Nr. 258 Lrfte? Matt 189. Mrgang Aeitag, 3. November 1939 ®r)eere«berickt. (In einem Teil ber Auflage wieberholl.) Berlin, 2.Nov. (DNB.-FunHpruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht feilt mit: 3m Westen nur an einzelnen Stellen schwaches Artilleriefeuer. Die erste Beschießung Oer englischen Küste am 3. November 1914. Von Koi vetten-Kapifän a O. Frhr. v. ^orstner. Kaum war die Kunde der Vernichtung des Geschwaders von Admiral Cradvck vor Coronel in England bekanntgeworden, als am Tage darauf schwere Granaten deutscher Schlachtkreuzer die Bewohner der Ostküste Englands aufschreckten. Seit Admiral de Ruyters Zeiten hatte sich kein feindliches Kriegsschiff bis auf Kanonenschußwelte dem Strande Englands zu nähern gewagt. Während unsere gesamte Flotte als Rückhalt in der Mitte der Nordsee stand, sollten unsere Schlacht- kreuzer bei Hellwerden am 3. November Great Yarmouth beschießen. Der Kreuzer „Stralsund" hatte die Aufgabe, gleichzeitig Minen vor der Küste zu legen. Trotz schwierigster Naoigierunq erreichten unsere Schlachtkreuzer pünktlich ihr Ziel. Leichte Dor- postenkräste wurden bald verjagt. Dichter Dunst lag über der Küste. Kurz nach 6 Uhr wurden aus dem Dunst heroorkommende Landbatterien unter Feuer genommen. Die aus dem Küstennebel steil hervorragende Nelsonsäule diente zeitweise als Hilfsziel. Nach beendeter Beschießung und Minenwerfen drehten unsere Schlachtkreuzer auf das eigene Gros zurück. Don ihnen entgegengesandten englischen U-Booten sank „D 5" auf einer Mine. Dieses erste Unternehmen gegen die englische Küste wurde in Seefahrtskreisen der ganzen Welt als militärisch-seemännische Glanzleistung unseres Kreuzerführers, Konteradmiral Hipper, anerkannt. Diesem stand als I. Admiralstabs-Offizier auf seinem Flaggschiff „Seydlitz" Korvetten-Kapitän Roeder, der fetzige Großadmiral und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, zur Seite. Die zwei harten Schläge — Coronel und Great Yarmouth — die England in den ersten Novcmbertagen des Jahres 1914 trafen, hatten den Nimbus der Unbesiegbarkeit der englischen Flotte und der Unantastbarkeit von Englands Küste zerstört. Gewaltig sank das Ansehen der englischen Flotte im eigenen Volk. Immer lauter verlangte die öffentliche Meinung endlich Taten ihrer „grand fleet“, die nicht einmal den deutschen Kreuzern den Rückweg hatte verlegen können. Churchill wieder am Werk! Geheimnisvolle Explosion auf einem Schwesterschiff der „Athenia" Neuyork, 2.Nov. (DNB.) Folgende auf eine Alsociated-Preß-Jnformation aus San Pedro in Ka- lifornien zurückgehende Meldung wirft neues Licht auf den Fall „Athenia": Das seit vier Wochen Überfällige Motorschiff „M o v e r i a" aus Liverpool, ein Sch w e ste r schi f f der im Auftrage Churchills versenkten „A t h e n i a" traf am Mittwoch in San Pedro ein. Mitglieder der Mannschaft berichten, daß sich am 23. September i m M a» schinenraum eine Explosion ereignete, die die „Mooeria" zwang, nach Balbao (Panamakanal) zur Reparatur zurückzukehren. Der Kapitän der „Mvveria , MacKecham, weigerte sich, einen Bericht über die Explosion mit Vertretern der I18^..-Presfe zu besprechen. Scharfer Widerstand der Burenparieien gegen England London, 2. Nov. (Europapreß) Die Verhandlungen Über die Vereinigung der beiden nationalburischen Gruppen in Südafrika nehmen einen aussichtsreichen Verlauf. Zugleich wird von den führenden Männern der Nationalisten eine immer schärfere Sprache gegenüber England geführt. Der Führer der Na- tionalisten-Partei, Dr. M a l a n , erklärte in einer Rede, seine Partei würde den früheren Ministerpräsidenten General Hertzog als obersten Chef willkommen heißen, wenn die zur Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen dem General Hertzog und den Malan-Anhängern abgeschlossen seien. General Hertzog wandte sich seinerseits gegen die „britischen Jingos" und unterstrich di^ Gefahr, in der sich die Südafrikanische Union befände, wenn sie ihre Freiheit wieher einbüßte. Dr. Malan drohte damit, Südafrika würde, wenn es den Frieden nicht innerhalb des britischen Imperiums haben könne, ihn außerhalb desselben suchen müssen. Die Regierung Smuts hat bereits Maßnahmen ergriffen, um sich den Anhängern Malans und Hertzogs entgegenzustellen. Eine der drastischsten Maßnahmen gegen die Afrikander ist das Verbot, Kritik an der Regierung zu üben. Als Vorsichtsmaßnahme wird General Smuts Tag und Nacht von Detektiven bewacht. Das Regierunas- gebäude in Pretoria wimmelt von Polizei. Doch hat sich bis jetzt lediglich der Minenarbeiter eine unruhige Stimmung bemächtigt. Unterdessen mußten alle Buren ihre Feuerwaffen abliefern, die ihnen bisher im Dienste gegen Leoparden sehr geholfen haben. Es handelt sich also um eine ebenso harte wie unnötige Maßnahme. Freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Italien und Griechenland. Notenwechsel zwischen Rom und Athen stellt konkretere Gestaltung der beiderseitigen Beziehungen für die nahe Zukunst in Aussicht. Rom, 3. Roo. (DRB.-Funkspruch.) Die italienische und die griechische Regierung haben in Athen zwei Roten ausgetaufcht, in denen sie „der festen Hoffnung Ausdruck geben, daß die Entwicklung der internationalen Lage ihnen in naher Zukunft die Möglichkeit bieten wird, ihren Beziehungen mit dem Ziel einer vertrauensvollen und fruchtbaren Zusammenarbeit auf allen Gebieten eine konkretere Form zu geben." Die griechische wie die italienische Regierung erklären sich entschlossen, „in der Zwischenzeit" f i ch von den Grundsätzen der Freundschaft und der Zusammenarbeit leiten zu lassen, die in dem am 23. September 1928 in Rom unterzeichneten Freundschafts- und Schiedsvertrag enthalten find. In der vom griechischen Ministerpräsidenten Metaxas unterzeichneten Rote an den italienischen Gesandten Srazzi wird auf die unter dem 12. Oktober erneuerten Zusicherungen wie die freundschaftlichen Absichten Italiens gegenüber Griechenland und auch die zwischen den beiden Regierungen bestehende herzliche Atmosphäre nach der Zurückziehung der italienischen und griechischen Truppen von der albanischen Grenze hingewiesen und die Absicht der griechischen Regierung zur Fortsetzung ihrer Friedenspolitik zum Ausdruck gebracht. Desgleichen bekräftigt die griechische Rote „den aufrichtigen Wunsch zwischen Italien und Griechenland, eine neue Periode der Freundschaft und des Einvernehmens, getragen von größtem gegenseitigem vertrauen, eröffnet zu sehen". Die gleiche Absicht und der gleiche Wunsch wird in der vom italienischen Ge- sandten unterzeichneten Rote an den griechischen Ministerpräsidenten seitens der italienischen Regierung ausgesprochen. Der Rotenwechsel zwischen Rom und Athen wird von der römischen Morgenpresse an erster Stelle und in großer Aufmachung, sedoch kommentarlos wiedergegeben. „Messaggero" stellt ihn unter die Ueberschrift „Mi ttelmeer-Glelchgewicht", währen „Popolo d'Jtalia" die italienisch-griechische Freundschaft betont. Die Sowjetunion und ihre Nachbarn. Die Molotow-Rede hat alle Gefahrenlegenden zerstört. Rumänische Pressestimmen. Bukarest, 2. Nov. (Europapreß). Zur Rede Molotows schreibt die Zeitung „Unioersul", im Sanzen habe besonders der erste Teil durch seine Argumentierung viel Aehnlichkeit mit den deutschen Thesen. Sowohl durch seine Form, als durch seinen Inhalt stelle er eine moralische Solidarität mit Deutschland her. Das Blatt unterstreicht den Neutralitätswillen der Sowjetunion, aber auch den Wunsch, die Friedensbestrebungen Deutschlands zu unterstützen. — „Cu- rentul" sagt, die Bedeutung der Sowjetunion gehe schon daraus hervor, daß sich England und Frankreich monatelang um ein Bündnis bemüht hätten und auch jetzt ihr gegenüber keine feindliche Haltung einzunehmen wagten, obwohl man nicht sagen könne, daß Moskau eine außergewöhnlich freund- schastliche Haltung den beiden dernokrattschen Staaten gegenüber bezeuge. Die Molotow-Rede enthalte auch einige ausgesprochen feindselige Stellen gegenüber den demokratischen Staaten. Das Blatt hebt die kategorische Gegnerschaft gegenüber der im Jahre 1919 geschaffenen Ordnung Europas hervor. Man müsse anerkennen, daß die Molotow-Rede eine sehr scharfsinnige Taktik des Angriffs gegen die englisch-französische Politik enthalte. Eine sehr freundliche Betrachtung widmet der „Joumalul" der Molotow-Rede. Der russische Außenkommissar habe, so heiß es dort, durch seine Erklärungen für d i e Nachbarstaaten der Sowjetunion alle Ge f a h r e n l e g e n d e n zerstört. Andererseits stelle die Aufrechterhaltung der russischen Neutralität ein wesentliches Element in der zukünftigen Entwicklung des Krieges dar, ebenso wie auch die Offenhaltung der russischen Rohstoffquellen für Deutschland. Für alle der Sowjetunion benachbarten Staaten sei der von Molotow mit Ueberzeugung wiederholte Neutralitätsentschluß mehr als willkommen. Die Nachbarn Rußlands feien fo aller Gefahr entgangen, die für einen kleinen Staat die Nachbarschaft eines großen enthält, der sich im Krieg befindet. Nach Unterstreichung der Erklärung, daß die Sowjetunion im Schwarzen Meer weiter eine Politik des Friedens und der strikten Neutralität verfolgen werde, sagt der Artikel, klarer könne man unter den heutigen Umständen nicht sprechen. Die geheimnisvolle Sphinx habe gesagt, was sie beabsichtigt, und die Welt habe das Recht, sich zu beruhigen. Beunruhigung in der Türkei. Rom, 2. Nov. (Europapreß.) Jener Teil der Rede Molotows vor dem Obersten Rat der Sowjets, der Bezug nimmt auf die mit der Türkei er- -folasos geführten Verhandlungen, hat, wie „Lavoro Fascista" aus Istanbul berichtet, in türkischen Kreisen starke Beunruhigung hervorgerufen. Die öffentliche Meinung in der Türkei zeige sich auch durch die Ereignisse auf dem Balkan beunruhigt, da man auch in Belgrad der Ansicht sei, die Türkei habe sich durch den Ankara-Vertrag in das englisch-französische System eingeschaltet und infolgedessen vom Balkanbund entfernt. Koggebusch. Von Hans Riebau. Wasferstandsmeldung. Koggebusch liegt am Bach und guckt in den Himmel. Plötzlich kommt ein Motorradfahrer daher. „Hallo", ruft er, „ist der Bach da tief?" „Nein", ruft Koggebusch zurück, „fahren Sie nur ruhig hindurch." Der, Motorradfahrer gibt Gas und kurz daraus guckt nicht einmal mehr die Lenkstange aus dem Wasser. Koggebusch zieht ihn ans Land. „Merkwürdig", flüstert er dann und blickt auf das strömende Wasser, den Gänsen ging es nur bis zum Bauch." Momentaufnahme. Koggebusch geht über die Kurpromenade. Ein Photograph zückt —in fünf Meter Abstand — die Kamera, Koggebusch bleibt stehen. „Gehen Sie nur ruhig weiter!" ruft der Photograph, „ich mache die Aufnahme in ein tausendstel Sekunde!" ,^>h bitte", sagt Koggebusch, „so eilig hab' ich's gar nicht!" * Hähne und Hühner. Horniebel hat eine Geflügelzucht mit zwei großen Ställen, Wiesenauslauf, elektrischem Brutschrank und allem was dazu gehört. Neulich aber kommt er seltsam erregt zum Stammtisch. „Da ist mir doch etwas sonderbares passiert", sagt er. „Ich habe in meiner Zucht ausschließlich Weiße Leghorn. Wie ich ober heute die Brutmaschine öffne, was sehe ich? Heber dreißig der ausgescylüpften Kücken sind bunte Italiener!" „Allerhand!" nickt Koggebusch, „höchste Zeit, daß du die Maschine mal nachsehen läßt." * Glückspilz. Koggebusch und Sampel siken beim Bier. „Ich bin doch ein Pechvogel", sagt Sampel, „stell dir vor, am letzten Dienstag wollte ich die Prämie für die Feuerversicherung bezahlen, vergesse es aber, und gestern sind mir im Keller die Kohlen, vier Sack Holz und zwei Fahrräder verbrannt. Natürlich weigert sich die Versicherung, zu bezahlen." • „Das ist wirklich Pech", nickt Koggebusch. „Was mich betrifft, so bin ich in solchen Dingen ein ausgesprochener Glückspilz." „Wieso Glückspilz", fragt Sampel, „hast du auch mal Feuer gehabt?" „Das nicht, sagt Koggebusch, „aber am ersten April, kurz vor meinem Umzug, schließe ich eine Unfallversicheruna ab, und schon am zweiten April fällt mir unser Klavier auf den Kopf." * Tolle Gerüchte. Koggebusch erzählt Dinge über den jungen Sorosch und Frau Parinski, daß den Stammtifcyfreunden die Haare zu Berge steyen. ,^Hör mal", unterbricht chn schließlich Sampel, „woher weißt du denn das alles?" „Von Horniebel", sagt Koggebusch. „Aber ich bitte dich!" ruft Sampel, „glaubst du denn etwa alles, was der Horniebel erzählt?" „Unsinn!" runzelt Koggebusch die Stirn, „ich erzähl es nur weiter!" ♦ Aufschub. Koggebusch übernachtet irgendwo in einem kleinen Dorf. Die Nacht ist warm, die Fensterflügel sind geöffnet, und im Garten singt eine Nachtigall. Plötzlich aber schiebt sich ein Revolver auf die Fensterbank, der Sicherungshebel knackt, und eine heisere Stimme flüstert: „Haben Sie Geld?" Koggebusch richtet sich in seinem Bett auf, sieht den Revolver und die dazu gehörige Hand, und dann flüstert er zurück: „3m Augenblick nicht. Aber am Ersten bekomm' ich Gehalt/ * Konzert. Koggebusch, Sampel und Horniebel sind im Konzert. „Du", flüstert Sampel und stößt Koggebusch in die Seite, „Horniebel ist gana fest eingeschlafen/ „Unerhört!" flüstert Koggebusch zurück, ,/unb um mir das zu sagen, weckst du mich auf?" ♦ Denksport mit Trick. Der Stammtisch treibt Denksport. Zuerst sind es nur einfache Rätsel, allmählich aber werden die Aufgaben schwieriger, und schließlich legt Koggebusch eine Photographie auf den Tisch und fragt: „In welchem Monat ist diese Ausnahme gemacht?" Sampel nimmt die Photographie. „Das ist ja kinderleicht", ruft er, ,Hie Bahnhossuhr zeigt auf zwei, die Sonne scheint, und die Schatten sind sehr schräg. Also ist die Photographie im Dezember aufgenommen." „Falsch", ruft Koggebusch, „bie Aufnahme ist am 20. Mai gemacht." „Aber erlaube mal", sagt Sampel, „am 20. Mai, mittags um zwei kann die Sonne niemals derart schräge Schatten werfen. Oder ist ein besonderer Trick dabei?" „Allerdings nickt Koggebusch, „bie Uhr ist um zwei stehen geblieben/' Das Posaunen-Solo. „Paßt man auf", sagt Koggebusch am Stammtisch, „wenn morgen mein Posaunen-Solo beim Vereinsfest ein großer Erfolg wird, dann essen wir anschließend auf meine Kosten Hähnchen mit Kartoffel-Salat im goldenen Stern. Wenn es aber kein besonderer Erfolg wird, bann trinken wir eine Flasche im Ratskeller." „Einverstanden", nickt Sampel, „was aber —, wenn es katastrophaler Reinfall wird?" „Kommt ja gar nicht in Frage", schüttelt Kogge- dusch den Kopf, „aber immerhin, dann trinken wir eben ein kleines Helles in der Stehbierhalle von Porsch." Am nächsten Abend um zehn trinken bie Stammtischfreunde in der Stehbierhalle von Porsch je ein kleines Helles. Um dieselbe Zeit aber betritt Koggebusch mit fliegendem Mantel den goldenen Stern und ruft: „Herr Wirt! Siebenmal Hähnchen mit Kartoffelsalat!" Fußball. Koggebusch hat — als er noch jung war — gern Fußball gespielt, und noch heute zuckt es ihm in den Füßen, wenn er so einen Ball auf dem Rasen liegen sieht. Neulich aber geht er — quer über den Sportplatz — auf die Tribüne zu. Ein paar junge Seute haben sich gelagert, und neben ihnen liegt — braunglänzend — ein Fußball. Koggebusch kann es nicht lassen: er nimmt einen Anlauf und tritt den Ball, wie noch nie ein Ball getreten worden ist. Zwei Sekunden später liegt Koggebusch stöhnend am Boden. „Hilfe!" ruft er, „ist das denn kein —" „Nein", sagt da einer der jungen Seute, ,chas ist eine Eisenkugel für die Gewichtsheber." Mangel an Vertrauen. Koggebusch kommt — spät nachts — vom Stammtisch nach Hause. Frau Kvggebusch ist noch wach. Frau Koggebusch setzt sich in Positur. „Wo warst du heute abend um neun?" fragt sie. „Im Kino", sagt Koggebusch. „Allein?" frag? Frau Koggebusch weiter. „Natürlich", nickt Koggebusch, „glaubst du etwa, daß ich ..." „Allerdings", ruft Frau Koggebusch, „bu warst mit einer Dame im Kino." „Aber erlaube mal", ächzt Koggebusch, „ich kann beschwören, daß ich allein---" „Schweig!" zischt Frau Koggebusch, „ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, daß du mit einer Dame im Kino warst." „Das ist ja allerhand", schlägt Koggebusch da auf den Tisch, „so wenig Vertrauen hast du, und glaubst deinen eigenen Augen mehr als mir2" England tritt kurz. Zurückhaltende Stellung zurMolotow-Rede Rom, 3. November. (Europapreß.) Die Berichts der italienischen Pressevertreter in Paris und London lassen erkennen, daß die Rede Molotows in den beiden Hauptstädten eine ftarf von einander abweichende Aufnahme gefunden hat. Während sich die französische Presse in scharfer Kritik dieser Rede ergehe, sei in der englischen Presse das Bestreben unverkennbar, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. In Paris würden die Reste von Duldsamkeit, die hier und da noch gegenüber Sowjetrußland beständen, scharf verurteilt. Dagegen herrsche in England die Tendenz vor, die scharfen Stellen der Rede, ob sie nun b$r Tür» fei oder Finnland gegolten hätten, ebenso wie die unangenehmen Dinge, die an die Adresse Großbritanniens gerichtet gewesen seien,, mit Stillschweigen zu übergehen. Diese vorsichtige Haltung sei zweifellos in Verbindung zu bringen mit dem Wunsch Englands, die" Empfindlichkeit Moskaus so wenig wie möglich zu verletzen, weil man in London hoffe, dadurch eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland verhindern zu können. Für England scheine es in erster ßinie' wichtig zu sein, daß Rußland wenigstens im Augenblick Deutschland noch keine militärische Hilfe gegen die Westmächte zu> teil werden lasse. Die Westukraine in Oie Sowjetunion ausgenommen. Moskau, 2. Nov. (DNB.) Auf der Abend- sitzung des Obersten Sowjets am Mittwoch wurde bie Aufnahme der Westukraine tn den Verband der Sowjetunion und ihre Vereinigung mit der u kra i ni s chen Sowjetrepublik vorgenommen. Nach Eröffnung der Sitzung betraten die über 60 Abgeordneten der westukrainischen Nationalversammlung den Saal, wo sich die Sowjetregierung und die Parteispitzen, unter ihnen Stalin, Molotow, Woroschilow und Mikojan eingefunden hatten. Mehrere Mitglieder der Abordnung nahmen in ukrainischer Sprache zu der Frage des Anschlusses an die Sowjetunion Stellung. Ihre Reden enthielten eine eindringliche Schilderung der Unterdrückung des westutrainischen Volkes unter der polnischen Herrschaft. Dann brachte der Stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Wyschinski, eine Entschließung ein, in der gefordert wurde, die Westukraine in die Sowjetunion aufzunehmen und der Ukrainischen Sowjetrepublik anzugliedern, sowie allgemeine Wahlen zum Obersten Sowjet der UdSSR, im Gebiet der Westukraine anzusetzem Die Versammlung nahm die Entschließung einstimmig an. Donnerstag wird die Aufnahme des westlichen Weißrußland in die Sowjetunion zur Debatte stehen. Die sowjetrussischen Truppen haben ihre estnischen Stützpunkte besetzt. Helsinki, 3. Nov. (Europapreß.) Nach Mitteilungen aus Reval ist nun auch die Beförderung der Sowjettruppen in die estnischen Stützpunkte abgeschlossen worden. Man erwartet in diesen Tagen noch einige Eisenbahntransporte mit Lebensrnitteln für die russischen Druppen.Augenblicklich beträgt die Mannschastszähl in Hapsal 9000, auf Defel 5000, auf Dagö 1500 und in Baltischport 7000 Soldaten. In Baltischport sind noch etwa 400 russische Frauen untergebracht, die als Büroangestellte tätig sind. Verhandlungen Rußland-Türkei— Rumänien in Ankara? Istanbul, 2.Nov. (DNB.) In Ankara verlautet, es würden demnächst dort dreiseitige Verhandlungen zwischen Rußland, der Türkei und Rumänien stattfinden. Man erwartet dieser Tage die Rückkehr des rumänischen Botschafters, der in den letzten Tagen wiederholt in Bukarest längere Unterredungen mit dem König „Grprcffcr." 3m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird gegenwärtig ein Film von charakteristischen amerikanischen Qualitäten gezeigt, der es an gehäufter Dramatik nicht fehlen läßt. Die junge Frau eines verschollenen Ozeanfliegers und Abenteurers findet ein zweites Glück an der Seite eines bedeutenden Arztes. Plötzlich taucht der totgeglaubte Flieger wieder auf, aber er ist krank und erhebt keinen Anspruch auf seine an sich rechtmäßige Frau. Aber einer seiner früheren Freundinnen sieht in feinem Wiederauftauchen eine Gelegenheit zu einer groß- angelegten Erpressung, da sie zudem Briefe in der Hand hat, die ihr, so glaubt sie, dabei dienen könnten. Sie droht mit der Veröffentlichung der Briefe. Jedoch, der zurückgekehrte Flieger nimmt ihr den Wind aus den Segeln, ja, er bringt sie sogar im entscheidenden Augenblick um das Leben. Da aber der Mordverdacht auf feine ehemalige Frau und deren angesehenen Gatten fällt, stellt er sich dek Polizei, sühnt bas Verbrechen, sühnt Sünden der Vergangenheit und beschließt somit sein verpfuschtes Leben. Der Regisseur dieses ParamounttFilms Ha- rold Young wußte aus dem Thema viel zu machen. Die Spannungen zwischen den handelnden Personen ergeben sich folgerichtig, spitzen sich zu, gipfeln im Gewaltakt und finden die'erwartete Losung. Der ganze Film wurde mit sehr wenigen Personen bestritten und blieb nicht zuletzt dadurch eindeutig und unmißverständlich. Auf alles schmückende Beiwerk wurde verzichtet. Die weibliche Hauptrolle trägt Elissa Land! als Lady Godfrey. In chrer ganzen darstellerischen Haltung kam sie den deutschen Vorstellungen von einer edlen Frau nahe. Ihr steht die mondäne Erpresserin Mona (Frances Drake) mit aller Betonung der zweifelhaften Existenz gegenüber. Paul Cavanagh hält als Dr. Godfrey klar die Linie des Weltmannes und selbstsicheren Arztes. Schließlich weiß Kent Taylor dem totgeglaubten Abenteurer manchen schönen menschlichen Zug zu verleihen. Wenn der Paramvunt-Film in feiner ganzen Auffassung für deutsches Gefühl auch zu sensationell angelegt ist, so fühlt man sich doch angeregt unterhalten. Ein gezeichneter Trickfilm, der in der Technik an die Micky-Maus (seligen Angedenkens) erinnert, läßt vermuten, was dem amerikanischen Kinopubli- kum zu gefallen scheint. Ein Landschaftsfilm aus dem Weserbergland ist eine Quelle ungetrübter Freude. Heinrich Ludwig Neuner. hatte. Der Botschafter gilt als Beoollmäch. t i g t e r für die kommenden Verhandlungen in Ankara. Bewaffnetes englisches Handelsschiff an der norwegischen Küste. Oslo, 2. Nov. (Europapreß.) In den norwegischen Hoheitsgewässern vor Bergen traf ein norwegischer Torpedojäger am Mittwoch auf einen unbekannten Handelsdampfer, der das zweimalige Stoppsignal des norwegischen Kriegsschiffes nicht beachtete und feine Fahrt fortsetzte. Erst nach einem Warnungsschuß vor den Bug stoppte das Schiff ab. Die Untersuchung ergab, daß es sich um ein englisches Handelsschiff ohne Namen handelte, das bewaff- n e t und mit Einrichtungen zum Minensuchen ausgerüstet war. Nach einstündigem Aufenthalt wurde dem Schiff die. Fortsetzung seiner Fahrt mit Kurs auf das offene Meer gestattet. wird unmittelbar nach Aufhören des Eisganaes in Angriff genommen werden, so daß diese Ostpreußenstrecke über Schneidemühl—Dirschau—Marienburg—Königsberg im Frühjahr voll verkehrsfähig sein wird. Die zweite Ostpreuhenverbindung, die über Posen—Thorn—Allenitein nach Südostpreußen führt, wird nach. Wiederyerstellung der Thorner Weichselbrücke Anfang Februar den Verkehr wieder aufnehmen können. Eine weitere wichtige Verbindung ist die sogenannte Koblenbahn (Magistrale) zwischen Ostoberschlesien und Gotenhafen, die bereits in Betrieb genommen werden konnte. Ihr kommt auch besondere Bedeutung für die Kohlenlieferungen an die skandinavischen Staaten zu. Auch der xu erwartenden starken Zunahme im R u ß - landverkehr hat die Reichsbahn Rechnung getragen, 'indem sie alle Strecken, die den Anschluß an das sowjetrussische Dahnnetz ermöglichen, beschleunigt wiederherstellt. Die Bahnverbindung über K o w n o—D ünaburg nach Sowjetrußland ist bereits im Gange. Der Reichsverkehrsminister unterstrich die große Bedeutung der W a s s e r st r a ß e n im befreiten und besetzten Gebiet, die von hen Polen in geradezu unerhörtem Maße vernachlässigt wurden. Es sei ein großer Vorteil, daß nunmehr die Verwaltung des ganzen Weichsel st romes von der Quelle bis zur Mündung in einer Hand liege. In Zukunft werde die Wasserstraßenbaudirektion in Danzig für die geordnete Stromsührung der Weichsel verantwortlich sein. Von großer Bedeutung seien der Bromberger Kanal, der eine wichtige Verbindung der Weichsel, Netze und Warthe mit dem Oderkanal schaffe, und der Adolf-Hitler-Kanal, der die Verbindung zur Donau ermögliche. Dr. Dorpmüller betonte, er habe die berechtigte Hoffnung, daß die gesamte Ernte, sowohl Rüben wie Kartoffeln, und vor allem die Kohlenversorgung durch die Eisenbahn in vollem Umfange bewältigt wird. Die Wiederherstellung des Eisenbahnnetzes im befreiten und besetzten Ostgebiet. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Zerstörte Brücken, aufgerissene Gleise, das waren die immer wiederkehrenden Eindrücke auf der Besichtigungsreise des Reichsoerkehrsministers Dr. D o r p m ü l l e r durch das befreite und besetzte Ostgebiet. Die Polen hatten in ihrem primitiven Zerstörungsdrange die wichtigsten technischen Einrichtungen fast aller Bahnhöfe zertrümmert und die Dienstgebäude aus- geplündert. In diesem verwahrlosten Zustande übernahmen die deutschen Eisenbahner? die der vorrückenden deutschen Truppe unmittelbar folgten, das polnische Schienennetz. Ungeheure Aufgaben technischer und organisatorischer Art mußten i n kürze st er Zeit bewältigt werden. Der für die Versorgung der Bevölkerung dringend notwendige Güterverkehr mußte sofort ins Rollen kommen, um die Militär- und Zivilbehörden bei ihren Maßnahmen wirksam unterstützen zu können. Der Einsatz ist belohnt worden: Auf fast allen Strecken des früheren polnischen Schienennetzes konnte der Zugverkehr wieder ausgenommen werden. Ein Signalverkehr ist teilweise noch heute ausgeschlossen. Die Bahntelephonanlage, ohne die heute ein normaler Bahnverkehr undenkbar erscheint, war zunächst vollkommen unbrauchbar. Lokomotivwas- ser mußte infolge der Zerstörungen an Wasserleitungen oft kilometerweit herangeholt und auf die verschiedensten Stationen verteilt werden. Die deutschen Eisenbahner meisterten ihre Aufgabe in bewundernswerter Weise, besonders die Eisenbahnbautrupps, die in ihren Bauzügen bei der Wiederherstellung der Brücken und Gleise eingesetzt sind. Ihnen allen ist es zu danken, daß heute auf den meisten Strecken des früheren polnischen Netzes, teils eingleisig, teils aber auch bereits doppelgleisig der Eisenbahnverkehr wieder ausgenommen werden konnte. Wichtigste Ausgabe ist die Verbindung zwischen O st preußen und dem übrigen Reich, die bereits vor 14 Tagen nach der Einweihung der D i r s ch a u e r Pionierbrücke über die Weichsel eingleisig ausgenommen werden konnte. Das zweite Brückengleis Neues Dokument für Englands Alleinschuld am Kriege. Oer Krieg schon vor München von England beschloßene Sache. — Ein interessanter Fund in den Geheimakten der ehemaligen Prager Regierung. Berlin, 2. Nov. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: Der Reichsaußenminister hat in seiner großen Danziger Rede in unwiderleglicher Form nachgewiesen, daß der englische Krieg gegen Deutschland von der jetzigen englischen Regierung seit Jahren heimlich und planmäßig vorbereitet worden ist. Er hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Chamberlain im September 1938 nicht nach München gekommen ist, um den Krieg zu verhindern und der Welt den Frieden zu bringen, sondern um den von der britischen Regierung beschlossenen Krieg nur zu verschieben, weil England rüstungsmäßig noch nicht fertig war. Diese Feststellung des deutschen Reichsaußenministers erfährt eine schlagende Bestätigung durch ein in dem Archiv des ehemaligen Außenministeriums der früheren tschechoslowakischen Republik aufgefundenes Ge- beimdokument, das einen Bericht der Gesandtschaft der tschecho-slowakischen Republik in Paris vom 5. 8.1938 Zahl 1075 enthält. Wec^n seiner sensationellen Bedeutung geben wir das Dokument im Wortlaut wieder: „Gesandtschaft der Tschecho-Slowakischen Republik in Paris. Zahl 1075 / vertrl. / 38 O/D. Eingangsstempel: Min. d. Aeußern. Kabinett des Ministers G.Z. 3124 Paris, den 5. August 1938. Betr.: Sinn und Zweck der Mission Lord Runci- mans in Prag. Paraphen: Dr. Jina, Krofta. Geheim. Herr Minister! Masstgli hält die Entsendung Lord Run- cimans nach Prag für eine gute Sache. Anthony Eden äußerte sich in einem Gespräch mit Bot- schafter Corbin, daß nach gutem Nachdenken die Entsendung Lord Runcimans nach Prag einen guten Schritt bedeutet, denn er wird angeblich England in Mitteleuropa mehr engagieren, als es bisher der Fall war. Masstgli sagt, daß die Engländer wissen, daß Krieg sein wird, und daß sie sich mit allen Mitteln bemühen, ihn hinzuhalten. Er anerkennt vollkommen, daß die Entsendung Lord Runcimans nach Prag zu dem Zwecke der Beseitigung des Konfliktes an sich für die Tschecho-Slowakei Gefahren birgt, denn angeblich im Interesse des Zeitgewinnes würde Lord Runciman etwas Vorschlägen können, was der Tschecho-Slowakei ungeheuer schädlich sein könnte. Zu diesem Urteil Massiglis führe ich weitere Informationen an, die ungeheuer lehrreich sind. Auf der kürzlich stattgefundenen Getreidekonferenz, die in London tagte, hatten die Engländer, die Dominions, Amerika und Frankreich eigene getrennte Besprechungen. Der französische Delegierte sprach mit den Ministern Elliott und Morrison sowie mit dem hervorragenden Sachkenner Sir Arthur Street, der im Landwirtschaftsministerium war und der mit einer leitenden Aufgabe im Luftschiffahrtsministerium betraut wurde. Aus den Reden, dem Verhalten und den Verhandlungen der englischen Faktorei gewann der französische Delegierte den positiven Eindruck, daß sich die Engländer für die Organisierung der Ge- treideoersorgung, nicht wegen der Verhütung des Konfliktes interessieren, sondern deshalb, um den Konflikt zu gewinnen. Die Minister Elliott und Morrison sollen beide an die Eventualitäten des Konfliktes glauben. Sir Arthur Street sagte. daß in sechs Monaten er die englische Luftschifsahrt in Ordnuna haben wird. Daher legt man in England eine solche Wichtigkeit dem Gewinne von Zeit bei. Ich führe diese Information an dieser Stelle in Verbindung mit der Entsendung Lord Runcimans nach Prag an, denn, wie ich schon gesagt habe, die Frage der Gewinnung von Zeit spielt eine bedeutsame, wenn nicht entscheidende Rolle in der Entsendung Lord Runcimans nach Prag. Herzlich begrüßt Sie Ihr ergebener O s u s k y e. h. Herrn Dr. Kamil Krofta, Min. d. Ausw. Angelegenheiten in Prag. Was ergibt sich aus diesem interesianten Dokument? 1. Während das wahre britische Interesse nur darin liegen konnte, in wachsendem Maße aus den Entwicklungen des europäischen Kontinents, in die England durch die törichte Außenpolitik des Jahres 1919 hineingeraten war, mehrundmehr wieder herauszukommen, legt es Eden als Wortführer und Machinator der kriegshetzerischen Clique darauf an, England erst recht in diese Verwicklungen des Kontinents zu xiehen, ja immer neue solche Verwicklungen zu schaffen. Deshalb wird in Edens Augen „die Entsendung Lord Runcimans nach Prag einen guten Schritt bedeuten, denn er wird angeblich England in Mitteleuropa mehr engagieren, als es bisher der Fall mar." England lag gar nichts an einer wirklichen friedlichen Regelung des Konfliktes. Ls interessierte sich „nicht wegen der Verhütung des Konfliktes, sondern deshalb, um den Konflikt zu gewinnen". Rur den Zeitpunkt wollten sie sich ausersehen. Englands Rüstungen waren lange vernachlässigt worden, da man sich allzulange auf das traditionelle Prestige Großbritanniens verlassen und gemeint hatte, man könne es sich leisten, mit der bloßen Drohung der britischen Macht xu bluffen. Als sich seit der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich herausgestellt hatte, daß das Groß- deutsche Reich in der Durchsetzung seiner legitimen Lebensinteressen sich nicht bluffen lasse, da setzte auf englischer Seite ein fieberhaftes R List ungstempo ein. Sir Arthur Street sagte, daß er in sechs Monaten die englische Luftschifffahrt in Ordnung haben wird. Daher legte man in England eine solche Wichtigkeit dem Gewinnen von Zeit bei. Nach Englands Auffassung sollte schon die t s ch e ch o - sl o w a k i sch e Frage die Möglichkeit bieten, nicht nur die Beseitigung der Unruheherde in Europa zu verhindern, sondern auch sich jedem Anwachsen deutscher Macht mit Gewalt entgegenzustellen und die englische Weltherrschaft gewaltsam aufrechtzuerhalten. Dank der Entschlossenheit des Führers und seines eisernen Zugreifens ist dies den Engländern in der tschecho-slowakischen Krise nicht geglückt. Um so zäher und verbissener haben sie sich infolgedessen in der polnischen Angelegenheit, die sie im Grunde nicht das geringste anging, und bei der englische vitale Interessen überhaupt nicht auf dem Spiele standen, festgelegt, um durch die Verpfändung des Wortes der britischen Regierung das englische Volk zu zwingen, dem deutschen Volk in den Weg zu treten. Die englische Kriegsschuld, die systematische englische Vorbereitung des Krieges, der systematische englische Wille zum Kriege schon im Jahre 1938 hat durch dieses tschechische Dokument einen neuen schlagenden Beweis erfahren. Aus dem Reich. Keine nennenswerte Arbeitslosigkeit. Wie Staatssekretär Dr. S y r u p , der Leiter der Arbeitseinsatzorganisation im Reichsarbeitsministerium, in der „Sozialen Praxis" mitteilt, ist im Gegensatz zum Beginn des Weltkrieges in den ersten sechs Wochen dieses Krieges keine nennenswerte Arbeitslosigkeit aufgetreten. Der liebergang von der Friedens- zur Kriegswirtschaft hat auch diesmal zu umfangreichen Umschichtungen von Arbeitskräften geführt. Er war jedoch nicht mit nennenswerten Betriebsstillegungen verbunden. Freigestellte Arbeitskräfte konnten von den Arbeitsämtern in kürzester Frist in neue Arbeitsplätze eingewiesen werden. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Anfang Oktober kaum die Hälfte der Arbeitslosen zur gleichen Zeit des Vorjahres. Nur ein Bruchteil dieser Arbeitslosen war voll arbeitsfähig und außerhalb des Wohnortes einsatzfähig. Gebietlich gesehen verteilt sich die Arbeitslosigkeit in der Hauptsache auf die großstädtischen Bezirke. Im Gegensatz zu dieser Entwicklung trat 1914 sofort nach Kriegsausbruch eine ungewöhnliche Arbeitslosigkeit bei den Industriearbeitern ein. Fast ein Viertel aller Industriearbeiter, die nicht zum Heeresdienst eingezogen waren, wurden durch Betriebsstillegungen und Betriebseinschränkungen arbeitslos. Eine frühzeitige vorbeugende Einschränkung der Konsumgüterindustrie bedeute stets die Freistellung von Arbeitskräften. Diese seien in die Industrien einzugliedern, deren Ausweitung der Krieg fordert. Umschulung könne dies erleick- tern. Es sei weiter notwendig, K r i e a s auf» träge insbesondere in jene Gebiete zu legen, in denen aus der Konsumgüterindustrie Arbeitskräfte freiwerden. Damit werde auch die Umschichtung erleichtert. Wenn die Aufträge für eine Vollbeschäftigung zeitweise nicht ausreichten und zur Kurzarbeit geschritten werden müsse, sorgten die Arbeitsämter durch Kurzarbeiterunterstützung dafür, daß auch solche Zeiten durchgehalten werden. Es sei immer richtiger, zur Kurzarbeit überzugehen, als einen Betrieb stillzulegen. Fristverlängerungen für die Altersversorgung des Handwerks. Durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers sind mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse einige Fristen für die Altersversorgung des Handwerks verlängert worden. So kann ein zur Wehrmacht einberufener Handwerker die Halbversicherung mit Rücksicht auf seine Lebensversicherung noch bis Ende Dezember 1939 mit der Rückwirkung ab 1. Januar 1939 beantragen. Nach dem bisherigen Recht war die Frist am 1. Oktober abgelaufen. Auch Kriegserlebnis eines Arztes. lieber ein Kriegserlebnis besonderer Art berichtet Oberarzt d. R. Dr. Erich Neumann im Aerzte- blatt für Berlin, nämlich über eine Entbindung zwischen d e n Fronten. Die Truppe hatte am Abend vorher das Städtchen Cz. besetzt und den Widerstand der polnischen Heckenschützen nieder- gekämpft. Am nächsten Morgen, so schreibt der Berichterstatter, wird ein Mann in Zivil zu mir geführt, ein Bauer aus M, einem Dorfe fünf Kilometer nordwärts von Cz. Er erzählt, daß feine Frau seit drei Tagen in Wehen läge und daß kein Arzt zu erreichen wäre, da alle Zivilärzte geflohen seien. Guter Rat war zunächst teuer. So ausgezeichnet unsere Sanitätsausrüstung sonst auch ist, Instrumente zur künstlichen Entbindung führen wir nicht bei uns. Mit Genehmigung meines Abteilungsführers entschloß ich mich, die Frau zunächst einmal zu besuchen. Auf dem Gehöft finde ich eine Frau in schwerster Lage. Rascheste Entschlüsse sind notwendig. Wo ist der nächste polnische Arzt? Zurück nach Cz. Der polnische Artz ist geflohen. Ungern gebe ich den Auftrag, feine Wohnung aufzubrechen, um mir die notwendigsten Instrumente zu beschaffen. Zwei verrostete Zangen in einem Wust von Dreck das einzig Brauchbare. Sie werden requiriert. In M. wieder angekommen, entrollt sich vor den Augen der reichlich dreckigen polnischen Hebamme ein sichtlich ungewohntes Bild. Instrumente werden ausgekocht, ein Tisch mit einem beinahe weißen Laken gedeckt. Die schmutzige Hebamme wird rausgeworfen. Der Sanitätsunteroffizier und mein Fahrer assistieren und bereiten die Narkose vor. In diesem reichlich eigenartigen Milieu gelang es mir, neben der Mutter auch das Kind zu retten. Während wir nach getaner Arbeit in Gesellschaft des Bauern bei einem Schinkenbrot und einer Tasse Tee unseren Erfolg feierten, kamen aus den umliegenden Wäldern und Höfen mehrere volksdeutsche Mädel, die uns mit Feldblumen als ihre ersten Befreier feierten und uns erzählten, daß bis vor weniger Minuten noch polnische Truppen ganz in unserer Nähe gewesen seien. So wurde in diesem Dorfe das erste Volksdeutsche Mädchen im befreiten Gebiet von deutschen Soldaten zur Welt gebracht. die Fristen für die Annahme eines vor dem 1. Juli gestellten Antrags auf Abschluß einer ßebensoer- sicberung und für die Anpassung eines ßebensoer- sicyerungsvertrages werden bis zum 31. Dezember 1939 verlängert. Die Verordnung bringt u. a. weiterhin zur Sicherung der einheitlichen Handhabung Bestimmungen über die Bezeichnung der Bezugsberechtigten in den Lebensoersicherungsverträgen. Oie Winierarbeit des BOM. Neben dem Kriegseinsatz ist im BDM. in diesen Tagen die normale Winterarbeit begonnen worden. Gerade jetzt wird der sportlichen Ertüchtigung besonderes Augenmerk zugewandt, da sich im Weltkrieg gezeigt hat, wie wichtig im Kriege die körperliche Ertüchtigung der Jugend ist. Da der größte Teil der BDM. - Aerztinnen jetzt in Krankenhäusern und ßazaretten Dienst verrichtet, wird die gesundheitliche Sicherung der Sportarbeit verstärkt von den Gesundheitsdienstmä- d e l n übernommen. Besonders findet hier der Jahrgang der 17jähngen Mädel im B D M. - Werk „Glaube und Schönheit" Verwendung, die alle die Gesundheitsdienstausbildung erhalten. Die Heimabende finden wie im Frieden statt, denn auf die politische Aufklärungsarbeit wird größter Wert gelegt. Auch die Berufs- aufklärung nimmt dabei einen breiten Raum ein. Ein besonderes Gebiet der Erziehungsarbeit im BDM. ist die Werkarbeit, die dem Kriege an- gepaßt wurde. Alle Jahrgänge arbeiten auf den Heimabenden, die Jungmädel Spielzeug für das Kriegswinterhilfswerk und die neuen Kindergärten sowie für die deutschen Familien in den Gebieten des ehemaligen Polens. Die älteren Mädel setzen Kleidungsstücke für das WHW. und die Wehrmacht instand, sie fertigen ferner Gesellschaftsspiele für die Soldaten an. Daneben läuft der praktische Kriegseinsatz weiter, die Mitarbeit rm Luftschutz, in der NSV., in den Kindergärten, Krankenhäusern und Lazaretten. In vielen vom BDM. eingerichteten Frontwäschereien im Westen waschen jetzt Hunderte von jungen Mädeln Wäschestücke und Socken für die Soldaten, tue die Kameradinnen auf den Heimabenden dann wieder stopfen und ausbeffem. Bis Weihnachten werden 35000 Arbeitsmaiden entlassen. Der weibliche Arbeitsdienst konnte wegen des Krieges seinen eigentlichen Entlas- fungstermin, den 1. Oktober, diesmal nicht einhalten. Infolgedessen hat sich für rund 35 000 Maiden, die ihre Arbeitsdienstpflicht noch auf der Basis der freiwilligen Meldung abgeleistet haben, die Dienstzeit verlängert. Um aber vor allem die Interessen derjenigen Mädchen zu berücksichtigen, die in wichtige Berufe kommen, hat die Reichsleitung des RAD. nun verfügt, daß 10 000 Maiden nach den beruflichen Gesichtspunkten bereits am 15. November zu entlassen sind. Die übrigen 25 000 kommen Weihnachten zur Entlassung. Der frei werdende Lagerraum wird sofort wieder besetzt durch Teile der ersten, nach Einführung der Arbeitsdienstpflicht auch für die Mädchen, gemusterten Jahrgänge. Ein Teil dieser Gemusterten hat also damit zu rechnen, daß die Einberufungsbefehle, die rechtzeitig zugestellt werden, nun bald kommen. Ueber 1,6 Milliarden Zeitungen von der Post befördert. Die Reichspost veröffentlich ihren Verwaltungsbericht für das Ende März abgeschlossene Rechnungsjahr 1938. Die Vergrößerung des Reiches stellte die Post wieder vor große Aufgaben. Bei der B r i e f p o st wurde mit über 7,9 Milliarden Sen« MßEN. D Mehr denn je kommt es darauf an, daß die Arbeitskraft des einzelnen erhalten bleibt und nicht durch Unfälle vermindert wird. Neven guterAllgemein» deleuchtung gehört in die Arbeltsplah-Leuchte eine 60'Watt-WLampe. Verlangen Sie in den Elektrolicht-Fachgeschäften die innenmattierten 1a OSRAM L\\ / r — düngen die Dorjahrsleistung um 16 v. S). überschritten. 355 Millionen Pakete oder 13,6 v.H. mehr wurden befördert. Der Zeitungsdienst erstreckte sich auf über 8000 Zeitungen und Zeitschriften, von denen mehr als 1,6 Milliarden Stücke befördert wurden. Auf jeden Einwohner kamen im Jahresdurchschnitt 101 eingelieferte B rief send ungen jeder Art. Im Postscheck- d i e n st wurden 1012,5 Millionen Buchungen über 208 Milliarden Mark ausgesührt. Die Zunahme der Fernsprech st eilen betrug 14,4 v. H. auf fast 4,2 Millionen. Keine Eisen-Anträge an den Reicksinnungsverband. FWD. In letzter Zeit häufen sich bei den Reichsinnungsverbänden Anträge auf Zuteilung von Eisen für die Anschaffung neuer oder für die Erneuerung von Maschinen. Solche Anträge müssen unerledigt zurückgesandt werden, da die Zuteilungen für Handwerksbetriebe über die Handwerkskammer bzw. Gewerbeförderungsstellen erfolgen. _ Den Reichsinnungsverbänden stehen für Eisen keinerlei Kontingente und auch keine Möglichkeit zur Beschaffung von Kennummern zur Verfügung. Einzelbetriebe, wie auch Innungen haben sich deshalb mit ihren Anträgen an die Handwerkskammer chres Bezirks zu wenden. Letzte Nachrichten. Finnlands Moskauer Verhandlungen. Helsinki, 3. Rov. (DRB.-Funkspruch.) Auf einer zu Gunsten der finnischen Wehrmacht stattgefundenen Veranstaltung in Helsinki hielt Außenminister E r k k o eine politische Rede. Der Minister schilderte, wie die finnische Regierung, bevor die finnische Abordnung wieder nach Moskau fuhr, Fühlung mit den Reichstagkreisen genommen und dabei die Gewißheit gewonnen habe, daß das ganze finnische Volk hinter ihr stehe. Als freiheitsliebendes Volk wünsche Finnland keinen Konflikt. Es habe sich zu weitgehenden Opfern bereitgezeigt, wie aus den Vorschlägen hervorgehen werde, die heute die finnische Abordnung in Moskau überreichen werde.. Es gäbe keine Umstände, welche auch jetzt eine friedliche Lösung unmöglich erscheinen ließen. Kleine politische Nachrichten. L.iut Erhebungen des National Industrial Conference Board stiegen die Lebensmittelpreise in USA. von August bis September um 5,2 v. H. * Demnächst werden wiederum etwa 20 bis 30 Laskaren, d.h. indische Heizer usw., von Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Dlumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeck ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Deutschland an die holländische Grenze geschafft werden. Deutschland sieht von irgendwelchen Kriegsmaßnahmen gegen Inder mit Rücksicht darauf ab, daß sie nur gezwungenermaßen feindliche Staatsangehörige find. Aus aller Wett. Ein Gteuerbetrüger. fer Widerruf damit, daß sie von den vernehmenden Kriminalbeamten angeblich unter einen gewissen Druck gesetzt worden seien. Wäre der Nachweis gelungen, daß sie in späteren Jahren nicht mehr gewildert hätten, so hatten die Straftaten als oerjah^ gellen müssen. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei, daß von einem Druck auf die Angeklagten keine Rede sein konnte. Kurze Sportnotizen. lvd. Hanau, 2. Nov. Ein Verkehrs- Spiel um den zweiten Platz in der Tabelle geht, fall, der sich am Montag gegen 22 Uhr auf (jst mit einem temperamentvollen Kampfe zu rech-, Lvd. Hanau gelingt, ist unbestimmt. zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Wilderer von Herbornseelbach. Iugendbandball der Spielvereinigung 4900. Der Olympische Pokal, der seit 1906 alljährlich einem Verein, einem Verband oder einer Lpd. Offenbach a. M., 1. Nov. Das Finanzamt Offenbach-Stadt hat den Weinhändler Johann Appelshäuser in Offenbach, Markt 12, wegen fortgesetzter Hinterziehung von Einkommensteuer in Tateinheit mit Hinterziehung von Gewerbesteuern und Mehreinkommensteuer mit einer G e l d st r a s e von 24500 RM. belegt. Schnelle Sühne. hat, zuerkannt wird, wurde diesmal dem „Schwer dischen Reichsverband für Sport" zugesprochen. UCL ULUCUCl IU.J JV u UJ 11, ul l hl. । vu... u * —~ fuhr, von einem Auto getötet wurde, hat seine schnelle Sühne gefunden. Der schuldige Kraftfahrer wurde bereits am Mittwoch im Schnellverfahren Einen Ringer - Städtekampf haben । Hamburg und Berlin vereinbart. Die beiden Mann» Der Gegner der 1. Jugend in den Spielen um f^^en treffen in der Reichshauptstadt zum dritten- den „Lahnpokal" am kommenden Sonntag ist ber ma^ aufeinander. Bisher waren die Berliner jedes- Tv. Londorf. Diese Elf ist sehr stark und wird sich maI m,t 9.5 siegreich. durch ihre körperliche Ueberlegenhert schon einen 1 ^aliens Turner wurden zum Länderkampf Vorteil zu sichern wissen Doch auch> die blau-w chen I Deutschland am 5. November in Dresden wie Jungen sind sehr gut beschlagen. Da est inibieRni, aufgestellt: Guglielmetti (Mailand), Neri (Ri- der Tabelle geht, Amedeo (Savona), Armeloni (Mailand), Call n fall, der sich am Montag gegen 22 uyr auf ijff mit einem temperamentvollen nampfe zu re^- (Genua) Fioravanti (Mailand), Perego (Mai- der Leipziger Straße in Hanau zutrug und bei dem' nen. Die 1900er treten mit der Mannschaft an, die, W ^nd Ternelli (Modena). Ersatzmann ist der der Arbeiter Heinrich Ko w oll, der auf dem Rad. nach Beendigung der „Pokalspiele als errythafter c> njnrer[mß:rter Qanetf; fuhr, von einem Auto getötet wurde, hat seine Bewerber in die Spiele um den Titel des „Bann- * - - ---- - Meisters" eingreift. MtL-nH sich'um den Spurt g-^cht Niederlage des Varspieles wettzumachen. Ob es m,rh m,,rh'’ fl""5mar i,em Lpd. Herborn, 2. Nov. Das Amtsgericht verhandelte gegen 6 Einwohner aus Herbornseelbach, die zu Gefängnisstrafen zwischen 9 Monaten und 2 Jahren verurteilt wurden. Vier der Angeklagten wurden sofort verhaftet. Es handelte sich um den umfangreichsten Wilderer- prozeß, der bisher im D i l l k r e i s verhandelt wurde, und zwar sowohl hinsichtlich der Zahl der Angeklagten, als auch der Fülle der Straftaten, die sich auf einen Zeitraum von etwa 17 Jahren erstrecken. Der Eröffnungsbeschluß legte allen Angeklagten zur Last, von 1919 bis 1936 im Jagdgebiet Herbornseelbach und Umgebung mittels Waffen und Schlingen gewildert zu haben. Einer der Angeklagten hatte auch einen Schuß auf einen Förster abgegeben, der aber 3um Glück nicht traf. Jeder der sechs Angeklagten hat nach eigenem Geständnis Rehwild bzw. Hasen abgeschoffen, und zwar schwankt nach ihren Aussagen die Zahl der erlegten Stücke Wild zwischen 10 und 50. Bei der Jagd wählten die Wilderer eine Zeit, in der auch der weidgerechte Jäger im Walde war. Ein Angeklagter war, der Waffenlieferant. In seiner Werkstatt wurden die Waffen hergerichtet bzw. typische Wildererwerkzeuge geschaffen. Für besondere Familienfeste, Hochzeiten usw. wurde ein fetter Wildbraten beschafft. Die Jagd Herbornseelbach war in früheren Jahren wegen ihres Wildreichtums sehr begehrt. Nachdem die Wilderer hier ihr Unwesen getrieben haben, ging sie ganz erheblich zurück. Der angerichtete Schaden ist infolgedessen sehr beträchtlich. In der Hauptverhandlung widerriefen sämlliche Angeklagte ihr bei den ersten Vernehmungen abgelegtes'Geständnis, wonach sie auch nach den Jahren 1931/32 gewildert hätten. Begründet wurde die- Vor dem Abschluß der Haudballvorruude. rückkommen. Für spielen muß dahingestellt bleiben. Man könnte geneigt sein, dem Tv. Londorf einen Sieg über die junge Elf der Spvgg. 1900 zuzutrauen. So leicht wird das aber sicherlich nicht gehen. Denn die Platzbesitzer sind in Ordnung und haben gerade in den letzten Spielen ihr vorzügliches Können unter Beweis stellen formen. kommenden Sonntag sind in den Lahnpokalfolgende Treffen angesetzt: Lützellinden — Münchholzhausen Holzheim — Hörnsheim üahensurl — Dutenhofen Spvgg. 1900 Gießen — Londorf. Trotzdem die Vorrunde zum Lahnpokal der, deshalb wird man mit Vedacht zu Werke gehen Handballer bis auf wenige Spiele beendet ist, läßt und beiderseits auch die stärksten Emhecken aus« sich in keiner der drei Staffeln mit Bestimmtheit an-' stellen ~ geben, wer Sieger des ersten Durchganges werden Nicht mmider interessant verspricht die Begegnung wird. Gewiß haben Mtv. Gießen und Tv. Garben->n Katzenfurt zu werden Man weiß, daß Duten- heim bereit einen ganz erheblichen Punktvorsprung; Hofen spielstark ist und daß es m f^er augenblirf» sie werden auch wohl kaum noch eingeholt werden lichen Form kernen Gegner zu furchten brauch^ können. Endgültig aber ist das noch nicht. Offener Ob es allerdings gelingt, auf dem gefürchteten L™ je ist die Frage des Staffelsteges m der, Platz in Katzenfurt zu einem Ergebnis zu kommen, Staffel 1. Hier find gleich eine Anzahl Vereine —ht”hi>n ernsthafte Anwärter. Die (Einteilung der Jugend- runde 1939/40 ist erfolgt, die Terminliste fertig- gestellt. Wir werden bereits in Kürze darauf zu- Lützellinden kann diesmal zeigen, ob es etwas von feiner alten Kampfkraft eingebüßt hat, oder ob die drei Niederlagen rein zufällig kamen. Es wird allerdings nicht einfach fein, diesen Beweis zu erbringen, weil ja Münchholzhausen auf der Höhe ist und über ein ansprechendes Können verfügt. Das Spiel der Spiele steigt zweifellos in Holzheim und wird sicherlich auch feine Anziehungskraft nicht verfehlen. Beiden Mannschaften ist sehr viel an dem Spiel- und Punktgewinn gelegen und Herr Jean W. Herr So haben Siej Auf 2135 im 67. Lebensjahr aus unserer Mitte genommen. In tiefer Trauer: k Seifet sucht. 04911 Gießen, Roonstraße 6, den 2. November 1939. 04908 Stellenangebote Dazu: 6652 A Änmeldetermin: 8. November 1939. 6659D Zur Aufklärung! Turnus mit Fahrrad für nachmittags ge- Sehr grobe hartnäckige und Flecke nach dem MeineAnzeigev im Gießener Anzeiger rorrOen von Tarnenden und nelei-n Die Trauerfeier findet auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Frau Frieda Herr, geb. Clesle Kathi Wehn, geb. Herr Paul Wehn.~ Anfeuchten dünn mit Äurnus bestreuen, die Wäschestücke einrollen und dann zur übrigen Wäsche ins Surnuswas- fer legen. 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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 258 Zweites Blatt Die Büchersammlung der Partei. Neuer Beweis für die Spendefreudigkeit unseres Gaues. Aus der Stadt Gießen. Unbekannter Herbst. Herbstliche Stimmung in Wald und Feld .. Ein bekanntes Bild, das wir jährlich erleben und genau zu kennen meinen. Und doch birgt der Herbst so manchs uns Unbekannte, an dem wir in Gedankenlosigkeit vorbei sehen. Schon die Meinung, daß der Herbst die Reifezeit, die Fruchtzeit sei, ist nicht völlig zutreffend. Alles Getreide reist beispielsweise im Sommer, gewisse Beeren ernten wir schon im Frühjahr. Ja, es gibt sogar eine Pflanze, deren Blütezeit der Herbst ist, während die Reise ihrer Früchte ins frühe Frühjahr fällt — die Herbstzeitlose. Auch, daß sich nun alles Laub verfärbt, ist ein Irrtum. Die Akazie wird nur stellenweise etwas gelb, im allgemeinen wirft dieser Baum sein Laub nach den ersten stärkeren Frösten in grünem Zustand ab. Dichter, die sich leichtsinnig darauf einlassen, eine Herbstlandschaft genauer zu beschreiben, müssen gute Naturkenner sein. Sie müssen beispielsweise wissen, daß Ebereschen sich nur auf Sandboden oder trockenem Standort rot färben, sonst aber gelb werden. Sie dürfen keinesfalls das Verfärben der Erlen oder Eschen schildern, denn diese Bäume behalten — wie auch manche Sträucher — bis zum Laub ab fall ihre grünen Blätter. Ja, es gibt Laubbäume, die sich zwar kräftig verfärben — wie Eiche und Buche, ihr Laub aber treu bis ins Frühjahr hinein behalten, wo es dann erst durch d ie neu treib enden Kospen ab gestoßen wird. Es gibt übrigens — um die Statistik sprechen zu lassen — unter den ganzen in Deutschland vorkom-, wenden 260 Gehölzen nur 47 Arten, die eine ausgesprochene Herbstfärbung durchmachen. Sind Sommer und Frühherbst nah gewesen, so bleiben die Herbstfarben der Bäume und Sträucher matt, nur nach trockenen Sommern entwickeln sich besonders schöne herbstliche Verfärbungen. Weit ausgesprochener als bei uns arbeitet der Herbst mit seinem bunten Pinsel in Nordamerika und im fernen Osten. In Japan ist es sogar vielen Ortes üblich, Feste des roten Ahorns zu begehen, die nicht weniger schön und wichtig sind als die berühmten Kirschblütenfeste. Gewisse japanische und auch chinesische Landschaften find weit berühmt wegen ihrer herrlichen Herbstfarben. esch. Vornotizen NSG. Die Büchersammlung der Partei für die Lazarett- und Frontbüchereien hat in unserem Gau einen freudigen Widerhall gefunden. Noch sind die Sammlungen nicht abgeschlossen, Tag für Tag gehen weitere Bücher ein, und schon lassen die ersten Ergebnisse einen großen Erfolg erkennen. Vor allem in den Großstädten wurden Tausende von Buchern für unsere Soldaten gespendet. Es sei hier in erster Linie die Gauhauptstadt Frankfurt a. M. herausgestellt, wo die erste Sammlung rund 50 000 Bände ergab. Laufend gehen aber noch Bücher ein, sodaß die endgültige Zahl weit höher sein wird. In einzelnen Ortsgruppen wurden bis jetzt oft bis zu 4000 Bücher ae spend et. Wenn auch zahlenmäßig das Ergebnis In den Landkreisen hinter dem der Stadtkreise zurücksteht, so ist prozentual in den Dörfern der gleiche Erfolg zu verzeichnen. Die Bevölkerung gab ihre Spende für die Männer im feldgrauen Waffenrock, die an den Grenzen treue Wacht für ihr Vaterland halten und denen das Buch in ihrer kurzen Freizeit besinnliche und erbauende Stunden bereiten soll, mit freudigem Herzen. Jeder Volksgenosse in der Heimat weiß, welchen Dank er den Kämpfern für das deutsche Lebensrecht abzustatten hat. Die Spenden legen davon beredtes Zeugnis ab. In den Kreisschulungsämtern, zu denen die Bücher aus den Ortsgruppen in den Städten meist durch die Hitler-Jugend und in den ländlichen Kreisen durch Wagen der Wehrmacht gebracht wurden, sitzt jetzt täglich der Kreisschulungsleiter mit dem Schrifttums!)e a ustragten und anderen zahlreichen Helfern, um die aufgestapelten Bücher zu sichten und nach den verschiedenen Gebieten zu ordnen. Unendliche Mühe ist damit verbunden, aber die Arbeit wird freudig geleistet. Jedes Buch wird einzeln in die Hand genommen und nach seinem äußeren und inneren Gehalt geprüft. Hin und wieder, wenn auch nur verschwindend wenig, wurde doch ein Buch eingeschmuggelt, dessen Besitzer glaubte, seinen Bücherjchrank ausräumen zu müssen. Brock- Haus-Bände von achtzehnhundert soundsoviel sind tatsächlich nicht für Frontbüchereien geeignet. Der erste lieb erb lief zeigt aber, daß durchschnittlich von der Bevölkerung nur gute und wertvolle Bücher für die Wehrmacht bereitgestellt wurden. Darüber hinaus wurden auch zahlreiche Neuanschaffungen zur Verfügung gestellt. Mit viel Liebe haben alle Volksgenossen ihre Buch spend en ausgewählt. Manchen mag es schwer gefallen fein, sich von einem liebgewordenen Freund zu trennen. Ihre Gabe wurde aber bestimmt von dem Grundsatz, daß für unsere Soldaten das Beste gut genug ist. Viele Bücher tragen noch eine herzlich gehaltene Widmung, die ein enges Band zwischen der Heimat und der Front knüpfen wird. Die gesammelten und ausgewählten Bücher werden zu Büchereien von etwa 100 Büchern zusammengestellt, von denen der größere Teil unterhaltender Art ist, während ber kleinere Prozentsatz Lesestoff belehrenden Inhalts darstellt. Die Büchereien werden in Kisten mit Deckel verpackt, die gleichzeitig bei den Truppenteilen als Bücherkisten verwendet werden können. In verschiedenen Kreisen unseres Gaues ist bereits eine Anzahl Büchereien fertiggefteüt. Wenige Tage wird es nur noch dauern, bis die ersten Kisten unsere Heimat verlassen. .Sie gehen dann hinaus an die Front und in die Lazarette und übermitteln unseren Kämpfern die Grüße der opferbereiten Inneren Front. Voll Dank werden unsere tapferen Soldaten das Geschenk der Heimat in Empfang nehmen. „Kraft durch Freude" bei Verwundeten und Soldaten. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Oafparone". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Seinen aus Irland". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Erpresser". Stadttheater Gießen. Heute abend wird die Operette „Gasparone" von Karl Millöcker wiederholt. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Harry Grüneke. Für Tapferkeit vor dem Feinde ausgezeichnet. Am 28. Oktober wurde dem Standortoffizier des Standortes Gießen, Major Krehan, wie gestern bereits kurz gemeldet, die Spange zum E. K. II verliehen, weil er als Führer eines Vorfeldbataillons im Westen sich wiederholt bei Erkundungen der feindlichen Stellungen durch rücksichtslosen Einsatz seiner Person ausgezeichnet und als Führer eines Spähtrupps trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung richtige Feststellungen gemacht hat.y Am 27. Oktober wurde dem Führer der 621.= Standarte 116, Standartenführer Lutter, der als Kompanieführer einer Pionier-Kompanie im Westen steht, wie gestern ebenfalls schon kurz gemeldet, die Spange zum E. K. II in Anerkennung des bewiesenen Mutes vor der Stellung im starken Artillerie- und Maschinengewehrfeuer verliehen. Wegen Tapferkeit vor dem Feinde wurde dem Oberleutnant Rothermel aus Gießen das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Er unterstützte als Infanterie-Geschütz-Zugführer das Stoßtrupzi- unternehmen eines Pionierbataillons und trug zu dessen Gelingen entscheidend bei. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat eine neue Aufgabe erhalten. Durch die Künstler, Musiker, Sänger, Humoristen usw., die der NSG. „Kraft durch Freude" zur Verfügung stehen und von ihr eingesetzt werden, sollen den Verwundeten in den Lazaretten, den Soldaten in Unterkünften und Kasernen in möglichst regelmäßigen Abständen manche unterhaltsame Stunden bereitet werden. Die Gastspiele der NSG. „Kraft durch Freude" sollen in die Regelmäßigkeit des Dienstes eine Abwechslung bringen. So ist vorgesehen, eine Reihe von Künstlern,, die demnächst in unserer Stadt Gastspiele geben, im Laufe des Tages in unser Standortlazarett zu führen und dort den Soldaten eine Unterhaltung zu schaffen, die ihnen sonst nicht unmittelbar geboten werden kann. Darietö „Lache mit uns", das immer wieder mit einer stattlichen Anzahl von Künstlern auftritt, wird hier besondere Möglichkeiten haben, den Verwundeten eine Freude zu bereiten. Selbstverständlich wird vorher genau erwogen, ob dem einen oder anderen Soldaten eine solche Anregung auch dienlich fein würde. Für die Flakartilleristen wird es eine nicht weniger große Freude fein, wenn ihnen ein Tenor oder । Bariton den Abend mit Liedern und Arien füllt, ober ein Zauberkünstler aus allen Winkeln der Unterkunft Geld zaubert, die Soldaten für den nächsten Skat einige geschickte Griffe lehrt und was dergleichen Dinge mehr von einem Zauberkünstler zu erwarten sind. Selbstverständlich werden auch die Kasernen besucht und dort Gastspiele in großzügigerer Anlage gegeben. Bisher wurde der Neichs- theaterzug mit seinen Artisten schon sechsmal in unserer engeren Heimat mit bestem Erfolg eingesetzt. Für die Unterhaltung der Verwundeten und Soldaten aller Waffengattungen sollen aber neben den Künstlern und Artisten besonders auch die heimischen volkstümlichen Gesangs- und Tanzgruppen gewonnen werden. Die Gambacher Spielschar wird sich gerne für diese edle Sache zur Verfügung stellen. Die Hüttenberger werden mit ihren schönen Trachtenkleidern vor den Soldaten fingen und tanzen, und die „Oberrosbacher Goldkehlchen" sind auch berufen, den Soldaten Freude zu bringen. Die NSG. „Kraft durch Freude" im Kreis Wetterau wird diese Unterhaltungsarbeit für die Soldaten mit allen ihren organisatorischen Mitteln in die Wege zu leiten und damit beitragen, den Soldaten den Dienst und den Verwundeten die mehr oder weniger langweilige Zeit des Krankenlagers zu erleichtern. Aber auch für die schaffenden Volksgenossen in Stadt und Land werden die kommenden Wintermonate wieder mancherlei Unterhaltung durch KdF. bringen. Für das Winterhalbjahr 1939/40 ist man dabei von der organisatorischen Form des Feierabendringes abgegangen, verlangt also von niemand eine finanzielle Verpflichtung im voraus. Vielmehr werden die Veranstaltungen freizügig durchgeführt. Für die nächste Zeit find ein Liederabend mit Domgraf-Faßbaender, ein Gastspiel des Varietös „Lache mit uns" und ein Gastspiel des bekannten „Romantischen Balletts" (Peters-Pawlinin) vorgesehen. Selbstverständlich wird die NSG. „Kraft durch Freude" auch in diesem Winterhalbjahr wieder enge Verbindung mit dem Gießener Stadttheater halten. N. Das große KriegS-WHW.-Konzert. Starker Absatz der Eintrittskarten. Das große Konzert zugunsten des Kriegswinterhilfswerkes, das am morgigen Samstagabend im Stadtheater stattfindet, begegnet in weiten Kreisen unserer Bevölkerung lebhaftem Interesse. Die Eintrittskarten für dieses Konzert sind zum größten Teil schon abgesetzt. Nur noch ein kleiner Bruchteil von Karten steht zur Verfügung. Wer sich noch eine Eintrittskarte sichern will, tut gut, sich deswegen baldigst bei der Geschäftsstelle der Kreisamts, leitung der NSV. in Gießen, Goethestraße 34, ein« zufinden. Das Konzert, das einen genußreichen Abend verspricht, wird — lpie wir bereits berichteten — von dem Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur unter Leitung von Musikmeister Pfarre ausgeführt, der mit seinen Musikern der Gießener Bevölkerung durch manches Platzkonzert, insbesondere durch die Konzerte in Steins Garten, schon viel Freude bereitet hat. Der Abend im festlich ge« schmückten Stadttheater bringt eine abwechslungs« reiche Vortragsfolge. Neben ausgezeichneter Kon« zertmusik wird auch der deutschen Marschmusik Raum gegeben. B DM-Untergau 116 Gießen. Dienstbefeht. B et r.: Ringschulung am 5. 11. Die Führerinnenschaft des Untergaues beginnt am kommenden Sonntag, 5. 11., ihre diesjährigen Winterschulungen, die wie folgt stattfinden: Für die Gruppen 7/116, 8/116, 9/116, 10/116, 18/116 und 19/116 in Gießen Antreten zur Jugend- filmstunde, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, um 8.30 ober um 11.30 Uhr am Moeserheim, Seltersweg. Für den Ring III/116: in Hungen, 9 Uhr (Parteiheim). Für den Ring IV/116: (außer 18/116 und 19/116) in Grünberg, 9 Uhr. Für den Ring V/116: in Lollar um 14 Uhr, Schule (BDM.-Heim). Für den Ring VI/116: in Butzbach um 9 Uhr (Jugendherberge). Für den Ring VII/116: in Friedberg um 10 Uhr Heim (Türmchen). Für den Ring VIII/116: in Friedberg um 11 Uhr, Heim (Volksschule). Für den Ring IX/116: in Dortelweil um 10 Uhr (Heim). Ring 1/116 Gießen-Stadt: am Mittwoch, dem 8. 11. 39 um 19 Uhr (Moeserheim). BDM.-Werk- Gießen-Stadt: am Donnerstag, dem 9. 11. um 19 Uhr. Mitzubringen sind Dienstbücher, Schreibzeug, Liederbücher und Brotbeuteloerpflegung. Die Untergauführerin. Mitglieder des NENA, aus den frei- gemachten Gebieten melden. NSG. Wie die Reichsführung des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes mitteilt, hat der NSNB. für die Bundesmitglieder aus den freigemachten Gebieten eine Hilfsaktion eingeleitet. Um die entsprechenden Maßnahmen weiter durchzuführen, werden die betreffenden Rechtswahrer gebeten, ihre Heimatadresse und augenblickliche Anschrift sowie die Bundesmitgliedsnummer der Reichsdienst- stelle des NS.-Rechtswahrerbundes, Berlin W 35, Tiergartenstraße 20/21, umgehend mitzuteilen. Rentenempfänger, bei Einberufung die Angehörigen bevollmächtigen! Wie das Oberkommando der Wehrmacht bekannt« gibt, sind Rentenempfänger, die aus der Unfall-» Invaliden- und Hinterbliebenenoersicherung durch die Postanstalten monatlich eine Rente beziehen, darauf hinzuweifen, daß fie ihren Angehörigen Vollmachten für den Empfang der Rente auszustel« len haben, wenn fie selbst zur Wehrmacht einberufen sind oder werden. Sobald ein Rentenempfänger als gefallen bzw. tot, vermißt oder gefangen gemeldet wird, haben die Wehrmachtdienststellen diejenigen Postanstalten zu benachrichtigen, die den Die Iran aus öcrlrtmöe Roman von Walther kloepftr Copyright Dy Carl Duntfer Verlag - Berlin w 62 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Am nächsten Vormittag erhob er sich mit einem Gefühl, das zu gleichen Teilen aus liebelt eit, Hunger und Benommenheit gemischt war. Er ging in ein großes, billiges Lokal, wo er eine Kleinigkeit zu essen versuchte und ein paar Gläser Bier trank. Am besten war es, Menschen um sich zu haben, viel und lärmende Menschen, die Geschrei und Gelächter verübten, und zu denen man keine Beziehungen hatte. Nur nicht in diese Kammer zurück, wo Rieles Brief auf dem Grunde des Koffers hockte. In den folgenden Tagen ging es immer mehr abwärts mit Severin. Es begann damit, daß er den Rest seiner Garderobe verkaufte und jenen zweiten Koffer, der nun überflüssig war. Es war eine betrübende Erkenntnis, wie wenig man für Dinge bekam, die einst ein Heidengeld gekostet hatten. Jeden Vormittag erkundigte er sich auf der Geschäftsstelle des Aerzteverbandes, ob noch immer kein passender Vertreterposten für ihn gemeldet wäre. Auch hier hatte er Pech. Nicht einmal das gelang ihm. Er hatte jetzt nur noch den einen Anzug, den er auf dem Leibe trug und von dem zu trennen er sich um keinen Preis entschlossen hätte, weil er das letzte Bindeglied von der Vergangenheit in die Zukunft war. Alles andere war langsam und Stück für Stück zu jenem Trödler gewandert, der ihn schon als Stammkunden begrüßte. Ein Mann in feiner Lage kann sich Scham nicht leisten. Nach Eschelbrunn um Geld zu schreiben, verbot ihm ein verbissener Trotz. Was füllte Fräulein Ferber von ihm denten; nein, vor der wollte er leidlich dastehen. Lieder verhungern, als sich geschlagen geben. Das war vielleicht töricht, aber er konnte nicht anders. Apropos hungern. Mit diesem Wort pflegt man gemeinhin ein nicht unangenehmes, erwartungsvolles Gefühl zu bezeichnen, das dem Sättigungszu- stand normalerweise vorausgeht. Man sagt: mich hungert, und hat die Vision eines harrenden, 1iebe= vollgedeckten Tisches, voller Schüsseln oder lecker belegter Butterbrote. Für Severin, einem vom Schicksal gezwiebelten Mann, hatte das Wort eine viel ursprünglichere Bedeutung und deckte sich mit Knurren im Gedärm und drehender Gliederschwäche, Symptomen, hinter denen weder ein bereiteter Tisch noch eine nennenswerte Barschaft stand. In letzter Zeit hungerte er oft und ausgiebig. Um darüber Hinwegzukommen, strich er viel in den Straßen und Anlagen herum, saß auf öffentlichen Bänken und fütterte Auge und Ohr, um den Magen dergestalt über ausgefallene Mahlzeiten hinwegzutäuschen. Die Stadt, in die er fo freudig eingetreten war, erschien ihm jetzt ganz anders. Lang halte ich das nicht mehr aus, denkt er und lehnt sich verschnaufend an eine Litfaßsäule. Plötzlich tritt eine alte Dame herzu und erkundigt sich in gebrochenem Deutsch nach der Pinakothek. Severin sagt, das fei von hier aus nicht fo einfach "zu erklären und bietet seine Führung an. Die alte Engländerin ist einverstanden, und Severin gibt seinen widerstrebenden Beinen ein innerliches Kommando. Er schreitet in mäßiger Haltung und überstürzt redend neben der Fremden her, die ihm Gott geschickt hat. Während er von Kunstgenüssen plaudert, tritt Schweiß auf seine Stirn, und er träumt von einem reichlichen warmen Mittagessen. Die Engländerin bezahlt den Eintritt und läßt sich von Severin durch die Säle führen. Dieser, obschon in Kunstdingen wenig beschlagen, entwickelt eine fiebrige Beredsamkeit vor den verschiedenen Meistern, es darf nicht den Anschein gewinnen, als ob er hier zu seinem Vergnügen lustwandelt. Er erwartet eine Entlohnung, und die muß verdient werden. Nur in dem kleinen „Saal Steinacker" wirb er einsilbig. Die alte Dame kann sich nicht entschließen, fo viel Zuvorkommenheit und Bildung mit einem Trinkgeld abzufinden, und lädt ihren Begleiter zum Lunch ein. Severin tritt mit Herzklopfen über ine Schwelle des gediegenen Restaurants, nimmt mit Ohrensausen an einem weiß gedeckten Tischchen Platz und studiert die verschwimmenden Buchstaben der Speisekarte. Seine Gastgeberin stellt mit Verwunderung fest, daß er viel zu hastig und zu ausgiebig ißt. Eine Viertelstunde später muß er alles wieder erbrechen und hat Tränen der Wut in den Augen. Sein zusammengeschnurrter malträtierter Magen will von soviel nahrhaften Dingen nichts mehr missen. Nach einem rasch gemurmelten Dank geht Severin heim und begibt sich zu Bett. Die in Falten, gelegte Hose schiebt er unter die Polster, damit sie nachher wie gebügelt aussieht. Dieser Anzug ist lebenswichtig für ihn. Der Kragen, sein letzter, wird abgeknöpft und in Seidenpapier eingeschlagen. Dann verfällt Severin in einen büimen, kraftlosen Schlaft Nach einer Stunde wird er durch die Wohnungs- klingel geweckt. Schritte nähern sich seiner Tür. Es klopft. ,Lch bin's, Herr Doktor", hört er Fräulein Ferber sagen. „Einen Augenblick! Will mich nur rasch cm- ziehen", an wertete er mit verrosteter Stimme und wälzt sich aus dem Bett. Als Nikoline endlich eintreten darf, erschrickt fie. lieber Severins graues, verfallenes Gesicht, über das scheue Geflacker seiner Augen und über dieses Loch von einer Wohngelegenheit. Sie begreift, wenn auch nicht alles. So wohnt einer, der Schiffbruch erlitten hat... ja, aber wie kann es ihm fo miserabel gehen, nachdem er mit fünfzehnhundert Mark von Eschelbrunn weg ist? Schuld ist natürlich diese Fabrt? Weih Gott, was die mit ihm angeskellt hat... „Setzen Sie sich auf den Stuhl hier, Fräulem Ferber. Es ist ein wenig eng", sagt er entschuldigend und nimmt auf der Bettkante Platz. „Ich wollte bloß mal wieder Bericht erstatten", fängt sie an, um Zeit zu gewinnen. In Wirklichkeit ist sie nach München gefahren, weil gestern die Sache bei Notar Eberlein war und itt fünf Tagen die Versteigerung ausgeschrieben werden soll. Sie hat es nicht übers Herz gebracht, ihm das zu telephonieren. „Ach ja. Darf ich das Fenster schließen? Der Kamin drüben rußt so. Ist es mit dem Krankenhaus endlich soweit? Haben Sie einen Käufer?" „Nein. Noch nicht." „So." Also wieder nichts. „Bei uns grassiert so eine Epidemie von Darm- geschichten. Die Krankenscheine hageln nur fo. Doktor Wenz hat Präparate eingefdjidt; aber es ist noch keine Antwort da", erzählt fie munter, denn sie will ihn ausrütteln und fein Elend vergessen machen. „Ja?" sagt er, mehr höflich als teilnahmslos. Wer kann von einem Menschen, der vier Tage nichts Gescheites gegessen hat, Interesse an den Darmstörungen anderer Leute verlangen? Sie soll ihn doch zufrieden lassen. Dieser ganze Besuch irritiert ihn und reißt an seinen Nerven. Da ist auch wieder jenes blöde Schwindelgefühl und Augenflimmern, zwei Beschwerden, die er jetzt öfter hat. „Würden Sie so gut sein und mir das Glas Wasser dort ..." bringt er noch heraus: dann wird er in eine drehende Schwärze hineingerissen und sackt zusammen. Als er aus Ohnmachtsbezirken sich langsam in die Höhe schraubt, hört er die Ferber aus weiter Ferne klagen: „Aber das geht doch nicht, daß Sie noch länger in diesem Loch hausen — Sie sind ja krank — Sie brauchen einen Arzt — Sie brauchen Pflege. Mein Gott, wie sehen Sie denn aus!" ,^Jch? Ich bin nicht krank", widerstreitet er mühsam. „Mir fehlt gar nichts. Ich bin nur ein bißchen schwindlig geworden: ich glaube, ich vertrage die Münchener Luft nicht", versucht er zu lächeln, und nimmt sich eifern zusammen. „Nun ja, es ist mir manches schief gegangen in der letzten Zeit, es hat Aufregungen gegeben, das will ich nicht leugnen.." ,Kann ich Ihnen helfen, kann ich etwas für Sie tun? Ich will mich nicht aufdrängen, aber vielleicht würde es Sie erleichtern, wenn Sie sich aussprächen?" meint Nikotine sehr zart und mütterlich. Sie sitzt neben ihm auf dem Bettrand und hat den Arm stützend um seine Schultern. Er wagt einen scheuen Blick in ihr offenes, klares Gesicht und stößt hervor: „Aussprechen? Sie haben recht, Fräulein Ferber! Ich will Ihnen reinen Wein einschenken. Es gibt bei jedem Menschen einen Punkt, wo es allein nicht mehr weitergeht." Und nun folgt eine von vielen Pausen unterbrochene Beichte. Er redet von der Unmöglichkeit, das Geld für Friedrich zu beschatten, von jener mißlichen Banknotenaffäre, von seiner Mittellosigkeit und ganz zuletzt von der Fabri. Müde und angeekelt nimmt er all diese Dinge noch einmal zur Hand und stellt sie gewissenhaft vor Nikoline hin, damit sie selbst urteilen möge. Sein Bericht kommt leiernd aus einer beengten Kehle, und nur gegen den Schluß zu, wie es um die Flucht der Fabri geht, wird er heftiger. „Sie hat doch den Anstoß gegeben, daß ich hier in München sitze, und dann läuft sie davon! Verstehen Sie das? Ich nicht. Na, es ist gut; ich bin fertig damit, ganz fertig. Ich bin schon mit mehr fertig geworden im Leben. Verzeihen Sie, daß ich Sie mit diesen Privatangelegenheiten behellige. Ick habe das alles bisher hinuntergeftessen und in mich eingefperrt und keinem Menschen einen Ton gesagt, aber jetzt kann ich nicht mehr. Und ich habe soviel Vertrauen zu Ihnen ..." Nikoline hat sich nicht zu atmen getraut, aber jetzt entschlüpfte ihr ein tiefer, glücklicher Seufzer. Daß die Fabri und er auseinander sind, ist unerhofft, aber wunderbar schön. Sie runzelt die Stirn und sinnt nach, was sie sagen und wie sie helfen kann. Aber die rechten Worten wollen sich nicht einstellen. Plötzlich fällt ihr ein, daß er ohne Geld ist und wahrscheinlich Hunger hat. Sie nimmt den Arm von feiner Schulter und kramt in ihrem Täschchen. (Fortsetzung folgt.) In meinem am vergangenen Sonntag für das bereiten läßt. Dampft man sie im eutsche Volksbildungswerk gehaltenen Dortrag womöglich in einer noch mednge Zelchnungsbedingungen 9W L. Der Zeichnungspreis beträgt 30. November 1949 beigegeben. 6653 V 1.12.1939 15.12. 1939 30% restl. 30% Für die Schatzanweisungen und die lichen Gesetzbuches mit der Maßgabe, S. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeschlossen ist. Sämtliche die Schatzanweisungen betreffenden Bekanntmachungen werden im Deutschen Rerchs- anzeiger mit Wirkung für jeden Inhaber veröffentlicht. Die Schatzanweisungen sind als verbriefte Forderungen gegen das Reich nach § 1807 Ziff. 2 BGB. in Verbindung mit § 8 Abs. 3 des Reichsbahngesetzes reichsmündelsicher. Sie können nach Erscheinen im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Den Zeichnern wird zur Wahl gestellt, entweder die Ausfertigung der gezeichneten Stücke oder deren Einlegung in ein Sammeldepot bei einer Wertpapiersammelbank zu beantragen. , t y Die Einführung der 4y2% Reichsbahn-Schatzanweisungen von 1939 an den deutschen Börsen wird alsbald nach Erscheinen der Stücke veranlaßt werden. Von den vorstehend bezeichneten ÄM. 500000000,- 4‘/2% Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn von 1939 sind RM. 200000000,— bereits fest gezeichnet worden. RAI. 300000000,— 4%% Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn von 1939 werden hiermit im Auftrage der Deutschen Reichsbahn durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter den nachfolgenden Bedingungen aufgelegt. Im November 1939. Berlin, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Danzig, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Oldenburg t O., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar, Wien. mit 40% in der Zeit bis zum 17.11.1939 unter Verrechnung von Stückzinsen (s. Ziff. 4). Die Börsenumsatzsteuer trägt der Zeichner. 2. Zeichnungen werden in der Zeit vom 3. biS 13. November 1939 bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Banken, Bankftrmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen. Die Zeichnung taten auch durch Vermittlung aller übrige« Banken, Bankiers, Sparkassen, Girokasse« und Kreditgenossenschaften bei den ZeichnungSstellen vorgenommen werden. Früherer Schluß des Zeichnungsgeschäfts bleibt Vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus rftoa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. t 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens Liebigs Fleischextrakt Don Professor Dr. K. Surfer, Gießen » Zinsscheine gelten die Vorschriften der §§ 798 bis 804 des Bürger-, i, daß bei Verlust von Zinsscheinen der Anspruch aus § 804 Abs. 1 Bei Zahlungen vordem 30. Nov. 1939 abzüglich 4y2% Stückzinsen vom Zahlungstage (ausschl.) bis zum 30. Nov. 1939, bei Zahlungen nach dem 30. Nov. 1939 zuzüglich 4%% Stückzinsen vom 1. Dez. 1939 (einschl.) bis zum Zahlungstage bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen und Vollzahlungen vor diesen Terminen sind zulässig; von den Zeichnungsstellen fest zugesagte Beträge können auch schon vom ersten Zeichnungstage ab beglichen werden. Bei Teilzahlungen werden im allgemeinen nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Die Zahlung braucht erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens einen Nennbetrag von RM. 100,— ergibt. Auf Wunsch der Zeichner werden jedoch auch geringere Nennbeträge als RM. 100,— abgerechnet werden. Die Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. 5. Die Lieferung der 4y2% Reichsbahn-Schatzanweisungen von 1939 Lrfolgt baldmöglichst. begonnen werden soll. Es handelt sich bei dem Bäuvochaben durchweg um die Schaffung von Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Weitere Wohn» hausbauten sind vorgesehen. Kleinkind ertrunken. Lpd. Alsfeld, 2.Nov. Das IVijährige Söhnchen des Landwirts Albert Erbes in Romrod geriet in die durch den Ort fließende Antrift und ertrank, ehe ihm Hilfe zuteil werden konnte. Landkreis Glesien <£ Beuern, 3. Nov. Am morgigen Samstag, 4. November, kann der weit über unser Dorf hinaus bekannte Zimmermeister i.R. Wilhelm Arnold in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 5. Geburtstag feiern. 54 Jahre betrieb er in Beuern und Umgebung sein Zimmergeschäft. Als Dreschmaschinenbesitzer war er 49 Jahre unterwegs und weit und breit bekannt. In der Gemeinde versieht er seit 52 Jahren das Amt des Leichenbeschauers. Für den Kreis Gießen war er 26 Jahre als Feuer- Visitator tätig. Seit über fünf Jahrzehnten zählt er zu den treuen Lesern des „Gießener Anzeigers". In Beuern und in der Umgegend wird dem Jubllar Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Tendenz: Guk behauptet. Frankfurt a. M., 2. November. Die Börse eröffnete am Aktienmarkt mit vorwiegend gut behaupteten, vielfach auch leicht befestigten Kursen. Allerdings lagen ihnen weiterhin keine nennenswerten Umsätze z«u Grunde, wenn auch weiteres Anlagebedürfnis unverkennbar vorhanden ist. Die nur geringe Geschäftstätigkeit läßt sich teilweise erklären, wenn man hört, daß bei den Banken starke Nachfrage nach der morgen zur Auflegung kommenden Reichsbahn-Anleihe besteht. Bon den füfy» renden Werten setzten JG.-Farben 0,25 v. H. niedriger mit 157,75 ein, dagegen Rheinstahl 127,50 (127), Vereinigte Stahl 91,13 (91), Hoefch unv. 107. Maschinenwerte weiter befestigt. MAN. 146,50 (145,50), Moenus 112 (111,25), Rheinmetall 111,65 (110,75). Sonst notierten vorerst noch Gesfürel mit 131,50, Bekula mit 150, DDM. mit 146, Scheideanstalt mit 205 und zwar sämtlich unverändert. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls nur klein. Pfandbriefe fanden weiter, wenn auch verringertes Interesse. In Schatzanweisungen kam verschiedentlich etwas Ware heraus, ohne daß aber die Kurse eine Aenderung aufwiesen. Bon Auslosungspavieren Reichsaltbesitz 0,25 v. H. und Dekosama I 0,50 v. H. schwächer mit 134,65 bzw. 139,40. Dagegen nach längerer Pause Oberhessen Provinz 136,90 (134,75). Industrie-Obligationen überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. höher, Liqui- Pfandbriefe zeigten die übrigen leichten Schwankungen. Don Stadtanleihen Mainzer 94,25 (94). Bei Fortdauer des kleinen Geschäfts war die Grundstimmung auch im Verlaufe freundlich, was aber kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Klöckner- Werke gewannen auf das Rechnungswerk hin 1,50 v, H. auf 117,50, auch Mannesmann 1,13 v. H. höher mit 101,25, ebenso wiesen die übrigen erst später notierten- Papiere zumeist Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. auf. Schwächer aber Adlerwerke mit 86 (87,25) und nach Pause Heidelberger Zement mit 132 (134). Zrankfurter Scsilachtviehmarkt Frankfurt a.M., 2.Nov. Austrieb: Großvieh 1511 (gegen 1254 am 26.10.), darunter 335 (463) Ochsen, 182 (104 Bullen, 556 (347) Kühe, 438 (340) Färsen. Kälber 477 (571), Hammel und Schafe 432 (512), Schweine 695 (877). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 40 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 35 bis 37,50 (36,50 bis 37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (39,50 bis 40,50), c) 32 bis 34 (35). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (36,50 bis 40,50) c) 28 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 21 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 43 bis 45,50 (42,50 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 35,50 bis 36,50 (33 bis 36,50), d) 26 bis 28 (25). Kälber andere a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 48 (45), c) 36 bis 42 (38 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (35 bis 38), c) 20 bis 32 (24 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56. Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine zugeteilt. ' i Wasserbad oder o , , übrigeren Temperatur zur Trockne ein, so erhält man eine dunkelbraune, weiche Masse, von welcher eine halbe Unze hinreicht, um ein Pfund Wasser, dem man etwas Kochsalz zusetzt, in eine starke und wohlschmeckende Fleischbrühe zu verwandeln. Auch in seinen „Chemischen Briefen" geht Liebig genauer auf das Fleischextrakt ein (32. Brief der 6. Auflage). In München, wohin Liebig im Jahre 1852 von Gießen aus berufen worden war, äußert er sich noch einmal über sein „Extractum carnis“ in den Annalen vom Jahr 1865. Schon im Frühjahr 1862 war er aber mit einem Ingenieur Siebert aus Hamburg in Verbindung getreten, der in Südamerika, wo Hunderttausenoe von Ochsen lediglich der Häute und des Fettes wegen geschlachtet wur» den, das Fleisch aber vergeudet wurde, eine Fabrik zur Bereitung oes Fleischextraktes im Großen grün» hiermit. Die Liebigschen Untersuchungen über das Fleisch» extrakt gehen auf das Jahr 1847 zurück, wurden also in Gießen durchgeführt. In diesem Jahre veröffentlichte Liebig in seinen Annalen eine größere Abhandlung „Ueber die Bestandteile der Flüssigkeiten des Fleisches". Er fand dabei, von seinen Assistenten Dr. Strecker und Bensch unterstützt, neue Extraktivstoffe wie das Sarkosin, das Tyrosin und die Jnosinsäure und gab diesen (Stoffen auf Vorschlag des Geheimen Rats' Dr. o. Ritgen die genannten Namen, wobei im ersten Namen das griechische Wort für Fleisch, im zweiten das für Käse, im dritten das für Muskel steckt. In dieser Abhandlung beschreibt er auch auf Seite 360 die Bereitung des Exttaktes folgendermaßen: Wenn^man 1 Pfund ausgebeintes, mageres, fettfreies Ochsenfleisch in feingehacktem Zustand mit seinem gleichen Gewicht kaltem Wasser gleichförmig mischt und langsam zum Sieden erwärmt und die Flüssigkeit nach minutenlangem Aufwallen von den Rückständen durch Auspresien mittelst einer Serviette trennt, so erhält man ein gleiches Gewicht der aromatischsten Fleischbrühe. Mit etwas Kochsalz und den anderen Zutaten versetzt, womit man die Fleischbrühe würzt, stellt sie die beste Fleischbrühe dar, die sich überhaupt aus einem Pfund Fleisch allgemein große Wertschätzung erwiesen. Wir beglückwünschen den alten Herrn zu seinem 75. Geburtstag herzlich. Rundfunkprogramm Samstag, 4. November. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. Anschließend: Programmansage. 8.20: Deutschland — Kinderland. Nervöse Mütter — nervöse Kinder. Von Dr. Berta Gießelbrecht. 8.35: Musik am Vormittag. 10: Frohe Weisen. 11: Konzert. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Das Mustkkorps eines Flakregiments. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Aus einem Rüstungsbetrieb: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 14: Nachrichten. 14.15: Beliebte Melodien. 16: Nach» Mittagskonzert. 18: Frohsinn zum Wochenende. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Be- richte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. ______ Angehörigen die Rente für den Rentenempfänger bisher gezahtt haben. Geschästsraummieten bleiben zunächst unverändert. Wie der Reichskommissar für die Preisbildung im Runderlaß Nr. 107/39 erklärt, berechtigt die Tatsache, daß der Umsatz von Geschäften schuldlos infolge des Kartensystems und anderer kriegswirtschaftlicher Maßnahmen zurückgegangen ist, nicht dazu, eine Mietsenkung nach den Anordnungen über die volkswirtschaftlich gerechtfertigte Miete zu beantragen. Dort war die Rede von einwirkenden Gründen auf die geschäftlichen Verhältnisse, die nicht in der Person des Geschäftsinhabers liegen. Diese Bestimmung galt für normale Zeiten. Demnächst wird den betroffenen Gewerberaumietern durch besondere Maßnahmen geholfen werden. ** Ein Achtzigjähriger. Der Hausmeister i. R. Wilhelm D e ch e r t, Horst-Wessel-Wall 46, kann am kommenden Sonntag, 5. November, seinen 80. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zu seinem Geburtstag. *♦ Verlegung der Städtischen Lesehalle. Die bisher im Torhäuschen am Selterstor untergebrachte Städtische Lesehalle wird vom 4. November ab nach dem Liebigbau, Lieb'ig- straße 16 verlegt. Am 4. November bleibt die Lesehalle wegen des Umzugs geschlossen. ** Schwerer Unfall bei der Arbeit. Der in Gießen-Klein-Linden wohnhafte Kassenschrankschlosser Karl Lohnes erlitt bei seiner Ar- beit einen schweren Unfall. Er geriet unter einen umstürzenden drei Zentner schweren Kassenschrank und erlitt dabei schwere Brust- und Rippenquetschungen. Der bedauernswerte Mann mußte sosvrt in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Som Hoten Kreuz in Lono-GönS. Mit einer Prüfung von DRK.-Anwärtern und Anwärterinnen fand Dienstag ein Grundausbil- dungskursus in Lang-Göns feinen Abschluß. Die Leitung des Kursus hatte Dr. Schäfer in Lang-Göns. Im Namen der DRK.-Kreisstelle Gie- ßen sprach der DRK.-Hauptführer Dr. Traut» mann sowohl Dr. Schäfer als auch dem DRK.» Haupthelser Duden Höfer, die sich in vielen Abendstunden der Sache des Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt hatten, den Dank aus. Die Anwärterinnen wurden mit ihrer zukünftigen Bereitschaftsführerin, DRK.-Zugführerin Weisel aus Watzenborn-Steinberg, bekannt gemacht und über die wichtigsten Einrichtungen der vorgeordneten Dienstellen unterrichtet. Auch dem Bürgermeister Weil wurde für sein Erscheinen gedankt und dabei die Wichtigkeit der Zusammenarbett der Partei» und Behördenorganisation mit dem DRK. betont. Mit dem Gruß an den Führer, den Schirmherrn des DRK., wurde der Abend geschlossen. Gemeinnützige Wohnun^vaugese11Ä>ast iu Tlihba. Nidda, 3.Nov. In unserer Stadt wurde dieser Tage eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft gegründet und in das Handelsregister des hiesigen Ämtsgericht eingetragen. An dieser Gesellschaft sind Privatpersonen und maßgeblich ine Stadt Nidda beteiligt Es ist zunächst die Schaffung von zwei Wohnhäusern mit je sechs Wohnungen, also mit insgesamt 12 Wohnungen geplant, deren Dau bald Reichsbank / Preußische Staatsbank (Seehandlung) / Bank der Deutschen Arbeit A. G. / Berliner Handels-Gesellschaft / Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft / Delbrück Schickler & Co. / Deutsche Bank / Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunalbank — / Deutsche Landesbankenzentrale Aktiengesellschaft / Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank Aktiengesellschaft / Deutsche Zentralgenossenschafts- kasse / Dresdner Bank / Hardy & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung / Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft / Westfalenbcmk Aktiengesellschaft / Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt) / Norddeutsche Kreditbank Aktiengesellschaft / Eichborn & Co. / E. Heimann / Bayer & Heinze / Danziger Privat-Actien-Bank / Sächsische Bank / Sächsische Staatsbank / C. G. Trinkaus / Burkhardt & Co. / Gebrüder Bethmann / Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank / Frankfurter Bank / B. Metzler seel. Sohn & Co. / Vereinsbank in Hamburg / Hallescher Bankverein von Kulisch, Kaempf & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien / M. M. Warburg & Co. Kommanditgesellschaft / Westholsteinische Bank Altona / Badische Bank / Pferdmeyges & Co. / I. H. Stein / Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt / Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank / Bayerische Staatsbank / Bayerische Vereinsbank / Merck, Finck & Co. / Seller & Co. / Oldenburgische Landesbank A.-G. / Mecklenburgische Depositen- und Wechselbank / Württembergische Bank / Thüringische Staatsbank / Länderbank Wien Aktiengesellschaft / Kreditanstalt — Bankverein. bete. Außer dem obengenannten Zweck verfolgte Liebig mit dem Fleischextrakt den weiteren, die Tätiakeit des Nerven- und Muskelfystems zu förbern, fei doch auch der Fleischfresser stärker, kühner und kriegerischer als der Pflanzenfresser. Liebig treibt also mit dem Fleischextrakt das, was man heutzutage Organtherapie nennt. Liebig war über fein Fleischextrakt so begeistert, daß er glaubte, es auch als wichttges, energie- spendendes Nahrungsmittel ansprechen zu müssen. Hier konnten aber seine Münchener Kollegen Pet- te n t o f e r und Doit zeigen, daß dies nicht der Fall ist, sondern daß es als ein Genußmittel zu bewerten ist und als solches hohe Bedeutung hat, „es ist das beste Vordereitungsmittel für die Verdauung im Magen nicht nur für Kranke und Rekonvaleszenten, sondern auch für Gesunde". Eine Arbeit über „Fleischextrakt ein Genußmittel" hat dann auch Liebig selbst noch im Jahre 1872, ein Jahr vor seinem Tod, geschrieben, sie ist in seine „Reden und Abhandlungen" aufgenommen. Deutsche Volksbildungswerk gehaltenen über „Lebende Motoren" erwähnte ich das aus der dritten Art dieser Motoren, den quergestreiften Muskeln, darstellbare Liebigsche Fleischextrakt. Dabei wies ich auf den Zweck hin, den Liebig mit diesem Extrakt verfolgte, nämlich die billigere, aber nicht vollwertige Pflanzenkost der teuereren Fleischkost gleichwertig zu machen, indem er zur Pflanzenkost Fleischextrakt hinzufügte, also gewissermaßen Brot in Fleisch verwandelte. Der Aufforderung des „Gießener Anzeigers", mich über diesen Gegenstand noch etwas eingehender zu äußern, entspreche ich 4y? % ousllMlire SAWMlsuWN Der Mißen MWn non 1939 rückzahlbar zum Nennwert in den Zähren 1945-1949 Zeichnungsangebol Zur Ergänzung und Vervollkommnung ihrer baulichen Anlagen sowie zur Vermehrung ihres Fahrzeugparks, die durch den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung und das Hinzukommen von Strecken in der Ostmark, im Sudetengau und den im Osten gebildeten neuen Reichsgauen notwendig geworden sind, begibt die Deutsche Reichsbahn HJR. 500000000,- 4/2% auslosbare Schahanweisungen von 1939. Nach § 1 des Reichsbahngesetzes vom 4. Juli 1939 verwaltet das Reich unter bem Namen »Deutsche Reichsbahn" das Reichseisenbahnvermögen als ein Sondervermögen des Reichs Mit eigener Wirtschafts- und Rechnungsführung. c Zu diesem Sondervermögen gehören außer dem Vermögen der früheren Deutschen Reichsbahngesellschaft das Vermögen des Reichs, das dem Betrieb der Reichseisenbahnen gewidmet und in ihm erworben ist, insbesondere auch das Vermögen der früheren Oesterreichischen Bundesbahnen einschließlich des von diesem Unternehmen treuhänderisch verwalteten Teiles des österreichischen Bundesvermögens, die Eisenbahnen und Nebenbetriebe im Sudetenland, soweit sie nach der Verordnung vom 19. Oktober 1938 Teile des Reichseisenbahnvermögens geworden sind, sowie die Staatsbahnen samt Nebenbetrieben im Memelland und int früheren Freistaat Danzig. Das Sondervermogen „Deutsche Reichsbahn" haftet nur für die Verbindlichkeiten der Deutschen Reichsbahn, nicht aber für die sonstigen Verbindlichkeiten des Reichs. . Die Ausgabe dieser Schatzanweisungen erfolgt auf Grund von § 8 des Reichsbahngesetzes tm Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen. . Die neuen Schatzanweisungen sind in Stücken zu RM. 100, 500, 1000, 5000, 10000, 20000 und 50000 ausgefertigt und lauten sämtlich auf den Inhaber. Sie werden vom 1. Dezember 1939 an mit jährlich 4% vom Hundert tn halbjährlichen Tellen am 1. Juni und 1. Dezember j. I. verzinst. Der erste Zinsschein wird am 1. Juni 1940 fällig. , Die Schatzanweisungen dieser Ausgabe werden in fünf gleich große Gruppen emgetellt. Je eine dieser Gruppen wird zur Rückzahlung zum E Dezember der Jahre 1945 bis 1949 ausgelost werden; die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Die Auslosungen finden in dem vor dem Rückzahlungstag endenden Vierteljahr statt. Die jeweils ausgeloste Gruppe wird im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgemacht. . Die Auszahlung des Kapitals erfolgt bei Fälligkeit gegen Rückgabe der Schatzanwelsungen bei der Reichshauptbank in Berlin und sämtlichen Reichsbankanstalten, bei der Deutschen Verkehrs-Kredit- Bank Aktiengesellschaft in Berlin und ihren Zweigniederlassungen und bei den sonst von der Deutschen Reichsbahn zu bezeichnenden Stellen. Die Auszahlung der Zinsen geschieht gegen Rückdabe der Zms- scheine durch die gleichen Stellen, durch die Generalkasse der Deutschen Reichsbahn m Berlin und durch die Hauptkassen der Reichsbahndirektionen. , . Jeder Schatzanweisung sind 20 halbjährige ZinSscheine Nr. 1 bis 20 für die Zeit bis einschließlich