Nr. 179 Erstes Matt 189. Jahrgang Donnerstag, 3. August 1939 Eichener Anzeiger Druck und Verlag: vrühlsche Unioersttäts-rnckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSftsstelle: Schulftratze ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text, anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/«, mehr. Ermatztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Franifurl am Main 11686 Seiern im Großdeusschen Reich Wehrkraft unseres 80-Millionen- solchen Kampf restlos eingesetzt und das verpflichtende Dermächt- dafür, daß die Volkes in einem wird. Berlin, 2. August. Am heutigen Todestag des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg legte im Auftrage des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht der Kommandierende General des I. Armeekorps, General der Artillerie von Küchler, einen Kranz am Sarge des Feldmarschalls in der Gruft des Reichsehrenmals Tannenberg nieder. machte dem Führer Meldung. Während der Führer mit seinem Stellvertreter, Reichsminister Rudolf h e ß, Gauleiter W ä ch t l e r und General Freiherrn v. waldenfels, sowie seiner Begleitung auf der Freitreppe des „Hauses der deutschen Erziehung" seinen Ehrenplatz einnahm, marschierte der Große Zapfenstreich auf. Rach leisem Trommelwirbel erklangen die weihe- vollen Hymnen des Großen deutschen Zapfenstreiches und schwangen sich empor zum nächtlichen Sternenhimmel, um sich gleichsam über dem ganzen Großdeutschen Reich zu einem gewaltigen Akkord soldatischer Gemeinschaft zu verbinden. Wir alle, die dieser erhebenden militärischen Feier beiwohnten, empfanden es als ein tiefes Symbol, daß der Führer in dieser historischen Stunde als Garant deutschen Lebensrechtes unter seinen Soldaten und seinem wehrhaften Volke stand. Rach dem Vorbeimarsch des Zapfenstreiches kehrte der Führer unter den begeisterten Kundgebungen der Massen zum Hause Wahnfried zurück. Der Führer beim Großen Zapfenstreich in Bayreuth. Bayreuth, 3. August. (DRB.) Zur gleichen Stunde, in der in allen Standorten Großdeutsch, lands die Spielmanns- und Musikzüge mit den Ehrenkompanien der jungen deutschen Wehrmacht zum , Großen Zapfen st reich angetreten waren, formierten sich auch in der Festspielstadt Bayreuth die Truppen zu dem feierlichen mili- Hänschen Akt, um der geschichtlichen Stunde zu gedenken, in der vor nunmehr 25 Jahren ein friedliches und blühendes Deutschland durch das Kesiel- lreiben mißgünstiger Mächte zum größten Waffen- ggang aller Zeiten gezwungen wurde. Tausende von Männern und Frauen säumten Um Loderschein der Fackeln den Hans-Schemm- splah, als gegen 23 Uhr der Ober ft e Befehlshaber der Wehrmacht, von Haus Wahnfried kommend, eintraf. Tosende Jubelstürme begrüßten ihn. Der Regimentskommandeur Oberst Dostler Diese Erkenntnis . . . , nis des Heeres von 1914 erfüllt uns mit zähem Siegeswillen und wird uns zu unerbittlichen Kämpfern um die Freiheit und Ehre des deutschen Volkes machen. Es lebe der Führer! von Brauchitsch, Generaloberst. sich in den Heldengestalten eines Boelcke und Richthofen verkörperte, hat die deutsche Fliegertruppe vier Jahre gekämpft. Sie stritt gegen eine vielfache lieber» macht, gegen die unerschöpflichen Reserven von Mensch und Material einer Welt von Feinden. Aber wenn auch auf einen deutschen Flieger drei, fünf, ja zehn Gegner kamen — die deutschen Flieger kämpften mit unerschüttertem Mut, sie kämpften und siegten bis zuletzt. Dann brachte schmählicher Verrat das bittere Ende. Ein Friedensdiktat zerschlug unsere Wehr zur Luft und verbot Deutschland jede, auch die geringste Luftverteidigung. Jedoch: Man konnte wohl die Flugzeuge und die Motoren zerschlagen, nicht aber den deutschen Fliegergeist. Der deutsche Fliegergeist marschierte mit der nationalsozialistischen Bewegung, denn im Nationalsozialismus erstanden ja alle die Tugenden und seelischen Kräfte, die unsere Flieger im Weltkrieg zu ihren herrlichen Taten befähigt hatten. Der Führer schenkte dem deutschen Volk die deutsche Luftwaffe. Und er gab mir ihren Oberbefehl. Ich habe in den vergangenen Jahren mein Bestes getan, um unsere Luftwaffe zu der größten und mächtigsten der Welt zu machen. Ihre Stärke und Einsatzbereitschaft hat nicht zuletzt die Schaffung unseres Großdeutschen Reiches ermöglicht. Geboren aus dem Geist der deutschen Flieger des Großen Krieges, verschworen der Idee unseres Führers und Obersten Befehlshabers — so steht heute die deutsche Luftwaffe bereit, jeden Befehl des Füh- rres blitzschnell und mit ungeahnter Stoßkraft durchzuführen. Unser Gedenken gilt heute dem Tag vor 25 Jahren, unser Blick aber ist voraus gerichtet in die Zukunft unseres ewigen Deutschlands. Göring, Generalfeldmarschall. Geschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit wie 1914 Tagesbefehle an die drei Wehrmachisieile. Auch in anderen Garnisonorten des Saarlandes fand der Große Zapfenstreich unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung statt. Besonders eindrucksvoll war die abendliche Feierstunde auf dem Adotf- Hitler-Platz in Saarlautern, der Stadt, die mit ihrem überwältigenden Bekenntnis bei der Saarabstimmung alle Lügen über das französische Saarlouis eindeutig widerlegte und die sich jetzt im Schutze des Westwalles sicher weiß gegen jeden feindlichen Angriff. Prag. Auch Prag, die alte Kaiserstadt, erlebte als Krönung jenes Tages, an dem die deutsche Wehrmacht des Eintrittes Deutschlands in den dem deutschen Volke aufgezwungenen Kriege gedachte, den Großen Zapfenstreich. Mächtige Scheinwerfer warfen ihre Strahlenbündel auf die einzigartigen Baudenkmäler der Neustadt, vom nächtlichen Himmel hoben sich die Türme der alten gotischen Bauten eindrucksvoll ab. Lange vor Beginn des von vielen Pragern zum ersten Male erlebten militärischen Schauspiels strömten Tausende Deutscher und Tschechen vereint zu dem großen Platz vor dem Haupteingang der Prager Burg, die im festlichen Lichter- An die Kriegsmarine. Die 25jährige Wiederkehr des Kriegsbeginns ruft die Erinnerung wach an den vierjährigen heldenhaften Abwehrkampf des deutschen Volkes gegen eine feindliche Welt. In diesem Ringen um Freiheit und Ehre der Nation bewährte sich deutsches Soldatentum in höchster Vollendung. Auf allen Weltmeeren kämpften von 1914 dis 1918 deutsche Seeleute. Unvergessen bleiben die Taten der Auslandskreuzer und die Tage von Coronel und Falkland, unvergessen der zähe und ent- sungsvolle Kampf gegen den Feind auf, über und unter dem Wasser. Unvergänglichen Ruhm erwarben sich unsere Unterseeboote.'In der größten Seeschlacht aller Zeiten errang die deutsche Hochseeflotte die Achtung einer ganzen Welt. Der Tag von Skagerrak wird uns Sinnbild höchster Pflichterfüllung bleiben. Durch dunkle Zeit hinübergerettet wurde das Vermächtnis der Toten des Großes Krieges, bis uns der Führer Freiheit von Wehr und Waffe wiedergab. Der neu erstarkenden deutschen Kriegsmarine sind große Aufgaben gestellt. Wir werden, wenn die Pflicht uns ruft, einstehen für des Reiches Macht und Größe, getreu unserem Eid und eingedenk des heldenhaften Kämpfens und Sterbens unserer Väter und Brüder. Wir setzen unerschütterliches Vertrauen auf die Führung des Reiches und glauben fest an die Zukunft unseres Vaterlandes. Heil unserem Führer! Heil Großdeutschland! R a e d e r, Großadmiral, Dr. h. c. An die Luftwaffe. Kameraden! Heute vor 25 Jahren zog die deutsche Armee ins Feld, um die Heimat vor den rings an den deutschen Grenzen aufmarschierten feindlichen Mächten zu schützen. In dieser Armee war auch eine Fliegertruppe. Klein, wenn man sie nur in Zahlen werten wollte, aber groß, wenn wir den Geist, der sie beseelte, als Maßstab anlegen. In diesem Geist, der spiel bei, das machtvoll mit den Liedern der Nation ausklang. An der Wasserkante. Nachdem in allen Standorten Hamburgs und innerhalb der 20. Division am Vormittag in feierlichen Appellen der Bedeutung des 2. August gedacht worden mar, fand am Spätabend ein Großer Zapfenstreich auf dem Adolf-Hitler-Platz statt, an dem drei Bataillone mit Spielleuten und Musik- Zügen teilnahmen. Nach den Märschen der alten Hamburger Regimenter und einem Fanfarenmarsch begann der Große Zapfenstreich, der in die Nationalhymnen überleitete. Mehr als 1000 Fackelträger und Abordnungen sämtlicher Gliederungen der Bewegung bildeten den Rahmen zu dem grandiosen militärischen Schauspiel. Der Feiertag der Wehrmacht hatte in der Kriegs- marinestadt Kiel Tausende von Volksgenossen am Hmdenburgufer versammelt, um Zeuge des Großen Zapfenstreiches zu sein, der von der 3. Schiffsstammabteilung gestellt wurde. In dieser Stunde, die mit einem Fanfarenmarsch eingeleitet wurde, und mit den Liedern der Deutschen machtvoll ausklang, gedachte die Kieler Bevölkerung des Weltkriegsausbruches, darüber hinaus aber' auch in tiefer Dank- barfeit des Mannes, der heute Deutschland wieder einig und stark gemacht hat: Adolf Hitler. Der Gauleiter bei der Feier in Frankfurt a. M. NSG. Ant Mittwoch, 2. August, fand aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr von Deutschlands Eintritt in den Weltkrieg in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main in Anwesenheit des Divisionskommandeurs, Generalmajor B eh schnitt, ein Großer Zapfenstreich der Wehrmacht statt, zu dem auch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger erschienen war. Nach dem Spielen des Zapfenstreichs, zu dem verschiedene Truppenteile des Standortes Frankfurt am Main angetreten waren, hielt Generalmajor Beh - schnitt eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des 2. August 1914 einging, an dem Deutschland den Fehdehandschuh der Entente ausgenommen habe. Er gedachte dabei nicht nur der tapferen Männer und Helden zahlloser Schlachten, sondern auch des Heldentums der Heimat, das das ganze deutsche Volk beseelte. In diesem Völkerringen sei aus den besten Tugenden der Frontgeist geboren worden, der durch den Frontkämpfer Adolf Hitler und feine Mitstreiter der Geist des neuen Reiches geworden fei. Wenn die Feinde Deutschlands heute eine ähnliche Situation wie 1914 heraufbeschworen hätten, so dürften sie nicht mehr mit dem gleichen deutschen Volk von damals rechnen. Das deutsche Volk von 1939 traue nur auf seine Kraft, die der Führer in der starken unüberwindlichen Wehrmacht und der einheitlichen politischen Führung geschaffen habe. Wer heute Deutschland angreife, treffe auf das ganze, festgefügte deutsche Volk. Nach den Nationalhymnen erfolgte ein Vorbeimarsch, den Generalmajor B e h s ch n i t t im Beisein des Gauleiters abnahm. Wie vor 25 Jahren: Deutschland, Deutschland über alles! Das größte Volk Europas gedenkt mit seinen Soldaten des 2. August 1914 8!aniLerftra^e' $n freudiger Erwartung verharrte die Menge; insbesondere der zahlreich erschienenen Jugend ward diese Stunde zu einem gewaltigen Erlebnis. Unter den Klängen des Parademarsches „Die langen Kerle" zog ein kombiniertes Musikkorps vor die Prager Burg. Fackelträger marschierten in Zweierreihen auf und teilten sich dann zu einem leuchtenden Spalier. Kurze Kommandos ertönten. General Fride - r i c i nahm die Meldung entgegen. Andachtsvolles Schweigen breitete sich über den weiten Platz, ein weiteres Kommando kündete den Beginn des Großen Zapfenstreiches an. Das Locken des Spielmannszuges klang auf, dumpf dröhnte der lange Wirbel des Musikkorps, nachdem dann in der Ferne die Kavallerieretraite ertönte ... Feierliche Stille. Dann das Kommando „Helm ab zum Gebet!" Die Kapelle spielt den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe", ergriffen lauschte die Menge den getragenen Klängen dieses Liedes. Nachdem der „Ruf nach dem Gebet" verklungen war, ging eine Bewegung durch die Massen. Die Lieder der Nation brausten auf und wurden begeistert von den Tausenden ausgenommen und mitgesungen. Das Deutschland- und das Horst-Wessel- Lied klangen wie ein feierlicher Schwur, dem Daterlande die Treue zr? halten und die deutsche Soldatenehre zu wahren — komme, was kommen möge. Es klang wie ein heißer Dank an den Führer aller Deutschen, der die Ketten der Knechtschaft zerbrach und dem deutschen Volke wieder Stärke, Schirm und Schutz gab; es klang wie ein mächtiges Bekenntnis, jede Stunde bereit zu sein, den gleichen Weg zu gehen wie die, deren Erinnerung der 2. August gewidmet ist. Zn der Hauptstadt der Bewegung. In München sand der Große Zapfenstreich vor der Feldherrnhalle statt. Wie vor 25 Jahren brauste bas Deutschlandlied über den weiten Platz, aus dem am Tage des Kriegsausbruches die Münchener Bevölkerung sich zu einer imposanten Kundgebung ein- gefunben hatte. Der Kundgebung wohnte damals auch der spätere Kriegsfreiwillige Adolf Hitler bei. Denkwürdig ist der Platz aber auch durch das Mahnmal für die Gefallenen des 9. November, die mit Adolf Hitler für ein Großdeutsches Reich marschierten. Punkt 21 Uhr nahten von der Ludwigstraße her die Musikkorps der Luftwaffe des Standortes München, um dann vor der Feldherrnhalle zum Großen Zapfenstreich anzutreten. Viele Tausende von Münchenern wohnten dem nächtlichen militärischen Schau- Der Führer hat uns ein klares politisches Ziel gegeben, für das wir kämpfen, und die Einheit der politischen und militärischen Führung bürgen Berlin, 2. Aug. (DNB.) Die von Adolf Hitler in brüderlichem Geist von 1914 geeinte deutsche Na- rtion beschloß den Tag der Erinnerung an den Kriegsausbruch vor 25 Jahren mit erhebenden Feiern feiner stolzen Wehrmacht. An Men Standorten des Großdeutfchen Reiches gedachten junge und alte Soldaten, gemeinsam mit riesigen Massen ergriffener Volksgenossen, beim Großen Zapfenstreich der glorreichen Bewährung eines Dol- res in Waffen. Groß-Berlin. In sämtlichen Garnisonen Groß-Berlins nd seiner Umgebung wurde der Große Zapsen- reich durchgeführt. Am eindrucksvollsten war wohl tte nächtliche Feierstunde auf dem Sportplatz im Friedrichshain, dessen weites Rund bereits in den "ruhen Abendstunden von Tausenden von Berlinern imfäumt war. Mit klingendem Spiel marschierten ■:m 21 Uhr mehrere Kompanien des Regiments ^General Goring" unter Vorantritt der Regiments- llpelle auf dem Platz auf. Schweigend verharrten iie Tausende in Ergriffenheit und stillem Gedenken un die großen Tage vor 35 Jahren, als das deutsche ?olk geschlossen antrat, um feine Lebensrechte gegen ine Welt von Feinden zu verteidigen. Die vertraute Betragene Melodie des Liedes ,Hch bete an die iWacfjt der Liebe" leitete über zum Ende des Großen Zapfenstreiches, der mit den Liedern der Nation er- Lbend ausklang. Der Fackelzug der abmarfchieren- Isn Truppe beschloß die eindrucksvolle Feierstunde. Wien. In Wien erlebte die Bevölkerung am Abend --5 2- August zum ersten Male das eindrucksvolle Md feierliche militärische Schauspiel des Groyen Zapfenstreiches. Um 21 Uhr war das Musikkorps ii-s Wochbataillons Wien vor dem Dienstgebäude k'.s Heeresgruppenkommandos 5, dem ehemaligen österreichischen Kriegsministerium, flankiert von rLckelträgerir, angetreten. Der Schein der Flam- rZen umspielte das mächtige sich vor dem Gebäude erhebende Reiterstandbild des Feldmarschalls Ra- ^tzky, jener Verkörperung bester altösterreichischer LDldatentraditlon, und warf seine lodernde Gut auf te Gruppen der Offiziere, die zu beiden Seiten des Lrandblldes Aufstellung genommen hatten. Ein fym- Mfches Bild ruhmreicher Vergangenheit und stol; r Gegenwart. Nach der Meldung an den £)ber= ehlshaber der Heeresgruppe 5, Generaloberst 8 ft, nahm die großartige Weihestunde ihren An- R9- Mit Präzision und Schwung wurden die ein- ■enen Stücke. meisterhaft zum Vortrag gebracht -rD von den Wienern mit lebhaftem Beifall bedacht, fcr sich besonders steigerte, als zum Abschluß die ^'nannten Klänge des Radetzkymarsches aufklangen. An der Saar. sin Saarbrücken, der Stadt, die nach dem Mef)! des Führers zum Oktober 1938 in den West- vÄl mit einbezogen wurde, hatte sich auf dem Platz Deutschen Front eine unübersehbare Menschen- jTige eingefunden, um den Klängen des Großen »Psenstreiches zu lauschen. Man gedachte dabei des ‘•Uuguft 1914, als Saarbrückens Sohne auszogen, °^nicht nur das Vaterland zu verteidigen, sondern «Uh die engere Heimat vor dem Einbruch feindlicher ZU schützen. Man erinnerte sich aber auch der K Fremdherrschaft. Denn noch sind es keine . JJi Fahre her, daß der Marschtritt fremder Sol- En in Saarbrücken ertönte. Als zum Abschluß der ! joerftunbe die Lieder der Nation erklangen, war •Joes nicht nur ein Bekenntnis des Dankes an den I r' der Deutschlands Grenzen wieder stark ge- ^cryt und eine starke Wehr geschaffen hat, die die rmat vor jedem feindlichen Einbruch schützt, son- » £"7 Ein Gelöbnis, in unwandelbarer Treue tfu9rßr ZU stehen, komme, was da kommen Berlin, 2. Aug. (DNB.) Am 2. August 1939, der vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht zur Erinnerung an den Beginn des Weltkrieges vor 25 Jahren zum Feiertag der deutschen Wehrmacht bestimmt worden ist, haben die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile folgende Tagesbefehle an das Heer, die Kriegsmarine und die Luftwaffe erlassen: An das Heer. Soldaten! Heute vor 25 Jahren zog das deutsche Heer in den Krieg. Niemals hat ein Heer tapferer gekämpft, mehr Opfer gebracht und größere Siege errungen als die deutsche Armee von 1914 bis 1918. Wieder versuchen die gleichen Kräfte, die uns damals zum Verteidigungskampf gezwungen haben, Deutschland einzukreisen. Wir wollen den Frieden. Wenn uns aber ein neuer Kamps auf- gezwungen werden sollte, wird das Heer mit derselben inneren Geschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit wie 1914 um Deutschlands Lebensrechte kämpfen und die Heb erlegen!) eit des deutschen Soldaten erneut unter Beweis stellen. Aus zwei Gründen haben wir gegenüber 1914 ein entscheidendes Uebergeroidjt gewonnen: Die Erfahrungen nach 1918 haben uns gelehrt, was es heißt, der Willkür haßerfüllter Feinde schutzlos preisgegeben zu sein. ge. stellt würden. schern Lustmanöver in AordwestdeuWand und da« geben wurde, eine günstige und stabile Wetterlage ausgesucht. Es wird bei Wiederholungen voraussichtlich genau so handeln. Die deutsche Luftwaffe führt ihre Langstreckenflüge planmäßig zu jeder Jahreszeit und bei jeder Wetterlage bei Tag Dann sprach der Admiral von der Macht der deutschen Hanse und der hohen Tradition Danzigs, von dem Siege des Danziger Seehelden Paul Beneke, der in heldenhaften Seegefechten Eng- grenzt, im Sterben von den Nordseeinseln und nn Süden von der Linie Cleve—Münster—Pader» dorn—Marburg—Kassel, befindet sich in Kriegszu« stand mit einem „roten Ostsdaat" östlich der Elve. Zwischen beiden, also zwischen Weser und Elbe, uegl ein „neutraler Grünstaat", dessen Neutralität bisher von den beiden im Kriege befindlichen Staaten oe- achtet worden ist. Im Norden, in Schleswig'Hoi' stein, befindet sich ein neutraler „Gelbstaat"; dieses Gebiet hat Rot überflogen und damit die Neutralem gebrochen. Die Folge ist, daß auch Blau gelungen wird, dieses Gebiet zu überfliegen und daß es ovn zu heftigen Lustkämpfen kommt. In der Nacht zum Dienstag hoben die ÄäinP'r begonnen, und nun folgen Schlag auf Schlag oie Kampfhandlungen. Ein roter Tiefangriff noroucy lagen und nur in Südfrankreich auf 60 bis 70 Stundenkilometer anstiegen, in 2000 Meter Durchschnittshöhe durchgeführt. Es waren also keine Schlechtwettergebiete, keine weiten Strecken über See, keine namhaften Gebirge zu überwinden. Auch kriegsmäßige Höhen wurden nicht gefordert. Ist das eine besondere Leistung? Ich bin davon überzeugt, daß auch der englische Fliegeroffizier diese Frage verneint und daß ihm die Reklame, welche von diesem Flug in der Presse der Einkreisungs- staaten gemacht wird, reichlich unsympathisch ist. In der deutschen Luftwaffe kann jede ausgebildete Besatzung eines Kampfflugzeuges gleiche Leistungen aufweisen. Der Langstreckenflug gehört 3um Ausbildungsplan des deutschen Fliegers genau so wie die Beherrschung bestimmter Kunstflugfiguren und die korrekte Ausführung des Griffes: „Das Gewehr über". Ster zweierlei ist bei uns anders: es wird darüber nicht geredet und geschrieben, und — die Anforderungen, die bei uns an Langstreckenslüge gestellt werden, sind doch etwas schwerer. England hat sich äu seinem Propagandaflug nach Frankreich, dessen Datum vorher nicht bekonntge- Deutsche Geegeltung feit tausend Jahren Danzig spricht zu England und polen. -O C II C L v t VC t 111 ö l V ü l land zwang, sich dem Willen der Hanse zu oeugen.1 L..v — ----- r. Das Weltmeer aber fordere von seinen Beherr- mit nur 20 Millionen wirklichen Polen m der Welt einheitliche Willenskraft. So sank tn den j seinen Anspruch auf das Meer erhebe, so tonne Warschau, 3. Aug. (DNB.) In Ostgalizien werden die Massenprozesse gegen Angehörige der ukrainischen Volksgruppe fortgesetzt. Nach dreitägiger Prozeßdauer verurteilte das Bezirksgericht in Ztryi 2 2 Ukrainer wegen Zugehörig- feit zur „Ukrainischen Nationalistischen Organisa- .....------- ... , .........o----—o tion" zu Zuchthausstrafen voy zwei bis acht Jahren. 1 und Nacht durch. Es gibt keinen Langstreckenflug Der erste Tag. Oldenburg. 2. Aug. (DNB.) Der Himmel stellt schwere Aufgaben für die Luftmanöver, die die Luftflotte II unter Beteiligung der Luftgaue Hannover und Münster in den Tagen vom 1. bis 3. August in Nordwestdeutschland veranstaltet: es regnete Bindfäden. Die Kämpfe spielen sich im Raum Delmenhorst—Cleve—Quakenbrück— Oldenburg ab. Flieger, Flak und Luftnachrichtentruppen sind beteiligt. Leiter der Uebung ist der Kommandeur der Luftflotte II, General der Flieger Felmy, Blau wird von Generalmajor Wolff, Rot von Generalmajor Mahnte geführt. Der Uebung liegt folgender Gedanke zugrunde: Der „blaue Weststaat", im Osten von der Weser be^ Deutschland innerlich zerreißenden Kämpfen die deutsche Seegeltung dahin, um stolz und ruhmreich mit dem geeinten Reich wieder aufzuledem *>nm unbeugsamen Heldenmut, von gewaltigen Schlachten, von herrlichen Siegen und todesmutiger erfüllung sprach Admiral von Trotha anyand der großen Beispiele des Weltkrieges. Gerade an die deutsche Jugend wandte er sich dabei und schlag dann unter nicht endenwollendem Jubel mit den Worten: „Deutschlands seemännisches Heldentum ist auch Danzigs Heldentum, und Danzigs Heldentum ist Deutschlands Heidentum: Danzigs Seegeltung ist deutsche Seegeltung, und deutsche Seegeltung ist Danzigs Seegeltung; diese heilige Zusammengehörigkeit wird niemals zerreißen können!" Gauletter Forster nahm anschließend das Wort. Jeder Satz, den er sprach, wurde von brausendem Beifall begleitet. Es gebe wohl keinen sehnlicheren Wunsch aller Danziger, so rief er unter nicht endenwollendem Jubel, als den, rechtbalddeutsche Marine ständig wieder in Danzig zu haben. Danzig sei eine alte Seestadt. Jahrhundertelang hätten hier immer schon Deutsche die See befahren. In Danzig herrsche keine „Seekrankheit", sondern hier gehöre das Meer zu den Men- schen. Anders sei es allerdings bei Danzigs Nachbarn, wobei nicht die Danziger von den Polen sagten, sie litten an der „Seekrankheit". Dieses Wort habe schon seinen Landsleuten einer von Polens größten Männern gesagt, nämlich der Marschall Pilsudski. Auf einen Vergleich lasse sich Danzig nicht ein. c _ Diese Stadt stünde seit Jahrhunderten, die See- stadt ©hingen gebe es feit kaum 13 Jahren. Die Deutschen hätten bewiesen, daß sie zur See fahren könnten, die Polen müßten diesen Beweis noch führen. Die Deutschen hätten bewiesen, daß sie Schiffe bauen könnten, die Polen fahren immer noch ausschließlich auf im Auslande gekauften See- fahrzeugen. Deutsche seien zur See gefahren, ehe die Engländer überhaupt ein Staat geworden wären, und wir als 80-2HiUionenoolf hätten dasselbe Recht auf das Weltmeer, wie das 43-2HiUionenvolt der Engländer. Luft bedroht?" Zur Beantwortung dieser Frage verweist General Quade u. a. darauf, daß die Schaffung Groß- deutschlands und das Verschwinden der Tschecho- Slowakei „unsere luftpolitische Lage entscheidend verbessert" hat. Frankreichs Einflugschneise von der Südspitze Belgiens bis Bafel ist keine 250 Kilometer lang. Das ist nicht viel und gut 3>u überwachen. Englands Einflugschneise von der Nordwestecke Schleswigs bis zum Dollart ist knapp 200 Kilometer lang. Im übrigen, heißt es weiter, werde Frankreich in einem Zukunfts-' das deutsche Volk das mit tausendmal größerem Recht tun. Jeder Mensch in Danzig wisse, daß wir heute im Endkampf gegen das Unrecht von Versailles stünden. Der Führer habedas Schicksal Danzigs in seine Hand g e n o m m e n, unb Danzig wisse, daß s e i n e Zukunft damit in guten Händen C ruhe. Was Danzig selbst tun könne so erklärte der Gauleiter unter brausenden Zurufen, sei, sich selbst gegen etroaiae Ueberfalle zu schützen Und das habe Danzig getan. Danzig habe sich geschützt und habe sich auch innerlich vorbereitet Mit beißender Ironie tat der Gauleiter die verlogenen polnischen Pressebehauptungen über die Stimmung in Danzig ab. Und man braucht wahrlich nicht in dieser hinreißenden Kundgebung gemeiert zu sein, jeder SJlann, jede Frau, ja jebes Kind straften in diesem Augenblick alle polnischen Verleumdungen Lügen. Der Gauleiter schloß mit der Versicherung an Admiral von Trotha, daß von dem deutschen Dan- zia derselbe heilige Wille zu Deutschlands Seegel- tuna ausgehe wie von den 80 Millionen Deutschen des Reiches. Und Danzig werde mit dafür sorgen, daß Deutschland die geegeltung in der Welt erhalte, die es brauche und die es auf Grund seiner Vergangenheit und zur Sicherung seiner Zukunft verlange. Englands polnisches Geschäft. Kein Bargeld beim Kaufpreis am Pole«. „Deutsche Schuhwall-Ehrenzeichen". Berlin, 2. August. (DNB.) Der Führer hat durch Verordnung vom 2. August 1939 zum sichtbaren Ausdruck seines Dankes und feiner Anerkennung für Verdienste um die Anlage und Errichtung des Deutschen Schutzwalles das „Deutsche Schutzwall - Ehrenzeichen" gestiftet. Diese Auszeichnung ist eine bronzene Medaille, die auf der Vorderseite einen Bunker, darüber gekreuzt ein Schwert und einen Spaten und darüber das Hoheitszeichen zeigt; die Rückseite trägt die Inschrift: „Für Arbeit zum Schutze Deutschlands": sie wird an einem braunen, durch zwei weiße Streifen eingefaßten, braungesäumten Bande auf der linken Drustseite getragen. Das „Deutsche Schutzwall-Ehrenzeichen" wird an Personen verliehen, die an der Schaffung der dem Schutze des deutschen Volkes dienenden Befestigungsanlagen mitgearbeitet haben. Die Vorschläge auf Verleihung des Ehrenzeichens werden vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und vom Reichsarbeitsführer je für ihren Bereich aufgestellt unb dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers übermittelt, der die Entscheidung des Führers herbeiführt unb ben Beliehenen ein Besitzzeugnis ausstellt. Das „Deutsche Schutzwall- Ehrenzeichen" verbleibt nach dem Tode des Inhabers ben Hinterbliebenen als Andenken. polnischer Terror argen Ukrainer. Nicht Gott habe den Engländern die überseeische Welt geschenkt, sie hätten sie sich rücksichtslos und brutal, oft unter Gebrauch der gemeinsten Mittel, angeeignet. Gottseidank habe der Führer jedem Deutschen ins Herz gehämmert, daß das deutsche Volk als das größte Volk Europas dasselbe Recht auf die Lebensgüter besitze wie jedes andere in der Welt, und zu diesen Lebensgütern gehöre es, daß Deutschland die Meere befahre. Wenn Danzigs Nachbar Warschau, 3.Aug. (DNB.) Die britische Regierung unterzeichnete heute das Abkommen, durch das Polen Garantien in Hohe von 81 63300 Pfund für den Kauf britischer Waren gegeben werden sollen. Die polnische Regierung wird in Höhe dieses Betrages Obligationen ausgeoen, die samt Zinsen von dem englischen Handelsministerium garantiert werden. In der amtlichen Verlautbarung des polnischen Finanzministeriums heißt es u.a., Polen erhalte die 8 Millionen Pfund Sterling in Gestalt von Rohstoffen, Maschinen und Einrichtungen zur Vergrößerung der Produktion von Kriegs- unb Rüstungsmaterial im Lande. Gleichzeitig, so heißt es in der Verlautbarung bann weiter, habe die polnische Abordnung Erhebungen über die Möglichkeit einer ar an leibe zwecks Beschleunigung der Ausführung von Rüstungsinvestierungsplänen in Polen geführt. Diese Verhandlungen seien „angesichts der gegenwärtigen spezifischen Verhältnisse auf dem Finanzmarkt" nicht mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen und abgebrochen worden, da die Bedingungen des englischen Marktes, unter denen der Bartredit erteilt werden könnte, „nicht in vollem Umfange ben Forderungen entsprochen" hätten, die von polnischer Seite " Ist Deutschland lustbedroht? Oie Langftreckenftüge der englischen Luftwaffe nach Frankreich Don General der Flieger z. D. Quade. Danzig, 3. August (DNB.) Der Reichsbund deutscher Seegeltung, mit dessen Führung vor fünf Jahren Vizeadmiral Staatsrat von Trotha vom Führer beauftragt wurde, hielt am 2. August in Lanzig eine große öffentliche Kundgebung ach zu der Vizeadmiral von Trotha als Redner nach Danzig gekommen war. Die Kundgebung im Fried- rich-Wilhelm-Schützenhaus fand eine nach Tagenden zählende Teilnehmerschar. Ganz besonders d.e Jugend war hierbei stark vertreten und beredete Admiral von Trotha, dem Ehrenfuhrer der Hitler- Jugend, einen begeisterten Empfang. Gauleiter F o r ft e r, ber ebenfalls auf der Kundgebung sprach, und der Gaustab waren erschienen Senatsprasident ---Brigadeführer Greiser und alle Senatoren und Beamte des Senats und darüber hinaus alle Spitzen, alle Lebensalter der Dan- zjaer Bevölkerung, denen die Tradition deuttcher Seegeltung von den Tagen der Hanse an im Biute UeDi’e polnische Presse hatte versucht, darauf hinzuweisen, diese Kundgebung in Danzig sollte ein „Gegenstück zu dem polnischen „Tag des Meeres in Gdingen darstellen. Diese polnische Pre se erhielt gleich zu Beginn der Veranstaltung durch den die Kundgebung eröffnenden Staatskommissar für die Seefahrt, Korvettenkapitän der Reserve D r ö s ch e r, eine schneidende Abfuhr: „Es ist absurd, ben ,-Lag des Meeres« in Zusammenhang mit einer Kundgebung deutscher Seegeltung zu bringen. Die Tradition des polnischen ,Tages des 2uee- res« ist etwa zehn Jahre alt, deutsche Sec- gelfung aber ist eintausend Jahre alt, und nicht zuletzt hat Danzig in der deutschen Seegeltung jahrhundertelang eine hervorragende und zeitweilig sogar eine führende Rolle gespielt." Vizeadmiral von Trotha, mit Jubel begrüßt, sprach bann von der ihm vom Führer gestellten Ausgabe, den Willen zur deut- schen Seegeltung im deutschen Volke zu pflegen. Er gab seiner Freude Ausdruck, in Danzig sprechen zu können, das eine Tradition deutscher Seefahrt verkörpere, wie sie stolzer und größer kaum ge- fanden werden könne. Admiral von Trotha wies auf die deutschen Leistungen in aller Welt hin, die uns das Recht auf (Seegeltung verbürgen. „Mr haben mitzusprechen, wenn in der weit Entscheidungen gefällt werden", so rief ber greife Mitkämpfer der Skagerrakschlacht unter tosender Zustimmung aus. . „Unsere Seegeltung hat eine Tradition, die uns aus Jahrhunderten und Jahrtausenden überkommen ist!" innerhalb Großdeutschlands, der nicht wenigstens über ein Mittelgebirge führt. Meist ist dieses auch noch eine Wetterscheide. Auch der Laie kann bei Be- tradjtung der Luftlinie Hamburg— ober Stettin— Klagenfurt, oft beflogene Langstrecken, beurteilen, baß es hier Gelände- und auch meist Wetterschwierigkeiten zu überwinden gibt, die einen Schön wetter- lug von Ostengland nach den gesegneten Gefilden Südfrankreichs als einen Spazierflug erscheinen lassen. Die deutsche Luftwaffe kann heute ohne Ueberheb- lichkeit und mit berechtigtem Stolz sagen, daß sie auf dem Gebiet desSchlechtwetter-undBlind- luges führend ist in der ganzen Welt. Die Einkreisungsmächte werden noch viel (ehren müssen, wenn sie uns hierin erreichen wollen." Der General zählt bann die Leistungen deutscher Flieger im Langstrecken- und Schlechtwetterflug während des Spanien-Krieges kurz auf, betont, daß der Kurierdienst zwischen Berlin und Spanien auch im Winter bei jedem Wetter durchgetehrt wurde, unb verweist auf die Qualitätsbeweise der deutschen Luftwaffe gelegentlich ihres Einsatzes heim Einmarsch in Oesterreich, in das Sudetenland und in die Tschecho-Slowakei. Er fährt bann fort: „So wird es die englische Fliegertruppe sicher verstehen, wenn wir in ihrem Schönwetter-Geschwaderflug am 11.7. nicht bas sehen, was ähre Gazetten gern darin gesehen haben wollen: eine Bedrohung für Deutschland aus ber Luft. Bleibt bie Frage zu beantworten: Ist Deutschland überhaupt aus der Die Tagesbefehle. Die deutsche Wehrmacht, gewaltiger wie nie zuvor, hat ben 2. August 1939 der Erinnerung an den 2. August 1914 geweiht. In Tages- befehlen, deren Sprache mannhaft und deutlich ist, haben die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsgruppen Sinn und Bedeutung des Erinnerungsappells unterstrichen. Im Ausland ist es zur Zeit wieder einmal üblich, sich selbst Kampferspritzen zu verabreichen, sich selbst einzureden, daß es wieder einmal die entschlossene Haltung eines Heeres jenseits der deutschen Grenzen gewesen fei, um die deutsche Aggression zu zwingen, zurückzuweichen. Das Rezept hierzu ift etwas verbraucht: Vor Jahr und Tag war es genau so, wurde von angeblichen Berichterstattern aus Mitteleuropa nach London und Paris gedrahtet, an den Grenzen Böhmens und Mährens seien die Truppen des Benesch-Staates aufmarschiert nut dem Erfolg, daß Deutschland es oorgezogen hatte, sich ruhig zu verhalten. Das sollte vor einem Jahr eine Provokation der Gegner sein, die sich damit nur selbst lächerlich machten; diesmal ist es genau so Die deutsche Wehrmacht ist es gemäß ihrer Tra- dition und ihrer Erziehung nicht gewohnt wochen- oder aar monatelang irgendwie Gewehr zu stehen. Gerade so wie 1914 buchstäblich em Druck auf den Knopf genügte, um die deutschen Heere auf Kriegsfuß zu setzen, gerade so ist auch heute d.e deutsche Wehrmacht in allen ihren Teilen durchorganisiert. In den Tagesbefehlen wird darauf auf- merksam gemacht, daß Deutschland politt ch und militärisch alles hinzugelernt hat, daß es also meyr als töricht von ben Gegnern sei, zu glauben, diese Fehler von 1914/18 könnten noch einmal wieder- holt werden. Das eine sollten bie demokratischen Aggressoren im Interesse ihrer Völker unb nn In- tereffe der europäischen Kultur nicht übersehen! Dies Eine findet sich in dem Tagesbefehl des Generalfeldmarschalls Göring, ber alle, bie «s angeht, darauf aufmerksam macht, daß bie deutsche Luftwaffe am 2. August 1914 sehr klein wenn auch von größter Einsatzbereitschaft mar. Die großdeutsche Luftwaffe von 1939 ist aber etwas ganz anderes, nicht nur, was die Zahl ber Mannschaften anbetrifft, ferner die Zahl ber Maschinen, sondern vor allem, was die Ausbildung, was ben Kampfgeist und was die Leistungsfähigkeit von Mann und Maschine an- geht. Der Generalfeldmarschall hämmert es allen, die es hören wollten, sehr deutlich ein: die große deutsche Luftwaffe ist die mächtigste, sie ist aus Gründen soldatischer Tugend unb technischer Organisation auch die unübertrefflichste auf der ganzen Erbe. Noch deutlicher: die verbündeten Luftwaffen der Achsenmächte haben erst dieser Tage wieder durch Taten demonstriert, daß die Qualitäten der großdeutschen und der italienischen Luftwaffe Nicht zu übertreffen sind. ..... ... Nicht in ©rofjbeuH'hlanb, wie überhaupt nicht bei den Achsenmächten, sondern bei ben demokratischen Aggressoren wird tagaus, tagein ein wildes Kriegsgeschrei erhoben. Daß sich die Achsenmächte dadurch einschüchtern lasten, daß insbesondere Groß- deutschland unter seinem Führer sich von diesem Kriegsgeschrei erst recht nicht beeindrucken läßt, bas sollte drüben eine sehr handfeste Erfahrung sein. Das großdeutsche Volk ist heute so wenig auf Krieg erpicht, wie es das deutsche Volk von 1914 war. Ader bas deutsche Volk war am 2. August 1914 entschlossen, sich nicht überrennen zu lassen. Es chat vier Jahre lang gegen eine Uebermacht von Feinden standgehalten, es hat vier Jahre lang bie Hungerblockade ertragen, ohne deshalb zu wanken unb zu weichen. Das großdeutsche Volk von 1939 ist mit seiner Wehrmacht fest davon überzeugt, daß es nicht wieder eingekreist, daß es nicht wieder ben Sorgen und Gefahren einer Hungerblockade ausgesetzt fein wirb. Gerabe deshalb, in stolzem Bewußtsein der Sicherheit unb Stärke, will das großdeutsche Volk den Frieden, aber nur ben Frieden, der seine Arbeit und seine Ehre nicht antastet. Das großdeutsche Volk weiß noch etwas anderes: ber Zusammenbruch im November 1918 und die Diktate von Versailles ----- —--------------/ l J------I # . Kilometer. Das ist wiederum Weltrekord für die 2000-Kilometer-Strecke mit kriegsmäßiger Belastung. Außerdem liegt die von diesem mehrsitzigen Kampfflugzeug erreichte Geschwindigkeit über der Fluggeschwindigkeit der meisten ausländischen Jagdflugzeuge; eine ganz außergewöhnliche Leistung, bie unsere B om der im Kriege praktisch aus der Luft unangreifbar macht. Auch der Weltgeschwindigkeitsrekord der Jagdflugzeuge wird von Deutschland gehal- ten. Er wurde im April 1939 vom deutschen Jagdflugzeug Messerschmitt „Me 109 R" aufgestellt unb liegt auf 755,11 Kilometer! Der Flug der englischen Verbände wurde bei einer einwandfreien stabilen Wetterlage, fast durchweg aufgelockerter Bewölkung und Windstär- ten, die um 30 Stundenkilometergeschwindigkeit In der „Berliner Börsen-Zeiteng" macht der Fliegergeneral im Zusammenhang mit ben Demonstrationsflügen englischer Geschwader nach Frankreich höchst interessante Ausführungen, denen mir auszugsweise folgendes entnehmen. Die Schriftleitung. Die erreichten Geschwindigkeiten überraschen keineswegs und find noch weniger ein Grund zur Besorgnis. Ein bei der deutschen Luftwaffe als Bomber eingeführtes Junkers-Flugzeug erreichte chon im März 1939 beim Flug Dessau—Zugspitze- Dessau (1000 Kilometer) mit 2000 Kilogramm Nutz- last eine Geschwindigkeit von 517 Stundenkilometer unb flog damit Weltrekord! Am 31. Juli 1939 erreichte bas gleiche Flugzeug, wiederum mit 2000 Kilogramm Nutzlast, auf einem 2000-Kilometerflug eine Stundendurchschnittsgeschwindigkeit von 501 krieg immer auch Italien zum Feind gaben demgemäß etwa die Hälfte feiner Luftwaffe gegen einsetzen müssen. Ferner liege hinter dem Westwall die Luftverteidigungszone W e ft in einer Tiefe bis zu stellenweise 60 Kilometer mit ihren „Hunderten von Rohren modernster Flakgeschütze aller Kaliber"; unb der General fügt hinzu: „Zwischen Sylt und Dollart können Engländer mit ähnlicher Abwehr rechnen." Der Artikel betont schließlich: „Diese Luftverteidigung ist für ganz Großdeutschlan b organisiert und wird dafür sorgen, daß ein nach dem Innern eingefcrungener Feindverband auch nicht eine Minute Ruhe hat. Ein vorzüglich ausgebautes Meldesystem wird ihn von einem Luftverteidigungsgebiet zum andern weitermelden. So sieht die Luftverteidigung Großdeutschlands aus. Ich nehme an, daß den feindlichen Geschwadern bei Propagandaflügen nach Nürnberg und Homburg, wie ein französisches Blatt es vorschlägt, unterwegs einigeBedenken kommen werden, ob solche Spazierflüge gesund sind. Die beste Parade ist aber auch im SufTfheg d e k Hieb. Auch unsere Kampfflieger haben in Spanien bewiesen, was sie können und haben nun Die in dieser härtesten Kriegsschule gewonnenen Erfahrungen weitergegeben. Nordsee und Maginot-Linie werden sie nicht aufhalten, wenn es gilt, Deutschlands Freiheit zu verteidigen... Einen kurzen Blick noch nach dem O st e n. Dort haben wir zurzeit nur mit einem Feind zu rechnen: Polen. Seine Luftwaffe ist zahlenmäßig nicht stark und nur zum Teil modern. Sollte es hier tatsächlich zu einer bewaffneten Auseinandersetzung kommen, so scheint mir das Schicksal auch der polnischen Luftwaffe wenig beneidenswert. Neuerdings beginnt die englische und ftanzösifche Tages- unö Fachpresse Polen Die Rolle zu^uweisen, Die man früher der Tscheche! zugedacht hatte. Sollte bieftf Fall in der Praxis eintreten, so ist zu erwarM, das es Kriegsflugzeugen anderer Staaten, bie ij Polen ihre Basis suchen, nicht anders gehen wird. im Jahre 1919 haben zwar das deutsche Volk schwer ' geschädigt, aber den sogenannten Siegern keinen Nutzen unb auf die Dauer auch keinen Vorteil gebracht. Diese Sieger von Versailles stehen sich heute mit Waffen gegenüber, sind gegenseitig von Mißtrauen erfüllt, wie sich bas besonders bei den Verhandlungen in Moskau aufs Neue bestätigt hat. Fernvst und damit die Milliardenwerte, bie die demokratischen Sieger von 1919 unb bie bemofrati= schen Aggressoren von 1939 dort angelegt haben, find heute für biefe Aggressoren zu einem Vulkan geworden, der unmittelbar vor dem Ausbruch steht. Im Nahen Osten ist es nicht viel anders, während im Mittelmeer, das 1914/18 ber unbeschränkte Kampfplatz der westlichen Demokratien war, heute diese Demokratien froh sein müssen, ihre Schiffe und Flugzeuge dort zeigen zu dürfen. Die Tagesbefehle vom 2. August an bie deutsche Wehrmacht sind ruhig im Ton, entschlossen und zuversichtlich im Inhalt. Das großdeutsche Volk ist es auch. ss. Der Führer Wet das Die Besatzung der Rekordmaschine He 116 nach ihrem 10000-Kilomeier'Ilug yn fliege rünbenfo): melle nach der 0000 10900 8EÄLI Z 8 gtaliensahrt -er Wanderausstellung der 7ISOAV IaBRaDOR ist überall" zu haben. Stück 18 Pfg. Aprador Zwei Worte, ein Begriff i Nach dem Einmachen wäscht ABRADOR Obst- u. Gemüseflecken schnell u. mühelos herunter • gleichzeitig macht ABRADOR auch die Haut so schön frisch, glatt und samtweich. Belgiens Llnabhängigkeitspolttik Kurs und Klippen. Don unserem Pls.-Derichierstaüer. Neugliederung der Gendarmerie. Berlin, 2. Aug. (DNB.) Da der Ausbau der Gendarmerie des Einzeldienstes — im Gegensatz hierzu versieht bie motorisierte Genbarmerie in geschlossenen Formationen ihren Dienst in Bereitschaften — in den einzelnen Länbern des Reiches Unterschiebe aufweist, bie ihre Führung und Verwaltung erschweren, hat der Reichsführer ff und Chef ber deutschen Polizei auf Vorschlag des Chefs der Ordnungspolizei, dem die Gendarmerie wie die übrigen uniformierten Polizeiformationen unter- sieht, eine Neugliederung verfügt. Diese Neugliederung gilt einheitlich für das ganze Großdeutsche Reich. Die Gendarmerie des Bezirks einer höheren Verwaltungsbehörde bzw. eines Landes gliedert sich in Gendarmerie-Hauptmannschaften sbisher Gendarmerie-Distrikte). Eins Gendarmerie- nauptmannschaft besteht aus Gendarmeriekreisen, t?er G^^mmerie ejne5 Landkreises gebildet. । (Bisher Gendarmerieinspektionen.) Zu einem Gen- idarmeriekreis gehören gewöhnlich mehrere Gen- > darmerieabteilungen. Die kleinste Einheit der Gen- idarmerie ist der Gendarmerieposten, wobei man zwischen „Gendarmerieeinzelposten" und „Gendar- smeneposten" unterscheidet. Der Gendarmerieposten «ist im Gegensatz zum Gendarmerieeinzelposten mit -zwei oder mehreren Gendarmen besetzt. Mehrere OAendarmerieeinzelposten bilden einen „Gendarmerie- Sgruppenposten". Damit hat auch die Gendarmerie entsprechend iihrer alten soldatischen Tradition eine straffe Glie- »erung erhellten, die sich in die soldatische Organisation der Ordnungspolizei organisch einfügt. Neue polnische Grenzverletzung. -Danzig, 2.August. (DNB.) Drei polnische Zollbeamte drangen nach einer Meldung des ..Danziger Vorposten" bei Sobbowitz etwa 150 Meter weit auf Danziger Gebiet ein. Ein War- mungsschuß eines Danziger Beamten veranlaßte die Provokateure zur Flucht. Der neue Vorfall beweist, !>aß Polen nicht daran denkt, die Serie der Heraus- »rberungen gegenüber Danzig abzustellen Auf der Eisendahnbrücke in Dirschau wurde ein rrhrplanmäßiger Zug, der Danzig am Dienstag um .19.28 Uhr verlassen hatte und in dem sich Danziger ."wF.-Urlauber befanden, von etwa 15 polnischen Soldaten mit Kies und Steinen beworfen. Die Fahrgäste, die sich völlig diszipliniert und ruhig verhielten, wurden mehrfach getroffen. Die Manöver der Po-Armee. Rom, 2. Aug. (DNB.) Mussolini hat sich cin Bord seines selbstgesteuerten dreimotorigen Flug- Auges am Mittwochvormittag von Rimini aus in Begleitung des Staatssekretärs im Kriegsministe- um, Generals P a r i a n i, und des Staatssekre- rrrs im Luftfahrtministerium, Generals Dalle, J} das Manövergelände begeben, das er wiederholt ■ UTn Tarnung bei den in Gang be- ilMichen Truppenbewegungen festzustellen, eine cmssprach ^er er fP^er fe*ne Genugtuung , dem Flugplatz von Novara, wo Musiolini I ndete, traf kurz darauf auch der König und Kaiser ein, mit dem sich der Duce ungefähr M Stunde lang unterhielt Nach der Unterredung Itzte Viktor Einaneul III. seine Fahrt ins Ma- mvergelände fort, während Mussolini an Bord Und zwei Nachte kreisten diese drei Männer (rechts) in der He 116 unaufhörlich um bie beiben 250 Kilometer voneinander entfernten 6 on.^>er Ostseetuste, als sie die seit Mai 1938 von Japan gehaltene Weltbestleistung über 10 000 Kilometer mit Erfolg angriffen, nahezu ^3^7 Im/S n?.uc, km/st) wurde wenige Stunden später von der Luftwaffe des befreundeten Italiens (auf m>^37 r Z) verbessert. — Von lmks sieht man Oberfunker Arthur Suppa, den Piloten der Heinkel-Werke Oblt. d. R. Rolf Jöst er und ven Motorenspezialisten der Hlrth-Motoren-G. m. b. H. Hans Lausmann. — Die Karte links veranschaulicht die Dergleichsentfernunaen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) seines Flugzeuges das Gelände wiederum überflog und sodann nach Rimini zurückkehrte. Die Manöver verliefen genau nach den vorgesehenen Plänen. Alle gestellten Aufgaben konnten bisher zur vollsten Zufriedenheit gelöst werden. Nachdem die Po-Armee den Tessin überschritten hatte, sammelte sie sich im Gebiet von Asti und Casale, um dem Vormarsch der roten Partei Einhalt zu gebieten. Russell außer Gesetz gestellt. England verbietetEinwanderung vonJren. London, 3. Aug. (Europapreß.) Der General- stabschef der irischen aktivistischen Bewegung, Sean Russell, ist auf Grund des neuen Gesetzes zur Verhütung von Gewalttätigkeiten, dem Anti-Iren-Gesetz, in England geächtet worden. Sean Russell, der in den Vereinigten Staaten große Summen für seine Bewegung aufbrachte, ist in der letzten Zeit in ber englischen Öffentlichkeit viel genannt worben. Auf Grund der Verfügung des Innenministeriums, die in gleicher Form auch gegen einen weiteren Offizier der irischen aktivistischen Bewegung erging, soll Sean Russell, falls er auf englischem Boden angetroffen wird, sofort verhaftet und ausgewiesen werden. Der Befehl wurde gleichzeitig mit den Ausweisungsbefehlen für weitere zwölf Irländer, die zumeist in Nordengland woh- nen, unterzeichnet. Der Innenminister unterzeichnete die ersten Einwanderungsverbote nach England, durch die den betroffenen Iren auf Grund des kürzlich verabschiedeten Antürengesetzes die Einwanderung nach England verboten wird. Die englische Poll- zei hat allen Häfen sofort die Namen und Personalbeschreibung ber betreffenben Personen zugeleitet. Die ersten Einwanberungsverdote sollen sich gegen den Leiter ber Ira, Sean Russell, unb eine andere leitende Persönlichkeit der Ira richten. Außer den 37 Iren, gegen die bisher Ausweisungsbefehl erlassen worden ist, sucht die Polizei noch insgesamt nach fünf Personen, die ausgewiesen werden sollen. Kampf gegen Daladier. Wegen der Verschiebung der Wahlen. Paris, 3. Aug. (Europapreß.) Die ftanzösi- schen Sozialisten haben nunmehr den aktiven Kamps gegen die von der Regierung D a l a d i e r durch Dekret vorgenommene Verlängerung der Abgeordnetenmandate bis zum Jahre 1942 ausgenommen, nachdem ihnen die Kommunisten in diesem Kampf bereits vorausgegangen waren. Der Verwaltungsausschuß der Sozialistischen Partei veröffentlicht am Donnerstagvormittag einen „Tagesbefehl" im „Populaire". Darin wird erklärt, Daladier könne sich bei dem Versuch, die Hinausschiebung der Kammerwahlen zu rechtfertigen, nicht auf außenpolitische Notwendigkeiten stützen; denn auf der anderen Seite des Aermel- kanals sei man anderer Ansicht. Die englische Regierung scheine sogar bereit zu fein, den Wahltermin noch früher festzusetzen. Die wirkliche Politik Daladiers sei die, einer Entscheidung des Landes über die von ihm geführte Finanz-, Steuer, und Sozialpolitik auszuweichen. Blau beschränkt sich nicht auf die Verteidigung des ihm zugewiesenen Gebietes, immer wieder star- ten neue Gruppen zum Feindflug gegen feindliche Städte unb Einfuhrhäfen bes Oststaates an ber pommerfchen Küste. Die Nacht bricht herein, ohne die Kampfhandlungen zu unterbrechen, benn die Flugzeuge finden ihre Wege und ihr Ziel auch in der Nacht. Die Abwehr kann die Scheinwerfer einsetzen, die mit Hilfe ihrer Horchgeräte das Flugzeug rechtzeitig erfassen. Hier und dort blitzt es auf. 1, 2, 3 Lichtkegel am Himel kreuzen sich, der feindliche Flieger ist erfaßt, bie Flakartillerie tut die weitere Arbeit. Delmenhorst wirb durch bie leichte Flak abgewehrt. Schon folgt ein roter Angriff auf Quakenbrück mit Bombenabwürfen auf Quakenbrück. Die Abwehr arbeitet ausgezeichnet. An den Gren. -n fliegen die AufklürunaMieger Sperre. In Se° ' . Alarmierung steigen die leichten Jäger auf, und was ihnen entgeht, wird eine Beute der Flak, bie mit Hilfe ihrer Kommanbo- aeräte bei der hervorragenden Ausbildung der Truppe einen hohen Grad von Treffsicherheit erreicht hat. Der zweite Tag. Oldenburg, 3. Aug. (DNB.) Wir sind bei den blauen Aufklärern. Der Feind soll an der Küste hestig getroffen werden. Nun gilt es, die schwachen Punkte festzustellen. Die Aufklärer werben eingesetzt. Wir dürfen die Aufklärer begleiten. Schnell schrauben wir uns hoch, überfliegen Wilhelmshaven, sehen Helgoland unter uns liegen, bann Bremerhaven und haben schließlich unser Ziel erreicht. Der Beobachter hängt halb aus der „Kiste", um möglichst genaue Aufnahmen machen zu können und setzt außerdem den Reihenbildner in Tätigkeit. Mit reichen Ergebnissen kehren die Aufklärer heim und nun startet Geschwader auf Geschwader der Kampfflugzeuge. Donnernd fegen die schweren Maschinen über bas Rollfelb. Alarm: Feindliche Kampfflugzeuge sind durchgebrochen. Schon sind die blauen Zerstörer in der Lust, schrauben sich höher und höcher und stürzen im schneidigen Angriff auf den Feind. Kelle um Sette wird auseinandergejagt und so der wichtige Flughafen rechtzeitig geschützt. Die blaue Abwehr muß fieberhaft arbeiten. Hatte Rot schon am Vortage zahlreiche Tiefangriffe auf bie blaue Bodenorganisation gemacht, die Flughasenbereiche von Jever, die Industrie um Oldenburg und Gütersloh mit zahlreichen Angriffen bedacht, so setzte er diese am Dttttwoch im verstärkten Maße unter Einschluß von Oldenburg fort. Wieder und wieder erscheinen feindliche Staffeln, die im Tiefsturz oder Hochangriff die blaue Abwehr lahmlegen und sejne Industrie zerstören sollen. Die blauen Zerstörer stürzen sich auf den Feind. Was chnen entgeht, wird mit wohlgezieltem Feuer der Flak empfangen. Blau schützt zugleich seine Grenze an der Weser durch erhöhten Flugeinsatz von Hoya die Weser entlang bis zur Insel Trischen, 15 Kilometer nördlich Cuxhavens. So wogt der Kampf hin und her, mit prächtigen Bildern von dem Mut, der Einsatzbereitschaft und der Kampfkraft unserer Luftwaffe. Menschen und Material leisten Hervorragendes. Der General- inspekteur der Luftwaffe. Generaloberst Milch, wohnte heute, begleitet von dem Chef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nord, General der Flieger Felmy, dem Luftmanöver bei. Unter dem Titel „Der Nationalsozialismus" bereift zur Zeit eine von der Reichspropagandaabteilung der NSDAP, zusammengestellte Wanderausstellung mit großem Erfolg das befreundete Italien. Zweck der Ausstellung, von deren Aufenthalt in San Remo in einer der großen Ausstellungshallen der Stadt unsere Außenansicht berichtet, ist, der italienischen Oefsentlichkeit Kunde zu geben von den Grundlagen unb dem Programm der NSDAP., ihrer Arbeit unb ihren Erfolgen. Allem in Bologna besichtigten 300 000 Männer unb Frauen bie Schau. — (Associated-Preß-M.) mäßig" etitetHeren. Die Tatsache, daß dieser Krieg als die große und schreckliche Erinnerung haften blieb, macht uns begreiflich, daß es das Hiel der belgischen Außenpolitik sein mußte, alles zm unternehmen, um eine Wiederholung des Jahres 1914 zu vermeiden. Der Drang nach Sicherheit war es, ber die belgische Außenpolitik dazu geführt hat, fünfzehn Jahre lang sich denen anzuvertrauen, bie im Weltkrieg die Freunde gewesen waren. Der Drang nach Sicherheit war es, der König Leopold veranlaßte, im Oktober 1936 das Steuer zu drehen und die Polillk der Unabhängigkeit und des Gleichgewichts nach allen Seiten einzuführen; mit dem schonen Erfolg, daß damals noch von allen benachbarten Großmächten freiwillig und ohne Gegenverpflich- tung die belgischen Landesgrenzen garantiert wurden. Angst hat selten zu klugen Eingebungen, aber oftmals zu Verwirrungen geführt. Nicht zufällig haben darum der Ministerpräsident und jetzt wieder der König das Volk zur Kaltblütigkeit aufgefordert. Denn diese maßgeblichen Männer sind sich durchaus bewußt, daß absolute Sicherheiten für ein Land mit der geographischen Lage Belgiens niemals zu erreichen sind, daß nur eine klare und eindeutige Politik das Höchstmaß an Sicherheiten ergibt und daß eine Politik mit doppeltem Boden gefährlicher als alles andere ift Von der Mehrheit des Volkes ist die Richtigkeit dieser Auffassung denn auch stets eingesehen und bejaht worden. Zu dieser Einsicht gehört aber vor allem auch die Erkenntnis, daß am belgischen Territorium heute vielleicht ganz andere strategische Interessen bestehen, als 1914. Gerade diejenigen, die heute mit großer Geste auf sich deuten, sich Belgien gegenüber als die „wahren" und „bewährten" Freunde hin- stellen, von deren Hilfsbereitschaft man zu ihrem Kummer keinen Gebrauch macht, sind von allen anderen als altruistischen Motiven bewogen. Wenn aber einem Teil der Belgier die Hintergründe der lebhaften und an allen Ecken und Enden angesetzten englischen Bemühungen nicht deutlich werden, bann weniger deshalb, weil ber Belgier an der westlichen Lebensform einen so starken Anteil hat, weil seine Sympathien westlichen Idealen und Ideologien gehören (die man mit der Waffe zu ver- teibigen sich täglich von neuem bereit erklärt), nein, vielmehr darum, weil ber belgische Blickwinkel noch bie Einstellung des Weltkrieges hat und man sich unter „dem Krieg" eine richtungbestimmte Gefahr vorstellt. Diese Einstellung und die belgische Lebensnotwendigkeit, die Industrieprodukte größtenteils nach Großbritannien absetzen zu müssen, betrachten die ehemaligen Alliierten mit Wohlwollen als die Klippen, die den unabhängigen belgischen Kurs in andere Richtung zwingen sollten! Wie gut man aber in Brüssel dem zu begegnen wußte unb unbeirrbar die Außenpolitik beibehielt, von ber Herr Pierlot kürzlich bei einem Iourna- listenessen sagte, daß sie Belgien „von den Existenzbedingungen diktiert" würde, das haben die letzten Monate bargetan. Daß diese Politik auch von den Parteien getragen ist, gibt für bie Katholiken und Liberalen bie Regierung, das gab für bie Sozialisten Herr Spaak bekannt. Daß sich in jeder dieser drei Hauptparteien auch außenpolitisch Andersdenkende befinden, weiß man. Doch ihre fehlge- schlagenen Versuche haben gezeigt, daß es bei dem festen Willen der Flamen, diese freiwillige Neutralität zu wahren, bei ber Entschlossenheit des Königs und seiner Regierung jetzt nicht die Zeit ist, sich mit außenpolitischer Opposition hervor- zuwagen. B r ü s s e 1, 31. Juli. Dor einigen Tagen hat der belgische König bei dem Jubiläum einer Lütticher Metallfabrik vor 2500 Arbeitern eine bedeutsame Ansprache gehalten. Er ging nicht nur auf die sozialen, die Arbeiter direkt betreffenden Fragen, sondern auch auf die internationale Lage ein und erörterte, w i e i ch Belgien heute zu verhalten habe. Der wesentliche Inhalt ber Rede des Königs war, baß Belgien sich einmal aus jedem Konflikt heraus- zuhalten habe, der seine eigenen Rechte nicht bedrohe, und baß Belgien zum anderen Gewehr bei Fuß stehen müsse, um in kaltblütiger Bereitschaft unverzüglich jedem mit Waffengewalt zu begegnen, der diese Rechte antaste. Dielen, die im Ausland diesen Gedanken hörten, mögen sie nichts Besonderes gesagt haben. Denn jedermann weiß, daß diese Absicht, sich von jedemKonflikt stossfrei- willig fernzuhalten, der die belgi- chen Belange nicht unmittelbar berührt, bie Grundlage der belgischen Außenpolitik ist. Das hat König Leopold an dem berühmten 14. Oktober 1936 bereits bekanntgegeben. Trotzdem waren die Worte des Königs in Lüttich jetzt bedeutungsvoll Sie gaben denjenigen Klarheit über den belgischen Kurs, die sich innerhalb und außerhalb des Landes in den letzten Monaten so eifrig be- müht hatten, die belgische Außenpolitik wieder in ein Zwielicht zu rücken. Uebcr bie politischen Ziele dieser Kreise konnte! zwar niemand im Zweifel sein. Man hat erkannt, daß sie versuchten, ihre wahren Absichten in staats- rechtliche Phrasen heuchlerisch einzuwickeln. Sie verstanden es immer wieder, Erörterungen über die begrifflichen Unterscheidungen von „Neutralität" und „Unabhängigkeit", Generalstabs„vereinbarun- gen" und Generalstabs„fühlungnahme" in Gang zu bringen. Und mit nicht weniger geräuschvoller Geschäftigkeit hoben sie das von niemanden geleugnete oder in Frage gestellte Recht Belgiens zur einseitigen Parteinahme innerhalb der politischen Fronten Europas hervor (ein Recht, bas allerdings den Nachteil hätte, bei seiner Anwendung die Grenz- garantiert ber Großmächte außer Kraft zu fetzen). Diese Erkenntnis hat den Ministerpräsidenten und Außenminister P i e r l o t denn auch veranlaßt, in seiner großen außenpolitischen Rede vor ber Kammer bas Für und Wider gegenüber der derzeitigen außenpolitischen Haltung Belgiens abzuwägen. „Ich wage darüber kein Urteil zu fällen", hatte er damals am Ende feiner Rede gesagt, „ob unsere Außenpolitik für uns den Krieg vermeiden kann, ober nicht. Aber es genügt mir, daß uns diese Politik eine Chance gibt, herauszubleiben. Wer wollte die Verantwortung auf sich nehmen, diese Chance zu versäumen und sich statt dessen noch vor Beginn von irgendwelchen Feindseligkeiten in bie Reihen der eventuellen Kriegsmächte einorbnen?" Diese Worte bes verantwortlichen Regierungschefs zeigen eine Neigung und eine Abneigung, bie ebenso bezeichnend für die Männer an ber Spitze, wie für bas ganze belgische Volk sind. Die Neigung bezieht sich auf den Frieden, bie Abneigung auf ben ideologischen Streit, den manche so gerne mit ber Waffe in ber Hand ausgetragen sehen möchten. Während in Deutschland und in Zentraleuropa das Kriegsende der Anfang zu neuen Schrecken war, verarmte und ausgehungerte Länder kommunistische Gewaltherrschaft, Inflation und Deflation ertragen mußten, war und blieb in Belgien ber Krieg das Ereignis. Wohl hat ber flämische Volkstumkampf in der Nachkriegszeit einige Schwierigkeiten für Belgien mit sich gebracht, aber mit dem, was in Deutschland, Oesterreich unb Ungarn jeder einzelne erlebte, lassen sich die belgischen Ereignisse in keiner Weise vergleichen. Dieses Schicksal, den Krieg nicht als den Anfang einer völlig neuen Entwicklung, sondern als einen operativen, jetzt aber überstandenen Eingriff verspürt zu haben, ist ein Grund dafür, daß in Belgien noch in so vieler Beziehung jene Auffassungen herrschen, die mir mit dem Schlagwort „vorkriegs- Rillen fiiuber- NORDAMERIKA 5000km AS/EN \S000Km o H I T L W. T U £ Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt Verkehrsunfall im Westerwald. In Hachenburg (Westerwald) ereignete sich ein Berke hrsun fall. Auf der rechten Straßenseite schob ein junger Bursche sein Motorrad, das defekt war. Ihm half ein Kamerad. Ein Motorradfahrer aus Unna fuhr die beiden an, wobei der 18jährige Karl Hans Wolf den Tod fand. Auch der Motorradfahrer stürzte und blieb f ch w e r v e r- letzt auf der Straße liegen: er wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. — Während die Polizei die Ermittlungen aufnahm, kam ein Kraftwagen des Weges, der auch auf die Haltezeichen der Polizei nicht anhielt. Der Wagen fuhr über das am Boden liegende Motorrad, wodurch ein Reifen platzte, und überfuhr dann den an der Unglücksstelle liegenden Toten. Eine sofort vorgenommene Blutprobe bei dem Fahrer des schließlich angehaltenen Autos ergab, daß er unter Einfluß des Alkohols stand. Wenige Minuten später wurde an der gleichen Stelle ein Motorradfahrer festgenommen, der ebenfalls stark betrunken war. Beide Fahrer wurden festgenommen und dem Gericht vorgeführt. Fünf Menschen im brennenden Auto. Ein aus dem Rheinland auf dem Wege nach Stuttgart befindlicher mit fünf Personen besetzter Kraftwagen wurde in Bergzabern von einem Lastwagen angefahren und geriet in Brand. Arbeitsmänner eilten zu Hilfe und konnten das Feuer bald löschen. Sie befreiten auch die fünf Insassen, die mit mehr oder weniger schweren Verwundungen ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Roch ein Todesopfer des Verkehrsunglücks bei Kettrichhof. Bei dem schweren Verkehrsunglück zwischen Kettrichhof und Erlenbrunn (Pfalz) ist außer zu erweisen. Der Dirigent der Königlichen Oper in Rom, Tullio Serafin, machte mit italiemicher Musik bekannt. Die einleitende Sinfonie zu einer Oper von Sc ar latti ist zwar schon reichlich zwei Jahrhunderte alt, da es sich aber um eine unbekannte und unveröffentlichte Oper handelt, erfuhr das Chorspiel hier seine Uraufführung. Die übrigen Werke gehörten der Moderne an. Don ihren repräsentativen Vertretern wie Jldebrando P i z e t t i erklang ein stimmungsvolles impressionistisches Concerto al’Estate und von Respighi die auch im deutschen Konzertleben beheimatete sinfonische Dichtung „Die Pinien von Rom". Dazwischen kamen Vittorio G n e c ch i mit dem Prolog zu seiner Oper ,Cassandra" und der aus Böhmen gebürtige Italiener Ricardo P ick-Mangiagalli mit einem „Notturno e Rondo fantastico“ zu Gehör. Der Dirigent erwies sich als ein energischer und temperamentvoller Orchesterführer. * Zu Beginn der Festspiele gaben Reichsminister Dr. G o e b b e l s und Gauleiter Dr. R a i n e r einen festlichen Empfang im Schloßpark von Clsßheim. Die Gäste wurden durch künstlerische Darbietungen erfreut. Das Wiener Staatsopernballett tanzte zu den Klängen Straußscher Musik. Der Schloßpark bot ein festliches Bild. Tony van Eyck als Helena. In den letzten Vorstellungen des „Sommernachtstraumes" auf der Marburger Festspielbühne wird die Schauspielerin Tony van Eyck die Rolle der Helena übernehmen und damit für die plötzlich erkrankte Schauspielerin Lilo Dietrich vom Hessischen Landestheater Darmstadt einspringen. den Logen sozusagen als „Mozarttaum gestaltet worden mit vergoldeten Gittern, Seidenbespannungen an den Wänden, Kristallkronen und auserwahl- ten Möbeln. Eine besonders gründliche Umgestaltung hat auch die Vorhalle erfahren, durch die man in das Festspielhaus tritt. Dieser Umbau, zu dem der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels in großzügiger Weise die Mittel zur Verfügung gestellt haben, wurde in knapp drei Monaten von Reichsbuhnenbildner Professor Benno von Are nt, von seinen Mitarbeitern Dipl.-Inm Fritz B o r n e m a n n und den Architekten Fritz Beyer (Berlin) und Franz Spindler (Salzburg) durchgeführt. Durch die Einsatzbereitschaft aller beteiligten Arbeitskameraden und Firmen ist der Bau planmäßig vonstatten ge- ganaen, so daß der Theaterraum für die Proben der Salzburger Festspiele pünktlich bereitgestellt werden konnte. Italienische Orchesterkonzerte in Salzburg. Salzburg, 3. August (DKK.) Am zweiten Tag der Salzburger F e st s p i e l e rückten die Wiener Philharmoniker aus dem Orchestergraben des Festspielhauses, wo sie in allen Opernaufführungen Mitwirken, auf das Podium des neugestalteten und zur Staatlichen Hochschule für Musik erhobenen Mozarteums, um im ersten Akt der von ihnen bestrittenen Orchesterkonzerte ihre berühmte Kulttir und Spieldisziplin an Werken italienischer Meister den Arbeitern Max Woytzechowski aus Westfalen und Franz Anetzberger aus Regensburg nun auch der schwerverletzte 19jährige Werner H a - nisch aus Gersdorf seinen Verletzungen erlegen. Ein Raubmörder legt ein Geständnis ab. Der unter dem dringenden Verdacht, den Vieh- kaufmann Bader in Dyherrnfurth ermordet zu haben, in Breslau festgenommene, als Knecht bei Bader tätig gewesene Walter Wolf hat nach hartnäckigem Leugnen nunmehr ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hat zugegeben, schon, vor längerer Zeit den Plan gefaßt zu haben, Bader zu erschießen, um sich in den Besitz größerer Geldbeträge zu setzen. Bei der Ausführung seines Planes ist er äußerst raffiniert vorgegangen. Das geraubte und geschickt vergrabene Geld konnte wieder herbeigeschafft werden. Brandstiftung eines Juden in Rumänien. Im Warenlager einer Drahtfabrik in der rumänischen Stadt Roman brach nachts Feuer aus, das sich, von starkem Wind begünstigt, bald auch auf die Nachbargebäude ausdehnte und schweren Schaden anrichtete. Die Polizei ermittelte, daß der Brand vorsätzlich gelegt wurde, und nahm den Besitzer der Firma, den Juden L e i b o w i t s ch , in Haft. Leibowitsch hat früher schon mehrere Fabriken besessen, die alle das gleiche Ende fanden. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 3. bis 12. August. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für langfristige Witterungsoorhersagen des Reichswetter- dienstes in Bad Homburg v. d. H. am 2. 8.1939. Im größten Teile des Reiches wechselvolle Witterung, zeitweise Regenfälle, im ganzen aber doch »Götterdämmerung'' in Gegenwart des Führers. Bayreuth, 3. Aug. (DKK.) Rach einem spielfreien Tag wurde am Mittwoch der erste Zyklus der Bayreuther Bühnenfestspiele mit einer vorbildlichen Aufführung der „Götterdämmerung" in Anwesenheit des Führers zu Ende geführt. Roch einmal waren alle Kräfte zu höchster Leistung zusammengeballt. Heinz T i e t j e n s , der wieder vom Dirigentenpult aus Szene und Orchester mit durchdringendem Verständnis führte und im klaren, doch von allen mythischen Geheimnissen erregten Ausdruck die erhabene Spannung des dramatischen Geschehens von der Idee aus ergriff, stand wieder ein Orchester zur Seite, das erneut seinen Weltruf rechtfertigen konnte. Wie in den vorhergehenden Aufführungen zauberte das Bühnenbild von Emil Preetorius den geheimnisvollen szenischen Rahmen, wirkungsvoll ergänzt von der Beleuchtungskunst Paul Eberhardts. In der soliftischen Besetzung hat sich — ausgenommen die zwischen Trug und Ehre schwankende Gestalt des Gunther, den Hans R e i n m a n überzeugend wiederzugeben wußte — gegenüber dem Vorjahre nichts geändert. Wieder strahlte der Siegfried des Max Lorenz in unbekümmert lichter Sieghaftig- keit, und Martha Fuchs entfaltete als Brunhilds ihre reichen stimmlichen und darstellerischen Mittel zu bewunderter Größe, Ludwig Hofmann gab Die von düsterer Tragik gezeichnete Gestalt Hagens und Käthe Heidesbach war in Stimme und Gestalt eine lieblich erblühte Gutrune. Nachdem der erste Festspielzyklus bis zuletzt so großen Eindruck hinterlassen hat, soll auch dankbar aller Helfer am Werke gedacht werden, vor allem Friedrich Jungs, der als Leiter der Festspielchöre sich der Nachfolge Hugo Rüdels als würdig erwiesen hat, ferner Karl Kittels, des longbewährten Leiters der musikalischen Vorbereitung, und Kurt Palms, des Leiters des Kostümwesens. Umbau des Salzburger Festspielhauses beendet. Der Umbau des Festspielhauses in Salzburg, der mit Zustimmung des Führers im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels durch Reichsbühnenbildner Professor Benno von A r e n t geplant und durchgeführt wurde, ist in die- , sen Tagen vollendet worden. Professor von Arent war vor die Aufgabe gestellt, aus dem vorhandenen Theaterraum, der mit seinen getünchten Wänden, mit seinen verbretterten Brüstungen und seiner Holzbalken-Decke so unfestlich wie möglich war, ein wirklich festliches Haus zu gestalten. Die Bretter - balkone find verschwunden, große barocke Stuck- brüfhingen mit Konsolen und barocken Wandarmen sind an ihre Stelle getreten. Die Holzbalkendecke mit ihren teilweise farbig abgesetzten Holz- und Bretter- füüungen hat einer schönen profitierten Stuckdecke mit einer lichten Kuppel Platz gemacht. Die Umgestaltung des Proszeniums verkleidet die früher unschön in den Raum ragende Orgel mit über 10 Meter hohen Stuckornamenten. An Stelle der früher kastenförmig mit Brettern abgeschlagenen Führe r l o g e steht eine neue Führerloge, in der Grundrißform leicht beschwingt, an die durch rechts und links zwei Nebenlogen anschließen. Die Grundfarbe des Theaterraumes ist ein gedecktes Creme, dazu kommt das Rot des Bodens, der vollkommen mit dickem Velour ausgelegt ist. Im l.Rang ist der Foyerraum vor den Zugängen zu freundlich. Niederschläge meist Schauer oder ©e* witterregen, die, örtlich begrenzt, unter Umstanden auch heftigere Formen annehmen können. Das Auf- treten von länger dauernden Landregen oder von völlig sonnenscheinlosen ^Lagert ist jedoch sehr unwahrscheinlich: höchstens im nördlichen Alpengebiet treten vielleicht durch Stau vereinzelte sonnenlose Tage mit langer anhaltendem Regen auf. Sonnenscheindauer — vom äußersten Westen und Nordwesten abgesehen — meistenorts zwischen 60 und 80 Stunden. In Schlesien und in Kärnten teilweise über 80 Stunden. Temperaturen wechselnd. In der Ostmark und im Protektorat Böhmen und Mähren im ganzen wahrscheinlich über dem Regel- wert, in Nordwestdeutschland eher darunter. Eetierberichi In der westlichen Luftströmung, die Mitteleuropa seit einigen Tagen wechselhaftes Wetter bringt, zieht jetzt eine etroas ausgedehntere Störung heran. Sie wird Westdeutschland vorübergehend zunehmenoe Bewölkung und Niederschläge bringen, ohne jedoch eine länger anhaltende schlechte Wetterpertode einzuleiten. Vorhersage für Freitag: Ueberwiegend bewölkt und zeitweise Regen, Temperaturen leicht ansteigend. Oestliche Winde. Vorhersage für Samstag: Bei wechselnder Bewölkung mit zeitweiliger Aufheiterung wieder im ganzen freundlich. Rundfunkprogramm Freilag, 4. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf. 6: Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Stabsmusikkorps des Luftgaukommandos 1. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Vöglein im Tannenwald. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Her- mann-Hagestedt-Orchester. 10: Schulfunk. Männer um den Führer. Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl. Mensch und Werk. Eine Hörfolge. 10.30: Rund um die Zahnpflege. Eine ebenso ernste wie heitere Unterhaltung. 11.40: Ruf ins Land. 12: Musik zum Mittag. Es spielen : Das Musikkorps eines Flakregiments. 13: Nachrichten. 13.15: Musik zum Mittag. 14: Nachrichten. 14.10: Wir blättern in unserem Aufnahme-Album (II). 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Breslau. 18: Der Siegfriedstein zu Worms. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Ballettsuiten. 19: Roß und Reiter. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Unterhaltungskonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilderbuch der Woche. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 3: Nachtmusik. HauptschrifUeiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters? Emst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 03763 5303V Georg Völler, Wilhelmshav. en Flensburger Straße 20. 5313D Von einem langen, schweren, mit großer Geduld getragenem Leiden wurde heute, doch unerwartet schnell, mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann und bester Kamerad, unser treugeliebter, herzensguter Vater, Bruder und Schwager Die Trauerfeier findet Freitag, 4. August, um 3% Uhr. In der Kapelle des Neuen Friedhofes statt - Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. Vermietungen] 3-Zimmer- Wohnung mit Küche in Stadtmitte zum 1. Sevt. 39 zu vermieten. Preis Mk. 42.—. Schr. Ang. unt. 03120 a.ö.G.A. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Marie Burger und Kinder. Gießen, Gerolzhofen. Gerdauen, den 3. August 1939. 3 Person, (ältere und junge Frau mit erwachsenem Sohn)suchenper sofort HirWotinij. mit Küche. Schr. Ang. unt. 03760 a. d. G. A. Herr Ludwig Burger Diplom-Braumeister im 49. 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Man hat es sich so lange gewünscht. Das Wetter ist herrlich, Sonne und Wind, aber, was hat man davon: Sonnenbrayd! Den kriegt man in Gießen nicht, wenn man auf seinem Balkon sitzt oder in seinem Garten. Ja, und unsere schöne Lahn! Gibt es darin etwa Quallen und Krebse? Nein, bestimmt nicht, oder man würde sie wenigstens in dem Wasser nicht sehen, wie hier, wo es so klar ist, daß man bis auf den Grund schauen kann. Und wie salzig ist es auch noch; da lobe ich mir das „süße" Wasser der Lahn! Und wie sanft und gleichmäßig sie dahinfließt, da wird man nicht zum Spielball der Wellen, die einen einfach umschmeißen. Eine Respektlosigkeit ist das! Wenn man aber segeln will, dann ist das Wasser so glatt und still, kein Lüftchen regt sich. Soll man sich da nicht ärgern? Und hat man in Gießen vielleicht immer Sand in den Schuhen? Das würde unsere Stadtverwaltung gar nicht zulassen. Da gibt es nur saubere, glatte Straßen, auf denen man sich nicht seine besten Schuhe ruiniert wie hier. Aber was sage ich, nur in den Schuhen? Nein, im Haar- hat man Sand, zwischen den Zähnen, im Briefpapier steckt er und im Photoapparat, einfach überall! Soll ich Ihnen noch mehr erzählen? Ja? Vor allem, was mir hier noch auffällt: man hört nicht ein kräftiges, hessisches Wort, jeder s—pricht so fein, am S—trand s—tolpern sie über die S—teine, „da kann ich mir ümmer so arg ärgern!" Sie müssen nämlich wissen, es sind schrecklich viel Hamburger hier. Aber gestern sahen wir auf dem Parkplatz einen Vll-Wagen stehen, den hätten wir beinahe umarmt vor lauter Freude. Vom Essen muß ich auch noch erzählen: Hamburger Rauchfleisch, Aal und Rote Grütze lasse ich mir ja gefallen, aber was sagen Sie zu Bohnen, Birnen und S—peck? Neulich gab es ein dolles Gewitter. Zuerst war es ja fein, wie das Wasser Plötzlich blaugrün und schwarzsilbern aussah und weiße Wogenkämme hatte, wie die dicken, schwarzen Wolken näherrückten, die Blitze zuckten und der Donner lang hinrollte. Dann fing es mächtig an zu regnen, und wir saßen, dicht- > gedrängt, zwei Stunden im Strandkorb, bis sich der E Aufruhr wieder legte. So was kann einem doch in > Gießen nicht passieren! Ueberhaupt dieses Wasser! Mal ist es zuviel, mal ;zu wenig! Im Hause nämlich, da ist es anscheinend i immer knapp. Das Kind singt deshalb: Dort drüben fließt ein Ozean, Hier muß man sehr mit Wasser spar'n! In der Küche ist eine Pumpe — die aber neulich .auch kaputt war —, da muß man sich, wenn man lder Reinlichkeit frönen will, eine Wasserkanne nach- jfüllen. Was nicht so ganz leicht ist, nämlich: mit seiner Hand pumpen und mit der anderen den Krug Darunterhalten. Was aber jene Klause betrifft, „still- gberühmt in jedem Hause", so kann ich nur mit» Meilen, daß sie sich im Hofe befindet, das Gegenteil ivon einem WC. Bei.Regenwetter und Wind, früh- »norgens, nein, ich will lieber nichts weiter sagen! 2D, wie ist es in Gießen so schön! E. L. St. : NS-SelneinWsl groft W We k d F.. 5 ch w i m m st u n d e. 2lm Freilag. dem 2. August 1939, wird die ! Schwimmstunde der 315(3. „Kraft durch Freude" im wolksbad wieder ausgenommen. Die Sportstunden Maden wieder statt in der Zeit von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr und von 21.30 bis 22.30 Uhr. 5317V Sie Appelle. Im Fliegerhorst. Bei den einzelnen Wehrmachtsteilen und den DienftfteUen fanden in den Vormittagsstunden feierliche Appelle statt. Für das Kampfgeschwader und den F 1 r e g e r h o r st wurde der Appell auf dem Rollfeld abgehalten. Die Flieger waren mit ihrer Fahne aufmarschiert. Unter den von dem Musikkorps unter Lesung von Musikmeister Pfarre gespielten Marschweisen schritten Generalmajor der Flieger « ü ß m a n n und der Geschwaderkommendore Major L a ch e m a i r die Front ab. Generalmajor Süßmann und der Kommandeur des Fliegerhorstes Entwicklung der politischen Lage vor dem Kriege schilderte und dann auf die heutigen Verhältnisse einging, die Deutschland nicht unvorbereitet finden. Er verlas den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, des Generalfeldmarschalls Göring und schloß mit dem Treugruß an den Führer und Obersten Befehlshaber den Appell. Nachdem das Musikkorps die Lieder der Nation gespielt hatte, nahm Generalmajor Süßmann den Vorbeimarsch ab. Bei der Artillerie-Abteilung. In einem kurzen würdigen Appell wurde auch bei der III. Abteilung des Artillerie-Regiments 9 der Feiertag der deutschen Wehrmacht begangen. Die gesamte Abteilung war im offenen Viereck auf dem großen Platz vor dem Wirtschaftsgebäude angetreten und hörte eine Ansprache von Hauptmann G r i s a r, der in klarer Ueberschau einen geschichtlichen Abriß von 1914 bis 1933 gab. Er schilderte, wie zwar schon vor dem Kriege feindliche Kräfte das deutsche Volk in sich zerreißen wollten, der Kriegsausbruch aber doch das Volk begeistert zusammenstehen und zu den Waffen greifen ließ. Hauptmann G r i s a r sprach dann von dem heldenhaften Ringen der deutschen Armee während der vier Kriegsjahre, von der schweren Zeit nach 1918 und dem Chaos, das durch verantwortungslose Staatsmänner bis zum Jahre 1933 angerichtet wurde. Er schilderte aber gleichzeitig auch den großen Wandel des Geistes und der Gesinnung nach der Machtergreifung durch den Füh- Lomotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau ohne Vergangenheit". Auch Front- und Kriegsschwestern bei der Tannenbergfeier. NSG. Der NS.-Reichskriegerbund hat alle ehemaligen Front- und Kriegsschwestern, die an der Schlacht von Tannenberg teilgenommen, oder die Verwundete aus dieser Schlacht gepflegt haben, auf» gerufen, an der Feier in Tannenberg am 27. August teilzunehmen. Es wird den Schwestern ermöglicht, mit den Sonderzügen des NS.-Reichskriegerbundes, von denen auch einer von Frankfurt a. M.' aus geht, mitzufahren und in einer zur Verfügung stehenden guten Jugendherberge in Hohenstein unterzukommen. Unsere (Speisepilze. In bezug auf Nährwert sind auf Grund neuerer Untersuchungen einige Pilze den meisten Gemüsen mindestens gleichzusetzen. Sie enthalten nämlich wichtige, im Gemüse und Obst weniger vorhandene Vitamine. An Geschmackswert sind die besten Pilzarten vielen Gemüsen überlegen. Bei Untersuchun- gen ergab es sich, daß z. B. die Pfifferlinge, auch Es handelt sich um einen Fall von plötzlichem Gedächtnisschwund infolge der Schockwirkung eines K-erkehrsunfalls. Dergleichen kommt vor — man teft darüber von Zeit zu Zeit immer wieder Notgen in der Zeitung — und ist als medizinische yrfd)einung an sich schon interessant. Bedeutsamer rt natürlich, was der Film hier — neben und jen- mts der klinischen Seite eines solchen Falles __ daraus zu machen versteht. Wir übersehen nicht daß in der „Frau ohne Vergangenheit", vielmehr wne Gedächtnis oder Erinnerung — sie antwortet M die sachlichen Personalfragen immer nur: ich ^eiß nicht — die Handlung einige Zugeständnisse m den üblichen Spielfilm und an das Publikum ^-.acht, aber das kann für seine Beurteilung, wie Klauben, nicht ausschlaggebend sein; wichtig ist, hier, was man ost lange vermissen muß, ein t'fllnt miefcer .einmal mit dem richtigen Instinkt auf Objekt anaesetzt ist, an dem er sich bildhaft, atlo seinem ursprünglichen, innersten Wesen gemäß 52n JQ!!en vermag. Und deshalb lenkt dieser Film riht beispielhaft wieder einmal den Blick auf ein s »aIPro^em aller modernen Produktion: auf Frage nach dem legitimen, nach dem wirklich siingerechten Stoff. Wir glauben, daß hier jo ein „Die Frau ohne Vergangenheit." Gloria-Palast. Die Fabel, die hier behandelt wird, hebt den Film aus einer ganzen Reihe anderer merklich her- iaus, die auch unterhaltsam, auch spannend, auch Iximmaliftijd) oder psychologisch interessant sind. Wenn man zu werten, zu vergleichen rmd an den wesentlichen Punkten zu unterscheiden versteht, wozu unter anderrn eine gewisse Ueberficht über die Produktion erforderlich ist, wird man finden, daß !»ie Bearbeiter das spezifisch Filmische oder Film- gerechte m dem Stoff aufgespürt und auch nachher ^erausgearbeitet haben. Nicht, als ob keine andere Oarstellungsform möglich gewesen wäre: das Drehbuch von Charles K l e i n und H. G. P e t e r s f o n W auf eine Novelle von Curt I. Braun zurück, !ne wir nicht kennen, deren Reiz und deren erzähle- '^sche Chancen man aber nach den Bildern auf der fotnroanb abfchatzen kann. Indessen haben wir i-er wieder einmal eine der ziemlich seltenen Ge- ^genheiten, wo die Kamera in ihren Ausdrucks- Tnoglichkeiten weiter reicht, plastischer sieht und kon- ^ntrierter auffaßt, als es der Feder auch des ixgabten und spürsinnigen Novellisten gegeben Stoff vorlag; das ist erheblicher als Einzelheiten der Ausführung, über die gestritten werden mag. Die Handlung ereignet sich auf verschiedenen Ebenen oder Stufen des Bewußtseins; sie lagert sich in mehreren Schichten gewissermaßen übereinander, sie überbrückt beträchtliche zeitliche wie räumliche Abstände. Es wird hier gezeigt, wie ein zufälliges, fremdes, mit Dunkelheit und Geheimnis beladenes Schicksal in eine geordnete, Helle und klare Gegenwart einbringt und langsam, immer mächtiger, von ihr Besitz ergreift; wie eine schrittweise entschleierte Vergangenheit das gegenwärtige Dasein überfällt und belastet. Wieder erleben wir die oft geübte Technik einer allmählichen Aufrollung und Abspulung des Handlungsfadens nach rückwärts, aber immer bleibt bei diesem Vorgang der seelische Antrieb stärker und entscheidender als der kriminalistische. Dies alles ist filmisch gesehen und entwickelt, optisch dargestellt und synoptisch, d. h. zusammengesehen, zusammengerafft gleichsam im Blickfeld des Beschauers, und solche Mittel beherrscht naturgemäß die Kamera mit größerer Sehschärfe, Trennschärfe und Plastizität als es die schreibende und beschreibende Feder vermöchte; man denke etwa an das Bild, wie ein fremder Mensch auf der Straße auftaucht, vor einer Haustür — „wie aus dem Boden gewachsen": geschrieben hat dieses Bild durch allzu häufigen und nachlässigen Gebrauch viel von seiner Anschauungskraft verloren; durch das Auge der Kamera gesehen, gewinnt es sogleich seine ganze Ursprünglichkeit zurück. Ein echter Film also .... und auch ein Tonfilm, der seinen Namen verdient; man wird bemerken, daß die Musik hier, im Gegensatz zu zahllosen anderen Filmen, mehr ist als gefällige Kulisse ober Stimmungsträgerin: ein mitfpielenber Handlungs- faktor nämlich. Man wird gewahr, wie eine bestimmte Melodie und später ein gewöhnliches, unmusikalisches, aber heftiges Geräusch, an das Ohr der Frau dringend, durch die Klangassoziation genau die Erinnerungsstelle im getrübten Bewußtsein trifft und gleichsam weckt, von der aus sich der Blick in die verschleiert gewesene Vergangenheit wieder auftut Neben den Verfassern des Drehbuches gebührt dem Italiener Nunzio M a l a s o m m a das Verdienst, in seiner feinfühlig nachspürenden und abtastenden Leitung des Spieles solche Elemente zu sinnfälliger Wirkung gebracht und damit den Blick wieder .auf die eigentlichen, großen und vielfach noch unerschloffenen Möglichkeiten im Bereiche der Filmkamera gelenkt zu haben. rer und den grandiosen Aufbau der deutschen Wehrmacht zu ihrer heutigen Unüberwindlichkeit. L-Bataillorr. Beim E.-Bataillo,n fand der Appell in der Mittagsstunde statt. Auf dem Hof der Unterkunft waren die Mannschaften angetreten, zu denen der Kommandeur des E.-Bataillons, Oberstleutnant Meu - ther sprach. In längeren Ausführungen erinnerte er an die Situation vor 1914 und auch daran, daß trotz der damaligen politischen Zersplitterung das Volk einmütig und begeistert zu den Fahnen eilte. Im weiteren Verlaufe seiner Ansprache machte er auf die Einkreisungsabsichten der Westmächte aufmerksam, die heute wie vor 25 Jahren mit den gleichen Mitteln und Methoden gegen das deutsche Volk ankämpfen. Dem Feinde sei es damals zwar gelungen, den Glauben des Volkes zu erschüttern, aber Den heldenmütigen soldatischen Geist vermochten sie nicht zu vernichten. So entstand aus den Freikorpskämpfern und Zeitfreiwilligen der Widerstand gegen das drohende Chaos und durch den Führer wieder wurde ein großes Volk wieder erfüllt von soldatischem Geist. Oberstleutnant Meuther verlas den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch, und schloß damit den Appell. Der Große Zapfenstreich. Mit der Garnison nahm ganz Gießen Anteil an dem Feiertag der Wehrmacht, der durch die Fahnen auf den Kasernen und den Dienststellen auch äußerlich in Erscheinung trat. Der festliche Abschluß des gestrigen Tages, der Große Zapfenstreich, hatte viele Gießener auf die Straßen gelockt. Bereits als die Mannschaften zur Zeughauskaserne marschierten, waren die Straßen dicht umsäumt. So niancfjer der 1914 mit dabei war, stand am Straßenrand und schaute der Jugend nach, die jetzt im Gleichschritt für ein starkes Deutschland marschierte. Im Hofe der Zeughauskaserne drängten sich die Menschen in dichter Menge. Das langgestreckte Gebäude war illuminiert. Im Dunkel des Kasernenhofes hatten sich die Abordnungen der Wehrmachtsteile, die Politischen Leiter, die Formationen der *1*1. der SA. und des NSKK. gestaffelt aufgebaut. Auch der NS.-Reichskriegerbund war mit einer stattlichen Abordnung unter der Führung von Kameradschaftsführer Leutnant d. R. Hans Bill vertreten. Den hinteren Teil des Hofes bis zu den Verwaltungsgebäuden füllten viele Volksgenossen, die auch dabei sein wollten. Divisionskommandeur Generalleutnant von A p e 11 begrüßte seine Ehrengäste, den Hoheitsträger des Kreises Wetterau, Kreisleiter Backhaus mit seinen Mitarbeitern, SA.-Brigadesichrer Schwarz mit seinem Führerstab, ---Standartenführer Frosch, Generalmajor a. D. E. Gros als Vertreter des Offizierskorps der alten Armee, Landrat Dr. Lotz, die Beigeordneten der (Barni» fonftabt, Nicolaus und Vogt, Professor Dr. Rauch als Vertreter der Universität und viele andere. Als unter dem Kommando des Oberleutnants der Flieger G ü n d e l der Große Zapfenstreich, der von der II/Kampfgefchwader 55 gestellt worden war, auf dem Kasernenhof eintraf, ging eine freudige Bewegung durch die Massen. Nach der Meldung des Großen Zapfenstreiches an den Divisionskommandeur Generalleutnant v. Apell leitete das Musikkorps des Kampfgeschwaders 55 unter der Führung von Musikmeister Pfarre das große militärische Schauspiel mit einem Marsch ein und spielte dann das Lied „Volk ans Gewehr". Als die Wirbel erklangen, die den Großen Zapfenstreich ankündigten, und die Ehrenkompanie unter das Gewehr trat, gingen die Lampen auf dem Kafernenhof aus. In dem Dunkel des Abends hatte das Locken der Pfeifen und Schmettern der Trompeten einen eigenen Klang. Die Weifen des Niederländischen Dankgebetes schwangen sich durch die abendliche Stille. Der Große Zapfenstreich klang aus in den Liedern der Nation. Ein Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur Generalleutnant v. Apell, der Kreisleiter Backhaus, Generalmajor a. D. Gros, sowie Landrat Dr. Lotz cm seine Seite gebeten hatte, beendete das militärische Schauspiel, mit dem überall in den deutschen Garnisonen der 25. Wiederkehr der Mobilmachung von 1914 gedacht wurde. Eierschwamm ober Gelbschwämmchen genannt, einen erheblichen Gehalt an Vitamin A (Wachstumsvitamin) haben, so daß Pfifferlinge zu unseren besten Vitamin-A-Quellen gehören. Der Gehalt an Vitamin B (antineuritisches Vitamin) bei den Pfifferlingen entspricht ungefähr den Verhältnissen bei den meisten Pflanzen. Vitamin C (antiskorbutisches Vitamin) konnte bei den damaligen Tierversuchen nicht festgestellt werden. Dagegen wurde in allen untersuchten Pilzarten eine erhebliche Menge an Vitamin D (antirachitisches Vitamin), mit Ausnahme der in dunklen Räumen gezüchteten Champignons gefunden, so daß die Pilze eine wichtige Quelle für Mineralstoff und Vitamin D barstellen. Das Vitamin D wirb bei der im Haushalt üblichen Pilzzubereitung fast gar nicht vermindert, und sogar die Pilzkonserven ergaben einen verhältnismäßig hohen Vitamin-V-Gehalt, wie er in den meisten Gemüse- und Obstsorten nicht gefunden wurde. Wir können uns daher in guten Pilzkonserven für die vitaminarme Zeit wertvolle Vorräte zur Nahrungsergänzung im Winter und Frühling schaffen. Es lohnt sich von der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Seite, die Pilze und ihre besten Zubereitungsformen kennenzulernen. Für viele Menschen ist es eine besondere Freude, in der Freizeit und im Urlaub auf die „Pilzjagd" zu gehen. Der Aufenthalt dabei in der Natur, in Luft und Sonne ist ein weiterer Gewinn, welcher der Gesundheit In der Titelrolle erscheint Sibylle Schmitz, die wir wohl im „Tanz auf dem Vulkan" zuletzt gesehen haben, und die hier etwa an ihre (in manchen Zügen verwandte) Ausgabe in dem früheren Film „Die Unbekannte" wieder anknüpft: ihr liegen solche psychologisch vertieften, gleichsam doppelschichtigen Gestalten ausgesprochen, und sie hat in der Haltung, im Ton, vor allem im Mimischen den verstörten, nerängjtigten, gehetzten und ratlosen Ausdruck, der diese Frau kennzeichnet. Albrecht Schoenhals, in Gießen seit seinem Besuch auch persönlich bekannt, gibt als ihr Partner, wie wir finden, eine vortreffliche Leistung; er kann, da er früher Arzt war, hier ganz in der vertrauten Sphäre bleiben und wirkt auch als Charakter so persönlich und menschlich, wie wir ihn kaum zuvor gesehen haben. Bernhard Minetti zeichnet mit harten Konturen das erschreckende Bild einer hemmungslos ins Verbrecherische abgeglittenen Existenz. Sehr Gutes leisten in kleineren Aufgaben u. a. Paul Bildt, Hans L e i b e 11, Paul Otto, Hans Zefch - Ba 11ot und Maria v. T a s n a d y. — (Märkische-Panorama-Schneider-Südost.) * Vorher sieht man die neue Ufa-Tonwoche und einen belehrenden Film vom Holz als Werkstoff, von Möbelbau und Wohnkultur. Hans Thyriot. Dildnismasken vom lebenden Menschen Schon die Bronzebildhauer der italienischen Renaissance kannten die Anwendung von Naturabgüs- fen bei der künstlerischen Gestattung, und es sind auch später noch von Künstlern und Kunsthandwerkern Abformungen von Naturobjekte benutzt worden. Aber das Arbeitsverfahren, das Abformen mit Gips, war sehr umständlich und nur einem geschulten Praktiker möglich. Die Vorbereitungen waren, wenn es sich um die Nachbildung des Antlitzes lebender Personen handelte, wenig angenehm, so daß solche Gipsabgüsse sehr selten waren. Nun hak aber, wie Dr. Hans Kahns in „Reclams Universum" berichtet, Ernst Fischer ein neues Verfahren, Bildnismasken vom lebenden Menschen herzustellen, entwickelt, das die bisherigen Nachteile vermeidet. Der Gips ist durch eine neuartige, handliche Masse abgelöst, die nach dem Auftrag elastisch erstarrt. Ohne lästige Vorarbeiten wird eine dick- breiige Schicht für das Negativ aufgetragen, die in fünf Minuten fest wird und keinerlei quälende Begleiterscheinungen auslöst. Das gelatineartige Material legt sich weich auf die Haut und reißt kein zugutekommt. Lernt deshalb die wichtigsten Wild» I gemüfe und -falate, die heimischen Hausteepflanzen, die eßbaren Wildfrüchte und vor allem unsere köstlichen Speisepilze kennen, so mahnt das Organ des Sachoerständigenbeirates für Volksgesundheit bet der Reichsleitung der NSDAP., die ,',Dolks-Gesund- heits-Wacht". Denn wenn die Kenntnisse vorhanden sind, dann kommt auch die Freude am Sammeln. Wandergewerbe- unh Hausierscheine nur noch vom Arbeitsamt. Im Rahmen der Maßnahmen für einen erfolgreichen Arbeitseinsatz aller vorhandenen Kräfte war bereits eine Sichtung der Inhaber von Wandergewerbescheinen usw. auf ihre bessere Verwendungsmöglichkeit an anderen Plätzen und eine entsprechende Einschränkung der Neuausgabe solcher Scheine erfolgt. In sinnvoller Ergänzung dieser Maßnahmen schreibt eine soeben ergangene Verordnung des Beauftragten für den Dierjahresplan vor, daß in Zukunft Wandergewerbescheine oder Stadthausierscheine nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes erteilt werden dürfen, das für den Wohnort des Antragstellers zuständig ist. Auf Antrag des. Arbeitsamtes sind bereits erteilte Wandergewerbescheine oder Stadthausierscheine zu entziehen. Die Neuregelung löst die bisherigen Bestimmungen über die Ausgabe solcher Scheine durch die Polizei, lab. Die mit Zustimmung des Beauftragten für den Härchen aus. Nicht einmal liegen muß der Abzubildende, wie es beim Gipsabguß erforderlich mar, sondern er behält seine natürliche Stellung bei, sa daß eine ungezwungene freie Wirkung des Positivs, das von dem mühe- und schmerzlos abgelösten Negativ abgenommen wird, leicht zu erreichen ist. Der Eindruck, den die wiedergegebenen Bildnismasken von bekannten Persönlichkeiten, wie dem Dichter Hans Friedrich Blunck, dem Kapellmeister Dr. Karl Muck und anderen machen, ist außerordentlicst lebendig und beseelt und vermeidet jede Starrheit. Sie sind weit davon entfernt, wie Totenmasken zu wirken, sondern haben die unmittelbare Frische pul- fierenden Lebens; man vergißt fast, daß man rein technischen Gebilden gegenübersteht, so stark spricht das Persönliche der Dargestellten aus diesen Bildnis- masken. c K -------- N Zeitschriften. — Das August-Heft der Zeitschrift „Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68, bringt zu Beginn einen grundsätzlich bemerkenswerten Beitrag zur Rassenfrage in den Vereinigten Staaten unter dem Titel „Schwarz und Weiß in USA., ein Kapitel Heuchelei" mit zahlreichen interessanten Aufnahmen. Dr. Gustav Franke behandelt den „Fall Kammerer". Mit schönen Bildern erscheint ein anregender Beitrag „Glaube und Schönheit — Anmut und Rhythmus auf dem Reichssportfeld". Dr. H. Meiner! unterrichtet über Ehevermittlung für Erbkranke. Gut und anschaulich bebildert ist endlich der Beitrag „Artgesetze auch im Walde" von Oberlandforstmeister Erhard Hausendorff. Auch im „Merkbuch der Zeit", in der Rubrik der kleinen Notizen aus aller Welt und in der Bücherecke findet der Leser eine Menge anregendes Material. — „D i e Siren e", die große deutsche Luftschutz- Illustrierte, weiß, daß man auch beim Luftschutz den Humor nicht verlieren darf. So stellt das neueste Heft mit einem luftigen Seitenblick fest, was man in London und Paris alles anstellt, um sich zu sichern. Der kleine Bericht erzählt von untauglichen Schutzgräben, in denen Enten nach Regenwürmern suchen, von Sand zum Feuerlöschen, den man bet Glatteis verbrauchte, von eleganten Damen, die „kleidsame" Gasmasken suchen. Die neue „Sirene* bringt daneben eine Fülle aufschlußreicher Bildberichte über Luftschutz in Bamberg, über einen wandernden Luftschutz-Lehrtrupp, über Selbstschutzgeräte, Entrümpelung und vieles andere, dazu die Mitteilungen des Reichsluftjchutzbundes. t sammlung vor acht Tagen stattgefunden hatte, hit ir zi n 1 2 Jahren betrug der Verlust an Sachwerten vier Milliarden Reichsmark infolge Brandschäden in Deutschland. Wenn man bedenkt, daß man für die Preetz riß die Tür auf. Sein Gesicht glühte. „Es seht los, Herr Doktor! Die Hebamme is schon da! Es scheint nicht so einfach zu sein. Kommen Sie rasch, Herr Doktor!" Ein Zucken lief über Römers Gesicht. „Die Pflicht ruft... Auf Wiedersehen, Herr Vallendar! Auf Wiedersehen, Eharly!" Er reichte beiden die Hand, drückte sie fest. Dann ging er hinaus, Preetz nach, der bereits unruhig auf chn wartete. Ä 1(119 "»li t' Keine Zündhölzer in Kinderhand! Helft Brände verhüten. — Gesteigerte Vorsicht auf dem Lande. Klärung der Flußläufe. Eine wichtige gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Frage. •Altet Welten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Charly preßte die Hände an die Schläfen und rannte los. Sie drang so plötzlich vor, daß der Feuerwehrmann, der am Portal stand, sie nicht zurückhalten konnte. Sie hörte auch nicht, wie Römer „Charly! Charly!" rief. Verzweifelt, wie ein gehetztes Tier, lief sie den Hang hinunter. Die Tür des Chauffeurzimmers stand offen. Es brannte Licht. Als sähe sie die Welt durch einen dichten, dunklen Schleier, so unwirklich waren die Eindrücke für Charly. Drüben in der Waschnische standen zwei Männer. Sie erkannte sie nicht und blieb im Türrahmen stehen. „Du —!" schrie sie dann auf und flog auf Vallendar zu. Der Schauspieler saß auf dem Ruhebett. Der Sanitäter hatte ihm eine Binde um den Kopf gelegt und wusch mit dem Schwamm das Blut von seinem Gesicht. Aber seine Augen hatten schon wieder den alten strahlenden Glanz. Mit einem Arm schob er den Samariter beiseite, mit dem anderen fing er Charly auf. „Charly! Charly!" Und seine Stimme bebte in Liebe, Zärtlichkeit und heißem Entzücken. Es war ein Ton, der an ihrem Herzen riß und sie taumeln machte. Er ließ sie alles vergessen, so sehr füllte dieser Ton sie aus, und sie vermeinte, er sei immer um sie gewesen. Ihre Lippen zuckten: trockenes Schluchzen stieg in ihre Kehle. Er nahm ihren Kopf und legte ihn an seine Brust. Es war alles so selbstverständlich. Sie liebte ihn — und er liebte sie. „Na", räusperte sich der Sanitäter, „bas war wohl mehr ein besserer Kratzer, Herr Vallendar. Dann bin ich also hier fertig!" Er ging lächelnd hinaus. Was man so olles erlebt! dachte er. Die Tür schloß er fest hinter sich. Signale gellten auf. Die Feuerwehr rückte ob ... Wer zählt die Minuten, wenn er liebt? Hier, in der schlichten Fahrerkammer, überwanden Vallendar und Charly die Begriffe von Raum und Zeit. Sie standen wie auf einer Wolke, die durch einen blauen, frohen Himmel segelte. Ihre Blicke suchten und trafen sich. Forschten: Bist du es? Ja, du bist es — du! Einmal hob Charly die Hand und fuhr ganz sanft über den Verband, der seine Stirn bedeckte, und ein Widerschein der Angst spiegelte sich in ihren Augen. „Es ist nichts!" lächelte er. Alles war vergessen, alles unwichtig geworden. Nur: Daß sie beieinander waren — das war Wirklichkeit ... Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen 8 bis 10, rote Rüben, % kg 10 bis 12 Rpf. * * * Verantwortungsloser Kraftfahrer fe st genommen. Im Laufe des gestrigen Tages wurde durch die Polizei der 32jährige Edwin P l a u m aus Hartenrod (Kreis Biedenkopf) festgenommen, der sich mit seinem Kraftwagen und zwei Fahrgästen in den Straßen unserer Stadt unterwegs befand. Plaum, der über den Durst getrunken hatte, wurde aus diesem Grunde in polizeilichen Gewahrsam gebracht. Der Wagen wurde sichergestellt. Die beiden Fahrgäste wurde auf freiem Fuß belassen. Mr wollen Ordnung und Sauberkeit auch in der Wasserwirtschaft. Es muß endlick einmal mit der Gewohnheit gebrochen werden, daß unsere Fluß- läufe dazu da sind, um jede nur denkbare Art von Schmutz und Unrat zu beseitigen. Bei einigem guten Willen können auch die Industrien trotz aller Beanspruchung im Rahmen des Dierjahresplanes Anlagen zur Vorklärung der Abwässer schaffen. Der Vierjahresplan erheischt ja anderseits dringend, daß alle Stoffe restlos ausgenutzt' werden. Bei der Standortwahl vieler Industrien hat das Vorhandensein eines klaren Wasserlaufes oftmals eine entscheidende Rolle gespielt Es kann daher nur als Undank bezeichnet werden, wenn gerade diese Fabriken sich keine Gedanken darüber machen, was die Anlieger flußabwärts mit dem verschmutzten Wasser anfangen. Daß das Grund wasser in der Nähe völlig verschmutzter Fluß- läufe beeinträchtigt werden kann, ist erwiesen. Die Klärung der Flußläufe ist eine gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Frage. Sie geht alle an, und es wird erwartet, daß sich auch jeder einzelne aus dem Gedanken der sozialen Selbstverantwortung heraus dafür einsetzt. hingen des Feuers aufmerksam zu machen. Zn der Schule ist es dann der Lehrer, der besonders auf dem Lande in dieser Beziehung erzieherisch auf die Kinder einwirken sollte. Das Sprichwort „Kleine Ursachen, große Wirkungen" zeigt sich in seiner größten Bedeutung zweifelsohne bei dem kleinen, fast unscheinbaren Zündholz. In leichtsinniger Art kann es die Ursachen für die größten Brandkatastrophen sein. Und dabei sollte man nicht vergessen, daß Kinder erfahrungsgemäß vielfach selber bei den durch sie herbeigeführten Bränden schweren Schaden an Leib und Seele erleiden. Die Tatsache, daß von 13 Bränden 11 durch Zungen ausgeführt werden, zeigt, wie richtig es ist, gerade die Jungen aufzuklären. In den letzten zehn Wirsing, K kg 8 bis 9, Weißkraut 6 bis 9, Rot- kraut 15 bis 18, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römifchkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 20, qelb 17 bis 20, Erbsen 15 bis 25, Tomaten, deutsche 30 bis 50, italienische 22 bis 25, Zwiebeln 12 bis 15, Nhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 50, Kartoffeln, neue K kg 6 bis 7 Rpf., 5 kg 60 bis 70 Rpf., 50 kg 5,25 bis 6 RM, Frühäpfel, % kg 28 bis 32 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 34 bis 38, Himbeeren 35 Brombeeren 50, Birnen 15 bis 40, Kirschen 25 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 16, Johannisbeeren 15, Pflaumen 20, Zwischen 35 bis 38, Mirabellen 33, Blumenkohl, das Stück 5 bis 50, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Die Menschen draußen verliefen sich. Die Autos, die gehalten hatten, fuhren wieder an. Es klopfte an der Tür des Chauffeurzimmers. Ihre Lippen trennten sich. Die Wolke, auf der sie durch den Himmel geflogen waren, senkte sich auf die Erde herab. Ihre Arme lösten sich. Sie standen da, benommen, etwas verlegen und ihrer selbst noch nicht sicher. „Herein!" rief Vallendar. Langsam wurde die Tür geöffnet, und Zornack erschien... „Darf ich mich endlich mit meinem richtigen Namen vorstellen, Herr Vallendar? Kriminal- Inspektor Windegger... Der Kerl hat geschossen?" „Ach, nur ein kleiner Kratzer!" Verblüfft starrte Vallendar den anderen an. „Sie sind von der Polizei? Za, wer ist es denn dann? Wer hat denn auf mich geschossen?" Der Kriminalinspektor gab einen Wink nach draußen. Zwei Wachtmeister kamen näher. Zwischen ihnen stand ein blasser Mensch mit Fesseln an den Härten. „Darf ich Ihnen Herrn James Miller vorstellen? Sie kennen chn doch sehr gut als angeblichen Kriminalschriftsteller Schmitz!" „Schmitz? Schmitz, der mir während der ganzen Nacht den Inhalt seines Buches--" „Miller hat nie ein Buch geschrieben, Herr Vallendar! Er hat sich den Namen eines Schriftstellers ausgeborgt." Windegger verbeugte sich vor Charly. „Gut, daß Sie da find, Fräulein Sandner Dann hätten wir ja alle Beteiligten beisammen. Am besten wäre es, wenn Sie beide mitkämen. Herr Kriminalrat Gräupner hat die Sache übernommen." In der Garage begann das gewohnte Leben. Die Ausflügler kehrten heim. Im Gange war Lärm. Dr. Römer kam in die Chauffeurstube. „Bis jetzt hat man mich nicht durchgelassen. Sie sind verwundet, Vallendar?" „Schon erledigt, Doktor!" Römer blickte schweigend von einem zum andern. Er sah Cbarlys strahlende Augen, sah Vallendars sieghafte Mienen... Er senkte den Kopf. „Na, dann wollen wir also!" sagte Windegger. „Ein Wagen wartet draußen. Ich habe den Kri- mmalrat bereits benachrichtigen lassen." „Wenn es Ihnen recht ist, nehme ich meinen Wagen. . 'Nein, bas geht nicht!" fiel Charly Vallendar ms Wort. Gr lachte sie an. „Dann wirst eben du fahren, Charly, du fährst ja so gern. r Corner allein hörte es, wie Vallendar mit Charly prach. Er mußte also über die letzte Hürde fprmgen... „Doftor! Doktor Römer?" schrie es draußen im (Sang. „Wo ist denn der Doktor? Er soll doch hier „Ja, bitte?" Römers Sttmme mar ein wenig unltmer. NSG. Alljährlich werden allein auf dem Londe Nahrungsmittel im Werte von 280 Mill. RM. durch Brände vernichtet, die in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durchaus vermeidbar gewesen wären. Diese durch das Feuer umkommenden Nahrungs- güter würden ausreichen, 200 000 Menschen vollkommen zu ernähren. Allein durch Kinder, die mit Streichhölzern spielen, entstehen jährlich 5000 Brände, bas bedeutet, daß täglich 13 Brände durch Kinderhände entstehen. Das ist ein gewaltiger, un- wiederbringlicher Verlust an Scheunen, Ställen, Wohnhäusern, Möbeln, Erntevorräten und Vieh, der so leicht durch vorsichtiges Verhalten hätte vermieden werden können. Die Summen und Werte kann Deutschland in seinem Kampf um die Rohstoff- und Ernährungsfreiheit auf keinen Fall entbehren. Selbst wenn der Schaden durch eine Versicherung gedeckt ist, muß doch die Volksgemeinschaft, der das Versicherungskapital zugute kommt, den Verlust tragen. Aufgabe der Mutter ist es daher, schon das Kind im frühesten Lebensalter auf die verheerenden Wir- Draußen quietschten die Straßenbahnen in der großen Kurve, schütterten die Autobusse. Die Scheinwerfer der Autos, die über Oranienburg Heimkehr» ten, warfen manchen al einen leuchtenden Schimmer über die Fenster des Polizeipräsidiums. Auf dem langen Flur vor der Tür Dr. Gräup- ners herrschte sonntägliche Ruhe; nur selten ging ein Beamter in irgendeines der Zimmer, wo auch heute der Dienst nicht ruhte. Charly und Vallendar saßen auf einer der Bänke, die an der Fenster feite standen. Man hatte sie gebeten, zu warten. Obwohl sie sich auf dem Flur des Polizeipräsidiums befanden, waren sie völlig ineinander versunken ... Indessen stand Kriminalinspektor Windegger vor dem Kriminalrat. „Ausgezeichnet, Windegger, daß Sie Vallendar und Fräulein Sandner mitgebracht haben! Wir werden James Miller schon zu'einem Geständnis bringen. Im Nebenzimmer sitzen Schmal und ein gewisser Schramm, der uns gänzlich unbekannt ist; aber irgendwie muß er mit der Sache ziflammen- hängen. Natürlich leugnen die beiden. Sie hätten nur eine harmlose Landpartie gemacht. Ausgerechnet Goldzahn-Otto ... Nun berichten Sie mal!" „Als Sie mir gestern telephonisch mitteilten, daß Burd hier in Berlin einen Neffen hinterlassen habe, war es mir sofort klar, daß dieser Neffe und der Hans Schmitz, der sich für alles in der Garage so lebhaft interessierte, ein und dieselbe Person seien. Ich wollte aber so spät nichts mehr unternehmen, da ich merkte, daß sich in der Garage Alter Westen geheimnisvolle Dinge vorbereiteten ... ich ftieg also unbemerkt in meinen Wagen, ins Versteck und paßte auf. Aber es geschah nichts. Gegen Morgen wurde mir die Sache zu dumm; ich kam heraus und machte mich bemerkbar." Er schmunzelte übers ganze Gesicht. ,Zch bin überzeugt, Herr Vallendar hat mich für den nächtlichen Einbrecher gehalten. Aber ich sah noch etwas anderes. Im Lastwagen war der Mann, der sich Schmitz nannte. Ein Lichtschein fiel auf fein Gesicht, so daß ich es deutlich beobachten konnte. In diesem Augenblick erkannte ich, daß er allein wußte, daß ich ein Kriminalbeamter war, denn er starrte mich entsetzt an. Ich verschwand so schnell wie möglich. Ich wollte den Schmitz auf frischer Tat ertappen. Sonntagvormit- tag konnte er nichts unternehmen, da Huckemann sich in der Garage aufhiell und den Wagen von Aus der engeren Heimat. Gut besuchtesLicher Waldschwimmbad. } ßief), 2. Aug. Welcher großen Beliebtheit^ sich das Waldschwimmbad der Stadt in allen Bevölkerungskreisen erfreut, konnte gerade am vergangenen Sonntag wieder sestgestellt werden. Eine kleine Völkerwanderung setzte gegen Mittag in Richtung Waldschwimmbad ein und aus nah und fern kamen die Freunde des Bades, so daß bald der geräumige Parkplatz die vielen Autos kaum mehr fasten konnte. Es ist schon so, das Bad ist zu einer idealen Erholungsstätte für jung und alt geworden und auch die Stadtverwaltung hat in dieser Hinsicht alles getan, um dem Publikum den Aufenthall in diesem großen, selbst schon von der Natur so begünstigten, Bad so angenehm wie möglich zu machen. Gerade durch seine großen Ausmaße hat das Bad einen nicht unbedeutenden Vorteil gegenüber anderen Bädern, denn bei einer Besucherzahl von etwa 700 (am vergangenen Sonntag) konnte von einem „überfüllt" noch feine Rede sein. Die einen tummeln sich eben im Wasser, die andern haben ihre Freude an den beiden Rutschbahnen, andere bräunen sich auf dem 70 Meter langen in das Bad reichenden Steg, oder belustigen sich bei Spielen auf der großen Spiel- und Liegewiese. Gleichzeitig kann man den Klängen der Musik lauschen, da durch den Anschluß Des Bades an das Stromnetz auch eine Radioanlage zur Aufstellung gelangen konnte. Aber auch sonst wird alles getan, um den Besuchern frphe Stunden zu bereiten. Es wäre nur zu wünschen, daß der Sommer sich wenigstens in den kpmmenden Wochen noch einmal von seiner besten Seite zeigen würde. Entgleisung eines Personenwagens. * Butzbach, 4.Aug. Heute morgen gegen 6.40 Uhr entgleiste beim Umsetzen von leeren Personenwagen einer der Wagen und sperrte dabei das Gleis Butzbach—Bad-Nauheim. Der Wagen wurde beschädigt. Der Verkehr mußte für geraume Zeit eingleisig durchgeführt werden. Verschiedene Züge fuhren m der Auswirkung dessen mit erheblichen Verspätungen. Oer Haushaltsplan von Lauterbach. Lpd. Lauterbach, 2. Aug. Zn einer Rats- herrensitzung wurde der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1939 behandelt, der in Einnahmen und Ausgaben mit 509 000 RM. abschließt., Dies bedeutet eine Steigerung um rund 84 000 RM. gegenüber dem vorjährigen Haushattsplan, die auf die Zuweisung höherer Aufgaben, auf die Eingemeindung der Orte Blitzenrod und Rudlos sowie auf das höhere Gewerbesteueraufkommen zurückzu- führen ist. Der Schuldenstand der Stadt wies bei Aufstellung des Haushaltsplanes 1938 414 000 RM. auf, bei Aufstellung des neuen Haushaltsplanes 360 000 RM. Für das Jahr 1939 sind 14 500 RM. Tilgungen vorgesehen. Das Gesamtvermögen der Stadt beläuft sich auf 2 073 000 RM. Es ist zu erwarten, daß die Arbeiten zur Vergrößerung der Oberschule im Herbst beginnen können und auch für die dringend notwendige Kreisberufsschule die Bau- genehmigung in absehbarer Zeit erteilt wird. Landkreis Gießen Leihgestern, 3. August. Die silberne Vierjahresplan seinerzeit erlassenen Anordnungen der Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz über Beschränkungen tn der Ausübung des Wander» und Stadt, haufiergeroerbes werden als durch die Neuordnung überf(ü|fig geworden aufgehoben. Doch werden ausdrücklich die auf Grund dieser Anordnungen seit dem 15. Dezember 1937 getroffenen Maßnahmen bestätigt. Im übrigen wird der Reichsarbeitsminister ermächtigt, die neue Verordnung, die gebietlich nicht beschränkt ist, durchzuführen. Sie Führung akademischer Grade. Auf Grund des Gesetzes über die Führung akade- Mischer Grade vom 7. Juni 1939 hat der Reichs- Wissenschaftsminister eine Durchführungsordnung erlassen. Ein akademischer Grad darf danach nur geführt werden, wenn er von der dazu befugten Stelle ordnungsgemäß verliehen worden ist und der Be- liehene hierüber eine Verleihungsurkunde oder ein Besitzzeugnis inne bat. Der Antrag auf Erteilung der erforderlichen Genehmigung zur Führung eines ausländischen akademischen Grades ist unmittelbar beim Reichswissenschaftsminister zu stellen. An Unterlagen sind dabei vor allem das Reifezeugnis, die Stittnen- und Prüfungsnachweise sowie die Der- leihungsurkunde beizubringen. Diese Bestimmungen finden auf Ausländer entsprechend Anwendung, es sei denn, sie halten sich im Reich ausschließlich in amtlichem Auftrage oder nur vorübergehend und nicht zu Erwerbszwecken auf. Als „vorübergehend setzt der Minister eine Zeit fest, die drei Monate nicht überschreitet. Heber die Genehmigung bekommt der Antragsteller eine Urkunde. Die Vorschriften gelten nicht in den Fällen, in denen die Genehmigung zur Führung der akademischen Grade einer bestimmten ausländischen Hochschule allgemein er- teilt ist. ..... Heber die Entziehung eines von einer i man bi Im en staatlichen Hochschule verliehenen akademischen Grades, für die das Gesetz selbst die Voraussetzungen der Täuschung oder Würdelosigkeit aufftellt, entschei- bet nach der Durchführungsverordnung ein Ausschuß, der aus dem Rektor der Hochschule und den Dekanen besteht. An Hochschulen, denen eine Unter, glieberung in Fakultäten fehlt, treten an die Stelle der Dekane zwei jeweils für fünf Jahre durch den Minffter bestellte ordentliche Mitglieder des Lehr- körpers. Auch die Entscheidung über die Aufhebung einer Entziehung erfolgt nach Anhörung dieses Ausschusses. Ausquartierung von Gästen. Die Fachgruppe Beherbergungsgewerbe hat im Einverständnis mit dem Reichswirtschaftsministerium Richtlinien für die Ausquartierung von Gästen erlassen. Wenn in einem Beherbergungsbetrieb sämtliche Betten vergeben sind, empfiehlt es sich bei weiterer Nachfrage auf die übrigen örtlichen Be- herbergungsbetriebe zu verweisen und für die Unterbringung der Gäste bemüht zu sein. Sind sämtliche gewerblichen Betriebe belegt, so ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Fremden von dem Beherbergungsbetrieb in Privatzimmern unterge- bracht werden. In einer solchen Unterbringung liegt auch dann keine Uederschreitung der Gastwirischafts- erfaubnis, wenn im Einzelfalle der Beherbergungs- oertrag zwischen dem Gastwirt und dem Gatt abgeschlossen wird. Eine räumliche Betriebsausdehnung und damit eine Abweichung von der Erlaubnis ist dagegen gegeben, wenn der Gastwirt sich die Zimmer durch einen Mietvertrag für alle Fälle seines Spitzenbedarfs in einem gewissen Zeitraum sichert. Gießener Dochenmarktpreije. * G i e ß e n, 3. August. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, ¥> kg 1,60 RM, Matte 20 bis 50 Rpf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Nachmittag war der geeigneffte Zeitpunkt für ihn. Schmitz hatte bestimmt genau so gut wie ich erkannt, daß das Schriftstück, das er zweifellos suchte, in der fahrenden Leihbibliothek sein müsse ... Am Vormittag besorgte ich mir die Adresse des James Miller und fuhr hin/7 Windegger holte sein Merkbuch aus der Tasche. „Die Wirtin machte einen sehr netten Eindruck, und gottlob war sie redselig. Miller hatte überstürzt und ohne Kündigung die Wohnung verlassen. Ich wies mich der Frau gegenüber aus und erfuhr nun allerlei. Miller hatte längere Zeit bei ihr gewohnt und oft von seinem reichen Onkel in Amerika erzählt, von dem er eine große Erbschaft zu erwarten habe. In letzter Zeit aber soll er kein Geld gehabt haben. Er ging auf ine Rennplätze und versuchte dort sein Glück? „Sicher hat er Schmal dort tennengelernt", sagte Gräupner. „Schmal ist ein großer Tipster." „Wahrscheinlich. Die Frau berichtete von einem Besucher, der bestimmt Otto Schmal war. Es seien auch öfters Briefe aus Amerika gekommen. In den letzten Tagen auch wieder einer, über den sich Miller sehr aufregte. Er habe in seinem Zimmer förmlich getobt. Dann zog er plötzlich fort, ohne zu kündigen." „Sind Sie auch in seiner neuen Wohnung gewesen?" „Es blieb mir keine Zeit, Herr Kriminalrat. Ich wollte ihn auch nicht warnen. Ich fuhr wieder in die Garage; unb was dort geschah, habe ich bereits berichtet. „Toll, daß er auf Vallendar geschossen hat!" „Der Bursche ist wie ein Wiesel. Er glitt mir zwischen den Fegern durch." „Unb Sie meinen, er habe das Schriftstück gefunden?" „Vielleicht. Ich tteß ihm Zeit, die Bücher zu durchsuchen. Er hat alles durchstöbert. Erst bann griff ich zu." Der Kriminalrat betrachtete ein paar Papiers auf seinem Schreibtisch. „Hier ist ein Führerschein auf den Namen Hans Schmitz. Gefälscht. Sehr geschickt übrigens. Das war die Arbeit Schmals . < Und sonst hatte er nichts bei sich?" „Nichts, Herr Kriminalrat." „Dante, Windegger! Dann gehen Sie man nach Hause und schlafen sich aus! Sie haben ja schon ein paar Nächte geopfert ...Ich werde mir Den Burschen jetzt vornehmen. Auch den Schmal. Am undurchsichtigsten ist die Rolle, die Schramm gespielt hat. Wird wohl den ganzen Schwindel finanziert haben ... Morgen Horen Sie dann mehr. Gute Nacht, Windegger! Grüßen Sie Ihre Frau!" „Danke, Herr Kriminalrat! Morgen um acht bin ich wieder im Dienst!" Windegger ging hinaus. Der Kriminalrat brückte auf einen Klingelknopf. „Führen Sie James Miller vor!" sagte er zu dem eintretenden Beamten. NSG. Der Leiter der Arbeitskammer Hessen-Nassau, der Gauobmann der DAF., Becker, läßt folgende ernste Mahnung ergehen: „Die Verunreinigung unserer Flußläufe nimmt gerade in letzter Zeit wieder in erschreckendem Umfange zu. Bedauerlicherweise stehen wir heute vor der Tatsache, daß die dem Wasser innewohnende selbstreinigende Kraft nicht mehr in der Lage ist, die Belastung durch alle Arten von Abfallstoffen zu überwinden. Die Gesundheit und Erholung unserer schaffenden Menschen wird beeinträchtigt, die Existenz verschiedener, früher sehr beliebter Badegelegenheiten ist in Frage gestellt. Der Ertrag der Binnenfischerei geht von Jahr zu Jahr zurück. Die Industrie ist, um das Flußwasser überhaupt verwenden zu können, gezwungen, kostspielige Aufbereitungsanlagen anzuschaffen. Die Speisung von Betriebsschwimmbädern ist oftmals nicht möglich, da durch das verschmutzte Wasser gesundheitliche Schäden auftreten können. Die Gemeinden müssen teuere und immer größere Kläranlagen schaffen, weil in den Haushaltungen in unverantwortlicher Weise Abfälle der Kanalisation übergeben werden. te "3n ! am ' feri ’ (94, । fürl \ eher 101 abbi ; N N hau .Ä 0.» hoi verhüten", „Helft Werte erhalten" gar nicht ein- Brauch wurden hier, nachdem die erste Kirmesvev dringlich genug auf dem Lande beachtet werden. s Hochzeit tonnen am heutigen Donnerstag, 3. August, der Postschaffner Georg Held und Ehe- „ fr au Luise, geb. Gorlach, Bahnhofstraße 51, begehen, verbrannten Sachwerte 200000 Wohnhäuser hätte (Wir beglückwünschen!) bauen können, dann^kann die Parole: „Helft Brände _ # Allendorf (Lahn), 2. Aug. Nach altem 4,87 Der Schweinebestand hat gegenüber der Zählung. beobachten 3n drei Tagen über die schwersten Alpenpäffe Wirtschaft happ gehalten. Der Renten 10,16 5,20 1,376 0,433 Um 918 182 3. 6. 1939 Millionen 22,47 Altersklassen Gesamtbestand Darunter: Schlachtschweine (über K Jahr alt) Jungschweine (8 Wochen bis noch nicht % Jahr alt) Ferkel (unter 8 Wochen) Trächtige Sauen Davon Jungsauen Merkur im Osten Oer Sternenhimmel im August. Don Dr. Erwin Kossinna. Unsere Aufnahme zeigt einen Wagen in einer der vielen Kehren der Alpenstraße am Großglockner. Jede Kurve muß anvisiert werden, um mit größter Geschwindigkeit durchzukommen. — (Scherl°M.) Frankfurt a. M., 3. August. (Vorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Rinder (117 Ochsen, 163 Bullen, 456 Kühe, Färsen), 566 Kälber, 75 Härnmel, 38 Schafe, 1050 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämrnel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. — Marktverkauf: Kälber, Großvieh und Schweine zu- geteilt; Hammel und Schafe mittel. eitere Zunahme des Schweinebestandes. Das Ergebnis der Schweinezählung, die am 13. Juni im Altreich oorgenommen wurde, ist nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes folgen» Ides: Biele Segelflieger auf Slreckenflug Erfolgreicher Tag bei der ,20. Ahön". ANttagsbörfe ruhig und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. August. An der Börse befand die nur geringe Unternehmungslust fort, besonders die Kundschaft blieb sehr zurückhaltend. Teilweise erfolgten weiterhin kleine Abgaben, die wer keinen nennenswerten Einfluß auf Das Kurs- ."ld gewannen. Trotz der Geschäftsstille verblieb uns widerstandsfähige Haltung und am Aktienmarkt betrugen die durchschnittlichen Abweichun- en wiederum nur Bruchteile eines Prozentes. U. a. ^öffneten JG.-Farben mit 144,50 (144,75), AEG- Tut 114,65 (115), Verein. Stahl mit 98,65 (99,25), all?'50 ^120), andererseits Hoesch mit -^'25 (106), AG. für Verkehr mit 113 (112), Fern» mech. Jetter mit 98,50 (98,25) und Zellstoffwerte Hann ftnK aT4av» 1 ' ' _ FWD. Konkurse und Vergleichsver- iahren im Juli. Im Monat Juli 1939 wurden V30 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelebten Anträge auf Konkurseröffnung, und H3 eröffnete Vergleichsverfahren im Reichsanzeiger oekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellten sich auf 122 bzw. 14. Mein-Mainische Börse. Nordische Staaten lehnen Schi beim Olympia ab. Die Führer der Schioerbände von Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland hatten sich in Stockholm zusammengefunden, uni über den deutschen Antrag, Schiwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 1940 in Garmisch-Partenkirchen durchzuführen, zu verhandeln. Nach einer überaus stürmisch verlaufenen Sitzung ließen sich neben den Norwegern auch die Dänen und die zuerst zögernden Schweden dazu überreden, an den anläßlich der Olympischen Winterspiele in Garmisch- Partenkirchen vorgesehenen „Schi-Demonstrationen" nicht teilzunehmen. Ausschlaggebend für diesen Beschluß war in erster Linie die persönliche Einstellung von Major De ft- gaarb, der als Präsident des Internationalen Schiverbandes alles daransetzte, um seine skandinavischen Freunde für seine Auffassung zu gewinnen. Oestgaard erblickt offensichtlich in den Oarpiifd)1 Partenkirchener Spielen eine Beeinträchtigung der Schiweltmeisterschaften, die in seiner norwegischen Heimat durchgeführt werden. Die Alpenfahrer in Wien. 495 km am letzten Fahrtage. Die Internationale Deutsche Alpenfahrt, eine der chwersten Prüfungen für Fahrzeuge und Fahrer, hat ihren Abschluß gefunden. 1600 km waren in drei Tagesetckppen von München durch die bayerischen und ostmärkischen Alpen über den Großglockner nach Wien bei Hitze, Staub und am letzten Tage auch Regen zu bewältigen. Bergige Strecken und teile Abfahrten, kurvenreiche Wald» und Neben- traßen mit schlechter Fahrdecke und nicht zuletzt sechs chwierige Sonderprüfungen stellten an Mann und Maschine die größten Anforderungen. Wenn trotzdem die Zahl der Strafpunktfreien noch verhältnismäßig groß ist, dann ist das ein schöner Beweis sowohl für deutsche Wertarbeit als auch für die Fahrkunst der Männer am Steuer. Mädchen besDrtes für die am nächsten Sonn» tag stattfindende Kirmes versteigert. Die Versteigerung fand unter der Leitung des Kirmeser- warten und seiner Verttauensmänner statt. Nach, dem die humorvollen Bedingungen über das Verhalten in der Versammlung sowie am Tage der Kirmes und die Zahlungsbedingungen bei der Der- fteiaerung verlesen waren, wurde unter größtem Beifall der Kirmeserburschen die Versteigerung er» öffnet. Es wurden angemessene Preise erzielt. So kam die sog. „Ortsschöne" auf den stattlichen Betrag von 9,80 RM. Die Versteigerung fand nach amerikanischer Art statt. Gar manchmal bedurfte es einer finanziellen Anstrengung^ wenn mehrere Burschen auf ein und dasselbe Mädchen „spitzten". Mitter- Gleichzeitig gaben die Vertreter der skandina- vischen Länder bekannt, daß sie auch an einem von Deutschland gewünschten außerordentlichen internationalen Schikongreß nicht mitwirken würden. Finnland hat sich vorerst noch seiner Stellungnahme enthalten; Präsident Aarre erklärte in Stockholm, er müßte diese Frage zuerst noch einmal mit seinem Verband eingehend erörtern, ehe Finnland sich entscheiden könne. Für Deutschland kommt dieses Ergebnis der Stockholmer Verhandlungen durchaus nicht über» raschend. Nach den Besprechungen, die Dr. v. Halt als Präsident des Organisations-Komitees der V. Olympischen Winterspiele Garmisch-Partenkirchen in Oslo vor wenigen Tagen mit Major Oestgaard geführt hatte, mußte er mit dieser Absage rechnen. Trotzdem läßt er sich durch die Haltung Der skandinavischen Staaten keineswegs von dem nun einmal gesteckten und berechtigten Ziel abbringen. Deutschland wird im Gegenteil nun erst recht alles baranfehen, auf alle Fälle die Einberufung eines außerordentlichen Internationalen Schikongresses zu beantragen. Es benötigt dazu die Hälfte' der dem Internationalen Schiverband angeschlossenen Nationen. Von allen Planeten, die mit bloßem Auge sichtbar sind, ist Merkur, der sonnennächste, am schwierigsten zu beobachten. Daher haben auch unter den Sternfreunden nur wenige diesen rasch wandernden Planeten gesehen. Er hat seine günstigsten Sichtbarkeitsbedingungen, wenn er auf seiner scheinbaren Bahn sich am weitesten von der Sonne entfernt und gleichzeitig hoch genug über dem Horizont steht. Eine solche Stellung erreicht Merkur Ende August und Anfang September. Man muß allerdings früh aufstehen, um den Planeten am Morgenhimmel zu sehen. Er geht Ende August IVi Stunden vor der Sonne, also etwa um 3.30 Uhr Ortszeit auf. Man suche ihn am besten in der Zeit zwischen dem 23. August und dem 5. September eine Stunde vor Sonnenaufgang ziemlich tief im Ostnordosten, wo er unfern Des Fixsterns Regulus steht. Merkur übertrifft sogar die Wega, den hellsten Fixstern des nördlichen Himmels, an Helligkeit; er würde also auf dunklem Hintergründe ein sehr auffälliges Gestirn fein. Dies ist er auch in südlichen Breiten, in Griechenland, Aegypten, Babylonien, wo er im Altertum auch ohne optische Hilfsmittel regelmäßig beobachtet wurde. In unseren Breiten aber bleibt Merkur stets in dem hellen Dämmerungsschein, von dem er sich nur wenig abhebt. Man benutze daher einen Feldstecher. Die günstigste Stellung erlangt Merkur am 28. August 1939 mit der größten scheinbaren Entfernung von der Sonne, Die rund 18,3 Grad beträgt. Der Abstand des Planeten von der Erde beträgt dann 140 Millionen Kilometer. Venus ist noch Morgenstern, wird aber nur kurze Zeit vor Sonnenaufgang am Osthorizont sichtbar. Ihr Aufgang verspätet sich mchr und mehr, so daß sie Anfang September hinter der Sonne verschwindet. Als weitaus hellster Stern beherrscht Mars den Südhimmel. Anfang August übertrifft er noch den Planeten Jupiter an Leuchtkraft und ist zehnmal so hell wie die Wega. Da Mars sich am 27. Juli in größter Erdnähe befand, hat er den Gipfel seiner Helligkeit eben erst überschritten und sttahtt in wunderbarem rötlichen Glanz. Aber seine Entfernung wächst im Laufe des Monats von 58 auf 69 Millionen Kilometer, und damit ist eine merkliche Abnahme der Helligkeit verbunden. Mars bewegt sich im August langsam rückläufig im Stern- bild des Schützen; er ist von Beginn der Dunkelheit bis zu feinem anfangs gegen 3 Uhr, zuletzt gegen 1 Uhr erfolgenden Untergang sichtbar. Wer ein Fernrohr hat, sollte es nicht versäumen, den Mars «n feiner jetzigen ungewöhnlich günstigen Stellung zu beobachten. Jupiter erscheint Anfang August pegen 22 Uhr im Osten, eine halbe Stunde spater ffommt auch der Saturn herauf. Beide Planeten bewegen sich zur Zeit an der Grenze der Stern- Idilder Fische und Walfisch und sind bis zum Mortgen sichtbar. Wenden mir uns nun dem Fixsternhimmel 1“, wie er uns Anfang Des Monats gegen 23 Uhr, Ende August gegen 21 Uhr erscheint. Nahe dem Zenit finden wir das schöne Sternbild des Schwans, das Kreuz des Nordens, dessen Spitze Deneb, dessen Fuß der Doppelstern Albireo bildet, Dieses Sternbild ist ganz eingebettet in den hellen ®runb der Milchstraße. An ihrem Westtand strahlt die Wega mit blauweißem Licht. Südlich vom Schwan teilt sich die Mlchstraße in zwei Arme. I>er linke hellere zieht über den Adler zum Schützen am südlichen Horizont und enthält zahlreiche Stern- wolken, unter Denen Die in jeDer klaren Augustnacht sichtbare Wolke im Schild Des Sobieski Die bedeutendste ist. Mühsame Berechnungen haben ergeben, daß Die Schildwolke über eine Million Sterne umfaßt, einen Durchmesser von 3000 bis 4000 Lichtjahren besitzt und Die Mitte Der Wolke runb 9000 Lichtjahre von uns entfernt ist. (Ein Lichtjahr ist 9,5 Billionen Kilometer). Von der weiteren Sonnenumgebung ist Die Schildwolke durch einen sehr sternarmen Raum getrennt. 3m Adler bildet Der Hauptstern Atair mit zwei Sternen eine gerade Linie, in deren Mitte er un- gefäbr steht. Am Ostrand Der Mlchstraße bemerken wir das zierliche Sternbild des Delphin. Ihm folgen weiter östlich der aus einem Sechseck und einem Quadrat bestehende Pegasus und die leicht geschwungene Sternlinie der Andromeda, lieber dem Zweiten Stern von links, Der ein roter Riesenstern ist, finden wir an mondscheinlosen Abenden leicht den berühmten Andromedanebel, den einzigen mit freiem Auge sichtbaren Spiralnebel, der ein fernes Milchstraßensystem Darstellt. Die hellen Sterne der Andromeda liegen mit Den nördlichen Sternen Des Pegasus und Des Schwans auf einem gegen Den Polarstern geöffneten Halbkreis, den die Germanen als Den „großen Wolfsrachen" bezeichneten. Vom Schwan verfolgen wir Die Mlchstraße über Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum nördlichen Horizont, über Dem Die Kapella im Fuhrmann funkelt. Westlich Der Milchstraße sehen wir zwischen Wega und Arkturus im Bootes die beiden Sternbilder Herkules und Nördliche Krone, darunter Die Schlange unD den Schlangenträger (Ophiochus). Wenden wir uns nach Norden, so finden wir Den Himmelswagen im Großen Bären links vom Polarstern in absteigender Fahrt. Die Deichsel des Wagens ist auf Den sehr hellen Riefenstern Arkturus gerichtet, der sich mehr und mehr dem westlichen Himmelsrand nähert. In den Nächten um Den 12. August ist eine gesteigerte Häufigkeit von Sternschnuppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Perseus aus« strahlen und daher Perseiden genannt werden. Der Mond zeigt im August folgende Dchtgestal- ten: letztes Viertel am 8., Neumond am 15., erstes Viertel am 21., Vollmond am 29. August. MAN. auf 141,50 (141), Gessürel auf 126,50 (126,25) und Hapag auf 45,50 (45) anzogen. Von den führenden Papieren blieben IG.-Farven mit 144,50, Mannesmann mit 102,75 (102,65), Verein. Stahl mit 98,50 (98,65) gut gehalten. Arn Renten- rnarkt gingen Reichsaltbesitz in kleinen Beträgen zu unv. 132 um, 6 v. H. JG.-Farben waren zu unv. 119,75 und Reichsbahn-DA. zu unv. 122,75 gefragt. Steuergutscheine waren ohne Geschäft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in RM.: Weizen W9 195 (am 31.7. 193), W 11 197 (195), W 12 198 (196), W 13 199 (197), W 16 202 (200), W 18 204 (202), W 19 206 204), W 20 208 (206), Roggen R 11 181 (179), R 12 182 (180), R14 184 (182), R 15 185 (183), R 16 187 (185), R 17 188 (186), R 18 189 (187), R19 191 (189) Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 30,05 (30,15), W20 Kreis Worms 30,40 (30,50), Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20 W 20 Kreis Worms 31,55, Type 1600 W13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55, alles zuzüglich 50 Rpf. Frachtausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Rpf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl W19 13,60, Weizenvollkleie W19 11,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R18 12,90, Roggenvollkleie R18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,00 vis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30; Kleeheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7,00, do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizenstroh, bindfadengepreßt ober gebündelt (alte Ernte) 2,50, Rog- genstroh, do. 2,70, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die günstigen Wind- und Wetterverhältnisse, Die am Dienstag für die Wettbewerbs-Teilnehmer an der „20. Rhön" einsetzten, hielten auch am Mttwoch an. Am 11. Wettbewerbslage gab es teilweise noch bessere Leistungen. Die Gesamtstteckensumme konnte auf 65 000 Kilometer erhöht werden. Die Ans- schreibung hielt sich in denselben Grenzen wie tags zuvor, so daß auch am Mittwoch beim Start tu Der Hauptsache Zielflugmeldungen nach Sachsen und Schlesien abgegeben wurden. Die weiteste Strecke legte von Treuberg (NSFK.-Gruppe 14 München) zurück, der mit 393 Kilometer bis nach Greifenberg in Schlesien kam. Der Münchner, der übrigens auch der jüngste Segelflieger der Rhön ist, hat mit diesen fast 400 Kilometer die beste Leistung der „20. Rhön" bisher erzielt. Im Zielsegelflug erreichten diesmal fünf Wettbewerbs-Teilnehmer den Flughafen Görlitz (362 Kilometer), und zwar Haase (NSFK.-Gruppe 4 Berlin), Fick (NSFK.-Gruppe 2 Stettin), Kraft (NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart), Opitz (NSFK.- Gruppe 11 Frankfurt) und Bräutigam (NSFK.- Gruppe 7 Elbe-Saale). Der Frankfurter Flinsch gelangte mit 320 Kilometer nach Welzow bei Cottbus. Eine ganze Reihe von Segelfliegern kam über die 200'Kilometer-Grenze hinaus. Fünf Flugzeuge landeten wieder in Chemnitz (212 Kilometer): Bauer (NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart), Fulda (NSFK.-Gruppe 10 Westfalen), Beck (NSFK.- ®nippe 15 Stuttgart), ein Doppelsitzer mit Romeis (NSFK.-Gruppe 14 München) am Steuer und der Nachwuchsmann Urban NSFK.-Gruppe 12 Essen). Die beste Leistung bei den Doppelsitzern erzielte Tulitzka (NSFK.-Gruppe 12 Essen), der nach 274 Kilometer in der Nähe von Dresden aufsetzte. Einen guten Streckenflug zeigte Späthe (DFS. Darmstadt), der 365 Kilometer zurücklegte und Den Flugplatz Reichenberg anflog. Nach Den großen Leistungen Der letzten Tage haben sich in allen Drei Klassen Die Spitzengruppen stark verändert. Es führen jetzt (Wertung bis einschließlich Dienstag, 1. August): Klaffe A (Einsitzer): 1. Kraft (NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart) 1790,5 P.; 2. Schmidt (NSFK.- Gruppe 16 Karlsruhe) 1748,25 P.; 3. Treuter (NSFK.-Gruppe 8 Eschwege) 1675,5 P.; 4. Schn- chardt (DDL. Berlin) 1635 P.; 5. Huth (NSFK.- Die alte Donaustadt wurde von den ersten Fahrern am Mittwochnachmittag erreicht. Verschmutzt und verstaubt, mit mancher Beule am Wagen, fuhren Die Teilnehmer am Rathaus Durchs Ziel. 495 km hatten sie am letzten Fahrtag zurückzulegen. Das Tempo war wiederum flott, wenn auch nicht übermäßig schnell. Die Fahrtleitung hatte aber bei Den Sonder- prüfungen an Der Kalten Kuchl unD am Seeberg Die Zeit so scharf angesetzt. Daß jeDer, Der nicht alles aus feinem Fahrzeug herausholte, Strafpunkte erhielt. So belasteten am letzten Fahrtage noch eine ganze Reihe von Fahrern ihr Konto erheblich. Auch einige Ausfälle, Die in erster Linie auf Heber» müDung zurückzuführen waren, mußten notiert werden. Wieder war Korpsführer Hühnlein mit feiner Begleitung auf Der Straße, um sich von den guten Leistungen an besonders schwierigen Stellen zu überzeugen. nacht war es, als die Versteigerung beendet wurde. — Bei Kamerad Henkelmann hielt die hiesige K r i e» aerkameradschaft einen Appell ab. Nach einer Begrüßungsansprache Des Kameradschaftsführers Lehrer Faber, wurde Des kürzlich verstorbenen Polizeidieners Schneider gedacht. Sämtliche Kameraden erhielten neue Abzeichen an ihren Dienftanzug. Innerhalb der Kameradschaft war für Kriegswesen eine Sammlung durchgeführt worden, die einen Betraa von 18,90 RM. ergab. Mit fün Gruppen hatte die Kameradschaft an einem Wett kamvfschießen teilgenommen. Die Beteiligung und die Ringzahleraebnisse waren sehr gut. Im weiteren Verlauf hielt der Propagandawart Lehrer Kimmel ein Vortrag über Spionage. enmarkt war ohne Belebung und pgte vorwiegend unveränderte Kurse. Reuhsalt- l»sitz 132, Reichsbahn-VA. 122,75 (122,90). Von >mDustne-Obligationen 5 v. H. Gelsenberq weiter Angeboten und auf 98,25 (98,75) zurückgehend fcner <50 v. H Äoigt & Haeffner auf 94 50 (M,90). Von ßiquibationspfanbbriefen zogen Frank- fiirter Hyp. auf 101 (100,75) und Pfälzische auf ei enfafls 101 (100,75) an, während Rheinische auf jlOl (101,25) und Nassauische auf 100,65 (100.75) lld bröckelten. Stadtanleihen und Staatspapiere so- ®be Goldpfandbriefe lagen unverändert. Im tcle- Mischen Freiverkehr wurden Steuergutscheine I uhö II zu unv. Kursen umgefetzt, von der Serie II [einen September-Abschnitte mit 95,40 neu hinzu. . Am weiteren Verlaufe blieb Die Geschäftstätigkeit “■feerft gering und Die Kurse lagen weiterhin un» klnheitlich bei kleinen Veränderungen. JG.-Farben rkwas höher mit 144,75 bis 144,90 nach 144.50, fest Feinmech. Jetter mit 99,50 nach 98,50. «i einer Reihe von Werten nannte man meist U~5 bis 0,50 v. H. rückläufige Kurse. Die erst später Inerten Papiere zeigten Schwankungen bis zu fest lagen Südd. Zucker mit 214 (212). Abendbörse ruhig. »Auch die Abendbörse brachte keine Aenderung fe*)r stillen Geschäftslage, da die Zurückhaltung n Zollern Umfange fortbestand. Die wenigen no= urten Kurse am Aktienmarkt, die vorwiegend t-mneHer Natur waren, wiesen kaum Verände- auf. Etwas schwächer lagen AEG. mit 114 Aoo)- ferner konnten sich Daimler mit 119,50 1.9,75), Demag mit 139 (139,50) und Rheinstahl tu 133,75 (134) nur knapp behaupten, während Der Schweinebestand hat gegenüber der Zählung, beobachten ist, hat weiterhin angehalten. Es ist vor einem Jahr eine weitere Zunahme aufzuweisen. I deshalb Darauf zu achten, Daß Die Sauenzahl Der Der BestanD an Ferkeln entspricht ungefähr Dem Futtergrundlage Der Betriebe entspricht, und Daß Durchschnitt Der Jahre 1936 unD 1937. Die Zu- nicht mehr Ferkel erzeugt bzw. Läufer auf Mast nähme an trächtigen Sauen, Die feit Juni 1938 zu | gestellt werden, als Futter vorhanden ift 3. 6. 1938 Stück 20,81 1939 gegenüber 1938 Stück ,4-1660 000 v. H. c4- 8,0 4,64 [4- 230 000 4- 5,0 9,48 H- 680000 l4- 7,2 4,71 ,4- 490 000 4- 10,4 1,197 .4- 179 000 4-15,0 0,370 L4-. 63 000 ,4- 17,0 ist, hat weiterhin angehalten. Es Gruppe 3 Hamburg) 1608,5 P.; 6. Bräutigam (NSFK.-Gruppe 7 Elbe-Saale) 1539 P. Klass e B (Doppelsitzer): 1. Kühnold-Schröder (NSFK.-Gruppe 7 Elbe-Saale) 697,5 P.; 2. Bud- zinski-Leuber (NSFK.-Gruppe 8 Eschwege) 587 P.; 3. Romeis-Prestele (NSFK.-Gruppe 14 München) 564 P. Klasse C (Nachwuchs-Segelflieger): 1. Hanno- schöck (NSFK.-Gruppe 3 Hamburg) 520 P.; 2. Pesold (NSFK.-Gruppe 13 Nürnberg) 413 P.; 3. Esau (NSFK.-Gruppe 8 Eschwege) 300 P. Jugoslawiens Tennlsverband ohne Geld? Aus Jugoslawien kommt eine sensationelle Nachricht: die Reise der jugoslawischen Davispokalspieler zum Jnterzonenfinale in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist gefährdet, weil sowohl der Tennisverband als auch das zuständige Ministerium für körperliche Ertüchtigung nicht in der Lage sind, die Expeditionskosten ganz oder teilweise zu übernehmen. In der Not trat man inzwischen an den jugoslawischen Ministerpräsidenten Z w e t k o w i t sch heran. Man glaubt, daß doch noch ein Weg zur Bereitstellung von Geldmitteln gefunden werden kann. Jedenfalls ist allenthalben im Lande die Freude über den großen Sieg gegen Deutschland durch eine so betrübliche Tatsache erheblich gedämpft worden. Eine wichtige Neuerung im Fußball. Torunterfchied entscheidet bei Punktgleichheit! Im deutschen Fußballsport spielte in den letzten Jahren das „Torverhältnis" eine große Rolle, denn es mußte bei Punktgleichheit zweier oder mehrerer Mannschaften bestimmungsgemäß zur Ermittlung der Meister oder der absteigenden Mannschaften in den Punktespielen herangezogen werden. Diese oft anqefeindete Bestimmung ist nun gefallen und durch eine neue ersetzt worden, die sich allerdings erst am Ende der neuen Spielzeit auswirken kann. Bei Punktgleichheit wird in Zukunft die Frage nach der besser stehenden Mannschaft nicht mehr nach dem Torverhältnis, sondern nach de m Torunterschied beantwortet. Stehen also zwei Mannschaften am Schluß der Meisterschaftsspiele punktegleich, dann ist jener "Mannschaft der höhere Rang 'zuzuerkennen, die die größere Anzahl von Plustoren aufweist. Ein Beispiel: Mannschaft A hat 36:12 Tore, Mannschaft B 48:20 Tore. Nach der alten Bestimmung war Mannschaft A mit einem Torquotient von '3,0 besser als Mannschaft B mit 2,4. Beim Torunterschied ist der Stand aber für A 24 und für B 28 Tore, so daß nach der neuen Bestimmung B die bessere Mannschaft ist. Das ist ein großer Unterschied und mithin eine sehr beachtliche Neuerung. Bor dem 3. Weidig-Vergsest. Kreisführer SA.-Skurmhauptführer O tte r b ein (Friedberg), der Leiter des Arbeitsausschusses für das Weidig-Bergfest, hielt Montagabend in Butzbach eine letzte Besprechung vor dem 3. Weidig- Bergfest ab, das am nächsten Sonntag auf dem Schrenzer zur Durchführung kommt. Der Kreisführer begrüßte insbesondere Ortsgruppenleiter Bürgermeister Dr. Mörschel und dankte ihm für die tatkräftige Unterstützung, die die Stadt Butzbach dem Bergfeste angedeihen lasse. Dann wurde die Festfolge eingehend besprochen. Für Samstag ist ein Kameradschaftsabend im „Hessischen Hof" in Butzbach vorgesehen, bei dem die Kreisriege mitwirken wird. Am Sonntag geht eine Morgenfeier den Wettkämpfen voraus. Zu letzterem liegen bereits 750 Meldungen vor. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahre eine weitere Steigerung der Teilnehmerzahl. Auch das Meldeergebnis für die Staffeln ist ausgezeichnet. Der Nachmittag des Sonntags bringt die Entscheidung in den Staffelläufen und die Siegerehrung durch den Kreisführer. Kreisführer Otterbein schloß die Sitzung mit der Bitte an die Stadt Butzbach und ihre Bevölkerung, die Veranstaltungen des diesjährigen Weidig-Berg- feftes durch regen Besuch zu unterstützen. Das Bestreben des NSRL.-Kreises Friedberg sei es, gemeinsam mit der Stadt Butzbach das Weidig-Bergfest immer weiter auszubauen zu einem großen oberhessischen Volks- und Heimatfest. Zum 7. Male Soherodskops-Bergseü. Das im Jahre 1907 vom alten Hessengau der DT. ins Leben gerufene Hoherodskopf-Bergf.est, das nach seiner Wiederaufnahme im Jahre 1935 von Jahr zu Jahr stärkere Beteiligung aufweisen konnte und heute bereits in der Spitzengruppe der größeren deutschen Bergfeste steht, wird am 27. August dieses Jahres zum 7. Male durchgeführt, wie mir schon wiederholt berichtet haben. In diesen Tagen trat der Arbeitsausschuß für das beliebte oberhessische Bergfest in Friedberg zu einer vorbereitenden Tagung zusammen, bei der NSRL.-Kreisführer SA.^Sturmhauptführer Otterbein (Friedberg), der für die Ausrichtung und Durchführung des Bergfestes verantwortlich zeichnet, auch SA.-Brigadeführer Schwarz (Gießen) und die Standarten 145 und 254, sowie Bannführer Volp (Büdingen) und den Referenten für Leistungssport beim Gebiet Hessen-Nassau der HI., Gefolgschaftsführer Gehrke, begrüßen konnte. Die Gäste beteiligten sich rege und mit wertvollen Vorschlägen an der Besprechung der den Auiöau und die Gestaltung des 7. Hoherodskopf-Bergfesles betreffenden Fragen. Die Festgestaltung hielt sich im wesentlichen on die in den Vorjahren erprobten Formen. Wenn es sich ermöglichen läßt, daß die HI. in Vervindung mit dem Feste ein Zeltlager durchführen kann, wird sie am Samstag eine Bergfeier veranstalten. Der Sonntag beginnt mit der Morgenfeier am Adolf-Hitler-Stein. Dann ist der Tag auf Kampf abgestellt. Zu den volkstümlichen Mehrkämpfen des NSRL. kommen wieder die Wehrmannschaitskämpfe der SA.-Brigade 147 und unserer Reiterstandarten. Die Staffeln und Vorführungen der Wanderoer- eine des VHC. leiten am Nachmittag über zur feierlichen Siegerehrung, in deren Dienst sich auch ein Fanfarenzug der HI. stellen wird. Eingehend besprochen und endgültig feftgelegt wurde die Ausschreibung für die volkstümlichen Dreikämpfe des NSRL., die offen sind für alle NSRL.-Vereine der Gaue XII (Hessen) und XIII (Südwest), sowie für die dem NSRL. angeschlossenen Kampfspielgemeinschaften der SA., ferner für die dem NSRL. angehörenden Betriees- sportgemeinschaften und Militärsportvereine. Wie wir kürzlich schon mitteitten, sind die Jugendwett- kämpse für HI. und BDM. gebiets- und gauoffen. Meldeschluß ist am 22. August. Es sind in folgenden Klassen Dreikämpfe ausgeschrieben: Männer-Oberstufe: 100-Meter-Lauf, 12 bis 16 Sek.; Weitsprung, 4,40 bis 6,40 Meter; Kugelstoßen (7,25 Kilogramm), 7,50 bis 11,50 Meter. Männer-Unter st ufe : 100-Meter-Lauf, 13 bis 17 Sek.; Weitsprung, 3,80 bis 5,80 Meter; Kugelstoßen (7,25 Kilogramm), 6,50 bis 10,50 Meter. HI. - Klasse A (nach dem' 1. Sept. 1920 Geborene und Jahrgang 1921/22): 100-Meter-Lauf, 12,4 bis 16,4 Sek.; Weitsprung 4 bis 6 Meter; Kugelstoßen (6,25 Kilogramm), 7 bis 11 Meter. HI. - Klasse B (Jahrgang 1923 und jünger): 100-Meter-Lauf, 13 bis 17 Sek.; Weitsprung, 3,60 bis 5,60 Meter; Kugelstoßen (5 Kilogramm), 7 bis 11 Meter. Altersklasse 1 (32 bis 40 Jahre): 75-Meter- Lauf (10,4 bis 14,4 Sek.; Weitsprung, 3,50 bis 5,50 Meter; Kugelstoßen (7,25 Kilogramm), 6 bis 10 Meter. Altersklasse 2 (40 bis 50 Jahre): 75-Meter- Lauf, 11—15 Sek.; Weitsprung a. d. Stand, 1,30 bis 2,30 Meter; Steinstoßen (Naturstein) mit Anlauf, 4—8 Meter. Altersklasse 3 (über 50 Jahre): 75-Meter- Lauf, 12 bis 16 Sek.; Weitsprung a. d. Stand, 1—2 Meter; Steinstoßen (Naturstein) a. d. Stand, 3—7 Meter. Frauen (alle vor dem 1. September 1920 Geborenen): 100-Meter-Lauf, 14 bis 18 Sek.; Weitsprung, 3—5 Meter; Kugelstoßen (4 kg), 5—9 Meter. BDM.-Klasse A (Jahrgang 1921 und 1922 und vor dem 1.9.1920 geb.): 100-Meter-Lauf, 13,8 bis 17,8- Sek.; Hochsprung, 0,80—1,30 Meter; Kugelstoßen (4 kg), 5—9 Meter. BDM. -KlasseB (Jahrgang 1923 und jünger): 75-Meter-Lauf, 11,4—15,4 Sek.; Hochsprung, 0,70 bis 1,20 Meter; Vollballweitwurf, 10—20 Meter. Mannschaftskämpfe: 4X100-Meter-Pen- del-Staffel für Männer, Frauen, männliche Jugend (HI.), weibliche Jugend (BDM.). Die 10X100-Me- ter - W i l he l m - W i l l -S ta f f e l ist offen für die Kreise 8 (Gießen), 11 (Friedberg) und 4 (Rhön). Außerdem findet für die Altersklassen ein Mann- schaftssteinstoßen (4 Mann) statt, ferner ein Mannschaftstauziehen (5 Mann). Freundschasts-Radsernsahrt von400Merjungen u. Mgsaschislen. s 188?. Ön Innsbruck nahm eine große Freundschafts-Radfernfahrt Rom—Berlin—Rom ihren Anfana an der 200 Jungfaschisten und 200 Hitlerjungen teilnehmen. Der Reichtzjugendführer gab beim Eintreffen der jungen Italiener das Startzeichen zur gemeinsamen Weiterfahrt von Innsbruck, wo die Hitlerjunqen sich in einem Ausleselager versammelt hatten, nach Garmisch. Davon berichtet unser Bild — (Scherl-M) Schongau (Oberbayern), 3. August (DNB ) Nachdem am Mittwochvormittag die Jungfaschisten und die HJ.-Führer aus dem Reich Gelegenheit hatten, die Olympia-Kampfstätten zu besichtigen, traten sie nach einem gemeinsamen Mittagessen zur zweiten Etappe an, die in Schongau ihren Abschluß fand. Bei trockenem, nicht zu heißem Wetter gestaltete sich die Fahrt auf der ganzen Strecke zu einer eindrucksvollen Demonstration der deutsch-italienl- schen Freundschaft, die heute bereits in der Jugend verwurzelt ist. Ueberall in den Dörfern und Städten umsäumten in dichten Scharen zahllose Menschen die Straßen. In Schongau wehten von allen Häusern die Fahnen. Kreisleiter Sponsel mit seinem Stab veqrüßle die Gäste. Am Abend fand auf dem AdoU-H-tter- Platz eine Kundgebung statt. Hier irrt der Dichter... Don Dr. Georg Meyer. Der berühmte Freiburger Psychiater Professor Alfred Hoche hat kürzlich das Ergebnis aufschlußreicher Untersuchungen veröffentlicht über die Frage der Entstehung von Geisteskrankheiten durch seelische Vorgänge. Er hat sich auch mit einigen Irrtümern berühmter Dichter, in deren Stücken die Entstehung von Geisteskrankheiten in durchaus irriger Weife dargestellt wird, beschäftigt und Feststellungen gemacht, die fast jedem Theaterbesucher neu sein dürften. Ein Bühnenstück wie Ibsens „Gespenster" hat einstmals die Gemüter aufs heftigste erregt und vermag auch heute noch tief zu erschüttern. Aber nur sehr wenige Freunde Ibsens sind sich darüber im klaren, daß die ganze Geschichte mit dem kranken Oswald nicht nur höchst anfechtbar, sondern medizinisch geradezu unmöglich ist! Die vor den Augen des Zuschauers ausbrechende Geistesstörung kann nach allem, was man in dem Stück erfährt, nur als progressive Paralyse aufgefaßt werden, als Hirnerweichung, wie man wohl sagt. Schon das Tempo der Entwicklung der Krankheit ist unwahrscheinlich. Damit nicht genug: das eigentlich Entscheidende selbst ist falsch. Der etwa dreißigjährige Oswald wird infolge der Syphilis seines Vaters hirnkrank. So etwas gibt es nicht: nur durch eigene Infektion erwirbt sich ein Erwachsener die Anwartschaft auf die progressive Paralyse. Es besteht kein Zweifel, daß sich eine solche Krankheit des Vaters bei den Nachkommen höchst verhängnisvoll auswirkt — aber niemals in der von Ibsen geschilderten Weise. Mit alledem ist freilich, wie ausdrücklich betont sei, nicht das geringste über die künstlerische Substanz oder über den dramaturgischen Wert des Bühnenstückes gesagt. Falsche Poesie des Nervenfiebers. Ein sehr beliebtes Romanmotiv ist ferner das sog. „N e r v e n f i e b e r", eine Krankheit, die den Aerzten weit und breit völlig unbekannt ist. Der Held wird durch alle möglichen Konflikte seelisch aufs schwerste getroffen und verletzt, bis er plötzlich infolge heftigster Gemütserschütterung Fieber bekommt und sein Bewußtsein sich verhängnisvoll trübt. Wochenlang liegt er krank im Bett, über dem das Schwert des Damokles schwebt, das in diesem Fall Geistesstörung und Irrsinn heißt. Plötzlich lichten sich die Wol-en, und langsam vollzieht sich die Genesung. Zweifellos ein dankbarer Stoff, der die Möglichkeit bietet, kräftige Effekte anzubringen. Aber der Fachmann, der Psychiater, fragt nicht zu Unrecht: Hat der Arzt jemals ein solches Krankheitsbild zu sehen bekommen? Und er erklärt: Als ursprünglicher Kern dieser falschen Bilder haben schwere Typhusfälle zu gelten, die heute freilich kaum mehr in dieser Form zu beobachten sind, bei denen es zu hohem Fieber und Delirien kommt. Der Typhus ist jedoch eine Infektionskrankheit,die nie aus seelischen Gründen entsteht. Gewisse hysterische Erregungszustände, die durch heftige Gemütsbewegungen ausgelöst werden, mögen vielleicht einmal so aussehen wie das Phantasieprodukt „Nervenfieber", aber sie sind weder von Fieber begleitet, noch von wochenlanger Dauer. Wie entstehen Geisteskrankheiten? Daß Geisteskrankheiten sich auf feelischem Wege entwickeln, ist offenbar eine unausrottbare Vorstel- stellung, die der dichterischen Phantasie reiche Nahrung gibt, weil sich auf diese Weise die Veränderungen des dargestellten Charakters psychologisch motivieren lassen. Der Facharzt jedoch erklärt demgegenüber klipp und klar: Geisteskrankheiten entstehen schicksalsmäßig aus der mitgebrachten Erbanlage des Menschen, auf Grund organischer Krankheit oder durch mechanische Einwirkun« gen auf das Hirn — aber niemals durch Erfchut» terungen des Seelenlebens. Bei dieser Gelegenheit bemerkt Geheimrat Al» fred Hoche, dem wir wichtige neue Aufschlüsse zu diesem Thema verdanken, daß im Kriege keine größere Zahl von Menschen seelisch entgleist ist, als nach der Stattstik auch bei friedlichem Verlaufe dieser Jahre fällig gewesen wäre. Das ist eine Feststellung, die zunächst überrascht. Aber der berühmte Freiburger Arzt darf als Autorität gelten: „Die zahlreichen Fliegerangriffe, denen Freiburg ausgesetzt war, mit ihren Opfern an Tod und Zerstörung, haben der mir damals unterstellten psychiatrischen Klinik keinen einzigen dadurch entstandenen Krankheitsfall zugeführt ..." Und er argumentiert, indem er auf das grausame Experiment des Krieges zu sprechen kommt, das die Frage nach der Entstehung von Geisteskrankheiten im heroischen Maßstabe entschieden habe, in folgender Weise: „Wer wäre aus dem Grauen der Schützengraben, auf denen in der Sommeschlacht wochenlang das Trommelfeuer lag, in geistiger Gesundheit herausgekommen, wenn man durch heftigste Gernütsbe- wegungen geisteskrank werden könnte?" Unsere Väter und Brüder, die damals dabei gewesen sind, werden manches zur Ergänzung dieses Urteils zu sagen haben, aber der Kern der Feststellung Hoches wird davon nicht berührt werden. Geisteskrank — aus Liebe? Der Irrenarzt macht immer wieder die Erfahrung, daß die Angehörigen von Geisteskranken eine psychologische Erklärung des betreffenden Falles bei der Hand haben. An der Spitze steht wohl die unglückliche Liebe, die ja auch fälschlicherweise immer wieder als Entstehungsursache der Umnachtung des großen Dichters Hölderlin angeführt wird. Geistige Ueberanstrengung wiederum soll die Wurzel des Uebels bei Nietzsche gewesen fein. Enttäuschungen im Beruf, Sorgen um kranke Angehörige. Schwierigkeiten mit unangenehmen Vorgesetzten, unglückliche Liebe — das sind ganz gewiß Dinge, die den sensiblen Menschen unter Umständen zur Verzweiflung bringen, die ihm auf die Nerven gehen und vielleicht seine innere Harmonie, die Ausgeglichenheit seines Wesens zerstören. Aber — so belehrt uns die Wissenschaft — das alles hat m i t Geisteskrankheit nichts zu tun, niemals kann ein derartiges Leiden durch solche Ursachen hervorgerufen werden. In der erwähnten Untersuchung setzt sich Geheimrat Hoche mit vielen Dichtern auseinander: etwa mit Shakespeare, dessen Hamlet bekanntlich eine geistige Erkrankung sehr geschickt vortäuscht, wie das auch der Edgar im „König Lear" tut, oder mit Goethe, dessen „Tass o” mancherlei interessante Aufschlüsse enthält und dessen Harfner in „W i l h e l m Meister" ausgezeichnet dem falschen Bilde entspricht, das der Laie an Geisteskranken zu sehen gewohnt ist. Auch Orest (in „Iphigeni e") und Gretchen (Kerkerszene im „F a u st") kommen hier in Frage. Wenn wir den Fachmann, den Psychiater, hören, vernehmen wir manche Kritik: mit dem „Mißbehagen des Sachverständigen" sieht der Arzt die naturgemäß dilettantischen Bemühungen der Romanschriftsteller und Dramatiker auf psychiatrischem Gebiet. Aber der Arzt ist weit davon entfernt, nun etwa Kunstrichter sein zu wollen. „Das, was wir an Dichtwerken lieben, das, was uns aus dem Alltag in die lichte Welt des Geistes erhebt, hängt nicht davon ab, ob die Gebilde der dichterischen Phantasie vor dem wägenden Blicke des Fachmanns durchweg standhalten." Womit das Notwendige gesagt ist: der Dichter hat eben andere Aufgaben als der Arzt. Neues für den Büchertisch. — Friedrich Griese: Die Flucht. Erzählung. (Die kleine Bücherei Nr. 103). Preis 80 Rpf. Albert Langen/Georg Müller, München 1939. — (169 c) — Es spricht für die erzählerische Kunst Friedrich Grieses, daß er in dieser knappen Geschichte auf kleinstem Raume ein Stück Welt sichtbar werden läßt, in der die Schicksale einer Reihe von Menschen mit unheimlicher Folgerichtigkeit sich vollziehen. Wie ein Bauer das Vorrecht des Hoferben zu verscherzen droht und mit seiner, aller Schuld eine Ende machender Flucht dies Vergehen sühnt, führt uns das Grundgesetz aller bäuerlichen Ordnung vor Augen: die Reinerhaltung der Art beruht auf der Verantwortung vor dem eigenen Geschlecht. — Hans Grimm: Die drei lachenden Geschichten. (Die kleine Bücherei Nr. 101). Preis 80 Rpf. Albert Langen/Georg Müller, München, 1939. — (169 a) — Es ist eine kaum bekannte Tatsache, daß Hans Grimm auch drei überaus lustige Geschichten geschrieben hat, die in diesem Bändchen zum erstenmal vereinigt worden sind. Sie sind keineswegs nur unterhaltsame Spielereien am Rande seiner von männlichem Ernst zeugenden dichterischen Welt. Denn das Lachen über Triumph und Schande des Kamelhengstes, der schmunzelnde Witz des komisch ausgehenden Krähenfangs und der Spott über die von den Klängen des Deutschlandliedes geweckte südafrikanische „Eroberungstruppe" kommen in diesen herzhaft erzählten Geschichten so treffend zum Ausdruck, daß jeder seine Freude daran haben muß. — Welche Heilpflanze i st das? Deutsche Heil- und Giftpflanzen, ihr Aussehen und Wirken. Von Bruno Schönfelder. 134 Seiten mit 40 bunten Tafelbildern und 200 Tertabbildungt7n. Kart. 2,50 RM., Leinen 3,20 RM. Kosmos-Natur- führer der Franckh'fchen Verlagshandlung, Stuttgart. — (155) — Mit diesem Taschenbuch ist es leicht, alle wertvollen Heilpflanzen unserer Heimat aufzufinden, rasch und sicher zu bestimmen, zu sammeln und richtig zu verwerten. 40 Farbbilder und 200 Zeichnungen, die alle genannten Heil- oder Giftpflanzen deutlich wiedergeben, ergänzen das praktische Buch, das auch Anfängern im Pflanzensammeln und allen Naturfreunden ein zuverlässiger Berater sein wird. — Schwarze Menschen — weiße Berge. Bericht der deutschen Ruwenzori-Expedition. Von Eugen E i s e n m a n n. 92 Seiten und 52 Tafelbilder. Leinen 4,80 RM. Franckh'sche Verlagshand- lung, Stuttgart. — (156) — Fünf deutsche Bergsteiger haben die alpine Erschließungsgeschichte des Kilimandscharo, des Mawenzi und des Ruwenzori zu einem gewissen Abschluß gebracht. Eindrucksvoll in Wort und Bild schildert der vorliegende Bericht ihre Leistung. Eisenmann führte die Expedition, die aus Schwaben aufbrach, um im Herzen Afrikas deutsche Kameradschaft und bergsteiberisches Können zu bewähren. Trotz verhältnismäßig bescheidener Mittel, trotz mancher widrigen Umstände wurde das Ziel in vollem Umfang erreicht. Selbstvertrauen, Unerschrockenheit und nie versagender Humor waren die treuen Begleiter der fünf Bergsteigerkameraden, von deren Erlebnissen das gut bebilderte Buch frisch und fesselnd erzählt. — Die Abenteuer des Herrn Lecoq: Akten st ück Nr. 113. Von Em i l G a b o r i a u. 274 Seiten. Kartoniert 2,— RM., Leinen 3,— RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (112) — Alle Rätsel löst Herr Lecoq. Die Abenteuer dieses sympathischen Detektivs läßt Gaboriau, ein Meister des klassischen Detektivromans, in heftiger Spannung abrollen, mit immer neuen Einfällen arbeitend, immer neue Motive erfindend. Die große und kleine Welt in Paris und London des vorigen Jahrhunderts gibt der mitreißenden Handlung den farbigen Hintergrund. — Benno von Arent: Ein sudetendeutsches Tagebuch: 13. August bis 19. Oktober 1938. 83 Seiten. 2,40 RM. Wilhelm Limpert- Verlag, Berlin SW 68 — (130) — Dieses Tagebuch schrieb ein Reserveoffizier während des Einmarsches in das Sudetenland. Er berichtet von der Not und dem Leid unserer sudetendeutschen Brüder, von ihrem Kampf für Deutschland, ihrem unbeirrbaren Glauben an den Führer und von ihnen jubelnden Glück über die Befreiung durch unsere Soldaten. — Franz Tumler : I m Jahre 38. (Die kleine Bücherei, Band Nr. 105) Albert Langen/Georg Müller, München 1939. — (169e) — Der junge ost- märkische Dichter Franz Tumler, dessen Name vornehmlich durch die Erzählung „Das Tal von Lausa und Duron" und durch den Roman „Der Ausführende" bekannt wurde, faßt hier in einer Reihe kurzer Erzählungen seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse auf dem Schauplatz der weltgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1938 in Böhmen zusammen. — Norman Macmillan: Luftwaffe in Front. Luftstrategie englisch gesehen. Mit 6 Kartenskizzen. Verlag Dr. M. Matthiesen 8- Co., Berlin SW 68. Preis 3,— RM. — (154) — Neben der aktuellen Bestätigung der Gedankengänge Mac- millans durch die jüngsten britischen Entschlüsse liegt der Wert dieses Buches in der Synthese angestrebter Objektivität und durchaus englischer Betrachtungsweise der Zusammenhänge. Englands insulare Sicherheit ist vorbei! Der Luftwaffe als der entscheidenden Macht räumt England erstmalig vor der Flotte den obersten Platz im Wehrhaushalt ein.