für die Förderung der, Kritik Richards auf über 150 Jahre englischer Landwirtschaft ganze 3000 Pfund. — Aehnlich tröst- Kolonial-Politik. los sicht es in den anderen Negierungs- und Ber-1 —------ o _■ .. ' <■’* ein ausgezeichneter Soldat, der fid) im Weltkriege ßaf3t die Menschen un- hei dem Feldzug in der Dobrudfcha 1916 unter "" """ - Generalfeldmarschall von Mackensen so anszeich- nete, daß er den Orden Pour le merite erhielt, qf ® 0 f l.Q 3- Sl,H- (DNB.) Ministerpräsident und s empfängt der Führer den Ministerpräsidenten Außenminister Kiosseiwanoff begab sich mit in der N».uen Reichskanzlei. Am Abend verunstaltet Gattin und Tochter irn Sonderzug nach B e r 1 i n , ! der Führer zu Ehren der bulgarischen Gäste eine wo er der Reichsregierung einen offiziellen B e s u ch l A b e n d t a f e l im Hause des Führers. Am Don = abstatten wird In Vertretung von König Boris nerstag legt der Ministerpräsident am Ehrenmal wurde Kiosteiwanoss verabsd)icdel vom Hofnwrschall j Unter den Linden einen Kranz nieder. Hieraus be= General Panoss. Zur Verabsck)iedung hatten fid) geben sich die bulgarischen Gäste zum Rathaus, eiugesunden das gesamte Kabinett, der Präsident Dann werden die Besprechungen im Aus- des Abgeordnetenhauses, der deutsck)e Geschäftsträ- w ä r t i g c n A m t fortgesetzt. Am Abend veran- D°ra i ^f^ftsträger der jugoslawi ' staltet Reichsminifter von Ribbentrop ein Essen im |d)Ln m ,oroie Zahlreiche weitere ossi-1 Hotel Esplanade. Am Freitagvormittug besichtigen z,eile Persönlichkeiten. bie bulgarischen Gäste in Begleitung des Reichs- m)?.cr Sonderzug der bu 1 gar st chen Gäste trifft am arbeilsführers Hier! das Arbeitslager Mittwoch um 14.30 Uhr m Berlin ein. Reichsaußen- S ch o r f h e i d e am Werbellinsee. Am Mittag ver- „Garantie nicht um unsertwillen." Realpolitik in Lettlanv. — Oie baltischen Staaten blicken mit Unbehagen auf die Verhandlungen in Moskau. /' j M •- , ,-M, ■ ■ • i^fiBSSSg^ ■ M ~cv 'ch>W w! Abschied von General Knochenhauer stellt haben. Der Gautaa am Westwall Meine politische Nachrichten erlassen. Kunst und Wissenschaft zeitig hat 'Jtetct)5mmi|ier ur. vbumddvh^ utn oum- reaisseur und zweimaligen Träger des Nationalen rr.-A„___fflrnfaKrtf fVnrf S r fi P I i rfl . AUm Bra- In Erweiterung des ausländischen Sprach e n d i e n st e s ' i m Deutschen Rundfunk sind nupmehr auch Sendungen in polnischer und ukrainischer Sprache eingerichtet worden. Die Sendungen in polnischer Sprache werden täglich abends von 20.15 bis 20.35 Uhr sowie von 22.15 bis 22.30 über die Reichssender Königs- berg und Breslau, die ukrainischen Sendungen täglich von 19.50 bis 20 Uhr über den Reichssender W i e n gehen. Mit einem Staatsakt vor dem Hamburger Rathaus ehrten der Führer und die Wehrmacht das An. denken des Kommandierenden Generals des X. Armeekorps, General der Kavallerie K n o che n h a u e r. Unser Bild zeigt den Führer beim letzten Gruß an den Toten. — («cherl-Bilderdienst-M.) Weltbild". Anläßlich seines 75. Geburtstages wur- den Prof. Schmidt zahlreiche Ehrungen zuteil. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Wissenschaftler durch den Führer, der ihm die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verlieh. Künstler der SA.-Gruppe Hessen stellen aus. NSG. Am Mittwoch, dem 5. Juli, eröffnet dis SA.-Gruppe Hessen in den Räumen des Frankfurter Kun st Vereins, Junghofstraße 8, ihre erste Kunstausstellung der SA., auf der Maler, Plastiker und Graphiker aus dem Gebiet der SA.» Gruppe Hessen ihre Werke zeigen werden. Die Aus- stellung steht im engen Zusammenhang mit den Gruppenwettkämpfen der SA.-Gruppe Hessen und soll auch mit den vom nächsten Jahr ab alljährlich in Frankfurt a. M. zur Durchführung kommenden Reichswettkämpfen der SA., dem modernen Fünfkampf und Fechten wiederholt werden. Politischer Kampf und künstlerischer Ausdruckswille, Soldaten- tum und echtes Künstlertum waren noch niemals Gegensatz. Auch diese Ausstellung wiid beweisen, daß beide in der SA. ihre Pflegestätte gefunden haben. Die Ausstellung wird vom 5. bis 12. Juli bei freiem Eintritt vormittags und nachmittags gezeigt. 25-Jahrfeier der Universität Frankfurt. NSG. Die Frankfurter hochfchulwoche wurde mit der 25-Jahrfeier der Johann-Wolf- gang-Goethe -Universität beschlossen. Der Rektor, Professor Dr. P la tz h o f f, gab einen Bericht über die Entwicklung der Universität. Der Stell- Auf dem Stiftsplatz in Kaiserslautern fand eine Kundgebung des „Gautages am Westwall" statt, bei der der Stellvertreter des Führers sprach. Während der Kundgebung überflog das neue Luftschiff „Graf Zeppelin" den Platz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Carl Froelich Präsident der Reichsfilmkammer. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. ---Oberführer Professor Dr. L e h n i ch auf dessen Wunsch von s e i n e n Dienstpflichten entbunden, nachdem die ihm im Rahmen der Reichsfilmkammer gestellten besonderen Aufgaben erledigt sind. Professor Dr. Lcchnich wird sich wieder wirtschaftlichen und wirt- schoftswissenichaftlichen Arbeiten widmen. Gle'ch- zcitig hat Reichsminister Dr. Goebbels den Film- Köln, 3.Juli. (DNB.) Die vor - und nach- militärische Wehrerziehung ist burd) den Führer der SA. übertragen worden. Nach dem Willen des Führers hat künftig jeder gediente Soldat die Pflicht, bis zu seinem 35. Lebensjahre Dienst in der deutschen Wehrmannschaft zu leisten. Dieser Wehr» mannsdienst wird von der SA. geleistet. Er bildet auf dem Gebiete der Wehrertüchtigung eine Ergäm zung zu den militärischen Uebungen bei der Wehrmacht, zu denen der Reservist im Laufe der Jahre von Fall zu Fall einberufen wird. Die Angehörigen der --, des NSKK. und NSFK. erfüllen ihre Dienstpflicht als Wehrmann bei ihrer eigenen Gliederung, lieber Sinn und Wesen der Wehrmannschaften hat Stabschef Lutze im großdeutschen Rundfunk gesprochen. Die Erkenntnis aus dem ungeheuren Zusammenbruch von 1918 führte dazu, daß Adolf Hitler im Gründungsprotokoll der nationalsozialistischen Sturmabteilungen die Forderung aufstellte, daß d i c SA. Trägerin eines neuen deutschen Wehrwillens sein und den alten Mannestugenden, die von jeher den deutschen Menschen auszelchneten, wieder zu ihrem Recht verhelfen sollte. Durchdrungen von der neuen Weltanschauung und den männlichsn Tugenden, die das deutsche Heer seit Jahrhunderten entwickelt hatte, sollte so ein neuer deutscher Mannestyp, der politische Soldat, geschaffen werden. Filmpreises, Professor Earl Froelich, zum Pra- sidenten der Reichsfilmkammer ernannt. Der bisherige Geschäftsführer Melzer wurde zum Vizepräsidenten und der Abteilungsleiter Tackmann zum Geschäftsführer der Kammer bestellt. Der Erfinder des künstlichen Nebels. teiligen. .. .. f Diese Bereitstellung muß unverzüglich vor- qenommen werden. Durch Zurverfügungstellung bereits vorhandener Geräte, durch Beteiligung andenKostenderBeschaflungdernoch fehlenden Geräte. Das Gerät kann im Haushalt weiter benutzt werden, wenn die Ver- Wendung für Luftschutzzwecke dadurch nicht beeinträchtigt wird. Der Hauseigentümer hot ,edoch da- für zu sorgen daß die Geräte bei Luftschutzubun- gen oder beim Aufruf des Luftschutzes dem Luft» chutzwart zur V e r f ü g u n g g e st e l l t werden. Der Luftschutzwart soll das Vorhandensein des Gerätes und den gebrauchsfähigen Zustand prüfen. Zusammen mit dem Luftschutzwart beschafft der Hauseigentümer das notwendige Selbstschutzgerat für die Luftschutzgemeinschaft des Hauses an Hand der Mieterliste. , Jeder Deutsche ist nicht nur wehrpflichtig, sondern auch luftschutzpflichtig! Deshalb bat lefrer Deutsche, Mann oder Frau, die Luftschutzbereltschaft zu sichern. Berlin, im Juli 1939. Der Präsident des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer. T r i b i u s. Der Präsident des Bundes deutscher Mietervereine. Groß. Die GA. schafft -en politischen Soldaten Stabschef Lutze über Sinn und Wesen der Wehrmannschasten. Auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, trifft der Ehef des Generalstabes der Königlich U n g a rischen Honveds, General der Infanterie Werth, zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. Nach einem Besuch in der Stadt Kerni traf der Generalstabschef des deutschen Heeres, General Halder, wieder in Helsinki ein. Abends gab der deutsche Gesandte von Blücher ein Essen, bei dem man den Armeebefehlshaber General Oester» mann und den Generalstabsches General Oe sch unter den Gästen bemerkte. Am Montag trat General Halder von Helsinki den Rückflug nach Ber- l'in an. * Im Rahmen einer Feierstunde der Friedrich-Wil- Helm-Universität Breslau wurde der E o p e r n l- kus-Preis für das Jahr 1939 dem Univer- sitätsprofessor Diplomingenieur Dr. Walter K u h n Breslau) für seine Arbeiten aus dem Gebiete der Erforschung und Darstellung deutscher Volksgruppen im allgemeinen und des Deutschtums in P7>- l e n im besonderen zuerkannt. Am 3. Juli begeht Professor Dr. Dr. e. h. Albrecht Schmidt, Frankfurt a. M-, seinen 75. Geburtstag. Professor Schmidt war Leiter des wissenschaftlichen Laboratoriums von Schering in Berlin, dann bet den Höchster Farbwerken. In 33jähriger erfmdert- scher und technischer, organisatorischer und wlssen- schaftlicher Arbeit am Aufbau der deutschen Farben- industrje beteiligt. Auf dem Gebiete der Wehrchenue ist er durch die Erfindung des t u n st l i ch s n Nebels bekannt geworden, Nach Eintritt in den Ruhestand begründete Prof. Schmidt im Rahmen eines Lehrauftrages an der Frankfurter Universität eine richtungsweisende Vorlesung mit dem Thema: Die industrielle Chemie in ihrer Bedeutung tm hören, daß vielerorts SA.-Führer und -Männer soweit voran sind, daß sie in besonderen Ein» heiten zur Spezialausbildung zu- s a m m e n g e f a ß t werden konnten, weil sie in ihren Leistungen zum Teil weit überragten. Es ist erreicht worden, daß bereits jetzt fast im ganzen Reich freiwillige S A. - G e m e i n s ch a f t e n gebildet werden konnten, die den ersten Grundstock für die ab 1. Oktober aufzustellenden Wehrmannschaften abgeben. Der Stabschef stellte sodann die vor- und nachmilitärische Ausbildung im einzelnen dar. Die vormilitärische Ausbildung finde mit dem Erwerb des Wehrabzeichens in der Jungmann- schäft ihren Abschluß. Dieser Djenst für das Wehrabzeichen bezwecke die Entwicklung der seelischen und moralischen Kräfte, die zum Arbeitsdienst und zum Dienst in der Wehrmacht befähigen. Nach dem aktiven Wehrdienst erfolge die Rückgliederung In die SA. zur n a ch m i l i t ä r i j ch e n Wehrerziehung iM Wehrinannschastsdienst oder im Spezialdienst in anderen zuständigen Gliederungen. Die nachmilitärische Wehrerziehung habe zum Ziel, daß der Soldat des Führers seine Kampfbereitschaft bewahrt und seinen nationalsozialistischen Glauben so festigt, daß er bis an sein Lebensende Soldat der nationalsozialistischen logt, die zur Verteidigung des Landes auf jeden riflU geeignet ist. Er wird darin aufs beste von General Lu ko ff, dem früheren Kriegsmimster und Vertrauten des Königs, unterstützt, der sich hervorragende Verdienste um die Armeeform und um die Reorganisation des Offizierskorps erworben hat. Und drittens hat Bulgarien, dessen König sich stets einen entscheidenden Einfluß auf die Innen, und Außenpolitik feines Landes zu sichern gewußt hat, > unter der Ministerpräsidentschaft Kiosseiwanoffs ‘ alle Versuche der E i n k r e t s u n g s m ä ch t e ab» ■ gewiesen, den bulgarischen Staat in die deutschsoind' s siche Front hineinzumanövrieren. ; Bulgarien hat bei einer Größe von 103 14(5 Quadratkilometer (5,254 Millionen Einwohner, also 60,(5 1 aus den Quadratkilometer. Es ist ein ausgeiproche» 1 nes Agrarland, nicht weniger als 80 Prozent < einer Bevölkerung find in den verschiedenen Gebieten der Landwirtschaft tätig. Die nächstgroßere Wirtschaftsgruppe, Industrie und Handwerk, macht nur 10 v. 5). der Bevölkerung aus. 36 v. H. der Bo- denfläche stehen in landwirtschaftlicher Kultur, 24 ü. H. sind mit Wald, vorzugsweise Laubwald, bestanden. Bulgarien produziert in erster tmic die gängigen Getreidesorten, ferner Mais, Buchweizen, Hirse,' Reis, Mohn, Sonnenblumen, Tabak, Wem, Rosen, Obst, Gemüse usw. An Bodenschätzen smd vertreten Braunkohle, Kupfer, Blei, Mangan. Deutschland, das vor allem Maschinen, Instrumente, Apparate, Textilwaren uim. nach Bulgarien liefert, bezieht von dort u. a. Tabak, Eier, Mats. Seit 21 Jahren hat König Borts HI ber Sohn König Ferdinands I. ben Xbron des dritten bulgarischen Reiches seit der Befreiung von 'der Türkenherrschaft inne. Der' Komg, 45 Jahre alt, steht im ganzen Lande im höchsten Ansehen. Er ist verheiratet mit der italienischen Prinzessin Joanna, . ihm 1933 die Prinzessin Marie Louise und am 16 Juni 1937 den Thronfolger Simeon gebar. Der König der als Privatmann sich außergewöhnliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Technik, vor allem des Eisenbahnwesens angeeignet hat, verstand es in ben durch das Friedensdiktat von Neuilly geschaffenen schwierigen, ja manchmal fast verzweifelten Situationen seines Landes stets, mit einer außerordentlich elastischen Zügelführung den bulgarischen Staat durch alle Fährnisse hindurchzu- steuern. Er hat dabei persönlich oft in einer ebenso klugen wie energischen Art eingegriffen, vor allem nach dem Putsch'der Militärliga unter dem Obersten Weitscheff, vom 19. Mai 19:34. Die politischen Par- feien wurden damals aufgelöst und verboten und sind es bis heute geblieben. Die neue Wahlordnung vom Januar 1938 sorgte innerhalb des autoritären Regimes dafür, daß eine Art Parlamentarismus ohne Parteien eingeführt werden konnte. Von den 160 Abgeordneten gehören rund 60 zur Opposition, die u. a die Wiederzulassung der Parteien alter Art verlangt. Davon kann nach Ansicht ber maßgeblichen Männer Bulgariens schon beshalb keine Rede sein, weil fünf der verbotenen Parteien, nämlich die Liberalen, die Radikalen, die Bauernparteiler, die Sozialisten und die Kommunisten sogar noch nach dem Verbot der Parteien sich inoffiziell zu einer „Volks- front" zusammenqeschlossen haben. Dergleichen Bestrebungen sind im heutigen Bulgarien aussichtslos. Die Regierung, die ja über eine erdrückende Mehrheit auch im Parlament verfugt, beherrscht unangefochten die Lage, um so mehr, als sie als reine Beamtenregierung von ber ©obranje (Parlament) in weltgehendem Maße unabhängig ist und sich überdies zahlreiche höhere Parteiführer und Parteimitglieder der Regierung zur Verfügung ge- Idee und damit Kämpfer für Volk und Vater» land bleibt. Für die Durchführung des Wehrmannschafts, dienstes, so fuhr Stabschef Lutze fort, sind seitens der Obersten SA.-Führung die notwendigen Maß» nahmen getroffen und werden von mir lausend bekanntgegeben. Ich selbst habe außerdem in Berlin in engstem Einvernehmen mit ben Oberbefehls» hadern des Heeres, der Kriegsmarine und der Luft» maffe sowie mit dem Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht einen Wehrstab gebildet, dem je ein Offizier der drei Wehrmachtsteile angehört. Auf» gäbe dieses Wehrstabes ist es, in ständiger Verbindung mit allen zuständigen Stellen mir dabei zu Helsen, daß in engster kameradschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Partei und Wehrmacht, zwischen den politischen und den Waffensoldaten ber Wille des Führers, dem deutschen Mann die notwendige politische und soldatische Erziehung zu geben, seine Erfüllung findet. Die Ansprache des Stabschefs klang aus. in einem Appell an die SA., an der Erfüllung der von ihm dargelegten Aufgabe m i t zürn i r k e n. Sie fei ein Befehl des Führers und eine Notwendigkeit für die Zukunft des deutschen Volkes. „Dafür marschierten wir in den langen Jahren des Kampfes!", so rief ber Stabschef aus, „bafür werden mir marschieren bis in die fernste Zukunft." Auch in diesem Jahre hat der Reichspropagan'ba- leiter der NSDAP, für die Monate Juli und August eine allgemeine Verfamm- lungsruhe für die Partei, ihre Aemter, Gliederungen und angeschlossenen Verbände angeordnet. Hiervon unberührt bleiben die Veranstaltungen ber Gausilmstellen ber NSDAP., ber NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude" sowie die Aktion „Alte Kampfer sprechen zur HI.". * Dex Danziger Senat hat eine Verordnung zur (Sicher Stellung bes K r ä f t e b e b a r f e s für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung Negierungskommisiore für fünf Städte im Protektorat. Prag, 3. Juli. (DNB.) Der Reichsprotektor Freiher.r von Neurath hat eine Verordnung erlassen, durch die Maßnahmen, die vom tschechischen Regime vor zwanzig Jahren getroffen wurden, wieder qutgemacht werden. Auf Grund dieser Verordnung werden bie Stadtver- tretungen in ben Städten Brünn, Iglau. Mährisch-Ostrau und Olmütz aufgelöst. An ihrer Stelle wurden R e g t e r u n g s t o m = missare bestellt In B ö h m i s ch - B u b m e t s wurde ebenfalls die Stadtvertretung aufgelöst, hier wurde der durch die Landesbehörde in Prag schon bisher eingesetzte Regierungskommissar bis auf weiteres im Amt belassen. Die Ausschreibung von Neuwahlen in diesen Städten bedarf der vorherigen Zustimmung des Reichsprotektors. Selbstschutz im Lustschutz. Ein Aufruf an Hauseigentümer und Mieter Mit Zustimmung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe veröffentlichen der Reichsbund b er Haus- und Grundbesitzer und der Bund Deutscher Mietervereine folgenden gemeinsamen Aus» Die vom Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe in ber 7. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgefetz vom 23. Mai 1939 gestellte Aufgabe der Ausrüstung der Luftschutz gemein schäften mit Selbft- schutzgerät ist durch ein planvolles Zusammenarbeiten aller Hauseigentümer und Mieter zu fördern. Der Selbstschutz im Luftschutz ist eine gemeinsame Aufgabe der Hausbewohner. Er dient dem Schutze von Leben und Eigentum der Vermieter wie der Mie- ter. Gegründet auf die nationalsozialistische Hausgemeinschaft erfordert die Luftschutzpflicht aller Hausbewohner die gemeinsame Durchführung der Luftschutzbereitschaft des Hauses. Der Hauseigentümer ist verpflichtet, das für die Luft- chutzgemeinfchaft erforderliche S e ! b ft f ch u tz g e - rät b e r e i 13 u ft e 11 e n und dauernd in g e - brauchsfähigem Zustande zu halten. Bei ber Bereitstellung ist in erster Linie auf die im Hause und in ben Haushaltungen vorhande» n e n Geräte zurückzugreifen. Es ist notwendig, daß hierzu die Gesamtheit ber im Hause wohnen- ben Volksgenossen, die zu einer Luftschutzgemein. schäft zufammengeschlossen sind, gemeinsam beitragen. Neben dem Hauseigentümer sollen sich daher alle Mieter und Untermieter an der Bereitstellung des Selbstschutzgerätes de- Der Stabschef schilderte das Ringen dieser pro- pagandistisch-we 11anschaulichen Kampftruppe um die Seele bes deutschen Menschen, das dank der einheitlichen Weltanschauung erfolgreicher war als die Bemühungen anderer freiwilliger Wehrverbände. Die SA. habe nicht versäumt, die alten militärischen Tugenden zu pflegen und sie mit den politisch-weltanschaulichen Grundsätzen zu einer Synthese zu verschmelzen. Auf dem Reichsparteitag 1934 stellte der Führer beim SA.-Appell ben Werdegang bes deutschen Mannes heraus. Nach Abschluß der Jugendausbildung sowie nach der Wehrdienst» pflicht sind künftig die SA. und die aus ihr hervorgegangenen Sondergliederungen der Partei dazu berufen, den deutschen Mann in feinem Glauben und in seiner Wehrhafthaltung und Leistungskraft bis ins hohe Alter zu erhalten. Damit ist bas Ziel für bie weitere Entwicklung ber SA. gegeben. In aller Stille würben bie Voraussetzungen geschaffen. Am 15. Februar 1935 hat der Führer das s A.- Sportad Zeichen geschaffen, am 18. März 1937 bas Leistungsbuch des SA.-Sportabzelchens zur Urkunde erhoben. In zahlreichen Sportabzeichen- Gemeinschaften wurden nun zusätzlich deutsche Männer bie ber SA. noch nicht angehörten, für den Erwerb bes SA.-Sportabzeichens vorbereitet. Ein Erlaß bes Führers vom 19. Januar 1939 sieht die Bilbung von Wehrmannschaften und die Erhebung bes SA.-Sportabzeichens zum SA. - Wehr- a d z e i ch e n vor. , Bis zum 1. Oktober wird das organisatorische Gerüst in seinen Einzelheiten fertig fein. Bei Besichtigungen, so fuhr Stabschef Lutze fort, konnte ich mich be'i den verschiedenen Gruppen überzeugen, daß bie Voraussetzungen in allen Gruppen geschaffen worden sind. Mit besonderer Freude hat cs mich erfüllt, von den militärischen Dienststellen zu ;• oertretende Gauleiter Linder überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gauleiters. Der Nationalsozialismus habe sich von Anbeginn an zur Wissenschaft und zur freien Forschung bekannt und damit der neuen Freiheit der Wissenschaft den Weg geebnet. Rasfenkunde und vorgeschichtliche Forschung hätten das Bild der Geschichte grundlegend geändert. Sie allein gewährten freie und nutzbringende Resultate einer exakten Forschungsarbeit. Aus dieser Erkenntnis heraus habe die deutsche Wissenschaft bewiesen, daß sie bereit sei, Hypothesen, Lehrsätze und Theorien fallen zu lassen, wenn diese durch Erfahrungstatsachen widerlegt würden. Durch diesen Willen zur inneren Wahrhaftigkeit sei Wissenschaft und Forschung frei und lebendig geworden und seien somit der Ausdruck völkischen Geistes und völkischer Kraft. Aus Anlaß der 25-Iahrfeier der Frankfurter Universität wurden zu Ehrenbürgern ernannt: Oberbürgermeister Dr. Krebs, Staatssekretär Zschintzsch vom Reichserziehungsministerium, Geheimrat Karl Bosch, als Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, das Vorstandsmitglied der IG., Dr. Termer, und der erste Rektor der Universität, Geheimrat Professor Wachsmuth. Der Senckenberg-Preis von 4000 Diark wurde Dr. R u f k a , Berlin, zuerkannt. Die naturwissenschaftliche Fakultät promovierte zum E h r e n d o k - t o r den Professor der allgemeinen Chemie an der Universität in Neapel, Dr. G i o r d a n i. Aus aller Welt. Polizei und Feuerwehr hinter einem ausgerissenen Affen. Iocko, ein kräftiges ausgewachsenes Affenmännchen, hält feit einigen Tagen die Bewohner der südlichen Vorstadt von Koblenz in Atem. Zwischendurch sorgt er durch seine Kapriolen für muntere Abwechslung. Iocko gehört zum Tierpa'rk des Zirkus Hagendeck. Als der Zirkus zum Weitertransport abbaute, gelang es Iocko, seinem Käfig zu entkommen und in den Bäumen auf Oberwerth zu verschwinden, so daß der Zirkus ohne ihn Koblenz verließ. Seitdem führt der Affe in der äußeren Südstadt ein Schlaraffenleben, denn Kirschen und Erdbeeren und andere Leckerbissen sind für ihn in Massen erreichbar. In den letzten zwei Tagen war die Jugend hinter ihm her, doch Iocko war nicht zu fangen und trieb sich in den höchsten Spitzen der Bäume umher oder flüchtete in den nahen Stadtwald. Die Feuerwehr wurde alarmiert und hetzte den Affen von Baum zu Baum. Am Samstag hielt er sich wieder in den Gärten der Vorstadt auf, gab zur Belustigung des Publikums eine Sondervorstellung, doch fangen ließ er sich nicht. Neuerdings ist die Polizei hinter ihm her, und Iocko ist selbst schuld, wenn er jetzt einer Kugel zum Opfer fällt. Wetterbericht Das mitteleuropäische Hochdruckgebiet wird langsam von Westen her abgebaut. Vom Nordatlantik auf das Festland vordringende Störungen werden zunächst stärkere Bewölkung und später auch leichte Niederschläge zum Teil mit Gewittern verursachen. Nach vorübergehend starkem Temperaturanstieg erfolgt Abkühlung durch Zufuhr kühler Meeresluft. Vorhersage für Mittwoch: Zunehmende Bewölkung, einzelne zum Teil gewittrige Schauer, Winde uni Süd bis Südwest, Mittagstemperaturen über 20 Grad. Vorhersage für Donnerstag: Veränderliches jedoch nicht unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 19,2 Grad Celsius, abends 14,4 Grad: am 4. Juli: morgens 12,2 Grad. Maximum 20,5 Grad, Miuimpm heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli: abends 18,6 Grad; am 4. Juli: morgens 14,4 Grad. — Sonnenscheindauer 10,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein.. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr.4 vom 1. September 1937 gültig. Todesanzeige im 46. Lebensjahre. Daubringen, den 3. Juli 1939. 4715D Heute mittag um 2 Uhr entschlief im Krankenhaus zu Gießen nach kurzem schwerem Leiden meine liebe Tochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Die trauernden Hinterbliebenen: Marg. Schlapp Wwe. Familie Heinrich Schlapp Familie August Weimer. Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid. Was wir lieben ist geblieben, bleibt in Ewigkeit. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Katharina Schlapp Buchhalterin Heinrich Hornberger im Alter von 32 Jahren. Gießen (Schottstraße 50), den 4. Juli 1939. Gleisen, den 4. Juli 1939. 4700D Gießen, den 3. Juli 1939. 03300 Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank Am Sonntag, dem 2. Juli 1939, verschied plötzlich und unerwartet mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Anna Bierau, geb. Janssen Paul Szymkowiak und Frau Marie, geb. Bierau Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Hornberger und Kinder. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 5. Juli, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. ___________________________________________________________________03311 Statt Karten. Für die zahlreichen und liebevollen Beweise herzlicher Anteilnahme an unserem schmerzlichen Verluste, für die vielen Blumen- und Kranzspenden, die dem teueren Entschlafenen zuteil wurden, ferner für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die aufopfernde Pflege der Schwestern, danken wir auf diesem Wege herzlichst Lina Marx und Kinder. Sie erreichen dies ohne llahrungsevt- behrung durch Skda-Schlnnkheilskur mit Zellmehl nach Prof. Vr. Kerbst Zu haben: Drogerie Hans Noll, Lud- wigsplatz; Drog. Seibel, Frank. Str. UfEDDC DRUCKSACHEN WV C n D C Brühl. Gießen WWWs weiße amerikanische Leghorn 12 Wochen alt, ä Stück RM. 3.90 sofort zu verkaufen. 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(Aufnahme: Neuner, Gietzener Anzeiger.) Rache an Thorak. Von Luis Trenker. Copyright 1939 by Jnterpreß. Beobachter sichtbar wird. Von dem langgestreckten Dreieck Deneb, Wega, Atair ausgehend, lassen sich die übrigen Sternbilder leicht auffinden. Im Westen folgen Herkules, Krone und Bootes mit dem Hellen Arkturus. Darunter weiter!" „Ich kann nicht mehr", klang muß zurück!" „Gibts nicht!" „Aber ich hab ja keine Luft Aus der Stadt Gießen. Zehn Gebote für den Koffer. 1. Nimm lieber zwei kleine als einen großen Koffer. Es verteilt sich nicht nur beim Tragen die Last leichter, sondern du kannst auch alles geord- stellung. Dabei fiel mir ein Kaiserjägerleutnant auf, der mich einige Male ansah. Vor dem gewaltigen, erschütternden Bilde, das den g efallenen Kaiserjägern in Rußland gewidmet war, trafen wir uns wieder und sprachen miteinander." Der Leutnant hieß Hans Piffrader und war von Beruf Bildhauer. Er verehrte den großen Tiroler Meister so wie ich, und wir unterhielten uns lange über Malerei, Plastik und Architektur, sprachen über gemeinsame Bekannte aus dem Regiment, aus der Heimat und aus Wien. Bald wurden wir gute Freunde. Einmal lud mich Piffrader ein, in die Akademie hinüberzukommen, er modelliere gerade an einem großen Kaiserjäger- denkmal für den Berg Jsel und ich solle ihm Modell stehen. Ich ging hin und fand im Atelier zwei Bildhauer statt 'einen. Der eine hieß Josef Thorak und arbeitete an einer Mädchenbüste. So wurden wir alle drei gute Freunde und sind es bis heute geblieben. Der Josef Thorak ist Professor geworden und einer der erfolgreichsten Bildhauer des Deutschen Reiches überhaupt. Hans Piffrader, damals der talentierteste Schüler der Wiener Akademie, lebt in Bozen und arbeitet dort in seinem Beruf. Piffraders Denkmal für die gefallenen Kaiserjager sollte ein überlebensgroßes Relief, das eine aufrecht- stehende Mittelfigur'zeigte, an deren beiden gelten verwundete, gefallene oder sich aufrichtende Krieger befanden, werden. . . „Du geh,' sei so gut", sagte er nur zu mir, „sei so gut und steh mir Modell für die Mittelfigur, ich brauche einen guten Akt." Anfangs wollte ich nicht recht, weil mir wohl auch die'Zeit fehlte, aber Thorak legte gleich scharf los: „Dann fahr ab, du blöder Kerl, du scheinst es nicht würdigen zu können, was es heißt,, für das Denkmal der Tiroler Kaiserjäger Modell stehen zu dürfen! Noch dazu für die Mittelfigur! Na, so was! Schämst du dich denn nicht?" „Lieber Josef, dich geht das überhaupt nix an, knet du an deiner Madonna weiter, das andere mache ich mir schon mit dem Piffrader selber aus/ „Schäm dich und koch uns einen Kaffee", brummte Thorak nun aus seiner Ecke her, „hast ja sowieso keine brauchbare Gestalt." Sofort zog ich meine Uniformbluse aus und das Hemd dazu und protzte mit meinem braungebrannten Brustkasten, dann zog ich alles wieder an und baues zu lenken. Als Reserveoberleutnant hatte ich einen Studienurlaub von sechs Wochen und kostete diese Zeit des Freiseins möglichst aus. Ich sagte ja schon oben, daß ich schlenderte. Also schlendernd entschloß ich mich, der Kunst meines Landsmannes Egger-Lienz den Vorzug zu geben, und stand lange vor seinen schönen Bildern. Ob es nun „Der Sämann und der Teufel", „Das Mittagessen", „Die Familie" oder „Der Totentanz" war, mir gefielen die Gemälde, und ich verweilte lange in den Räumen der Aus- Am 1. Juli 1939 wurde der neue Kommandeur der Schutzpolizei Wien, Oberst Dr. R e tz l a f s, vom Polizeipräsidenten im Beisein des Staatssekretärsund Höheren j-- und Polizeiführers, des Jnfpek- teure der Ordnungspolizei, sowie Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht feierlich auf dem Heldenplatz in Wien in sein Amt eingeführt. Hierzu Der Juli 1939 bringt ein von allen Sternfreunden ' mit großer Spannung erwartetes astronomisches < Ereignis: die M a r's o p p o s i t i o n. Bei den äußeren Planeten, deren Bahn um die Sonne ' außerhalb der Erdbahn liegt, fällt bekanntlich die , Opposition, d. h. die Stellung genau gegenüber der (Sonnet mit der größten Annäherung an die Erde zusammen. Nun treten Marsoppositionen durch- chnittlich alle zwei Jahre auf, sie sind also durchaus nichts Seltenes. Aber da sowohl die Erdbahn als noch mehr die Marsbahn von elliptischer Gestalt ind, schwankt die Entfernung des Mars bei den einzelnen Oppositionen beträchtlich. Am geringsten ist der Abstand, wenn die Sonnennähe des Mars mit der Sonnenferne der Erde zeitlich zusammen- fällt; dann kann sich der Mars der Erde bis auf 56 Millionen Kilometer nähern, während er in ungünstigen Oppositionen 100 Millionen Kilometer entfernt bleibt. Man nennt solche Oppositionen, die zur Zeit der Sonnennähe (Perihel) des Mars ftatt- finden, „Periheloppositionen". Diese treten nur alle 15 bis 17 Jahre auf. Diele werden sich noch der eindrucksvollen Marsopposition vom August 1924 erinnern. Eine ähnlich günstige Perihelopposlt'.on wird erst wieder im August 1956 stattfinden. In diesem Jahre fällt die Marsopposition aus den 2 3. I u l i, und am 2 8. I u l i befindet sich der Planet in größter Erdnähe (Abstand 58 Millionen Kilometer)'. Mit dieser starken Annäherung ist eine sehr beträchtliche Helligkeitssteigerung verbunden. Mars übertrifft im Juli sogar den mächtigen Jupiter an Leuchtkraft und wird vorübergehend zwölfmal so hell als Arkturus, der einer der hellsten- Sterne des Sommerhimmels ist. Wie eine rote Feuerkugel zieht Mars am südlichen Himmel entlang. Kurz nach 22 Uhr erscheint der Planet über dem südöstlichen Horizont, steigt aber wegen seiner sehr südlichen Stellung nur zu geringer Höhe empor. Dem raschen Anstieg der Helligkeit im Juni und Juli folgt eine ebenso schnelle Abnahme im August und September. Es gilt also, die wenigen Wochen vor und nach der Mars- opposition für die Beobachtungen auszunutzen. Ein Feldstecher zeigt zwar schon deutlich den , Planeten als runde Scheibe, im Gegensatz zu den : punktförmigen Fixsternen, aber erst ein Fernrohr : mit 75facher Vergrößerung zeigt Mars so groß, ; wie das bloße Auge den Vollmond sieht. Um aber . die Einzelheiten der Marsoberfläche so deutlich zu 1 sehen wie den Mond im Feldstecher, bedarf es einer waren Abordnungen aller Gruppen der Schutzpolizei Wien ausgeruckt. Oberst Dr. Retz la ff wurde im Jahre 1890 in Gießen geboren. Im Jahre 1913 trat er als Fahnenjunker in das ehemalige Feldartill^rieregiment Nx. 9 in Itzehoe ein und machte den Weltkrieg als Offizier an der Oft- und Westfront mit. Nach dem Weltkrieg trat Dr. Retz- laff als Freikorpskämpfer den Spartakisten entgegen. Im Oktober 1919 wurde er als Hauptmann zur neuaufgestellten Schutzpolizei Hamburg übernommen, wo er zuletzt die Stelle des Kommandeurs bekleidete. Altersversorgung des Handwerkers. Eine Richtigstellung. Fwd. Durch die Tageszeitungen wurde kürzlich eine auf die Altersversorgung des Handwerkers bezügliche Notiz veröffentlicht, in der es wörtlich hieß: „Jeder selbständige Handwerker, der durch eine Lebensversicherung von der Dersicherungspflicht befreit ist, muß sich die Versicherungskarte und die zu klebenden Beitragsmarken selbst besorgen." Diese den Tatsachen widersprechende Darstellung ist — wie die Fachgruppe 5 (Lebensversicherungen, Pen- sions- und Sterbekassen) der Wirtschaftsgruppe Versicherungen mitteilt — die Folge eines Druckfehlers. Bekanntlich befreit die Lebensversicherung den selbständigen Handwerker von der Zugehörigkeitspflicht zur Ängestelltenverficherung, so daß sich die Besorgung einer Versicherungskarte und das Kleben von Beitragsmarken erübrigt. Das ergibt sich auch aus dem obenerwähnten Satz, wenn man das in ihm fehlende Wörtchen „nicht" zwischen das Diene und fünfte Wort einschiebt. Richtig heißt cs dann: wollte gehen. t ,, . Piffrader bat mich eindringlich und schmeichelnd zu bleiben, so gab ich nach, und er stellte mich pudelnackt auf eine Kiste und gab mir eine wuchtige Fahnenstange in die Hand. Fleißig knetete Piffrader an feinen Lehmmassen, und Thorak korrigierte des öfteren. Fast täglich besuchte ich die beiden, trank mit ihnen selbstgebrauten Kaffee und stand bis zwei Stunden Modell, bis die Arbeit fast fertig war. Da kam eines Tages, eilig und ernst, der Herr Professor ins Atelier. Er betrachtete die Arbeit eingehend und sachverständig, verglich zurucktretend und mit einem Auge zwinkernd das Modell mit dem Leben, das Original mit dem Kunstwerk — Thorak und Piffrader schwiegen respektvollst — ich in meiner Nacktheit und Unschuld auch. Dann sagte der Professor, mich streng musternd, „ganz gut , und auf mich weisend, „wo haben Sie den Kerl her? Wirklich ganz gut". Schon wollte ich etwas sagen, mich vorstelUn, wartete aber, bis einer meiner illustren Kameraden die.Vorstellung besorge. Aber noch immer schwiegen ^e„ÄerPI"^b°ente ich mir, Kerl, was heißt Kerl ich bin doch'kein dahergelaufener Kerl, ich bin doch der k. u. k. Oberleutnant in der Reserve Luis Trenker, aber da sagt Thorak ganz einfach: „Den haben wir gestern auf dem Modellmarkt ^Ausgezeichnet", antwortet der Professor, nickt wohlwollend und geht. Aus dem Hintergrund sehe ich das Teufelsgesicht Thoraks grinsen, er freut sich wie ein Schneekönig, ich bin platt über die Frechheit. Ich sage gar nichts, lasse die beiden grinsen und schwöre den Zierbüstenknetern Rache... Aber vergebens, der Professor kam nicht mehr, ich mußte fort, das Denkmal wurde fertig und steht fett Jahren am Berge Jfel bei Innsbruck. Radfahrerweg Gießen-Steinbach. Der Radfahrerweg von Gießen nach Steinbach ist, wenn auch noch nicht durchgehend benützbar, so doch zii großen Teilen fertiggestellt. Auf zwei Es war in der schönen Wienerstadt. Ich . , dcrte die Wiedener Hauptstraße hinunter gegen den Karlsplatz zu und überlegte, was ich nun eigentlich vorziehen solle: die Egger-Lienz-Ausstellung zu besuchen oder meine Schritte in die Technische Hochschule zu einer Vorlesung über Statik des Hoch- 500fachen Vergrößerung. Ein kleines Fernrohr mit , 50- bis 70facher Vergrößerung läßt die weißen , Polkappen, die hellen, gelb bis orangerot gefärbten < Regionen und die dunkelgrauen, als „Meere" be- zeichneten Regionen erkennen, die aber keine Meere in unserem Sinne sind, sondern Niederungen. Ihre Temperatur liegt 20 bis 30 Grad höher als die der hellen roten Wüstenflächen, die sich schätzungsweise 1000 bis 2000 Meter über die dunklen Niederungen erheben. Von den dünnen, feinen Linien, die scheinbar schnurgerade die hellen Gebiete durchziehen und die ihr Entdecker, der italienische Marsforscher Schiaparelli „Kanäle" genannt hat, wissen wir heute daß sie auf optischen Täuschungen beruhen. Uebrigcns hat sich bereits Schiaparelli dagegen verwahrt, die seinen dunklen Linien einfach als wirkliche, wasserführenden Kanäle anzusehen, da er bald erkannte, daß sie sehr veränderliche Gebilde sind. Außer dem Mars sind am-Nachthimmel noch Jupiter und Saturn sichtbar. Jupiter geht zu Beginn des Monats um Mitternacht, Ende Juli gegen 22 Uhr auf. Seine Entfernung verringert sich vom 1 bis zum 31. Juli von 724 Millionen auf 656 Millionen Kilometer; feine Helligkeit steigt dementsprechend merklich an. Eine knappe Stunde nach Jupiters Aufgang erscheint auch der Saturn. In der hellen Morgendämmerung wird Venus kurze Zeit über dem Osthorizont sichtbar. Die Betrachtung des abendlichen Fixsternhimmels wird im ersten Julidrittel sowohl durch Mondschein als durch die lange Dämmerung stark beeinträchtigt. Günstiger sind die Abende vom 10. bis 20. Juli. Um die Mitte des Monats steht gegen 22 Uhr das von den Hellen Sternen Wega, Deneb und Atair gebildete Sommerdreieck bereits hoch am Südhimmel. Die bläulich funkelnde Wega m der - Leier, der Hellste Fixstern des Sommerhimmels, nähert sich dem Zenit. Links von der Wega fliegt der Schwan gen Süden. In dem schönen, kreuz- - förmigen Sternbild bezeichnet Deneb den Schwanz, der Doppelstern Albireo den Kopf des Schwans. ' Wie dieses Sternbild, so erscheint auch der Adler auf dem Hellen Grunde der Milchstraße, die in der i zweiten Iulihälfte, wenn die Hellen Nachte vorüber i sind, wieder als reichgegliedertes Lichtband dem Es kam, daß ich im vergangenen Jahre mit Thorak vor dem Denkmal stand und mich der schönen Stunden an der Akademie in Wien erinnerte. Unter den Bronzefiguren lasen wir die unvergänglichen Worte des Tiroler Dichters Willrams: Gerungen wie die Helden, Gefallen Mann für Mann. Nur Lieder werden melden Was Großes sie getan. ncter einpacken. 2. Lege in jeden Koffer, wie du es auch bei Postpaketen machen sollst, einen Zettel mit deiner Anschrift. Schicksale von Koffern sind manchmal wunderlich; sie können verloren gehen und doch ehrlichen Menschen in die Hände fallen. 3. Hast du viel Inhalt und wenig Raum zum Packen, dann quäle deine Koffer nicht, sondern schicke ein Postpaket mit Sachen, die einen Knuff vertragen — Schuhe, Wäsche usw. — voraus. 4. Packe nicht im letzten Augenblick, stolz darauf, kein Reisefieber zu haben, sondern hole wenigstens schon zwei Tage vorher die benötigten Koffer aus ihrem Versteck. Es könnte fein, daß Schloß oder Bezug einer Ausbesserung bedürften. 5. Es ist ein beliebter Trick, sich auf fernen Koffer zu setzen, wenn er nicht schließen will. Dringend aber ist Reisenden von mehr als anderthalb Zentner Gewicht von diesem Verfahren abzuraten, das schon mehr als einem Koffer das Leben kostete. 6 Wenn du schon in dem überfüllten Abteil deine zahlreichen Gepäckstücke auf fremdes Eigentum in den Netzen verteilen mußt, dann achte wenigstens darauf daß du den Hut deines freundlichen Nachbarn nicht plattdrückst, der gerade im Begriff war, dir seinen Platz anzubieten. _ . 7 Andrer Leute Koffer sind nicht deine Fußbank. Was du nicht willst, daß man deinem Koffer tu, das füg auch keinem andern zu. 8. Ein Koffer ist kein Safe. Gib' irrt Hotel also Wertpapiere und Schmuck bei der Geschäftsstelle ab. 9. Glaube nicht, daß du viel Ansehen gewinnen kannst, wenn dein Koffer bunt beklebt mit Hotel- marken aus aller Herren Länder ist. Solche Marken gibt es in jeder gewünschten Menge zu kaufen. Was sich auch schon herumgesprochen hat. 10. Statte deinem hilfreichen Koffer nach der Heimkehr den gebührenden Dank ab. Bürste ihn gut aus reibe ihn ab, öle sein Schloß und stecke ihn in einen Ueberzug. Keinesfalls aber laß ihn je--- Aufbewahren von schmutziger Wäsche dienen. „Bist ein ganz gemeiner Kerl, weißt du, mein ganzer Brustkasten ist hin, furchtbar, und so was nennt sich Freund. Schöne Freundschaft, ein Mörder bist du, jawohl, wo geht's denn weiter? Dort hinauf? Du bist ja wahnsinnig, aber schön ist's. Nicht? Schön ist's. Weißt du, ich finde das herrlich!" Wir kamen auf den Gipfel, das war eine Freude und Leistung nicht nur für den großen Meister der Plastik, sondern auch für mich. Er war hingerissen von der eigenen Kraft und nebenbei auch ein bißchen von der Aussicht. „Schön roär's schon, wenn ich nur nicht wieder hinunter müßt'!" wiederholte er immer wieder und schaute in das gewaltige Rund des Langkofelkars, hinaus zu den grünen Matten der Seifer Almen und zum Schiern hinüber, der sich über dem weinfrohen Etschland breit hinlagerte. Die schöne junge Dame kam mit ihrem Führer über den Gipfelgrat auf uns zu: „Bergheil!" „Bergheil!" grüßten wir zurück, bann hielten sie mit uns Rast. Nach einer Weile frug mich die dunkle Bergsee, ob mein Seilgefährte vorhin im Kamm unten so herzzerreißend geflucht und getobt, und ob ich ihn denn absichtlich so lange hätte am Seil baumeln lassen. , P1„ v Joses spitzte die Ohren, tat aber, als verstünde er kein Wort. . „Jawohl", sagte ich, „das war er, jawohl! Kennen Sie ihn denn nicht? Es ist der berühmte Professor Josef Thorak, der berühmte Bildhauer." • Die Schöne und ihr Begleiter mußten furchtbar lachen. Dann bevor sie gingen, sagte sie zu mir: „Ich habe gar nicht gewußt, daß der Herr Pro- sessor so gut klettern kann", und dann weggehend wendete sie sich noch einmal um: „Und viel Glück, Herr Professor, kommen Sie nur recht gut wieder hinunter —!" Und bann gingen sie. Josef aber bückte mich drohend und grinsend zugleich lange, fremd und traurig an. Dann schüttelte er den Kopf und begann: „Mußtest du denen ausgerechnet meinen Namen auf die Nase binden, mußt du mich so blamieren? Ich bin doch zum Erholen hier und nicht zum Abstürzen, — was glauben denn die eigentlich von mir, ich bin doch fein Gamsbock, ausgerechmt meinen Namen hast du ihnen auf die Nasen binden müssen, der Teufel soll dich holen!" „Ehre wem Ehre gebührt, schau, lieber Josef, in Wien auf der Akademie hast du meinen Namen verschwiegen, siehst du, und bas ging mir damals so zu Herzen, daß ich schwor, immer die Wahrheit zu sagen!" v „Fahr in die Hölle!" sagte er und trank, der Sonne zugewendet, einen Gipfelschnaps. Mars in größter Erdnähe Der Sternenhimmel im Juli. Don Dr. Erwin Kofsinna. 5ri$cher, reiner «Atetn gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein. Große Tube 40 TL, kleine Tube 25 TL Weiter führte uns die Fahrt in die Eine Ersteigung der Fünffingerspitze Ziel. Thorak wollte klettern. Um jeden , nur mit mir. Bis zum Sellajochhaus im Auto ging s ausgezeichnet. Von der Hütte bis zum Einstieg ging s auch aber etwas langsamer. Vom Einstieg durch die Felswände ging es dann noch langsamer. Bis wir an eine Stelle kamen, wo es langsam auch nicht mehr ging. Thorak hing an einer überhängenden Kaminstelle, er hatte kaum mehr Halt, drohte jeden Augenblick zu stürzen. Ich rauchte eine Tabakspfeife und sicherte. „Weiterklettern", rief ich in verrückt geworden?" „Nein! Weiterklettern!" „Sag einmal, bist du wahnsinnig geworden? Du bringst mich ja um, ich kann ja nimmer! Mein Freund hing am letzten Schnaufer, jeden Augenblick mußte er ins Seil stürzen. „Hilfe!" Da pendelte er schon wie ein Christkindl inJ)en Abgrund hinaus und hielt sich verzweifelt am Seil. ,'Bist ein ganz gemeiner Kerl, mich so hangen zu 'lasfen, furchtbar — und so was will ein Bergführer sein!" . r ., . ,... Probier nur, es geht schon", rief ich dem hilflos baumelnden Josef zu, der alle Anstrengungen machte, um irgendwie Griff und Tritt zu saßen. Eine andere Seilschaft tarn nach. Ein nettes junges Mädchen mit einem Führer. Als die beiden wegen Thorak nicht mehr weiter konnten, wei ihnen der hilflos Hängende den Weg versperrte, ne die junge Schönheit zu mir hinauf: „So ziehen Sie doch diesen Kerl endlich hinauf, er "hängt ja im Ueberljang wie ein Mehlsack!" Sofort ergriff ich Partei für meinen Freund: „Beleidigen Sie meinen Touristen nicht", rief ich h'Nm/erst half ich ihm aus der Verlegenheit, und bald stand er schweißtriefend und schwer schnaufend ‘ bei mir. Hitler-Jugend Bann 116. Fliegergefolgschasl 1/116. Der Dienst in dieser Woche: Dienstag (4.7.39): Bauen der Schar 1. Das Bauen am Mittwoch findet in den Ferien nicht statt. Daher bauen die Schüler am Dienstag bzw. Donnerstag. Diese Einteilung beginnt schon in dieser Woche. Der Baudienst der Schar 2 wird von jetzt ab auf Donnerstag verlegt. Es ist also am 6.7.39 Baudienst der Schar 2 mit den Schülern. Freitag, 7.7. theoretische Schulung, 20.15 Uhr, Kirchstraße (Gewerbeschule), Beitragsappell! Samstag, 8.7., Bauen der Modellbaukame- rad schäft. Stamm 111/116. Am Mittwoch, 5. Juli, finden im Stamm III/116 folgende Fahrtenappelle in vorschriftsmäßiger Uniform und Tornister statt: Gefolgschaft 11/116, 21 Uhr, in Hungen. Gefolgschaft 14/116, 21.30 Uhr, in Rodheim/Horloff. Die Liebig-Stadt Gießen. In dem Bestreben, die Bedeutung Justus von Liebigs für die Stadt Gießen herauszustellen, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP- eine Vortragsreihe über Justus von Liebigs Wirken in Gießen". Die Vorträge, die im Horfaal des Liebig-Museums ftattfinben, werden von dem Vorstandsmitglied der Liebig-Gesellschaft und Abtei- lungsvorsteher des Chemischen Instituts der Universität Professor Dr. B e h a g h e l gehalten. Der erste Vortrag am 19. Juli ist für drei Zellen bestimmt. bemerken wir die Schlange und den Schlangen« träger und, schon ziemlich tief am südlichen Himmel, die'beidcn Hellen Sterne der Waage und das schöne Sternbild des Skorpions, in welchem der rote Riesenstern Antares leuchtet. Heber dem östlichen Horizont sind die Sternbilder Wassermann, Pegasus und Andromeda erschienen. Im Nordwesten zeichnen die fünf Hellen Sterne der Kassiopeia ein lateinisches W an den Himmel. Darunter finden wir den Perseus und dicht am Nordhorizont die Kapella im Fuhrmann. Um den Nordpol gruppieren sich ferner die Sternbilder Großer und Kleiner Bär, Drache und Kepheus..Die Deichsel des abwärts rollenden Himmelswagens im Großen Bären, der jetzt westlich, also links vom Polarstern steht, ist nach oben gerichtet. Seine sieben Hellen Sterne senden uns ihr Licht aus einer Entfernung von 70 bis 150 Lichtjahren zu. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 1., letztes Viertel am 9., Neumond am 16., erstes Viertel am 23., Vollmond am 31. Juli. Wir haben also im Juli zweimal Vollmond. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloriapalast (Seltersweg): „Die Heilige und ihr Narr". Ein Sohn Gießens Kommandeur der WienerSchuhpolizei. Auszeichnung treuer Beamter des Postamts Gießen. Heute morgen fand im hiesigen Postamt die feierliche Uebergabe der Treudienstehrenzeichen (2. Stufe) an 57 Beamte des Postamtes Gießen statt, die für über 25jährige Dienstzeit mit dem Ehrenzeichen bedacht werden konnten. Postamtmann K e i s e r, der derzeitige Leiter des Postamtes Gießen, hielt eine kurze Ansprache in der er den Beamten Dank und Anerkennung aussprach für die bisherige jahrzehnte- lange Arbeit im Dienste der Reichspost, er machte ober auch darauf aufmerksam, daß die Verleihung des Treudienstehrenzeichens die Verpflichtung bedeute, sich mit allem Eifer und unter dem Einsatz des ganzen Könnens auch fernerhin dem Berufe und dem Dienst an der Volksgemeinschaft hinzugeben und dem Führer Adolf Hitler die Treue zu halten. Abschließend übermittelte Postamtmann steifer den treuen Beamten die Glückwünsche des Reichspost- Ministers, des Präsidenten der Reichspostdirektion und des Postamtes Gießen. Gleichzeitig mit seinen persönlichen Glückwünschen überreichte er unter Handschlag die Ehrenzeichen an folgende Beamte: Treudienst-Ehrenzeichen 2. Stufe haben erhalten: die Oberpostinspektoren Paul Jung, Ludwig Köh- linger, Heinrich Sahm, Johannes Schäfer, Wilhelm Friedrich, Georg Faust; die Postinspektoren Wil- Helm Altmannsperger, Heinrich Gerbig, Ludwig Keller, Heinrich Kern, Otto Scheller, Bruno Schmöker, Paul Schuld!, Karl Thron, Friedrich Wolf, Ludwig Friedrich, Adam Lotz; der Oberpostsekretär Georg Korell; die Postsekretäre Karl Müller III. Gustav Bindingshaus; die Postassistenten Richard Neubauer, Karl Müller II., Johannes Müller, Friedrich Jung, Heinrich Habicht, Heinrich Fink, Georg Eckhardt, Karl Einhauser, Otto Diehl, Georg Christ, Eduard Brückmann, Heinrich Berg, Ludwig Beck; die Postbetriebsassistenten Karl Hofmann, Otto Kaiser, Johannes Kind, Heinrich Martin, Karl Melius, Georg Hofmann. Georg Heid, Theodor Bünding, Wilhelm Demper, Heinrich Eisenbach, Johann Flach; die Oberpostschaffner August Heß, Christoph Hochstein, Jakob Gerlach, Karl Gladigow, Johannes Haber; die Postschaffner Konrad Enders, Friedrich Groth, Georg Held, Friedrich Hofmann, Ludwig Hofmann, Heinrich Keßler, Ludwig Mohr, Wilhelm Müller. Gchroitsammelakiion auch auf dem f an de NSG. In der Zeit tiom 1. Juli bis einschließlich Mitte August findet im Gau Hessen-Nassau eine neue Schrottsammelaktion statt. Sie erfolgt auf Anordnung des Reichskommissars für Altmaterialverwertung für alle Gaue im westlichen Schrott-Entfallgebiet. Die Sammlung alles überflüssigen Alt- /eisens wird in unserem Gaugebiet durch den Reichs- luftschutzbund in Verbindung mit dem Groß» und Mittelhandel des Rohproduktengewerbes durchgeführt. Die Luftschutzwarte in den größeren Orten werden dafür Sorge tragen, daß alle entbehrlichen Schrott- mengen einige Tage vor dem von den Kreisbeauftragten für Altmaterialerfassung festgelegten Samrn- lungsterrnin im Hof oder Vorgarten bereitgelegt werden. Schwer transportierbare eiserne Gegenstände werden durch die Beifahrer der Händler aus den Wohnungen, Kellern, Mansarden usw. geholt und zu den Lastwagen bzw. Fuhrwerken gebracht. In den ländlichen Gebieten hat die Hitler-Jugend Anweisung, Vorsammelstellen in den Orten einzurichten, um dorthin den in Schuppen, Kiesgruben und dergl. unnütz herumliegenden Schrott zusammenzutragen. Gerade auf dem Lande befinden sich noch große Mengen von Alteisen, die der deutschen Volkswirtschaft für die Aufgaben des Reiches nicht vorenthalten werden dürfen. 30 bis 35 Prozent des Der» wendeten Eisens verkommen alljährlich noch auf dem Land. Diese Mengen müssen unter allen Umständen erfaßt werden. Der deutsche Bauer hat die Pflicht, in seinem Gehöft einmal eine richtige „Inventur" zu machen. Bestimmt sind auf jedem Hofe zerbrochene Rechen, Hacken, Eggen, abgenutzte Rei- fen von Wagenrädern, gebrochene Wagenachsen und vieles andere mehr zu finden. Meist liegen diese Gegenstände, auch emaillierte Eimer und Töpfe, in irgendeinem Winkel oder Schuppen herum und werden vom Rost zerfressen. Außerdem verschönen sie den Hof wirklich nicht und sind oft Gefahrenquellen für Unfälle. Durch Wiederverwendung vop Schrott wird viel Energie, Kohle, Transport, Arbeit und Material gespart. Schrott ist im besten Sinne ein Rohstoff, den es zu erfassen gilt. Das Ergebnis der neuen Sammelaktion wird auch diesmal wieder die beste Bürgschaft dafür fein, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Auf der einen Seite gewinnen Gehöft und Dorf on Schönheit durch das Verschwinden des alten Eisens, ander- feite wird der Volkswirtschaft durch Einsparung von Millionen Reichsmark Devisen geholfen. Bauern des Gaues Hessen-Nassau! Es geht um Deutschlands Selbstversorgung mit wichtigen Rohstoffen. Hierzu gehört auch die Sammlung des Alt- eisens. Helft daher alle mit, die Versorgungslage der westdeutschen Schrottverbraucher durch ■ Bereitste!» lung der überflüssigen Schrottmengen zu unterstützen. „Jeder selbständige Handwerker, der nicht durch eine Lebensversicherung von der Versicherungspflicht befreit i>t, muß sich die Versicherungskarte und bte zu klebten ?8eitragsmarten selbst besorgen." Lei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß es fraglich ist, ob die Frist zum Abschluß von Lebensversicherungen, welche mit Rückwirkung auf den 1. Januar von der Angestelltenoersicherung befreien, über den 30. Juni hinaus verlängert wird. Es empfiehlt sich deshalb in jedem Falle, den Lebensoersicherungsantrag sofort zu stellen, weil sonst die Befreiung erst mit dem Zeitpunkt des späteren Abschlusses der Lebensversicherung ein» tritt. Vom Truppenübungsplatz zurück. Im Laufe des heutigen Vormittags kehrte unser Infanterie-Regiment 116 nach mehrwöchiger Abwesenheit zu Uebungstroecfen vom Truppenübungsplatz in seine Garnisonstadt Gießen zurück. Die Tvansportzüge kamen feit 5.45 Uhr in Abständen von einigen Stunden hier an, der letzte Transportzug wird gegen 12.30 Uhr auf unserem Bahnhof eintreffen. Mit der Regimentsmusik an der Spitze marschierten die Truppen, von den Volksgenossen herzlich begrüßt, zu den Kasernen. Weiter denken und deshalb sparen! Die Reisezeit läßt zahlreiche Volksgenossen die Schönheiten der Heimat kennen lernen. Tausende und Abertausende finden an der See, im Gebirge, an unzähligen Plätzen des weiten deutschen Vaterlandes Erholung und Anregung, neue Kraft für die berufliche Arbeit. Nicht jedem Volksgenossen ist es vergönnt, aus seinem laufenden Einkommen die Kosten einer vielleicht auch nur bescheidenen Reise zu bestreiten, wohl jeder muß in dieser oder jener Form auf Ersparnisse zurückgreifen. Und wenn er solche Rücklagen nicht für das Fahrgeld und für die Kosten des Ferienaufenthalts selbst in Anspruch nehmen muß, so sind doch für jede Reise Anschaffungen zu machen. Der Segen des hilfreichen Sparkassenbuches erweist sich gerade in der Ferienzeit immer wieder. Das Sparguthaben ist somit ein getreuer Helfer bei der Feriengestaltung. Auch sonst sollte jeder, der über den Augenblick hinaus zu denken gewohnt ist, sich dieses treuen Helfers bedienen. So ist es schon jetzt angebracht, an das Weihnachtsfest zu denken. Wer in den Wochen vor dem Weihnachtsfest auf sein Sparkassenguthaben zurückgreifen kann, wird es 'leichter haben, die Kosten für die Gestaltung des Weihnachtsfestes zu bestreiten. Iohreshauptversommlung der Fleischer-Innung. Gestern nachmittag hielt die Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen ihre Jahreshauptversammlung im Cafs Leib in Gießen ab. Obermeister Pi r r konnte dort neben den zahlreich erschienen Berufs- fameraben und Berufskomeradinnen auch den Kreis- fachschaftswalter der DAF. Stein sowie den Vertreter der Kreishandwerkerschaft Klein willkommen heißen. Obermeister Pirr erstattete sodann den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß sich die Innung allen Anforderungen gewachsen zeigte. Er hob hervor, daß der Fleischbezug an Stelle von lebendem Vieh in erheblichem Umfange geschah. Fleisch wurde im Gesamtgewicht von 400 000 Kilogramm bezogen, was einem Wert von 550 000 Mark entsprach. Sodann dankte der Obermeister allen Mitarbeitern, der Geschäftsstelle, wie auch der Nebenstelle Gießen der Häute- und Fettverwertung. Herz- liche Worte des Gedenkens widmete der Obermeister abschließend dem verstorbenen Berufskameraden Eduard Sack, dessen freue Mitarbeit in der Sache der Innung er gebührend würdigte. Im weiteren Verlause der Versammlung stand die Vertrauensfrage für den Obermeister auf der Tagesordnung. Die Versammlung sprach in voller Einmütigkeit dem bisherigen Obermeister Pirr ihr Vertrauen aus, so daß er auch fernerhin die Innung leiten wird. Die Versammlung beschäftigte sich sodann mit einer Reihe von Fragen, die die Kontingentierung, die Derbrauchslenkung und die Zusammenarbeit nut dem. Schlachthof betrafen. Prüfungsobermeister Vogt referierte eingehend über das Lehrlingswesen und stellte dabei heraus, daß sich jeder Meister im Interesse eines guten Berufsnochwuchses feiner Verantwortung in der Lehrlingsausbildung bewußt sein müsse. Von den Lehrlingen müsse mehr verlangt werden als seither, damit ein hoher Lei» stungsstand im Beruf auch für die Zukunft gesichert fei. Kreisfachschaftswalter Stein sprach über die Tarifordnung und über die dazu ergangenen Er- gänAungen, während der Stellvertreter der Kreis- Handwerkerschaft Klein über die Altersversorgung sprach und alle notwendigen Aufklärungen gab. Mit dem Treuegruß an den Führer schloß Obermeister Pirr die anregende Versammlung. Elektrizität auf der Ganseburg. Daß es in der Nähe unserer Stadt bis vor wenigen lagen noch einen größeren landwirtschaftlichen und Wirtschaftsbetrieb gab, der noch ohne Elektrizität auskommen mußte, ist wohl vielen Lesern unbekannt geblieben, aber dennoch gab es so etwas, nämlich auf der ©anfeburg. Die Zuleitung der Elektrizität war seither mit derart hohen Kosten verbunden, daß es dem Eigentümer Gans nicht möglich war, feinen Betrieb auf Elektrizität umzustellen. Nur dem glücklichen Umstand, daß ein weiterer Interessent, nämlich das Gehöft der Straßenmeisterei der Reichsautobahn bei Reiskirchen sich hmzugesellte, ist es zu danken, daß die Anlagekosten auf ein erträgliches Maß zurück gingen. Durch bie Unterstützung der Gemeinde Großen» Buseck und durch besonderes Entgegenkommen des Elektrizitätswerkes Gießen ist nun das Projekt zur Ausführung gekommen. Am vergangenen Samstagabend wurde die Neuanlage durch den Vertreter des Elektrizitätswerkes Gießen, Dip.-Jng. S ch a ff- n e r, der Familie Gans übergeben und sofort in Betrieb genommen. Die Zuleitung wurde durch dos Elektrizitätswerk Gießen, die Hausinstallation durch eine Firma von Großen-Buseck mustergültig ausgeführt und funktioniert ausgezeichnet. Die stets gut« geputzte Petroleumlampe, die zwar etwas rußte, dabei aber auch gleichzeitig ein guter Heizofen war, mußte nun dem angenehmeren elektrischen Licht weichen. Alle diejenigen, die die Anlage entstehen ließen, sowie eine Anzahl Freunde und Gönner der Familie Gans hatten sich zu dem „Lichtfest" eingefunden, und nach einer kräftigen leiblichen Stärkung wurde das Lichtfest gebührend gefeiert. Die Ganseburg, die bereits feit ihrem Bestehen ein beliebter Ausflugsort für die Umgebung ist, wird durch diese Neuanlage bestimmt auch in Zukunft das Interesse und der Anziehungspunkt vieler sein. Oie Lanvesschweineschau in Gießen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau führt die diesjährige Landesschweineschau in der Rhein-Main- Versteigerungshalle in Gießen durch. Mit dieser Schau, die mit Spitzentieren des Veredelten Landschweines beschickt sein wird, verbindet der Landesverband der Schweinezüchter eine Elite-Eber-Der- fteigerung. Die Landesschau beginnt am 14. September mit dem Auftrieb der Tiere, die Ausstellung und die Versteigerung finden am 15. September statt. Gießener Dochenmarktprelse. ** Gießen, 4. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, Vt kg 15 bis 20, Weißkraut 15 bis öl), gelbe Rüben 25, das Bündel 12 bis 14, rote Rüben, das Bündel 10 bis 15, Römischkohl, H kg 12 bis 15, Bohnen, grün, 30, Erbsen 20 bis 28, Tomaten 32 bis 45, Zwiebeln 15 bis 18, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber 12 bis 14, Pilze 50, Kartoffeln, neue, kg 12 bis 13 Pf., alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mart, Frühkartoffeln, 50 kg 10 Mark, Pfirsiche, V» kg 40 bis 42 Pf., Himbeeren 50, Kirschen 30 bis 48, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 38 bis 48, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 45, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 15 Pf. * ** Ei n Fünfundsiebzigjähriger. Am heutigen Dienstag begeht der Ersenbahnoberinspektor i. R. Rechnungsrat Carl Reinig, Friedensstraße 39 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Herr Reinig ist geborener Gießener, war u. a. in Köln und Essen lange Jahre im Dienste der Eisenbahn tätig und kehrte nach seiner Versetzung in den Ruhestand in seine Vaterstadt zurück. Er ist seit Jahrzehnten treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: 16. Juni Friedrich Schäfer, ohne Beruf, 77 Jahre, Wetzsteingasse 32; 16. Juni Katharine Goffelmeyer, geb. Huck, ohne Beruf, 71 Jahre, Krof- borfer Straße 29; 17. Juni Lokomotivführer i. R. Georg Ott, 86 Jahre, Hinter der Westanlage 15; 17. Juni Hausangestellte Else 2)eiter, 17 Jahre, Hegstrauchweg 14; 23. Juni Landgerichtspräsident i. R. Ludwig Neuenhagen, 61 Jahre, Bergstraße 39; Für die Haut- und Kinderpflege Holländerin Buttermilchseife 80°o Fettgehalt * 1 Stück 25 Pfg. GROSSGARAGE ■Öltet Westen Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 55 6. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) „Du bist ja nicht gescheit, Margit! Das wäre ja--", er sah sie scharf an, „das wäre ja ein Verzicht, Margit?" Ihr schönes, ebles Gesicht, das blaß geschminkt war und ohne jebe Falte, übergoß ein berückender Schimmer von Wehmut. „Vielleicht, Werner. Es wird Herbst draußen — wie drinnen." Sie zog den hauchdünnenSpitzenschal ein wenig fester um die Schultern, als fröstle sie. Vallendar schwieg lange. „Ich verstehe dich nicht, Margit", sagte er dann. Er steckte beide Hände in die Jackettaschen und ging wieder hin und her, den Kopf gesenkt. Und Margit fühlte, wie es hinter seiner Stirn arbeitete. „Wir wollen noch ein wenig ausgehen, Margit. Ist es dir recht? Vielleicht in den Klub. Oder sonstwohin." Sogleich stand sie auf. „Mein Wagen steht vor dem Haus, JÖcmer. Vielleicht treffen wir Pernau im Klub." Wie ein Junge verzog er den Mund. „Dann wurde nur wieder gefachsirnpelt. Lassen wir den Klub und deinen Wagen! Ich möchte den meinen benutzen. Ich habe keine Lust, mit von deinem Chauffeur spazierenfahren zu lassen. Außerdem — ich hätte eigentlich noch etwas mit Preetz zu be- sprechen." Er vermied ihren Blick, aber sie erriet seine Gedanken. Die schmerzten sie ein wenig. Sie kannte ihn ganz genau. Und er machte es ihr leicht; er konnte nicht lügen und vor ihr sich verstellen ... „Gut! Bestelle den Wagen, Werner!" «Nein, wir holen ihn selbst. Ich kann bann sehen, ob Preetz schon roieber brüden ist. Wir fahren burch Berlin, Margit. Du neben mir. Wir machen eine richtige Runbreise. Halten vor jeber Bar und schauen hinein. Zeigen uns, wie?" Er lachte. „Das hat so was Romantisches heute. Der bicke Nebel — unb wir unterwegs. Die Lampen scheinen nur ganz gespenstisch. Man kommt sich vor wie ein Schiffer, der nach bem Feuer ber Leuchttürme späht. Ich kann mir bas so gut oorstellen. Dies ganze Berlin ist heute ein Nebelmeer, unb wir gonbeln barin herum unb erwarten Abenteuer. An jeder Ecke können sie auftauchen... Weißt du, wo ich am liebsten wohnen möchte, Margit?" „Wie oft habe ich dir geraten, dir ein Haus zu kaufen! Nicht weit von meiner Villa wäre eines zu haben..." „Aber Margit!" Er fuhr sich mit allen zehn Fingern durchs Haar. „Ich will doch in keiner Villa wohnen! Pernau erzählt mir auch alle Augenblicke solchen Unsinn. Ich will auf bem ßanbe wohnen! In Bärenbruch — herrlich! Uebrigens: Da müssen wir beibe mal hinfahren, im Frühjahr, wenn bie Saat sprießt... Ober in ber Stabt! Mittenbrin will ich wohnen! Daß ich bas Leden mit beiden Händen greifen kann — bloß die Arme auszustrecken brauche. Ja, am liebsten wohnte ich auf bem Turm ber Kaifer-Wilhelm-Gebächtniskirche, ganz oben. Da könnte ich jeden Abend die Straßen überblicken, die dort Aufammenlaufen, unb--* Er sah sie an unb schämte sich. Begriff, baß sie burch ihn hinburchblickte. „Also jetzt phantasiere ich nicht länger, Margit, fonbern hole beinen Mantel." Er eilte hinaus, kam roieber unb legte ihr den Pelz um. Dabei sah er ihr in bie Augen. Plötzlich umfaßte er sie. „Margit — glaube mir: Es gibt keine Frau, bie eine herrlichere Kamerabin sein könnte als du!" Sie legte ihren Kopf an seine Schulter. Kameradin? flüsterten die Gedanken. Nicht Geliebte... Bald werde ich dich verlieren! wußte sie und hörte die starken Schläge feines Herzens. „Du lieber, großer Junge!" sprach sie in ihn hinein, unb in ihrer Stimme schwang ihre ganze Liebe, bie alle Grabe umfaßte, von Schwärmerei bis zu uneigennütziger Mütterlichkeit. Er horchte dem Tone nach. Sein Arm tag fest um ihre zarte Schulter. Er suchte nach einem Wort, bas ihn befreien sollte, das bie Gefühle erklärte, bie er für sie hegte. Ader er fand es nicht. Es ließ sich nicht ausdrücken ... Zart küßte er ihr silberschim- mernbes Haar und atmete den Dust ein, den es ausströmte. Es kam ihm vor, als dufte es wie eine Rose, die vollerblüht in die Tage des Vergehens schaut. „Komm!" sagte er behutsam, als spräche er ganz etwas anderes. „Komm! Tu deinem großen Jungen den Gefallen! Er gäbe ja sonst doch keine „Ich weiß es, Werner!" Sie veränderte ihre Stellung nicht. Dann hob sie plötzlich den Kopf unb schlug den Pelzkragen um den Hals. Es war Vallendar, als sähe er sie zum erstenmal. Es war ein edles, blumenhaft zartes Gesicht. Aber es war ihm nicht mehr so vertraut — nein, nicht mehr so vertraut wie früher ... Er senkte seine Blicke unb öffnete die Tür. Punkt 9 Uhr kamen bie Wagenwäscher. Das fieben in der Garage begann. Die Motoren brummten. Wenn die Autos aus ber großen Nische, in bie man sie zum Waschen gebracht hatte, herausgefahren wurden, spritzten links und rechts kleine Wasserfontänen hoch. Die Türen der meisten Boxen standen offen. Auch in ihnen waren die Wäscher an der Arbeit. Ganz am Ende des langen Ganges polierten zwei Chauffeure bie Wagen ihrer Herrschaften. Nun leerte sich der Waschraum. Ein Wagen nach dem andern verschwand in feinem Stall. Die Türen wurden geschlossen. „Heute roirb's spät Feierabend!" rief der Wagen- Wäscher Hellmuth. „Sonderbar: Zum Ersten wollen alle Leute blitzblanke Wagen haben. Womit bet wohl zusammenhängt?" „Ouatsch nich tariert, Mensch!" Sein Kamerad Emst Senker schraubte eben einen Schlauch von ber Leitung ab. „Mach zu, daß du den .Garage' in Ordnung kriegst! Wird nett aussehen — nach der Fahrt von Hamburg hierher." „Richtig — ber .Garage'!" Hellmuth nickte. „Den muß ick wohl piccobello Herrichten — vielleicht läßt dann ber Amerikaner ’n ordentliches Trinkgelb springen. Eigentlich wär es ja Preetz seine Sache." „Mach schon zu. Mensch! Wer weiß, ob Preetz heute abenb überhaupt noch wieberkommt? Weißt boch, baß seine Frau ein Kinb erwartet!" „Na, so weit roirb’s ja wohl noch nicht sein. Aber der Preetz hält sich 'ran. Ist schon bas vierte!" Der Wagenwäscher Hellmuth schlenberte durch den langen Gang. Selbstverständlich mußte man Preetz bie Arbeit abnehmen. Konnte man sich ja denken, wie dem zumute war. Immer im Dienst und dann das Gefühl: Zu Hause geht es los? Da liegt die Frau, und die Kinder sind ohne Aufsicht ... Klar, daß man da ein bißchen einspringt! Als Hellmuth zur Sammelgarage kam, stutzte er. Vor ihm stand der Dücherwagen, links in ber Ecke das „Fräulein", unb zwischen den beiden ber große Mietwagen, den sie einfach „der Garage" getauft hatten, so als Abkürzung für Garagenwagen. Klemmt sich denn da die Bremse? staunte Hellmuth. Der Wagen hat ja die ganze italienische Nacht hinten in Gang! Tatsächlich: Im Dunkel des großen Raumes strahlten die Lichter des Wagens, bie bunfelroten Bremslichter und das hellrote „Stopp", das eigens über der hinteren Schutzstange angebracht war; ber erste Besitzer des Wagens hatte wohl besonderen Wert darauf gelegt Hellmuth drängte sich zwischen der „Verleih" und der Wand durch. Er spähte durch die Scheiben. Sein junges Gesicht wurde blaß. Nur mtt Mühe unter- drückte er einen Aufschrei des Schreckens. Wie auf der Flucht wandte er sich um, zerriß sich den Aermel am Winker der „Verleih", so schnell drängte er sich vorbei. „Emst! Heinrich! Borne- mann! Kommt mal rasch her! Hier ist was ... Da seht mal selbst! Im Wagen." Zwei Minuten später war bie Garage Alter Westen von fieberhaftem Leben erfüllt. Die Fahrer, bie noch ihre Wagen brachten ober noch einmal fortfahren wollten, hielten an. Die Chauffeure, die Nachtdienst hatten, um die Spätwagen abzuholen, kamen aus dem kleinen Zimmer, in dem sie sich aufhielten, bis sie angerufen wurden. Sie alle sammelten sich vor der Garage C und starrten den großen Wagen an, dessen Bremslichter so hell glühten. Gespenstisch leuchtete das „Stopp". „Der Amerikaner!" flüsterte Hellmuth. — „Ich hab' ihn gleich erkannt ... Lauf doch zum Buch- Halter! Er soll an einen Arzt telephonieren!" „Dem hilft keip Doktor mehr", raunte der Wagenwäscher Ernst. „Wo rft denn Huckemann? Huckemann soll Müh. sam holen!" Der Fahrer Friedrich hetzte schon den Gang hinauf. Er stolperte fast, so eilig hatte er es. Oben an der Benzintankstelle stand Huckemann. „Was ist denn los, Friedrich?" „Ist dep. Mühsam noch im Büro?" „Ja, er rechnet ab. Ist doch der Erste." „Da unten ist was passiert! Der Amerikaner, den ber Preetz heute von Hamburg geholt hat, sitzt tot in seinem Wagen!" Fritz Huckemann taumelte einen Schritt rückwärts. „Was denn: Tot? Mir war doch so, als hätt' ich ihn vor 'n er Weile hereinkommen sehen. Wußte allerdings nicht genau, ob er's war." „Sag' dem Mühsam Bescheid! Er soll die Polizei anrufen und ’nen Arzt! Vielleicht ist er bloß ohnmächtig." „Ich rufe Doktor Römer an!" Fritz lief ins Büro. Gleich darauf klingelte der Fernsprecher. „Können Sie gleich mal Herkommen, Herr Doktor? Ein Unglück in der Garage ...?" „Ich komme sofort! „Hier Polizeirevier. Ja, ich verstehe! -Ein Beamter geht sofort los!" Die Menschenmenge vor der Sammelgaraae wurde immer größer. Die Kunde von dem Geschehnis lies von Mund zu Mund. „Daß niemand in die Nähe kommt —!" rief Mühsam aufgeregt. „Arzt und Polizei werden gleich dasein ... Wo steckt denn Preetz? Ich habe doch nach ihm geschickt!" „Ich passe schon auf, Herr Mühsam!" — Hucke- mann hatte sich vor den Eingang ber Sammelgarage gestellt. „Wieso brennt denn das Stopplicht?" fragte jemand. Sie starrten alle hin. Es wirkte unheimlich — jetzt, da man wußte, daß in dem Wagen ein Toter faß. „Er muß den Fuß auf der Bremse haben", flüsterte Hellmuth. „Nee, so was! Ist ooch keen gutes Vorzeichen für den neuen Mieter." Der Buchhalter hastete wieder ins Büro. Wo blieb denn nur Prectz? Preetz kannte den Mann doch am besten! (Fortsetzung folgt.) nicht abgeholte Fundgegenstände öffentlich rer- über Aus der engeren Heimat germeister L a n von Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 4. Juli. Bei dem Maffenverkehr in unserer Stadt anläßlich des gestrigen Prämien- Marktes machten sich Taschendiebe in uncm- genehmer Weise bemerkbar. In dem Gedränge in den Straßen und auf dem Marktplatz wurden in fünf Fällen heimlich die Handtaschen von Frauen von den Taschendieben „revidiert" und dabei der Inhalt, vor allem das Geld, mitgenommen. Die Bestohlenen bemerkten den Diebstahl erst einige Zeit später, so daß es leider nicht möglich war, einen der Langfinger auf frischer Tat zu erwischen. Die sofort benachrichtigte Polizei und Gendarmerie nahm ungesäumt die Ermittlungen auf, und es gelang ihnen auch, eine Reihe Der- dachtsmomente und Spuren festzustellen, die hoffentlich zur Festnahme der Täter führen. Allem Anschein nach handelt es sich um reisende Taschendiebe, die von Ort zu Ort zu großen Veranstaltungen fahren und dort ihr Unwesen treiben. <> Deckend ach, 4. Juli. Am morgigen Mittwoch, 5. Juli, kann unsere Einwohnerin Witwe Margarethe Michel im Kreise ihrer zwei Kinder und vier Enkel ihren 7 9. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!) worden. Auslandsärzte besuchen Bad-Aouheim. LPD. Bad-Nauheim, 2.Juli. In der Zeit vom 1. bis 8. Juli weilen die Teilnehmer an einem Fortbildungslehrgang der Deutsch - Jbero - Amerikanischen Aerzteakademie (Berlin) — etwa 30 brasilianische und portugiesische Professoren und Aerzte — zu Studienzwecken in Bad-Nauheim. Außer Dorträgen in den hiesigen Instituten und im Konitzky- Stift sowie einer Besichtigung der Bade- und Kuranlagen sind Besuche der Universitäten Marburg und Heidelberg und Besichtigungen in Darmstadt vorgesehen. Don Bad-Nauheim aus erfolgt die Weiterreise nach München und Wien. Diesem Besuche folgend ist für die Zeit vom 9. bis 12. Juli eine zweite Gruppe südamerikanischer Mediziner — 35 Professoren und Aerzte — aus Argentinien, Chile, Peru und Uruguay angemeldet. Auch diese Studienreise wird von der Deutsch-Ibero- Amerikanischen Aerzte-Akademie veranstaltet. Die Weiterreise dieser Aerztegruppe erfolgt am 12. Juli nach Heidelberg. Hauptversammlung des oberhessi'schen Gebirgsverein«. Am 1. und 2. Juli fand in Homberg (Ohm) die Hauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins statt. Am Samstagabend war im „Frankfurter Hof" die B e i r a t s s i tz u n g. Anschließend wurden Filme m»« dem Wanderleben gezeigt, woran sich ein gemütliches Beisammensein Mit der Bevölkerung anschloH. Die Hauptversteigert. Amtsgericht Gietzen „Konrad", sprach die Frau Mama Wie das berühmteste Kinderbuch der Welt entstand. bleiben. _ 00 Beuern, 3. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier unter Leitung von Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung ein Gemarkungsrundgang statt, an dem zahlreiche Landwirte teilnahmen. Der Rundgangleiter erläuterte die verschiedenen Kartoffelsorten, regte den umfangreichen Anbau von stärke- Äen Futterkartoffeln an und erläuterte die Kar- mbauversuche in der Deuerner Flur. Ferner wurden Fragen der Pflege und Düngung bespro- chen und der Getreideanbau behandelt. Aus dem Kreise der Teilnehmer wurden viele Fragen gestellt. Ortsbauernführer H c r m a n n dankte abschließend dem Leiter des Rundganges für seine vielen Anregungen. "x Großen-Lindener Mädchen auf Rhein und Neckar. * Großen-Linden, 3. Juli. Die Mädchen der oberen Klassen unserer Volksschule unternehmen gegenwärtig einen achttägigen Ausflug, der ihnen ein schönes Stück deutscher Heimat zeigen wird. Die Leitung der Fahrt liegt in Händen von Rektor Siegfried. Zunächst führte die Fahrt nach Mainz. Nach einer Besichtigung der Stadt wurde das Schulheimschiff des NS.» Lehrerbundes „Hans Schemm" bestiegen. Schon der Antritt zu dieser Fahrt in Mainz gestaltete sich zu einem großen Erlebnis. Am Ufer hatte eine stattliche Abordnung BDM.-Mädel der Mainzer Ober- und Volksschulen Aufstellung genommen, um den Großen-Lindener Mädchen gute Fahrt zu wünschen. Außerdem hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Eine Wehrmachtskapelle und ein Fanfarenzug des Jungvolks konzertierten, so daß sich die Großen-Lindener Mädchen vor Staunen und Freude über diesen Auftakt ihrer Bootsfahrt kaum zu lassen wußten. Das Schulheimschiff, ein schneeweißes, prächtiges und stattliches Motorboot, das über die Toppen geflaggt hatte, wurde, bald nachdem es den Kai verlassen hatte, auf die Art der Jugend in Besitz genommen und in nUen Einzelheiten besichtigt. Die Fahrt führte zunächst rheinaufwärts. Unterwegs wird in verschiedenen Städten angelegt; so lernen die Mädchen die Städte Oppenheim, Worms und Mannheim kennen, ferner werden die Neckarstädte Heidelberg, Neckarsulm und schließlich Heilbronn besucht. In Heilbronn endet die Motorbootfahrt und damit auch die erlebnisreiche Woche, die den Kindern beschieden ist. Die Derpflegungskosten trägt der NS.-Lehrervund, der auch das Schiff erbauen ließ. Die übrigen Schüler der hiesigen Schule werden Mitte Juli zu einem achttägigen Schullandheim - Aufenthalt in Diez an der Lahn weilen. Schule im Dienste des Dierjahresplans gestatteter Juxplatz Gelegenheit zu vergnüglicher Unterhaltung. In der Stadt selbst entwickelte sich bis in die Abendstunden ein reges und buntes Markttreiben. Der Abtransport der Tausenden von Marktbesuchern ging glatt von statten. Landkreis Gietzen — Bad-Nauheim, 4. Juli. Zu den Schulen, die in diesem Jahre mit der Aufnahme der Sei- denrauvenzucht sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst des Diersahresplanes gestellt haben, zählt auch die hiesige Stadtschule. Die Schüler der oberen Klasse haben sich unter Leitung von Lehrer H e n ß der sorgfältigen Aufzucht der Seidenraupen, die zu ungezählten Tausenden den Eiern entschlüpft sind, angenommen. Die Grund- läge für die Seidenraupenzucht der Schule bildet eine große Maulbeeranlage, die am Rande des Schulhofes angelegt worden ist und sich ausgezeichnet entwickelt hat. Die Pflege und Betreuung der Seidenraupen ist nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung, sondern birgt in sich auch unterrichtliche und erziehliche Werte. Dasselbe kann man auch von der Heilkräutersammlung sagen, die im Kreise Friedberg von dem Kreissachbearbeiter Lehrer Oßwald (Bad-Nauheim) betreut wird. Volksschulen und höhere Schulen haben bis jetzt fleißig gesammelt. In Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel sind Bezirkssammelstellen eingerichtet machen, geschaffen worden ist, vielmehr einem ganz und gar nur privat gemeinten, allgemeinen und darum um so handfesteren Erziehungs- und Unterhaltungszweck sein Entstehen verdankt, nämlich einem liebevollen Vater, einem „Dilettanten Höch- fter Ordnung" gewissermaßen, dem keine fachmännischen Hemmungen das Spiel seiner Phantasie zu beeinträchtigen vermochten. Der Deckname, den Dr. Hoffmann für die erste Druckauflage seines Büchleins gewählt und in dem Vers: „Das alles fein malte und beschrieb — der lustige Reimerich Kinderlieb" seinem Struwwelpeter vorangestellt hatte, charakterisiert treffender als alles, was man sonst über die „Kunstabsichten" Hoffmanns sagen oder nicht sagen könnte, den Standpunkt des Struwwelpeter-Erzeugers. Und die äußeren Umstände, die zur Entstehung des Buches ührten, vervollständigten das Bild des kinderlieben Reimeschmiedes. Als Dr. Hoffmanns Söhnchen Carl etwa drei ■ Jahre alt war, da wollte ihm der Vater zu Weihnachten ein Bilderbuch schenken, fand aber nirgends etwas „Passendes", das heißt ein Buch, das nach seiner Meinung wirklich ein Kinderbuch war. Und so entschloß er sich denn, das Buch, das ihm vor- fchwebte, selbst „herzustellen". Ein leeres Schreibheft war schnell beschafft. Der Arzt begann Ai zeich- nen und zu dichten, nicht ohne einige Anfangs- schwierigkeiten, versteht sich! Die Vorbilder für seine Reimgeschichten erwuchsen ihm in den Unarten feines Spröhlings — jenen Unarten, die der kleine Karl mit allen Kindern gemeinsam hatte .. Sie zu personifizieren, zu übertreiben und dadurch lächerlich zu machen und außerdem vor Gefahren, die ungehorsamen Kindern drohen, zu warnern das war der Zweck der väterlichen Zeichen- und Reirn- kunst. Als das Buch dann fertig war, bekamen es auch einige Freunde des Hauses Hoffmann zu Gesicht. Entzückt von den hundert Köstlichkeiten in Wort- und Bildbarstellungen, rieten sie dazu, den Struwwelpeter drucken zu lassen. Und bald sand sich auch der Verleger. Unter dem Titel: „Lustige Geschichten und drollige Bilder mit 15 schön kolorierten Tafeln für Kinder von drei bis sechs Jahren" erblickte im Jahre 1845 die erste Struwwelpeter-Auflage in 1500 Exemplaren das Licht der Oeffentlichkeit. Der Ladenpreis betrug 59 Kreuzer. Daß Dr. Hoffmann, der später Lehrer der Anatomie am Senckenberg- schen Stift in Frankfurt wurde, nach seinem Struwwelpeter noch eine Reche anderer Kinderbücher herausgegeben hat, mag hier zum Schluß noch erwähnt werden. Das bekannteste darunter ist der „König Nußknacker", das auch heute noch " Kinderbuch ebenbürtig zur ,_____4 _.i den Riesenerfolg des Struwwelpeter auch nur annähernd heranziueiAen. kauft. Zum erstenmal war auf dem Prämienmarkt eine Hufbeschlagsprämiierung eingefügt worden. Die dafür eingesetzten Preise erhielten jedesmal je zur Hälfte der Pferdebesitzer und der Hufschmied. Nach beendigter Arbeit der Preisrichter fand eine Vorführung der prämiierten Tiere statt. Vorher begrüßte Bürgermeister Dr. Völsing in einer Eröffnungsansprache in herzlichen Worten die Marktbesucher und wies dabei darauf hin, daß der Alsfelder Prämienmarkt immer ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Land sei, das auch heute wieder seine alte Zugkraft bewiesen habe. Für den dienstlich verhinderten Landesbauernführer sprach Landeshauptstellenleiter S ch a r ch (Windhausen) über die Leistungen der Landwirtschaft in der Erzeugungsschlacht und über das agrarpolitische Problem, 'insbesondere über die Landflucht, die auch in anderen Ländern vorhanden sei. Landwirtschaftsrat Dr. Wagner als Leiter des Tierzuchtamtes Gießen dankte in seiner Ansprache der Stadt Alsfeld für ihre großzügige Unterstützung der Tierschau. Er gab alsdann die Ergebnisse der Prämiierung der einzelnen Tiergattungen bei gleichzeitiger Vorführung der Tiere bekannt. Mit ber Tierschau war auch eine Kaninchen- Ausstellung der Kleintierzüchter verbunden, die sich eines regen Interesses bei den Marktbesuchern erfreute Auch eine beachtliche Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte wurde gezeigt. m . Nach der Prämiierung vereinigten sich die Preis- richter und die Ehrengäste der Stadt Alsfeld im „Deutschen Haus", wo bei dem gemeinsamen Essen Bürgermeister Dr. Völsing dfe Teilnehmer namens der Stadt Alsfeld als deren Gaste begrüßte. Landeshauptstellenleiter S ch a r ch teilte mit daß die Landesbauernschaft Hessen-Nassau beabsichtige, den Prämienmarkt Alsfeld im nächsten Jahre zusammen mit dem Kr e isbauerntag Als feld- Lauterbach in größerem Rahmen stattflnden zu lassen und zugleich eine Lehrmaschinenschau damit zu verbinden. , . Für die jüngeren Marktbesucher gab em gut aus» Der unsterbliche Struwwelpeter, jenes neben den Geschichten von Max und Moritz beliebteste und berühmteste deutsche Kinderbuch, feiert dieser Tage den 130. Geburtstag seines Erzeugers, des Frankfurter Arztes Dr. Heinrich Hoffmann. „Ich geh aus und du bleibst da." — Ein Filmtitel, wie er im Buche steht! Und in der Tat: Dieser Titel eines» Unterhaltungsfilmes, der vor einiger Zeit iN den Programmen der deutschen Lichtspiel- theater auftauchte, er steht wörtlich in einem Buch, und noch dazu in einem der berühmtesten, meistgelesenen und beliebtesten Bücher: in D r. Hein- r i ch Hoffmanns un st erblichem „Struwwelpeter"! „Konrad", sprach die Frau Mama, „ich geh aus und du bleibst da..." — Wem verblaßten bei diesem Satz nicht sämtliche Kino-Erinnerungen, um an ihre Stelle hell-leuchtende Kindheitserinnerungen treten zu lassen?! Konrad, der Daumenlutscher. Zappel-Philipp. Suppen-Kaspar. Das sind, neben demjenigen des Titelhelden, des greulichen Struwwelpeter mit Löwenmähne und — ich weiß nicht wie langen Fingernägeln — Namen, die heute eigentlich schon als selbständige Wörter in jedem deutschen Lexikon stehen könnten. Und bann: Hans Guck-in-die-Luft. Und dann die Geschichte von dem schwarzen Buben, in der es gleich im Anfang von dem „kohlpechrabenschwarzen* Mohr heißt: „Die Sonne fehlen ihm aufs Gehirn, da nahm er einen Sonnenscyirm..." Dem zartbesaiteten Schwärmer für makellose Poesie freilich mögen sich bei berarten Versen bie Haare sträuben. Und wer auf strenge Einhaltung perspektivischer Zeichenregeln und auf anatomische Richtigkeit in der Darstellung von Menschen und sonstigen Lebewesen erpicht ist, der mag die Struwwelpeterzeichnungen des Papa Hoffmann in Grund und Boden kritisieren. Und als dritter im Bunde soll sich noch der pädagogische Prinzipien- reiter hinzugesellen und dem Struwwelpeter-Buch allergröbste Erziehungsschnitzer nachweifen. Es hilft diesen dreien alles nichts: ihren, wie sie meinen, wohlbegründeten Urteilen steht bie Liebe ber Kinder nun schon fast eines Jahrhunderts zu diesem Bilder- Wirtschaft. FWD. Konkurse und Vergleichsver. fahren im Juni. Nach Mitteiluna des Statistischen Reichsamts wurden im Juni 1939 durch den „Reichsanzeiger" 122 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 14 eröffnete Vergleichsver- fahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 117 bzw. 20. Rhein-Mainische Börse. Miklagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Börse bot weiterhin ein stilles Bild. Der mäßige Auftragseingang verteilte sich auf beide Seiten gleichmäßig, so daß am Aktienmarkt die Entwicklung unein- heitlich blieb. Im allgemeinen hatten die Abweichungen nur kleines Ausmaß, jedoch wichen einzelne Spezialpapiere mehr als durchschnittlich 0,25 bis 0,75 o. H ab. Fest lagen IG.-Farben mit 143,90 (142,50), ebenso Reichsbank bei 7,65 Dividendenabschlag bzw. Anleihestock-Ausschüttung mit 179,40 (185,13). Anderseits setzten VDM. ihren Rückgang um weitere 2 o. H. auf 161 fort und Siemens kamen nach ein paar Tage Notierungspause 3d. 5). niedriger mit 183,75 zum Kurs. Am Montanmarkt lagen Hoejch mit 104,50 behauptet, Mannesmann 0,25 v. H. und Verein. Stahl 0,65 v. H. höher mit 102,25 bzw. 98. Im übrigen kamen Daimler mit 118 (117,50), Gefsürel mit 121,50 (120,50), Licht und Kraft mit 127 (128) und AEG. mit unv. 108 ^m*0^ ntenmarkt war das Geschäft ebenfalls still, ganz besonders in Steuergutscheinen. Die zweite Durchführungsverordnung schuf eine neue Lage, so daß Umsätze nur vereinzelt erfolgten. Im Verkehr von Bank zu Bank gingen Serie I auf 99,90' bis 99,50 (101,15) zurück. Seri e II halb amt- lich per Juni 96,75 bis 96,40 (97,25), per Juli 96 (96,90). Pfandbriefe rühm und unverändert. Stadtanleihen z. T. leicht ermäßigt bis etwa 0,25 v. H., dagegen Industrie-Obligationen im gleichen Ausmaß erhöht. Reichsaltbesih auf Io 1,40 (131’S5) rückläufig, anderseits Reichsbahn - VA. 121,90 (121,50). Im Freiverkehr 4 o. H. Rentenbank-Ab- losung 89,13 (89,50). m . Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft noch mehr ein. IG.-Farben 0.40 v. H. ermäßigt auf 143,50, sonst waren kaum weitere Notierungen erfolgt. Bei den später festgestellten Kursen glichen sich Er« T Großen-Linden, 3.Juli. Am Samstag hielt die Landwirtschaftliche Bezugsund A b sa tz g e n os se n s ch a f t im Gasthaus „Zum Rebstock" ihre diesjährige Generalversamm- lung ab. Der Vorsitzende des Vorstandes, Altbür- germeister Lang, erstattete den Geschäftsbericht von 1938. Die Mitgliederzahl betrug im Berichtsjahr 187. Der Umsatz.belief sich auf 198 900 RM., gegenüber 206 057 RM. im Vorjahr. Es wurden bezogen 2296 Zentner Düngemittel, 176 Zentner mehr als im Dprjahr, 2090 Zentner Futtermittel und 420 Zentner Saatgut. Der Rechner L. P i r r ist am 20. Februar verstorben, an dessen Stelle wurde der Lagerhalter L. Velten gewählt. Der ausscheidende Vorsitzende des Vorstandes, sowie bie Aufsichtsratsmitglieder L. Dern und L. Schä- f e r II. wurden einstimmig wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde neu gewählt Karl L u h V. I Lich, 3. Juli. Das Sta d t ha u s, das frühere Amtsgerichtsgebäude, in der Amtsgerichtsstraße hat in den letzten Wochen ein neues Aussehen durch einen vorteilhaften hellgrauen Anstrich erhalten, der um so nötiger tat, als in den letzten Jahrzehnten am früheren Amtsgerichtsaedäude nichts mehr gemacht worden war. Auch der Vorgarten mit seinem Eifengitter ist verschwunden, und man hat nur noch einen kleinen Ziergarten auf der einen Seite l^es Gebäudes belassen. Durch den Wegfall des größten Teil des Vorgartens konnte der Fußsteig vor dem Stadthaus bedeutend erweitert werden, wie überhaupt der ganze Fußsteig vom Stadthaus bis zur Einmündung in die Gießener Straße neu her- gerichtet und mit Platten belegt wird. ch Bettenhausen, 3. Juli. In unserem Dorfe, weithin bekannt durch feine Kirschenzucht, ist in diesem Jahre eine gute Kirschenernte zu verzeichnen. Die Kirschen gehen meist an Private in den Nachbargemeinden, namentlich nach Lich und Gießen. Auch die Gemeinde kann in diesem Jahre eine gute Ernte erwarten. Nahezu 100 Bäume, alle Eigentum der Gemeinde, zeigen einen guten Behang. Es handelt sich meistens um schwarze, weniger um hellrote Herzkirschen. 3 Di Hingen, 3. Juli. Am vergangenen Samstag traf Rektor Strack aus Grafenhausen, ein Sohn unseres Dorfes, mit feiner Schulklasse in Dillingen ein. Rektor Strack, ein Wegbahner der neuen Schulmusik, fand dabei Gelegenheit, das Können seiner Schüler zu zeigen. Die Bevölkerung wurde zu einer Feier eingeladen, die einen schonen Verlaus nahm. Die Gräfenhausener Kinder sangen und musizierten unter Leitung ihres Rektors, brachten schone Weisen alter Meister, Volkslieder, ferner Märsche und Lieder der Bewegung zum Vortrag und bereiteten allen Zuhörern große Freude. Ein vierstimmiger Flötenchor mit Akkordeon-Begleitung fand besonderen Beifall. Die schone Veranstaltung wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung E. W. in Lich ^erhielt einen Strafbefehl 20 Mark, weil er in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1938 groben Unfug verübte, indem er einem Bewohner der Löwengasse in Lich die Fensterläden aushängte. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, den er aber in der gestrigen Hauptverhandlung wieder zurücknahm. Er wurde mit den durch den Einspruch entstandenen Tödlicher llnglücksfall bei der Arbeit. * Wetzlar, 3. Juli. In den hiesigen Stahlwerken ereignete sich ein schwerer Unfall, dem der Arbeiter Wilhelm Heinrich Kunzig aus Aßlar zum Opfer fiel. Der Verunglückte wurde von einem Elektrokarren, dessen Rückwärts gan g eingeschaltet mar und insbesondere durch den Steuerungshebel so schwer am Brustkorb verletzt, daß seine Einlieferung in das Wetzlarer Krankenhaus notwendig wurde. Wenige Minuten nach feiner Aufnahme erlag der bedauernswerte Mann den erlittenen Verletzungen. Der Verunglückte, erst 25 Jahre alt, hinterläßt eine Frau und ein Kind. Boni stürzenden Wagen iöslich verletzt. Lpd. Alsfeld, 2. Mi. Der 48jährige Geschäftsführer der Spar- und Darlehnskasse in Berns- bürg, Heinrich Keber IV., wurde bei der Heimkehr von der Feldarbeit von dem infolge Scheuen des Pferdes um stürzenden Wagen und einem darauf geladenen Pflua getroffen. Er trug dabei so schwere Verletzungen davon, daß er kurz darauf starb. Aisfelder prämienmorft. △ Alsfeld, 4. Juli. Gestern fand bei herrlichem Sommerwetter der bekannte Prämienmarkt statt. Die Stadt hatte einen Rekordbesuch aus der näheren und weiteren Umgebung, besonders stark waren diesmal die Bewohner der Schwalm in ihren malerischen Trachten vertreten. Es waren zur Prämiierung 128 Pferde und Fohlen, 88 Stück Rindvieh, 11 Zuchtbullen und 28 Ziegen aufgetrieben. Auf dem Schweinemarkt standen 309 Ferkel zum Verkauf. In kurzer Zeit waren alle Ferkel Der- 25. Juni Anna Katharina Rüffer geb. Bindernagel, ohne Beruf, 60 Jahre, Liebigstraße 15; 25. Juni Heinrich Haßler, Korbmacher, 75 Jahre, An der Kläranlage 10; 26. Juni Emma Schmidt, geb. Gellte r, ohne Beruf, 76 Jahre, Liebigstraße 56; 27. Juni Dachdecker Albert Bierau, 59 Jahre, Loberstraße 10; 28. Juni Lina Kusch, geb. Caspari, ohne Beruf, 59 Jahre, Bückingstraße 5; 29. Juni Bauinspektor a. D. Friedrich Marx, 68 Jahre, Wolfstraße 30. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 23. bis 29. Juni ein gegen Kraftfahr- zeugführer mit 15 Anzeigen und 3 gebührenpflich' tigen Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 3 Anzeigen und 20 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Fundgegenstände werden versteig e r t. Am Dienstag nächster Woche werden auf Der Polizeidirektion abgelieferte, bisher aber beantragte, in Anwendung des Geldstrafengesetzes auf eine entsprechende Geldstrafe zu erkennen, da hiermit der Strafzweck erreicht werde. Die Angeklagte wurde wegen Diebstahls in sieben Fällen zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Wochen ver- urteilt. Die Rechtskraft des Urteils wurde anerkannt. Rundfunkprogramm Mittwoch, 5. Zull. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Dauer, merk' auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied, Morgenspruch — Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Köln. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Aus Bad Salzschlirf: Froher Klang zur Werkpause. Morgenmusik in Bad Salzschlirf. 9.30: Nur Frank- furt: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Deutsch Volk ist überall hingestellt. Dom Leben und Schaffen unserer Brüder jenseits der Grenzen in Wort und Lied. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Vom Bodensee zum Wörther See. 14: Nachrichten. 14.10: Immer vergnügt! (Industrie-Schallplatten.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Das Recht im Alltag: Wann ist das Wiederaufnahmeverfahren möglich? 18.15: Auf gut deutsch... 18.30: Frauen der Vergangenheit: Chri- ftiane Vulpius, Goethes Frau. 19: Fliegendes Deutschland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Wir spielen auf! 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.30: Kammermusik anläßlich des 85. Geburtstages von Prof. Heinrich Zöllner. 23: Musik aus Wien. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 24 bis 3: Nachtkonzert. Kosten belastet. Die Angeklagte H. H. hatte sich wegen Diebstahls zu verantworten. Sie hat im Herbst 1938 in Gießen, Lollar, Marburg und Braunfels aus Der- kaufsläden Rauchwaren und Gebrauchsgegenstände im Werte von etwa 220 Mark entwendet. Die Angeklagte ist geständig und nach dem Sachverständigengutachten voll verantwortlich. Der Vertreter der Anklage beantragte wegen fortgesetzten Dieb- stahls eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen. Strafmildernd fei das Geständnis und die Unbeftraftljeit der Angeklagten zu berücksichtigen. Der Verteidiger fammlung fand am Sonntagmorgen in ber Stadthalle statt. Zahlreich trafen die auswärtigen Vereine ein. Der Zweigverein Gießen erschien mit 46 Wanderfrellnden. Nachmittags wurde der Festzug aufgestellt, der im „Tiefen Hain" seinen Abschluß fand. Hier begrüßte der Silcherchor die zahlreichen Besucher. Wegen inzwischen eingetretenem Regenwetter ging es zur Stadthalle zurück, wo verschiedene Redner über die Bedeutung derartiger großer Zusammenkünfte sprachen. Herr Schuster (Gießen), der Gebietsreferent für Oberhessen im Landesfremdenoerkehrsoerband „Rhein-Main", sprach herzliche Worte im Auftrage des Leiters des San- desfremdenoerkehrsDerbandes „Rhein-Main", Herrn Oberbürgermeister Ritter (Gießen). Allerlei Vorführungen, Volkstänze u. bgl., trugen zur Unterhaltung der Gäste bei. Die Hauptversammlung 1940 findet in Gemünden (Wohra) statt. buch gegenüber. lieber das Erfolgsgeheimnis des Struwwelpeter, der in Millionen Exemplaren gedruckt und. in alle Kultursprachen der Welt übersetzt worden ist, ließen sich dicke Bücher schreiben. Und doch würde es — trotz aller einleuchtenden, tiefschürfenden und wohl- durchdachten Darlegungen — zum Schluß auf bie schlichte Feststellung hinauslaufen müssen: Das Struwwelpeter-Buch verdankt seinen Erfolg nicht , zuletzt der Tatsache, daß es ohne alle Absicht, daß manchem „modernen es ohne allen dichterischen ober sonstwie fünft» Seite steht, ohne freilich an lerischen Ehrgeiz und schließlich auch ohne — nun, ------ sagen wir: „höhere" — pädagogische Ansprüche zu Höhungen und Rückgänge von etwa 1 ö. Sy aus, Conti Gummi —2 ü. Sy auf 207. Im Freiverkehr bröckelten Dingler Maschinen weiter etwas ab auf 100,75 bis 102,75 (101 bis 103), dagegen Katz & Klumpp 93 bis 95 (92 bis 94). Tagesgeld 2,50 (2,75) v. Sy Abendbörse behauptet. Auch die Abendbörse verzeichnete nur wenig Geschäft. Die wenigen notierten Papiere wiesen im allgemeinen keine größeren Abweichungen auf und die Gesamthaltung war behauptet. Verhältnismäßig lebhaft lagen IG.-Farben mit 144 (143,50). Bon Bergbauwerten bröckelten Mannesmann auf 102 (102,25) Hoesch auf 104 (104,50) ab, Verein. Stahl mit 98 und Rheinstahl mit 130 lagen unverändert. Am Maschinenaktienmarkt gingen Demag 1 vH. zurück auf 133, Adlerwerke um 0,50 v. Sy aus 96, anderseits BMW. 126,50 (126). Sonst notierten u.a. Reichsbank mit 179,50 (179,40), Metallgesellschaft mit 110 (110,75), Schuckert mit 172,25 (172) AEG mit unv. 108, Gcsfürel mit unv. 121,50 und Sche'ideanstalt mit unv. 205,40. Renten waren ohne Ge chäft, 6 d. Sy JG.-Farben unv. 118,50, Reichs- bahn-VA. 121,75 (121,90). Steuergutscheine hatten nur wenig Umsatz, Serie I Dezember-Januar 99,50 bis 99,75, Februar 99,25 bis 99,50, Serie II Juni 96,40, Juli 96,20. Kommunal-Umschuldung gingen mit unv. 93,60 um. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) Mark: Weizen W 9 213, W 11 215, W 12 216, 2L 13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen neue Ernte R 11 179 (bisher 199), R 12 180 (200), R 14 182 (202), R 15 183 (203), R 16 185 (205), R 17 186 (206), R 18 187 (207), R 19 189 (209), Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 (einschl. Kreis Alzey) 30,15 (zuletzt 30,05), W 20 Kreis Worms 30,50 (30,40) plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,40 R 19 23,50 plus 0.50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation, Wiesenheu, handelsüblich alte Ernte 5,40, neue Ernte 4,90, (zuletzt 4,80), Wiesenheu, gut, gesund, trocken, alt 6,40, neu 5,60 (5,50), Kleeheu, do. alt 7,40 bis 7,80, neu 6,00 bis 6,30 (6,00 bis 6,20), Luzerneheu, do. alt 7,80 bis 8,20, neu 6,60 bis 7,00 (6,60 bis 6,80), Weizenstroh, bindfadengepr. oder gebünd. 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftneb: 820 Kälber, 244 Hämmel, 111 Schafe, 4000 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hammel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. Kälber' und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Sportwettkämpfe des HZ.-Gebietes Heffen-Aaffau. Die Sportwettkämpfe des HJ.-Gebietes Hessen- Nassau brachten am Sonntag in Frankfurt a. M. einen glanzvollen Abschluß. Noch einmal kämpften unsere jungen Leichtathleten, Ruderer, Radfahrer und Tennisspieler, die Fußballer und Handballer auf ihren Kampfplätzen um die höchste sportliche Ehre des Gebietes und Obergaues. Einige heftige Regenschauer vermochten den strahlenden Eifer und die stürmische Einsatzbereitschaft der jungen Sportlergarde Hessen-Nassaus nicht zu dämpfen. Trotz Regens und etwas weicher Bahn ergaben Einsatzwille und Kampfeseifer wiederum beachtliche Leistungen. Dabei muß besonders der neue deutsche Jugendrekord genannt werden, den der Frankfurter Ko lp im 800-Meter-Lauf der HI. mit 1:57,4 Minuten aufstellte. Auch über 100- Meter lief der Frankfurter Kurt Müller mit 10,9 Sekunden eineZeit, die alle Aufmerksamkeit verdient. Einen packenden Kampf erlebte man auch im Fußballendspiel, das Wormatia Worms mit 1:0 (0:0) über den VfL. Rödelheim gewann. In der HI.-Handballentscheidung war Griesheim über Darmstadt überlegen mit 15:1 siegreich. Die Erfolge des Vannes und Jungbannes 116. Die Kameraden aus Bann und Jugendbaun 116 konnten sich unter der großen Schar der Konkurrenten einige beachtliche Erfolge sichern. Eine Gebietsmeisterschaft fiel an den Bann, und zwar durch W. V ä t h , der im Keulenweitwurf die Weite von 70 Metern zu verzeichnen hatte. Im Kugelstoßen wurde I u g h a r d t mit 12,28 Meter zweiter Sieger und im Weitsprung konnte sich Deppner mit 6,44 Meter den dritten Platz sichern. Einen weiteren schönen Erfolg errang der Bann mit dem dritten Platz im Wehrsportfünfkampf. Bei den Ruderern konnte sich der Bann ebenfalls mit einem dritten Platz im Leichtgewichtsvierer einen Achtungserfolg erkämpfen. Bei den Reitern sicherte sich Kröck vom Jungbann 116 im Jagdspringen der Klasse A einen schönen Sieg. In der 10X60-Meter-Staffel fiel der Sieg an den Jungbann 116. Leichtathletikmeifterschasten des Kreises Gießen. Am 9. Juli auf dem llniversitälssportplah. Der Sportkreis Gießen, umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Wetzlar und Dillenburg, führt um kommenden Sonntag seine leichtathletischen Kreismeisterschaften in Gießen auf dem Universitätssportplatz durch. Ausgeschrieben sind alle Wettbewerbe des Leichtathletik-Meisterschaftsprogramms. Die Vorkämpfe einschließlich der Dreikämpfe werden vormittags ausgetragen, die Entscheidungen finden nachmittags statt. Nennungen der Miorradsahrer für „Md um Schotten 1939". Auch in diesem Jahr ist das Nennungsergebnis für „Rund um Schotten" wieder höher ausgefallen, ein Beweis für die wachsende Beliebtheit dieses traditionellen Rennens bei allen Fahrern. Insgesamt starten 157 Motorräder und 49 Sportwagen. In den Klassen der MR.-Ausweisfahrer meldeten sich 83, bei den Lizenzfahrern 74. Am interessantesten dürften ohne Zweifel die Kämpfe der A u s w e i s f a h r e r werden. Leider wird diesen Fahrern viel zu wenig Beachtung geschenkt. Bei den „Kanonen" steht oft genug von vornherein der Sieger fest, denn hier fahren Fabrikfahrer auf Spezialmaschinen gegen Privatfahrer auf eigenen Maschinen und ohne Jndustrieunter- stützung. In solchen Kämpfen entscheidet wohl auch das Können der Fahrer, aber die hochgezüchtete Spezialmaschine ergibt doch eine Ueberlegenheit. Jedoch die Höchstgeschwindigkeit als solche macht noch nicht das sportlich Wertvolle eines Nennens aus, wichtig ist vielmehr der sportliche Kampf. Und deshalb zeigen die Ausweisfahrer oft das kämpferisch-interessantere Rennen, denn diese Fahrer sind Amateursportler im wahrsten Sinne des Wortes. In den Klassen der Ausweisfahrer sind elf Maschinentypen am Start, während bei den Lizenzfahrern in der Klasse A 250 ccm nur DKW.-Ma- schinen gegen eine Rudqe fahren werden. In der Klasse B 350 ccm ist DÄW., Norton, NSU., Delo- cette und Rudge vertreten, und in Klasse C 500 ccm treten neben BMW., DKW., NSU., Norton und Rudge an. In der Lizenzfahrer-Klasse A 250 ccm ist der Fabrikfahrer der Auto-Union Pe- truschke auf DKW. beachtlicher Konkurrent gegen die Privotfahrer Gablenz (Karlsruhe) und Lottes (Marburg) (Fahrer der Motorgruppe Hessen und Sieger beim Eilenriederennen). In der Klasse der 350 ccm meldet die Auto-Union Winkler auf DKW. Hier wird aber die Spitzengruppe der Privatfahrer mit Richnow - Rudge, dem Sieger der Privatfahrer von 1938, neben Nitschky .(DKW.), Thorn, Prikker (Velo- cette), Knees (NSU.) sicherlich ernsthaft in den Kampf eingreifen. Auch Ahlswede (Velocette) und Poköra (Norton) können in der Spitzengruppe gefährlich werden. In der Klasse der „Großen" 500 ccm startet der schnellste Mann des Vorjahres Ziemer (Danzig) auf NSU., Bock (Mannheim) auf BMW., L o m m e l (Breslau) auf DKW. und Faiftenhammer (München) auf Rudge sind hier als ernsthafte Gegner zu nennen. « Alles in allem zeigt die Besetzung von Schotten auch 1939 alle bekannten Fahrer am Start. Die 16 Kilometer lange Strecke mit ihren vielen Kurven und Steigungen läßt aber alle Möglichkeiten offen, und die Zuschauer werden in allen Klassen harte sportliche Kämpfe zu sehen bekommen. Wiläums-Handballlurmer in Lützellinden. Die Handballer des Kreises VIII scheinen mit dem Wettergott nicht auf gutem Fuße zu stehen, denn alle bisherigen Veranstaltungen verregneten. Wenn trotzdem immer wieder die Unentwegten zur Stelle sind, dann beweist das, wie sehr sich der Handball „in die Herzen gespielt" hat, und wie groß das Interesse ist, das diesem Sport entgegengebracht wird. Es ist bereits erwähnt worden, daß der Tv. Lützellinden in diesen Tagen die Feier des zehnjährigen Bestehens seiner 'Handballabteilung feiern konnte. Diese Feier ist in emsiger Arbeit zu einem in allen Teilen ausgezeichnet verlaufenen Turnier ausgebaut worden. Wenn auch die Zahl der teilnehmenden Mannschaften verhältnismäßig klein war, so wurde immerhin ausgezeichneter Sport geboten. Den Turniersieger stellte auch diesmal wieder der Tv. Hochelheim, der allerdings nicht an feine sonst gezeigten Leistungen herankam. Die Mannschaft spielte zwar recht annehmbar, ließ aber deutliche Schwächen erkennen, die noch ausgemerzt werden müssen. Die Siegerehrung, die der Kameradschaftsfeier im Vereinslokal vörausging, wurde durch Kreisfachwart Luh vorgenommen. Von den ursprünglich gemeldeten 10 Mannschaften traten verschiedene — wahrscheinlich infolge der ausgesprochen schlechten Witterung — nicht an. So mußten die Spiele der Gruppe I ausfallen, während die Begegnungen der Gruppe II entsprechend verlängert werden konnten. Münchholzhausen, der einzige Teilnehmer der höchsten Klasse, trug zum Schluß ein Spiel gegen die bereits abgekämpften Turniersieger aus Hochelheim aus, das Münchholzhausen mit 5:0 (3:0) sicher gewann. Allerdings konnten sich die Hochelheimer infolge der schlechten Platzverhältnisse und der bereits vorausgegangenen Spiele nicht sonderlich ausgeben. Die übrigen Treffen endeten: Tv. Krofdorf — Tv. Hochelheim 2:8 (1:4). Tv. Dutenhofen — Tv. Atzbach 5:8 (3:3). Tv. Dutenhofen — Tv. Krofdorf 4:6 (3:3). Tv. Atzbach — Tv. Hochelheim 2:4 (2:3). Tv. Krofdorf — To. Lich 1:5 (1:2). To. Dutenhofen — To. Hochelheim 4:2 (4:1). Tv. Atzbach — Tv. Lich 3:2 (2:1). Tv. Lich — Tv. Dutenhofen 2:5 (1:3). Tv. Krofdorf — Tv. Atzbach 2:1 (2:1). Tv. Lich — To. Hochelheim kampflos für Hochelheim. Zu dem Spielverlauf ist kurz folgendes zu sagen: Im ersten Spiel gab Hochelheim eine recht gute Figur ab Die Mannschaft war in allen Teilen recht gut besetzt und überrannte ihren noch etwas unerfahrenen Gegner buchstäblich. — Das Spiel Atzbach — Dutenhofen brachte zwei gleichwertige Gegner zusammen. Während es bei Halbzeit noch unentschieden stand, kam Atzbach immer mehr auf und konnte zum Schluß einen beachtenswerten Sieg sicherstellen. — Beim zweiten Spiel schon hatte sich Krofdorf gefunden. Die Mannschaft, die schon seit langer Zeit nicht mehr gespielt hatte, gewann zusehends an Boden und schlug den Gegner einwand- Paßfahren - aber mit Verstand. praktische Winke für den Kraftfahrer. Wenn man sich einmal ernsthaft die Frage vorlegte, wieviel deutsche Kraftfahrer bis vor etwa einem Jahr mit ihrem Wagen einen richtigen Alpenpaß gefahren haben, würde wahrscheinlich der Prozentsatz der Paßunkundigen, obwohl die Ostmark nun schon über ein Jahr zum Reich gehört, immer noch verblüffend hoch sein. Und daher kommt es wohl auch, daß sich immer noch soviele deutsche Kraftfahrer darüber beklagen, daß ihre Wagen in den Alpen kochen oder daß sie berg- faul sind; in Wirklichkeit sind sie es nämlich gar nicht. Es lohnt sich unter diesen Umständen sicherlich, gerade dieses Thema jetzt wieder etwas eingehender zu betrachten. Zunächst ist vorauszuschicken, daß ein hoher Berg mit einer Serpentinenstraße, wie mir sie auch im Altreich haben, noch lange kein Paß ist. Ein wirklicher Paß mit vielen Spitzenkehren — nicht immer so schön ausgebaut wie der Großglockner — bringt nämlich noch eine Schwierigkeit mit sich, die mancher bisher vielleicht nicht so recht beachtet hat, das ist das immer „D ü n n e rw e r d e n" der Luft, wie der Volksmund sagt, was mit anderen Worten heißt, daß sich die Zusammensetzung des Treibstoff-Luftgemisches im Verbrennungsraum zum Leistungsabfall *m ändert. Es äußert sich in größeren Höhen im Trägerwerden des Motors, er will nicht mehr so recht ziehen. Die Abhilfe besteht nun aber nicht darin, wie mancher Paßneuling glaubt, daß- man mehr Gas geben muß, damit der Motor kräftiger wird, andern nur darin, daß man schleunigst in den nächst niedrigen Gang schaltet und weniger Gas gibt, denn dann bekommt der Motor mehr Luft, kann, weil er mehr dreht, schneller atmen, also schneller verbrennen und leistet daher eine durch das Bergaufschleppen des Wagengewichtes ohnehin schwierige Arbeit leichter. Wir wollen aber zum besseren Verständnis etwas technischer werden: Das Geheimnis des guten Paß- ahrers liegt nicht darin, mit falschem Stolz den Motor in einem Gang zu quälen, in dem er immer mehr von Touren kommt — wie mir schon ermähnten —. Es gibt Fahrer, die bann das Gaspedal ganz herunterdrücken, dem Motor bei seiner geringen Tourenzahl also übermäßig viel Gas geben, was dazu führt, daß die entstehenden Verbrennungsdrucke im Zylinder jedesmal mit unnötiger Wucht über die Kolben die Lager beanspruchen, ohne daß die bei dieser Gasladung gewöhnlich sonst vorhandene schnelle Drehung der Kurbelwelle (zwischen 2000 bis 3000 z. B.) ausgleichend wirkt. Daß unter solchen Umständen einmal der Oelfilm eines Lagers reißt und das Lager bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zu Bruch geht, hat mancher Fahrer zu seinem Leidwesen schon erleben müssen. Dies wird noch unterstützt, weil durch den schwer- arbeitenden Motor bei der Verbrennung ziemliche Wärmemengen entstehen, die wohl zum Teil durch das Kühlwasser ausgenommen werden, aber durch die träge Kühlung des Ventilators — denn feine Umdrehungen sind ja durch die des Motors bestimmt, der in unserem Fall in einem zu hohen Gang gefahren wird — nicht ihre schädliche lieber» temperatur loswerden können. Und da das arme, so gequälte Auto nicht auf der Ebene läuft, wo der Fahrtwind, der den Kühler ständig bestreicht, sein übriges tut, sondern einen starken Berg hin- aufkraxeln muß, wo die Siedetemperatur des Wassers ohnedies tiefer liegt, rächt es sich, indem es vor Wut kocht, fein Del übermäßig heiß wird — und dann eben streikt. Es ist klar, daß bei einer derartig unvernünftigen und leider noch häufigen Fahrweise Oel-Kühlvorrichtungen kaum etwas nützen können. Hier trägt immer der Fahrer die Schuld und nicht der Wagen. Nun darf man aber nicht glauben, daß das sog. „Drehen" den Motor im niedrigen dritten, zweiten ober sogar ersten Gang, ^obwohl es seine Arbeit erleichtert, mehr beansprucht. Ein gut ausgeglichener Motor, der nicht ausgeleiert ist, dessen Kurbelwelle vernünftig gelagert und dessen Del und Kühlung sich in tadelloser Drbnung befinden, macht so etwas mit Vergnügen, wenn sein Herr das gewisse Gefühl im Fußgelenk hat, das nun einmal ein guter Paßfahrer haben muß. Keinen falschen Stolz, bitte! Wie oft hört man sagen: „Meiner hat das mit dem Dritten gemacht"! Aber wie er dabei gequält worden ist, das kann der Motor nur selber sagen, gewöhnlich sagt er es nach einiger Zeit in seiner Sprache, und die kostet immer Geld. Zum Schluß noch eine Regel: Möglichst so fahren, also in einem solchen Gang, daß man nur halb ober breioiertel Gas braucht, dann ist es richtig, und auch ruhig, wenn es notwendig ist, bitte den ersten Gang nehmen, die Hauptsache ist ja, sicher und anständig hinüberzukommen. Bergab immer mit dem dritten und, wenn es sehr steil ist, auch mit dem zweiten Gang fahren, die Bremsen und Reifen und manchmal auch die Mitfahren» ben sinb dafür dankbar. rei. — Atzbach ließ sich bei dem Spiel gegen Hochelheim etwas aus ber Ruhe bringen. Vor allen Dingen wies bie Hintermanschaft verschiedentlich Mängel auf. Kein Wunber, daß der Gegner diese Chance nutzte und zum Schluß einen knappen,' aber nicht unverdienten Sieg sicherstellte. — Die Spiele des Nachmittags begannen mit einer lieber» raschung. Lich, das erstmalig eintrat, entpuppte sich als ein starker Gegner und schlug bie favorisierten Krofdorfer sicher. — Die Sensation des Tages, gleichzeitig aber auch das schönste Spiel, gab es bei ber Begegnung Hochelheim — Dutenhofen. Dutenhofen lief zu einer Form auf, die alle restlos begeisterte. Das Spiel ließ keinen Mangel offen und zeigte auf beiden Seiten hervorragende Leistungen. — Atzbach zeigte sich gerade im Spiel gegen Lich als einer der ersten Anwärter auf ben Endsieg und als ein gefährlicher Rivale der Hochelheimer.— Lich war durch den dauernden Einsatz etwas er» müoet und mußte sich Dutenhofen beugen. — Zu einer vorzüglichen Leistung rafften sich die Krofdorfer im letzten Spiel auf. Sie sorgten dafür, daß ein Entscheidungsspiel nicht notwendig wurde und verdrängten, vielleicht ganz ungewollt, Atzbach vom ersten Platz. Gerade bei diesem Spiel zeigte es sich mehr als deutlich, zu welchem Einsatz die alten Kameraden, die in Krofdorf vor 10 Jahren schon Handball spielten, fähig sind. — Auf das letzte Spiel verzichtete Lich zugunsten von Hochelheim, weil der inzwischen einsetzende Regen den Platz vollkommen unbefpielbar gemacht hatte. Das Endergebnis der Spiele zeigte folgendes Bild: 1. Tv. Hochelheim . > . . 6:2 Punkte 2. Tv. Atzbach.....4:4 „ 3. Tv. Dutenhofen . . - . 4:4 „ 4. Tv. Krofdorf.....4:4 „ 5. Tv. Lich......2:6 Das starke Interesse, das die Gemeinde Lützellinden ihren Handballern entgegenbringt, ging aus den Worten des Drtsgruppenleiters, Pg. Dr. Mülle r hervor. Erfolge Gießener Turner und Turnerinnen in Hildesheim. Zu den Deutschen Meisterschaften und Reichswett- tämpfen im Turnen des NSRL., bie am Samstag unb Sonntag in Hildesheim durchgeführt wurden, hatten auch die Gießener Turnvereine einige Teilnehmer entsandt, die mit guten Erfolgen zurückkehren konnten. Der Tv. 18 4 6 Gießen war im Deutschen Zwölfkampf ber Meisterklasse durch Ludwig Herbert, bei den Reichswettkämpfen im Achtkampf ber Frauen durch Jbel Hauck und im Sechskampf ber Weiteren Klasse HIB (45 bis 50 Jahre) durch Dbertumroart Karl Müller vertreten. Außerdem turnte in der Meisterklasse auch sein auswärtiges Mitglied Heinrich Herbert, der für die Farben ber Turngemeinde Bielefeld kämpfte Zufällig waren bie beiben Zwillingsbrüder in der gleichen Riege, und so entspann sich ein spannender Kampf zwischen den beiden um den besten Platz, den schließlich Heinrich Herbert durch fein sicheres Können an den Geräten für sich entscheiden konnte. In den drei volkstümlichen Uebungen haben beide gleiche Punktzahl erzielt. Beim Stabhochsprung waren die Brüder Herbert bei ber 20-Punktgrenze noch allein im Kampf in ihrer Riege, und eine große Zuschauermenge verfolgte mit Spannung den Bruderkampf um die bessere Leistung. Beide mußten dann bei 3 Meter Höhe mit gleicher Punktzahl die Waffen strecken. Ludwig Herbert hatte nun 192,5 Punkte erreicht, damit die beim Ausscheidungsturnen in Marburg erzielte Punktzahl 174 um 18,5 Punkte überboten und sich als Zweitbester des Gaues Hessen den 38. Rang in ber Meisterklasse erkämpft. Heinrich Herbert steht mit 204,9 Punkten an 18. Stelle; er befindet sich zur Zeit in guter Form, hat sich in der Reichskernmannschaft (Dlympia-Auswahlmannschaft) auf den 28. Platz norgearbeitet und wird zur deutschen Vertretung bei der Linggiade in Stockholm gehören. Die beiden anderen Vertreter des Turnvereins 1846 konnten ebenfalls die für einen Sieg erforderliche Punktzahl erhalten. Idel Hauck erreichte mit 130,5 Punzen den 35. Rang unb Karl Müller mit 80 Punkten ben 39. Rang. Für den M t v. Gießen kämpfte im Deutschen .8ehnkamvf ber Meisterklasse ber Frauen Margret Seim. Auch sie konnte für ihren Verein unb ihre Vaterstadt in Ehren bestehen. Mit 144 Punkten kam sie auf den 39. Rang, gehört also ebenfalls zu ben 60 Besten im Reiche. Der Reichsbahnsportverein Gießen hatte Heinrich Römer in ben Sechskampf ber Ael- teren Klasse IIIA (40 bis 45 Jahre) entsanbt. Mit 103 Punkten unb bem 9. Rang erzielte er einen recht schönen Erfolg. Die beiben Vertreter vom Turnverein Wie- s e ck im Deutschen Zwölfkampf, Meisterklasse, Ernst S ch ö f f m a n n und Karl Be11in , waren weni- V- WWW ui Deutscher Meister im gemischten Zwölfkampf wurde bei ben Turner-MehrkampfiMeisterschasten in Hil, besheim der Braunschweiger Artillerist Schreyer. Unser Bild zeigt den erfolgreichen Turner beim Sprung über bas langgestellte Pferd. — (Scherl-M.) ger vom Glück begünstigt. Schöffmann konnte durch Fehlsprünge am Pferd unb beim Stabhochsprung seine Punktzahl vom Ausscheidungsturnen nickt erreichen. Er kam mit 176 Punkten auf den 62. Rang. Bettin fehlten an ber für einen Sieg erforderlichen Punktzahl 160 nur wenige Punkte, immerhin für ben im Lebensalter schon vorgeschrittenen Turner doch eine recht beachtliche Leistung. Die Wettkämpfe waren gut organisiert und wickelten sich auf bem herrlichen Rex-Brauns-Platz vor einer großen Zuschauermenge flott ab. Erschwerend war bie Ungunst der Witterung, starker Wind unb einige heftige Regenschauer; um so höher sind bie Leistungen ber Wettkämpfer zu werten. Die Bedeutung ber Wettkämpfe würbe unterstrichen durch die Anwesenheit des Reichssportführers, der bei der Feierstunde auf bem schönen Marktplatz Hildesheims eine bedeutsame Rede hielt. 1. Sieger im Deutschen Zwölfkampf ber Meister- klasse würbe W. Schreyer, Mtv. Braunschweig, und 1. Siegerin im Deutschen Zehnkampf, Meister- tlaffe, G. Sievers, TSV. Kiel.