Nr. 10Z Erstes Blatt M. Zahrgang Donnerstag, 4-Mai M9 licher hervor, daß England anscheinend nicht gei w i l l t war, auf Litwinow-Finkelsteins Pläne ein- zugehen. So erklärt die „Times", die Sowjetregie«, runa habe bisher auf der kollektiven Sicherheit bestanden, und zwar auf möglichst breiter Basis. Dis britische Regierung hingegen zögere, auf derartig umfassende Pläne einzugehen, wett sie befürchte, durch eine allzu einseitige Bindung an Sowjetruß-^ land in ihrer übrigen Paktpolitik bet hindert zu werden. Es erscheine nicht mün« schenswert, daß es zu einer Tripel-Allionze komme, die im Endergebnis Europa in zwei feindliche bewaffnete Lager teilen würde, was — wie 1914 — nur mit einer bewaffneten Auseinandersetzung enden könnte. Es gebe antikommunistische Länder, mit denen England keine Art von Streit hege. Eine glatte Allianz mit Sowjetrußland könnte „andere Verhandlungen und Annäherungen" hindern, die Einfluß auf „Wiederherstellung der Vernunft und Freundschaft in der Welt" haben könnten. Lüwinow-Kinkelstein ausgebootet Molotow auch mit dem Außenkommiffariat betraut. Aegypten und die Einkreisungspolitik Italien gegen französische Stimmungsmache. Rätselraten in Paris. Bor einem Kurswechsel der sowjetrussischen Außenpolitik? die Politik der Vorherrschaft auf ägyptischem Terrdn torium zu verschärfen? Tatsache ist, daß diese Frage! auch in Aegypten gestellt wird. Wenigstens! verzeichnen die ägyptischen Zeitungen die Tatsache« daß entgegen den Abmachungen des letzten englisch-« italienischen Abkommens die englischen D f f i < ziere in das ägyptische Heer und in digj Polizei zurückkehren. Die Zahl dieser Offiziere be* laufe sich schon auf 670, eine Zahl, wie sie selbstj vor dem englisch-ägyptischen Vertrag niemals« erreicht worden ist. Worte aber,'wie sie dey Senator Besnard gebraucht, stellen eine offensicht« liche Verletzung des internationalen! Kanal-Statuts dar, das in dem englisch« italienischen Osteroertrag vom April 1938 ausdrück« lich seine Bestätigung erfahren hat. Wie denkt, sa> schließt Gayda seine Betrachtungen, London übeki diesen Punkt." Der Suezkanal. Paris gegen die italienischen Ansprüche. EF. Paris, 3. Mai. 1 Ohne daß in politischen Kreisen in den letzter? Wochen vom Suez-Kanal-Problem die Rede ge« wesen wäre, nimmt der „T e m p s" am Mittwoch« nachmittag zu den italienischen Forderungen auf Beteiligung Italiens an der Vermal« tung des Suez-Kanals Stellung. Dieser? überraschenden Auslassungen des halbamtlichen Dr< gans, das zumeist die Anschauungen des Quai d'Orsay wiederspiegelt, mißt man in der franzö« fischen Hauptstadt in dem Augenblick eine umsck größere Bedeutung bei, in dem in Rom eine erneute Aufnahme des Kontaktes zwischen dem frans zösischen Botschafter Fran?ois-Poncet und dem italienischen Außenminister Graf C i a n d stattfinden soll. Vom „Temps" werden die italienischen Forde«, rungen, soweit sie den Suez-Kanal betreffen, ab« gelehnt. Im Falle eines Konfliktes im Mittel« meer fei der englischen Flotte die Aufgabs zuerteilt, im östlichen Mittel meer-Beckeni zu operieren, während die französischen Seestreitkräfte dies im westlichen Becken deS Mittelmeeres tun würden. Wenn man vom Suez- Kanal absehe, seien Großbritannien und Italien im Mittelmeer-^Becken hinsichtliche ihrer? Flottenbasis gl e i ch st e h e nd. Was aber den Engländern nach französischer Ansicht eine deutliche Ueberlegenheit sichere, das sei ihr Bündnis mit Aegypten und die Tatsache, daß sie den Kanal von Port Said bis Suez militärisch beherrschen. Die englische Ueberlegenheit würde aber art dem Tage aufhören, an dem Italien in wirksamer Weise an der militärischen Verteidigung des 7N 0 skau, 3. Mai. (DKB.) Das Präsidium des Obersten Sowjetausschusses hat nach einer Meldung der östlichen Agentur TASS, den Ministerpräsidenten Molotow unter Belassung in seinem bisherigen Amt zum Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten ernannt und Litwinow-Finkelstein „auf eigenen Wunsch" von seinen Amtsgeschäften als A u ß e n k 0 m m i ss a r entbunden. Die plötzliche Beseitigung Litwinow-Finkelsteins, der seit 1930 als Nachfolger Tschitscherins an der Spitze des Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion stand, wird von sowjetamtlicher Stelle mit keinem Wort eines Kommentars begleitet. Der Rücktritt des nunmehr 63jährigen Außenkommissars überrascht in Moskauer ausländischen Kreisen im gegenwärtigen Zeitpunkt ganz besonders. Litwinow-Finkelstein trat im Jahre 1898 der damaligen russischen Sozialdemokratischen Partei bei. Er betätigte sich als Revolutionär illegal in Rußland sowie als politischer Emigrant im Auslande. Bereits im Jahre 1918 nach der bolschewistischen Revolution übernahm Litwinow-Finkelstein außenpolitische Posten, zuerst im Jahre 1918 als Vertreter der Räterepublik in London, darauf im Moskauer Außenkommissariat als Stellvertreter des damaligen Auhenkommiffars Tschitscherin. Seit dem Jahre 1930 steht Litwinow- Finkelstein an der Spitze der sowjetrussischen Außenpolitik, die er in all ihren entscheidenden Aktionen der letzten Jahre — Eintritt der Sowjetunion in die Genfer Liga, Beistandspakte mit Frankreich, der Tschecho-Slowakei usw. — entscheidend beeinflußt hat. Große lleberraschmig in London. Ein Schlag für die britische Allianzpolitik. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Ausbootung Litwinows ist die große Sensation für London. Sämtliche Blätter geben zu verstehen, daß der Rücktritt Litwinows mit den augenblicklichen Verhandlungen zwischen England, Frankreich und Sowjetrußland im Zusammenhang stehe. Litwinow wird von den Londoner Blättern als der Mann der „kollektiven Sicherheit" und des „unteilbaren Friedens" hingestellt, ja sogar als der Vater des Gedankens der R. G. Rom, 3. Mai. Mit Aufmerksamkeit verfolgt die italienische Presse die Bemühungen der französischen Politiker, auch im Mittelmeer — dem für Italien lebenswichtigen Raum — ihre Einkreisungs- Politik zu entwickeln. Besonders auffallend treten diese Bemühungen jetzt in Aegypten zutage. Französische Generale und frühere Diplomaten gefallen sich in französischen Zeitungen und Zeitschriften darin, Aegypten in den Bereich ihrer militärischen und politischen Betrachtungen zu ziehen, gleich, als ob jeder Gedanke an eine selbstän - dige Politik Aegyptens ausgeschlossen sei und als ob Sie Westmächte einfach über Aegypten zu verfügen hätten. Besonders bezeichnend ist hierfür eine Aeußerung des Botschafters a. D. und Senators Besnard, der es überhaupt für *,u n m ö g l i ch hält, daß in Kriegszeiten die Neutralität des Kanals von Suez aufrechterhalten werden kann". Mit dieser Stimmungsmache setzt sich im halbamtlichen „Giornale d'Italia" Gayda auseinander. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle ylonatr-vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sleheu Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 pariser „Maiglöckchen" Von unserem E. I.-Korrespondenten. Er schreibt, derartige Manöver, die nur zu deutlich die Absicht ihrer Urheber erkennen ließen, seien von vornherein zum Scheitern verurteilt. Umsonst versuche man in Paris und London Mißtrauen zwischen Italien und Aegypten zu säen. Die Beziehunaen zwischen diesen beiden Mittelmeerländern feien sehr vertrauensvoll und von gutem Willen zu einer friedlichen kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit getragen. Die 'Schaffung des italienischen Imperiums in Ostafrika, die die gemeinsamen Grenzen verlängert habe, könne zwangsläufig nur die Grundlagen dieser Zusammenarbeit vertiefen. Mit Genugtuung stellt Gayda fest, daß die Alarmkampagne in allen vernünftigen ägyptischen Kreisen keinerlei Widerhall gefunden habe i^nb wirft sodann die Frage auf: „Man möchte gerne wissen, bis wie weit die französische Alarmpolitik, die nun auch in Aegypten ungerechtfertigte Besorgnisse gegen Italien Hervorrufen möchte, den Interessen Großbritanniens entspricht und inwieweit es in dem englischen Interesse liege, Opfer seiner Genfer Politik geworden. Es liege in der Absicht Stalins, seine Politik gegenüber den Westmächten zu ändern. Das gleichfalls sowjetfreundliche „Ordre" schreibt, wenn Litwinow- Finkelstein wegen seiner Genfer Ideen habe gehen müssen, so würde das eine Neuorientierung der sowjetrussischen Außenpolitik bedeuten. Havas weist darauf hin, daß Litwinow-Finkel« ftein zumindestens im Auslande als der Mann der kollektiven Sicherheit und der Zusammenarbeit mit den westlichen „Demokratien" gegolten habe und erinnert daran, daß bereits das Verschwinden des „Journal de Moscou", des Organs des Außenkom- misiariates, als ein Schlag gegen Litwinow-Finkel« ftein gedeutet worden sei. Schon die letzte RedS Stalins auf der kommunistischen Parteiversammlung habe nicht in der Linie der kollektiven Sicherheit gelegen, vielmehr habe Stalin den Westmächten vorgeworfen, danach getrachtet zu Haven, dis Sowjetunion und Deutschland aufeinander 31t Hetzen. Andererseits sei es offensichtlich, daß die britische und die französische Regierung die von Sowjetrußland gestellten Bedingungen für Moskaus Mitarbeit an einer gemeinsamen Aktion als j unannehmbar befunden hätten. E. F. Paris, 4. Mai. Die Ausbootung Litwinow-Finkelsteins ist für die Pariser Morgenblätter vom Donnerstag die große Sensation. Die Ansichten über die Gründe dieses Wechsels in der außenpolitischen Leitung Moskaus und seine Rückwirkungen sind sehr geteilt. Aber die Blätter der verschiedensten Richtungen geben zu, daß die Verhandlungen mit Sowjetrußland a n einem toten Punkt angelangt sind, und sie vermuten, daß Litwinow-Finkelsteins Rücktritt damit in Zusammenhang stehe. Das rechtsgerichtete „Petit Journal" fordert die französische Diplomatie auf, sich vorsichtiger denn je in den Beziehungen zu einer Regierung zu zeigen, die nach ihrem eigenen Eingeständnis vor allem Unordnung zu schaffen suche, um dann überall eine allgemeine Umwälzung hervorzurufen. Der „Jour" schreibt, Moskau denke daran, sich von Europa zurückzuziehen. Die sowjetrussischen militärischen Führer hätten Litwinow das Festhalten am Grundsatz der kollektiven Sicherheit vorgeworfen, sie seien für ein zweiseitiges Militärbündnis mit England. Molotow dagegen sei schon immer ein erklärter Gegner der Zusammenarbeit mit den kapitalistischen Staaten gewesen. Das linksgerichtete sowjetfreundliche „Oeuvre" glaubt, Finkelstein sei vor allem e i n Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrSHIsche UnIverfitSttdruckerei R. Lange In Liehen. SchrZstleiiung und Geschäftsstelle: Schutstrah« 7 neugeplanten Tripel-Allianz. Man befürchtet jetzt, daß die Verhandlungen durch den Rücktritt Litwinow-Finkelsteins ungünstig beeinflußt werden könnten. Die Nachricht hat im übrigen in London wie eine Bombe eingeschlagen. So meldet Daily Herald, im Foreign Office habe man nicht das geringste geahnt und den ersten Nachrichten über den Rücktritt Litwinow-Finkelsteins einfach nicht geglaubt. Die Times betont, es fei auffallend, daß der Rücktritt mitten in die Verhandlungen mit England und Frankreich hineinplatze: das Blatt beeilt sich aber zu erklären, daß man von einem Umschwung der sowjetrussischen Außenpolitik noch nicht sprechen könne. Daily Telegraph meldet aus Paris, man sei dort sehr besorgt, denn Litwinow- Finkelstein sei für eine Tripel-Allianz gewesen, während Molotow genau die entgegengesetzte Linie vertrete. Aus den Schilderungen der Presse über die Verhandlungen mit der Sowjetunion geht immer deut- Paris, Anfang Mai. Der marxistische Allgemeine Gewerkschaftsbund hat in diesem Jahr darauf verzichtet, eine Generalstreikparole auszugeben, um den l.-Mai im Zeichen des Klassenkampfes zu „feiern". Man hatte sich mit einer dürftig verlaufenen Kundgebung an dem dem 1. Mai uorausgegangenen Sonntag im Wald von Vincennes begnügt. Nach außen hin hat man den Verzicht auf den Streik am 1. Mai mit der Rücksicht auf die internationale Lage begründet; in Wirklichkeit war man sich darüber klar, daß genau wie am 30.November 1938 d i e Regierung Daladier, deren Autorität sich inzwischen noch verstärkt hat, jeden Streitversuch rücksichtslos brechen würde. Der alten französischen Ueberlieferung entsprechend hat an diesem 1. Mai nichts als der nach wie vor geübte Brauch, sich Maiglöckchen zu schenken, an den Frühling erinnert. Im übrigen ist den Franzosen außer den Maiglöckchen, die man seiner Frau oder seiner Geliebten schenkt, von ihrer Remerung, genauer gesagt von Finanzminister Paul Reynaud, etwas mehr und etwas unangenehmeres zum Frühling beschert worden: die 45-Stundenwoche, die an Stelle der 4O-Stundenwoche getreten ist, und die 1 v. H. Umsatz st euer, durch die in der Haupt- lache die 15 Milliarden Franken Mehrausgaben für die Rüstungen gedeckt werden sollen. Die Geschäftsleute sind in der Hauptsache von dieser Umsatzsteuer betroffen, der man den scherzhaften Namen „Der Centime für unsere Soldaten" gegeben hat. Der Bevölkerung kommt durch alle diese Mehrbelastungen, wie auch durch sonstige Anzeichen — etwa die Unterstände, die man in allen öffentlichen Parks, dem unteren Teil der Champs-Elisees usw. anlegt — natürlich zum Bewußtsein, wohin die uferlose, von England inspirierte Paktpolitik, die sich gegen jede Revision zugunsten Deutschlands sträubt, führen muß. Es wäre aber wohl im Augenblick noch verfrüht, von einer Einsicht in die Zusammenhänge maßgebende Einwirkungen auf die Politik der französischen Regierung zu erhoffen. Ein Pariser Blatt hat das Wort geprägt, daß es sich um einen „Nervenkrieg" handele; Ministerpräsident Daladier hat ähnliche Gedanken- aänge verfolgt, als er kürzlich zwei Tage vor der Führerrede die Direktoren sämtlicher Pariser Zeitungen zu sich berief und ihnen ins Gewissen, redete. Auch in Frankreich bildet sich jetzt die Presse- Politik der Regierung immer deutlicher heraus; bei der Aufnahme, die der Führerrede in der Presse gewährt wurde, ließ sich das gut erkennen; zwei Spalten auf der ersten Seite, daneben die üblichen Meldungen über Mordfälle, Eheskandale usw., der Rest der Rede komprimiert im Innern des Blattes. Das kann man zu den passiven Seiten der Pressepropaganda rechnen. In Bezug auf die aktive Betätigung bei der Auseinandersetzung mit Deutschland, einer Betätigung, die gegenwärtig so gut wie ausschließlich deutschfeindlich ist, haben die Meldungen der Berliner Berichterstatter der Zeitungen, die es sich leisten können, einen bevorzugten Platz. Was z. B. Herr Sauerwein sich im „Paris Soir" in dieser >Beziehung gegenwärtig leistet, wird sobald nicht mehr übertroffen werden können. Die französische Regierung hat, von ihrer son- fftigen Beeinflussung abgesehen, in der vergangenen Woche zwei auf die Presse bezügliche Dekrete er- Haffen, von denen mindestens eines .noch lange von stich reden machen wird: das Dekret, das sich ge- ig e n den Antisemitismus in der Presse irichtet. Offiziell richten sich die betreffenden Be- jstimmungen gegen „Verleumdungen von Personen, öne zu einer bestimmten Rasse ober Religion ge= Hören"; wenn die Verleumdungen der Aufreizung yum Haß „gegen Bürger oder Bewohner" Frank- ireichs dienen. Es werden Gefängnisstrafen von seinem Monat bis zu einem Jahr und Geldstrafen roon 500 bis zu JO 000 Franken an gedroht. Die Aufnahme, die die Ankündigung dieser Gesetze in Öen jüdischen Kreisen gefunden hat, ist bezeichnend genug und kann eigentlich nur so aufgefaßt werden, Öaß die Juden jetzt den Zeitpunkt gekommen erachten, wo sie die Herrschaft über Frankreich endgültig antreten können. Der Leiter des jüdischen Weltoerbandes, ein Mann namens Lecache, der , rgendwo aus Osteuropa stammt, erlaubt sich z. B. n einem von Freudengeheul erfüllten Aufsatz in Dem Organ des Bundes, dem „Droit de vivre", von der „Reinigung Frankreichs" zu schreiben, die ?etzt einsetzen müsse. Die Lica (Ligue Internationale contre l’antisemitisme), wie sich der jüdische Welt- verband nennt, habe schon seit Jahren das G e - etz gegen den Rassismus gefordert, schreibt Lecache weiter, er droht dann in unverhüllten Worten damit, er werde die Briefe von einer ganzen Anzahl Parlamentarier, die sich bei den letzten Kammerwahlen für ein antisemitisches Gesetz ausgesprochen hätten, veröffentlichen, wenn diese Abgeordneten in der Kammer nachträglich gegen die Ratifizierung des antisemitischen Dekrets Schwierig- ’ie-iten machen sollten. In ähnlicher Weise wie Le- >ache jubelt auch ein anderer „Urfranzose", der den gewiß nicht französischen Namen Z e r a p h a führt, iber die Knebelung jeder antisemitischen Aeußerung, ‘•er mit den neuen Dekreten der Weg bereitet werden soll. Diese Juden, die vielleicht noch nicht einmal in i Frankreich geboren worden sind, und deren Fa- ' -lilien seit höchstens einigen Jahrzehnten sich in I Frankreich aufhalten, nehmen natürlich um so sicheLimahm« von Anzeigen für die Mittagsnummev vis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift na vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. । Ermäßigte Grundpreise: Stellens, Vereins-, gemein»' nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rpf., Familienanzei«^ gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördlicheAnzeigenkRpf. Mengenabschlüsse Staffel B rer die Gelegenheit wahr, bei jedem sich bietenden Anlaß die öffentliche Meinung in Frankreich durch ihre Hetze gegen alles, was deutsch ist, zu vergiften. Erwähnt sei z. B., daß in dem genannten Judenblättchen eine wüste Hetze gegen ein in Paris am gekündigtes neues Auftreten Furtwänglers, dessen Künstlertum hoch über jeder politischen Polemik stehen sollte, betrieben wird. In den wenigen Organen, die sich offen zum Antisemitismus bekennen, ist lebhafter Pro- t e st gegen das antisemitische Presse-Dekret erhoben worden. Es wird dabei überhaupt in Frage gestellt, ob man es wagen werde, diese Bestimmungen in der Praxis anzuwenden. Die „Action Francaise" gießt die ganze Schale beißender Ironie über die nach Frankreich eingewanderten Juden aus, die sich herausnehmen, den Franzosen ihre Pflichten vor- züschreiben. Das antisemitische Wochenblatt „Je suis partout" stellt fest, daß das neue Pressedekret auf dem ftanzösischen Boden das Vorhandensein einer jüdischen Gemeinschaft anerkenne, denn auch das ist bemerkenswert — das Dekret spricht von „Bürgern" und „Bewohnern" Frankreichs, gegen die sich die Aufforderung zum Haß richten könne, und zwischen diesen beiden Kategorien, den französischen jüdischen Bürgern und den jüdischen Nichtbürgern, werde ausdrücklich eine Solidarität hergestellt. Was das zu bedeuten hat, ergibt sich daraus, daß in der Nachkriegszeit eine ganz außerordentlich starke Judeninvasion in Frankreich stattgefunden hat. Während Frankreich im Jahre 1914 erst 180 000 Juden zählte, beträgt heute die Zahl der Juden mindestens 400 000. Da diese jüdischen Einwanderer zum allergrößten Teil auf kaufmännische, akademische und sonstige Berufe entfallen, die den gewerblichen und intellektuellen Schichten des französischen Mittelstandes die größte Konkurrenz bereiten, ist leicht ersichtlich, woher die Mißstimmung im französischen Volk gegen die Juden rührt. Man sucht ihr jetzt mit Pressedekreten einen Knebel aufzuerlegen, und Blätter wie „Je suis partout" weisen auf die hervorragende Rolle der jüdischen Kabinettsmitglieder Mandel und Jean Z a y bei diesen Maßnahmen hin. Die Kommentare zu diesem Thema sollen die Franzosen selber schreiben — solange und soweit sie noch dürfen. s aus- minister Marxel D'e a t im „Oeuvre" einen viel be- Berlin, 3. Mai. (DBB.) Die deutsche Regierung Hal den fünf schwedischen Borschlägen auf eine Abänderung des Alands-Abkommens im Sinne einer Befestigung der südlichen Alands-Inseln und der Berechtigung zu gewissen anderen militärischen Berteidigungsmahnah- men auf den Inseln z u g e st i m m t. Die Neutralität Schwedens und Finnlands im Falle etwaiger kriegerischer Verwicklungen, die den Ostseeraum berühren, ist dabei eine selbstver - stündliche Voraussetzung. Ebenso selbstverständlich ist. daß die deutsche Haltung gegenüber dem Bölkerbund, dem in dem Alands-Abkom- men gewisse Aufgaben zugewiesen waren, dadurch keine Aenderung erfährt. * Um die Jahreswende kamen Schweden und Finnland überein, die Signatarmächte der Konvention von 1921, durch die die Neutralisierung und Entmilitarisierung der zu Finnland gehörenden Alandsinseln beschlossen wurde, zu bitten, eine 23 e f e ft i g u n g der südlichen Inseln zu gestatten. Für Finnland ist die Militarisierung auch nur einiger der Inseln schon von ganz erheblicher Bedeutung, aber auch für Schweden, darüber hinaus jedoch für alle Anliegerstaaten der Ostsee, die Sowjetunion ausgenommen. Diese Inseln, zahllose große und kleine Felseneilande, teilweise bewohnt, liegen gerade dort, wo der Bottnische Meerbusen in die Ostsee üb ergeht. An der gleichen Stelle mündet der Finnische Meerbusen Deutschlands Zustimmung für Befestigung der Alandsinseln rückgekehrt. Dor derparlamenisauflösung in Ungarn. Budapest, 3. Mai. (Europapreß.) Das nach mehrtägiger Pause am Mittwochvormiitag zusam- mengetretene Abgeordnetenhaus stand schon im Zeichen der für Donnerstag angekündigten Parlamentsauslösung. Das Haus nahm als letzten gesetzgeberischen Akt das vom Oberhaus bereits genehmigte verschärfte Judengesetz an. Damit hat das im Oktober 1935 unter der Regierung Gömbös gewählte Parlament seine Aufgabe beendet. Seine vierjährige Tätigkeit stand i m Zeichen d e r großen Reformen, die durch die Verfassungsreform eingeleitet wurden und die Erweiterung der Machtbefugnisse des Re i ch sverwesers und des Oberhauses sowie die Einführung des geheimen Wahlrechtes brachte. 'In dieser Zeit wurde das Jnvestitionsgesetz verabschiedet, durch das eine Milliarde Pengö im Wege chen, noch bevor England seinen Versuch einer großen Koalitionsbildung unternommen und seine feierliche Garantieerklärung abgegeben habe, hätten sich die Polen den Anschein gegeben, als ob die Danziger Frage geregelt sei. Sie hätten selbst erklärt, Danzig interessiere sie nicht mehr, da der Hafen von Gdingen den ganzen polnischen handel an sich gezogen habe. Unter diesen Umständen wäre die Angliederung Danzigs an Deutschland nur noch eine vielleicht unangenehme aber keineswegs katastrophale Formalität gewesen. Seit zwei Wochen habe sich jedoch die Haltung Polens versteift. Es sei ein etwas starkes Stück, wenn man wegen Danzig Europa in einen Krieg stürzen würde. Die französischen Bauern hätten keinerlei Lust, für die Polen zu sterben. Freundschaft und Allianz mit Polen, soviel man wolle. Ader die Franzosen" können nicht zulassen, daß ihr und ihrer Kinder Leben von der Geste oder von den Worten einer mehr oder weniger spontanen Volkskundgebung in Warschau abhänge. Der Artikel schließt: „An der Seite unserer polnischen Freunde für die gemeinsame Verteidigung unseres Gebietes, unseres Gutes und unserer Freiheit zu kämpfen, das ist eine Perspektive, die man mutig ins Auge fassen kann, wenn es zur Aufrechterhaltung des Friedens dienen soll, aber ^ür Danzig ft e r b e n : Nein!" Brüssel weist deutschen Journalisten au«. Brüssel, 3. Mai. (DNB.) Wie wir erfahren, soll die belgische Regierung die Ausweisung des Brüsseler Vertreters der Rheinisch-Westfälischen Zeitung, F. O Ehlert, beschlossen haben. Dieser Maßnahme soll angeblich ein Wortwechsel zu gründ e- liegen, der zwischen einem belgischen Gendarmeriebeamten und Ehlert anläßlich einer Veranstaltung der deutschen Kolonie in Winterslag (Limburg) am deutschen Nationalfeiertag, die von Ehlert in seiner Eigenschaft als Landesgruppenwalter der Deutschen Arbeitsfront geleitet wurde, stattgefunden haben soll. Dieser Vorfall ist von den Kanals teilnehmen würde. (Don einer solchen italienischen Forderung ist allerdings nichts bekannt geworden.) „Dort liegt", so schreibt der „Temps" sehr offenherzig, „die wirkliche Gefahr". Wachsendes Mißbehagen gegen Englands Holle in Aegypten. Kairo, 3. Mai. (Europapreß-Funkspruch.) 3n der ägyptischen Oeffentlichkeit findet eine scharfe Auseinandersetzung über d i e Rolle Englands in Aegypten statt. Die Presse der nationalistischen Wafd-Partei, die trotz ihrer Oppositionsstellung weitreichenden Einfluß auf die Volksmeinung hat, macht der ägyptischen Regierung den Vorwurf, die Unabhängigkeit und Sicherheit Aegyptens durch ihre anglophile Politik zu bedrohen. Darüher hinaus wendet sie sich gegen b i e englische Militärmission, die zu einer vorher nie gesehenen Stärke aufgeblasen sei. Trotz der Haltung der Regierungspresse, welche diese Vorwürfe zu entkräften versucht, wird die Rolle, die England gegenwärtig in Aegypten spielt, in weiten ägyptischen Kreisen mit zunehmendem Unbehagen und Mißtrauen betrachtet. Oie deutschen Kriegsschiffe an der iberischen Westküste. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Am 2. Mai lief das Flottenflaggschiff Panzerschiff „Admiral Graf Spee", der Zerstörer „Dieter von Roeder", die 6. und 7. U-Boot-Flottille mit dem Begleitschiff „Erwin Waßner" aus Ceuta in Spanisch- Marokko aus. Der Flottenchef Admiral Boehm ist vom Kalifen in Tetuan empfangen worden. Eine Offiziersabordnung wurde vorn Alkalden der Stadt Ceuta eingeladen. Die Besatzungen nahmen auf Einladung des Kommissars an Ausflügen nach Tetuan teil. Eine Parade der Falangisten wurde vom Kommandanten des „Admiral Graf Spee", Kapitän zur See Langsdorfs, abgenommen. Der Besuch verlief im herzlichen Einvernehmen mit der spanischen Bevölkerung und den Behörden. Besonders nwurde eine Lebensmittelspende an uxilio Social" ausgenommen. Auch die übrigen in Spanien weilenden deutschen See- streitkrafte haben nach fünftägigem Besuch die Häfen verlassen. Vom 6. bis 10. Mai ist das Anlaufen folgender Häfen vorgesehen: Lissabon: Panzerschiff „Admiral Graf Spee", Kreuzer ,Iöln", U-Boot-Flottillen „Hundius" und „Wegener" und das U-Boot-Begleitschiff „Erwin Waßner": Ponte v e d r a : Kreuzer „Leipzig", die Zerstörer „Leberecht Maaß" und „Dieter von Roeder"; Vigo: Panzerschiff „Deutschland"; Arosa - Bucht: 1. Zerstörer-Flottille; El Ferrol: U-Boot- Flottille „Salzwedel" mit U-Boot-Begleitschiff „Saar". — Panzerschiff „Admiral Scheer" ist von einer kurzen Auslands-Ausbildungsreise von Bilbao in Nordspanien in d i e Heimat z u - Organisation der Armee im Rahmen der Wiederherstellung der ungarischen Wehrhoheit. Das Judengesetz hat das Haus genau dreizehn Monate hindurch beschäftigt. Die wichtigste Aufgabe des Ende Mai und Anfang Juni neu zu wählenden Abgeordnetenhauses wird die Verwirklichung der Bodenreform sein, durch die der soziale Wiederaufbau des Landes abgeschlossen werden soll. „Sollen wir für Danzig sterben?" Paris mahnt die Polen zur Besonnenheit. Paris, 4. Mai (DNB. Funkspruch). Nach wie vor ist die Danziger Frage und die bevorstehende Rede des polnischen Außenministers Beck im Warschauer Sejm das außenpolitische Hauptthema der französischen Presse. Man ist über die starrköpfige Haltung Polens gegenüber den deutschen Vorschlägen einigermaßen besorgt. Es fehlt daher nicht an mahnenden, ja warnenden Stimmen, die der polnischen Regierung nahelegen, sich nicht unnachgiebig zu zeigen, sondern vernünftige Gegenvorschläge zu machen, um weiteren Verhandlungen nicht endgültig die Tür zu verschließen. Auch Rom wünsche eine Entspannung zwischen Warschau und Berlin und lasse Warschau unaufhörlich Ratschläge der Klugheit zukommen und es fordere die polnische Regierung auf, die deutschen Vorschläge in Erwägung zu ziehen und mit dem Führer zu verhandeln. Italien würde sich bemühen, einen Konflikt örtlich zu begrenzen wie schon während der Septemberkrise, aber es werde keinen Zweifel darüber lassen, daß es sich trotz seiner Freundschaft zu Polen an die Seite Deutschlands stellen würde, falls die französisch-britische Garantie zu Gunsten Polens in Kraft treten sollte. Unter der Überschrift „Sollen wir für Danzig ft erben?" veröffentlicht der ehemalige Lustfahrtland gefallen waren, wieder zu entfestigen. Damit trat einige Ruhe ein, die aber nur bis zum Weltkrieg währte. Rußland errichtete wiederum militärische Anlagen, die 19 19 geschleift wurden. Jetzt stritten sich Schweden und Finnen um die Inselgruppe. In Genf entschied man schließlich, daß die Inseln zu Finnland gehören, obwohl die Bevölkerung schwedisch spricht und zum Schweden- tum gerechnet werden muß. Aber durch die erwähnte Konvention von 1921 wollte man erreichen, daß weder die Finnen die Inseln als militärische Brücke gegen Schweden benutzen könnten, noch Schweden sich durch eine Militarisierung bedroht fühlen könnte. Inzwischen ist die Sowjetunion zu einer Gefahr Europas, vornehmlich der kleineren Ostsee- ftaaten geworden. Das hat man in Finnland wie in Schweden erkannt, darum schließlich die neue Vereinbarung über die Befestigung der südlichen Inseln. Deutschland hat sich mit der Aenderung der Konvention, die auch seine Unterschrift trägt, einverstanden erklärt, ahne daß cs damit seine Haltung der Genser Einrichtung gegenüber, mit deren Segen diese Abmachung ausgestattet wurde, irgendwie geändert hat. Was wir verlangen, ist die absolute Neutralität Schwedens und Finnlands bei allen kriegerischen Konflikten im Ostseeraum. Diese Forderung müssen wir aus Gründen der Sicherheit stellen, von der Erfüllung dieser Bedingung ist unsere Zustimmung abhängig gemacht worden. Niemand wird dagegen etwas einwenden können, da man wohl schlecht von uns verlangen kann, einer militärischen Maßnahme unsere Zustimmung zu erteilen, wenn wir nicht vorher das Versprechen erhalten, daß diese Maßnahme in keiner (Situation in die Ostsee. Um diese Inseln hat es von jeher Streit gegeben. Denn befestigte sie der eine, fühlte sich der andere , „ , bedroht. 1856 wurde in Paris entschieden, diese In- und in keinem Falle irgendwie gegen u n fein, die 1809 gemeinsam mit Finnland an Ruß-' gespielt wird. einer Vermögensabgabe und auf dem Anleihewege zum Wiederaufbau der ungarischen Wirtschaft und zur Landesverteidigung dem Staate zur Verfügung - - - * —• — gestellt worden wär; ferner das Gesetz über die j achteten Arttkel. Darin heißt es: Vor einigen Wo marxistischen Blättern, wie der größte Teil der bei. gischen Presse am Mittwoch zugeben muß, maßlos aufgebauscht und entstellt worden. Trotz« dem soll sich die belgische Regierung zu dieser barten Maßnahme entschlossen haben. Es ist zu f) off en, daß in der Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Loyale Zusammenarbeit. Die erste Protektorats-Regierung beim Reichsprotektor. P r a g , 3. Mai. (Europapreß.) Der Vorsitzende der Protektorats-Regierung, General Elias stellte dem Reichsprotektor, F r e i h e r r n o. Neurath, feine Regierung vor. General Elias erklärte: Die Regierung des Protektorats Böhmen und Mähren kommt zu Ihnen als Organ der tschechischen Nation, ob Sie Zahnstein haben! Zahnstein, bet meist hinter ben Zahnen (M ist häßlich unb oft schädlich. Solidor, diese vorzügliche Zahnpasta, enthält Suiforizin« Oleat. Dadurch bekämpft sie den Zahnstein verhütet seine Neubildung. Die Zähne Kleidern fest, weiß unb gesund. ZAHNPASTA ► SOLI DO li- berufen, die Grundsätze der loyalen Zusammenarbeit zu verwirklichen. Ich bin der Ueberzeugung, daß das tschechische Volk, das in den vergangenen Wochen nicht nur die Fähigkeit, Disziplin zu halten, sondern auch den reifen Sinn für die Wertung der Tatsachen erwiesen hat, es versteht, praktische Formen und den konkreten Inhalt der autonomen Einrichtungen zu suchen und zu finden, die ihm der Erlaß des Führers vom 16. März sichert. Die Bevölkerung des Protektorats hat mit ungewöhnlicher Aufmerksamkeit und außerordentlichem Interesse Ihre Kundgebungen verfolgt, aus denen sie erfuhr, wie Sie Ihr Amt auffaffen. Die Tatsache, daß Sie die Bedeutung der tschechischen Ehre betont haben, bevor Sie das Gebiet des Protektorats betreten haben, bedeutet in unseren Augen einen Beweis dafür, daß das tschechische Volk und seine Länder in Ihrer Person einen wirklichen Beschützer finden. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß Sie stets die Bemühungen der ersten von Ihnen bestätigten Regierung des Protektorats Böhmen und Mähren unterstützen. Der Reichsprotektor antwortete: Er fasse diese Erklärungen so auf, daß die Regierung loyal mit ihm Zusammenarbeiten wolle mit dem Ziel, eine Befriedung und Eingliederung des tschechischen Volkes in die neuen Verhältnisse durchzuführen. Sie wissen, fuhr der Reichsprotektor fort, aus der Rede des Führers im Reichstag, wie der Führer über das tschechische Volk denkt und wie er es einschätzt. Seine Worte haben, so hoffe ich, auch im tschechischen Volk' den richtigen Widerhall gefunden. — Der Reichsprotektor erklärte weiterhin, daß die Aufgabe der ersten Protektorats-Regierung schwierig sei und daß er sich bemühen werde, die Arbeit der Regierung nicht erschweren zu lassen. Hans pfihner und die Jugend. Zum 70. Geburtstage des Meisters am 5. Mai. Pfitzner, der „letzte" Spätromantiker, der „rückwärts" gerichtete Eigenbrödler, der Klang- „Asket" — was hat er mit der Jugend zu tun? Uns Heiteren ist der nunmehr siebzig Jahre alte Meister in der Tat der Letzte, in dem die deutsche Romantik eines C. M. v. Weber, Schumann und Brahms noch lebendig weiterwirkt und gültige persönliche Gestalt angenommen hat. Wir bewundern den Liedschöpfer — und zwar nicht nur dort, wo er um die Romantik Eichendorffs zauberische Klänge gewoben hat, wir wissen, daß jenes „Nachdenkliche, Uebermütige, Tiefernste, Zarte, Kräftige und Heldische" deutschen Wesens nirgends künstlerisch so verklärt worden ist wie in der Kantate „23 o n deutscher Seel e". Wir sehen in den Kammermusikwerken und in der Sinfonie des Meisters jene nur echtem Schöpfertum gegebene Einswerdung von Einfall und Gestaltung. Wir feiern Pfitzner als den einzig würdigen Fortsetzer des Wagnerfchen Weihespiels, der in der Legende „Palestrin a" Ewiges geschaffen hat. Wir wissen aber auch, daß in dem Begriff „deutsche Romantik" Sinnen- und Seelenhastes beschlossen liegt. Richard Strauß, der vom Erfolg verwöhnte Klangzauberer, haftet mit feiner Kunst am farbigen Abglanz des Lebens, Pfitzner dagegen, der stets um Anerkennung ringen mußte, erschließt mit feiner Musik bas Hintergründige, das Innerste der Seele. Die (schon von C. M. v. Weber gerügte) .verfluchte Lust zu gefallen" liegt seiner Kunst fern. Sie ist eine Kunst der „Stillen im Lande", der lärmende Beifall wird ihr niemals deschieden sein. Um so mehr müssen wir uns bemühen, sie uns ganz zu eigen zu machen. Es darf nicht verschwiegen werden, daß im Konzert und namentlich in der Oper noch vieles für Pfitzner zu tun ist. Wie steht es nun mit der Jugend? Sie hat sich im letzten Jahrzehnt immer entschlossener zum Meister bekannt. Sie lehnt — ganz in seinem Sinne — die Abstemplung als „letzter Romantiker" ab, denn sie hat begriffen, daß Romantik ein ewiger Teil der deutschen Musik ist. Ihr ist nicht verborgen geblieben, daß Pfitzner (wenn man bei diesem von Anfang an „fertigen" Musiker überhaupt von Entwicklung reden darf) seine Tonsprache immer mehr ins „Lineare" abgewandelt hat und dabei zu Bildungen gekommen ist, die mit ihrer polyphonen Kühnheit alles Aehnliche in Schatten stellen. Sie bekennt sich zum Ethos seines absoluten Musiker- tums und hat dieses in jugendlichem Ueberschwang mehr als einmal gegen das Kunstwollen eines1 Richard Strauß ausgespielt. Dor allem aber: sie hat sich hinter die Ohren geschrieben, was der Meister im Sommer 1934 in jenem geharnischten Brief an den Herausgeber der Zeitschrift „Völkische Kultur" über jene Leute gesagt hat, die in ihm immer wieder den „spröden, herben, grabschaufelnden, unsinnlichen, (Scherl-Bilderdienst-M.) musikalischen Asketen" sehen. Da heißt es u. a.: ,Lst die Melodik der ,Rose vom ßicbesgarten' linear und nicht entgegenkommend? Ist die .Käthchen'- Musik todestraurig zurückgewandt? Finden sich in meinen veröffentlichten 106 Liedern nicht alle möglichen Stimmungen vom größten Ernst bis zur größten Heiterkeit, von feinster Naturverbundenheit bis zu kräftigstem Humor, ist die Musik zum ,Christelflein' nicht jedem Kind verständlich? Ist das Klavierkonzert weltabgewandt?" Und weiter das Bekenntnis des Dirigenten, Regisseurs und Schriftstellers: „Wo ich etwas Lebensvolles und Gutes, das in dieser Zeit entstand, gefunden habe, habe ich es, soweit es in meinem Machtgebiet lag, gefördert, aufgeführt und darauf hingewiesen." Pfitzner weiß, daß die Jungen zu seiner Kunst Ja sagen, wenigstens „die, auf die es ankommt": „alle die, die ein wertvolles und beständiges Neue wollen, ohne die Brücken zu den alten Göttern abzubrechen". Und in der Tat: unsere musikalische Jugend verlöre ihr Bestes, wenn sie Hans Pfitzner vergäße. Gerade seine Kunst lehrt, bas Neues nicht ohne Bindung an das Alte geschaffen werden kann und daß dieses Neue sich mit seinen Wurzeln stets in den Mutterboden eignen Volkstums senken müsse. Ist aber nicht auch die Art, wie Pfitzner sich als Künstler der Welt gegenüber durchgesetzt hat, vorbildlich? Kann man unserer musikalischen Jugend etwas Besseres wünschen als jene „Selbstbesinnung auf das eigene Wesen", von der der Meister einmal in einem Wagner gewidmeten Sonett spricht? Immer wieder ist er für die Heiligkeit des Schöpferischen auch mit der Feder eingetreten, und die drei Bände seiner Schriften sollten tägliches Brot unserer jungen Komponisten, Musiklehrer, Kapellmeister und Regisseure sein. Wir alle aber wollen am heutigen Tage dem Hüter der Romantik, dem großen deutschen Musiker huldigen. Dr. Erwin Kroll. Erfinderischer Othello. Um die nötige Mohrenschwärze in der Rolle des Othello aufzuweisen, trugen früher die Schauspieler zu dem dunkel geschminkten Gesicht schwarzbraune Handschuhe, die ganz fest saßen. Karl Devrient, unter den drei berühmten Neffen des großen Ludwig der genialste Schauspieler, aber ein launenhafter und zerstreuter Geist, hatte eines Abends, als auf der hannoverschen Bühne Shakespeares Drama gegeben wurde, vergessen, die Handschuhe anzuziehen, und als er im zweiten Akt mit dem Gruß an Des- demona: „O, meine holde Kriegerin" die Szene betritt, fällt fein erster Blick auf die weißen Hände, während das Publikum, fein Entsetzen bemerkend, in Gelächter ausbricht. Als Othello mit feinen weißen HändSn nach dem zweiten Akt hinter die Kulissen kam, erhielt er von dem Regisseur ein gehöriges Donnerwetter. Verärgert geht er in seine Garderobe und gibt seinem Garderobier rasch einen Auftrag. Dieser stürzt fort und bringt Devrient etwas, bevor er im dritten Akt erscheint. Als er nun wieder austritt, hat Othello wieder weiße Hände! Das Publikum wird unruhig über diese wiederholte Vergeßlichkeit, aber nur kurze Zeit. Denn Othello zieht zunächst umständlich die zwei Nummern größeren fleischfarbenen Handschuhe aus, die er sich von dem Garderobier hatte besorgen lassen, und darunter erscheinen die schwarzen Hände Othellos oder vielmehr die diesmal sorgfältig angelegten Mohrenhandschuhe. Ein allgemeines „Ah" geht durch das Publikum, fb. Lochschulnachrichten. Geh. Rat Professor Dr. Max B l e i b t r c u, em. Ordinarius für Physiologie an der Universität Greifswald, ist im Alter von 78 Jahren g e • t o r b e n. 1889 wurde er Assistent am Physiologi- chen Institut in Bonn, 1903 kam er nach Greifs- maß). Fast ein Dierteljahrhundert hat Bleibtreu als Lehrer und Forscher gewirkt. Zusammen mit seinen Schülern hat er eine größere Zahl wertvoller wis- enschaftlicher Arbeiten, vorwiegend aus dem Gebiet der Physiologischen Chemie, veröffentlicht. Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Friedrich Marx, der im Ruhestande lebende Vertreter der klassischen Philologie an der Universität Bonn, beging-seinen 8 0. Geburtstag. Marx, in Bessungen bei Darmstadt geboren, habilitierte sich 1887 in Berlin und wurde schon in den beiden folgenden Jahren als Professor nach Rostock und ass Ordinarius nach Greifswald berufen; er hat dann in Breslau, Wien, Leipzig und schließlich zwanzig Jahre lang in Bonn gelehrt, wo einst sein Vorgänger Buecheler, Usener und Kekule den bestimmenden Einfluß auf feine Studien geübt hatten. Den Akademien von Leipzig und Wien gehörte er als Mitglied an. Die Entpflichtung des o. Professors für Chirurgie an der Universität Marburg Dr. med. Rudolf Klapp wurde um ein Jahr bis Ende September 1940 hinausgeschoben. Professor Klapp steht im 67. Lebensjahre. Er stammt aus Arolsen und begann seine akademische Laufbahn in Greifswald als Dozent der Chirurgie. Als Honorarprofessor wirkte er dann in Bonn und seit 1907 als Extraordinarius in Berlin, bis er 1927 seinen jetzigen Wirkungskreis in Marburg übernahm. Die Entpflichtung des Professors Dr. Eduard Kohlrausch, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozeß und Zivilprozeß an der Universität Berlin, wurde wegen Erreichens der Altersgrenze um zwei Jahre, bis Ende März 1941, hinausgeschoben. Professor Kohlrausch, gebürtiger Darmstädter, ging 1919 nach Berlin als Nachfolger seines einstigen Lehrers Professors von Liszt. Seit 1934 gehört er der Akademie für Deutsches Recht als Mitglied an. Der ao. Professor für praktische Theologie an der Universität Königsberg D. Erich Engel' brecht wurde zum ordentlichen Professor daselbst ernannt. Professor Dr. Rrckolf Tomaschek, Ordinarius der Physik an der Technischen Hochschule Dresden, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Technische Hochschule München berufen. Am Muttertag werden 2,5 Millionen Ehrenkreuze verliehen. Berlin. 4. Mai. (DNB.) Auf vielfache Anfragen über die zum Muttertag bevorstehenden Verleihungen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter teilt die Präsidialkanzlei des Führers, als Or- denskanzlei, mit: Für die Verleihung des vom Führer als Dank für die deutsche Mutter gesttfteten Ehrenkreuzes, das in drei Stufen (in Bronze für Mütter mit vier und fünf Kindern, in Silber für Mütter mit sechs und sieben Kindern, in Gold für Mütter mit acht und mehr Kindern) verliehen wird, kommen in Großdeutschland rund 5Ve M i I» Honen Mütter in Betracht. Da die Herstellung der erforderlichen Ehrenkreuze, hauptsächlich wegen der durch gelernte Arbeiter auszuführenden Emaillearbeit, in der kurzen Frist von knapp fünf Monaten technisch nicht möglich war, ist vorgesehen, daß zum Muttertag, sofern nicht etwa besondere örtliche Schwierigkeiten die Ausstellung der Listen in diesem Umfang erschweren, zunächst die 60jährigen und älteren Mütter, d.h. etwa 2V2 Millionen Mütter, das Ehrenkreuz erhalten. Die Verleihung an die übrigen Mütter ist für einen späteren Zeitpunkt des Jahres, voraussichtlich f ü r das Erntedankfest, vorgesehen. Die Stellung eines Antrages durch die Mütter oder ihre Angehörigen ist nicht erforderlich. Die Vorschläge werden vielmehr vom Bürgermeister des Wohnortes von Amts wegen oderaufAntrag desOrts- gruppenleiters der NSDAP, oder des Kreis- wartes des Reichsbundes der Kinderreichen aufgezählt. Der Bürgermeister legt die Vorschläge der unteren Verwaltungsbehörde vor, die nach Einholung einer gutachtlichen Aeußerunq des Gesundheitsamtes das Einvernehmen mit dem Areis- leiter der NSDAP, herstellt; darauf werden von der unteren Verwaltunasbehörde die Vorschläge listenmäßig zusammengestellt und der höheren Verwaltungsbehörde eingereicht, die sie allmonatlich dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei zuleitet, welcher die Entscheidung des Führers herbeiführt und alsdann die Ehrenkreuze mit den Besitzurkunden der höheren Verwaltungsbehörde übermittelt. Die Aushändigung erfolgt dann im ganzen Reich am Muttertag durch die Drtsgrup« penleiter der NSDAP. Bekenntnis zum Aufbauwerk des Führers Aufruf Or. Leys zum Leistungskampf der Betriebe und Zieichsberufswettkampf aller Schaffenden. München, 3. Mai (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. L e y hat zum Leistungskampf der deutschen Betriebe und zum Reichsberufswettkampf aller Schaffenden folgenden Aufruf erlassen: Schaffende des deutschen Volkes! Betriebsführer und Betriebsgefolgschaften! Der Führer hat den dritten Leistungs- kampf der deutschen Betriebs eröffnet. Der Führer hat den Leistungskampf der deutschen Betriebe und den Reichsberufswettkampf aller Schaffenden als eine Revolution im Wirtschafts- und Sozialdenken unseres Volkes bezeichnet. Diese Revolution war nicht zerstörend wie die französische Revolution des 19. oder die bolschewistische Revolution des 20. Jahrhunderts, sondern der Führer stellte fest, daß der Leistungskamps der deutschen Betriebe ebenso wie der Reichsberufswettkampf aller Schaffenden aus der schöpferischenJdee der nationalsozia- listischen Revolution geboren sind. Mit dieser Feststellung des Führers ist uns allen, die wir das Glück hatten, an diesen beiden revolutio- närenTaten teilgenommen zu haben, der größte Dank und die größte Anerkennung zuteil geworden. Am Leistungskampf der deutschen Betriebe nahmen im Vorjahr 164 000 Betriebe teil, und im Reichsberufswettkampf aller Schaffenden traten 4 000 000 deutsche Werktätige, junge und alte, zum Wettkampf an. Dies ist e r st ein Anfang unseres Beginnens. Ich erwarte, daß die Teilnahme an dem neuen Leistungskampf der deutschen Betriebe und am Reichsberufswettkampf aller Schaffenden sich verdoppelt und verdreifacht! Ich will nicht ruhen und nicht.rasten, bis auch der letzte deutsche Betrieb — ganz gleich, welcher Größe und welcher Sparte — sich beteiligt! Und ebenso werden wir Nationalsozialisten die Teilnahme am Reichsberufswettkampf aller Schaffenden als das Bekenntnis auffassen, daß der deutsche Mensch werktättg und selbstschöpferisch am Aufbauwerk des Führers teilhaben will. Es ist kein Betrieb zu groß oder zu klein, ob Handel, Handwerk, Industrie, Landwirtschaft, öfentlicher Betrieb, Betrieb der Wehrmacht usw., der dem Ruf des Führers nicht Folge zu leisten vermöchte. Ebenso steht kein Deutscher zu hoch oder zu gering, als daß es nicht notwendig wäre, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen! Ich rufe Euch, deutsche Betriebe, und ich rufe Euch, Werktätige der Sttrn und der Faust, in Stadt und Land: Tretet an zum Leistungskampf der deutschen Betriebe und zum Reichsberufswettkampf aller Schaffenden! Führer, wir folgen Dir! (gez.) Dr. Robert Ley. Ausführungsbestimmungen zum Leistungskampf der deutschen Betriebe erläßt mein Beauftragter zur Durchführung des Leistungskampfes der deutschen Betriebe, Amtsleiter Dr. Hup - f a u e r. Ausführungsbestimmungen zum Reichsberufswettkampf aller Schaffenden ergehen durch den Beauftragten für den Reichsberufswettkampf aller Schaffenden Obergebietsführer A x m a n n. Heil Hitler! (gez.) Dr. Robert Ley. Gaukulturwoche Hessen-Nassau 4939. NSG. In jedem Jahr erhält die kulturelle Arbeit unseres Gaues durch die Gaukulturwoche einen Höhepunkt, in dem sich Leistungsschau und Ausrichtung vereinen. Die Partei gibt damit in der Kulturarbeit alljährlich einen Uederblick über die bisherigen Erfolge. Im Gau Hessen-Nassau hat sie der Gaukulturwoche, an der sich alle kulturellen Einrichtungen und Organisationen beteiligen, in diesem Jahre den Leitsatz „Rasse und Kultur" gegeben. Vom 6. bis 14. Mai wird das ganze Volk die Leistungen unserer Künstler und das Ergebnis der kulturpolitischen Arbeit der Bewegung erleben; Volk und Kultur werden zusammengeführt. Die Gaukulturwoche erfüllt damit eine bedeutende erzieherische und propagandistische Aufgabe: sie ist eine Zeit stärkster Kulturpropaganda. Das Deutsche Dolksbildungswerk in der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" führt im Rahmen der Gaukulturwoche eine Reihe von Ausstellungen durch, die unter dem Motto: „Deutsches Ahnenerbe" stehen. Die Ausstellungen zeigen wertvolles Material aus der Derganaenheit der Landschaft und traaen dazu bei, den Gedanken der blutsmäßigen Zusammengehörigkeit zu pflegen. Eine große Zahl der Feierstunden, die das Deutsche Dolksbildungswerk durchführt, ist der Person U l - rich von Huttens gewidmet. Solche Feierstunden werden u. a. in Annerod, auf der Münzen- bürg und auf der Steckelburg durchgeführt. Das Deutsche Dolksbildungswerk führt (u. a. auch in Gießen) im Rahmen der Gaukulturwoche Ausstellungen unter dem Motto „Unser Dorfbuch als na« tionalsozialistische Lebenschronit" durch. ♦ Als politische Kampforganisation der Partei wird sich die S A. - G r u p p e Hessen ebenfalls an der Gaukulturwoche mit zwei Veranstaltungen beteiligen. Am Sonntag, 7. Mai, wird die SA.-Gruppe Hessen einen Dichterabend der SA. in Frankfurt durchführen, zu dem SA.-Standartenführer Schumann als Leser aus eigenen Werken verpflichtet worden ist. Am 8. Mai folgt die erste Deranstaltung der Kleinkunstbühne der SA.-Gruppe Hessen, die mit Musik und Bühnenspielen, sowie mit kabarettistischen Darbietungen den Humor pflegen wird. Studenten werden gesucht! Das Hochschulstudium ist aussichtsreich. - Abiturienten vor der Berufswahl. Vergünstigungen und Förderungsmöglichkeiten. In diesen Wochen tritt wieder an Tausende von jungen Menschen, die die Schule mit dem Reifezeugnis verlassen haben, die inhaltsschwere Frage heran, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Wohl der größte Teil von ihnen hat seine Entscheidung bereits seit geraumer Zeit gefällt. Aber gewiß nicht gering ist der Prozentsatz derer, die auf die Frage „Soll ich st u b i e r e n — oder nicht?" noch keine Antwort gefunden haben. In der uns feindlich gesinnten Presse des Auslandes können wir immer wieder Betrachtungen des Inhalts lesen, daß die deutschen Hochschulen verödet seien, daß niemand mehr Lust und Neigung 3um Studium verspüre, und daß das völlige Fehlen des akademischen Nachwuchses schon in kürzester Zeit die verhängnisvollsten Auswirkungen haben werde. Wir wollen gar nicht bestreiten, daß angesichts der Tatsache, daß im Deutschland Adolf Hitlers jede Kraft gebraucht wird, auch in manchen akademischen Berufen ein Mangel an Nachwuchs besteht, wenngleich sich dies langst nicht so auswirkt, wie es gewisse Kreise wahrhaben wollen. Zwei Zahlen mögen das am besten veranschaulichen, 68 000 Studierende zählen wir zur Zeit auf den deutschen Hochschulen. Der Vorkriegsstand — in dem allerdings damals kleineren Deutschland — betrug 72 000. Selbst wenn man den Gebietszu- wachs in Rechnung stellt, wird man zugeben müssen, daß der Unterschied nicht so tief einschneidend ist. Er ist zudem, was sich naturgemäß auch in allen anderen Berufen auswirkt, durch die geburtenschwachen Kriegsjahrgänge mit bedingt. Die Notwendigkeit, in allen akademischen Berufen für einen guten Nachwuchs zu sorgen, liegt auf der Hand. Durch die maßgebenden Stellen sind in den letzten Jahren und Monaten eine große Anzahl von Erleichterungen für die jungen Studenten geschaffen worden, wobei nur auf die Senkung d e r Hochschulgebühren, die großzügigen Förderungs- und Stipendienmöglich- k eiten, die Einrichtung der Begabtenförderung, das Langemarck-Studium, das Stuben« tenmerf usw. hingewiesen sei. Alle diese Maßnahmen haben es zuwege ge- bracht, daß die soziologische Struktur unserer Studierenden heute ein anderes Gesicht trägt als früher. Nicht die wirtschaftliche Lage der Eltern, sondern die Tüchtigkeit des jungen Menschen gibt mehr und mehr den Ausschlag; wir können es uns nicht leisten, jungen Kräften nur deshalb den Aufstieg nach oben zu verwehren, weil ihre Eltern nicht über die genügenden finanziellen Möglichkeiten verfügen, ganz abgesehen davon, daß dieser Standpunkt den weltanschaulichen Forderungen des Nationalsozialismus entgegensteht. Der junge Mensch, der heute Mit dem Studium beginnt, muß sich klar darüber sein, daß diese Jahre für ihn eine Zeit ernstester und gewissenhaftester Arbeit bedeuten. Für die Alt-Heidelbera- Romantik ist jetzt kein Raum mehr. Das Deutschland von heute braucht in allen Berufen, und gerade auch in den akademischen, überdurchschnittliche Kräfte. Die Studienzeitoerkür- zung, die in manchen Disziplinen eingeführt worden ist, bedingt noch mehr als früher stärkste Konzentration. Die Frage, für welche Berufe die Aussichten besonders günstig sind, läßt sich naturgemäß nicht mit wenigen Sätzen beantworten. Es liegt auf der Hand, daß der Mangel an Nachwuchs auf allen Gebieten der Technik angesichts der großen Aufgaben, die es gerade hier zu lösen gilt, besonders augenfällig ist. Völlig neue Berufe — wir verweisen nur auf den Luftfahrtingenieur — sind entstanden. Die gewaltigen Bau- vorhaben, ob nun die Schaffung neuer Industrien, neuer Straßennetze, Hafen- und Kanalbauten, ja selbst Städte (man denke an Fallersleben) ist, eröffnen dem akademischen Nachwuchs die besten Aussichten. Auf die von mancher Seite geäußerte Befürchtung, daß alle diesen großen Vorhaben ja ein- mal zu Ende geführt würden und damit die Lage sich gewissermaßen von einem Tag zum anderen grundlegend ändere, ist nur zu erwidern, daß die Planung, die der Nationalsozialismus getroffen hat, nicht auf wenige Jahre, sondern auf Jahrzehnte, ja auf Jahrhunderte ausgerichtet ist. In diesem Zusammenhang verdienen auch die großen Aufgaben hervorgehoben zu werden, die dem Chemiker und Physiker, dem Biologen und dem Meteorologen gestellt sind. Gerade die Erfindungen, die in den letzten Jahren von Vertretern dieser Berufe gemacht worden sind, haben sich bereits überaus segensreich im Interesse des Volksganzen auswirken können. Um seine Zukunft braucht auch der akademisch gebildete Wirtschaftler nicht besorgst zu sein, weder der Diplomkaufmann noch der Diplom- Volkswirt. Daß gerade auf dem Gebiete der Landwirtschaft, deren Förderung sich der Nationalsozialismus stets besonders angelegen sein läßt, sich völlig neue Wege ergeben haben, sei nur nebenbei erwähnt. Wir denken roeiter an den Arzt und den Zahnarzt. Gerade im Hinblick auf den Grund, daß Vorbeugen besser als Heilen ist, fallen diesen beiden Berufen besonders wichtige und vordringliche Aufgaben zu. Wenn wir daran denken, wie sehr jetzt gerade von der Schule und der Hitler-Jugend aus auf die Gesundheit der Jugend geachtet wird, — man braucht nur an die fliegenden Zahnstationen zu denken, die in jedem Dorf eingesetzt werden — dann zeigt dies bereits zur Genüge, daß auch in Statt Karten h*, Oie Geburt eines gesunden Zwillingspärchens zeigen in dankbarer Freude an Hilde Oamerau, geb. Schulze Rudolf Oamerau, Pfarrverwalter Kriegsheim bei Worms, Rheinhessen (Pfarrhaus) 3. Mai 1939 z.Z. privatklinik »Sophienhaus" WormS, paulusstraße 9 3277V Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Mietwoh Garten und !. Hypotheken. Gießen, 3258D J Nebenkosten. Kobel, Llebigstraße erhalten kostenlos und unverbindlich Unterlagen Aufschluß in dem morgen Freitag, von 19 bis 22 Uhr, stattfindenden Auch Ihnen ist dies möglich. Wir übernehmen die lückenlose Finanzierung Ihres Bauvorhabens einschließlich Bauplatz, Einladung! MMWWk Am Freitag, dem 5. Mai, abends 8 Uhr, hören alle Damen im Rest. Zum Burghof in Gießen, Burggraben 9, den interessanten Frauen-Vortrag: Schlank und schön sein Neue, einfache Wege, wodurch Sie überflüssiges Fett auch an bestimmten Stellen und auf die Dauer beseitigen können. Keine bor- oder gifthaltigen Präparate, keine Schwitz- oder Hungerkuren, keine Gymnastik oder Bandagen. Viele Erfolge werden mit Namen bekanntgegeben. 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Hier sind schon die verschiedensten Maßnahmen ergriffen worden, um bei den hier besonders schwierigen Verhältnissen Wandel zu schaffen. Der junge Mensch, der sich heute zum Studium entschließt, braucht sich nicht mehr, wie es noch vor wenigen Jahren der Fall war, große Sorgen um seine Zukunft zu machen. Selbstverständlich ist, wie in allen anderen Berufen, so auch gerade in den akademischen, ein Höchstmaß an Leistung notwendig. Dafür winken aber auch Aufgaben, die die Hergabe der ganzen Kraft wirklich vollauf recht- fertigen. Bü. Vereinheitlichung -er technischen Nachrichtenmittel. Berlin. 3. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat dem Inspekteur der Wehrmachts-Nachrichtenverbindungen, im Oberkommando der Wehrmacht, Generalmajor Fellgiebel, im Rahmen des Vierjahresplanes den Auftrag erteilt, alle Maßnahmen zu ergreifen, welche Generalmajor Fellgiebel. — (Scherl-M.) v .AU ■ auf dem Gebiet der technischen Nach- richtenmittel für eine einheitliche A u s- r i cy t u n g aller beteiligten Dienststellen und Organisationen von Staat, Partei und Wirtschaft erforderlich geworden sind. Durch den raschen Fortschritt der Technik und durch die erhöhten Anforderungen von Behörden, Wirtschaft und Privaten sind auf nachrichtentechnischem Gebiet derartige Belastungen der Industrie ausgetreten, daß eine klare Zusammenfassung aller Aufgaben und Zuständigkeiten notwendig wurde. Da jedoch die Entwicklung noch nicht zu dem Abschluß gekommen ist, wie ihn z. B. das Krastsahrwesen aufzeigt, soll der freien Entwicklung zunächst bis zu einem gewissen Grade freie Bahn gelassen werden. Es sollen aber schon jetzt dort, wo Typenbeschrän f u n = gen und weitgehende Normungen möglich sind, zur Entlastung der Industrie Vereinheitlichungen vorgenommen werden, die eine Rationalisierung der Produktion zum Ziele haben. Die Bedürfnisse der für die Erzeugung von Nachrichtenmitteln in Frage kommenden Elektroindustrie, auch insbesondere der R u n d f u n k - i n d u st r i e, werden nun einem solchen Ausgleich zugeführt, daß auch diese Industrie ohne zu große Belastungen Höchstleistungen in jedem Falle zu vollbringen vermag der auf Grund der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten kann. Die Hebung der Exportfähigkeit der Industrie wird hiermit zwangsläufig erreicht. Für die Lösung dieser Ausgabe ist der Inspekteur der Wehrmachts-Nachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht besonders geeignet, da gerade er auf Grund der eigenartigen Lagerung des Bedarfes an Nachrichtenmitteln die verschiedenartigen Notwendigkeiten des Bedarfes sowie die Dringlichkeiten am besten übersehen kann. Außerdem 'stehen ihm der Reichsausschuß für Leistungssteigerung und die DAF. zur Verfügung. Als Organ der Wehrmachtsführung ist er auch die berufene Persönlichkeit, welche die verschiedenartigen Forderungen der Wehrmachtsteile mit denen anderer Behörden sowie denen der Wirtschaft in Einklang bringen kann. Eröffnung der Deutschen Buchausstellung in Korn. Rom, 3. Mai (Europapreß). Am Mittwochvormittag ist in Rom die Deutsche Buchausstellung eröffnet worden. Botschafter von Mackensen dankte dem italienischen Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Alfieri, für die Ueber- nahme der Schutzherrschaft, wie jede Initiative, die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien zu vertiefen, in ihm einen eifrigen Förderer finde. Den deutschen Geist dem italienischen anzunähern und die wechselseitige Freundschaft und Hochachtung zwischen den beiden Nationen zu vertiefen, sei der Zweck der Ausstellung. Minister Alfieri erinnerte daran, wie der Austausch von Wissenschaft und Kunst zwischen den beiden Ländern sich durch die Jahrhunderte hindurch vollzogen und das deutsche Buch stets Bürgerrecht auf italienischem Boden genossen habe. Zu besonderer Genugtuung gereiche es ihm, daß in Zeiten, wo die Welt von Unruhe erfüllt sei, neue und dem Ausbau dienende friedliche Beziehungen zwischen Deutschland und Italien hergestellt würden. Als Vertreter des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels hob Ministerialdirigent Berndt die Wichtigkeit der deutschen Kulturinstitute in Italien und der italienischen in Deutschland hervor. Die Ausstellung bezeichnete er als das glückliche Ergebnis dieser Uebereinstimmung und sprach allen, die sich um das Gelingen der Ausstellung verdient gemacht haben, insbesondere aber dem Minister Alfieri den Dank Deutschlands aus. Die Ausstellung umfaßt viertausend Bände, von den Zeiten Goethes bis auf die Gegenwart. Sie ist in achtzehn Abteilungen geordnet und enthält nicht nur Werke der Vergangenheit, sondern auch des' deutschen zeitgenössischen Schrifttums, darunter die maßgebenden Werke über den Rassegedanken, die neue Form des deutschen Rechts, Werke der zeitgenössischen Wissenschaften, Philosophie und Literatur. Die Ausstellung verkörpert mithin das Gesicht des nationalsozialistischen Deutschlands. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Rib - bentrop, wird sich am Donnerstagabend zu einem mehrtägigen privaten Aufenthalt nach Dberitalien begeben. Der Reichsaußenmimster wird bei dieser Gelegenheit am Comer-See mit dem italienischen Außenminister, Graf Ciano, Zusammentreffen. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, begab sich am zweiten Tage seines Aufenthaltes in Libyen in Begleitung des Staatssekretär General Pariani und dem Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall Balbo, nach Feteiah, wo er die Parade über die Division „Mamarica" abnahm und anschließend nach Tobruk, wo er militärische Anlagen besichtigte, um dann über Eirene nach Benghasi zurückzuflie- gen, von wo er sich am Donnerstag nach Tripolis begeben wird. Der König und Kaiser Viktor Emanuel III. hat dem Reichsarbeitsminister Seldte das Großkreuz des Mauricius-Ordens verliehen. Staatssekretär Dr. Krohn erhielt die Insignien des Großosfiziers des italienischen Kronorüens. ♦ In Valencia fand eine große Siegesparade vor General Franco statt. Die Madrider Siegesfeier soll auf den 15. Mai festgesetzt worden sein. Don italienischer Seite wird Außenminister Gras Ciano daran teilnehmen. Für Frankreich wird Botschafter Marschall P e t a i n anwesend fein. Aus Gibraltar sind sämtliche französischen Kriegsschiffe in östlicher und westlicher Richtung zu Manövern ausgelaufen. Sie sollen nach Gibraltar zurückkehren, wenn diese beendet sind. Das englische Schlachtschiff „Prince of Wales" ist in Birkenhead vom Stapel gelaufen. Die Taufe nahm die Schwester des Königs vor. Bei dem neuen Schlachtschiff handelt es sich um ein Schwesterschiff des im Februar vom Stapel gelaufenen 35 000- Tonnen-Schiffes „King George V.". Der Marine-Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses hat die Gesetzesvorlage gebilligt, die einen Kredit von 6-660 000 Dollar zur Modernisierung von fünf Panzerkreuzern von je 35 000 Tonnen vorsieht. Die japanische Luftwaffe, die feit einer Woche eine überaus rege Tätigkeit entfaltet, belegte am Mittwoch die Stadt Tschungking, in der sich das Hauptquartier Tschiang Kai-schekL befindet, mit Bomben. — Die Chinesen berichten von einem größeren Vorstoß am Norduser d e s Gelben Flusses, wo sie bisher von starken Verschanzungen der Japaner aufgehalten worden sind. * Das polnische Lager der nationalen Einigung hat eine Aktion zum Boykott deutscher Zeitungen eingeleitet. „Kein Pole darf", so heißt es tri einem Aufruf, „deutsche Zeitungeri halten oder lesen, ebensowenig dürfen deutsche Zeitungen in Lesehallen, Cafehäusern, Zeitungsverkaufsstanden ufm. ausliegen." In Ostoberschlesisien ist die Boy, kottaktion auf den polnischen Westmarkenverein zu« rückzuführen, der nichts unversucht läßt, das deutsch, polnische Verhältnis zu vergiften. Der Kreuzer „Nürnberg" wird während einer Auslands-Ausbildungsreise im Mai den schwedischen Hasen G o t e n b u r g und den norwegischen Hasen Merck am Geiranger Fjord anlaufen. Kunst und Wissenschaft. Goelhe-TNedaille für Professor Meinhof. Der Führer hat dem entpflichteten ordentlicheri Professor D. theol. Dr. phil. h. c. Carl M e i n h o s in Hamburg aus Anlaß der Wiedereröffnung des Ko, lonialinftitutes der Hansischen Universität in Hamburg in Anerkennung seiner Verdienste um die Erforschung der afrikanischen Sprachen und Kulturen die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Meinhof, geboren 1857 in Barzwitz bei Carzin, wurde nach Reisen in Ostafrika Lehrer für afrifa* Nische Sprachen und (1909) Professor am Kolonial, injtitut in Hamburg, wo er seit 1919 als Ordinarius an der Universität wirkte. Sein Arbeitsgebiet umfaßt afrikanische Sprachen, Dichtung, Rechtsgebräuche, Religion und Heidenmission. Professor Meinhof ist Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften. Wetterbericht Während sich in Süddeutschland noch ungünstiges, vielfach auch regnerisches Wetter fortsetzt, hat sich in unserem Gebiet von Nordwesten her Bewölkungs- Zunahme eingestellt. Die Folge davon war in der Nacht zum Donnerstag starke Ausstrahlung, die bc sonders nach Norden hin stellenweise zu leichtem Frost Anlaß gab. Die Wiederentwicklung der von dem Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit läßt für die Folge kein beständiges Wetter erwarten, doch wird der Wetterablauf' vorerst wesentlich freundlicher sein als seither, auch kann mit fortschreitender Erwärmung gerechnet werden. Vorhersage für Freitag: Wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, nachts frisch, tagsüber wärmer als seither, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 13,4 Grad Celsius, abends 8,3 Grad; am 4. Mai: morgens 4,8 Grad. Mpximum 13,8 Grad, Minimum heute nacht 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 10,7 Grad; am 4. Mai: morgens 8 Grad. — Sonnenscheindauer 1,4 Stunden. Hauptschrtftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5x Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Lichtspielhaus Heute Donnerstag: Erstaufführung! | ♦ CircBS-Slerne Men ♦ & —I Der Circus mit den Weltattraktionen! M ) Darum Indanthren Indanthren VARIETE - GROSS FILM EIN die große Spannung. 3261A » Der Circus mit den Welt-Attraktionen! IM 3260 A Nur drei Tage! 3263V ^€i?icuS^a?i£ay werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! Waschkleiderstoffe für Sonnentage Wäschestoffe, fein gemustert Popeline für Herrenhemden Tischdecken in guten Farben Inletts für Betten Bedruckte Kretonnes für viele Zwecke: Kissen, Decken, Schürzen, Vorhänge und Kleider Schürzen-Siamosen, Schürzen Hemden- und Sport-Flanelle f ' Einspaltige | Kleinanzeigen Bertha Feiler, Hans Söhnfcer Paul Hörbiger — Hans Olden Charlott Daudert,Victor Janson Spielleitung: Arthur Maria Rabenalt Ein Liebeserlebnis führt ein iunges Mädchen in die verwirrende und abenteuerliche Welt der Artisten. Sein Schicksal gibt diesen Film Unsere Augen brauchen Farben Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Madel entdecken ihre Waldheimat Don Werner Siebold 135 Seiten und 8 Kunstdrucktafeln. - Leinen RM. 2,85 (Es ist ein echtes Naturbuch und zugleich ein richtiges Jugendbuch also kein trockenes Lehrbuch, sondern ein Lesebuch, spannend und lebendig, aus dem Anschauungs- und Dorstellungskreise etwa eines elfjährigen Buben heraus geschrieben. Wir glauben, daß diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigenden Eindruck der Lektüre auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnachtsgeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. (Siebener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterselde EIN TERRA-FILM nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Seiler. Beiprogramm und Tohis-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30, Sonntag 3, 5,30, 8.30 Uhr ... herrlich, wenn sie echt sind Samstag,den 6.Mai,8.15Uhr abends Erioflgs-forsleltag Sonntag, den 7. Mai, und Montag, den 8. Mai 2 Vorstellungen 3.30 und 8.15 Uhr. Preise ab 60 Pf. — Kinder nachmittags halbe Preise! Wiedersehen mit einem klassisch. Circus bedeutet einen Besuch im Circus Barlay. Neu und wieder jung ersteht Nummer für Nummer. Der alte gute und echte Circus, wie ihn unsere Väter schon liebten und wie wir ihn uns heute auch wünschen. Das Programm ist erstklassig und die gezeigten Dressuren unerreicht. Barlay hält, was er verspricht! Circus Barlay ist das Tagesgespräch, darum jeder einmal zum C. Röhr & Co. —™ bekannt aus dem Film „Fahrendes Volk“ gastiert ab Samstag in Gießen,Oswaldsgarten £ c< Nr. 103 Zweites Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Donnerstag, 4. Mai M9 Deutsches Zugendherbergswerk wirbt un d sammelt... Das Deutsche Jugendherbergswerk, jene Organisation, die der deutschen Jugend in-ihrer Gesamtheit die Möglichkeit gibt, Heimat und Vaterland kennenzulernen, tritt nur selten an die Oeffentlich- keit. Die Arbeit des Jahres vollzieht sich in aller Stille. Nur einmal tritt das Deutsche Jugendherbergswerk hervor und bittet unsere Volksgemeinschaft um Mithilfe bei der Förderung seiner edlen Sache. Der kommende Samstag und der Sonntag sind der Sammeltätigkeit für das Jugendherbergswerk gewidmet. * Durch ein Netz von Jugendherbergen ist auch unsere engere Heimat und die vielgestaltige Landschaft des Rhein-Main-Gebietes erschlossen. Von den 2000 Jugendherbergen, die es im Reich gibt, befinden sich allein 73 im Rhein-Maingebiet. Und diese 73 Herbergen können der Jugend Heimstatt bieten, wie ’f sie sich besser nicht denken läßt. Durch sorgfältige Arbeit und Wirtschaftsführung sind sie alle in bestem Zustand gehalten. Den Forderungen der Hygiene und der Gesundheit ist sorgfältig Rechnung getragen. In diesen Tagen konnten innerhalb des Gaugebiets drei Jugendherbergen neu ihrer Bestimmung übergeben werden, und zwar in Gelnhausen, in Bad-Nauheim und die „E m m e r s h ä u - s e r Mühle" im Weiltal. Der Landesverband Rhein-Main im Reichsverband deutscher Jugendherbergen zeigte gestern der Presse des Rhein-Maingebietes diese drei Herbergen auf einer Rundfahrt, die in den Spessart, in die Wetterau und in den Taunus führte. Gelnhausen. Die neue Jugendherberge.in Gelnhausen befindet sich inmitten der Altstadt. Ein stattliches, burgähn- liches'Haus, das früher den verschiedensten Zwecken diente, wurde umgebaut und dann so eingerichtet, daß es zu einer idealen Herberge werden konnte. Zwei große Tagesräume, eine geräumige Küche, in der für viele hungrige Wanderer gesorgt werden kann, sind vorhanden. In den Obergeschossen sind Zu unseren Silbern; Nebenstehend: Kleiner Tagesraum im Jugendhof „Emmershäuser Mühle" im Weiltal. — (Aufn.: Läufer, Frankfurt a.M.) Links: Die neueingerichtete Jugendherberge in Gelnhausen. Unten rechts: Die neue Jugendherberge am Johannisberg zu Bad- Nauheim. (Aufnahmen [2f: Neuner, Gießener Anzeiger.) jSt V MM tr» in vielen Zimmern blitzsaubere Betten aufgestellt. Aus manchem Fenster des Hauses genießt man einen Blick über die Stadt und in weite Ferne, der etwas ungemein Reizvolles und Romantisches an sich hat. Die Einrichtung der Tagesräume entspricht dem Geiste unserer Zeit und wird sicherlich dazu beitragen, in der Jugend das Gefühl für schlichte Schönheit zu wecken. Bad-Nauheim. Quer durch Oberhessen führte dann die Fahrt nach Bad-Nauheim. Der Johannisberg war das Ziel. Hoch über der Stadt befindet sich die neue Jugendherberge, ein ehemaliges Privathaus, das ohne sonderliche bauliche Umgestaltung den Zwecken der Jugendherberge dienstbar gemacht werden konnte. Das Haus liegt inmitten von Büschen und Bäu- men, ist hübsch mit Schindeln verkleidet und fügt sich glücklich in den Rahmen der Landschaft. Auch hier ist der Tagesraum das Kernstück. Feinfarbige Vorhänge, Blumen auf den Tischen, schöne Leuchter, aus Holz geschnitzt, einfache Möbel vermitteln einen heimeligen Eindruck. Die Jugend wird sich wohlfühlen. An schönen Tagen kann man auf der Terrasse sitzen, von der aus sich ein Ausblick bietet, der mit dem Ausblick von der Rüdesheimer Jugendherberge in Wettstreit treten kann. In den Schlafräumen können 44 Gäste zur Nacht beherbergt werden. „Emmershäuser Mühle." Die dritte neue Herberge liegt im Taunus, und zwar im Weiltal. Die „Emmershäuser Mühle", ein Geschenk bet Deutschen Arbeitsfront an den Jugendherbergsverband, die lange Zeit leer stand, ist gründlich überholt worden und dient jetzt ideal der Jugend. Die Herberge, zu der 5 Gebäude, 10 Morgen Aecker uckd Wiesen und außerdem auch Stallungen gehören, stellt den ersten „I u g e n d h o f" dar, den es im Rhein-Maingebiet gibt. Es werden Schweine, Gänse, Hühner usw. gehalten werden, das Feld wird bebaut werden, und aus den Erträgnissen wird der Lebensmittelbedarf der Herberge bestritten. Die Jugend aber wird sich, wenn sie Lust dazu verspürt, der Landarbeit widmen können. Die Einrichtung der Herberge selbst ist untadelig, zum Teil in bäuerlichem Stil gehalten. Zur Jugendherberge gehört auch ein schönes Schwimmbad. Die drei Jugendherbergen, die hier geschaffen worden sind, reihen sich würdig ein in den Kranz der Herbergen, die der Jugend unsere schöne Heimat erschließen. Sonderauszeichnung für besten Sammelerfolg. Aus Anlaß der Sammlung für das Deutsche Jugendherbergswerk beabsichtigt der BDM.- und JM.- Obergau eine besondere Auszeichnung für diejenige BDM.- und JM.-Gruppe, die bei der Sammlung den besten Erfolg aufzuweisen hat. Für alle Mädchen der betreffenden Gruppe wird ein Aufenthalt von 8 Tagen in einer Jugendherberge ermöglicht, die sich die Gruppe selbst wählen kann. Sicherlich wird diese vom Obergau zugedachte Auszeichnung viele Mädchen auch in unserer Stadt veranlassen, sich besonders für das Jugendherbergswerk einzusetzen. X -XX .J.? *1 v ■i66«e®-a Frauenfchaft und des Frauenwerks soll diese Aufgabe ebenfalls zum Gegenstand der besonderen Belehrung und Aussprache gemacht werden. „Die Jugend im Luftschutz" wird die HI. und der BDM. als tatfrohe Mitarbeiter des Reichsluftschutzbundes in vorderster Linie zeigen. Auch die Schulen werden hierbei zum Einsatz kommen. An diesem Tage werden vormittags in den Schulen Veranstaltungen mit aufklärenden Ansprachen berufener Männer stattfinden, während die Nachmittags- und Abendstunden der Aufklärung^ arbeit auf öffentlichen Plätzen gewidmet fein werden. In der Stadt Gießen ist vorgesehen, an diesem „Tag der Jugend" gegen Abend einen Marsch der Amtsträqer des Reichsluftschutzbundes mit den in der Luftschutzarbeit eingesetzten Angehörigen der HI. und des BDM. durch'die Stadt oorzunehmen, anschließend auf Osroalbsgarten eine Reihe von prak- tischen Arbeiten im Luftschutz unter Verwendung von Brandmitteln, geeigneten Löscheinrichtungen und vor allem unter Anwendung der Volksgasmaske zu zeigen. Die Mädels vom BDM. sollen bei dieser Gelegenheit namentlich ihr Können als Laienhelferinnen bei der ersten Hilfeleistung im Sanitätsdienst zeigen, während die Hitlerjungen bei der Brandbekämpfung und im Meldedienst tätig fein werden. Alle Arbeiten und Hilfen bei diesen Vorführungen werden unter Verwendung der Dolksgasmaske durchgeführt. Alle Volksgenossen seien heute schon auf diese Woche des Reichsluftschutzbundes hingewiesen. Weitere Einzelheiten werden in den nächsten Tagen noch folgen. Kahrt aus der städtischen Omnibuslinie Gute Berkehrsverbindung durch das Südviertel. — Anschluß Klein-Lindens geplant. u. macht frifche [amtweiche -Haut fahren ist. Die einzelnen Haltestellen find so zweckmäßig angelegt, daß sie auch vom Gesichtspunkt der Verkehrsflüssigkeit aus als befriedigend anzusehen sind. Gelbe Schilder zeigen die Haltepunkte der Omnibusse an. Falls die neue Verkehrslinie, die bis jetzt in erfreulich regem Maße benutzt wird, weiterhin guten Zuspruch findet, wird natürlich der Ausbau der Linie und damit der Erfüllung mancher heute noch offener Wünsche erfolgen können. Für die nächste Zeit erwartet die Stadt das Eintreffen einiger weiterer Wagen, die bereits bestellt sind, um damit den Omnibusverkehr weiter ausgestalten und vor allem auch auf Klein-Linden ausdehnen zu können. Nach den Erfahrungen des jetzigen Probedienstes auf der einstweilen festgesetzten Linienführung wirb bie Entscheibung über die endgültige Festsetzung der Verkehrslinie getroffen werden. Man kann im Interesse des Südviertels nur immer wieder wünschen, daß die Benutzung der neuen Linie andauernd gut sein möge, um die Beibehaltung des erweiterten Verkehrsdienstes zu ermöglichen. steigen will, kann für einen Fahrpreis von 15 Pf. am Lubwigsplatz auf die Straßenbahn in Richtung Marktplatz umsteigen. Die Fahrt in den Omnibussen ist angenehm. Gute Sitzgelegenheit und flotter Betrieb machen die Benutzung dieses Verkehrsmittels anziehend. Es verdient besondere Anerkennung, daß die Straßenbahn- Derroaltung unter deren Leitung der Omnibusoer- kehr steht, den Fahrpreis für bie Strecke vom Lub- wigsplatz bis zum Bahnhof auf 10 Pf. festgesetzt unb bamit auf einem für jebermann erschwingbaren Stanb gehalten hat, so baß man in ber Tat von einer volkstümlichen Preisgestaltung sprechen kann. Zahlreiche Haltestellen, an denen aber nur bei Bedarf gehalten wird, geben die Möglichkeit, auch unterwegs in nicht zu großen Abständen bie Wagen besteigen zu können, so baß der Fahrgast nicht erst weite Wegstrecken zurücklegen muß, bis er zum Omnibus gelangt. Diese neue Verkehrseinrichtung, hat denn auch bei den Anwohnern des Südviertels schon viel Anklang gefunden, und zwar mit Recht, wie jeder bestätigen wird, der mit diesen Wagen ge- weisende Sätze unserer Weltanschauung sich jedem Volksgenossen einprägen, fo daß er durch den „Wochenspruch" ohne große Belastung national- sozialistisches Gedankengut in sich aufnimmt. In allen Kreisen des Gaues hat die Werbung „Was heißt schon ,Wochenspruch< der Bewegung? Immer wieder was Neues, man kommt ja überhaupt nicht mehr zur Ruhe!" So etwa würbe Herr Meckermann sprechen, wenn man ihm von ber neuartigen Maßnahme ber Gau- propaganbaleitung erzählte. Jeber Volksgenosse aber, ber mit aufgeschlossenem Herz unsere große Zeit erlebt unb an Höhepunkten wie bie Rückkehr ber Ostmark zum Reich, Verkündung ber Wehrihoheit unb bei unzähligen anderen Gelegenheiten ber letzten Jahre bie unerhörte Freube mitfühlte, von der das ganze Volk erfüllt war, wird an diesem zWochenspruch" ber NSDAP, auf keinen Fall nicht» achtenb vorübergehen können. In einem geschmackvollen Wechselrahmen wirb jebe Woche ein von Künstlerhand gestaltetes Blatt ausgehängt, auf dem in kurzer prägnanter Form ber Führer ober führende Männer ber Bewegung besonders wichtige Tagesereignisse kurz unb treffenb skizzieren. Es wirb damit erreicht, daß richtungSeit einigen Tagen ist bie stöbtische Omnibus l i n i e vom Lubwigsplatz aus durch das Südviertel im Betrieb. Damit ist einem seit Jahren immer wieder oorgebrachten Wunsche der Bewohner des südlichen Stadtteils Rechnung getragen worden. Nunmehr liegt es an den Volksgenossen in diesem Stadtteil selbst, durch rege Benutzung des neuen Verkehrsmittels dessen Beibehaltung und ständigen Ausbau sicherzustellen. Wir haben uns gestern auf einer Fahrt mit der Omnibuslinie überzeugt, daß dieses Verkehrsmittel den ganzen südlichen Stadtteil in den wichtigsten Straßenzügen erfaßt. Die Omnibuslinie hat ihren Zentralpunkt am Lubwigsplatz. Don dort aus fahren die Wagen durch die Ludwigstraße bis hinauf zum Physiologischen Institut, wo jeweils Kreuzungspunkt mit dem in entgegengesetzter Richtung fahrenden, vom Bahnhof her kommenden Omnibus ist. Durch den Kreuzungsaufenthalt beider Wagen ist den aus dem Bghnhossviertel kommenden Fahrgästen, die zu den Kliniken, zum Garnisonlazarett, ober zu einer Außenstraße im Südoiertel wollen, Gelegenheit geboten, mit dem Omnibus entweder unmittelbar, oder doch mindestens sehr nahe an ihr Ziel heranzukommen. Nach der Kreuzung beider Wagen setzt ber vom Lubwigsplatz her gekommene Autobus seine Fahrt in südlicher Richtung fort, währenb der vom Bahnhof her tommenbe Omnibus durch die Ludwiastraße bis zum Lubwigsplatz fährt. Vom Physiologischen Institut aus geht die Fahrt zunächst den vorderen Teil des Wartwegs hinauf, bann geht es burch die Uhlandstraße hinüber zur Ecke Klinikstraße/Gaffkystraße. Durch bie Gaffkystraße fährt der Wagen weiter zur Schub ertstraße, bann berührt er die Frankfurter Straße bis zu den Veterinärkliniken. Hier zweigt er ab über die Straße „Am Steg", weiter durch die Glaubrechtstraße, über den Wetzlarer Weg bis zum Hotel Hopfeld an der Ecke Friedrichstraße. An dieser Stelle kommen die Fahrgäste unmittelbar an den Bahnhof heran, so daß also die Anwohner der Ludwigstraße und der unmittelbar benachbarten Seitenstraßen, ferner die Volksgenossen aus dem Südviertel nunmehr in annehmbarer Weise bis unmittelbar zum Bahnhof fahren können. Der Autobus setzt nach kurzem Aufenthalt seine Fahrt durch die Friedrichstraße bis zum Kreuzungspunkt am Physiologischen Institut unb weiter in Richtung Lubwigsplatz fort. Wer von der Ludwigstraße her auf die Straßenbahn um- Was weißt Du vom „Wochenspruch"? Jeder Volksgenosse soll ihn besitzen? — Werbung in allen Kreisen eingesetzt. für ben „Wochenspruch" eingesetzt. Sie soll nicht nur die Behörden und Dienststellen erfassen, sondern den Wochenspruch irt alle Schichten der Bevölkerung eindringen lassen. Jeder Kaufmann, Betriebsführer, Handwerker, Gastwirt, Arzt, Rechtsanwalt, Haus- besitzer, ja alle Volksgenossen überhaupt sollen durch Aushang des „Wochenspruchs" nationalsozialistisches Gedankengut einem weiten Kreis der Bevölkerung zugängig machen und so selbst Aktivpropagandist für den Führer sein. Bei der Entscheidung der Frage, ob und in welcher Höhe die Bestellung auf den „Wochenspruch" zu erfolgen hat, mutz nur von der vorgeschilderten ideellen Seite her gesehen werden. Jeder Volksgenosse hat Teil an den Segnungen, die der Führer mit seinem Werk bis heute dem deutschen Volke gebracht hat. Nur der eingangs erwähnte Herr Meckermann kann die gewaltigen Erfolge auf allen Gebieten ignorieren und eine vorübergehende Butterknappheit oder ähnliches für wichtig halten. Alle deutschen Volksgenossen aber, die dem Führer ihr freudiges „Ja" bei anderer Gelegenheit gegeben haben, werden auch hier die Bestrebungen der Gaupropagandaleitung unterstützen und die Verbreitung des „Wochenspruches" zu ihrer eigenen Angelegenheit machen. Was weißt du also vom „Wochenspruch"? Auf jeden Fall eines, daß er möglichst schnell in genügender Anzahl vestellt wird und an den Stellen zum Aushang gelangt, die am besten dafür geeignet sind. meri. Große Strafkammer Gießen. Wie gestern bereits kurz berichtet, hatte sich der E. F. in Ober-Bessingen wegen verschiedener Verbrechen und Vergehen, die er sich Ausübung seiner amtlichen Obligenheiten zuschulden kommen ließ, vor der Großen Strafkammer zu verantworten. 63 SA.- und NGRK.-Reiier erhielten den Reiterschein 1939. Am Sonntag fand bei SA. - Sturmführer S ch ö m b s die diesjährige letzte Prüfung zur Erlangung das Reiterscheines 1939 statt. Die Prüfung wurde durch den Gruppenrsiterführer, SA.- Oberführer Wehner, abgenommen. Der Prüfung wohnter ferner Oberstleutnant Meuther und Major Freiherr Roeder von Diersburg bei. Zur Prüfung hatten sich wieder eine große Anzahl SA.-Reiter und NSRK.-Reiter gestellt, um ihr Können im Reiten und Fahren unter Beweis zu stellen. Die Leistungen waren im wesentlichen sehr zufriedenstellend. Es konnte am Schlüsse mit Ausnahme von 2 NSRK.-Reitern der Reiterschein überreicht werden. Oberführer Wehner wies bei der Ausgabe nochmals besonders darauf hin, daß der. Besitz des Reiterscheincs jetzt nicht zum Ausruhen dient, sondern ein Ansporn sein soll zu unermüdlicher Arbeit an jedem einzelnen selbst, um noch bessere Leistungen zu erzielen. Nachstehend genannte SA.- und NSRK.-Reiter konnten erfreut den Reiterschein mit nach Hause nehmen: Adolf Münker, Obersturmbannführer; Ludwig Schömbs, Sturmführer; Heinrich Haussauer, Oberscharführer; Karl Lipp, Oberscharführer; Richard Becker, Oberscharführer; Walter Moritz, Sturm- führer; Hans-Georg Rietschel, S.-Obertruppführer; Wilhelm Lettow, Truppführer; Hans Münch, Scharführer; Heinrich Euler, San.-Sturmführer; August Dormehl, NSRK.; Berthold Kühne, SA.-Mann; Johann Baldner, Sturmmann; Josef Biriel, SA.- Mann; Ludwig Schäfer, Rottenführer; August Stammler, Rottenführer; Bernhard Sonsmann, Sturmmann; Otto Schmidt, Rottenführer; Albert Schmidt, Scharführer; Fritz Esau, Scharführer; Alfred Nompf, Truppführer^ Wilhelm Fischer, HI.; Helmut Marsteller, SA.-Mann; Heinrich Theiß, HI.; Erwin Müller, SA.-Mann; Kurt Wagner, SA.-Mann; Ernst Schmitt, HI.; Eugen Berg, SA.- Mann; Wilhelm Schmidt, Scharführer; Otto Büchsenschütz, Sturmmann; Wolf Lohrer, SA.-Mann; Theodor Ziegler, Sturmmann; Heinrich Kissel, SA.- Mann; Wilhelm Seim, NSRK.; Hugo Bepler, SA.- Mann; Ludwig Walz, Oberscharführer; Julius Jhring, Oberscharführer; Hermann Lotz, Rottenführer; Friedrich Linder, HI.; Werner Amseln, HI.; Erich Heidbrink, Sturmmann; Otto Fischer, Ober- ttuppführer; Heinrich Rüger, Sturmmann; Walter Henn, Sturmmann; Hans Geißel, HI.; Georg Krausmüller, Rottenführer; Willi Hainbuch, HI.; Karl Heinz Arnold, HI.; Hans Knöbel, HI.; Wolfgang Rabenau, HI.; Guntrum Schenk zu Schweinsberg, HI.; Willi Muhl, HI.; Georg Gail, HI.; Ernst Seipp, SA.-Mann; Fritz Schreiner, Sturmmann; Heinrich Reichardt, Sturmmann; Otto Klein- hans, Sturmmann; Hermann Barth, Rottenführer; Willi Steuernagel, Sturmmann; Hans Oppermann, SA-Mann; Erasmus Pauly, Sturmführer; Hans Ritz, Scharführer; Leonhard Weller, HI. F. hat in der Zeit vom Oktober bis Dezember 1938 und auch im Jahre 1937 als Beamter fortgesetzt Gelder der 'Gemeinde vereinnahmt und für sich verwendet. Nach eingehender Zeugenvernehmung in der gestrigen Verhandlung beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und neun Monaten zu erkennen und dem Angeklagten, der im wesentlichen geständig war, die Untersuchungshaft auf die Strafe anzurechnen. Der Verteidiger beantragte für einen Fall Freisprechung, im übrigen bat er für den Angeklagten um mildernde Umstände. Das Gericht verurteilte F. wegen schwerer Amtsunterschlagung in drei Fällen und wegen Untreue in drei Fällen, davon zwei in Tateinheit mit Betrug, zu einer Gefamtgefängnis strafe von einem Jahr und neun Monaten, abzüglich 118 Tage Untersuchungshaft, und zu Geld- ftrafen von zusammen 320 Mark. Hinsichtlich eines Falles wurde das Verfahren zwecks weiterer Aufklärung von der jetzigen Verhandlung abgetrennt. Kleine Strafkammer Gießen. Berta St., Karl St., Anna St. und Friedrich St., alle in Schlechtenwegen (Kreis Lauterbach), waren durch Urteil des Amtsgerichts Herbstein vom 4. Februar 1939 verurteilt worden, und zwar B. St. zu 6 Wochen Gefängnis, K. St. zu 60 Mark, A. St. zu 30 Mark, Fr. St. zu 30 Mark Geldstrafe. Sie legten gegen das Urteil Berufung ein. Es wurde ihnen zur Last gelegt, am 17. Oktober 1938 in einem Brief an die Staatsanwaltschaft in Gießen den Sparkassendirektor W. in Herbstein des Betrugs bezichtigt zu haben. W. habe über die Forderung der von ihm vertretenen Kasse hinaus den Erlös aus der Zwangsversteigerung gegen die Angeklagten seiner Kasse zugeführt. Von den Angeklagten war trotz ordnungsmäßiger Ladung nur Karl St. erschienen. Er behauptete, unschuldig zu sein, den Brief, den seine Schwester B. geschrieben, habe er, ohne den Inhalt zu kennen, unterschrieben, und er beantragte Freisprechung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufungen zu verwerfen, und zwar hinsichtlich der nichterschienenen Angeklagten wegen unentschuldigten Ausbleibens und hinsichtlich Karl St., weil er zumindest fahrlässig gehandelt habe. Die Berufungen der nichterschienenen Angeklagten wurden verworfen. Auf die Berufung des Angeklagten Karl St. wurde das Urteil des Amtsgerichts Herbstein vom 4. Februar 1939 aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. Das Gericht nahm an, daß Karl St. nach seiner geistigen Veranlagung eine Fahrlässigkeit nicht zu erkennen vermochte. ♦ Otto H. in Ober-Rosbach erhielt vom Amtsgericht Friedberg einen Strafbefehl über 25 Mark. In der Nacht vom 27. auf 28. Juni 1938 kam in völlig betrunkenem Zustand der I. M. in Gießen in den Hof des Elternhauses des Angeklagten. Dabei hat Otto H. den M. mit der Hand zu Boden geschlagen, so daß M. eine Schädeloerletzung erhielt. Gegen den Strafbefehl legte H. Einspruch ein. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Friedberg am 24. Januar 1939 konnte dem Angeklagten eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden, man nahm Notwehr an, und er wurde freigesprochen, ©egen dieses Urteil legte die Staats- anwaltschaft Berufung ein. Der Verletzte kann sich auf nichts mehr erinnern, er war sinnlos betrunken und weiß überhaupt nicht, wie er in den fremden Hofraum dzw. Garten kam. Der Angeklagte will von der Betrunkenheit des Verletzten nichts gemerkt haben, und da dieser seiner Aufforderung, den Hof zu verlassen, nicht nachgekommen sei und nicht geantwortet habe, sei er sehr aufgeregt gewesen und habe in gewisser Notwehr auf den Verletzten geschlagen. Eine Zeugin hat auch gehört, daß der Angeklagte den Verletzten wiederholt aufforderte, zu sagen, was er hier suche. Der Sachverständige gibt die Möglichkeit zu, dast der Verletzte beim Ueberfteigen über den Zaun auf den Kopf gestürzt sei und daß dadurch oie Verletzungen bewirkt wurden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, auf die im Strafbefehl ausgesprochene Geldstrafe von 25 Mark zu erkennen, da eine Körperverletzung vorliege (Schlag mit der Hand), eine Notwehr aber nicht anzunehmen sei. Das Urteil lautete: Die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Amtsgerichts Friedberg vom 24. Januar 1939 wird verworfen. Neue EHW.-Schweinemästereien in Ob-rbeffen. Lpd. Friedberg, 3. Mai. Nachdem vor einigen Tagen in Schotten eine neue EHW.-Schweinemästerei mit zunächst 50 zur Mast gestellten Schweinen den Betrieb aufgenommen hat, wird in dieser Woche eine weitere EHW. -Schweinemäste- rci in Friedberg mit vorläufig 150 Schweinen in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Die Einrichtungen der Friedberger Schweinemästerei sind für 180 Mastschweine vorgesehen. Tragischer Tod durch einen Aufschlag. * Stockheim (Kreis Büdingen), 3. Mai. Bei seiner Arbeit wurde der 59 Jahre alte Landwirt Wilhelm Mäser von hier von einem Pferd m i t d e m Huf ins Gesicht geschlagen. Die Ge- walt des Hufschlages war so groß, daß der bedauernswerte Mann ein Auge sofort verlor und mit schweren Kopfverletzungen nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Dort trat schon am nächsten Tage auf dem anderen Auge völlige Erblindung ein, und einen Tag später, am heutigen Mittwoch, verstarb der Verunglückte an den Folgen des schweren Hufschlages. Neuer Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz. LPD. Mainz, 3. Mai. Zum Nachfolger von Professor Dr. Dr. Otto S ch m i d t g e n , dem im Dezember des vergangenen Jahres verstorbenen verdienten Direktor des Mainzer Naturhistorischen Museums, wurde von Oberbürgermeister Dr. Barth der Tübinger Privatdozent für Geologie und Paläontologie Dr. Eduard Schertz berufen. Dr. Schertz, der sich in der wissenschaftlichen Welt durch feine Untersuchungen über die Höhlenjägerstationen der Schwäbischen Alb und sein Spezialgebiet, die Paläontologie der Säugetiere des Diluviums, einen Ramen gemacht hat, wurde am Dienstag in fein Amt Angeführt. Die hervorragenden Original amerik. Pekingenten / Küken treffen jeden Freitag ein 32nA Gießener ZOO. Seltersweg 6, Telefon 3292. iilliiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzelle veröffentlich« miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiii Tonrohre Tonrohrkitt Klebemasse Teerstricke Weine aus derStF-Kellerei 38er GaubickelheimerWiesberg ohne Glas Rheinhessen......................Ltrfl. 1.1 5 38er Nittierkleinberg.............Ltrfl. 1.40 38er Rhodter Schloß Pfalz........Ltrfl. 1.45 38er Guntersblumer Steig Rheinh. 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Mai, auf dem Platze des VfB.-Reichsbahn leichtathletische Wettkämpfe für den Bereich des politischen Kreises Gießen unter Einschluß der an diesen grenzenden Gebiete des Kreises Wetzlar und Alsfeld statt. Es find zur Ausschreibung gelangt: Der sog. Breslau-Dreikampf (100 Meter, Weiterung, Kugelstoßen) für folgende Klassen: a) Männer (alle bis zum 31. 8. 1920 geborenen); b) Jungmannen (alle vom 1.1.1918 bis 31.8.1920 geborenen); c) Altersklasse I (Jahrgang 1907 und älter); d) Altersklasse II (Jahrgang 1899 und älter-; e) Altersklasse III (Jahrgang 1889 und älter); f) Frauen (Jahrg. 1922 und älter) und g) Frauen (Jahrgang 1909 und älter). Gewertet wird nach der 1000-Punkte-Wertung des Fachamtes Leichtathletik. Als E in z e l k ä m p f e: Männer: 200 Meter, 800 Meter, 5000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Die „Winterruhe" der Leichtathleten geht zu Ende. Am kommenden Sonntag wird der erste Startschuß die Laufbahnen freigeben und damit das Leichtathletikjahr 1939 eröffnen. In einer kleinen Sonderschrift hat der Reichsfachamtsleiter Dr. Ritter von Halt kürzlich das Programm dieses Jahres niedergelegt. War schon der Arbeitsplan 1938 weit gesteckt, so stellt die kommende Saison die Anforderungen noch höher. Endziel ist: in zahlreichen Kämpfen, Ausscheidungen und Meisterschaften die Mannschaft zu finden und zu formen, die 1940 in Helsinki die deutschen Farben tragen soll. Die Leichtathletik ist nun einmal das Kernstück der Olympischen Spiele. Diesmal muß Deutschland seinen Erfolg von 1936 auf fremdem Boden vor fremden Zuschauern verteidigen.' Die Arbeit von 1939 dient in erster Linie diesem Ziel. Der Weg zur Spitzengruppe ist schwer, soll schwer sein. Die Groß-Staffelläufe am 7. Mai leiten die Kämpfe ein. Schon 8 Tage später folgen die Bahn-Staffelläufe. Einzelkämpfe der Disziplinen, in denen Deutschland die Spitzenklasse der Welt noch nicht erreicht hat — 200 Meter Hürden, Stabhochsprung, Dreisprung, Langstreckenlauf — und Kämpfe der Erstlinge (des unbekannten Sportsmannes) ergänzen die Staffeln. Der Kampfabend der Woche, der ab Ende Mai 8- oder 14tägig durchgeführt wird, soll den Leichtathleten mehr Wettkampfgelegenheit geben als bisher. Wieder werden hi-erbei die seither weniger gebräuchlichen Disziplinen im Vordergrund stehen. Ebenfalls Ende Mai beginnt daneben bereits der Kampf um die Deutsche Vereins-Meisterschaft. Jede leichtathletiktreibende Gemeinschaft, auch die kleinste, kann hier ihre Aktiven in den Kampf schicken. Von der untersten Stufe, der Klasse D, steigern sich die Anforderungen bis zu der dieses Jahr neugeschaffenen Meisterklasse, in der die 12 besten Vereine des vergangenen Jahres kämpfen. Das volle Leichtathletikprogramm eines Länderkamvfes, also auch 3000-Meter-Hindernislauf, 10 000-Meter-Lauf usw. ist in der Meisterklasse Gegenstand der Kämpfe. Um Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen; Frauen:^100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen. Als Staffeln: Männer: 4X100-Meter-Staffel und 3X1000-Meter-Staffel; Frauen: 4X100-Meter- Staffel. Turnverein 1889 Klein-Linden feiert SOjähriges Bestehen. Der Vorstand des Turnvereins 1889 legte die Feier des 50jährigen Bestehens des Vereins auf den 6. August d. I. fest. Am Vorabend soll ein Festkommers unter Mitwirkung der örtlichen Gesangvereine und der hiesigen Sportvereine veranstaltet werden. Für diesen Abend hat die Kreisriege der Turner ihre Mitwirkung zugesagt. Der Festsonntag bringt am Vormittag ein Blitzturnier im Fußballspiel, am Nachmittag den Festzug mit anschließenden Schwimmvorführungen der besten Schwimmer des Kreises im neuen Klein-Lindener Schwimmbad. Dann finden die Endspiele des Fußballblitzturniers mit der Ehrung der Sieger statt. eine bessere Verteilung und breiteren Einsatz der vorhandenen Kräfte zu erreichen, werden bei der Vereins-Meisterschaft künftig nur noch zwei Mann bewertet und drei Mann insgesamt für jeden Wettbewerb zugelassen. Jeder Wettkämpfer kann nur noch drei bzw. vier Hebungen bestreiten, die noch einmal in Lauf, Sprung, Stoß und Staffel unterteilt sind. Zwei Ziele sollen durch diese Bedingungen erreicht werden: einmal die Förderung der Spezialkönner, zum anderen Steigerung der Teilnehmerzahl und damit Verbreiterung des Leistungssports. Förderung des Leistungssports, Heranbildung einer breiten Spitzenklasse ist erstes Ziel des vorolympischen Jahres. 'Kreis-, Gau- und als Abschluß die Deutschen Meisterschaften am 15./16. Juli sind weitere Etappen auf diesem Wege. Hinzu kommen die zahlreichen Länderkämpfe, die internationalen Prüfungskämpfe am 29./30. Juli, bei denen Deutschlands Beste gegen erste Europaklasse antreten, und schließlich noch der Kampf gegen „Stoppuhr und Bandmaß" um den Sonderpreis des Reichssportführers, der denjenigen Athleten winkt, die zweimal während der Hauptsaison im Juli bei verschiedenen Veranstaltungen eine Leistung der Olympiaklasse erreichen. Neben diesen Spitzenprüfungen, die ihre Ausrichtung im Blickpunkt auf Helsinki erfuhren, wind das Reichsfachamt die Förderung der Breitenarbeit keineswegs vernachlässigen. Alle sportlichen und volkstümlichen Einzelwettbewerbe und Mehrkämpfe, auch der Bergfeste und der übrigen Turnfeste werden ausschließlich vom Fachamt Leichtathletik des NSRL. bearbeitet und durchgeführt. Einheitliche Ausschreibungen und Bewertungen (1000-Punkte- Wertung) werden zum erstenmal exakte Vergleichs- Möglichkeiten zulassen. In unserem Gau wird der NSRL.-Fachlehrer wie folgt eingesetzt: April/Juni: Montags in Marburg, Dienstags in Limbürg-Diez, Mittwochs in Gießen, Donnerstags in Fricdberg-'Bad-Nauheim, Freitags in Kassel; Juli/September: Eschwege, Hersfeld, Hanau, Kassel und Korbach. Gießener Gchlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehverstei- gerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 7 Ochsen, 5 Bullen, 33 Kühe, 31 Färsen, 106 Kälber, 298 Schweine, 2 Schase aufgetrieben. Preise: Ochsen 34 bis 45,5 Pf., Bullen 35 bis 43,5, Kühe 30 bis 43,5, Färsen 36 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe 51 bis 52 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 Mk.; bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 Mk.; b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 Mk.; c (100 bis 119,5 kg) 1,03 Mk.; d—f (unter 100 kg) 0,97 Mk.; gl (fette Specksauen) 1,13 Mk.; i (Altschneider) 1,11 Mk.; g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. IHiftagsbörfe still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 3. Mai. Infolge der unverändert fortbestehenden Zurückhaltung blieb das Geschäft an der Börse sowohl am Markt der Dividenden- als auch der Rentenwerte äußerst klein. Die Auftragerteilung war mehr oder minder rein zufällig, vielfach erfolgten die Kursfestftellungen ohne Umsatz. Am Aktienmarkt war die Entwicklung uneinheitlich, es überwogen jedoch weiterhin leichte Rückgänge. Etwas höher setzten u. a. JG.-Farben mit 149,25 (148,50), Adlerwerke ex 5,4 v. H. Dividende mit 102,25 (107,25), Hoesch mit 107,75 (107,50) und Lahmeyer mit 111,90 (110,50) ein. Stärker gedrückt waren hingegen AG. für Verkehr mit 118,50 (121), Hanfwerke Füssen mit 127,50 (129) und Berger Tiefbau mit 145,50 (146,75). Mannesmann mit 105,75, Klöckner mit 116,13 (116,50) und Verein. Stahl mit 102,50 (102,75) sowie Reichsbank mit 178,25 (178,50) lagen relativ behauptet. Im übrigen hielten sich die Abweichungen bei den zunächst nur spärlich notierten Papieren unter 1 v. H. Auch am Rentenmarkt bestand kaum Unternehmungslust, teilweise etwas reger gingen 4,50 und 5prozentige Industrie-Obligationen bei wenig veränderten Kursen aus dem Verkehr. Von Auslosungswerten Reichsaltbesitz gehalten mit 131,70 (131,75), ebenso Dekosama I mit 135,25. Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung unv. 93,40, 4 v. H. Rentenbank-Ablösung leicht ermäßigt auf 89,45 (89,50). Von Stadtanl^ihen, die meist unverändert blieben, gingen Darmstadt von 26 auf 96,75 (97), do. von '^8 auf 96,75 (96,90) zurück. Liquidations- Pfandbriefe wenig abweichend. Rheinische wieder 10 Pf. höher mit 101,20, dagegen Meininger 100,75 (100,90). Industrie-Obligationen wiesen Ausschläge bis zu 0,50 v. H. auf, Pfandbriefe ruhig und unverändert. Abendbörse still. Auch die Abendbörse verlief still und zurückhaltend bei weiterhin nicht ganz einheitlicher Entwicklung. Am Aktienmarkt zeigten die größtenteils ohne Umsatz festgestellten Kurse jedoch nur geringe Veränderungen und die Gesamthaltung konnte als etwa behauptet angesprochen werden. Die Mehrzahl der Notierungen fußte auf den Mittagsschlußkursen. Holzmann machten mit —1 v. H. auf 144 eine Ausnahme von den sonst nur etwa 0,25 bis 0,50 vom Hundert abweichenden Papieren. Am Montanmarkt Rheinstahl 136,50 (136,25), Verein. Stahl 102,75 (—0,25 v. H.), Erdöl 123,50 (—0,25), Mannesmann und Buderus unv. 106 bzw. 104,50, ebenso Laurahütte mit 13,75. JG.-Farben gut gehalten mit 149, ebenso Reichsbank mit 178,25, Gessürel mit 136, Metallgesellschaft mit 114; Westdeutsche Kaufhof in Weiterwirkung der Dividendenerklärung von 6 (5) o. H. zu 105,50 gefragt, aber ohne Angebot. $rantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Mai. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 213 (am 26. April 212), WH 215 (214), W 12 216 (215), W 13 217 (216), W 16 220 (219), W 18 222 (221), W 19 224 (223), W 20 226 (225), Roggen R 11 199 (198), R 12 199 (198), R 14 202 (201), R15 203 (202), R 16 205 (204), R 17 206 (205), R.18 207 (206), R19 209 (208) Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,95 (29,85), W 16 29,95 (29,85), W 18 29,95 (29,85), W 19 29,95 (29,85), W 20 (Kreis Alzey) 29,95 (29,85), W 20 (Kreis Worms) 30,30 (30,20) plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Die Preise für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13.60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvoll« kleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R 18 1040, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber, getrocknet —. Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu. gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20; Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 3,00, Haf^r- und Gerstestroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70, Erzeugerpreis ab Erzeuger- Verladestation. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Lich. A Lich, 3. Mai. Nach fast zweijähriger Unterbrechung fand heute der erste Ferkelmarkt in unsere Stadt statt. Zum Auftrieb gelangten 102 Ferkel. Die Preise bewegten sich für 5 bis 7 Wochen alte Ferkel zwischen 25 bis 34 Mark, für 8 bis 9 Wochen alte Ferkel zwischen 35 bis 39 Mark. Der Handel war schleppend, doch konnten schließlich die Bestände restlos ausverkauft werden. Schweinemarkt in Nidda. * Nidda, 3. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 355 Ferkel zum Verkauf. Nach lebhaftem Geschäftsgang verblieb geringer Ueberstand. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 25 bis 28 Mark, 6 "bis 8 Wochen alte Tiere 29 bis 34 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 35 bis 42 Mark pro Stück. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 1169 Rinder, (211 Ochsen, 194 Bullen, 548 Kühe, 216 Färsen), zirka 1500 Kälber, 120 Hämmel und Schafe, zirka 3440 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark) Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 22 bis 44,50, Färsen 40,50 bis 45,50, Kälber 32 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. Die deutsche Leichtathletik im lahre 1939. Zwei Menschen lesen einen Witz über Hühneraugen. Warum lacht der eine nicht? Weil er selbst Hühneraugen hat. Er findet das nicht witzig. Ihm wäre wohler, er wüßte ein zuverlässiges Mittel, um sie loszuwerden. Er sollte sich schnellstens in der nächsten Apotheke oder Drogerie eine Schachtel Elastocorn besorgen (sie kostet 50 Pf. und enthält6 elastische Pflasterbinden). Dann kann er in ein paar Tagen auch lachen, wenn wieder Witze über Hühneraugen gemacht werden. ELASTOCORN loßt nicht locker, bis dos Hühnerauge locker istl 3/39. Zwangsversteigerung. Am IHontag, dem 5. Juni 1939, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer Nr. 221, das auf den 32550 Bäckermeister Georg Kronenberg in Gießen eingetragene Grundstück versteigert: Grundbud) für Gießen, Band 5, Blatt 248: Flur I, Nr. 749, Hofreste in Betrag der Löwengasse (Löwengasse der Schätzung Nr. 23), 183 qm..... 12 000 —RM. Einheitswert (1.1. 35) = 12 700,— RM. In dem Anwesen wurde eine Bäckerei betrieben. Gießen, den 18. April 1939. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Fichtenstangen. Wir haben noch einige hundert schwache Fichlen- derbstangen und Reisslängen 4. Klasse abzugeben und bitten um Bestellung. 32660 Fürst zu Solms-Lichsche Oberförsterei Lich. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl,Schulstraße 7 Geburtsanzeigen 3-Ziin.-Wohn. (Neubau)m. eiliger. Bad, Koch- und Wohnküche, Mansarde, elektr. Waschküche(Näl). Schinenb.Weg). Mietpr.66.-inkl. all.Abgab.z.1.6. 39 z.verm.Ang.u. 02252 a. d. G. A. 2 Zimmer mit ftiidic ab 1.9uni zu vermieten. Schrift!. Angcb.n. 32730 an den Gießener Anzeiger erbet. Mietgesuche Junges Ehepaar sucht ein mit Zimmer evtl. m. Küchenbenutzung. Tchr. Ang. unt. 02246 a. d. G. A. Zum 1. Juli 4-5-3imm.= Wohnung mit Bad, Balkon und Garten gesucht. Preisangebote unt. Nr. 1578 an die Ala- gent.Iö.Lückertz Münster i. West!. 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