Montag, Z.Zuli 1959 189. Jahrgang Ur. 152 Erstes Statt chlag gibt, die Bremse anzieht. träume. Angriff aus -en WesttvaN bedeutet Selbstmord! r richte sich nur i weiterhin (sorge tragen, oap sein politisches I zu einem solchen Sklaven tvirb trotz aller Umkreisung. gegen seine Führung, nur gegen Die Achse Mer als jede Einkreisung irgendetwas geändert. 1 Das zeigt sich nirgendwo klarer als in Washington, i wo Roosevelt und seine Getreuen damit gerechnet 1 hatten, in ihrem Kampf um das neue Neutrali- i tätsgesetz in dem Königspaar wertvolle Verbündete zu finden. Man hatte im Weißen Haus gehofft, daß das Auftreten der Majestäten auch die Herzen der verbissensten Isolationisten erweichen würde. , Man hatte sogar den englischen Botschafter veranlaßt, zu dem Gartenfest in der Botschaft nicht nur sämtliche Senatoren einzuladen, sondern auch deren Frauen, Töchter und Nichten. Was vielleicht auf direktem Wege nicht zu erreichen war, sollte auf indirektem Wege erreicht werden. Aber man hatte sich geirrt. Die Front gegen das neue Neutralitätsgesetz ist heute stärker und geschlossener denn je. Unter den geltenden Neutralitätsbestimmungen wären im Kriegsfall Kriegsmateriallieferungen nach allen kriegführenden Staaten automatisch verboten, während alles andere bar bezahlt und auf den eigenen Schaffen der Kriegführenden abtransportiert werden müßte. Das bedeutet noch keine unbedingte Neutralität, denn die Bestimmungen ermöglichen die Lieferung oller kriegswichtigen Rohstoffe, aber es ist doch sehr verschieden von dem, was Roosevelt im englisch-französischen Interesse nunmehr anstrebt. Die neue Fassung des Neutralitätsgesetzes läuft darauf hinaus, daß alle kriegführenden Staaten in den USA. alle für die Kriegsführung benötigten Dinge ankaufen können. Das klingt neutral, bedeutet aber den gleichen Zustand, wie er während der ersten Jahre des Weltkrieges bestand, mit dem kleinen Unterschied nur, daß England und Frankreich diesmal bar bezahlen müßten — eine Klausel, die sich leicht umgehen ließe und wahrscheinlich rm Kriegsfälle auch sehr bald verschwinden würde. Für die Jsolationsfront steht es jedenfalls fest, daß die Annahme des neuen Neutralitätsgesetzes die Intervention der USA. in einem neuen Kriege automatisch nach sich ziehen würde. Im Gegensatz zu den Vorkämpfern der Außenpolitik Roosevelts haben die Anti-Interventionisten aus dem Weltkrieg etwas gelernt und wissen, daß Amerikas Jugend sich heute kaum wieder Über See verfrachten ließe, um int Namen einer illusionistischen Demokratie noch einmal für England zu kämpfen. Sie wissen, wie stark die Vereinigten Staaten heute noch geistig und wirtschaftlich unter den Auswirkungen des letzten Krieges leiden und ein neuer Krieg wahrscheinlich genügend Sprengstoff anhäufen würde, um dies und das in den USA. in die Luft fliegen zu lassen. Ganz abgesehen von diesen Gefahren aber vertreten die Anti-Interventionisten den Standpunkt, daß eine Nation mit 40 Millionen unterernährten, ärmlich gekleideten und in elenden Höhlen hausenden Menschen sehr viel andere Aufgaben hat, als sich in die europäische Entwicklung einzumischen und ihre ganzen Energien einzusetzen, um Englands Diktatur über eine halbe Milliarde Eingeborener Auf den Spuren Woodrow Wilsons wandelnd, hat Franklin Delano Roosevelt aber nichtsdestoweniger sehr viel größere Hindernisse zu überwinden, als der Vater der vierzehn Punkte. Als der „große" Woodrow endlich im März 1917 die USA. in den Weltkrieg hineinmanövriert hatte, sträubten sich im Repräsentantenhaus und Senat nur sehr wenige gegen die Kriegserklärung. Heute ist die Opposition gegen das Neutralitätsgesetz und damit auch gegen einen Krieg schon deswegen sehr viel stärker, weil ie weiß, daß das Land hinter ihr steht. Zwar cheint es, als würde das Repräsentantenhaus das Neutralitätsgesetz ohne großen Widerspruch annehmen, aber die Mehrheit der Abgeordneten sind eben Politiker, und von der demokratischen Parteimaschine und damit von Roosevelt abhängig, so daß ihre Zustimmung zur Außenpolitik des Weißen Hauses praktisch bedeutungslos ist, solange der Senat, der in außenpolitischen Dingen den Aus- wie 1918 Schalmeientöne zu unserem Volke herüberschallten aus den sogenannten Demokratien: nicht gegen das deutsche Volk gehe der Kampf, der Kampf gehe einzig und allein gegen seine Führung und gegen sein politisches SYstem. Würde Deutschland seine Waffen zerschlagen, würde es sich seiner Führung entledigen und sich em anderes politisches System zulegen, dann — so erzählte man dem deutschen Volk damals — würde es einen Frieden der Gerechtigkeit erhalten, einen „Frieden ohne Annektion und ohne Reparationen". Das deutsche Volk hat damals bekanntlich seine Waffen zerschlagen. Es hat sich auch bekanntlich em neues politisches System zugelegt, und zwar gleich gründlich: es schuf eine Ueber-Demokratie. Wie dann aber der sogenannte Friede der Gerechtigkeit aussah, das haben'wir schaudernd erlebt! Einmal hat das deutsche Bolt das erlebt! Ein zweites Mal wirp cs das nicht wieder erleben. Mögen sie draußen erneut noch so liebliche Töne anschlagen: der Kamps richte sich nicht gegen das deutsche Bolt, er richte sich nur System? Wir kennen die Melodei. Blast nur wieder euere alten Lieder auf neuen Schalmeien: das deutsche Bolt ist klug geworden! Und es wird nie wieder dumm werden! Ber» für eine dritte Präsidentschaft zu ebnen. Einer der vielen Roosevelt abtrünnig gewordenen Freunde, General Hugh Johnson, hat erst vor kurzem öffentlich erklärt, daß der Herr des Weißen Hauses sich durchaus „als Kriegspräsident" fühle. schiffe und stellt es dem Präsidenten frei, die Benutzung amerikanischer Häfen und territorialer Gewässer Kriegsschiffen, Unterseebooten oder bewaffneten Handelsschiffen Kriegführender zu verbieten. Die Vorlage geht nun dem Senat zu, dessen isolationistischer'Block jedoch angekündigt hat, daß er entschlossen ist, eher die Kongreßtagung monatelang zu verlängern als diese zum Kriege treibende Vorlage anzunehmen. Präsident Roosevelt und seine Anhänger sind über die Abänderung ihres Kriegseinmischungs- gefetzes, das unter dem Namen „Neutralitätsgesetz" segelt, äußerst erbittert. Er verkündete, daß er d e n Kampf für di e bedingungslose Aufhebung der Waffensperre fortsetzen werde. In welche Richtung die Agitation zu diesem Zweck gelenkt werden soll,'geht aus einer Erklärung des demokratischen Senators Pitman hervor. Dieser berüchtigte Rooseveltianer erklärte, daß das Unterhaus „aus Bitterkeit gegeYi Roosevelt" eine „Help-Hitler-Politik" eingeschlagen habe. Staatssekretär Hüll erklärte der Presse, die Regierung der Vereinigten Staaten werde trotz des Beschlusses des Repräsentantenhauses ihre Bemühungen nicht ausgeben, um eine ihr zweckmäßig erscheinende Abänderung der Neutralitätsgesetzgebung zu erreichen. Den Beschluß des Repräsentantenhauses, keine Waffen an kriegführende Staaten zu liefern, nannte Hüll eine „bedauerliche und dem Frieden der Welt abträgliche Entscheidung". der, ja stehen geneneinandcr. Deutschland und Italien aber haben kerne sich widerstreitenden Interessen. Ihre Interessen ergänzen sich. Beide Staaten und Völker sind getragen von den gleichen großen Ideen. Und nicht zuletzt: Sie stehen in gemeinsamer Abwchrsront! Tic gleichen jüdischen und freimaurerischen Gegner haben die ihnen hörigen Staaten zum Angriff mobilisiert. Sowohl gegen Nationalsozialismus wie gegen Faschismus. Und cs ist kein Zufall, daß die gleichen dem Judentum und der Freimaurerei hörigen Staaten es find, die fortgesetzt versuchen, dem tapferen Volk im Fernen Lften — Japan — Schwierrgketten über Schwierigkeiten zu bereiten. Die anderen wissen, daß die Nationen des weltpolitischen Dreiecks Rom—Tokio —Berlin sich vorsorglich gewappnet, und gepanzert haben. Ein ansehnliches Stück des Panzers ist nicht weit von uns hier, Unb deshalb steht ia^mch^rejer Gautag laßt euch darauf! Auch nicht durch alte englische Lieder wird es wieder dumm werden. Und wenn man in England heute rührend besorgt ist, daß Nationen zu „Sklaven starker Nationen" werden könnten, so haben wir darauf nur zu sagen: Ach wäre doch diese Besorgnis schon 20 Jahre früher über England gekommen! Denn damals wurde Deutschland zum Sklaven starker Staaten. Eineinhalb Jahrzehnte war Deutschland der Sklave starker Staaten und cs wäre es noch heute, wenn nicht der Führer mit seiner nationalsozialistischen Bewegung gekommen wäre. Denn wir glauben nun mal nicht daran, daß die so plötzlich erwachte starke Besorgnis Englands uns frei gemacht hätte. Deutschland weiß, was es heißt, der Sklave starker Staaten zu sein und deshalb hat ferne nationalsozialistische Führung Sorge getragen und wird weiterhin Sorge tragen, daß Deutschland nicht ivicber Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/« mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Rudolf Heß warnt die Völker, sich als Büttel des Judentums in eine unvorstellbare Katastrophe zu begeben den Fall bestehen, daß man sich ^auf französischer und englischer Seite eng an b ie Sowjets b i n- ben würde. Mit diesen holländischen Vorstellungen verwirklichen sich die Befürchtungen, die man in Paris beifn Beginn des englischen Liebeswerbens um die Sowjets hatte. Man dachte damals zunächst, ein allzu enges Einvernehmen mit Moskau könne sich nachträglich auf die französischen Bemühungen auswirken,' in Madrid Fuß zu fassen. Ebenfalls befürchtete man unvorteilhafte Rückwirkungen auf die Haltung Portugals und innerpolitisch ähnlich gelagerter Staaten. Jetzt meldet sich aber auch ein demokratisch regiertes Land wie Holland zu Wort. Es ist deshalb nicht überraschend, daß das amtliche Frankreich sich zunächst einmal über die Bedenken und Vorstellungen der kleinen neutralen Mächte ausschweigt, da man glaubt, nach dem Abschluß eines Paktes mit Moskau in einer derart starken Stellung zu fein, daß die kleinen Lander genötigt wären, die von ihnen vorgebrachten Bedenken über kurz oder lang aufzugeben. Eine Bestätigung der obigen Meldung von holländischer Seite war im Augenblick noch nicht zu erhalten. Wir sind durch Not und Sorge hart geworden und wachsam, wachsam besonders gegen unsere abgefeimtesten Feinde: Weltjudentum und Weltfreimaurerei. Weltjudentum und Weltfreimaurerei^ sie mögen zur Kenntnis nehmen: ihr Spiel ist bei uns endgültig und eindeutig verloren. Daran werden auch alle ihre Versuche, eine neue Emkrcyung gegen uns zustande zu bringen, nichts andern. Eine Einkreisung zustande zu bringen, die darauf abzielt, einen neuen Weltkrieg gegen uns zu entfachen, um uns wieder diesen internationalen Straften gefügig zu machen. Die Einkreisung Deutschlands und Italiens muß erfolglos sein, weil die Achse, dieses Bündnis zwischen dem großen Staat im Norden und dem mächtigen Imperium im Süden, stärker ist als die krampfhaft zusammen- gekleisterten Einkreisuugspakte der anderen. Denn bei den anderen klaffen Staatsideen, WirtschastSprirrLjpieu nnd JnjeMeu auseinan- Neutraler Protest gegen das System -er Zwangsgarantierungen. Holländische Vorstellungen in Paris. Gegensätze in Washington Von unserem G. t.«Korrespondenien. Kaiserslautern, 2. Juli. (DNB.) Im Rahmen des Gautages Saarpfalz fand auf dem Stiftsplatz eine große Kundgebung statt. Gauleiter Bürckel wies auf den Westwall hin, der stark genug fei, Fragen der deutschen Geschichte mit aller Eindeutigkeit und Klarheit zu beantworten. Beide einander hier benachbarte Völker hätten den gleichen Willen zum Frieden. Der Schuldige also werde immer der sein, der den ersten Schuß ab« euert, das aber werde wieder nur ein Dritter ein, der schon immer kommandiert habe zum Feuern, ich aber niemals dem Feuer wirklich aussetzte. Einmal müsse diesem Treiben in der Welt ein Ende gemacht werden. Wenn man immer wieder erfahre, daß um uns herum eine „Friedensfront" entstehe, so antworten wir: die wahre Friedensfront besteht darin, daß man uns unser Recht zurückgibt. Wir möchten ebenso inständig an die VernBnft glauben, wie wir entschlossen sind, auf die Zähne zu beißen. So wollen wir die Sprache des Westwalles verstanden wissen, die immer nur ernes verkündet hat: Unser deutsches Volk, unser deutsches Reich und sein Führer! Dann nahm unter großem Jubel der Stellvertreter des Führers das Wort. Volk, Reich und Führer — so sagte er — das ist der Inhalt des nationalsozialistischen Deutschlands. Volk, Reich und Führer, sie bilden heute eine Einheit, wie sie Deutschland noch nie gekannt m feiner Geschichte. Noch nie war das deutsche Volk so in sich geschlossen und zugleich so bewußt seiner Kraft. Noch nie war das Reich so stark als Schutz des Volkes. Noch nie waren Volk und Reich so sicher geführt durch einen Führer! Wir sind heute nicht mehr Spielball fremder Mächte und fremder Willkür, sondern wir sind freie Herren unserer freien Entschlüsse. Es soll die Welt draußen auch nicht übersehen und nicht vergessen: Wir sind ein politisches Volk geworden, mit klarem Blick für die Schicksalsfragen der Nation. Wir sind ein geschlossener Block, eine bewußte Gemeinschaft! Wir wissen: es ist der einzige Wunsch unserer Feinde draußen, daß dieser Block doch noch einmal Sprünge bekommen möge. Es ist ihre einzige Hoffnung: zwischen Euch, zwischen das Volk und die - .. .ö " • Ä, -r ... foMHPYt hlPiP Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 zu festigen. Das sind die Fronten, die sich heute in Washington ebenso unversöhnlich gegenüberstehen, wie vor dem Königsbesuch. Daran hat auch der englische Besuch nichts geändert. Noch immer hallt es über Washingtons politische Gefilde: Hie England und die ewige Demokratie! Hie die USA. und die rettende Isolation ! Auch die drei oder vier Millionen, die in Washington und New York den mit neunzig Kilometern über streng abgesperrte Straßen rasenden Majestäten zuwinken durften, sind durch keinerlei Gefühle dazu bewogen worden, sich und ihre nut englischen Fähnchen versorgten Kinder auf dem englischen Altar zu opfern. Roosevelt und seine Getreuen mögen sagen und schreiben, was sie wollen — die Öffentlichkeit als ganzes genommen ist ebensowenig pro-englisch wie sie pro-deutsch ist. Sie ist pro-amerikanisch und damit gegen rede Einmischung in Europa und gegen iedes Neutralitats- gesetz, das eine solche Einmischung erleichtert. In Washington allerdings liegen die Dmge etwas anders. Dort entscheiden nicht die gleichen, allem von amerikanischen Interessen bedingten praktischen und gefühlsmäßigen Erwägungen, die draußen im Lande gegen jede Einmischung der USA rn Europa sich auch dann stemmen, wenn die Entwicklung rn Europa oft überhaupt nicht verstanden lmrd. In Washington herrscht die demokratische Phrase, hinter der sich viele Dinge verbergen: indischer Einfluß (der trotz aller Enttäuschungen in der Pälästina-Frage in Deutschland den größeren Feind sieht); der Einfluß der Industrie (bte T1? emetn neuen Kriege Reichtümer aufzustapeln hofft); der Einfluß des Bankenkapitals (das von einem neuen Krieg Rettung aus mancher Not erwartet), und nicht zuletzt der Wunsch Roosevelts, die Mißerfolge der letzten Jahre durch außenpolitische Aben- teng* pAgfses zu lasssu unb iWfljßui) it&Ä Auch im Senat verfügt Roosevelt theoretisch über eine Mehrheit für feine Außenpolitik. Aber diese Mehrheit ist klein und kann durch Abspaltungen leicht zu einer Minderheit werden, denn auch unter den demokratischen Senatoren ist die Abneigung gegen den Präsidenten im Wachsen. Doch selbst wenn Roosevelt und die demokratischen Fraktions- ührer ^^rc•^e^)r^)eit zusammenhielten, so bedeutet das noch nicht, daß die Neutralitätsvorlage vom Senat verabschiedet wird. Der anti-interventionistischen Mehrheit bleibt eine mächtige parlamentarische Waffe, um die Abstimmung solange hinauszuzögern, bis die Mehrheit des Kampfes müde wird. Diese Waffe ist der sogenannte „Filibuster", der sich darauf stützt, daß einem ^Senator nicht das Wort abgeschnitten werden kann. Jeder Senator hat unbeschränkte Redezeit und kann dabei nicht nur reden, was er will, sondern kann, wenn es chm paßt, dabei auch gaiue Bücher vorlesen. Wenn die dreißia nber vierzig oppositionellen Senatoren unter Führung von Borah unb Johnson zu diesem Mittel greifen, können sie die Abstimmung bis zum Herbst hrnaus- zögern. Und alles deutet darauf hin, daß sie diese Waffe gebrauchen werden. Der Präsident hofft anscheinend noch auf die sommerliche Hitze Washingtons, die schließlich den Kongreß in die Ferien treiben soll. Aber Repräsentantenhaus und Senat sind luftgekühlt, und der neue Verbündete dürfte den Präsidenten ebenso int Stich lassen, wie die britischen Majestäten. Trotz der sommerlichen reifen in Washington längst nicht mehr alle Bluten- Um die Aeuttalitätsvorlage. Washington, I.Juli. (DNB.) Das Abgeordnetenhaus nahm mit 200 gegen 188 Stimmen die abgeänderte Bloomsche „Antineutralitätsvorlage" an, nachdem drei Versuche demokratischer Fraktionsführer, die Waffensperre aus der Vorlage wieder zu streichen, fehlschlugen. Der Präsident kann mit Zustimmung des Kongresses feststellen, daß der Kriegszustand zwischen Fremdstaaten besteht. Damit tritt dann automatisch das Ausfuhrverbot für „tödliche Waffen" und Munition an Kriegführende in Kraft, das Verbot, Lebensrnittel an Kriegführende zu verschicken, so lange sich diese Lebensrnittel im rechtmäßigen Besitz amerikanischer Bürger befinden, das Verbot, den Kriegführenden Anleihen oder Kredite zu gewähren, ausgenommen sind gewöhnliche Handelskredite und kurzfristige Obligationen von nicht mehr als 90tägiger Laufzeit, das Verbot, in USA. zugunsten Kriegführender Geldmittel zu sammeln. Die wichtigste Aenderung der Vorlage gegenüber dem jetzigen Neutralitätsgesetz ist, daß die Waffensperre sich nicht mehr auf „K r i e g 5 g e r ä t e", sondern nur auf „tödliche Waffen" erstreckt. Die Ausfuhr von Flugzeugen, Kraftwagen, Oel usw. wird also gestattet. Außerdem erlaubt die Vorlage die Beförderung von Waffen auf USA.-Schiffen und die Bewaffnung amerikanischer Kauffahrtei« Washington, Ende Juni 1939. Knapp vier Wochen sind vergangen seit der Juninacht, in der Englands Königspaar den ersten roten Teppich auf USA.-Boben betrat, unb schon beginnt von ber frisch vergolbeten anglv-amerikani- schen Freundschaft der Belag wieber abzublättern. Die Tischreben sind verklungen und ihre Worte in der Sommerhitze verdampft. Kaum noch einer spricht heute von den Majestäten. Die gleichen Blätter, die den Besuch als bedeutsam priesen, spötteln heute über ihr historisches Ereignis von gestern, und die dadurch ausgelöste Hysterie, die sie selbst heraufbeschworen hatten. Rückblickend erscheint dieser Königsbesuch nur als eine problematische Szenerie, die ihren Höhepunkt erreichte mit jenem denkwürdigen Picknick auf Roosevelts Landsitz, wo der König und die Königin in Würdigung nordamerikanischer Sitten aus der freien Hand Würstchen verzehrten. Diese Aufopferung für das britische Weltreich war umsonst, denn es scheint nicht, als habe dieser Besuch hier E.F. Paris, 2. Juli. Der holländische Gesandte in Paris, Loudon, hat am Samstag dem französischen Außenminister Bonnet einen Besuch abgestattet. Trotz amtlichen Stillschweigens über seinen eigentlichen Charakter erklärt man in unterrichteten Kreisen, der holländische Gesandte habe im Auftrage seiner Regierung, die sich in diesem Falle a l s Wortführerin der keinen neutralen Mächte betrachte, einen Verstoß gegen die von Frankreich, England und Sowjetrußland beabsichtigte Zwangsgarantierung der baltischen Staaten unternommen, gegen die sich die baltischen Staaten selbst bisher erbittert gewehrt haben. London habe dem französischen Außenminister nicht verborgen, daß seine Regierung befürchte, von England und Frankreich könne später das bisher den baltischen Staaten gegenüber gezeigte Verhalten auch gegenüber anderen kleinen Mächten Anwendung finden. Diese Befürchtungen bestünden nicht k. vuuiujv» nur in Holland, sondern würden noch von mehreren Atmosphäre I anderen neutralen Staaten gestellt. In der Unterredung sollen auch die Bedenken allgemeiner Art I behandelt worden sein, die besonders in Holland für Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrkhlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Eeschästrstelle: Schulftrahe 7 im Zacken beS Westwalls. Wie gut dieser Panzer ist, den Deutschland sich im Westen zugclcgt hat, da» wissen nicht zuletzt viele von Euch aus eigener 9lnschauung, die Ihr an diesem gigantischen Werk gearbeitet habt. Mit Euch haben gearbeitet Hunderttausende aus allen Gauen Deutschlands. Sie haben zu Hause berichtet von dem, was hier im Westen entstanden ist. Und jeder, der mit eigenen Augen diese Betonbunker, diese Tankklaucn und Fanggräben gescheit hat, jeder, der in dem größten Festungswerk, "das es jemals in der Welt gab, selbst stand, der weiß: hier kommt keiner durch. Sic können tun, was sic wollen, sic kommen nicht durch. Und das wissen ebenso ausländische Offiziere, das wissen fremde Festungsbauer, das wissen fremde Journalisten. Das wissen die Politiker der ausländischen Mächte. Und sic wissen cs nicht nur, sie haben es auch schon offen zugegeben. Ja sie mußten erkennen: Deutschland hat auf dem Gebiet des Festungs- baues dicLPitzccr reicht. Wie könnte cs auch anders fein. Ist doch der Führer selbst der Vater dieses Werkes. Ob eS sich um die Festungen unseres Volles handelt, um Werke der Kultur unseres Voltes, nm die Einigkeit nnd den Geist unseres Volkes: was vom Führer ist, wird durch nichts in der Welt / überboten. Der Westwall Adolf Hitlers ist nicht eine Festungslinie schlechthin. Dieser Grenzpanzer ist ein breiter Festungsraum, ausgefüllt mit hintereinander- Oer Gtapellauf Bremen, 2. Juli. (DNB.) In Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral Dr. h. c. Racder lief am Samstag um 14.47 Uhr auf der Werft A. G. Weser sDcschimag) der schwere Kreuzer „Lützow" glücklich vom Stapel. Die Taufrede hielt Admiral z. V. Prcntzcl. Den Taufakt vollzog die Witlvc des Kriegskommandanten des Schlachtkreuzers „Lützow", Frau Fanny Harder. Auf dem Wcrftgcländc der Dcschimag hatten sich die Teilnehmer des Stapellaufs viele Stunden vor dem Beginn des festlichen Aktes cingefunden. Den Kameradschaften des ehemaligen Schlachtkreuzers „Lützow" und der Abordnung des Freikorps „Lützow" sowie den mit Sondcrzügen eingetroffcnen KdF.-Tcilnehmern waren Ehrenplätze Vorbehalten. Etwa zwei Stunden vor dem Taufakt ging ein schweres Gewitter nieder, so daß sich der Stapellauf unter Donner und Blitz und strömendem Regen vollzog. Admiral z. B. P r e n tz e l sagte in seiner Tauf- redc: Ein neuer, schlanker Kreuzer steht vor uns, bereit, seinem Element übergeben zu werden. Erdacht und entworfen von erfahrenen, klugen Konstrukteuren und Fachleuten, zusammengefügt von fleißigen, geschickten Arbeiterhänden dieser Werft, soll er heute den Namen erhalten, den er in der Reihe der Schiffe der Kriegsmarine künftig führen wird. Als schwerer Kreuzer gehört er zu der Klasse, in der die Namen Seydlitz, Blücher, Prinz Eugen und Admiral Hipper sowohl ay große Heerführer der deutschen Geschichte, wie liegenden, n sich tief gestaffelten Verteidigung?- zoncn, übcrsät von einem sinnvollen Gewirr unzerstörbarer Einzelwcrke. Jeder Frontsoldat, der einst auch nur mit einem einzelnen Bunker Bekanntschaft machte, weiß, was das bedeutet! Diese breite Festuugszone unterscheidet sich von einer Festungslinie wie die in die Tiefe gestaffelten Formationen modernen Taktik heutiger Infanterie sich unterscheidet von der Schützenlinie von einst. Und weil man draußen weiß, was der Westwall bedeutet, weil man weiß, daß jeder Soldat die Heber» zcugung hat, ein Anrennen gegen diesen Bcton- panzcr ist gleichbedeutend mit einem Anrennen gegen den Tod, deshalb versucht man neuerdings die Völker zu belügen über die Stärke dieses Werkes. Ihr wißt, daß man dabei die naive Behauptung ausgestellt hat, die Bunker seien wertlos, weil sie „durch die Wasser des Rheins überschwemmt würden". Da können wir nur sagen: Was man wünscht, das glaubt man gern. Mögen sie es nur glauben, mögen die anderen nur versuchen, den Gedanken eines Angriffes auf unseren Westwall ihren Soldaten durch Märchen etwas schmackhafter zu machen: um so furchtbarer würde einst das Erwachen sein. Um so furchtbarer mürbe das Erwachen sein, wenn statt, daß das Wasser in die Bunker hineinläuft, Maschinengewehr- und Gcschütztfeuer nach allen Seiten herausspritzt. Um so furchtbarer würde das Erwachen sein, wenn sich erweist, daß die Hebcrzeu- gung des Soldaten doch richtig war, nämlich, daß selbst eln Versuch,durchzufommen, gkelchbedentenb mit Selbstmord ist. Aber trotz allem Geschrei hysterischer Blätter: wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk wirklich seine Soldaten hineinhetzen sollte in einen solchen Selbstmord. Wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk seine besten Söhne hinopfern wollte an solchem Grenzwall. Ein Unternehmen im großen Stil würde eine unvorstellbare Katastrophe für den Angreifer sein. Es würde auf fernere Sicht das Ausbluten eines Volkes bedeuten und damit sogar den Selbstmord eines ganzen Volkes. Es wäre ein hoher Preis, den dieses Volk zu zahlen hätte, wenn es sich endgültig zum Büttel des Judentums in seinem Kampfe gegen Deutschland machen ließe. Mögen sie aber draußen tun, was sie nicht lassen-können, mögen sie tun, wozu die internationalen Auftraggeber sie aufhetzen. Wir sehen gelassen in die Zukunft. Warten wir ab! Wir können abwarten, denn wir sind geschützt durch des Führers Wälle aus Beton und Stahl! Wir sind geschützt durch des Führers unvergleichliche Wehrmacht. Wir sind geschützt durch den geeinten Willen zur Selbstachtung unseres Volkes. Wir tun unsere tägliche Pflicht in unserer wunderbaren nationalsozialistischen Lebensgemeinschaft, unbeirrt und unbeirrbar! Jeder an seinem Platze und alle gemeinsam für Deutschland und Adolf Hitler! Wir grüßen den Führer! Adolf Hitler Sieg Heil! des schweren Kreuzers „Lützow". an den ritterlichen, unvergeßlichen Kreuzer- Admiral des Weltkrieges erinnern. Mit Seydlitz und Blücher sind zugleich die Namen zweier Schlachtkreuzer der alten Marine wieder aufgelebt. Auch der jüngste Kreuzer der Kriegsmarine soll die Erinnerung wachhalten an einen Schlachtkreuzer des Weltkrieges, an jenen, der in der großen Schlacht vor dem Skagerrak mit der Flagge des Admirals Hipper an der Spitze der Flotte dem schärfsten feindlichen Feuer standhielt, der allen voran vorwärts stürmte, würdig des großen Helden der Befreiungskriege, dessen Namen er trug. Wie damals die im Liede besungene wilde verwegene Jagd des Freikorps Lützow den Gegner nicht zur Ruhe kommen ließ, so blieb der Schlachtkreuzer „Lützow" unter seinem tapferen Kommandanten Kapitän zur See Harder am Skagerrak immer am Gegner, dem er mit seiner Artillerie schwere Schläge versetzte, ungeachtet des feindlichen Geschoßhagels, der ihn überschüttete und manch' tapferen Kämpfer dahinraffte. Dieser neue Kreuzer soll der jungen Besatzung ein Mahnmal sein, jenen Kämpfern vom Skagerrak nachzucifem, die ungeachtet der ihnen entgegenstehenden Ueber- macht in Hingebung und Aufopferung unverzagt sich einsetzten für Deutschlands Ehre und Freiheit. Möge es künden von dem in hartem Ringen erstrit- tenen Anspruch auf deutsche Seegeltung ynd Deutschlands Gleichberechtigung unter den Weltvölkern, sei es*in friedlicher Mission im In- und Auslande, sei es mit den Waffen, wenn das Vaterland in Gefahr. Wir wünschen dem jüngsten Kreuzer der Kriegsmarine alle Zeit glückliche Fahrt! Dann trat die Taufpatin, Frau Harder, an den Rand der Taufkanzel, um den Taufakt mit den Worten zu vollziehen: Auf Befehl des Führers taufe ich dich auf den Namen „Lützow". Im gleichen Augenblick fielen die Hüllen von Namen und Wappen des Schiffes. Das Wappen zeigt eine Leiter auf goldenem Grunde. Die Bremsklötze wurden gelöst. Langsam glitt der schlank?, stolze Leib des Schiffes in sein Element. Der schwere Kreuzer „*Lützow" hat eine Wasser- verdränguna von 10000 Tonnen und gehört zur gleichen Klasse wie der am 19. Januar auf der gleichen Werft vom Stapel gelaufene Kreuzer „Seydlitz", der gegenwärtig für die Indienststellung ausgerüstet wird. Der Kreuzer wird eine Geschwindigkeit von 32 Knoten entwickeln können. Er ist mit acht 20,3-cm- Geschützen, zwölf 10,5-cm-Geschützen und zwölf 3,7-cm-Geschützen, die zugleich der Flugabwehr dienen, sowie zwölf Torpedorohren armiert, die in schwenkbaren Drillingsgruppen an Deck aufgestellt sind. Ferner wird der Kreuzer mit einem Flugzeug- katqpult versehen sein und drei Wasserflugzeuge aufnehmen können. Diese Armierung zusammen mit der hohen Geschwindigkeit, verleiht dem schweren Kreuzer trotz des nicht sehr hohen Tonnengehalts eine verhältnismäßig große Kampfkraft. Abschied von General Knochenhauer. OerKührerbeimGtaatsbegräbnis für den kommandierenden General des X.A.K. in Hamburg Die Trauerparade. Hamburg, 2. Juli. (DNB.) Am Sonntag, dem Tage des feierlichen Staatsaktes für den so plötzlich zur großen Armee abberufenen Kotnn andieren- den General des X. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis 10, General der Artillerie Knochenhauer, flattern über Hamburg und im ganzen Bereich des Armeekorps die Fahnen auf halbmast. An den Straßen, durch die der Trauerzug seinen Weg nehmen wird, stehen hinter dem von Gliederungen der Partei gebildeten Ehrenspalier in dichten Reihen Zehntausende von Hamburger Volksgenossen, um ihrem toten General den letzten Gruß zu entbieten. Vor dem Generalkommando ist die Trauerparade angetreten. Die Spitze hat das Musikkorps eines Infanterie-Regiments. Hinter dem Kommandeur der Trauerparade, Generalmajor Roettig, haben die Fahnen der Traditionstruppenteile Aufstellung genommen. Dann folgen ein Bataillon Infanterie, eine Schwadron Reiter, ein Jnfanterie- Musikkorps, wiederum ein Bataillon Infanterie und zum Schluß eine Geschütz-Batterie. Kurz nach 11 Uhr wird von acht Offizieren der mit der Reichskriegsflagge bedeckte Sarg, auf dem Helm und Säbel des toten Generals liegen, aus dem Dienstgebäude auf die Lafette getragen. Die Trauerparade präsentiert. Feierlich ertönen die Klänge eines Chorals. Die Offiziere nehmen rechts und links der Lafette Aufstellung, vor der ein Offizier das Kissen mit den Orden des Verstorbenen trägt. Dann marschiert unter dumpfem Trommelwirbel und feierlichen Chorälen der Trauerparade an der Lafette mit dem Sarge des toten Kommandierenden Generals vorbei. Nach dem Vorbeimarsch schließt sich die Lafette dem Zuge an, während dahinter, geführt von einem Unteroffizier, das Reitpferd des verstorbenen folgt. Das Trauergefolge, unter dem man zahlreiche Generale des X. Armeekorps und das gesamte Ofsi- zierkorps des Generalkommandos sieht, beschließt den Zug. Der Staatsakt. Der Adolf-Hitler-Platz ist zu einer würdevollen Trauerstätte gestaltet. Mächtige Pylonen, von Opfer- schalen gefrönt, geben dem weiten Platz ein weihevolles Gepräge. Von hohen Masten wehen die Fahnen des Reiches und Hamburgs auf halbmast. Trauerflor umschließt die Kriegsflagge am Palkon des Nafhauses. Mitten auf dem Platz erhebt sich der Katafalk, umgeben von einer Fülle von Kränzen und Blumen. Kurz nach 12 Uhr hat die Spitze des Trauerzuges den Adolf-Hitler-Platz erreicht. Als der Sorg auf den Katafalk gehoben wird, recken sich die Arme zum Gruß. Vier Stabsoffiziere des Ge- neralkommandos halten die Ehrenwache. Der Führer und Ober sie Befehlshaber der Wehrmacht betritt, aus dem Rathaus kommend, den Platz. Mit dem Führer erscheinen der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r auch i t s ch , der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel, der Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei Himmler, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, Generaladmiral Albrecht, Generaloberst Milch, zahlreiche Kommandierende Generäle des deutschen Heeres und weitere führende Persönlichkeiten der Wehrmacht, der Partei und des Staates. Der Führer schreitet auf den Katafalk zu, neben dem rechts und links in weitem Flügel di." Fahnen sämtlicher Truppenteile des X. Armeekorps Aufstellung genommen haben, und grüßt seinen toten General, der sich beim Aufbau der vom Führer neugeschaffenen Wehrmacht so hohe Verdienste erworben hat. Generalmajor Roettig, der die Trauerparade kommandiert, erstattet dann dem Führer Meldung. Der Staatsakt beginnt, eingeleitet mit den feierlichen Klängen des „Deutschen Gebet" von Hackenberger. Dann nimmt der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch das Wort zu seiner Gedenkrede, bei der er folgendes aus führte: Generaloberst von Brauchitsch spricht am Sarge. In tiefer Trauer stehen wir und insonderheit has deutsche Heer an der Bahre des ersten Kommandierenden Generals des X. Armeekorps. Nur zu früh hat ihn der Tod mitten in harter, selbstloser und doch so dankbarer und erfolgreicher Arbeit für Führer, Volk und Vaterland von uns genommen. Sein ganzes Leben war der Armee geweiht, sein Denken und Handeln und sein unermüdliches Sorgen galt bis zum letzten Atemzuge seinen Soldaten. Ein Vorbild soldatischen Führer- tum s, aber auch ein Vorbild menschlicher Charaktergröße! Fußend auf den reichen Erfahrungen in Front und Generalstab, auf den schweren Jahren des Weltkrieges und seiner vielseitigen Tätigkeit in der Nachkriegszeit und ausgestattet mit offenem klaren Blick, der die Dinge und Menschen so zu erkennen weiß, wie sie in Wirklichkeit sind, hat er über vier Jahre lang das X. Armeekorps gradlinig und großzügig, aber doch mit fester Hand geführt. Wie selten einer bat er es verstanden, anfeuernd und schöpferisch aus allen Gebieten zu wirken. In seinem Glauben an Deutschland und in seiner Arbeit für dieses Deutschland hat er schon frühzeitig im Nationalsozialismus den einzigen Weg zur Rettung feines Volkes und Vaterlandes erkannt. So ist es kein Wunder, daß es ihm schon kurz nach Beginn seines Wirkens nn der Spitze des X. Armeekorps gelingt, ein besonders gutes und herzliches Verhält- n i s zwischen Weh rtn a ch t und Partei herzustellen. Mit dem Reichsstatthalter und Gauleiter verband ihn enge gegenseitige Kameradschaft. Darüber hinaus hat er sich in seinem Wehrkreis und besonders hier in Hamburg die Achtung und Liebe weiter Kreise der Bevölkerung gesichert. So steht General Knochenhauer vor uns als ein deutscher Mann von echtem Schrot und Korn, als ritterlicher, vornehmer Soldat und vorbildlicher Mensch, der Herz und Verstand auf dem rechten Fleck hatte, dessen innere Heberzeugung und dessen Glauben an die Sendung des Führers und das Dritte Reich und seine Zukunft ihn den Mut finden ließen, um an seinem Teil erfolgreich beizutragen zum Aufbau des deutschen Heeres und damit des deutschen Vaterlandes. Seine Lebensarbeit ist hiermit gefrönt. Wir aber senken vor diesem ritterlichen Mann und Soldaten in Ehrfurcht und Trauer die Fahnen. Karl Wilhelm Knochenhauer, Dein Name wird in der Geschichte des deutschen Heeres unvergessen bleiben. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat geendet. Das Lied vom guten Kameraden erklingt. Die Fahnen senken sich. Während die Trauerparabe präsentiert und die Salutbatterie den Trauersalut feuert, schreitet der Führer zum Sarge, um einen prächtigen, mit Orchideen geschmückten Lorbeerkranz niederzulegen. In soldatischer Trabitton erklingt dann der Präsentiermarsch des ehemaligen IR 97, in das General Knochenhauer einst als junger Leutnant eintrat, und der Präsentiermarsch des ehemaligen Reiter-Regiments 10, dessen Regimentskommandeur der Verstorbene war. Der Führer schreitet jetzt auf die Hinterbliebenen zu und spricht ihnen sein Beileid aus. Nochmals grüßt der Führer seinen toten General, um dann ins Rathaus zurückzukeh- ren und sich durch die überfüllten Straßen der Stadt, von den Zehntausenden schweigend gegrüßt, zum Hotel „Atlantik" zu begeben. Die Trauerparade marschiert vom Adolf-Hitler-Platz zum Gebäude des Generalkommandos zurück, von wo die sterblichen Heberreste des Generals nach dem Ohlsdor- fer Friedhof übergeführt wurden. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Auf diesem letzten Wege wird General Knochenhauer von einer motorisierten Schwadron der Aufklärungsabteilung 20 geleitet. Auf dem Friedhof übernimmt bann ein Bataillon der 20. Division bas Ehrengeleit. Durch bas Spalier der Soldaten wird der tote General in die große Halle des Krematoriums getragen, wo Offiziere die Ehrenwache antreten. An der Trauerfeier nimmt neben den F a mi l i e n an geh örigen ein kleiner Kreis führender Persönlichkeiten teil, an ihrer Spitze der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel und Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann. Feierlich erklingt, vom Musikkorps des Infanterie- Regiments 69 gespielt, das Niederländische Dankgebet. Nach dem Largo von Händel, gesungen vom Tenor der hamburgischen Staatsoper Julius Ka- tona, nimmt Heeresoberpfarrer Hunzinger bas Wort. Als er geendet, tritt draußen die Truppe unter Gewehr, und unter den Klänaen des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe" sinkt der Sarg langsam in die Tief«. Machtvoll hallen die Schüsse des Ehrensaluts von draußen herein, und ein letztes Halali, bas Jäger aus Munster ihrem toten General zum Abschied blasen, klingt leise auf. Die Asche des verstorbenen Generals wirb nach Meiningen übergeführt werben, wo sie im Erbbegräbnis ber Familie beigesetzt wirb. „Wir wollen zu Oeuischland." Keine polnische Drohung kann Danzig schrecken. Danzig, 2. Juli. (DNB.) Gauleiter Forster sprach auf einer Kundgebung in dem Danziger Stäbtchen Tiegenhos. -Der Gauleiter stellte ber aus Mißgunst unb Furcht geborenen Einkreisungspoli- tit bie Idee des ewigen Deutschland entgegen. Die Einkreisungsmächte seien eher bereit, Danzig an Polen auszuliefern, als der Erfüllung des Wunsches ber geschlossenen Danziger Bevölkerung nach ber ersehnten Heimkehr ins Reich zuzu- stimmen. „Wir in Danzig stellen fest", so rief der Gauleiter unter bem braufenben Beifall seiner Zuhörer aus, „mir wollen zu Deutschlanb!" In Danzig brauche sich kein Mensch aus ber Ruhe bringen zu lassen, so versicherte der Gauleiter unter der zuversichtlichen Zustimmung ber deutschen Grenzbauern im Danziger Land. Keine Drohung Postens könne Danzig schrecken. _/ «in neuer schwerer Kreuzer. Von Konteradmiral z. V. Gabow. Mit dem Stapellauf am 1. Juli wirb der fünfte schwere Kreuzer der Kriegsmarine seinem Element übergeben. Die Vorgänger sind „Admiral Hipper" (fertig und im Dienst), „Blücher", „Prinz Eugen" (von Reichsverweser Admiral Horthy getauft) unb „Seydlitz". Der neue Name reiht sich würdig dieser Folge stolzer Erinnerungen an, und besonders derjenigen, die den Blick zurücklenkt auf bie große Feuerprobe am Skagerrak. Aus solcher Tradition konnte man getrost die neue Flotte aufbauen, die jetzt Schiff für Schiff in die Front unserer Seeverteibigung eintritt. Würde man einen dieser Kreuzer neben den ersten der Tirpitzschen Bauperiode legen, so wäre bie Entwicklung einbrucksvoll fest- zustellen. Jene „Gazelle" hatte 2645 Tonnen Konstruktionsverdrängung ober etwa 3000 Tonnen voll ausgerüstet, lief 19,5 Knoten unb führte zehn 10,5 Zentimeter nebst etwas leichter Artillerie unb 2 Torpeborohren. Heute rechnet man die schweren Kreuzer zu 10 000 Tonnen, voll ausgerüstet ca. 13 000 Tonnen, sie laufen 32 bis 33 Knoten unb sichren acht bis zehn 20,3 Zentimeter neben starker Leichtartillerie unb bis, zu 12 Torpedorohren, sind dabei gepanzert. Hiermit haben sie den „Panzerkreuzer" begrifflich ersetzt, ber zu Beginn bcs Weltkrieges noch seine Rolle spielte, aber schon burch den Schlachtkreuzer verbrängt war. Unfere bei Coronel bestens bewährten Panzerkreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" mußten bas bei den Falklandinseln erfahren, ebenso eine lange Reihe englischer Panzerkreuzer im Verlauf des Krieges. Die jetzigen „schwe- ren Kreuzer" sind viel stärker als alle jene Panzerkreuzer. Also ist es festzuhalten: von Panzerkreuzern wird nicht mehr gesprochen, nur noch von schweren und leichten Kreuzern. Diese Hnterscheidung geht zurück auf das hartnäckige englische Bestreben, den Flottenbau ber Welt in Verträge unb Kategorien ein» zufangen, jeber Schlfssklasse eine Wachstums- unb Stärkegrenze zu setzen und nach Möglichkeit auch jeder Marine eine beftimmte Schifsszahl innerhalb der Klasse bzw. eine Pauschaltonnage je Klasse zuzuteilen. Der Vater dieses Gedankens ist natürlich ber Wunsch, jeberzeit eine klare Hebersicht über biese Stärkeverhältnisse zu besitzen, um danach bie eigenen zu bemessen. Wenn bie übrigen Seemächte darauf eingingen, so geschah cs teils unter Druck, teils erst nach hartnäckigen Kämpfen, wenigstens was die zugeteilten Quoten betraf. Williger war man in der Frage der „qualitativen Begrenzung", da sie allen gerecht wurde, obgleich auch hier englischer Eigennutz bas Wort fiihrte. So entstanden 1922 die schweren Kreuzer zu 10 000 Tonnen (Washington-Kreuzer) als vertragliche Klasse, weil England zur Zeit einige dieser Art besaß (,,Hawkins"-Klasse). Als dann alle Marinen in dieser vorläufig zahlenmäßig nicht begrenzten Klasse eifrig zu bauen begannen, regte sich das enAische Bedürfnis, Halt zu gebieten. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit den USA. von 1928 bis 1930 gelang dann ein Flottenvsrtrag, der die Menge „leichter Streitkräfte" begrenzte, jedoch nur für England, USA. und Japan, für letzteres auch nur unter heftigem Protest der Nation. Hieraus verblieben für England 15 schwere Kreuzer, USA. 18 und Japan 12, darunter 4 kleinere, während Frankreich und Italien, die je 7 gebaut hatten, nicht unterschrieben und sich Freiheit vorbehielten. Nachdem Japan mit Wirkung vom Ende 1936 alle Verträge gekündigt hatte, blieb nur übrig, die künftige Entwicklung größenmäßig in Grenzen zu halten, was mit dem Flottenvertrag von 1936/37 geschah. Inzwischen aber hatte England den Geschmack an den schweren Kreuzern verloren, weil die meisten dieser Art — darunter alle englischen — sich als zu wenig geschützt herausstellten und von den später und moderner gebauten in den Schatten gestellt und entwertet wurden. Die französische „Alge- rie", bie amerikanische „Indianapolis" u. a. fielen stanbhafter aus, besonders aber störten bie deutschen Panzerschiffe ber „Deutschland- Klasse" mit ihrer weit überlegenen Stärke. Somit enthielt der Vertrag von 1936/37 ein Bauverbot bis 1942 für schwere Kampf schiffe zwischen 8000 und 17 500 Tonnen, also für schwere Kreuzer und Panzerschiffe deutscher Art. Deutschland, das erst drei schwere Kreuzer im Programm hatte, trat unter dem Vorbehalt bei, daß es bie Entwicklung bei ben anderen ab warten müsse, ber dann feine Erledigung gefunden hat. Es wird also 5 schwere Kreuzer neben den drei Panzerschiffen besitzen. Auch Sowjetrußland behielt sich den Bau von 7 schweren Kreuzern vor. Es sind heute in den Marinen an schweren Kreuzern vorhanden: im Bau fertig ober geplant England 15 — USA. ' 18 — Japan 12 — Frankreich 7 — Italien 7 — Deutschland (3 Panzerschiffe) 1 4 Spanien 1 — Sowjetrußland 1 6 Argentinien 2 — Neben den schweren Kreuzern, denen man in erster Linie eine Rolle im Hanbelsschutz unb Han- belkrieg sowie im Auslandbienst zuschreibt, hat der leichte Kreuzer eine etwas schwankenbe Entwicklung durchgemacht. Als Aufklärer und schneller Fühlungshalter sowie Führer von Torpedo streit- fräften bei ber Flotte gedacht, hatte bei ihm bie Geschwindigkeit der Gefechtsstärke und Wi- berstandskraft voranzustehen. Nach jener ersten ,,®a« zelle" war man auch bei uns schon zu Kriegsende fast bei 6000 Tonnen angelangt, fuhr bann fort mit ber „Emben" unb verbesserte sich über „Karlsruhe", „Königsberg", „Köln" zu „Leipzig unb „Nürnberg" mit ihren neun 15 Zentimeter, 32 Knoten und 12 Torpedorohren nebst Flak unb Flugzeugen, jedoch ohne bie Größengrenze zu überschreiten. Der weitere Plan weist auf 4 Schiffe zu 7000 Tonnen. In Englanb war man zuerst ganz weit zurückgefallen auf 4000 bis 5000 Tonnen mit fünf bis sechs 15 Zentimeter, legte bann abwechselnd größere und kleinere Klassen ein, um schließlich, japanischen unb amerikanischen Vorbildern folgend, bis zu 9000 unb 10 000 Tonnen mit 12 Zentimeter, Panzerung und starker Fläkdewaffnung achzusteigen. Hier war bei Begriff „leichter Kreuzer" offenbar ad absurdum geführt, nur bie Rivalität wirkte sich aus. Dieser Entwicklung würbe bann mit dem gleichen Flottenverttag von 1936/37 ein Halt geboten unb bie Grenze wieder auf 8000 Tonnen gesenkt, bet ber sie bis 1942 stehenbleiben soll. Es war jedoch in den verschiedenen Marinen ein bMlscheMges LllL Uebersicht über die Unterteilung rückende Batterie ofort feuerbereit kontrolliert". Somit sei die militärische natio neue Regic ung. Zuge- Gitte Vundfunkansprache Chamberlains. mückt zenti V o 1 umrahmt wu der Einweihu fenen Son raumes b Petersen Halifax erwägt diplomatische Schritte aen vorbereitet und trigonometrisch vermessen. Alle Schießgrundlaaen sind für die vorbereiteten Stellungen genau festgeleat, so daß eine ein» ein kann. Der Dienst bei der schwersten Artillerie entspricht ihrem Namen. Nur besonders kräftige Männer sind geeignet, mit den schweren Lasten um» zugehen. Die Batterieführer müssen Artilleristen ein, die die ganze Wissenschaft der modernen Ar» filierte voll beherrschen. Die deutsche schwere Artillerie, so erklärt Major Borck, wird bei ihrem etwai« gen Einsatz die Welt mit ihrer Wirkung sicherlich wieder ebenso überraschen wie einst im Weltkrieg die „Dicke Berta" und der „Lange Max". Interessant sind die zahlreichen Bilder, die dem Aufsatz beigegeben sind und die in wahrhaft eindringlicher und anschaulicher Weise einen Begriff von der deutschen schwersten Artillerie geben. Em Bild, das das Laden eines dieser GeschüKe zeigt, gewährt ehren Blick auf die Stärke der Geschosse, die verständlich macht, warum jedes Geschütz mit Krananlagen ausgestattet ist. Die Geschütze selbst, deren Rohre emporgerichtet so lang wie Fabrikschlote erscheinen, sind auf starke Fahrgestelle gesetzt. Sie können auf massiven Tribünen nach allen Seiten gedreht werden, müssen aber noch durch mächtige Stahlstützen, die von den Eisenbahnwagen weggeschwenkt werden können, gestützt werden, um eine möglichst weitgehende Druckverteilung zu erreichen und den Unterbau der Schienenstränge nicht allzu stark in Mitleidenschaft zu ziehen. Wir sehen auf den Bildern die Langrohreisenbahngefchütze auf dem Marsch oder in waldreichen Schluchten gut getarnt, wir sehen aber auch vier dieser schweren schwarzen Gesellen auf ausgedehnteren Gleisan» lagen in Feuerstellung. Sämtliche Rohre recken sich in eine Richtung: ein kraftvolles Bild, von dem man mit Masvr Borck sagen kann: „Wenn diese Rohre Feuer speien ..." die Marine mit dem größeren Geldbeutel sich die meisten Varianten gestatten können. Andere tun besser ihre Muster zu beschränken und bei gerader Linie'zu bleiben. Für uns besteht jetzt völlige Baufreiheit. Weitere Durchführungsverordnung zum neuen Finanzplan. Der trabitin^irn Feier, der auch Reichsminister ^-Gruppenfüh Seyß-Inquart und Gau- Tokio vor den Verhandlungen mit England. Tokio, 2. Juli. (DNB.) Zahlreiche Kundgebungen und die Umzüge von vielen Tausend Arbeitern und Angestellten sowie die Veranstaltungen nationaler Verbände standen ganz im Zeichen der großen Propagandaaktion: „Aufklärung des Volkes über England". Dabei wurde allgemein der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Regierung in den kommenden Verhandlungen nut Großbritannien eine „ruhige, aber entschlossene Haltung" zeigen wird. Die Presse spricht heute von einem „München des Ostens", um die Bedeutung dieser Besprechungen zu betonen. Die Zeitungen weisen dabei darauf hin, daß England Zwei Jahre lang unter völliger Verkennung der $age und der japanischen Ziele sich gegen Iapan gestellt habe. Durch seine Unterstützung Tschirn gkaischeks habe es den Frieden und die Zusammenarbeit zwischen Japan und Chino ver- hindat. Nunmehr müsse sich zeigen, ob England die Zeichn der Zeit erkannt habe und vor allem den unabänderlichen Entschluß Japans, die Neuordnung Oft affens gegen alle Wider st ände durch- zufiilren. Die Zeitungen stellen fest, daß die Wehr- mach bisher „ein Drittel von China besetzt hat und die richtigsten Städte und Häfen sowie die großen Derkprslinien und die bedeutendsten Industrieentstanden, wie die folgende leichten Kreuzer zeigt: Schwerste Artillerie. Mit dem Wiederaufbau unserer Wehrmacht ist auch die Schäftung der schweren Artillerie begonnen worden, die in steigendem Maße bei den Paraden der letzten Jahre in Erscheinung getreten ist. Bei einer dieser Wehrmachtsvorführungen wurden auch allerschwerste Geschütze gezeigt. Mit diesem Teil unserer Ausrüstung hat sich Major Borck in der vom OKW. herausgegebenen Zeitschrift „D i e Wehrmacht" beschäftigt. Er umreißt kurz und knapp Wesen und Aufgabe der schweren Artillerie, die meist höheren Kommandostellen untersteht, um an besonderen Punkten für besondere Zwecke eingesetzt zu werden. Zur schwersten Ar* tillerie rechnet man d i e Kanonen von 21 Zentimeter Kaliber an und die Stei» euergeschütze über 21 Zentimeter. Die chwersten Geschütze sind im allgemeinen Eisen» »ahngeschütze. Bei den letzten großen Paraden wurden aber auch schwerste motorisierte Ge« chütze gezeigt, die in ihrer Wucht und Masse bei den Zuschauern den allergrößten Eindruck hervor» riefen. 2>et Einsatz der Eisenbahngeschütze ist an das Schienennetz gebunden, aber gerade dadurch sind sie auch schnell auf große Entfernungen von einer Front zur anderen verschiebbar. Die motorisierte schwerste Artillerie kann dagegen fast in jedem Gelände äuch bei nicht allzu glänzenden Straßen eingesetzt werden. Zur Verteidigung der deutschen Grenzen sind für die schwerste Artillerie, besonders für die Eisenbahngeschütze zahllose Stellun« Reichsführer und seinen Gästen den Weg zum Dom auf dem Schloßberg, dessen Glocken in der stillen Nacht ihre eherne Stimme erklingen ließen und dessen Orgel mit getragenen Akkorden einzusetzen begann, als der Reichsführer mit feinen Gästen das Langhaus des Dornes betreten hatte. Nach Minuten stiller Andacht begab sich der Reichsführer ff in das nur vorn Schein der Fackeln erhellte Krypta-Gebäude selbst, wo er Kränze aus Eichenlaub zu Ehren des Königs und seiner Gattin niederlegte. Die gleiche feierliche Handlung vollzogen dann Gauleiter Jordan namens des Gaues Magdeburg-Anhalt und die Stadtoberhäupter der König-Heinrich-Städte Quedlinburg, Erfurt und (Engem. Die von der Orgel gespielten Nationalhymnen und das Krachen der Ehrensalven begleiteten die weihevolle Ehrung. „ÜW‘ das Kreuzer-JlagMiff der Skagerrakschlachl Don Earl-Georg Philipp. wenn sie ihm in der Zeit vor dem 1. März 1940 mindestens sechs Monate lang ununterbrochen gehört haben. Diese sechsmonatige Besitzzeit kann z. B. vom 5. Juli 1939 bis 4. Januar 1940, vom 1. August 1939 bis 31. Januar 1940, vom 15. August 1939 bis 14. Februar 1940 oder vom 1. September 1939 bis 28. Februar 1940 dauern. 2. Erwerb von Lteuergutscheinen I unmittelbar bei den Finanzkassen gegen Entgelt. Um allen gewerblichen Unternehmern die Möglichkeit zu geben, ihre liquiden Mittel einige Zeit in Steuergutscheinen I anzulegen und auf diese Weise eine wesentliche steuerliche Erleichterung der Gegenwart zu erlangen, wird bestimmt: „Steuergutscheine I können durch gewerbliche Unternehmer bei den Finanzkassen getzen Entgelt erworben werden." Die Abgabe geschieht zum Nennbetrag zuzüglich einer Gebühr. Die Summe, die apf Grund dieser neuen Vorschrift an Steuergutscheinen I in die gewerbliche Wirtschaft fließt, wird sich allein nach der Nachfrage der gewerblichen Unternehmer und demgemäß nach den Liquiditätsmöglichkeiten der gewerblichen Wirtschaft bestimmen. 3. Die beschränkte Wettergabe bott Steuergut» scheinen derselben Ausstattung. Juristische Personen des Privatrechtes, gewerbliche Einzelunternehmer und Unternehmergemeinschaften sind berechtigt, Lieferungen und sonstige Leistungen gewerblicher Unternehmer bis zu 40 v.H. des Rechnungsbetrages in Steuergutscheinen zu bezahlen. Dabei wird nicht zwischen Steuergutscheinen I und Steuergutscheinen II unterschieden. Der Steuergutscheinberechtigte kann demgemäß mehr als die Hälfte der 40 v. H. und auch die gesamten 40 v. H. ausschließlich in Steuergutscheinen I oder ausschließlich in Steuergutscheinen II bezahlen. Diese Tatsache ist manchem Zahlungsempfänger unbequem, insbesondere in den Fällen, in denen die 40 v. H. restlos in Steuergutscheinen II gezahlt werden. Es wird demgemäß bestimmt, daß Steuergutscheinberechtigte nur bis zu 20 b. H. des Rechnungsbetrages in Steuergutscheinen derselben Ausstattung bezahlen können. Hieraus ergibt sich im ganzen eine „ in kleinere und größere leichte Kreuzer, dabei eine verschiedene Ausstattung mit Höchstgeschwindiakeit und dementsprechend eine verschiedene Auffassung der nötigen Festigkeit, da ja irgendwo der Gewichtsausgleich erfolgen muß. Flugzeug und starke Flakartillerie verstehen sich von selbst. Maßgeblich dabei werden die nicht überall gleichen strategischen Bedürfnisse sein, je nadj Art und Lange der Seeräume, zugleich aber tritt in den stärksten Typen die Rivalität deutlich hervor. Im übrigen wird In den Abendstunden des ersten Junitages 1916 fiebert die Marinestadt Wilhemshaven vor Erregung über das große Geschehen draußen vor dem Skagerrak, das in seinen Ausmaßen und in seiner Bedeutung immer klarer wird. Die ersten, dienstlich an Land kommenden Besatzungsangehörigen der inzwischen eingelaufenen Einheiten und Verbände der Hochseeflotte könyen sich des Ansturms der Fragen kaum erwehren. Da tönt durch die menschenvollen Straßen der Marschtritt einer Kolonne. Neugierig fliegen die Blicke der heranrückenden Truppe entgegen, und fassungsloses Staunen drückt sich auf allen Minen aus! Von denen, die da in Gruppenkolonnen anmarschiert kommen, trägt kaum einer eine vollständige Uniform, ganze Abteilungen find ohne Mützen, andere wieder haben nur das dünne Maschinen- und Heizraumpäckchen am Leibe. Von Ruß, Oel und Pulverschleim verschmierte Gesichter, und da — Verbände, durch deren Weiß sich bräunliche Flecken gefressen haben! Aber fest wuchtet der Gleichschritt, und stramm rft die Haltung der Männer. Als wolle es Antwort geben auf die Fragen Hunderter klingt aus den Reihen das Lied vqn Lützows wilder, verwegener Jagd auf, und nun wissen es alle: Hier marschiert die Besatzung des Schlachtkreuzers „Lützow"! Das Schweigen der Menge lost sich in nicht endenwollenden Hurrarufen auf, die die Tapferen begleiten, deren stolzes Schift auf der Walstatt der großen Seeschlacht bleiben mußte, dem aber nicht der Feind, sondern die eigene Hand den Gnadenstoß gegeben hatte. Zwei deutsche Torpedos versenkten die todwunde, aber siegreiche „Lützow"! Als F l a g g s ch i f f des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte, Vizeadmiral Hipper, und Führerschiff der I. Aufklärungsgruppe war der Schlachtkreuzer, gefolgt von „Derfflinger", „Seyd- litz", „Moltke" und „von der Tann" am frühen Nachmittag des 31. Mai 1916 auf den Feind gestoßen. Um 15.43 Uhr war ,Llar Schift zum Gefecht" besohlen worden, aber erst dreiviertel Stunden später ist der Gegner deutlich auszumachen, es ist der britische Kreuzeradmiral B e a 11 y mit dem I. und U. Kreuzergeschwader: alte Bekannte von der Doggerbank! Bald darauf eröffnet „Lützow" auf 14 bis 16 Kilometer bas Feuer, in das die Kameraden einfallen, der Engländer hat mit seinen weiterreichenden Kalibern den Moment verpaßt! Das Kräfteverhältnis ist ungleich, sechs englische Schlachtkreuzer gegen fünf deutsche, und so richten „Lion" und „Princeß Royal" ihre Rohre gemeinsam auf Hippers Flaggschiff, sechzehn 34-Zentimeter-Geschutze gegen ad)t 30,5. .. Doch der Gegner hat nicht viel Glück, bis 17 Uhr bleibt die „Lützow" unversehrt und setzt ihrerseits den Engländern böse zu — Korvettenkapitän Paschen, der 1. Artillerieoffizier, versteht fern Handwerk. Auf den ersten Treffer, den „Lion" in die „Lützow" setzt, antwortet er mit der Vernichtung eines Doppelturmes auf Beattys Flaggschiff. Glänzend ist auch die Schiffsführung des Kommandanten, Kapitän zur See Harder, der leiter Eg geling beiwohnten, ging die Ausgabe der Parole „König Heinrich — Großdeutfchlönd" und eine Zusammenkunft im Rathaus voraus, bei der der Reichsführer ff der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß sich diese alljährliche Feier an geweihter Stätte von Jahr zu Jahr mehr zu einer Sache des deutschen Volkes selbst ausgestalten werde Gegen Mitternacht begab sich der Reichsführer ff zu der Heinrich-Kapelle auf dem alten Königshof, der sogenannten „W i p e r t i - K r y p t a", dem ältesten Bauwerk der Stadt, wo er einen Eichenlaubstrauß mit Hakenkreuzschleife niederlegte. Pylonen mit den Sigrunen der Schutzstaffeln, aus deren Schalen die Flammen zum Himmel emporschlugen, und Hunderte von Fackeln, getragen von den Männern der ff-Junkerschule Braunschweig, wiesen dem tapfere Kreuzergeschwader des Grafen Spee Mit vernichtet hat. Doch auch die eigenen Wunden weh» ren sich in beängstigender Fülle! Schwere Verwüstungen und Zerstörungen unter Deck lähmen das heldenhafte Schiff, immer mehr Wasser füllt die unteren Räume, das die Lenzpumpen nicht mehr zu meistern vermögen, Brände bedrohen Mann« schäft und Munition. Immer schwerfälliger und langsamer wird die Fahrt, und nur mühsam vermag die Kehrtwendung ausgeführt zu werden, mit der Admiral Scheer kurz nach 19.30 Uhr die deutschen Streitkräfte aus der drohenden britischen Umklammerung zieht. Nun ist der Augenblick gekommen, wo das wunds Schiff für den Kreuzeradmiral unbrauchbar wird. Schweren Herzens muß sich Hipper entschließen, seine Flagge auf einen weniger mitgenommenen, schnelleren Kreuzer zu setzen. Mit festem Händedruck, der der ganzen Besatzung gilt, verabschiedet er sich von Kapitän Harder und besteigt mit seinem Stabe das Torpedoboot G 39 gerade, als ein neuer Treffer in die brave „Lützow" schlägt. Die scheidet nun endgültig aus der Gefechtsformation aus und steuert langsam nach Südwestt Aus dem Abend wird Nacht, immer noch ringen die beiden Flotten. Abseits führt der Schlachtkreuzer „Lützow" mit der geballten Energie seiner Männer einen nicht weniger heroischen Kampf gegen das Wasser. Achttausend Tonnen — 160 000 Zentner —- Wasser lasten im Schiffsinnern und verändern die- Gleichgewichtslage so katastrophal, daß am Heck hilflos die Schrauben in die Luft schlagen, während das Vorschiff 17 Meter tief eintaucht, so tief, daß der vordere Panzerturm im Wasser verschwindet. „Lützow" wird nie wieder den Heimat» Hafen erreichen! Unsagbar bitter wird diese Erkenntnis dem Kommandanten, bitterer noch, aber unausweichlich der letzte Enffchluß: Schiff versenken ! Ungeheueres hat der Schlachtkreuzer imi Kampf geleistet, Unglaubliches der Todwunde an Zähigkeit bewiesen. 26 700 ist die Wasserverdrängung, das Eigengewicht, und 8000 Tonnen Wasser sind eingedrungen, die „Lützow" aber schwimmt noch! Ehre den Konstrukteuren, Ehre den Männern der Danziger Schichauwerft, die ihr Können, die Ueberlegenheit deutscher Arbeit nicht eindringlicher zu beweisen vermögen. Dies Schiff darf nicht verlassen werden, ohne daß ps von der Meeresfläche verschwindet. Tritt es aber selbst den Weg nach unten an, so sind über tausend Mann gefährdet, also: Versenken! Noch einmal tritt die Besatzung auf dem Achter» deck an, kurze, gepreßte Worte des Kommandanten, ein brausendes Hurra, dann nehmen , die längsseits gerufenen Torpedoboote G 37, G 38, G 40 und V 45 .zuerst die Verwundeten, dann alle anderen über. Die Boote gehen auf Abstand und aus den Rohren von G 38 zischen zwei Torpedos. Zwei Wassersäulen im Schalle der Detonation, ein kurzer Ruck, und lautlos fast, mit wehender Flagge, versinkt Admiral Hippers Führerschiff. Den mit Kurs auf die Deutsche Bucht ab» laufenden vier Torpedobooten, die bis zur letzten Grenze der Unterbringungsmöglichkeit mit den Männern der „Lützow" belastet sind, begegnen gegen 3.30 Uhr zwei britische Zerstorer, die zum Angriff aufdrehen. Ohne mit der Wimper zu zucken, greift Kapitänleutnant Beitzen, der Führer des Verbandes seinerseits mit Schnellfeuer an, die Engländer verschwinden! Und zum letzten Male werden die hartgeprüften und mitgenommenen Nerven auf eine schwere Belastungsprobe gestellt! immer wieder durch geschicktes Abstaffeln dem Feinde bas Ziel nimmt, wenn er eingeschossen zu sein glaubt. Der Kreuzerkampf tobt weiter, „von der Tann" erledigt bie „Snbefatigable", „Seydlitz" hat einen mörberischen Treffer in den Turm Cäsar abbekommen und wirb nur durch den Heldenmut einiger Männer, bie bie Munitionskammer fluten, gerettet. Beattys sehr bedrohliche Lage erfährt burch bas Erscheinen des V. Geschwaders eine Erleichterung, sehr zum Nachteil der deutschen Schlachtkreuzer, von denen „Moltke" und „von der Tann" schwer, aber nicht zerstörend getroffen werden. Sie werden gerächt von „Derfflinger" und „Seydlitz", die die „Queen Mar y", das Parade- schift der Grand Fleet, so eindecken, daß es in einem Orkan von Granatsplittern zerbirst, acht Mann von 1270 überleben seinen Untergang! Wütend jagen die Angriffe der Zerstörer und Torpedoboote in den Kampf der Großen, aber auf beiden Seiten vermag ihr Einsatz nicht den Ausschlag zu geben. Längst schon ist es klar, daß der grimme Plan des britischen Kreuzeradmirals, die Umfassung und Vernichtung des Gegners, restlos fehlgeschlagen ist. Hipper aber hat sein Ziel erreicht, Beatty drängt mit arg zerhackten Schiffen auf nördlichen Kursen vom Kampfplatz, gibt also seine Niederlage zu, ist aber bereits an das deutsche Gros herangebracht worden, und das war von Anfang an der Plan der Führung auf der „Lützow". Dem deutschen Kreuzerführer und seinem kühl rechnenden Stabschef, dem Korvettenkapitän R a e d e r, gelang der große Wurf. Die weitere Entwicklung der Schlacht sieht Hipper mit seinen fünf „eisernen Hunden" in gemeinsamer Operation mit dem Flottenchef. Ein schwerer Nachteil macht sich jetzt auf dem Schlachtschiff bemerkbar, die gesamte Funkanlage einschließlich Reserve ist durch Volltreffer zerstört, und die optischen Signale bringen auf größere Entfernungen nicht durch, aber unaufhaltsam schieben sich die Schlachtkreuzer nordwärts hinter dem fliehenden Feind her, der selbst nicht ahnt, daß er auf die eigene rettende Hauptmacht zusteuert. Gegen 18.30 Uhr schafft die vorübergehende Loslösung vom Engländer eine hochwillkommene G e - fechtspause, bie den kämpfenden Schiffen und Besatzungen zugute kommt. Aber sie rft nur kurz, kaum daß die glühendheißen Rohre Abkühlung fanden und die Munitionsförderung sichergestellt werden konnte. Nach zehn Minuten schon liegt „Lützow" wieder im feindlichen Feuer, wo- bei der Gegner den Vorteil hat, daß bie deutschen Kreuzer durch den Sonnenstand in der Sicht behindert sind. So setzt es böse Treffer! Dabei zieht sich Admiral Beattys Geschwader in einem Bogen vor Hippers Marschrichtung und schafft so eine gefährliche Situation, der nach kurzem Entschluß deutscherseits durch eine Kehrtwendung begegnet wird. Auf das Gros zusteuernd entziehen sich die Schlachtkreuzer der Falle. Kaum aber ist dessen Spitze erreicht, da drehen sie schon wieder feind- märts. Weiter tobt der Kampf. Gemeinsam mit „Derff- (ingcr" kann bie „Lützow furchtbare Rache an der „Jnvicible" nehmen, die bei den Falklands das Quedlllburg, 1.Juli. (DNB.) Quedlinburg stand im Z^ben der Könia-Heinrich-Feie d e r R e i f ü h r u n g ff. Der Reichsführer f und Chef bi Deutschen Polizei Heinrich Himmler nahm zfeächst, begleitet vom Gauleiter Jordan und den Fiftern der ^-Oberabschnitte Mitte und West, an er Feier im Geburtshaus Klo pst ock ^'teil, die durch den Vortrag zweier Oden und de Gesang vertonter Lieder Klopstocks . Dann wohnte der Neichsführer f des im Schloßmuseum neu geschaf- - Heinrich - Gedächtnis • den ein Gemälde von Professor Berlin, 1. Juli. (DNB.) Staatssekretär Reinhardt prach vor der. Presse über die Zweite Durchführungsverordnung zum neuen Finanzplan. Er führte dabei aus: 1. Bewertuugsfreihett für 1939 auf Grund von Steuergutscheinen I, die erst int Juli oder August 1939 erworben werden. Die gewerblichen Unternehmer können Bewertungsfreiheit für abnutzbare Wirtschaftsaüter des betrieblichen Anlagevermögens in Anspruch nehmen, wenn ihnen in Wirtschaftsjahren, die im Kalenderjahr 1939 enden, in den letzten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres und bei Wirtschaftsjahren, die im Kalenderjahr 1940 enden, in den letzten zehn Monaten des Wirtschaftsjahres Steuergutscheine I ununterbrochen gehört haben. Die Bewertungs- reiheit besteht in Höhe von 20 b. H. des Gesamtbetrages der Steuergutscheine I, die dem gewerblichen Unternehmer mindestens sechs Monate oder ab dem Kalenderjahr 1940 in den letzten zehn Monaten des Wirtschaftsjahres ununterbrochen gehört haben. Fällt das Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammen, so muß der gewerbliche Unternehmer den entsprechenden Posten Steuergutscheine I spätestens am 30. Juni 1939 erworben haben und bis einschließlich 31. Dezember 1939 ununterbrochen behalten. Die Nachfrage nach Steuergutscheinen I ist in den Monaten Mai und Juni so riesengroß gewesen, daß der Kurs für Steuergutscheine I außergewöhnlich hoch war. Eine volle Befriedigung der Nachfrage ist nicht möglich gewesen. Es ist deshalb aus Kreisen der gewerblichen Wirtschaft wiederholt angeregt worden, die Bewertungsfreiheit für 1939 auch bann zu gewähren, wenn die Steuergutscheine I später als am 30. Junft 1939 in den Besitz des gewerblichen Unternehmers kommen und durch diesen mindestens sechs Monate lang ununterbrochen festgehalten werden. Diesem Wunsch wird entsprochen. Danach genügt es, daß die sechsmonatige Besitzzeit für 1939 bis zum Ende des Monats Februar 1940 erreicht wird. Wer im Juli und August 1939 noch Steuergutscheine I m Zahlung erhält oder sonstwie erwirbt, kann auf Grund dieser Steuergutscheine Bewertungsfrechett noch m Anspruch nehmen, P r i s, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der rechts- stehehe „Jour" will den im Londoner Außenamt beginenden diplomatischen Besprechungen »eine außerordentliche Bedeutung zumessen. Lord Halifax suche, wie im September 1938, bas sicher! Mittel zu entbecken, um Adolf Hitler die Ällungnahrne und die getroffenen Entscheidungen fer britischen Regierung zur Kenntnis L o ri o n , 2. Juli. (Europapreß.) Ministerpräsident (ä am b er la in richtete am Sonntagabend im Rihnen eines Werbetages für den „national servicel eine Rundfunkansprache an das englischi Volk. In ihrem Mittelpunkt stand eine Botsckift des Königs, die der Kabinetts- chefs oefas. Der König sprach sich in ihr in anerkennende Form über den Geist der Dienstbereit- schaft de Bevölkerung aus und sagte allen Dank dafür. Dt Ministerpräsident erklärte dann, er habe der Botsiaft nur wenig hinzuzufügen. Er erging sich bann in den bekannten Redewendungen von den „geschlichen Zeiten", aber man dürfe an Englands W^n für den Einsatz im „Ernstfall" nicht zweifeln. nig-Heinrich-Feier n Quedlinburg. zu gi en. Es sei sehr wahrscheinlich, baß gewisse franz isch-englische biplomatische Schritte bie öffentlichen Erklärungen ber letzten Tage vervollständigen und v stärken würden. Das Blatt unterstreicht nach- drückl), baß Warschau im Laufe der letzten Tage von Frankreich und Großbritannien eine „bedingungslose Unterstützung" zugesagt e »alten habe, daß beide Westmächte sich un- verzu; ch im Falle eines direkten oder getarnten Angrifs an die Seite Polens stellen würden. ^.ussetzung für die innere politische und wirftköstliche Konsolidierung geschaffen. Die wichtflte Aufgabe sei die Errichtung einer neuen Zentulregierung und die Reorganisation der mter= " alen Beziehungen Neuchinas durch die -Q C — SZ •g- cp ® e» A 3« <5 X £ L W CD CD 25 cm England: Arelhusa 5200 32,5 6.15,2 6 1 Manchester USA. 9300 33 12:15,2 6 3 Omaha 7050 34 10:15,2 6 3 Phoenix Japan: 10000 32,7 15:15,2 — 4 Sendai 5200 33 7:14 8 1 Mi tum a 8500 33 15:15,5 12 4 Frankreich Magador 2884 38 8:13,8 10 — E. Berttn 5886 34/39 9:15,2 6 2 Guichen Italien: 8000 34 12:15,2 4 ? U. Traiano 3500 39 8:13,6 ? ? Colleoni 5069 37/42 8:15,2 4 3 Garibaldi 7874 35/38 10:15,2 6 4 Neues für den Büchertisch. Um 4.30 Mr kommt es zu einem Gefecht mit dem englischen Flotillenführer „Champion", der mit drei Zerstörern urplötzlich erscheint! Die winzigen 8,8 Zentimeter der deutschen Boote vertreiben auch diesen Feind. Ähre Schüsse sind die letzten im Geschehen der großen Seeschlacht vor dem Skagerrak. *21 m 1. Juni abends machten die Boote in Wilhelmshaven fest, Antreten an Land, und unter den brausenden Klängen ihres Liedes marschieren durch die Straßen die Männer vom Schlachtkreuzer „Lützow". Der Name eines Helden ist für ein Kriegsschiff nicht Unterscheidungsmerkmal, sondern zwingende Verpflichtung. Die erste „Lützow" war sich dessen zutiefst bewußt und hat sie erfüllt bis zum Letzten. So ist sie selbst zum Vorbild geworden für die, die nach ihr kommt. Das jüngste Schiff der Kriegsmarine des Dritten Reiches, das auf Befehl des Führers und Obersten Kriegsherrn den Namen „Lützow" führt, wird damit einer doppelten Verpflichtung, aber auch einer zwiefachen Ehre gewürdigt! Japanisch-mandschurische Segenattion am Buir-Gee. Tokio, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Kwantung -Armee in Hsinaking, der Hauptstadt Mandschukuos, meldet, daß die vereinigten japanisch-mandschurischen Streitkräfte am Sonntag a u ß e n m o n g o li s ch e Truppen angriffen, die die mandschurische Grenze am Buir- See überschritten hatten. Die Gegenaktion seit nSt- wendig geworden, weil Außenmongolen seit nunmehr vier Wochen ständig die Grenze bedrohten. Göring im Müncheberger Institut für Züchtungsforschung. Generalfeldmarschall Göring stattete dem Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Züchtungsforschung in Müncheberg in der Mark einen Besuch ab, um sich von den Forschungsergebnissen des Institutes, das im Dierjahresplan wichtige Aufgaben zu erfüllen hat, zu überzeugen. An der Besichtigung nahmen auf Wunsch des Generolfeldmarschalls vom Reichsnährstand Reichsobmann B e h r en d und Landesbauernführer Grote teil. Generalfeldmarschall Göring ließ sich bei der Besichtigung der Versuchsfelder von dem Leiter des Institutes, Professor Rudorf, und seinem Vertreter, Dr. Husfeld, die Erfolge in der Lein-, Kartoffel-, Obst- und Rebenzüchtung schildern. Er zeigte besonderes Interesse für Süßlupinen und neue Oelpflanzen. Die Züchtungs- ergebnisse des Institutes werden in Kürze in der Landwirtschaft praktische Anwendung finden. Sin Meteor in USA. Portland (Oregon), 3.Juli. (DNB. Funkspr.). lieber dem Staat Oregon ging Sonntagabend ein großer Meteor nieder, der mit einem solchen Knall explodierte, daß die Explosion in einem Umkreis von 60 Kilometer gehört werden konnte. Die Explosion war von erdbebenartigen Erschütterungen begleitet, die zahlreiche Gebäude beschädigten und Tausende von Personen aus dem Schlaf weckten. Dem ersten Knall folgten mehrere kleine Explosionen. Zahlreiche Augenzeugen beschreiben das Phänomen als eine Feuerkugel von der Größe des Mondes. — K. G. Walter Best: Der Acker der Gnade. Gedichte. 47 Seiten. RM. 0,90. N. G. El- wertsche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1937. — (572.) — Walter Best, 1905 in Liegnitz geboren, erhielt im vorigen Jahre zusammen mit Carl Bant- zer, Rudolf Braun, Paul Dörrte und Karl Lang den neugestifteten Kurhessischen Kulturpreis (Schrift- tumspreis). Best ist von 1927 bis 1935 als Dramaturg, zeitweise auch als Schauspieler und Spielleiter, in Bamberg, Mainz und Kassel tätig gewesen und dann in erster Linie als Dramatiker mit den Schauspielen „Das Reich", „Der General" und „Dte Heilige" bekannt geworden; ferner schrieb er unter dem Titel „Pitt kapert den Pirat" ein Seeräuber- tuck für deutsche Jungen und das Lustspiel „Insel letreten verboten". An Lyrikbänden erschienen „Deutsche Gedichte" (1933) und vier Jahre später der „Acker der Gnade". Die hier vereinigten Ge- dichte sind einfach in Form und Gefühlsausdruck und kreisen um die großen, nie veralteten Geaen- stände, sofern sie sich im Gedicht erschließen lassen. Vaterland und heimatliche Landschaft, Gott und Ewigkeit, Mutter und Kind, Bauerntum und Soldatentum werden in dem schmalen Bändchen als die unzerstörbaren Kräfte besungen, die unser Leben tragen und in die Zukunft weisen. Hans Thyriot. — Paul Alverdes: Dank und Dienst. Reden und Aufsätze. 292 Seiten. In Leinen 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München 1939. —(152)— Alverdes ist unseren Lesern nicht nur als Herausgeber der Zeitschrift „Das Innere Reich", sondern auch als Dichter bekannt; ihm sind, woran hier wohl erinnert werden darf, unter anderm zwei der schönsten, innerlichsten, unvergänglichsten unter den vielen deutschen Büchern vom Kriege zu verdanken: „Die Pfeiferstube" und „Reinhold im Dienst". Das neue Buch gibt eine wesentliche Auswahl der Reden und Aufsätze von Alverdes; so verschieden sie nach Anlaß und Thema sein mögen: in allen findet man die lautere Gesinnung und das lautere Deutsch wieder, die alles 'auszeichnen, was uns von Alverdes bisher bekannt geworden ist; gemeinsam ist diesen Reden und Aufsätzen auch jene idealistische Haltung, die nicht müde wird, im geschriebenen und gesprochenen Wort das „innere Reich" deutscher Nation zu rühmen, den unerschöpflichen Vorrat deutscher Dichtung, den Adel und die Große deutscher Vergangenheit. Dies ist der Grundton, der bei Alverdes immer wiederkehrt, ob er nun von der Sprache handelt, von Goethe und Kleist, vom Adel des Herzens oder vom deutschen Buche. Don wertvollen und eindringenden Betrachtungen zum Schrifttum der Gegenwart seien die Aufsätze über Carossa, Binding, Rilke und Hamsun genannt, von den Abhandlungen, die aktuell in die nahe und nächste Gegenwart greifen, der „Brief an einen Ausgewanderten" und der schöne kleine Beitrag zur Verständigung über unsere Grenzen hinaus, welcher überschrieben ist „Chacun devant sa batterie" und kürzlich im „Inneren Reich" erschien. Hans Thyriot. — Margarete Spemann: Stunden mit Hans Thoma. Herausaegeben von Adolf Spemann. Mit einem Bildnis Thomas und einer Handschriftenprobe. Leinen RM. 4,80. I. Engelhorns Nachf. Adolf Spemann, Stuttgart. — (97) — Margarete Spemann, ursprünglich Malerin, gewann 1917 die warme Freundschaft des damals 78fährigen Meisters Hans Thoma unh feiner Schwester Agathe. In Tagebüchern hat sie die unvergeßlichen Stunden mit dem großen alten Mann, seine vertrauten Selbstbekenntnisse, seine unvergleichliche Altersweisheit festgehalten. Die Frische und Natürlichkeit des Werkes macht es zu einer Urkunde von kulturellem und menschlichem Wert und eigenartigem Zauber. Die vielen Einzelzüge und Anekdoten fügen sich zu dem Mosaikbildnis eines alten Mannes auf Goldgrund zusammen, der ein deutscher Künstler von größtem Format war und als Mensch zu einer Reife gelangte, die nur begnadeten Menschen zuteil wird. — Joachim Reinhard st ein: E i n Schis f- lein s a h ich fahren. Deutsche Soldaten kämpfen in Amerika. Mit 19 Abbildungen und 4 Karten. Broschiert 3,00 RM., in Ganzl. 4,20 RM. Deutscher Verlag, Berlin. —(150)— Im Frühjahr 1776 sandte die englische Regierung unter König Georg III. eine Armee von vierzigtausend Mann nach Amerika, um die „Dreizehn Kolonien", die sich vom Mutterlande losgesagt hatten, auf die Knie zu zwingen. Fast dreißigtausend Mann dieser Armee waren Deutsche. Ihre Landesfürsten hatten sie an die englische Regierung verkauft, um die notleidende Staatskasse wieder aufzufüllen. „Ein Schifflein sah ich fahren" — so fangen die deutschen Soldaten auf ihrer Fahrt ins frembe Land. Dieses Lied aus deutscher Notzeit gab dem Buch von Joachim Rein- havdstein den Titel, das ein lebendiges Bild von dem wechselvollen Ablauf des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges entwirft. Es ist ein Buch von dem Heldentum deutscher Soldaten in fremden Diensten aus einer Zeit, in der es kein Deutschland gab, in der aber die Tüchtigkeit des deutschen Soldaten in aller Welt bekannt war. Eine Reihe seltener zeitgenössischer Bilder ergänzen das fesselnde Buch. — Ratgeber für werdende Mütter. Don Dr. med. Hans Graaz. 71 Seiten mit vielen Abbildungen. Kart. 1,80 RM. Falken-Derlag, Berlin-Schildow. — (33) — Ein erfahrener Natur- heilarzt gibt hier aus reicher Erfahrung eine sorgfältige Zusammenstellung von Dingen, die jede werdende Mutter wissen muß. — Marianne Eckel: Die politische Presse Hessens von 1 8 30 bis 185 0. (Zeitung und Leben, Band 62.) Konrad Triltsch Derlaa, Würzburg-Aumühle, 1938. — (31) — Die Schrift behandelt einen bisher unbearbeiteten Teil der hessischen Pressegeschichte, den wichtigen Zeitraum zwischen den beiden Revolutionen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in dem die Presse Hessens — wie die ganz Deutschlands — unter dem Anstoß großer politischer Geschehnisse sich immer mehr zu ihrer publizistischen Führerrolle bekennt. Sie zeigt, wie dieser Umbruch alle das Gesicht einer Zeitung bestimmenden Gebiete erfaßt, und aus einer nichtssagenden Nachrichtenpresse eine tätige Meimmgs- preffe schafft. — Anton Lang: Aus meinem Leben. 163 Seiten mit Bildern. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis in Leinen 3,50 RM. — (39) — Anton Lang, der Christus-Darfteller der Oberammergauer Passionsfpiele aus den Jahren 1900, 1910 und 1922, starb im vorigen Jahr an den Folgen einer Operation. Noch kurz vor feinem Tode hat er feine Erinnerungen ergänzt, die jetzt unter dem Titel „Aus meinem Leben" erscheinen. Lang schildert darin in anspruchsloser, aber zu Herzen gehender Weise sein Leben als Mensch und Künstler. Er ist weit herumgekommen; Italien, Palästina, Aegypten, Griechenland, England und Amerika hat er bereist. 20 Bilder rufen noch einmal die Erinnerung an diesen berühmtesten Christusdarsteller Oberammergaus wach. — Margery Sh arp: Die vollkommene Lady. Ein heiterer Roman. Brosch. 3,80 RM., Leinen 5 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (32) — Vielleicht hätte Julia besser daran getan, nicht die vollkommene Lady zu spielen, hie »»^orsyte Saga unter dem Arm und für schone Aussichten schwärmend ... Sir William findet sie liebenswerter, wenn sie Kinderlieber fingt, wenn sie von heiteren Dingen und von Erlebnissen plaudert, die eigent- lich gar nicht ladylike sind. So oder so, das ist nun einmal Julia Packett, und auch wir mochten nicht, daß sie um Haaresbreite anders wäre, wenn mir ihre Geschichte lesen, die Margery Sharp scharmant und liebenswürdig erzählt. — Hugo Scholz: Krone tm Acker. Ro- man. 382 Seiten. 6,— RM. Leopold Stocker Verlag, Graz und Leipzig. — (36) — Hugo Scholz lebt als Bauer auf dem Erbhof seiner Väter im Braunauer Ländchen im Sudetenland. Es geht hier darum, die Heimatscholle der Väter dem Geschlechte zu erhalten, trotz der Widersacher in der Familie und unter den eigenen Dorfgenossen und trotz des bedrängenden Tschechentums. Aber ewig ist der Acker, und ewig sind die Kraft und der Segen, die aus ihm kommen. — Reichs-Herbergsverzeichnrs 193 9. Herausgegeben vom Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Berlin NW 87. 27. Ausgabe. 450 Seiten. Preis 90 Pfennig.. — (73) — Das Reichs- Herbergsverzeichnis 1939 gibt einen gründlichen Bericht über das Deutsche Jugendherbergswerk und berichtet über die Organisation des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen, die im letzten Jahr einen großen Ausbau erfahren hat. Das Verzeichnis ist für jeden, der die Jugendherbergen auf Fahrt und Wanderung benutzen will, ein unent» behrlicher Begleiter. Es gibt über alle großdeutschen Jugendherbergen genauestens Auskunft. Wetterbericht Die Zufuhr frischer Meeresluft, die unter verbreiteten Schauern und Gewittern stärkeren Temperaturrückgang brachte, hat zum Aufbau eines Hochdruckgebietes über Mitteleuropa und damit verbunden zur Wetterberuhigung geführt. Unser Bezirk wird zunächst unter dem Einfluß eines hohen Luftdruckes vorwiegend heiteres Wetter behalten. Das Wetter wird nicht für längere Zeit störungsfrei bleiben. Vorhersage für Dienstag: Meist aufheiternd, trocken, zunehmende Erwärmung, südliche Winde. Vorhersage für Mittwoch: Wieder zu- nehmende Bewölkung und Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 2. Juli: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 11,2 Grad; am 3. Juli: morgens 9,4 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum heute nacht 8,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juli: abends 16,6 Grad; am 3. Juli: morgens 13,7 Grad. — Niederschläge 4,4 nun. — Sonn en schoindauer 5,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für, Feuilleton: Dr. Hans Th)riot (beurlaubt), i. B: Dr. Fr. W. Lange; für Ltadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumsyein; für Sport: H. L. Neuner (erk-ankt), i. B.: krnst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Be.ant- wörtlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 1939: 9133. Druck und De lag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, 5-G., sämtlich in Glesien. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis H Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr.4 vom l.Septmber 1937 gültig. ---ja daran hat man seine helle Freude. Deshalb gleich ins Fachgeschäft. Wir liefern Abzüge, einer so schön wie der andere. Central-Drogerie und Photo Emil Karn, Schulstrabe 4694D Gießen (Senckenbergstraße 23), den 1. Juli 1939. 03289 GLORlfl 4692D liegenden Liebe. 4688 A o I PQLQST Giessen Die Beerdigung findet Dienstag, 4. Juli, 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. In tiefem Schmerz: Karl Hofmann. Kriminalsekretär Kätchen Hofmann, geb. Sann Willi Hofmann und Frau Robert Hofmann Emmi Hofmann ' Kurt Mebus und alle Angehörigen. Zeiß-Ikon-Netter „die Preiswerte“ ! Sie kostet mit Bildformat 4,5X6 cm, Gehäuseauslösung, vollautomatischem Springmechanismus, optischem Sucher m.Zeiß-Nettar je nach Optik und Verschluß RM. 29.— bis RM. 49.50. 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Von einem Güterzug, der gegen 14.45 Uhr den Bahnhof Butzbach passierte, sprang ein Wagen aus dem Gleis und stü-rzte um. Dadurch wurden drei weitere Wagen des Zuges ebenfalls zum Ent- gleifen gebracht, die auch umstürzten und mit ihrer Ladung einen wüsten Trümmerhaufen bildeten. Die Ladung der Wagen wurde zum Teil auf den Bahnkörper geschleudert. Ein Schaffner des Zug - b e g l e i t p e r s o n a l s, der aus Dillenburg stammt, wurde bei dem Umstürzen der Wagen so schwer verletzt, daß leider der Tod des bedauernswerten Mannes alsbald eintrat. schon bald nach dem Unglücksfall zu langen Aufenthalten der gerade in den Nachnlittagsstunden zahlreich fälligen Züge. Einige Züge wurden von Gießen aus über jungen—-Friedberg in Richtung Frankfurt umgeleitet. Die übrigen Züge _ erlitten große Verspätung, insbesondere die Züge in Richtung Kassel, wobei auch D- und Ellzüge in Betracht kamen. Die Ermittlungen über die Ursache des Unglucksfalles sind noch nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich wurde der Unfall dadurch verursacht, daß sich au einem Güterwagen die Ladung während der Fahrt seitwärts verschoben hatte. Monatsappell der alten Artilleristen. Eisenbahnunglück im Bahnhof Buhbach Ein Toter. - Vier Güterwagen zertrümmert. - Längere Betriebsstörung. Kreises Gießen im Druck begriffen ist. Gedruckt werden demnächst die Arbeiten über die Melsunger Aemter, die Grafschaft Henneberg, sowie über die Straßen und den Verkehr in O b e r h e s s e n. Die Untersuchungen der Kreise Rotenburg und Alsfeld, der Fürstentümer Waldeck und Nassau-Dillenburg und des Fürstbistums Fulda. Im Manuskript fertig oder noch in Arbeit sind die Monographien über die Kreise Marburg und Wetzlar, die Grafschaft^Diez, den Kreis Hofgeismar mit dem Reinhardswald, die Aemter Schotten, Nidda, die Grafschaften Solms-Braunfels und Hanau mit dem Fiskus Frankfurt, die Herrschaften Riedesel-Schlitz, die Territorien der Wetterau und des westlichen Westerwaldes. Bezüglich der geschichtlichen Fluraufnahme der Provinz Hessen-Nassau sind Katasterkarten auf Meßtischblättern von 42 Gemarkungen mit 3271 Flurnamen gezeichnet. Die Flurnamensammlung macht weitere gute Fortschritte, ebenso die dem Atlas angeglicderte neue kulturlandschaftliche Abteilung. Dr. Görich fetzte seine Untersuchung karolingischer Straßenkastelle planmäßig fopt, auch die Arbeit am „Hessischen Münzwerk" wurde gefördert. Mit einem Neudruck des Hessischen Klosterbuches wurde begonnen. In Aussicht genommen wurde die Herausgabe von „Quellen zur Geschichte der Auswanderung aus Hessen-Nassau". Zum Schluß der Tagung gab der seitherige Vorsitzende Professor Stengel sein Amt an Professor Mayer, der den stellvertretenden Vorsitzenden, Staatsarchivdirektor Dr. D a u p e l begrüßte und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staatsarchiv und der Universität hervorhob. Er dankte dem scheidenden Vorsitzenden weiter im Auftrage des Landeshauptmannes für seine langjährige verdienstvolle Arbeit. Marburger Festspiele. „Don Gil mit den grünen Hosen." Unter den deutschen Freilichtbühnen, deren Zahl noch ständig im Wachsen begriffen ist, nimmt Die Marburger eine besondere Stellung ein und erfüllt eine nur ihr zukommende Sonderausgabe. Mag in einigen begünstigten Fällen historisch gewordener Raum als' Traditionsträger den Hintergrund für das Bühnengeschehen abgeben (Heidelberg, Frankfurt), mag an anderen Stellen das Dolksspiel aus der geschichtlichen Vergangenheit des Ortes und oft gar des Bühnenplatzes herauswachsen, hier in Marburg wird die Brücke geschlagen zwischen den Gegebenheiten der Natur und dem bedingenden darstellenden Willen. In die Landschaft mit den Rahmenbogen hineingestellt, die den Blick aus den Himmel und den Schloßhintergrund richten, wird auf dem Schloßparkspielplatz ebenso das Gefühl der Verbundenheit mit der umgebenden Natur gesichert, wie anderseits bewußte Straffheit, die vor dem romantischen Sich-Derlieren im Raum schützt, den Geist in bestimmte Bahnen lenkt. Damit ist hier jener Sonderfall gegeben, der frei vom Kulissen- staub das Spiel aus der Enge des Raumes in die freie Atmosphäre versetzt. Die szenischen Möglichkeiten können ungehindert sich dem Willen des Werkes angleichen, und so ist die Spielleitung in der Auswahl des Gebotenen an keine einschränken- Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloriapalast (Seltersweg): „Die Heilige und ihr Narr." USD., Ortsgruppe Gießen-Tlord. In der Zeit vom Dienstag, 4., bis Donnerstag, 6. d. M. wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung für den Monat Juli 1939 durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, an Stelle der Pfundpäckchen Geld zu geben. 71SD., Ortsgruppe Gießen-Ost. In der Zeit vom 3. bis 6. d. M. wird im Bereiche unsere Ortsgruppe die Sammlung zum Lebensmittel-Opferring durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, während der Sommermonate ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Volksgesundheit zur Verfügung zu stellen. 7!SV., Ortsgruppe Gießen-Süd. Von Montag, 3. Juli, bis Mittwoch, 5. Juli, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebensmittel-Opferringsammlung für den Monat Juli durch die NS.'-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, für Lebensmittel einen entsprechenden Geldbetrag zur Der- örtert wurden. Der für den Sommer vorgesehene Ausflug an diü Lahnquelle wurde zu Gunsten eines Familirnaus« fluges zu Kamerad von Speicher, Gießen-Wieieck, zurückgestellt. In Verbindung mit dem Familienfest soll die Ueberreichung der neuen, vom NS.-Reichs- kriegerbund verliehenen Fahne und die Auszeichnung einer größeren Anzahl verdienter Kameraden vorgenommen werden. Wichtig für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen. NSG. Nach dem Gesetz über die Krankenpflege vom 28. September 1938 ist die Ausübung des Pflegeberufes ab Oktober 1939 nur noch zulässig, wenn Der Pfleger bzw. die Pflegerin im Besitz der staatlichen Anerkennung ist. Wir weisen darauf hin. daß alle Pfleger und Pflegerinnen, hierunter fallen auch die Betriebssanitäter, die noch nicht im Besitze der staatlichen Anerkennung sind, umgehend Antrag auf staatliche Anerkennung bei der nächsten Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Fachabteilung „Gesundheit", stellen müssen. traulichen Makatesel überhaupt nicht: später aber wurde es so zahm, daß es dem Esel im Freien auf Schritt und Tritt folgte, selbst ruhig an Herden von wilden Zebras vorbei, die es lebhaft anwieher- ten. Jungaufgezogene Schakale vertrugen sich gut mit zahmen Hunden und Hundsaffen, kehrten aber nie wieder zu ihren früheren wilden Genossen zurück, sondern fuhren wütend auf sie los und schlugen sie in die Flucht. Die zahmen Hunde wurden von Wildhunden sehr feindselig behandelt und verfolgt. Er hatte auch einen gezähmten Hundsaffen, und als er diesen eines Tages mit sich nahm, begegnete er einer Herde wilder Hundsaffen. Der gezähmte setzte auch zusammen mit den Doggen, die dabei waren, den Affen nach, aber er kam schneller, als er fortgelaufen war mit allen Zeichen des Schreckens wieder zu seinem Herrn zurückgesprun- gen und klammerte sich so sest an seinen Hals, daß dieser Atembeschwerden bekam. Offensichtlich hatten ihn seine Kameraden sehr, feindlich behandelt. Von da an ging der zahme Affe den wilden immer in weitem Bogen aus dem Wege. Dieses feindselige Verhalten wilder und gezähmter Tiere zueinander läßt sich daraus erklären, daß die wilden Tiere, die ihre Artgenossen bis in alle Einzelheiten genau kennen, schon durch kleinste Abweichungen, wie sie im gezähmten Zustand leicht entstehen, abgeschreckt und mißtrauisch gemacht werden. Das gezähmte Tier merkt sofort bei der ersten Begegnung, daß es den wilden Verwandten Abneigung einflößt und flieht entsetzt. Nähert sich aber ein Wildling dem zahmen Tier in der Nähe seiner Behausung,' so wittert das gezähmte sofort einen Angriff auf sein Besitztum; es glaubt sich durch den Neuankömmling in seinen Rechten bedroht. Das zeigt sich auch bei den wilden Hunden in Arabien, die dem Zeltlager der Beduinen meilenweit folgen. Jeder Hund ist' soweit gezähmt, daß er die Küchen« abfälle eines bestimmten Zeltes für sich beansprucht, und er verteidigt dieses Besitztum gegen jeden anderen Hund. Das zahme Tier sieht tn seinem Herrn den Spender des Futters und will daher nicht dulden, daß ein anderes Tier ihm diesen Nahrungsgeber abspenstig macht. Deshalb begegnet es dem wilden Tier, in dem es einen Nebenbuhler wittert, mit Feindseligkeit. Hochschulnachrichten. Dozent Dr. Heinrich Springmeyer wurde zum Professor für Philosophie an der Universität Halle ernannt, unter gleichzeitiger Berufung zum Direktor des dortigen Philosophischen Seminars und des Pädagagijchkk SLNUML Oberheffen im Ächte geschichtlicher Forschung Iahrestagung der Historischen Kommission für Heffen und Waldeck. Dona Clara. Besorgte Daterwürde erfüllte S e p p l Litsch als Don Pedro. In Eifersucht erglühte Gert Fröbe als Don Mendo. Den Dien-errollen als Träger Der Intrige fällt in Dem Spiel gewichtiger Anteil zu In situatiansgewachsener Verschlagenheit und trefflicher Charakterisierungskunst wetteiferten Helmut Pein als Lombardo und Martin H e l d als Tristan und Sprecher des Epilogs. Das Ganze vollzog sich unter der Spielleitung von Dr. Fritz Budde in aufgelockerter Gelöstheit, m Beschwingtheit und situationsbedingter Akzentuierung, oft die vielen Einzelpersonen organisch ein- fügenD, als ein Sommerabendspiel, das dem Hörer Entspannung, Anregung und geistige Erholung gab. Die von Franz Mertz geschaffenen malerischen Bühnenbilder betonten stilvoll Die Lokalfarbe. Die Milieukraft fand durch die Tanzgruppe Gunther Heß bewegtes Ausschwingen, die Sphäre des Spiels durch tänzerischen Eingang und Ausklang unterstreichend. Die Aufführung folgte einer deutschen Nachdichtung von Hans Schlegel, dessen Bearbeitungen spanischer Bühnenwerke auch in Gießen besondere Pflege erfahren haben. Der Eröffnungsabend wurde so zum vielverheißenden Auftakt des Kommenden. Dr. Hermann Hering. Am Samstagabend hielt die Artilleristenkameradschaft 1895 Gießen ihren üblichen Monatsappell im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" ab. Kamerad- schaftsführer Müller machte zunächst Mitteilun- aen über eine kürzlich statgehabte Besprechung der Kameradschaftsführer unter Leitung des Kreiskriegerführers Dr. M o n n a r d und gab sodann eine Anzahl Befehle des Kreiskriegerführers bekannt. U. a. ist als besonders bedeutsam zu erwähnen, daß die Artilleristenkameradschaft nunmehr auch Die für Die NS. - Kriegskameradschaften vorgeschriebene Fahne erhalten wird, daneben aber ihre bisherige Fahne als Traditionsfahne beibehält. Ferner wurde Die große Wichtigkeit des regelmäßigen Schieß- dienstes betont. Der Sozialwart Kamerad Dolk- m an n hielt anschließend einen kurzen Vortrag über die Fürsorgeeinrichtungen und das Unterstützungswesen im NS.-Reichskriegerbund, wobei er beson- 1 ders auf Die Erholungsheime unD die Waisenhäuser hinwies. Der Schießwart Kamerad Röder machtö die Kameraden mit den Einzelheiten der Schießvarschriften näher bekannt und teilte dabei mit, daß der seit kurzer Zeit wieder aufgenommene Schießbetrieb eifrig im Gange ist und künftighin noch weiter ausgebaut werden soll. Im weiteren Verlaufe! des Appells wurden noch verschiedene geplante Veranstaltungen besprochen; für Juli ober August ist ein Gartenfest vorgesehen, für Mitte September eine Kameradschaftsfahrt in den Taunus. Nach Erledigung der dienstlichen Angelegenheiten verblieben dis Kameraden noch längere Zeit in gewohnter kameradschaftlicher Geselligkeit beieinander. Monatsappell der alten Kavalleristen. Die Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen hielt am Samstag im „Bayerischen Hof" ihren Monais- appell ab, bei dem Kameradschaftsführer Ernst Hartmann den Kameraden Zugführer H e d - r i ch, einem ehemaligen 13er Husaren, zum 60. und Gastwirt Ludwig Ger lach, Rodheim a. d. B., einem ehemaligen 14er Dragoner aus Colmar, zum 75. Geburtstag die besten Glückwünsche übermitteln kannte. Kamerad ©er lad), der seit einer langens Reihe van Jahren der Kavallerie-Kameradschaft an« gehört und dem anläßlich seines 70. Geburtstages bereits ein Bild des Generalfeldmarschalls von Mackensen überreicht worden war, wurde jetzt mit der Ehrennadel des NS.-Reichskriegerbundcs rüc 25jährige treue Mitgliedschaft ausgezeichnet. Kameradschaftsführer Hartmann berichtetS bann über Das jüngste Kreiswettschießen, an dem die Kameradschaft sehr zahlreich beteiligt war und gute Erfolge erzielen konnte. Weiterhin gäb ev einen Bericht von einer Tagung der Kreis-Fecht« warte. Der Fechtwart der Kameradschaft, Kamerad' Valentin, berichtete über die Aufgaben deS Fechtwartes, der Sozialwart, Kamerad Georg Strauß, über die für zwei Kameraden eingeleitete Hilfe. Das Schießwesen soll nach den Er« fahrungen des letzten Wettkampfes ausgebaut und alle Kameraden dazu herangezogen werden. Kameradschaftsführer Hartmann berichtete weite« über eine Besprechung mit dem Kreiskriegersührer, bei dem die neuen Richtlinien für die Ausgestaltung des Dienstes innerhalb der Kameradschaften, die soldatisch einheitlich ausgerichtet werden sollen, erden Grenzen gebunden. Gar manches, was im Rampenlicht des geschlossenen Theaters vor dem Zusck>auer noch zu bestehen vermag und ihn vielleicht blendet, muß hier in Der freien Luft verblassen. Die Umgebung Der Natur, Die Weite Des inneren unD äußeren Blickes lassen hier nur Das Echte, Wahre gelten. In Der EinDringlichkeit Der WieDergabe kann sich Die Marburger Bühne im Vorteil wissen. Die Zusammenhänge Des Geschehens treten unmittelbar hervor Durch ein pausenloses Vorüberziehen Der HanDlung, die je nach Dem Maße Der Bedeutsamkeit die einzelnen Szenen in den Bereich der drei symbolhaften gotischen Bogen einordnet. Haupt- und Nebenhandlung, entscheidende Aktion und Episode werden sinnfällig je nach ihrem Anteil am Ganzen durch die örtliche Zuweisung des Spielplatzes. Die Weite des für die Handlung verfügbaren Entwicklungsraumes läßt ebenso die Entfaltung einer großen Spielerschar zu, wie sich in dem Abgeschlossenen des Fürsichseins der Reiz des Intimen verinnerlicht und den Blick auf sich lenkt. Im Nahmen solcher Bedingtheit entwickelte sich in Marburg ein eigener, dem Baum solgenher LarMung?stil, der Gebärde und Bewegung mit dem Wort zu an- ' schaulicher Kraft bindet, der die Tiefe der Szene : und ihre Rhythmische Aufteilung durch Die Bogen im Tänzerischen sich ausstrahlen läßt. Nach einer vornehmlichen Shakespeare-Pflege der vergangenen Jahre bezieht Der Spiel plan der Marburger Freilichtbühne Diesmal auch das spanische Lustspiel in seinen Bereich. Grillparzers Ausspruch: „Dem Deutschen ist die Poesie ein Haus, in Dem er wohnen möchte, dem Spanier ein Garten, in dem er sich ergeht", kennzeichnet treffend den Charakter der spanischen Bühnendichtung. Ohne Beschwerthett durch eine bindende Leitidee hat der Spanier Freude an verwicklungsreiä)em Ablauf des Spieles, oft gar mit unerwarteter Lösung Der geknüpften Faden. Die Liebe als treibendes Motiv tritt weniger in ihrer sittlich veredelnden Kraft hervor; stets schwingt das sinnliche Moment merkbar mit. . Ti r jo De Molina (Pseudonym für Gabriel Tellez), Der übrigens vermutlich auch als der erste dramatische Bearbeiter der „Don-Iuan"-Sage gilt (1571—1648), zuletzt als Klosterprior m Soria), will mit seinem „Don Gil in den grünen 5) o U n" in der Buntheit 5er Bilder, in der beabsichtigten Zufälligkeit Der Verwicklungen der Freude am Spiel Dienen und in ihr die Erfüllung finden. Maskierung und Vertauschung, verlorene Briefe, Die an den unrechten Empfänger gelangen, ja, vermeintliche Gespenster geben Dem Geschehen überraschende Wendungen. Jedes Mittel, die Handlung vorwärts zu treiben erscheint unbekümmert gerechtfertigt, selbst Geburt und Tod werden ihres tragischen Akzentes entkleidet; ja manches mochte in Der Lockerung Der Anordnung und Abfolge an Das Marionettenhafte, an Das Stegreifspiel erinnern. Am Rande dieses oft gar bunten Wirbelns im Geschehen fällt manche treffende witzig-geistreiche Wendung mit schärfster Pointierung. Don Gil, ein junges Mädchen, das in der Verkleidung mit grünen Hofen eine anderweitige Verbindung ihres Verlobten vereiteln will, wird durch ihre zweifache Erscheinungsform als Mann und Mädchen Ausgang und Mittelpunkt des Geschehens Lila Dietrich war in dieser Doppelrolle voll prickelnder Keckheit Des Kavaliers wie von Teilnahme geroinnenDer fraulicher Anmut, als Dona Elvira bzw. Dona Juana, stets in ihrer Zentralen Stellung die Fäden in Der Hand haltend. Die Un- besorgtheit der spielerischen Tendenz im Werke laßt es allein begreiflich erscheinen, daß Don Martin (Hans C o s s y) trotz seines Wankelmutes in der Liebe von Don Juana zum Gatten erwählt wird. Als eine in Gebärde und Haltung typische Spanierin zeigte sick) Brigitte Blell als Dona Grete B ist er .war eme empfinDlame Unter Vorsitz von Professor Dr. Stengel, jetzt Präsident des Reichsinstitutes für ältere deutsche Geschichtskunde in Berlin, trat Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck im Senatssaal der Philippsuniverfität Marburg zu ihrer 4 2. Jahrestagung zusammen. Ein einleitender Vortrag von Archiorat Dr. Uhlborn über „Die We11erau und das Reich" ließ die territoriale Entwicklung dieses wichtigen Durchgangslandes zwischen dem Süden und Norden klar erkennen. Aus demBericht des Vorsitzenden über Die wissenschaftlichen Unternehmungen Der Kommission ist hervorzuheben, daß im letzten Jahre keine Veröffentlichungen erschienen sind. Eine ganze Reihe von geschichts-wissenschaftlichen Arbeiten steht jebod) vor dem Abschluß. Erwähnt seien hier die „Rechts- quellen der Stadt Fulda", der zweite Band des „Urkundenbuchs der Stadt Wetzlar", Die „Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck", das Fuldaer Urkundenbuch und Der Dritte Band der „Klosterarchive". In Bearbeitung befinden sich die Rechtsguellen der Stadt Korbach, Eschwege und Allendorf-Sooden. Die „Quellen zur kurmainzischen Verwaltungsgeschichte" harren eines neuen, abschließenden Bearbeiters. Was den „Geschichtlichen Atlas von Hessen und Nassau anbetrifft, so hat Professor Stengel Das von ihm zur Förderung des Atlas gegründete Institut für geschichtliche Landeskunde feinem Amtsnachfolger Professor Mayer übergeben. Gemeinsam mit diesem wird Professor Stengel aber auch in Zukunft Herausgeber des Atlas und Der Schriften Des Jnftittits bleiben. Neu erschienen sind die Arbeiten . übpr „Die Reichsabtei Hersfeld", „Das Fürstentum Nassau- Siegen", während Die Ausgabe Der „Territorial- geschichte des Oberlahnkreises (Weilburg)" bevor- steht und die „Territorialgeschichte des Oie Zahmen und die Wilden. Es findet sich nur selten Gelegenheit, Begegnungen zwischen wilden und gezähmten Tieren in der freien Natur zu beobachten, so daß die Frage, wie sich die beiden im Umgang miteinander verhalten, noch nicht oft behandelt worden ist. Unter den Erlebnissen, Die Rückschlüsse zulassen, ist Die Erfahrung eines Deutschen in Guinea bemerkenswert, Der einen gefangenen Papagei und einen zahmen weißen Kakadu besaß. Er nahm beide häufig bei seinen Streifereien im Buschwald nut und konnte immer wieder feststellen, wie sehr sich die zahmen Vögel vor dem Zusammentreffen mit ihren wilden Artgenossen sträubten. Einmal kamen zehn bis zwölf wilde Kakadus mit lautem Geschrei auf den zahmen zugeslagen, der in feiner Angst alles zum Besten gab, was er zu sprechen gelernt hatte Das aber mißfiel den wilden Kakadus so sehr, daß sie mit drohendem Gekrächz dem zahmen Artgenossen immer näher rückten und ihn angriffen; sie hätten ihn gewiß getötet, wenn ihm nicht fern Herr mit einem Schreckschuß zu Hilfe gekommen “(Ein guter Beobachter in Ostafrika berichtet über Das Zusammentreffen von Zebra, Schakal, Wild- hund und Affen mit gezähmten Verwandten. Gin von ihm gefangenes Zebra beachtete eim ZU- ** Beförderungen bei Dem Kultur- fcauamt Oberheffen Gießen. Zu Obersekretären befördert wurden Die technischen Sekretäre Josef Jakob und Georg H e ß (Leihgestern) beim Kulturbauamt Oberhessen in Gießen. ** Ehern. Res.-Inf. - Regt. 221 Der TraditionsverbanD veranstaltet am 12./13. August in Darmstadt eine Wiedersehensfeier, verbunden mit der Uebergabe der Erinnerungspflege an das Il./Jnf.-Regt. 115. Das Regiment wurde vor 25 Jahren 'im August 1914 aus den Ersatzbataillonen der Regimenter 115 in Darmstadt, 118 in Worms und 168 in Offenbach a. M. zusammen- gestellt. Im Laufe der Kriegsjahre empfing Das Regiment auch Ersatz u. a. aus Hessen-Nassau. Rheinland-Westfalen und den Hansestädten Das Regiment war in den vier Kriegsjahren an allen Fronten eingesetzt, in Flandern, Polen, Karpathen, Aus der Stadt Gießen. Professor Or. Seifer nach Hatte berufen Der Ordinarius für Hygiene an der Universität Gießen Professor Dr. med. Adolf Seiser wurde tn gleicher Diensteigenschoft zum 1. Oktober an die Universität Halle a. ö. S. berufen und zum Direktor des Dortigen Hygienischen Instituts ernannt. Professor Dr. ©eiter wurde 1927 zum Dozent für Hygiene und Bakteriologie in Halle und 1929 zum Dozent in München ernannt, wo er 1933 eine Ernennung zum außerordentlichen Professor erhielt. 1935 wurde er als Ordinarius und Direktor Des Hygienischen Instituts her Universität Gießen berufen. Seit 1. April 1938 steht er als Nachfolger des früheren Rektors Professor Dr. B a a D e r als Rektor an Der Spitze Der Universität Gießen. Abgelehnter 2RuL Der Inhaber des Lehrstuhls für Dermatologie und Direktor der Hautklinik Der Universität Gießen Professor Dr. med. Schultze hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Dermatologie unD Leiter der Hautklinik an der Universität Würzburg abgelehnt. Ernennungen bei der Gendarmerie. Durch Verfügung Des Reichsftattfjalters in Hessen wurde her Gen da rmerievbermeister Gunkel- m a n n von Oppenheim als Führer der Gendarmerie-Inspektion Gießen nach Gießen versetzt. Gendarmerieobermeister Schumacher in Gießen wurde nad) Bingen zur Führung der Gendarmerie- Inspektion Bingen versetzt. Beide Versetzungen erfolgten mit sofortiger Wirkung. Gendarmerieobermeister Schumacher kam vor 1V2 Jahren von Bingerbrück nach Gießen. Hier hat er sich im Verlaufe seines nur IV-jährigen Wirkens durch seine hervorragenden Eigenschaften als Beamter und als Mensch nicht nur hohe Wertschätzung bei seinen Vorgesetzten und Berusskameraden, sondern auch in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land erworben. Man sieht daher den vortrefflichen Beamten nur mit Bedauern von hier schieden. Durch die Entgleisung Der vier Güterwagen wurden beide Hauptgleise der Main—Weser-Strecke mit Wagentrümmern zugedeckt, sö Daß Der Verkehr in Richtung Butzbach—Gießen bzw. Butzbach—Frank- jurt a.M. gesperrt war. Ein sofort von Gießen herbeibeorderter Gerätezug traf in kurzer Zeit ein, so Daß mit Den Aufräumungsarbeiten schnell begonnen werden konnte. Ebenso.wurde ein Gerätezug aus Friedberg innerhalb kurzer Zeit für den gleichen Zweck eingesetzt. Der eifrigen Arbeit aller Männer gelang es, ein Hauptgleis nach etwa zwei Stunden für Den Fährverkehr wieder frei zu machen, so daß Der Zugverkehr gegen 17 Uhr zunächst eingleisig wieder ausgenommen werden konnte. Nach weiteren zwei Stunden, etwa gegen 19 Uhr, war auch Das zweite Hauptgleis wieder frei. Sodann wurden die Jnstandsetzungsarbeiten und Die weitere Aufräumung sofort in Angriff genommen. ------ Im Bahnhof Gießen kam es natürlich < ders auf Die Erholungshe Galizien, Verdun, Vogesen usw. Nach 25 Jahren seit seiner Gründung ruft der Traditionsveroand zur Wiedersehensfeier auf, die ihr besonderes Gepräge erhält durch die Uebergabe der Erinnerungspflege an den Traditionstruppenteil II. Bataillon / Infanterie-Regiment 115. Die Veranstaltungen werden größtenteils in der Ernst-Ludwig-Kaserne, der neuen Kaserne des H./Inf.-Regt. 115, unter Beteiligung des Traditionstruppenteils durchgeführt. — Alle Kameraden geben ihre Anschrift an Kamerad $). Haldy, Offenbach a. M., Bildstockstraße 1, und erhalten von dort weitere Nachricht. NSG. Sonntagskarten für die Be- suchcr der Ausstellung „Entartete Kunst". Die Ausstellung „Entartete Kunst und Musik" in Frankfurt am Main ist täglich durchgehend von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Für den Besuch gibt die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. jeden Mittwoch von 0 Uhr nachts bis Donnerstag, 3 Uhr nachts, Sonntagskarten im Umkreis von 75 Kilometer aus, so daß die Volksgenossen in der Umgebung der Gauhauptstadt billige Fahrgelegenheit haben. In der Ausstellung wird der Besuch auf der Fahrkarte bestätigt. ** Städtische Bücherei. Im Juni sind 1509 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 4, Zeitschriften 26, Gedichte und Dramen 6, Erzählende Literatur 961, Iugendschrif- ten 199, Länder- und Völkerkunde 95, Geschichte und Biographien 119, Kunstgeschichte 12, Natur- ♦ Krofdorf-Gleiberg, 2. Juli. Am heutigen Sonntag wurde unter sehr starker Beteiligung der Einwohnerschaft, der Formationen der Bewegung und der Vereine des Ortes die feierliche Einweihung des Ehrenmales für die 83 gefallenen und vermißten Söhne der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg vorgenommen. Vor dem Ehrenmal hatten die Kriegsbeschädigten und die Angehörigen der Gefallenen Platz genommen. Das Ehrenmal war flankiert von den Ehrenkompanie des I.-R. 116 uni) dem SA.-Sturm Krofdorf-Gleiberg. Rund um das Ehrenmal hatten die HI. und der BDM., im Vordergrund die Fahnen und am Zugang das NSKK. und die Bereitschaft (m) des Deutschen Roten Kreuzes Aufstellung genommen. Mit König Heinrichs Aufruf und Gebet aus „Lohengrin" eröffnete die Musikkapelle Re eh die Feier, zu der der Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt den Kreisleiter und Kreiskriegerführer des Kreises Wetzlar, Haus, den Vertreter des Regiments, in dem die meisten Krofdorf- Gleiberger gefallen waren, Standortoffizier Major K r e h ä n (Gießen), sowie Inspektor Kiel vom Landratsamt Wetzlar begrüßte. Sein besonderer Gruß galt den Angehörigen der Kameraden, denen zum steten Gedenken dieses Ehrenmal errichtet wurde. Ein SA.-Mann widmete durch ein Gedicht Deutschlands Toten ein sinnvolles Gedenken. Der Gesangverein „Hermanus" Gleiberg unter Leitung des Dirigenten Drescher sang die getragene Weise vom ,^eldengrab". Oer Kameradschaftsführer der ASKOB. Schmitt sprach dann über die Entstehung des Denkmals und hob dabei hervor, daß sich auch die auswärtiglen Krofdorf-Gleiberger m>t ihrer Heimatgemeinde verbunden fühlten und ihren Beitrag zur Errichtung des Ehrenmales geleistet hatten. Sein besonderer Dank galt Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt, der einen Ausschuß aus Kriegsteilnehmern berufen und damit den Anstoß zur Errichtung dieses Zeichens der Treue und Dankbarkeit für die gefallenen Söhne gegeben hatte. Seine Worte waren zugleich eine Würdigung der Arbeit des heimischen Meisters Bourcarde, der nach den ihm gegebenen Anregungen die Ausführung des Ehrenmals in meisterlicher Weife vor genommen hat. So möge dieses Ehrenmal, so schloß Kamerad Schmitt, eine stete Mahnung im Sinne der Dichterworte sein: Segne der Himmel unsere Lebensbahn. Der Gesangverein „Germania" Krofdorf unter Wissenschaft und Technologie 54, Heer- und See- wesen 9, Haus- und Landwirtschaft 12, Staatswissenschaft 12 Bände. Nach auswärts kamen 7 Bände. , Diamantene Hochzeit. * Ettingshausen, 3. Juli. Heute kann hier das Ehepaar Johannes O p p e r V. und Katharine, geb. Keil, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Beide Ehegatten sind im 84. Lebensjahre. Johannes O p p e r V. ist in weiteren Kreisen bekannt als eifriger Vertreter der Männer- gesangoereinssache. Er ist Ehrenvorsitzender des Sängerbundes Chattia, bei dessen Gründung er schon an hervorragender Stelle mitwirkte. Früher war er lange Jahre Beigeordneter in unserer Ge- meinde, die er auch — als die Bürgermeisterstelle unbesetzt war — längere Zeit leitete. Seine Rüstigkeit ist bewundernswert. Die hochbetagte Jubilarin hat an Altersbeschwerden etwas zu leiden, aber sie hat den Festtag doch in leidlicher Gesund- heit erleben dürfen. Den vielen Glückwünschenden schließen auch wir uns herzlich an. Landkreis Gießen $ Steinbach, 3. Juli. Am 4. Juli kann Frau Katharina Elisabetha Schäfer, geb. Stadel, Witwe des früheren Orts- und Polizeidieners Schäfer, ihren 7 0. Geburtstag in guter Gesundheit feiern. Unseren herzlichen Geburtstag. Kreisleiter und Kreiskriegersührer Haus, der die Gedanken seiner Zuhörer in jene Zeit des Weltkrieges zurücklenkte, da das deutsche Heer Heldentaten vollbrachte, die die Welt erschütterten. Der Redner betonte dann u. a., daß kein Volk der Erde um seines Bestandes willen so viele Opfer an Menschen bringen mußte, wie das deutsche, und mit (LPD.) Frankfurt a. M., 1. Juli. Nachdem kurze Zeit vorher durch die Frankfurter Kriminalpolizei eine größere Autoräuberbande zur Strecke gebracht worden war, ist seit Mitte April d. I. in Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden,, Bad Homburg eine neue Bande tätig gewesen, die sich mit Beraubung unbeaufsichtigter Kraftwagen befaßte und alles mitgehen hieß, was ihr in die Hönde fiel. Die Täter brachen die Verschlossenen Türen auf, schlitzten die Verdecke der Wagen auf oder zerschnitten die Fenster der Fahrzeuge. Ihre Beute bestand aus Mänteln und anderen Bekleidungsstücken, Koffern, Aktentaschen, Photoappa- raten usw., die die Autobesitzer in den Wagen zurückgelassen hatten. Für das Stehlgut sanden die Täter reißenden Absatz bei Händlern und in Gastwirtschaften der Frankfurter Altstadt. Der Erlös wurde geteilt und davon zum größten Teil der Lebensunterhalt bestritten. Dabei ist bemerkenswert, daß sich die Räuber untereinander bei der Verteilung der Beute übervorteilten. Durch den Einsatz aller nur möglichen Fahndungsmaßnahmen gelang es < schließlich, einen der Haupttäter, einen gewissen Adolf Meyer, zu ermitteln und festzu- nehrnen. Irn weiteren Verlauf der Ermittlungen konnte dann die ganze Bande verhaftet werden. Als das Oberhaupt der Bande gilt der wegen des Mordes an dem Reisenden Engelhardt von der Kriminalpolizei in Hanau festgenommene Willi Franke, der mit gestohlenen Ausweisen, die auf die Namen Bechtold und Bombeck lauteten, wochenlang sein Unwesen treiben konnte. Bei der Festnahme eines Mittäte s wurde feftgeftettt, daß dieser die Hose des von Franke ermordeten Engel- Stolz und Dankbarkeit sprach er erneut aus, daß diese Opfer nicht umsonst gewesen sind. Heute kann manche Mutter, deren Sohn in fremder Erde ruht, mit Zuversicht sagen, daß ihr Opfer nicht umsonst mar, und manche Waise wird erkennen, daß dieses Opfer für sie gebracht wurde. In eindrucksvollen Worten schilderte er dann, wie aus dem Glauben an sein Volk der Führer die Zeitenwende herbeiführte und auch dem Opfer der Gefallenen einen Sinn gab. Der Redner ermahnte die Jugend, beim Vorüberschreiten an diesem Ehrenmal der Männer zu gedenken, die durch den Einsatz ihres Lebens Heimat und Herd geschützt haben, und auch die Dorfgemeinschaft forderte er auf, sich würdig dieser Männer zu erweisen, die ihr Bestes für das Vaterland gegeben haben. Dann übergab er das Denkmal in die Obhut der Dorfgemeinschaft, und während die Hülle fiel, sprach er eindrucksvolle Worte über den Sinn der rechten Gefallenenehrung, die darin zu verstehen ist, daß jeder einzelne Volksgenosse sich stets als Soldat seines Volkes betrachtet und immer, wo er auch sei, eine soldatische Haltung bewahrt. Gruß und Dank an die Gefallenen. Lehrer Rinn verlas, während die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, die Namen der 83 gefallenen und vermißten Söhne der Gemeinde, deren Namen auf der Rückseite des Ehrenmales aufgeführt wurden. Die Fahn-en senkten sich zum ehrfurchtsvollen Gruß, dann gab die Ehrenkompanie drei Salven ab. Nach einem Gemeinschaftschor mit Orchesterbegleitung der HI. und der Gesangvereine „Hermanus" Gleiberg und „Germania" Krofdorf wurden eine groß? Anzahl von Kränzen niedergelegt. Als erster legte Ortsgruppenleiter und'Bür- germeister Schmidt einen Kranz für die Ortsgruppe nieder, dann folgten die SA., das NSKK., das Deutsche Rote Kreuz, Bereitschaft (m) Wetzlar, der Schützenverein, die Gemeinde, die Gesang-, Turn- und Radfahrervereine u. a. Der Gemeinschaftschor der Gesangvereine beschloß den Weiheakt. Dann sprach Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt allen an der Errichtung des Denkmals Beteiligten, insbesondere dem Künstler Bourcarde, den Dank der Gemeinde aus. Mit dem Treugruß an den Führer und dem Gesang der Nationallieder klang die Einweihungsfeierlichkeit aus: Hardt trug, die dieser wieder aus dritter Hand erhalten hatte. Ein weiterer Täter hatte das Feld seiner Tätigkeit bereits nach Koblenz verlegt und ist dort inzwischen ebenfalls verhaftet worden. Das Diebesgut ist zum Teil wieder herbeigeschafft worden. Der Bord an dem Aeisevertteter Engelhardt. Ein Komplice Frankes hat Engelhardt im Isenburger Wald erschlagen. Lpd. Hanau, 2. Juli. Die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei in der Mordsache Franke haben ergeben, daß der Reisevertreter Engelhardt, dessen Leiche in einem Kleeacker bei Dörnigheim gefunden wurde, nach einem festgelegten Plan in den Wald bei Neu-Isenburg gelockt und dort von einem Komplicen des Franke erschlagen wurde. Obgleich Franke bei seinen bisherigen Vernehmungen eingehend geschildert hatte, daß er Engelhardt in dessen Auto in der Nacht zum 13. Juni auf der Fahrt von Frankfurt nach Hanau ermordet habe, setzten die ihn vernehmenden Stellen immerhin noch Zweifel in die volle Richtigkeit der gegebenen Darstellung. Man forschte vor allen Dingen nach den Motiven der Tat. Franke wurde zunächst in das gerichtsärztliche Institut nach Frankfurt a. M. aebracht und der dort befindlichen Leiche des Engelhardt gegenübergefteUt, wobei er völlige Gefühllosigkeit zeigte. Inzwischen roar in Frankfurt von der'Kriminalpolizei die Autoberaubüngsbande festEinweihungdesEhrenmalsinkkOors-Gleiberg Leitung des Dirigenten Groß (Gießen-Wieseck) sang die „Totenehrung", und nach einem von einem BDM.-Mädel vorgetragenes Gedicht spielte die Musikkapelle Händels „Largo". Die Weiherede hielt Autoräuberbande unschädlich gemacht. Oer Mörder Willi Franke war das Oberhaupt der Bande. genommen worden, deren Leiter Franke war unfo die in Frankfurt und verschiedenen anderen Städten etwa 80 Wagen ausgeplündert hatte. Die Vernehmung des sich teilnahmslos verhaltenden Franke war außerordentlich schwierig und zog sich bis in die späten Nachtstunden hinein. Endlich gestand er dann, daß bei der Ermordung des Engelhardt ein Mittäter vorhanden war, dessen Name er jedoch verschweigen wolle, da es sich um einen Familienvater handele. Erst als man zur Vernehmung der von Frankfurt nach Hanau gebrachten Braut des Franke schritt und der Name eines gewissen Hörst aus Frankfurt am Main fiel, kam man auf die richtige Spur. Noch in der Nacht wurde dieser 26jährige Horst, der sich als Mitglied der Autoräuberbande bereits in Haft befand, von Frankfurt nach Hanau gebracht. Nach weiteren stundenlangen Vernehmungen gelang es, ein volles Geständnis zu erlangen. Nach den Aussagen der beiden Verbrecher waren sie am 12. Juni übereingekommen, einen Homosexuellen in den Wald zu locken und zu berauben. Auch die Stelle, an der die Beraubung stattfinden sollte, wurde genau festgelegt. Hörst sollte an dieser Stelle warten, bis es Franke gelungen war, ein Opfer herbeizubringen. Nun will Franke in dieser Nacht in der Frankfurter Altstadt von Engelhardt angesprochen worden'sein. Beide (Franke und Engelhardt) seien dann im Auto des Engelhardt in den zwischen Frankfurt und Neu-Isenburg liegenden Wald gefahren, bis zu der Stelle, an der Hörst wartete. Als Engelhardt ahnungslos ausgestiegen sei, habe er von Hörst mit einem Knüppel wuchtige Hiebe auf den Kopf erhalten, bis er tot war. Beide Mordgesellen haben dann die Leiche in das Auto Engelhardts gebracht und find in die Dörnigheimer Gemarkung gefahren, wo sie die Leiche in einem Kleeacker niederlegten. Nach Verteilung der Beute ist Hörst nach Frankfurt zurückgekehrt, während Franke mit dem Auto des ermordeten Engelhardt nach Hanau fuhr, wo er den Wagen, als er nicht mehr weiterging, einfach stehen ließ. Auch Franke ist dann später wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Wirtschaft. Stahlwerk Röchling-Buderus AG., Wetzlar. Fwd. Das Unternehmen, an dem die Buderus- sche Eisenwerke AG. Wetzlar und die Röchlingsche Eisen- und Stahlwerke GmbH. Völklingen je hälftig beteiligt sind, berichtet über das Geschäftsjahr 1938 von einer weiteren Steigerung der Beschäftigung. Der Export konnte trotz nachlassender Weltkonjunktur und verschiedenster Schwierigkeiten auf den Auslandsmärkten gehalten werden. Für Verbesserung und Erweiterung der Betriebsanlagen wurden wiederum erhebliche Beträge aufgewandt, diese Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen. Die freiwilligen Sozialaufwendungen stiegen auf 0,233 (0,181) Mill. RM., außerdem werden aus dem diesjährigen Gewinn nochmals 150 000 RM. (wie i. 23.) dem Unterstützungsfonds für die Gefolgschaft zugewiesen. Zur Förderung des Siedlungsbaues wurden namhafte Beträge zur Verfügung gestellt. Zur Bilanz wird u. a. bemerkt, daß die 0,197 Mill. RM. Ende 1937 umlaufenden Schuldverschreibungen gekündigt und zurückgezahlt wurden, nur ein Rest von 13 182 RM. steht aus. Erstmals erscheinen Anlagen im Bau mit 2,23 Mill. RM. Eine Werkerneuerungsrücklage von 0,85 Mill. RM. wurde aus freigewordenen Rückstellungen der Vorjahre gebildet. Erhöhter Umsatz und die Durchführung des Bauprogramms zogen eine nicht unerhebliche Erhölung der Bank- und Akzeptverbindlichkeiten nach sich. Der Jahresertrag stieg auf 13,31 (11,05), Beteili- gungserträge mehrten sich auf 0,129 (0,055), das Geschäftsjahr nicht betreffende Erträge auf 1,223 Mill. RM., während ao. Erträge auf 0,062 (0,080 Mill. RM. zurückgingen. Nach Abzug von 8,219 (6,963) Mill. Personalaufwendungen, 1,171 (1) Mill. Anlage- und 0,008 (0,004) Mill. RM. sonstigen Abschreibungen, 0,306 (0,041) Mill. RM. Zinsen, 3,873 (2,764) Mill. RM. Steuern vom Ertrag und vom. Vermögen, sowie 0,584 (0,571) Mill, anderen Steuern wird einschl. 309 144 (332 594) RM. Vortrag insgesamt 876 719 (639144) RM. Reingewinn aus- gewiesen. Hiervon gehen 650 000 RM. zur Stärkung, der eigenen Mittel unter Verzicht auf die Dividendenleistung an die Werkserneuerungsrücklage (die Begegnung mit Richard Wagner. Eine sehr lebendige Schilderung ihrer Begeanung mit Richard Waaner, die sie in ihrer Jugend mit dem Meister in feinen letzten Lebensjahren hatten, gaben die beiden greifen italienischen Komponisten Umberto Giordana und Francesco Cilea, Mitglieder d^r italienischen Musikakademie, in einer Gesellschaft, als das Gespräch auf Waan'er kam. Lucio d'Ambra gibt ihre Erzählungen im Cor- ricre della Sera sehr eindrucksvoll wieder. „Ja, meine Herren, wir haben Wagner gekannt", antwortete Giordano auf die erstaunten Fragen der Gäste, „in Neapel, im Musikkonfervatorium i m Jahre 1 880. Ich war damals 13 Jahre alt und Cilea 14; beide waren wir Kornpofitionsschüler in dem ruhmreichen Konservatorium, in dem auch Vincenzo Bellini gewesen war. Und Wagner war in Neapel, in einer schönen Villa in Posillipo, ehe er nach Palermo ging, den ,Parsioal' zu beenden. Eines Tages läßt er unseren Lehrern sagen, er wolle unsere Musikschule besuchen. Wer aber zuerst eiligst Vorbereitungen traf, roar Francesco Flo- ri m o, der große Musikforscher, der damals 80 Jahre alt war, sich aber immer noch aufrecht hielt und frisch einherging. Er, der Freund und unzertrennliche Wahlbruder Bellinis, hatte nicht vergessen, daß Wagner immer seinen großen Vincenzo geliebt hatte, und wenn er mit seinem Kapellmeisterstab in den deutschen Hauptstädten Bellinis ,Norma' dirigierte, immer wollte, daß man in großen Buchstaben auf die Programme druckte: .Richard Wagner gibt sich die Ehre, die Musik eines Italieners zu dirigieren, der zu den größten musikalischen Genies aller Zeiten gehört.' Florimo bereitete also würdig sein berühmtes Archiv vor, das er leitete, um vor allem kostbare Erinnerungen an Bellini zusammenzubringen ..." „Ich erinnere mich, als ob es heute wäre", fiel hier Cilea ein, „als Wagner mit seiner Gattin Cosima und anderen Personen in den Saal eintrat, in dem mir Schüler aufgestellt waren, um den großen deutschen Meister zu begrüßen und eine Kantate zu seinen Ehren'zu fingen, die unser Lehrer Paolo Serrao uns in einer Nacht hatte auswendig lernen lassen. Erster Eindruck: Wagner ist sehr klein, während wir alle bei diesem Feuer und diesem Vulkan von Musik ihn uns riesengroß dachten .. „Aber schön ist er", sagte Giordano wieder. „Schrecklich schön, Haare und Bart Pfeffer und Salz, Augen, die eine ganze Welt befehligten, ka- ’tanienbrauner Anzug mit vieler Sorgfalt und Eleganz. Er grüßte uns alle mit feiner ringbedeckten Hand. Dann fragte er schnell: ,Wo ist Florimo? Ich möchte Florimo sehen ...' Und kaum kommt der große Greis an, als er ihn umarmt und zweimal wiederholt: .Bellini ... Bellini ...'" „Auch ich sehe Wagner wieder", fängt Cilea von neuem an, indem er eine Atempause Giordanos benutzt, „wie er da saß zwischen Cosima, Liszt und Florimo, die Füße auf dem Steinfußboden, bei dessen Anblick man an diesem Wintertage schon fror. Und Wagner gibt uns Schülern, als wir zu fingen an fangen wollen, ein Zeichen, noch zu warten und bittet Florimo um eine Decke, weil er an den Füßen friere, die auch sogleich gebracht und ihm und Cosima unter die Füße gelegt wird. Dann gibt der große Meister selbst, ehe unser Lehrer es kann, das Zeichen zum Beginn. Wir singen schön und richtig, wenn auch mit einer schrecklichen Angst. Wagner mustert uns, mit den Augen, die brennen und leuchten, einen nach dem anderen. Zum Schluß klatscht er und fragt uns der Reihe nach, wie wir heißen, und dann: ,Alle Komponisten?' Und da wir Schüler nicht wagen, vor dem Genie von Komposition zu sprechen, bejahen es für uns die Lehrer, und er ruft aus: ,Jn Italien find alle Musiker ...' Er wendet sich darauf zu Florimo und sagt zu ihm: ,Vielleicht werden unter diesen Knaben die Erben eures gewaltigen Bellini sein ...' Er reicht allen Schülern die Hand, die meine ist ganz kalt und zittert in der Wagners ..." „Als Wagner nunmehr vorgeschlagen wird, in dem kleinen Theater die Aufführung einer Komposition eines Schülers vorzuführen, erklärt er jedoch, daß er Hunger habe, und es wird, obwohl man gar nicht darauf vorbereitet war, in kürzester Zeit ein Frühstück herbeigeschafft, bei dem Wagner mit größtem Appetit aß, um sich dann zu entschuldigen, daß er gehen wolle, um zu schlafen. Aber am nächsten Tage kam Wagner wieder, setzte sich mitten unter die Schüler und hörte sich das kleine Werk ihres Gefährten an. Und ich sehe noch Wagner", erzählt Cilea, „wie er dastand, klatschte und wild schrie: ,Es lebe Neapel! Es lebe der kleine Maeftto! Es lebe die italienische Musik!' Dann wandte er sich an den vor Bewegung zitternden Florimo neben ihm und rief ihm zu: ,Es lebe der große Bellini!'" Die beiden berühmten alten Meister sind gerührt und erscheinen verjüngt, während sie so ihre Erinnerungen ergänzen und der gemeinsamen Jugend gedenken. Aber Giordano hat noch eine andere, be« sonders reizvolle Erinnerung an Wagner aus späterer Zeit, ein Erlebnis, in dem Wagner nicht selbst auftritt, sondern ein alter Musiker aus Neapel, den Wagner von dort nach Bayreuth mitgenommen hatte. In Posillipo traf er in einer Trattoria einen Mann mittleren Alters, eine schöne Erscheinung, mit etwas abgetragener Eleganz gekleidet, aber mit sehr guten Manieren. Er fiedelte und fang zugleich. Arn Schluß eines Liedes klatschte ich ihm Beifall. Sofort -tarn er eilig an meinen Tisch. „Ich kenne Sie, Maestro. Ich habe Ihre Photographie gesehen, als Sie den ,Chönier' in San Carlo gaben. Ihr Beifall ist mir sehr schmeichelhaft. Es ist der ehrenvollste, den ich erhalten habe seit dem Richard Wagners ..." „Wie? Sie haben Wagner gekannt?" „Ob ich Wagner gekannt habe? Teurer Maestro, ich bin zwei Monate in Deutschland bei ihm gewesen, wo er sein Theater immer dunkel hielt. Ich hatte eines Abends in Neapel unter den Fenstern feiner Villa in Posillipo gespielt und gesungen. Da holten sie mich.zu dem Deutschen. Oben roar bei der Mahlzeit auf der Terrasse Herr Wagner, mit der so freundlichen Frau Wagner und ein Priester, der hieß ... warten Sie ... ich erinnere mich. Er war ein Abbö Lizzete." „Sie wollen sagen: Liszt ..." „Ja, Herr ... er war ein wenig kühler als Herr Wagner. Wenn ich fang, klatschte er kaum, der Herr Richard dagegen war begeistert. Und als er von Neapel nach Deutschland ab reifte, wollte er mich mitnehmen ... Ich wohnte da oben, nahe dem großen Meister. Er ließ mich bei sich spielen und singen und sagte da allen deutschen Damen und Herren: ,Er ist aus dem Lande Bellinis. Neapel, das singt ...' Dann sah ich ihn Wochen und Monate nicht, und als ich nach ihm fragte, taten die Leute sehr geheimnisvoll und legten einen Finger auf den Mund: ,Still, Herr Giovannino. Der Meister arbeitet ..." Aber wenn er Opern in feinem berühmten Theater in Bairutte ..„Sie meinen Bayreuth". ,^a. Maeftto, genau so ... Bairutte. Wenn er ein Werk von sich aufgeführt hatte und nach Hause kam — man spielt dort am Tage —, ließ er mich rufen und sagte sogleich: ,Giovannino, canzonette, canzonette ... Und nach zwei Jahren schickte er mich nach Italien mit einem schönen Haufen Geld und einer sehr schönen Photographie zurück, die ich, wenn Sie erlauben, mir die Ehre geben werde, Ihnen zu zeigen ... Der alte Musiker lief nach diesen Worten schnell zu seinem Platz und holte aus einem mit Samt ausgeschlagenen Kästchen ein zwischen Watte verpacktes Bild des Meisters mit folgender Widmung herbei: A Giovannino, a! mio caro Canzonetta, Ricardo Wagner ... Ja, Herr. So nannte ti mich immer >». Eanzorretta-,/ Zeitschriften. — Dem Manne, der was von Kunst versteht und dem man in Galerien, im Konzert und Theater begegnet, wie er begleitenden Damen mit eleganter Nonchalance feine Erkenntnisse zum Besten gibt, wird im Iuli'heft der „neuen Knie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) ein witziges Denkmal gesetzt. Es ist ein Schwanengesang auf den aussterbenden Snob, den Olaf Gulbrannson mit feinen Karri- faturen begleitet. Dieser heitere Beitrag folgt auf prachtvolle Aufnahmen aus den Ateliers von vier bekannten deutschen Bildhauern. Richard Hamann. MacLean schreib dazu über das Wesen der Monu- mentalplastik. Daneben steht ein Beitrag über die reiche und bewegte Kleinplastik. — Einen prägnanten Querschnitt gibt die „neue linie" durch Kunst schätze der Wiener und Prager Sammlungen. — Die Modebeilage bringt festliche Sommerkleider, Straßenkleider und -Mäntel sowie eine Fülle modischen Beiwerks. — Die Illustrirte Zeitung gibt am 28. Juni eine Nummer heraus, die der Stadt Wien gewidmet ist, und der der Reichskommissar Gauleiter Josef Bürckel ein Geleitwort auf den Weg gibt. Die großen Ausgaben, die Wien in Gegenwart und Zukunft zu erfüllen hat, stellt der erste Beitrag des Bürgermeisters Dr. Neubacher heraus. Wiens historische Aufgabe umreißt Professor Dr. Brunner. Die künstlerische Gestalt Wiens schildert Dr. Grimschitz, der Leiter der Oesterreichi- schen Galerie. Daß hinter der Kunstpftege auch die Pflege der Wissenschaft nicht zurücksteht, lehrt ein Beitrag Professor Dr. Faltas. Die heitere Lebens- fünft aber, die den Wiener vor allem auszeichnet, deutet Dr. Josef Kallbrunner aus Wiens glanzvoller 93ergangenbeit. Die Musikftadt Wien erfährt durch Professor Dr. Robert Haas ihre Würdigung. So fügt sich Strich für Strich zu dem Bill» dieser einzigartigen Stadt. — Unter der Ueberschrift: Der Arzt spricht, bringt die Monatsschrift „Kleine Kinder" regelmäßig Betträge, in denen Kinderkrankheiten und Fragen der Gesundheitspflege des Kindes behandelt werden. Die Artikelreihe beginnt mit der Besprechung einer der gesürchtetsten Kinderkrankheiten, des Keuchhusten. Die Iuninummer bringt darüber hinaus noch folgende interessante Aufsatze: Der Rhythmus im Leben des Kindes — Moderne Körperpflege und Bettung des Säuglings — Kleines Kind lernt iehen — Warum lügt das Kind? — Wie nützen mir die Beer^nernte. (Verlag Quelle & Meyer, Leipzig- SJL-'fpoti Kamps der Freundschafi in München. Deutschlands Leichtathleten schlugen Frankreich mit 106:45 Punkten. Harbig stellte seinen 800-Meter-liekord ein. 400 Meter- f. Helm (D), 49,0; 2. Eamonn (£), 49,1; 3. Marcillac (F), 49,5; 4. Joye (5), 49,7 Sekunden. . „ 800 Meter: 1. Harbig (D), 1:50,5; 2. Leoecgue (Z), 1:52,3; 3. Giesen (D), 1:52,8; 4. Joye (F), 1,57,2 Minuten. 150 Meter. 1. Kaindl (D), 3:57,8; 2. Eichberger (D), 3:58,0; 3. Meßner (F), 3:58,8; 4. Hanscnne (f?), 4:01,4 Minuten. 5000 Meter: 1. Eberlein (D), 14:52,0; 2. Eberhardt (D), 14:53,6; 3. Lalanne (F), 15:10,4; 4. El Ghazy (F), 15:16,0 Minuten. 110 Meter Hürden: 1. Brisson (F), 14,9; 2. Wegner CD), 15,1; 3. Pollmanns (D.), 15,2; 4. Mathiotte (F), 15,4 Sekunden. 4 X 100 Meter: 1. Deutschland (Kersch, Lorn- berger, Neckermann, Köster), 41,5 Sek.; 2. Frankreich (Goldowski, Ducourt, Dollöans, Dalmy), 42,5 Sekunden. 4 X 400 Meter: 1. Deutschland (Höllmg, Helm, Scheuring, Harbig), 3:15,0 Minuten; 2. Frankreich (Joye, Marcillac,' Cerutti, Peyre), 3:19,8 Minuten. Kugel: 1. Stück (D), 16.14 Meter; 2. Trippe (D), 16,12 Meter; 3. Noel (F), 13,45 Meter; 4. Du- bruqu (F), 13,28 Meter. Diskus: 1. Trippe (D), 47,12 Meter; 2. Lampert (D), 46,74 Meter; 3. Winter (F), 46,31 Meter; 4. Noel (F), 45,86 Meter. Speer: 1. Busse (D), 68,64 Meter? 2. Gerdes (D), 62,98 Meter. 3. Frinot (F), 60,45 Meter; 4. Ducher (F), 57,88 Meter. _ ~ m it Weitsprung: 1. Long (D), 7,28 Meter; 2. Gottschalk (D), 6,96 Meter; 3. Balozo (F), 6,92 Meter; 4. Baudry (F), 6,81 Meter. Hochsprung: 1. Weinkötz (D), 1.93 Meter; 2. Gehmert (D), 1.90 Meter; 3. Manent (F), 1,80 Meter; 4. Mnntran (F), 1,80 Meter. Stabhochsprung: 1. Sutter (D), 3,90 Meteor; 2. Haunzwickel (D), 3,90 Meter; 3. Ramadier (tf), 3,80 Meter; 4. Vintousky (F), 3,80 Meter. Gesamt: Deutschland—Frankreich 106 : 15 Punkte. Symgsgreßer ZvOO-Meler-Laus Deutschland schlügt Luxemburg 95:41. deutschen Rekord erreichte. Der junge Giesen mutzte seinen Schlußangriff auf Harbig mit dem zweiten Platz bezahlen, der in 1:52,3 an den Franzosen Leoeccjue siel. Hatte eingangs der Mannheimer Neckermann die 100 Meter in 10,6 Sekunden vor Hornberger (Frankfurt) gewonnen, fo bewies dann über 200 Meter Scheuring (Ottenau) feine beständige Form durch eine Zeit von 21,1 Sekunden. Unerwartet kam der deutsche Doppel- erfolg über 5000 Meter. Eberlein (München) und Eberhardt (Neustadt) liefen den Franzosen in der letzten Runde aus und davon und belegten in dieser Reihenfolge die ersten Plätze; stark enttäuschte hier der oielgerühmte Franzose El Ghazy. Von den beiden deutschen Staffelsiegen ist besonders die Zeit über 4X400 Meter mit 3:15,0 Minuten heroorzuheben. In den technischen Wettbewerben waren vor allem unsere Kugelstoher in Hochform. Gerhard Stück (Berlin) verwies mit 16,14 Meter den aus Westdeutschland stammenden Trippe (16,12 Meter) knapp auf den zweiten Platz. Oie Ergebnisse: 100 Meter: 1. Neckermann (D), 10,6; 2. Hornberger (D), 10,7; 3. Valmy (F), 10,8; 4. Goldowski (F), 10,9 Sekunden. 200 Meter: 1. Scheuring (D), 21,1; 2. Neckermann (D), 21,3; 3. Bucourt (F), 21,8; 4. DollL- ans (F), 22,0 Sekunden. Er hatte sogar einige Fragen Margits nur knapp beantwortet. Obwohl sonst alles, was seinen Beruf anging, ihn sofort anspringen lieh wie ein jun- Nes Pferd, dem man die Sporen gab. Er ging in dem großen Zimmer herum, und seine Schritte hätten recht vernehmbar geklungen, wenn der schwere Teppich nicht jeden Laut verschluckt hätte. „Du kannst darüber lächeln, Margit: Dirs kleine, merkwürdige Erlebnis hat mich erregt. Du kennst mich doch. Es ist so, als schnappe irgendeine Feder ein und dann beginnt ein Uhrwerk zu chnurren."' Er hielt inne, sah Margit an und lachte. ,Du kennst doch Römer. Er behandelt dich ja. Also: Römer scheint ein außerordentliches Interepe an dem Mädchen 3U nehmen. Merkwürdig, wie? Gerade Römer! Uebrigens, weißt du, wenn ich mir ihr Gesicht vorstelle — so im Profil —sie hat eine gewisse Aehnlickkeit mit dir, bestimmt. Allerdings eine andere Haarfarbe; aber immerhin. . Er 'schwieg. Aergerte sich über sich selbst. Was redete er denn da immer herum? Aber es brannte in ihm. Er mußte über das Mädchen reden. Margit hatte die Deine Übereinandergeichlagen und die Hände über dem Knie verschlungen. Ihr silberblondes Haar glitzerte im Schein der Seiden- lampe, die auf dem Tisch neben der Couch stand. Ihre großen, blauen Deilchenaugen blickten Vallendar ernst an. Um ihren feingezeichneten Mund lag ein Lächeln stiller Wehmut. Glaubte denn der gute Junge, er könne sie täuschen? „Was war es denn nun mit diesem Burd, Werner? Du bist davon Der Dreifrontenkampf der deutschen Leichtathleten, mit dem unsere internationale Kampfzeit des vorolympischen Jahres eröffnet wurde, brachte am Sonntag erwartungsgemäß drei Siege, lieber- rafchend kam allerdings die Höhe der deutschen Erfolge. Dänemark wurde in Kopenhagen von einer rein norddeutschen Vertretung mit 101:79 Punkten geschlagen, eine westdeutsche Mannschaft bezwang in Esch Luxemburg mit 95 :41 Punkten, und der 13. Länderkampf gegen Frankreich in München brachte den 13. deutschen Sieg mit dem Rekord- ergebnis von 106 :45 Punkten. Damit wurde der bisher eindrucksvollste deutsche Erfolg vom Vorjahre mit 105:46 noch übertroffen. Nur in einer einzigen Hebung, dem HO-Meter-chürdenlauf, gab es einen französischen Sieg durch Brisson, der in 14,9 Sek, die beiden Deutschen Wegner und Pollmanns hinter sich ließ. Die rund 15 000 Zuschauer, die das Dante- Stadion bis auf den letzten Platz füllten, begrüßten beide Mannschaften mit herzlichem Beifall. Der Kampf wurde bei leicht bewölktem Himmel durch- geführt, aus dem nur hin und wieder die Sonne durchbrach. Auf der von dem Regen am Vormittag noch feuchten und daher etwas schweren Bahn wurden ausgezeichnete Leistungen vollbracht. Die beste Zeit erzielte unser Europameister und Rekord- mann Rudolf Harbig, der über 800 Meter mit 1:50,5 Minuten feinen erst vor kurzem aufgestellten Zu schön war das! Behutsam hob Tönnchen die Platte hoch, auf der die dunkelrote Gänsebrust lag. Die gnädige Frau muhte, wie gern der junge Herr Spickgans aß. Jetzt schlachteten sie auf Bärenbruch ja schon die ersten Gänse für den Königsberger Markt... Es nxir dock ein Segen, daß sie den Herrn Werner nach Berlin begleitet hatte! Wie hätte er sonst wohl was Ordentliches zu essen bekommen? Unwillkürlich warf Tönnchen einen Blick auf die stark vergrößerte Liebhaberphotographie, die an der Wand des Eßzimmers hing. Das Gutshaus und davor ein Teich, in dem die Enten schwammen. Und an der Seite der junge Herr, einen Fuß im Steig- bügel des Fuchses. „Ach Jottchen!" seufzte die Haus, hälterin in ihrem echten, breiten Ostpreußisch, das sich in Berlin kein bißchen abgeschliffen hatte. „Ach Jottchen — unser junger Herr!" Eine Reithose hatte er auf dem Bilde an und ein weißes Hemd, das die Brust freilich. Und er lachte! Lachte, weil das Leben so schön war! r .. „ _ ,.. Tönnchen strich sich die weihe gestärkte Schurze glatt. Daß er so glücklich war — hier, in dem wirbelnden Berlin! Aber deswegen hing er doch an der Heimat. Manchmal kamen Leute, die sagten, das Eßzimmer sei altmodisch und passe nicht für einen Schauspieler. Die wußten freilich nicht, daß die Möbel aus Bürenbruch stammten. Ach, die kannten ihn alle nicht! Wie liebte er dieses Zimmer und die Bilder an den Wanden! Da war Tora, die Zuchtstute, die so großartig einschlug, und dort die Weide, auf der sich die Fohlen tummelten. Dies Zimmer war ein Stück Barenbruch. Wenn man nicht das Klingeln der Elektrischen gehört hätte und das dumpfe Brau- fen des Großstattlärms, man hätte meinen können, man fei auf dem Gute. Das Mädchen rumorte in der Küche ... Tönnchen schrak auf. Der junge Herr liebte es nicht, daß es laut zuging, wenn er mit Frau Larsen ftumcrte. Rasch 'ging sie aus dem Zimmer, vor sich das Tablett mit all den Köstlichkeiten, die die gnädige Frau zur Heimkehr aus Aegypten geschickt hatte... Aber das gute Tönnchen hatte sich getäuscht: Werner Vallendar sprach nicht über den neuen Fum. Auch im Länderkampf gegen Luxemburg kamen Deutschlands Leichtathleten zu dem erwarteten Sieg, mit 95:41 Punkten fiel das Endergebnis sogar recht deutlich aus. In allen Wettbewerben gab cs deutsche Siege, ja die Gastgeber konnten nur zweimal deutsche Doppelsiege verhindern. Die bernor: stechendste Leistung vollbrachte der alte Kämpe Max Syring (KTV. Wltenberg), der im 5000- Me ter-Lauf mit einer Zeit von 14:40,0 Minuten unter seinem anerkannten deutschen Rekord von 14:41,4 blieb,"aber bekanntlich wurde Syring m Kopenhagen von dem jungen Hamburger Fe Hermann zur gleichen Stunde übertroffen. Don den übrigen Leistungen wären noch die 1:53,8 Minuten von Br and sch eit über 800 Meter, der Weitsprung über 7 20 Meter des Frankfurters Witte und der Diskuswurf über 48,19 Meter des Wiener Polizisten Wotapek zu erwähnen. Der Kampf hatte in dem kleinen Städtchen Esch nur gegen 1000 Besucher angelockt, unter denen man auch den deutschen Landesgrupepnleiter Dr. Diehl sah. Deutscher Sieg in Kopenhagen. Klar und eindrucksvoll war der deutsche Erfolg in Kopenhagen beim 5. Leichtathletiktreffen mit Dänemark. Der Schluhstand mit 101 :79 Punkten war höhor als die Dänen erwartet hatten. Bedauerlicherweise ließ der Langstreckenmeister Harry Sie- f ert seinen Verband und seine Kameraden in letzter Minute im Stich und wird sich für sein unsportliches Verhalten noch verantworten müssen. Bei sonnigem, aber etwas windigem Wetter wohnten im fahnengeschmückten Oesterbro-Stadwn der dänischen Hauptstadt dem Kampf rund 9000 Zuschauer bei. Don den insgesamt 12 Wettbewerben gewannen die Deutschen neun und die Dänen drei. Perloren gingen für uns der 100-Meter-Lauf, der Stabhochsprung und die Schwedenstasfel. Die Glanz- Das Tönnchen, wie Vallendar sie nannte, war unzufrieden. Da hatte die Mutter aus Bärenbruch das grohe Paket geschickt, und sie hatte alles mit so . ■ ■ . Diel Liebe gedeckt, und nun war kaum etwas ge- sges Pferd, dem man die gehen worden. Na ja, die Frau Larsen, die ah rc- flW nrnn,t1 überhaupt jar urscht! Aber mit dem Appetit des jungen Herrn war es sonst doch besser bestellt? Tönnchen hielt einen Augenblick ganz stille und lauschte nach dem Nebenzimmer hinüber. Da drinnen saß nun der junge Herr mit Frau Larsen. Sie schienen über den neuen Film zu sprechen, den sie zusammen drehen sollten. Manchmal hob der junge Herr die Stimme, und bann antwortete Frau Larsen. Es klang wie Musik, wenn die beiden sprachen. Schwarzwald zur Ostsee führte. Am 18. Juni waren 22 Teilnehmer in Freiburg i. B. gestartet. Sie legten in 13 Etappen 840 Flugkilometer bis zum Zielflughafen Stettin-Attdamm zurück, wo 14 rechtzeitig eintrafen. Die anderen blieben infolge des schlechten Wetters in Berlin-Rangsdorf und Finowfurt liegen. Als Sieger des Wettbewerbs erhielt der NSFK.- Obersturmführer Schmidt von der NSFK.- Gruppe Südwest die Goldene Hermann-Göring- Plakette, NSFK. Hauptsturmführer Bräutigam (Gruppe Elbe/Saale) und Segelflugzeuaführer Flinsch (DDL.) Darmstadt) wurden als Zweiter und Dritter mit der Plakette in Silber ausgezeichnet. Obersturmführer Huth (Gruppe Nord) und Obertruppführer R e u f a u f, Gruppe Weser/Ems belegten die nächsten Plätze und erhielten die Bronze- plakette. Flugkapitän Hanna Reitsch (DFS. Darmstadt) wurde Sechste; sie erhielt die Bronzeplakette des Korpsführers des NSFK. — Huth hatte den Wettbewerb 1937 gewonnen, Hanna Reitsch war Dorjahressiegerin. Ergebnis: 1. NSKF.-Obersturmführer S chm i d t (Gruppe Südwest) 560,60 Wertungspunkte, 2. Hauptsturm- führer Bräutigam (Gruppe Elbe/Saale) 531,40 P.; 3. Segelslugzeugführer Flinsch (DVL. Dann- ftadt) 466,10 P.; 4. Obersturmführer Huth (Gruppe Nord) 450,06 P.; 5. Obertruppführer Reukauf (Gruppe Weser/Elbe) 426,0 P.; 6. Flugkapitän Hanna Reitsch (DFS, Darmstadt) 404,14 P. Marburg HZ-Gebietemeistrr. In Marburg wurde am Sonntag die Meisterschaft des HI.-Gebietes Kurheffen im Fußball zwi- fchen den Bannen 224 Marburg und 83 Kassel ausgetragen. Die Marburger nutzten ihre Chancen bester aus als der Gegner, der im Felde wohl überlegen war, sich aber vor dem gegnerischen Tor nicht entsprechend durchsetzen kannte. Die Marburger siegten mit 2:0 (2:0). GROSSGARAGEi ■Öltet Westen Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er drehte sich um — und erschrak: Der Rückweg war wie ein hoher Berg, den er niemals mehr erklimmen konnte... Die peitschenden Herzschläge trieben ihn wieder voran. Vielleicht fände er L2i seinem Wagen den Fahrer? Das war ein treuer, zuverlässiger Mensch... Taps — taps, machten seine Schritte, während es in seinen Ohren wie Meeresbrandung dröhnte. Die Sti'tlampen glitzerten in weiter Ferne, wie verstreute Sttrne. Furcht würgte ihn. Taumelnd drehte er sich um und sah undeutlich an der Einfahrt, durch die er eben gekommen war, einen Menschen stehen. Aber feine sinne waren schon zu verwirrt, um den Tankwart der Garage zu erkennen. Trug der Mensch nicht eine Lederjacke? Ein eisiger Schreck ließ ihn erzittern. Blitzhaft überkam ihn die beklemmende Gewißheit, daß dieser Mann am ©arageneinggng der junge James sei — James, der- ihn verfolgte... Wenn ich jetzt das Bewußtsein verliere, ist James der erste, der mich findet!, dachte er mit einer letzten Willensanstrengung. Er wird mir den Brief stehlen und ihn vernichten... Mit schreckhaft geweiteten Augen sah er sich um. Verlor schon für Sekunden das Gefühl, wo er sich befand. Er wollte um Hilfe rufen, aber nur ein fast unhörbares Stöhnen löste sich aus seiner Kehle. Es war die stille Zeit in der Garage, da die Autos eingestellt und die Wagenwäscher noch nicht an der Arbeit waren. * lieber dem großen, etwas altmodischen Garage- Mietwagen, mit dem Preetz in Hamburg gewesen war, brannte an der Decke eine Birne. Burd erkannte den Wagen und taumelte auf ihn zu, .als könne er Schutz in ihm finden. Als feine Hand den kühlen Stahl der Karosserie berührte, fühlte er ganz klar: Es geht zu Ende mit mir... Ein letztes Aufflackern feiner alten Tatkraft überkam ihn. James durfte den Brief nicht bei ihm finden! Jeder andere — nur nicht James! Zwar bebte die Hand, die den Brief aus der Brusttasche zog, und feine Augen sahen fast nichts mehr. Aber er tastete sich an den anderem Wagen entlang, und um feinen Mund lag ein hoffnungsvolles Lächeln*.. Weg mit dem Schriftstück — nur weg von mir! ♦ damit 1,5 Mill. RM. erreicht) und — wie erwähnt — 150 000 RM. an die Unterstützungskasse, so daß 76 719 RM. zum Neuoortrag verbleibt. Adam Opel AG. Rüsselsheim. FWD. Am 3. Juli läuft im Brandenburger Opel- werk der 10 000. Export-Lastkraftwagen vom Band. Das Werk Brandenburg wurde im Januar 1936 nach 190tägiger Bauzeit feierlich eingeweiht, und die Produktion setzte sofort mit einer Tageserzeu- ating von 50 Wagen ein. Bis Ende Juni 1939 sind rund 38 300 Opel-Dlitz-Lastwagen auf dem In- • landmarkt zugelassen und 10 000 exportiert worden. ■ Die Gefolgschaft des Werkes beträgt zur Zeit 3500 Köpfe. Rhein-Mainische Börse, wenig Geschäft. Frankfurt a. M., 1. Juli. Zum Wochenende erfuhr die Unternehmungslust keine Erhöhung, was fick) in nur geringen Kundschaftsaufträgen äußerte. Teils betrafen sie wieder kleine Abgaben, zum andern auch mäßige Kaufe offenbar aus Mitteln Des Juli-Kupontermins. , Am Attienmarkt lagen die Kurse bei wenig Geschäft uneinheitlich, größere Abweichungen als 0,25 bis 0,50 o. H. waren nur vereinzelt Erneut rückläufig Verein. Deutsche Metall aus 163 (165). Don anderen heimischen Werten Slblerroerfc — 1 v.H. auf 95,50, Metallgesellschaft — 0,50 v.H. auf HO, aber JG.-Farben 0,25 oft. fefter nut 142. Sonst wurden u. a. notiert: AEG. 108 (107,50), Cement Heidelberg 138,50 515 138 (138^), Hoesch 104 50 (105), Rheinmetall 113 (113,oO), Demag 134 (134 25) Verein. Stahl 97,50 (97,75), Mannesmann unverändert 102 und Reichsbank unverändert 185. Am R e n t e n m a r f t wiesen amtlich notierte Werte kaum Veränderungen auf. Reichsaltbesitz 131,55 (131,50), Dekofama ! 137,25 (unverändert). Liquida tionspfandbriefe schwankten bis 0,13 n r- roährend Stadtanleihen uneränbert blieben. Auch Industrie-Anleihen waren im allgemeinen behauptet, ebenso Gold Pfandbriefe und Staatsvaviere. Im Freioerkehr hatten Steuergutscheine lebhaften Handel, Serie I erneut matt mit 102 bis 101,10 nach vorbörslich 102,30 und gestern abend 102,70. Im Verlaufe m.-chten sich Ansätze zu einer leich- fen Befestigung bemerkbar, doch blieb es habet und auch das Geschäft konnte sich nicht beleben. Verein* gelt nannte man etwa 0,25 bis 0,50 v. H. über dem Anfang liegende Kurse, so u. a. IG. Farben 142,50 nach 142, Vereinigte Stahl 97,75 bis 98 bis 97,40 nach 97,50. Von den später notierten Werten lagen Gesfürel und Moenus Maschinen je 2 v. H. schwä- cher mit 120,50 bzw. 115 und MAN. büßten 1,50 v. H. ein auf 135, dagegen Aschaffenburger Zellstoff 84 (82,65). Ä a ™ Im Freiverkehr zogen Katz & Klumpp auf 92 bis 94 (87 bis 89) an, man erwartet 6 (5) v. H. Dividende. Dingler 0,50 v. H. niedriger mit 101 bis 103. Tagesgeld nach dem Ultimo ermäßigt auf 2,75 (3,25) v.H. ' ' Zur EierPreisregelung. Feldbergfest nur teilweise durchgesührt. Das am Sonntag zum 86. Male auf dem Großen Feldberg i-m Taunus durchgeführte älteste deutsche Bergfest hatte außerordentlich unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Schon die Vormittagskämpfe wurden durch den ständig niedergehenden Regen stark beeinträchtigt, doch stand der Großteil der angetretenen 1000 Teilnehmer den Kampf durch. Die für den Nachmittag vorgesehenen Entscheidungen in den Mannschaftskämpfen und Staffeln mußten ebenso wie die Scyauvorführunaen bei dem aufgeweichten Boden ausfällen. Die Wanderpreise in den Staffeln wurden den vorjährigen Siegern auf ein weiteres Jahr belassen. Der Stampf um das Völsungen- horn wurde dahingehend entschieden, daß die Punkt- zahlen der Hebungen des Dreikampfes der fünf besten Wettkämpfer jeder Mannschaft gewertet wurden. Sieger wurde hierdurch die Jahn-gemeinschaft Oberursel vor dem Verteidiger Polizei Frankurt und der ^-Sportgemeinschaft Frankfurt. Oberursel errang Damit erstmals den historischen Wanderpreis. Eine Würdigung der Einzelleistungen kann bei den Verhältnissen unterbleiben, es war schon eine besondere Leistung der Teilnehmer überhaupt, den Kampf durchzuführen. Vorbereitung und Abwickelung des Festes waren vorzüglich, so daß schon in den frühen Nachmittagsstunden die Teilnehmer die Rückfahrt antreten konnten. >. 3m Segelflug quer durch Deutschland. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste von Par- tei, Wehrmacht und Staat fand am Sonntag in Stettin die Sieaeroerkündung in dem Zielstrecken- Scgelslug des NS.-Fliegerkorps statt, der vom FWD. Es wird daraus hingewiesen, daß laut einer Verfügung des Reichskommisfars für die Preisbildung der Preis für ungekennzeichnete (Eier 10 Rpf. je Stück beträgt. Sofern in Gebieten, in denen keine Selbstmarktbeschränkung besteht, die Eier außerhalb der Ortsgrenze verkauft werden, barf dieser Preis von 10 Rpf. keinesfalls über» schritten werden, andernfalls Anzeige wegen Höchst" Preisüberschreitung erfolgt. Der festgesetzte Kilo- preis von 1,56 RM. deckt sich bei der UmrechnunK ungefähr mit dem Preis von 10 Rpf. je Stück. Neue Frühtarwssel-Erzeugerpreise. FWD. Für die Zeit vom 3. bis 8. Juli 1939 werden für Speisefrüh karto ff ein folgende Erzeuger- festpreise je 50 kg in RM. netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt: weiße, rote, blaue Sorten 5,20, runde gelbe Sorten 5,60, lange gelbe Sorten 6,— RM. abgefommen/ , , , x „Nichtig, meine Gedanken machen heute abend Sprünge. Ich glaube, das kommt von der verrückten Wustensonne; die hat mir zu lange auf den Kops geschienen ... Also: Burd soll sich sehr für diese Charly Sander interessiert haben. Dor drei Jahren. Hast du damals mit ihm nicht wegen eines Av- schlufses nach drüben verhandelt?" „Ja. Aber, wie ich las, hat Burd feit zwei Jahren feine Produktion verkauft. Damals lehnte ich ab, Seine Firma erschien mir nicht groß genug"" Sie schwieg in sich hinein. Ich Hütte es nicht tun sollen! warf sie sich vor. Es wäre aermbiitiaer gewesen, Burds Angebot anzunehmen. Ich schlug es aus, weil ich Vallendar kennengelernt hatte. Nun wird es zu spät für mich ... -öie hob den Kopf. wollte mit dir etwas besprechen, Werner! Was meinst du, wenn ich die Rolle ablehnte, die ich spielen soll?" M Er war ganz verwirrt. „Die Rolle m dem neuen Film? Du hast nie eine bessere gehabt, Margit.' „Meinst du? Ich fürchte, es ist nicht das Richtige. Ich möchte die andere Nolle spielen — die tfrau des Ingenieurs." Ihr Herz schlug heftig. Was wird er sagen? Zu dieser Andeutung, daß sie sich langsam auf den Uebergang vorbereiten wollte? Diesen Uebcrgang, der fo schwerfiel und so schmerzlich «sy tat —"Den Uebergang. in ein älteres Fach? (Fortsetzung folgt.) Als Burd in die Garage hineingegangen war, gellte in dem Nebel ein Pfiff auf... Jnteresflert i horchte Huckemann. Er konnte jedoch niemand sehen. > Der junge James, der Burd angesprochen hatte, i war mitten auf der Straße stehengeblieben. Noch- > malß hob er zwei Finger und steckte sie zwischen i die Lippen. Ein Mann in steifem Hut kam auf ihn zu. „Wie soll man dich denn finden? So was von । Wetter!" Der junge Mensch hustete und sprach heiser. „Er will zu einem Notar gehen, hat er gesagt. Er will es festmachen. Er sagt, er habe , alles bei sich. Wenn er es tut, bin ^ch verloren." „Ich denke, er will es der Sandner geben?" „Nahm ich an. Aber er scheint es sich überlegt zu haben." Der Mann in der Lederjoppe stieß einen Hluch zwischen den Zähnen hervor. „Wir müssen ihn treffen, ehe er zum Notar kommt! Ich muß ihn überreden!" „Meinst du, daß das was nutze? „Es ist meine letzte Möglichkeit. Er darf mich doch nicht übergehen! Vielleicht kann ich ihn im Hausflur des Notars noch mal anreben..." „Ob er im Hotel hinterlassen hat, wohin er geht?' Man muß es darauf ankommen lassen. Geh ins Hotel! Sieh zu, ob du die Adresse erfahren kannst! Der Alte ist in der Garage. Noch ist. er nicht draußen." m . Die beiden Gestalten trenten sich; der Nebel ver- schluckte^sie kreiste; sie ließ die Gäste herein und hinaus. Ein etwas schäbig angezoaener Mann kam herein. Tippte an den Hut, als fei er hier gut bekannt. Ohne Zögern ging er auf den Empfangstifch zu Mister Burd aus Los Angeles hat mich bestellt. Ich sollte mit ihm zum Notar gehen. Es handelt sich um einen Filmoertrag." Der Empfangschef sah auf. „Mister Burd ist aus- gegangen. Er tjat nichts für eie Hinterlagen. Der' Mann erschrak offensichtlich. Er öffnete den Mulid dabei wie in einem gutgespielten Erstaunen. Der Empfangschef sah drei Goldzähne blitzen. Es fiel ihm auf. , , . Aber der Vertrag sollte doch heute abend unter- zeichnet werden! Ich habe mit Mister Burd ge- kabelt, als er noch auf dem Dampfer war. Der Empfangschef sann nach. Der Mann ch'.en i Bescheid zu wissen. Vielleicht hatte Mister Burd ■ es vergessen? Er schien sich ohnehin nicht gut zu i fühlen „Mister Burd ist zu Notar Grußendorf > nach der Wilmersdorfsr Straße gefahren , jagte er und wandte sich anderen Gästen zu, die eine Aus- : fünft begehrten. . ... .. . > Der Mann mit den drei Goldzahnen tippte t wieder an seine Melone und ging bann rasch - Antonie Enkrbeck, Vallendars Haushälterin, räumte den Eht'sch ab. Diejjrofie Uhr in »er Diele schlug gerade die neunte -stunde. VW - ■ SA.-Gruppenkämpfe in Kassel 1. Gießener SA. vor der Abfahrt am Bahnhof Gießen. (Bild: Standarte 116.) tagein und tagaus, Mo- erneut bewußt, gleich den Sturmabteilungsmännern, die in der Kampfzeit ihren Weg fest entschlossen weitergingen und ihr Ziel verfolgten, bis sie mit dem Siege belohnt wurden. Der Marsch stockte damals nie, weil das Ziel klar erkannt wurde, und er wird deshalb heute erst recht nicht ins Stocken geraten. Wer Gelegenheit hatte, bei der Abfahrt der Wettkämpfer nach Kassel ihnen in die Augen zu schauen und ihre Entschlossenheit zu beobachten, der mußte feststellen, daß diesem SA.-Mann der Dienst am eigenen Volke die höchste Genugtuung für seinen selbstlosen Einsatz bedeutet und daß für ihn der Wahlspruch gilt, daß man nicht lebt um des Mitlebens willen, sondern daß man lebt, um mitzu- kämpfen. der ersten Sekunde an darauf bedacht, mit seiner fabelhaften Linken den pendelnden Gegner auf Distanz zu halten und so die gefährliche Halbdistanz zu vermeiden. Schon den ersten richtigen Schlagwechsel löste Schmeling mit einer Rechten, die nicht ohne Wirkung blieb. Als Heuser erneut anstürmte und sich in den Nahkampf verbissen hatte, kam die schnelle Entscheidung. Mit einer kurz gestarteten, wuchtigen Rechten traf Schmeling seinen Gegner in der 61. Sekunde hart am Kinn, stöhnend fiel Heuser zu Boden, kraftlos Arme und Beine von sich gestreckt. Griese zählte ... fünf, sechs, sieben ..immer noch lag Heuser am Boden, aus! Auch nach der letzten Zahl war der Bonner noch völlig benommen und ohne Besinnung. Als Schmeling schon von den Photographen und seinen Freunden im Ring bestürmt und gefeiert wurde, bemühten sich die Betreuer immer noch um den Titelverteidiger. Erst nach einigen Minuten kam Heuser wieder zu sich. Nur mit Mühe konnte er aus dem Ring geschafft werden. Handgranatenweitwerfen, ÄL A: Scharf. Simon (25/81) 70,77; 2. SA.-Mann Wagner (4/87) 65,12. 6X100-Meter-Pendel° staffel, Kl. A (für Nachrichten): 1. St. 88 1:21,4; B Pioniere: 1. St. 81 1:40,0; C Reiter: 1. Reiterst. 49 Frankfurt 1:23,8. 200 Meter: 1. SA.-Mann Huth (14/98) 21,4; 2. Rof. Henkel (22/81) 21,6. Mannschafts-Fünfkampf (1/8): 1. St. 63 13831 P.; 2. St.81 9633 Punkte. Weitsprung, Kl. A: 1. Scharf. Hassinger (4/63) 6,86 Meter; 2. Scharf. Scheller (1/418) 6,62 Meter. 2 0 X V2 =• Runde-Hindernis st affe l: 1. St. 81 13:10,6. 4 X 400 Meter: 1 St. 63 3:33,8. 4 X 1 00 Meter: 1. St. 63 44,5. Schießen, Mannschafts, kampf: 1. St. 63 6979 Ringe. Führerkampf, Einzel: 1. Osturmf. Werkhäuser (Brigade 49) 372 R., Mannschaftswertung: 1. Brigade 49 4310 Ringe. Pistolenschießen, Einzel: 1. Osturmf. Weiß (Gruppenstab) 653 Ringe, Mannschaftswertung: 1. Stab der Gruppe Hessen 1757 Ringe. KK. - Schie - ß en : 1. Otruppf. Braunertz (83) 324 Ringe. 10 0- mal-100-Meter-Staffel: 1. Brigade 49 29:08,5 Minuten. not für Monat und Jahr für Jahr in dem Dienst der SA.-Einheiten betrieben wird. Nach dieser und nach keiner anderen Struktur ist nur ein ständiger Einsatz auf sportlichem und wehrsportlichem Gebiet möglich. Wenn jetzt die Sieger der Standartensporttage der vielen Mannschafts- und Einzelwettbewerbe als Vertreter ihrer Standarte in Kassel zusammen mit den Siegern der übrigen 25 Standarten um den Gruppenbesten kämpften, dann dürfte ihnen die Erinnerung an den harten Einsatz, den die Leistung des Wettkampfgegners von ihnen forderte, die Verpflichtung zu höchstem Ansporn sein. Den vielen Kämpfern, deren Einsatz nicht mit dem Siege belohnt werden konnte, wird die Verpflichtung zum unbeirrbaren Weiterschaffen und Weitermarschieren Handball-Endspiele um die „Deutsche" l a u f (1 Führer, 3 Mann): 1. St. 418 338; 2. St. 98 334 Punkte. 100- Me ter - Lauf, Kl. A: 1. Rof. Henkel (22/88) 11 Sek.; 2. SA.-Mann Huth (14/98) 11,1 Sekunden; Kl. B: 1. Scharf. Nieman (11/116 Gießen) 12,2 Sek.; Kl. E: 1. Rof. Schenk (32/234) 13,1 Sekunden. 40 0 Meter Hindernislauf, Kl. A: 1. Rof. Seibert (Pi. 87 Limburg) 51,5; 2. Trupps. Hohlbein (4/63 Frankfurt) 51,5. 300 0- M e t e r - L a u f, Kl. A: 1. SA.-Mann Kraus (1/88) 9:37,4; 2. Sturmm. Schloßhahn (3/167) 9:37,5. Kugel st oßen, Kl. A: 1. Scharf. Simon (25/81) 14,14; 2. Scharf. Blum (25/81) 13,48 Meter. Jakobs, 38,14 Meter. 3000-Meter <= Hindernislauf. Mannschaftswertung, Klasse A: 1. Stand. 98, 11:41,0, 2. Stand. 81, 12:09,5; Klasse B 1. Stand. 83, 13:13,6. Handgranatenweitwurf, Klasse A: 1. Stand. I. 33, 53,63 Meter, 2. Stand. 81, 53,22 Meter; Klasse B, Einzelwertung: 1. SA.-Mann Strobel (13/166), 60,07 Meter; Klasse B, Mannschaftswertung: 1. Stand. 98, 49,99 Meter. Speerwerfen, Klasse A, Einzel: 1. Rottenführer Matheim (4/63 Frankfurt), 45,58 Meter, 2. SA.-Mann Schulze (1/81), 45,05 Meter. Hammetwurf, Klasse A: 1. Rottenführer Hermann (Pi. J./ll), 42,53 Meter, 2. Rottenführer Balke (Pi. 3711), 31,98 Meter. Gewichtheben: Bantam:. 1. Rottenführer Großmann (7/83), 440 Pfund; Feder: 1. Sturmmann Zingel (25/81), 445 Pfund; Leicht: 1. Sturmmann Mühlberger (25/81), 510 Pfund; Mittel: 1. SA.-Mann Handel (7/83), 490 Pfund; Halb- schwer: 1. Scharführer Brencher (13/167), 425 Pfund; Schwer: Rottenführer .Kehl (25/81), 525 Pfund. Wehrmannschaftskampf (1 Führer, 36 Mann): 1. St. 83 469,2; 2. St. J 33 436,8. SA.- Führerkampf, Kl. A: 1. Oscharf. Stäuber (23/234). Platzz. 17; 2. SA.-Führer Menn (Brigade 48 Marburg), Platzz. 18; Kl. B: 1. SA.-Führer Geyer (21/) 33), Platzz. 9; Kl. C: 1. Otruppf. Wal- pert 7/83, Platzz. 5. R a d f a h r st r e i f e (1 Führer, 8 Mann): 1. St. 81 Frankfurt 313,67; 2. J 11 Marburg 294,52. Große Straßen st affel: 1. SA.-Brigade 147 Gießen 29:07; 2. SA.-Brig. 48 29:08,6. Mannschafts - Orientierungs110 Meter Hürden: 1. Glaw (D) 14,6; 2. Thomsen (Dä) 14,8; 3. Edvin Larsen (Dä) 15,0. Hochsprung: 1. Martens (D) 1,91 Meter; 2. Langhoff (D) 1,91 Meter; 3. Poul Otto (Dä) 1,85 Meter. Weitsprung: 1. Lindemann (D) 7,16 Meter; 2. Helger Hansen (Dä) 7,05 Meter; 3. Kegel (D) 6,69 Meter. Stabhochsprung: 1. Ernst Larsen (Dä) 3,90 Meter; 2. Thomsen (Dä) 3,80 Meter; 3. Bautenheimer CD) 3,70 Meter. Kugelstoßen: 1. Beyer (D) 14,78 Meter; 2. Dr. Sievert (D) 14,52 Meter; 3. Frode Moesgaer (Dä) 13,53 Meter. Diskus: 1. Fritsch (D) 45,87 Meter; 2. Dr. Sievert (D) 45,85 Meter; 3. E. Jensen (Dä) 45,47 Meter. Schweden staffel: 1. Dänemark (Skrydstrup, Jen- fen, Bock, Rose) 1:58; 2. Deutschland (Rohrssen, Blazejezak, Fehring, Hasenclever) 1:58,2. Gesamtftand: 1. Deutschland 101 Punkte; 2. Dänemark 79 Punkte. SA.-S1andarle 116 bei den Gruppenwettkämpfen in Kassel leistung des Tages war der Rekordlauf von Fekle r s m a n n über 5000 Meter in 14:34,6 Min. Der Hamburger hat mit dieser Leistung den vor einem Jahr von Max Syring (Wittenberg) in Königsberg oufgeftellten Rekord von 14:41,4 Min, um fast sieben Sekunden unterboten. Herauszuheben sind noch der 110-Meter-Hürdenlauf von Glaw in 14,6 Sek. und die Hochsprunghöhe von 1,91 Meter, die Martens und L a n g h o f f gemeinsam übersprangen. Die Ergebnisse. 100 Meter: 1. Skrydstrup (Dä) 10,7; 2. Fehring (D) 10,8; 3. Holger Hansen (Dä) 10,8. 400 Meter: 1. Blazejezak (D) 49,6; 2. Ole Dorph Jensen (Dä) 49,9; 3. Hasenclever (D) 50,0. 800 Meter: 1. König (D) 1:56,1; 2. Emanuel Rose (Dä) 1:56,9; 3. Steinbach (D) 1:57,1. 1500 Meter: 1. Körting (D) 3:58,4; 2. Seiden- schnür (D) 3:58,6; 3. E. Rantil (Dä) 3:59,6. 5000 Meter: 1. Fellersmann (D) 14:34,6 (Deutscher Rekord); 2. Martin Jensen (Dä) 14:59,6; 3. Zismer (D) 15:06,6. Als vor wenigen Wochen Gießen über ein Wochenende sein Gepräge durch die Sportkampftage der Standarte 116 erhielt, als aus ollen Teilen des Standartcnberei- ches die SA.-Führer und -Männer im ritterlichen Wettstreit ihre Leistungsund Einsatzfähigkeit unter Beweis stellten, dürfte wohl dem letzten Zweifler Klarheit darüber gekommen sein, daß es der SA. — dieser ältesten und traditionsreichsten Gliederung der Partei — mit ihrem vom Führer übertragenen Erziehungsauftrag sehr ernst ist. Solche Leistungsproben können nicht aus dem Erdboden gestampft werden, d. h. sie fordern als Voraussetzung die ständige, zielstrebige Ausbil- dungs- und Erziehungsarbeit, wie sie nun einmal Die Frage nach dem Sieger des Europameisterschaftskampfes im Schwergewicht zwischen dem Titelverteidiger Adolf Heuser und Max Schmeling wurde am Sonntagnachmittag in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn mit einer kurzen Rechten des'Exweltmeisters sehr schnell beantwortet. Schmeling hat durch diesen sensationellen Ko.-Sieg bewiesen, daß seine sportliche Laufbahn noch keineswegs zu Ende ist und daß er auch in Zukunft als Europas bester Schwergewichtler anzusehen ist. Der Kampf hatte vor allem in Süddeutschland ütne ungeheure Spannung ausgelöst. Die für dieses Ereignis besonders hergerichtete Kampfbahn war von rund 65 000 Zuschauern besucht Das ungewisse Wetter in den letzten Tagen hatte sich ungünstig ausgewirkt. Hundert Sonderzüge aus allen Gauen des Reiches und Tausende von Omnibussen und Privatwagen mit allen möglichen Erkennungszeichen des Inlandes und des benachbarten Auslandes brachten die Besucher herbei. Unter den Schlachtenbummlern sah man alles, was zum äußeren Rahmen einer derartigen Veranstaltung gehört; Ministerialrat Dr. Metzner als Führer des deutschen Boxsports, die Altmeister Hans Breitensträter, Franz Diener, Hein Müller, sowie die Garde der Herausforderer des Stuttgarter Siegers, den deutschen Meister Walter Neusel, Ex- «uropameister Heinz Lazek und Arno Kölblin. An der Spitze der Vertreter von Partei und Staat stand der Hausherr, Gauleiter und Reichsstatthalter Murr. Schmelings vernichtende Rechte. Die vielen Mahnungen, die dem deutschen Meister oller Klassen rieten, zum Kampf gegen Heuser bereits „angewärmt" in den Ring zu kommen, hatte Schmeling befolgt. Nach der langen Vorstellunos- reihe der früheren deutschen Meister im Berufsböx- sport und einer kurzen Ansprache von Ministerialrat Dr. Metzner begann der Kampf. Kaum hatte der Berliner Ringrichter Otto Griese das Kommando „Ring frei!" gegeben, da stand Schmeling auch schon in der Mitte des seilumspannten Vierecks. Heuser kam geduckt aus seiner Ecke heraus und versuchte sofort, sich an leinen 17 Zentimeter größeren Gegner heranzu- jchieben, trommelte seine kurzen Haken auf den Körper Schmelings, wurde aber mit einer kurzen Rechten aus dem Nahkampf vertrieben. Heuser schien nicht besonders zuversichtlich zu sein, denn im Gegensatz zu seiner sonstigen Kampfesweise stürmte er nicht wild auf seinen Gegner ein, sondern landete seine Schläge vorsichtiger. Schmeling war von Die sportlichen und wehrsportlichen Einzel- und Mannschaftskämpfe der SA.-Gruppe Hessen nahmen am Samstag unter Teilnahme von rund 3000 Kämpfern auf den Kasseler Plätzen der Hessen- Kampfbahn und der Waldauer Wiesen ihren Anfang. Schon die Dorkämpfe brachten ganz hervorragende Leistungen, obwohl ein Gewitterregen am Vormittag die Laufbahnen erheblich in Mitleidenschaft gezogen hatte. Unter den zahlreichen Ehrengästen der Partei, des Staates und der Wehrmacht sah man auch den SA.-Obergruppenführer und Frankfurter Polizeipräsidenten B e ck e r l e, der den Kämpfen seiner SA.-Männer mit großer Anteilnahme folgte. Nach den Leichtathletik-Vorkämpfen des Nachmittags bildeten Vorführungen der Pionier- und Nachril^eneinheiten der Standarte 83 Kassel und ein großer Straßenstaffellaus den würdigen Abschluß des Tages. 6000 Zuschauer erlebten am Sonntag zum Abschluß der Sportwettkämpfe der SA.-Gruppe Hessen auf der Kasseler Hassenkampfbahn noch einmal spannende Kämpfe. Neben zahlreichen Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht sah man auch wieder SA.-Obergruppenführer B e ck e r l e, der sich an den guten Leistungen seiner SA.-Männer freuen konnte. Mit einer kurzen Ansprache von Obergruppenführer Beckerle, der noch einmal die beachtlichen Leistungen würdigte, dem Sieg-Heil aus den Führer und Großdeutschland sowie dem Gesang der Nationalhymnen schloß die große sportliche Kundgebung der SA.-Gruppe. Besonderes Interesse löste am Sonntagnachmittag das Handball-Spiel auf der Hessenkampfbahn zwischen einer Mannschaft der Wehrmacht (5./JR. 15) und der Elf der SA.-Gruppe Hessen aus. Die SA.-Männer, die bei der Pause noch 2 :1 geführt hatten, unterlagen zum Schluß den Soldaten äußerst knapp mit 3 : 4 Toren. Oie Ergebnisse: Wettkämpfe der SA.-Gruppe Hessen: (Klasse A: 18—32 Jahre, B: 33—40 Jahre, C: über 40 Jahre). 4 0 0 - Meter -Hindernislauf, Klasse A, Mannschaftswertung: 1. Stand. 83 Kassel, Durchschnittszeit 1:14,9, 2. Stand. 254 Lauterbach, 1:22,6; Klasse B: 1. Stand. 222 Friedberg, 1:37,3; Klaste B, Einzelwertung: 1. Truppführer Gabriel (3/83), 1:253. 3 0 00 Meter, Klasse A, Mannschaftswertung: 1. Stand. 83 Kassel, 10:33,8, 2. Stand. 145 Büdingen, 10:35,4; Klasse B: 1. Stand. 88 Dillenburg, 10:24,3; Einzelwertung, Klasse B: 1. Rottenführer Willführ (Nachr. I. 33), 10:11,00. Kugel st oßen, Klasse A: 1. Stand. 81 Frankfurt, 12,15 Meter, 2. Stand. 234 Bebra, 10,79 Meter; Klasse B: 1. Stand. 234, 9,24 Meter; Klasse B, Einzelwertung: 1. Truppführer Wengenroth (81), 11,82 Meter.' Weitsprung, Klasse A, Mannschaftswertung: 1. Stand. I. 33 Wetzlar, 5,76 Meter, 2. Stand. 88, 5,75 Meter; Klasse B: 1. Stand. 63 Frankfurt, 4,88 Meter; Klasse B, Einzelwertung: J. Oberscharführer Wagner (234), 5,61 Meter; Klasse C, Mannschaftswertung: 1. Stand. 99, Res., Frankfurt, 4,94 Meter; Einzelwertung: 1. Obertruppführer Angstmann (99), 5,31 Meter. Deutscher Mehrkampf, Klasse A: 1. SA.- Mann Ebeling (98 Hanau), 846 Punkte, 2. Rottenführer Peter (I. 33), 838 Punkte; Klasse B: 1. SA.-Mann Weinbach (2/J. 33), 736 Punkte; Klasse C: 1. Oberscharführer Södler (7/254), 612 Punkte. 10 000 Meter, Klaffe A: 1. SA.-Mann Walter (13/222 Friedberg), 36:54; 2. SA.-Mann Guckes (23/166 Bad Homburg), 38:54,3; Klasse B: 1. Rottenführer Willführ (11/3. 33), 36:43,8. 3000-Meter-Hindernislauf, Klasse A: 1. SA.-Mann Schnarr (23/98), 11:03,8, 2. Oberscharführer Hänel (14/98), 11:03,9; Klasse B: 1. SA.-Mann Wambach (2/J. 33), 11:29,5. Steinstoßen, Klasse B: 1. Rottenführer Hermann (Pi. I. 11 Marburg), 7,82 Meter; Klasse C: 1. Truppführer Schröder (44/83), 7,53 Meter. Hochsprung, Klasse A: 1. Rottenführer Jakobs (418 Fulda), 1,74 Meter, 2. Rottenführer Petri (21/3. 33), 1,63 Meter. Diskus, Klaffe A: 1. Scharführer Simon (25/81 Frankfurt), 39,84 Meter, 2. Rottenführer Schmelings Vlitzsieg in Stuttgart Europameister Heuser in 11 Sekunden entthront. gewann den Kampf verdient aufgrund seinei? größeren Erfahrung und der körperlichen lieber* legenheit aller Spieler der Meisterelf. Der beste Mann des Feldes war der Torwart Wendt, dem die Leipziger ihren Sieg zum großen Teil verdankten. 3m Angriff der Sachsen gefielen Rechtsaußen Göllner und'Mittelstürmer Jungmann. In der Läuferreihe überragte Mittelläufer Dossin. Die beiden Verteidiger Lange und Schünzel machten von ihrer Körperkraft starken Gebrauch und unterbanden die Angriffe der Lintforter oft durch Klammern. Die Mannen vom Niederrhein kämpften etwas unglücklich. Im Felde spielte die Elf zeitweise überlegen, doch konnte sich der Angriff gegen die harte Leipziger Abwehr durchsetzen. Dazu hatten die Lintforter noch großes Pech, da der ausgezeichnete Mittelläufer Prizigoda verletzt wurde und zeitweise dem Kampf als Zuschauer 'beiwohnte; später wirkte er nur als Statist mit. Bei den Rheinländern gefielen vor allem Körvers im Tor und bis zu feiner Verletzung Prizigoda. Lintfort hatte zunächst etwas mehr vom Kampf und ging schon nach fünf Minuten durch Brünt- gens II in Führung. Ein Weitwurf d-es Halbrechten Prasser sorgte in der 15. Minute für den Ausgleich. Derselbe Spieler brachte die Leipziger in der 24. Minute in Front. Sofort nach Beginn der zweiten Halbzeit schied Prizigoda verletzt aus. Leipzig nutzt diesen Vorteil geschickt aus und erhöhte durch Bad- ftübner und Prosser auf 4:1. Dann ließen Olejniczak für Lintfort und Badstübner für Leipzig je einen Dreizehnmeterwurf aus. Eine schöne Einzelleistung von Jungmann brachte den Sachfen das fünfte Tor. Lintfort kam in der 14. Minute durch Ladage und in der 20. Minute durch den gleichen Spieler (Drei- zehnmeterwurf) auf 3:5 heran, aber die Leipziger warfen erneut ihren Angriff nach vorn und erzielten kurz daraus durch Göllner das sechste Tor. Vier Minuten vor Schluß stellte dann Brüntgens II das Endergebnis heä-. Die Mannschaften spielten in folgender Aufsteh hing: MTSA. Leipzig: Wendt; Lange, Schünzel; Schreck, Mossin, Schumann; Göllner, Prosser, Jungmann, Höfer, Badstübner. c— Lintforter S V.: Körvers; , Seigner, Brüntgens I; Wutschik, Prizigoda, Mnmot; Grosch, Meister, Ladage, Brüntgens II, Olejniczak. Endlich VsR. Mannheim. Zum fünften Male standen die Frauen des badischen Handballmeisters DfR. Mannheim am Sonntag im Endspiel um die „Deutsche". Viermal scheiterten sie mehr oder minder knapp. Und auch diesmal sah es zunächst so aus, als ob die Pechsträhne nicht abreißen würde. In der Vorschlußrunde wurde die Mittelstürmerin Frl. Förster verletzt und schien für die nächsten Wochen außer Gefecht gesetzt. Schließlich war sie doch zur rechten Zeit wieder auf dem Poften und konnte den entscheidenden Kampf gegen den Tod. Eimsbüttel, den dreifachen Deutsche Meister, mitmachen. Im Sta-hion zu Duisburg traten die beiden Mannschaften am Sonntag vor dem Endkampf der Männer zum Entscheidungskampf an. Rund 35 000 Zuschauer, unter ihnen Reichsfachamtsleiter, Brigade führ er Herrmann, wohnten dem Spiel bei. Nach spannendem Kampf siegte der DfR. 7:5 (2:4) und sicherte sich damit zum erstenmal den Titel eines Deutschen Meisters. Die Aufstellungen der beiden Mannschaften waren: DfR. Mannheim: Winter; Bechold, Hauk; Welz, Zell, Schiestl; Kehl, Bauer, Förster, Ofer, Fuchs. Tod. Eimsbüttel: Gatermann; Steußloff, Schmidt; Siemer, Höhn, Aust; Wambacher, Schmoldt, Jobst, Knoop, Junker. MTSA. Leipzig zum drittenmal Meister. Nach dem Spiel der Frauen begann im Stadion zu Duisburg vor 35 000 Zuschauern der Endkompf der Männer um die Deutsche Handballmeisterschaft. Die Begegnung wurde für die Tausende, die die Tribünen füllten, zu einer kleinen Enttäuschung. Die Leipziger, die sich durch einen 6:4-(2:l-)Sieg über den Lintforter SV. zum drittenmal hintereinander den Meistertitel sicherten, spielten zeitweise außerordentlich hart. Der Schiedsrichter Rogge (Berlin) griff nicht sofort energisch ein, so daß es hin und wieder unschöne Szenen gab. Der Titelverteidiger Mresappell des MTV. Gießen Der Männerturnoerein hielt am Samstag im „Andres" seine Mitgliederversammlung ab. Nach einleitenden Ausführungen allgemeiner Art kam bei^. Dereinsführer Karl Müller zu seiner inhaltsvollen und erfreulichen Jahresrückschau; sein Bericht brachte im wesentlichen den verwaltungsmäßigen Aufbau des NSRL. und dessen neue Gebietsgliederung; fachliche Ausführungen kennzeichneten den Leistungsstand der einzelnen Abteilungen und brachten noch einmal die zahlreichen Erfolge des Vereins in Erinnerung. In umfassenden Richtlinien veranschaulichte der Vereinsführer die nunmehr fast vollzogene Neugestaltung des eigenen Sportplatzes und stellte damit dessen volle Betriebsfähigkeit in nahe Aussicht. Sein Bericht klang aus mit dem Dank an alle und mit der Mahnung zur weiteren treuen Mitarbeit zur Leibesertüchtigüng. Zu Einzelheiten übergehend folgten die Fachberichte feiner Mitarbeiter; auch sie sprachen von einer lebhaften Betätigung, gekrönt mit zahlreichen Erfolgen. Der Bericht von Margret Seim, die zur Zeit in Hildesheim an den Reichswettkämpfen für Frauen im Zehnkampf teilnimmt, zeichnete einen erfolgreichen Jahresabschluß der Turnerinyen- abteUung. In längeren Ausführungen sprach H. Becker über das Handball- und Basketballspiel und brachte besondere Wünsche der Spielabteilung vor. Er erwähnte den ausgezeichneten Verlauf des Hallenhandballturniers, gab verschiedene klare Hinweise für den weiteren Ausbau seiner Abteilung, betonte die erfreuliche Entwicklung des Basketball- Ipieles und wies auf die baldige Fertigstellung des Basketballfeldes und der Tennisanlage hin. Seine Worte fanden allseitiges Verständnis und sicherten ihm auch für das kommende Jahr weitgehendste Unterstützung zu. Eine Rückschau über die leichtathletischen Erfolge schloß die Sonderberichte der Fachwarte. Der durch die Rechnungsprüfer einwandfrei befundene Kassenbericht des Kassenwartes Georg Dreher unterstrich die gute Vermögenslage des Vereins. Er betonte erfreulicherweise auch die im letzten Jahre wieder bescheidenen Anforderungen der verschiedenen Abteilungen und die allgemein geübte Sparsamkeit. So wurde auch sein mit Vorsicht aufgestellter Voranschlag einstimmig angenommen, ohne die drängenden Aufgabeä zu vernachlässigen. Gern erteilte die Versammlung die nachgesuchte Entlastung des Vereinsführers und feiner Mitarbeiter. Besonderer Dank wurde dem Kassenwart Dreher für seine nunmehr 20jährige Rechnertätig- teit zuteil. Karl Hußke nahm das Amt des inzwischen ausgeschiedenen Oberturnwartes an, fein Stellvertreter wurde Heinrich I s h e i m. Nachdem unter Verschiedenes u. a. einige Neuanregungen besprochen waren, klang die Versammlung nach dem üblichen Abschluß mit einem kameradschaftlichen Zusammensein aus.