ür. 251 (Erbes Blati Dienstag, 3. Oktober 1959 189. Jahrgang x«ppen in die Festung Warschau ein. Die Zähler SBerir, tn Westen nur örtliche Artillerie- und Späh- itzesch assen. Sie letzte polnische Festung streckt die Waffen Espruch des polnischen Flottenchefs, Konteradmi- ^vahrt in den Hafen. Aus dem ferchten Wasser i te h i p Trümmer pol- und rnodlin erbeuteten umfangreichen Dean Waffen und sonstigem Kriegsgerät dau- Berlin. 3. Oft. (D31B. Funkspruch). Das Ober- lotmanöo der Wehrmacht teilt mit: Laufe des 2. Oktober rückten weitere deutsche sowie führende Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht, Vertreter des Fascio und der italienischen Kolonie anwesend waren. Nachdem Außenminister Graf Liano mit Reichsauheamlnt- ster von Ribbentrop und Botschafter Attolico die Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie der ^-Leibstandarte „Adolf Hitler" abgegriffen hatte, überbrachte der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, die Grüße des Führers» Dann begab sich der italienische Minister des Aeuheren zum Sonderzu^ der pünktlich um 12 Uhr, nach herzlicher Verabschiedung zwischen den beiden Außenministern, die Bahnhofshalle verließ. lgetld. 20:2. hat. In derselben Stunde, in der am Ende der Danziger Bucht die polnische Besatzung von Hela die Waffen streckte und damit bestätigte, daß der Traum „polnisches Meer" in ein Nichts zerronnen ist, zogen in die polnische Hauptstadt, die bereits gestern von einer Infanterie-Division besetzt worden war, Abordnungen aller Truppenteile ein, die bei Warschau gekämpft hatten. Einen Monat, nachdem das deutsche Ostheer die polnischen Uebergriffe mit dem Einmarsch beantwortete, befindet sich kein polnischer Soldat mehr Berlin, 2. Oktober. (DNB.) Am Montagvor- mittag um 11 Uhr fand eine weitere, abschließende Besprechung zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und dem italienischen Außenminister Graf Liano, über die europäische Lage statt. Am Montagmittag um 12 Uhr verlieh Graf Liano in Begleitung des Kabinettschefs Gesandten Anfuso, des Marchese Lanza d' Ajela und des Marchese Marieni Berlin. Der Reichsauhenminisler von Ribbentrop geleitete Graf Liano vom Gästehaus der Reichsregierung zum Anhalter Bahnhof, wo zur Verabschiedung außer dem italienischen Botschafter in Berlin Attolico Mitglieder der ReiAsregierung und der Reichsleilung der RS DAP. ^cher Seeflugzeuge, die die deutsche vernichtete, ehe fie aufstelgen konnten. ' " i------- l-V** Ul UCH | Cll. I . Wasserflughafens ragen die Tr ü mm e r p ol» « ---r - 3 e u a e, die die deutsche Lust- U ° rr. •____ 6__ ochensG üne eich, Aktie, ährend b Hier liegen, von deutschen Bombern rM m t i 11L i, die letzten Schiffe der Mimischen Kriegsmarine auf Grund, der jrförer „W i ch er" und der Minenleger „Grys . «n gesunkene Kriegsschiffe zählen wir bet der Wgkeil. ßie ersten deutschen Truppen in Warschau eingerückt. Hela hat sich bedingungslos ergeben. Berlin, 2.Oft (DNB. Funkspruch.) Das Ober- mando der Wehrmacht gibt bekannt: effern vormittag sind die ersten deutschen Trup- ohne Zwischenfälle in Warschau igerütft Die Besetzung Pragas wurde tu beendet i hielt N sich Ü Graf Ciano nach Rom abgereist Abschließende Besprechung zwischen Ribbentrop und dem italienischen Außenminister. an, |m I'cht Döf. [9*ber r*',| ch erst» Lieb^ chi Mur; lQften uj 1 in b- wor du» Mr c;; Dazu schreibt der „Deutsche Dienst": Genau einen Monat nach Ausbruch des deutsch- polnischen Konfliktes hat auch der letzte Stützpunkt polnischen Widerstandes, die befestigte Halbinsel Hela, sich ergeben. Die Kapitulation dieses äußersten Ausläufers der polnischen Stellung in der Danziger Bucht ist erfolgt, noch bevor der planmäßig vorbereitete deutsche Angriff durchgeführt wurde. Der Grundsatz der deutschen Führung, auf Prestige- erfolge zu verzichten, hat sich auch hier wieder als richtig erwiesen. Durch Masseneinsatz hätte der Fall Helas sehr viel früher erzwungen werden können. Das Oberkommando der Wehrmacht hat sich aber, da die Halbinsel für den Gesamtoerlauf der Operationen ohne Bedeutung war, in den vergangenen Wochen darauf beschränkt, die Halbinsel durch die Schulschiffe der Kriegsmarine „Schlesien" und „Schleswig-Holstein" zu überwachen und niederzuhalten. Besondere Anerkennung verdienen ferner die deutschen leichten Seestreitkräfte; tm Feuer feindlicher Batterien haben deutsche Räumboote die polnischen Positionen von Minen gesäubert und so die Ausgangsstellungen für den Angriff geschaffen, dessen Beginn die bis dahin wenig belästigte Verteidigung nicht erst abgewartet dmchschD 51,50 y fassenbW «rke M aimler 1 mit Itij gaben 51 aus 2$li und Ml lach. W (107), M tarne»! denz in tieft. W reich M 5 0,40 ü.| lefrad 'r 5,13 (135,751 ». Snimitr $). Stabil Länder-^ re»*1 ? ■jlW wehen jetzt über dem heiligen deutschen Land, das niemals wieder unter Fremdherrschaft geraten wird. „Einwandfrei und erfolgreich." Großer Eindruck des Borgehens der deutschen Kriegsschiffe in Skandinavien. Kopenhagen, 1. Okt. (Europapreß). Die Mitteilung des Deutschen Oberkommandos der Wehrmacht, wonach in den letzten Tagen im Kattegat und im Skagerrak 45 Dampfer von Torpedobooten und Torpedobootsjägern angehalten und durchsucht worden sind, hat in Dänemark, Schweden und Norwegen überrascht. Es war nicht angenommen worden. daß die Zahl der gestoppten Fahrzeuge so groß sein würde. Zurückgeführt wird die Tatsache, daß 45 Schiffe an geh alten werden konnten, ohne daß die drei am nächsten davon liegenden Staaten besonders viel davon merkten, ganz auf den Umstand, daß die Kommandanten der deutschen Kriegsschiffe sich in allen Fällen einwandfrei benommen haben und die angehaltenen Schiffe immer den internationalen Regeln entsprechend behandelt haben. Dies einwandfreie und zugleich erfolgreiche Vorgehen der deutschen Kriegsschiffe scheint im übrigen das Ansehen der deutschen Flotte mehr gehoben zu haben als die neuen Propagandaversuche der englischen Flotte. Seit vierundzwanzig Stunden werden nämlich in Kopenhagen nach einer Direktive Londons große Plakate aufgehLngt, auf denen die Einheiten der englischen Kriegsflotte gezeigt werden Die Plakate tragen die Überschrift: „Dte hervorragendsten Kriegsschiffe der Welt". Versenkung eines britischen Dampfers im Eüdatlantik. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Wie die „Berliner Börsenzeitung" aus Amsterdam meldet, wurde am Montag in London bekannt, daß der englische Dampfer „Klemen t" im Südatlantik versenkt worden ist Das englische Lügenministerium, das offenbar noch nicht über Einzelheiten verfügt, spricht von einem „bewaffneten Handelsjäger" als Angreifer der „Clement". Reuter will wissen, daß die australischen Behörden bereits vor der Anwesenheit dieses „Handelsjägers" unweit der pft- küste Südamerikas gewarnt hätten. NN. } —rr-- - ' ; - - ten iui g der Gefangenen sowie der in War- | ‘ ......... ' *' “ ;or> 12.1 lj s- Umfangreiche Beute in Warschau und Modlin Weitere deutsche Truppen in Warschau eingerückt. i?* Hi "<■ * Öe Befesttgungsanlagen, Kasernen und andere Mrische Bauwerke zeigen die Spuren des schwell deutschen Feuers, das auf ihnen gelegen hat. _h nur im Hafen, auch in Hela selbst haben * Einschläge der deutschen Fliegerbomben furcht- r*1 Vernichtung gebracht. Im sandigen Dunen- haben die schweren Bomber Krater von hn und mehr Meter Durchmesser ge- en, die so tief sind, daß das Grundwasser mbie= '.riesten Sandlöchern steht. Die deutschen ls g e r haben beim Kampf um Hela ruhmvolle ton vollbracht. Im schwersten Abwehrfeuer haben Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/.Uhr des Vormittags Snmdpreffe für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Ie$t- anzeigen von70mm Drell« 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereindg. 25°/e mehr. LrmShtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel8 letzte Stützpunkt polnischen Widerstandes, d i e ft^eH 'festigte Halbinsel Heia, hat sich gestern Hngungslos ergeben, noch bevor der von und Kriegsmarine gemeinsam vorbereitete Ilffzrifs durchgeführt wurde. Die Besatzung von Offizieren, darunter der polnische Flottenchef Lotteradmiral von Unruh, und 4000 Wann d ) heute vormittag die Waffen st r e ck e u. HIcheint täglich, außer K-nntags und Feiertags Beflogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Hirmat im Bild • Die Scholle Nonatr-vezugsprets: gfli-j 4 Beilagen RM. 1.95 CHne Illustrierte e 1.80 Mtellgebühr . , -.25 Nich bei Nichterscheinen t6i einzelnen Nummern tttiolg« höherer GewaU zemsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Ni-ichrift für Drahtnach» tüten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Mnksurt am Main 11688 Die Kapitulation von Hela. - Ausmarsch der Besatzung. - Oie Trümmer der polnischen Kriegsmarine im Hafen von Heia. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vröhlsche Univerfitätrdruckerei 8. Lange In Stehen. Schristltttung und Seschästrstelle: Schulftratze 7 sie trotzdem mit eiserner Genauigkeit ihre Ziele mit Bomben beworfen. Die polnische Flaka r t i l - lerie in Hela hatte sich bis zuletzt gegen jeben deutschen Fliegerangriff mit Verbissenheit gewehrt. Die deutschen S t u r z b o m b e r aber haben trotz der wütenden Abwehr jeden ihrer Aufträge mit beispiellosem Mut durchgeführt. Ebenso wie die Flieger haben die deutschen Soldaten, die auf dem Landwege gegen Hela- vorrückten, hohe soldatische Leistungen vollbracht. Dafür zeugt nicht zuletzt der erbitterte Kampf um Großendorf am Eingang der Halbinsel. Die deutschen Marinekrafte, die in der Bucht gegen Hela eingesetzt waren haben gleichfalls bis zuletzt ständig schweres Abwehrfeuer erhalten. Inmitten dieses Feuers hat das deutsche Minensuchkommando aus Pillau die Bucht von polnischen Minen gesäubert. Die Uebergabe der Halbinsel vollzieht sich programmäßig. Noch unter Führung ihrer eigenen Offiziere sammeln sich die polnischen Truppen vor ihren Kasernen und Unterkünften, tragen die Was- fen zusammen und treten dann den Marsch i um Hafen an. Unterwegs werden sie gezahlt und zum Hasen geführt, wo ihr Ab tr a n s p or t nach Gotenhafen beginnt. Das Landunas- korps ist kaum au der Halbinsel eingetroffen, da kommen von Westen her schon die erst en K r a d s ch u tz e n , die auf dem Landwege durch die lange, zäh verteidigte Front auf der schmälsten Stelle der Halbinsel bis nach Hela auf ber Spitze der Halbinsel vorgestoßen sind. Dte 4000 gefangenen Marine- und Landtruppen machen euren guten Eindruck. Namentlich die Marine war zum Teil mit ganz neuen Karabinern und nut neuem Schuhzeug ausgerüstet. D-e Stimmung ber der Truppe ist gelassen. Man merkt den Mannern an, wie satt sie den nutzlosen Widerstar» haben, sie sind stolz, tapfer Widerstand geleistet zu haben, aber sie sind froh, nun den hoffnungslosen Kamps beenden zu können. Die in Hela verbliebene verängstigte Bevol- f erung kommt aufatmend a us de n Kellern hervor. Durch die schwere Beschießung haben auch die Wohnhäuser Felttten, der Lustdruck der Detonationen hat fast alle Fensterscheiben zersplittert von den Dächern sind die Ziegel abgefjoben worden. Was aber bedeutet das gegenüber dem, daß durch die Einnahme Helas den zahllosen vertriebenen deutschen Fl sch er samili en ihre geliebte Heimat wiedergegeben ist! Hela ist ebenso wie H e i st e r n e ft auf der Halbesel oder wie Rixhöft und das aus den Kämpfen um Gdingen bekannt gewordene Ox- b ö f t eine uralte Wikingersiedlung. Unter der Ordensherrschast erhielt der Ort Hela die foge= nannte Handfeste, die den Ort zur Stadt machte. Seitdem haben hier stets in treuer Verbundenheit mit bem kargen Koben unb nut bem ertragreichen Meer d° utsch- Fischer gesessen,. bis sie durch die Polen in den letzten Jahren m rigoroser Werse sämtlich vertrieben wurden, barmt aus dem Frscher- borf Hela eine polnische Seefestung gemacht werbe. Die polnische Festung ist gefallen, bie „polnische ftlotte" liegt in bem kleinen Olafen von Hela zerschmettert auf dem Grunbe. Die Hakenkreuzbanner Eine enischeidende Woche. £on unserer Berliner Schristleiturig. Als bas deutsche Volk von der bevorstehenden Reichstagssitzung hörte, wußte es, baß eine entscheibende Woche beoorstünde. Auch bie sonstigen Vorgänge militärischer unb biplomatischer Art lassen keinen Zweifel barüber, daß wir und mit uns bie Völker Europas an einem geschichtlichen Wenbepunkt angelangt finb, baß bie große Frage „Krieg ober Friebe n?" nun in bem einen ober anderen Sinne beantwortet werben muß. Was von beutscher Seite dazu geschehen konnte, ist getan. Der Führer hat als ber erste Soldat des Reiches mit blitzschnellen Schlägen den Feldzug in Polen beendet unb bamit eine dauerhafte Ordnung im Osten geschaffen. Er hat dann zum zweitenmal seinen Auhenmini''ter nach Moskau geschickt, der von dott das deutsch- russische Friedensangebot für die Westmächte mitbrachte, und er hat schließlich den G rase n C i a n o in Berlin empfangen, um auch Mussolini auf das genaueste über die Tragweite der deutsch-russischen Vereinbarungen zu unterrichten. So steht Deutschland heute, durch einen einzigartigen “Sieg gestärkt, durch Handelsabmachungen auch wirtschaftlich unangreifbar geworben, unb von dem Friedenswillen einer gewaltigen Völkerfront unterstützt, den plutokratischen Staatsmännern des Westens gegenüber, um ihnen eine letzte Chance zu geben. Wohlgemerkt, nicht ein Unterlegener oder Bittender streckt hier seine Versöhnungshand aus, sondern eine siegreiche Großmacht, die soeben die Vollkommenheit ihrer polittschen Führung und ihres militärischen Apparates eindeutig bewiesen hat. Dennoch ist die Chance, di« sie anbietet, nicht nur eine Chance für sich selbst, sondern eine vielleicht noch größere Chance für den Gegner. Obgleich Deutschland nach seiner heutigen Machtstellung sehr wohl in der Lage wäre, nach demokratischer Art mit Erpressermethoden gegen seine Widersacher vorzugehen, hat es bewußt auf solche billigen Triumphe verzichtet. Es will nicht in frem- den Lebensraum eingreifen, wenn es im eigenen Lebensraum ungestört bleibt. Noch kurz vor Ausbruch ber polnischen Feindseligkeiten hat Wolf Htt- ler bem britischen Empire einen Garantie- unb Beistandspakt vorgeschlagen und noch in seiner Danziger Rede hat er wiederholt, daß Deutschland keine Kriegsziele im Westen habe. Die Grundsätze und Linien ber beutschen Politik sinb also bis zum jetzigen Augenblick völlig klar. Dieser beutschen Klarheit, die nur in unb mit Wirklichkeiten rechnet, steht aber auf der bemokra- tischen Seite eine völlige Vernebelung und Unsicher- >Wp - Tätigkeit. Lin britisches Aufklä- ciicgsflugzeug wurde östlich Paderbornlunte r W a f fen. m sM Bungen ev mit 138. ranzig,3.Okt. (DNB.) Hela ist gefallen. Der er e und letzte Schuß des Feldzutzes ge: e n Polen i ft vor den Toren Dangt g s ibf geben worden. Jetzt schweigen die Geschütze, die lej:? Festung ber Polen, bie Seesestung Hela, hat fichbebingungslos ben beutschen Truppen ergeben Der Wiberstanbswille ber Besatzung ber Halbinsel M war durch bas zielsichere Feuer beutscher kchffsgeschütze auf bie Befestigungsanlagen, die An- krife ber Sturzbomber auf ben zähen Vormarsch »kl Truppenverbänbe bes Heeres, bie vom Fuße ___ ^Halbinsel auf bem Lanbwege ben Angriff gegen rs DoM bi: polnischen Verteibiger Helas vortrugen, ge- iethode, $ Archen. Nachbem die Besatzung und ihr Komman- *" L 1 wiederholt durch deutsche Funksprüche über ben igtger Sender auf die Nutzlosigkeit des |t weiter mhlM - >. Bereich t 99,75 wt Am Sonntagnachmittag empfing der Führer in der Neuen Reichskanzlei den italienischen Außenminister Graf C i a n o (links) zu einer mehrstündigen Aussprache, die in Gegenwart des Reichs- Ministers des Auswärtigen von Ribbentrop (rechts) stattfand. (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) htl noch an. 3m Westen nur geringe Artillerie- und Flugzeug- teres der 1900g vei Gep Der jun:- iberlob [• sporüitz jarrenf# ; ckrnero^ i*|—„JWY «, . « Mrk Eii e r ft a n b e 5 hingewiesen worben waren, ftg die „Schleswig-Holstein" am Sonntag einen - schöne 6» Wkspruch des polnischen Flottenchefs, Konteradmi- D ein ft^ vis von Unruh, auf, ber sich bei ben einge- sich M fe rrjenen Truppen befanb, ber bie Ber eitw il- 1 -U (igg e 11 zur Kapitulation ausbrückte. In intiir. Wern Fischkutter näherten sich barauf zwei Pol - ■n " i-h e Parlamentäroffiziere, bte an WÄ eines beutschen Räumbootes genommen unb , :»e n: i Zoppot gebracht würben, wo bie Ueber- everhanblungen im Kurhaus ftaüfanben. Seven" Kapitulation ber aus 250 Offizieren, barunter - M Flottenchef ber polnischen Kriegsmarine unb A Mann bestehenben Besatzung erfolgte bebm- M5ID5. Durch bie stark bewegte See stampft ein 3^urn» *wi aus dem Hafen von Neufahrwasser burch bie weißen Schaumkronen besetzten Wellen ber Ürziger Bucht. Dom Mast weht die Wmirals- fa&e. Der Konteradmiral begibt sich Zur Ueder- -eb: Helas zur Halbinsel. Das Räumboot überholt rW Weiche kleine Seedampfer, die das Marm^an- «h: storps nach Hela bringen, unb über die Schisse iFr: -ii Fliegen die Wasserflugzeuge der deutschen Lufl- 0 Ufs, um im Hasen von Hela niederzugehen. tt. &r Kriegshafen von Hela erzählt von der ver- i-. Ä treffsicher^ Deutscher Bambedschma- si-,chm°".7er't ..... ‘ lie heit gegenüber, als deren hervorragendster Repräsentant wohl Winston Churchill angesprochen werden muß. An sich ist ja Churchill eine Figur, mit der man sich in normalen politischen Zeiten kaum ernsthaft beschäftigen würde. Aber da diese Mischung aus Lebegreis, Betrüger und militärischem Hasardeur nun einmal als Marinemimster und Haupteinpeitscher der englischen Kriegspartei das jetzige Londoner Kabinett ziert, so müssen mir immerhin mit ihm so rechnen, wie es seiner amtlichen Stellung zukommt. Churchill hat es also am Beginn dieser entscheidenden Woche für notwendig gehalten, in einer Rundfunkrede an das englische Volk nochmals seine umfassende Ahnungslosigkeit bezüglich der kontinentalen Dinge zu offenbaren. Er hat es tatsächlich fertiggebracht, den Einmarsch der sowjet- russrschen Armee in Ostpolen als einen begrüßenswerten Erfolg der englisch-französischen Politik hinzustellen, er hat tatsächlich behauptet, daß dem deutsch-russischen Wirtschaftsabkommen jede praktische Bedeutung abzusprechen sei, er hat sich tatsächlich nicht gescheut, in läppischer Weise von dem „befreundeten Italien" zu sprechen und damit das herzliche und enge Einvernehmen zwischen den Achsenpartnern, welches durch die Berliner Reise des Grafen Ciano erneut unterstrichen wurde, einfach zu ignorieren. Und was dergleichen tolle Dinge mehr sind. Wir könnten die Münchhausiaden des Herrn Churchill, der in den Augen der Weltöffentlichkeit bereits zum Inbegriff der Lüge geworden ist, auf sich beruhen lassen, wenn dieser Mann eben nicht die Politik eines Weltreiches beeinflußte. Daß es neben ihm sogar in England noch andere Stimmen aibt, die aus ihrer reichen politischen Erfahrung heraus zur Besinnung raten und wenigstens ein Fünkchen Vernunft erkennen lassen, sei gerne zugegeben. So hat beispielsweise Lloyd George noch- mms auf die schwere Last der Verantwortung hingewiesen, die England in dieser entscheidenden Situation übernehmen könnte. Man kann, sich in der Tat die Folgen eines britischen Eigensinns in diesem Augenblick, da es um den Fortbestand des englischen Regimes geht, garnicht schwer genug vorstellen. H. Evers. Estland ratifiziert den Beistandspakt mit Moskau. Am 28. September wurde — wie wir schon gemeldet haben — in Moskau ein Beistandspakt und ein Handelsabkommen zwischen der Sowjetunion und Estland unterzeichnet. Reben der gegenseittgen Hilfeleistungspflicht enthält der Beistandspakt ein Versprechen der Sowjetunion, der estnischen Armee Waffen und Kriegsmaterialien zu liefern, wofür ihr von der estnischen Regierung die Benutzung der Inseln O e s e l und Dago und des Hafens von P a l d i f k i, das ehemalige Baltifch-Port, als Kriegsmarinebasen eingeräumt wird. Weitere Vertragsteile sehen die Pachtung estnischer Flugplätze für die sowjetrussische Luftwaffe sowie die Stationierung sowjetrussischer Truppen auf estnischem Staatsgebiet vor. — (Scherl-Bilderdienst-M.) wand« Inseln REICH warsthap c Z o £ Uj o 2 = Co o £ tu z X u CO DEUT-f7 I 5 CH ES J / op. \ Kowni kV Helsinki Q ~Pttdiskic R/ga \ LETTLAND J Revals 2. Okt. (Europapreß.) Estlands Staatspräsident Paets hat durch ein Sonderdekret den estnisch-sowjetrussischen gegenseittgen Beistandspakt ratifiziert. Kurz vorher hat eine Sitzung bei der Kammer des estnischen Parlaments stattgefunden, in denen Außenminister Selter ausführlich über die Verhandlungen in Moskau Bericht erstattete. Am Montagmorgen traf in Reval ein Sonder- zug aus Moskau mit einer sowjetrussischen technisch-militärischen Kommission ein, die mit der estnischen Regierung über die Durchführung der Bestimmungen des Beistandspaktes beraten wird. Die Abordnung besteht aus 35 Personen, von denen 14 offizielle Vollmachten besitzen, und steht unter der Leitung des Armeekommandeurs zweiter Ordnung, M e r e s ch - kow.^Den Sonderzug begleitete eine eiaene Zugwache. Zum Empfang der Kommission hatten sich estnische Offiziere unter Leitung von General R e e k, Reue Gteuergefetze in Italien. Rom, 2. Okt. (DRV.) Der italienische Minister, rat hat die Einführung einer neuen Kapitalsteuer von Vz v. H. vom 1. Juli 1940 ab beschlossen. Beschlossen mürbe ferner eine allgemeine Abgabe von 2 v. H. auf jeden Umsatz. Ausgenommen sind direkte Kapitaltransaktionen mie der Ertrag von Grundbesitz oder Wertpapierverkäufen, Rückzahlungen von Darlehen. Dafür kommt die bisherige Umsatzsteuer in Wegfall. Die neuen Steuereinnahmen sollen die Staatsbilanz vor Ausfällen schützen, die durch die derzeitige europäische Lage bedingt sind. Giornale d'Jtalia verrneist auf die beschleunigte Aufrüstung, die erhöhte Bereitschaft, die neuen sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben des Regimes und sein großes nationales und imperiales Aufbauprogramm. Die die Umsatzsteuer ablösende allgemeine Einkommen- und Verbrauchssteuer von zwei Prozent wird dem Staate nach den Berechnungen der „Ga° zetta del Popolo" einen Jahresertrag von rund sechs Milliarden Lire abwerfen. Die außerordentliche Vermögenssteuer von einem halben Prozent dürfte ungefähr eine halbe Milliarde Lire ergeben. Bei dieser Steuer sind die Staatsanleihen und Renten, die Spareinlagen und Kontokorrenteinlagen bei den Banken von der Besteuerung ausgenommen. Außerdem ist das ganze Vermögen des hl. Stuhles von der Vermögenssteuer ausgenommen, ferner die Kirchen, die wissenschaftlichen und Kunstsammlungen, die Domänengüter und Vermögen unter zehntausend Lire. Wahl des slowakischen Staatspräsidenten. Preßburg, 2. Okt. (Europapreß.) Am Montagvormittag trat das slowakische Ministerpräsidium zu einer Beratung über die Wahl des Präsidenten der slowakischen Republik zu- ammen. An der Beratung nahmen Ministerpräsident Dr. Tiso, Außenminister Dr. Durcansky, und der Parlamentsvorsitzende Abg. Sokol teil. Es wurde beschlossen, die Wahl tes ersten Präsidenten der slowakischen Republik am 2 6. Oktober dieses Jahres vorzunehmen. Die slowakische Verfassung bestimmt, daß der Präsident der slowakischen Republik zugleich auch Vorsitzender der Hlinka-Partei ist. Daraus, daß, wie schon gemeldet, am Sonntag Dr. Tiso zum Parteivor- sitzenden gewählt wurde, kann geschlossen werden, «daß er auch der erste Präsident des slowakischen Staates werden wird. Als Ministerpräsident- schaftskandadit gilt Prof. T u k a. Sonst wird in slowakischen Regierungskreisen mit keinen großen Veränderungen in toer Regierung gerechnet. Mr einen Frieden der Gerechtigkeit. Italienische preffestimmen zur Ciano-Neise. Rom, 2. Oktober. (DRB.) Zur Berliner Reise des italienischen Außenministers erklärt der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'J t a l i a" die Reise gehöre in den Rahmen jener Politik, die Deutschland und Italien im Hinblick auf das allgemeine Ziel eines Friedens der Gerechtigkeit entwickelt haben. Diese Politik habe sich schon an lebenswichtigen Punkten des Kontinents in glücklicher Weife durchgesetzt. Die Mahnungen und die rechtzeitigen Initiativen von Berlin und Rom seien aber nicht ausgenommen und ein Friede der Gerechtigkeit sei z ur ück gern i e s e n worden. So sei eine Lage entstanden, die einen Teil von Europa in einen Krieg stürzte. Italien habe sich deswegen nicht entmutigen lassen. Die Aktion, die der Duce unter Mitarbeit des italienischen Außenministers zur Rettung des Friedens unternahm, sei von den Gegnern sowie von allen Völkern Europas anerkannt worden. Diese Aktton sei in einer Weise fortge- e tz t worden, die den gemeinsamen und vitalen Interessen der Völker gegenüber einem Kriege am besten entsprächen. In feiner Rede vom 23. Septem- ber habe Mussolini si ch über die P arteien gestellt und nochmals Regierungen und Völker zur Einsicht über die Nutzlosigkeit und Gefahr eines Krieges ermahnt. Gleichzeitig habe Italien verhindert, daß sich der Konflikt auf das Mittelmeer und auf den Balkan ausbreite. Diese wohlüberlegte und aktive Haltung ttmme nicht nur Mit den Interessen und den letzten Zielen des befreundeten Deutschland, sondern auch mit dem Wunsch aller Völker Europas überein, die mit Sorge dem Fortgang dieses Dramas zu schauen, das über ihrer Kultur lastet. Das Blatt stellt abschließend fest, daß die Tragödie noch nicht tatsächlich entfesselt worden sei. Deutschland habe im Osten lediglich das durch Versailles geschaffene Problem gelöst. Heute erkläre es, alle seine begrenzten Zieleer- reicht und damit den Krieg beendet zu haben. Zusammen mit Rußland und im Einvernehmen mit den befreundeten Mächten habe sich Deutschland dazu entschlossen, den Krieg so rasch wie möglich zu beenden. Man befinde sich nunmehr aneinem entscheidenden Wendepunkt, bei dem alle Völker sich besinnen und die Regierenden sich ihrer Verantwortung bewußt sein sollten. Obwohl schon mehrere Wochen vergangen seien, sei n o ch nichts geschehen, was nicht wiedergutzumachen märe, und die Idee eines auf Gerechtigkeit gegründeten Friedens, der den berechtigten Wünschen der Völker entspreche und zugleich Europa eine lange Periode der Sicherheit und des ruhigen sozialen Fortschritts gewährleiste, könne von keiner Regierung und vor allem auch von keinem Volk zurückgemiesen werden. Auch bei den Westmächten erkenne man da und dort zwei Strömungen und man möchte hoffen, daß die gesunden, verantwortungsbewußten Kräfte, die die wahren nationalen Interessen und die der europäischen Kultur im Auge behalten, sich endlich gegenüber jenen durchsetzen, die mehr oder weniger unbewußt der Katastrophe zusteuern. Churchill bewaffnet die britischen Handelsdampser. England an der Verschärfung des Seekriegs schuld. Amsterdam, 3. Okt. (DRB.) lieber die fort- chreitende und nahezu vollendete Bewaffnung !)er englischen Handelsschiffe mit G e - ch ü tz e n gibt der Flottenkorrespondent der „2 i • m e s" Auskunft. Churchill habe im Parlament erklärt, daß es nun möglich geworden sei, wirksam gegen U-Boote vorzugehen. Die Arbeiten dazu seien bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen worden. Die Handelsschiffe seien schon so vorbereitet, daß sie jetzt ohne weitere sGe- chütze tragen könnten Auch die militärische Ausbildung der Offiziere und Mannschaften sei vollendet. ♦ Diese Ausführungen sind ein neuerlicher wertvoller Beweis dafür, daß England feine Handelsflotte m i t K a n o n e n gespickt und die Mann- chaften der Handelsschiffe militärisch ausgebildet hat. England will also seine ganze „Handelsflotte akttv gegen die deutschen U-Boote einsetzen, um diese durch Beschießung und Versenkung an der Durchführung prisenrechtlicher Maßnahmen zu verhindern. Die deutschen U-Boote haben bisher gegenüber unbemaffneten englischen Schiffen so ritterliche Methoden gezeigt, daß die Presse aller Erdteile darüber nur Höch st es Lob zu spenten vermochte. Selbst Blätter, die seit Jahren dem deutschen Volk ablehnend gegenüberstanden, haben geradezu begeisterte Schilderungen über das Entgegenkommen deutscher U-Boot-Kommandanten veröffentlicht. Diese ritterliche Haltung darf jedoch niemand zur Annahme verleiten, daß die deutschen U-Boote unter allen Umständen bereit wären, dieses Vorgehen auch bann bei zubehalten, wenn sie sich der Gefahr gegenübersehen, von den Kanonen bewaffneter Handelsschiffe in Grund gebohrt zu werden. Wenn die englischen Handelsschiffe bewaffneten Widerstand leisten oder sogar angreifen (und welchen anderen Zweck sollen Kanonen verfolgen?), bann sind die zur Bekämpfung des englischen Handelskrieges eingesetzten deutschen Kriegsschiffe nicht nur berechtigt, sondern,auch verpflichtet, jeten Widerstand rechtzeitig und mit allen Mitteln zu brechen. Britischen Piraten in die Hände geiallen. Erfahrungen eines schwedischen Passagierdampfers in England. Stockholm, 1. Oktober. (Europapreß.) Der schwedische Passagierdampfer .Längsholm", der den Dienst zwischen Schweden und den Vereinigten Staaten versieht, lief am Sonntagmittag in Göteborg ein, nachdem er von den englischen Behörden fünf Tage und fünf Nächte an seiner Weiterfahrt gehindert worden war und die sämtlichen 215 Passagiere, die f a st alle neutralen Ländern anaehören, peinttcken Untersuchungen durch die englischen Marinestellen unterzogen worden waren. Der Kapitän des schwedischen Schiffes berichtet, daß die „Kungsholrn" am 23. September zwischen den Shetland- Inseln und Island von englischen Kreuzern aufgebracht wurde und sich nach Kirkwall begeben mußte. Englische Marineoffiziere seien an Bord gekommen und hätten dem Kapitän verboten, seine Radio-Geräte weiter in Betrieb zu halten. So sei es dem Kapttän nicht möglich gewesen, seine Reederei von dem Ausbrin-aen des Schiffes durch die Engländer zu verständigen. Der Kapitän berichtet weiter, daß sich etwa 30 Schiffe neutraler Länder im Hasen von Kirkwall zwangsweise befunden hätten und daß die Passagiere derselben zum Teil Leibesvisitationen unterzogen worden seien. Bei den Untersuchungen der englischen Behörden sei man so weit gegangen, daß man außer dem Gepäck der Reisenden auch kleine Pakete geöffnet habe. Den Passagieren sei trotz dringender 'Bitten von den englischen Behörden verboten worden, ihren in allen Ländern ansässigen Angehörigen von der Der- zögerung der Fahrt Mitteilung zu machen. Weder Telegramme noch Briefe hätten gesendet werden dürfen, noch sei ihnen die Erlaubnis erteilt worden, Telephongespräche zu führen. Nur dem Kapitän allein sei schließlich genehmigt worden, von Kirkwall aus seine Reederei in Göteborg zu verständigen, doch sei das Telegramm bis heute nicht in Göteborg eingetroffen. Die Organisation der Wasserversorgung für die beschlagnahmten Schiffe in Kirkwall muß nach den Aussagen des schwedischen Kapitäns geradezu mittelalterlich gewesen sein. Die „^ungs* Holm", die täglich etwa 150 Tonnen Wasser verbraucht, habe in dem englischen Hafen nicht eine Tonne Wasser tanken können, da für bi4 Gesamtzahl der in Kirkwall Hegenden Dampfer nur 30 Tonnen Wasser geliefert werden könnten. Konvoi-System für skandinavische Handelsdampfer. Stockholm, 3. Okt. (Europapreß.) Die Schaffung eines Konvoi-Systems für skandinavische Handelsdampser, die sich in neutralen Gewässern besin- den, wird von den Regierungen ter drei skandinavischen Staaten erörtert. Der Plan, ter vorläufig nur in seinen Umrissen bekannt ist, sieht vor, daß sich die Handelsschiffe, soweit sie eine gleiche Fahrtrichtung haben, möglichst zu mehreren zusammenfinden sollen, um an der neutralen Küste entlang ihren Weg zu nehmen. Auf diesem Wege sollen sie von Küstenpatrouil- lenschiffen und Zerstörern der betreffenden neutralen Länder begleitet werden. Schließlich ist von.den Regierungen eine Verstärkung der K ü st e nba11erien sowie eine Vermehrung der Anzahl der Aufklärungsflugzeuge an der Küste geplant. Die dänische Presse setzt sich mit der deutschen Ankündigung auseinander, wonach man den Konterbandekrieg in Zukunft genau so führen werde, wie es England mit der Veröffentlichung seiner Konterbandeliste schon seit langem tue. Die Berliner Vertreter der Kopenhagener Blätter berichten, daß dieser deutsche Beschluß unabänderlich sei und man im Reich auf dem Standpunkt beharre, daß der Grundsatz des normalen Handels von allen Nationen und nicht nur von Deutschland geachtet werden müsse. Aus diesem Grund könne man auch in dem Ausbringen dänischer Schifte durch deutsche Kriegsschiffe keine Verletzung der Handelsklausel des deutsch-dänischen Nichtangriffspaktes erblicken. Diese Handelsklausel spreche von der Aufrechterhaltung des normalen Handels im Kriegfalle. Das Vorgehen Englands habe jedoch die Grundlagen dieser Bestimmung vernichtet. Unter den augenblicklichen Umständen könnten die Neutralen nichts anderes tun, als in London auf eine Abänderung der Konterbande-Register zu drängen. Deuftchland werde einer solchen Aenterung folgen. Was den Handel der neutralen Staaten untereinander angehe, so vertrete das Reich den Standpunkt, daß dieser Handel frei sein müsse, vorausgesetzt natürlich, daß Waren von einem neutralen Hafen nicht über einen anderen neutralen Hasen in das Land des Feindes gebracht würden. Das Angebot des englischen Marineministers Churchill an die neutralen Staaten, in Zukunft ihre Schiffstransporte nach englischen Häsen von britischen Kriegsschiffen begleiten zu lassen, findet in Dänemark im allgemeinen nicht das Echo, das sich London offensichtlich erhofft hatte. Man ist sich im klaren darüber, daß ein f o l - Der Rundfunk-Schlager. Der Schlager im Rundfunk ist eine altbekannt, Erscheinung. Aber am letzten Sonntag wurde bai Heeres-Wunschkonzert durch überraschend. Umstände in feiner Gesamtheit zu einem Schlager Es war ein ganz ungewöhnliches Erlebnis und ruck« artig wurden Front und Heimat für alle Zuhörer in einer ganz neuen und eigenartigen Weise mit« einander verbunden. Und das kam also: Don der Front waren lebhafte Wünsche laut geworden, das der Rundfunk neben der klassischen Musik auch all« gemein' gängige Weisen wie Marsch und Tanzlieder sende. Darauf wurde das Heereswunschkonzert an« beraumt. Und nun kam die eigentliche Ueberrafchung: irgend jemand kam auf den Gedanken, einem frisch gebackenen Papa an der Front „auf diesem nidjf mehr ungewöhnlichen Wege" die frohe Botschaft von der eben erfolgten Ankunft eines Sprößling; mitzuteilen. Damit war der Lichtschalter um geteert Denn nun wurde es in allen Köpfen darüber helle, daß solche frohe Ereignisse auf diesem schnellsten Wege zur Kenntnis jüngerer und älterer Soldaten« Väter gelangen könnten. Jetzt hagelt es Geburts« anzeigen. Wiederholt wurde auch die Ankunft von Zwillingen verkündet oder mitgeteilt, daß das rosig-. Glockenläuten zum Gedenken on den Sieg. B e r l i n, 2. Okt. (DRB.) Aus Anlaß des bevor» flehenden Einzuges der deutschen Truppen in Dar. schau werden die Kirchen — neben der bereits an. geordneten Beflaggung — zum dankerfüllten Gedenken des Sieges und zumGe- denken an die Gefallenen vom Tage ta Einmarsches ab für die Dauer von sieben Tage« mittags eine Stunde lang, und zwar vo« 12 bis 13 Uhr, die Glocken lauten. Kindchen gerade am 1. Jahrestag der Hochzeit auch den ersten Schrei getan habe. Ja, ein Vater erfuhr, daß ihm das zehnte Kind geboren fei, und ein an. derer Vater, daß der 14. Sprößling angekommen ist Wie stark diese Umwandlung eines Liedkomerträ in eine musikalisch umrahmte Geburten Verkündigung als „Sensation" rm eigentlichen Wortsinn, also als «eine Gemütsbewegung empfunden wurde, davor zeugt, daß sich sehr bald ein Spender von 20 RM für eine kinderreiche Familie fand. Und als das 14. Kind in einem anderen Falle gemeldet wurde, da ging gar die Nachricht über die Sender, dH unser Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk 200 NM. stiftete und zugleich in feinet Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes kinderreicher Familien um die Anschrift der Mutter bat Der Reichspropagandaminister aber setzte schien- nigft eine Wiederholung dieses Heere» Wunschkonzertes für den nächsten Donnerstag an In dem vielstimmigen Chor war nur ter Sprech« des Rundfunks leicht bedrückt, er versicherte kurz vor Schluß der Veranstaltung, daß nur noch einige Minuten zum Spielen eines Liedes übrig bleibe« und lehnte die Durchgabe weiterer „Eingänge" ab, Im Grund genommen hat sich bet dieser amüsant- gefühlvollen Erfahrung nur gerade das wiederholt, was jeder empfunden hat, der wirklich einmal feine Nase geraume Zeit in die Fremde gesteckt hat. Kam er dann zurück, so wollte er in seiner HeirnatzeitunL zu allererst lesen, wie es daheim au stiehl und dieses Interesse verband sich oft genug mit absoluten Nebensächlichkeiten wie zum Beispiel Per- sonalnachrichten über Trauungen, Geburten, Sterbe, fälle oder Inseraten von Gaststätten, mit denen unseren Weltfahrer Erinnerungen aus der Jugendzeit verknüpften. Es war ihn sehr viel wichtiger etroc zu erfahren, daß das Lieschen vom Bäcker Schulze, die ihm immer die frischen Brötchen über de« Kuchentisch hinweg verkauft und glücklich verheiratet sei als etwa einen weitspurigen Parlamentsbericht zu studieren. Das ist im Grunde genommen genau 'dasselbe Gefühl, das auch jetzt wieder fo viele Sol- baten an der Front zu der Bitte veranlaßt.: „Schickt uns Zeitungen!" cher Convoi-Zug nur die Aktionen ter Partei heraufbeschwören muß, mit der sich die begleitende« Kriegsschiffe im Krieg befinden. - itdeü wM1 k N U'ch iü anl HM lürin, b ' ;iod | W lirftei llin W üi öii Mgiln Mil mufft Keßen ■rriert, M W Win eir tun v Mg r WiKor ÄSen nronrn gilt o et. Boni irU • Mr Wes Mr da W Eine ganze englische Ausklärungsstaffel vernichiei. London, 2. Okt. (Europapreß.) Das eng' lische Oberkommando in Frankreich sieht sich genötigt, schwere Verluste der en gl' lisch en Luftstreitkräfte an der West- front zuzugeben. Die Tatsachen reden in diesem Fall eine so eindringliche Sprache, daß die üblich« englische Ableugnungstaktik nicht beibehalten werde« konnte. In einem durch das In formationsmi niste- rium ausgegebenen Bericht wird ein Lu ftge - fecht zwi sch en fünf englischen Auf' klärungsflugzeugen und einer An- zahl deutscher Messerschmitt-Mas ch i' n e n eingehend beschrieben und mitgeteilt, daß hi» ter den deutschen Linien drei der englischen Flug' zeuge abgeschossen wurden und ein weiter«- zurLandung gezwungen wurde. Das letzte, dem Feuer der deutschen Maschinen entkommens Flugzeug des die Staffel kommandierenden Dffi' ziers wurde nach dem Bericht so schwer beschädigt, daß es bei der Landung hinter btt englischen Linie sich überschlug und in Bran^ a e r i e t, wobei zwei von den drei Mann ter Besatzung schwer verletzt wurden. Die englische Aufs' nörungsftaffel wurde also völlig vernichtet!. UGA.-Knegsschiff-patrouillen im Atlantik. I Washington, 2. Okt. (Europapreß). ®* Anzahl Torpedobootzerstörer und leicht Kreuzer patroullieren auf telegraphischen Befchl Roosevelts ununterbrochen in den atlanti' schen Gewässern und zwar auch in erheblich^ Entfernung von der USA.-ftüfte. Diesem Dw sind auch einige Torpedoboote zu geteilt worden, schon seit Jahren ftillgelegt waren und jetzt wieder in Dienst gestellt wurden. In einigen Abschnitt«" beteiligt sich auch die Luftwaffe an diesen M»' nÖDern zum Schutze der 5düste. Die Ueberwachun^ erstreckt sich auf 200 Meilen vom Festland. Kriegs schift ter Kriegführenden wird sofort Regierung angezeigt. SJ.-fpor/ Skepsis und Bestürzung in London n angehörten, ausgeschlossen. Am Geburtstage Hindenburgs legte der NS. - Reichskrieqerbund am Sarko- phag des Generalfeldmarschalls im Tannenberg- denkmal und an der Hindenburgbüste im Zeughaus zu Berlin Kränze nieder. Der Reichskriegerfuhrer, General der Infanterie ^-Gruppenführer Reinhardt, tat das gleiche am Hindenburgdenkmal auf dem KyffhLuser. Der Reichsoertehrsnüntster weist darauf hm, daß die Kraftfahrzeuge des Protektorats Böhmen und Mähren das Nationalitätszeichen D führen. Die Führung des ehemaligen Nationalitätszeichens CS ist verboten. Augen. ,Wie sieht es in Warschau aus? so fragen wir. - " “jolen heben die Hände und sagen: „Nie dobre arszawa..." Es ist nicht gut in War- i der N e begleit einem(2 bp-°^ u.« ru,S: 1 VW r Solbto 3 das ruf; t genug s Beispiel st irten, Sick i üt denen ir >r IugeA ichtigrr ck Ücker Sch^! 1 über ir; ch verheiz Mentsben.^ Minen flf® so viele vs' e oeroM Das geschlagene Heer. Ausmarsch der polnischen Truppen aus Warschau. Don Serichtersiatter Wilhelm Steinbrecher 'Oer, % »'M* '««tat. f) in W»; «t «p t M 'ieg. en In H bereihtz »retffin zulns, ° Tagest eben ly ib iroatR. papretz $ mnnen soll, sind viele schon am vtaajmiuug u» sei Stadt entwichen, darunter war auch em seltner Zug. Im hellen Licht des Tages kamen sie hon. Jünglinge, Knaben fast noch, und alle tu ^braunen Uniformen. Es sind Schüler, sunge nschen aus Thorn, die auf einer Ferren- 'ohrt nach Warschau begriffen waren ,jr-D dort vom Kriege überrascht wurden. Dreie soiksdeutsche Jungen waren darunter. Man hatte Je in die Umformen gesteckt und befahl ihnen, zu ’ünpfen. Nun aber waren sie dem furchtbaren öhllachtfeld von Warschau entronnen, und fröhlich ^rschierten sie heran. Ihre Klampfen und ^Nnonitas führten sie mit sich. Fahrende Scho- nen in polnischen Soldatenröcken. Als sie srch oen ^Mchen Posten näherten, spielten sie ein lustiges Eid auf. Aber uns war dabei nicht luftig zumute. Wt Zug schleppte trotz des fröhlichen Liedes :in e erschütternde Traurigkeit mtt sich. Jir Krieg ist die Sache der Männer. Den Kindern »l man ihn fernhalten. „ A , Nun aber marschiert d i e W a r s ch a ui e r F e - 1ngstruppe. Bon ferne blitzen Lichtkegel der Hos auf. Ein Wagen nähert sich schnell der deut- hm Linie. Ein polnischer Hauptmann entsteigt ihm meldet sich dienstlich beim Generalstabschef un- nsr Armee. Der polnische Offizier kündigt den An- sche rni<$M ! Das Hl] tranlr“] teberj«! »en in £ ■galten «** 'at'Ä It” d ‘M Stritt <5 mfl ^iii' *>* Hußball im Df8 -Reichsbahn Gießen. Grohen-Llnden I. — Vfv.Reichsbahu L 2:3 (1:2). Die Grün-Weitzen, die ihre Mannschaft stark verjüngt hatten, konnten in Grotzen-Linden einen knappen, aber durchaus verdienten Sieg errinaen. Die Mannschaft spielte weit bes'er als am Dor- sonntag. In der Derteidigung ragte Schlitz hervor. In Mittelläufer Kraft hatte die Mannschaft ihren besten Mann. Im Sturm waren die beiden Flügelspieler hervorragend. Der Gegner, der drei Soldaten in seinen Reihen hatte, konnte durchaus gefallen und gab sich erst in der Schluhmimtte geschlagen. In der ersten Spielhälfte konnten sich die Grün- Weißen eine leichte Feldüberlegenheit herausspielen, doch wehrte die Hintermannschaft der Gastgeber vorerst erfolgreich ab. Als Berghöfer im Straf- raum gelegt würbe, war es Schlitz, der mit wuchtigem Schuß den Elfmeter verwandelte. Die Gegenangriffe der Platzherren blieben in der aufmerksamen Derteidigung hängen und dem Mittelläufer blieb es vorbehalten, den zweiten Treffer anzu- bringen. Bei einem Vorstoß der Platzherren konnte der Halbrechte auf 2:1 verkürzen, dann ging es in die Pause. In der Folge spielten die Platzherren besser und drängten die Grün-Weihen zurück, doch Erfolge wollten sich nicht einstellen. Im Gegenstoß gelang es den Grün-Weißen sogar, einen dritten Treffer zu erzielen. Dies war den Grvßen-Linde- nern zuviel, und sie gingen mit wuchtigen Angriffen vor. Kurz vor Schluß konnte der Mittel- turmer auf 3:2 verkürzen, doch reichte es -um Ausgleich reicht mehr und mit dem knappen Ergebnis konnten die Grün-Weißen ihre ersten Punkte buchen. Handball-Freundschaftsspiele mit Soldaten. Die Freundschaftsspiele, die Soldaten der Wehrmacht gegen Dereinsmannschaften ausgetragen haben, hatten einen vollen Erfolg. Zunächst war es die überaus anständige Spielweise, die immer wieder hervortrat, dann aber auch der Geist, unter dem sich die Freundschaftsspiele abwickelten. — Wenn auch die Soldaten in allen Fällen unterlagen, so verliefen die Treffen doch niemals einseitig. Was den Gästen fehlte, war die mangelnde Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile und der fehlende Torschuß. Diese Mängel konnten auch nicht durch den Eifer ausgeglichen werden, mit dem die einzelnen Treffer ausgetragen wurden. Auf jeden Fall kann es als ein schöner Auftakt für die kommenden Spiele um den Lahnpokal gewertet werden, wenn eine ganze Reihe von Mannschaften die gebotenen Chancen ausnutzten. Im einzelnen sind folgende Ergebnisse bekanntgeworden: so heller flammen die Feuer auf die v ele Flucht- linae in den Trümmern der Dorstadt entfacht haben. Inmitten der Ruinen einer zerschossenen Ziegelei, von der sich aus den geborstenen Wanden heraus der hohe Schornstein noch erhebt, lagern Manner, Frauen und Kinder um die wärmende Flamme In den Tiefen der Lehmkuhlen suchen sie vor dem Herbstwind Schutz. Ein Hund winselt um den zer- brochenen Lattenzaun, ein Kind weint irgendwo kläglich. Entsetzlich traurig ist das Elend dieser Menschen. Schwer ist das Los dieser Armen, die die verantwortungslose Politik der polnischen Regierung in Leid und Unglück stürzte. Es wird mit eine unserer ersten Aufgaben sein, dieses Flucht- "m7ch'Immer" marschiert °- Mim Sammelplatz heran Der Straßenrand ist iiherberft °°n erdbraunen Uniformen. Nach ist die Dw.slon nicht zu. lammen. Wir müssen warten und setzen uns -men Augenblick in den Kraftwagen. Eine Hand tastet nach der Schaltung des Rundfunkempfängers — und alles um uns her persinkt. Da draußen verblaßt der Spuk dieser feuerdurchglühten grausamen Nacht, durch die ein geschlagenes Heer sich in die Gefangenschaft schleppt. Und nun marschiert die polnische Division heran. Erst Autokolonnen, dann Infanterie. In Viererreihen schreiten sie vorüber. Die Blicke sehen müde ins Leere. Hier und da lächelt einer matt. Der freut sich, daß der Krieg zu Ende ist. Alle wollen bald nach Hause. Und viele fragen, wie es bei ihnen daheim aussieht, und nennen Orte, die wir kennen — Orte, von denen nur wenig noch steht, weil der Kampf sie umgepflügt hat. Kraftwagenkolonnen, Pferdewagen und Feldküchen rollen vorüber. Auf dem Sitz hocken, zusammengefallen und zerbrochen, erschöpfte Menschen. Und immer noch Infanterie und immer nach Artillerie ohne Geschütze, ohne Wehr und Waffen. Kilo- meterweit schleppt sich das die Straße entlang, ifnb Tausende werden noch kommen. Deutsche Panzerwagen sichern den Zug des gefangenen polnischen Heeres. Und sie erscheinen uns als Sinnbild der unzerstörbaren Größe und Macht Deutschlands. Kleine politische Nachrichten. Amsterdam, 3. Oktober. (DNB.) Am Montag sind das holländische Arttllerieschulschiff „van Kinsbergen" und die beiden U-Doote 0 15 und 0 20 nach Westindien ausgelaufen. Das holländische U- Boot 0 20 soll Kurs durch den Panamakanal nehmen. Das holländische Minensuchboot „3 a n van Gelder" ist auf der Höhe von Terschelling auf eine Mine gelaufen und schwer beschädigt worden. Das Schiff wurde noch Westerschelling abgeschleppt. Zwei Mitglieder der Besatzung wurden getötet, drei schwer und vier leicht verletzt. Drei Mann werden vermißt. Auf Einladung der sowjetrussischen Regierung, begibt sich der litauische Außenminister U r b s y s mit dem Flugzeug nach Moskau. Ministerrats'sitzungen haben die von Moskau angeschnittenen Fragen einer Neuregelung der gegenseitigen Beziehungen auf Grund der gegenwärtigen osteuropäischen Lage erörtert. Tv. Holzheim — Wehrmacht 15:4 (7:2) Tv. Lützellinden — Wehrmacht 26:6 (13:2) Tv. Münchholzhausen — Wehrmacht 14:6. Auffällig war bei allen Dereinsmannschaften das Mitwirken einer großen Zahl alter Kameraden, die jetzt ihre Zeit gekommen sehen, sich erneut einzusetzen und vor allen Dingen die Lücken auszufüllen. So steht beispielsweise dem Tv. Münchholzhausen fast die gesamte Mannschaft zur Verfügung, die schon vor zehn Jahren auf dem grünen Nasen stand. Auch in allen anderen Orten haben die Vereine das Gebot der Stunde erkannt und sind zu ähnlichen Aufstellungen geschritten. Aus jeden Fall ist das ein schönes Zeichen für den Geist der Handballer. Deutschland - Jugoslawien in Agram. Der zweite Fußballändcrkämpf zwischen Deutsch- land und Jugoslawien wird nach einem Beschluß des Obersten Fußballverbandes des Königreichs Jugoslawien am 15. Oktober in Agram ausgetragen, nachdem ursprünglich Belgrad als Austragungsort vorgesehen war. Wiener Fußballer besiegen Ungarns Nationalmannschaft 3:1. Immer bann, wenn es den Spielern des Alt- reiches in den letzten Kämpfen nicht gelang, in bester Form und damit erfolgreich zu sein, setzte die Ostmark ihren ganzen Ehrgeiz darein, durch ihren Fußball diese Scharte auszuwehen. Zum zweitenmal ist es ihnen jetzt gelungen. Im Mai konnte die Auswahlelf des Protektorats Böhmen und Mähren von unseren Nachwuchs-Mannschaften nicht bezwungen werden, in Wien wurden die Prager 7:0 übep- rannt. Dor acht Tagen verlor die deutsche Nationalmannschaft in Budapest 1:5, jetzt wurde — mit zwei Ausnahmen — dieselbe ungarische Auswahl in Wien von einer Stadtvertretung 3:1 (1:0) geschlagen. Besonders stolz können die Wiener auch deshalb auf ihren Erfolg fein, weil es feit 5Vi Jahren 3 um ersten mal einer Wiener Mannschaft gelungen ist, erfolgreich gegen die Magyaren abzuschneiden. £änbetfompf Schweden - Dänemark 4 zu 1. Mit großem Interesse sah man in schwedischen FuArallrreisen dem Länderkamps gegen Dänemark entgegen, zumal es hier um die Führung im Wettbewerb um den „Nordischen Pokal" ging. Dänemark hatte vor acht Tagen einen Rekordsieg von 8:1 Toren über Finnland errungen, mußte also in bester Form sein. Die Schweden ließen sich jedoch nicht einschüchtern. Ihr Sieg von 4:1 (2:1) Toren stellt ihnen ein sehr gutes Zeugnis aus. lapamschen Truppen bei Tschungtscha und die im Werden begriffene neue chinesische Zentralregierung berechtigten zu der Hoffnung, daß Japan sein Endziel erreichen werde. Die schwie- rigste Aufgabe werde jedoch erst nach der Beseiti- gung Tschiangkaischeks und der Errichtung der neuen Regierung zu lösen sein, nämlich die Sicherung des Friedens durch Zusammenarbeit Japans, Mandschukuos und Chinas. Die japanische Regierung werde gegen diejenigen Staaten, die Ja- pans wahre Absichten "aus einer feindlichen Einstellung heraus nicht verstehen wollten, die geeigneten Maßnahmen treffen. Wenn Japan sein großes Ziel erreichen wolle, bann müsse die nationale Mobilisierung durch Erfassung aller Kräfte des Volkes vollkommen durchgeführt werden, Neutralitätsentschließung auf der Panama-Konferenz. Panama, 2. Ott. (DNB.) In der Vollsitzung der Delegationsführer der panamerikanischen Konferenz zu Panama würben alle von ben Unterausschüssen beschlossenen Resolutionen über bie Neu- tralität und die Erhaltung des Friedens auf dem amerikanischen Kontinent gebilligt. — Die Ent- schließungen betreffen auch die zum Interessengebiet des amerikanischen Erbteils zählenden Inseln und Gewässer. Alle Delegationen haben eine Sperrzone als wünschenswert bezeichnet. Die Delegation der Vereinigten Staaten von Nordamerika schlägt eine solche Zone von 300 Seemeilen vor. Wie man ein so weites Gebiet praktisch tontroüieren könnte, ist bisher noch nicht erörtert worden. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftlciters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton unb bie Silber: Or. Fr. W. Lange: für Stabt Gießen, Pro- vinz, Sport unb Wirtschaft: Ernst Blumschein. An- zeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben In- halt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September IW MiL. Wie verlautet, wird sich der rumänische Außen- , Minister Gafencu nach Constantza begeben und .... _ dort mit dem türkischen Außenminister Sara- t t gemacht — aber Born- cogku auf dessen Rückreise von Moskau eine Be- v e n U u H M t d) f d) I i m m e r!" I sprechung haben. Oft haben diese gefangenen Soldaten nichts mehr, .. ,u drecken und zu beißen, nur die Zigarette hängt In F r a n k r e i ch ist das gesamte Vermögen der ibnen noch im Mundwinkel. UeberaU glühen wm- kommunistischen Partei unter staatliche ,iae Punkte durch die Nacht. l Zwan«4verwaltung !,-st-llt worden Der van der 0 rmnkle Wolken schieben sich vor den Mond, um Regierung eingesetzte Liquidator beabsichtigt, bin- *-• r* — —e rren kurzem alle Wertgegenstände, insbesondere Grundstücke und Häuser, gerichtlich versteigern zu lassen. Die französischen Gewerkschaften haben bie Kommunisten, die den Verwaltungskommissionen marsch einer Division an. Nach straffer Abmeldung fährt er wieder zurück. Bald kommt Hufgeklapper über die Straße. Es sind Reiter, die sogleich mit ihren müden Pferden zurückgeschickt werden. Darauf fährt eine Kraftwagenkolonne heran, hält, und eine Anzahl polnischer Offiziere entsteigt dem Wagen. Ein untersetzter Oberst stellt sich als Divisions - tommanbeur vor und wird gemessen, aber höf- lich begrüßt. Frage und Antwort. Der Oberst gibt bereitwillig jede Auskunft. Seine Regimenter kom- men nur langsam heran, denn in Warschau sind die Straßen verstopft, sich kreuzende Kolonnen erschweren den Ausmarsch, und die müden Soldaten kommen schlecht voran. Die einzeln eintreffenben Kompanien werden gesammelt und dürfen rasten. Unsere Wachmannschaften stehen am Straßenrand und versuchen, mit den Gefangenen ins Gespräch zu kommen. Diele von ihnen stammen aus Thorn, Brom berg und Graudenz, viele von ihnen sind Volksdeutsche, und mancher weist sein Eisernes Kreuz von 1914 vor. Mit einer stummen Geste streckt er die Hand aus, in der das schlichte Ehrenzeichen liegt. Dieser Mann hat im Weltkrieg als deutscher Soldat gekämpft, er hat jetzt als polnischer Soldat kämpfen müssen, und mit einem tiefen, ernsten Blick sieht er uns in bie Wurzeln hätten wie die ber einheimischen Bevölkerung. „Die jüdischen Geldinteressen", so schreibt das Blatt, „arbeiten unaufhörlich und rücksichtslos für einen Krieg. Auf der anderen Seite gibt es aber wichtige finanzielle Interessen, die gegen eine katastrophale Entwicklung sind. Auch gibt es eint öffentliche Meinung, bie skeptisch gegenüber der Entwicklung eingestellt ist." Diese Masse habe jedoch kein Sprachrohr. Die Machthaber wüßten die Lage solange wie möglich zu vertuschen. Diese arbeite ununterbrochen unb verhindere, daß sich bie große Öffentlichkeit ein objektives Urteil bild?. Die britische Zeitschrift „S p e c t a t o r" schreibt, der einfache Mann auf der Straße, der rund drei Pfund in ber Woche verdiene, fei tief bestürzt über bie zerschmetternbe Erhöhung ber E i n k o m m e n st e ue r. Sie werde für alle Familien des Mittelstandes eine brastische Herabsetzung ber Lebenshaltung bedeuten, die auch schon durch die Preissteigerungen bedroht sei. Für alle, die feste laufende Verpflichtungen hätten, bedeute bie neue Einkommensteuer eine außerordentliche Härte. Den Argumenten für eine Politik finanzieller Opfer müsse man die Gefahr gegenüberstellen, daß die Hilfsquellen des Landes über das Tragbare hinaus beansprucht mürben. Bisher gebe es noch n i cf) t die vorausgefagte volle Beschäftigung für alle, sondern im Gegenteil viel Arbeitslosigkeit und die drohende Gefahr, daß viele lange bestehende Geschäfte durch die Zerrüttung bes Handels ruiniert würden. Die sinkende Kaufkraft enge den Handel weiter ein und werde vielleicht viele Firmen zum Bankrott bringen. Aus aller Welt. Das große Los der Luftschuh-Lotlerle gezogen. Der Hauptgewinn ber 3. Geldlotterie des Reichs- luftschutzbunbes in Höhe von 30 000 RM. ist auf bas Doppellos Nummer 516 004, und zwar nach Berlin, gefallen. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 30. September 1939 wurde der am 1. Mai 1914 in Borna bei Leipzig geborene Erich Brack- mann hin gerichtet, der vom Sondergericht in Schwerin wegen Rechtsfriedensbruchs und versuchten Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Brackmann hat am 17. August 1939 bei einem Ausbruchsversuch aus dem Landgerichtsgefängnis in Neustrelitz einen Strofvollzugsbeamten zu ermorden versucht und schwer verletzt. Drei Todesopfer beim Einsturz einer Rampe. In Neapel ist infolge starker Regengüsse plötzlich eine 20 Meter hohe zwei Straßen verbindende Rampe «ingestürzt, als eine Anzahl Kinder darauf spielten. Drei Kinder wurden getötet und eines schwer verletzt. 69 Todesopfer einer Schlagwetterexplosion in Mexiko. In einem Bergwerk bei Kal au im mexikanischen Staate Coahuila ereignete sich am Sonntag eine schwere Schlagwetterexplosion. 69 Tote, zwei Schwerverletzte und zwei Vermißte wurden bisher gezählt. 60 weitere Bergleute sind noch verschüttet. Die Rettungsarbeiten, die sich in vollem Gange befinden, gestalten sich sehr schwierig. Ein englisches Schul- und Wohnschifs durch Feuer vernichtet. In R o s y t h (Firth of Forth) geriet bas 64 000 Tonnen große Schul- und Wohnschiff „Caledon ia" in Brand und brannte vollständia aus. Die „Cafedonia" war der frühere Schnelldampfer „Majestic" der Cunard-Linie, der ursprünglich als „B i s m a r ck" auf der Werft von Blom & Voß in Hamburg gebaut wurde und nach dem Versailler Vertrag an England ab geliefert werden mußte. Seit zwei Jahren diente die „Caledonia" als W o h n - und Schulschiff für Schiffsjungen und Maschiniften-Anwärter der englischen Kriegsmarine. Zur Zeit bes Brandes befanden sich nur wenige Personen an Bord. Eigensüchtiges handeln wird geahndet. Berlin, 30. Sept. (DNB.) Die wohlerwogenen Einschränkungen im Seifenverbrauch, denen sich alle deutsche Volksgenossen unterwerfen müssen, sind von einzelnen Händlern zu Preistreibereien ausgenutzt worden. Das eigensüchtige Handeln bftfer Personen ist sofort scharf geahndet worden. Der Inhaber einer Seifenhandlung wurde vom Reichskommissar für die Preisbildung mit einer Geldstrafe von 15000 Reichsmark bestraft. Gegen einen arideren Sei- fenhändler wurde eine Strafe von 3000 Reichsmark verhängt. Japan und die Mächte in China. N a n g f i n g, 2. Okt. (DNB. Funkspruch). Der ^ernannte Oberfommanbierenbe der japanischen flrme« in China, General Mishio, erklärte in Enking, Japan halte enffchlossen an seinem End- D, Errichtung einer neuen Ordnung fj Oftafien, fest. Von einem General- hcuptquartie r aus würden die Befehle an die japanischen Streitkräfte in China gegeben wer- jet Die a n t i j a p a n i s ch e n Kräfte in China letzten ausgerottet werden. Japan werde je» hfd) Unschuldige schonen, sowie die Rechte und Interessen dritter Machte in China Atzen. Die infolge der strategischen Operationen jjrstandenen Schäden würde Japan regulieren. Die panische Armee hoffe, daß dritte Mächte ihrer- bie wahren Absichten der Japaner anerkennen inb mit den Japanern an ber Errichtung einer Arjen Ordnung in China zusammen arbei» hn. Die Armee würde aber nicht zögern, gegen eten drastisch vorzugehen, der gegen die militari- 6?n Operationen Japans Obstruktionen treibe oder O'ftige japanfeindliche Akttonen sich zu Schulden vMnen lasse. Der japanische Ministerpräsident Abe erklärte vir der Konferenz der Provinzgouverneure, trotz ater gegenwärtigen Schwierigkeiten bleibe die B e - r bi gung des Chinakonfliktes und der flifbau eines neuen D ft a f i en s bas Haupt- M Japans, dem alle Kräfte unterzuordnen feien. Ls neuen militärischen Erfolge ber PK. vor Warschau. Herbstlich kühl liegt bie Nacht über dem Land, '.ntetrot glüht ber Himmel über Warschau, und orgfam ziehen lstllgeränderte Wolken am Mond trüber. Wir fahren von Westen her auf die besungene Hauptstadt Polens zu, vorbei an flackern- - jenem, um die sich unsere Soldaten lagern, kn Reitertrupp sprengt darüber den Feldweg ent- la? g — gleitende Schatten vor lohenden Bränden, b wirklich wie ein Traum ist diese Nacht. Die Lich- leitetten der Fahrzeuge geistern durch das dunkle öcnd, und bizarre Ruinen zerstörter Dörfer ragen fepenftig am Wege auf. Die alte Straße zur Front von Blome über Karzew und Ozarow — wie oft waren wir hier iiif dem Marsch! Nun zerreißt kein schmetterndes Sachen der Einschläge die Stille der Nachtt Keine pißel sirrt tückisch singend um Baurn und Strauch, bmnod) ist diese Stunde voll unheimlichen Lebens. Rr kommen über ein Straßenkreuz — nur wenige Kunbert Meter noch, und grell leuchten Scheinwer- fi auf. In ihrem Strahl marschiert es heran. In ^braunen Kolonnen wälzt es sich auf uns zu. ki find die Verteidiger Warschaus, und ße hgben d i e W a f f e n gestreckt. Bor den deutschen Stahlhelmen heißt es: ^Stoa! Utfere Posten fragen nach Munition und Waffen. Siri) die Gasmasken und der Kompaß müssen ad- |ie?tben roerfoen. Einer hat wirklich noch eine Pistole n d-k Manteltasche. •. Die unge°rdn-t-n Haufen N-U'-.-e' Granaten haben bie Kasernen zer- W-WÄSMg1 e™al-n Mb ben» °nLu ft nach )ochzeii tj Mer trfa unb ein r kommen: Kebkonp lerfünhi^ inn, olfo j urbe, oon 20 M Inb als bc elbet Vs Sender, dl hlvenn « ch in sein mtres linde Mutter k setzte schlv ses hem nnerstofl r ber Spch -sicherte fr r noch ein? ihrig dick 1 ingänge* t rser omüte s wieder».? einmal scr ckt hat. Ar i1 »eimaheii^ j 51 o (f b o 1 m , 2. Oktober. (Europapreß.) lieber bi-: Unzufriedenheit in London berichtet ber Kor- nponhent des „Svenska Dagbladet" aus London. $ erster Linie machten sich die Geschäftsleute ?,ße Sorgen, da sich i h r U m s a tz mit jedem ig nerringere. Die Angst vor Luftangriffen Idle das Publikum davon ab, die Geschäfte und Parenhäuser aufzusuchen. Da die letzten Wochen erhaben, daß Einkäufe zum größten Teil vor imenuntergang gemacht werden, befürchtet man, bas Geschäft in den Nachmittagsftunden i n Wintermonaten ausbleiben wird, bie Gastwirte führen Klagen entweder über ngelndes Geschäft oder über das rigorose Ein- tfen der städtischen Behörden gegen ihren (betrieb. Während ein Teil der Restaurants iehen muhte, da sich der Betrieb nicht mehr tiert, klagen andere Wirte darüber, baß sie de- s um 8 Uhr abends schließen müßten, um, wie in einer offiziellen Mitteilung heißt, „den K o n - m von Alkohol für die Londoner Ben öl- ung nicht noch weiter zu fteigern". Wie Korrespondent feststellt, hätte in Glasgow r Genuß von Alkohol einen solchen Umfang an- »rammen, baß die Kneipen nur für kurze Ht ofsengehalten werden könnten. Auch Londoner Westend müßten die Gastwirtschaften im 6 Uhr nachmittags geschlossen werden. ^Astonbladet" erklärt, bei den beiden Westmächten jöe es starke Kräfte, die amKriege festhiel- ' kn, vor allem bie Regierungen selbst. Lnflußreiche Kreise arbeiteten unter der Parole Prestige" in der gleichen Richtung. Es gebe auch Nlch andere ähnliche Kräfte, und das feien die in jilfen Ländern mächtigen Juden. Die Gefahr liege krin, daß deren nationale Gefühle nicht dieselben j Vermietungen | Geräumige Cafe Amend Margarete Schleenbecker mit dem heutigen Tag an Herrn W. Wemhöner übergeht. — Für das mir Helte Zimmer geb. Jung entgegengebrachte Vertrauen danke ich bestens und bitte, dieses auch auf W. Amend Mietgesuche"| Im Nameti der trauernden Hinterbliebenen: Ich gestatte mir, der Einwohnerschaft von Gießen anzuzeigen, daß ich Sonnige [04503 das bisher als Cafe Amend bekannte Haus unter der Bezeichnung Philipp Schleenbecker III. xMimJolw 4-Mobn Cafe Wien" möglichst m.Bad Heuchelheim, den 2. 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Dieser Film erzählt die dramatische Geschichte von dem großen Arzt und Menschen „Robert Koch“, der sein Leben an einWerk gab, das die Menschen zu dem erfolgreichen Kampf gegen einen ihrer tückischsten Feinde befähigen sollte und das seinen Namen für alle Zeiten und in aller Welt berühmt machte 1 Die Vezirksgeschäflsstelle Off des LrnäHrungs- amfes der Stadl Gießen wurde heute von Garten- ftrahe 30 nach der Universitätsbibliothek, Vismarck- flratze 37, verlegt. 62020 Gießen, den 2. Oktober 1939. Der Oberbürgermeister. Ernährungsamt. Hierdurch bringe ich meinen seitherigen Gästen und Kunden zur Kenntnis, daß das seit 20 Jahren von mir geführte GewmuouSzug 5. Klaffe 1. Deutsche Reichslotterke Ohne Gewähr Nachdruck verboten | Empfehlungen | Luftschutz- Lampen, Batt. M. Lieblet Kreuzplatz 2. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund« vrets von 5 Pf. sürdieMillimeter« teile veröffentlicht für Miütär,Eisenbahn, Post pp. elngetroffeu. Carl Schnuck Bahnhofstr. 66. 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Oktober 1939 Gießener Anzeiger tSeneral-Anzetger für Oberhessen) nd ich MD (Genaue Anschrift des Bestellers) Für den Ausflugsverkehr gesperrt. „flüssige Obst", besonders zu schätzen. Schon viele end (es Ul IV vv» 111 U null I Ui'V «VV '— i i *' ” llhöre: Richard Doeck, TanMtung: Thea Maaß. noch bekannt gegeben. mir auf ’ben und ren. »er nntnis- ihnhof- END 6203D (Feldpostanschrist genau angebm) Oie Dezugsrechnung zahlt: rnteM nge. 1 d Most- ch. Sie: Gummi l. Wein- >rm und iißmost, 00 Liter i.,Korke ebör k Irog^y Die Post weist darauf hin, daß die Einlieferung von Feld Postsendungen, die mehr als 250 Gramm wiegen, vorerst zwecklos ist. Die Sendungen müssen den Absendern zurückgegeben werden, weil ihre Beförderung zur Zeit noch nicht möglich ist. Die Behandlung solcher Sendungen Hemmt stark den Dienst der ohnedies stark belasteten Postsammelstellen. Der Zeitpunkt, von dem ab schwerere Feldpostsendungen eingeliefert werden können, wird abgeliefert. Der Apfelsaft, der in Tausenden von Litern im Laufe eines Jahres aus den Gießener Obstsaftkeltereien hervorgeht, ist ein Getränk geworden, das heute kaum mehr zu missen ist. Der Wert liegt dabei nicht nur in der erfrischenden Wirkung, vielmehr ist der Apfelsaft auch ein Nahrungsmittel, das die reichen Schätze der diesjährigen Obsternte auf günstigste Weise verwertet. Der Inhalt der Feldpostbriefsendungen bis 250 Gramm besteht vielfach aus verderblichen Gegenständen, z. B. frischen Früchten (Weintrauben, Pflaumen, Birnen, Tomaten usw.), oder auch aus feuchtem Obstkuchen, was zur Folge hat, daß die Briefe sich schon bald nach Beginn der Beförderung auflösen. Auch Streichhölzer sind in diesen Sendungen öfter enti)alten. Wenn auch die Absender bei 'Versendung von Früchten usw. sich von dem GefühK leiten lassen, ihren Angehörigen jm Felde eine Freude zu machen, so verkennen sie doch dabei, daß die Sendungen während der Beförderung Mit anderen in Beuteln zusammengepackt werden müssen, wodurch die Früchte usw. verderben. Abgesehen davon, daß der Empfänger von der Sendung, wenn sie ihn überhaupt erreicht, keinen Nutzen hat, tritt noch der weitere Nachteil ein, daß durch die zerdrückten Früchte andere Sendungen durchnäßt werden. Bei Streichhölzern bedenken die Msender nicht, daß Streichhölzer in Postsendungen überhaupt nicht verschickt werden dürfen, da sie sich entzünden und dadurch unter Umständen größeren Schaden verursachen können. Der Absender macht sich g. F. nicht nur ersatzpflichtig, sondern auch strafbar. Die Deutsche Reichspost richtet daher an alle Absender von Feldpostbriefen die dringende Bitte, leicht verderbliche Gegenstände, insbesondere Früchte, ferner Streichhölzer und andere leicht entzündliche Gegenstände nicht zu senden._____________ schau, Schleiden, Pruem, Bitburg, Trier-Land und Saarburg gesperrt ist. Insbesondere ist der Besuch von Truppenformationen, die in diesen Kreisen liegen, durch Angehörige verboten. Personen von auswärts, die trotz dieses Verbotes versuchen, in die genannten Kreise einzureisen, werden unnach- sichtlich zurückgewiesea. Lediglich der normale Reise- und Geschäftsverkehr ist erlaubt. Es wird aber darauf hingewiesen, daß einreisende Personen jederzeit sich durch einen amtlichen Lichtbild ausweis über ihre Person auszuweisen haben. NSG. Der Chef der Zivilverwaltung in Bad Godesberg gibt bekannt, daß der Ausflugsverkehr Das Obstjahr 1939 bringt in unserer engeren Heimat eine gute Mittelernte an Aepfeln, Birnen und Zwetschen. Nach dem außerordentlich obstarmen Vorjahre kommt uns der reichliche Segen an diesen Früchten in diesem Jahre besonders zu Nutzen. Neben einer ausreichenden Versorgung der Haushaltungen mit Obst bleibt eine reichliche Menge für die gewerbliche Verwendung in den Keltereien, Marmelade- und Konservenfabriken übrig. Auch die Herstellung von Apfelsaft wird in diesem Jahre in umfangreichem Maße möglich sein und damit für den Konsum ein erfrischendes Getränk in reichem Maße bereitstellen. Wir haben dieser Tage eine Apfelsaftkelterei in Gießen besucht, in der aus Aepfeln das fo genormte „Flüssige Obst" bereitet wird. Die Obstsaftkelterei geschieht in Gießen in mehreren Betrieben, zum Teil auf eigene Rechnung, zum Teil aber auch in der Form der Lohnmosterei, d. h. im letzteren Falle, jeder Gartenbesitzer fährt mit seinem Wagen bei der Lohnmosterei vor, bringt möglichst noch Flaschen für den Saft mit, überläßt alles weitere dem Mostereibetrieb und holt — gegen Entrichtung eines bestimmten Entgeltes (dessen Höhe reichseinheitlich festgelegt ist) — nach acht Tagen seinen Most ab. Diele Gartenbesitzer aus Gießen und Umgegend machen von dieser Möglichkeit, sich ein herrliches Getränk zu verschaffen, Gebrauch. Dabei Hai sich schon ein geschickter Modus eingebürgert. In vielen Orten kommen die Bauern überein, daß an dem und jenem Tage der eine oder der andere Bauer anspannt, bei verschiedenen Hösen vorfährt, die Apfelsäcke auflädt und sie in die Mosterei bringt, um nach der ausgemachten Zeit den fertigen Saft wieder abzuholen.' Den Most kann man auf verschiedene Weise haben: gewissermaßen ganz naturell, d. h. trübe, ?n in jeder Menschenbrust lebt. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Tz DtrSelöponoerfanö des Gießener Wioets hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und unserer Arbeitsmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! — Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt. An den Betrag des Siebener Anzeigers. Sieben Versenden Sie den Gießener Anzeiger zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat unter folgender Anschrift: Die Gießener Universitätskliniken stehen zur Verfügung. Don der Pressestelle b-er Ludwig s - Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Trotz Errichtung des Reserve-Lazaretts II innerhalb der Univerfitäts-Kliniken bleiben für die fachärztliche Versorgung noch ausreichende Betten zur stationären Behandlung der Zivilbevölkerung Gießens und Umgebung zur Verfügung. Ebenso stehen bie Polikliniken für die ratsuchende kranke Bevölkerung im gewohnten Umfange mit fachärztlichen Kräften bereit. Oie Regelung der Gierversorgung. Auf den Abschnitt L 48 der Lebensmittelkarte wird, wie das Landesernährungsamt mitteilt, fuv die laufende Woche ein Ei je Versorgungsberechtigtem abgegeben. Der Abschnitt L 48 wird vom Eierhändler abgeschnitten. Gleichzeitig wird auf der Rückseite des Stammabschnitts der Lebensmittelkarte durch Firmenaufdruck oder Aufschrift die Abgabe des Abschnitts bestätigt. Damit bindet sich der Vorsorgungsberechtigte bis auf weiteres an seinen Eierlieferanten. Im Interesse einer reibungslosen Weiterbelieferung der Lieferanten mit Eiern wird die Bevölkerung dringend gebeten, in den Geschäften Eier zu kaufen, aus denen sie diese bisher bezogen hat. Heber 5500 BOM -MSdel in der Erntehilfe. NSG. Nach den letzten Wochenmeldungen der Untergaue beläuft sich die Gesamtzahl der zur Zeit im Gau Hessen-Nassau für die Erntehilfcaktion der Partei eingesetzten BDM.-Angehörigen des Obergaues 13 auf 5501. Darunter sind allein 1202 Frankfurterinnen, die in Oberhessen, der Wetterau, dem Kreis Wetzlar, in Taunus, Rheinhessen und Westerwald beim Bauern arbeiten. Die meisten Mädel sind für längere Zeit aufs Land gegangen. So führt der Untergau Wiesbaden dreiwöchige Lager durch. Wie von allen Meldestellen berichtet wird, gingen die Anmeldungen so zahlreich ein, daß beim Änlaufen der Aktion verschiedene Einsatztermine festgelegt werden mußten. 1*011 der Feldpost. 9.30^1 Mittel Aus Aepfeln wird „flüssiges Obst Besuch in einer Gießener Apfelsastkelterei. Präsidenten des Kathetenquadrats wählen, und statt irgendwelcher Kanäle würde uns wenige Wochen später der vollkommene Pythagoras vom Himmel leuchten. Dann würden auch wir unsererseits das Kathetenquadrat ergänzen und dann endlich wüßten wir voneinander, daß es uns gibt. Was immer auch einer sich ausdenken könnte, den Marsbewohnern ein Zeichen zu geben, ich glaube nicht, daß jemand eine einfachere und zwingendere Idee haben könnte, als Professor Littrow aus Wien sie hatte. Das heißt man, der Natur einen mathematischen Handstreich spielen. Aber leider, die einfachen und zwingenden Ideen fallen den Menschen nur selten ein, und wenn sie ihnen einfallen, lassen sie hundert Jahre darüber vergehen, ehe sie sie ausführen. Wer vielleicht lassen die Marsmenschen, weil sie dreihundert Jahre alt wer- den, über einer guten Idee fünfhundert verstreichen, ehe sie sie ausführen. So bleibt der Menschheit bis zum wahren Marsgeplauder noch ein, zwei Säkula Zeit. Bis dahin heißt's halt von der Stange plaudern — zitzerlweis. 1 Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Freier". — Sloria-Palast (Seltersweg): „Roman eines Arztes". - Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „In letzter Mimte". — Wirtschafts gruppe Gaststätten- und Be- , erbergung&gemerbe: 15 Uhr Saalbau, Liebigstraße, ^reisversammlung. „Die Freier", Erstaufführung im Stadttheater. Am heutigen Dienstag, 3. Oktober, kommt im ötadttheater Gießen das romantische Lustspiel „Die {freier" von Joseph von Eichendorff zur Auffüh- iung. Dieses erfolgreiche Bühnenwerk tritt damit erstmalig vor das Gießener Publikum. Die Spielleitung hat Hans Geißler. Die Musik stellte Richard Ortung hat Hans Geißler. Die Musik stellt Richard tzoeck, der neue Kapellmeister, zusammen. Die Vorstellung findet gleichzeitig als Erstvorstellung der -ienstag-Mete statt. 3m Zeichen des Mars. Von Peter Bamm. (Nachdruck verboten.) Der Chronist hat von je den geneigten Leser pfleglich behandelt. Aber wenn er in diesen belli- bfen Zeiten die Feder ergreift, kommt ihm aus, daß der geneigte Leser unterdessen ein Sold ar geworden sein könnte oder gar ein Held. Für Helden p schreiben ist keine leichte Ausgabe. Immerhin erinnert sich der Chronist aus der Ä^t, da er selber roch ein Held war, was für eine wahrhaft nützliche Sache eine Zeitung war. Mit einer Zeitung konnte man Feuer machen, euch wenn das Brennholz noch so naß war. Itcan- d*er brillante literarische Einfall hat schon einem Soldaten die Hände gewärmt. Aber noch besser liefen sich die Füße damit warmhalten. Wenn man zwischen Socke und Sohle eine Lage Zeitungs- ppier einschob und sich solchermaßen durch die Neuesten Nachrichten von Mutter Erde isolierte, finnte man auf den kältesten Steinplatten stun- tertlang stehen, ohne kalte Füße zu bekommen. Kalte Füße sind für einen Helden ebenso unange- rchm wie für jeden gewöhnlichen Menschen. Doch und) damit ist die kriegerische Leistungsfähigkeit der Leitung noch nicht erschöpft. Es gibt noch eine Möglichkeit, die Zeitung zu verwenden, die von ollen Soldaten aufs höchste geschätzt wird. Und d it, wenn er sie zitzerlweis verwenden kann. un her endlich tritt auch die Möglichkeit aus, daß die Rettung gelesen wird. Wenn der Soldat fneo- lch wie ein Huhn — auf der Stange hockt, so r?mmt er gerne teil an den literarischen Möglich- k iten, die die Heimat hervorbringt. Natürlich gibt l be zitzerlweise Verwendung auch der Literatur de Charakter des Fragmentarischen. Für den Chron - fsn aber ergibt sich daraus die neuartige uno shwierige Ausgabe, auch in vier gleiche Teile zer- rsien noch lesbar zu sein. Nirgends sonst werden s° viele Autoren in der Luft zerrssen, als da, wo br Soldat friedlich, menschlich, der Hieras des langes entrückt und Mit sich selbst beschäftigt f • Hinblick auf diese seine militärische Zwang tage versucht der Autor, fein möglichstes zu tun. * Der erste, dessen wir gedenken müssen ist der ^ars. Das liegt insofern nahe, als der Mars un fit Jahrzehnten Nicht so nahe gestanden Hatz Fr l'ch hat auch diese Annäherung immer noch nicht M Klärung der Frage geführt, ob der Mars nun k-wohnt ist oder Nicht. Wenn man es annchmen sollte, so träte alsbald der Wunsch m Erscheinung, ten fernen Bewohnern dieses Sterns ein 3ei(b d-i geben, auf das sie antworten konnten, ine parstanäle, die man solange mit soviel Auftne IcmHett beobachtet hat, können auch Naturevschei nungen sein. Aber wenn die Marskanäle nun auch einmal eine sinnvolle Figur zeigten, würde dann Nicht die Frage geklärt sein? Wenn die Marsbewohner hervorragend gute Fernrohre hätten, dann könnten sie zur Zeit auf ihrem Nachbarstern, der Erde, sehr merkwürdige Erscheinungen wahrnehmen. Sie würden nämlich feststellen müssen, daß dasjenige Stück Land,, das wir Europa nennen, eine Veränderung durchgemacht hat. Während es bisher nachts ziemlich gleichmäßig erhellt war, liegen jetzt große Gebiete iw Dunkel. Nun stelle man sich einen Marsgelehrten vor, der diese Erscheinungen beobachtet hat und nun eine Erklärung dafür geben soll, und man wird erkennen, welche Schwierigkeiten die Aufstellung wissenschaftlicher Hypothesen bietet. Was für ein Genie wäre der Mann, der aus feiner Phantasie heraus die richtige Erklärung für diese Erscheinung fände. Aber man sieht auch, wie furchtbar Hypothesen sein können, wenn sie richtig sind. Unversehens nämlich würde unser Marsgenie auch noch Berlin w 62 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wenn man bedenkt, daß die Frau bloß von der Milch gelebt hat — was anderes verträgt sie ja schon Nimmer — was soll ich denn jetzt machen? Es ist ein rechtes Kreuz und unser Herrgott meint es arg gut mit uns", jagt Höfling bitter. Es geht ihm durch den Kopf, wie sie die ganze Nacht beieinander gehockt finit) und beratschlagt haben, wer wohl das Geld für zwei neue Kühe hergibt. Und sie sind auf den Doktor verfallen, weil er ein guter Kerl ist und schon mehr Leuten geholfen hat. „Wenn ich bitten dürst, daß Sie uns das Geld leihen. Im Herbst zahlen wir es zurück." „Sie stellen sich das sehr einfach vor, lieber Hof- lrna. Sie meinen wühl, ich brauche bloß in die Tasche zu greifen, und schwups, ist die Angelegenheit in Ordnung. Das sind so die landläufigen Ansichten, ich weiß. Aber Sie sind auf dem Holzwege, mein Bester." Es ist zwar hart, nein sagen zu müssen, aber zum Donnerwetter, er muß sich doch wehren. Der andere rutscht auf der Stuhlkante herum und ist um neue und bessere Gründe bemüht, aber leider fällt ihm nichts ein. „Im Herbst bestimmt, Sie können sich darauf verlassen, und Sie wissen doch, wie meine Frau in solchen Sachen ist. Lieber spart sich's die vom Mund weg, als daß sie unpünktlich ist. Ohne Kühe kann ich mich gleich auf- hängen. Also, wenn ich inständigst bitten dürft..." „Warum lauft ihr denn immer zu mir? Alles kommt zu mirr Höfling schweigt, und seine schwieligen Riesentatzen liegen hilflos auf den Knien wie schwere, fremde Gegenstände. Er duckt sich, und sein grauer Kopf sinkt nach vorne. Gerade diese Hände, diese Arbeitswerkzeuge sind es, die in Dr. Severin den Umschwung einleiten, die ihn wilde stimmen, die ihn umwerfen. / „Was ist denn mit der Städtischen Sparkasse?" „Die wollen Sicherheiten. Wo soll ich Sicherheiten hernehmen?" „Der Hvnold hat zwei übrige Kühe stehen, vierhundertvierzig Mart will er dafür. Vielleicht kann ich einen Zehner abhandeln", stottert Höfling. Er schwitzt und hat wieder Hoffnung. Dr. Severin greift in das Zigarrenkistchen mit den spanischen Wohllauten auf dem Deckel und sagt: „Da sind vierhundert Mark, das aobere kriegen Sie Silber. Im Herbst affo. Längstens. Sie unterzeichnen einen Schuldschein. Hier." Ein Waschlappen bin ich, denkt er mißgelaunt, als Höfling das Zimmer verlassen hat. Jetzt ist das Geld weg, mein einziges Geld, und weiß der Kuckuck, wann ich neues bekomme für Friedrich. Mit lumpigen sechzig Mark mache ich mich nicht lächerlich. Ich muß der Ferber beibringen, daß sie mehr spart. Aber wo, bitte? Kann wir das jemand verraten? Wir treiben doch keinen Aufwand, wir verpulvern doch nichts! Ich gehe fast nicht aus, rauche Zehnpfennigzigarren und laufe in alten Kleidern herum, jede Mark wird dreimal herumgedreht. Er überlegt, wo man Abstriche machen könnte. . Plötzlich fällt ihm etwas ein. Ich werde mal mit der Gemeinde reden, ja, so muß es gehen! Er klappt seine Bücher zu, setzt den Hut auf und macht sich auf den Weg. Bürgermeister Heller, im Zivllberuf Gastwirt, ist zufällig in der Kanzlei. Er sitzt mit dem Stadtfekretär über dem letzten Gesetz, und Verordnungsblatt und ersucht Severin, Platz zu nehmen. „Blüht das Geschäft, Herr Doktor?" „Leider nicht." „Dann geht es Ihnen wie uns. Bei uns rennen die Mäuse auch mit verweinten Augen in der Kanzlei herum. Diese Unterstützungen fressen uns noch auf. Womit kann ich dien-enc Ein tröstlicher Anfang, denkt Severin. Er räuspert sich. Es ist nicht angenehm, vor diesen Leuten seine mißlichen Verhältnisse auszupacken. Aber er kann sich übertriebenes Zartgefühl nicht leisten und muß diesen Brüdern einmal reinen Wein ein schenken. „Ich mochte wegen des Krankenhauses mit Ihnen sprechen, meine Herren. Es rentiert sich nicht mehr, ich zahle drauf. Wir haben zu wenig Patienten; die Spesen sind dieselben wie früher. Das liegt an den Zeitverhältnissen. Jeder spart und nicht jeder zahlt. Ich habe bisher von meinen anderen Einnahmen zugeschustert, aber jetzt ist auch das nicht mehr möglich. Heute bin ich so weit, daß ich Eisenlohr seine Zinsen schuldig bleiben muß. Sie werden mir einräumen, daß unter solchen Umständen der Kran- kenhausbettieb eigentlich nur im Interesse der Gemeinde aufrechterhalten wird. Und deshalb mochte ich bitten, daß mir die Stadt wenigstens die Hypothekenzinsen bis auf weiteres abnimmt" Bürgermeister Heller hat als höflicher Mann den Doktor ausreden lassen. Er erwidert: „Lieber Herr Doktor, das würden wir gern machen, aber es geht nicht. Sie wissen wahrscheinlich nicht, wie tief wir in Schulden stecken. Dem Namen nach sind mir eine Stadt, und in Wirklichkeit ein Bauernkaff. Es tut mir leib, aber an uns dürfen Sie sich nicht wenden." Bürgermeister Heller ist kein unebener Mann. Er ist klug, tatkräftig und vernünftig. Aber was nicht zu machen ist, ist nicht zu machen. Auch Dr. Severin ist ein Mensch, den man so lassen kann, und verlangt nichts Unbilliges. Nur können sie eben in dem bewußten Punkt nicht zusammenkommen. Es dreht sich um Geld, und Geld hat die Leute von jeher auseinandergebracht. Dr. Severin denkt: da hat man denen ein Spital hingestellt, hat sich in Schulden gestürzt, muß sich abradern und absorgen, und dann lassen sie einen im Stick! Wenn ich bei Höfling vorhin auch so gehandelt hätte. Er kaut auf feiner .Unterlippe, sucht nach neuen Argumenten und findet, daß alles schon gesagt ist. „Aber das Krankenhaus, ich bitte Sie, ist doch ein Bedürfnis für die Gemeinde. Eine Kulturfrage sozusagen. Denken Sie nicht mehr an die Zeit, wo man jeden Blinddarm, jeden eingeklemmten Bruch kilometerweit nach Arnsfeld hat transportieren müssen? Ist das keine Wohltat?" „Selbstverständlich. Das bezweifelt ja niemand. Nur haben wir eben fein Geld." „Was in guten Jahren verdient wurde, habe ich wieder hineingefteckt. In den Operationssaal, in den Röntgenapparat. Das kann ich Ihnen schwarz auf weiß zeigen. Nicht soviel habe ich für mich selbst verwendet. Und jetzt, wo es flau ist, wo man nur mehr Notfälle zu sehen bekommt — lassen Sie mich hängen? Das ist bequem, meine Herren." „Und wenn Sie noch tausend Gründe anführen, wächst uns davon kein Geld! Wir geben ja alles zu, wir sind ganz Ihrer Meinung, wir leben doch auch nicht hinter dem Mond, aber wir haben keine Mittel. Begreifen Sie doch!" Dr. Severin verabschiedet sich rasch und eisig. Er geht heim. Gründlich haben die mir den Tag versalzen, denkt er wütend. Unfair nenne ich das, undankbar! So eine Gemeinde hat doch andere Möglichkeiten, sich Geld zu verschaffen, als ich. Hat Grundstücke, schlagbares Holz, Kredite. Gut, ich werde mir das merken. Ich werde nie mehr so töricht sein und die Hälfte der Gemeindekranken umsonst behandeln. Da sitzt man in so einem Nest, hat nichts vom Leben, wird alt, ist immer nur für die anderen Wirtschaft. Eintragungen in das Handelsregister. In das Handelsregister A beim Amtsgericht j Gießen wurden folgende Veränderungen ein^eteü. gen: Bei der Firma Hermann Gebauer, Gießen, ist der Kaufmann Heinrich Gebauer als persönlich haftender Gesellschafter ein getreten. — Bei bet Firma Harder, Meifer & Co. in Gießen haben di« Kommanditisten ihre Kommanditeinlagen erhöht. - Bei der Firma Edgar Borrmann, Kommanditgesell« schäft, Gießen, wurde dem Kaufmann Heinrich Weimar in Niederscheld (Dillkreis) und Fräulein Erika Weimar in Lollar Prokura erteilt. — Die Firma Schaumberger & Sohn, Gießen, wurde von Amts wegen gelöscht. — Die Firma Hahn & Roe« rich, Gießen, ist erloschen. — In das Handelsregister B wurde verzeichnet, daß die Firma Hausvenvol. tungsgesellschaft Gießen (Horst-Wessel-Wall 39) auf. gelost wurde und in Liquidation getteten ist. Berkaus von Pferden und Gangochsen meldepstichtia. FWD. Nach einer Anordnung des Reichskomwis- fars für >die Preisbildung im Reichsanzeiger Nr. 224 sind alle Verkäufe von Pferden und Gangochsen zu melden. Der Verkäufer hat den Vertragsab. fchluß unter Angabe insbesondere des Preises feiner zuständigen Preisbehörde (Landrat oder Oberbürgermeister) schriftlich anzuzeigen. Ausgenommen von dieser Meldepflicht sind die Ankäufe der Wehrmacht. Meldepflichtig sind alle seit dem 20. August 1939 getätigten Verkäufe. Bisher abgeschlossene Verträge sind bis zum 10. Oktober 1939 zu melden. (Die ursprünglich auf 1. Oktober festgesetzte Fttsi ist verlängert worden.) Zukünftige Verkäufe finM binnen drei Tagen nach Vertragsabschluß anzu> - zeigen. Die Meldung ist vom Verkäufer und Kami fer zu unterzeichnen. Rhein-Mainische Börse. Aktien knapp behauptet. Frankfurt a. M., 2. Okt. Zum Wochen- und Mw natsbeginn lagen an den Aktienmärkten tun wenig Aufträge vor, wobei kleine Abgaben überwogen. Im Hinblick auf die bevorstehende Reichs- tagsfitzung bestand keine Unternehmungslust, do man die weitere Entwicklung abwartet. Es fam dccher nur zu kleinen Umsätzen bei leicht nachgebew' den Kursen. Die führenden Werte konnten sich tret- hältOismäßig behaupten. IG.-Farben 156,13 (156,50), Verein. Stahl 93,40 (93,50), Mannesmann uno. 99,75, AEG. 114 (115), Rheinstahl jedoch mehr ermäßigt auf 121,65 (123). Im übrigen eröffneten zunächst Gesfürel Mit 133,25 (134), Lahmeyer mit 107,75 (108), Deutsche Erdöl mit 130 (130,75), Hohmann mit 143 (144) und Heidelberger Zement mit 136 (137,50). Am Rentenmarkt blieb der Zinstermin tat weiterer Nachfrage wirksam, insbesondere bei Gold. Pfandbriefen. Don Auslosung sanleihen Reichsaltbe« sitz 132,75 (132,50) und Dekosama I 136,25 (136,13). Reichsbahn-VA. gewannen 0,25 v. H. auf 122,25. Li quid ationspf andb ri efe ruhiger, aber gut behauptet, Meininger noch 0,25 v. H. hoher mit 101,25. Industrie-Obligationen bröckelten vorwiegend 0,23 bis 0,50 v H. ab, fest aber 4,50 v. H. Main-Kraft; Mit 94 (93).. Stadtanleihen still und meist gehalten,. 4,50 v. H. Darmstadt v. 26 nach längerer Pause 9! (96). Freiverkehrsrenten ohne Bewegung. Der Freiverkehr lag ruhig, Katz & Kttnnpp 91 Geld. Dagesgeld wieder leicht mit 2,25 (2,50) v.H. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 2. Oktober. Auf dem beutigeit Schweine markt waren 148 Ferkel aufg& trieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiers 14 bis 18 RM. Der Handel war schleppend. Cs verblieb erheblicher Ueberstand. granffurter Schiachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Oft (Vorbericht) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 41» Kälber, 40 Schafe und Hümmel, 1000 Schweine. Cs kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Hümmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 52 bis 61 RM. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schaft und Hümmel flott. da — und dann machen sie einem Schwierigkeiten. Bande. Nikotine platzt ahnungslos in diese Gewitterstiin« mung hinein. Sie trägt ihr kurzgeschürztes, ge* blümtes Waschkleid, hat rote Backen vor Eifer uith kommt aus dem Garten, wo sie Beete umgestochen hat. „Ich hätte gern das Geld für die Sämereien. Ich glaube nicht, daß noch kalte Nächte kommen." „Wievie( soll es denn sein?" „Zehn Mark werden reichen. Ich stecke Bohnen Rüben, Salat Außerdem müssen die Kinder Spinat haben. Für ein paar Beete möchte ich Blumen." Sie ist voll zuversichtlicher Fröhlichkeit „Blumen? Muß das sein?" Hier ist gleich eine Gelegenheit, mit dem Einsparen zu beginnen. — „Blumen müssen natürlich nicht sein", erwidert sie mchtverstehend und gedehnt Sie entdeckt jetzt auch die zwei kleinen Buckel über Severins Nasen« wurzel. „xiür wollen es zunächst mal mit fünf Mark ver« suchen", sagt er und zieht seine Börse. Sie nimmt zögernd das Geld, schluckt etwas hin« unter und verläßt das Zimmer. Mag er Blumen, nicht? Warum keine Blumen, denkt sie verstört, um) der ganze Garten macht ihr plötzlich keine Freuds i prehr. * Als Leinfelder zurückkam, hatte die Fabri getofdt j „Ihr laßt einen allein, ihr kümmert euch um nichts, • du und Lankes. Sterben kann man wegen euch, und auf eine wildfremde Frau ist man angewiesen! | Dann war sie still geworden, und jetzt liegt sie mit unnatürlich großen Augen da, redet nichts, beutel' nichts und jagt ihrer Umgebung heillose Angst ein- Die Wirtsfrau wispert etwas von Retterspritzwasser« ; Wickeln, aber die Fabri hält den Kopf zur Warn) | gedreht und ist keiner Belehrung zugänglich. S°r hat zwei Kissen auf den Boden gefeuert und bieft Wärmflasche, die nicht zu ertragen ist Leinfelden j bestürzt und kopflos und wenig gewandt in Krank« > heitsfrügen, murmelt: „Das halte ich nicht mehr aus, ich werde einen Arzt rufen." „Nein, keinen Arzt", stoßt die Fabri drohend ty1* vor. Sie läuft eben wieder Spießruten durch einet Wald voll Schmerzen. Arzt ist ihr etwas Schre«' ljches, Arzt ist das Letzte. Ein Arzt schneidet gleiÄ und macht noch mehr Schmerzen. Sie war nie ernstlich krank. (Fortsetzung folgt.)