Nr. 30 Erstes Matt 189. Jahrgang Samstag, ^./Sonntag, 5. Zebruar 1939 Prüft und Verlag: vrühlsche UnIverfitStsdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleitung und SeschSftzftelle: Schulstraße 7 i n I n - Vizeadmiral Beatty hinauf: neue Typen ins verantwortungsvollen Kommandostellen auf aus- das An- Lö- ... ----- Jange hatte die brüifche Oef- fentlichkeit bereits gefordert, daß „the strong silent griff genommen und einer zweckentsprechenden sung entgegengeführt. pcn auf die einzelnen Jndustriefirmen verteilt werden sollen. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert, anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. !ßereinbg.250/o mehr. ErmShtgte Grundpreise: Stellen:, Derelns«. gemein^ nühige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B t e m Willen zur Zusammenarbeit politischem sowie auf wirtschaftlichem Gebiet gestattet sein, als es heute der Fall sei. Auch der Minister für den Ueberseehandel, H u n d- s o n, beschäftigte sich in einer Rede mit Welthandelsfragen und erklärte, auf diesem Gebiete hänge alles von gegenseitigem Vertrauen ab. Durch das deutsch-englische Kohlenabkommen sei eine seit langem offenstehende Frage bereinigt worden; er hoffe, daß man dieses Abkommen in einen sämtliche Länder Europas umfassenden Vertrag werde erweitern können. Sollte es gelingen, auch andereJndustrien zu einer Bereinigung ihrer Meinungsverschiedenheiten zu bringen, so wäre das einer der größten vorbereitenden Schritte zu einer politischen Befriedung. Er sei der Auffassung, daß das Vertrauen auf künftigen Frieden in Europa ständig wachse. und Sckleppertypen eine entscheidende Bereinigung. Ferner ist eine Geneh - dern unbequem werden. Der Führer hat über unsere Entschlossenheit, vor keiner Drohung zurückzuweichen, nicht den geringsten Zweifel gelassen. Der Mangel an ausreichenden Gold- und Devisenreserven, ertragsreichen Auslandsanlagen und eigenen kolonialen Wirtschaftsgebieten beschränkte die deutsche Wirtschaft für Bezahlung ihrer Einfuhr auf die Devisenerlöse aus ihrer Ausfuhr. Das hat mehr und mehr dazu geführt, vor allem aus den Ländern Rohstoffe und Lebensmittel zu beziehen, die bereit waren, deutsche Waren aufzunehmen. So kam es zu einem immer ausgedehnteren Warentauschver- kehr, der mit Hilfe der Verrechnungs- und Zahlungsabkommen sich vom Zwang zur Zahlung in Devisen weitgehend freigemacht hat. Als deoisen- armes Land sind wir eben auf Gegenseitigkeitsge- schäfte angewiesen und wir haben für unsere Lage bei einer Reihe von Ländern volles Verständnis gefunden, die gerne bereit waren, für deutsche Qualitätswaren, namentlich industrielle Produktionsgüter wie Maschinen uns im Tausch ihre eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und industriellen Rohstoffe zu liefern. So hat sich die deutsche Ausfuhr naturgemäß von den westlichen Industriestaaten immer mehr nach den Rohstoff- und Agrarlän- gern Südosteuropas, Borderasiens, Nordeuropas und Süd- und Mittelamerikas verlagert. Die w'rt- schaftliche Struktur dieser Länder bietet eine natürliche Ergänzung der deutschen Wirtschaft. Nament- lich in füdosteuropäischen Ländern wie Ungarn, Jugoslawien und Bulgarien konnten wir im Hinblick auf die Bedürfnisse unserer Landwirtschaft den verstärkten Anbau von Oelfrüchten und Mais an- regen. Auch die Förderung der Bodenschätze wurde besonders in Jugoslawien im Hinblick auf den Bedarf der deutschen Industrie verstärkt. Was Deutsch- land dafür liefert, sind vor allem industrielle Produktionsgüter, die der wirtschaftlichen Erschließung der industriell noch unentwickelten Länder dienen, aber auch Fertigwaren. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Aegypten, der Türkei und im Iran, wo namentlich Wolle und Baumwolle, Oele und Fette wicht'ge Ausfuhrgüter sind, während die ibero- amerikanischen Länder, die im deutschen Außenhandel eine immer bedeutsamere Rolle spielen, Erze, Fleisch und Kolonialwaren exportieren. Obwohl sich dieser Warenaustausckverkehr gut angelassen hat und zu beiderseitiger" Zufriedenheit Deutschlands und feiner Handelspartner arbeitet — so konnten z. B. Süd- und Mittelamerika 1938 15,5 v. H. der deutschen Einfuhr decken f'ftatt ■ 9,6 im Jahre 1932) und Südosteuropa 8,9 lstatt 5,0 im Jahre 1932) — zwingt der deutsche Devisenmangel doch zu einer sorgfältigen Verbrauchslenkung. Durch Einsparungen bei der Einfuhr von Lebensmi"eln und Rohstoffen für Verbrauchsgüter konnten Einfuhrmöglichkeiten für den dringenden Bedarf der Produktionsgüterindustrie geschaffen werden. So hat das Institut für Konjunkturforschung festgestellt, daß der Anteil der industriellen Verbrauchsgüter an der Gesamteinfuhr von 22 v. H. im Jahre 1929 auf 15,4 v. H. im Jahre 1937 ermäßigt werden konnte. In der gleichen Zeit stieg der Anteil der Produk- tionsgüter von 14 v. H. auf 16,9. Aus dem gleichen Grunde der Devisenersparnis bedarf der deutsche Außenhandel auch nach der Richtung hin der Lenkung, daß die Ausfuhr solcher Güter bevorzugt wird, die verhältnismäßig wenig ausländische Rohstoffe und möglichst viel deutsche Arbeit enthalten, während wir' umgekehrt vornehmlich solche Güter einzuführen suchen, in denen wenig Arbeitskosten und hohe Rohstoffanteile stecken. Auch hierüber hat das Institut für Kamunktursorschung aufschlußreiche Zahlen veröffentlicht. Danach haben die Fertig- Der Förderung des technischen Fortschrittes diene die Planung einer großen Forschüngsanstalt, die unter Leitung von Prof. Porsche gestellt werde und den Unternehmungen zu Erprobungen zur Verfügung stehen soll. Mit der Neuordnung der Kraftfahrzeugwirtschaft aber wird gleichzeitig' ' Problem Kraftfahrzeug — Schiene in Der Admiral mit dem „Aelson-Winki". Admiral Lord Ehatfield, Englands neuer »Minister für Koordination der Verteidigung". Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. (Erld)etm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©teßener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehev Postschecklonto: Zronlfurt am Main 11688 g u n g zu tun haben. Wenn man den Versicherungen der „Junioren-Minister" in Ehamberlains Kabinett, die seit Wochen mit leidenschaftlicher Schärfe eine Umbesetzung der „landesverteidi- gungs-wichtigen" Ministerien fordern, glaubt, so war Thomas Jnskip allen großen Erwartungen zum Trotz nicht der rechte Mann am rechten Platz. Die Einwendungen richteten sich vor allem gegen die bürokratische Form seiner Amtsführung und gegen seinen angeblichen Mangel an Organisationstalent — die erste und wichtigste Voraussetzung für einen solchen Posten. Premiermimster Chamberlain hat diesen Stimmen, die von weiten Kreisen der öffentlichen Meinung unterstützt wurden, Rechnung getragen: der „bürokratische Jurist" mußte weichen — an feine Stelle ist soeben der „Admiral of the Fleet" Lord Er nie Ehatfield getreten. Die Persönlichkeit dieses neuen Mannes auf einem der wichtigsten Posten des englischen Kabinetts bietet dem Premierminister eine Gewähr dafür, daß jede Kritik personeller oder fachlicher Art schweigen wird. Mit keiner Persönlichkeit der heutigen „Admirality" wird -7 weit über das Offizierkorps der Flotte hinaus — ein solcher Kult getrieben wie mit Admiral Ehat- sielt, dem „strong silent man", dem „großen Schweiger". Er hat sich diesen Ruf nicht als „Friedensadmiral" verdient, der Nimbus, der ihn im Volk und in der Flotte umkleidet, ist gegründet auf die großen Seeschlachten des Weltkrieges, in Denen er als „Flag Captain" das Admiralschiff „Sion" mit der ihm eigenen unerschütterlichen Ruhe befehligte. Schlagzeilen der englischen Presse bezeichnen Ehat- field gern als den Admiral mit dem „ N e 1 s o n -1 o u c h ", dem „Nelson-Instinkt". Drei Seeschlachten des Weltkrieges — bei Helgoland, der Doggerbank und am Skagerrak — haben ihm diesen Ehrentitel eingebracht. Bereits kurz vor Ausbruch des Weltkrieges — im Frühsommer 1914 — wurde Ehatfield zum „Flag-Captain" des Vizeadmirals Beatty ernannt und damit zum Kommandanten feines Flaggschiffes, des Schlachtkreuzers „L i o n". Das Geschwader des Vizeadmirals Beatty stattete unmittelbar vor dem Ausbruch der Weltkriegs-Katastrophe der russischen Flottenstation K r o n st a d t den Besuch ab, der aller Welt die engen Bmde demonstrieren sollte, die auch auf maritimem Gebiet das alliierte England und Rußland verbanden. Lord Ehatfields Feuerprobe war die Schlacht bei Helgoland am 28. Augull 1914. In den „head - lines" der englischen Prelle erschien sein Name aber erst nach der Seeschlacht an der D o g g e r b a n k am 24. Januar 1915 Seit diesem Tage gehört er zu den Großen der „Grand-Fleet", als Flaggschiff-Kommandant stand er an der Seite des Vizeadmirals Beatty auf der Kommandobrücke der „ßion". Um 9 Uhr früh hatte die „Lion" den tödlichen Angriff auf den deutschen , Blücher" eröffnet, da wurde das britische Admiralschiff selbst in der Wasserlinie getroffen — und nun setzte eine Beschießung ein, deren Treffer die „Lian" außer Gefecht setzte. Einzig und allem der Kaltblütigkeit des Flaggschiff-Karnrnandanten Ehatfield war es zu verdanken, daß Beatty wenigstens noch den lieber» blick über die Seeschlacht behielt. Ehatfield brachte Die deutsch-englischen Handelsbeziehungen Lord Halifax wünscht Vertrauen und Zusammenarbeit. Lpd. Frankfurt a. M., 3. Febr. Dor führen- sen sich auf die Dauer die Aufgaben der Motori- cn-i-i- - K «rv r— sierung weder wirtschaftlich noch militärisch lösen. Eine noch weitgehendere Uebersetzung aber zeige Zubehör- und Ersatzteilerzeugung, --- Autohandel und die Lagerhaltung, die in ihrer Organisation einen heute nicht mehr vertretbaren Aufwand an Arbeitskraft, Material und Kapital erfordere. Die zur Zeit in Vorbereitung T ypenbereinigung wird noch im Laufe dieses Jahres ,pi Ende geführt und die Ty- (Nachdruck verboten.) Ch. H. London, im Februar. Sollten haben sich größere Erwartungen an einen Mann geknüpft, als an S i r Thomas Jnskip, den hervorragenden englischen Juristen und Politiker, als er vor einiger Zeit das neu errichtete Ministerium für „Eoordination of Defence" übernahm. Unter den zahlreichen ministeriellen Ressorts, denen zu Lande, zur See und in der Lust die Verteidigung des englischen Empire obliegt, fiel dem neuen „Äooröinationsminifter" eine besondere Aufgabe zu. nämlich die ein» h e i t l i ch e Planung und die Organisation der aweckmäßigen Zusammenarbeit zwischen sämtlichen Ministerien und militärischen Dienststellen, die mit der L a n d e s v e r t e i d i - Die Aeuordmmg der Kraflschrzeußwirlschail Oberst von Schell sprach in Frankfurt a. M. London, 3. Febr. (Europapreß.) Außenminister Lord Halifax hielt in der Stadthalle von Hüll eine Rede, in der er sich ausführlich mit dem Verhältnis zwischen England und Deutschland beschäftigte. Die politische Lage bezeichnete Lord Halifax als u n - befriedigend. „Wenn alle unsere Versuche mißlingen sollten", sagte Halifax, „und unser Land in einen Krieg verwickelt wird, so haben wir das reine Gewissen, alles, was in unserer Macht gestanden hat, getan zu haben, um die Katastrophe zu vermeiden. Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, daß ein Krieg unvermeidlich ist!" Lord Halifax kam auf die Erklärungen Adolf Hitlers im Reichstag zu sprechen, nach denen das Leben der deutschen Nation von der Ausfuhr a b h ä n g e. Diese Feststellung sei zutreffend und gelte auch für Großbritannien. Dagegen bestritt Lord Halifax die Richtigkeit der Feststellung, der letzte Krieg sei geführt worden, um Deutschland vom Welthandel auszuschließen. Deutschlands Handel habe geblüht, wenn der Handel Englands geblüht habe. Der Niedergang des deutschen Handels hätte auch Rückwirkungen auf den englischen Handel gehabt. „Warum sollten wir daher wünschen, Deutschland jetzt aus dem Welthandel zu verdrängen?", so fragte der Außenminister. Die englische Regierung vertrete die Ansicht, daß in einer Zeit der wirtschaftlichen Blüte sowie des Aufbaus und Friedens der Handel in der ganzen Welt einen Aufschwung nehmen müsse. Die Ursache der Krisis, unter der die Wirtschaft leide, sei die Furcht vordem Kriege. Hitler habe eine lange Friedensperiode vorausgesagt. Nirgends hoffe man mehr als in England auf die Erfüllung dieser Prophezeiung. Der Abschluß der deutsch-englischen Kohlenverhandlungen sei vorbildlich, da er einen „praktischen Beitrag für die Zusammenarbeit zweier Nationen und ein hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft" darstelle. „Denn", so führte Lord Halifax weiter aus, „die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und England ist nicht nur wünschenswert, sondern not5 roenbi g." Lord Halifax betonte abschließend, daß zwischen Deutschland und England keinerlei Fragen stünden, die nicht auf dem Wege des freundschaftlichen Meinungsaustausches beigelegt werden könnten. Allgemeine Beilegung der Streitigkeiten könne erst geschehen, wenn alle beteiligten Nationen von hem Wunsch beseelt seien, eine friedliche Einigung über die zur Diskussion stehenden Punkte zu erreichen. Das heiße, Europa müsse jetzt m i t einem größeren Maß von Vertrauen und gu - dem braun gebrannten Seemannsgesicht und dem schmalen Mund, der ebenso zu schweigen wie zu kommandieren versteht, entstammt einer Familie, Die schon seit Generationen im englischen Weltreich hervorragende Männer auf vorgeschobenem Posten stellte. Auch Admiral Ehatfield hat sich — im Krieg und Frieden — auf allen sieben Meeren die Stürme um die Ohren wehen lassen, wie es England von den Prominenten seiner Admiralität verlangt. Die Ernennung zum „Koordinationsminister für Verteidigung" traf ihn, als er gerade seine Tätigkeit zur Reorganisation der englischen Verteidigung dien beendet hatte. Lange hatte die briti OerZwang zumExpori. Der Führer hat in seiner Rede vor dem Groß- deutschen Reichstag am Tag der nationalsozialistischen Erhebung unsere Forderung nach Rückgabe unserer Kolonien in engen Zusammenhang gebracht mit unserer wirtschaftlichen Lage. Wir müssen 135 Menschen auf den Quadratkilometer ernähren und beschäftigen. Der Ausdehnung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung setzen Boden und Klima ge- wisse Grenzen. Die Beschaffung industrieller Rohstoffe ist trotz der großartigen Erfolge unserer Wissenschaft und Technik im Aufgabenkreis des Dier- jahresplans doch nur auf bestimmten Gebieten und in gewissem Umfang aus eigener Kraft möglich. Wir brauchen also eine Ausweitung unseres Lebensraums, die uns im Kreislauf der eigenen Wirtschaft die notwendige Ergänzung unserer Rohstoff- und Nahrungsmittelbeschaffung gestatten würde. Das britische Weltreich, Frankreich, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, aber auch viele kleinere Staaten, wie Holland, Belgien und Portugal, verfügen über diesen Raum und eine ebenso reiche wie vielseitige Ernährungs- und Rohstoffgrundlage, obwohl sie alle mit ihren Außenbesitzungen und überseeischen Kolonien kaum ein Zehntel der Volksdichte aufweisen wie Deutschland. Da man uns aber die Rückgabe unserer Kolonien wider Vernunft und Recht unter den lächerlichsten Vorwänden verweigert, müssen wir einen anderen Weg einschlagen, um uns eine ausreichende Rohstoff, und Ernäh- rungsgrunblage zu sichern. Wir müssen unsere Aus- fuhr mit allen Mitteln und unter allen Umständen auf das äußerste steigern, damit wir im Austausch mit unseren Waren aus dem Ausland diejenigen Rohstoffe und Lebensrnittel hereinholen können, die wir selbst nicht oder nicht genügend besitzen oder erzeugen, aber brauchen, um Leben und Arbeit des deutschen Volkes zu gewährleisten. Das ist die große Ausgabe, vor die wir uns gestellt sehen aus dem Zwang einer Lage heraus, für die wir nicht verantwortlich sind, und um so weniger wird uns irgend etwas davon abhalten, an die Lösung dieser Aufgabe unsere ganze Kraft und unseren ganzen Willen zu setzen, gleichgültig, ob wir mit unseren Außenhandelsmethoden anderen Län- Halifax findet Zustimmung. London, 4. Febr. (DNB.) Funkspruch.) Die „Times" und der „Daily Telegraph" befassen sich eingehend mit der Rede von Lord Halifax. Die „Times" schreibt unter Bezugnahme auf die Reichs- tagsreöe des Führers und die Erklärungen von Lord Halifax, verantwortungsbewußte Leute wüßten, daß Deutschland in jederBeziehung das Recht habe, seinen Handel zu fördern, die Einfuhr von Lebensrnitteln, Rohstoffen und ande- rcn notwendigen Waren zu steigern und die erforderlichen Zahlungsmittel durch Ausfuhrsteigerung zu beschaffen. Sie gingen noch weiter und gäben ZU. daß Deutschland in gewissen Teilender Welt aus geographischen und wirtschaftlichen Gründen berechtigt sei, ben größten Seither Einfuhr und Ausfuhr für sich in Anspruch zu nehmen. Sie beneideten Deutschland nicht, sondern begrüßen das sogar. Deutschland und England seien gegenseitig die besten Kunden. Beide hätten also ein direktes Interesse daran, daß es dem anderen gut gehe. Das Blatt behauptet dann, daß weniger die Ausdehnungsbestrebungen des deutschen Handels als vielmehr die „angewandten Methoden" Grund zur Verärgerung seien, gibt aber gleichzeitig zu, daß man von Deutschland nicht verlangen könne, sein neues Handelssystem zu ändern. — „Daily Telegraph" schreibt, die deutsch-englische Einigung in der Kohlenfrage sei ein hoffnungsvolles Vorzeichen für die Zukunft, weil sie beweise, daß Deutschland und England trotz aller ideologischen Unterschiede zu beiderseiti- gemVorteil Zusammenarbeiten könnten. Chatfield" in die Zentrale berufen würde. Jetzt ist an die Stelle des fülligen, jovialen Advokaten Thomas Jnskip im Ministerium für „Coordination of defence“ der, nüchterne, energische Seeoffizier getreten — England hofft von ihm, daß er die frische ßuft der sieben Meere an den Regierungssitz nach Whitehall mitbringen werde. Dr. Ley fährt nach London. Berlin, 3. Febr. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley begibt sich am Sonntag zu einem dreitägigen Aufenthalt nach London, um auf Einladung des National Fitneß Komitee als Präsident des Internationalen Zentralbüros „Freude und A r b e i t " an ber Sitzung des Internationalen Beratungskomitees teilzunehmen. Zur Erörterung steht die Festsetzung des nächsten Tagungsortes für den im vergangenen Jahre in Rom abgehaltenen Weltkongreß „Freude und Arbeit". Das Programm des Londoner Aufenthaltes sieht auch einen Empfang beim Premierminister Chamberlain vor. fast alle großen und Grundtyven im Personenkraftwagenbau, 113 Ty- - ..^offenen in der bri- pen an Lastkraftw.men und etwa 150 Kraftradtynen tischen Flotte innegehabt. Der heute 65jähxige mit I hergtzstellt. Durch diese Mannigfaltigkeit aber las- Admiral Beattn — offenbar ebenso unberührt wie sein Flaggschiffkommandant • an diesen: uuytiiuji» uei yiuicoenüigren einer ^xporiaus- field, mit unseren , Kähnen" ist heute irgend etwas Weitung und derErfüllung vordringlicher mi- nicht in Ordnung. Gehen Sie zwei Strich näher an llitä rischer Aufgaben in der vorhandenen den Feind! Und Ehatfield manövrierte das Admi-! Organisation und den bisherigen Mitteln nicht ge- ralsschiff mit derselben Unbeirrtheit im tödlichen löst werden. Man müsse daher unverzüalich zu Feuer des Feindes, wie er sie bei Dutzenden von einer Rationalisierung von Mensch, Ma- rZlottenmanövern bewiesen hatte. Auch in diesem * terial und Geldaufwand schreiten und vor allem kritischsten Augenblick der britischen Seegeschichte das nicht mehr vertretbare Ausmaß an Son- dlieb Lord Ehatfield — „the strong silent man", derkonstruktionen beschränken. Gegen- Nach dem Ärieoe hat Lord Ehatneld — 1937 markig werden in Deutschland noch 52 verschiedene wurde er zum Earl ernannt — fast alle großen und Grundtypen im Personenkraftwagenbau, 113 Ty- . , . den Vertretern des öffentlichen Lebens, der Wehr- bann das Wunder fertig, das völlig manövrier- j macht und Wirtschaft sprach in Anwesenheit des unfähige Schiff im Schlepp der ,Lndomitable" nach Gaulriters der Generalbevollmächtigte für bas'bie Nolyth zu retten. ! Kraftfahrwesen Oberst v an Schell über bie ber A Und bann stand er mieber neben Vizeadmiral | Neuorbnung ber Kraftfahrzeugwirtschaft, deren Beatty auf der Kommandobrücke in der großen See«! Produktion sich in ben erften fünf Jahren bes m Skagerrak, am 1. Juni 1916. Der | neuen Reiches versechsfacht habe. Diesem un= *«..« ^«Puui ct|U Schlacht treu zer „ Inbefatigable" war bereits gesun-bestreitbaren Erfolg gegenüber ergebe sich bie Tat-! begriffene Typ ^te. .^''-''.n Mary^! jache, baß Deutschland in ber Erzeugung von! Laufe biefes 3ayt» d« unu uie ^y- teilte je.n Schicksal Auf bem Admiralsschiff „Lion ^Nutzkraftwagen mit einem Anteil von 16,8 pen ber Personenkraftwagen auf 25, ber Krafträber mar bereits an mehreren Stellen Feuer ausgebro- v. H. der Gesamtproduktion in der Reihe der in auf etwa 30, der Nutzkraftwagen auf rund 13 und - war in ätzenden Dampf Frage kommenden Staaten die letzte Stelle ber Dreiradwagen auf zwei bis vier beschränkt In emgehullt, die ,ede -sicht fast unmöglich machte. Da einnehme. Heute fehlen in Deutschland rund gleicher Weise'erfahren die Erzeugung der An- Iwne eine Ordonnanz zu dem kommandierenden 100 000Nutzkraftwagen, ein Mangel, der sofortige höngertypen und der außergewöhnlich übersetzten Vizeadmiral Beatty hinauf: „Sir, die „Princeß Maßnahmen zur Steigerung der Erzeugung er» Omnibus» und c " Royal ist in die Luft gegangen!" Da wandte sich forderlich mache. ’ t...'2,t - Die darin begründete Aufgabe könne jedoch schon migungssperre für r v » llw Chat- angesichts der Notwendigkeit einer Exportaus- Auge gefaßt, während die noch verbleibenden Ty- Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen waren, die im Jahre 1933 noch 12 v. H. der deutschen Gesamt e i n s u h r ausmacyten, im Iayre U37 nur noch 7,3 v. H. betragen, während der Anteil der Rohstofse von 32,5 v. 5). im Jahre 1933 auf 36,5 d. S). gestiegen ist. Umgekehrt wuchs der Anteil der Fertigwaren an der deutschen Ausfuhr von 75,1 im Jahre 1933 auf 81,2 o H im Fahre 1938 an. und in der gleichen Zeit sank der Anteil der Rohstoffe an der deutschen Ausfuhr von 10,6 auf 9,9 o. H. Wie töricht die von ausländischen Kritikern des Bierjahresplans immer wieder voraebrachte Behauptung ist, wir wollten uns von Der Weltwirtschaft abschließen, beweisen — abgesehen von der ganz gegenteiligen Tendenz äußerster Ausfuhrsteiae- rung zum Zweck ausreichender Rohstoff- und Le- bensmlttelbeschaffung — am besten die soeben veröffentlichten Zahlen über die Entwicklung des deutschen Außenhandels im Jahre 1938. Danach ist unser« Gesamteinfuhr mit 5449,3 Millionen Mark im Altreich um 1,4 o. H. gegenüber 1937 gestiegen, während die Ausfuhr mit 5256,1 Millionen Mark um 9,2 v. $). geringer lag als 1937. Deutschlands Anteil am Welthandelsurnsatz ist von 9,4 v. H. im ersten Vierteljahr 1937 auf 11,5 v. H. im dritten Vierteljahr 1938 gestiegen, bewegt sich also in auf- steigender Linie, was man keineswegs von allen Ländern sagen kann, aus denen immer wieder Kritik an unseren handelspolitischen Methoden laut wird. Der Führer hat diesen Kritikern mit Recht entgegenA»h«lt^n, daß wir ja niemanden zwängen, mit uns Handel zu treiben, die Bereitwilligkeit, mit der so viele Länder auf den von uns notgedrungen zur Grundlage unserer Außenhandelswirtschaft gemachten Gütertauschoerkehr eingegangen find, ist wohl der beste Beweis dafür, daß auch sie dabei auf ihre Kosten kommen und aus der wachsenden gegenseitigen Verflechtung sich ergänzender Volkswirtschaften auch ihrerseits beträchtlichen Nutzen ziehen. Die krisenfeste Wirtschaft eines 80- Millionen-Volkes kann eben nicht ihre Anziehungskraft auf die Rohstoff- und Agrarländer verfehlen, trotz aller Bemühungen der Konkurrenz, Deutschlands mit durchaus berechtigten und maßvollen Mitteln erworbenen Anteil am Weltmarkt zu beschneiden. Angesichts der desonders hemmungslosen und niederträchtigen Hetze, die der Präsident Roosevelt und die jüdischen Hintermänner des Weißen Hauses in den Vereinigten Staaten gegen uns entfalten, wobei auch die deutschen Außenhandelsmethoden im Hinblick auf die schon erwähnte wachsende Bedeutung des deutschen Außenhandels mit den süd- und mittelamerikanischen Staaten in Grund und Boden kritisiert werden, ist es recht lehrreich, sich die Zahlen anzusehen, mit denen die Vereinigten Staaten als Lieferant der deutschen Wirtschaft in der deutschen Außenhandelsstattstik des Jahres 1938 auftreten konnten. Es ergibt sich, daß wir für 122,7 Millionen Mark mehr Waren aus den Vereinigten Staaten bezogen als im Vorjahr, vor allem Mais, Weizen, Farbstoffe, Schmieröl und Schrott, während sich unsere Ausfuhr senkte, so daß also die Vereinigten Staaten aus dem Handelsverkehr mit Deutschland einen Ausfuhrüberschuß von 255,3 Millionen Mark gegen nur 73,1 Millionen Mark im Vorjahr buchen konnten. Man hat also drüben allen Anlaß, die Hetzkampagne nicht auf die Spitze zu treiben, denn wir können zwar sehr wohl unseren Bedarf auch anderswo decken, während zwar die Vereinigten Staaten zu den wenigen Ländern gehören, die 1938 mit einem Ausfuhrüberschuß abschlossen, aber diesen nur einer ganz außerordentlichen Drosselung der Einfuhr und dem jüngsten Währungsrückschlag zu verdanken haben. Da aber die Ausfuhrumsätze in den drei letzten Vierteljahren eine absinkende Tendenz zeigen, möchte man meinen, daß es vielleicht den am Handel mit Deutschland interessierten Kreisen nicht einerlei ist, ob sie einen Ausfuhrüberschuß von einer Viertelmilliarde Mark buchen können oder nicht. Von den 74,3 Millionen Mark, die im Jahre 1938 gegenüber 1937 zusätzlich für Einfuhr ausgegeben wurden, entfielen 53 Millionen auf Heber» fee, und zwar ausschließlich auf die Vereinigten Staaten, während nur 21,4 Millionen auf Europa kamen. Hier standen an der Spitze der Länder 'mit verstärkter Wahreneinfuhr nach Deutschland einmal Italien mit Obst, Küchengewächsen und Hanf, dann Polen mit Schweinen und Holz und schließlich Schweden mit Eisenerzen und Holz. Daß man aber nicht in allen demokratischen Ländern mit ähnlicher Sturheit gegen die eigenen Interessen handelt und daß man mit dem nationalsozialistischen Deutschland auch auf wirtschaftspolitischem Gebiet sehr wohl auszukommen vermag, wenn man nur will, zeigt die soeben vollzogene Einigung der englischen und deutschen Kohlenindusttie über die Absatzmärkte und die Besprechungen deutscher und englischer Industrieller üoer ähnlich« Fragen wie der Besuch deutscher und französischer Kaliindustriel- l«r bei Reichswirtschaftsminister Funk. Deutschland will ganz gewiß keinen Handelskrieg, aber es muß bei seinen ihm durch die Lage aufgezwungenen und zu seiner und feiner Handelspartner Zufriedenheit arbeitenden Methoden bleiben, weil nur sie die äußerste Ausweitung der deutschen Ausfuhr gewährleisten, die wir brauchen, um die ohne ein eigenes koloniales wirtschaftliches Entwicklungs- Gebiet zu schmale Basis unserer Rohstoff- und Lebensmittelversorgung durch Einfuhr ergänzen zu können. „Deutsches Volk, exportiere oder stirb!" so hat der Führer unsere wirtschaftliche Zwangslage formuliert und er hat versichert, daß sich die ganze Arbeitskraft der nationalsozialistischen Volksgemein, schäft unter einer zu allem entschlossenen Führung in diesem Lebenskampf des deutschen Volkes einsetzen wird. Däs deutsche Volk^wird seinen Führer auch in diesem Ringen um seine wirtschaftlichen Lebensgrundlagen nicht enttäuschen. Fr. W. Lange. Zugoslowiens Mustrialisjenma Belgrad, 3. Febr. (Europapreß.) Vor der neu gegründeten Agramer Gewerbe- und Industrie» fammer hielt der Handels- und Industrieminister K a b a l i n eine Rede über die Industriepolitik des Staates. Er führte dabei aus, daß Jugoslawien da- nach streben müsse, vom Ausland immer mehr un- abhängig zu werden. Bisher habe es landwirt- fcha ftliche Erzeugnisse und Rohstoffe ausgeführt und Fertigwaren eingc» führt. Anderen Ländern fielen dabei die bei der Verarbeitung dieser Rohstoffe erzielten Gewinne zu In Zukunft aber müsse öer Gewinn aus her Verarbeitung von Rohstoffen zu Fertig- ober Halbfertigfabrikaten der Industrie Iugo- slawiens zufallen. Jugoslawien weise jähr- lich einen Heberschuß von rund 250 000 Personen aus der Landwirtschaft aus, die in der Indu - strie untergebracht werden müßten. Die Jndustriealisierung werde keinesfalls um :eben Preis angestrebt, es müsse aber eine gesunde Grundlage für die heimischen Rohstoffquellen und für Veränderungen in der Luftwaffe Berlin, 3. Jebr. (DJIB.) Der Führer hat auf Borschlag des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe mit Wirkung vom 1. Februar 1939 organisatorische Veränderungen innerhalb der Luftwasfe genehmigt, die durch schärfste koazenlra- (io n alter Kräfte einen weiteren entscheidenden Fortschritt für den Aufbau der Luftwaffe bedeuten. 3m Zuge dieser Veränderungen werden die Luftflottenkommandos 1,2 und 3 neu gebildet. 3hre Befehlshaber führen die Dienstbezeichnung Chef der Luftflotte 1 und Befehlshaber 0 ff. Lhef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Rord, Lhef der Luftflotte 3 und Befehlshaber W e ft Die bisherigen Luftwaffengruppenkommandos entfallen. 3m RLN. sind als die wesentlichsten Beränderungen die Ernennung des Staatssekretärs der Luftfahrt zum Gene- r a t i nf p e k t e u r der Luftwaffe, eine wesentliche Erweiterung der Befugnisse der Dienststelle des Lhefs der Luftwehr, die Schaffung der Dienststelle des Lhefs des Ausbildungs- wesens, des Generalluftzeugmeisters und einer Luftwaffenkommission hervorzuheben. Ferner erfolgte die Ernennung von Gen e- raten der Luftwaffe bei den Oberkommandos tfre s Heeres und der Kriegsmarine. Alle diese Maßnahmen bienen zur Bestärkung der Llnsahbereit'chafl und Schlagkraft der deut'chen Luftwaffe und insbesondere ihrer weiteren personellen und materiellen Bermehrung. Ls werden ernannt: Generaloberst Milch, Staatssekretär der Luftfahrt, unter Bcibehatt dieser Stellung zum Generalinspekteur der Luftwaffe; General der Flieger Stumpfs zum Lhef der Luftwehr: General der Flieger Kesselring zum Lhef der Luftflotte 1 und Befehlshaber Ost: General der Flieger F e l m y zum Lhef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nord; General der Flieger Sperrte zum Lhef der Luftflotte 3 und Befehlshaber West: General der Flakartillerie Rüdel zum Präsidenten der Luft- waflenkommlssion; Generalleutnant Kühl zum Lhef des Ausbildungswesens: Generalleutnant Adel zum Generalluftzeugmeister: Generalmajor Loeb zum Amtschef im Reichstustfahrtministerium: Generalmajor Kastner wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Amtschefs im Reichsluft- fahrtministeriurn beauftragt; Generalmajor B o - gatfch zum General der Luftwaffe beim Oberkommando des Heeres; Generalmajor Rikter zum General der Luftwaffe beim Oberkommando der Kriegsmarine: Oberst 3efchonnek zum Lhef des Generalstabes der Luftwaffe; Generalleutnant wimmer mm Kommandierenden General der Luftwaffe in Ostpreußen; Generalleutnant Keller unter Beibehalt des Ranges eines Kommandierenden Generals zum Kommandeur der FllegerdlR ion 4; General Ritter von ©reim zum Kommandeur der Fllegerdlvljon 5; Generalmajor Loerzer zum Kommandeur der Fliegerdivision 2; (öeneralmilor Deizloch zum Kommandeur der Fliegerdivifon ö; Oberff puhler zum Kommandeur der Fliegerdivifon 3. Äeutsch'ands größtes Siedlllngsbauvorhaben. Ruvoif Heß vollrieht in Dortmund d?n ersten Spatenstich. Dortmund, 3. Febr. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, weilte in Dortmund, um den Grundstein zu einer großzügigen Siedlung für di« arbeitende Bevölkerung zu legen. Das Werk verdankt seine Entstehung der Initiative des Kreisleiters des Kreises Dortmund und der tatkräftigen Hnterftützung durch Rudolf Heß. Die Siedlung, die das größte Bauvorhaben dieser Art in Deutschland werden dürfte, wird nach ihrer Fertigstellung einen völlig neuen Stadtteil, die Dortmunder Mittel st a d t, bilden und Zehntausenden von schaffenden Volksgenossen würdige Heimstätten in landwirtschaftlich bevorzugter Lage zu erschwinglichen Mietpreisen geben. Für den ersten Bauabschnitt, der sofort in Angriff genommen wird und den Wohnbedarf der Halbmillionenstadt bis zum Jahre 1943 decken soll, ist die Errichtung von 4500 Eigenheim» und Siedlerstellen für mehr als 20 000 Menschen vorgesehen. Auf der Fahrt zum Baugelände bereitet« die Bevölkerung dem Stellvertreter des Führers einen begeisterten Empfang. Gauleiter Josef Wagner begrüßte auf der Baustelle den Stellvertreter des Führers und sagte dann, Dortmund habe in der vergangenen schweren Zeit als bedeutendste Stadt des rheinisch-westfälischen Industriegebietes besonders schwer gelitten. Am Herzen liege ihm, das Problem des gesunden und vernünftigen Wohnens für die schaffenden deutschen Menschen. Es gelte nicht nur, die aus der Vergangenheit übernommene Erbschaft zu liquidieren, sondern immer Neues und Besseres in Angriff zu nehmen. Natürlich könne nicht alles auf einmal gemeistert werden. Der Führer habe auf weite Sicht die Dinge besttmmt, die unser« Entwicklung gestalten sollen. Das Neue, das hier entstehe, entspreche wirklich nationalsozialistischem Geist. Das neue Werk werde verkünden, daß wir nicht nur gesprochen, sondern auch gehandelt haben. Der Stellvertreter de« Führer« spricht. Dann betrat Rudolf Heß die Rednertribüne und führte aus, mit dem ersten Spatenstich, den er heute in die traditionsreiche rote Erde Westfalens tun werde, beginne wiederum ein wahrhaft sozialistisches Werk, das Tausenden von deutschen Arbeiterfamilien nicht nur Wohnung geben, sondern eine würdige Heimstätte schaffen wolle, ein Werk, das in seiner Art eines der größten sei, dis bisher in Deutschland geschaffen wurden. Diese neue Stadt entstehe nicht aus dem Willen eines Industriezweiges, einer Kapitalgruppe, einer Stadt, einer Provinz, sondern nur aus dem Willen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Sie werde damit zugleich Ausdruck des nationalsozialistischen Wollens und der sozialistischen Zielsetzung dieser neuen Volksgemeinschaft sein, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Zehntausenden ihrer Angehörigen. Denn nur das deutsche Volk in feiner sozialistischen Gemeinschaft könne auf die Dauer jedem einzelnen geben, was zu einer würdigen Lebensführung des Deutschen gehöre. Weiter führte Rudolf Heß aus, wir gäben uns keinen Illusionen hinsichtlich dessen hin, was in absehbarer Zeit verwirklicht werden könne. In Anbetracht der unerhörten wirtschaftlichen und militärischen Notwendigkeiten werde vieles nur langsam geschehen können, aber daß dennoch Schritt um Schritt der Aufbau des deutschen Sozialismus vollzogen werde, dafür feien Beweis: .Kraft durch. Freude", „Schönheit der Arbeit", Hrlauberfchiffe, Erholungsbäder, Volkswagen ufw. Dafür fei aber auch Beweis der heuttge Beginn des Entstehens dieser Stadt des deutschen Sozialismus. So folgerichtig wie diese Stadt hier erbaut werde, so folge» richtig werde der Nationalsozialismus dem deutschen Volk feine Leb»nsqrundl-w"n erhalten und f»ch',rn. Daran würden auch die Hetzer in westlichen und transozeanischen Demokratien nichts ändern, auch wenn deren Spekutatlons- und Waffengefchäfie darunter leiden sollten. Aus englischen und amerikanischen Blättern erfuhren wir, daß ein führender Politiker einer Demokratie jenseits des Großen Dosters d i e Grenzen seinesLandes nachFrank- reich oder gleich an den Rhein verlegt haben soll. Ls kommt dabei nicht ganz klar zum Ausdruck, ob diese Grenze vor oder hinter unserer Destbefestlgung gedacht ist. Gedacht Ist, denn wo sie wirklich HM, d"s wissen wir. D i e Festungszone Im Westen Ist unsere Grenze und nicht der Rhein. Sie Ist und bleibt unsere Grenze, mögen sich jenseits noch so viele Rationen, sei es in tönenden Reden, sei es tatsächlich, nlederlassent Das ist dann Angelegenheit Frankreichs! Unsere Grenze liegt jedenfalls fest: hinter sie wird kein fremder Soldat seinen Fuß sehen — mögen Engländer ober Amerikaner Ihre Grenzen verlegen, wohin sie wollen. Besser als über fremde Grenzen zu verfügen, scheint es uns jedenfalls, es würde sich jeder führende Staatsmann in erster Linie um das Schicksal seines Staates und feines Volkes füm= * mern. Manche Völker haben es vielleicht in dieser Hinsicht durchaus nötiger. Wir deutschen Politiker können für uns in Anspruch nehmen, daß wir nach diesem Gesichtspunkt handeln. Es ist für uns eine größere Genugtuung, das Zeichen für produktive Arbeit im eigenen Volk zu geben, als gegen andere Völker zu Hetzen, und ich bin glücklich, daß ich heute auch hier die schönste Aufgabe' eines deutschen Politikers erfüllen kann, nämlich den Auftakt zu geben für neues Schaffen, aus dem für Taufende unseres Volkes kommen wird: Glück und Friede. die Bedürfnisse der nationalen Verteidigung geschaffen werden. Die Förderung von Kohle hat in den letzten Jahren einen starken Aufschwung erfahren. Das Jahr 1929 war mit 5,6 Millionen Tonnen ein Rekordjahr, während das schwächste Jahr 1937 war mit 4,3 Millionen Tonnen. Das Jahr 1938 übertraf mit einer Kohlenförderung von 5.7 Millionen Tonnen selbst das Rekordjahr 1929. Gegenüber, txm Jahr 1929 stieg die Kohlenförderung des Jahres 1938 um 33 v. H. In den staatlichen Kohlenbergwerken von Bosnien wurde die meiste Kohle gefördert. 10 Kilometer vor Gerona Barcelonas. Febr. (DNB Funkspruch.) An der katalanischen Front wurde im Westabschnitt der Ort Prat de Lusanes an der Straße Berga — Dich erobert. Im Abschnitt Dich wurde das rechte Ufer des Ter - Flufses völlig gesäubert und besetzt. Der Ort Tabernola wurde genommen. Im Küstenabschnitt setzte das Legionärkorps nach der Besetzung von Llagostera an öer Hauptstraße den Dormarsch auf Gerona fort, der Ort Eassa de La Selva wurde genommen. 3n den Abendstunden befand sich die Dorhut weniger als zehn Kilometer vor Gerona, dessen Einnahme vielleicht schon Samstag erfolgen wird. An der Küste drang das Leg-ionär» korps bis unmittelbar vor den großen Küftenort San Feliu de Gurols vor' _ Wie in Perpignan verlautet beherbergt das kleine L-tädtchen F i g u e r a , wohin sich die sogenannte ..Regierung" der Sorojetfoanier geflüchtet hat, zur Zeit mehrere hunderttausend Personen, die alles versuchen, trotz Verbotes und ttotz der Postenketten der roten Miliz, Frankreich zu erreichen. Gerona ist bereits fast völlig geräumt. RGW PA LA MOS SAMDfll BAMEJONA VUUNUEVA toi«*»! sasoNA HF vich r JföLANES iOMRS—---— 'MATARÖ- z== WWW NM Unsere Karte veranschaulicht den gegenwärtigen Frontverlauf des nationalspanischen Vormarsches in Katalonien. Nachdem im mittleren Abschnitt di« Stadt Berga genommen wurde, befinden sich die Truppen des Generalissimus stellenweise nur noch 20 Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Man schätzt die in diesem Zwischenraum eingekesselten und von jedem Rückzug obgeschnittenen roten Kräfte auf 70 000 Mann. — (Scherl-M.) Ausschlüsse aus der Recchskullurkammer. Der nationalsozialistische Staat duldet keine Verunglimpfungen. Berlin, 3. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Bolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, Hal den Schauspieler und Schriftsteller Werner Finck, den Conferencier Peter Sachse fLurt Pabst) sowie die unter dem Kamen „Die drei Rulands auftretenden Helmut Buth, 2Ddh- Sorge 31. vseD Eine führende Firma der Getränkebranche sucht einen soliden zuverlässigen der an selbständiges Arbeiten gewöhnt. Wert auf eine Lebensstellung legt. Zu erfragen bei Germer & Wagner. Kochlehrling zum 1. April gesucht. Gelernter Konditor bevorzugt. Schriftliche Angeb. u. 786D a. d. Gieh. Anz. 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Sonntag, 12. Februar, 11.30 Uhr Haydn* Mozart. Sonntag, 12. Februar, 19 Uhr Zu kleinen Preisen: DieTtinzerlnFannyElßler Nr. 56 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 4./5.5ebruar (939 s t 552 e mme Uhr Uhr Leben wiedersehen wird Aber nicht nur den gro- Ubf 1 sor Dr. Ernst Schultze an der Handelshochschule -Leipzig zum Ordinarius für Volkswirtschafts- r । lehre an der Universität Leipzig. ßen Züchtern leien diese schönsten unter den Nel ken überlassen. Wir können sie unschwer selber Uhr llf it. il. i. L v ) a0. ei »en: itt U. L. den Iht, er« rtze ans' [ 0589 Uhr 10. Uhr nb ht. St>rrr Üninersität Hamburg, ist in seiner Heimatstadt Wiesbaden gestorben. Der 1870 Geborene promovierte nach einem ungemein umfassendem Studium, das außer Psychologie und Medizin auch Philosophie, Sprachwissenschaft und Theologie einschloß, 1896 in Würzburg mit einer Arbeit über Hirnsyphilis und habilitierte sich drei Jahre fpäfor mit einer Untersuchung zum Thema des manisch-depressiven Irreseins Nach ausgedehnten Stubienreisen wurde er 1904 tn Würzburg außerordentlicher Professor und übernahm 1908 die Staatsirrenanstalt in Hamburg, wo er 1919 zum Ordinarius ernannt, bis zu feiner Entpflichtung verblieb Von seinen zahlreichen Arbeiten griffen manche über ben engeren Bereich feines Fachs hinaus unb behanbeHen psychologische Fragen ber Literatur unb bergl-'chen. Der Gelehrte war besonbers auf bem Gebiet des Iugendschwachsinns ein Forscher von internationalem Ansehen. Deutsche Auto-Bn'esmarken. Auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung Berlin 1939 Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Aiebelschüh In einer großen deutschen Zeitung wird die Frage ausgerollt, ob der Arzt berechtigt ist, bem todkranken Patienten „bie volle Wahrheit" über seinen Zustand vorzuenthalten. Fast alle Zuschriften sprechen sich in bejahendem Sinne aus: um ben Kranken nicht zu beunruhigen sei hier bie „fromme Lüge" erlaubt, man solle ihm „burch eine Illusion ben Uebertritt so gnäbig wie möglich gestalten", ihm bie Wohltat gönnen, bie man boch jedem Tiere erweise. Ganz sicher scheinen bie Einsender ihrer Sache aber boch nicht zu sein, anbern- falls sie nicht an ben Arzt selber appellieren wurden, der allein „eine durch Erfahrung begründete Antwort erteilen könne" Hier regt sich bereits ber Zweifel: muß man ein Arzt fein, um ein Problem, das die tiefsten Geheimnisse des Menschseins berührt, richtig beurteilen zu können? Und weiter: fordert der Vergleich mit dem Tiere nicht gerade dazu aus, das Sterben des Menschen anders zu bewerten? Sucht man in diesem Falle überhaupt eine generelle Antwort, so kann diese nur von ber Erkenntnis ber Würde bes Menschen ausgehen, unb mit dieser Würde ist bie Lüge, auch die „fromme" schlechterdings nicht vereinbar. Der Tod ist ber Prüfstein des höheren, geistigen Menschen. Alles Leben gewinnt erst Wert, wenn es angesichts des Todes geführt wirb, wenn also mit dem Goetheschen „Stirb unb werde" ernst gemacht wird Krankheit und das illusionslose Wissen um das bevorstehende Erlebnis des Todes sind Hilfen, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen Man kann den Tod nur bann geistig überwinden, wenn man ihm ins Auge schaut und aus dieser Begegnung innere Erlebnisse gewinnt die ein noch so gutgeftieintes Verschleiern der Wahrheit ja gerade unwirksam macht. Denn der eigentliche, höhere unb ewige Mensch in uns will nichts als die Wahrheit, der er ja doch nicht entrinnen kann; er will sich bewußt mit dem Tode auseinandersetzen, und eben bas unterscheid et i h n vom Tiere Wenn ein Mensch stirbt, wird er für bie geistige Welt geboren — wer sollte ein Recht ba- zu haben, ihm diese Geburt so „gnäd'g" zu gestalten daß er nicht wissen darf, wag' an ihm geschieht? Man erleichtert bem Menschen das Sterben nicht dadurch, daß man ihm die „volle Wahrheit" vorenthält, man erschwert es ihm vielmehr durch den Mangel an Ehrfurcht vor dem sich vollziehenden Mn^erium des Todes auch bann und gerade dann, wenn man ihm durch die .Verschleierung seines wahren Zustandes eine Wohltat zu erroeifen alaubt. Eine der Zuschriften will bie Notwendigkeit der Täuschung mit einem geschichtlichen Beispiel beweisen Der Dichter Theodor Storm, so heißt es, habe feine letzte Novelle, den „Gd)immefreitpr" nur schreiben können, weil ber Arzt ihm ein geredet habe daß lein tödliches Magenle'den harmloser Natur fei Aus dieser bewußt falschen Diagnose sei ihm bie Kraft zur Vollendung feines Werkes erwachsen, die ihm bie richtige geraubt habe. Was ist damit bewiesen? Nichts weiter, als daß wir ben „Schimmelreiter" besitzen, aber nicht bie vielleicht ungleich wertvolleren Erkenntnisse, die ber Dichter aus der unverschleierten Einsicht in bie wahre Beschaffenheit seines Leidens geschöpft hätte Man ' braucht ja nur an andere vom Tode Gezeichnete zu 1 erinnern, die stark genug waren die Wahrheit zu ertraaen und erst an ihr zu voller Größe emvor- wuchfen- an Schiller Novalis. Christian Morgenstern Was sie uns sind wurden sie. weil sie der letzten Erkenntn'sfe nicht auswichen, sondern ben < Mut aufbrachten ben Tob mit jener vollen Klar- । heit und Heiterkeit zu erwarten bereu Früchte uns ; ben Wert des Lebens erst ganz erkennen lassen. ten Möglichkeiten nicht vorhanden sind, dort vielmehr bie Formel gilt, daß Wohlstand und Anstand sich gegenseitig bedingen, gelten natürlich auch andere Beurteilungsmaßstäbe. Die Zeitungen sind glücklich. über die „Sensation" seitenlange Berichte zu liefern, ohne sich über das Bedenkliche des Falls im geringsten den Kopf zu zerbrechen Es mag schon richtig sein, was Keyserling einmal über den ameri« Von Dr Erdm In ber ganzen Welt wird bie Post heute hauptsächlich burch vier große Verkehrsmittel, bie Eisenbahn, ben Kraftwagen, bas Flugzeug unb bas Schiff beförbert. Es ist daher kein Wunber, wenn biefe vier Begriffe schon seit geraumer Zeit als Abbilbungen auf ben Postwertzeichen felbft auftauchen. Wir kennen ganze Serien von Briefmarken bes In- unb Auslandes, die Abbildungen aus der Geschichte der Eisenbahn, der Schiffahrt und der Fliegerei zeigen. Merkwürdigerweise ist aber ber Kraftwagen ziemlich spät, erst um bie Iahrhundertwenbe, als Motiv auf ben Briefmarken eingezogen. Der Briefmarkensammler kennt, um nur einige Beispiele herauszugreifen, die,4 Cents der Vereinigten Staaten aus bem Jahre 1901 mit bem Abbild eines altmodischen Schnaufferls, bie 50-Heller-Autö- Briefmarke Bosniens aus bem Jahre 1906, eine mexikanische Briefmarke mit einem Postkraftrab mit Beiwagen von 1919, das Brandenburger Tor mit bem Pariser Platz zu Berlin mit bem bazugehörenden Auto- und Omnibusverkehr auf einer 15 - Pfennig - Marke des Deutschen Reiches, den Steyr-Stromlinienwagen bei einer Fahrt über bie Großglockner - Straße auf einer österreichischen 3 - Schilling - Flugpostmarke 1935, ben mobemen Postreiseomnibus mit Einachs- Paketanhänger des 50 - Oere - Postwertzeichens S ch we d e n s in der Iubiläumsserie 1936 und den Post-Lastkraftwagen auf einer Marke der Krä- nungsferie der englischen Dominien im vergangenen Jahre. Deutschland beansprucht durch die Pioniertaten eines Gottlieb Daimler und Karl Benz das Erstlingsrecht an der Erfindung des Kraftfahrzeugs. Diese Tatsache wurde der gesamten Welt bereits im Jahre 1936 einmal deutlich vor Augen geführt, als anläßlich der I u b i l ä u m s s ch a u „50 Amerika pflegt sich gern als das gelobte Land der größten sozialen Ellenbogenfreiheit bezeichnen zu lassen, was in höflicher Übersetzung bas Lanb ber unbegrenzten Möglichkeiten lautet Zwar gibt es dort, wie überall, einen mittleren Zustand in ber Lebenshaltung, der sogar als der normale gelten mag, allein das Ibeal des echten Amerikaners — eingeftanben ober nicht — ist doch bas möglich st rascheVorwärtskommen auf ber 23 e r m ö g e n s f f a I a . bis ber Punkt erreicht ist, wo ihm von ber Gesellschaft bas Recht zugebilligt wirb, sich im Besitz riesiger Gelbmittel von allen gemütlichen unb moralischen Hemmungen sreizusühlen. Die Frage, wie der Wohlstand er- ^orben wurde, spielt eine weit geringere Rolle als bie Tatsache, daß er da ist unb seinen Inhaber in Vage versetzt, damit zu tun, was er will unb Bedenken sittlicher Art außer Acht lassen zu bürfen. IBaren solche vorhanden, hätte sich unmöglich zutragen können, was kürzlich von den großen ame- ^^Nlschen Zeitungen in Schlagzeilen, aber ohne jebe Kritik, berichtet wurde Es handelt sich um eine siebzehnjährige Millionenerbin, bie anläßlich ihres Scbuts in ber Neuyorker Gesellschaft im teuersten Hotel der Stadt ein Festessen für 250 Gäste gab, bas bie hübsche Summe von 200 000 Mark verschlang Bei vierzig Millionen Gesamtvermögen ist das ja nicht viel, aber immerhin genug, um in einem Lande, wo täglich Hungermärsche und Demonstrationszüge der Erwerbslosen stattfinden. bas soziale Gewissen zu wecken und die Frage akut zu machen, ob hier nicht etwas geschehen ist. was unter normalen Verhältnissen dem primitivsten Anstandsgefühl widerspricht. Da aber diese nor- nlalen Verhältnisse in einem Lande mit unbegrenz- I eine Kuh nach bem Kalben, wie von einer anderen | Welt gekommen. Bald fraß das Tier, und wir wateten froh auf versinkenden Schiern durch den rastlos fallenden Schnee zu unserer Herberge zurück. Hinter uns verwehte die Spur. Als wir am nächsten Morgen, einen wegebahnenden Zug von Pferden, Maultieren und Kühen als Schrittmacher benutzend, in dem Berghof anlangten, stand bie Hirschkuh, schon ein wenig erholt, mit einem Strick angehalftert im Stanb unb begriff das Leben nicht mehr Die Kühe, wie neugierige Frauen, würben nicht mübe. lanae Hälse zu ihr hinüber zu strecken, unb bie kleine Ziege, auf den Hinterbeinen aufgeriebtet, um besser zu sehen, war vor Ver- munberung erstarrt Die Hirschkuh aber, bas königliche Köpfchen zurückgeworfen, mit den schlanken Läufen den Boden schlaaend. einen Strick um ihren freien Nacken, den bie ftrenaen Winde ihres Hoch- lnndreiches liebkost hatten, fah mit Augen böse vor Einsamkeit und Distanz, schäumende Milch aus Eutern fließen, hurtiae Besen den Stallgang fegen, fah in das banale Reich des Nützlichen, bas bie Schönheit nicht wertet Nach Unterrebuna mit bem Forstamt würbe be= schlossen daß sie hier überwintern unb mit beainnen- d"m Friihinbr mieber tn Freiheit aefetzt werben sollte Zwei bis hrpf Monate mußte sie also mohl noch aushaften Ihre Angst war venbältni«mäßia nicht groß und feate sich bald: wahrscheinlich hatte die Art. wie sie bei ihrem Zusammenbruche auf- aenommen wurde sip doch erkennen lassen daß wir Rrpnnbe mären. Vi-ss-icbt auch — man weitz ia nicht mmiemrit W-re nerirhrnhenor Risten sich verstehen — hatte dio *T>ähe hr»r h»n B>iebe- runoen fthr hprfopr Wstdnprnch schmähte fremd im warmen Dunst de« Stalles Der Strick um ihren Hals trmr und hHeb »ine Lästerung. Langsam wurde sie vertrauter mit mir, bie ich täglich mit ihr sprach, unb schaute mich aus stillen Auaen voller Schwermut an Arme Königin ber un- beareniten W'ldbahn nun lernte sie kennen was vornehmlich Menschenlos ist: unfrei zu fein für Brot' Vielleicht leate eben jetzt, roährenb sie im gesicherten Stalle stand, oben in den Beraen ihr rauher Beherrscher bas Geweih in ben Schnee, um zu sterben; aber oerhunaemb noch war er fern von Schmach, unb im Tobe selbst war er frei Aber sie fatzte bie Zaaheit da ging sie in bie Nieberungen unb aeroann das.^Leben zurück Aber ich ofaube bu hast dennoch nicht aut daran \ getan, kleine Hindin! Dieser Strick um deinen Hals' veutlttreskiekkW . verMkesketck Wandlungen her belgischen„Aenwkmiie". Die belgische Demokratie ist seit langer Zeit im Stadium einer schleichenden Krise, wie es eine Zeit lang auch die Außenpolitik war, bis der König die Bindung an Frankreich aufgab und sich für eine strikte Unabhängigkeit aussprach. Deutschland hat dieser Politik zugestimmt, ebenso Großbritannien, und nach einigem Wehklagen und Vorwürfen auch Frankreich. Jetzt hat der König mit dem Ministerrat auch die chronische Parlamentskrise besprochen und von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Politik des Landes wesentlich mitzubestimmen. Denn das angeblich so demokratische Belgien ist nach seiner Verfassung lediglich eine k o n st i t u t i o - nelle Monarchie. Der König ernennt in ihr den Ministerpräsidenten. Selbst wenn das Parlament den Ministerpräsidenten ablehnt, braucht sich der König nicht darum zu kümmern. Er hat das Recht, über Krieg und Frieden zu befinden. Er besitzt zum mindesten die Gewalt, die ehemals der deutsche Kaiser gegenüber dem Reichstag hatte, Belgien ist also nicht, wie Frankreich und England, eine „Volldemokratie" und kennt keine Ministerverantwortlichkeit gegenüber dem Parlament. Der junge König Leopold ist nicht gewillt, der Willkür und der Zerfahrenheit der Parlamentsparteien länger zuzu- sehen, sondern meldet seine Rechte in aller Form an. Seit er im Oktober 1936 seine berühmte außenpolitische Rede hielt und das Parlament zwang, seiner Führung zu folgen, hat er so viel Sympathien im belgischen Volke neu erworben, daß seine jetzige innenpolitische Reformrede ebenfalls allgemeine Billigung finden dürfte. Der damalige Außenminister und jetzige Ministerpräsident S p a a k ist bei diesem Werk der beste Mitarbeiter des Königs, obgleich Spaak formell noch heute der marxistischen Partei angehörk, auf deren radikalstem Flügel er einst stand. Spaak hat als Ministerpräsident das Wort von der „autoritären Demokratie" geprägt, er hat die Anzahl der Minister von 15 auf li gemindert, er arbeitet seit langem für eine Revision der Verfassung, da für ein 8-Millionen-Dolk 212 Abgeordnete zu viel seien und setzt sich für einen Neuaufbau des veralteten und sehr komplizierten Verwaltungs- apparates ein. Seine Kämpfe mit den Marxisten und mit den übrigen beiden Regierungsparteien (Klerikale und Liberale) haben hierin ihren Ursprung. Immerhin hat Spaak es verstanden, die Intentionen seines Königs durchzusetzen. Er hat sich vom Marxismus unter dem Druck der parlamentarischen Zerfahrenheit zum Vorkämpfer eines neuen Staatsideals durchgefochten. Seine schroffe Absage an die Klassenkampsidee des Marxismus in seiner ersten Rede als Ministerpräsident hat eigentlich, wenn auch noch nicht offiziell, den belgischen Marxismus in einen marxistischen und nationalen Flügel gespalten. Spaak sagte damals: „Meine Herren, ich glaube nicht an den Klassenkampf. Ich glaube, daß es mehr Dinge gibt, die uns einigen, als die uns trennen. Ich glaube, daß in den wichtigsten nationalen Fragen wie Verteidigung der Unabhängigkeit, Verteidigung unserer staatlichen Einrichtungen usw. 90 v. H. aller Belgier einig sind." Es wer bedeutsam, daß sich der kürzlich verstorbene Führer der Marxisten, Vanderoelde, mit seinen Genossen dieser Erklärung nicht anschloß, auf der anderen Seite aber es nicht wagte, Spaak aus der Partei auszuschließen. Die Gemeindewahlen am 16. Oktober 1938 ergaben einen Sieg der Regierungsparteien, wodurch die belgische Bevölkerung hauptsächlich den Dank für die geschickte Leitung der Außenpolitik durch Spaak während der Septemberkrise zum Ausdruck brachte. Dieser Dank aber gebührte in erster Linie dem König, der die Neutralitätspolitik eingeleitet hatte. Wenn König Leopold jetzt, was er sehr selten tut, in die Innenpolitik eingreift, eine straffere Regierungspolitik wünscht und eine Verringerung der politischen Reibungen, dann kommt er damit dem Wunsche Spaaks entgegen. Die Respektierung der Verfafsungsgrundlagen muß immer wieder in den Vordergrund geriickt werden, da bis zu Spaaks Betreuung mit der Ministerpräsidentschaft eigentlich die Koalitionsporteien den Ministerpräsidenten aushandelten und der König ihn bestätigte, statt auf feinem Recht zu bestehen. Neben der dringend notwendigen Verwaltungsreform ist ober auch die Anpassung der Staatshaushalte an die finanziellen Möglichkeiten und die Aufrechterhaltung der sozialen Gesetzgebung beschlossen worden. Gerade hier lag eine Gefahr für den Bestand des jetzigen Kabinett^, die durch die letzte Ausbootung eines reaktionären Wirtfchaftsminifters zunächst behoben worden ist. Wie aber will die Regierung des immer schärfer werdenden Nationalitäten st reites Herr werden? Es gibt wohl nicht viele Länder, in denen 20 Jahre nach dem Weltkrieg noch die heftigsten inneren Spannungen wegen bestimmter Kriegsereignisse bestehen. In Belgien können derartige Spannungen immer wieder das politische Leben beunruhigen. Der flämische A k t i v i s m u s ist der Streitpunkt, der die Gemüter nicht zur Ruhe kommen läßt. Obwohl die Aktivisten, die mit der deutschen Militär- Verwaltung zusammenarbeiteten, inzwischen begnadigt wurden, hat man ihnen noch nicht in allen Kreisen der Bevölkerung verziehen. Für die wallonischen Frontkämpfer bleibt ein Mann wie Börms, der immer nur ein Vorkämpfer für seine flämische Heimat sein wollte, ein Verräter Nun hat die belgische Regierung einen Mediziner aus Gent, den !Dr. Martens, zum Mitglied der neuen flämischen i Akademie für Medizin ernannt, obwohl er als Aktivist früher einmal zum Tode verurteilt war. Mit seiner Ernennung wollte die Regierung vielleicht ihre Bereitschaft zeigen, die Kluft zwischen Wallonen und Flamen zu überbrücken. Die Wirkung war allerdings eine andere, denn gegen die Ernennung von Dr. Martens haben die Organisationen der ehemaligen Frontkämpfer erregt Protest erhoben. Der Ministerpräsident Spaak hat sich geweigert, diesem Druck nachzugeben. Aber in der Kammer erhielt der Antrag, mit dem über diese Frage zur Tagesordnung übergegangen wurde, nur die knappe Mehrheit von zwei Stimmen. Die Abgeordneten mit flämischen Namen haben im Sinne der Regie- ' rung, diejenigen mit französischen Namen gegen die Regierung gestimmt. Der Fall Mertens hat also wieder quer durch die Parteien den Volkstums- ri ß zwischen Flamen und Wallonen erkennen lassen. Spaak selbst wurde auf dem Heimwege von Mitgliedern der wallonischen Frontkämpferverbände blutig geschlagen. Alle Bemühungen des Königs und des Ministerpräsidenten, das immer schärfer auflodernde Feuer des Nationalitätenhafses zu beschwichtigen, sind bisher vergeblich gewesen. Wie groß die Gegensätze sind, geht auch daraus hervor, daß im vorigen August, als die Manöver in den Ardennen und nicht mehr, wie bisher, ausschließlich an der deutschen Grenze abgehalten wurden, der frühere marxistische Staatsminister und jetzige Bürgermeister von Lüttich, N u j a n , forderte, die Bevölkerung solle als Protest neben der belgischen die französische Fahne hissen. Der wallonische Marxist T ruf saut erklärte damals ganz offen, die wallonischen Regimenter würden mit fliegenden Fahnen zu den Franzosen übergehen, wenn es ernst würde. Dieser selbe Truffaut hatte jetzt einen Antrag eingebracht, der Belgien in einen Bundes st aat verwandeln, also in einen flämischen und wallonischen Teil zerlegen sollte. Selbstverständlich hatten die flämischen Nationalisten gar nichts gegen diesen Antrag ihres Gegners, der immerhin 62 Stimmen auf sich vereinigte, während die in dieser Frage gespalteten Regierungsparteien ihnen 111 Stimmen entgegensetzen konnten. Daß Belgien van zwei einander feindlichen Rassen bewohnt wird, ist vielleicht die größte und eigentliche Gefahr für den Bestand des Staates. E. S. Spaak wieder im Dienst. Lebhaftes Echo der Mahnnna König Leopolds. Brüssel, 3. Febr. (Europapreß). Mimste» Präsident Spaak hat am Freitagvormittag seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Er wandte sich gegen die in der Preise aufgetauchte Behauptung, daß er sich geweigert habe, Vertreter der beiden Frontkämpferverbände zu empfangen. Der Hauptmann der Reserve Baron d'Adethad, der bei dm Vareängen vor dem Hause Spaaks einer der Rädelsführer gewesen ist, wurde verhaftet. In feiner Tasche fand man einen Mauerstein, den er wohl gegen den Ministerpräsidenten zu schleudern beabsichtigt hatte. Da auf Angriffe gegen Negierungsmitglieder eine Freiheitsstrafe von einem halben Jahr bis zu fünf Jahren Gefängnis steht, kann mit einer empfindlichen Bestrafung der Täter gerechnet werden. Der Staatsanwalt hat bereits die Untersuchungen eingeleitet. Da weitere Derartige „Besuche" in Ministerwohnungen geplant fein sollen, wurden die ©ebäube unter polizeilichen Schutz gestellt. In langen Kommentaren hat die belgische Presse zu den Vorgängen des Donnerstags Stellung genommen. Man verkennt nicht die deutliche Warnung des Staatsoberhauptes an die Parlamentarier. Renä Hislaire, der Chefredakteur der „In- Dependance Belge", meint, „wir müßten uns sehr tauschen, wenn der gestrige Tag für unsere Innenpolitik nicht von ebenso großer Bedeutung ist wie der 14. Oktober 1936 es für die Außenpolitik gewesen ist." Auch der Satz des Königs: „Wenn Das Parlament die Regierung an ihrer Arbeit hindern will. Dann werde ich Den jetzigen Zustand nicht mehr länger anseh en", wird hervorgehoben. „Le XXSme Siede" meint, daß eine Verwirklichung der berechtigten Forderungen, die König Leopold gestellt habe, das Programm der Regierung von morgen fein würde. „Nieuws van den Dag" schreibt, alle Welt sei sich Darüber einig, daß es unbedingt notwendig gewesen fei, daß der König einmal energisch mit seinen Ministern gesprochen habe. Denn es stehe fest, daß feit Dem Mai 1936 die Regierung noch keine der großen Reformen verwirklicht habe, Die damals im Regierungsprogramm verkündet worden feien. Im Rexi- ftenblatt „Pays Rsel" befaßt sich ßeon D egrello mit der Krise in dem derzeitigen Dreterpar* teiensystem — Sozialisten, Liberale und Katholiken — und fordert entweder Die Bildung einer Regierung, an Der alle im Parlament vertretenen Parteien beteiligt sinD, oder ein rein nationales RUHL Sehersweg Nr. 67 ■ adio Teieohon Nr. 3170 I eparaturen _____ - - «3 oder marxistisches Kabinett. Wenn aber dann eine solche Regierung mit varlamentarischer Mehrheit ^ustandekomme, Dann solle sie auch nicht vor irgendwelchen besonderen Parteiinteressen zurückwelchen, sondern Die Verantwortung tragen und behalten. De grelle erinnert an England, wo einst unter Macdonald und heute unter Chamberlain ebenfalls eine Regierung am Ruder fei. die den festen Kurs behalte und sich durch die Opposition nicht beirren lasse. Chemie erschließt t>ie Welt. den (Srunhlagcn und Aufgaben des chemischen Zeitalters. xv. Ausreichende AorMungsstätten und genügender Nachwuchs. Die deutsche Chemie hat in Den letzten fünf Jahren forscherisch und schöpferisch gewaltige Leistungen vollbracht. Sie hat in dieser Zeit mehr erreicht als in der doppelten Zeit früher. Ihre Leistungsfähigkeit war aufs äußerste angespannt. Und dennoch ist eine weitere Leistungssteigerung notwendig in forscherischer, technischer und wirtschaftlicher Hinfickst. Denn es kommt Darauf an, ausländische Rohstoffmonopole endgültig zu brechen. Die Wirtschaft und Die Wehrkraft zu steigern und die Volksleistung im ganzen höher zu entwickeln. Auch muß Die Weltgeltung der deutschen Chemie auf Den bisher behaupteten Gebieten erhalten und verlorengegangene Stellungen wiedererobert werden. Es waren namentlich die Amerikaner, Die nach Dem Krieg auf naturwissenschaftlichem Gebiete unerhörte Anstrengungen machten. Aus Der Geschichte Der deutschen chemischen Forschung und Schöpfung hatten sie gelernt, daß es für ihr Land notwendig sei, ein ähnliches Forschungspotential wie in Deutschland heranzubilden. Um Den Deutschen Vorsprung einzuholen, setzten sie unerhörte GelDmittel ein. Sie schafften sich Die modernste Apparatur für zahlreiche und großzügig ausgebaute Forschungslaboratorien an, sie entwickelten Die Grundlagenforschung, die Forschung auf lange Sicht, schufen für ihre Forscher die menschlich richtige Atmosphäre und gaben ihnen Diejenigen „Werkzeuge" in die Hände, mit denen man einer großen Anzahl von chemischen Forschungsaufgaben auf Den Leib rücken konnte. Gerade die für Die Erreichung bestimmter technischer Ziele notwenDige Forschung hat man in Amerika machtvoll gefördert. Auf Dem Gebiet Der Metallforfchung, der Legierungskunde und der Kor- rofionsforschung ist die theoretische Arbeit bei uns nur auf einige wenige Institute beschränkt. Die Amerikaner aber haben eine große Anzahl von Instituten apparativ und instrumentell in Der notwendigen Weise ausgerüstet und Die entsprechende Forschungsmannschaft mobilisiert. Für die Bautechnik ist die Silikatforschung von außerordentlich großer Wichtigkeit. Die deutsche Wissenschaft hat Pionierarbeit geleistet. Allein Die Amerikaner find inzwischen weitergekommen. Auch in Der Mineralölforschung konnten die USA. einen großen Vorsprung erringen. Um Die Frage der „Wertzeugbeschaffung" für die dringenden und aktuellen Forfchungsaufgaben m befriedigender Weife zu lösen, ist es — nach den Urteilen sachkundiger Kreise — notwendig, Die laufenden Mittel für Die wissenschaftlichen Institute beträchtlich zu erhöhen. Es wird sogar wichtig fein, ganz neue Institute zu gründen. Nicht von einigen Fabriken, sondern von Der gesamten Industrie sollen Die notwendigen Mittel für eine zielstrebige und un- abhängige Forschung zusammengebracht werden. Auch wäre wohl dafür zu sorgen, daß sie durch eine solche Stelle verteilt werden, die Gewähr dafür bietet, daß Die Forschung von Sonderinteressen unabhängig bleibt. Es ist aber noch Die Finge, ob die chemische Industrie allein in Der Lage ist. Den technischen Rückstand auszugleichen. Sicherlich wird Der Staat eingreifen müssen, um ihm geeignet erscheinenden Organisationen Mittel bereitzustellen, damit unsere Forschung das technische Rüstzeug erhält, das notwendig ist, um Die Weltgeltung Der deutschen Chemie und ihre völkischen Aufgaben zu sichern. Dasselbe gilt auch für Die äußerst brennende Frage der Sicherung des Chemiker-Nach- Wuchses. Diese Frage ist für die Chemie zu einer Existenzfrage geworden. Die vor kurzem angeordnete Verkürzung des Hochschulstudiums ist Ausdruck einer Zwangslage. In ihr ist Die Gefahr enthalten, daß Die gründliche Ausbildung Des jungen Chemikers zu kurz kommt. Dor allem ist dadurch auch mengenmäßig das Nachwuchsproblem keinesfalls gelöst. Um Die dringendsten Anforderungen ßu befriedigen, wäre die doppelte Anzahl von jungen Chemikern notwendig. Wie ist es möglich, aus diesem Engpaß herauszukommen und durch welche Mittel läßt es sich Der- Herren-Kleidung nach Maß in formvollendeter Ausführung Krevert & Sohn hindern, daß Die deutsche Chemie durch einen Mangel an gründlich ausgebildeten Fachkräften in ihrer Entwicklung gehemmt wird? In großen Zügen hat Dr. Claus Ungeroifter Die notwendigen Maßnahmen skizziert und Die folgenden 6 Forderungen aufgestellt: Erstens ist es notwendig, die Arbeit Des Chemikers als staatspolitisch wichtig zu erklären, damit Das Ansehen Der chemisch-technischen Berufe in der Oeffcntlichkeit gestärkt wird. Zweitens muß innerhalb Der Jugend für die Idee und Den Berus Der Chemie liebevoll und gründlich geworben werden. Drittens ist es notwendig, daß Die Hochschule als wichtigstes Instrument für die Heranbildung des chemischen Nachwuchses in Die Lage versetzt wird, Die in den letzten Jahren gewaltig gestiegenen Ansprüche in Der Forschung und Lehre auch tatsächlich zu erfüllen. Viertens wäre es Verhängnis- voll, wenn die Bemühungen um eine quantitative Sicherung Des Chemiker-Nachwuchses zu einer Vor schlechterung seiner Leistungsfähigkeit führen würde. Fünftens muh Die Arbeitskraft des Chemikers möglichst sinnvoll eingesetzt werden: er ist von einer mehr ober weniger mechanischen Tätigkeit weitgehend zu entlasten. Sechstens muß es das Ziel aller zuständigen Kreise sein, die wirtschaftliche Stellung Des Chemikers, wo immer er im Interesse der Gemeinschaft tätig ist, jener wirtschaftlichen Stellung anzugleichen, die ihm normalerweise ein Privatunternehmen bieten kann. Grundlegende Probleme sind in diesen sechs Forderungen angeschnitten. Von ihrer Lösung hängt es ab, ob die Frage des Chemikernachwuchses zu einer erirften Bedrohung Der Deutschen Führerstellung in der Forschung werden soll oder ob uns jenes geistige und seelische Forschungspotential erhalten bleibt, durch das Die Deutsche Chemie groß rourDe. H. Schüller. Geschichten aus aller Welt. Tie Film-Indianer. C. K Hollywood. Da Die Wild-West-Filme neuerdings in Hollywood wieder sehr in Ausnahme gekommen sind, wollte einer Der größten Filmgesellschaften nicht zurück- stehen und hatte sich, um möglichst echte Lokalforbe zu erzielen, die Mitwirkung eines Jndianerstammes gesickert. Aber als der Augenblick gekommen war, die Indianer zu zeigen, wie sie unter viel weisen Reden über ihre herrlichen Kriegstaten, über ihre alles niederschmetternden Tomahawks und die 11 iv ^ahl Der erbeuteten Skalpe schließlich Doch die Friedenspfeife rauchten, mußte der Spielleiter zu seinem Schrecken feststellen, daß seine an sich echten Rothäute kein Wort Indianisch mehr sprachen, sondern nur noch englisch radebrechten. Schließlich kam Der Tontechniker dem Regisseur, der schon verzweifeln wollte, mit einem großartigen Einfall zu Hilfe. Er nahm die Szene auf mit den englisch redenden Indianern, als ob es nicht anders sein könnte, bann aber Drehte er den Tonstreifen in verkehrter Richtung— so ergab sich wenigstens für Den Ton etwas, was auf die Zuschauer mindestens ebensogut wirkte-, wie wenn die Indianer die Sprache ihrer Vorväter geredet hätten. Sie hörten nur eine Folge von unverständlichen Lauten, wie sie auch von dem Indio nisch kein Wort begriffen hätten. Eine ganz neue Snrache, das F!lm-„Jndianisch", war entstanden. Tas Autogramm. C. K. London Auf einem Festessen zu seinen Ehren saß der englische Dichter Bernard Shaw eines Tages neben einer hübschen jungen Dame. Er hatte jedoch keine Freude an dieser Nachbarschaft, Denn bald stellte es sich heraus, daß Die junge Dame eine leidenschaftliche Autographenjägerin war. Sie setzte ihm während des Essens so zu, daß er ihr endlich ein paar Worte von seiner Hand versprach. Am nächsten Morgen stellte sie sich denn auch pünktlich bei ihm ein, um Die Beute in Empfang zu nehmen. Der Dichter fragte sie, ob ihr Das Autogramm auf einer Photographie oder in einem Buch lieber sei, und als sie Das Buch wählte, ergriff er einen Band und schrieb etwas hinein. Darauf wickelte er das Buch sorgfältig ein und überreichte es ihr Strahlend ging sie davon, aber sie strahlte weniger, als sie zu Hause ihren Schatz auspackte und auf der ersten Seite die Worte fand: „Um Mrs. X. loszuwerden, die mich am Arbeiten verhindert. B. S" Tcr Eierkuchen a14 Glücksbringer. *\S. Paris. Am Lichtmeßtag muß jeder Franzose, der an altem Brauchtum festhält — und fast jeder hält Daran fest — sich selbst einen Eierkuchen zubereiten. „Sanier la crepe" heißt auf deutsch: den Eierkuchen in Der Pfanne springen lassen. Man muß dabei ein Goldstück — einige Louis d'Or sind fast in jeder französischen Familie auch heute noch zu finden — in der Linken halten und mit Der Rechten Den Eierkuchen in der Pfanne so kunstgerecht springen lassen, daß er mit Der anDercn Seite wieder in die Pfanne fällt. Der Volksglaube will es, daß das Gelingen dieser durchaus nicht einfachen Küchenakrobatik das ganze Jahr über Glück bringt. Springt der Eierkuchen aber über die Pfanne hinaus und fällt zu Boden, so bedeutet Das natürlich Pech. Beim an- schliehenDen Eierkuchenefsen im Kreise der Familie wird selbstverständlich eine Flasche Wein geleert. Das angeblich in altkeltischem Brauchtum wurzelnde ..Eierkuchen-Schleudern" ist in den letzten Jahren besonders in Der Theater- und Kunstmelt wieder aufgelebt, und die Leserschaft her Boulevardblätter erwartet von ihrer Zeitunq anderntags genau darüber unterrichtet zu werden, ob Sascha Guitry oder die Mistinguette in diesem Jahre Gluck haben ober Pech. Tauseudftankenscheinc, „vom Winde verweht". AS. Genf. Aus einer Eisenbahnfahrt Lausanne—Genf ist vor kurzem einem Pariser ein ebenso kostspieliges wie tragikomisches Erlebnis passiert: Er hatte in Lau- sänne 100 000 französische Franken bei einer Bank abgehoben und die hundert Tausendfrankenscheine in Die rückwärtige Tasche Der Hose gesteckt. Bei Der Rückfahrt mußte er für* vor Genf, nämlich in der Nähe Des Städtchens Versoix, ein stilles Oertchen aufsuchen, wobei infolge einer unglücklichen Bewegung die Tasche aufging und Das ganze Paket Geldscheine auf dem hier möglichen kürzesten Wege hinab auf Den Bahndamm fiel. Dor Schreck vergaß Der Mann sogar Die Notbremse au ziehen, und erst nach Der Ankunft in Genf roanotc er sich hilfesuchend an den Bahnhofsvorsteher. Dieser ließ das Personal des nächsten, die Strecke passierenden Zuges fernmündlich benachrichtigen, und das Ergebnis der auf diese Weise eingeleiteten Ermittlungen bestand darin, daß innerhalb weniger Stunden 85 der schmerzlich vermißten Geldscheine wiedergefunden werden konnten, einige davon infolge des starken Windes in einer Entfernung von mehreren Kilometer: einer Der roiehergefunhenen Scheine war sogar von einem Zug entzweigefahren worden-, von den letzten fünfzehn fehlt dagegen jede Spur. Tas rosige nnb das schwarze Schwein. AS. Rom. Eine luftige Geschichte, bei der ein rosiges Mastschwein die unfreiwillige Hauptrolle spielte, erzählten italienische Blätter. Dieses rosige Schwein war von einer in San Rocco bei Olettunn wohnenden Witwe mit vieler Liebe und Sorgfalt aufgezogen und gemästet worden, da es Der „Ziehmutter" einen guten Weihnachtsbraten liefern sollte. Die Frau hatte denn auch wenige Tage vor dem Feste die Genugtuung feststellen können, daß Das Schwein, das auf Den Namen „Michele" härte, ein ansehnliches Gewicht erreicht hatte Das Schlachtfest wurde auf Den folgenden Tag angesetzt Wer beschreibt den Schrecken und die Trauer her braven Witwe, als sie am Morgen hon Stall „Micheles" leer fand? Unter einem Tränenstrom erzählte die um ihren Festbraten geprellte Frau her Polizei das spurlose Verschwin- Den ihres rosigen Lieblings. Die Polizei forschte zunächst einmal nach, in welchem Hause Des Dorfes und Der umliegenden Bauernhöfe an dem fraglichen Morgen her Zugang eines Schweines ermittelt werden konnte. Balo wurde ein Ehepaar ausfindig gemacht, dessen Diehbestand sich über Nacht um so ein Borstentier vermehrt hatte. Unversehends erschienen bei diesem Ehepaar mehrere Beamten in Begleitung der bestohlenen Witwe, um das Schwein in Augenschein zu nehmen. Aber die arme Frau wandte sich beim Anblick des Tieres entsetzt und entrüstet ab: Die6- garstige^schwarze Biest sollte ihr rosiger „Michele" fein? Schon wollten die Polizisten unverrichteter Dinge abziehen, da hatte der Himmel ein Einsehen. Es begann in dicken Tropfen zu regnen, und siehe Da, die schwarze Farbe des Schweines begann in Streifen herabzulaufen, die rosige Haut kam zum Vorschein, und als die rechtmäßige Besitzerin überglücklich das Tier bei feinem Namen rief, fetzte es sich fröhlich grunzend in Galopp und eilte auf di? Frau zu. Die Leidtragenden bei dieser lustigen Geschichte waren das Diebespaar, das je vier Monate Gefängnis zu verbüßen haben wird, und . . „Michele" selbst, Denn wenn es auch mittlerweile für den Weihnachtsbraten zu spät geworden war, so zierten doch bereits zu Neujahr Die Speckseiten. Schinken und Würste, die sein rosiger Wanst geliefert hatte, den Rauchfang her Witwe. Die musikbegeisterten Krokodile. C. K. Lissabon. Bei einem Konzert, das das englische Boyd-Neel * Streichorchester auf einer Reise durch Portugal in Coimbra gab, gab es einen spaßhaften Zwischenfall, der die starke Wirkung guter Musik auf Krokodile bewies. Das Konzert wurde in einem Theaterraum gegeben, in dem nachher eine auch gerade im Ort aaftierenhe Menagerie eine Vorstellung veranstalten sollte. Die Tiere, die vorgeführt werden sollten, waren nur durch eine dünne Scheidewand von dem Orchester getrennt. Kaum erklangen die ersten Takte Der Musik, als einige her mühen Tiere sich sehr lebhaft dazu zu äußern begonnen. Aber erst als die Bässe einsetzten, bemerkten das Orchester und die Zuhörerschaft, daß die Krokobile die gerade gespielte Komposition von Delius augenscheinlich sehr genossen und ihren Beifall mit Geräuschen äußerten, die an den Abschuß von Geschützen erinnerten. Als bas Stück zu Ende war, zeigten die Krokodile durch starkes Schlagen des Bodens mit den Schwänzen an, daß sie die Musik noch einmal hören wollten. So sehr man Die Musikfreudigkeit her Krokodile schätzte, so bemühte man sich doch, sie zum Schweigen zu bringen, was dadurch gelang, daß man warmes Wasser über sie goß und ihnen so hie angenehme Wärme verschaffte, hie ihre weiter- gebenden Wünsche verstummen ließ Kunst und Wissenschaft. Der Maler Matthäus Schiestt f. Der Maler Professor Matthäus Schiestl ist im Wer von nahezu 70 Ji-Hren in München g e« storben. Er wurde im Salzburgischen als Sohn eines Bildschnitzers geboren. Seine romantischen, volkstümlich schlichten Bilder, die man Legendenlandschaften nennen könnte, sind in vielen Reproduktionen weit verbreitet worden. Der Künstler war ein Bruder des verstorbenen Graphikers Ru- ddlf Schiestl. Chinesisches Geschenk für die Universität Iena. Die Jenaer Universitätsbibliothek hat durch das Geschenk einer Chinesin, die in Jena studiert, eine neue Bereicherung erfahren Es handelt sich um hundert chinesische Bände, Ausgaben alter chinesischer Texte, die für die For- schung von grundlegender Wichtigkeit sind. Dor allem sind hervorzuheben vier wesentliche Darstellungen der Geschichte des alten China, die zusammen allein 54 Bände umfassen. Die zweite Gruppe enthält philosophische Texte. Daneben steht ein einzelner Band mit zwei Dramen aus der Zeit der Mongolenherrschaft in China um 1300. Aus aller Welt. Die deutschen Verluste beim Erdbeben in Chile. Berlin, 3. Febr. (DNB.) Die in den Meldungen aus Uebersee genannten sehr großen Zahlen von Todesopfern beim Erdbeben in Chile haben sich erfreulicherweise noch nicht bestätigt; insbesondere ist die Zahl der ums Leben gekommenen Deutschen verhältnismäßig gering. Leider sind aber doch noch den bisherigen amtlichen Meldungen folgende Todesopfer zu beklagen: Zn Concepcion: Georg Derlei, Bernhard Griebe, Franz von Blate, Hannelore Hof, Hermann Glaß; in Chillan: Elena Bornholt, Laura Kehl, Richard D u e n n e r, Sohn von Georg Röschmann; in Toms: Josef W e r l i n g e r mit zwei Kindern. Die deutsche Botschaft in Chile hat Beauftragte mit Flugzeugen in das Erdbebengebiet entsandt, um weitere Einzelheiten festzustellen. Zwei neue deutsche Höhenweltrekorde. Die deutsche Luftfahrt hat die Reihe ihrer im ver- -gangenen Jahre aufgestellten Weltbestleistungen durch zwei neue internationale Höhen- flugrekorde fortgesetzt. Der mit 160 PS. Bramo- SH.-14a-Motor ausgestattete Focke-Hubschrauber FW 61 erreichte unter Führung von Flugzeugführer Bode eine Höhe von 3570 Meter und hat damit den im Herbst 1937 von Flugzeugführer Rohlfsauf dem gleichen Hubschrauber aufgestellten Höhenrekord um über 1000 Meter Überboten. Die neue Rekordleistung verdient um so mehr Beachtung, als die größte mit Hubschraubern bisher im Ausland erzielte Höhe nur 158 Meter beträgt. Der Chefpilot der Siebel-Flugzeuowerke Halle, Fluozeugkapitän Ziese, brachte mit Begleitung die Neukonstruktion Siebel Si. 202 „Hummel", ein mit nur 50 PS Zündapp-Motor ausgerüstetes zweisitziges Sportflugzeug auf eine Höhe von 5982 Meter. Damit hat dieses Flugzeug die bisherige Welt- b e st l e i st u n g, die mit 4872 Meter von der Tschecho-Slowakei gehalten wurde, nicht nur um über 1100 Meter verbessert, sondern gleichzeitig auch den bestehenden Rekord für einsitzig geflogene Flugzeuge der gleichen Klasse übertroffen. — Beide Rekordflüge wurden durch den Aeroklub von Deutschland bei der FAJ. zur Anerkennung anqe- meldet. Zudenlehrer wegen (Steuerhinterziehung bestraft. Lpd. Darmstadt, 3. Febr. Durch Unterroer- fungsverhandlung vom 24. Januar d. I. wurde der Judenlehrer Heinrich Israel Müller in Bensheim wegen fortgesetzter Einkommensteuerhinterziehung für die Jahre 1928/37 in Tateinheit mit Gewerbesteuerhinterziehung zur Zahlung von insgesamt 2 5 00 Mart verurteilt. 27 Nationen für Helsinki gemeldet. Die Zahl der Nationen, die sich bis heute zu den Olympischen Spielen 1 9 4 0 in Helsinki angemeldet hat, beläuft sich auf 27. Während der letzten Zeit haben sich besonders zahlreiche Staaten aus Südamerika für die Spiele angemeldet. Bisher haben sich angemeldet: Argentinien, Belgien, Brasilien, Costa Rica, Dänemark, England, Eslland, Finnland, Griechenland, Haiti, Holland, Indien, Island, Italien, Jugoslawien, Lichtenstein, Luxemburg, Malta, Norwegen, Palästina, Portugal, Rumänien, Schweiz, Schweden, Tschecho-Slowakei, Ungarn und USA. — An den Berliner Spielen beteiligten sich 53 Länder, und Finnland rechnet mit der gleichen Anzahl. Acht Feuerwehrmänner in Amerika unter einstürzenden IRauern begraben. Bei einem Großfeuer im Geschäftsbezirk der Stadt Syracuse im Staate Neuyork wurden acht Feuerwehrmänner unter den einstürzenden Mauern eines sechsstöckigen Geschäftshauses begraben. Bisher konnten hie Leichen noch nicht geborgen werden. Schwere Hagelschläge in Indien. Nach Berichten aus Allahabad sind im Süden der Bereinigten Provinzen ungewöhnlich schwere H a - g e I ft ü r m e niedergegangen und haben beträchtlichen Schaden angerichtet. Es wurden Hagelschloßen im Gewicht bis zu einem halben Kilogramm fest- gestellt. Mehrere Dörfer wurden durch den Hagelschlag schwer in Mitleidenschaft gezogen. Leider gab es auch mehrere Tote. In einem Dorf wurden sechs Hirten durch den Hagelschlag getötet. Auch unter den Vieherden wurden erhebliche Verluste festgestellt. Das Unwetter machte einen starken Eindruck auf die Landbevölkerung, die in vielen Fällen in chrer 'Enttäuschung darüber, daß ihre Gebete keinen Erfolg hatten, Götterbilder zerstörte. Feige kommunistische Bluttat in Mittelpolen. Don kommunistischen Meuchelmördern wurde in dem Dorfe Zagloba im mittelpolnischen Kreise Pu- lama der Geistliche Wanlencik durch mehrere Revoloerschüsse niedergestreckt und getötet. Wan- lencik war weit über seine Gemeinde hinaus als entschiedener Gegner des Kommunismus bekannt und betätigte sich auch in diesem Sinne öffentlich. Wie sich herausstellte, war nach dem Geistlichen bereits vorher in seiner Wohnung von vier Personen gesucht worden, die die Wirtin des Geistlichen ge« fesselt hatten. Es ist anzunehmen, daß diese vier Individuen den Auftrag hatten, den gefährlichen Gegner des Kommunismus auf Beschluß irgendeines kommunistischen Parteigerichtes zu beseitigen. Jüdisches Gaunerkonsorlium in Dien. Die Wiener Kriminalpolizei konnte ein jüdisches Gaunerkonsortium unschädlich machen, das mit aefälschten Taufscheinen und erschlichenen Einreisevisen dunkle Geschäfte trieb. Den Gauern gehörten eine gewisse Hermine Enriquez aus Livorno, der Jude Nikolaus Löffler, der Jude Alexander Benda und die Jiünn Elisabeth Trost an. Löffler besorgte auf den Namen der Enriquez von Pfarrämtern Taufscheine, die bann gefälscht wurden. Mit diesen Taufscheinen wurden Einreisevisen beschafft und zu entsprechenden Preisen verkauft. Löffler hat für seine Tätigkeit 900 Mark erhalten, während der Gewinn der Hermine Enriquez, die den Verkauf mit Hilfe Bendas besorgte, wesentlich großer erscheint. Benda hat für feine Tätigkeit einen Betrag von 100 Mark erhalten. Die Jüdin Trost gestand, dem Konsortium geholfen zu haben. Alle vier Personen wurden verhaftet und dem Landgericht eingeliefert. D:e Säuglingskurse des Reichsmütterdienstes. Gfs. Säuglingskurse sind nichts Neues; sie hat es immer schon gegeben. Und doch waren sie noch ausbaufähig. So hat sich der Reichsmütterdienst des Deutschen 'Frauenwerkes auch dieses ungeheuer wichtigen Lebenszweiges des Muttertums angenommen. Die Schwester beginnt den Kursus mit allgemeinen Besprechungen. Sie nimmt ihren Anfang beim deutschen Familienleben, kommt ganz von selbst auf die Volksverbundenheit der Familie und somit auch des neugeborenen Kindes mit dem Staate. Sie weist auf die Wichtigkeit der gefunden Fortpflanzung hin, spricht von Erb- und Rassengesetzen, von Sippenforschung, von dem Wert der Mutter im jetzigen Staat, von den Erleichterungen, die der Staat bei Eheschließungen und Kinderreichtum gewährt. Dann befaßt sie sich mit der werdenden Mutter und ihrer natürlichen Lebensweise in der Zeit des wachsenden Kindleins in ihr. Und bann ist der kleine Erdenbürger da. Theoretisch und praktisch wird jetzt alles erklärt, was zu feinem Wohle nützlich ist. Die natürliche und unnatürliche Ernährung mit all ihren Vor- bzw. Nachtellen mirb erläutert. Aber es gibt nicht nur gesunde Kinder, und so müssen alle Krankheiten, die beim Säualina und Kleinkind Vorkommen, erläutert werden. Auch die ersten Hilfsmaßnahmen kommen zur Sprache, immer aber soll die junge Mutter Ruhe und lieber« Bec öpj-ikcr am Kchichof j legung bewahren, nichts leichtfertig nehmen und rechtzeitig den Arzt zu Hilfe ziehen.' Selbstverständ- lich wird auch über die wichtigsten Erziehungsfragen gesprochen. Am Schluß kommt die Schwester noch einmal auf die Gesundheit der Mutter im allgemeinen zu sprechen, baß sie auch im Alter nicht versäumen soll, bafür vorbeugenderweife zu sorgen, denn nur eine gesunbe Mutter dient ihren Kindern, ihrem Mann und dem Staat in vorbildlicher Weise. Weiierberickt An der Westseite des europäischen Hochdruckgebietes, das in Westdeutschland noch immer heiteres Wetter bedingt, hat die Zufuhr feuchterer Luft- massen eingesetzt, so daß es nach Westen bis zu minus 10 Grad in der Nacht zum Samstag zu verbreiteter Nebelbildung kam. Das wird noch weiterhin wetterbestimmend bleiben. Doch muß, abgesehen von Nebelbildung, mit dem Auskommen von Bewölkung gerechnet werden. Vorhersage für Sonntag: Morgens neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, Temperaturen wie seither, schwache Winde. Vorhersage für Montag: Fortdauer des noch vielfach aufgeheiterten Frostwetters. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 1,0 Grad Celsius, abends 1,0 Grad; am 4. Februar: morgens —4,8 Grad. Maximum 1,5 Grad, Minimum heute nacht —8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 0,6 Grad, am 4. Februar: morgens 0,3 Grad. — Sonnenschoin- dauer 6,2 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Vogelberg. Hoherodskopf: Heiter, — 5 Grad, Gesamtschneehöhe 12 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, — 1 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Firnschnee, Schi und Rodel gut. Sauerland. Winterberg: Heiter, —15 Grad, Gesamtschneehöhe 16 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 90 cm, firn, Schi und Rodel sehr gut. spar' ?<> Goethe-Bund, Kaufmännis eher Verein in Verbindung mit der Landesuniversität und dem Oberhessischen Kunstverein Donnerstag, den 9. Februar 1939, abends 8 Uhr, Neue Aula Vortrag des bekannten schwedischen Dichters Albin Widen „Altschwedische Kulturüberlieferungen in der Gegenwart“ mit Lichtbildern, Film end besang ans eigenen Werken Die Mitglieder des Goethe-Bandes, des Kaufmännischen Vereins and des Oberhess. Knnstveretns haben freien Rlotritl (G. B. blauer Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 1 — K V. grüner Ausweis, Kontrollabschnitt Nr. 8 — Oberhess. Kunstverein Mitgliedsausweis). Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenachah. des Landschaft^- bnndes Voikst .m und Heimat, des Ortsvnrbandes Gießen des VDA. erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von SO Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises, Nichtmitglieder in 78 Pf. bei Challier und an der Abendkasse, Staden en, M lltä end cbitter zu SO Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude. 8S1d Für die kalte Jahreszeit i Kolter, Reisedecken Fenstermäntel, Friese Bahnhöfstrabe 31 SpenialgesdiAft tot* Teppiche, Gardinen, PolstermÖbel S08D Alles für das Brot! \n : einige Wagner me KipiiDeranwii^ i geschlagen habe, daß das Huhn mit gebrochenem gewiesen erhielten, die ihrem Sp z f ch sp ch - ^^cken und einem gebrochenen Flügel liegen gelte Zeit, viel auf den anderen zu achten, mit sich und mit seiner Arbeit beschäftigt. I jeder war namentlich für die wandernde deutsche Jugend, von Interesse sind. diese den politischen Kreisen der Partei angepaßt. ^isausgabestellen, eine Anzahl neuer Ausweis- Groß-Fewa, Grebenau, Homberg und Kirtorf in zu erkenrren Das Gericht erließ Urteil dahin: „Die Berufung des Angeklagten wird verworfen und der Angeklagte unter Abänderung des erstinstanzlichen Ur- 1. 3. Wanderern entgegenzukommen. Da auch die Orts- verlxmdsleiter und die Geschäftsführer der Ortsverbände Ausweise ausstellen und Auskunft über Herbergswesen und Wanderungen erteilen, ist der Jugend das Wandern wesentlich erleichtert worden. Innerhalb des Kreises Wetterau können jetzt an folgenden Stellen Mitgliedskarten, Bleiben- und Führerausweise ausgestellt werden: In der Stadt Gießen: bei Ortsverbandsleiter Studienrat Dr. Dufeberg, bei Ortsverbandsgeschäftsführer Studienassessor Bausch, cm Jugendamt (Gartenstraße 2), im Reisebüro Selterstor, im Institut für Leibesübungen (Ludwigstr. 34), in der Langemarck- und Liebigschule. Im Landkreis Gießen: in Klein-Linden bei Lehrer Rau, in Lich bei Studienreferendar Zeiger, in Grünberg bei Reallehrer Müller- Ahl- heim, in Laubach bei Studienassessor Dr. Kammer und in Hungen bei Lehrer Schmidt. In werden es angenehm empfinden, wenn sie nicht erst wegen jeder Kleinigkeit zur Näherin gehen müssen, sondern im Nähkurs gelernt haben, sich selbst zu helfen und sich auch bei manchmal knapperem Geldbeutel manch hübsches Berufskleid und -kittelchen selbst anzufertigen verstehen. Sehr wichtig ist heutzutage die Erhaltung von Wäsche und Kleidung. Wie man das am vorteilhaftesten, aber auch am schönsten und unsichtbarsten macht, zeigt auch der Nähkursus. Wie oft ist man auch als Laie besorgt, ob man einen Schnitt richtig ansetzt, denn ein Verschneiden eines schönen neuen Stoffes ist eben bitterer denn je. Wir bekommen auch das im Nähkursus gezeigt-, und alle die vielen kleinen Handgriffe, die ein Kleid stichgemäß Herstellen. Es wird auch nicht versäumt, die Nähmaschine genau zu erklären. So können wir manchen Schaden, der sonst Reparaturkosten machen würde, selbst wieder gut machen. Wir wollen also nicht versäumen, den nächsten Kurs des Reichsmütterdienstes mitzumachen. (8.30 Uhr Schillerschule-, Turnzeug ist auch mitzubringen), Allendorf a. d. Lda., Bad-Nauheim, Butzbach, Friedberg, Groß^Karben, Grünberg, Hungen und Leihgestern. wettkampftage. Die Wettkampftage sind folgende für: Leistungsklasse I und V: Montag, den 6. Februar 1939; Leistungsklasse II: Dienstag, den 7. Februar 1939; Leistungsklasse III, VII, VIII, XI und XII: Mittwoch, den 8. Februar 1939. nätfig leugne. Der Verteidiger beantragte Frei- sprechung unb, faUs das Gericht zu einer Ver irtti- luNg kommen sollte, auf keine höhere als die im Strafbefehl ausgesprochene Geldstrafe von 30 RM. mehrere Latten abgerissen zu haben, um in das Grundstück zu gelangen. Gegen den ctra|bctebt legte er Einspruch ein. In der gestrigen -oerhand- lung vor dem Einzelrichter wurde er überfuhrt unö erhielt die gleiche Strafe. Schadensersatz hat er nicht zu leisten, da er den Schaden inzwischen behoben hat. Meine Strafkammer Gießen. grünbung wurde angeführt, bah sich die Tat als äußerst roh barstellte. Durch Strafbefehl bes Amtsgerichts Homberg an ber Ohm erhielt ber K. L. in Kirtorf wegen Tierquälerei (Vergehen gegen das Tierschutzgesetz) 2. Wettkampf und Zeit. Für sämtliche Leistungs- klassen findet der Wettkampf in der Kaufmännischen Berufsschule in Gießen, Liebigstraße Nr. 16, II. Stock, statt. Antreten an den genannten Tagen jeweils um 7.45 Uhr auf dem (Siebener lvochenmarktpreise. * Gießen, 4. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Kl. 8 15, MA 14^, Kl. 8 14, MC 13N, MD 12%, ausländische, MB 12, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüden 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Untertohlradi 7 bi- 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, 1/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 35 bis 40 Pf., Nüsse 45 bis 50 Pf., Hähne 1,10 bis 1,25 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, bas Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Schulpersonalien. Der Führer hat die Studienassessoren Fritz Flommersfeld und Adolf Kester an der Langemarckschule in Gießen zu Studienräten ernannt. ** Die Anmeldung zur Gesellenprüfung im Handwerk wird heute von der Kreis- handwerkerschast Gießen in einer zweiten Aufforderung allen Interessenten nochmals in Erinnerung gebracht. Die aufmerksame Beachtung dieser will)- tigen Aufforderung sei allen Beteiligten dringend empfohlen. ** „Mit dem Auto durch den Alltag in Afrika." In Ergänzung unseres gestrigen Berichts über den Vortrag von P. C. Ettighof- f e r in Gießen sei vermerkt,' daß der interessante Vortrag vom Goethe-Bund und Kaufmännischen bei Georg Rumpf. In dem Kreis Büdingen: in Büdingen bei Studienassessor Dr. Bayer, in Nidda bei Dr. med. Koch, in Schotten bei Rektor S t e i n h a u e r und in Gedern bei Lehrer Roos. Im Kreise Wetzlar: in Wetzlar bei Lehrer Medebach, bei Karl Lutz und auf dem Jugendamt der Stadt Wetzlar, in Braunfels bei Lehrer Gabriel, in Ehringshausen bei Hauptlehrer Keiner, in Erda bei'Hauptlehrer Hedrick, in Eppenrod bei Lehrer Beruh ard, in Groß- Rechtenbach bei Lehrer Stork und in Rodheim bei Lehrer Jäkel. Aus der engeren Heimat. Abschiedsfeier für Lehrer Wenzel in Grünberg. § Grünberg, 3. Febr. Für den mit Wirkung vom 1. Januar 1939 infolge feines Gesundheitszustandes in den Ruhestand getretenen Lehrer Karl Wenzel fand am heutigen Freitag im Saale der Oberklasse der Volksschule eine würdige und eindrucksvolle Abschiedsfeier statt. In dem reich geschmückten Saale waren außer den letzten Jahrgängen seiner Schüler das Lehrerkollegium der Volks- und der Berufsschule anwesend? Als Vertreter der Schulbehörde war Kreisschulrat N e b e l i n g erschienen, der dem Scheidenden den Dank und die Anerkennung der Re- sucherschast starken Beifall. WHW. Ortsführung Gießen-Nord. Bett.: kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in! Zahlung genommenen Kohlengutscheine Serie D bis I spätestens Mckntag, 6. Februar, auf der Geschäfts-1 stelle, Walltorstrahe 38, einzureichen. Später ein-] gehende Gutscheine können nicht mehr berücksichtigt! werden. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Bete.: Kohlenabrechnung am 6. Februar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen-! gutscheine der Serie D am Montag, 6. Februar, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwenaasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 6. Februar eingereichte Scheine sind wertlos. BDM.-tlntergau 116 Gießen. Delr.: Mochenendschulung am 5. Februar 1939. Zur Wochenendschulung am Sonntag treten alle Schafts-, Schar- und Gruppenführerinnen um 8.30 Uhr mit Schreibzeug und Liederbuch in den bekannten Schulungsorten an, und zwar in: Gießen Neuerungen im Lugendherbergswerk Mehr Ausweis-Ausgabestellen in Oberheffen l blieben sei. D-r Angeklagte nahm die Berufung zurück. Der Vertreter der Anklage bestand auf Verhandlung und beantragte die Berufung zu verwerfen und auf eine höhere Strafe zu erkennen, weil der Angeklagte, trotzdem er überführt sei, weiterhin hart- KrümenkMÄ wichtige Rolle. Unter entsprechender Anwendung der Vorschriften des Reichsversorgungsgesetzes erhalten die bei dem politischen Kamps für die nationale Erhebung durch politische Gegner in der Zeit vor dem 13. November 1933 an ihrer Gesundheit geschädigten Personen die gleiche Versorgung, ebenso auch ihre Hinterbliebenen. Zu dieser Versorgung gehören die Angehörigen der NSDAP, und ihrer Gliederungen, sowie des früheren Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten. Die orthopädische Versorgung wird für den Bereich des Versorgungsamts Gießen durch die orthopädischen Versorgungsstellen Frankfurt a. M. und Kassel durchgeführt. Erweiterte Arbeilsaufgaben. Im Verlaufe des Jahres 1938 hat das Derfor- gungsamt Gießen erweiterte Aufgaben und erhebliche Mehrarbeit durch die Uebernahme der Feststel- lunq und Auszahlung der Zusatzrenten für Schwer- beschädigte und durch das Gesetz zur Aenderung des Reichsoersorgungsaesetzes und des Gesetzes über das Verfahren in Derforgungssachen vom 27. September 1938 erhalten. Insbesondere wurde auch die Versorgung der Kapitulanten durch ein besonderes Kapitulanten-Dersorgungsgesetz auf neue Grundlagen gestellt, wodurch sich naturgemäß eine große Mehrarbeit für das Amt ergab. Durch gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Fürsorgebehörden, den Krankenkassen und der NS.-Kr^egsopferversorgung wurde die Erfüllung der umfangreichen Aufgaben des Der-; forgungsamtes bisher stets in dankenswerter Weise erleichtert und gefördert, dadurch auch den Interessen »er Dersorgtzngsberechtigten in gebührender Weise gedient. Alle Mitarbeiter des Dersorgungsamts Gießen find stolz darauf, an chrem Teile im Bereiche des Amtes an der Betreuung der Kriegsopfer, der ersten Bürger im Staate unseres Führers, und aller übrigen Dienstbeschädigten mithelfen zu können, um ihnen durch die bestmöglichste Erfüllung ihrer berechtigten Ansprüche den Dank des Vaterlandes für ihre treuen Dienste abzustatten. B. Der Wettkampf wird den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Gesamtdauer zirka 7 Stunden. Jeder Teilnehmer hat mitzubringen: Füllfederhalter, Kopierstift, Bleistift, Radiergummi. Für weibliche Teilnehmer, welche hauswirtschaftliche Aufgaben zu lösen haben, ist das übersandte Merkblatt besonders zu beachten. Ebenso ist für weibliche Teilnehmer Sportzeug mitzubringen, da der Sportwettkampf am gleichen Tag stattfindet. 773D Die Ortswettkampsteitung. Gez.: E. S t e i n e l. Gez.: O. Z ö l l e r. Nähkurse des Neichsmütterdienstes des Deutschen Frauenwerkes. Gfs. Ihr Mütter, Mädchen und Frauen, wißt ihr schon, was euch ein Nähkurs an Erleichterung im täglichen Leben bringt? Mancher Schrecken des Alltags wird von uns genommen, wenn wir uns die Handfertigkeit haben lernen lassen, rasch und ~ 9- s 9 ' V. Im Kreis Lauterbach: in Lauterbach bei Studien- des Angeklagten wird verworfen und der 21 ngerat Dr. Grobe und Sparkassenbeamten Hahn [;_o_ -----n und in den Volksschulen Grebenhain, Herbstein, teils in eine Geldstrafe do 51 R M., hilfs- Lanzenhain, Ulrichstein und Volkartshain, letztere weife 17 Tage Gefängnis verurteilt." Zur Be- ehemals im Kreis Schotten, ferner noch in Schlitz v------------v ----- Ehrenchormeister Karl Kaspar Eommerlüd f. § Beuern, 3. Febr. Der weit über feine engere Heimat hinaus bekannte Gastwirt und Metzger- meister Karl Kafpar Somme rl ab I. oer- tarb am Donnerstag. Herr Somrnerlad, in Choreiter- und Sängerkreisen eine geachtete und ge- chätzte Persönlichkeit, hätte in einigen Jahren auf ein halbes Jahrhundert segensreicher Arbeit zurückblicken können. Dor mehr als 45 Jahren begann er in den umliegenden Orten seine Tätigkeit als Dirigent der Männerchöre, und bis zu seinen letzten Tagen ist er der Pflege des deutschen Liedes treu geblieben. In Großen-Buseck, Reiskirchen, Bersrod und bis zuletzt noch in Climbach, wo er seine erste Verwendung als Dirigent fand, in Allertshausen und Reinhardshain war er tätig, und viele der von ihm geführten Chöre verdanken ihm ihre gesangliche Schulung und ihren Aufstieg. In Beuern leitete er jahrzehntelang den Männergesangverein „Liederkranz" bis fru dessen Verschmelzung mit dem Verein „Polyhymnia" im Jahre 1933. Bei Wettstreiten und Wertungssingen fanden seine Leistungen gebührende Anerkennung, und viele Preise und Ehrungen waren der Lohn seiner rastlosen Tätigkeit. Nun hat „der Sänger" die Augen zum letzten Schlaf geschlos- sen. Die Sänger seines Heimatkreises und die Mitglieder der von ihm geleiteten Chöre werden ihrem tüchtigen, immer vorwärtsstrebenden Chorleiter, ber im Hinblick auf seine Verdienste um das Chorwesen 3um Ehrenchormeister ^ernannt worden war, ein ehrendes Andenken bewahren. Tödlicher Sturz vom Dache. * Lauterbach, 3. Febr. Dor einigen Tagen stürzte der Betriebsleiter deF städtischen Elektrizitätswerkes Arno A p i tz s ch bei der Inaugenscheinnahme eines D a ch e s so unglücklich ab, daß er mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Hier ist der bedauernswerte Mann nunmehr im Alter von 63 Jahren an den Folgen der schweren Verletzungen g e st o r b e n. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 3. Febr. Am Donnerstag sprach Dr. Hahn (Gießen) vom Kartosfelkäfer- Abwehrdienst vor den Bauern und Landwirten unseres Dorfes über die Bekämpfung bes Kartoffelkäfers. Ein Film erläuterte die Ausführungen. Auch den Schulkindern der oberen Klassen wurde der Film gezeigt. — In der Schule wurde die amtsärztliche Untersuchung der Schulneulinge für ' Ostern 1939 vorgenommen. 30 Schulrekruten treten i dieses Jahr den Weg zur Schule an. wg. Großen-Buseck, 4. Febr. Am morgigen > Sonntag, 5. Februar, feiert der Landwirt und Verein veranstaltet wurde. **„Die Technik ist die Schrittmacherin". Zu dem gestrigen Bericht über diesen Vortrag wird uns von dem Redner, Dipl.-Ingenieur- Schaffner, mitgeteilt, daß der im vorletzten Absatz des Berichts enthaltene Satz „Diese Verbindung kennt der Nationalsozialismus nicht" auf einem Mißverständnis des Berichterstatters beruht. Richtig sei vielmehr das Gegenteil dieses Satzes. ** Möbelautobrand auf der Reichs- autobahn. Gestern aegen 11.20 Uhr war auf der Reichsautobahn bei Kilometer 54 in der Nähe von Garbenteich ein Möbelwagen in Brand geraten. Die Städtische Feuerwehr Gießen wurde alarmiert, rückte sofort aus und hatte geraume Zeit zu tun, um den Brand zu löschen und das Hindernis, das der Wagen bedeutete, zu beseitigen. Erst gegen 13.40 Uhr konnte die Feuerwehr wieder einrücken. Personen tarnen glücklicherweise nicht zu Schaden. Amtsgericht Gießen. Der O. R. in Gießen erhielt einen Feldstrafbefehl über 5 RM. Geldstrafe und 1 RM. Schadensersatz wegen der Beschuldigung, am 23. Juli 1938 in Gießen an dem Zaun eines städtischen Grundstücks gierung für die über 42 Jahre, davon *40 in Grünberg, als Lehrer und Erzieher geleistete Arbeit aussprach. Das beantragte goldene Treudienst- Ehrenzeichen hoffe er baldigst überreichen zu können. In gleicher Weise widmete ihm der Leiter der Schule, Rektor Häusel, im Namen des Lehrerkollegiums herzliche Abschiedsworte unb überreichte ihm ein Buch. Im Auftrage ber (Stabil waltung überreichte er außerdem ein Bild bes Führers. Auch bie letzten Jahrgänge der Schüler des Scheidenden überreichten Bücher. Lehrer Wenzel dankte für die Ehrung und gab einen kurzen Rückblick über seinen Lebensweg, dem nach vorübergehender Tätigkeit in Reinhardshain und Laubach eine über 4Ö Jahre währende Wirksamkeit als Lehrer in Grünberg sich anschloß. Auf ärztlichen Rat habe er den Entschluß gefaßt, den ihm lieb gewordenen Lehrerberuf kurz vor der Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze aufzugeben. Die Feier wurde umrahmt von Gedichtvorträgen, Sprechchören und Liedern der Schüler. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Kupreß: 20.11 Uhr in sämtlichen Räumen des Klubs „Windstärke 13". — Gloria-Palast (Selters- weg): „Sergeant Berry"; 14 Uhr Märchen-Vorstellung „Hänsel und Gretel", „Als die Sündflut kam", „Der Sternentaler" und „Sommerzeit". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „13 Mann und eine Kanone; Spät - Vorstellung, 23 Uhr, „Was ist Moral?" — 222er: Im „Auerhahn?, Sonnensttahe. — „1900"- Maskenball im Casä Leib. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Wiener Blut". — Gloria - Palast (Seltersweg): „Sergeant Berry": 14 Uhr Märchenvorstellung ,Hiinsel und Gretel", „Als die Sündflut kam", „Der Sternentaler" und „Sommerzeit". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): i „13 Mann und eine Kanone". — VfB.-Reichsbahn: MaÄenball im Klub. , Vortragsabend des schwedischen Dichters Albin Md6n in Gießen. Der schwedische Dichter Albin Widsn, der in Deutschland durch sein Buch ,Heim will ich wieder reiten" bekannt wurde, befindet sich zur Zeit auf! einer Vortragsreise durch Deutschland. Auf dieser Fahrt wird er auch in Gießen auf Einladung des Goethe-Bundes, bes Kaufmännischen Vereins in Verbindung mit der Landesuniversität und dem Oberhessischen Kunstverein am Donnerstag, 9. Februar, in ber Neuen Aula der Universität über das Thd» „Altschwedische Kulturüberlieferungen in der Gegenwart" sprechen und seine Ausführungen durch zahlreiche Lichtbilder, eyjen Film und Lesungen aus eigenen Werken ergänzen. Der Dichter fand mit seinem Vortrag, den er in deutscher Sprache hält, bisher in allen Städten bei einer großen Beschnei! die Schäden wieder auszubessern. Wie dankbar werden uns unsere Kleinen sein, wenn sie um einen zerrissenen Hosenboden nicht gleich Schelte bekommen, unb das Mädelchen wird um sein elegantes Triangel (wie man früher zu dem Riß im Kleid sagte) nicht vor Angst zu Tränen gerührt fein, denn sie weih ja, Mutti hat im Nähkursus gelernt, wie diese Sachen auszubessem sind. Wie srvh sind wir auch, wenn wir rasch einmal unseren Kindern aus abgelegten Erwachsenenkleidern ein hübsches Schulkleidchen nähen, wenn wir uns unsere Hauskittel und Schürzen selbst anfertigen können. Auch die berufstätigen Frauen und Mädchen Die Turnhalle der alten Pestalozzischule ist plötzlich zu einer einzigen großen Werkstatt 9eroorye^- Im Laufe des gestrigen Tages wurden Werkbänke vor dem Haus abgeladen und in die Turnhalle gebracht. Heute, Samstag morgen, nun traten die Lehrlinge des Schreinerhandwerks zum Reichsb^ rufswettkampf an. 80 junge Menschen fanden sich ein, um ihr Können zu zeigen. Nachdem die Lehrlinge der verschiedenen Leistungsklassen (auch einige Gehilfen sind dabei) ihre Ausgaben erhalten hatten, konnte ein Teil der Wettkampfteilnehmer gleich mit der praktischen Arbeit [beginnen, während die anderen sich den theorett- schen Aufgaben zu widmen hatten. In der Turnhalle hob, nachdem man sich mit den Aufgaben vertraut gemacht hatte, ein eifriges Hobeln und Messen an. Die Späne -flogen, und die jungen Menschen waren alle mit ernsten Gesichtern an ihrer Arbeit. Keiner hatte Zeit, viel auf den anderen zu achten^ zahlt. Ist der Tod nicht die Folge einer Kriegsbe-1 schädigung, so können die Hinterbliebenen von Schwerbeschädigten bei Bedürftigkeit laufende Beihilfen erhalten. Dersorgungsberechtigten Witwen wird bei ihrer Wiederverheiratung eine Abfindung gezahlt. Die Förderung der Berufsausbildung für Kriegerwaisen erfolgt durch Erziehungsbeihilsen. Zum Erwerb oder zur wirtschaftlichen Star- fung eigenen Grundbesitzes sind in größerem Umfange Kapitalabfindungen gewahrt worden. Im Falle besonderer Bedürftigkeit tonnen Schwerbeschädigte und Hinterbliebene eine Zufatz- rente erhalten, die ebenfalls vom Dersorgungsamt festaesetzt und zahlbar gemacht wird. Jedem Rentenberechtigten stehen freie Heilbehandlung, Ausstattung mit Körperersatzstücken und unter gewissen! Voraussetzungen Bade- und Heilstättenkuren zu, wenn die Gesundheitsschädigung mit dem anerkann- ten DB.-Leiden zusammenhängt. Die Heilbehandlung vermitteln in der Regel die Krankenkassen, die Kosten werden von den Versorgungsämtern ersetzt. Das Reichsversorgungsgesetz vom 12. Mai 1920, das hauptsächlich Anwendung findet, sieht ferne Hauptaufgabe nicht darin, den Kriegsbeschadlaten nur eine geldliche Entschädigung für die erlittene Gesundheitsstörung zu gewähren, sondern die Gesundheitsstörung und die dadurch bedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit zu beseittgen oder wesentlich zu verbessern. Die Heilbehandlung spielt in der ganzen Kriegsopferversorgzing eme sehr Aufruf! Folgende Wettkampfgruppen treten am Samstag, dem 4. Februar, in der Gewerblichen Berufsschule, Sirchsiraße, zum RBWK. an, Zell 8 Uhr. Bekleidung Holz. Am Sonntag, dem 5. Februar, in ber OefsenNichen handelslehranstalt, Wernerwall, findet für folgende Wettkampfgruppen der RBWK. statt, Zeit 8 Uhr: Energie — Verkehr — Verwaltung Banken und Versicherungen Dentisten. Die Angehörigen der Partei ober ihrer Gliebe- rungen erscheinen zum Wettkampf in der entsprechenden Uniform. v I An alle Teilnehmer des Beichsberusswellkampfes der Wellkampfgruppe „Der Deutsche handel". Schulhof. Verschiedenes. Alle Teilnehmer müssen, soweit möglich, in der Uniform ihrer Gliederungen erscheinen. Für Angehörige der HI. und des BDM. ist das Uniformtragen Pflicht. Trotz alledem herrschte in dem großen Raum eine schöne Gemeinsamkeit, die sicherlich auch jeder einzelne empfunden haben mag. Die Au gaben waren selbstverständlich dem Können der Lehrlinge im ersten, zweiten oder dritten Lehrjahr sorgfältig angepaßt, immerhin aber so gestellt daß sie bas Können voll erforderten. Die W-Itkampft-ilnehm-r mutzten ihr- Arbeit nach ge- iBeraenen aeaen aas ^ieriu,ueM«|C!„ zeichneten Vorlagen und einigen wenigen angegeb--, ^7^-re.',Vergeh-Ny °@egen den Straf- nen Maßen bewältigen. Im übrigen hortenb j er Einspruch ein der durch Urteil bes d°b die Aufgabensteüung WNuber dem Vor ahr Ohm oom 8. Roum einiges schwerer ist. Bewahrte Meister wie auch b= 1038 verworren wurde @cq n das Ur eil Lehrer W gewerbUchen B ufsschule hat en sich Berufung ein. über die gestern vor der für die Bßurtedung der Ar Dersüauna aefteüt Kleinen Strafkammer verhandelt wurde. In der suhrung des Wettbewerbs zurHauptverhandlung wurde durch mehrere Zeugen Im Kreise der ^set^ bekimdet, daß der Angeklagte am 8. August 1938 Zwei Lehrlinge des Kuserhandw rks wie auch be5 Nachbars mit einer Peitsche derart einige üßagner felbf^^^^^an^^^^^ ju j^aaen habe, daß das Huhn mit gebrochenem Der Landesverband Rhein-Main im Reichsver«'Londorf ist eine Ausweisausgabestelle in Dorberei- banb für Deutsche Jugendherbergen hat einige tung. Neuerungen getroffen, die für alle Herbergsbenutzer, j Im ehemaligen Kreis 5,r t ebb er g . m tfrieb» für hi«> mnnbernbe deutsche Jugend, von berg selbst an fünf Stellen, in Butzbach bei Studien- Jnteresse sind rat Dr. Kester, in Munzenberg bei Walter B o l - In der Neueinteilung der Ortsverbände wurden l e r unb in Bab-Nauheim an drei Stellen. biefe ben politischen Kreisen der Partei angepaßt. Fm Kreis A l s f e l d: m Alsfeld bei Lehrer D o l- Außerdem wurde, neben den schon bestehenden Aus- Unger, ferner sind noch Auswelsausgabestellen n aupuwui u/uiut, ____mrohoMmt Anmhprn und Kirtorf m gegen Katarrhe Husten Heiserkeit Hauptniederlage: Jean Weisel. Gießen tSonnensiraße 6, Telephon 3888. 816d (126,75). Lebhaftes Interesse bestand am Montanmarkt für Vereinigte Stahl mit 109,75 bis 110 (109,50), ferner erhöhten sich Rheinstahl von unverändert 138 auf 138,50, Hoesch auf 109,50 (109), Mannesmann auf 111,75 (111,50). Sodann gingen 3®. Farben etwas mehr aus dem Markt mit 150,25 (149,75), wahrend von Elektrowcrtcn Gcsfürel nach 138,25 (137) auf 137,50 zurückfielen, da auf dem erhöhten Stand leichte Abgaben einsetztcn. Von Autoaktien gewannen Adlerwerke 0,25 v. $ aus 107,50 und Daimler 0,25 o. H. auf 136,75, während BMW. auf 152 (152,50) abbröckelten. Jeweils un- verändert gefragt wurden u. a. Scheideanstalt mit 206,25, Demag mit 149,50, Rheinmetall mit 133,75, Siemens mit 195,50, VDM. mit 181, Kaufhof mit 106 und Moenus mit 125. Von Bankaktien befestigten sich Deutsche Effektenbank um 0,65 v. H. auf 86,65. Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz mit 129 bis 129,13 (129) leicht belebt: 6 v. H. JG.-Farbcn wurden zu unverändert 119,25 gefragt. Im Freiverkehr wurden Kommunal-Umschuldung mit 93,20 genannt. 134,50. glieder. Kreis Alsfeld * Rieder-Ohmen, 3. Febr. Dieser Tage konnten Angehörige des hiesigen Bahnhofes mit dem Treudienst - Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre ausgezeichnet werden. Es waren dies Heinrich Müller, Assistent, Heinrich Casper, Weichenwärter, Karl Grün und Karl Schmitt, beide Hilfsweichenwärter. Im Auftrage der Reichsbahndirektion wurde ihnen das Ehrenzeichen von dem Vorsteher des Bahnhofes, 21. Holze, in feierlicher Weise überreicht. < Deckenbach, 4. Febr. Am kommenden Montag, 6. Februar, kann unser Einwohner Wilhelm Paulus im Kreise von Frau, drei Kindern und vier Enkelkindern den 7 6. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!) Nhein-Mainistbe Börse. de r Genossenschaft bekannt, sangverein „Harmonie' der Lei' Im Freiverkehr wurden Katz & Klumpp 0,50 d. H. höher mit 91 gefragt, ebenso Verein. Fränk. Schuh mit 77,50—79,50, ferner lagen Ufa 0,40 d. H. höher mit 84,90. Im übrigen nannte man gestrige Bewertungen. Tagesgeld unv. Abendbörse fester. frühere Gastwirt Wilhelm Rühl, Alten-Busecker' an den Lehrgängen in Mainz, Oberbrandmeister Straße, in guter körperlicher und geistiger Frische Nagel berichtete über den Lehrgang in Laubach feinen 8 8. Geburtstag. Der Jubilar genießt und Oberfeuerwehrmann bei der ganzen Einwohnerschaft Hochachtung und ~ ' Vertrauen. Er ist weit über die Grenzen des Busecker Tales hinaus bekannt, da er als Gastwirt bis zum Jahre 1903 Inhaber des Gasthauses „Zum Schwanen" war. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch. Unter Führung einiger Spezialpapiere, in denen lebhaftere Umsätze erfolgten, nahm die Abendbörse einen vorwiegend festeren Verlaus, wobei schließlich durchschnittliche Gewinne von 0,50 bis 1 v. H. erzielt werden konnten. Darüber hinaus stiegen Zellstoff Waldhof auf den Berliner Stand von 128,25 0 Allertshausen, 4. Febr Am morgigen Sonntag, 5. Februar, feiert die ä l t e st e Ein- wohnerin unseres Ortes, Frau Anna Katherina Hormann, ihren 8 7, Geburtstag. Obwohl die hochbetagte Frau vor einigen Jahren ein Auge verlor, vermag sie doch noch eifrig zu stricken. Sie feiert ihren Geburtstag, in Gemeinschaft mit ihrem Sohn, mit 8 Enkeln und 15 Urenkeln. (Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!) 4- Grünberg, 3. Febr. Am Donnerstagabend fand im „Hotel Hirsch" die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt Der Leiter der Wehr, Hauptbrandmeister Reinhard Haas, erstattete den Jahresbericht. U. a. erwähnte er, daß bei der Einteilung des Kreises Gießen in 8 Löschbezirke Grünberg mit 13 Nachbarorten einen Löschbezirk bilde und als Standort fikr die diesem Bezirk zugewiesene neue Motorspritze mit Dorspannwagen Diene. Insgesamt wurden 10 Uebungen abgehalten, zu erwähnen ist ein Alarm durch den Beauftragten für das Feuerlöschwesen des Kreises, Regierungsrat Dr. Fuhr. Mit der Motorspritze wurde Löschhilfe beim Brand in Hattenrod am 31. Dezember geleistet. Im Anschluß an die Abschlußprüfung am 6. November sand ein Kameradschaftsabend in der Turnhalle statt. 8 Kameraden nahmen im Laufe des Jahres an Den Kursen Der Landesfeuerwehr- fchule in Mainz teil. Die von Kamerad O. Allmendinger Dorgetragene Rechnung ergab keinerlei Beanstandung. Bürgermeister Kraemer gab folgende Beförderungen bekannt: Karl Böß zum Löschmeister, ferner die Feuerwehrmänner Otto Weber, Otto Römer, Otto (Brüning, Heinrich Otto Gehringer, Fritz Kreuder und Heinrich Sprankel zu Oberfeuerwehrmännern. Zur Altersabteilung treten über: Max Karger, Karl Mehl, Wilhelm Mantel und Karl Schönhals. Folgende Kameraden wurden für ihre Teilnahme an sämtlichen Uebungen lobend erwähnt: H. Gravelius, H Ebn Schmidt. K. Schmierer. Georg Schombert, Fr. Schröder, H. Zimmer, K. Ehr. Frank, W. Heinzmann, Fr. Hoffmann, W. Lehmann und I. Walther. Löschmeister K. Böß und Brandmeister K. Iöckel I. berichteten über ihre Teilnahme bohnern Heinrich Stumpf und Heinrich Kull- b ach wurde durch ihren Dienstvorsteher, Bahnmeister Schweiß (Hungen), das Treudienst- ehr en Zeichen in Silber überreicht. < Holzheim, 3. Febr. Die hiesige Milch- absatzgenossenschaft hielt im Rathaussaal Walther über Die Benutzung des Vorspannwagens. Nach anerken- nenDen Worten von Ortsgruppenlejter Schütz über Die Tätigkeit Der Wehr schloß Wchrleiter Haas Die Versammlung in Der üblichen Weise = Steinbach, 3. Febr. Im Saale „Zum Einhorn" fanD Die Jahreshauptversammlung des Gesangvereins „Eintracht" statt. Nach Begrüßungsworten gedachte der Vereinsführer, Friedrich Walb, des im vergangenen Jahre verstorbenen Mitgliedes Ludwig Hofmann. Der Kassenbericht ergab ein erfreuliches Bild und zeugte von der gewissenhaften Kassenführung des Rechners Heinrich Schmitt II. Der Vereinsführer der nunmehr schon 14 Jahre lang Die „Eintracht" führt unD sich großer Beliebtheit im Kreise seiner Sänger unD weit Darüber hinaus erfreut, rourDe einstimmig wiedergewählt. Der übrige Vorstand blieb bis auf Herne Weiterungen im Amt. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden die Sangesbrüder Hch. Haas II. unb August Röder durch Diplome geehrt. Sodann gab Dereinsführer Fr. Walb einen Rückblick über das verflossene Dereinsjahr. Bei 15 Veranstaltungen und Feiern ist der Verein öffentlich aufgetreten. Besonders erwähnte er die 75. Jubelfeier des Vereins. Er dankte nochmals allen, die durch lhre Einsatzbereitschaft zum Gelingen des Festes bei- ^"e" Nicht zuletzt galt sein Dank dem uunugen, erobere oie v Sommer (Watzenborn-stemberg). I Börse erneut an allen Marktgebieten mit sehr Zeichen der Anerkennung wurde ihm ein Fest- kleinem Geschäft. bilD überreicht. Der Chorleiter wies auf das in die-1 Am Aktienmarkt gestaltete sich Die Tendenz fern Jahre erstmalig stattflndende Leistungssingen eher etwas freundlicher,' was aber weniger eine Din, an dem sich der Verein beteiligen wird. Einige Folge von Käufen als darauf zurückzuführen war gut vorgetragene Lieder fanden den ungeteilten Bei- daß sich das Angebot vermindert Hot. Verschie- faü Der anwesenDen Ehren- unD passiven Mit- Deutlich erfolgten jedoch auch kleine Anschaffungen, 9'1 QCt(, . ,. r. ~.f f° daß Besserungen um Prozentbruchteile über-' 4- Garbenteich 3. Febr. Den hiesigen Elsen- wogen. Am Montanmarkt setzten Hoesch mit 109 lhnprn A»fnri* ffi f h m « f ® - r 1 - (108,50), Verein. Stahl mit 109,50 (108,75), Rhein- slahl mit 138 (137,75), Mannesmann mit 111,13 (111) unD Ilse Genuß mit 132 (131,75) ein. JG.° Farben lagen mit 149,75 unverändert, Scheideanstalt 1,25 v. H. fester mit 206,2.5. Im einzelnen m - v— ... ™ kamen zunächst noch Cement Heidelberg mit 155 ihre letzte Generalversammlung ab. Ortsbauemfuh- (154), Conti Gummi mit 218,50 (218), Südd ^uhl II. einen kurzgefaßten Rück- Zucker mit 216,50 (216), Adlerwerke mit 107 •r,cf -fn Werdegang der Genossenschaft unD (106,50), andererseits Bemberg mit 137,25 (138) H)re Arbeit Insbesondere erinnerte er an Den ! zur Notiz. Elektro-, Zellstoff- unD Maschinenaktien nieDrtgen Milchpreis im Jahre 1933 und dessen waren vorläufig ohne Kurse. gunfhge Entwicklung. Lobend erwähnte er Die Zu- s Der Renten mar ft lag bei ruhigem Ge- LTT-eHa^eit mit Den Mitgliedern. Er versprach, schäft freundlich. Reichsaltbesitz 128,90 (128,75), ftd) für die reibungslose Abwicklung Der Genossen- Reichsbahn-VA. 123.40 (123), 5 v. H Gelsenkircher schäft einzusetzen. Sodann gab er Die 21 u f I ö f u n g Berg 100,90 (100,40), im Freiverkehr Kommunal- rNittagsbörse sehr kleines Geschäft. Frankfurt, 3. Febr. Da. Die Kundschaft ihre Zurückhaltung nicht aufgegeben hotte und auch sonst keine Anregungen vorlagen, eröffnete die Ümit — Der Ge -1 Umschuldung unv. 93,20. Pfandbriefe lagen bei v .. .ri ' veranstaltete unter1 einigem Geschäft unverändert, auch Industrie-Ob- Der Leitung von ^hormeister S a m e s einen Lie- ügationen und StoDtanleihen wiesen kaum Abwei- derabend zugunsten des Linterhilsswerkes. Die vor- chungen auf. Reichsaltbesitz zogen später bis auf getragenen Dolkslieder und Chore fanden reichen 129 an, auch Dekofamo I 0,25 v H. fester mit Beifall. Dem Winterhilfswerk konnte ein ansehn- kicher Betrag zugeleitet werden. MOBEI DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE• VETTER AckiM- Marie Schultz. Gießen, Berlin, Wien, Düsseldorf, den 3. Februar 1939. 0550 0540 0l> Will Zum Winterschluß-Verkauf e lag. 10 Mö Mk 854D 10 Al kxi 9? bö Am Montag, dem 30. Januar, entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere geliebte Mutter, Großmutter. Urgroßmutter und Tante rDOppELHERZ I W j Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marg. Greb, geb. Frank und Kinder. Gießen, Fehrbellin, den 4. Februar 1939. MerhansJang in der Mänsbnrg. beruhigend, ncrocnftählmb, V D bluterneuernd, kräkkebildend In Apotheken u. Drogerien, bestimmt bei: Drog.H.Elgee, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurter Str. 0. WinterhoH, Kreuzplatz 0-10. Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17. Cirünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Lnnbach: Solms- Laubacher Drog. Kari Kle.n. 372v Frau Therese Schultz, geb. Mirbach im 82. Lebensjahr. Wir haben die Entschlafene am Donnerstag, ihrem Wunsche entsprechend, in aller Stille bestattet und danken herzlichst für die uns erwiesene Teilnahme. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. Kraft Seltersweg 30 $ür Neubau von Auto - Reparaturwerkstatt und Garagen sucht fitlöiiföet MWemSgWeii. Ausführliche Zuschriften u. SOOD an Den Gießener Anzeiger erbeten. Achtung! Versenkbare Nähmaschinen fflarae ,.Victoria“ vor- u. rück- wartsnähend, mit Garantie. RM.125.- „M 100“, Gr. ££50 130X75 RM. 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Die Die Strom- unD GasgelDer für Den Monat November 1938 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, Den 2. Februar 1939. Direktion Der StaDtwerke Gießen. ~ Zehn. Ucftigz Td TitrtuMs vnüt, MtWünaugui, ■ bringt die 4. Rticfa, 9? (hrafsenfatnsnlg a*niu.5.M7r: J| V WWW JA SA.SS.NSKK UND NSEK SAMMELN Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit Sjähriger Schulbildung. Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM. 17.-., keine Nebengebühren. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die änlnahineprtilnnB am 2. März stattfindet und eine spätere Aufnahme in die zweijährige Handelsschule nicht mehr vorgenommen werden kann. Ein-u. halbjährige Handels- * fachkhsspn kür Schüler rn.Volks- lauiinidbdCii schulrcife u- höherer Schulbildung, bei Sekunda- oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. — Schulgeld RM. 19.—, keine Nebengebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Gießen, Goethestr.32. Ruf 2486. von Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Meiningen auf: Jnnghenncit Blüten (weiße amerikan. Leghorn Leistungszucht) Gmde». Niescn- gösset und Riesen-Broncc- vuten I514D nimmt entgegen Gefliigeltiof E. Krause Tret* (Neffen) Lieferung frei Hof bzw. Haus. 704 A ■£1 "A Leibbinden Bruchbfiuder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vonn. Heger Nach. Bandaßistenmeist tlarklMr.lli Lieferant der Krankenkassen Damen.Bedienung Hartbrennbola ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä, Wagen 6 Alt , 1 Sack Anmachholz 1 Ml. frei Keller «92d J. Wellhttfer, Televhon 2313, Marb Str. 24 ÄMOI 1. Hypothek aus wertvolles Haus zu leihen gesucht. Schr.Angeb.unt 522D a.d.G.A. 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Oktober 1938 haben sich sämtliche Lehrlinge des Handwerks innerhalb des Kreises Gießen, die ihre Lehrzeit bis zum 1. Oktober 1939 beendet haben, sofort bei den zuständigen Gesellenprüsungs-Ausschüssen ihres Berufes zur Prüfung anzumelden. Die Anmeldungen sind bis zum 20. Februar 1939 bei den Vorsitzenden der Gesellenprüfungs-Ausschüsse der zuständigen Innungen vorzunehmen, damit die Prüfungen ordnungsgemäß im April/Mai 1939 durchgesührt werden können. Anmeldeformulare sind bei der Kreishandwerkerschaft Gießen,Goethe- straße 7, 1. Stock, erhältlich. Die Prüfungsgebühr beträgt RM 6.-. Kreishandwerkerschaft Giehen 822V Die erste' Brennholz -Versteigerung im Licher Sladtwalde. Freitag, den 10. Februar 1939, werden im Forstort Wann, Hirtenwiese, Dachsbau und Kirchboden im Großhäuserbera versteigert: rm Sche'*?r: Buche und Eiche 265; knüppel: Buche, Hainbuche und Eiche 120; rm Reiserholz: Eiche und Esche 84; Wellen: Buche 5048; Stämme: Elsbeere 0,30 fm, Ahorn 5 St. 0,69 fm. Derbstangen:« Fichte la- bis 3b-Kl 100 Stück, Ahorn 1. bis 3. Kl. 26 St. 7850 Zufammnkunfl: 10 Uhr am Heuweg Lich—Langsdorf am waldeingang. "ich, den 2. Februar 1939. Der Bürgermeister: Geil. Groß sind die Vorteile die Ihnen mein diesjähriger Winter SdilaWaiil bietet Alle modischen Artikel sind stark im Preise gesenkt Ein besonders günstiges Angebot 1 Posten Charmeuse-Blusen flotte Macharten Mk. 2.90,1.90 Modehaus Gchneberger Schulstr. 4 Giehen Schulstr. 4 —-----Winterkur für —— Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) oel Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-P. Dr. M. Schulie-Kahleyt», Narvanarzt Holzverkauf der Fürstlichen Forsiverwaltuug Lich. Freilag. den 10. Februar, wird das Brennholz im Langeberg öffentlich verkauft, rm Scheitholz: Buche 14; Knüppel: Buche 12, Eiche 20, Nadel 6; Knüppelreiser: Eiche 40; Wellen Reisholz: Buche 1000. Zusammenkunft 9 Uhr Straße Nieder-Bessingen— Langsdorf, Waldeingang. 832D Da das Holz nicht oorgezeigt wird, empfiehlt sich vorherige Besichtigung. Weitere Verkäufe sind gegen Ende des Monats vorgesehen, und zwar in der Weilbach, und in Lich (für Konzebühl, Hohler, Fuchsstrauch, Hard). Schloßbrauerei Braunfels felscr PILSNER qefällt den meisten Kindern in Siebold'L Buch*) am besten, und sie wünschen sich - wie aus Grund vieler Zuschriften bekannt wurde — noch mehr derartige Bücher, in denen Freude an allem Lebendigen in Wald und Flur vermittelt wird. ♦) Mit offenen Augen Drei Zungen und ein Mädel ent. decken ihre Waldheimat. Eine naturkundliche Jugend rzählung für Jungen und Mädel von etwa 9-45 Jahren. Mit 135 5. Text und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. 3n Leinen geb Schuhumschlag RM. 2,85 (Ein schönes Geschenkbuch für Jungen und Mädchen! Werbeblatt mit Lesepro e kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Hugo Bermühlev Verlag Berlin-Lichterfelde jorzeLIan^jI WIE SCHÖN, <4 enn .Trauen hXnde es um-X v CfLI V Mettenheimer Inh.: W. Menges 16468D GIESSEN Kreuzplatz 3 ftprfflnf t 6iefL Str.lZi. Gsä« .bach UtllUUl 1 ringsum frei geleg., in- mitt. von Wielen und Wald,Drci- Familien-Wohnhaus v. ie 6 Zirn. vreisw. zu verkauf. Nüh.Ausk. ert. Frau Fr. Standfuß Wwe. Mannheim,Verschaffeltstr.6. bszv Hier ist ein Mittel für Ihre gute Laune, meine Herren: Rasieren Sie sich stets mit einer guten H,a8ieP.seife oder Rasier-Creme Auch Rasier-Cremes ohne Wasser zu verwenden, sind vorrätig. Und hinterher ein gutes Rasierwasser wie 812A Kaloderma oder Tarr Auch an Rasierklingen bekommen Sie alles bei Ihrem Fachdrogisten Drogerie Kreuzplatz 10 »1 desto mehr sparen Sie! Mr zieM t'f. - ■ w« 3)enn Sie finden 6ei uns hochwertige Qualitäten zu so kleinen ^Preisen 1.50 RM. 1.75 Seidendrucks 95 cm breit, schöne Mus’er, auf hochwer tiger Grundware.. 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Die Druckfläche des Klischees muß allo eine vieltausendfach erhabene ober unterbrochene Druckslache erhalten Um es gleich klar und hart zu sagen: das Bild muß in lauter Punkte aufgelöst werden. Aus tonigen Flächen müssen klare Punkte werden! Diese Auflösung des Bildes in Punkte geschieht auf eine sehr sinnreiche Weise. Das Bild die Vergrößerung, wird unter einer Reproduktionskamera noch einmal photographiert! Das Ergebnis ist also > M ■ M M Links: Bildoriginal. Rechts: Das Rasternegativ. (Vielfache Vergrößerungen aus Bild und Negativ einer Aufnahme, die zum Tag der deutschen Polizei veröffentlicht wurde.) Schon hundertmal und öfter sind wir, die wir mit der Zeitung zu tun haben, gefragt worden: „W ie bringen Sie eigentlich die Bilder in die Zeitung?!" Diese Frage, immer wieder gehört, ist es, die uns hier einmal und gewissermaßen „in eigener Sache" das Wort ergreifen läßt. Denn in fünf Worten wäre es nicht zu sagen. Wenn es der Fragesteller ganz genau wissen wollte, müßte er sich einen einstündigen Vortrag anhören! Und weil wir solche Vorträge nicht hundertmal halten wollen, deshalb sei es einmal in dieser Form abgemacht. Wer sich also für das „Bild in der Zeitung" interessiert, sei freundlich eingeladen — weiterzulesen! Vorausgeschickt sei, daß es nur wenigen Menschen bekannt sein kann, wie ein Bild seine Ueber- Das Bildoriginal wird unter der Reproduktionskamera noch einmal photographiert. setzung in den Zeitungsdruck erfährt. Die Arbeit in den graphischen Kunstanstalten, wie auch in unserer Dunkelkammer und in unserer Aetzerei ist zwar kein Geheimnis, muß sich aber unter Ausschluß der Öffentlichkeit vollziehen. Deshalb kann das Wissen darum nicht Allgemeingut sein. Zudem wir selbst noch manchmal Kümmernisse um die Bilder in unserer Zeitung haben ... Der Weg ist weit und vielfältig. Er beginnt mit der „Leica", ausgestattet mit einem „Summar" f 1:2 oder sechs anderen Objektiven. Diese Kamera wird in die Gegend gehalten, der Schlitzverschluß ausgelöst und das gibt dann (Film in der Kassette vorausgesetzt) ein Bild! Oder auch nicht! Der Film wird dann entwickelt, fixiert, gewässert, getrocknet, auch nun nach den besten und wichtigsten Bildern nachgesehen. Hiernach werden Vergrößerungen auf 9X12, weiß Hochglanz, gemacht. Der Hauptschriftleiter bestimmt, welche Bilder „genommen" werden und nun beginnt das in Handlung und Aufbau reichlich komplizierte Drama der Reproduktion. Reproduktion (siehe Duden) heißt „Wiedergabe". Es muß ein Klischee hergestellt werden! Aber wie!? Man muß sich vorstellen, daß man von einer völlig glatten Fläche nicht drucken kann. D. h man könnte schon? Aber das Ergebnis wäre nicht etwa ein Bild, sondern eine rechteckige schwarze Fläche. Ein solches Bild könnte bestenfalls, eins vollkommen wieder ein Negativ, das nun das Bild in lauter Punkte aufgeteilt zeigen muß. Dieses Wunder vollbringt die R a ft e r p l a t te , der Raster? Die Nafterplatte ist in beiden diagonalen Richtungen ganz eng mit schwarzen Linien überzogen. Das von zwei Lampen beleuchtete Original-Bild wird also durch das Netz der Rasterplatte hindurchphotographiert. Es entsteht nun (nach Entwicklung und Fixage) ein Bildnegativ, das aus lauter Punkten besteht. Das rätselhafteste Bild auf dieser Seite stellt das A und O der Reproduktionsphotographie, ein N a st e r n e g a t i v in etwa bracher Vergrößerung (und wieder durch Raster wiedergegeben) dar. Um nun einen völlig klaren Punkt zu erhalten, wird mit viel Gefühl das Rasternegativ a b - aeschwächt und dann (es klingt grotesk) wieder Unter einer starken Bogenlampe wird kopiert. verstärkt. Die Verstärkung geschieht mit Quecksilberchlorid, das sich auf der' vorhandenen Silberschicht niederschlägt und diese völlig lichtwiderstandsfähig macht. Wo kein Silber vorhanden ist, bleibt das Rasternegatio glasklar. Dieses Rasternegativ wird nun auf Metall übertragen Das Bild wird kopiert! Diese Metallplatte, einstmals Zink, jetzt das synthetische Elektron, auf zweckmäßiges Format (16X30 Zentimeter) zugeschnitten, muß aber erst, um überhaupt das Bild aufnehmen zu können, lichtempfindlich gemacht werden. Das geschieht nach der Aufrauhung mit feinkörnigem Bimssteinpulver mit einem besonders zusammengesetzten Lack (Fabrikationsgeheimnis), der vollkommen gleichmäßig über die Oberfläche der Metallplatte aufgegossen werden muß. Die noch feuchte Platte wird in ein Schleudergerät eingespannt, und unter dem Einfluß von Luftzug und Wärme (elektrisches Heizgerät) trocknet der Lack zu einer hauchdünnen, fast farblosen Schicht auf. Die solchermaßen präparierte Platte behält nur für etwa drei Stunden die Eigenschaft der Lichtempsindlichkeit, sie kann aber auch sofort verwandt werden. Was nun folgt, ist ein einfacher Kopiervorgang. Das Rasternegativ wird — Schicht auf Schicht — auf die lichtempfindliche Metallplatte gelegt, beide im Kopierrahmen fest aneinandergepreßt und nun belichtet. Die Belichtung geschieht unter großem Lichtaufwand durch eine Bogenlampe von 4000 Watt Leistung! Da rasselt der Stromzähler! Die Belichtung dauert etwas über zwei Minuten! Das Bild des Rasternegativs ist nun zu einem positiven Bild (in Punkte aus- gelöst) auf das Metall übertragen Aber es ist erst verborgen vorhanden! Es muß entwickelt werden. Die Entwicklung geschieht in Spiritus, dem als Farbstoff etwas Methylviolett zugesetzt ist. (Der Farbstoff gestattet später in der Aetzerei eine bessere Beobachtung des Aetzvorganges.) Die Entwicklung dauert nur etwa 6 bis 7 Sekunden. Unter Wasser wird vorsichtig abgespült. Wenn alles richtig gemacht worden ist, dann erscheint nun das Bild in glänzendem Blauviolett vor dem silbrig schimmernden Grund des Metalls. Das Bild kam dadurch zustande, daß der Spiritus die unbelichteten Stellen (unter den verstärkten Punkten) auflöste, den vom Licht getroffenen Stellen aber nichts anhaben konnte. Mit dem „Fön" wird die Bildplatte getrocknet, bann leicht erhitzt und unter dem Einfluß der Hitze wird nun die übriggebliebene Lackschicht auch säure- wider standsfähig! Das mußte erreicht werden. Die Aetzung dieser so gewonnenen Bildplatte ist nun wieder ein Kapitel für sich. Die Metall- platte, die nur einen halben Millimeter stark ist, wird zunächst auf der Rückseite mit einer dünnen Schicht Asphaltlack bedeckt, so daß die verdünnte Salpetersäure nicht etwa heimtückisch von hinten her angreifen kann. Das Bild wird jetzt in einer von Hand bewegten Schale angeätzt, und dann zur weiteren Aetzung in die Aetzmaschine gebracht, in der durch Motorkraft die Säure ständig und vollkommen gleichmäßig gegen die Schichtseite geschleudert wird. Die verbliebene Lackschicht hält nun die Säure vom Metall ab, die bloßliegenden Metallteile aber werden von der Säure angegriffen und zersetzt. Die Säure frißt aus der Platte Metall heraus. Die Oberfläche unter den Lack- punkten bleibt aber unberührt. Im Durchschnitt der Metallplatte, nach der vollendeten, immer wieder im Fortgang durch das Vergrößerungsglas beobachteten Aetzung, sieht das Klischee dann (schematisch und vergrößert dargestellt) so aus, wie es die obenstehende Zeichnung wiedergibt. Die Flächen der nicht angegriffenen Punkte drucken — die tiefer gelegten Teile des Metalls werden von der Farbe der Walzen in der Rotationsmaschine nicht berührt und können also auf dem Papier keinen Eindruck hinterlassen. Aus den vielen Tausenden mehr oder weniger großen (oftmals in den Schatten flächenhaft zusammenhängenden) druckenden Punkten baut sich nun das Bild auf. Die Tonwerte des Originals find zwar etwas vergröbert, aber sie sind da! Wer sich die kleine Mühe gibt und das Vergrößerungsglas zur Hand nimmt, kann die Punktstruktur des Bildes genau erkennen — sie ist aber beim Zeitungsbild auch mit bloßem Auge zu erkennen. Das fertige, beschnittene und genau rechtwinklig bestoßene Klischee wird nun mit Hilfe einer auf zwei Seiten klebenden Folie auf die halbrund ge- gegossene Druckplatte aufgeklebt und gedruckt. DaS Bild ist in der Zeitung! Die geschilderte Technik dient lediglich der Herstellung des Klischees für die Zeitung. Das Bild, das höheren Ansprüchen genügen soll, das auf Kunstdruck- oder Illustrationsdruckpapier gedruckt I W Und hier wird in der Maschine geätzt, werden soll, wird in einer weitaus komplizierteren Technik hergestellt. Interessant ist auch ein Blick in unseren Chemikalienschrank, der eigens für die Zwecke der Photographie und der Reproduktion angelegt werden mußte. Für jede Bildherstellung harren insgesamt etwa 18 Flaschen mit mehr oder weniger harmlosen Inhalten der Benützung. Da gibt cs Metol und Hydrochinon, Kalium- und Ammoniumbichromat, Jodkalium, Aetzkali und Quecksilberchlorid, Schellack, Asphaltlack und Salpetersäure usw. Und wenn sich Dran — können in zwei Stunden bewältigt werden. Hunderte der verschiedensten Handgriffe und Tätigkeiten liegen zwischen der photographischen Aufnahme und dem Aufkleben des fertigen Klischees auf die Druckplatte. Hunderte von Handgriffen und — Fingerspitzengefühl gehören dazu! Fast in jeder Station des Arbeitsganges kann das entweder hoffnungslos verkorkst ober aber verbessert werden. Es gehört viel Einfühlungsvermögen in die Gesetzmäßigkeiten eines Bildes dazu. Auch geht es nicht ohne einige Ahnung von chemischen Zusammenhängen. Mit dem Elektron z. B. standen wir eine Zeitlang auf dem Kriegsfuß, und manche Platte wanderte in den Abfallkasten, hingeworfen mit einer Geste und Bewegung der Hoffnungslosigkeit und der Resignation. Immer wieder aber mußte probiert, auf immer wieder etwas andere Art mußte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Nun aber haben wir uns auch mit den charakterlichen Eigenschaften des Elektrons vertraut gemacht. Wenn das Bild dann in der Zeitung erscheint, nimmt man es meist als eine Selbstverständlichkeit hin. Das Bild ist ja auch für unsere Zeitung, jeweils zum gegebenen Augenblick, eine Selbstverständlichkeit? Das gedruckte Wort läßt sich mit dem Bild gut ergänzen. Der Leser ist rascher „im Bilde". Und deshalb kommen überhaupt Bilder in die Zeitung! Wer bis zu diesen letzten Zeilen gelesen hat, weiß nun auch, w i e die Bilder in die Zeitung kommen? Die nächsten hundert Fragen danach wären also überflüssig? Hugh! Wir haben gesprochen — N. (Ausnahmen s9s: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■ ISsSfe, ? dS "* « Jl Das Rasternegatio. wird auf die lichtempfindliche Wetallplgtte