Nr. 5 Erste? Blatt Erlcheml täglich, außer Sonntage und Feiertags Beilagen: Du Illustrierte Eie .euer Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monats-Besugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr * --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sraslfurt am Main 11686 189. Jahrgang Mittwoch, 4-Zanpat 1939 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrWsche Univerfitätrdruckerei «.Lange In Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.» für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bader-, Unterrichts- n, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B dem Präsidenten des Staatsrates, f) i t a n u m a, Fürst Konoe erklärte über die Gründe seines SPANIEN er- Junta England und die spanische Frage abs. London, 3. Januar. einen hoch aufragenden, von wenigen Ba.nnen be- ue-lt öe5 Kabinetts in Frage gestellt worden, tmh nnrhfirh hrinnri ein ebenes Ge- -TM« des neuen Rabit christliche Europa symbolisch darstellen. Wenn der Spanier wehmütigen Herzens von Algeciras nach dem schon lange verlorenen Felsblock hinüberblickt, dann sieht er in seiner Phantasie einen ruhenden Löwen vor sich. Andere vergleichen ihn mit einem menschlichen Leichnam, der auf einem Leichentuch liegt. Daher im Spanischen der volks- tümliche Name El Euerpo — der Körper. Unter dem Felsen von Gibraltar versteht man eine schmale Halbinsel, die sich von der Südwestküste Spaniens südwärts erstreckt. Sie umfaßt wies im Foreign Office darauf hm, eme Jnteryl^ rung des Zerstörers und seiner Mannschaft fei nach dem internationalen Kriegsrecht solange unzulässig, als die spanischen Parteien nicht die Rechte von kriegführenden Staaten besäßen. „Star berichtet, die spanische Frage werde vorder Abreise C h a m b e r l a i n s n a ch R o m Gegenstand einer Beratung des sog. inneren Kabinetts (bestehend aus Chamberlain, Lord Halifax, Schatzkanzler Sir John Simon und Innenminister Sir Samuel Hoare) tm Laufe der nächsten Woche sein. länder infolge der nicht zu unterschätzenden Bedeu. tunq für die Sicherung des Seeweges nach Indien aufs stärkste befestigen, wieder unter ihre Herrschaft Minister war, steht in engen Beziehungen zu hiranuma. Lr ist ebenso wie Graf Sakai Mitglied des Oberhauses und Führer des sog. „Landesverteidigungsverbandes-. Japanische Forlschrilte in Tiordchina. zurückgetreten. Der Entschluß wurde in der kabinettssihung am Mittwochmorgen gefaßt, nachdem in tagelangen vorbereitenden Besprechungen - - ua im Jahre wichtigste Punkt der Pyrenäen-Halbinsel in f ter im folgenden Jahre Hand einer fremden Macht tft. Xrofc aller Der uche - °°N Gibraltar,, wo gelang es «nen Ä tat™■ S<; »Xn Lebe®. Tokio, 4. Jan. ^DNB. Funkspruch. Osiasien- bienft.) wie die japanische Nachrichtenagentur Domai meldet, ist das Kabinett Konoe Cotolan So/, Lhamberlains Aomreise. -Italienische Betrachtungen. u. 6. Rom, 3. Januar. An den Gäulen des Herkules. Don Or. Jeffel, Malaga. Das Seegefecht vor Gibraltar, in dem der bolschewistische Zerstörer „JasS Luis Diez" von nativn-alfpanischen Streitkräften zum Sinken gebracht wurde, lenkte die Aufmerksamkeit auf die geographische Kuriosität des Gibraltar-Felsens. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts hangt von der Entscheidung des neuen Ministerpräsidenten ab, doch vermutet man, daß ein großer Teil der bisherigen Minister durch neue Männer erseht wird, wie von unterrichteter Seite verlautet, soll die neue Regierung etwa folgendermaßen aussehen: Ministerpräsident Baron hiranuma, Außenminister A r i t a, Kriegsminisier I t a g a k i, Ma- rineminister H a s e g a w a , Innenminister Shio-no und Landwirtschaftsminister Sakai. Der als künftiger Ministerpräsident genannte Baron hiranuma ist 73 Jahre alt. Er Ist Jurist und wurde im Jahre 1907 Bize- justi Minister im Saionji-Kn inett, 1923 war er Iustizminister. Bon 1926 bis 1936 war er Vizepräsident des Geheimen Staatsrates, danach Präsident, hiranuma steht entschieden der nippon.sti^chen Bewegung nahe und war Führer der aktivistischen Kokuhonkai. Admiral h a - segawa, gegenwärtig Stationschef in Poku- suka, war früher Flottenchef und während des Ehinakonfliktes eine Zeitlang Ehef des China- Geschwaders. Shiono, der bisher Justiz- 11/0,1 Europa fonkt ^lieber die gewaltige moderne Befestigung weiß ein'harmloser Reisender natürlich nichts, denn die militärische Zone auf der Höhe des Berge?. wird streng bewacht und darf auch von den Emwohnern nicht betreten werden. Dadurch, daß viele große Touristendampfer nach dem Fernen Osten den Hafen anlaufen, herrscht dort zuweilen ein starker internationaler Verkehr, der sich durch die E große Hauptstraße ergießt. Hauptsächlich trifft man na türlid) Engländer und Amerikaner, die m dem Freihafen die zollfreien Waren zu sehr billigen Preisen einkaufen. Besonderen Ruf gemeßen tee Seidenwaren. In der Hauptstraße befindet sich em Geschäft neben dem anderen mit zahlreichen bunten Sachen. Am Eingang steht gewöhnlich em Araber mit einem Fez und lockt die Passanten zum Kaufen an. Die offizielle Sprache in Gibraltar ist natur das Englische, aber die Bevölkerung hat sich auch ihre spanische Muttersprache erhalten, und m weiser Zurückhaltung haben die Engländer me den Ver sucht gemacht, die Einwohner zu anglisieren. Zahlreiche Besucher kommen auch tm Winter, um hier das köstliche milde Kttma zu gemeßen und Abflüge in die Umgebung zu machen, was heute te- sonders dadurch erschwert wird, daß die spanisch- Grenze aufs strengste gesperrt ist. eine seltsame Entführung an der Grenze Indochinas. Hongkong, 3. Jan. (Europapreß. Funkspruch.) Nach einem japanischen Bericht aus Hanoi, der Hauptstadt Französisch-Jndochinas, haben bewaffnete chinesische reguläre Truppen am 29. Dezember v. I. den Kanzler des japanischen Generalkonsulats in Hanoi, an der Grenze des französischen Verwaltungsbezirks Tonkin und der chlnesi- kurzen beutereichen Eroberungsfeldzug tm 710 landeten die Araber i- abermals auf der Landzunge von . der Anführer alle Schiffe verbrennen ließ, um seine Gefolgsleute zur Eroberung des vor ihnen liegenden Landes zu zwingen. Auf dem Fe sen wurde em Kastell gebaut, das für den Notfall die Verbindung mit Afrika Herstellen sollte. Der .bisherige Name Mons Calpe wurde verwandelt in das arabische Gibel-Tarik, woraus sich Gibraltar entwickelt hat. Der siegreiche General Tank drang ms Land ein und besiegte das christliche Heer in ter denkwürdigen Schlacht bei Terez de la^Fronterc. Die mohammedanische Herrschaft dauerte nahezu acht Jahrhunderte, bis die S p a n i e r endlich wieder ihre Kräfte sammelten, um die Mauren nach zahlreichen Schlachten langsam aus dem Lande zu die anglikanische Kirche der Heiligen Dreieimakett zur Kathedrale der Diözese gemacht wurde. Als.Um- schlag'hafen hat es an Bedeutung verloren, feit die Ladungen direkt an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Aber es ist, wie auch der Weltkrieg bewiesen hat, äußerst wichtig als K o h l e n st a 11 o n und Anlegehafen für.die Kriegs- und Hantelsmarlne Die Tonnagezahl hat durch die Ausdehnung der I Handelsbeziehungen mit Spanien Marokko und dem nuruiiaien uuf ipuiu|u^>u -— o Roque. Dann nahm sie sehr schnell zu und erreichte 1931 über 17 000 Einwohner. Dieses geopolitisch so wichtige Gibraltar kann veiständlicherweise auf eine reiche Geschichte zuruck- blicken. Die alten G r i e ch e n nannten den Felsen von Gibraltar und den gegenüberliegenden Monte Hacho bei Ceuta d i e Säulen des H - r k u l e 5. Für sie begann hier das unendliche Weltenmeer. Die Phönizier fuhren schon um ^00 v. Chr. nach hier und gründeten Kolonien tm sudllchen Spanien, wobei auch die Stadt Garteia entstand, in der ausschweifende Orgien zu Ehren ^ Sonnengottes Baal, der später nut Herkules ldentt si- üert wurde, stattfanden. Spater kam die Stadt den Besitz der Karthager dann der R o m e r nnb Dandalem. Das mächtige ariam che Komg- 2 das 418 non den Visigoten gegründet ««. verweichlichte später ^wfolge °°n Tnlungen innen-und außenpolitischeLage .......er verwickelter geworden. Er habe oft 1 befürchtet, daß seine Fähigkeiten der gegenwärtigen Lage nicht gewachsen seien, aber der Ernst ter Zeit ■ habe einen Kabinettswechsel bis heute nicht gestattet. Der Chinakonslikt sei nun in ein neues Sta• -bium eingetreten, unb bie Regierung müsse nunmehr alle Kräfte v e r e i n i g e n Jur ten Aufbau einer neuen Ordnung und die Aufrechterhaltung eines dauernden Friedens in Oftafien. Er sei überzeugt, daß es dringend notwendig sei, das Vertrauen des Volkes durchs F e st l e g u n g neuer politischer Richtlinien unter einem neuen Kabinett zu heben. Die unerschütterliche, grundsätzlich Politik der Regierung nn Chma- konflikt sei bereits festgelegt und vorn Kayer gebilligt worden. „Nachdem ich", so schloß Fürst Konoe „so die schwere Verantwortung hierfür übernommen hatte, fühle ich mich beschämt, daß meine Fähigkeiten nicht ausreichen, um meine Aufgaben durchzuführen. Das ist der Grund für den Rücktritt meines Kabinetts." f ,. In politisch interessierten Kreisen Tokios glaubt man, die in den letzten Monaten geplante „n a t i o- nale Mob.ilisierun g", die das Ziel hatte, eine geschlossene Einheitspartei herzustellen, sei zunehmend auf den Widerstand d er Parteien gestoßen, den aktivistische Kreise durch Auflösung des Reichstages hatten befei- tiaen wollen. Der Innenminister Admiral Sue- tüqu soll diese auch innerhalb des Kabinetts befürwortet haben, dadurch sei aber die Geschlossen- Iten werde Sie lehnen jedoch eine Verknüpfung des spanischen Problems mit anderen in Rom zur Erörterung kommenden Angelegenheiten, rme sie von einem Teil der französischen und englischen- Presse angestrebt werde, rundweg ab. D6r „Corriere della Sera" spricht von einer Mitte l m e e t r e g e l u n g als notwendiger Folge des Abkommens von München, da der Zusammenbnich von Versailles eine Neuordnung erfordere. Zwischen England und Italien selbst seien die wichtigsten standenen Felsen und nördlich davon ein ebenes Gelände, welches die Verbindung mit Spanien herstellt. Politisch sind Großbritannien und Spanien noch durch eine neutrale Zone getrennt. Der britische Grund und Boden umfaßt nur 1,2 Ouadrat- kilometer. Die Felsspitze ist 420 Meter hoch Nach Ansicht der Geologen waren Europa und Afrika früher miteinander verbunden, bis in vorgeschichtlicher Zett ein Einbruch erfolgte, der die heute 21 Kilometer brette Straße schuf, die zunächst wegen der zahlreichen Riffe und Sandbanke sehr schwer schiffbar war. Eine starke Strömung in der Mitte, die vom Atlantischen Ozean in das Mittelmeer fließt und nördlich und südlich zwei andere Strömungen in entgegengesetzter Richtung haben erheblich dazu beigetragen, die Straße zu vertiefen und zu verbreitern. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, daß der nackte Felsen im Altertum mit i einem’ Urwald bestanden war, der jedem Seefahrer religiöse Ehrfurcht einflößen konnte, wie sich ein antiker Schriftsteller äußert. Eine Besonderheit dieses Felsengebietes sind die berberischen Rebhühner und Affen, die nur hier in Europa vorkommen und deshalb unter besonderem Schutz stehen. Vor allem die Affen rufen «in allgemeines Interesse hervor. Sie sind die wahren Herren des Felsens, seit es weder den Mauren, noch den Spaniern und Engländern gelungen ist,! sie aus ihrem Besitztum zu vertreiben. Es geht die । feaae sie seien vom Berberland in A'nka durch einen natürlichen Tunnel unter der Wasserstraße gekommen, durch den auch ihre Toten zurückbesor- dert werden, da man niemals ein Skelett von ihnen gefunden hat. Sie genießen in Gibraltar eine ähnliche Stellung wie der Ibis in Aegypten und der Storch in Holland. Bei Ostwind kann man sie gewöhnlich auf der Westseite des Felsens beobachten, »0 sich dann schnell eine neuner,g° Volksmenge °°r- ..... --------- ^Stadt erstreckt sich am westlichen Abhang ^rnen im des Felsens und ist durch ^ate? 1753 nur 1800 Menschen, weil beim Ein- Wohnviertel geteilt. Die nördliche State lst bei Engländer 1704 die 6000Eöpfige Einwoh- tem stärker bevölkert und auch wlchtlsterdurch e rucken v< p2 auswanderte naa) dem Geschäftsstraßen. In engen Reihen ziehen sich nÄrhncbpn auf spanischem Boden gelegenen San Wohnhäuser am ziemlich steilen Bergabhang em-1 nördlichen aus IPamiajei^ Prreidite per. Zahlreiche Treppen dienen als Verbindung | zwischen den parallelen Straßen, von denen me höchste 90 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Alle Häuser werden überragt von einem maunttyen Hurm ter 741 vollendet wurde und zahlreiche Spuren der späteren Angriffe und Belagerungen auf-- meift Der 'üdliche Stadtteil ist malerischer, well die meisten Häuser inmitten eines Gartens liegen Von dort hat .man einen herrlichen Rundblick aus | bie Stadt, das Meer und die spanischen und afrikanischen Berge. Der östliche Teil des Felsens ist unbewohnt mit Ausnahme eines kleinen Fischerdorfes. Gibraltar ist eine brltis ch e Kr o n k o l o ni e Die Erekutivgewalt liegt bet einem ftat ter 1922 eingesetzt wurde. Die gesetzgebende Gewal liegt bei dem Gouverneur, der Zugleich oberster Befehlshaber der F.siuna ist. Schon feit dem Sabre 1706 ist Gibraltar durch einen Erlaß der Königin Anna Freihafer 1842 wurde es zur City erklärt, als Die spanische Frage ist durch die Ereignisse der letzten Wochen — den Spionagezwischen.all m St. Iean-de-Luz, die nationalspanische Ofsenstve und den Zwischenfall mit dem rotspanlschen Zerstörer „Jose Luis Diez" in der Straße von Gibraltar — in den Vordergrund getreten. In London hat am Dienstagabend die Nachricht, daß die englischen Behörden in Gibraltar entgegen ihrer bisherigen Haltung die Freilassung der Besatzung des nach dem Seegefecht auf Grund gelaufenen rotspanischen Zerstörers beschlossen haben, einiges Aussehen erregt. Die Londoner Abendblätter berichten, die rotspanische Besatzung des „Jose Luis Diez werde in Kürze nach Almeria oder Valencia abtransportiert werden. Die Haltung der englischen Behörden in Gibraltar wird als „Vorsichtsmaßnahme" hingestellt. In politischen Kreisen hält man es nicht für unwahrscheinlich, daß ein Schritt, den der rotspanische Vertreter in London unternahm, auf die Entscheidung der englischen Behörden einen Kabinttiswechsel in Japan. Kürst Konoe zurückgeireien. - Baron Hiranuma als neuer Ministerpräsideni genannt. - Verschärfter aktivistischer Kurs vermutet. schen Provinz Kwangsi, entführt. Jede Nachricht über feinen Verbleib fehlt. Der japanische Generalkonsul in Hanoi und die Regierung von yranzosisch- Jndochina versuchen nun, mit den chinesischen militärischen Führern Fühlung zu nehmen um über das Schicksal des Entführten Klarheit zu bekommen. Der Kanzler soll von dreißig bewaffneten chinesischen Soldaten etwa zweihundert Meter vor. ter Grenze auf französischem Gebiet angegriffen und sofort aus chinesisches Gebiet verschleppt worden sein. E>n Skaaksstmch inTWnglwg Vereitelt? Schanghai, 3. Jan. (Europapreß.) Die in Schanghai erscheinende japanische Zeitung „Tainru Shimpo" veröffentlicht Gerüchte, nach tenen am Neujahrstag in Tschungking 120 Mitglieder des linken Flügels der K u o m i n t a n g p a r => tei verhaftet worden feien, da st« einen Staatsstreich in Szene zu setzen beabsichtigt hätten. Der Sohn des Gründers des neuen China, Sunycttfens, Sunfo, sei als Leiter einer neuen Regierung in Aussicht genommen worden, die sich angeblich „C h i n e s i sch e S o w j e t r e g i e r u n g hätte nennen sollen. Der Bericht der sapamschen Zeitung hebt noch hervor, daß der Finanzmimster Kuna und der Leiter des nationalen Wirtschasts- ; rotes, Dr. T. V. Soong, nicht für tee neu zu . bildende Regierung vorgeschlagen gewesen stien. : Eine Bestätigung der von dem sapamschen Blatt : mietergegebenen Gerüchte liegt bisher Nicht vor. Span - ir^nOl\ Marokko W vSolgr \__________ Peking, 3. Ian. (DNB.) Die Japaner haben bei den Kämpfen gegen die letzten chinesischen Bollwerke im Südwesten der Provinz S ch a n s i bemerkenswerte Fortschntte gemacht Nachdem sie den wichtigen Verkehrsknotenpunkt C h i u w o am 1. Januar eingenommen haben, haben sie am 2. Januar den Mamenkuan- P a ß besetzt und dort Arttllerie in Stellung gebracht. Don diesem Paß aus beherrschen sie den Hauptübergang über den H o an g h o zwischen der Provinz Schansi und der Provinz Schensi. Dieser Uebergang führt zur Stadt Y e n a n, der Basis der chinesischen roten Armee. Yenan und andere Orte im roten Gebiet wurden m den vergangenen Tagen von japanischen Flugzeugen folgreich bombardiert. Von welcher Seite man auch den viel umstritte-- nen Gibraltar-Felsen betrachtet, stets ist der Anblick ein anderer. Kommt man in einem Schiff aus dem Mittelmeer, so sieht man bei klarem Wetter schon stundenlang vorher einen gewaltigen f lanaaeftreckten Berg, der wie eine Insel aus dem .........~ v , ... ffiee? «npoMuragen Weint. Erst sehr viel später $ücff fionoe mit bet Umgebung bet Stone unb gewahrt man die Verbindung mit d e m dem Präsidenten des Staatsrates, hiranuma, Festland. Lange rät man hin und her, was wohl foroie den Mitgliedern des Kabinetts alle 3 n - die weithin leuchtende Helle kahle Fläche zu bedeu- |t a n 3 e n ben Rücktritt gebilligt hatten, ten habe, bis einem klar wird, daß dort das her- »iirn. ^Drtoe erklärte über die Gründe seines niederfallende Regenwasser aufgefangen und in Rücktritts: Der C h i n a k o n f l i k t habe allmäh- große Behälter abgeleitet wird. Schaut jnan d d n ernste Ausmaße angenommen und infolgedessen Ceuta hinüber nach Europa, so erscheint der i • n n ß n a j - - r-----a««» Felsen von Gibraltar wie ein gewaltiger Zwettur-f miger Dom, als wollte er dem Mohamedaner das 1 Je näher der Besuch des englischen Ministerpräsidenten C h a m b e r l a i n und des Auhenmini. sters Lord Halifax heranrückt, um so mehr rücken auch die Fragen, die Gegenstand der englisch- italienischen Ministerbesprechungen sein werden m den Brennpunkt des Interesses. Dabei beobachten die römischen Blätter jedoch die größte Zurückhaltung hinsichtlich eigener Stellungnahmen. Das erhöhte Interesse drückt sich lediglich m'immer um- fangreichercn Berichten der Londoner Vertreter aus. Selbst die Korsika- und Tunisfahrt des französischen Ministerpräsidenten D a 1 a d i e r findet eigentlich nur insoweit Beachtung, als sie mit dem englischen Ministerbesuch als ein die Londoner politische Stimmung beeinflussendes Element m Verbindung gebracht werden kann. Die Blatter betonen die Not- ntfd)6ibung btt -Ngllsth-N Wen einen 1 einet Wn^be^fp a n t i Einfluß hatte. Der rots^amsche Vertreterbe9r römischen Besprechungen bib L I hpn mprbe. Sie lehnen jedoch eine Verknüpfung MW - —y Die Spanier hatten gelernt, Gibraltar als den Schlüssel zu ihrem Lande anzusehen, wahrend man es heute ben Schlüssel zum. Mittelländischen Meet nennen barf. Dieser stroteglsch wichtige Punkt h-lt vierzehn Belagerungen über sich ergeben lassen müssen. 1462 belagerten ihn bu Spanier, um ihn am Tage bes fieiligen Bernhard, der h-ute noch der Schutzparton des Ortes ift von den Mauren zurückzuerobern. Während des Spanischen Erbsolge- frieges besetzte 1704 der englische General Sir ®e- otqe8 3too te unter Mithilse des ° r g v ° n fi e s s e n - D a r m st a d t das °°rl°ck°nde Gibraltar. Danach setzten die verzwe,selten Versuche ber Spanier ein, diesen so wertvollen Felsen zurück- zuerobern, denn bis aus den heutigen Tag empstw und" Man^e^n^mili!ärstcher DiIzi^li"n."Nach einem den sie es als nationale Schmach, datz der strategisch Fragen bereits durch das Dfterabfommen praktisch gelöst worden. Die Anwendung dieser Vereinbarung werde sich aewiß in einem Geiste herzlicher Freundschaft vollziehen. Die Vertreter der beiden Großmächte würden sich daher den noch ungelösten Fragen anderer europäischer Abschnitte zuwenden. In der zwischen Rom und London hergestellten neuen Atmosphäre der Freundschaft würden sie die Grundlage für weitere Fortschritte auf dem Wege der Neuordnung finden. In London erkenne man an, daß es in Europa keinen Frieden ohne ein dauerhaftes Abkommen zwischen den vier westlichen Großmächten geben könne. Der gute Wille Mussolinis und Chamberlains sollte daher zu einer entscheidenden Klärung in Europa führen. Neue Erfolge an der Katalonienfront. Artesa de Segre nach heftigem Straßen- kampf genommen. Bilbao, 4. Ian. (DNB.) An der Katalonienfront wurden wieder erfolgreiche Operationen durchgeführt, die von dem linken Flügel der Uergel-Ar- mee unter der Führung des Generals Munoz Grande gemeinsam mit der Maestrazgo-Armee General Moscardos vorgenommen wurden. Die nördlich des Segre-Flusfes operierende Uergel- Armee stieß in südlicher Richtung bis zum rech- ten Segre-Ufer vor, während die Maeftrazgo- Armee, von Süden kommend, nördlich oorftteß und dabei das linke Ufer des Segre erreichte. Es wurden sofort Behelfsbrücken geschlagen und die Verbindung zwischen beiden Heeresgruppen httge- stellt. Vereint stießen nun die Truppen in östlicher Richtung vor und eroberten die stark befestigten roten Stellungen rings um den Knotenpunkt Artesa de Segre. Der Feind erfitt hierbei schwere Verluste. In den Abendstunden wurde der Ort Artesa de Segre nach hefttgem Straßenkampf besetzt. Bei einem weiteren Vorstoß wurde westlich von Artesa der Ort lernet besetzt. Die auf dem rechten Flügel operierenden Formationen der Legionäre, deren Flanken von den Navarra-Brigaden gebildet werden, eroberten Castelgan, acht Kilometer südlich Borjas Biancas, den Hauptort der roten Verteidigung. In diesem Abschnitt wurden 1100 Gefangene gemacht., Der Feind betrachtete Artesa als die Schlüsselstellung für die Verteidigung Kataloniens. Dieses geht auch aus den außerordentlich starken Befestt- gungsanlagen heryor, die u. a. zahlreiche Reihen zementierter Schützengräben und Betonbunker aufwiesen. Die vormarschierenden Truppen wurden überall von der Zivilbevölkerung begeistert empfangen. Der nationalspanische Sender wandte sich in einem Aufruf an die Bevölkerung Kataloniens und forderte sie auf, sich der nationalen Erhebung anzuschließen, denn die endgültige Befreiung Kataloniens stehe dicht bevor. Britischer Dize^onsul in San Sebastian festgenommen. London, 3. Ian. Der englische Vizekonsul in San Sebastian, Ernest G o l d i n g , und seine Frau, sind, wie der Reuterkorrespondet in Burgos meldet, von der nationalspanischen Polizei verhaftet worden. Golding bekleidet keinen offiziellen diplomatischen Posten, jedoch vertrat er zur Zeit den Vizekonsul Goodman, in dessen Gepäck vor zwei Wochen ein Aktenbündel entdeckt worden war, das nationalspanische Aufmarschpläne enthielt und auf die gegnerische Seite geschmuggelt werden sollte. Eine Spanierin, die in San Sebastian lebte und die im Anschluß an den Fall Goodman als Spionin e r s cho s s e n worden war, soll vor ihrer Verurteilung einen Brief von ihrem Mann aus St. Jean de Luz erhalten haben, in dem ihr geraten worden sei, Golding um die Mitnahme eines Briefes zu bitten. Die Festnahme Goldings hat in London starkes Aufsehen verursacht, die englischen Blätter berichten in größter Aufmachung hierüber, enthalten sich jedoch bisher jeglicher Stellungnahme. Die „Times" stellt lediglich fest, daß die Meldungen über die Verhaftung Goldings in den offiziellen Londoner Kreisen größte Ueberraschung ausgelöst hätten. Englische Arbeitslose wollen zu Chamberlain. London, 3. Ian. (Europapreß.) Eine Gruppe von über hundert Arbeitslosen wiederholte am Dienstagmittag eine in ähnlicher Weise bereits in der Silvesternacht im Westend durchgeführte Kundgebung. Sie zog vor die Amtswohnung des Ministerpräsidenten in der Downing- Street und versuchte, einen schwarzen Sarg mit der Aufschrift „Arbeitslos uyd keine Befriedung in England" vor der Haustür niederzustellen. Als einige Männer den Sarg von einem Lastkraftwagen abzuladen versuchten, wurden sie von der Polizei mit Gewalt daran gehindert. Die Arbeitslosen vermieden es, mit der Polizei in ein Handgemenge zu kommen. Sie verlangten lediglich, zum Minister- Präsidenten vorgelassen zu werden, um einen Brief zu überreichen. Der Hauswart erklärte sich bereit, den Brief entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Er verweigerte jedoch den Zutritt in die Amtswohnung. Darauf kam es zu lauten regierunasfeindlichen Kundgebungen. Man hörte Rufe: „W i r f o r b e r n eine Winterhilfe!" Die Polizei sollte dann die Downing-Street räumen. Die Arbeitslosen verlangten eine sofortige Beantwortung ihres Briefes. Dies war jedoch nicht möglich, da Chamberlain sich augenblicklich in Suffolk aufhält. Erst langsam räumten die Arbeitslosen nach diesem Bescheid die Straße. Bor einer Schließung sämtlicher pariser Lichtspielhäuser. Paris, 3. Ian. (DNB.) Die Lichtspieltheaterbesitzer, Direktoren und sonstigen mit dem Licht- fpielgemerbe verbundenen Arbeitgeber haben die Schließung sämtlicher Lichtspielhäuser von Paris und Umgebung beschlossen. Die Filmhersteller und -Verleiher haben sich angeblich bereiterklärt, sich mit den Lichtspielhausbesitzern solidarisch zu erklären. Die Schließung, von der etwa 300 Lichtspieltheater betroffen werden, beginnt am Mittwoch, sie erfolgt aus Protest gegen bie neuen Steuern, die den Lichtspielhausbefitzern vom Pariser Stadtrat auferlegt worden sind. Die Lichtspielhaus- besitzer haben sich ausgerechnet, daß sie auf Grund der neuen Steuern bei einer Einnahme von 100 Franken fast 44 Franken Steuern zu zahlen hätten. Rätselraten über die deutsch-englischen Flottenverhandlungen Abwegige Vermutungen der englischen und französischen presse London, 3. Jan. (DNB.) Die gesamte englische Presse hat die deutsch-englischen Flottenverhandlungen mit großem Interesse verfolgt und stellt schon seit Tagen allerlei Vermutungen über die Gründe an, die Deutschland bewogen haben könnten, von dem ihm vertraglich zustehenden Recht einer Vermehrung der Unterfeeboottonnage und der schweren Kreuzer Gebrauch zu machen. Daß dabei dem deutschen Schritt zum Teil durchaus abwegige Mottve unterschoben werden, nimmt bei der Einstellung eines Teiles der englischen Presse nicht wunder. Einige Blätter versuchen auch, aus dem berechtigten und natürlichen Wunsch Deutschlands nach verstärktem Schutz seiner Küsten in irgendeiner Weise politisches Kapital zu schlagen. So nimmt der „Daily Telegraph" an, daß Deutschlands Entschluß, mehr Unterseeboote zu bauen, auf englischer Seite zu einem beschleunigten Bau von Zerstörern führen werde. Der marxistische „Daily Herald", der natürlich für den deutschen Schritt kein Verständnis aufbrinaen Fann, glaubt als Grund den angeblichen aewalttgen Ausbau der sowjetrussischen U-Bootflotte angeben zu können, während der konservative „Scots- man" die starke Vergrößerung der amerikanischen Atlantikflotte und Luftwaffe anführt. Der Flottenkorrespondent der offiziösen „Sun- day Times" weist daraus hin, daß Deutschland, wenn es weiterhin wie bisher kleinere U = Boote baue, bei voller Ausnutzung der ihm zustehenden Tonnage zahlenmäßig eine doppelt so starke U-Bootwaf.fe wie England haben werde. An anderer Stelle glaubt das Blatt die Verstärkung der deutschen U-Bootflotte mit dem Mittelmeerproblem in Verbindung bringen zu müssen. Deutschland wolle, so wird behauptet, mit seinen IMBooten „aktive Mittelmeerpolitik" betreiben, worauf „Sunday Times" resigniert hinzuftigt, daß, wenn Deutschland direkt oder indirekt eine Seemacht im Mittelmeer werde, „Diele Hoffnungen zerstört würden". Auch die französische Presse ergeht sich in angestrengtem Rätselraten über die Bedeutung der deutsch-englischen Flottenverhandlungen. Der „Temps", der einen neuen Rüstungswettlauf zur See voraussieht, muß zwar die Berechttgung der deutschen Forderung anerkennen, glaubt aber, England vor allen möglichen furchtbaren Gefahren warnen zu müssen, die ihm von der deutschen Flotte drohen könnten. Der „Petit Parisien" spricht sogar von einer Bedrohung der „imperialen Wasser st raßen" Englands und Frankreichs, während der „Figaro" meint, daß Deutschland nicht ohne Grund so kleine U-Boote baue. Diese Maßnahme versetze es in die Lage, zahlreiche Einheiten für die Nordsee und den Kanal zur Verfügung zu haben. Der sozialdemokratische „Populaire" schließlich schreibt, gewisse Optimisten hielten sich daran, daß Deutschland sein Abkommen mit England nicht auf gekündigt habe und sich damit begnüge, in London gemäß den Abkommen von 1935 und 1937 in der U-Bootfrage seine Wünsche vorzubrinaen. Hierzu aber müsse man noch einmal betonen, daß auf den deutschen Schifiswerften nicht alles auf einmal gebaut werden könne. Das übrige werde schon zur geeigneten Zeit kommen. Für den Augenblick könne man schon sagen, dast England wahrscheinlich in Anbetracht der Verstärkung der deutschen U-Bootflotte eine größere Anzahl von Ueberwassereinheiten auf Kiel legen werde und Deutschland seinerseits aus dieser Erhöhung der brittschen Gesamttonnage ebenfalls das Recht für sich beanspruchen werde, seine Flotte zu vergrößern. 30 neue Stützpunkte der LlSA.-Mrme im Pazifik. Washington, 4. Ian. (DNB.) Die Marine der Vereinigten Staaten ist mit der Forderung nach Errichtung von dreißig neuen Flöt- tenstützpunkten hervvrgetreten. Dieser Plan ist eine logische Folge der gewaltigen Neubau- oorhaben für Kriegsschiffe und sieht offenbar die restlose Beherrschung des Sttllen Ozeans durch die USA.=5Iotte vor. Alle wichtigen Amerika gehörenden Inseln im nördlichen Pazifik und sogar an der Südküste Alaskas werden für diesen Zweck herangezogen. Als die wich- ttgften Projekte werden bezeichnet: Stützpunkte für Marineflugzeuge in der Kaneohe-Bay und auf der Midway-, Wake-, Iohnston- und Palmyra-Insel im mittleren Pazifik sowie auf Guam, ferner auf den zu Alaska gehörenden Kodiak- und Sitka- Jnseln. Ein neuer Stützpunkt soll auch in San Juan auf Portorico errichtet werden. Schließlich wird unter den wichtigsten Vorhaben noch die Erweiterung der Ausbildungseinrichtungen der Hauptfliegerschule in -Pensacola (Florida) erwähnt. Daladier in Tunis. Eine Rede des Ministerpräsidenten über die Zukunst des französischen Imperium« E. F. Paris, 3. Januar. Der französische Kreuzer „Fach", auf dem Daladier in der vergangenen Nacht von Korsika aus die Mittelmeerreise angetreten hat, legte am Dienstagmorgen um 7.45 Uhr WEZ. mit seiner Begleitflotte im Hafen von Bizerta cm. Dort hatten ich zahlreiche Menschen zu seiner Begrüßung ein* gefunden. Mehrere Geschwader von Wasserflugzeugen des Luftstützpunktes Bizerta waren den Kriegschiffen entgegengeflogen. Die Einfahrt der Flotte in den Hafen von Bizerta wurde von den Küstenbatte- rien mit Salutschüssen begleitet. Die „Fach" legte am Kai gegenüber dem Ädmiralspalast an. Nach der Begrüßung besuchte der Ministerpräsident die Küstenbefestigungen von Bizerta. Gegen 10 Uhr trat er dann die Weiterfahrt nach Tunis an. Dort begab sich Daladier sofort in das berühmte Palais du Bardo, dem Sitz des Bey von Tunis, wo im Jahre 1881 das Abkommen unterzeichnet worden war, durch das Tunis französisches Protektorat wurde. Bei dem Empfang durch den Bey von Tunis hielt Daladier eine kurze Ansprache. „Frankreich und Tunis", so sagte er, „sind durch die Vertrags- rechte unlösbar miteinander verbunden und diese Bande werden durch die Solidarität der gegenseitigen Dienstleistungen und durch die wachsende Prosperität, die daraus hervorgeht, mtt jedem Tage enger. Ganz Frankreich ist bereit, an der Entwicklung der Reichtümer von Tunis mitzuarbelten und ihm den Schutz zu gewähren für den Fall, daß es ihn nötig haben werde. Diesen Schutz hat Frankreich bereits in der Vergangenheit kundgetan. Die Auswertung der tunesischen Wirtschaft, die in immer schnellerem Tempo fortgeführt wird und über die wir aufmerksam wachen, ist ein Beweis dafür. Diesen Schutz breitet Frankreich über alle Gebiete aus und Eure Hoheit können überzeugt sein, daß Frankreich in keinem Augenblick seine heilige Pflicht in der Erfüllung feiner geschichtlichen Mission vergessen wird." Der Bey erwiderte, Frankreich habe ein Recht auf die tiefe Dankbarkeit des tunesischen Volkes für das Werk, das es hier verwirklicht habe und Tunis werde bei jeder Gelegenheit feine Dankbarkeit und feine Anhänglichkeit beweisen. „Sie, Herr Ministerpräsident, können gewiß sein, daß Tunis sich: wenn nötig, um Frankreich scharen wird. Ich gebe Ihnen hier diese Versicherung." Den Abschluß der Veranstaltungen des Dienstags bildete das große Bankett zu Ehren Daladier- im Hotel „Majestic", an dem der französische Generalresident in Tunis, ß a b o n n e, der tunesische Ministerpräsident als Pertreter des Beys, sowie eine große Anzahl französischer und tunesischer Würdenträger teilnahmen. Ministerpräsident D a - lädier erklärte einleitend, er sei nach Tunis gekommen, um den Gruß des Vaterlandes zu überbringen. Seine Freundschaftsbotschaft an das französisch-nordafrikanische Imperium mit Einschluß von Algier und Marokko solle gerade von Tunis aus in die Welt gehen, weil Tunis der Grenzwall des f r a n z ö s i s ch - n o r d a f r i - konischen Blocks sei. Von hier aus wolle er sich natf) Gabes begeben, das eine besondere strategische Aufgabe zu erfüllen habe. Daladier seierie das auf den Idealen der Freiheit und Brüderlichkeit aufgebaute Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Franzosen und Tunesiern, das ihm auch bei dem Zusammensein mit den Mitgliedern des Großen Rates von Tunis und der Bekundung ihrer Loyalität entgegengetreten fei. Eine große Aufgabe erwarte Frankreich in feinem nordafrikanischen Besitz' Frankreich werde diese Aufgabe im Sinne der Ideale von Freiheit und Brüderlichkeit und der Zufammenarbeit lösen. Das große Werk, das Frankreich hier zu leisten habe, werde sich im Geiste der Disziplin erfüllen, die sich gegen die brutale Kraft und die Tyrannei erheben werde. „40 000 Tunesier sind auf bert Schlachtfeldern für Frankreich, die Verbündeten und die Freiheit gefallen. Frankreich ist ein friedliches Land, aber unsterblicher Ruhm umgibt seine Fahnen und Frankreich ist seiner Kraft sicher. Es ist in der Lage, allen Angriffen und Herausforderungen die Stirne zu bieten. Frankreich wird niemals erlauben, daß, unter welchem Vorwand auch immer, und mit welchen Mitteln auch immer, fein Bestand angetastet wird. Es vertritt die Sache der menschlichen Gemeinschaft, die beseelt ist von dem universellen Ideal, das auf der Achtung und allen Geisteskräften beruht." Aegypten für Herabsetzung der Guezkanalgebühren. Kairo, 3. Ian. (Europapreß. Funkspruch.) In der Frage der Herabsetzung der Gebühren für die Durchfahrt durch den Suezkanal wird von dem ägyptischen Derwaltungsratsmitglied der Kanalgesellschaft, Sedky Pascha , der Standpunkt vertreten, daß den Interessen anderer Lander am Suezkanal stärker als bisyer durch entsprechende Zugeständnisse der Gesellschaft Rechnung getragen werden müsse. Der ägyptische Ministerpräsident Mohammed Mahmud Pascha empfing den Präsidenten des Verwaltungsrats der Kcmalgesell- schaft, den Marquis de Bogoue, und den Generaldirektor der Gesellschaft, den Baron de B e n o i st, um mit ihnen über eine Senkung der Kanalgebühren und gewisse Aenderungen in der Zusammensetzung des Verwaltungsrats Rücksprache zu nehmen, lieber dieselbe Frage hat der Ministerpräsident schon Besprechungen mit dem englischen Botschafter in Kairo gehabt, um die englische Regierung von den vorausgegangenen ägyptisch-italüenischen Gesprächen zu verständigen. In Kairo hält man eine gewisse Senkung der Gebühren, schon deshalb für möglich, weil die ganze Verwaltung der Gesellschaft mit unerhörtem Luxus aufgezogen ist und schon hier außerordentliche Erfparnismöglichkeiten bestehen. Die Palästina-Konferenz. Vorschläge des arabischen Komitees in London. London, 3. Ian. (Europapreß.) Der Zeitpunkt der ursprünglich für Anfang Januar geplanten Palästina-Konferenz in London ist noch immer nicht betanntgegeben worden. Man nennt den 5. Februar, läßt jedoch erkennen, daß die Vorbereitungen für die Konferenz sehr stark beschleunigt werden müßten, wenn dieser Zeitpunkt eingehalten werden soll. Der Grund für die Hinausschiebung des Konferenzbeginns ist einmal darauf zurückzu- führen, daß man sich an zuständiger englischer Stelle über das einzuschlagende Konferenz-Verfahren noch nicht völlig im Klaren ist, und zum anderen darauf, daß das Arabertum Palästtnas seine Vertretung für London noch nicht ernannt hat. Die bisherige Weigerung der französischen Stellen, die von den Seychellen freigelassenen Araberführer zu dem im Libanon residierenden Mufti von Jerusalem zuzulassen, mußte die Lage erschweren. Man rechnet damit, daß von den frei- gelassenen Arabern etwa drei nach London kommen werden. Die Haltung des Arabertums zur Palästtnafrage hat sich seit Abschluß des interparla- mentarischen Kongresses in Kairo im Oktober nicht geändert. Das arabische Komitee in London hat kürzlich vorgefchlagen, daß das Mandat noch für ein paar Jahre bestehen bleiben solle, die Araber jedoch inzwischen Palästtna zu -einem dem Irak ähnelnden Staat entwickeln sollten. Die Juden dürften keinen eigenen Staat in Palästtna bilden, Ausfüllung des Nottenverlrags. <>on unserer berliner Gchriftlettuna Obwohl die neuen Pläne der deutschen Schiffs- bauten noch nicht veröffentlicht sind, hat es ein Teil der Auslandspresse für richtig befunden, über die Berliner Erörterungen, die zwischen Vertretern der deutschen Marinebehörden und der britischen Admiralität stattfanden, irreführende Mitteilungen zu verbreiten. Um es gleich vorweg festzustellen: es handelt sich für Deutschland nicht darum, ein Wettrüsten mit anderen Mächten auf marinepolittschem Gebiet zu eröffnen, sondern lediglich 'um die Anwendung von Einzelbestimmungen der zwischen Deutschland und England in den Jahren 1935 bzw. 1937 geschlossenen Vereinbarungen. Das Recht zu Abänderungen ist dort feftgelegt, und wer an den Berliner Besprechungen Kritik üben wollte, der würde sich gegen das Vertragswerk überhaupt wenden, das als deutsch-englischer „Flottenfrieden" einer der wichtigsten Faktoren zur Erhaltung des Friedens geworden ist. Selbst die „Times" und der „Daily Telegraph" haben zugeben müssen, daß die von Deutschland geplanten Aenderungen in der Kreuzer^Klasse und in der Zahl der 11-Boote auf Grund des Artikels F des Flottenabkommens von 1935 berechtigt seien. Durch den Vertrag vom 18. Juni 1935 ist bie deutsche Flottenstärke „endgültig und bindend" auf 35 v. H. der englischen Stärke (einschließlich der Dominions) festgesetzt. Aehnlich wie im Londoner Vertrag der «Seernädjte von 1930 war zwischen Deutschland und England vereinbart, daß bei einer veränderten Lage eine gemeinsame Prüfung erfolgen solle. Bei den Unterseebooten war Deutschland die Berechtigung zugesprochen, eine gleiche U-Bootstonnage zu besitzen, wie das gesamte britische Reich, wobei aber die Gesamtstärke der deutschen Marine sich im Rahmen von 35 v. H. der englischen Gesamtstärke bewegen muß. Zunächst ging Deutschland nicht über 45 v. H. der englischen U-Bootsstärke hinaus. Es behielt sich aber vor, in freundschaftliche Erörterungen mit der anbe,ren Seite einzutreten, wenn eine Lage entstehen sollte, die eine Aenderung des Bau» Programms erfordere. Die Ergänzung des deutsch-englischen Vertrages von 1935 durch das Abkommen vom 17. Juli 1937 ergab sich aus der Notwendigkeit, ihn an den Flottenvertrag der Seemächte (England, Frankreich und USA.) anzugleichen, der inzwischen 1936 abgeschlossen worden war. Dabei wurde Deutschland das Recht zugestanden,. 5 schwere Kreuzer (über 10 000 Tonnen mit 20,3 cm Kaliber) zu bauen. (1942 sollte der Bau solcher Einheiten aufhören.) Zunächst baute Deutschland deren drei, es erklärte aber, den vierten und fünften Schweren Kreuzer erst dann in Bau zu nehmen, wenn besondere U m st ä n d e zu dieser Maßnahme die Veranlassung geben. Auch darüber sollten freundschaftliche Erörterungen mit dem Vertragspartner stattfinden. Von der Möglichkeit der Verträge hat die Reichsregierung nun Gebrauch gemacht und in den Berliner Verhandlungen mit Vertretern der englischen Admiralität die Lage erörtert. In welchem Umfange sie den ihr gegebenen Spielraum der Bauprogramme ausnutzen wird, wird man zu gegebener Zeit erfahren. Es ist selbstverständliche daß für uns keine anderen Gesichtspunkte maßgebend sind als diejenigen der Landesverteidigung. Alles andere, was in einem Teil des Auslandes erzählt werden mag, gehört in das Reich der Fabel. Bald soll es die Absicht sein, durch deutsche U-Boote die Handelswege nach dem Mittelmeer zu kontrollieren, oder es soll auf die französisch-italienische Spannung hingezielt sein. Andere Schwätzer behaupten, Deutschland habe Absichten auf die Mur» manküste oder es wolle der Verlegung der nord- amerikanischen Flottenbasis vom Pazifik zur Allan» tit Rechnung tragen. Es hat keinen Sinn, sich mit solchen gehässigen Unterstellungen zu beschäftiaen. Es muß der Welt genügen, daß Deutschland seine friedliche Politik fortsetzen will, daß es aber dazu alle Erfordernisse der Landesverteidigung einzusetzen entschlossen ist. jedoch ihre Kultur und Sprache pflegen. Arabisch solle indessen die Landessprache sein. Das Araber- tum vertritt die Ansicht, daß bei der Durchführung eines solchen Schemas Palästina auf friedliche Art und Weise in etwa zehn Jahren die gleiche Staatsform angenommen haben würde, wie das heute bei dem Irak der Fall ifh Britische Polizisten des Gefangencnmordes beschuldigt. Jerusalem, 3. Ian. (Europapreß.) Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt das Arabertum Palästinas den am Dienstag eingeleiteten Pro- Z e ß gegen vier englische P o l i z i st e n , die des „ungerechtfertigten" Gefangenenmor- d e s beschuldiat werden. Das Opfer des Mordes ist ein älterer Araber. Die Angeklagten behaupteten bisher, der Araber fei bei einem F luch t v e r - s u ch erschossen worden. Die Bevölkerung Palästinas hat den Aussagen jedoch wenig Glauben geschenkt und bei den zuständigen Behörden immer wieder auf eine gerichtliche Untersuchung gedrängt. Der englische Kolonialminister Macdo - n a l d wurde vor etwa acht Wochen mit diesem Zwischenfall befaßt und hat damals eine genaue Untersuchung des Zwischenfalles angeordnet. Der Zwischenfall ereignete sich am 24. Oktober auf dem Wege von Jaffa zum Gefängnis von Tel Aviv. Republikanische Agitation in Südafrika Johannesburg, 4. Jan. (Europapreß.) Die republikanische Agitation nimmt in der Südafrikanischen Union immer mehr zu. Nachdem von den örtlichen Gruppen der nationalistischen Partei Transvaals und Anhängern der Regierungspartei vor kurzem gemeinsame Entschließungen zugunsten der republikanischen Staatsform gefaßt worden waren, hat die nationalistische Partei nunmehr anläßlich einer Ersatzwahl in Bethal den Wählern ihre Forderungen unter der Parole: , Fort mit dem König! Fort mit ,God save the King4! Fort mit Union Jack!" (der brittschen Flagge) bekanntgegeben. Man fürchtet, die Heftigkeit, mit der die Nationalisten diesen Wahlkampf geführt haben, könnte die Einigungsverhandlungen zwischen dem Ministerpräsidenten General H e r tz o g und dem Na- tionaliftenfübrer Dr. Malan völlig zunichte machen. Der Führer der Nationalisten Transvaals, Strydom, hat sogar erklärt, die Verbindung mit England müsse gänzlich aufgegeben wer den. Stalins Machtkampf. Oer Jahresbericht der Reichsbahn. Zinssatz für 30-Tage-Gelder von 2Vz auf 2 v. 5). herabgesetzt. Die bisherigen um V2 v. H. höheren Sätze waren seit 24. November 1938 in Kraft. RM. für Beschaffungen, Lieferungen und ~ r . sonstige Arbeitsaufträge — ohne die Löhne für die £ (CinttCVfÖhflU IH XCWjUfl. eigenen Bahnunterhaltungs- und Werkstättenarbei- zusätzliche Einnahme erwächst, werden nun einmal tierzucht für den Kleinsiedler und somit für die schränkungen, besonders des Sonderzugverkehrs, dungen'en Mördern totgeschlagen und in die Wolga - 1 rcfx . ■ ..V 2 - S. * « fTTl 4a ul ArAHf a t A« ein Gegner sind. So ist die Bilanz überall negativ und es gibt heute Sachkenner — wie den ehemaligen stellvertretenden Volkskommissar Albrecht, der setzt sein Werk „Der verratene Sozialismus" im Nibelungen- Verlag, Berlin, veröffentlicht hat —, die der Auffassung sind, daß, vom Standpunkt der inneren Entwicklung aus gesehen, die in der Stalinschen Generallinie der Partei festgelegte Ueberinduftrialisierung naturnotwendig zum Zusammenbruch des Sowset- regimes in einer unabwendbaren gewaltigen Wirtschaftskatastrophe führen muß. Für den unvoreingenommenen Beobachter aber bleibt ein unaufgeklärter Rest. Heißt es nicht, daß das Regime große wirtschaftliche Erfolge zu verzeichnen habe? Und dennoch werden die große Not, das Elend, der Hunger von der Sowjetpreffe selbst cingestanden? Werden nicht die Erfolge der Landwirtschaft gerühmt — und dennoch hungert das Land? Bringt nicht die Presse Nachrichten über , das glückliche Leben der kollektivierten Bauern in dem freiesten Lande der Welt" — wie reimt es sich hiermit, daß nach einem Eingeständnis des engsten Mitarbeiters Stalins und seines Freundes Ordschonikidse „ruhig einige zehn Millionen Bauern aus- qerottet werden können, die die schlimmsten Klassenschaft". Ein Chaos! In der Partei verstand zwar Stalin, die Gruppen und Personen gegeneinander auszuspielen und, seine eigene Macht sicher zu verankern, doch liegen immer neue Zeugnisse dafür vor, daß die dauernden Richtungskämpfe ein ideologisches Durcheinander geschaffen haben, das den kleinen Mann zwingt, nur noch dem zu folgen, der das Basonett führt. In der unmittelbaren Umgebung des Diktators gibt es nicht einen einzigen führenden Funktionär der letzten Jahre, der eines natürlichen Todes gestorben wäre, durch Gift, durch den Dolch oder den Genickschuß sind sie alle — Dserschinski und Menschinskl, Kirow, Jagoda, Kamenew, Sinowjew und Rykow, Tuchat- schewski, Jakir und Uborewitsch, Pjatakow, Rosen- golz, Gamarnik. Orlow und Wiktorow usw. usw. — umgekommen, Opfer eines Regimes, das die Inkarnation politisch organisierten Gangstertums ist. Von den lebenden Funktionären aber umlauern einige, wie Kaqanowitsch, den. Diktator selbst, bereit auch ihm den Todesstoß zu versetzen, wenn er eine Bloße -eigen sollte, während die anderen willenlose Vollstrecker in der Hand derer sind, die die meisten Aus- i sichten bieten. Mit welchen Mitteln hier gearbeitet wird, haben guck die deutschen Kommunisten erfahren, so K l a r a Z e t k i n . auf die von ihrer eigenen Schwiegertochter im Auftrag der an SBöro^piv« .......... - - geblieben ist? Er hat alle seine Kameraden verraten und dem Henkersbeil ausqeliefert — wird ihm selbst das Sckickftl erspart bleiben? Es ist jedenfalls nicht anzunehmen, daß die heute noch Überlebenden Kommandeure nach allem, was vorgefallen ist, noch das Vertrauen in die Stabilität ihrer Existenz und die Zukunft ihres Landes und des Regimes haben können — sie warten und zittern um ihr Leben. Stalin glaubte, die Armee genau so behandeln zu können'wie seine Varteileute — kaum wird sie^sickdas aber auf die Dauer bieten lassen. Er hat sich Todfeinde geschaffen in der Armee — die nur „auf den Tag" wartet, den Tag, an dem sich sein Machtkampf endgültig zu seinen Ungunsten entscheiden wird. nicht vermeiden. Der Abschluß des Jahres 1938 zeigt für das Altreich ein befriedigendes Bild. In der Ostmark hat die Angleichung der höheren österreichischen Tarife an hie niedrigeren Sätze des alten Reichsgebiets und anderseits die Heraufsetzung der Löhne und Gehälter auf den höheren reichsdeutschen Stand zu einem starken Absinken der Einnahmen und einem beträchtlichen Ansteigen der Aus- der Ostmark und den dadurch ausgelösten steigenden Verkehr dieser Einnahmeverlust in den nächsten Jahren wesentlich gemildert wird. Vor ernste Fragen stellt den Finanzdienst der Reichsbahn die Häufung dringlicher Aufgaben, wie sie sich neben den regelmäßigen großen Aufwendungen für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Reichsbahnanlagen und die Schuldentilgung vor allem aus der notwendigen Ergänzung und Vermehrung des Fahrzeugparks, der Fortführung der begonnenen Bautet (Nord-Süd-8-Bahn in Berlin, Elektrisierung der Strecke Halle—Leipzig— Nürnberg, Bauten des Rhein-Ruhr-Programms), der Jndüstrieverlagerung, der Verkehrsumschichtung, der Durchführung des Vierjahresplans und namentlich aus der Umgestaltung deutscher Städte (Berlin, München, Nürnberg, Hamburg) und aus der Eingliederung der Eisenbahnen der deutschen Ostmark und des Sudetenlandes ergeben. Auch bei straffster wegen Mangels an Betriebsstoffen und Ersatzteilen. Der Wald, das große russische Nationalgut, ist unter der Axt des schonungslosen Ausbeuters soweit dezi- miert, daß er nur noch für fünf Jahre diesen wert- vollen Rohstoff bieten kann und die gewaltigsten Sägewerke aus dem europäischen Norden schon jetzt nach Sibirien verlegt werden müssen. Der Ausschuß in allen Produktionsarten erreicht 50, ja 75 Prozent. Der Bauer kann sich heute keine einfache Pflugschar und die Bäuerin keine Kasserolle kaufen, das Korn verkommt auf dem Halm, und die Kartoffel fault in der Erde. Acht Millionen Stämme des besten Nutzholzes treiben als herrenloses Gut ins Weiße Meer und werden dort als willkommene Beute von den Norwegern und Schweden aufqefifcht — das sind nur einige wenige Beispiele bolschewistischer „Wirtfinanzieller Disziplin wird die Reichsbahn diese Vorhaben nicht mehr aus eigenen Mitteln finanzieren können. Die Gestaltung ihrer Kapitalrechnung verlangt vielmehr gebieterisch die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat dem Abt des Stiftes Tepl bei Marienbad Dr. Gilbert Helmer, der am 2. Januar feinen 75. Geburtstag feierte, die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Dr. Gilbert Helmer hat sich um die Deutscherhaltung des Egerlandes, insbesondere der gaben geführt, fo daß hier die Rechnung mit einem nicht unbedeutenden Fehlbetrag abschließt. Es ist Widersacher, die er besitzt, gegen den Volkshaß. der sich gegen das Regime empört, und um die Sicherung seiner Macht — das ist das, was ihm letzt auf und in seinem Bericht feststellte, daß die vom Kongreß zur Unterstützung Notleidender bewilligten Gelder in zahlreichen Fällen den Not- hilfezwecken entzogen und für politische Zwecke verbraucht worden seien, gibt als Mahlausgaben Summen bekannt, die eine erstaunliche Höhe erreichten. Die Untersuchung ergab, daß die Bewerber um 37 Senatssitze während der Urwahl und der Hauptwahlkampagne insgesamt 1 416 000 Dollar ausgegeben haben. Ein republikanischer Senator verausgabte allein 159 000 Dollar. Oie italienischen Landarbeiter in Deutschland. feinde sind?" Man wird den Sowjetdingen nur gerecht, wenn man ausdrücklich feststes: Alle Richtungen und alle führenden Persönlichkeiten des Bolschewismus, die Rechten wie die Linken, Stalin wie Trotzki, sind sich einig über die Basis und das Ziel des Bolschewismus. Sie glauben, daß eine Einheit der Völker in all ihren Schichten unmöglich sei und daß daher die Macht durch eine Schickt, das Proletariat, ausgeübt werden müsse. Sie glauben damit an den erbarmungslosen Klassen- kamps und verlangen die physische Vernichtung aller anderen Schichten, wie er in der Sowjetunion schon zum allergrößten Teil durchgeführt ist. Sie glauben aber auch daran, daß die Aufrichtung des Kommunismus in einem Lande eine Unmöglichkeit fei, und erstreben das Endziel — die Wel Revolution, die Auflösung aller Völker und Staaten und die Errichtung einer bolschewistischen Welt-Sowjet-Union. Der Weg dazu führt nach der Lehre Lenins, die auch Stalin übernommen hat, über den neuen gewaltigen Weltkrieg, dessen Vorbereitung sowohl die Agitationsund Organisationsarbeit der Komintern wie die Diplomatie Finkelsteins, das gewalttge Jnduftriali- sierungsprogramm und die Aufrüstung der roten Armee dienen. Das ist die Grundhaltung des Bol- R 0 m, 3. Jan. (Europapreß.) Mussolini empfing den Präsidenten des faschistischen Verbandes der Landarbeiter, den Abgeordneten A n g e l i n i. Der Abgeordnete berichtete ihm über den achtmonatigen Aufenthalt von 31 071 Landarbeitern im befreundeten Deutschland. Sie seien hauptsächlich in großen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben be- schäfttgt worden. Die von den Arbeitern ihren Familien überwiesenen Ersparnisse erreichten insgesamt 68 Millionen Lire. Die deutschen Behörden und die deutschen Bauern hätten wiederholt ihre Bewunderung für die Leistungsfähigkeit, den Fleiß und die Disziplin der italienischen Landarbeiter zum Ausdruck gebracht. Die Arbeiter seien voller Genugtuung über ihre Behandlung und die Anerkennung des kameradschaftlichen Geistes, dem sie überall im deutschen Volke begegnet seien. 100 Ausweisungen aus dem O!sa-Äebiet. K a 110 w i tz , 3. Jan. (DNB.) Im Zusammenhang mit einem Handgranatenanschlag auf ein polnisches Gasthaus in dem Grenzort Schömberg im Olsa-^ Gebiet, bei dem das Besitzerehepaar schwer verletzt I wurde, hat das Kattowitzer Wojewodschaftsamt neue Ausweisungen tschechischer Staatsbürger vorgenommen. Am Montag mußten 100 Tschechen aus den KreiseckTeschen und Freistadt das polnische Staatsgebiet innerhalb von 24 Stunden verlassen. In Zukunft soll jeder bewaffnete Zwischenfall im Olsa-Gebiet mit der Ausweisung von 100 tschechischen Staatsbürgern gesühnt werden, um eine baldige Beruhigung im Olsa-Gebiet zu erreichen. Kleine politische Nachrichten. den, die den von-der Regierung in Aussicht genommenen Kurs in der Mnderheitenpolittk einfach abotieren." Hunderte von volksdeutschen Bauern wurden polizeilich und richterlich verhört, weil sie entweder dem Dolksbund beigetreten waren ober auch nur seinen Kalender gekauft hatten. Der „Völkische Beobachter" fährt fort: „Dabei waren die Bewohner eines Dorfes gezwungen, bis zum nächsten Oberftuhlrichter einen Weg von 20 (!) Kilometer zurückzulegen. Für die Volksdeutschen wird es ein geringer Trost sein, wenn wieder einmal die Verantwortung für die Drangsalierungen den Polizisten zugeschoben werden sollte. Gedient ist ihnen und dem deutsch-ungarischen Einvernehmen nur mit energischen Maßnahmen der Regierung." Ungarn zählt nach der Eingliederung der ehemals tschecho-slowakischen Gebiete rund zehn Millionen Menschen, von denen fast 20 v. H. nicht- ungarischer Nattonalitöt sind; in Ungarn wohnen 600 000 Volksdeutsche, fast 500 000 Slowaken, 120 000 Südslawen, 50 000 Ukrainer und 20 000 Rumänen, wozu dann noch 600 000 Juden kommen. Die Ungarn, die für die schlechte Behandlung ihrer in andern Staaten als völkische Minderheit lebenden Landsleute äußerst empfindlich sind, sollten sich darüber klar werden, daß eine gerechte Dolks- gruppenpolitik rm eigenen Lande die beste Waffe des Ungartums in der Vertretung der ungarischen Minderheitenrechte im Ausland ist. E n Landesverräter hingerichtet. Berlin, 4. Ian. (DRV. Funkspruch.) Die Instizpressestelle beim Volksgerlchls- h 0 f teilt mit: Der am 19. September 1938 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 43jährige Rudolf Szories aus Leipzig ist heute morgen hin gerichtet worden. Der wiederholt vorbestrafte Verurteilte war aus Furcht vor neuer Bestrafung nach Frankreich geflohen, um sich zur Fremdenlegion zu melden. Er wurde dort jedoch dem Spionagedienst zugesuhrt. In dessen Auftrag unternahm er es, eine deutsche Garnison und Verteidlgungs- i anlagen an der deutschen West grenze L auszuspahen. Als der Verurteilte bei seiner Kostspielige Wahlkampagne in USA. auf Kosten Notleidender. N e u y 0 r k, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Se- natsausschuß, der die Ausgaben für die Wabl- i Campagne bei den letzten Senatswahlen untersuchte Don Eugen Russow. Seit auf einem Sechstel der Erdoberfläche durch den unglücklichen Ausgang des Weltkrieges die asiatische Lehre des Bolschewismus herrscht, und der Geist der Zerstörung und Vernichtung Triumphe feiert, ist Rußland, das man schon früher in Westeuropa nicht immer verstand, vollends für viele ein Rätsel geworden. Hörte man vor zwanzig Jahren, daß dies der Ausgangspunkt und die Geburtszelle eines neuen politischen und gesellschaft- lichen Systems sein soll, das von hier aus feinen Siegeszug in andere' Länder antreten und eines Tages sich die gan3e Welt untertan machen soll, so haben die Jünger dieser Lehre seitdem einen Pflock nach dem anderen zurückstecken müssen und sehen heute ein, daß durch die Ereignisse der letzten Jahre ihre Aussichten gleich Null geworden sind. Sollte eine mächtige autarke Wirtschaft aufgebaut werden, durch deren Dumping-Angriffe auf die nationalen Wirtschaften anderer Länder die Verelendung verbreitet und die Masse in die 2Irme eben dieser neuen Lehre getrieben werden sollte, so weih man heute authentisch, daß die Bevölkerung des eigenen Landes bitterste Not leidet, die Industrie nicht entfernt den Bedarf decken kann und gerade das eingetreten ist, was man den anderen zufügen wollte, nämlich zunehmende Verelendung unt> machf end e Armut. Sollte man schließlich durch die Schaffung einer unbesiegbaren Armee, die im Notfälle zugunsten des „Weltproletariats einzugreifen hätte, sich den letzten Faktor zur Sicherung der Weltunterjochung zulegen, so ist es heute nirgends mehr ein Geheimnis, daß diese Armee durch die furchtbare Dezimierung ihres Kommando- bestandes ihre Schlagkraft zum guten Teil eingebüßt hat, daß die Kommandeure die Lage völlig durchschauen und nur noch durch ihr glänzendes materielles Auskommen, das sie um mehrere Stufen von der allgemeinen Not des Landes trennt, bei der herrschenden Gewalt gehalten werden. Der Zwischenfall von Tschankufeng, an der mandschurischen Grenze, hat bewiesen, daß die roten Truppen für eine nach europäischen Grundsätzen aufgebaute moderne und kampfkräftige Armee kaum Der Führer der 600 000 ungarländischen Deutschen, Dr. Franz Basch hatte mit einigen seiner Landsleute eine grundsätzliche Unterredung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Imredy, der in einem Weihnachtsartikel neuerdings eine erträgliche Behandlung der nationalen Minderheiten, insbesondere der Volksdeutschen, versprochen hatte. Es ist verständlich, daß sich die Volksdeutsche Abordnung unter Führung von Dr. Basch und der ungarische Ministerpräsident geeinigt haben, für die Dauer der Verhandlungen keine Mitteilungen an eine weitere Oessentlichkeit gelangen zu lassen. Gerüchtweise hört man aber, daß das ungarische Innenministerium jetzt endlich die Vereinssatzung des „Volksbundes der Deutschen in Ungarn" genehmigt habe. Auch soll der „Deutsche V 0 l k s b 0 t e ", das Organ Der ungarländischen Volksdeutschen, von nun an nicht mehr alle fünf Wochen (!), sondern allwöchentlich erscheinen. Der „Völkische Beobachters veröffentlicht eine Drahtung aus Budapest, welche dem geduldigsten Leser klarmacht, daß die offizielle ungarische Regierungspolitik nun auch zur bindenden und unabdinglichen Richtschnur der unteren Verwaltungsorgane gemacht werden muß. Wir lesen da: „Aus allen deutschen Siedlungsgebieten laufen Beschwerden ein über Uebergriffe der Gendarmerie und der untergeordneten Behörden Fingern brennt. . x Alle drei Pfeiler seiner Macht, Partei, Armee und Wirtschaft, sind brüchig geworden. Wenn dem Phantom der Industrialisierung Milliarden von Rubeln und Dutzende Millionen von Menschenleben geopfert worden sind, wenn ein Frondienst aller — buchstäblich aller 170 Millionen Russen errichtet und mit einer Grausamkeit durchgeführt wird, die ihresgleichen in der Geschichte sucht, wenn ein erbarmungsloser Raubbau an Mensch, Maschine und Naturschätzen proklamiert wurde, der Moskau binnen kurzem aus aller Not herausführen und die Welt ihm gefügig machen sollte, wenn man das Brot den Kindern wegnahm und es ausfuhrte, um dafür Maschinen und Kanonen kaufen zu könen wenn man gewaltige Werke errichtete und ihnen alles an Geld und Blut und Leben opferte, was mit Hilfe der GPU. möglich war, — so hat es sich gezeigt. daß das alles vergebens gewesen ist. Die teuersten Mosckinen verkommen unter der Hand ungelernter Arbeiter ober in Wind und Wetter hingeworfen oder chnitt auf den Tariftonnenkilometer errechnet. Er betrug jetzt 3,53 gegen 4,56 RM. im Jahre 1929. Der Bericht stellt daher fest, daß seit 9 Jahren ein Absinken der Erträge um 21 bis 22 v. H. erfolgt sei. Damit ist aber nur eine statistische Feststellung getroffen, denn schließlich gehört auch die Tarifpolitik zu den st a a t l i ch e n Problemen. Daß die Mehrerträge im wesentlichen durch neue Aufwendungen aufgezehrt wurden, versteht sich von selbst, ist aber auch der völligen Ausnützung des Apparates zugute gekommen. Die Zahl der G e - f olgschaftsmitglieder hat sich im Altreich um*70 000 vermehrt, dazu tarnen die Eisenbahner Oesterreichs und des Sudetenlandes, so daß sich der Personalbestand auf 900 000 Köpfe gesteigert hat. Allein die Zahl der Versorgungsemvfänger erhöht sich um 100 000. Für Gehalts- und Lohnzahlungen, Renten usw. benötigt die Reichsbahn jährlich etwa 3 Milliarden RM. oder 250 Millionen RM. im Monat an baren Auszahlungen, die über den Verbraucher an die deutsche Wirtschaft wieder zurückfließen. Der deutschen Wirtschaft sind nach überschlägiger Berechnung 1938 insgesamt rd. 1,7 Mrd. Der vorläufige Jahresrückblick der Deutschen Reichsbahn über 1938 steht stark unter der Wirkung der großen Veränderungen, die durch den Anschluß Oesterreichs und des Sudetenlandes vor sich gegangen sind. Die Organisation, die Tarife, der zwischenstaatliche Verkehr, das Bauwesen und viele andere Kapitel legen davon Zeugnis ab. Daß die Reichsbahn trotz dieser großen Anforderungen ihren festen finanziellen Status behalten hat, zeugt von der Solidität des geschäftlichen Unterbaues. Im Altreich allein steigerte sich der Personenverkehr um 80 v. H., der Güterverkehr um 11 v. H. über bas Jahr 1937 hinaus. Damit finb die Leistungen der Dorkriegsjahre ebenso übertroffen, wie das Ergebnis der Hochkonjunktur, da der Personen- und Gepäckverkehr 1300 Mill. RM., der Güterverkehr aber 3,1 Milliarde RM. erbringen. Das sind beim Personenverkehr 9,5 v. H. mehr als im Vorjahre, beim Güterverkehr 6 v. H. Zunahme. Man sieht, daß die Eisenbahn trotz des Kraftwagens ihre volle Bedeu- Stabschef Lutze gibt bekannt: „Zum Geburts- t a g, zum W e i h n a ch t s f e st und zum I a h res- wechsel sind mir aus allen Gauen, aus der SA-, aus der Parteigenossenschaft und aus allen Kreisen der Bevölkerung Glückwünsche in so großer Zahl zugegangen, daß ich mich außerstande sehe, dafür einzeln zu danken. Ich erwidere insbesondere die mir übermittelten Wünsche zum Jahreswechsel auf bas beste unb banke auf diesem Wege für alle mir erwiesenen Aufmerksamkeiten herzlichst. ♦ Dem durch seine Angriffe gegen die Freie Stadt Danzig, das Deutsche Reich und Volk und die nationalsozialistische Bewegung bekannten Dr Rausch- ning ist, wie das Deutsche Nachrichtenbüro meldet, durch Beschluß des Senats die Danziger Staatsangehörigkeit entzogen worden. Die B a n k v 0 n F r a n k r e i ck hatdenl Diskont- saß von 2V2 auf 2 v. H. und den Satz für Vorschüsse auf Wertpapiere von 3V: auf 3 v. H. sowie den Maße zum Ziel gesetzt. Denn die hauptsächlichen Grundlagen für eine erfolgreiche Siedlerwirtschaft, die auch die Gewähr bietet, daß der Familie eine ftanbsroert der in Großdeutschland gehaltenen Hühner beziffert sich auf 250 Millionen RM, der der Ziegen auf 79 Millionen RM., der Kaninchen auf 56 Millionen RM. und der Bienen auf rund 150 Millionen RM. Dementsprechend sind auch die Erzeugungswerte dieser fast ausschließlich in der Kleinsiedlung gehaltenen Nutztiere außerordentlich groß. Sie beziffern sich bei den Hühnern auf rund 600 Millionen RM., bei Ziegen auf 215 Millionen RM., bei den Kaninchen auf 118 und bei den Bienen auf 242 Millionen RM. Diese wenigen Ziffern mögen genügen, um die Bedeutung der Kleintierzucht eindeutig klarzulegen. Daß diese Ziffern noch im gewaltigen Umfange steigerungsfähig sind, liegt auf der Hand. Allerdings geht es nicht ohne die notwendigen Erfahrungen, die sich der Kleinsiedler hinsichtlich Auswahl der richtigen Nutztiere, der zweckmäßigen Fütterung, der sorgfältigen Haltung, der geeigneten Ställe usw. erwerben muß. Der Erwerbung solcher Erfahrungen, ohne die ein? wirtschaftliche Kleintierhaltung einfach nicht möglich ist. dient die 5.Reichs- k l e i n t i e r s ch a u , die der Reichsnährstand und der Reichsverband für Kleintierzüchter mit seinen Reichsfachgruppen in der Zeit vom 6. bis 8. Januar 1939 in Leipzig (Messehallen 7, 8 unb 9) auf einer 35 000 Ouadratmeter großen Fläche oeran». stattet. Auf biefer großen Schau werden neben 13 300 Stück Geflügel aucy 12 000 Kaninchen zu sehen sein, unter denen sich allein 100'1 Angorakaninchen befinden, die während der Ausstellung öffentlich geschoren werden, um den Nutzen gerade dieser Tiere für die Wollerzeugung praktisch vorzuführen. Auch Ziegen, Pelztiere, Seidenraupen, Hunde, Katzen unb Kanarienvögel werden auf dieser Schau in reichlicher Anzahl vertreten sein. Wegen der Winterruhe der Bienen wird die Neichs- fachgruppe Imker auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche die größte aller bisherigen imkerlichen Ausstellungen zeigen, die im besonderen eine Lehr-, Erzeugungs-, Bienenwohnungs- unb Geräteschau enthält. Loyale Llngornheuische. tung behalten hat. Eine alte Klage ist, daß die Einnahmen aus bem Verkehr im Durchschnitt, also pro Kilometer, im Absinken begriffen finb. Die aus ozialen unb anderen Gründen erforderlichen Ausnahmetarife führen dazu, daß die Reichsbahn den erhofften Mehrgewinn nicht herauswirtschaftet, obwohl auch das Reich ein Interesse baran hat; denn bie Reichsbahn liefert aus ihren Betriebserträgen an das Reich eine Abgabe, die 1938 immerhin 460 Millionen RM. ausmachte. Sie war diesmal um 47 Mill. RM. höher als im Jahre 1937. Die Durch- ■ fchnittseinnahme für einen P e r s 0 n e n k i l 0 -! zu hoffen, daß durch die wirtschaftliche Erschließung meter betrug 2,38 RM. gegen 3,02 im Jahre ""---" —* 1929. Beim Güterverkehr wird dieser Durch- ter der Reichsbahn — zugeflossen. Dieser Betrag Die Förderung der Kleinsiedlung und der damit wird sich in den kommenden Jahren durch die Ein-! zusammenhängenden wirtschaftlichen Ausnutzung des gliederung der Ostmark- und Sudetenlandbahnen Bodens hat sich der deutsche Siedlerbund und der voraussichtlich noch erheblich erhöhen. > Reichsbund deutscher Kleingärtner im besonderen . Der Einmarsch der deutschen Truppen in Ostmark — ' ' r ' ' ~ v’ ' "" und Sudetengau, die mit äußerster Tatkraft vorwärts getriebene wirtschaftliche Erschließung dieser bisherigen Notstandsgebiete und namentlich der be- schleunigte Ausbau der deutschen Westbefestigungen j durch Gartenbau und Kleintierhaltung gebildet, haben, zusammen mit dem gegen das Vorjahr ohne- Welche Bedeutung im besonderen Maße die Klein- bies gesteigerten Verkehr, die Reichsbahn vor Auf-' tierzucht für den Kleinsiedler und somit für die gaben gestellt, die nur unter Anspannung aller 1 Nahrungsversorgung des gesamten deutschen Volkes Kräfte unb dank dem vorbildlichen Einsatz und der! hat, dafür mögen die nachstehenden wenigen Zahlen hmgebenden Arbeit aller Gefolgschaftsmitglieder1 Zeugnis ablegen. gemeistert werden könnten. Dabei ließen sich freilich! Allem die Erzeugnisse der Kleintierzucht haben, gewisse Schwierigkeiten in der Wagenstellung unb ) einen jährlichen Erzeugungswert von der Verkehrs- unb Betriebsabwicklung sowie Ein-; rund 1,2 Milliarden RM. oder 10 v. H. der gesam- schränkungen, besonders des Sonderzugverkehrs, ien landwirtschaftlichen Jahresproduktion. Der D e» fchewismus. . • Freilich muß ungeschminkt auch ein anderes fest- gestellt roerben: Wenn wir eingangs auf ben Gegensatz zwischen ben Wunschbildern auf ben einen unb ben praktischen Ergebnissen auf der andern Seite hingewiesen haben, so steht heute eindeutig fest, daß -----.. . ■ ber Bolschewismus sich nicht nur weiter denn je von,GPU. ein Mordanschlag verübt wurde, unb Max ber Erreichung eines Zieles befindet, sondern baf) [3, ber. einmal unbequem geworben, von ge- bie Grunblagen seiner Macht im Innern sei- bungenen Mörbern totgeschlagen und in die Wolga nes Tt utter Staates s e! b st bedroht sind, geworfen wurde. Wer wird je das Schuldkonto Sta- Nach Berchtesgaden und München hat Moskau schon fins erforschen können? — Von ben durchschnittlichen bie Konsequenz aus der neuen Lage gezogen, indem Parteileuten aber pflanzt sich der Haß gegen Das es sich beinahe vollkommen von der politischen Bühne Regime auf bas parteilose Volk über — unb. wirb Eurovas zurückgezogen hat, und in der Tat ist I einst furchtbare Eritte hatten München die größte unb schwerstes Mord war auch das Mittel in der Armee Niederlage gewesen, die Moskau nach dem Sieg um „nach ohen" zu drängen. D:e besten Führer |ino bes Nationalsozialismus in Deutschland erlitten hat.! ermordet, verkommen im Elend sind lhre Frauen Zwar wird die Komintern noch lange nicht ihr und Kinder, ihre Freunde und Kameraden. Wenn es Spiel verloren geben, jetzt richten sich ihre Angriffe im Mesen ber bolschewistischen Herrschaft liegt daß besonders gegen Frankreich. Aber Stalins Kampf alle führenden Männer eines ^waltsamen Todes gegen den Niedergangs Innern,^geg^n dw vielen W muffen, - ^an^mirb Z-^^^^^^^'bad,°g^^ße Verbienste erworben. Neujahrenacht auf dem Obersalzberg. £ Die Berchtesgadener Weihnachtsschützen veranstalteten in der Neujahrsnacht im dichten Schneegestöber zu Ehren des Führers wieder ihr traditionelles Böllerschießen auf dem Obersalzberg. Adolf Hitler drückte jedem zum Dank die Hand und wünschte ihnen ein gutes neues Jahr. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) zweiten Ausspähungsreise wieder die Reichsgrenze übertrat, gelang es der Wachsamkeit eines deutschen Grenzbeamten, ihn als Landesverräter zu entlarven. Aus aller Wett. Sühne für einen Raubmord: Ehepaar Schönewald hingerichtet. 'Berlin,3. San. (DNB.) Am 3. Januar 1939 sind der 31jährige Otto Schönewald und seine 28jah- rige Ehefrau Gerda Schönewald aus Köln hin g e • richtet worden, die am 24. Juni 1938 vom Schwurgericht in Köln wegen gemeinschaftlichen M or ö es in zwei Fällen und wegen schweren Raubes zum To^e und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden waren. Die Verurtellten haben am 2. November 1932 in Köln den Geldbrief, träger Körner, einen Familienvater von fünf Kindern, erschossen und beraubt. Wenige Minuten vorher hatten sie die 61 Jahre alte Zimmervexmiete- rin K o r t e, bei der sich der Ehemann zwecks Ausführung des Ueberfalles auf den Geldbrieftra^er kurz zuvor eingemietet hatte, durch einen Schuß m den Kopf ermordet, weil sie ihnen bei dem geplanten Raubmord im Wege stand. Todesurteil im Mordprozeh Bondorf rechtskräftig. Das Reichsgericht in Leipzig hat die von der 59 Jahre alten Johannette B o n d o r f aus Wiesbaden gegen das Urteil des Schwurgerichts Wiesbaden vom 25 Oktober 1938 eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Nunmehr ist die Beschwerdeführerin wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit rechtskräftig verurteilt. Die Angeklagte hatte am 29. Au^stst v. I. die 61jährige pensionierte Lehrerin Valeria Fischer, bei der sie in Untermiete wohnte, durch 17 Beilhiebe getötet. Als Grund für die Mordtat gab sie Verärgerung an. Die Ermordete wurde von zahlreichen Zeugen als eine gütige und kluge alte Dame geschildert. Das Gericht hielt die Angeklagte für eine mo- ralisch defekte, aber für ihre Tat voll verantwortliche Person, die sich schon seit Jahren in ihrer erbitterten Stimmung mit dem Gedanken der Ermordung ihrer Wirtin getragen hatte. Katholischer Pfarrer als Sittlichkeitsverbrecher verurteilt. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, hat ein Schöifensenat des Landesgerichtes Wiener-Neustadt den Pfarrer von Weikersdorf Peter Lutz wegen Verbrechens der Verführung zur Unzucht zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. Lutz hatte sich an seine? 15jähriaen Hausgehilfin wiederholt in der gemeinsten Weise vergangen. Gegen den verbrecherischen Pfarrer läuft noch ein zweites Verfahren, da er Abonnementsgebühren für das Kirchenblatt und Gelder, die ihm zur Renovierung und Ausschmückung der Kirche zur Verfügung gestellt worden waren, in einer Gesamthöhe von 5000 bis 10 000 Schilling unters chlagen hat. Peter Lutz gibt diese Unterschlagungen zu und verantwortet sich damit, dlkß er durch ein von ihm im Eigenverlag herausgegebenes Buch „Das Ständebuch" in eine schwierige finanzielle Lage gebracht worden sei. Dieses Buch, das für das Schuschnigg- System werben sollte, sei von niemanden gelesen worden und habe einen großen Fehlbetrag ergeben. Orkan über dem Schwarzen Itteer fordert zahlreiche Todesopfer. Im Schwarzmeergebiet wütete ein Schnee- ortan, der die Schiffahrt schwer heimgesucht hat. Zehn türkische Dampfer, die in der offenen Reede des Kohlenhafens Eregli vor Anker lagen sowie zwei griechische Kohlendampfer strandeten. Der Dampfer ^.Millet" wurde mit solcher Wucht auf das Wrack eines früher gesunkenen Dampfers geworfen, daß er zerbrach und sofort u n t e r g i n g. Von der 24 Mann starken Besatzung konnten sich nur zwei Mann retten. Die Katastrophe wurde von zahlreichen Menschen beobachtet, ohne daß Hilfeleistung möalich gewesen wäre. Vier kleinere türkische Dampfer sind abgetrieben worden. Von ihnen fehlt jede Nachricht, da sie keine Funkanlagen besitzen. Nach den noch unvollständig vorliegenden Meldungen sind über 100 Segelschiffe vom Sturm überrascht worden und gesunken oder an der Küste zerschellt. Man rechnet mit größeren Verlusten an Menschenleben. — Aus Anatolien werden zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren gemeldet. Mehrere Häuser sind durch die Schneelasten eingedrückt worden und zusammengebrochen. Der Tod in der Lawine. lieber die Feiertage weilte die Jugendabteilung des Alpenvereinszweiges Lindau auf der 1100 Meter hoch gelegenen Ernst-Rieger-Hütte fh Montafon in Vorarlberg. Von dort aus unternahmen fünf Schiläufer einen Ausflug nach der Alp Nova. Im sog. Gatter wurden sie von einer verhältnismäßig kleinen Lawine jiberrascht, die alle fünf begrub. Zwei konnten sich' selbst aus den Schneemassen befreien, während die übrigen drei von der Rettungskolonne nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Bluffer und Kind erstickt. Durch einen Unglücksfall, der wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit verursacht wurde, haben zwei Menschen ihr Leben eingebüßt/ Die Feuerlöschpolizei in Wiesbaden fand in einem Hause die Wohnungsinhaberin mit ihrem vierjährigen Kind bewußtlos am Boden liegen. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Es wird angenommen, daß das Kind in feinem Bett mit Streichhölzern gespielt und die Matratze in Brand gesteckt hat. Die Mutter merkte die Gefahr nicht und fand so mit dem Kind den Erstickungstod. Auch kleine wunden soll man beachten. In der Ortschaft Seelbach (Kreis Siegen) hatte sich eine junge Frau beim Schneiden von Gemüse im Garten eine kleine Schnittwunde zugezogen, die sie aber nicht weiter beachtete. Es stellte sich eine Blutvergiftung ein. Man brachte die Frau in das Krankenhaus, wo sie trotz aller ärztlichen Bemühungen starb. Vier Todesopfer eines Verkehrsunfalles. Bei Linz stieß ein Triebwagen mit einer Motordraisine zusammen. Von den fünf Insassen der Motordraisine wurden vier getötet und einer lebensgefährlich verletzt. Eine Familie durch Kohlenoxydgas vergiftet. Von einem Unglücksfall wurde die Familie L ü k e in Saarbrücken betroffen. Das Ehepaar wurde in seiner Wohnung mit dem 12jährigen Sohn mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden. Den Bemühün- gen eines Arztes gelang es nur, das Leben der Frau und des Sohnes zu erhalten, während bei dem Ehemann der Tod schon eingetreten war. Die Ermittlungen ergaben, daß der Unfall auf ausgeströmtes Kohlenöxydgas zurückzuführen ist. Ein merkwürdiger Unfall. Eine 70jähnge alleinstehende Witwe in Oberdiebach bei Bacharach wollte abends die Wasserleitung im Keller abstellen. Sie hob die zum Keller führende Falltür aus, bekam dabei das Uebergewicht und stürzte in die Oesfnung. Die enge Oefsnung ließ aber zum Glück nicht zu, daß die Frau durchfiel. Sie hing mit dem Kopf nach unten fest in der Oeffnung und mußte mehrere Stunden in dieser Lage zubringen, bis sie von einer heimkehrenden Familie befreit werden konnte. 40 Arbeiter gasvergiflet. Als ein Omnibus, der täglich Grubenarbeiter von Bach (Oberwesterwald) nach dem Siegerland fährt, in Altenseelbach ankam, mußte man feststellen, daß die Insassen sämtlich eine Gasvergiftung davongetragen hatte, die auf vom Motor ausströmende Gase zurückzuführen ist. Vier Arbeiter mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr besteht bei keinem der Erkrankten. Zwei Todesopfer sträflichen Leichtsinns in der Silvesternacht. In Oberhausen-Osterfeld ereignete sich am Silvesterabend ein Familiendrama. Mann, Frau und siebenjähriger Sohn waren unter dem brennen-1 den Weihnachtsbaum versammelt, um den Geburts» tag des Mannes zu feiern, der auf Silvester fiel. Da kam dem Mann der Gedanke, eine alte Flobert- büchse zum Neujahrsschießen zu benutzen. Er gab zunächst auf dem Hofe einige Probeschüsse ab. In der Wohnung lud er dann die Büchse wieder und legte in leichtsinnigem Scherz auf seine Frau an, die auf dem Sofa lag. Das Gewehr ging los, und die Kugel traf die Frau Im Krankenhaus ist sie bald darauf ihren schweren Verletzungen erlegen. Unter dem Eindruck der Nachricht erschoß sich der unglückliche Schütze vor den Augen seines Sohnes. Die Autofalle der Reparaturwerkstatt. Die beiden Besitzer einer Dülkanisierwerkstatt an der Chaussee Ostrowo—Kalifch in Westpolen waren nicht davor zurückgeschreckt, das Leben ihrer Mitmenschen aufs Spiel zu setzen, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Sie hatten auf der Landstraße, die stark von Autos, und Autobussen befahren wird, Nägel, scharfkantige Glasfplitter und Eisenstäbe ausgestreut, um bei den vorbeifahrenden Autos Reisenschäden hervorzurufen, die nachher in ihrer Werkstatt ausgebessert werden mußten. Die gewissenlosen Geschäftsleute, die noch die Frechheit besaßen, gegen eine durch das Kreisgericht in Ostrowo über sie verhängte Gefängnisstrafe Berufung einzulegen, wurden durch das Posener Appellationsgericht zu je sieben Monaten schweren Kerkers verurteilt. Wetterbericht In einem Zwischenhoch setzte in der Nacht zum Mittwoch verbreitete Aufheiterung ein, die mit starker Abkühlung und leichten bis mäßigen Strahlungsfrösten verbunden war. Inzwischen ist dieser Wirbel nach Südengland vorgestoßen und wird im Laufe des Mittwoch seinen Einfluß auf unser Wetter aufnehmen und verstärkte Unbeständigkeit, aber auch einen Temperaturanstieg bringen. Anschließend ist bei den nach Norden drehenden Winden neue Abkühlung wahrscheinlich. Vorhersage für Donnerstag: Nach wieder bewölktem Wetter mit schauerartigen Niederschlägen bei nach Nord drehenden Winden neue Abkühlung. Vorhersage für Freitag: Unbeständiges und kälteres Wetter. Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 1,8 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 4. Januar: morgens 0,2 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum heute nacht 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar: abends —0,2 Grad; am 4. Januar: morgens'0 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Herchenhainer Höhe und Hohe- rodskopf: Sportmöglichkeiten gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, Gesamtschneehöhe 36 cm, Neuschnee 1 cm, Schneebeschaffenheit: verweht; Schi und Rodel gut. Sauerland, Winterberg: Schneefall, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 40 cm, Neuschnee 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —6 Grad, Gcsamtschneehöhe 80 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Hauptschrlstleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange.. Stellvertreter des Hauptschriftlelters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Umversitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Donnerstag 20 bis 22 Uhr / Außer Miete 1 Einmaliges Gastspiel Meister-Seite« Comedian Barmonists Preise: RM. 0.60—3.10. _______18D [Vermietungen | 5-6-Zim.- wohnung in 2 • Familien« Wohnhaus, ruh., freie Lage, modern ausgestatt., mit Garten, zu verrn. Schriftl. A-igeb. u. 8640D an d Gieß. Anz. Moderne 5-Zimm. Wohn, eventl. mit Garage sofort zu vermiet. Schriftl. Anfrag, unt. 41D an den Gieß. Anzeiger. Neue Hirn. V'oling mit Bad iml.St. zum 1. Februar oder später zu vermieten, «gv Gutendergstr. 9. Gr.heleWohnküchs und ebensolches Schlafzimmer im Part., u. zentral gelegen, per l.Febr. zu verm. Sckr.Angeb.unl 034 a.d.Gieß.A. verlegt 53D UfCDDC DRUCKSACHEN WV CK DC Brühl. Gießen Hiesiges Industrie-Unternehmen sucht für Teleton u. Registratur jüngere Dame mit guter Allgemeinbildung. Kenntnisse in Maschinenschreiben und Stenografie erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Bewerb, mit Zeugnisabschriften sowie Angabe des frühesten Ein- trittstermines unter 42D an den Gießener Anzeiger. 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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS mutterknöpfen) geschlossen und hat kleinen einen Waum „6of Iraner"? roirn m "'..TU im Frühjahr Die Hausfrau bekommt nach einiger ^eil Nyon arbeiten, beim neuen Bootsanstrich nn F 0 - gewissen Blick dafür, wann der Linoleurn- beim Abtakeln im Herbst u. a. m- ®UIL • ~ « Iäu;er gesäubert und wann er wieder eingewachst Ser Eimnach-z-tt kann mau «bmMfe ober daran denken: keine ö,. Ätt" rörZ. sa aLt-ine warme Soda-,l°!°nb°u Mittel für di- Lin°l-umpfl-g° °-rwenden! lösung in einem kleinen Schälchen, die Finger wer- Gebutts- den müss7n Darum sollte jeder Linoleumteppich uyd Immer schmeckt uns Gemüse, nicht wahr? Rosem Mit auch der kleinst- Läufer stets sachgemäß behandelt kohl -rsorderk zun. Putzen kaum Zett M°hrr^e gebohnert. ..... Damit das Linoleum nicht bruchig wird, muß das mit der Zeit hart werdende Wachs vor allem an den weniger beanspruchten Stellen in gewissen Abständen entfernt werden. Dazu seift man das Linoleum ein und erreicht auf diese Weise, daß auch harte Krusten verschwinden. Sofort nach dieser Reinigung wieder einwachsey und blankbohnern! Die Hausfrau bekommt nach einiger Zeit schon Deutsche fühlt die Verpflichtung, zum Wohl des großen Ganzen ein preiswertes Gericht an diesem Tag zu essen, um den ersparten Betrag dem Winterhilfswerk zu geben. Kann sich nicht nun auch jede Familie entschließen, an den restlichen drei Sonntagen ein weniger Zeit kostendes Gericht zu vertilgen, um die so ersparte Zeit der Hausfrau zur Verfügung zu stellen? Wenn man nicht, was an und für sich zu empfehlen wäre, noch einen zweiten Eintopfsonntag einführen will, so soll man doch schnell und einfach zu bereitende Speisen essen. Die feiertägliche Rote der Mahlzeit wird ja nicht durch die Vielheit der Speisen, sondern durch die Art der Zubereitung und des Aussehens erzielt. Rur die.>wenigften Hausfrauen wissen, daß die zur Linoleumherstellung notwendigen Rohstoffe wie 1 verschiedene andere aus dem Ausland bezogen wer- erwarten. r m . Die diesjährige Ernte an Erbsen, Bohnen und Spargel ist infolge der außerordentlich ungünstigen Wachstumsverhältnisse sehr knapp gewesen, während Herbst- und Wintergemüse ausreichend zur Verfügung stehen. Schwierigkeiten in der Versorgung mit den genannten Gemüsen können im Januar nur auftreten, wenn es infolge von starkem Frost nicht möglich sein sollte, die Ware zu verladen. In gewisser Beziehung bieten auch die genannten Gemüsearten, insbesondere in der Form von Salaten, einen Ersatz für das fehlende Obst. Aepfel werden, nachdem zum Weihnachtsfest aus den vorhandenen Kühlhausbeständen zusätzliche Mengen auf den Markt gebracht worden sind, nur noch in geringem Umfange zur Verfügung stehen. Daran läßt sich leider nichts ändern; denn die Aepfelernte betrug in diesem Jahre nur 3,5 Millionen Doppelzentner gegenüber 18,1 Millionen Doppelzentner im Vorjahr. Die Lage auf dem Apfelsinenmarkt dürfte infolge von Einfuhren aus Griechenland, Brasilien und Spanien günstiger zu beurteilen sein. Die Zwiebelernte war ebenfalls geringer als tm Vorjahr. Da handelspolitische Einfuhren in größeren Mengen aus Aegypten erst ab April zu er- warten sind, wird die Hausfrau bie_ Zwiebel durch Porree und Schnittlauch ersetzen müssen. Grundnahrungsmittel stehen dafür in überaus reichem Maße zur Verfügung. Der Verbraucher sollte daher noch mehr als bisher die warme. Abendmahlzeit unter reichlicher Verwendung von Kartoffeln an erster Stelle auf* bem Küchenzettel erscheinen lassen. Dr. H. Bubikragen aus bem gleichen Material. Aus blau-weiß-kariertern Leinen ist die kragenlose Form 3 mit bem kleinen viereckigen Ausschnitt, ben kurzen Aermeln unb ben schmalen Schulterteilen. Die großen Taschen sind wie der Kittel selbst mit großen weißen Knöpfen geschlossen, während der schmale Gürtel seitlich gebunden wird. H. werden unter fließendem Wasser abgebürstet, nicht geschabt. Beide Gemüse werden schnell ohne das Zusehen der Hausttau auf einem Asbestteller auf kleiner Flamme gar, Kohlsalat braucht außer zehn Minuten zum Putzen. Schneiden, mit wenig kochendem Essiawasser Uebergießen nur einen Augenblick für das Würzen mit dicker Milch, Salz und beliebigem Gewürz, bann zieht er allein in der Speisekammer eine Stunde durch. In einer halben Stunde sind unsere unentbehrlichen Pellkartoffeln gar Unb das Fleisch? Wir nehmen für den Sonntag möglichst ein kurz zu bratendes Stück ober bereiten es so, baß es ebenfalls keinen Aufpasser, fonbern nur ab unb zu ein Nachsehen benötigt. Inzwischen kann bie Hausfrau sich aber Ruhe gönnen unb ein paar kleine Dinge vornehmen, bie sie freuen unb zu benen sie in 'ber Woche wenig kommt, zumal sogar eine Süßspeise schon fertig in der Speisekammer steht. Einmal ist es ein Pubbing aus „DPM", beutschem Pubdingmehl, der am Samstag schon gekocht, mit selbsteingekochtem Flieder- beer- ober anberem Obstsaft gegessen wirb Em andermal ist es eine rote Ouargspeise, für die ein halbes Pfund Quarg und ein Viertel Pfund Marmelade sahnig geschlagen werden. Syf. Wnterliche Salate. Don Zohanna Kalbfleisch. Die Vielseitigkeit der Salatgerichte ist im allgemeinen noch wenig bekannt. Und doch brauchen wir unter Hunderten von Salaten nur diejenigen auszuwählen, die uns. für unseren Geschmack und Geldbeutel am geeignetsten erscheinen. Es gibt kaum ein Kochgut, aus dem die Hausfrau nicht -mit Geschick unb Geschmack einen guten Salat bereiten konnte. Auch bie Auswahl an Salattunken ist so groß, daß man jeden einzelnen Salat auf bie verschiebenste Art bereiten kann. Solange Frost unb Schnee ausbleiben, stehen uns bie stets beliebten Blattsalate noch zur Verfügung. In kleinen Mengen ist noch Kopfsalat auf bem Markt aber Enbivien, Felbsalat unb Spinat ist reichlich vorhanden. Hier ist ber letztgenannte noch wenig bekannt: man schneibet bie Blätter vom Spinat nachbem sie entstielt unb gewaschen sinb, m feine Streifen und misch- fie mit einer Tunke von- 1 Eßlöffel kondensierter saurer Milch. 2 Eßlöffel Del. 1 Eßlöffel Zitronen^ft eine femqe- fchnittene Zwiebel unb etwas Salz. Die Tunke muß erst einige Minuten sahmig gerührt wer- biesen Nägeln! Was tun? —- - ... Schrubben ber Hänbe bringt ben Schmutz, ber sich tief unter ben Nägeln in bie Haut eingemftet hat, nicht bazu, gutartig unb schnell zu verschwinden. Da, meine lieben Hausfrauen, gilt es, einen kleinen Tip anzunehmen und ihn zu befolgen, und ber Geburtstagskaffee ist gerettet! Steht eine befonbers schmutzige und staubige Arbeit auf bem Tagesprogramm, so, brücke man Dor Beginn ber Arbeit bie Hände fest in em ©tutf einfache Kernseife — auch Schmierseife —, ehe man sich mit wildem Eifer auf s Bohnern Aufwischen und Putzen und was ber Haushalt sonst noch für mehr ober weniger vielseitige Dinge mit sich bringt, stürzt. Die auf biese Weise unter bie Nägel gekommene Seife verhindert das Eiiidringen des Schmutzes unb läßt sich nach ber Arbeit berr= lich leicht herausbürsten Dieses einfache Mittel wirkt natürlich auch bei Balkon- und Gartennichts Neues zu sagen ist. Weniger geläufig bürfte der Hausfrau die Verwendung von rohem Sellerie sein. Diese schmackhafte Knolle schmeckt vorzüglich geraspelt mit ebenfalls fein geraspelten Mohrrüben oder Aepfeln und mit der gleichen Tunke wie beim Spinatsalat angerichtet. Mit Selleriegrün bestreut Ebenfalls weniger bekannt ist roher Sauer- krautsalat, der besonders durch seinen Gehalt an Milchsäure sehr wertvoll und leicht verdaulich ist. Dabei ist er denkbar einfach in der Zubereitung. Wir schneiden das Sauerkraut nochmals und geben feingesch'nittene Zwiebeln und Del Daran Eine angenehme Abwechslung ist auch Sauerkrautsalat gemischt mit eingeweckten Bohnen, geraspelten Karotten, Kohlrüben, Schwarzwurzeln oder Aepfeln. Am verwandlungsfähigsten ist der gute, alte Kartoffelsalat. Ihm geben wir mit ben ver- schiebensten Tunken, sei es eine Essig-, Wein- ober Senftunke, eine gekochte ober rohe Mayonnaise, eine Sahnetunke ober eine warme Specksoße, immer wieder eine neue Note. Für ben Gästetisch hält er, garniert mit einem Kranz von Tomaten, Enbivien, Felb- ober Rotkrautsalat, aber auch mit Sonntag-auch fürdieH Mr'n! Der Sonntag ist ber Feiertag für alle in ber Woche arbeitenben Menschen. Alle können sie an biesem Tag ihren kleinen Liebhabereien und Freuden nachgehen. Der eine schläft bis 12 Uhr, ber andere badet anderthalb Stunden, der dritte photographiert den halben Tag, und der vierte klebt seine gesammelten Briefmarken ein, nur — bie Hausfrau kocht. Sie kocht unb kocht wie jeben Tag, nur noch ein wenig länger, ein wenig mehr und mühevoller. Warum wird eigentlich am Sonntag dreimal so viel gekocht und gebrutzelt wie in der Woche? Muß das sein? Der Sonntag ist ein Ruhetag, ist ber Tag, an bem wir frische Kraft und Lust für bie Arbeit der kommenden Woche sammelst sollen. Das ist die einzige Pflicht, die mir dem Sonntag schulden. Also muß sich die Hausfrau dieser "Pflicht unbedingt unterziehen und darum die Sonntagskocherei auf ein Mindestmaß beschränken. Denken Sie einmal an den Eintopfsonntag! Jeder ^ftobe und gekochte Gemüsesalate sind fast aus allen Gemüsearten herzustellen, und die Aus- roaDl ist auch im Wint-r red) grofe Sie betet, ch-rn bejonbers ben Ülbenbbrottrld). ^mai bei ber Doriiherqebcnben Butterknappbett zur Zett bas falte Abendbrot in den Hintergrund treten muh. Mtt Pell- oder RöstkartoUeln gereicht sind sie auch ohne Fleisch, ein wertvolles und wohUchmeckendes Gericht. Beginnen wir mit Wirsing, oer rov und gekocht mit einer Tunke von Essig. Oel, 0015 Zwiebeln und gemahlenem Kümmel vorzüglich schmeckt Diese kräftige Tunke verdeckt den etwas strengen Gemüsegeschmack. Während dieselbe Tunke bei eingeweckten Bohnen und gekochtem Rosenkohl, aber ohne Kümmel, den feinen Geschmack biefcr Gemüse am reinsten heroortreten läßt Für anspruchsvollen Geschmack kann man bie eben er- mahnten Gemüse fomu roh- ober getane Schwarzwurzel mit roher ober gefachter Mayonnaise onrichten Weißkraut- unb R ot- kraut solat mischen wir außer der üblichen Tunte non Essig. Del. Salz und Zwiebeln mit flerätpelten Aepseln ober Weinbeeren. Durch diese B°igabe sind sie leichter verdaulich. Salate von gekochten Gemüsen müssen nor dem ®_enu§ einige Stunden in der Tunke durchziehen wahrend rohe Gemüse und ganz besonders Dlattsalate erst furz vor dem Essen angerichtet werben dürfen. Db man die rohen Gemüse überbrubt uder mchk. hängt vom Geschmack des einzelnen ab Salat von gekochtem Sellerie ist so bekannt, baß dazu Sintere Ernährung im Zanuar ' Im Januar wirb bie Versorgungslage auf bem Lebensmittelgebiet keine grundsätzlichen Aenderun- aen erfahren. Ein Ausblick auf die voraussichtliche Entwicklung ber Versorgungslage auf bem Fleischgebiet für Das Jahr 1939 wirb erst bann gegeben werben können, wenn die Ergebnisse ber Dezemberviehzählung vorliegen werben. Erst bann wirb zu erkennen sein, welche Aenderungen im Aufbau bes Viehbestandes und welche Ausfälle durch bie Maul- unb Klauenseuche eingetreten sind. Immerhin werben mir auch in ben nächsten Monaten ben Verzehr von Schweinefleisch noch einschränken müssen. Zur Ueberbrürfung wirb Gefrierfleisch ausreidjenb zur Verfügung stehen. Hammelfleisch wirb im Januar zwar in etwas geringeren Mengen auf ben Markt kommen, immerhin aber so ausreiche nbvor- hanben sein, baß es gegenüber Schweine- unb Kalbfleisch bevorzugt verbraucht werben kann. Die Ver-- sorgung mit Rindfleisch läßt unverminderten Ablauf erwarten. ., Fette allgemein werden ausreichend vorhanden sein Infolge ber Auswirkungen ber Maul- unb Klauenseuche wirb leider die Butterversorgung im Januar noch nicht die sonst übliche jahreszeitliche Besserung erfahren. Es kommt hinzu, baß bas But- terangeböt auf bem Weltmarkt nicht sehr groß ist unb infolgedessen bie Preise angezogen haben. Wir können bemnach im Rahmen ber handelspolitischen Einfuhrmöglichkeiten nur geringere Mengen an Butter einführen, als dies bei niedrigeren Preisen Der Fall ist. Bei Speck und Schmalz wird sich die Dersorgungslage infolge der nunmehr beginnenden Hausschlachtungen etwas bessern. Volkswirtschaftlich bleibt es unbedingt notwendig, ben Verbrauch an Fett möglichst einzuschränken und vermehrt von" zuckerhaltigen Aufstrichmitteln (Kunst-sZucker-jHonig, Marmelade) Gebrauch zu machen. Auch wird wieder eine große Anzahl von Seefischen (Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch) am Markt sein. Ebenso laßt bie Karpfenernte ein überdurchschnittliches Angebot einem Gemisch von fein würfelig geschnittenen eingelegten roten Rüben und Aepfeln, bie mit etwas Zitronensaft, Del unb Zwiebeln gewürzt sinb, jeher Kritik stand Als Resteverwertung bereiten mir aus Nudeln, Makkaroni, Reis unb Hülsenfrüchten stets gern gesehene unb, wenn mit Geschmack zubereitet, auch gern genossene Salate. , ' Eine besondere Stellung nehmen bie Feinschmeckersalate ein. Unter sie rechnen wir nicht nur bie mit ben verschiebenden Delikatessen gewürzten Fisch-, Geflügel-, Makkaroni- unb Reis- falate, auch ben Fleischsalat in ben verschiedensten Abwandlungen zählen wir dazu. Selbst auf bie köstlichen D b st s a 1 a t e brauchen wir im Winter nicht zu verzichten. Wenn deutsches Dbft, wie in diesem Jahr, wenig zu haben ist, greifen wir zu Südfrüchten ober Backobst. Letzteres gibt, 24 Stunden eingeweicht, in Streifen geschnitten, mit etwas Zitronensaft, wenig Zucker und etwas kondensierter oder saurer Milch, einen sehr gesunden und guten Salat. Wenn man eine Brotscheibe damit belegt und geriebene Nüsse überstreut, ist es Kindern ein gesundes und beliebtes Abendbrot oder Frühstück. * den hineingetaucht und mit einer Nagelbürste kräftig gebürstet; bann wirb mit klarem lauen Wasser nachgespült. J- Vnoteumbfleße. Winterdlumen wollen gepflegt sein. Alpenveilchen und Wundertöpfchen. Zuerst staub unser Blumentopf in herrlicher Pracht, aber, oh Schrecken, bereits nach wenigen Tagen sind die Blätter gelb geworden, unb dann fiel sogar bie Blüte ab Dabei hat sie boch ben besten Platz im Zimmer gehabt, und wir haben sie täglich so liebevoll begossen. Und doch... ? Ja, vielleicht durfte man sie eben doch nicht täglich gießen, denn jede Blume will ihre besondere Pflege. Das Sorgenkind unter ben winterlichen Blüten- rounbern ist das Alpenveilchen. Wie oft hört man gerade bei ihnen bie Klage: „Bei nur will es nicht gebeihen!" Unb doch ist. das Rezept ganz einfach: Der beste Platz ist das Doppelfenster, weil das Alpenveilchen kühl stehen mochte und viel Licht braucht. Besondere Vorsicht erfordert das Gießen. Während der Blütezeit nicht zu reichlich, aber gleichmäßig. Vor allem darf das Wasser niemals mit der Knolle in Berührung kommen. Während ber sogenannte Weihnachtsstern schon um bie Festzett herum zu Enbe geht, beginnt ber Weih n a chts- ober Glieberkaktus im Januar Blüten zu treiben Dieser Kaktus ist ein Kinb ber tropischen Urroälber Brasiliens. So braucht er auch bei uns eine gute Zimmertemperatur und möglichst feuchte Luft. Auch sein Platz ist am Licht. Mit dem Düngen muß man in bem Augenblick aufhören, wenn sich bie ersten Knospen zeigen. Nicht zu reichlich begießen, aber niemals bie Erbe ganz austrocknen lassen. Die großartigsten winterlichen Pflanzen sind Clivia unb Amaryllis. Auf bem Blumentisch am Fenster, ber möglichst nie gerückt wird, fühlen sich beide Pflanzen am wohlsten. Vor ber Blütezeit gießt man sie reichlich mit abgestandenem Wasser — bas ist eigentlich alles, was sie an Pflege brauchen. Die kleinen neuen Triebe sind stets zu entfernen, da sie sonst ber Mutterpflanze zu viel Kraft nehmen. Die Blüte ist bei beiben so wunderschön, baß man nicht ungebulbig werben bars, wenn bie Pflanzen immer einmal ein Jahr im Blühen aussetzen. Eine kaum blühenbe, aber burch feine saftigen grünen Blätter immer bekorcttive Winterpflanze ist ber Mottenbaum ober ber Mottenkönig. Eigentlich sollte ihn jebe Hausfrau ziehen, denn er hat bie Dankenswerte Eigenschaft, baß er bie Motten abschreckt, weil Blätter unb Blüten ein Del enthalten, bas bissen Schädlingen unangenehm ist. In der Pflege ist er außergewöhnlich anspruchslos, wenn man die mit Sand vermischte Mistbeeterde gleichmäßig feucht hält und ab und zu ein wenig Pflanzendünger spendet. Will man bie Pflanze buschig erhalten, muß man sie gelegentlich zurück- schneiben. Besonberer Beliebtheit erfreut sich in letzter Zeit bas Maiglöckchen im Wundertopf. Zuerst bringt man die Keime im bunflen warmen Raum zum Treiben. Sind sie fingerhoch ausgewachsen, kommt ber Tops an einen Hellen, zimmerwarmen Platz unb wirb in Ab stäuben von einigen Tagen mit abgestandenem Wasser so begossen, daß die Erde gut durchzogen ist. Der Duft unseres Wunder- topfchens macht das Maiglöckchen zum gern gesehenen Zimmerschmuck. L. P. Praktische Kittelschürzen in kleidsamer Form zeigt heute unsere Skizze. Form 1 ist aus festem, weißem Wäschst o s s mit Perlmutterknöpfen und etwas Steppverzierung an den Taschen, dem Kragen, dem Saum und ben Aermelbünbchen. Die Aermel sinb in Raglanform eingesetzt. Der Kittel in der Mitte ist aus farbigem, getupftem Waschstoff, boppelseitig (mit Perl- Dieses Wörtchen bekam man immer zu hören, wenn man in ber Schule mit — lagen wir es -art — dunkel schimmernden Fingernagelrandern erschien. Was Damals kindliche Unachtsamkeit war, bringt heute manche Hausfrau zur Verzweiflung. Großer Hausputz — Der Keller ist an Der Reihe! Na Das gibt ja einen schrecklichen Dreck, und aus- geredjhet am Nachmittag ist man zum Z? »Ä unb Ä‘b™ü'fie Aufgabe möglichst lange «. Wichtig ist, Daß Linoleum niemals mit sogenannten „ölIöfenDen" Mitteln wie Terpentin, SoDa und stark alkalischen Seifen (wie zum Beispiel Schmierseife) behandelt wird. Em Abwaschen mit lauwarmem Wasser, dem man gegebenenfalls einen Löffel von einem guten Waschmittel zugibt, genügt fast immer, um Linoleum wieder sauber zu bekommen. Dann wird der Teppich mit Bohnerwachs einge- wachst und, nachdem er etwas eingezogen ist, blank- • Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst von Tiiebelschüh. Wollte man in Belgien eine öffentliche Umfrage nach dem berühmte st en Bildwerk der Welt veranstalten, der Volksentscheid möchte doch wohl zu Gunsten des „Männeken pis" aus- fallen. Mindestens hat die kleine Brunnenfigur aus Bronze, die in Brüssel vor einer gefälligen architektonischen Umrahmung an der Ecke der Rue de Chene und der Rue de l'Etude steht, den Vorzug der unbegrenzten Popularität. Der Name sagt schon, was das Bürschchen tut, dasselbe nämlich, was in alle Ewigkeit Kinder masculini generis ganz unbekümmert am Straßenrands vollbringen werben, wenn der Drang der Natur und die Entfernung der nächsten, dazu bestimmten Oertlichkeit in einem unerträglichen Mißverhältnis 311 einander stehen. In einem Lande wie Belgien und zu einer Zeit, wo Rubens und Jordaens die natürlichen Triebe in unvergänglichen Bildern verherrlichen durften, hat Männeken pis niemals Anstoß erregt, und er erregt ihn heute so wenig wie damals, zumal jedermann weiß, daß es nun mehr als 300 Jahre her sind, daß der Kleine in schöner Unbefangenheit sein Wasser über Gerechte und Ungerechte ergießt. Der ältere Jerome Duquesnoys, der Vater des berühmten Frans Duquesnoys, hat die Figur im Jahre 1619 geschaffen, allein das Original wurde Ende des 18. Jahrhunderts zerstört und mußte seitdem einer Kopie Platz machen. Aber ob Original oder nicht — es gibt keinen Brüsseler, es gibt auch keinen Fremden, der Männeken pis nicht in sein Herz geschlossen hätte. Man kann es also verstehen, daß ganz Brussel in Aufregung gerät, wenn seinem Liebling Gefahr droht. Und diese Gefahr ist nicht wegzudisputieren, seit der Besitzer der beiden Häuser, die Männeken pis als würdige Hintergrundkulisse dienen, deren Abbruch und Ersatz durch mehrstöckige Wohnbauten beschlossen hat. In barocker Umgebung läßt sich das barocke Tun unseres Freundes allenfalls rechtfertigen, wohingegen die Nähe moderner Wohnpaläste sofort das „Milieu" zu Ungunsten der schon historisch gewordenen Tätigkeit des Bübchens verändern würde. Guter Rat ist also teuer, zumal eine gesetzliche Handhabe zum Schutze von Männeken pis nicht besteht. Man wird sich wohl mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß ihm ein anderer Platz angewiesen wird. Mag es sein! Wenn er nur seinem Namen weiter Ehre machen darf! — Es wäre wohl ein vergebliches Bemühen, gegen das mechanische Spielzeug und die rea- l i st i s ch e n Puppen, die wie wirkliche Kinder aussehen, Sturm laufen wollte. Ein Zeitalter wie das unsrige, das dem Menschen einen Gefallen zu erweisen glaubt, wenn es ihm möglichst viel Arbeit durch die Maschine abnimmt und seine Selbständigkeit auf eine Kurbeldrehung beschränkt, wird und muß das Bestreben haben, sich immer mehr auf einem Gebiet geltend zu machen, das seinen Sinn und seine Berechtigung mit dem Augenblick variiert, wo der freie Spielbetrieb, die schöpferische Phantasie eingeengt oder gar ausgeschaltet wird. Natürlich wird jedes Kind über einen selbsttätig sich bewegenden Elefanten staunen, und im ersten Augenblick freut es sich wohl gar darüber, nur — spielen kann e s nicht da- m i t. Denn alles Spielen ist eine Betätigung dis künstlerischen Sinnes im Kinde, der aber setzt überall einen Stoff voraus, der an sich so unfertig ist, daß er überhaupt zum Fertigmachen reizen kann, daß er, anders ausgedrückt, die Einbildungskraft ins Spiel setzt. Das aber kann kein mechanisch betriebenes Spielzeug, das kann auch keine realistische Puppe, und mag sie noch so schön sein. Sie können selbst kleine Kunstwerke sein, aber eben deshalb, um ihrer stumpfsinnigen Vollkommenheit willen, können sie dem Künstler im Kinde nichts geben. Wer viel mit Kindern umgeht, hat ja während der Weihnachtszeit reichlich Gelegenheit gehabt, auf diesem Felde seine Beobachtungen anzustellen. Das Beste und weitaus Vernünftigste, was ein echtes Kind mit dem mechanischen Elefanten macht, ist nämlich, daß es den unsichtbaren Motor, der seine Neugier r^zt, erst einmal gründlich zerstört, oder sich um die geheimnislose Puppe, wenn erst die anfängliche Bewunderung vorbei ist, nicht mehr kümmert. Wenn die Eltern erst wieder einsehen, daß und warum diese kostspieligen Dinge, die dem Kinde, das aus einem hölzernen Kochlöffel so viel zu machen weiß, nichts bieten, werden sie vielleicht dem Dichter Christ an Morgenstern recht geben, der einmal notiert: „Ich lese von einer Spielzeugausstellung in Berlin. Und zwar einer Ausstellung von Dilettanten verfertigter Dinge als da sind Dörfer aus Streichholzschachteln, rollendes Material aus Garnspulen, ein Haus aus einer Eierkiste und Zigarettenbrettchen. Mir lacht das Herz. Seit manchem Jahre schmähe ich das luxuriöse Spielzeug, diese echte Aus- und Nachgeburt einer materialistischen Periode, — und nun erhebt wieder das Spielzeug unserer Kindheit das bescheidene und phantäsievolle Köpfchen." — Im Dome zu Magdeburg ist ein E in - bruchsdiebstahl verübt worden, ohne daß es bisher gelungen wäre, dem Täter auf die Spur zu kommen. Entwendet wurde eine weit über Magdeburg hinaus berühmte, künstlerisch hervorragende Steinplastik aus der Mitte des 13. Jahrhunderts: ein etwa lebensgroßer männlicher Kopf, von dem man mit guten Gründen glaubt, daß er ehedem mit einer Hirtenfigur in Verbindung stand, die ihrerseits zu einer hochmonumentalen Weihnachtsanbetung gehört habe. Daß der Dieb aus seiner Beute materiellen Nutzen ziehen könnte, ist nicht anzunehmen, da kein Händler so dumm sein wird, sich zum Hehler zu machen, und die Museen von dem Raube natürlich auch längst in Kenntnis gesetzt sind,» also als Käufer gleichfalls nicht in Betracht kommen. Moralisch zweifelhafte Erwerbungen werden heute doch nicht mehr so leicht getätigt wie früher, wo man in dieser Hinsicht oft von erstaunlicher Unbedenklichkeit war. Es wäre nicht uninteressant, die Bestände der großen europäischen Sammlungen einmal unter kriminalistischen Gesichtspunkten zu durchforschen, wobei allerdings die Tatsache in Rechnung gestellt werden müßte, daß fehlende Kenntnis nicht selten einen Ankauf dunkler Herkunft entschuldbar machte und außerdem die Verjährung ihren milden Schleier darüber breitet. Es kann beispielsweise Vorkommen, daß irgendwo in Spanien, sagen wir an einem Grabmal, eine Figur fehlt, die seit Jahren in einem ausländischen Museum ein stillvergnügtes Dasein führt, ohne daß sich der Besitzer im geringsten veranlaßt sieht, aus dem fait accompli eine Gewissensfrage zu machen. Da nun, wie gesagt, Erwerbungen solcher Art heute praktisch kaum mehr möglich sind, könnten in der Tat diejenigen Recht behalten, die vermuten, der Magdeburger Dieb habe den Hirtenkopf aus „reinem" Kunstenthusiasmus, zu seiner eigenen Freude und Erbauung, gestohlen. Stoff für Psychologen! Denn was nutzet mir der schönste Hirtenkopf, wenn andere an meinem Glück nicht teilnehmen oder gar es mir neiden können? Es wäre ganz wider die menschliche Natur. Die neue Regelung des Pflichtsahres für Mädchen setzt naturgemäß voraus, daß von allen an der Durchführung beteiligten Stellen eine sorgfältige Prüfung und Auswahl geeigneter Familien und Haushaltungen und eine st ä n d i g e Betreuung der eingesetzten Pflichtjahrmädchen erfolgt. Dementsprechend hat der Reichsnährstand bereits am 22.12.38 hierfür an seine Dienststellen bestimmte Anweisungen gegeben. Vor allem sind die Kreisgefolgschaftswarte und Kreisabteilungsleiterinnen, die zu ihrer Unterstützung geeignete „Vertrauensfrauen" (Landfrauen) heranziehen können, verpflichtet worden, mit den zuständigen Vertreterinnen des Deutschen Frauenwerkes (Abteilung Volkswirtschaft — Hauswirtschaft) und vor allem auch mit den Dienststellen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung engstens zusammenzuarbeiten. Außerdem ist mit der Reichsfrauenführung vereinbart worden, daß auch hinsichtlich der Ableistung des Hauswirj- schaftlichen Jahres im Rahmen des Pflichtsahres für Mädchen eine stetige enge Verbindung zwischen den örtlichen Stellen zu halten isll Das Hauswirtschaftliche Jahr des Deutschen F r a u e n w e r k e s hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, Stadtmädel, die für eine Tätigkeit in der Landwirtschaft nicht sofort voll arbeitsfähig sind, aber auf dem Lande ihr Pflichtjahr ableisten wollen, diesen Uebergang zü erleichtern. Deshalb bleibt auch die Werbung, Prüfung und Auswahl geeigneter Hausjahr- Stellen auf dem Lande und die Betreuuna der hier eingesetzten Mädchen in erster Linie dem Deutschen Frauenwerk vorbehalten. Die letzt erfolgte Erweiterung des Pflichtjahres für Mädchen wird sicher von den Bäuerinnen, Hausfrauen und Müttern, die trotz aller Bemühungen keine Hilfe bekommen konnten, sehr begrüßt werden. ZdR. Die Erweiterung des landwirtschaftlichen Pflichtjahres für Mädchen Der Mangel an Arbeitskräften ist heute zwar in der gesamten Wirtschaft spürbar. Besonders stark aber wirkt er sich in der Landwirtschaft aus. Die Folgen der Landflucht, die Abwanderung von 700—800 000 Arbeitskräften gerade zur Zeit der Erzeugungsschlacht und ihrer Verstärkung im Rahmen des Vierjahresplanes, haben zu einer außerordentlich starken UeberbelastungdesLand- volkes und besonders der Landfrau geführt.. Auf dem Reichsbauerntag ist mit aller Deutlichkeit auf die Gefahren hingewiesen worden, die sich hieraus für das ganze deutsche Volk ergeben könnten. Diese Ueberbelastung erschwert ja nicht nur die Durchführung der Erzeugungsschlacht, sondern gefährdet die wesentlichste Aufgabe des Landvolks überhaupt: Blutsquell der Nation zu fein. Die Herabminderung der Ueberbelastung und der Kampf gegen die Landflucht wurde deshalb auf dem Reichs- bauerntag als eine der wesentlichsten Aufgaben der Zukunft herausgestellt. Als Mittel hierzu ist daher die jetzt erlassene Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, die eine beachtliche Erweiterung des Pflichtjahres für Mädchen darstellt, besonders bedeutsam. Zunächst ist festzustellen, daß in Zukunft ledige weibliche Arbeitskräfte unter 25 Jahren, die bis zum 1. März 1938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren, in allen privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen nur dann noch eingestellt werden dürfen, wenn sie mindestens ein Jahr lang mit Zustim- mung des Arbeitsamtes in der Land- oderHauswirtschafttätig waren und wenn diese Tätigkeit vom Arbeitsamt im Arbeitsbuch förmlich bescheinigt worden ist. Bisher wurde eine vorherige einjährige Betätigung in der Land- oder Hauswirtschaft nur von solchen Mädchen verlangt, die in Betriebe des Bekleidungsgewerbes, der Texttl- Jndustrie, der Tabak-Industrie oder in private und öffentliche Betriebe und Verwaltungen mit kaufmännischen oder Büroarbeiten eintreten wollten. Ferner ist es heute nicht mehr möglich, daß sich ein Mädchen eine Pflichtjahrstelle in der Land- oder Hauswirtschaft sucht und antritt, ohne daß hierzu das Arbeitsamt seine ausdrückliche Zustimmung' gegeben hat. Dadurch wird verhütet, daß sich Mädchen, wie im Laufe des Jahres 1938 wiederholt festgestellt werden konnte, Stellen suchten, in denen sie weniger oder überhaupt nicht landwirtschaftliche oder hauswirtschaftliche Arbeiten verrichteten, diese Tättgkeit aber doch hinterher als Pflichtjahr anerkannt 'haben wollten. Unverändert ist die Bestimmung geblieben, daß bei Abschluß eines Lehrvertrages das Pflichtjahr auch unmittelbar nach der Lehrzeit abgeleistet werden darf. Auch wie bisher werden der Arbeitsdienst, der Landdienst, die Landhilse, die ländliche Hausarbeits- lehre, das hauswirtschaftliche Jahr sowie die Teilnahme an einem vom Arbeitsamt durchgeführten oder geförderten land- oder hauswirtschaftlichen Lehrgang auf das Pflichtjahr angerechnet. Dem Pflichtjahr steht auch wie bisher eine zweijährige geordnete Tätigkeit im Gesundheitsdienst als Hilfskraft zür Unterstützung der Schwestern und in der Wohlfahrtspflege zur Unterstützung der Volkspflegerinnen und der Kindergärtnerinnen gleich. Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß auch eine nicht arbeitsbuchpflichtige Tätigkeit im Elte r n h a u s oder bei Verwandten angerechnet wird, wenn es sich um Familien mit vier ober mehr Kindern unter 14 Jahren handelt. Selbstverständlich ist auch in diesen Fällen eine vorherige Zustimmung des Arbeitsamtes für eine solche Ableistung des Pflichtjahres erforderlich, damit gegebenenfalls festgestellt werden kann, ob auch wirklich das in Frage kommende Mädchen im Eltern- ober Derwandtenhause eine dem Wesen des Pflichtjahres entsprechende Tätigkeit ausüben kann. Die Bestimmung, daß vom Lande stammende Mädchen ihr Pflichtjahr auf bem Lande abzuleisten haben, ist naturgemäß unverändert geblieben, weil sie in der Grundanordnung vom 15. 2. enthalten ist. Mit Hilfe der jetzt erforderlichen Zustimmungserklärung des Arbeitsamtes wird es aber in Zukunft möglich fein, die nicht aus der Landwirtschaft stammenden Mädchen vom Lande solchen ländlichen Haushaltungen oder landwirtschaftlichen Betrieben zuzuleiten, die eine Hilfskraft besonders dringend benötigen, wie z. B. kinderreiche Fam'ilien. Grundsätzlich ist ferner bestimmt worden, daß für eine Tätigkeit in der Land- oder Hauswirtschaft, die vor dem 1. 1. 19 3 9 aufgenommen wurde, die Zustimmung des Arbeitsamtes als erteilt gilt. Daraus geht hervor, daß insbesondere alle Ollern 1939 die Schule verlassenden Mädchen unter die neue Durchführungsanordnung vom 23. 12. 38 fallen. Kunst und Wissenschaft. Line neue Rolle für Paula Wessely. Die Schauspielerin Paula Wessely wird eine Hauptrolle in dem neuen Willy-Forst-Film „R a- d e tz k y m a r s ch" übernehmen. Eine Hauptmann-Uraufführung. Gerhart Hauptmann hat ein bereits vor 29 Jahren entstandenes Bühnenwerk unter dem Titel „M agnus Garbe" dem Städtischen Schauspiel von Baden-Baden zur alleinigen Uraufführung überlassen. Lin italienischer Fernsehsender. Wie die italienische Rundfunkgesellschaft (E.I.A.R.) bekanntgibt, wird der erste italienische Fernsehsender zu Beginn des ^Jahres 1939 in Tättgkeit treten. Mit dem Bau des Senders, der auf dem Monte Mario nördlich von Rom errichtet wird, ist dieser Tage begonnen worden. Die eigentlichen Sendeanlagen im Gelräude der E.I.A.R. in Rom, die als die modernsten der Welt bezeichnet werden, sind bereits ferttggestellt. Die Gesellschaft beabsichtigt, u. a„ ganze Tonfilme zu senden. Deutschland auf der Internationalen Wasserfach- Ausstellung in Lüttich. Die von dem Architekten Professor Fahrenkamp in Düsseldorf entworfenen Pläne für das Deutsche Haus auf der Internationalen Wasserfach-Aus st ellung in Lüttich 1939 sind nunmehr von dem deutschen Reichskommissar । für die Ausstellung, Dr. Maiw ald, dem Belgischen Generalkommissariat bzw. der Ausstellungsleitung in Lüttich vorgelegt worden. Die Entwürfe fanden den vollen Beifall der belgischen Stellen, die ihre Befriedigung über die großzügige deutsche Beteiligung anerkennend zum Ausdruck bracfi'en. . Dank dem belgischerseits bekundeten Entgegenkom- ' men ist bereits mit den Arbeiten begonnen worden, j so daß für Anfang Januar mit der Grundstttn- ! legung gerechnet werden kann. Das Deutsche Haus wird neben dem Pavillon der Belgischen Regierung errichtet. Es ist ein monumefVafer Bau mit einer Straßenfront von rund 140 Meter. Deutschland wird durch diesen Bau würdig auf der internationalen Ausstellung in Lüttich vertreten fein. Zöger, gedenke deines Wildes! bitte mal Ihre Hände aufhalten?" — Herr Drom- met streckte, leicht erstaunt, die geöffneten Hände junge Mann sah ihn einen Augenblick lang .Hoffentlich", sagte Herr Drommel und stellte eine Sochschulnachnchten * buchen nicht immer nut Sch-Iprünge. °d.r l Fleitz u.ü> lehr viel Ausdauer gelernt, W«üb« f Ä 2>rZeS|S Ä sind eine beliebige Kamera und zwei Augen, die sehen und entdecken können. gute Schneeaufnahmen zu erhalten, muß man die Farben der Schneelandschaft richtig in entsprechenden Grautönen wiedergeben. Das ist nur mit Hilfe von hellen, meistens sogar mittleren, Gelbfiltern möglich, denn im Winterbild dominiert die blaue Farbe. Blau sind alle Schatten und die vielen Ton- und Lichtübergänge, blau ist der Himmel. Da selbst unsere modernen Panfilme noch zu stark blau« empfindlich sind, muß diese Empfindlichkeit für Blau durch Gelbfilter gedrückt werden, ury die blauen Schatten im Schnee und das Blau des Himmels möglichst dunkel zu bekommen. Denn als der junge Mann den Mantel ausgezogen „ , z , , hatte, stand er in einem verschossenen Frack da, mit möchte Sie vor Schaden bewahren. Würden Sie steifer Hemdbrust und hohem steifen Kragen. 1 mnT <7'*‘aw- waren. Dann holte er ihm ein blaues, ein gelbes und ein grünes Seidentuch aus der inneren Rock- j lasche und etwa fünfzehn Meter Band aus der I Hosentasche. I „Hokuspokus" sagte er dabei. „Alles nur Finger- fcrtigteit, bester Herr. Nichts als Fingerfertigkeit." das hinaus, was ich gelernt hab, kann ich nicht zaubern." Er seufzte. Mit einer hastigen Bewegung f»gte ihm Herr Drommel den Arm um die Schulter und zog ihn weite Winterlandschaften zu sein. Das Nahrnotio kann genau so schön, sogar noch reizvoller wirken. Das mag allen denen 3um Trost gereichen, die aus Zeit- und anderen Mängeln sich nicht die Schier unter die Schuhe schnallen* können. Eine Es läutete an der Wohnungstür. Herr Drommel ging und öffnete. Draußen stand ein bescheidener! Als der junge Mann dann gfhg, drängte er ihm ein Päckchen Zigaretten auf, in das er diskret ein Markstück gesteckt hatte. Der junge Mann hatte es aber doch gemerkt. Mit Herrn DroMmels Zauberei war es nicht weit her. Nachdem der junge Mann sich mehrmals herzlich bedankt hatte, blieb er draußen vor der Wohnungsholz (Hannover) habilitterte sich 1907 in Göttingen, wurde dort 1912 zum a. 0. Professor ernannt, siedelte 1921 nach Bonn über und folgte 1922 einem roe'fo", fagte der junge Mann, dessen Lächeln noch etwas melancholischer geworden war. „Ein Zauberkünstler, der um ein bißchen Essen bittet, ist ^•r5.uc^ komisch. Sie meinen, ich müßte einfach .Tischlein deck dich'/ sagen ober den Leuten Taler aus der Nase ziehen, nicht? Leider geht es in Wirk- üchkeit nicf;r so. Ich habe die Zauberei mit vi»lem die — wie sich bei näherem Zusehen zeigte — leider keine richtigen Taler, sondern Blechmünzen r.e?t£ r°mm^ starrte ihn einige Augenblicke lang! „O ja, das würde mich freuen", sagte Herr verblüfft an. Dann platzte er jäh heraus und fing Drommel. an zu lachen. I Der junge Man trank den Kaffee aus, stand auf ,Zweien Sie nicht böse , stieß er mühsam hervor, und streifte seine Frackärmel zurück. Er zog Herrn ^>)ch mache mich nicht etwa lustig über Sie. Drommel drei Taler nacheinander aus, der Nase, Winteraufnahmen, kurz und bündig. Von Heinz Mänz. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß die HvrUSpvkUS. (Sine Geschickte von Peter Mattheus. I klang schon sehr entfernt. I „Ich möchte Sie vor Schaden bewahren... Ein I große Schüssel mit Bratkartoffeln und Rührei vor herzensguter Mensch mirflid) aber leicht- err Drommel und ihn hin. „Nun essen Sie aber erst mal. Ich mache sinnig.... - - ----- • •- - - - " 1 Dann verstimmte die Stimme, die Schritte verklangen, die Haustür fiel ins Schloß. Farbe des Schnees reinstes Weiß ist. Kein „Weiß^ hat soviel Farbnuancen wie das „Schneeweiß". Um Wenn jeder einzelne Schneekristall glitzern und leuchten soll, dann muß man Schnee im Gegenlicht! ober im scharfen Seitenlicht aufnehmen. Nur in dieser Beleuchtung, die die Struktur des Geländes betont und jeden Buckel mit einem leuchtenden Lichtsaum umgibt, in der alle Tonabstufungen unb Heber« gänge sichtbar werden, gelingen Aufnahmen, wie jeder Amateur sie sich wünscht. Wer aber Gegenlichtaufnahmen ohne Sonnenblende macht, der hat von vornherein nicht nur mit unerwünschtem Lichteinfall, sondern auch mit ' flauen und verschleierten Negativen zu rechnen. Don diesen Negativen eine gute Vergrößerung Herstellen zu wollen, wäre ein vergebliches Bemühen. Licht und Schatten sind besonders bei Winter- bildern das formende Element. Wer deshalb nicht für bis notroenbigen Kontraste in feinen Schneeaufnahmen sorgt, der darf nicht erstaunt sein, daß er nur langweilige Bilder erhält. Ein belebter Vordergrund ist vor allem bei Sonnenaufnahmen wichtig. Ein Baum oder Strauch, eine Fuß- ober Schispur, Personen oder sonst etwas müssen die weiße Fläche des Vordergrundes beleben. Sie bilden notwendiges Beiwerk für eine gute Motivgestaltung. Wer Motive im Schnee ohne Sonne photographiert, 67J—--- • erlebt später Enttäuschungen. Leere qraue Flächen, nämlich auf der Durchreise und — hm — etwas lange Mann von fein em Leben, die nicht die geringste Vorstellung von der geichou- ■"* " 1 ’’k°r '"nU ten glitzernden weißen Pracht vermitteln, sind das mißglückte Resultat solchen Bemühens. für noch einmal stehen unb wandte sich feinem | Gastgeber zu. „Sie sind ein guter Mensch", sagte er. „Ein herzensguter- Mensch! Aber Sie sind leichtsinnig. Ich „Meine Berufskleidung", erklärte er etwas ver- . mel streckte, leicht erstaunt, die geöffneten Hände legen. „Ich habe zur Zeit nichts anderes." vor sich hin. „Nun", meinte Herr Drommel rasch gefaßt, „ein | Der junge ' ' „ „ Frack ist ja ein sehr hübsches Kleidungsstück." fächelnd an. Dann langte er rasch in seine Tasche Damit öffnete er die Küchentür unb ließ feinen unb legte der Reihe nach verschiedene Gegenstände Gast eintreten. | in die geöffneten Hände: Herrn Drvmmels Uhr, Herr Drommel war Junggeselle unb gewohnt, Brieftasche, Krawattennadel unb Geldbörse. junger Mann, der höflich" den Hut zog ’ ' ! kleine Mahlzeiten selbst zu bereiten. Während er | „Was ... Deubel ... ja!" hauchte Herr Drommel „verzeihen Sie", sagte er, „Sie haben wohl nicht Speck unb Kartoffeln in eine Pfanne schnitt unb und riß sassunaslos die Augen auf. zufällig ein bißchen Mittagessen übrig? Ich bin Eier aus der Speisekammer holte, erzählte der' ------ ™ 1 ___t ..........r * . . i_____ iiinno TOrtnn nnrr foinom vohoM verschneite Bank im Park, ein zugefrorener Bach den Korridor entlang. ober ein schneegebeugter Strauch, ein bereiftes | „Kommen Sie", sagte er. „Ich wollte Sie nicht Gitter und rauhreif-umsponnene Bäume ober | tränten unb freue mich, baß Sie nicht gekränkt Schnee auf Zäunen unb Eiszapfen an den Dächern । sind. Legen Sie bitte ab." gibt es überall. Alles was dazu gehört, den Zau- Dann machte er abermals ein verblüfftes Gesicht, ber des Winters in schönen Bildern festzuhalten,1 Ruf als o. Professor nach Marburg, wo er seither gelehrt hat. Professor Uffenorbe ist als besonders geschickter Operateur bekannt. Die Leopoldina-Caro- lina in Halle hat ihn in Anerkennung seiner hervorragenden Arbeiten in den verschiedenen Zweigen seines Fachgebietes zum Mitglied gewählt. Dozent Dr.-Jng. Oskar Zdralek in Dresden wurde zum o. Professor ernannt; ihm wurde an der Bergakademie Freiberg (Sachsen) der Lehr- 1 sttchl für Elektrotechnik übertragen. Der junge Mann fegte die Treppe hinab. ici c unv im ciuius , 1 „Entschuldigen Sie!" tönte seine Stimme von knapp bei Äaffe" X'UIUJICI|C 1X1,17 v"‘ C‘UJU=’ / „Jjen Sommer über", sagte er, „hatte' ich ganz ' unten. „Es soll eine Lehre für Sie sein. Sie sind Herr Drommel sah sich den jungen Mann näher gut zu tun. Meistens in Bädern unb so. Dann aber ein bißchen zu vertrauensvoll. Wie leicht können an. Er hatte ein freundliches offenes Gesicht und wurde ich krank, unb das hat mich mächtig in die Sie einmal an den Unrechten kommen. — Die ziemlich langes, gewelltes Haar. Unter dem Mantel Tinte gebracht. Jetzt will ich nach Wien. Bestimmt Schritte polterten weiter hinab, unb die Stimme lugte dort, wo sonst gewöhnlich ein farbiger Schlips werbe ich Engagement bekommen." 1"— zu sehen ist, eine weiße Schleife hervor. Im Gan-1 " * ~ zen wirkte er äußerst sympathisch. „Kommen Sie herein", sagte Hc trat zur Seite. Unb mit einem Blick auf die Schleife Ihnen inzwischen Kaffee —" fügte er hinzu: „Sie sind wohl Musiker?" , I Als der Kaffee fertig war, war die Schüssel leer „Musiker?" Der junge Mann schüttelte den Kopf.' und blankgeputzt, unb ber junge Mann sah zu- „O nein — Musiker bin ich nicht." | frieben aus. "Was finb Sie dann?" | „Mir hat's lange nicht mehr so gut geschmeckt", „oie würden es nicht erraten", sagte der junge sagte der junge Mann mit einem verschämten Lä- Aunn unb lächelte melancholisch. „Ich bin Zauber- . cheln. „Darf ich Ihnen vielleicht zum Dank jetzt kunstler! wirklich etwas vvrzaubern?" ®rommet starrte ihn einige Augenblicke lang | „O ja, bas würde mich Professor Dr. Walther Uffenorbe, Ordinarius für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde an der Universität Marburg, vollendete am 1. Januar sein 6 0. Lebensjahr. Er stammt aus Diep- Nr. 3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch. ^.Zanuar (939 Streut den Vögeln Futter! I Ritterrüstung k. o. h n Be- neuen er* die Landmädel haben, an Ar- Einsatzes stand kin on nZ> en )ie me n n 5 ei lg st de iel an :.ep* fie* ncrll ther ders at°* her' mei' Aus der Stadt Stehen. Oer „klassische" Wintermonat. Wenn wir den Statistikern Vertrauen entgegenbringen wollen, müßte der Januar hinsichtlich des Grades der roten Rasen und der kalten Füße zweifellos den Höhepunkt bringen. Der Januar ist, laut Statistik, derjenige Monat, der nicht nur für alle deutschen Gaue die niedrigste Mitteltemperatur im Jahresablauf bringt, sondern auch die sogenannten Kältepole des Winters, d. h. die Rekordkältewerte auf sich vereinigt. Was die Tagesmitteltemperaturen angeht, so versteht man darunter das zahlenmäßige Ergebnis aus der Berechnung der Morgen-, Mittag- und Abendtemperatur zu jeweils bestimmten Stunden. Diese Tagesmitteltemperatur hält im Januar ihren niedrigsten Stand in Ostpreußen mit 3 bis 4 Grad unter Rull, dagegen bleibt die Temperatur im Nordwesten des Reiches, etwa westlich der Linie Stuttgart—Frankfurt—Kassel—Hamburg, im Durchschnitt noch über Null. Am wärmsten find zweifellos die Nordseeinseln über 3 bis 4 Grad über Null. Auf dem Festland streiten sich Ostfriesland, Oldenburg und der Niederrhein bzw. das Münster- land um den Vorzug, die wärmste Gegend Deutschlands zu sein. Mitunter entstehen auch im Rhein- Maingau und in der Bodenseesenke ungewöhnlich warme Januartemperaturen. Eine der kältesten Gegenden ist im > Januar das gesamte Süddeutsch- Jm Beiprogramm entführt uns ein Kulturfilm in die landschaftlichen Schönheiten von Tirol, während die Tobis-Wochenschau einen gedrängten Rückblick auf die Ereignisse des Jahres 1938 gibt. Hans Thyriot. nuar die Jnternatskurse anlaufen, von zehn Tagen bis acht Wochen erfassen, die sonst keine Gelegenheit kennen. Auch auf sozialem Gebiet wurde die erzieherische und betreuende Arbeit ausgebaut. Am essant ist im Wetterablauf des Januar die gewisse Neigung zu Wärmeextremen, die sich leicht mit Hochwasserkatastrophen infolge plötzlicher Schneeschmelze verbindet. Der Regel folgend, daß ein Wetterextrem das andere herausfordert — das beste Beispiel gab der vergangene Dezember mit der abnormen Wärme in der ersten Hälfe und der polaren Kälte in der zweiten Hälfte — pflegen auch im Januar häufig auf krasse Kältewetterlagen gewaltige Weststürme hereinzubrechen. Diese Weststürme, die ihre Energie aus südlichen Breiten des Nordatlantik holen, saugen warme Luftmassen aus der Höhe der Azoren bezw. aus dem mittleren Verlauf des Golfftrom- aebietes an. Mit stürmischer Geschwindiakeit und bis in Höhen von 4000 Meter brechen diese Warmluftmassen, begleitet von Dauerregen, auf dem Kon- Irene ein Jahr später in Neuyork von Harry vom Dampfer abgeholt wurde, trug sie Muttis Nachmittagskleid, Muttis Pelzmantel und die Schuhe, die noch immer ein wenig groß waren ... und einen Ring. das, so eine Rolle ........ o . z , Parodie ihrer selbst, und die Groteske der Situation feiert ungeahnte Triumphe. R ü h m a n n hat früher schon Aehnliches gespielt; man erinnert sich beispielsweise an den „Mann, von dem man spricht", an die Szene im Löwenkäfig und verwandte Situationen — aber er hatte damals (vom unerreichten „Mustergatten" ganz zu schweigen) mehr zu spielen, mehr eigentliche, persönliche, charakteristische Entfaltungsmöglichkeiten als Komiker, während sich hier die im Drehbuch — von Jacob Geis und Peter Francke nach einem Roman von G. A. v. I h e r i n g — festgelegte Passivität der Rolle hemmend bemerkbar macht. So hat er diesmal seinen Gegnern nur stille Ergebenheit, Ahnungslosigkeit, Unschuld und ein entwaffnendes Lächeln ent- gegenzusetzen — und was für Gegnern: Victor Janson, Franz Schafheitlin und Fntz Rasp bilden ein mit bemerkenswerter Delikatesse zusammengestelltes, in Temperament und Gangster- Kaliber sorgsam abgestuftes Terzett finsterer Schufte. Doch erhält Herr Korff gottlob in feinem ausstchts- los scheinenden Kampf Verstärkung durch gute Menschen: einen sehr wandelbaren und sehr wohlbeleibten Schutzengel namens Will Dohm, eine mit strahlendem Kindergesicht begabte, geheimnisvolle Dame namens Philippine Schimmelpennmck, in der wir mit Freuden Frau Agnes Straub wiedererkennen, und ein liebes und verliebtes kleines Mädchen Dortje, welches eigentlich Senta Foltin heißt. Fritz Holl waltete mit heiterer Geschäftigkeit als Spielleiter. — (Terra.) NSG. Das vergangene Jahr, dem Baldur von Schirach durch Verkündung des BDM.-Werkes neue Aufgaben stellte, hat auf allen Arbeitsgebieten des BDM. erhöhten Einsatz gefordert. Denn es verlangte nicht nur die Weiterführung und den Ausbau der einmal begonnenen Aufgaben, sondern außerdem den Aufbau einer neuen Organisation, die im BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" die Vervollkommnung und letzte Zielsetzung des bisher Erreichten darstellt. Der Obergau Hessen-Nassau, der den Ausbau des B D M. - W e r k e s am 7. Mai begonnen hat, kann bereits 395 Arbeitsgemeinschaften mit 7900 Mädeln melden. Ende Oktober wurde vor allem die Ar- r« ch iie n- Je den > an W* beitsgemeinschaften teilzunehmen. Im Vordergrund des praktischen , , _ daneben die sportliche Ertüchtigung der Mädel, die in den Reichssportwettkämpfen mit 47 500 Teilnehmerinnen, den Gruppensportfesten mit 23 000 Teilnehmerinnen, den Untergauentscheiden und schließlich dem Gebiets- und Obergausportfest ihren sinnfälligen und wohl auch erfolgreichen Ausdruck fand. In den Reichsjugendmeisterschaften in Frankfurt a. M. konnte der Obergau Hessen-Nassau den ersten Platz in Leichtathletik belegen und an die Spitze der Leistungen im Reich rücken. Der Erholung unserer Mädel und dem Erlebnis der Heimat dienten die im Sommer durchgeführten Fahrten. 4200 Mädel lernten auf Hessen-Nassau- fahrt die Schönheit ihrer Heimat kennen; 1150 Mädel sind in die Nordmark, die Bayerische Ostmark, nach den West- und Ostgrenzen und in das grüne Herz Deutschlands gefahren. Außerdem konnten Fahrten nach Nord-Schleswig, Bulgarien und ins Burgenland durchgeführt werden, die rund 100 Führerinnen erfaßten. Im Mittelpunkt der Sommer-Arbeit stand das große Führerinnenlager in Oberbayern, das Mitte Juli 1050 Mädel nach Schongau am Lech führte. Gleichzeitig fanden 4500 Jungmädel während der Ferienmonate Erholung und frohe Kameradschaft in 14 Sommerlagern, die teils in den schönsten Jugendherbergen des Gaues, teils in eigenen Schulen und Heimen durchgeführt wurden. Im großen Wegscheidelager wurden auch im Jahre 1938 wieder über 1000 Jungmädel-Führe- rinnen-Anwärterinnen zusammengefaht und verpflichtet. In allen Untergauen trafen sich die Jungmädel während des Sommers, um einmal im großen Kreis ihr Jungmädelsein zu erleben und zu be- Lichtspielhaus: „Nanu, Sie kennen Korff noch nicht!" Zeitschriften. — Im neuen Heft der „Sirene" schildert SA.° Gruppenführer Professor Dr. A. v. Armm, wie wichtig der Luftschutz als Heimattruppe im Rahmen der Landesverteidigung ist. In einem aufschlußreichen Artikel fetzt sich Oberregierungsrat Giesler mit dem Problem „Vom Wesen des Selbstschutzes" kritisch auseinander. „Die Sirene" enthält außerdem viele interessante Bildberichte und die Mittellungen des Reichsluftschutzbundes. beit auf dem Lande aufgenommen, in deren Mittelpunkt die bäuerliche Berufsertüchtigung der 17- bis 21jähriaen steht. Den bisher errichteten Arbeitsgemeinschaften werden sich bis Ende April noch weitere anschließen; vor allem aber werden im Ja- bie in Lagern Es dauert noch keine zwei Stunden — dann kennen Sie ihn: Heinz Rühmann in seiner Rolle als Flötenspieler Niels Korff in Bechen zu groß sind, aber das wird wohl niemand merken, außerdem Harry hat ja ein Auto. Langsam, sehr auf Grazie bedacht, steigt sie die Treppe herunter und reicht Harry die Hand, so wie Mutti es immer tut, wenn sie Besuch bekommt. „Weiht du, ich habe gar nicht geglaubt, daß ich dich Wiedersehen würde, Eva", sagt Harry, wahrend ie mit dem Wagen über den blanken Asphalt fahren. „Nanu, weshalb denn nicht?" — „Na, wo du jetzt so eine berühmte Frau geworden bist ..." Irene lacht sehr königlich und meint: „Ach, ich hatte heute abend gerade Zeit. Ich bin zur Erholung hier ... es ist doch ein bißchen anstrengend, berühmt zu sein." Das weiß sie aus den Briefen Evas, und so gibt sie noch viel Weisheiten zum besten, die ihr in Erinnerung geblieben find. Es wird ein richtig vergnügter Abend. Irene ist ein wenig verliebt in Harry, und Harry sieht sie manchmal so seltsam an, daß Irene gar nicht weiß, was sie sagen oder tun soll. Als sie sich vor der Tür verabschieden, fragt Harry, ob er sie am nad£ ften Tag wiedersehen könne — und Irene, die sich den ganzen Abend sehr tapfer gehalten hat als große Diva, strahlt ihn vergnügt an und nickt eifrig ... wie ein kleines Schulmädchen ... Der Sonntag vergeht wie der Samstag — Irene ist ein wenig nachdenklich. Mit großen, erwartungsvollen Kinderaugen sieht sie Harry an und denkt dabei, daß es viel hübscher wäre, wenn er Irene zu ihr sagen würde — genau so zärtlich, wie er den Namen Eva ausspricht, aber das hat sie sich nun selbst eingebrockt. Außerdem ist es nicht schon, immer über Film zu sprechen — sie hat zwar zu Hause schnell noch mal Evas Briefe vorgekramt; aber so viel steht auch nicht drin, daß es für zwei Tage reicht, sie weih schon gar nicht mehr, rooruber sie reden soll, um sich nicht zu verplappern. Aber Harry ist glücklich, er merkt nichts und ist sehr zärtlich mit ihr, er erzählt von seiner Fabrik, von seinem kleinen Haus, von seinen Freunden und Bekannten und — er erzählt ihr, daß er nur herübergekommen fei, um eine Frau mitzunehmen, die mit ihm in diesem hübschen Haus wohnen soll, eine Frau, die er liebt und die er heiraten will. Als der Wagen endlich vor der Tür hält, ist Irene sehr traurig, sie hat nicht den Mut, zu sagen: „Ich bin Irene, ich habe dich angeschwindelt ... Eva ist in Berlin ... bitte sei mir nicht böse." Stumm reicht sie Harry die Hund und will aussteigen, da streicht ihr Harry über das Haar, hebt ihr Kinn ein menig in die Hohe. |o d-ch st- ihn mischen muß „N--. du Spatz, soll ich dich morgen zur Schule abholen? Oder hast du geglaubt, ich falle auf deinen Schwindel herein? Du Hochstaplerin?" Was bann geschah, haben die beiden niemand weiter erzählt; aber als Rühmann als Niels Korff. (Zeichnung: Sten/Terra.) gleitung feines Hündchens Peterle und als Held einer furchtbar unheimlichen Kriminalgeschichte. Rühmann als Held — nanu? Ach, das ist es eben: er ist ein Held, der gar nichts davon weiß, der nichts dafür kann, und dem das alles bloß passiert, ein unfreiwilliger, ein unschuldiger, ein von höheren Mächten gelenkter Held. Er bläst die Flöte im Gebüsch und in den Dünen am Meer, er schwebt als zwitschernde Nachtigall durch die Lüfte, er wird in Todesangst zum Schlangenbeschwörer, er steht Der VDM. in Hessen-Nassau im Ähre 1938 Die Mädelarbeit wieder ein gutes Stück vorangetrieben. land, namentlich die bayerische Hochfläche ist ein bekannter Zentralpunkt mittwinterlicher Kältezonen. Man kann nicht selten beobachten, daß bei Wetterlagen, die in ganz Deutschland Temperaturen über Null bringen, ein weiter Bezirk der bayerischen Hochfläche mäßigen Frost behält. Berüchtigt sind im Januar die sog. Strahlungsfröste. Da der Januar der Monat ist, der am ehesten eine zusammenhängende Schneedecke über weiten Landgebieten bringt, können auch die von solch einer Schneedecke wesentlich abhängigen Ausstrahlungsvorgänge der Wärme in den Weltenraum im Januar ihre höchste Intensität erreichen. Diese Ausstrahlungswetterlagen kennzeichnen sich äußerlich durch sternenklaren Himmel und Windstille. Während dieser Wettersituatton, die als die ideale winterliche Schönwetterlage gilt, erkalten die Lustmassen in unmittelbarer Nähe des Erdbodens durch Abgabe der Wärme in den freien Weltenraum außerordentlich schnell. Man hat beobachtet, daß die Temperaturen bei derartigen Wetterlagen stündlich zwei Grad sinken, und es ist daher nicht verwunderlich, wenn in Einzelfällen abnorm niedrige Werte gemessen werden. Besonders bevorzugt sind in dieser Beziehung Senkungen in gebirgigen Gegenden, da in diesen Senkungen nicht nur die ortsmäßige Erkaltung der Luft am stärksten ist, sondern auch der „Abfluß" der kalten schweren Luft von den umgebenden Hängen in die Tiefe. Es entstehen regelrechte Kälteseen, deren Temperaturen 25 bis 30 Grad, ja bis zu 35 Grad Kälte betragen können. Aus diesen Vorgängen rekrutieren sich im allgemeinen die tiefsten Temperaturen, die der deutsche Winter kennt. An ihnen haben die Januarwochen den größten Anteil. Der Ablauf der Wetterereignisse ist im übrigen im Januar stark periodisch aufgeteilt. Der Januar kennt eine Wärmewelle, dje sich meistens — natürlich nur statistisch gesehen — um die Mitte des Monats einstellt, zwei Kältewellen umfaßen den Beginn bzw. den Schlußteil des Monats. Natürlich wäre nichts falscher, als sich auf diese periodischen Wettererscheinungen planmäßig festzulegen. Sie sind zwar im Ablauf der langjährigen Statistiken häufig zu erkennen, aber keineswegs als terminmäßig zuverlässig anzusehen. Insbesondere in Wintern wie der diesjährige, der offenbar kälter als gewöhnlich verläuft, wäre es kaum ratsam', dieser Periodizität de^Wetterentwicklun^^sehr^u^erirauen^nte^ Evas kleine Schwester. Von Christine Großmann. Irene, 17 Jahre alt, blond und schlank, steht auf dem Bahnsteig und winkt mit dem Taschentuch hinter dem D-Zug her, der schnaufend und stampfend aus der Halle verschwindet. Samstag, Sonntag, Montag ... drei volle Tage liegen vor ihr, die sie verbringen kann, wie sie will. Keine Mutter ist da, die ihr abends um 10 Uhr sagt: „Irene, es ist Zeit, schlafen zu gehen. Du mußt morgen' wieder früh kn die Schule!" und kein Vater ist da, der mittags beim Nachhausekommen fragt: „Na, bist du mit deinen Aufgaben schon fertig?" Niemand wird ihr verbieten, ins Kino zu gehen, wenn unter der Anzeige steht: „Für Jugendliche unter 18 Jahren verboten!" und niemand wird sie daran hindern, abends nach dem Kino noch mit Hans in ein (Safe zu gehen. Aber das Schönste ist ja, daß sie endlich die Filme mit Eva ansehen kann, der großen berühmten Schwester. Irene läuft mit langen Sätzen öie Treppe herauf ... für drei volle Tage ist sie Alleinherrscherin in der Wohnung! Gerade als sie das Badewasser einlassen will — „Mittags baden! So ein Unsinn!' hört sie Mutti sagen — klingelt das Telephon — „Hallo, Eva, wie geht es dir?" fragt eine tiefe Stimme. Irene will sagen, daß Eva doch langst nicht mehr zu Hause, sondern eine berühmte Schauspielerin geworden ist und in Berlin wohnt, aber plötzlich schießt ihr ein toller Gedanke durch den Kopf. - „Wer ist denn da?" fragt sie so harmlos roie möglich. „Na, rate mal? Ich bin eben für ein paar Wochen aus Neuyork gekommen ... hab deinen letzten Film gesehen! Ist ja herrlich, daß du gerade zu Hause bist." Irene denkt fieberhaft nach Harry — das kann nur Harry sein, der vor fünf Jahren nach Amerika gegangen ist, ein Jugendfreund Evas. „Na, ganz vergessen?" fragt Die Stimme am Telephon. „Nein, Harry", sagt Irene, aber ihr ist nicht ganz wohl zumute dabei. Wenn das nur gut geht! Harry wird sie im Wagen abholen, in einer Stunde ... schließlich, wer sollte schon den Schwindel merken, es ist ja niemand Da! Und fünf Jahre sind eine lange Zeit! Als nach einer Stunde draußen eine Hupe ertönt steht Irene vor dem Spiegel in Muttis Zimmer und bewundert sich. Seidenstrumpfe von Mutti! Schuhe mit hohen Absätzen - von Mutti, ein Nachmittagskleid, das ihr wunderbar paßt und steht — auch von Mutti und Muttis Pelzmantel den sie hier gelassen hat ... Irene ist kein Schulmädchen mehr9 sie ist so, wie sie da steht, eine junge sehr hübsche Dame — zu dumm, daß die Schuhe em bih- tinent ein und sind in der Lage, eine Winter- und Schneewetterlage in 24 Stunden restlos wegzuräumen. Die Folgen dieses plötzlichen Aufschmelzens die kältegebundenen Schneeniederschläge zuzüglich des warmen Regenwassers find begreiflicherweise unvermutete Hochwasserlagen. Sofern also der Januar nicht ausschließlich in Eis und Schnee erstarrt — eine Erscheinung, die nur in ausgesprochen kalten Wintern eintritt — ist er der Monat der absoluten Extreme. Die winterlichen Naturgewalten, Frost und Schnee auf der einen, Regenstürme auf der andern Seite, stehen im Kampf, der im Januar meistens zugunsten des Winters ausläuft. Erft im folgenden Monat, im Februar, kann man von den ersten Vorftühlungsstürmen sprechen, denen der Winter nicht mehr die nötige Widerstandskraft Reichsberufswettkampf 1938 nahmen 22 500 Mädel teil, von denen 57 zum Reichsentscheid zugelassen wurden. In achtwöchigen hauswirtschaftlichen Sonderkursen konnten rund 60 Landmädel geschult werden. Die Haushaltungsschulen des Obergaues, sowie die Hauswirtschaftsklassen konnten das neue Schuljahr mit vollzähliger Belegschaft beginnen. In den acht Landdienstlagern des Obergaues fetzten sich 92 Mädel für die Landarbeit ein; 72 Mädel konnten in andere Obergaue und 41 direkt aufs Land vermittelt werden. 7190 Mädel wurden städtischen und 6780 Mädel ländlichen Haushaltungen zur Ableistung ihres Pflichtjahres zugeführt. Darüber hinaus leisteten die Schülerinnen der BDM.-Haushaltungsklassen insgesamt 16 500 Tagwerke als sozialen Hilfsdienst in kinderreichen Familien. Vier Schilager führten über 150 Kameradinnen ins Walser- tal und in die Steiermark. Der kulturelle Einsatz des Obergaues erstreckte sich vor allem auf die Fest- und Feiergestaltung, auf Dorf- und Elternabende und immer engere Verbindung zu Theater und Film. Auch hier nur wenige Zahlen: Es wurden im vergangenen Jahr rund 1260 Elternabende und 1080 frohe und ernste 'Feiern durchgeführt. Mit 152 Krankenhaussingen brachten die Mädel ihre Lieder und viel Freude in ernste Räume und bedrückte Herzen. Ueber 8000 Theaterbesuche können die Mädel über den Theaterring der HI. für sich in Anspruch nehmen und wohl halb so viel Besucher für die Jugendfilmstunden. Besonders stolz ist der Obergau auf seine neue Werkschule in Urberach, die im Laufe des Herbstes eröffnet werden konnte. Sie ist zum Mittelpunkt praktischer Kulturarbeit auf dem Gebiete häuslichen Werkschaffens geworden und vermittelt über die Leiterinnen der Arbeitsgemeinschaften und die Trägerinnen der gesamten Werkarbeit eine moderne und verantwortungsvolle Werkarbeit auf breitester Basis. Die angeführten Zahlen berichten nichts von der unermüdlichen Kleinarbeit der Führerinnen, nichts vom täglichen Einsatz der Einheit, des einzelnen Mädel, durch die erst eine große Gesamtleistung vollbracht werden kann. Ihr größter sichtlicher Erfolg aber war das Ergebnis der Arbeiten für das W i nt e r h i l f s w e r k und für Sude- tendeutfchland, das trotz dieser Erweiterung doppelt so groß wie im Vorjahr war. Es würde zu weit, führen, einzelne Zahlen aufzuführen; die Ausstellungen der Gruppen und Untergaue haben der Öffentlichkeit die Bereitschaft auch unserer Kleinsten bewiesen, sich auch durch die Tat für unsere neue und große Volksgemeinschaft einzusetzen. lieber dem neuen Jahr steht die Forderung noch größeren Anspruches und einer stets wachsenden Gefolgschaft. Obergauführerin Else Riese hat ihm die Mahnung des Reichsführers hh an die Obergauführerinnen des BDM. Dorangeftellt, die über alle äußeren Erfolge den Dienst am inneren Menschen fordert: „Führt und arbeitet mit dem Herzen!" als schlotterndes Bleichgesicht am Marterpfahl (einer Darietebühne), wird mit scharfen Messern beworfen, mit Platzpatronen beschossen, in einer ' i. geschlagen ... So ein Held ist ... die Kriminalgeschichte ist eine Dr. Meesmann 70 Jahre alt. Der Direktor i. R. Dr. h. c. Paul Meesmann kann am morgigen 5. Januar in Frische und Gesundheit seinen 70. Geburtstag begehen. An diefem Tage kann der Jubilar auf ein Leben zurückblicken, das reich an Arbeit und vielfältig an Erfolgen war. Dr. Meesmann war schon lange vor dem Kriege in Mainz als Syndikus der dorttgen Handelskammer tätig. Gleichzeitig war er Geschäftsführer des Mitteldeutschen Fabrikantenvereins und der Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, ferner Verwaltungsdirektor der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berufs-- genofsenschaft. Sein Wirken in diesen drei führenden Stellungen der Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus machte ihn in weiten Kreisen bekannt. Während der Kriegsjahre wuchsen die Aufgaben Meesmanns im Dienste der Wirtschaft und im Interesse der deutschen Wehrhaftigkeit, denen unter den damaligen schwierigen Verhältnissen gerecht zu werden ein außerordentliches Maß von Arbeit und Hingabe erforderte. Nach dem unglücklichen Ende des Krieges begann mit der Besetzung der Rheinlande durch die fremden Heere auch für Paul Meesmann eine schwere Leidenszeit. Wegen feiner kerndeutschen, unbeugsam nationalen Gesinnung und Haltung zog er sich schon bald nach dem Einzug der Franzosen in Mainz deren Feindschaft zu. Dadurch ließ er sich jedoch nicht beeinflussen in seiner bedingungslosen Vertretung der Forderungen des nationalbewußten Deutschtums, wie auch alle Bestrebungen, die vom nationalen Gesichtspunkt aus unzulässig waren, in ihm stets einen entschiedenen Gegner hatten. Daß unter diesen Umständen sein Leben in Mainz sehr schwer war, kann nur derjenige in rechter Weise nachempfinden, der in jenen Jahren selbst in dem von französischen Truppen besetzten Gebiet an öffentlicher Stelle gewirkt hat. Die Feindschaft der Franzosen gegen Meesmann steigerte sich im Jahre 1923 während des Ruhrkampfes zum offenen Gewaltakt. Der von höchstem Nationalstolz erfüllte und bei allen seinen Handlungen dadurch entscheidend beeinflußte deutsche Mann wurde von den Franzosen zu mehrmonatiger Gefängnishaft verurteilt und dann, wie so viele andere Verfechter der gerechten deutschen Sache, durch Ausweisungsbefehl der französischen Gew-altherrscher aus dem besetzten Gebiet vertrieben. In jener schweren deutschen Zeit vor fünfzehn Jahren kam Meesmann nach Gießen, daß ihm zu seiner neuen Wahlheimat wurde. Von hier aus widmete er sich in aufreibender Arbeit seinen Dienstpflichten, deren sorgsame Erfüllung unter den damals obwaltenden Umständen besonders erschwert war. Niemals kannte er eine Müdigkeit oder ein Hindernis, dem er sich bei seinem Dieyst für die deutsche Sache gebeugt hätte. Sein Wirken sand denn auch die wohlverdiente vielfältige Anerkennung; u. a. ernannte ihn anläßlich seiner 25jährigen Zugehörigkeit zur Mainzer Handelskammer die Universität Gießen am 1. April 1923 angesichts seiner fruchtbaren Tätigkeit im Dienste der Wirtschaft und der Erkenntnis ihrer Lebensbedingungen zum Dr. rer. pol. h. c. Im Wintersemester 1923/24 diente Dr. h. c. Meesmann der Hessischen Landes- Universität Gießen mit einer Reihe von Vorlesungen, die später unter dem Titel „Grundfragen der Wirtschaft" im Druck erschienen und eine wertvolle Ergänzung der volkswirtschaftlichen Lehre aus der : Praxis der Wirtschaft darstellten. Nach dem Ende des Ruhrkampfes behielt Dr. Meesmann feinen Wohnsitz in Gießen bei. Einige Jahre später zog er sich in den Ruhestand zurück. Die Ereignisse des öffentlichen Lebens fanden bei : ihm fortdauernd größtes Interesse. Als Gießener ; Einwohner und Ehrendoktor der Universität nahm i er an deren Weiterentwicklung besonders starken Anteil. So kam es denn, daß er im Rahmen der i Gießener Hochschulgesellschaft, die den großen Kreis i von Freunden und Förderern der Universität Gie- t § en umfaßt, bald an hervorragender Stelle mit- arbeitete. Als im Jahre 1934 der ftühere Provin- Merkur am Morgenhimmel Oer gestirnte Himmel im Januar. Bon Or. Erwin Kossinna. Don allen mit freiem Auge sichtbaren Planeten ist unstreitig der M e r k u r am schwierigsten zu beobachten, obwohl er ein ziemlich heller Stern ist. Aber er bleibt stets in der Nähe der Sonne und kann daher nur in der Zeit nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang gesehen werden. Dabei steht der Planet nur in geringer Höhe über dem Horizont und hebt sich von dem hellen Himmels- grund nur wenig ab. Ein weiterer Grund dafür, daß so mancher Sternfreund noch niemals den Merkur erblickt hat, liegt in der rasch wechselnden Stellung dieses schnellsten aller Wandelsterne. Für einige Tage erscheint er am Morgenhimmel, um dann auf Wochen zu verschwinden und plötzlich wieder am Abendhimmel aufzutauchen, wo er sich auch nur kurze Zeit aufhält. Ist dann die Luft in Horizontnähe nicht ganz klar, was in unserem Klima leider nur zu häufig der Fall ist, so sind alle Bemühungen, Merkur ohne optische Hilfsmittel zu entdecken, vergeblich. Um den sonnennächsten Planeten zu beobachten, muß man daher die Zeit wählen, wenn er weitesten nach Westen oder Osten von der Sonne ausschwingt. Im Jahre 1939 erreicht Merkur am 3. Januar seinen größten westlichen Abstand von der Sonne und geht nahezu zwei Stunden vor ihr auf. Man suche daher zu Beginn des Monats eine gute Stunde vor Sonnenaufgang am südöstlichen Horizont nach dem Planeten. Das Aufsinden von Merkur wird dadurch wesentlich erleichtert, daß schräg rechts über ihm sich die hellstrahlende Venus befindet, die von Dezember bis Mai die Rolle des Morgensterns spielt. Merkur ist ebenso hell wie Arkturus, der Hauptstern im Bootes; aber Venus rund 40mal heller. Bereits Mitte Januar verschwindet Merkur wieder vom Osthimmel. Venus geht vor 5 Uhr auf und erreicht am 30. Januar ihre größte westliche Abweichung von der Sonne. Als Dritten Planeten am Osthimmel sehen wir den rötlichen Mars im Sternbild der Waage, der gegen 3 Uhr aufgeht. Arn 15. und 16. Januar können wir etwa IV2 Stunden vor Sonnenaufgang die Sichel des abnehmenden Mondes neben Mars und Venus sehen. Der hellstrahlende Jupiter ist nur noch in den frühen Abendstunden im Südwesten sichtbar. Er geht Anfang Januar um 20.30, Ende des Monats um 19 Uhr unter. Saturn im Sternbild der Fische bleibt bis 23 Uhr über dem Horizont. Uranus kann mit einem Feldstecher im Widder ausgesucht werden. Von besonderer Schönheit ist im Januar der abendliche F i x st e r n h i m m e l, der zu keiner anderen Jahreszeit solche Pracht entfaltet, wie in den Wintermonaten. Gegen 22 Uhr steht das großartige Sternbild des Orion hoch im Süden und lenkt durch die wunderbare Anordnung seiner Hellen Sterne immer wieder den Blick auf sich. Mit dem Fernglas erkennen mir außerdem zahlreiche schwächere Sterne in dem großen Viereck, sowie unter den drei in einer schrägen Linie stehenden Gürtelsternen einen milchigen Lichtfleck, den Orion- nebel. Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß die Orionsterne zu einem ausgedehnten, mehrere hundert Sonnen umfassenden Sternhaufen gehören, dessen Abstand etwa 400 bis 600 Lichtjahre beträgt und der sich von uns mit einer Geschwindigkeit von 22 Kilometer in der Sekunde entfernt. In diesem ziemlich weit zerstreuten Sternhaufey erkennt das freie Auge nur die Lichtriesen. So besitzt jeder der drei Gürtelsterne des Orion bei einer Oberflächentemperatur von 18 000 bis 22 000 Grad rund die 2000fache Leuchtkraft der Sonne. Und noch weit lichtmächtiger ist R i g e l, der 18 OOOfache Sonnen- Helligkeit aufweist. In der Entfernung des Rigels würde unsere Sonne nur ein Stern 11. Größe, ein nur in größeren Fernrohren erkennbares winziges Lichtpünktlein sein. Um den Orion gruppieren sich die Sternbilder Großer und Kleiner Hund, Zwillinge und Stier. Als weitaus hellster aller Fixsterne funkelt links unter dem Orion Sirius im Großen Hund. Wenn in der Neujahrsnacht die Glocken das neue Jahr einläuten, erreicht Sirius den höchsten Punkt seiner scheinbaren Bahn; er kulminiert um Mitternacht. Man pennt ihn daher auch N e u j a h r s st e r n. Sein blauweißes Licht ist neun Jahre unterwegs, bis es die Erde erreicht. Sirius gehört also zu den nächsten in Mitteleuropa sichtbaren Fixsternen. Einen besonders reizvollen Anblick gewähren die beiden Sternhaufen im Stier, namentlich wenn man sie durch ein Fernglas betrachtet. Um den rötlichen Aldebaran scharen sich scheinbar die weißen Lichtpunkte der H y a d e n , die durchschnittlich 130 Lichtjahre entfernt sind, während Aldebaran selbst nur 57 Lichtjahre entfernt ist und nicht an der gemeinsamen Bewegung der Hyaden durch den Raum teilnimmt. Wenigstens viermal weiter als die Hyaden schweben die P le jaden oder das Siebengestirn. In diesem Sternhaufen sind über 200 Sonnen zu gemeinsamer Fahrt durch das Weltall vereinigt. Mit bloßem Auge erkennt man jedoch nur die sechs hellsten Sterne, die Lichtriesen. Langbelichtete photographische Aufnahmen der Plejaden zeigen, daß der Raum zwischen den Riesensternen von zarten hellen Nebeln erfüllt ist, die das Licht der sehr heißen Sterne reflektieren. Nahe dem Zenit leuchtet die hellgelbe Kapella im Fuhrmann. Dieses Sternbild steht in der Milchstraße, die zwischen Sirius und Prokyon hindurchzieht und über die Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Schwan am Nordwesthorizont verläuft. Das zarte, aber reich gegliederte Lichtband der Milchstraße hat namentlich in den frühen Abendstunden noch eine recht günstige Stellung. Während im Westen sich die Herbststernbilder dem Horizont nähern, sind im Osten gegen 22 Uhr das unscheinbare Sternbild des Krebses und der Große Löwe heraufgekommen, in dem Regulus als hellster Stern funkelt. Den Verlauf der Ekliptik oder der scheinbaren 'Sonnenbahn zeigen uns die Tierkreissternbilder: Fische (mit Saturn), Widder, Stier, Zwillinge, Krebs und Löwe. Am Nordhimmel steht der Himmelswagen im Großen Bären rechts vom Polarstern und rollt mit nach unten gerichteter Deichsel aufwärts. Zwischen dem Großen und kleinen Bären windet sich die Sternlinie des Drachen hindurch, dessen durch ein Sternviereck bezeichneter Kopf auf die am Nordhorizont funkelnde Wega gerichtet ist. Der optisch veränderliche Stern Algol im Perseus ist im kleinsten Licht am 2. Januar 19 Uhr, 19. Januar 23.45 Uhr, 22. Januar 20.30 Uhr. Die Erde erreicht am 3. Januar den sonnen- nächsten Punkt ihrer Bahn (Perihel); ihr Abstand von der Sonne beträgt dann 147 Millionen Kilometer gegenüber 152 Millionen Kilometer im Juli. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 5., letztes Viertel am 12., Neumond am 20., erstes Viertel am 28. Januar. zialdirektor Grass in den Ruhestand trat und (einen Wohnsitz nach München verlegte, wurde Dr. Meesmann am 1. April 1934 zum Vorsitzenden der Gießener Hochschulaesellschaft aewahlt Seit jenem Tage widmet er seine Kraft den bedeutenden Aufgaben der Hochschulaesellschaft im Dienste unserer Universität. Mit dieser ehrenam lichen Tätigkeit hat er der Ludoviciana schon zahlreiche wertvolle Dienste angedeihen lassen, die einer Reihe von.Instituten und Forschungseinrichtungen der Universität sehr förderlich geworden sind. Die Wissen chaft in Gießen hat jedenfalls feinem Wirken viel zu verdanken, und sie darf die Gewißheit haben, daß sie in dem Jubilar allezeit einen warmherzigen Freund und Förderer besitzt. Durch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften und durch seine in schwerstem Kampfe für Deutschland stets bewährte nationale Festigkeit, aber auch durch sein allezeit freundliches und hilfsbereites Wesen hat sich Dr. M e e s man n m Gießen und weit darüber hinaus große Wertschätzung in breiten Bevölkerungsschichten erworben. Dem Jubilar bringen auch wir zu seinem morgigen 70. Geburtstage unsere herzlichen Glückwünsche dar. Prof. Dr. niet). Koeppe 72 Jahre alt. Der frühere Direktor der Universitäts-Kinder- klinik in Gießen, Prof. Dr. med. Hans Koeppe, kann am heutigen Mittwoch, 4. Januar, seinen 72. Geburtstag begehen. Als Wissenschaftler und als Praktiker hat sich Professor Koeppe große Verdienste erworben, namentlich auch durch eine von ihm geschaffene, nach ihm benannte Säuglingsnahrung. Als praktischer Arzt begann Dr. Koeppe seine Laufbahn in Darmstadt, später wirkte er in Gießen. Er machte dann mehrere längere Studienreisen, habilitierte sich hierauf in Gießen und wurde hier im Jahre 1907 zum außerordentlichen Professor ernannt. Im Jahre 1910 wurde er ärztlicher Leiter der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfursorge in Hessen. Im Jahre 1913 wurde ihm unter gleichzeitiger Ernennung zum ordentlichen Professor die Leitung der neugeschaffenen Kinderklinik der Universität Gießen übertragen. Zahlreiche praktische ßaboratoriumsarbeiten und eine große Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiete der Säuglingsfürsorge und der Kinderheilkunde sind neben feiner Klinikstätigkeit weitere sichtbare Erfolge der tatfrohen Arbeit dieses Gelehrten. Dem in weiten Bevölkerungskreisen bekannten und geschätzten Jubilar gilt auch unser herzlicher Geburtstagsglückwunsch. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadtthegter: 19.30 bis 22 Uhr, „Lauter Lügen". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Pour le mente“. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Nanu, Sie kennen Korff noch nicht." Spielplanänderung im Stadttheater. Infolge plötzlicher Erkrankung im Personal heute abend statt „Der Hochverräter" die Gesellschafts- tomödie „Lauter Lügen" von Hans Schweikart. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 14. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Gießener Konzert-Verein. Das für Sonntag, den 8. Januar, angesetzte Konzert der hervorragenden Violinoirtuosin Alma Moodie wird auf Wunsch der Künstlerin auf Sonntag, 15. Januar, verlegt. Hermann R e u 11 e r , der außergewöhnlich erfolgreiche Komponist, Direktor der ftaatl. Musikschule in Frankfurt, von welchem eine Rhapsodie (Manuskript) zur Aufführung gelangt, wird Alma Moodie begleiten, was dem Konzert eine besondere Note gibt. Hitler-Jugend Bann 116. Thealerring der Hiller-Iugend. Heute abend Theaterring der Hitler-Jugend (3. Vorstellung), Zusatzkarten. Es gelangt d'^ Ge- sellschaftskomödie „Lauter Lügen" von Hans Schweikart zur Aufführung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. WHW., Ortsgruppe Gießen-Rord. Betr. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefprbert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie C) bis spätestens Donnerstag, 5. Januar, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr berücksichtigt werden. WHW. Ortsführung Gießen-Güd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden hiermit aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutfcheine der Serie „C" am Donnerstag, 5. Januar, von 19 bis 20 Uhr auf der Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Kohlengutfcheine werden nicht mehr angenommen. Verlängerung der Mietbeihilfen. Durch eine von dem Reichsminister des Innern, dem Reichsarbeitsminifter und dem Reichsfinanz- minifter erlaßene Zweite Verordnung über Mietbeihilfen vom 31. Dezember 1938 ist der zunächst bis 31. März 1939 befristete Ausgleich der feit 1. April 1938 nicht mehr gewährten Stundung der Gebäude- entfchuldungssteuer zugunsten hilfsbedürftiger Mieter durch erftattungpfreie Mietbeihilfen in der bisherigen Weife auf ein weiteres Jahr bis 31. März 1940 verlängert worden. Neu ist lediglich die Möglichkeit der Heranziehung Drittverpflichteter, insbesondere Un- terhaltspflichtiger zum Ersatz der Kosten der Mietbeihilfe. Ferner wird die Mietbeihilfe seit 1. Januar 1939 nicht mehr an Juden (§ 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935) gewährt. ** Ernennung. Der Verwalter des Landes- Alters- und Pflegeheims Gießen, L'cher Straße 74, Heinrich K l ö ß, wurde durch Verfügung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — mit Wirkung vom 1. April 1937 zum Verwaltungsinspektor ernannt und als solcher in den Staatsdienst übernommen. ** Sterbefälle in Gießen. Es verftarben: 16.12. Elisabeth Weber, Postassistentin i. R., 55 Jahre, Hillebrcmdstr. 5; 16. 12. Heinrich Siever, Schneidermeister, 72 Jahre, Seltersweg 51; 16.12. Dorothea Borchers, geb. Damman, o. B., 82 Jahre, Gr. Steinweg 22; 16.12. Else Schultheis, Hausangestellte, 31 Jahre, Löberstr. 23; 17.12. Marie Müller, geb.Marx, o.B., 73Jahre, Kaiserallee 83; 18.12. Konrad Nau, Arbeiter, 52 Jahre, Wartweg 23; 20. 12. Marie Bender, geb. Hoffmann, o. B., 73 Jahre, Bleichstr. 3; 21.12. Margarete Weller, geb. Friebel, o. B., 76 Jahre, Wetzsteinstraße 16; 21.12. Berta Neidig, geb. Andreas, o.B., 54 Jahre, Dammstr. 22; 22.12. Konrad Ziegler, Schütze, 23 Jahre, Wald- kaserne; 23.12. Kätchen Faulstich, geb. Heger, o.B., 50 Jahre, Bahnhofstr. 59; 25.12. Elisabeth Groos, geb. Bieber, o.B., 41 Jahre, Buddestr. 8; 27.12. Ida Hofmann, o. B., 68 Jahre, Asterweg 39; 27.12. Elise Haas, o.B., 63 Jahre, Licher Str. 74; 27.12. Gertrude Zahn, geb. Stredicke, o. B., 61 Jahre, Lie- bigftr. 83; 28.12. Elise Rottch geb. Lippert, 78 Jahre, o.B., Kirchenplatz 14; 28.12. Marie Günther, geb. Schultheis, o.B., 56 Jahre, Ederstr. 21; 28.12. Ludwig Becker, Schuhmachermeister, 43 Jahre, Neuen Bäue 15; 29.12. Wilhelm Erb, städt. Arbeiter, 56 Jahre, Rittergaste 18; 30.12. Maria Wolf, Hausgehilfin, 45 Jahre, Buddestr. 9; 31.12. Wilhelm Beuchert, Hotelier, 69 Jahre, Seltersweg 40; 31.12. Christian Weidig, Schreinergeselle, 87 Jahre Dammstraße 22; 31.12. Wilh. Lich, Eaufm. Angest., 47 Jahre, Landgraf-Philipp-Platz 9. ♦* Städtische Bücherei. Im Dezember sind 1957 Bände ausgeliehen worden. Davon kommen auf: Zeitschriften 15, Gedichte und Dramen 24, Erzählende Literatur 1148, Jugendschriften 282, Länder- und Völkerkunde 130, Kulturgeschichte 5, Geschichte und Biographien 207, Kunstgeschichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 64, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 7, Staats- Wissenschaft 33 Bände. Nach auswärts kamen 29 Bände. Vezirksfchöffengerichl Gießen. Der E. Sch. aus Butzbach hat eine Karte der Fahrradaufbewahrungsstelle des Bahnhofs Gießen dadurch verfälscht, daß er aus der Zahl 40. Woche durch Abänderung der 0 die 42. Woche machte. Er wollte hierdurch den Eindruck erwecken, als hätte er eine Karte für die 42. Woche gelöst. Als er die Karte dem Beamten vorzeigte, würde er erwischt. Er mußte die Karte nachzahlen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Betrugs in Tateinheit mit schwerer Uukundensälschung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Die Karte stellte sich als eine öffentliche Urkunde bar. Gemäß §268 Ads. 2 StGB- war die Freiheitsstrafe als gesetzliche Mindeststrafe auszusprechen. Weiterhin hatte sich vor dem Bezirksschöffenge- richt die M. W. aus Nieder-Ptörlen zu verantworten. Der Ehemann der Angeklagten war mit einem Arbeitskameraden zunächst in Lang-Göns, dann in Köppern i. T. beschäftigt. In Lang-Göns und in Köppern hob die Frau den Lohn ihres Mannes ab. Dabei ließ sie sich auch in je einem Falle den Lohn des Arbeitskameraden ohne besten Wissen und Auftrag aushändigen. Sie führte bas Gelb aber nicht in voller Höhe an diesen ab, sondern behielt einen Teil zurück. Um ihre Unterschlagung zu vertuschen, ®o8iiiflelil3o,6li|oötl6? Roman von Hubert Rausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. 22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) : Zwölftes Kapitel. Die Argesilla schritt langsam und genießerisch, über mit dem federnden Schritt, der sie als Tänzerin verriet, die breite Treppe in der Halle des Adlon hinab. Ihr Blick ging über die Menschen weg, sie nahm keinen Anteil an ihnen, aber sie liebte $üe{e Karawansereien des modernen Lebens, weil sie ihr ein Gefühl von Gemeinschaft und Geborgenheit gaben. Hier war man nie allein und konnte doch allein sein in jedem Augenblick, in dem man wollte. Sie ruhte, geöffnet, in sich und war zufrieden. Plötzlich — der Blick spannte sich, der ganze Körper straffte sich — da hinten, zwischen den Menschen am Schalter, das mußte doch Don Jago sein. Don Jago hier! Eine plötzliche Freude durchfuhr sie. Aber bis die Argesilla zum Schalter kam, war der Gesuchte verschwunden. Ein Senor Schmid? Der Beamte zuckte die Achseln. Als die Argesilla mit einer fremden Note seinem Gedächtnis nachhalf, erfuhr sie von einem Senor Jago, der zwar nicht mehr im Hotel wohne, aber in Den Gasträumen ein häufiger Gast sei. Natürlich — das war Senor Don Jago Schmidt aus Madrid, der aus irgendeinem Grunde seinen deutschen Namen verschwieg. Sie gab dem Chef der Speiseräume die Anweisung, sie zu verständigen, sobald ihr spanischer Landsmann anwesend sei. Sofort nach der Tänzerin trat der kahlköpfige Dalbo an den Postmanager heran. „Und wer war diese Dame?" „Auch was Spanisches! Die Tänzerin Argesilla, ine im Wintergarten bas halbe Programm bestreitet." „Und die kennt den anderen Pesetenonkel?" Der Beamte zuckte die Achseln. .Offensichtlich!" Seltsam, dachte Balbo, der die fünfzig Peseten als eine außerordentliche Verbesserung seiner Einkünfte schätzte, seltsam, wie diese Ausländer hier Geschäfte machen. Das Theater am Kurfürstendamm kommt mir nicht nur wienerisch, sondern auch spa- nisch vor. Es lohnt sich jedenfalls, die Dinge im Auge zu behalten. Elisabeth war mit einer ruhigen Zuversicht in Schwerin in den Zug gestiegen. Eine innere Stimme sagte ihr, daß ihr Arbeitswille Erfolg haben werde, daß es ihr und ihrer Kunst gelingen müsse, die Heimat wirtschaftlich frei zu machen. So viel ehrliches Wollen, wie in ihr steckte, konnte nicht erfolglos, so viel ehrliches Bitten und Beten nicht unerhört bleiben. Sie tröstete die Mutter, sie versprach dem Vater baldige Heimkehr, sie machte Karl Mut, der Zukunft mit Vertrauen entgegenzu- schauen. Gewiß, die Mutter hatte von einer Versöhnung mit Fritz von Beeren gesprochen, ober wenn das schon nicht anaehe, bas Lob des Spaniers gesungen, dieses weisen Ausländsdeutschen, der sich doch offensichtlich für Elisabeth interessiere. Elisabeth lächelte. Die Generation der Mütter dachte seit Eva in den gleichen Bahnen. Man mußte sie lassen und seine eigenen Wege gehen. Aber sie war dann doch froh, als Jago am Lehrter Bahnhof stand und sie — es dunkelte schon — in eine Pension in der Kantstraße fuhr, vorläufig, bis sie was Billigeres gefunden habe. Männer waren, auch außerhalb der Ehe, offensichtlich sehr nützlich. Noch am gleichen Abend ging Elisabeth in die „Tochter des Kunstreiters"- besuchte Ile in der Garderobe und feierte mit ihr ein so stürmisches und ausgiebiges Wiedersehn, daß die Pause sich über Gebühr in die Länge zog. „Herrgott, es klingelt schon zum tmttenmal! Adio, Elisabeth. Hol mich hinterher hier wieder ab. Aber hinterher saß Elisabeth vorn im Büro ihrem neuen Direktor gegenüber, gespannt und voller Willenskraft, den Vertrag — nicht für sich, aber für Trebbin — so günstig wie möglich zu gestalten. Brosti) täuschte einigen Widerstand vor. Zu leichte Siege sind keine Siege. Aber am Schluß hielt Elisabeth einen Vertrag in der Hand, der ihr eine gute Gage in stabiler Währung, zahlbar an jedem Ersten, verbürgte und außerdem eine dem täglichen Markkurs angepaßte Tagesgage, aus der das tägliche Leben sich zweifellos in großzügiger Weise bestreiten ließ. Elisabeth unterschrieb und bedankte sich. „Sie sind wohl recht froh?" fragte Brasky. „Ich hatte es so erwartet!" sagte Elisabeth. i Sie hatte den Glauben an sich und ihre Zukunft, , und sie wußte noch nicht, daß der Mensch alles, i über auch alles bezahlen muß. ^Jago zahlte voraus. Elisabeth aber mußte vom SKütjal die Rechnung einmal vorgelegt bekommen. Mit einem wahren Feuereifer stürzte sie sich in die Arbeit. Die Proben begannen täglich um 10 Uhr und dauerten bis in den späten Nachmittag. Arn Abend saß sie oft im Theater und klatschte Jte zu, deren gewagte Kunst sie mit neidloser Freude anerkannte. Die Spielleitung des „Idealen Gatten" hatte Brasky einem Künstler von bekanntem Namen übertragen, dem früheren Bonner Intendanten Karl Harten, der zwischen zwei Theaterleitungen seinen Ruf als Regisseur erneut unter Beweis stellen wollte. Jte kam oft todmüde von den Proben. Und dann dauerten die Szenen ohne Jte noch stundenlang weiter. „Er quält dich wohl?" fragte Brasky. „Jedenfalls holt er das Menschenmögliche aus mir heraus. Es geht immer an die letzte Neige. Ich komme mir vor wie ein ausgeschöpfter Brunnen." „Und die Hellfahr?" „Elisabeth entspricht genau dem, was er will. Er lobte ihre englische Lady als etwas von Haus aus Vollkommenes." Brasky lachte und rieb sich in direktorialer Freude die Hände. „Ja, ja, meine Besetzung! Sie hat eben von Haus aus eine gewisse Strenge und Kälte, deine Elisabeth!" „Ich glaube nicht einmal. Denk an ihr Klärchen. Aber sie ist wie eingefroren, nur auf ein fernes Ziel gespannt. Als ob nur ein Gedanke sie beherrsche." Brasky pfiff vor sich hin. „Der Dollar steht auf über tausend. Die Menschen denken nur noch an Geld. Kein Wunder, wenn die Herzen dürr und ttocken werden!" Jte sagte langsam und versonnen: „Nein, ich glaube nicht, daß es das ist. Jedenfalls nicht bei uns Frauen. Aber zu jeder Liebe gehören von Rechts wegen zwei. Und da fehlt's, seit die Not der Zeit die Männer verdorben hat." * Die Titelrolle im „Idealen Gatten" spielte ein Grazer Schauspieler, den Brasky für drei Monate verpflichtet hatte, ein schlanker, vornehmer Bonvivant, der eine feine süddeutsche Lässigkeit mit guter Haltung zu vereinen wußte. Er hatte nichts Englisches, aber er war ein Gentleman. Er hieß Wolfgang Thaler. „Der Wolfgang ist echt. Sogar der Amadeus steht in meinem Taufschein. Kunststück, wenn man in Salzburg geboren ist." Er lachte Elisabeth an. Sie probierten eine Lie- ibesszerrk _ Sie lief herunter wie Wasser. „Ausgezeichnet", rief Harten, „die reinste Natur, kann alles so bleiben. Nach der Pause lassen wir die Szene noch ein paarmal durchlaufen, damit alles klar und fest wird." „Sie sind also ein Salzburger?" fragte Elisabeth. ,^Ja und nein! Meine Eltern haben ein kleines Gütel in der Nähe, und die Mutter ist dann vor ihrer Stunde halt nein in die Stadt!" „Ach, wie seltsam", rief Elisabeth, ich stamme nämlich auch vom Lande!" „Münchnerin?" „Aber nein, Mecklenburgerin?" „Ach so, also ein kleiner Schwindel ist auch dabei!" Er lachte mit der jungenhaften Frische, die Elisabeth zuweilen an Jago erinnerte. „Ganz ohne Schwindel geht's bei uns halt net." Elisabeth lächelte. „Ich hieß nämlich eigentlich nicht Thaler. Der Name hat in der heutigen Zeit so was Solides, so was Greifbares bei all dem Papier, das man heute entnimmt —" Er war von fröhlicher Lustigkeit. „Auf meinem Taufschein hieß ich Hutschenthaler. Wissen Sie, was eine Hutsche ist?" Elisabeth wußte es nicht. „Das kann eine Norddeutsche auch net wissen. Eine Hutsche ist eine Schaukel." „Ein Hutschenthaler — also was würde ein Berliner sagen ...?" Er suchte nach einer Uebersetzung. „Ein Groschen fürs Karussell!" lachte Elisabeth. „Sehn S' genau so!" Harten klatschte in die Hände. Lachend kommen die beiden wieder auf die Bühne. „So ist's recht", sagte Harten, „ein Herz und eine Seele. Da kann unsere Arbeit nur an Echtheit gewinnen. Die Liebesszene lief noch ein paarmal durch. Sie saß einwandfrei —. Einmal, da Thaler sie in seine Arme nahm, sah Elisabeth mit aeschlossenen Augen ein weites, wogendes Aehrenfelv Draußen erwartete sie Jago. Jago Schmid hatte in diesen Wochen der ersten glühenden Proben die Ueberstedlung von München nach Berlin vollzogen. Er wußte, daß in der Zeit schöpferischen Dranges seine laute Trompete störend wirken konnte, so hatte er sich seiner Arbeit gewidmet und sich seltener gemacht. Aber heute war er in einer blendenden Stimmung, wie er mit Herrschergeste zu bestimmen pflegte, und heute sollte ein fröhlicher Abcnd die lange Reihe saurer Lage ablöjen und beschlleßem (IortsttzuLg jalM Aus der engeren Heimat. in Millionen RM. halle einen Unterhaltungsabend, in dessen Mittel- ! punkt die Aufführung eines Theaterstückes stand. wg. Großen-Buseck, 4. Jan. Am heutigen Mittwoch, 4. Dezember, seiern der hiesige Eisenbahn- erklärung des "fl ^^'/^^itsverfahren verur beamte Ludwig Bell off und Frau Annemarie, l Johann Georg Zabolitzky liegt noch nicht vor. Wirtschaft hat bereits uswahl ge-1 einer einen Dar- lienischen Gesellschaft. 19.45: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt (Italiens ewige Melodien). 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: Der wirtschaftliche Wert unseres Kolonialbesitzes. 22.30: Dolks- unü Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Bullerian — Wagner — Neger — Schumann — Brahms. LPD. D a r m st a d t, 3. Jan. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: In der Devisenstrafsache Za- bolitzky ist sowohl von der Anklagebehörde als auch seitens der im Verhandlungstermin anwesenden Angeklagten Josef und Dr. Walter Zabolitzky gegen das Urteil der Großen Strafkammer in Darmstadt Revision eingelegt worden. Eine Rechtsmittelerklärung des im Abwesenheitsverfahren verurteilten Das reichsoffene Frauen-Schwimmfest in Frankfurt am Main am 21. und 22. Januar wird auch diesmal die gesamte deutsche Spitzenklasse am Start sehen, da ja die Frankfurter Veranstaltung den Charakter von offiziellen Reichs-Prüfungskämpfen trägt Das Reichsfachamt Schwimmen Y~k für die wichtigsten Wettbewerbe die Auswahl y in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 47 bis 50 (45 bis 50), d) — (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 35 (38). Schafe a) 38 bis 41 (38 bis 42), b) 33 bis 35 (34 bis 36), c) 20 ' bis 25 (17 bis 32). Schweine a) 58,50 (59), bl) 57,50 (58), b2) 56,50 (57), c) 52,50 (53), d) 49,50 (50). Sauen gl) 57,50 (58). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Zahlreiche Meldungen find zu den Titelkampfen der-Schiläufer des Gaues Hessen, die vom 6. bis 8. Januar in Willingen in Waldeck durchgefühn werden, eingegangen. Besonders stark vertreten sind Friedberg, Fulda, Gersfeld, Gießen, Kassel. Willingen. Daneben erscheinen aber auch die besten Kräfte aus dem benachbarten Gau Westfalen: vor allem Winterberg und Dortmund werden ihre besten Schiläufer entsenden. Aus dem Gau Hessen kommen alle Meister des Vorjahres: der Meister im Sprunglauf und in der Kombination, Reinau, der jetzt seiner Militärdienstpflicht genügt und für das I. R. 88 Fulda startet, der Langlaufmeister Rubelma, Kassel, und die Meisterstaffel der SA.-Kampfspielgemeinschaft, Standarte 418. Alle werden aber sehr starke Gegner bei den Kameraden vom Sauerland finden. Schade um den Spengler-Pokal! Das Endspiel um den neugestifteten Spengler pokal, das am Samstag in Davos ausgetragen wurde, brach mit einem schrillen Mißklang ab Beim Stande von 1:0 für den EHE. Davos verliehen die D Lich, 3. Jan. Der hiesige Turnverein 1860 veranstaltete am Neujahrstage in der Turn- ged. Otto, Zeilstraße, das Fest der s 1l b c r n e n Hochzeit. Wir beglückwünschen das Jubelpaar. ö Steinbach, 4. Jan. Am 6. Januar kann Herr Peter Hahn in guter Gesundheit seinen 7 2. Geburtstag feiern. Herr Hahn ist weiteren Kreisen, auch in Gießen, bekannt, da er ein ganzes Menschenalter hindurch die Milch von Steinbach nach Gießen fuhr. In Steinbach heißt er „Milch- pcter". + 6 a a f e n , 3. Jan. Infolge der großen Schneeverwehungen und der eisglatten Straßen kam es hier zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Ueberall mußten die Männer zum Schneeschippen antreten. Trotz vorsichtiger Fahrt gerieten das Milchauto und auch ein Personenwagen auf der Fahrt, von hier nach Bollnbach in den Straßengraben. Bei den jetzigen Witterungsoerhältnissen mußte die Holzhauerarbeit eingestellt werden. 4- Grünberg, 3.Jan. Am Neujahrstage hielt der Turnverein in der Turnhalle sein gut be= Landmaschinen richtig pflegen. Kurse für Iungbauern. — Fahrende Werkstätten. LPD. Im Auftrag der Landesbauernschaft Hessen- Nassau finden gegenwärtig an einer Reihe von landwirtschaftlichen Schulen im Bereich der Landesbauernschaft Kurse der Deutschen Land-Kraft- Führerschule (Deulakraft) statt. Die Kurse sollen die landwirtschaftlichen Schüler mit der Pflege der landwirtschaftlichen Maschinen vertraut machen und ihnen zugleich zeigen, wie sie kleine Reparaturen selbst ausführen und Störungen im Betrieb besel- Die Aufführung wurde mit dankbarem Beifall aufgenommen. Tanz und allerlei unterhaltende Darbietungen füllten die restlichen Stunden des Abends. Revision im Devisenprozeh Zabolitzky. dem Vorjahre geben. Die Volkstümlichen Mehrkämpfe 1939 Wurden die Volkstümlichen Mehrkämpfe und die Bergsportfeste bisher in der Regel nur bei großen Turnfesten abgewickelt, so ist in Zukunft dasFach- amt Leichtathleti k allein zuständig für deren Durchführung. Der Reichssportwart für den Mehrkampf, Ernst B a u e r , hat jetzt die Volkstümlichen Mehrkämpfe für 1939 ausgeschrieben, ine aus dem 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen bestehen. Die Kämpfe können m Verbindung mit den Kreis- und Gaumeisterschaften der Leichtathleten oder den Bahnstaffeltagen ausgetragen werden. Eine besondere Ausschreibung ergeht für die Dreikämpfe, die zusammen mit den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 8. und 9. Juli im Berliner Olympia-Stadion durchgeführt werden. Reichs-Prüfungskämpfe der Schwimmerinnen in Frankfurt. Schmitz (Spandau), Pollack (Spandau), Heins (Magdeburg), Weber (Bayreuth). 200-m-Brust: Busse (Berlin), Wollschläger (Duisburg), Heidemann (Dessau), Pichaida (Duisburg). Die besten Kraul-Schwimmerinnen werden außerdem in einer 4 X 100-m-Kraulstaffel eingesetzt, wobei die Auswahl an Ort und Stelle erfolgt. Rosemeyers Rekord unerreicht! 5. Autopreis von Südafrika. Auf der Prinz-Georg-Rundstrecke von East-London wurde am Montag der 5. Große Autopreis von Südafrika ausgetragen. Das Rennen, das seit dem Start der deutschen Auto-Union-Wagen im Jahre 1937 einen großen Aufschwung genommen hat, brachte nicht den erwarteten Zweikampf zwischen den italienischen Maserati und den englischen ERA., da die Maserati klar überlegen waren. Sieger wurde der Italiener Luigi Villoresi auf Maserati, der die 319,5 Kilometer in 1:59,36 Stunden zurücklegte und eine Durchschnittsgeschwindigkeit' von 160,3 Kilometer erreichte. Auch auf dem zweiten Platz endete ein Maserati mit Cortese (Italien). Der Sieger von 1936, der Italiener Dr. Mario Massacuratti, der übrigens ein Detter von Tazio Nuvolari ist, belegte auf einem Bugatti den dritten Platz. Er hatte mit 167,8 km/st die schnellste Runde gefahren. In Südafrika hat man von den deutschen Rennwagen viel gelernt. Auch die Tatsache, daß inan diesmal auf Vorgaben verzichtete, ist ohne Zweifel eine Auswirkung des deutschen Rennwagenbesuchs vor einem Jahre. Bernd Roserneyer, der am Neujahrstage 1937 eine seiner größten Leistungen vollbrachte und mit einer um 22 v. H. größeren Geschwindigkeit gegenüber dem Sieger nur Fünfter wurde, blieb unerreicht. Hessens Schimeiflerfchasten im Waldecker Land. troffen und folgende Schwimmerinnen nach Frankfurt beordert: 100-m -Kraul: Arendt (Charlottenburg), Halbsguth (Charlottenburg), Groth (Breslau), Pollack (Spandau), Schmitz (Spandau), Ständer (Schöneberg), Franke (Aachen), Karnatz (Düsseldorf). 400-mKraul: Schmitz (Spandau), Groth (Breslau), Ständer (Schöneberg), Halbsguth (Char- lottenburg), Karnatz (Düsseldorf). 100-m-Rücken: Kellermann (Duisburg). RM. Spareinlagen der Sparkassen der Ostmark, die in der ersten Aufbauzeit naturgemäß noch nicht in dem Tempo steigen konnten, wie im alten Reichsgebiet, und rund 0,7 Mrd. RM. Einlagen bei den sudetendeutschen Sparkassen. Im G r o ß d e u t sch e n Reich werden daher die Spareinlagen bei den Sparkassen Ende 1938 etwa 19,9 M r d. R M. betragen. Die 20-Mrd.-Grenze wird also im kommenden Jahre wohl bald überschritten werden. Auch bei den sonstigen Einlagen der Spar- und Girokassen hat sich das Zuwachstempo gegenüber dem Vorjahr verstärkt: sie werden sich bei einem Zuwachs um rund 380 Mill. RM. Ende des Jahres auf etwa 2,9 Mrd. RM. stellen. 14500 Eparkassenstellcn in Großdeutschland. Durch die Ein-gliederung der Ostmark und des Sudetenlandes sind nicht nur zahlreiche wertvolle Er- zeugungsstätten zum Deutschen Reich gekommen, sondern auch der Kreditapparat hat sich hierdurch vermehrt. Allein Sparkassenstellen werden in Großdeutschland heute etwa 14 500 gezählt. Ende' 1937 gab es im Gebiet des Altreichs über 13 900 Kassenstellen. Zu diesem dichten Netz sind im Jahre 1938 197 Sparkassen aus dem ehemaligen Oesterreich und 156 Sparkassen aus dem Sudetenland gestoßen. Eine genaue Zahlenangabe über das Sparkassenzweigstellennetz in der Ostmark und im Sudetenland kann um so weniger gegeben werden, als es noch nicht fest- steht, ob und welche Zweigstellen im Zuge der Neugliederung zusammengelegt werden und wieviel Zweigstellen zur Bewältigung des Verkehrs neu errichtet werden müssen. Gleichwohl wird die obengenannte Zahl von 14 500 Sparkassenstellen in Groß deutschland nicht zu hoch gegriffen sein. Naturgemäß ist das Zweigstellennetz der Sparkassen in den einzelnem Landesteilen ungleich. So entfällt eine Kassenstelle in Pommern, Mecklenburg und Ostpreußen auf etwas über 100 Quadratkilometer, in Berlin und Hamburg bereits auf etwas mehr als 2 Quadratkilometer. Fwd. Das Sparergebnis in 1938 wird das bereits recht günstige Ergebnis des Vorjahres wiederum, und zwar erheblich, übertreffen. In jedem Monat des Jahres 1938 — auch im September — waren die.Einzahlungen höher als in 1937; das günstige Sparergebnis des Jahres ist also diesmal nur auf die Mehreinzahlungen zurückzuführen. Ferner lagen, mit einer einzigen Ausnahme (April), die Rückzahlungen in sämtlichen Monaten des Jahres 1938 über jenen in 1937. Die erhöhte Spartätigkeit war mithin 1938 auch von einer erhöhten R ü ck- zahlungstätigkeit begleitet. Diese Entwicklung ist jedoch in erster Linie als eine normale Folge des zuletzt gegenüber dem Vorjahr um rund 1,8 Mrd. RM. höheren Spareinlagenbestandes anzusehen, in welchem immer mehr einzelne Sparbeträge — infolge Erreichung des Sparzieles zur Rückzahlung drängen. Daneben haben sich allerdings in dieser erhöhten Rückzahlungssumme auch die besonderen Anforderungen ausgewirkt, die an die Sparkassen in den letzten Septembertagen gestellt wurden. Daß es sich hierbei nur um vorübergehende Dispositionen der Einleger zur Bargeldbeschaffung gehandelt hat, geht aus den besonders hohen Einzahlungsziffern im Oktober deutlich hervor. Unter der Annahme, daß der Dezember 1938 einen etwa ebenso großen Einzahlungsüberschuß wie im Vorjahr erreichen wird, ergibt sich für die Spareinlagenentwicklunq im vollen Jahr 1938 folgendes Bild, dem zu Pergleichszwecken die Zahlen für die beiden Vorjahre zugesetzt sind: Einzahlungsüberschuß Zinsgutschriften Sonstige Veränderungen Spareinlagenerhöhung Spareinlagenbestand Zu diesem außerordentlich hohen Sparergebnis des Jahres 1938, welches das des Vorjahres um etwa 0,5 Mrd. RM. übertrifft, treten noch fast 1,2 Mrd. und zeigten auch eine Gruppe humoristisches nen. Die Turnerinnen führten Hebungen an Bank vor, außerdem Keulenübungen und Walzertanz nach Melodien von Strauß. Die bictungen fanden reichen Beifall; ebenso gut gefiel ein flott gespielter Schwank. Deutschland meidet für Helsinki. In Helsinki ist jetzt die Meldung des Deutschen Olympischen Ausschusses zur Teilnahme an den - 12. Olympischen Spielen 1940 in Helsinki eingetroffen. Damit ist die Zahl der bisher gemeldeten Nationen auf45 angewachsen. Deutschlands Tennisspieler gegen Schweden. Zum dritten Male rollt in diesem Winter der Wettbewerb um den von dem tennisfreudigen schwedischen König Gustaf gestifteten Pokal ab, den „Mr. G."- Pokal, wie er nach dem Decknamen des greifen Tennisspielers auch genannt wird. Diese Hallenkämpfe üben zwar keine so große Anziehungskraft aus wie die Tennisschlachten auf den Hart- und Rasenplätzen im Sommer, aber sie bieten dock) in jedem Winter einen interessanten Kräftevergleich zwischen unseren Spielern und den Vertretern Skandinaviens sowie den französischen Hallenspezialisten, die den Pokal bereits zweimal gewannen, diesmal aber von den Dänen überraschend 3:2 geschlagen wurden. Im zweiten Vorrundenkampf trifft nun Deutschland vom 6. bis 8. Januar in der prachtvollen Tennishalle des schwedischen Ortes Sand- vikken auf den zweiten Vertreter des Nordens. Schweden tritt ohne feinen Spitzenspieler Schröder an und kämpft.mit Nyström, Rohlsson, Karl- borg und Wallen. Betrachten wir auf der anderen Seite die Vertreter Deutschlands mit Henner Henkel, Roderich Menzel und den Ersatzspielern Hans Redl und Werner Menzel, dann scheint ein deutscher Sieg sicher zu fein. Aber — die Kämpfe in der Halle, in Schweden viel beliebter als bei uns, bieten den Nordländern doch größere Chancen. Zudem dürfte Henkel, der zur Zeit seiner Dienstpflicht genügt, kein allzu ausgedehntes Training gehabt haben, und Roderich Menzel, der zum l ersten Male für Großdeutschland kämpft, wird m Schweden seinen ersten Kamps in der Halle liefern. Trotzdem sind wir optimistisch genug, an einen deutschen Erfolg zu glauben, der allerdings sehr knapp ausfallen dürfte. Auf jeden Fall wird es keine , Wiederholung der deutschen 0:5 - Niederlage aus Fast 20 Milliarden RM Spareinlagen im Zahre 1938 bei den Sparkassen im Großdeutschen Reich. suchtes Winterfest ab. Die turnerischen Darbietungen brachten zwei Volkstänze und einen lustigen Polka der kleinen, sowie Freiübungen nach Volksliedern der größeren Schülerinnen. Die Turner warteten mit Stabübungen und Barrenturnen auf ------ Tur- 5 v. H. Ewald 100,40 (100,13). Auch die amtlichen notierten Industrie-Anleihen lagen durchweg hoher, 5 v. H. Mittelstahl 100,75 (99,75), 5 v. H. Hoesch 101,50 (101), 6 v. H. IG. Farben 118,50 (118). Don Goldpfandbriefen wurden Nass. Landesbank 0,2a v. H. erhöht auf 99,75. Liquidationspfandbne,e waren gebucht und fast durchweg 0,25 bis 0,40 v. H. befestigt. Stadtanleihen zogen zum Teil etwas an, 4,50 v. H. Mainz von 28 97 (96,50). An den Aktienmärkten ging das Geschäft im Verlaufe stark zurück, so daß sich die höchsten Kurse nicht immer voll behaupten konnten und die Entwicklung stärker uneinheitlich war Hoher lagen u. a. Rheinstahl mit 133 nach 13^,75, 2K3. für Verkehr mit 120,50 nach 119,50, Verein. Stahl mit 105,75 nach 105,50, dagegen AEG. 115,75 nach 116,25, Kaufhof 103,75 nach 104. Bei den spater notierten Papieren hielten sich Rückgänge und Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. etwa die Waage. ... Im Freiverkehr war die Haltung überwiegend fester. Elsäss. Bad. Wolle 91 bis 93 (89 bis 91), Ufa 84,50 (84), Dingler etwa behauptet mit 99 bis 101, Rastatter Waggon gestrichen Geld. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Ligen können. Mit einer eigenen Karawane kömmt die Deutsche Land-Kraft-Führerschule in die kleinen Städte, in Denen sich landwirtschaftliche Schulen befinden. Die Karawane führt Lehrgeräte aller Art, Werkbänke, Werkzeuge und vor allem Modelle landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen mit sich. In einer großen Werkstätte werden die Geräte, Werkbänke und Modelle aufgebaut, und die Schüler der land- wirtschaftlicheii Schule kommen dann auf 14 Tage zu den Vorführungen. Damit die Junghauern an- schaulich die Eigenarten der bei der Arbeit verwendeten Maschinen kennen lernen, läßt der Leiter der Kurse aus dem Dorf landwirtschaftlich« Maschinen heranholen, besonders solche, die reparaturbedürftig find. Verschmutzt und verrostet, wie sie vom Felde gekommen sind, werden die Maschinen in die Werkstätte eingeliefert. Eine gründliche Reinigung ist die erste Arbeit, dann wird Teil für Teil untersucht, und was nicht in Ordnung ist, repariert. Ein Lehrer zeigt den Schülern die Fehler der Maschine und erklärt, wie sie zu beheben sind. Da höchstens 15 Jungbauern in einer Gruppe arbeiten, wird jeder mit den Handgriffen und der 1 Eigenart der Maschinen bekannt und kann bann in’ seiner eigenen Wirtschaft mindestens die notwendigen kleinen Reparaturen selbst ausfuhren. Größere Reparaturen werden selbstverständlich dem Frankfurt a. M-, 3. Jan. Die Börseiw« allgemein weiter befestigt. Seitens der Kunchchaft erfolgten Überwiegend weiter mäßige Kaufe aus den Mitteln des Zinstermins, die zwar vorwiegend am Rentenmarkt Anlage suchen, aber auch in Aktien sich in kleinem Maße fortsetzten. Die Umsatz- tätigkeit hat sich jedoch nicht stärker belebt. Am Aktienmarkt war die Entwicklung wieder etwas uneinheitlich, im ganzen überwogen jedoch Erhöhungen. Kleine Rückgänge aus einzelnen Gebieten resultierten aus genehmigten jüdischen Abgaben. Knapp gehalten eröffneten u. a. IG. gar' ben mit 150,25 (150,50). Hoesch mit 107,oO (108), Daimler mit 133,50 (134), Deutsche Erhol mit 121,25 (121,75), Licht und Kraft mit 131,75 (132'25) sowie Reichsbank, die 1 v. H. verloren, auf 186. Weitere Erhöhungen traten vor allem am Elektro- markt em unter Bevorzugung der rentenahnlichen Tarifwerte; RWE. 122,50 (121,50). Auch MG. weiter beachtet bei 116,25 (115,50). Hefter festen ferner Zement Heidelberg mit 148,50 (147,25), Verein Deutsche Metall mit 172 (170), AG. für Verkehr mit 119,50 (118,50) ein Der Rentenmarkt hatte bei lebhafter Nachfrage eine ausgesprochen feste Tendenz. Reichsaltbesitz 128,65 (127,90), Reichsbahn- DA. 122,13 (121,75), 5 v. H. Gelsenkirchen Berg 100,90 (100,oO) im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung 92,80 192,65), 4 v H. Rentenbcmk'Aküojung 88,75 (88,50), Abendbörse: Renten gefragt, Aktien füll. An der Abendbörse lag das Interesse der Kundschaft im wesentlichen am Rentenmarkt, wo sich Anlagekäufe sortsetzten. Größere Umsätze scheiterten indessen vielfach mangels passenden Angebots. Reichsaltbesitz gingen mit unverändert 128 65 4'/- v. H. Dresden von 1926 mit unverändert 96,75 um, ferner von Jndustrie-Obligationen 5 v,H. Thyssen 100,75 (100,50), 5 o. H. Mühlheimer Berg mit 100,75 (100,50), 5 v.H. Gelsen Benzin mit 101, 5 v. H. Mark Komm. Hagen nut 100 6 v. H. Farben waren 0,13 v.H. höher mit 118,65 unö Reichsbahn-Vorzugsaktien mit unverändert 122,lö gesucht. Von unnötierten Renten befestigten sich Kommunal-Umschuldung auf 92,85 nach 92,80 5 v H. Ewald auf 100,50 nach 100,40 und Städte-Alt- besitz blieben mit 132 gefragt. — Aktien wurden dagegen ziemlich vernachlässigt und kamen überwiegend ohne Umsatz und wenig verändert zur Notii. Die Grundstimmung blieb im ganzen eben- falls freunbtid). Etwas b-fchigt waren u.o. S*rfW- anstatt auf 202,50 (202), B-mberg auf 135^0 (135). Rheinmetall auf 130,50 (130) und Detttfche Linoleum. die mit 153,50 (102,50) aber noch 1 n. H. um Iler Berlin blieben. Niedriger lagen Gefsurel mit Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 9 Ochsen, 6 Bullen, 30 Kühe, 35 Färsen, 114 Kälber, 52 Schweine, 12 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 41 bis 45,5, Bullen 34 bis 42,o, Kühe 22 bis 44, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 45 bis 62, Schafe 35 bis 47 Pf. je V2 kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 115 bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,a kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschnei- ber) 1,11, g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 ^Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe mittelmäßig. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe fester. richtete sie an den Zeugen ein Schreiben, das bet biefem den Eindruck erwecken sollte, als sei es von der Köppener Firma verfaßt. Sie stellte darin außerdem noch eine falsche Abrechnung auf. Ferner hat die Angeklagte einer Frau in Nieder-Mörlen deren Sparbüchse eingeschlagen und Spargroschen in Höhe von 22 Mark entwendet. Die Angeklagte konnte mit ihren Einlassungen in der Hauptverhandlung nicht durchdringen, sondern sie wurde im Sinne der Anklage überführt. Wegen Verbrechens der schweren Urkundenfälschung, der Unterschlagung in zwei Fällen und des Diebstahls in einem Falle erhielt sie unter Annahme mildernder Umstände eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten. Rundfunkprogramm Donnerstag. 5. Januar. 129 (129,75). Von den führenden Werten blieben IG. Farben mit 150,25, Vereinigte Stahl mit 105,75 und Mannesmann mit 108,75 behauptet. Von Bankaktien gewannen Dresdner Bank 0,25 0. H. auf 109. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 3. Jan. Auftrieb: Kälber 490, Hämmel und Schafe 497, Schweine 1345 (in der Vorwoche waren an einem Markttag aufgetrieben: 436 Kälber, 302 Hämmel und Schafe und 2527 Schweine). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht Freitag, 6. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Von Freiburg: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 10: Schulfunk. Die deutsche Nordpol-Expedition 1938 mit Dr. Ernst Herrmann.. 10.30: Kniffe für die Bretter. Eine Hörfolge um die richtige Behandlung der Wintersportgeräte. 11.30: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.15: Dem Opernfreund. Aus Verdis „La Traviota". Die drei Finale. 15: Kleines Konzert. Hausmusik. 15.30: Die glückliche Ehe, wir Frauen gestalten sie. Versuchts mal mit Geselligkeit. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: „Programm erfüllt" — Botschaft des Führers. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bilderbuch der Woche. 18.30: Ein Winterabend am Hohen Meißner. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Musikalischer Wunschzettel zugunsten des WHW. 20.45: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.20: Deutsche Meisterschaft im Eiskunstlauf, Paare. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Fachmann überlassen. Neun solcher Karawanen reifen durch Deutschland. Im Bezirk der Landesbauernschaft Hessen- Nassau werden in neun verschiedenen Städten derartige Kurse abaehalten, der erste fand in G r ün - berg (Oberhessen) statt. Landkreis Gießen. 6 Uhr: Präludium in e-moll, von Arnold M. Brunkchhorst —, Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschlage für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Die schönsten Lieder des Jahres 1938. 11.30: Ruf ms Land. 2: Mittagskonzert f. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Leinwand, Variete Parkett. 15: Für unsere Kinder: Das bucklige Männlein. Eine Erzählstunde. 15.30: Unsere Kinder machen uns Sorgen. So haben wir es auch gemacht. 16: Nachmittagskonzert. Em age 17 bis 17 10- Das Mikrofon unterwegs. 18: Aus Arbeit und Beruf: 18.30: Volksmusik. 16.15: Ausschnitte aus der Gründungsfeier der Deutsch-Jta- 1938 1937 1936 1300 972 309 520 461 424 125 18 83 1945 1451 796 18 011 16 066 14 615 Spieler des LTC. Prag das Eis, so daß die Schweizer Turniersieger wurden. r,, Von der ersten Minute an spielten sich Szenen ab, wie man sie in einem Kampf zweier Landesmeister nicht für möglich hielt. Sie führten dazu, daß der schweizerische Schiedsrichter drei Davoser und Zwei Prager vom Eis verwies. Als dann Bibi Tornam in der 13. Minute das Führungstor für Davos erzielt hatte, sah es auf dem Eis bald wie m einem Hexenkessel aus. Der Prager Malecek ging gegen P. Cat- tini tätlich vor, und aus diesem Zwischenfall entwickelte sich ein allgemeines Handgemenge Die Prager holten sich von ihrem Landesverband telephonisch Anweisungen und erhielten den Auftrag weiterzuspielen. Sie weigerten sich aber, das zu tun. Sie brachen den Kampf ab. Damit hat ein von vier Nationen beschicktes furnier um eine der wertvollsten Trophäen des Cis- hockeyfports ein unrühmliches Ende gefunden. Schade um den Spengler-Pokal! Hessens Handball E1f