Dienstag. 4-April 1939 189. Jahrgang Ar. 80 Erstes Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitatrdruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schuistratze 7 die dem Schadensersatz für die direkt durch das Beben entstandenen Verluste, also etwa 1000 bis 1100 Millionen chilenische Pesos, entspricht. Sie haben bereits einen eigenen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der zur Abdeckung der Sonderausgaben des Staatshaushalts auch neue Steuern vorsieht. Aber sie wehren sich gegen die 1270 Millionen Pesos des allgemeinen Programms der Wirtschaftsförderung durch Kreditausweitung und verweisen dabei darauf, daß dieses gewaltige Programm allein fast so groß sei wie ein ordentlicher chilenischer Staatshaushalt eines ganzen Jahres (der 1939 rund 1,6 Milliarden Pesos beträgt). Die Rechte hat im Parlament eine schwache Mehrheit gegenüber der Regierung. Dennoch gibt der Präsident der Volksfrontregierung, Agu- irre Cerda, der Opposition nicht nach. Er erklärt, daß er aus einer ordentlichen Wahl mit Stimmenmehrheit hervorgegangen sei (diese betrug freilich, wie ergänzt werden muß, damals nur einige achthundert Stimmen), daß er also die Mehrheit des Volkes repräsentiere und gewillt sei, den Wünschen dieser Mehrheit, die sich in der Arbeit seiner Regierung ausdrückten, auch Achtung zu verschaffen. Man spricht von einer Volksabstimmung, zu der der Präsident wohl berechtigt wäre, wenn es nicht gelingen sollte, in der für die Zukunft des Landes entscheidenden Frage des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nach der Erdbebenkatastrophe eine Mehrheit für die Regierung im Parlament zu erzielen. Hoffnungen dem Ergebnis der deutsch-englischen Jndustriebesprechungen entgegengesehen, die beiden Ländern und darüber hinaus auch anderen Ländern Nutzen zu bringen versprochen hätten. Er brachte aber wieder seine Wendung von dem angeblich erschütterten Vertrauen und fuhr fort: Die Regierung habe die Lage neu überprüfen müssen. Noch vor nicht zu langer Zeit habe er als seine Ansicht erklärt, daß England sich nicht auf unbestimmte, nicht näher umschriebene Verbindlichkeiten einlassen könne, die unter Bedingungen in Krait treten könnten, die man nicht voraussagen könne. Chamberlain erklärte weiter: „Ich bin noch immer dieser Ansicht. Was wir aber jetzt tun, ist, daß wir in eine spezifische Verpflichtung ein treten, die sich auf eine bestimmte Eventualität richtet, nämlich auf einen etwaigen Versuch, die Welt mit Gewalt zu beherrschen". Chamberlain kam darauf zu einem Schluß, der von einer offensichtlich aus der Luft gegriffenen Unterstellung ausgeht, indem er erklärte: Wenn die deutsche Regierung wirtlich eine Politik der Weltbeherrschung führen sollte, wäre es ganz klar, daß Polen nicht das einzige Land wäre, das dadurch gefährdet werden würde. „Die Politik, welche uns dazu geführt hat, Polen diese Zusicherung zu geben",' meinte Chamberlain, „könnte daher auch nicht befriedigt oder ausgeführt werden dadurch, daß wir uns auf einen einzelnen Fall beschränken", denn die jüngsten Ereignisse hätten, so sagte Chamberlain, zu Recht oder zu Unrecht alle an D e u t f ch l a n d grenzenden Staaten, „unglücklich, besorgt und ungewiß hinsichtlich Deutschlands künftiger Absichten" gemacht. Wenn dies alles auf Mißverständnissen beruhe und die deutsche Regierung niemals derartige Gedanken gehabt hätte, um so' besser; denn dann, so führte der Ministerpräsident fort, brauchten die Abmachungen niemals in Anspruch genommen zu werden, und Europa könne allmählich zu einem Zustande der Ruhe, in dem das Bestehen dieser Abkommen vergessen werden könnte, zurückkehren. Chamberlain unterstrich dann, daß,' was auch für Entscheidungen in den augenblicklich geführten Verhandlungen gefaßt werden möchten, 'sie keine Drohung gegen Deutschland enthalten würden, so lange Deutschland ein guter Nachbar fei. Chamberlain lehnte es ab mitzuteilen, welche Regierungen in den Kreis der Konsultationen einbezogen worden sind oder in naher Zukunft einhe- zogen werden sollen. In bezug auf S o w j e t r u ß - land^s Beteiligung erklärte Chamberlain: „Unser Standpunkt ist, daß, was auch immer diese ideologischen Unterschiede fein mögen, sie wirklich in ekner Frage dieser Art nicht zählen." England begrüße die Mitwirkung jedes Landes, gleich- Züllig, was das innere fRestongsfoftan dieser Länder sein möge. Der Ministerpräsident schloß seine Rede mit der Feststellung, daß die englische Nation jetzt geeint sei in der Billigung der Erklärungen der Regierung und der dahinter stehenden Ziele und Zwecke. Er glaube ferner, daß das ganze Empire diese zustimmende Haltung teile. Das gewöhnliche Geschäft des Lebens könne nicht in einem Zustand der Ungewißheit durchgeführt werden. „Soweit es möglich gewesen ist", schloß Chamberlain, „das Vertrauen durch offene Worte wie- f -derherzustellen, hat die Regierung ihr Teil getan und dabei hat sie sicherlich den Willen unseres Volkes zum Ausdruck gebracht. Ich habe das Vertrauen, daß unsere begonnene aber noch nicht beendigte Aktion sich als ein Wendepunkt erweisen wird, nicht in Richtung auf Krieg, der nichts gewinnt, nichts heilt und nichts beendet, sondern in Richtung auf eine heilsame Aera, in der Vernunft die Stelle von Gewalt einnimmt und in der Drohungen kühlen und wohlbegründeten Argumenten Platz machen werden." Die Methode von Versailles. Zu der Erklärung Chamberlains im Unterhaus schreibt der „D e u t'f d) c Dien ft": Die neuerliche Erklärung Chamberlains im Unterhaus bietet sachlich keine neuen Gesichtspunkte. Sie stellt erneut unter Beweis, daß England glaubt, eine Schwenkung in der Außenpolitik in Richtung auf Versailles a u f Grund von Gerüchten undPanik mache vollziehen zu können. Es handelt sich um eine Affektpolitik, die auch noch zücht einmal mehr dem äußeren Anschein nach von dem Gedanken getragen ist, die Befriedung in Europa hexzustellen. Es mag von England mit den schönsten Friedensphrasen bemäntelt werden; für Deutsch land läßt diese Politik nur den einen Schluß zu, daß England alle seine Kräfte aufbietet, um i m Geist e von Versailles sich mit einer Einkreisungspoli- tif «gegen d i e vitalen Interessen Deutsch- lanhsaufdem Kontinent zu stellen. Es muß den anöeren Staaten Überlassen bleiben, welche Folgerungen sie aus den seit Jahren bekannten unb nun wieder neu belebten Methoden EnHsapdL-Athen, die darauf hinauslaufen, daß EifAund sich nicht selbst bemühen, sondern den anderen mit wohlgemeinten Ratschlägen' dienen rotfa, wie sie sich für England bemühen sollen. Di^ Rede des Füh« r e r 5 ist von der britischen^ Regierung offenbar nicht richtig d e r ft a n b 4 n worden. Wir müssen noch einmal mit Nachdruck betonen, daß das Reich nicht die Absicht' i)at, abzuwarten, bis das Einkreisungsnetz gef.^ (offen und unzerreißbar geworden ist. durchgearbeitet sei, । Der Regierungsentwurs zerfällt in zwei Teile. Der erste Abschnitt sieht im wesentlichen Steuer- cr Höhungen vor, der zweite verlangt die Ermächtigung zur ^Aufnahme von Anleihen in Höhe, von insgesamt 2500 Millionen Pesos. Von diesen 2500 Millionen sollte der größte Teil aus de in Ausland kommen. Für die ausländischen Anleihen ist ein Höchstzinsfuß von drei Prozent vorgesehen. Für den Teil der Summe, der aus dem Inland kommen sollte, sieht das Projekt, infolge der Versteifung des chilenischen Kapitalmarktes, einen höheren Zinsfuß, nämlich bis.zu sechs Prozent vor. Außerdem aber sollen fünfhundert Millionen zu einem Zinsfuß von einem und mit einer Amortisation von zwei Prozent von den chilenischen Banken aufgebracht wenden, wobei jede Bank verpflichtet werden soll, bis zu neunzig Prozent ihrer Reserven in diese Anleihe anzulegen. Somit fetzt sich also der Gesamtbetrag von 2500 Millionen Pesos eigentlich aus drei Anleihen zusammen, einer von den Banken aufzubringenden in Höhe von fünfhundert Millionen zu einem Prozent, einer Ausländsanleihe zu drei Prozent und einer weiteten Inlandsanleihe zu sechs Prozent. Die Mittel für die Anleihsdienste sollen durch die im ersten Teil des Gesetzes dekretierten Steuerechöhun- gen und sonstigen Erweiterungen der Staatseinkünfte aufgebracht werden. Wofür find nun aber diese gewaltigen Summen bestimmt? Auch hier ist wiederum eine dreifache Verwendung festzustellen, ebenso wie die Herkunft der Anleihen drei verschiedene Quellen aufwies. Der kleinste Teil, nämlich rund 130 Millionen Pesos, sind bestimmt, die durch die unmittelbar von der Regierung ergriffenen und finanzierten Hilfsmaßnahmen entstehenden Ausfälle im ordentlichen Staatshaushalt dieses Jahres zu decken. 1100 Millionen sind bestimmt, den in der Erdbebenzone entstandenen eigentlichen Sachschaden bei Häusern, landwirtschaftlichen Betrieben, Wegen, Straßen, Brücken, Eisenbahnlinien usw. zu bezahlen. Der größte Teil der Summe jedoch, nämlich 1270 Millionen Pesos, .sollen allgemein in die chilenische Wirtschaft investiert und dazu verwandt werden, eine Produktionssteigerung großen Stils zu erreichen, um dadurch das Land ‘in die Lage zu versetzen, dem Dienst der gewaltigen Anleihebeträge auch in Zukunft regelmäßig zu genügen die Kreditfähigkeit Chiles und den Lebensstandard seiner Bevölkerung zu heben. So beabsichtigt man, mit diesen Summen die Kupferproduktion, die Eisen- und Stahlgewmnung zu fordern, die Gewinnung von Schwefel, Phosphaten und Pottasche zu erhöhen, Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Waldwirtschaft zu heben, neue Straßen, Wege, Bahnlinien, Bewässerungsanlagen und Kanäle zu schaffen, öffentliche Arbeiten aus- zufchreiben, kurz, eine Politik der Wirtschafts-- und Konjunktur-„Ankurbelung" größten Stils zu treiben. Gegen diesen Teil des Programms werden die schärftten Kritiken laut, namentlich seitens der Rechtsparteien, der Konservativen und Liberalen. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Rechten und' Finanzminister der letzten chilenischen Regierung Alessandri, G u st a v o R o ß , der sich übrigens persönlich nicht in Chile aufhält, nannte gegenüber einem ausländischen Journalisten diesen Teil des Regierungsprogramms „astronomisch", und die Rechtsparteien fragen sich, innerhalb welcher Zeit denn überhaupt eine Summe wie 2,5 Milliarden Pesos in einem Lande, das nur viereinhalb Millionen Einwohner hat, investiert werden könne Sie haben berechnet, daß unter Berücksichtigung des vorhandenen Materials und der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte innerhalb eines Jahres etwa 250 Millionen investiert werden könnten, also der .zehnte Teil der von der Regierung insgesamt auf einmal angeforderten Summe, und sie meinen, es sei klüger, wenn die Regierung sich erst einmal mit einem kleineren Teil der von ihr geforderten Summe begnügen ryürde. An und für sich sind die Rechtsparteien wohl bereit, für die Bewilligung der Summe zu stimmen, Berlin, 4. April. (DNB.) In der letzten Nurn-1 mer des Reichsgesetzblattes II ist das Gesetz über die Haushaltsführung im Reich im Rechnungsjahr 1939 verkündet worden. Es bildet die Grundlage für die Haushaltsführung in dem am 1. April 1939 beginnenden neuen Rechnungsjahr. Der Reichshaushaltsplan hat wegen der finanziellen Auswirkungen, die sich aus der Eingliederung der Ostmark und des Sudetenlandes und aus der Schaffung des Protektorates Böhmen und Mähren ergeben, noch nicht in allen Einzelheiten endgültig festgestellt werden kon-. neu. Das Gesetz enthält demgemäß entsprechende Ermächtigungen des Reichsministers der Finanzen. Der Reichsminister der Finanzen wird außerdem ermächtigt, die folgenden Garantien zu übernehmen: zur Forderung des deutschen Außenhandels bis zum Höchstbetrag von 500 Millionen Reichsmark, zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen des Vierjahresplanes (Wirtschaftsausbau) bis zum Höchstbetrag von 200 Mill. Reichsmark zur Ordnung des Marktes für Eier und S ch l a ch t g e f l ü g e 1 bis zum Höchstbetrag dis zu 80 Mill.' Reichsmark, zur Einlagerung von Kartoffelerzeugnissen bis zum Höchstbetrag von 25 Mill. Reichsmark, zur Ordnung des Marktes für Getreide, Hülsenfrüchte und Futtermittel bis zum Höchstbetrag von 300 Mill. Reichsmark, zur Forderung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf dem Gebiete der Landeskultur bis zürn Höchstbetrag von 100 Mill. Reichsmark, zur Erfüllustg der nach Uebergang des preußischen landwirtschaftlichen Siedlungsvermögens auf das Reich übernommenen Verbindlichkeiten der Landesrentenbank aus der Ausgabe der Jnhaberfchuldver- fchreibungen, sowie zur Forderung des Landarbeiter-Wohnungsbaues bis zum Hochst- betrage von 250 Mill. Reichsmark. Der Reichshaushaltsplan für 1939 wird, wie wir aus dem Reichsfinanzminifterium erfahren, trotz außergewöhnlichen Finanzbedarfes des Reiches vollkommen ausgeglichen fein. Der Ausgleich wird erreicht durch strengste Sparsamkeit bei den Ausgaben der gesamten öffentlichen Verwaltung, durch weitere Aufwärtsentwicklung des Steueraufkommens des Reiches, durch das Steuergutscheinversah r e n im Rahmen des neuen Finanzplanes. Der Wiederaufbau Chiles Der Schaden der Erdbebenkatastrophe. Don unserem as.-Korrespondenten. Ausgeglichener ReichShaushaltSplan für 1939 Das Gesetz über die Haushaltsführung im Reich für 1939 verkündet. England unbelehrbar. Don unserer Berliner Schrifileitung. Ev. Berlin, 4. April. Der sehr bedächtige und ruhige Oberst B e ck ist auf seiner Auslandsreise in einer Stadt ein getroffen, die seit einer Woche erfüllt ist von einer hysterischen Panikmache, deren öffentliches Leben sich in fortschreitender Verwirrung befindet und .deren Presse üoerfließt von kriegshetzerischen Anwürfen gegenüber dem Deutschen Reich. Wie der polnische Außenminister sich mit dieser Situation, bit augenscheinlich extra zu seinem Empfange geschaffen wurde, auseinandersetzen wird, ist seine Sache. Aber da es sich bei deck' Londoner Aktionen nicht nur um Polen handelt, sondern in erster Linie um einen politischen und publizistischen Angriff auf Deutschland, sind wir gleichfalls an den dortigen Vorgängen interessiert. lieber die Haltung, die wir bei der von England mutwillig vom Zaune gebrochenen Streitsache ein* nehmen, kann nach der Rede des Führers in Wil- helmshckven kein ausländischer Politiker und kein englischer Staatsmann mehr im Zweifel sein: mir werden unsere Stellung genau so einzurichten wissen, wie es das Vorgehen der Gegenseite erfordert. Obgleich also die Engländer darüber im'Bilde sind, daß Deutschland einer fortschreitenden Einkreisungsaktion nicht tatenlos zusehen wird, haben sie dennoch die Warnung des'Führers bislang in keiner Weise beherzigt. Im Gegenteil: die gesamte britische Presse von rechts bis links hat mit Beginn dieser Woche ihren Druck auf die Öffentlichkeit, damit auch ihren Druck auf die in Aussicht genommenen Koalitionspartner in Osteuropa noch weiter verschärft. Sie befindet sich dabei augenscheinlich in vollster Uebereinstimmung mit den Absichten der englischen Regierung, die mit allen Zeichen einer Verblendung auf dem verhängnisvollen Wege fortschrsitet, der Europa in einen neuen Krieg stürzen soll. Bezeichnend für die Sturheit der amtlichen britischen Politik war ein Zwischenfall, der sich zum Wochenende mit der „Times" abspielte. Dieses Blatt hatte nämlich am Samstag zu der Chamberlain-Erklärung einen Kommentar veröffentlicht, der besagte, daß die den Polen gegebene Garantie sich nicht auf Danzig oder den polnischen Korridor besiehe, daß der Premierminister vielmehr Verhandlungen zwischen Berlin und Warschau über die strittigen Fragen nicht ungern sehen würde. Dieser Artikel der „Times" erregte in London er- ihebliches Aufsehen, ja er veranlaßte sogar das Chamberlain bekennt sich zur Einkreisung. Die alten Behauptungen in einer neuen Unterhauserklärung des britischen Premiers London, 3. April. (Europapreß.) Im Unterhaus fand am Montagnachmittag die an gekündigte außenpolitische Aussprache statt, in. deren Mittelpunkt eine längere Erklärung des Ministerpräsidenten Chamberlain stand. Chamberlains Rede, die ein** Rechtfertigungsversuch seiner Politik sein sollte, gipfelte in der Feststellung, daß seine Erklärung vom 31. März wenn nicht eine neue Epoche, so doch einen neuen Punkt in der e n g - tischen Außenpolitik darstelle. Zur Begründung dieses Schrittes, der weit über die Forderungen hinausgeht, die selbst Eden noch vor kurzer Zeit befürwortete, bezog sich Chamberlain 'auf feine Rundfunkrede vom 27. September, in der er erklärt hatte: „Wenn ich überzeugt wäre, daß irgendeine Nation sich entschlossen hätte, die Welt durch die Furcht vor ihrer Stärke zu beherrschen, dann würde ich fühlen, daß dem Widerstand geleistet werden müßte." Chamberlain versicherte, im September habe er im Gegensatz zu . manchen anderen eine solche Herausforderung nicht als vorliegend erachtet. Damals wäre es möglich gewesen, denjenigen, die der entgegengesetzten Ansicht waren, die Zusicherung entgegenzuhalten, „die mir gegeben worden war, und nicht nur mir, sondern der ganzen Welt, nämlich, daß die deutsche Regjerung nicht den Wunsch hätte, andere Russen zu beherrschen, sondern daß sie nur wünschte, die Deutschen, die in den angrenzenden Gebieten leben, in ihr eigenes Land einzubeziehen". Chamberlain wollte demgegenüber nach den letzten Ereignissen die Notwendigkeit erblicken, eine große Wendung der englischen Politik zu machen. Dem deutschen Grundsatz vom deutschen Lebensraum und den weiteren Gründen, die Deutschland zwangen, die Länder Böhmen und Mähren der zerfallenden Tschecho-Slowakei unter deutsches Protektorat zu stellen, hielt Chamberlain lediglich die Erklärung entgegen, daß diese deutschen Begründungen — gleichgültig ob historischer oder militärischer Natur — zwar ausgezeichnete Gründe sein möchten, seiner Meinung nach aber müßten sie unvermeidlich den Zweifel erwecken, ob nicht neue Gründe für weitere Expansionen gefunden würden. Chamberlain beklagte dann, daß die öffentliche Meinung in der Welt tief erschüttert und alarmiert worden fei und sagt weiter: „Unser Land ist von einem Ende bis zum andern geeint worden in der Ueberzeugung, daß wir jetzt unsere Position klar und unmißverständlich machen müssen, was auch immer das Ergebnis lein mag". — Der Ministerpräsident versicherte, er sei heute ebensowenig ein Mann des Krieges wie im September vorigen Jahres. Er habe nicht die Absicht oder den Wunsch, das große deutsche Volk anders zu behandeln, als er das englische Volk behandelt zu sehen, wünsche, Ex Habs mit großen Santiago d e Chile, März 1939. Immer noch baueft im chilenischen Parlament der Kampf um die Finanzierung des chilenischen Wiederaufbaus, um die Bewilligung jener Summen, die nötig sind bzw. von der Regierung als notig erachtet werden, um Chile nach dem gewaltigsten Erdbebenunglück, das das Land jemals betroffen hat wiederaufzurichten. Die Regierung hat bereits eine Woche nach der Katastrophe dem Parlament einen Gesetzesentwurf zugeleitet, der eine Schätzung öer entstandenen Schäden enthielt sowie um Bewilligung für die Mittel ersuchte, welche von der Regierung für den Wiederaufbau des Landes veranschlagt wurden. Natürlich kann es in den knappen acht Tagen, die die Regierung zur Einbringung des Gesetzes zur Verfügung hakte, nicht möglich gewesen sein, eine genaue Uebersicht über alle Einzelheiten des entstandenen Schadens zu erlangen, und noch weniger war es wohl möglich, in dieser Zeit die Bedeutung der Katastrophe für die gesamtchilenische Wirtschaft abzumessen, obwohl der Gesetzentwurf auf die Probleme der chilenischen Gesamtwirtschaft abgestellt ist. Die Negierung ging wohl vom Grundsatz aus, daß sie, angesichts der Verzweiflung weiter Bevölkerungskreise, r a's ch handeln und dem Lande zeigen müsse, daß feine Regierung guf dem Posten fei. Die Kritiker werfen dem Regierungsprojekt vor, daß es mit viel z u hohen Zahlen arbeite, zu viel auf einmal erreichen wolle und daß es (was wohl mit anderen Worten dasselbe bedeutet) nicht gründlich genug „Foreign Office" ,ju einer beschleunigten Gegenerklärung. die sich heftig gegen den Versuch wendet, das Garantieversprechen Chamberlains zu ..verkleinern". Gehorsam haben daraufhin alle englischen Sonntagszeitungen den neuen scharfen Ton des Auswärtigen Amtes aufgegriffen. Nirgends findet sich das Bemühen, im Sinne einer Friedenserhaltung, wie sie der Führer als seinen und seines Volkes „heißen Wunsch" bezeichnet hat, tätig zu sein oder gar das deutsch-enalische Verhältnis zu begreifen. Mit einer blinden Unbekümmertheit, die eigentlich unenglisch wirkt, steuert man auf das imaginäre Ziel einer antideutschen Koalition hin, und mit derselben Unbekümmertheit wirft man sich zum Beschützer der polnischen Nation auf, deren Unabhängigkeit angeblich durch das Dritte Reich bedroht sei. Dazu muß aber von unserer Seite ein für allemal festgestellt werden, daß die ^rage Danzigs und des Korridors nicht von den Deutschen, sondern von den Engländern in die jetzige Debatte geworfen ist, und Zwar' mit Hilfe der in London erfundenen Lügen über deutsche Truppenbewegungen. Freilich hindert das die Engländer nicht, sich den Polen nun mit all ihren zweifelhaften Hilfe- versprechungen förmlich aufzudrängen. In der „Sunday Times", die der britischen Regierung nahesteht, werden vier Hauptpunkte des Verhandlungsprogramms mit Oberst Beck genannt: 1. Der Abschluß eines Paktes auf gegenseitige Verteidigung zwischen Großbritannien und Polen, 2. Verhandlungen über eine b r v- tische Anleihe an Polen (Man spricht von 20 Millionen Pfund, während Prag sich noch mit 10 Millionen Pfund begnügen mußte), 3. Die Auswanderung der Juden, 4. Das Danziger Problem. Man sieht also, daß die Engländer sich nicht scheuen, auch heute noch in einer so rein deutschen -Angelegenheit, wie es die Danziger Frage ist, den Polizisten zu spielen und sich damit in Dinge einzumischen, um die sie sich nicht im geringsten zu kümmern haben. Zugleich haben wir hier den klarsten Beweis, daß es den "Engländern wirklich um die politische, wirtschaftliche und militärische Einkreisung im wörtlichsten Sinne zu tun ist und daß dies keineswegs nur ein „Gespenst" der deutschen Einbildungskraft darstellt. Halten wir daneben noch die weiteren Aeußerun- gen der „Sunday Times", daß die britischen Versicherungen Polen gegenüber nur „ein Teil einer umfangreicheren Politik" seien, daß zu der geplanten Koalition auch noch Sowjetrußland, Jugoslawiens die Türkei, Griechenland und Rumänien gehören müßten, vermerken wir die für ein offizielles Organ kaum noch tragbare, beleidigende Redewendung, daß Adolf Hitler immer wieder Erörterungen unmöglich gemacht habe durch Verbrechen, die das Schicksal der Welt schockiert hätten, und verzeichnen wir zuletzt den aufschlußreichen Hinweis der „Sunday Times" darauf, daß England wieder einmal vor der Gefahr des gänzlichen Verschwindens des Gleichgewichts der Mächte stehe, einer Gefahr, zu deren Beseitigung es vier Jahrhunderte hindurch Kriege geführt habe, — so wissen wir Deutsche genau, woran wir uns zu halten haben. England verlangt zwar von uns die Anerkennung seiner kolonialen und ozeanischen Weltmachtstellung, aber es war niemals und ist auch heute nicht bereit, die deutsche Machtstellung auf dem Kontinent anzuerkennen. Es will sich eine Art Oberaufsicht im deutschen Lebensraum bewahren und zerstört damit wissentlich jene Grundlagen, auf denen das deutsch-englische Flottenabkommen, auf denen überhaupt die Politik des Führers gegenüber dem britischen Imperium aufgebaut war. Die Konsequenzen, die daraus entstehen mögen, können wir wohl ertragen. Ob aber auch das englische Volk dazu fähig ist, das sollen sich die Verantwortlschen in London dreimal überlegen, bevor sie die Flüche der kommenden Generationen auf sich laden. Neichsiagswahlen in Dänemark. Sozialdemokratische Verluste. — Erfolge der dänischen Nationalsozialisten. Kopenhagen, 4. Apris. (DNB. Funkspruch.) Die am. Montag durchgeführten Neuwahlen zum öanii.'.n Reichstag haben das erwartete Ergebnis einer leichten Veränderung des Stärkeverhältnisses im Folkething gebracht. Die Regierungs- koalltion aus Sozialdemokraten und Radikalen hat die Mehrheit behalten, aber das 23er-- baltnis der Zahl ihrer Mandate zu denen der Oppo- fttwn, das früher 82 gegen 67 war, stellt sich nunmehr auf 78 gegen 69. Während dieRadikalen öie bisherigen 14 Sitze behalten, haben die So- ä ' a l d e m o k r a t e n vier von den früheren 68 Mandaten verloren; der Stimmenrückgang, den die dänische Sozialdemokratische Partei — wie es heißt zum erstenmal in ihrer Geschichte — erlitt betrug ntdrt weniger als 31 000. Am bemerkenswertesten A, daß die dänische N ationalsozialistische Arbeiterpartei, die bisher im Parlament nicht vertreten war, drei Mandate eroberte- 'Hre Stimmenzahl ist von rund 16 000 im Jahre 1935 auf jetzt fast 31 000 gestiegen. 3n Nordschleswig ist gegenüber der Der- teilung der auf diesen Bezirk entfallenden acht Mandate nur insofern eine Äenderung eingetreten, As die Konservativen ein Mandat an öie Venstre (Bürgerliche Linke) verloren. Die . schle sw e gische Partei nimmt weiterhin einen Sitz ein; ihr beträchtlicher Stimmengewinn reichte nicht ganz für die Zuteilung eines zweiten Mandates aus. Das Ergebnis der Wahlmännerwahlen zum Landthing liegt noch nicht vor. Oer König des Irak tödlich verunglückt. Paris. 4. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einem havasdericht aus Bagdad ist der junge König des Irak bei einem Autounfall in der Nacht ;um Dienstag tödlich verunglückt. Der Verunglückte war 1912 als Sohn des im August 1921 zum König des Irak gekrönten Feisal Ibn Hu,lein in Mekka geboren. Er hat das Har- row-College besucht und stand vor seiner Ausbildung auf der Offiziersschule in Sandhurst,.als sein Vater König Feisal Ehrend eines Kuraufenthaltes in Bern am 8. September einem Herzschlag erlag. Seiner englischen Erziehung nach und aus Haß ge- gegen die Franzosen, die feinen Vater 1920 aus seinem ersten Königreich Syrien vertrieben hatten, war König Ghazi stark unter englischem Einfluß. We- mge Tage nach seiner Thronbesteigung vermählte Durchsichtige englische preffenianöver. London, 4. April (DNB. Funkspruch). Die englische Presse hat angesichts der festen Haltung Deutschlands eine — offenbar von maßgeblicher Stelle inspirierte — Äenderung der Taktik vongenommen. In geradezu auffallender Ueber- einftimmung bemühen sich fast sämtliche Morgenblätter am Dienstag, die katastrophale Wirkung der letzten englischen Hetzkampagne auf die Weltöffentlichkeit irgendwie abzuschwächen. Daher wird jetzt auf einmal ganz naiv behauptet, daß an eine „Einkreisung" Deutschlands gar nicht gedacht sei. (!) Diese Tarnung der englischen Pläne ist wohl vor allem auf die Erwägung zurückzuführen, daß die allzu öffentlich ‘ betriebene Bildung einer unter Führung Englands stehenden Mächtekoalition zur Einkreisung Deutschlands in der Welt und vor allem beim deutschen Volke zu deutlich an die üblen Manöver Englands erinnern würde, die schließlich zum Weltkrieg führten. Die Daily Mail gibt als einzige Zeitung die Stimmung breitester Massen des englischen Volkes wieder, wenn sie schreibt, daß das' britische Volk sich niemals mit einem Plan einv erst a n d e n erklären würde, der eine glatte Einkreisung Deutschlands bedeute. Eine solche Politik wurde sicher Krieg bedeuten. Ein derartiger-Krieg würde von langer Dauer und Verwüstung in seinen Auswirkungen sein. Das deutsche Volk aber würde für seine nackte Existenz kämpfen und in dem Bewußtsein, daß eine Niederlage praktisch die Ausmerzung der Nation bedeute. Die Erfahrungen nach dem letzten Krieges einschließlich des Verlustes des persönlichen Vermögens durch die Inflation und der französischen Besetzung würden das deutsche Volk fest entschlossen machen, nicht nachzugeben. Eines müsse man außerdem klar machen: Es würde zwecklos fein, zu sagen, daß ein Krieg, der eine Folge der Einkreisungspolitik fei, gegen Adolf Hitler, nicht aber gegen das deutsche Volk geführt werde. Die beiden Oppositionsblätter „Daily Herald" und „News Chronicle" setzen sich bezeichnenderweise vor allem für die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion ein. „Daily Expreß" glaubt zu wissen, daß Deutschland eine polnisch- britische Allianz als eine Bestätigung der deutschen Ansichten ansehen werde, daß England versuche, Deutschland einzukreisen und daß Deutschland dementsprechend die erforderlichen Schritte t u n würde. Das Echo in Warschau. Abneigung gegen ein Mitwirken Moskaus. Warschau, 4. April. (DNB. Funkspruch.) In großer Ausmachung berichten die polnischen Blätter über die Ankunft des polnischen Außenministers in London. „Gazetta Polska" weist auf das „sehr reichhaltige" Programm für die Besprechungen hin. Es werde nicht nur die Probleme um- sich König Ghazi mit der Prinzessin Alijah, einer Tochter des früheren Königs des Hedfchas. Sein Erbe ist der 1935 geborene Emir Feisal. Oie Eingliederung des früheren Memellandes in den Gau Ostpreußen. Memel soll die zweitgrößte Stadt Ostpreußens werden. M e rne l ,'3. April (DNB.) Gauleiter und Oberpräsident K o ch nahm auf einer Tagung, an der der Gaustab Ostpreußens sowie die Vertreter der örtlichen Organisationen aus den drei Kreisen des bisherigen Memellandes teilnahmen, die Uebernahme des früheren Memellandes in die Obhut des Gaues Ostpreußen der NSDAP, sowie in bie staatliche Verwaltung des , Regierungsbezirkes Gumbinnen vor. Neben den Führern der ostpreußischen 'Parteigliederungen nahm an der Tagung des Gaustabes auch ^-Oberführer Dr. N e u m a n n teil. Der Gauleiter erklärte, daß die unnatürliche Gründung des früheren Memelgebietes mit der parteimäßigen Eingliederung in den Gau Ostpreußen nunmehr endgültig der Vergangenheit angehöre. Mit dem heutigen Tage habe der Begriff Memelland aufgehört zu b e stehen. Auf allen Gebieten werde nunmehr die Aufbauarbeit beginnen. Memel werde durch die wirtschaftlichen Maßnahmen in kürzester Frist sich zur zweitgrößten Stadt Ostpreußens entwickeln. Der Gauleiter erteilte dann den Führern der Gliederungen und der Aernter den Auftrag, sofort mit dem Aufbau der Partei in den drei Kreisen zu beginnen. Gauleiter Koch bleibt vorläufig in Memel und wird die Eingliederung des Memellandes selbst leiten. ^-Oberführer Dr. N e u m a n n übermittelte den Volksgenossen, die ihm aus dem Reich Glück- w ü nsche sandten, folgenden Dank: „Als unser Führer Adolf Hitler das Memelland in das Groß- deutsche Reich hineinführte, waren die Gefühle und Gedanken des ganzen deutschen Volkes bei uits. Davon zeugen auch die zahlreichen herzlichen Glückwünsche, die mir über- mittelt wurden, und die mich mit tiefer Freude erfüllen, -sie find für alle Deutschen hier oben im Nordosten Beweise der tiefen und uner - ich Ü tterlichen Verbundenheit aller Volksgenossen. Leider ist es mir nicht möglich, allen persönlich zu danken, und so möchte ich auf öiefem Wege im Namen aller Deutschen Des Memellandes meinen herzlichen Dank Denen sagen, die in den stolzen Tagen un erer Be- freiung an uns in Liebe und Treue dachten." Amtsübernahme des Neichsprotektors. . V-rNn S. April. (DNB., Am Mittwoch, dem 5. April, übernimmt der Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, R^ichsrninister Freiherr b Neurath, seine Amtsgeschäfte in Prag. Die Amtsübernahme findet m öffentlicher und feierlicher Form statt. Jrn Laufe des Tages findet eine Parade öer in Prag und Umgebung liegenden Truppen der Heeresgruppe III statt, zu der u. a. Staatspräsident Dr. Hacha mit seinem Kabinettschef, Vertreter des ehemaligen tschechischen Heeres, der Oberbürgermeister von Prag und der Chef der tschechischen Polizei geladen worden sind. Ein Zapfenstreich auf fassen, die mit der englischen Erklärung unmittelbar Zusammenhängen und die eine bis ins einzelne gehende Klärung erforderlich machen, sondern noch eine Reihe anderer wichtiger Fragen politischer und wirtschaftlicher Natur. England wünsche eine „Erweiterung des Hilfsleistungspaktes" i n Ofte uropa, ijber die britische Regierung sei sich über die Schwierigkeiten zu ihrer Verwirklichung, besonders in bezug aus die Sowjet union, im klaren. Auch Gerüchte über eine Beteiligung Rumäniens seien im „gegenwärtigen Verhandlungsstadium" verfrüht. — „Kurjer Polsky" schreibt, es sei paradox, daß man ausgerechnet i n Moskau Unterstützung gegen eine Vergewaltigung des Rechts und der Freiheitsideale suche. Die Sowjetunion als Militärmacht dürfe nicht in Betracht gezogen werden. Die Sowjetunion werde daher vor allem unter dem Gesichtspunkt ihrer Rüstungsindustrie, ihrer Rohstoffe und ihrer territorialen Basis für die Offensioen-Pläne anderer Länder in Rechnung gestellt (!). Anschlag aus den Flieden. Die italienische Presse warnt vor der „Politik der bewaffneten Einmischung". Mailand, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Zu der neuen Erklärung Chamberlains schreibt der „Corriere del la Ser a", der Premierminister verfolge die Einmischungspolitik weiter, um den satten Nationen ihre Vorzugs st el- lung zu sichern. Seit vorigen -Freitag hätten sich England und Frankreich offen für eine Politik der bewaffneten Einmischung in die europäischen Meinungsverschiedenheiten entschieden. Die nach dem Fehlschlag der Sanktionsmaßnahmen aufgegebene Formel der „kollektiven Sicherheit" fei zum Grundprinzip der großen Pluto- fratien geworden und der Abschluß von „Pakten gegen den Angreifer" sei wieder das beherrschende Motiv ihrer diplomatischen Tätigkeit. Durch Dekret von London und Paris sollten Europa und die Welt bleiben, was sie sind, und jede Veränderung des gegenwärtigen Gebietszustandes solle nur mit ihrem Einverständnis durchgeführt werden. Wer diesem Befehl nicht nachkomme, der habe mit den verbündeten Streitkräften Großbritanniens, Frankreichs und möglichst auch mit denen ihrer eventuellen Trabanten seine Rechnung zu machen. Der „Popolo d'Jtalia" spricht von einem indirekten Anschlag auf den Frieden und hebt hervor, daß Chamberlain zwar immer noch die antideutsche „Versicherungspolice" geschäftstüchtig anderen Staaten anbiete, daß er aber keinerlei Informationen geben könnte, über die Entwicklung der mit so viel Eifer aufgenommenen Verhandlungen. Das Reich hingegen sei bereit, auf jede Herausforderung klar zu antworten. der Prager Burg wird den Tag der Amtsübernahme durch den Reichsprotektor beschließen. * Nachdem im Protektorat Böhmen und Mähren die Ordnung und Sicherheit her gestellt, ist, hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht angeordnet, daß ein Teil der dort eingesetzten Truppen wieder i n feine Friedens st andotte abvückt. Der Abtransport dieser Teile hat bereits begonnen. Oie außenpolitische Linie der Slowakei. Preßburg, 3. April. (Europapreß.) Der slowakische Außenminister Durcansky erklärte im Rundfunk, er wolle unter Beweis stellen, daß der slowakische Staat fähig sei, als selbständiges G e - bilde zu bestehen. Die Slowaken müßten sich vor Augen halten, daß in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Deutschland liege, ein Staat, an den die Slowakei mit kulturellen und wirtschaftlichen Banden geknüpft sei. Infolgedessen müsse die Slowakei zu diesem Staat die bestmöglichen Beziehungen unterhalten. — Auch das Verhältnis zu Polen müsse ausgebaut werden. Im übrigen wollten die Slowaken auch mit Ungarn eine enge Zusammenarbeit anstreben. Den Volksgruppen werde, obgleich ihr Hundertsatz an der Gesamtbevölkerung der Slowakei gering fei, volle Gerechtigkeit zuteil werden. Der Führungsrat der Hlinkagarde hielt unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Ti so und in Anwesenheit der Regierung eine Beratung über die politische Lage ab. Der Ministerpräsident gab einen ausführlichen Bericht über den deutsch-slowakischen Schutzoertrag und erklärte, daß nun auch die Grenzziehung zwischen der Slowakei und Ungarn vollkommen geregelt worden sei. Der Anbahnung engerer Beziehungen zu Ungarn stehe nun nichts mehr im Wege. Der Führungsrat beschloß dann, die Hlinkagarde in Zukunft noch besser auszubauen und militärisch zu organisieren. General franco dankt dem Führer. Berlin, 3. April. (DNB.) Der spanische Staatschef Generalissimus Franco hat das Glückwunschtelegramm des Führers zur Einnahme von Madrid wie folgt beantwortet: „Zu Ihrem und Les deutschen Volkes Glückwunsch anläßlich des endgültigen Sieges unserer Waffen in Madrid bekunde ich Ihnen meine und Spaniens Dankbarkeit in dem Bewußtsein der festen Freundschaft unseres Volkes, das in schweren Augenblicken seine wahren Freunde erkannt hat." Oer ^eicksstudenteriführer in Triest. Auf Einladung der Gruppi Universitari Fascisti befindet sich der Reichsstudentenführer, ^-Oberführer Dr. Scheel, mit 15 Mitarbeitern auf einer Besuchsreise durch Italien. In Triest fand in Gegenwart des Reichsstudentenführers die Vereidigung der zu dem „Littoriale" gemeldeten 2000 Wettkämpfer durch den Parteisekretär, Minister Starace, statt. Nach einem Rundgang durch die Leistungsschau studentischen Kunstschaffens hatten Minister Starace und der Reichsstudentenführer eine Aussprache über die Gestaltung einer noch engeren Zusammenarbeit der deutschen und der italienischen Studenten. Bei einem gemeinsamen M:t- tögegen an Bord des Ozeandampfers „Conte Rosso" fetzten Minister Starace und Dr. Scheel die Aus- ^t Bei einer abendlichen Kundgebung be- grutzte Minister Starace den Reichsstudentenfuhrer benib™‘$ÖIter Marschrichtung der Jugend Reichstagung des Amtes für Woylsahrtspslege. Marie nbad, 3. April. (DNB.) Hier wurde die Reichstagung des Amtes für Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe in der Reichsleitung des Hauptamtes für Wohlfahrt eröffnet. Dabei wies Reichsleiter A 11 h a u s darauf hin, daß die NSV. vom ersten Augenblick an berufen war, bei allen militärischen und zivilen Maßnahmen der vergangenen Jahre zu allererst und tatkräftig mitzuwirken. Hier wird sichtbar, daß eine nationalsozialistische Wohlfahrtspflege nichts mehr zu tun hat mit einer Wohlfahrt in den vergangenen Zeiten. Wir haben nicht eine Wohltätigkeit auf irgendeinem Gebiete zu leisten, sondern eine große und wichtige Aufgabe an der für die Volksgemeinschaft und darüber hinaus für den Aufbau des neuen Reiches. Der Schulungsbeauftragte Hebenbrock ging auf den Zusammenbruch der alten Denkschemen und Wertungen seit dem Weltkriege, auf den weltanschaulichen Umbruch seit der nationalsozialistischen Welt- reoolution und unsere bevölkerungspolitische Lage ein. Hinsichtlich der Sicherung des Geburtennachwuchses stehe Deutschland auf Vorposten und auf der Wacht für eine Jahrtausende alte Kultur. Es ist unser aller Wille, daß unser Reich Man nimmt’ 'LV4711-tSlW2, zur täglichen Hautpflege -.23 -45. -9Q ewig sein werde. Unsere Arbeit hänge unmittelbar mit dem Recht und der Größe unseres Volkes zu- ahimen, und von unserer Arbeit hängt die Existenz des Volksganzen ab. Reichsamtsleiter Althaus beendete die Feierstunde mit der Aufforderung, sich tets bewußt zu fein, daß die NSV. der Ewigkeit unseres Volkes dient. Das ewige Deutschland könne nur getragen werden von Menschen, die in sich diese Ewigkeit tragen. — Am 9)1 ontagoor mittag begannen die mehrtägigen Arbeitsberatungen. Lebrun kandidiert wieder. Paris, 3. April (Europapreß). Präsident L e • brun hat sich nunmehr entschlossen, für die am kommenden Mittwoch in Versailles stattfindende Präsidentenwahl erneut z u kandidieren. Die französische Oeffentlichkeit wurde von diesem Beschluß Lebruns durch den Ministerpräsidenten Daladier unterrichtet. Der Wunsch der französischen Regierung, die mit großer Wahrscheinlichkeit er- olgenöe Wiederwahl des jetzigen Präsidenten der Republik zu einer Kundgebung der nationalen Einigkeit gegenüber dem Ausland werden zu lassen, scheint jedoch nicht in Erfüllung zu gehen. Der Senator Godard, der ebenfalls für den Präsidentenposten kandidiert, hat nach dem Bekanntwerden öer Absicht Lebruns, sich für die Wahl wieder aufstellen zu lassen, erklärt, er werde auf keinen Fall von seiner Kandida« t u r zurücktreten. Abgesehen von den marxistischen und kommunistischen Blättern, die einer Wiederwahl Lebruns femd- lich gesinnt sind, stimmen die Blätter dem Entschluß Lebruns vor allem auch im Hinblick auf die außenpolitische Lage Frankreichs zu. Man nimmt an, daß Albert Lebrun bereits im ersten Wahlgang mit starker Mehrheit, und zwar mit 550 Stimmen, gewählt wird. Die „Epoque" erspart Lebrun nicht den Vorwurf, daß er feine Kandidatur z u lange hinausgezögert habe. Er habe es nicht verstanden, die Rolle zu spielen, wozu ihn die Umstände bestimmten. Alles hätte sich anders abgewickelt, wenn er einen Appell ah das Land gerichtet hätte, um erneut den äußersten Ernst der internationalen Lage und die Notwendigkeit einer inneren Einigung zu betonen. Der sozialdemokratische „Populaire" bezeichnet die Bemühungen, Albert Lebrun zu einer neuen Kandidatur zu veranlassen, als eine „gemeine persönliche Machenschaft" D a l a d i e r s. Daladier hasse, wenn Lebrun zufällig am Mittwoch gewählt werde, daß dieser in einigen Wochen zurücktreten werde. Er werde dann selbst Anwärter auf das Elysee sein, Leon .Blum spricht von einer Verfälschung der republikanischen Einrichtungen, weil, wie er behauptet, der Staatschef vom Ministerpräsidenten gewählt und dem Lande aufgezwungen werde. Oer amerikanische Kongreß streicht Notstandskredite. Washington, 3. April. (Europapreß.) Der wochenlange Kampf zwischen Roosevelt und dem Kongreß wegen der nachträglichen Anforderung von 150 Millionen Dollar (rund 360 Millionen Mark) für die Beschäftigung von Notstandsarbeitern endete^ jetzt mit einer halben Niederlage Roosevelts. An Stelle der geforderten 150 Millionen Dollar bewilligte das Repräsentantenhaus mit 290 gegen 110 Stimmen nur hundert Millionen Dollar, weigerte sich jedoch gleichzeitig, dem Verlangen der Opposition auf eine noch weitergehende Kürzung dieser Nachforderung zu entsprechen. Wenn es der Regierung nicht gelingt, auf irgendeine andere Weise noch Geld für öie Arbeitslosen zu beschaffen, muß wiederum mehreren Zehntausenden von Erwerbslosen die Unter- tützung gestrichen werden. Bereits im Laufe der kommenden Woche sollen rund 200 000 Notstands- arbeiter entlassen werden. Die Zahl der dann noch beschäftigten Notstandsarbeiter wird sich dadurch auf 1 800 000 ermäßigen. Hilfsdienstpflicht und Lagerhaltung in der Schweiz. Bem, 3. April. (Europapreß.) Dem Bundesrat ist vom Eidgenössischen Militärdepartement der Entwurf zu einer Verordnung über die Hilfsdienst- pflicht eingereicht worden. Es handelt sich um eine Einteilung aller Hilfsdienstpflichtigen im Alter von 20 bis 60 Jahren, je nach ihrer Leistungs- ähigkeit, ebenso um Frauen, die sich freiwillig mel- den. Zur Sicherstellung der Landesversor- g u n g mit lebenswichtigen Gütern hat der Bundesrat die Vermehrung der Jnlandsvorräte der Importeure von Kaffee, Zucker, Reis, Speiseöl und Speisefetten, Futterhafer und Futtergerste beschlosen. Ebenso wie die Importeure von Benzin und Benzol sind die Importeure der oben erwähnten Warengattungen verpflichtet, ein Zusatzlager ZU halten. Die buYcf) die Lagerung entstehenden Kosten sollen in den Verkaufspreis einbezogen werden. Selbstmord Oberst Slaweks. Warschau, 2. April. (DNB.) Oberst Walery Slawek, der bis zum Tode Marschall Pilsudskis mehrfach das Amt eines Ministerpräsidenten bekleidet hat und bis zu der im Herbst v. I. erfolgten Parlamentsauflösung Senatsmarschall war, hat in seiner Warschauer Wohnung sich das Leben genommen, lieber die Gründe der Tat ist nichts bekannt. Slawek, der bereits vor dem Weltkriege einer der engsten Mitarbeiter Pilsudskis in dessen Geheirnorganisatian war und als einer seiner engsten Vertrauensleute galt, genoß den Rus vollkommener Selbstlosigkeit und bedingungsloser Ergebenheit für den Marschall. Er war auch der Leiter des Regierungsblocks, der sich nach dem Tode des Marschalls aufgelöst hatte. Dem Lager der nationalen Einigung stand er ablehnend gegenüber. OerFührer inmitten derArbeiierurlauber Oer zweite Tag der Tlordseereise des Kdz.-Klaggschiffes „Roberi Ley". An Bord des KdF. -Flaggschiffes „Robert L e y ", 3. April. (DNB.) In der Nacht zum Montag lag das KdF.-Schiff „Robert Ley" in der Nähe der Emsmündung vor Anker. Der Tag begann zunächst mit diesigem Wetter, so daß die nordfriesischen Inseln nicht aus dem Dunst heraus- traten. Gegen Mittag klarte es auf. Der Führer benutzte den Vormittag, um mit Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Professor Brinkmann, dem Schöpfer der Einrichtung des Schiffes, noch einmal einen ausgedehnten Rundgang durch das Schiff anzutreten und vor allem die sportlichen Einrichtungen des Schiffes eingehend zu besichtigen. Im großen Turn- und Sportsaal führte eine Hamburger KdF. - Sportgruppe dem Führer rhythmische Tänze und gymnastische Uebun- gen vor. Am Nachmittag nahm das Flaggschiff Kurs auf die Emsmündung. Etwa Halbwegs zwischen Jadebusen und Helgolnnd erwartete die tausend KdF.-Urlauber ein wunderbares militärisches Schauspiel. Das U-Boot „ U 29', das von einer Ausfahrt zurückkehrte, paradierte vor dem Führer. Nachdem das U-Boot in langsamer Fahrt den „Robert Ley" passiert hatte, führte es für die KdF.-Urlauber in einer Entfernung von etwa 1200 Meter ein Tauchmanöver durch und tauchte Hach etwa zehn Minuten unmittelbar neben dem „Robert Ley" wieder auf. Mit größter Aufmerksamkeit folgten die KdF.-Urlauber diesem prachtvollen Schauspiel und blickten wie gebannt auf das ab und zu aus den Wogen schemenhaft auftauchende Sehrohr des U-Bootes. Mit lautem Jubel berüßten sie sodann beim Auftouchen das U-Boot. Dem militärischen Schauspiel folgte unmittelbar ein künstlerisches Ereignis. In dem großen Theatersaal des Schiffes wohnten der Führer und die KdF.- Urlauber der inoffiziellen Uraufführung des neuen Heinz - Rühmann - Films „Der Florentiner Hut" bei, der infolge der überwältigenden Komik feiner Szenen und Handlungsführung stürmische Heiterkeit erweckte und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Kaum war der letzte Beifall verklungen, als die Lautsprecher des Schiffes alle Urlauber an die Steuerbordseite riefen. Dort fuhr gerade d i e große Viermastbark „P riwall" auf der Fahrt von Hamburg nach Südamerika in naher Entfernung am „Robert Ley" vorbei. Wundervoll hoben sich die hohen Masten dieses herrlichen Segelschiffes, das alle Segel gesetzt hatte, gegen die Abenddämmerung ab. Dom „Robert Ley" wurde die Barke während der Vorbeisahrt a n g e- st r a h l t, so daß sich ein Bild ergab, wie man es kaum jemals wieder zu sehen bekommen wird. Langsam glitt das mächtige Segelschiff wieder aus dem Bereich der Scheinwerfer hinaus und schob wie eine dunkle, mächtige Silhouette in die sinke ndtz Nordseenacht hinein, ein Bild, das alle Erinnerungen an die Romantik der Weltmeere und phantastische Bühnenbilder aus dem „Fliegenden Holländer" weckte. Den Abend verbrachte der Führer nach dem gemeinsamen Abendessen im großen Speisesaal wieder — wie am Vortage — in der großen Halle im Kreise der KdF.-Urlauber, die in glücklicher Stimmung den Abschiedsabend dieser herrlichen Fahrt, die ihnen der Führer geschenkt hatte, feierten, wenngleich sie naturgemäß alle bedauerten, daß sie nicht noch einen Tag mit dem Führer zusammensein konnten. So war dieser zweite Fahrttag, den die KdF.-Urlauber dem Führer verdankten, wiederum ganz dazu angetan, die schon an dem Vortage herrschende echte KdF.-Stimmung noch zu steigern und der zweitägigen Reise einen Erlebnisreichtum mitzugeben, den wohl keiner der 1000 Urlauber sich erträuifit hatte, als er an Bord des Flaggschiffes ging. Gegen Mitternacht ging das KbF.-Flaggschiff, noch immer angefüllt mit Freude, Musik und Tanz, festlich erleuchtet in der E l b e- rnündung auf der Reede von Brunsbüttel vor Anker, um am Dienstagvormittag nach Hamburg einzulaufen. Einberufung zun. 'Ui ehrmachi-Llebungen. Der Reichsminister des Innern und der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht haben eine neue Verordnung über die Einberufung zu Uebun- gen der Wehrmacht erlassen. Uebung im Sinne der Verordnung ist jeder von Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes außerhalb der aktiven Dienstpflicht in Erfüllung der Wehrpflicht ober freiwillig geleistete aktive Wehrdienst. Hebung ist hiernach auch die Heranziehung zur kurzfristigen Ausbildung, zu sonstigem aktiven Wehrdienst und die Wiedereinberufung zum altiven Wehrdienst. Die Wehrpflichtigen sind zu Uebungen verpflichtet und können zu Pflicht- Übungen bis zu folgender Gesamthöchstdauer herangezogen werden: a) als Er- atzreservisten I, soweit sie nicht zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht ausgehoben werden: 28 Wochen; b) als Ersatzreservisten II: 16 Wochen; c) als Reservisten I: 26 Wochen; d) als Reservisten II: 36 Wochen; e) als Wehrpflichtige der Landwehr I und II: 16 Wochen; f) in Ostpreußen als Wehrpflichtige des Landsturms I und II: 16 Wochen; g) als Offiziere z. V. und Wehrmachtsbeamte z. V.: 16 Wochen. Dienstzeiten von freiwillig geleisteten Uebungen und Beförderungsübungen sowie Dienstzeiten von „sonstigem, aktiven Wehrdienst" werden auf die Dauer der Pflichtübungen nicht angerechnet. Die Einberufung zu jeder Hebung von mehr als zweitägiger Dauer erfolgt in der Regel sechs Wochen vor Hebungsbeginn, bei Hebungen bis zu zweitägiger Dauer soll der Einberufungsbefehl in der Regel bis zum vierten Werktag, vor Hebungsbeginn zugestellt werden. Z u r ü ck st e l - l u n g ist möglich, wenn besondere häusliche, wirtschaftliche ober berufliche Grünbe vorliegen. Die Dauer bgr Zurückstellung ist ber Eigenart des Zu- rückstellungsgrunbes anzupassen. In der Regel sind Zurückgestellte im nächsten Kalenderjahr zur Ableistung ihrer Pflichtübungen heranzuziehen. Nur in Ausnahmefällen ist eine mehrmalige Zurückstellung von Hebungen derselben Art möglich. Der Einberufene kann bei einer Hebung von mehr als zweitägiger Dauer binnen einer Woche nach Zustellung des Einberufungsbefehls die Zurückstellung schriftlich oder bei der Kreispolizei- behörde beantragen. Gleichzeitig hat der Antragsteller die einberufende Wehrerfatzbienststelle hiervon zu benachrichtigen. Der Betriebsführer und Um ternehmer kann die Zurückstellung von einberufenen Gefolgschaftsmitgliebem bei ber Kreispolizeibehörde binnen einer Frist von einer Woche beantragen. Während bisher der Wehrbezirkskommandeur zur Zurückstellung gezwungen war, wenn ein BeHörde n l e i t e r die Zurückstellung eines Gefolgfchafts- mitgliedes beantragte, ist nun auch die Ablehnung eines solchen Antrages möglich, wenn zwingende wehrdienstliche Belange dies erfordern. Der Stellvertreter' des Führers kann für hauptamtlich beschäftigte Personen der Dienststellen der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände die Zurückstellung beantragen, aber nicht für die zur kurzfristigen Ausbildung einberufenen Ersatz- teferoiften I des Geburtsjahrgangs 1913 und jüngerer Jahrgänge. In ber freien Wirtschaft muß ber Betriebsführer und Unternehmer Urlaub zur Ableistung der Uebung erteilen. Ein befristetes Arbeits- Verhältnis wird burch die Einberufung zu einer Uebung nicht verlängert. Hebungsurlaub darf den Erholungsurlaub um ein Drittel kürzen. Die Beschränkung auf 10 Tage ist fallen gelassen. Im übrigen bleibt es aber bei den Voraussetzungen ber Möglichkeit einer Anrechnung bes Hebungsurlaubs, insbesondere also ber Weiterzahlung bes bisherigen Arbeitsentgelts. Bei mehreren Hebungen in einem Urlaubsjahr barf der Erholungsurlaub nicht um mehr als zwei Drittel gekürzt werden. Diese Regelung wird für viele Unternehmer einen Anreiz zur Weiterzahlung des Arbeitsentgelts geben. In jebem Falle aber müssen bem Gefolgschaftsmitglied sechs volle Arbeitstage als Urlaubstage verbleiben. Die Dienstbezüge der Beamten finb für bie einzelne Uebung bis zur Höchstbauer von 28 Wochen fortzugewähren. Für ben Erholungsurlaub der Beamten gilt entsprechendes wie in der freien Wirtschaft. Den Angestellten und Arbeitern bes öffentlichen Dienstes würben bisher, soweit sie ohne eigenen Hausstand waren, bie Dienstbezüge nur fortbezahlt, wenn die Uebung länger als vier Wochen dauerte. Diese Einschränkung ist nun weg- gefallen. Sie sind damit der freien Wirtschaft gleichgestellt. Der Reichsminister des Innern bestimmt, wieweit bie durch Ableistung von Hebungen in der Wehrmacht verbrachte Zeit auf eine im öffentlichen Dienst zu leistende Ausbildungs- u nbf Probezeit anzurechnen ist. Wird burch bie Ableistung einer Uebung die Beendigung der Ausbildung ober Probezeit hinausgeschoben, so ist das allgemeine Dienstalter des Einberufenen um diese Zeit vorzurücken. Die burch die Ableistung von Hebungen verbrachte Zeit ist bei nichtbeamteten Gefolgschaftsmitgliedern nach näherer Bestimmung bes Reichstreuhänders für den öffentlichen Dienst als Dienstzeit im Sinne der Tarifordnung anzu- fehen. Aus aller Wett. Ser Reichsjustizminister weist L e i p z i g, 3. April. (DNB.) Während das Reichsgericht die höchste richterliche Rechtsprechung in Rechtssachen aus dem Subetenland schon unmittelbar nach ber Wieberoereinigung dieser Gebiete mit bem Reich übernommen hatte, war bis jetzt im Lande Oe st erreich noch der Oberste Gerichtshof in Wien als höchstes Gericht und die Generalprokuratur in Wien als höchste Behörde der Staatsanwaltschaft tätig. Durch Verorbnung vom 28. Februar 1939 sind nun ihre Zuständigkeiten ebenfalls auf das Reichsgericht und ben Oberreichsanwalt beim Reichsgericht übertragen worden. Im Memellande tritt das gesamte reichsdeutsche Recht am 1. Mai d. I. in Kraft. Im festlich geschmückten Plenarsitzungssaal des Reichsgerichts wies Reichsjustizminister Dr. Gärtner in Anwesenheit der Staatssekretäre Professor Dr. Schlegelberger und Dr. Freister bie neuernannten Reichsrichter aus der O ft - m a rk in ihr Amt ein. Die Aufgabe des Obersten Gerichtshofes, die Einheit des Reiches zu wahren, hat sich, so sagte er, durch die politischen Ereignisse des letzten Jahres verlebendigt. Das Recht muß feine Sicherung finden gegen jede Hnsicherheit und Zersplitterung, die aus den noch vorhandenen territorialen Verschiedenheiten des Rechtes kommen könnten. Vor allem auch gegen jene Hnsicherheit, gegen jede HMarheit und jede Zersplitterung, die etwa auftreten könnte auf allen ben Gebieten, auf denen bie Gesetzgebung des neuen Großdeutschen Reiches grundsätzlich a n d e r e s R e ch t schafft als wir bisher gehabt haben. Die höchste Aufgabe des Reichsgerichts, in allen diesen Fällen rasch und sicher die Grundlinien zu zeigen, nach denen dieser grundsätzlich neue Recht ausgelegt und an- gewendet werden soll, ist zugleich die sicherste Gewähr dafür, daß das Recht das Reich tragen wirb. Trotz allem Bemühen ist es nicht zu vermeiden, daß im Anfang der Anwendung neuen Rechtes da und dort eine Hnsicherheit oder eine Hnklarheit erkennbar wird. Kein Gesetzgeber barf sich anmaßen, mit Worten die tausendfältige Vielzahl der Lebensfälle einzufangen. Niemand ist imstande, Rezepte zu erfinden, die für den jeweils täglich eintretenden Fall eine Lösung barstellen. Das ist ja gerabe die Ausgabe des Richters Diese Lösung einheitlich auszurichten, ist Aufgabe des Obersten Richters. Daß in einer solchen Zeit ber Kritik sich da und dort ein Tätigkeitsfeld eröffnet, barf uns nicht verwunbern, im Gegenteil, eine verantwortungsvolle und ernste Kritik zwingt uns, in jedem Falle unsere Meinung zu prüfen. Die Kritik hat freilich ihre Grenzen in ber Achtung vor ber Person bes Richters und vordem Gericht. Ein Volk wäre übel de- raten, bas die Achtung seiner Rechtsprechung antasten ließe. Wer die Verantwortung fühlt, bie barin liegt, bie Rechtspflege als einen wichtigsten Teil ber Aufgaben eines Staates zu empfinben, ber wirb diese Grenze der menschlichen Kritik jederzeit ohne weiteres finden. Nach dem Minister entbot Reichswunchtspräsident Dr. 23 um f e zugleich im Namen ms Oberreichsanwalts und des Präsidenten der Anwaltskammer beim Reichsgericht ben Kameraden aus der Ostmark die herzlichsten Willkommensgrüße. Im Namen der österreichischen Reichsrichter bankte Senatspräsident Zellner für die überaus freundliche Aufnahme. Anschließend nahm noch einmal Reichsjustizminister Dr. Gärtner das Wort, um mit hoher Anerkennung der Tätigkeit des Reichsgerichtspräsidenten Dr. 23 u m f e zu gedenken, ber vor wenigen Tagen sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Präsident des höchsten deutschen Gerichtshofes habe feiern können. Sodann überreichte der Minister bem Reichsgerichtspräsidenten Dr. Bumke mit einem Handschreiben des Führers die ihm verliehene Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft. Kleine polittsche Nachrichten. Der Führerhat bem Reichsgerichtsprä- fidenten D r. D r. h. c. Erwin Bumke in Leipzig, ber am 1. April auf eine zehnjährige Tätigkeit als Präsident des höchsten deutschen Gerichtes zurückblicken konnte, in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Rechtswissenschaft, insbesondere um die Fortbildung des deutschen Strafrechtes, die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Italien hat mit ber Republik San Marino, mit der es seit Jahrzehnten in bestem Einvernehmen lebt, zur Festigung dieser Beziehungen ein Abkommen der Freundschaft und guten Nachbarschaft abgeschlossen. Der Vertrag wurde vom Außenminister Graf C i a n o und vom Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten San Marinos, Giuliano G o z i, in Rom unterzeichnet. Die Republik San Marino, deren unabhängige Verfassung aus dem 13. Jahrhundert stammt, umfaßt 61 Quadratkilometer mit 14 000 Einwohnern am Fuße der Apenninen nahe bei Rimius. In Granville an der französischen Kanalküste lief ein Unterfeebootsjäger von Stapel, eine Neukonstruktion der französischen Flotte, auf bie man große Hoffnungen setzt. „C H 5", das erste fertiggestellte Boot von Zwölf in Bau- befindlichen ber gleichen Gattung, hat einen Rauminhalt von nur 125 Tonnen. Das Boot kann auch als leichtes Minenräumboot verwendet werden. Einheit des Rechts. die Reichsrichter ans der Ostmark in ihr Amt ein. Autofallenverbrecher zum Tode verurteilt. Berlin, 3. April. (DNB.) Der ehemalige Schütze Walter G i e s g e n, geboren am 1. Jan. 1917 in Rheinbach, stand am 1. April 1939 wegen Verbrechens gegen das Autofallengesetz vom 22.Juni 1938, wegen Mordes, schweren Raubes und wegen Fahnenflucht vor dem Reichskriegsgericht. Giesgen wollte am 27. März 1939 aus nichtigem Grunde in Wittlich (Rheinland) fahnenflüchtig werden und ließ sich hierzu von einem Lastkraftwagen mitnehmen. Nach kurzer Fahrstrecke erschoß er hinterrücks ben ahnungslosen Kraftfahrer und setzte mit dem geraubten Kraftwagen feine Flucht fort. Kurz darauf wurde er jedoch von einer Straßenstreife gestellt und verhaftet. Der Mörder hat die verdiente Strafe erhalten. Er wurde zum Tode verurteilt. Zwei Todesurteile vollstreckt. Berlin, 3. April (DNB.) Am 3. April 1939 ist der am 15. Dezember 1907 geborene Johann Vlcnovsky hingerichtet worden, der durch Urteil des Sondergerichtes Wien vom 26. März 1939 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Johann 23. hat am 18. März 1939 den Lanbesgerichtsrat Dr. Grammer in seinem Amtszimmer im Jugendgerichtshof in Wien aus Groll über eine von diesem gefällte sachgemäße Entscheidung durch einen Schuß getötet urtb ben im Zimmer mitanwesenden Referendar Dr. Haertl durch einen weiteren Schuß schwer verletzt. * Der vom Reichskriegsgericht am Samstag, 1. April 1939, wegen Verbrechens gegen das Autofallengesetz, wegen Mordes und besonders schweren Raubes zum Tode verurteilte Walter Giesgen wurde heute hingerichtet. Verantwortungslose Kraftfahrer. Wegen fahrlässiger Tötung verurteilte das Schöffengericht einen 22jährigen Fahrer und einen 50jährigen Lastkraftwagenbesitzer, beide in Hersfeld ansässig, zu je 6 Monaten Gefängnis. Obwohl beide Angeklagten wußten, daß an dem Kraftwagen die Bremsen nicht funktionierten, obwohl sie darauf aufmerksam gemacht worden waren, daß die alten Bremsen beseitigt und durch neue ersetzt werden müßten, wurde der Kraftwagen in einem derartigen Zustand weiter benutzt. Am 17. November v. I., als Kinder mit einem Wägelchen die Weinstraße in Hersfeld überquerten, überfuhr der Fahrer ein fünfjähriges Kind, das sterbend ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Fahrer konnte nicht bremsen, weil die Bremsen nichts taugten. 17jähriger Autofallenräuber unschädlich gemacht. In, Steiger bei Erfurt überfiel ber 17 Jahre alte Fritz Hotz aus Hersfeld einen Kraftdroschkenfahrer, dessen Wagen er zu einer Fahrt von Erfurt nach Rudolstadt und zurück gemietet hatte. Auf ber Rückfahrt forberte der Bursche ben Fahrer unter einem Vorwand auf, zu halten. Nachdem er sich kurz vom Wagen entfernt hatte, kam er plötzlich mit einer Blendlaterne zurück, leuchtete bem Fahrer in das Gesicht, bedrohte ihn mit einer mit Tränengasmunition geladenen Schreckschußpistole und forderte ihn auf, sein Geld herauszugeben. Der Fahrer ließ sich jedoch nicht einschüchtern, sprang aus dem Wagen und verteidigte sich mit einer Andrehkurbel. Auch als der jugendliche Verbrecher einen Schuß abgab, verlor der Taxichauffeur nicht feine Geistesgegenwart, sondern verfolgte den nunmehr flüchtenden Hotz, überwältigte ihn und brachte ihn gefesselt ins Polizeirevier nach Erfurt. Hotz wurde noch in der Nacht durch die Mordkommission vernommen. Er ist geständig, ben Wagen in ber Absicht, ben Fahrer zu berauben, gemietet zu haben. Höllenmaschine in einem englischen Autobus. In der Nähe des Londoner Zentralbahnhofes entdeckte ein Schaffner eines vollbesetzten Autobusses einen Koffer mit Gjplofio ft offen. Der Führer des Wagens gab sofort Vollgas und fuhr zur nächsten Polizeiwache. Dort wuPde ber Koffer schleunigst unter Wasser gesetzt, um eine Explosion zu verhindern. Brandstiftung an Bord eines englischen Frachtdampfers. Die regelmäßig zwischen Heysham an der englischen Westküste und Belfast verkehrenden Passa- gierbampfer „Duke of Lancaster“ und Frachtdampfer „Slieve Bernagh“ wurden bei ihrer Ankunft in Belfast von einem großen Aufgebot an Kriminalbeamten empfangen, Die die Reifenden daran hinderten, an Land zu gehen. Auf dem Frachtdampfer war auf der Höhe der Isle of Man ein Brand ausgebrochen, der von der Mannschaft aber bald gelöscht werden konnte. Als Täter werden irische Extremisten vermutet, die, wie man annahm, sich auf einem der beiden Schiffe befanden. Nach eingehender Hntersuchung aller Reisenden gab die Polizei die Landeerlaubnis für die Passagiere. Die Täter konnten bisher nicht festgestellt werden.. 700-Jahr-Feier der Frankfurter Dömweihe. Aus Anlaß ber 700-Jahr-Feier ber Frankfurter Domweihe wird in diesen Tagen im Dom zu Frankfurt ein Passionsspiel aufgeführt, das nach dem Frankfurter Passionsspiel von 1493 eingerichtet ist. Kongreß des Weltpostvereins in Buenos Aires. In Gegenwart ber argentinischen Regierung und bes Diplomatischen Korps wurde durch Staatspräsident Ortiz der 11. Kongreß des Weltpostvereins im Sitzungssaal ber Deputierten« kämm er von Buenos Aires eröffnet. Damit fand erstmalig eine Tagung bes Weltpostvereins, der alle fünf Jahre zusammentritt, in Südamerika statt. Die deutsche Delegation wird von Ministerialdirektor Ziegler vom Reichspostministerium geführt. Nach der Begrüßungsansprache des Innenministers dankte im Namen aller Delegierten Ministerialdirek- 'Backen Sie einmal die feine Bananentorte! Teig 150 g LDeijenmehl mehl unö „Badün" werden gemischt und auf ein Bachbrett (Tischplatte) geficbt In die Mitte wird ~e (1 qefh TeeL) Dl Oethet .Bachin", eine Vertiefung eingedrückt. Zucker. DdnilUnjiuher und Ei werden hineingegcbcn und mct einem 65 g 3ucheC Teil des Mehles ju einem dicken Brei verrühr». Dann gibt man die in Stücke gescknittene. halte 1 Dädtthen Dr. Dether vanillinzucker. Butter (Sdimalj) darauf, bedeckt sie mit Mehl und verknetet von der Mitte aus alle Zutaten scknell 1 Ei. zu einem glatten Teig. Man rollt 2/3 des Teiges auf dem Baden einer Springform aus. van dem 65 gButter(matgarine)oöerSthmalj. Best formt man eine Rolle, legt sie als Rand auf den Tortenboden und drückt sie an die form. Belag- 1 gehäufter Efll Marmelade. Backzeit: 15-20 Minuten bei guter Mittelhilze. ”250-300 g Bananen. Den ausgehühlten Boden bestreicht man mit der Marmelade und legt die abgewogenen, in Scheiben 1H Päckchen Dr Oethet Götterfpeife mit gefthnittenen Bananen darauf. Das halbe Päckchen Götterspeise wird nadi Vorschrift in V4l IDafter Zucker, Pfirsick- od. Zitrone-Geschmack. aufgelöst und halt gestellt. (Denn die Speise anfängt steif ju werden, wird sie auf den Tortenboden 1/41 wasser. gegeben. Damit der Guß scknittsest wird, muß die Torte reckt halt gestellt werden. Zur Derjierung Verzierung fjaselnuftherne oder streut man die in Scheiben gefthnittenen fWelnuflhcmc oder Mandeln auf den Rand der Torte --- abgezogene Mandeln. Bitte Qujfdinct&en! ■£u, Ostern eine 'Merraschung 'Dr.Oetkj&r- Zrzeugrüssen I Wann bleibt die Steuerermäßigung für Hausgehilfinnen? tor a. D. Orth (Deutschland) für die gastliche Aufnahme. Gleichzeitig gedachte der Redner der Opfer des letzten Erdbebens in Chile. Die Arbeitstagungen des Kongresses dauerte mehrere Wochen. Größte Deinbaugemeinde Deutschlands." Wie der Bad Dürkheimer Bürgermeister in der letzten Sitzung der Ratsherren mitteilte, wird die pfälzische Badestadt den stolzen Titel „größte Weinbaug em e i n d e Deutschlands" nicht mehr führen, weil dieser Titel nun der Stadt Wien zufällt, die nach der Eingemeindung vieler weinbautreibender Vororte mit 2500 Hektar Weinbergen und 2800 Winzerbetrieben nun die größte Weinbaugemeinde des Reiches ist. 15 Jahre Zuchthaus für bestialische Ettern. Rach zweitägiger Verhandlung verkündete der Vorsitzende des Neuruppiner Schwurgerichts das Urteil in dem Prozeß gegen die Eheleute Hennig wegen gemeinschaftlicher Kindesmißhandlung mit Todesfolge auf die Höchststrafe von je fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Zuhörer bei dieser Verhandlung erlebten den erschütternden Leidensweg der kleinen dreiein- halbjghrigsn Lieselotte, die am 30. Januar dieses Jahres durch die Schuld der Angeklagten ums Leben gekommen ist. Die unnatürlichen Eltern hatten das arme Geschöpf nicht nur zur Strafe, weil es angeblich unsauber war, hungern, dursten und frieren lassen, sie hatten es auch außerdem schwer mißhandelt. Am Abend des 29.Januar wurde das Kind wieder heftig geschlagen, nachdem es vorher von der Angeklagten Hennig in eine Wanne mit eiskaltem Wasser — diese „Kur" sollte das Kind zur Sauberkeit erziehen — gesteckt worden war. Am anderen Morgen lag das kleine Wesen in seiner Eierkiste tot, die ihm, wiederum zur Strafe, als Lagerstatt diente. Nach der Bekundung des Arztes muß Lieselotte mit dem Kopf gegen eine Wand oder Tür geschlagen worden sein, und zwar mit ungeheurer Gewalt, denn durch einen Fall hätte das Kind keineswegs derart schwere Schädelverletzungen davontragen können. Todesstrafe für einen niederträchtigen Schützen. München, 28. März. (DNB.) Das Sondergericht München verurteilte den 38jährigen Jakob Hüb le r aus Kolbermoor, der im Sommer 1938 im Münchener Osten drei Schüsse auf einen Polizeibeamten abgefeuert hatte, wegen Totschlagsversuchs und Verbrechens gegen das Rechtsfriedensgesetz zum Tode und zum dauernden Ehrverlust. Hübler hatte nach ausgiebiger Zecherei mit seiner Frau, seinem Neffen und dessen Braut zu Rad die Heimfahrt an- Der Wegfall der Steuerermäßigung für die Beschäftigung von Hausgehilfinnen kann bei kinderreichen und bäuerlichen Familien, bei kriegsbeschädigten, körperbehinderten und altersschwachen Personen zu Härten führen. In diesen Fällen kann statt der bisherigen Vergünstigung Steuerermäßigung auf Grund der Bestimmungen über außergewöhnliche Bela st ungen gewährt werden. Der Reichsfinanzminister hot in einem Runderlaß jetzt die Einzelheiten geregelt. Danach können Aufwendungen für eine Hausgehilfin zur Gewährung einer Steuerermäßigung nur dann berücksichtigt werden, wenn erstens die Besänftigung einer Hausgehilfin zwangsläufig ist, 2. die Aufwendung für die Hausgehilfin eine außergewöhnliche Belastung darstellt und 3. die Belastung die steuerliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Die beiden erstgenannten Voraussetzungen sind als erfüllt anzusehen, wenn eine Hausgehilfin beschäftigt wird von einem Steuerpflichtigen mit mehr als drei minderjährigen Kindern oder anderen minderjährigen Angehörigen, die zu seinem Haushalt gehören und in seinem Haushalt leben, erner wenn sie beschäftigt wird von Land - und For st wirten, zu deren Haushalt mindestens ein minderjähriges Kind oder ein anderer minderjähriger Angehöriger gehört und im Haushalt lebt, ofern die Ehefrau überwiegend im Betrieb mitarbeitet. Die Voraussetzungen sind weiter gegeben bei Kriegsbeschädigten und ihnen.gleichgestellten Personen, deren Beschädigung eine wesentliche körperliche Behinderung zur Folge hat, schließlich bei einem Steuerpflichtigen, der das 7 0. L e- bensjahr vollendet hat oder hilflos ist. getreten. Als ein Polizeihauptwachtmeifter den Nef- en anhalten wollte, weil dieser seine Braut auf der Lenkstange des Fahrrades mitführte, ließ sich Hübler von seiner Frau eine Aktentasche, die seinen Revolver enthielt, geben, und schoß dreimal auf den Polizeibeamten, ohne ihn jedoch zu treffen. Nach der Verhaftung des niederträchtigen Schützen stellte es sich heraus, daß man es mit einem ausgespro- Bei Ehegatten genügt es, wenn einer ooy ihnen das 70. Lebensjahr vollendet hat oder hilflos ist. Die dritte Voraussetzung der wesentlichen Beeinträchtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit gilt als erfüllt, wenn die tatsächlichen Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Hausgehilfin allein oder zusammen mit anderen außergewöhnlichen Belastungen die Sonderbelastungsmindest- grenze erreichen. Diese beträgt bei Steuerpflichtigen mit einem Einkommen bis zu 5000 Mark ohne Angehörige 10 v. H., mit eins bis zwei Angehörigen 8 v. H., mit drei bis vier Angehörigen 6 v. H. und mit fünf und mehr Angehörigen 4 v' H. Bei einem Einkommen von 5000 bis 10 000 Mark erhöhen sich die Prozentsätze um 2 v. H. und entsprechend steigen sie weiter. Bei der Berechnung sind Sachbezüge, insbesondere freie Station, mit den für die Lohnsteuer festgesetzten Beträgen zu bewerten. Als Aufwendungen für eine Hausgehilfin sind mindestens 40 Mark monatlich anzuerkennen. lieber den Umfang der Steuerermäßigung bestimmt der Erlaß, daß die Aufwendungen für die Hausgehilfin mit ihrem tatsächlichen Betrag, und zwar mindestens mit 40 und höchstens mit 50 Mk. im Monat zu berücksichtigen sind. Steuerermäßigung wird nur für eine Hausgehilfin gewährt. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung kann von der angeordneten Berichtigung der Steuerkarte bezüglich der Ermäßigung für die Hausgehilfin für das Jahr 1939 abgesehen werden, wenn dem Steuerpflichtigen Kindermäßigung für mehr als drei minderjährige Kinder zusteht oder wegen einer Minderung der Erwerbstätigkeit um mindestens 45 d. H. ein steuerfreier Betrag gewährt worden ist. Diese Regelung gilt nur für das Lohnsteuerabzugsverfahren. chenen Verbrecher zu tun hatte, der auch an diesem Tage ursprünglich mit feiner Frau zu Einbrüchen wegfahren wollte. Aus Trauerfällen Kapital geschlagen. Ein pietätloser Betrüger, der 47jährige Wilhelm Geburtzky aus Friedrichslohra, hatte sich vor dem Schöffengericht in Nordhausen zu verantworten. Der Gauner hatte zahlreiche Leute ausgesucht, die, einen Angehörigen durch den Tod verloren hatten. Geburtzky trat dann stets unter dem Namen eines am Orte wohnenden Photographen auf, in dessen Auftrag er Bestellungen auf Vergrößerungen von Bildern der Verstorbenen annahm. Er-stellte dabei falsche Auftragsscheine aus und ließ sich zwölf Mark a n z a h l e n. Der Betrüger ließ sich danach niemals wieder blicken. Kennzeichnend für die Frechheit des Angeklagten ist die Tatsache, daß er, wenn man ihm keinen Auftrag erteilen wollte, auf die „Pietätlosigkeit" der Angehörigen laut zu schimpfen begann. Geburtzky, der wegen ähnlicher Fälle schon eine längere Freiheitsstrafe verbüßt hatte, wurde jetzt wegen fortgesetzten Rückfallbetruges in Tateinheit mit schwerer gewinnsüchtiger Urkundenfälschung zudreiJahrenZuchthaus verurteilt Wetterbericht Die Störungstätigkeit im Nordwesten des Festlandes hat lebhafte Formen angenommen. Unter ihrem Einfluß wird Westdeutschland von milden Meeresluftmassen überflutet, die bei meist stärkerer Bewölkung und bei verhältnismäßig Hochliegenden Temperaturen zu wiederholten Niederschlägen führen. Vorhersage für Mittwoch: Ueberwie- genb bewölkt, zeitweise Regen, mild, südwestliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Unbeständig mit Niederschlägen, mild. Lufttemperaturen am 3. April: mittags 11,5 Grad Celsius, abends 8,7 Grad: am 4. April: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,4 Grad, Minimum heute nacht 7,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 9,4 Grad; am 4. April: morgens 8,4 Grad. — Niederschläge 9,6 mm. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Länge. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Feuilleton: l)r. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumfchein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter.- Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. X l iS U ...ich Hebe ihr volles Aroma/’' Schwung und Rhythmus! Wer die Berliner Scala kennt,der kennt auch Lerrn Otto Stenzel.Der ^^eala'Orchesters »st ein überzeugter„Astta". -Ä:! !! ^.".ete-Orchester verlangt Rhythmus und Schwung ^UrTrrÄa™ und Anpassungsfähigkeit, damit jede dermusikallschen Begleitung zu ihrem Recht kommt".Das ^^tpr-n^!»»ase, und daß der es jetzt eilig hat bei seiner vielen Arbeit, ist ja nicht zu verwundern! E. L. St Vornotizen. Tageskalenber für Dienstag. Stadttheater: 20 bis nach 22 Uhr: „Ein ganzer Lerl". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau am Scheidewege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Drei wunderschöne Tage". — Oberhessischer Kunst- !verein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler j irm Turmhaus am Brand. Stadtlhealer Gießen. Heute um 20 Uhr findet die Erstaufführung der euen Komödie von Fritz Peter Buch „Ein ganzer Cerl" statt. Fritz Peter Buch ist bei uns kein Un- I ekannter mehr, sein Stück „Vertrag um Karrakat" : atte auch hier wie überall einen großen Erfolg. Die Inszenierung hat Hans Geißler. Bühnenbild: Earl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als l«6. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende nach L Uhr.__ Deutsche Raumordnung und Raumforschung. Raumordnung ist angewandte Staatspolitik auf weite Gicht. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit Bürgermeister Prof. Or. Hamm. Nach feiner Berufung zum Ministerialrat in der Reichsstelle für Raumordnung haben wir Bürgermeister Professor Dr.-Jng. Hamm über die Aufgaben und Ziele der Raumordnung befragt. In dankenswerter Weise hat er uns auf unsere Frage umfassenden Aufschluß gegeben. Die nachstehenden Darlegungen enthalten das Ergebnis der Unterredung. Die technische und zivilisatorische Entwicklung im 19. Jahrhundert brachte dem Deutschen Reich eine starke Bevölkerungsvermehrung. Mit ihr ging Hand in Hand eine immer stärkere Umstellung der deutschen Wirtschaft von der Agrarwirtschaft zur Industrie. Die Folgeerscheinungen waren ein ungesundes Anwachsen der Städte, eine Zusammenballung der Menschen in den neuen Standorten der Industrie, und unter dem Wirtschaftsliberalismus eine Prolitarisierung der Massen. Eine weitere Folge war die falsche Verteilung der Menschen im deutschen Raum. Ihre schärffte Auswirkung fanden diese Mißstände im Weltkrieg durch die Ernä.hrungs- und Materialschwierigkeiten und das Fehlen einer vorbedachten Wirtschaftslenkung. Das Problem der deutschen Volksgemeinschaft im deutschen Raum war in seiner schicksalhaften Bedeutung vorher nicht erkannt worden. Die heutige Staatslenkung betreibt deshalb Raumpolitik, d. h. Sicherung des Bestands der Nation, ihres^dolkstums und ihrer Rasse im deutschen Raum. Raumordnung ist angewandte Staatspolitik auf weite Sicht. Ansätze zu einer planvollen Lenkung der Raumnutzung sind schon in der Nachkriegszeit zu finden. Sie kamen aus den größeren Städten, wo zu allererst die Mißstände durch die Verkehrsschwierigkeiten, die mangelnden.Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung und die geradezu erschütternden Wohnungszustände zwangsläufig nach einer Verbesserung schrieen. Man war sich darüber klar, daß diese Mißstände nur durch eine planmäßige Lenkung aller Aufgaben beseitigt werden können. Sogleich sah man aber auch ein, daß die Städte allein keine Verbesserung herbeiführen konnten, ohne nicht in weitere sie umgebende Gebiete sinnvoll einzugreifen. So entstand z. B. der Siedlungsoerband im Ruhrkohlenbezirk, die Planungsverbände um Halle, in Ober- schlesien, Hamburg, Rhein-Maingebiet usw. Die Arbeit in diesen großen Verbänden ließ erkennen, daß sie isoliert nicht durchzuführen war, sondern nur durch eine gesamte Landes- und Reichsplanung fruchtbar gemacht werden konnte. Dazu kam, daß im Dritten Reich ein bedeutender Länderbedarf der öffentlichen Hand auftrat für die Jndustriewerke, Autobahnen, Siedlungen und Wehrmacht. Fachliche und regionale Ueberschneidungen waren nicht zu vermeiden. Es mußte deshalb an eine Reichsplanung herangegangen und der Gedanke einer totalen Raumordnung verwirklicht werden. So erschien dann am 29. März 1935 das Gesetz über „Die Regelung des L a n d b e d a r f s der öffentlichen Ha nd", unter dem Leitgedanken, daß eine vernunftgemäße Verteilung von Grund und Boden die Grundlage von Volk und Reich bildet. Es wurde eine Reichsstelle für diese Aufgabe gegründet. Ihr Leiter ist Reichsminister Hanns Kerrl. § 3 dieses Gesetzes lautet: „Die Reichsstelle hat darüber zu wachen, daß der deutsche Raum in einer den Notwendigkeiten von Volk und Staat entsprechenden Weise gestaltet wird." Alle anderen obersten Reichsbehörden haben der Reichsstelle Auskünfte zu erteilen, sie kann Einspruch erheben. Durch Erlaß des Führers vom 26. Juni 1935 wurde diese Reichsstelle als „R e i ch s st e l l e für Raumordnung" bezeichnet. Sie ist Träger einer staatlichen Hoheitsaufgabe und oberste Reich s behörde. In dem Erlaß heißt es weiter: „Die Reichsstelle für Raumordnung übernimmt die zusammenfassende übergeordnete Planung und Ordnung des deutschen Raumes für das gesamte Reichsgebiet. Die Reichsstelle für Raumordnung kann sich zur Durchführung ihrer Aufgaben der bestehenden Planungsbehörden und Verbände bedienen. Diese haben ihren Weisungen Folge zu leisten." Ein weiterer Erlaß des Führers vom 18. Dezember 1935 bestimmt: „Die Reichsstelle für Raumordnung ist zuständig für die Reichs- und Landesplanung, ihr Leiter regelt die Organisation und die Rechtsverhältnisse der Planungsverbände und beaufsichtigt sie. Die Sonderplanung in den einzelnen Arbeitsgebieten bleibt weiterhin Aufgabe der zuständigen Ressorts (z. B. Wehrmacht). Diese haben die Verpflichtung, ihre Planungsvorhaben der Reichsstelle für Raumordnung bekanntzugeben. Im Anschluß an diesen Erlaß erschien dann eine Verordnung des Reichsministers Kerrl vom 15.2. 1936 zur Durchführung der Reichs- und Landesplanung. Darin wird unterschieden zwischen Pla- nungs b e h ö r d e n und Landesplanungs gemein- fchaften. Planungsbehörden sind die Reichsstatthalter, die Oberpräsidenten, der Reichskommissar im Saarland, der Stadtkommissar in Berlin. Die Planungsbehörden als solche sind der Reichsstelle für Raumordnung unterstellt. Sie setzen als staatliche Hoheitsträger die Planungsarbeiten durch. Ihnen stehen Landesplanungsgemeinschaften zur Seite. Sie dienen der Mitarbeit durch die Zusammenfassung aller in dem betreffenden Raum tätigen Kräfte (Partei, Wehrmacht, Arbeitsämter, Verkehrs*, land- und forstwirtschaftliche Verwaltungen, Bergbau, Arbeitsfront, Reichsnährstand, Industrie- und Han- mm sam» ZWkk ans unserer großen Auswahl, dazu den bunten Beyer-Schnitt, das gibt Kleidung, die mehr vorstellt, als sie kostet. [2420A Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Plockstr.14 16 delskammern, wissenschaftliche und kommunale Behörden usw.). Zur Zeit bestehen 23 Landesplanungsgemeinschaften. Der Leiter der Planungsbehörde ist gleichzeitig der Vorsitzer der Landesplanungsgemeinschaft. Jede Landungsplanungsgemeinschaft hat einen Beirat (Chefbesprechung). Im Beirat sind nur die Chefs aller landwirtschaftlich wichtigen staatlichen und kommunalen Verwaltungen, der Partei, der Wirtschaft und Wissenschaft, vertreten. Eine Stellvertretung Großieisiungs-Obstbaumsplihe arbeitet für Lich. W Die Stadt L i ch hat in diesen Tagen eine Anschaffung gemacht, die für den örtlichen Obstbau von großer Bedeutung ist. Auf Veranlassung von Bürgermeister Geil wurde eine motorisierte Obstbaum - spritze beschafft, mit deren Hilfe es möglich ist, in außerordentlich kurzer Zeit sehr viele Obstbäume zu spritzen. Da in der Gemarkung Lich rund 1700 0 O b ft- bäume stehen, die einzelnen Garten- und Obstbaumbesitzer aber nicht mit der nötigen Zahl von Obstbaumspritzen versehen sind, hat sich diese Anschaffung bereits als sehr zweckmäßig erwiesen. Nunmehr ist es ein leichtes, der gesetzlich V festgelegten Pflicht der Obstbaumspritzung zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung zu entsprechen. Eine Spritzkolonne von vier Mann ist seit etwa 8 Tagen an der Arbeit und hat bereits 3000 Bäume gespritzt. Durch die rationelle Technik der Spritzung mit Hilfe der neuen Motor-Obstbaumspritze können auch die Unkosten für den einzelnen Baum voraussichtlich auf die Hälfte der bisherigen Kosten herabgedrückt werden. Die Obstbaumspritze ist universell ausgestattet. Sie besteht aus dem Fahrgestell, das in fester Montage das- Faß mit der Spritzflüssigkeit (300 Liter Fassungsvermögen, ausreichend für etwa 20 Bäume), den Motor und die Pumpe trägt. Das kleine, niedrige Fahrzeug ist so ausgestattet, daß es auf Straßen, wie auch im Gelände, gut fahren kann, fast jede Steigung, jeden Hang nimmt und sehr beweglich ist. Das Faß kann mit Hilfe einer raffiniert konstruierten Wasserstrahlpumpe an jedem Bachlauf im Zeitraum von drei Minuten gefüllt werden. In das Faß ist ein Rührwerk eingebaut, das automatisch arbeitet und die Spritzflüssigkeit dauernd in Bewegung hält. Der Druck der Spritze kann geregelt werden und ist so einzustellen, daß auch hohe Obstbäume vollständig gespritzt werden khnnen. Die motorisierte Obstbaumspritze, die wir am gestrigen Montag in Lich bei der Arbeit beobachten konnten (unser Bild zeigt das Gerät), wird sicherlich manchen Bürgermeister im Hinblick auf den Nutzen für seine Gemeinde interessieren. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Männer um Mitternacht Von Joseph Baur. Im Hintergrund des Weinstübchens sitzen m gu- fler Deckung zwei Liebespaare. Also nehme ich lerne an einem der leeren Tische Platz, gegenüber hem Stammtisch, um den vier Männer und die Wirtin sitzen. Ich bekomme mein Viertel Wein, und dann habe ich Muße, die Stammtischbesetzung I ili betrachten. Nach freiem Ermessen verteile ich jie Rollen: Der mit kurzgeschnittenem weißen Haar und gc= Ifflegtem Bürstenbart unter der rundlichen Nase fit pensionierter Werkmeister. Der schmächtige Blasse litt glattem Scheitel und unruhigen schwanen Augen: Rathausschreiber. Der kleine Stämmige, craumeliert, mit etwas bärbeißigem Gesicht: Jn- Ifcber eines guten Ladengeschäfts. Der vierte, Kahl- fnpf, scharfe Brille auf kühner Nase und dicke Uhr- k tte über ansehnlichem Westenbauch: Besitzer einer t einen Fabrik. — Die Wirtin, Witwe, üppige formen, appetitlich und noch ziemlich fesch, sitzt e was abseits und schläft unauffällig. Wenn jedoch en Glas leergetrunken ist — sie hört's wohl am 2ion des Niedersetzens — wacht sie sofort auf und slhenkt neu ein. Der weißhaarige Rentner weiß offenbar m (Hem überragend Bescheid. Ueberläßt man sich willig der Gewalt seiner Rede, so scheint es, als wäre dieser Mann wie kein anderer berufen, Betreuer der gesamten Menschheit zu sein. Gigantisch 'würde sich nach seinen Weisungen das Gesicht der Chrbe verändern. Aus Wüsten würden fruchtbare q arabiefe, neue bessere Nahrung wüchse, Wetter und Klima ließe sid) nach Wunsch gestalten, jeg- lche Krankheit verschwände und wir alle konnten a t werden wie Methusalem. Ladeninhaber und Fabrikant hören mit etwas mißmutigen Gesichtern zu. Nur der schmächtige riasse bringt zuweilen Einwande, versucht Rea- 1 ’li1 ätsgeroidyte an den kühnen Ideenflug zu hängen, uikt Unmöglichkeit praktischer Durchführung Der idealistische Rentner wird so gezwungen, seinen Qebantenflug niedriger zu steuern und sich aus praktische Kleinaebiete des Lebens zu begeben Da- b i geschieht ein unerwarteter Protestausbruch des Fabrikanten. , .. Kurzerhand nennt dieser die Behauptungen bie= fis Rentners puren Unsinn. Dem weißhaarigen Philosophen verschlägts die Rede; er schnappt Luft, ifi.n Bürstenbart scheint sich ZU sträuben. Aber W von Sachkenntnis und Erfahrung gehärteten Darlegungen des Fabrikanten brechen wie schwere lanks in die Jdeengesilde und Traumgärten des Rentners ein. Er versucht, wieder zu Wort zu kommen, aber mit ab wehr end vorgestreckter Hand wahrt der Fabrikant sein durch geduldiges Zuhören wohlerworbenes Rederecht. Bedächtig und unerbittlich tatsachengewichtig spricht er von den Produktionseigenschaften d?r einzelnen Nationen. Als er bei englischen Stoffen angelangt ist, greift der Ladeninhab er ein. Er redet etwas schwerfällig, mit herzhaft bullern beißerischen Gesten. Englische Stoffe, ja, gewiß. Aber fein Schneider habe ihm em Stückchen Tuch vorgehalten und ihn aufgefordert, mit einem spitzen Bleistift durchzustechen. Er habe ein Lach ins Tuch gestoßen. Der Schneider habe ein wenig an dem Tuch gezogen, und das Loch sei nicht mehr zu finden gewesen. War aber nicht englisches Tuch, war deutsches Gewebe! Nun entfpinnt sich größere Herzlichkeit zwischen Fabrikant und Ladeninhaber. Der Fabrikbesitzer vertritt jetzt den Satz: Nur wer das Teuere kauft, kauft billig. Er weist dies zunächst nach an feinem acht Jahre alten Regenschirm. Der Ladeninhaber untersucht den Schirm genau. Er spannt ihn auf, stellt fest, daß er noch hervorragend gut sei, rechnet aus, wieviel teurer mehrere billige Schirme gewesen wären, klappt den Schirm wieder zusammen und dreht ihn mit verblüffendem Geschick zu größtmöglicher Dünne und Glätte. Der Fabrikant läßt weiter begutachten, seinen Hut, feinen Anzug, feine Schuhe, feinen Binder, feine Manschetten- knöpfe. Er nennt Preis, Kaufort, Gebrauchsdauer der genannten Dinge und frönt seine Ausführungen durch die Geschichte feiner bewährten alten Taschenuhr. Anschließend ergibt sich Gelegenheit, Vater, Großvater, Kinder und Enkelkinder ins Licht biographischer Betrachtung zu rücken. Eine kleine Gesprächspause läßt wahrnehmen, daß ständig leife Musik aus dem Lautsprecher fließt. Die Wirtin wacht auf, und der Fabrikant, wohl etwas redegesättigt, fragt, warum sie sid) heute gar nicht an feine Seite setze. Sie beantwortet diese Frage nur mit einem Lächeln und schläft wieder ein. Der Ladeninhaber nützt die Schwächeanwandlung feines Gesprächspartners, um das Wort an sich zu reißen. Er gerät in das Thema: Qualitätsstühle. Sachverständig demonstriert er, wie weise Sitzer Stühle prüfen und wie ahnungslose Unwissende das tun. Er entwickelt eine überraschende Wissenschaft des Sitzens. Nur wer richtig sitze, habe wirklich etwas vom Leben. Seine Darlegungen wirken suggestiv. Man sitzt immer freudiger in den als gut anerkannten Stühlen des Weinstübchens. Die Wirtin schläft sogar ausgezeichnet im Sitzen. Und lustvoll sitzen auch die Unsichtbaren, unhörbaren, von Radiomusik überspülten Liebespaare im Hintergrund. Nur ich Kleingläubiger habe aufgegeben und bin unter die Lieger gegangen. Aber ich entschlummerte in der tröstlichen Annahme, daß es gewiß ein Qualitätsbett fei, in dem ich läge. Und ich fand: auch wer gut liegt, hat mehr vom Leben. Lichtspielhaus: „Drei wunderschöne Tage/" Die Belegschaft der Maschinenfabrik „Kosmos" unternimmt zur Feier des 50jährigen Geschäftsjubiläums einen Betriebsausflug in die bayerischen Berge: das sind drei wunderschöne Tage, aber nicht bloß im Sinne einer allenthalben wohlgelungenen und befriedigenden Landpartie, sondern auch deswegen, weil es anfänglich fo aussieht, als ob es eigentlich drei bitterböse Tage werden sollten. Das Werk befindet sich nämlich geschäftlich gerade in einer schlimmen Krise, und auch in den privaten Bezirken dieser Arbeitsgemeinschaft sieht es keineswegs so rosig und fröhlich aus, wie es das Außenbild der Fahrt ins Blaue mit Gesang und Tanz vermuten läßt. Das Schöne dabei ist nun eben dies, daß im Laufe der drei Tage alle geschäftlichen und persönlichen Sorgen beseitigt sind und alles ins Reine gebracht ist. Hier liegt die Schwäche und auch die Stärke des Films. Der Beschauer wird unterwegs ein bißchen nachdenklich und hegt nicht ohne Grund einige Zweifel, ob sich die Menschen in der rauhen Wirklichkeit so glatt sortieren lassen, und ob die ernstlichen Schwierigkeiten und Konflikte, die geschäftlichen wie die privaten, so schnell, so selbstverständlich-zufällig und reibungslos aus dem Wege zu räumen sind, wie das hier geschieht. Es wird aber, das ist die erfreulich positive Wirkung, auch etwas vom frischen, lebendigen, zukunftsfrohen Geist dieser Werkgemeinschaft auf den Besucher übergehen, etwas vom gesunden Optimismus, von der guten Kameradschaft und von der schlichten Hilfsbereitsd)aft von Mensch zu Mensch. Der Autor Curt I. B r a u n und der Spielleiter Fritz Kirchhoff haben, soweit das mit filmischen Mitteln zu machen war, hinter der großen Firma und der anonymen Masse der Gefolgschaft die Individualitäten aufgespürt, herausgehoben und belichtet. Das konnte nur andeutungsweise geschehen, episodisch und in flüchtigen Umrissen; um mehr zu geben, hätte ein Roman geschrieben werden müssen. Aber die paar Alltagsschicksale, die da auftauchen, waren es wohl wert, festgehalten zu werden. Es ist, darstellerisch, unter Kirchhoffs klarer und verständnisvoll einfühlender Regie, kein sogenannter Star-Film entstanden. Es heben sich indessen aus der Masse, die hier gezeigt werden mußte, nicht nur die meist ein wenig komischen Typen heraus, wie sie überall dabei sind, sondern auch die persönlichen Gesichter und Schicksale, die das Besondere ausmachen. Gustav Waldau und Walter Janßen, Maria Pierenkämper, Annie M a r t a r t und Elise Sulinger sind, wie uns scheint, in einem sauber zusammenspielenden großen Ensemble an erster Stelle zu nennen: um der schönen und einfachen Menschlichkeit willen, mit der sie ihre Szenen erfüllen. Gina Falckenberg und Gundel Thormann, Hans Zesch-Ballot, Werner Scharf, Albert I a n s ch e ck und Otto Wernicke von den vielen übrigen. — (Bavaria). * Im Beiprogramm gibt es einen Kulturfilm, der sich mit Landschaft und Bodenformung befaßt, und die neue Wochenschau mit Bildern von der Befreiung des Memellandes. Hans Thyriot. Dichter und Gastwirt zugleich. Daß Dichter nicht nur in höheren Sphären schweben, jonbern neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch bürgerliche Berufe ausüben, wird man ziemlich häufig finden, wenn man sich die Lebensgeschichten großer Schriftsteller vornimmt. Daß aber ein Mann der Feder das Gewerbe eines Gastwirtes ausübt, ist ziemlich selten. Johann Jakob Chri- ftoffel von Grimmelshausen, der vielgelesene Chronist des Dreißigjährigen Krieges, dessen Schriften — vor allem der „Simplieius Simplicissimus" — innige Vertrautheit mit den Ausgaben und den Nöten und Sorgen das Gastwirtes verraten, vereinigte die beiden Berufe. Nachdem er im Dreißigjährigen Kriege als Soldat ein abenteuerliches Leben geführt hatte, wurde er 1657 in Gaisbach in Baden Gastwirt. Er gab zwar diesen Beruf wieder auf, kehrte aber 1665 dazu zurück. Vermutlich führte er die heute noch bestehende Wirtschaft „Zum silbernen Stern" in Heimbad) in^Baden. Zwei Jahre später starb er, hochangesehen und geadelt, als Schultheiß zu Renchen im Schwarzwald. Seine Nachkommen betreiben noch heute das Gastwirtsgewerbe; einer von ihnen ist der Wirt „Zum Bären" in Renchen, der zu Ehren seines großen Vor- fahren eine Grimmelshausen-Stube eingerichtet hat. Auch in anderen Orten Badens hält man die Erinnerung an den Dichter in solchen Stuben wach. Dr. M. H. 2. 3. d 8 7 7 6 6 5 6 8 8 2 gestellt sind, sind zu nennen: 2 1. 1 1 g 2. es WHW., Ortsführung Gießen-Güd. Wirtschaft Abend eine neue Bestätigung dafür erhalten, daß diese Art der Feierabendgestaltung allen Besuchern neu besonderen Umfang. Es überwogen zumeist Marktverkauf: Kälber un jjCJälÜ&fc Freude macht. Ineue kleine Steigerungen. Reichsbank wurden zujmel und Schafe mittel. werden? Die Ergebnisse der Raumforschung, werden der Raumordnung nutzbar gemacht. Es handelt sich also bei der Raumordnung um eine große Aufgabe; ihre Bedeutung hat Staatssekretär Dr. Muhs von der Reichsstelle für Raumordnung mit den Worten ge* kennzeichnet: „Ich glaube, es steht heute wohl fraglos fest, daß es sich um die Arbeit an einer der größten Aufgaben des nationalsozialistischen Deutschlands handelt, und daß jeder sich glücklich schätzen darf, wenn er hier an einer schöneren Zukunft unseres Volkes mitarbeiten kann." Frankfurt a. M„ 4. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1100 Kälber, 70 Hümmel, 80 Schafe, 4800 Schweine. kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 30 biq 51, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hani' der Kundschaft vor, anderseits kam kein Angebot heraus. An den Aktienmärkten verblieb eine feste Tendenz, die Umsatztätigkeit erreichte aber kei- Jm Turnier zu Karlsruhe kam es zwischen Becker (Weiß) und Lange (Schwarz) zur abgebildeten Stellung. Schwarz am Zuge konnte durch eine überraschende Kombination entscheidenden Materialgewinn erzielen. Auf welche Weise? Energische Verfolgung. BOM.-ilntergau 116 Gießen. DDM Gruppe 1/116, Gießen-Süd. Da unsere Gruppe aus dem Leistungswettkampf als beste hervorgegangen ist, werden wir nun durch die Obergauführerin Else Riese besichtigt. Dazu treten alle Mädel heute, Dienstag, 4. April, in tadel- loser Kluft um 20 Uhr am „Hessischen Hof" an. Die Beurlaubungen sind für diesen Tag aufgehoben. „Lachendes Allerlei." 8 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Salat 20 bis 50 Pf., Salatgurken 1 Mark, Endivien 25 Pf., Lauch 12 bis 15, Sellerie, X kg 40 bis 5n dieschen, das Bündel 20 bis 25 Pf. ♦ .** Nächsten Samstag kein Kranken- kassendienst. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen gibt heute bekannt, daß die Krankenkasse am kommenden Samstag, 8. April, geschlossen ist. können. Praktisch spielt sich die Arbeit bis jetzt nicht in der vorstehend aufgeführten Stufenfolge ab. Die durch die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart bedingte Beanspruchung des deutschen Raumes zwingt auch ohne die letzten theoretischen Erkenntnisse zum Handeln. Hier muß oft an Stelle exakter Erforschungsergebnisse und sorgfältiger Beobachtung ein von tiefer Verantwortung getragenes Raumgefühl treten und zwischen den einzelnen WünsHen vieler die für die Allgemeinheit zweckmäßige Lösung finden. Trotzdem ist die Raumbestandsaufnahme und die Raumbeobachtung, die in der Praxis vielfach ineinander übergehen, bereits im Rahmen des Möglichen vorangetrieben worden. Allerdings bleibt noch viel zu tun übrig. Ein weiteres Arbeitsgebiet ergibt sich hier auch für die Reichsarbeitsgemeinschaft für Rau m- forschung, die bereits wichtige Grundlagen auf diesem Gebiet schaffen konnte. Die Tätigkeit der Reichsstelle für Raumordnung wird nämlich durch i>ie iüs LmmiüiMss a d c d der vom Leiter der Reichsstelle für Raumordnung ernannten Mitglieder bei oen öiijungen des Beirats : i|t unzulässig. Die Sachvearbeiter, oie dem Beirat : angeboren, arbeiten in den Fachausschüssen der , Lauoesplanungsgemeinichasten. Daourch |oU das Nebeneinander und Durcheinander durch ein ver- : sianonlsvoUes Miteinander abgelöst werden. Die Geschäftsführer der Landesplanungsgemeinschasten / |inö die Landesplaner, die über ein vielseitiges Wissen, Erfahrung und grotzes Geschick in oer Lanoesplanung verfugen muffen. Der Landesplaner steht den Fachausschüßen vor. In großen Bezirken oder für Sonderausgaben sind noch Bezirksplaner "“Su iSt nun die Reichsstelle für Raumordnung die eben umrijfene Ausgabe anzupacken? Die Arbeitsmethode und der Arbeitsprozeß lassen sich m drei Stufen aufgliedern: . 1 In die Raum bestands aus nähme, d. h. in das einheitliche Erfassen dessen, was im Raum vorhanden ist, und in Erkenntnis der Entwicklungsrichtung der im Raum wirkenden Kräfte (Raumbeobachtung). 2. In die Raumplanung, d. h. m das Hinauskristallisieren der tragenden Raumordnungsziele und in ihre Propagierung bei den stellen, Deren Vorhaben und Planungen raumonenhert sind. 3. In die Raumgestaltung, d. h. in Die Herbeiführung einer sinnvollen Raumnutzung mit Hilfe einer oorausschauenden, allgemeinen Raumverteilung einerseits und des besonderen Raum- ausqleichs zwischen den verschiedenartigen Rauminanspruchnahmen (z. B. Wehrmacht, Siedlung, Landwirtschaft usw.) anderseits. In diesen drei großen Gruppen sind folgende Aufgabengebiete enthalten: 1. Die Raumbestandsaufnahme hat zu erfassen: die Berehrsstraßen, sonstige Verkehrsflächen (Autobahnen, Eisenbahnen), Wasserflächen (Flusse, Bäche, Kanäle), Landwirtschaft, Forstwirt- schast Bergbau (Steinkohle, Braunkohle, Torf, Lebm, Ton, Kies, Steine und Erden, Erze, Mineralien, Erdöl, Kali usw.), Wohn- und Siedlungs- bau, Gewerbe und Industrie, Grünflächen, Sto= rungsflächen (z. B. Aufschwemmungsgebiete, durch den Bergbau gestörte Oberflächenbebauung), Schutzgebiete (Naturschutzgebiete, Quellenschutzgebiete, Hellauellenschutzgebiete). , 2. Die Raumplanung setzt sich zusammen aus Reichsplattung, Landesplanung, Bezirksplanung, Städte- und Gemeindeplanung. Die Arbeit wird von den obenerwähnten Raumordnungsbehorden geleistet. Dabei wurde kein neuer Behördenapparat aufgezogen, sondern die Behördenoerwaltungen benutzt. Die Arbeitsverteilung zwischen der zentralen Reichsstelle und den Planungsbehörden ist etwa f a)9'Straffe zentrale Auffassung der gesamten Planungsbehörden bei der Reichsstelle; . b) Beschränkung der Reichsstelle als zentrale Leitung auf Lenkung und Führung der Arbeit; c) das Schwergewicht der Raumordnungsarbeit liegt an der Peripherie bei den Planungsbehörden in den Raumordnungsräumen; d) einheitliche Zusammenfassung der gesamten öffentlichen Verwaltung in der Arbeit; e) Loslösung von bürokratischen Fesseln, d. h. die Zentrale hat die Gesamtinteressen, die Planungsbehörden die lokalen Interessen zu berücksichtigen. Ausgangspunkt der Raumplanung ist zwar der bestehende Zustand des Raumes, zu berücksichtigen sind aber auch die vorhandenen Kräfte des Raumes und die sich daraus ergebenden Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten, wobei der Faktor „Mensch" eine wesentliche Rolle spielt. Die „totalen Raumordnungsprobleme" sollen vor allem die zweckmäßig st e Verte i l u ng d e s Menschen im Raum und die be st möglich st e Raumnutzung aufzei- gen. Dabei hat sich gezeigt, daß die Schaffung eines Raumordnungs rechts dringens notwendig ist. Vorhandenes Recht ist nach raumpolitischen Gesichtspunkten auszurichten, Boden- und Baurecht müssen als Raumordnungsrecht gestaltet werden. Besonderes Schwergewicht ist dabei auf die Städte zu legen, weil sie Kristallisatonspunkte der Raumordnung darstellen. Sie können nicht „für sich" geplant werden, sondern sind in die Raumverord- Die raumpolitische Untersuchung für die Siedlungslenkung (wie muß der Siedlungskörper als Wohnraum des schaffenden Menschen im einzelnen gestaltet, wie soll die Beschäftigungsstätte beschasseu sein?). Untersuchungen der raumpolitischen Grundlagen für die Erholungsplanungen (welche Erholungsmöglichkeiten müssen den schaffenden Menschen gegeben sein, in welcher Beziehung haben sie zur Siedlungs- und Beschäftigungsstätte zu stehen?). 3. Untersuchungen für die Beseitigung der industriellen Ballungsbestrebungen. 4. Wie ist das organisch richtige Raumverhältnis zwischen industriellem, gewerblichem und landwirtschaftlichem Sektor? 5. Wie kann ein unorganischer Raumzustand durch zweckmäßige Lenkung der öffentlichen Mittel und Zentralmaßnahmen sinnvoll beeinflußt 185 (183,75) gesucht, waren aber ohne'Notiz. IG' Farben zogen auf 150,65 (150,40) an, dagegen Me- tallgesellschast weiter abbröckelnd auf 116,75 (117). Don Montanwerten stiegen Rheinstahl auf 136,25 (135,50), Buderus auf 106 (105,50), Mannesmann mit 112,50 und Deutsche Erdöl mit 126,75 lagen un< verändert. Von Maschinenwerten befestigten sich MAN. auf 143,50 (143), Demag auf 148,50 (148), Daimler auf 137 (136.50) und Moenus um 1 v. Sy auf 125,50. Von sonstigen Veränderungen seien Bembcrg mit 136 (135,50), Westdeutsche Kaufhof mit 105,75 (105,50). Iunghans mit 97,50 (97) und Gesfürel mit 137,50 (137) erwähnt. Arn Renten« markt waren 6proz. IG.-Farben zum Mittags« kurs von 123,50, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 123,90 gefragt; Kommunal-Umschuldung stellten: sichd halbamtlich auf 93,60 nach 93,70 mittags. granffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 212 (am 29.3. 210), W 11 214 (212), W 12 215 (213), W 13 216 (214), W 16 219 (217), W18 221 (219), W 19 223 (221), W 20 225 (223). Roggen R 11 198 (196), R 12 199 (197), R 14 201 (199), R 15 202 (200), R 16 204 (202), R 17 205,- (203), R 18 206 (204), R 19 208 (206) Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,85 (29,75), W 16 29,85 (29,75), W 18 29,85 (29,75), W 19 29,85 (29,75), W 20 (Kreis Alzey) 29,85 (29,75). W 20 (Kreis Worms) 30,20 (30,10) plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 Plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggen- futtermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu, do. 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, do. 7,80 bis 8,20, Weizen- stroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Rossi genstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstestroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. band er fast unmerklich eine Melodie mit der anderen. Udo V i e tz sorgte für den Humor. Er tat es in manchem seiner Vorträge mit einem unterhaltsamen philosophischen Einschlag und erwies sich dabei als ausgezeichneter Menschenkenner. Ein unerschöpflicher Born der Mimik, der drastischen Geste stand ihm zur I Verfügung, und so war seinen Darbietungen der Erfolg sicher. Sehr ansprechend empfahl er auch seine Künstlerkameraden der Gunst der Zuhörer. Jngried Larssen-Iäger bewies ein erstaunliches Können auf ihrem Saxophon und erntete für alle ihre Darbietungen starken Beifall. Leonore Bader mimte Kinderstimme, fang das Lied von dem Kinde, das feiner Mutter alles verspricht, errang mit einer Tonfilmparodie stürmischen Beifall und gab ein luftiges Zwiegespräch zwischen zwei Berliner Rangen zum Besten. Die Zuhörer folgten aufmerksam und dankbar. Schließlich gab es immer wieder auch das virtuose Können Helmuth M o e n ck e s auf dem Akkordeon zu bewundern, der durch sein beseeltes Spiel viel zum Erfolg des Abends beitrug. Die NSG. „Kraft durch Freude" hat mit diesem In glücklicher Mischung bekamen am gestrigen Montagabend die Gäste der NSG. „Kraft durch Freude^ in einer großen, wiederum ausgezeichnet besuchten Veranstaltung im Gloria-Palast Musik und Humor vorgesetzt. Herbert Jäger mit seinen Solisten war zu Gast, und sie waren alle bemüht, ihre Zuhörer nach besten Kräften zu unterhalten. Das gelang ihnen auch, denn die Mitwirkenden, obwohl es nur deren fünf waren, brachten eine solche | Fülle des Könnens und der guten Laune mit, daß niemand unbewegt bleiben konnte. Herbert Jäger selbst, der mit seinen Künstlern vom Rundfunk her bekannt ist, zeigte sich am Flügel als Meister der Variationen und der Improvisationen, er spielte auf die verschiedenste Art das Lied „Hänschen klein", begleitete virtuos zu den solisti- schen Darbietungen seiner Kameraden und untermalte auch das gesprochene Wort so geschickt, daß die Wirkung nicht ausbleiben konnte. Einen starken Eindruck machte er auf jedermann mit seinem „Wunschkonzert", in dem er auf Zuruf all das spielte, was seine Zuhörer wünschten, ohne auch nur ein Blatt Noten vor sich zu haben. Dabei ver- Cöfung der Schachaufgabe „Verwicklungen im Mittelspiel". Weiß (Keres): Kgl, Dg4, Tc4, Tdl, Lb2, Sg5, Ba2, b3, f2, g2, H3 (11). Schwarz (Capablanca): Kg8, Db8, Tb5, Tc8, Lf4, Sg6, Ba6, c6, f7, g7, H7 (11). Weiß gewinnt. — 1. Sg5Xf7! (Das Sprin- geropfer zerstört die schwarze Königsstellung. Es droht nun Dg4—e6.) 1.....Kg8Xf7 jetwas besser ist 1. ., Tc8—e8, was Capablanca spieltej. Es folgte jedoch 2. g2—g3, wonach der schwarze Läufer kein gutes Feld hatte. Keres gewann durch fein Materialübergewicht.) 2. Tdl—b7+, Kf7—f8 (auf 2..... Kf7—e8 oder 2. ..., Kf7—g8 folgt 3. 2)g4—e6+ nebst 4. Lb2Xg7 matt). 3. ßb2Xg74-, und Weiß fetzt durch Dg4—e6 matt. Oie Narrenkappe. heiler ist die Kunst. Der Maler T r ü b n e r war eifrig damit beschäftigt, seine Werke aus der Zeit, da er noch nicht bekannt war und welche sehr im Werte gestiegen waren, wieder zurückzukaufen. Da geschah es ihm, daß er im Schaufenster einer Münchner Kunsthandlung ein Bild von feiner Hand fänd, kurz entschlossen betrat er den Laden und fragte den Verkäufer: „Was kost' der Trübner, den S' da im Fenster haben?" — „5000 Mark!" war die Antwort. „Was, für so an Schmarrn wollen S' 5000 Mark?" empörte sich der Meister. „Ja, da hätten S' halt schöner malen sollen, Herr Professor!" kam prompt die Antwort. * Der Kunsthändler Karl H a b e r st o ck, so erzählt die „Kunst für Alle", saß Trübner zu einem Brustbild. Das halbfertige Porträt wollte dem Ab- fonterfeiten fast schon schmeichelhaft erscheinen, er sagte etwas von Naturtreue und tippte auf die Stellen, wo nach seiner Meinung Runzeln und Falten zu sehen sein müßten. Darauf Trübner: „Wegen Naturtreue wenden Sie sich bitte an den Photographen Dransfeld am Ende der Straße. Mich verschonen Sie freundlichst mit ihren Ge- sichtsfalten — ich male Geschichte und keine Feuilletons." Die Festrede. Wilhelm Busch liebte keine rauschenden Feste. Man kann sich daher leicht vorstellen, mit welchen Gefühlen er einem Festmahl beiwohnte, das man ihm aus irgendeinem Anlaß gab. Rede folgte auf Rede. Wilhelm Busch war beklommen zumut bei dem Gedanken, daß man auch von ihm eine rhetorische Leistung verlangen werde. Richtig, schon neigte sich der Vorsitzende zum Ohr des Ehrengastes und flüsterte: „Verehrter Meister, nachdem wir soviele Reden gehört haben, dürften mir viel- leicht hoffen ' —" Wilhelm Busch nickte ergeben,^ schlug an sein Glas und Todesstille herrschte. Aller Augen hingen wie gebannt an seinen Lippen. Wilhelm Busch aber blieb sitzen. Er lächelte etwas verlegen. Und dann rief er, allen vernehmlich, in die Stille hinein: „Ober, noch ein Helles!" Selbst die größten Nörgler mußten zugeben, daß an dem Tag keine schönere Rede gehalten worden sei. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 3. April. Auch zu Beginn der neuen Woche zeigte die Börse festes Gepräge. Die Umsatztätigkeit erfuhr auf Grund einer stärkeren Kundschaftsbeteiligung eine beachtliche Belebung, da nunmehr die Mittel aus den Erträgnissen des Kupontermins etwas reichlicher flössen. Am Aktienmarkt ergaben sich auf den meisten Marktgebieten erneut durchschnittliche Steigerungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Eine Sonderbewe- gung hatten Reichsbank-Anteile, die nach 179,40 (178) auf 183 anftiegen und lebhaft umgesetzt wurden. Stärker befestigt waren außerdem von Zell- ftoffroerten Feldmühle Papier mit 115 (112,50). Don Montanwerten lagen Vereinigte Stahl mit 105,25 bis 105,75 (104,75) Klöckner mit 117,13 bis 117,75 (116,50) und Mannesmann mit 111,90 bis 112 (111,40) ziemlich lebhaft. Maschine na kti en «stellten sich durchweg 0,50 bis 1 v. H. höher, Rheinmetall gewannen 1,40 v. H. auf 132,65. IG. Farben lagen still und mit 150 behauptet, während Metallgesellschaft 0,65 v. H. abgaben auf 117. Ebenso lagen VDM. mit 177,50 (178) und Westdeutsche Kaufhof mit 105 (105,50) nicht voll behauptet. Elektropapiere waren verhältnismäßig Ml, Gesfürel 1 v. H. höher mit 136. Am Rente nm arkt fliegen Reichsaltbesitz weiter an auf 131 (130,70), und im Freiverkehr gingen I Kommunal-Umschuldung mit 93,65 bis 93,70 (93,65) ebenso 4 v. H. Rentenbank-Ablösung mit unverändert 89,25 lebhaft um. Städte-Altbesitz stellten sich auf [134,50 bis 134,75. Pfandbriefe zeigten bet ruhigem Geschäft keine Veränderungen. Industrie-Obligationen lagen überwiegend behauptet, weiter fest 6 v. H. IG. Farben mit 123,50 (123). Stadtanleihen notierten im wesentlichen unverändert; nach Pause v. H. Darmstadt von 1928 96,90 (97,13), ebenso 14V2 v. H. Mainz von 1928 mit 97,25 (97,13). Reichsaltbesitz erhöhten sich später auf 131,13 nach 131, dagegen Reichsbahn-Dorzugsaktien 0,25 v. H. schwächer mit 123,75. Im Freiverkehr nannte man wenig veränderte Kurse, Dingler Maschinen 107,25 bis 109,25, Elsass. Bad. Wolle 96,50 bis 98,50, Verein. Fränk. Schuh 82 bis 84. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse guf behauptet. An der Abendbörse lagen nur kleine Kaufaufträge In einem Vierkampf zu Baden-Baden kam zwischen Sutterer (Weiß) und Schiffler (Schwarz) zur abgebildeten Stellung. Weiß hatte die Qualität mehr und hoffte durch seinen letzten Zug Kgl—f2 Kohlenabrechnung. I weiteres Material zu erobern, da der Se2 gefesselt von 16 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle Credner- Lösung „ straße 24 einzureichen. Später eingereichte Koh- der Schachaufgabe „Eine überraschende Wendung. lengutscheine werden nicht mehr angenommen. Weiß: Kgl, Ddl, Tal, Tel, Lcl, Se5, Ba2, c3, .—x AAK Ic2, d4, f4, g2, H2 (13). Schwarz: Ke8, Df6, Ta8, HL. Bann und Untergau 116. XI)8, Le6, ßf8, Ba7, c7, c6, d5, f7, g7, H7 (13). Am Mittwoch, 5. April, findet die 6. Zusatzvor- Weiß gewinnt.-14^f4-f5! ^,u„55^un9^ehrpr^ef^1: stellung des HI.-Theaterrintzes statt. Zur Auf- Wirkung des TI.) 14. ..., Dl6Xf5. (Al^ernfalls ührunq gelangt „Der fliegende Holländer". Die geht der Le6 verloren. Auf 14...... Le6Xf5 folgt Karten sind sofort auf der Verwaltungsstelle des 15. Se5—g4+ mit Damengewinn.) 15. Tel fl, Bannes und Untergaues 116 gegen bar abzuholen. Df5—e4. 16. Tfl—f4, und die schwarze Dame ist 1 eingesperrt. nungscirbeit einzubauen. Neben dieser geschilderten „regionalen Totalplanung" muß zur Durchführung einer wirksamen Reichsplanung eine einheitliche „Fachplanung" treten (z. B. Standorte der Wehrmacht, Eisenbahnnetz, Autobahnnetz, Energiewirtschaft usw.). Die Aufgabe der Reichsstelle für Raumordnung ist die Herbeiführung einer sinnvollen raumorganischen Synthese zu diesen Reichsfachplanungen und der regionalen Totalplanungen nach den Richtlinien der politischen Führung. Reichsminister Serri hat deshalb vier Gesichtspunkte für die Reichsplanung aufgestellt: 1. Stärkung der biologischen Dolkskraft; 2. arteigene Zuordnung von Volk und Landwirtschaft; 3. bestmögliche Nutzung des Bodentz und seiner Kräfte; 4. höchste Steigerung der Abwehrbereitschaft des deutschen Raumes. Diese raumpolitischen Hochziele entsprechen den Grundfunktionen des Raumes und vermögen den bevölkerungspolitischen, kulturellen und volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten Genüge zu tun. Deshalb ist Raumordnung angewandte Staatspolitik auf weite Sicht. 3. Die sogenannte Raumgestaltung bedeutet die Umsetzung der gefundenen Werte und Entwicklungsmöglichkeiten in die Praxis. Sie ist Aufgabe der örtlichen Stellen. Diese haben dafür Sorge zu tragen, daß die Lösungen technisch, wirtschaftlich, wehrpolitisch und ästhetisch einwandfrei gestaltet werden. Es ist einleuchtend, daß diese Aufgaben nur in Verbindung mit einer allgemeinen Rechtsregelung auf diesen Gebieten gelöst werden unterstützt und ergänzt, die in allen Universitäten Gießener wochenniarttpreise. und technischen Hochschulen ihre Arbeitsgemeinschaf- * G i e ß e n , 4. April. Auf dem heutigen Wochen- ten eingerichtet hat. Ihr Obmann ist Professor Dr. markt kosteten: Markenbutter, X kg 1,60 Mark, Konrad Meyer (der Arbeitsgemeinschaft an der Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 10, Universität Gießen steht Professor Dr. Klute vor). Wirsing, kg 20, Weißkraut 14, Rotkraut 18, Die Aufgabe der Raumforschung wird folgender- Karotten 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat maßen umriffenr 35, Unterkohlrabi 9 bis 10, gelbfalat, /10 15 bis 18, 1 Erziehung der Wissenschaftler selbst zur Hin- Tomaten, X kg 40 bis 45, Zwiebeln 15 bis 16, menbung 3U Volk und Raum und damit zur Meerrettich 40 bis 70, Kartoffeln, X kg 5 bis 7, Landschaft als Ausrichtungspunkt des Wissens. 5 kg 45 Pf„ 50 kg 3,301 bis>3,90 Mark, Saat- Planvoller Einsatz der Forschung für die Ziele fartoffeln, frühe, X kg 8 bis 10 Pf., spate, 6 bis der Volk- und Raumordnung. - - - Schaffung und Ausbildung eines geeigneten Es^giU^d^zahllosen Bindungen, Verpflichtungen, x • • geistigen und materiellen Beziehungen, aus denen I ^Ößärbßitct Don ßclÜllQ. die eigentliche Leistung der Landschaft erwachst,' klarzulegen und nach der Wichtigkeit für Volk und Staat abzuwägen und zu ordnen. Die Neugestaltung des deutschen Raumes für unser Volk ist zugleich eine Ordnung der künftigen Wirtschaft im nationalsozialistischen Sinne. Wie der Staat ist auch die Wirtschaft an Volk und Raum gebunden und fein selbständiger Organismus. Sie hat sich den Notwendigkeiten für die völkische Existenz lebendig einzufügen (landwirtschaftliche Produktionssteige- rung, Stärkung der Rohstoffgewinnung, bessere Wirtschaftsverteilung, Bevölkerungspolitik durch Stärkung der Raffe und ihrer qualitativen und quantitativen Vermehrung, Sicherung der Ernäh- rungs- und Rohstoffgrundlage, zweckmäßige Arbeitsbeschaffung). Aus der Reihe von Aufgaben, die der Raumforschung für die nächste Zeit h 8 0 e 7 8 6 5 4 S 2 1 b d 7 6 6 4 2 3 1 a b »0 W d e f g h f g h türme auf offenen Linien. & Hob" Gießen, den 3 April 1939. 2421D Henko-Henkel’s Wasch-und Bleich-Soda 6* 5000 d»7,, stern ytrmietungen"| | Mietgesuche"| 10 Stück 125 g 1 8 Weine aus der S&F-Kellerei V, FL 1.25 Vj FL 1.50 2432 A Für den Osterkuchen 60.— Sport-Anzüge 75 einige Gießen, Kreuzplatz 15 2446 A Sehen Sie sich meine Auslagen an und kommen Sie unverbindlich in mein Ladengeschäft, damit ich Ihnen meine reiche Auswahl zeigen kann. [2442D 60- 72- 3.00 4.50 so erK zu eine: e dem A cheinen, n te auf b'it inzeln und Irüfmtr: tte an den er Strahl ihren Tr- und keine Kathinka Flimm, geb. Sack Dr. rer pol. Fritz Flimm Dr. med. Werner Flimm. 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Gebr.Imheuser am Markt Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenkleidung — Hute Bezüge zu gewähren war, daß ferner bei Einnahmen aus Kapitalvermögen ein Pauschbetrag nicht abgesetzt werben konnte, wenn der Steuerpflichtige' daneben noch andere geringe Einkünfte bezog. Nunmehr wird bei wiederkehrenden Bezügen ein Pauschbetrag nur dann abgefetzt, wenn diese Bezüge 2400 Mark nicht übersteigen. Ferner können Steuerpflichtige, die im Veranlagungszeitraum Einnahmen aus Kapitalvermögen von nicht mehr als 1500 Mark beziehen, den Pauschbetrag auch dann absetzen, wenn sie daneben noch andere Einkünfte beziehen. Dadurch werden die unbilligen Härten des alten Rechts beseitigt. Es wäre aber nicht vertretbar, den Pausci)- betrag auch dann zuzubilligen, wenn neben den Einkünften aus Kapitalvermögen oder Renten beliebig hohe andere Einkünfte bezogen werden. Deshalb ist die Gewährung des Pauschbetrages ausgeschlossen, wenn das Einkommen nach Abzug des Pauschbctrct^ ges 3000 Mark übersteigen würde. Eine Pflicht znr Abgabe der Steuererklärung bestand bisher dann, wenn das Einkommen weniger als 8000, aber mehr als 4000 Mark betrug und darin Einkünfte von mehr als 300 Mark enthalten waren, die weder der Lohnsteuer noch der Kapitalertragsteuer unterlagen. Wenn das Einkommen nicht 4000 Mark überstieg, bestand also keine Pflicht zur Steuererklärung. Es hat sich nun als notwendig erwiesen, die Einkommensgrenze jetzt auf 1 0 00 Mark herabzufetzen. Die Pflicht zur Steuererklärung besteht also, wenn das Einkommen 8000 Mark überstiegen hat, ferner wenn es weniger als 8000 aber mehr als 1000 Mark betrug und darin steuerlich noch nicht berücksichtigte Einkünfte von mehr als 300 Mark enthalten sind, ferner wenn in dem Einkommen kapitalertragssteuerpflichtige Einkünfte von mehr als 1000 Mark enthalten 'waren und der Steuerpflichtige in die Steuergruppe I oder II gehört, ferner ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens, wenn es sich um Landwirtschaft, Gewerbebetriebe oder selbständige Arbeit handelt, schließlich wenn das Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert. Der Ausgleich von Härten bei der Veranlagung ist notwendig, wenn ein Arbeitnehmer nur deshalb veranlagt wird, weil er mehr a l s 3 00 Mark Nebeneinkünfte hatte. Die Härten können sich daraus ergeben, daß bei der Lohnsteuer die Pauschbetrage für Werbungskostcn! und Sonderausgaben beibehalten, bei der Veranlagung aber beseitigt worden sind. Der Steuerbetrag soll in diesen Fällen in Gruppe I 20 v. H., in Gruppe II 15 und in Gruppen III und IV 10 v. der Einkünfte nicht übersteigen, von denen die Lohnsteuer nicht erhoben worden ist. Das gilt nicht, wenn die Einkünfte, von denen der Steuerabzug vom Arbeitslohn nicht vorzunehmen war, also die Nebeneinkünfte 2000 Mark übersteigen. Rasthaus an der Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Köln. Bei Kilometer 27,3 der von Frankfurt nach Köln führenden Reichsautcsbahn, wo die Straße die Niederung des Sülz- und Aggertales (Siegerland) verläßt, ist ein großzügig eingerichtetes Reichsautobahnrasthaus entstanden, das jetzt seiner Bestimmung übergeben wurde. Dieser Bau ist der dritte seiner Art in Deutschland. Die Räume sind mit allen Bc- guemlichkeiten ausgestattet, der Gaststättenbetrieb ist nach neuzeitlichen Gesichtspunkten ausgestattet und in der Lage, größten Anforderungen gerecht zu werden. WM ''M* i 1 * f • :■ lÄZeeei A ai - ■ III «M ni kB KM *r * Dienstag, 4. April 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejfen) r.8y Drittes Blatt Blick er- Ausrichtung der Sorialarbeit in der Wer-Zugend suchswirtfchaften eine starke unmittelbare Förderung und Anregung auf die umliegende bäuerliche Landwirtschaft aus. ,,,Ä Am Eingang zum Gm-Hos. (Aufnahmen [3j: Neuner, Gießener Anzeiger.) auch arbeitswirtschaftliche und Fragen des Ma- chineneinsatzes bearbeitet werden können. Die um- angreiche Obstanlage bietet die Voraussetzung zur Durchführung der verschiedenartigsten Versuche auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfung. Aber abgesehen von den nur andeutungsweise aufgeführten Arbeitsmöglichkeiten auf rein wissen- chaftlichem Gebiet bildet das Gut Rauisch-Holz- hausen für die Hardt Höfe die notwendige Ergänzung in den anders gearteten Boden- und Anbauverhältnissen und in den dort vorhandenen Zuchtherden und die Voraussetzung für die Sicher- tellung der Aufzucht. Darüber hinaus ist das Gut abgesehen von seiner Betriebsgröße, als durchaus typischer Betrieb für die dortige Gegend anzusprechen. Die Lage des Gutshofes mitten im Dorf und die verfügbaren Unterkunftsmöglichkeiten gestatten es außerdem, G e m e i n s ch a f t s a r b e i t e n der Studierenden mit der dortigen bäuerlichen Bevölkerung durchzuführen, was bisher nur mit erheblichen Schwierigkeiten möglich war. Dazu kommt weiterhin, daß nicht nur die Erträge des Betriebs erhalten bleiben und er dasselbe leistet, wie jeder andere landwirtschaftliche Betrieb auch, onbern daß das Gut darüber hinaus der landwirt-- chaftlichen Forschung und Lehre dienen wird, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugute kommen. Erfahrungsgemäß üben weiterhin derartige Ver- Das Gut liegt in einer herrlichen Landschaft, die überragt wird vom hohen Berg der Amöneburg, deren pittoresker Kegel in weitem Umkreis das Bild bestimmt. Weit dehnen sich die Felder. Das Gut elbst liegt unmittelbar am Dorfe Rauisch-Holz- hausen und fügt sich harmonisch ein. Der schöne Fachwerkbaustil, der dort in der ganzen Landschaft die beherrschende Bauweise darstellt, ist auch allen Gebäuden des Gutes zu eigen. Das Gutshaus selbst ist, wie sich aus unseren Bildern erkennen läßt, ein Kabinettstück repräsentablen Fachwerkbaues. Rings um den Hauptbau schließen sich die Wirtschaftsgebäude von stattlicher Ausdehnung an. Der Name des Dorfes und des Gutes stammt von der ehemaligen Gutsherrschaft, der Familie von Rau; zuletzt gehörte das Gut der Familie von Stu m m. Zum Gut Nauisch-Holzhaufen gehören insgesamt 700 Morgen (176 Hektar) Land. Die Universität wird davon 600 Morgen bewirtschaften, während 100 Morgen Land für Anlieger-Siedlungen zur Verfügung gestellt werden. Bauetn, die an sich nicht genügend Land haben, erhalten diese 100 Morgen Land zur Verfügung gestellt, um ihre Betriebe auf Ackernahrung bringen zu können. Von den verbleibenden 600 Morgen werden 260 Morgen als Weideland das übrige als Ackerland bewirtschaftet. Bei den Böden handelt es sich zum Teil um gute Lehm-, zum Teil aber auch um Basaltverwitterungsboden, denn das Gebiet liegt noch im Bereich der Ausläufer des Vogelsberges. Zu einem kleineren Bruchteil find auch leichte Sandböden vorhanden. Demnächst wird eine genaue Bodenkartie - rung vorgenommen, da ja gerade für die wissenschaftliche Arbeit die Kenntnisse der Bodenverhältnisse erste Voraussetzung ist. Das Ackerland liegt in unmittelbarer Nähe des Dorfes. Die weitesten Entfernungen vom Gut zu den Ländereien liegen bei etwa 2 Kilometer. An den Wegen, die zu den Feldern führen, stehen rund 1000 Obstbäume der verschiedensten Arten. Das Gut soll, wie es für ein Versuchsgut der Universität fast selbstverständlich ist, eine Bei- s p i e l w ir t s ch a f t für weiten Umkreis werden. Die Landbevölkerung soll aus der praktischen Arbeit im Universitäts-Versuchsgut wertvolle Anregungen für die Bewirtschaftung der eigenen Betriebe gewinnen. Das Gut wird intensiv bewirtschaftet werden. Es soll in den Früchten des Feldes und in den Erträgen der Weiden qualitativ und quan- Die Sozialftelle des Bannes 116 hatte am Sonntag die Sozialwarte und die Sozialreferenten des Bannes 116, sowie des Jungbannes 116 und die Ringsozialreferentinnen des Untergaues 116 zu einer Führertagung nach Bad-Nauheim zusammengerufen. Die Tagung diente dem Zweck, die neu eingesetzten Sozialwarte, die sich durchweg aus älteren, in Fragen der Jugenderziehung erfahrenen Männern rekrutieren, für die Arbeit im Jahre 1939 auszurichten. Oberscharführer Emrich eröffnete die Tagung, die überaus stark besucht war. Dann legte Bannführer Rohrbach nach kurzen Begrüßungsworten in großen Zügen dar, wie er sich die Arbeit der Sozialwarte denke. Er forderte gerade auf diesem Gebiet besonders enge Zusammenarbeit mit Elternhaus und Schule. Im gleichen Sinne sprach Jungbannführer Taesler zu den Anwesenden, indem er hervorhob, daß die Jugenderziehung nicht früh genug einsetzen könne und daß sie gerade im Jungvolk besonders wichtig sei. Der Jugendhilfereferent des Bannes 116, Gefolgschaftsführer Rahn, sprach dann in längeren Ausführungen über die Notwendigkeit einer zielbewuß- ten Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend. Er führte aus, daß der natürliche Zustand der Unfertig; feit des jungen Menschen eine starke Abhängigkeit von den Erwachsenen und daß anderseits der Trieb zum Wachstum und zur Reife des voll verantwortlichen und berufstüchtigen Volksgenossen Förderung und Schutz verlange. Diese Faktoren müßten bei der Erziehungsarbeit der Jugend sowohl von dem Elternhaus, als auch von der Schule und schließlich auch von der HI. besonders beachtet werden. Er wies auf die Fehler von gestern auf dem Gebiet der Jugendfürsorge hin, um aufzuzeicimbn, daß die Jugendhilfe von heute vom Geiste der Vorbeuge und der Vorsorge getragen sei. Verhüten sei nicht nur besser, sondern auch billiger als heilen. Das Ziel, welches sich die HI. bei der Führung des jungen Menschen gestellt habe, sei die Sorge, daß ein leistungsfähiges Geschlecht heranwächst. Die Erziehung der Jugend im nationalsozialistischen Staat sei Erziehung zur deutschen Volksgemeinschaft und zum werden wird. In erster Linie aber dient das Gut der Forschung und der Lehre. Erstellt eine Ergänzung der Versuchsgüter Unterer und Oberer Hardthof dar. Für die Pflanzenzüchtung wird die Möglichkeit gegeben fein, unter anderen Bodenverhältnissen, anderen Grundwasserständen usw. Anbauversuche, Düngungsversuche usw. vorzunehmen. Selbstverständlich wird auch der Schädlingsbekämpfung breiter Raum gegeben werden. Auch die Betriebslehre kann sich in Nauifch-Holz- hausen entfalten und wird ein dankbares Arbeitsfeld finden. Arbeitsmethoden, Maschineneinsatz und der Einsatz an menschlicher Arbeitskraft und was sonst an betriebswirtschaftlichen Forderungen zu berücksichtigen ist, kann hier an Ort und Stelle studiert und praktisch erprobt werden. Die Tierzucht, insbesondere die Schweinezucht, die Rinderzucht und die Schafzucht werden in weitaus größerem Stil betrieben werden können, als es bisher auf den Hardthäfen war. Das Hofgiit Rauisch-Holzhausen ermöglicht es durch die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten im Gutshaus, auch immer wieder eine größere Anzahl Studierender unterzubringen, die sich über mehrere Tage dort aufhalten können, wenn es die Aufgabe erfordert. Damit ist gleichzeitig der Vorteil verbunden, dcrß die Studenten das dörfliche Leben unmittelbar kennenlernen, mit den Bauern austauschen können, weil sie oft genug aus dem Kreis ihrer Arbeit heraus mit ihnen zusammenkommen werden. Auch lernen die Studenten dörfliche Kultur und das Wesen der Dorfgemeinschaft kennen, sie können durch die Veranstaltung von Dorfgemeinschasts- ahenden den Menschen des Landes näher kommen, als es bisher vielleicht bei den Versuchsgütern in Stadtnähe möglich war. Da in Rauisch-Holzhausen noch viel die heimatgebundene Tracht von Frauen und Mädchen getragen wird, so können die Studenten gleichzeitig bäuerliche Kultur kennenlernen. Das Gut Rauisch-Holzhausen bedeutet für die zuständigen Institute unserer Universität eine große Bereicherung, eine Erweiterung ihrer Arbeitsgebiete und gleichzeitig eine Basis zu weiterer vielseitiger Forschungsarbeit. Dienst am Volk. Es gelte einen neuen Menschenlyp zu schaffen, der körperlich und seelisch gesund, sittlich gefestigt, geistig entwickelt, beruflich tüchtig fei, der rassebewußt in Blut und Boden wurzelt und sich dem Volk und Reich gegenüber verpflichtet und verbunden fühlt. Anschließend sprach der Leiter der Sozialabteilung des Gebietes 13 Hessen-Nassau, Wiesbaden, Bannführer Becker, über die dringlichsten sozialen Fragen der Gegenwart. In grundlegenden Ausführungen zeichnete er die Aufgaben auf, die die Hitler- Jugend auf diesem Gebiet im Geiste wahrer Kameradschaft und Volksgemeinschaft in Angriff genommen habe. Er begrüßte es, daß gerade im Großkreis Wetterau sich eine stattliche Anzahl älterer Kameraden zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt hätte, die für dieses Gebiet durch ihre Lebenserfahrung und durch berufliche Kenntnisse besondere Eignung mitbrächten. Er zeigte die Schwierigkeiten bet der Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend. Es gelte vor allen Dingen, die Eltern, die zum Teck noch belastet durch die Eindrücke vergangener Zeiten, noch nicht so mitgehen würden, wie es wünschenswert sei, zur Mitarbeit zu gewinnen. Er sprach dann von der Kameradschaft als Ausgleich der sozialen Gegensätze im öffentlichen Leben. In der HI. gelte der Reiche so viel wie der Arme, und der Volksschüler so viel wie der höhere Schüler. Alle Arbeit, die zu leisten sei, gelte der Leistungssteigerung, um sicherzustellen, daß ein reifes Geschlecht heranwächst, welches dermaleinst zu großen Aufgaben befähigt ist. Abschließend ging er noch in längeren Ausführungen auf die Bedeutung des Nc'ichsberufswettkampfes als Gemeinschaftsarbeit zwischen Hitler-Jugend und Arbeitsfront ein. Alsdann sprach' der Sachbearbeiter für Berufserziehung Pg. Boch über die notwendige Berufserziehung und Berufslenkung des jungen deutschen Menschen. Er zeichnete auf, daß es gerade in der heutigen Zeit darauf ankomme, den jungen Menschen schon in der Schule mehr auf den Beruf auszurichten, den sich der junge Mensch wählen wolle, und daß es Ausgabe auch der HI. fei, hier mitzuarbeiten. Es komme darauf an, frühzeitig der Jugend klar zu machen, daß man nicht nur für einen) bestimmten Berus geeignet ist und für alle übrigen nicht, sondern daß bei dem Mangel an Fachkräften auf den verschiedensten Gebieten der junge Mensch dem Staat gegenüber auch die Verpflichtung hat, Berufe zu ergreifen, zu denen er sich vielleicht ursprünglich nicht so stark hingezogen fühlte. Diese Berufslenkung sei leichter, wenn man schon in früljen Jahren nicht nur die guten Seiten, sondern auch die schlechten Seiten jedes Berufs mit großes Offenheit aufzeichne. Gefolgfchaftsführer K. L. Müller umriß bann in großer Linie die wirtschaftspolitische Arbeit in der Hitler-Jugend. Es sei wichtig, die Unterschiede zwischen nationalsozialistischer und marxistisch-kapitalistischer Wirtsck)aftsführung schon in der HI. klar darzulegen, da die Jugend berufen fei, einmal das Erbe der jetzigen Generation zu übernehmen. Sie müsse das vollenden, was bis jetzt begonnen und erkämpft worden fei. Es sei daher seitens der Wirtschaft der Nachwuchsfrage größere Beachtung zu schenken. Sie dürfe nicht, wie es in vergangenen Zeiten der Fall gewesen sei, mehr oder weniger von Zufällen abhängig sein. Die Hitler-Jugend sei daher auch berufen, schon frühzeitig eine Auslese vorzunehmen (Reichsberufswettkampf) und die für fähig Befundenen der Wirtschaft zum praktischen Einsal; zur Verfügung zu stellen. Der Leiter der Sozialftelle im Bann 116, Oberscharführer Emrich, umriß bann in großen Zügen bie Sozialarbeit. Er ermahnte bie Sozialwarte, sich burch Enttäuschungen nicht beeinbrutfen zu lassen. Gelte es boch unermüblich Arbeit zu leisten 3um Nutzen der deutschen Jugend und damit für ein ewiges Deutschland. Mit dem Gruß an den Führer fand die Arbeitstagung ihren Abschluß. Durchführungsbestimmungen zur Einkommensteuer. Zur Anpassung an das neue Einkommensteuer- gesetz hat das Neichsfinanzministerium auch neue Durchführungsbestimmungen zum Einkommensteuergesetz erlassen. Neben der Anpassung an die neue Rechtslage bringen sie eine Reihe sachlicher Neuerungen, die Regierungsrat Dr. Detter in g in der Deutsche Steuerzeitung behandelt. Es handelt sich dabei um den Pauschbetrag für Wer- bungskosten bei Rentenbezügen. Bei wiederkehrenden Bezügen war bisher für Werbungskosten mindestens ein Pauschbetrag von 200 Mark abzusetzen. Diese Vorschrift stellte eine Billiakeits- maßnahme besonders für Kleinrentner und Altenteilsempfänger dar. Aber unbefriedigend blieb, daß der Pauschbetrag ohne Rücksicht auf die Hohe der titativ eine außerordentliche Leistung zielt werden. Die Bearbeitung des Feldes wird sehr sorgfältig durchgeführt werden, so daß auch schon von dieser Seite her das beste Ergebnis gesichert Vesuchs-Rundgang aus dem Sui Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Ramsch-Holzhausen - Versuchsgut der Universität Gießen Weiterer Ausbau der landwirischastlichen Institute unserer Universität. S Gutshaus Rauisch-Holzhausen — ein prächtiger Fachwerkbau. iUnsere Gießener landwirtschaftlichen Institute und bLuit unsere Universität werden in den nächsten 2-gen eine wertvolle Bereicherung ihrer Lehr- und Irnschungseinrichtungen durch Uebernahrne eines lj> i t c re n Versuchsguts erfahren. lodjon seit langem ist man bemüht gewesen, den IlRdwirtschaftlichen Instituten der Universität Gießen di notwendige Erweiterung ihrer Versuchseinrich- tu gen bereitzustellen, da die vorhandenen den heu- t en Anforderungen nicht mehr genügen. Versuchs- r 'tschaften- und Betriebe bilden heute die entschei- d de Voraussetzung für jede produktive wissenschaft- Arbeit, wie auch für eine zeitgemäße Aus- ß Dung der Studierenden auf dem Gebiet der Land- 'tschast. Wenn es heute, gelungen ist, den land- -tschaftlichen Instituten ~ unserer Universität in niijt allzu großer Entfernung von Gießen ein wei- j Versuchsgut bereitzustellen, so steht Gießen nun tli Arbeitsfeld zur Verfügung, wie wenig anderen Latschen Hochschulen. : fs handelt sich um das 30 Kilometer von Gießen Sm fruchtbaren Ebsdorfer Grund gelegene G u t R- u i s ch - H 0 l z h a u f e n , ein Betrieb, der den dürfnissen unserer- landwirtschaftlichen Institute iPiltgehcnöft gerecht wird. Er umfaßt eine Gesarnt- flrlje von 176 Hektar (700 Morgen),- davon 100 «cktar gutes Ackerland, 76 Hektar Wiesen und Wei- d . Von dieser Fläche werden 25 Hektar für Zwecke bei Anliegersiedlung zur Verfügung gestellt. Die HHenlage beträgt durchschnittlich 220 Meter über Jpt. Der Betrieb ist gut aronbiert und verfügt M r tiefgründige Lehm- und ertragsreiche Basalt- venwitterungsböden. : Der Wirtschaftshof liegt am Rande des Dorfes gi chen Namens, die vorhandenen Gebäude sind a> reichend und befinden sich in gutem baulichen r stand. Es handelt sich hierbei ausschließlich um ■ npne Fachwerksbauten, die sich gut in das Dorf- 6einfügen. Der Betrieb ist mit lebendem und totem Inventar a i reichend ausgestattet. Außerdem sind gut ge= piigte Obstanlagen von Stein- und Kernobst (über W Bäume) vorhanden. Der Viehbestand umfaßt 8> Stück Rindvieh, davon 42 Milchkühe, ferner über 1 Zucht- und Mastschweine (veredeltes Land- fciocin) und 280 Schafe (deutsches schwarzköpfiges Zicschschaf). An Zugvieh sind vorhanden 9 Pferde linii zum Ausgleich des Spitzenbedarfs an Zugkraft !■! Schlepper. jSei feiner Vielgestaltigkeit ist dieser Betrieb für bie besonderen Zwecke eines Versuchsguts der land- niiLschaftlichen Institute ganz besonders geeignet. So können hier Fragen der Tierzüchtung und -Muv.g bei unseren verschiedenen landwirtschaft- Ich n Nutztieren im Rahmen eines größeren Wirt- 1 Mjstsbetr'iebs untersucht werden. Für Versuche auf bfi; Gebiet des Acker- und Pflanzenbaus ist nun- lel r die Möglichkeit gegeben, Parallelversuche unter a l.« ren Klima- und Bodenverhältnissen durchzu- filpen. hie vorhandenen umfangreichen Grünlandflächen em oglichen die Anlage von langjährigen Düngungs- ou nchen. Für betriebswirtschaftliche Untersuchungen iß -5 von großer Bedeutung, daß in Rauisch-Holz- Men alle wichtigen Betriebszweige vertreten find uni es sich um einen wirtschaftlich selbständigen abgerundeten Betrieb handelt, so daß hier vor allem i - MU über einen Teil der Wirtschaftsgebäude des neuen Universitäts-Versuchsgutes. Gegen Zahnstein-Bildung Chlorodont bewährt seit 32 Jahren! SJl.-fport fugend. Die Ergebnisse. platten und Eigenaufnahmen). 16: Nachmittags- | kongert. Eine Kindheitserinnerung von Hermann NSFK.-Gruppe 11 im Gleitflugwettb'ewerb. 19.15:1 Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. des ein. Kl. 3b, Lp. 154, Kp. 20. Kl. 3c, Lp. 162, Kp. 18. Kl. 3b, Lp. 139, Kp. 13. Kl. 3a, Lp. 155, Kp. 12. Kl. 3a, Lp. 105, Kp. 12. Kl. 4b, Lp. 190, Kp. 24. Kl. 4a, Lp. 190, Kp. 20. Kl. 4a, Lp. 186, Kp. 17. Kl. 4b, Lp. 186, Kp. 16. Kl. 5a, Lp. 146, Kp. 18. Kl. 5b, Lp. 155, Kp. 16. Kl. 5a, Lp. 151, Kp. 14. Kl. 5b, Lp. 140, Kp. 5. Kl. 6b, Lp. 146, Kp. 20. Kl. 6c, Lp. 148, Kp. 19. Kl. 6a, Lp. 152, Kp. 15. Kl. 6a, Lp. 139, Kp. 15. Kl. 6b, Lp. 132, Kp. 9. Kl. 7a, Lp. 210, Kp. 20. Kl. 7c, Lp. 183, Kp. 20. Kl. 7b, Lp. 185, Kp. 19. Kl. 7c, Lp. 168, Kp. 11. Kl. 7b, Lp. 166, Kp. 7. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: MorgenUed - Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rheinische Landesorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unterhaltungsorchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Neue deutsche Unterhaltungsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Suiten und Potpourris (II). Industrie-Schall- (Jndustrie-Schallplatten und Eigenausnahmen. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Wir fahren der Sonne entgegen ... 22: Nachrichten. 22.20 bis 24: Das Mysterium von deutschen Geist. Von Ernst Kratzmann. Bearbeitet von Manfred Marlo. (Kl. = Klasse; Lp. = Leistungspunkte; Kp. = Kampspunkte.) Claudius. 18: Lumpen ersparen Devisen. 18.10: Artisten im Rampenlicht. 18.30: Zauber der Haus- lichkeit. Eine heitere Szene von Tinette Taureg. 19: Fliegendes Deutschland. Die Segelflieger der treten und die Boote startbereit gemacht. Um 11 Uhr waren sämtliche 25 Boote startbereit und nach der Flaggenhissung hielt der stellvertretende Ver- einsführer eine kurze Ansprache. Dann gab er das Kommando zum Start. In froher Fahrt ging es lahnaufwärts bis zur Lumdamündung. Mach der Anpaddeln im Kanuklub Gießen-Wieseck. Am Sonntag fanden sich die Kanufahrer In der alten sudetendeutschen Stadt Leitmeri tz an der Elbe gab am Sonntag der Reichssportführer von Tschammer u'n ö Osten das Startkommando des ersten großdeutschen Anruderns. An allen Masten der großdeutschen Rudervereine wurden pünktlich 11 Ühr die Flaggen gehißt, und auf das Zeichen „Los!" tauchten Tausende von Riemen ins Wasser. Im Osten und Westen, Süden und Norden unseres großdeutschen Vaterlandes glitten die schlanken Boote auf Flüsse und Seen hinaus zur ersten Fahrt in den Frühling. In einer kurzen Ansprache über alle deutschen Sender wies der Reichssportführer auf die Bedeutung des Tages hin. Er grüßte die Ruderer des Sudetengaues, die geschloffen mit in vorderster Front bei dem Kampf um den Anschluß an das Reich gestanden haben, und die deutschen Kameraden im Protektorat Böhmen und Mähren, deren Bootshäuser auch in schwerster, nun vergangener Zeit allen Gewalten zum Trotz stets ein fester Hort des Deutschtums waren. Er dankte den wackeren memelländischen Ruderern, die mit eiserner Entschlossenheit und zusammengebissenen Zähnen zwanzig Jahre lang schwerste Unterdrückung geduldig getragen haben. Nun können die Boote der deutschen Ruderer unter der Hakenkreuzflagge ihre Dahn ziehen. Für das schon im Zeichen der Olympiade stehende neue Ruderjahr forderte der Reichssportführer auf, in planvoller Breite narbe i t die sportlichen Kräfte heranzubilden, die nötig sind, um weiterzuschreiten auf der Bahn des Erfolges. Er schloß seine Rede mit den Worten: „Angesichts der festlich wehenden Flaggen und der Wimpel, die heute am Tage des Rudersports für das Winterhilfswerk eure Bootshäuser von der Saar bis zur Weichsel, von der Donau bis zur Nordsee schmücken, im Bewußtsein unserer engen Verbundenheit wollen wir auch in diesem Augenblick dem Führer un- 1. Langemarckschule 2. Iustus-von-Liebig-Schule 3. Iustus-von-Liebig-Schule 4. Iustus-von-Liebig-Schule 4. Langemarckschule 1. Langemarckschule 2. Iustus-von-Liebig-Schule 3. Langemarckschule 4. Iustus-von-Liebig-Schule 1. Langemarckschule 2. Langemarckschule 3. Iustus-von-Liebig-Schule 4. Iustus-von-Liebig-Schule 1. Langemarckschule 2. Langemarckschule 3. Iustus-von-Liebig-Schule 3. Langemarckschule 4. Iustus-von-Liebig-Schule 1. Langemarckschule 1. Langemarckschule 2. Langemarckschule 3. Iustus-von-Liebig-Schule 4. Iustus-von-Liebig-Schule Rückkehr zur Badenburg blieb man noch geraume Zeit in herzlicher Kameradschaft beisammen. Am Nachmittag legten noch einige Kanufahrer Beweise ihrer Fahrkunst ab, die bei den Zuschauern recht beifällig ausgenommen wurden. So endete auch der erste Start der Wiesecker Kanufahrer mit einem erfreulichen Erfolg für den schönen Wassersport. Lillard-Wettspiel Gießen-Kaffei. Nachdem vor 14 Tagen der Gießener Billard- Club beim Kasseler Billard-Sportverein zu Gast gewesen war, wobei Kassel mit 1396 Bällen in Führung gehen konnte, fand am 1. und 2. April das Rückspiel im Cafe Amend in Gießen statt. Inden 64 Partien auf je 150 Bälle auf Matchbillard und kleinem Brett konnte Kassel seinen Vorsprung nicht nur halten, sonder sogar auf 1472 Bälle erhöhen. Während Kassel 8624 Bälle erreichte, war es der spielschwächeren Gießener Mannschaft nur möglich, 7152 Bälle zu erzielen. In echter sportlicher Kameradschaft wurde gekämpft. Obwohl Gießen die Hälfte der Partien beim Rückspiel gewinnen konnte, war der Sieg der Kasseler nie in Frage gestellt. Die Höchstserien erreichten Dr. Schirmer (Gießen) mit 42 Bällen und Cra- mer (Kassel) mit 40 Bällen. Den besten Einzeldurchschnitt erzielte Dr. Schirmer (Gießen) mit 6,818 und den besten Generaldurchschnitt Cramer (Kassel) mit 3,922. ' Wünsdorfs Fechter in Frankfurt geschlagen. Die Fechtmannschaft der Heeressportschule Wüns- dorf stellte sich nach ihren Erfolgen in Dresden, Saarbrücken, München und Offenbach am ersten April-Sonntag in Frankfurt am Main vor. Die Wünsdorfer Offiziere, in deren Reihen man Major Handrick, Major Heigl und Oblt. Lemp vermißte, trugen im Fechtsaal der „Hermannia" einen Abrädor wSicht Hände rillenfauber NSG So fingen die Buben und die Mädel.in den Kindergruppen. Die Kindergruppen der Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes haben sich unter der Jugend im letzten Jahre viel Freunde erworben, die es kaum erwarten können, bis der allwöchentliche Heim-Nachmittag sie wieder vereint. Mit dem Abzeichen der Wolfsangel kann man sie zu ihrem Heim wandern sehen, die ALädel in rotweißkarierten Kleidchen und die Buben im weißen Hemd mit mausgrauer Hose. Wie stark die Kindergruppen im Jahre 1938 zu- genommen haben, zeigen einige Zahlen: 1937 bestanden im Gau Hessen-Nassau 168 Gruppen mit 6849 Mitgliedern, 1938 wuchsen sie bereits auf 421 Gruppen mit 15 947 Mitgliedern an. Für das Deutsche Frauenwerk ist in der Betreuung der Kindergruppen eine schöne Aufgabe gestellt, die den Frauen besonders viel Freude macht. Vor allen Dingen werden als Helferinnen Mitglieder der Jugendgruppen herangezogen. Sie sorgen dafür, daß unsere Jüngsten schon früh zu eifrigen Nationalsozialisten heranwachsen, die wissen, kvas es heißt, immer zur Hilfe für den Nachbarn bereit.zu fein. Appell an die Tierfreunde. Man schreibt uns: Sobald die Sonne höher steigt und wärmer scheint, strebt nicht nur der Mensch häufiger ins Freie, sondern auch die Haustiere verlangen größere Freiheit. Zu diesen gehören auch die Katzen, die den Winter über meist in der warmen Stube oder hinter dem Ofen zugebracht haben. Äe Schädlichkeit: ihres Treibens in Feld und Wald dürfte genügend bekannt sein. Es ist deshalb ratsam, ihnen nicht zu große Freiheit zu gewähren, da sie eines Tages dann doch dem Tode verfallen sind. Aber auch von der Straße oder außerhalb geschlossener Höfe und Gärten in der Stadt sollte man sie fernhalten, damit sie nicht ihrem Totfeinde, dem . Hunde, begegnen, wobei sie meist nach dem Gesetz. , daß dem Stärkeren das Leben gehört, den kürzeren , ziehen. Für den Tierfreund ist solch Kampf immer ein wenig erfreuliches Bild. Es ist Pflicht jedes Tierhalters, dafür zu sorgen, das ihm anvertraute Geschöpf vor Gefahren, mit denen der Verlust des Lebens verbunden ist, nach Möglichkeit zu bewahren. Rundfunkprogramm Mittwoch, 5. April. Wintergerätewettkämpfe der Gießener höheren Schulen. Kurz vor Schluß des Schuljahres trugen die Gießener Höheren Schulen ihre Gerätwettkämpfe in der Unter-, Mittel- und Oberstufe aus. Die Leistungen waren gut, auch bei diesen Kämpfen zeigte 'sich wieder " die Einsatzbereitschaft unserer Vereins zum Änpaddeln an der Badenburg Pünktlich um 9 Uhr würde am Bootshaus ange- „Tag des deutschen Rudersports." wandelbare Treue. und unermüdliche Erfüllung unserer sportlichen Aufgabe geloben. Kampfgeist und Opferwille, getragen von unverbrüchlicher Kameradschaft, sollen auch 1939 der Wegbereiter des Erfolges fein." Das Anrudern auf der Lahn. In Gießen hatten die Winterstürme und auch das Hochwasser der Lahn einigen Schaden an den Bootshäusern und Wasserstegen, wie z. B. beim Ruderklub „Hassia" und bei der Paddlergilde, angerichtet, der für den Sport in diesen Vereinen einige Erschwernisse mit sich bringt. Nach dem Fort- •gang der jungen Menschen zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht sind auch Lücken in den Mannschaften entstanden. Trotzdem haben die Gießener Vereine noch eine stattliche Anzahl von Ruderern zusammenbekommen. Beim Ruderklub „Hassia" waren unter der Leitung des Vereinsfllhrers Fr. Schüßler 50 Ruderer zur Flaggenhissung an- getreten. Nach der Aufforderung zur Aufnahme der Uebungsarbeit gingen auf das Kommando hin drei Vierer und Hin Senior-Vierer sowie zwei Zweier, darunter ein Frauen-Zweier, aufs Wasser. Der Ruderklub „Hassia" hofft, einige gute Nachwuchsmannschaften ins Training bringen zu können. Die Gießener Ruder-Gesellschaft vereinigte ihre Ruderer und Sportfreunde unter der Leitung des Schriftführers Dr. B r e u n i n g um die Fahne. In diesem Jahr war regeres Leben als im Vorjahr zu verzeichnen. Außer einem Achter tarnen vier Vierer, zwei Zweier mit Steuermann und zwei Einer auf das Wasser. Durch Zusammenstellung der Ruderer aus der Olympiazelle hofft die GRG. eine schlagkräftige Mannschaft aufzubringen, die sich auch an Wettkämpfen beteiligen kann. Im allgemeinen ist es auch bei ihr so, daß dem Nachwuchs die Arbeit gilt, weil ältere Sportler in nicht genügender Zahl vorhanden sind. Degen-Mannschaftskampf gegen den deutschen sind deine HosfNUNg, Deutschland! Meister aus, in dem „Herftiannia" mit 26:20 Siegen und 106:109 erhaltenen Treffern siegreich blieb. Bester Fechter war der deutsche Degenrnelster Siegfried Serben (Hermannia), der alle sieden Gefechte gewann. An einem folgenden Degen- Einzelfechten ahf einen Treffer nahmen 14 Fechter teil. Auch hier erwies sich L e r d o n als der Bests Gtabsleiter von Mengden. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat den bisherigen Generalreferenten des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen, Guido von Mengden, zum Stadsleiter des NSRL. ernannt. Das bisherige Generalreferat erhielt die Bezeichnung „Führungsamt". Dem Stabsleiter obliegt die Leitung des NSRL. Der Reichssportführer erteilt für den Stabsleiter die Befugnis, ihn in seiner Eigenschaft als,Führer des NSRL. nach innen und außen zu vertreten. Er ist dem Reichssportführer unmittelbar unterstellt. Mit dieser Ernennung hat der Reichssportführer einen seiner engsten Mitarbeiter geehrt, der ihm in den ganzen Jahren der Entwicklung des DRL. zum NSRL. mit stets bereitem Einsatz und unermüdlicher Schaffenskraft zur Seite stand. Das neugeschaffene Amt des Stabsleiters gibt dem bisher schon im hervorragenden Maße am organisatorischen Aufbau des NSRL. tätigen SA.-Führer Guido von Mengden neue Wirkungsmöglichkeiten im Bereich der Betätigung für den gesamtdeutschen Sport. Die ersten Motorsportabzeichen in der RSKK.-Motorgruppe Hessen. NSG. In einer Feierstunde am Sonntagoormit- tag in den Excelsior-Lichtspielen in Frankfurt am Main erhielten die ersten zehn NSKK.-Führer und -Männer in der Motorgruppe Hessen das Motorsportabzeichen, das im vergangenen Jahr durch den Führer verliehen wurde, durch Gruppenführer Prinz von Hessen überreicht. Mit diesem Abzeichen wurden die erfolgreichsten Männer und Führer der Gruppe» ausgezeichnet, denen diese Ehrung Ansporn zu meiferem Einsatz auf motorsportlichem Gebiet sein wird. Das Motorsportabzeichen erhielten in Gold: Ober- truppsührer Kahr mann und Obertruppführer Willy Schell; in Silber: Oberscharführer B r e n- dcl und in Bronze: Scharführer Jordan, NSKK.-Mann Lottes, Truppführer T re u t - lein, Standartenführer Nagler, Scharführer Ferdinand L e h d e r, Oberscharführer Jakob Lind und Truppführer'Gottfried Schwarz. Gaufachamt Kanu tagte in Gießen. Tms Fachamt Kanusport im Gau XII (Hessen) des NSRL. hiel^ am Sonntag unter Leitung des Gaufachwartes Pg. Walther G u t a ck e r (Kassel) im Hotel Hopfeid in Gießen eine gutbesuchte Tagung der Vereinsführer und Kreisfachwarte ab. In mehrstündiger Arbeitssitzung trugen der Gaufachwart und seine Mitarbeiter die für das begonnene Sportjahr im Vordergrund stehenden Fragen vor. Insbesondere kamen neben allgemein- organisatorischen Fragen zur Sprache: die, Einführung der Wassersportflagge und des Flaggenschei- ncs, die neuen Wettkampsbestimmungen und der Wettkampfplan für 1939, die Jugendarbeit und ihre Förderung, ferner organisatorische Fragen des Wasserwanderns und Zeltens sowie der Kajakslalom, über dessen Wesen und Durchführung der Gauob- mann Kropf (Kassel) ausführlich berichtete. Die Tagung bot reichlich Gelegenheit zu ersprießlichem Erfahrungs- und Gedankenaustausch, und zeigte zugleich die Notwendigkeit, künftig regelmäßig derartige Gautagungen des Fachamtes durchzu- führen. 9as AMchm Maye. Roman von Walther filoepffer. Copyright by darl Äuncker Äerlag,Aerlin>VZ5 36 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Maxie fuhr mit dem Kopf in die Höhe und sagte rasch: „Jawohl, das stimmt, Onkel Brettschneider!" „Das ist eine döse Geschichte, mein Kind. Was ist denn vorgefallen'?" „Dein Doktor Holl mag als Arzt so tüchtig sein, wie er will. Mir gegenüber hat er sich ganz unglaublich benommen. Du wirst verstehen, wenn ich nicht gern davon spreche." Brettschneider seufzte. „Gott, was seid ihr jungen Leute schwierig! Erst macht ihr ein Mordsgetöse von eurer Liebe, und bann ist auf einmal alles so gründlich verfahren, daß mir mein bester Mann davonläuft. Mache einmal Gewissensforschung. Bist du nicht auch selbst ein bißchen daran schuld? Du kannst zuweilen sehr temperamentvoll fein, Liane. Läßt sich denn diese Entgleisung nicht wieder einrenken?" „Einrenken?" lachte Maxie höhnisch. „Ich bedanke mich dafür! Dazu ist mir dein vielgerühmter Doktor Holl denn doch zu unsauber." „Was sind das für Ausdrücke? Da muß ich Holl schon in Schutz nehmen. Holl mag sein, wie er will, aber unehrenhaft handelt er nicht. Das meinst du doch? Ich verstehe mich ein wenig auf Menschen, liebe Liane." „So? Dann will ich dir Menschenkenner meine persönliche Erfahrung nicht länger vorenthalten", spottete Maxie. „Wie findest du das, wenn ein Herr eine Dame, mit der er so gut wie verlobt ist, hinterrücks mit einem anderen Mädchen betrügt?" „Schuftig. Aber das kann doch auf den Kollegen Holl nicht zutreffen. Der hat, wie ich ihn kenne, überhaupt keine Frauen im Kopf. Der ist viel zu ernst und gediegen für so ctnyis", verteidigte Brettschneider voll Ueberzeugung. „Dann tue mir den Gefallen und höre zu." Maxie war so empört, daß sie alle Scham überwand und dem Professor den Ablauf der Geschehnisse von A bis Z berichtete; den Fall Scheuert, das Auftauchen des Mädchens Anna Schwiebus und endlich jene Episode im Krankenstaus, die ihren Stolz aufs tiefste verletzt hatte. Maxie brachte diese Geschichte nur stockend heraus, und ihre Augen funkelten vor Erregung. Als alles vorbei war, schwieg fie finster. „Schwiebus sagst hu? Anna Schwiebus? Wann. war denn dieser Zwischenfall eigentlich? Das würde mich doch interessieren", murmelte Brettschneider und bearbeitete seinen Bart. Das kann ich dir ganz genau sagen, denn so etwas vergißt man nicht. Das war am letzten Dienstag gegen fünf Uhr. Noch ein Datum gefällig?" Der Professor ließ den Patriarchenbart fahren und wetterte los: „Liane, jetzt geht mir ein Licht auf! Na so was! Mädchen, hier waltet ein grobem Mißverständnis, und du bist ein eifersüchtiges dummes Schaf. Von einem alten Herrn kannst du das ruijig annehmen. Du hast ja auch noch andere Fehler, ab'er die wollen wir auf sich beruhen lassen. So, nun spitz mal deine hübschen kleinen Ohren. Im Fall Scheuert, um gleich am Anfang zu beginnen, hat Holl durchaus korrekt gehandelt, und du hast dich wie eine unvernünftige Gans betragen. Daß dir nach dem Erlebnis bei Frau Tukan Gewissensbisse gekommen sind, läßt mich einiges für dich hoffen. Aber was nachher war, das ist fo ziemlich das verrückteste Mißverständnis, das die Weltgeschichte je erlebt hat." Hier legte Brettschneider eine Pause em, teils aus rednerischen Gründen, teils aus Mangel an Atem. Maxie stand klein unb verwirrt da, zog ein gekränktes Mäulchen und fand, daß in dieser Rede etwas viel Deutlichkeit war. Brettschneider, der jetzt wieder gut bei Luft war, fuhr fort: „Das mit der Anna Schwiebus ist goldig! Weißt du, weshalb sie bei Holl war? Nicht eines Schäferstündchens halber — das möchte ich mir auch schönstens verbeten haben, denn wir haben ein Krankenhaus drüben und keinen Rokokopavillon —, sondern wegen einer Blutentnahme, die Holl zu seinen Versuchen brauchte. Das weiß ich zufällig ganz genau. Und du wirst gütigst einräumen, daß man die Bluse ausziehen muß, so man in den Arm gepiekt wird. So viel über diesen katastrophalen »Irrtum, der mich einen Mann wie Doktor Holl kostet. Dieses Mißverständnis entschuldigt aber nur teilweise. Denn ein Mädchen mit ein bissel Verstand geht den Dingen auf den Grund, spricht sich aus und schreibt nicht gleich Brandbriefe. Meine liebe Liane, du hast dir eine schöne Suppe eingebrockt — mit deiner Liebe scheint es überhaupt ein bißchen zu hapern. Wenn man jemand lieb hat, muß man doch auch Vertrauen zu ihm haben. Oder nicht?" schloß er etwas milder feine Rede In Maxie entstand während diefes Sturzbaches von Wor-ten ein wilder Wirbel von Gefühlen: Verblüffung, Lchrecken, Jubel, Reue, Angst. Die kugelten nun in ihr durcheinander und machten sie hilflos und ungeschickt zu jeder Entschuldigung. Schließlich meinte sie sogar. Nicht laut und nicht störend, sondern mehr nach innen. „Ach, Onkel Brettschneider, was habe ich da an- gestellt?" war alles, was fie herausbrachte. „Heule nicht. Vom Heulen wird es nicht anders. Zerbrich dir lieber den Kopf, wie du das gutmachen kannst. Holl ist drüben im Krankenhaus. Der arme Mensch sieht auch nicht zum besten aus; so einen verbitterten Zug unter der Nase, Mädchen, das kenne ich. Kunststück, nach deinem Theater! Geh rüber, mach schon „Bitte, bitte!" und laß endlich mal diese Schwiebus aus dem Spiel. Ist doch alles ganz harmlos mit der. Muß ich auf meine alten Tage noch fo’n zerbrochenes Liebesidyll zusammenleimen! Wenn Holl dir deinen Brief um die Ohren schlägt, weiß Gott, ich könnte es ihm nicht verdenken. Versuchen kannst du es ja." Professor Brettschneider war sonst der beste Mensch, aber heute führte er eine ziemstch kräftige Sprache, mit zackigen Bildern durchsetzt, um das Mädchen tüchtig aufzurütteln. „Ich schäme mich", flüsterte Maxie unb streichelte den Aermel des alten Mannes. „Schämen kannst du später besorgen. Jetzt mußt du 001/ allem einmal ran an den Speck, da hilft nichts. Du hast Holl verkrümpelt, bügele ihn gefälligst auch wieder aus. Ob der Schaden noch zu reparieren ist, weiß ich nicht. So einer ist kein Hampelmann; wenn du ihn dir verscherzt hast, soll es mir leid tun. Guten Tag, Liane!" Als der Professor sich entfernt hatte, schlüpfte Maxie voll Kummer in ihre Jacke, puderte ein wenig die rote Nasenspitze und setzte ihr modisches Hütchen auf. Dann ging sie rasch zum Krankenhaus hinüber und war ein bißchen blind und schußlig vor Aufregung. Der erste Mensch, der ihr in den Weg lies, war Dr. Kistenmachen. „Ich muß sofort Doktor Holl sprechen", hastete sie. Das Unglücklichsein sah ihr aus den Augen. Die zwei können einen wahrhaft schwächen, dachte Kistenmacher und zauderte ein bedauerndes Lächeln zutage. „Kollege Holl ist leider vor zehn Minuten weg- gegangen. Wohin, weiß ich nicht. Er ist seit einiger Zeit, wie soll ich sagen, ein bißchen komisch. Er hatte einen Koffer bei sich und warf mir von fern nur ein paar unverständliche Worte zu, die nach Verabschiedung klangen." „Sehen mir in seinem Zimmer nach." „Gern, Fräulein Hegemann!" Das Zimmer war leer. Alle Kästen und Schubladen mareji ausgeräumt. „Das sieht nicht aus, als ob er wiederkommen wollte", meinte Dr. Kistenmacher bestürzt. „Vielleicht weih der Herr Professor Näheres?" „Kennen Sie Holls Wohnung? Er hat doch seine Familie hier." 71 „Jawohl, die kenne ich. Warten Sie, ich schreibe Ihnen die Anschrift auf. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?" „Nein, danke! Wiedersehen, Doktor Kistenmacher! Maxie ging mit dumpfen Kopf zum Pförtner uni) rief die Villa an. Sie käme heute nicht zum Essen, sie müßte Dringendes erledigen. Dann ließ sie eine Taxie kommen Und fuhr nach Giesing. Schmale Gas' fen, Vorstadt, sehr niedrige oder sehr hohe Häuser, Ein finsterer Hausflur und wilde Gerüche im Stiege nhaus; halb ausgebrannte Birnen, die das Tageslicht ersetzen mußten; Kindergekreisch und Weiber- gezänk. So also wohnt Georg, mußte Maxie denken, als sie an einer der vielen Türen klingelte. Mitleid beschlich sie. Hinter dieser Tür war es ausfallend sauber, aui hell und freundlich. Zwei Kleiderkästen standen hl i Korridor. Die alte Frau, die ihr geöffnet hatte, wunderte sich nicht einmal über die fremde jungt Dame, denn sie vermutete eine neue Kundin in ihr. Das Wundern begann erst, als fie sich vorsteM j und nach Dr. Georg Holl fragte. Mutter Holl ent' sann sich, daß Georg ihr von diesem Fräulein Hegemann erzählt hatte, wenig zwar und vor geraumer Zeit, aber mit großer Begeisterung. SoM war sie leidlich im Bilde. * „Wollen Sie nicht eintreten, Fräulein?" „Wenn Sie erlauben." - 1 Maxie wurde in eine bescheidene Stube geführt wo eine Nähmaschine stand und ein eiserner OW mit spaßigen Füßen. An der Wand verblaßte ßidjt bilder in Laubsägerahmen, ein Kanarienkäfig UN" eine Kuckucksuhr. „Sie wollen meinen Aeltesten sprechen?" „Ja. Es ist dringend", sagte Maxie besangen. I „Ich kann Ihnen leider keine Auskunft geben, er steckt. Aber nehmen Sie doch Platz. Ist er denn nicht im Krankenhaus?" „Nein", erwiderte Maxie leise Und war de» Tränen nahe. . „Ist etwas geschehen?" fragte die alte Frau besorg' „Geschehen? Nein. Wenigstens nicht in den Sinn, wie Sie es meinen. Es betrifft mich uni । ihn", stotterte Maxie. J „Vielleicht können Sie mir sagen, um was e- sich handelt", ermunterte die alte Frau. Sie wjj klein und schmächtig, unb niemand traute ihr fow Prügelkerle von Söhnen zu. Sie hatte wegen, Feiertags ihr gutes Hauskleid an und befaß ein geschickt zupackende Art, an die Dinge heranzuko'i, men. Sie verbreitete Zutrauen und Mütterlichk^ um sich. (Fortsetzung folgt-/