:... l -T ■ ■ * ■ i ...... WM ■> f- ■ WWMM ' f 5, '<•_ Samstag, Z./Ssnntag, 4- Juni 1939 189. Jahrgang Nr. 127 Erstes Blatt Oie große Truppenschau zu Ehren des Prinzregenten s > v> erscheint heute für ihrer Regierungen klare, eindeutige Stellung zu Frage der europäischen Politik die Mehrzahl der Völker und notwendiger denn se. beherrschende Merkmal des Vorbeimarsches. Wie allein schon die deutsche Luftwaffe, die mit ihren zahllosen Kampfflugzeugen, Jägern und Sturzkampfbombern anfangs über die Ost-West-Achse brauste, dieses Gesetz verwirklicht, das hat aller Welt bereits der Tatenruhm der deutschen Freiwilligen in Spanien bewiesen. Aber ebenso sichtbar tritt die Vereinigung von höchster Feuerkraft und schnellster Beweglichkeit bei denschnellenVerbändenin Erscheinung, die, aus den verschiedensten Waffenarten zusammengesetzt, auch diesmal in tadelloser Ausrichtung an den Tribünen vorbeizogen. Man muhte nicht, was man mehr bewundern sollte, die schier endlosen Kolonnen der motorisierten Infanterie, der motorisierten Artillerie mit ihren leichten, mittleren und schweren Geschützen, die Nachrichtenabteilungen mit ihren fahrenden Funkstationen, die Pionierregimenter mit ihrem Brückengerät und ihren schweren Pontons, oder die Panzerabteilungen mit ihren verschiedenen Typen, die teils auf Lastkraftwagen verfrachtet waren, teils im eigenen Verband vorbeimarschierten. Daß außer diesen Abteilungen die M a r i n e s o l d a t e n der Un- Als am letzten Sonntag die Bürger Londons massenweise in den Strandbädern der englischen Südküste lagen, um sich von dem politischen und ge- chästlichen Aerger der Woche zu erholen, gab es plötzlich eine Sensation: dicht unterhalb der Küste zog in ruhiger Fahrt die deutsche KdF. - Flotte mit den Freiwilligen der Legion Condor vorbei — Richtung Heimat. Es muß in diesem Augenblick eine ziemliche Verwirrung in den Köpfen der englischen Badegäste geherrscht haben. Hatte man ihnen durch Regierung und Presse nicht immer wieder erzählt, daß die deutschen Soldaten sich in Spanien endgültig fest- etzen wollten, daß sie dort Flugplätze bauten und in der französischen Grenze Wache bezögen, daß ie, kurz gesagt, Spanien als Rammbock gegen die Paris, 31. Mai 1939. Paris war während der Pfingstfeiertage nicht ausschließlich von Ausländern und sonstigen Fremden bevölkert, wie man gern mit leichter Uebertre^ bung behauptet. Es gab immerhin noch ein ganz erhebliches Kontingent von wirklichen Parisern,, die dazu ausreichten, an den beiden Renntagen int Verein mit vielen, vielen Angelsachsen, Holländern usw. Longchamp und Saint-Cloud mit einem eleganten Betrieb zu erfüllen. Es war nur nicht so gedrängt voll wie an manchen Plätzen der Küste, etwa Deauville und Le Touquet. In Le Touquet hat es sich übrigens der Finanzminister Paul-Reynaud gefallen lassen müssen, daß man ihn photographierte, wie er sich, mit einer Badehose bekleidet, in die Fluten stürzte. Paul-Reynaud ist ein ebenso guter Schwimmer wie Finanzkünstler. Wenn er nicht in dem reichlich teueren, fashionablen Seebad Le Touquet mit seinen herrlichen Golfplätzen Wassersport treibt, tut er dies in wesentlich bescheidenerer Weise in der einfachen Schwimmanstalt. Die an der Con- corde-Brücke unmittelbar vor der Abgeordnetenkammer verankert ist und in der man in künstlich gereinigtem Seinewasser schwimmen kann. Die Volkstümlichkeit Paul-Reynauds kann durch solche Die in allen Teilen saubere und reibungslose Ausführung des Vorbeimarsches dürfte ihn davon üderzeugt haben, daß das nationalsozialistische Deutschland eine Truppe besitzt, die nicht Nur vorzüglich ausgebildet und von strenger Manneszucht beherrscht, sondern auch mit den besten und modernsten Waffen hinreichend ausgerüstet ist. Er dürfte gesehen haben, daß diese deutsche Wehrmacht durch ihre ungewöhnliche militärische Schlagkraft eine der stärksten Bastionen zur Erhaltung des europäischen Friedens darstellt, aber auch, wenn sie von wahnsinnigen Provokateuren zur Aktion herausgefordert würde, für den möglichen Gegner ein furchtbares, jeden Widerstand zerschmetterndes Instrument der deutschen Kriegsführung werden könnte Denn wieder, wie schon am 20. April, zeigte sich bei der mehr als dreistündigen Parade jene Doppel- eigenschaft der nationalsozialistischen Wehrmacht, d.e ihr von vornherein eine taktische wie operative Ueberlegenheit im Felde verleihen wird: stärkste Feuerkraft bei größter Beweglichkeit! Diese beiden Faktoren, die nicht etwa nebeneinander bestehen, sondern sich meist in ein- und demselben Trupenkörper vereinigen, bildeten das ^6) Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüsfe Staffel B - S > © °s K O 2? Erscheint tügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 halten muß. Darum ist Paul-Reynaud, Advokat am Appellationsgerichtshof und Finanzminister, gleichzeitig der Mann der Banken und der kleinen Leute aus seinem Wahlbezirk. Während andere Leute zu Pfingsten sich in der Natur erholten, versammelten sich die „Sozialisten" Frankreichs, die man besser als Sozialdemokraten bezeichnen kann, zu diesem Zeitpunkt zu ihrem Parteitag. Dieses Jahr wurde der Kongreß in der westfranzösischen Hafenstadt Nantes ab» gehalten. Die französische Ocffentlichkeit interessierte sich für diesen Kongreß, der noch vor ein, zwei Jahren die Titelseiten der Blätter anfüllte, weniger als früher. Die „schönen" Tage der Dolkssrontherr- schäft sind vorüber: nur Leon Blum kann es kaum fassen, vor allem nicht, daß er in seiner eigenen Partei nicht mehr die Rolle der Primaballerina spielen soll. Aber man hat in den Reihen d'er Sozialistischen Partei angefangen, über die Ursachen der Volksfrontschlappe nachzudenken, die den Sozialisten den Verlust von mindestens einem Drittel ihres Mitgliederbestandes eing^bracht hat. Diese Dinge sind ziemlich klar, nur werden sie nicht offen ausgesprochen. In der Presse könnte man ja Gefahr laufen, mit den letzten Dekreten über die Presse in Konflikt zu geraten, die die „Aufreizung zum Haß gegen eine bestimmte Rassenoder Religionsgemeinschaft" unter Strafe stellen. Wenn in bürgerlichen Blättern die Rede davon ist, in der Sozialistischen Partei finde eine Revolte gegen d i e „intellektuelle Diktatur" Leon Blums statt, dann weiß man trotzdem ganz genau, woran man sich zu halten hat. Man braucht nur statt des Wortes „intellektuell" zu lesen: „j ü - di sch". Die Erhebung des Generalsekretärs Paul F a u r e und der einfachen Parteimitglieder, die sonst nichts zu sagen haben, der sogenannten „Militanten", diese Erhebung richtet sich gegen d i e jüdische D i k t a t u r , die Leon Blum und seine Gefolgsleute, die Blume! (das „Blümchen"), die Mach, die Levy, die Rosenfeld, die Grumbach uni) tutti quanti in der Partei ausüben. Der Kampf ist noch nicht endgültig ausgetragen, und niemand weiß, wie er schließlich ausgehen wird. Die Ansatzpunkte des Kampfes liegen in den Auseinandersetzungen um die Außenpolitik. Mit dem kriegerischen, antifaschistischen Kurs, den Leon Blum und seine Gefolgsleuten mit den unfranzösischen Namen steuern, sind viele, viele „Militanten", einfache französische Arbeiter und Bauern, schon seit langem nicht mehr einverstanden. Sie wollen auch von den Kommunisten nichts wissen. Das Damoklesschwert der Spaltung hangt über der Sozialistischen Partei, der „Französischen Sektion der Arbeiter-Jnternafionale". Eines Tages werden vielleicht aus Leon Blum und seinen Leuten Kommunisten werden. Ehrenparade. Von unserer Äeruner Schristleiiung. Ev. Berlin, 2. Juni. Noch war die große Führerparade vom 20. April in aller Erinnerung, und schon konnte die Bevölkerung der Reichshauptstadt erneut das Schauspiel einer gewaltigen militärischen Demonstration erleben, das auf dem schon traditionell gewordenen Platz vor der Technischen Hochschule in Charlotten- burg zu Ehren des Prinzregenten Paul von Jugoslawien veranstaltet wurde. Wie meistens bei solchen Gelegenheiten war die Veranstaltung auch diesmal von bestem Wetter begünstigt, so daß sowohl Gäste wie Einheimische den glänzenden Vorbeimarsch der verschiedenen deutschen Wehrmachtsteile voll genießen konnten. Insbesondere wird, so hoffen wir, PrinzregentPaul. der ja in den kriegerischen Ueberlieferungen seines Landes aufgewachsen ist, der in seiner Armee einen hohen Rang bekleidet und persönlich über ein außerordentliches militärisches Fachwissen verfügt, einen starken Eindruck von der Parade mitgenommen haben. sowjetrussischen Interessen fordert. So amüsant diese Feilscherei auf uns Deutsche wirkt, so schwerwiegende Folgen kann sie allerdings für jene kleineren Staaten haben, die sich zum Objekt, des englisch- russischen Schachergeschäftes erniedrigen lassen. Eine *' " ~ " der beherrschenden S > 3 C# pfingstliches ans Frankreich Von unterem E K.-Korrespondenien Einen Tag vor dem Eintreffen der jugoslawischen Besucher wurde in Berlin der deutsch-dänische Nichtangriffspakt unterzeichnet und inzwischen auch vom dänischen Parlament mit großer Einhelligkeit ratifiziert. Auch dieser Akt stellt eine unmißverständliche Antwort an die Einkrei- sungskonsorten dar, er ist zugleich ein sinnfälliger Beweis für den deutschen Friedenswillen und für unseren Wunsch, mit den neutralen Nachbarstaaten in bestem Einvernehmen zusammenzuarbeiten. In den Demokratien freilich hat dieser Nichtangriffspakt wenig Beachtung gefunden, von einer begeisterten Zustimmung — die man ja eigentlich von den patentierten Friedenshütern in London, Pans und Washington gerade hätte erwarten müssen — aanz zu schweigen. Im Gegenteil, man bemerkt drüben angesichts der erfolgreichen deutschen Friedenspolitik rund um den Ostseeraum nur verkniffene Gesichter. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die kriegstreiberifchen Absichten der demokratischen Fronde: hier ist er. Was Roosevelt m seiner berüchtigten Botschaft einst so heuchlerisch von Deutschland verlangte, das wird nun plötzlich, da es in die Tat umgesetzt ist, totgeschwiegen oder kritisiert. Die Organisierung des Nichtangriffs gegen den Angriff, die von der Achse so erfolareid) vorgenommen wird, paßt den Leuten um Daladier und Chamberlain gar nicht in den Kram. Sie sehen ihr Falschspiel entlarvt und gerade auch von den Staaten des Nordens mehr und mehr durchschaut, die bisher noch glaubten, ihre Völkerbundsverpflich- tunqen mit dem Grundsatz der Neutralität m Ueber- einftimmung bringen zu können. Aber der offensichtliche Mißbrauch der Genfer Liga für tue Zwecke der Einkreisung hat inzwischen den skandinavischen Staatsmännern einigermaßen die Augen geöffnet für jene Gefahren, die sich aus der Teilnahme am britischen Garantiefeldzug ergeben könnten So"°s Ein Blick auf die Ehrentribüne wahrens oer großen paraoe. Im Vordergrund der Führer mit dem Prinzregenten Paul. Weiterhin (von rechts) Reichsprotektor Frhr. v. N e u r a th , Generaloberst Ke ite l General- oberft v Brauch itf ch. Großadmiral R a e Ö e r, Generalfeldmarschall Göring. Weiter links der lugoslawischeGesandte m Berlin Zr. And ritschend bcr jugoslawische Außenminister C i n c a r - M a r k o w i t s ch sowie die Gattin des Reichsaußenmimsters v. Ribbentrop. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Sportbilder nur gewinnen, denn die andere Seite seiner Tätigkeit, die Präsentierung gesalzener Steuerprogramme, macht ihn nicht eben beliebt. Und doch gibt es viele Leute, die ihm unter allen Politikern ernsthafte Chancen geben, einmal Nachfolger des jetzigen Ministerpräsidenten Daladier zu werden. Aber diese Dinge liegen noch in weitem Feld. Auf jeden Fall hält Paul-Reynaud die Mitte zwischen dem altmodischen Parlamentarier- Typ und dem modernen Busineßman, er ist einer der wenigen Leute von einigem Format, die der französischen Rechten noch verblieben sind. Seine maliziöse näselnde Art zu sprechen ist untermischt mit Tönen väterlicher Ermahnung, die besonders dann hörbar werden, wenn er in Rundsunkanspra- chen neue Steuerprogramme ankündigt. Für die Karikatur eignet sich feine kleine Statur mit den leicht mongolischen Gesichtszügen hervorragend, was zur Erzeugung von Volkstümlichkeit in Frankreich sehr wichtig ist. Paul-Reynaud wirkt wesentlich jünger als feine sechzig Jahre. Sein Wahlkreis ist in der Pariser Innenstadt, in einem Bezirk, wo es viele Geschäftshäuser und Banken gibt, wo aber I auch viele Arbeiter wohnen, mit denen man zur ! Vorbereitung der jeweiligen Wiederwahl Fühlung 'M- Z.K0 * 41* h p - 'M •d*Ä »P? m» 31® Mlangnff kontra Angriff. Seit einigen Tagen befindet sich die Reichshaupt- ftabt in Hochstimmung. Sonniges Frühsommerwetter, Lebensfreude, Nationalstolz und politisches Machtbewußtsein haben zusammengewirkt, um aus dem Staatsbesuch des jugoslawischen Regentenpaares ein rechtes Freundschaftsfest zu machen, an dem nicht nur die führenden Persönlichkeiten der beider Länder, sondern auch die Massen der Berliner Bevölkerung lebhaften Anteil nehmen. Darüber hinaus aber weiß das ganze deutsche Volk auch den realpolitischen Tatbestand sehr gut zu schätzen und zu würdigen, der in der Besuchsreise des Prinzregenten Paul zum Ausdruck kommt. Die Herzlichkeit, mit der Deutschland die Gäste aus Belgrad begrüßt und empfangen hat, ist um so begründeter, als es sich bei der deutsch-jugoslawischen Freundschaftspolitik nicht um einen zu kurzfristigen Zwecken unternommenen diplomatischen Schachzug handelt, sondern nur um die Fortsetzung und Steigerung jener engen Beziehungen, die schon feit je, besonders aber seit dem Weltkriege zwischen den beiden Staaten bestanden haben. Denn in den Jahren des großen Völkerringens war es, daß die deutschen Soldaten im serbischen Volk einen ihrer tapfersten und ritterlichsten Gegner kennenlernten. Seitdem blieb das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stets aufrichtig, zumal es durch keine wirklichen Interessengegensätze belastet war. Und wenn auch in Jugoslawien zunächst eine westliche Orientierung und damit antirevlsivnistische Haltung Platz griff, die im Beitritt zur Kleinen Entente und zum Balkanbund ihren Ausdruck sand, so war das uns Deutschen immerhin aus der ganzen Situation der Nachkriegsjahre verständlich. Es zeugt aber von dem staatspolitischen Weitblick und von der gesunden Denkweise der jugoslawischen Führung, daß sie eine Umstellung vornahm, sobald das Erwachen der wirklich geschichtsbildenden völkischen Kräfte in Deutschland und Italien dazu die Gelegenheit bot. Träger dieser Realpolitik, die sich u. a. in dem Abschluß von Freundschaftspakten mit Rom und Sofia kundtat, waren zunächst der Märtyrerkönig Alexander und seit dessen tragischen Tode der jetzige Prinzregent Paul, dem es auch keine Mühe machte, seine Entschlußfteiheit gegenüber den Bauernfängermethoden der demokratischen Einkreisungsdiplomatie zu behaupten. Diese wahrhaft königliche Unabhängigkeit, die Jugoslawien unter Abweisung aller raumfremden Aspirationen zum stärksten Faktor m Südosteuropa gemacht hat, verfehlte und verfehlt nicht ihren Eindruck auf das deutsche Volk. Sie hat jene herzliche Atmosphäre mitgeschaffen, die das gegenwärtige Freundschaftstreffen in Berlin umgibt. ach so friedliebende Entente benutzen wurden? Und nun fuhren diese Freiwilligen ebenso freiwillig, wie gekommen waren, und ohne im geringsten durch einen Druck der demokratischen Mächte dazu veranlaßt zu sein, wieder nach Hause. Wir wissen nicht, ob das englische Volk an diesem sichtbaren Beispiel den Schwindel gemerkt hat, den sich die Londoner Regierung seit einigen Jahren mit ihm erlaubt. Was wir aber wissen, ist die Tatsache, daß ohne den Einsatz der Legion Condor in Spanien wahrscheinlich von der ganzen Herrrlichkeit des englischen und französischen Weltreiches heute schon nichts mehr übrig wäre. Denn hätten Deutschland und Italien die Bolschewisten auf der Iberischen Halbinsel gewähren lassen, so säßen die Revolutionskomitees jetzt nicht nur in Madrid und Barcelona, sondern auch in Paris und London. Der begeisterte Empfang, den in diesen Tagen das deutsche Volk den heimkehrenden Spanienkämpfern bereitet, ist darum auch nicht der Ausfluß des berechtigten Stolzes auf die deutschen Waffenerfolge allein, sondern vor allem der Ausdruck einer tiefen Dankbarkeit dafür, daß deutsches Soldatentum wieder einmal den notwendigen Schutz unseres, des europäischen Friedens übernommen hat. H. Ev. Es hat auch nicht zur Erhöhung des demokratischen Prestiges bei den kleinen und mittleren Staaten Europas beigetragen, daß England und Frankreich vor den Kremlgewaltigen immer tiefere Verbeugungen mrchen mußten und dennoch das Ziel der Triple-Allianz, wie sie es sich denken, bisher nicht erreichen konnten. Die jüngste M o l o- tow-Rede, auf die man in Paris und London so große Hoffnungen gesetzt hatte, bat tue demokratischen Wortführer maßlos enttäuscht und i in einem Teil der französischen Presse überaus heftige Reaktionen ausgelöst. Aber wenn etwa der Jour schreibt, die Rede des fomjd.ru fifdjen Außenkom- missars stelle einen zynischen Versuch der Erpressung gegenüber London und Pans dar, so muß man doch fragen: wer erpreßt h^wen? Denn ur prung- lich war es ja doch die ka^m verhüllte Absicht der Londoner Regierung, unter tunlichsten Schonung der eigenen Volkskraft die zum Kn ege gegen Deutschland nötigen Soldaten in erster Linie aus den festländischen Fremdvölkern rekrutieren z lassen. Diesen Bluff beantwortete Moskau nut einem Gegenblufs, indem es nun seinerseits Den Einsatz der gesamten englischen Weltmacht für Die Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Lchulftraße 7 Die Festausföhnmg in der Siaaisoper und und motorisierte Artillerieabteilungen vom kleinsten bis zum schwersten Kaliber, Nachrichtent^lppen, Pioniere mit ihren großen Pontons und Geratewagen und endlich zum Abschluß die Panzerwagen. Wie immer galt die besondere Anteilnahme der schweren Artillerie und den Panzertruppen Die von dem Ches der schnellen Truppen, General Gu- d e r i a n , oorgeführt wurden. Dom schnellen Spah- wagen bis zu den schwersten Kampfwagen rollte Fahrzeug um Fahrzeug donnernd und dröhnend vorüber, wahre fahrbare Festungen, die einen gewaltigen Eindruck hinterlassen. stürme Des -oei* falls danken für das großartige Bild. Mit diesem donnernden Schlußakkord ist die Truppenparade zu Ehren des jugoslawischen Prinzregenten beendet. Der Führer verläßt mit dem Prinzregenten unter tosenden Kundgebungen der Massen den Puraüe- plotz, um seinen königlichen Gast in das Gästehaus des Reiches zu begleiten, während Generalfeldmarschall Göring Prinzessin Olga auf dem Rückweg begleitet. Der Führer und Prinzregent Paul bei der Parade. Ein Durchblick durch die Fuhrerloge auf oorbeimarschierende Infanterie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Führer in dem Vorbau Platz genommen hat. Die Luftwaffe eröffnet die parad Teile der Luftwaffe in Viererreihen, leichte, schwere und schwerste Flak. Mit drei Spielmannszügen und Musikkorps zugleich marschierte dann die Infanterie heran. Reben leichten und schweren bespannten MG. führt ie leichte und schwere Granat- und Minenwerser, Flak, leichte und schwere Infanteriegeschütze mit. Dabei erlebten die Zuschauer wieder einmal, in welch außerordentlich starkem Maße das Pferd heute bei der Infanterie Verwendung findet. Die Rad- ahrerschwadronen der Kavallerie fanden für ihren schneidigen Vorbeimarsch begeisterten Beuall, der sich noch steigerte, als im Trab das Musikkorps eines Kavallerieregiments anreitet und mit einem alten Reitermarsch einschwenkt. Bei der Artillerie machten in schneidigem Trab die bespannten Batterien aller Kaliber den Anfang. Mit den Kradschützen begann dann der Dorbei- marsch der motorisierten Verbände, Die in schneller Fahrt fast unhörbar, aber wie mit Dem Lineal ausgerichtet vorüberfuhren. Panzerabwehr Am Freitagabend hatte Der Führer zu einer Fe st Vorstellung Der „Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner in der Staatsoper geladen. Um 18.45 Uhr begab sich Der Führer zum Schloß Bellevue. Er wurde dort vom Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und vom Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner erwartet. Der Führer geleitete darauf Prinzregent Paul und der Reichsminister des Auswärtigen Prinzessin Olga im Wagen zur Oper, too die Gäste in Der Halle von Generalfeldmarschall und Frau Göring begrüßt wurden. An der Festaufführung nahmen teil: der jugoslawische Außenminister Cinca-r-Markovitsch, Hofminister A n t i t s ch , der Generaladjutant des Prinzregenten. General H r i st i t s ch, die Hofdame teroffiziers-Lehrabteilung, die Fallschirmjäger und das Wachregiment Großdeutschland wiederum ihren gewohnten Sonderbeifall erhielten, sei noch nebenbei vermerkt. Der Aufmarsch zur Parade. Mit klingendem Spiel waren die an Der Parade beteiligten Truppenverbände bereits in den frühen Morgen stunden zur Paradeausstellung aufmarschiert, begleitet von der begeisterien Jugend und den Frühaufstehern, die sich beizeiten Die besten Plätze an Der Paradestraße sichern wall- ten. Auf Die Minute pünktlich ftanDen Die Einheiten zur festgesetzten StunDe auf Den befohlenen Anmarschplätzen, Mannschaften und Fahrzeuge vorbildlich ausgerichtet, eine einzige wohlgegliederte Linie von Der Friedrichstraße bis zur Technischen Hochschule. Die motorisierten Truppenteile haben in Den Nebenstraßen Aufstellung genommen. In endlosen Reihen strömen lange vor Beginn Die Schaulustigen herbei, bewaffnet mit Stehleitern, Klappstühlen, Spiegeln und Stullenpaketen. Die gewaltigen Tribünen zu beiden Seiten Der Ostwestachse und fast genau in Der Mitte Der Hochschule sind schon Stunden vorher Kopf an Kopf besetzt. In Der Mitte Der Nordtribüne ist etwas vorgerückt für Den Führer unD Den Prinzregenten ein Vorbau errichtet, Der einen mit Den Emblemen der Wehrmacht geschmückten Baldachin trägt und mit rotem Tuch ausgeschlagen ist. Kurz vor 10 Uhr fährt die Prinzessin Olga von Jugoslawien vor, Die von Frau Göring vom Gästehaus Des Reiches aus begleitet wurde. In Den folgenden Wagen sieht man den jugoslawischen Außenminister Cincar-Marko witsch, begleitet von Reichsaußenminister von Ribbentrop, Den jugoslawischen Hofminister Antitsch, begleitet vom Chef Des Protokolls, GesanDten Frei Herrn von vörnberg, sowie Die weitere Begleitung der königlichen Hoheiten. Vor Der Ehrentribüne wur- Den die Gäste vom Reichsprotektor in Böhmen unD Mähren, Freiherrn von Neurath, begrüßt. Eine Begeisterung sondergleichen hat Die Anfahrt Des Führers begleitet. Von unaufhörlichem Jubel Der Massen umbrandet, steigt der Führer auf der Mitte der Straßenkreuzung Unter Den Linden» Charlottenstraße aus. Eine knappe Minute verweilt er noch im Gespräch mit seinen Adjutanten, und schon naht vom Ehrenmal her über die Mittelpromenade Die Fahrzeugkolonne Des Prinz- regenten, an Dessen Seite Der Oberbefehlshaber Der Heeresgruppe 1, Generaloberst von Bock, Platz genommen hatte. Prinzregent Paul verläßt Den Wagen. Der Führer schreitet auf seinen Gast zu, begrüßt ihn sehr herzlich mit HanDschlag und geleitet ihn Dann zu seinem eigenen Wagen, in dem Der königliche Gast zur Rechten des Führers Platz nimmt. An der Einmündung Der Neustädtischen Kirchstraße erstattet Der KommandierenDe General Des III. Armeekorps, General Der Artillerie Haase, MelDung. An Der Technischen Hochschule haben Marine- soldaten an Den beiden Stondartenmasten des Vorbaues mit den Stondarten Des königlichen Gastes und des Führers Aufstellung genommen. Die gelbe Flagge kündigt das Nahen des Führers und des Prinzregententon. Kommandos ertönen. Die Truppen stehen mit der Front nach Norden, wie aus Während Die an der Parade beteiligten Verbände zum Vorbeimarsch aufmarschieren, brausen D i e G e fd) 4b aber der Luftwaffe heran, die mit dem Vorbeiflug die Parade eröffnen. Einen Be- geifV?rungdfturm löst ein großartiges lusttechnisches Manöver aus, als beim Vorbeiflug des letzten Der bandes die schnellen Jagdmaschinen unter den schweren Maschinen her in geringer Höhe über Die Paradestraße hinwegbrausen, um sich Dann vor Den schweren Maschinen mieDer in Die gleiche Flughöhe einzureihen. Es schließt sich an Der große Parademarsch unter Dem Befehl Des Kommandierenden Generals Des III. AK., General Der Artillerie Haase, Der selbst Die Dorade anführt, begleitet vom Ches Des Generalstabes, Generalmajor Galle n k a m p. Spielleute und Musikkorps Des Regiments „GroßDeutschlanD" schwenken gegenüber Der Führertribüne ein. Dann kommt Der Kommandant von Berlin, Generalleutnant S e i f f c r t, mit dem Regiment „Großdeutschland". Begeisterter Beifall Der Zuschauer dankt für das schöne Bild, und er wiederholt sich, als Die Marine-Unteroffi- zier-Lehrabtellung in schmucken weißen Blusen unD blauen Hosen vorbeimarschiert Es folgen in Blauorau unsere $ lieg er. Der Beifall steigert sich, als Die Fallschirmjäger In ihren grünen Uniformen und umgelegten grünen Fallschirmgurten kommen. Den Fußtruppen der Luft- roaffe folgen in schnellem Tempo Die motorisierten 4. Juni inWien ein, wo er an Den Veranstaltungen Der Reichstheaterfestwoche teilnimmt. Minister 211» ieri roirD aufjerhem an einer Taguna Der Letter Der ReichspropaganDaämter teilnehmen, Die Retchsmmt- ter Dr. Goebbels nach Wien einberufen hat. In Zukunft roerDen Der Reichsminister für Volksaufklarung unD PropaganDa unD Der italienische IRinifter für Volkskultur im Rahmen ihrer seit langem bestehen- Den Zusammenarbeit in Fragen Der Presse, Kultur unD PropaganDa regelmäßig solche Zusammenkünfte veranstalten. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick wird ich, einer EinlaDung des Königlich Ungarischen Innenministers Dr. Vitez Keresztes-Fischer olgenD, mit seiner Gemahlin am Sonntag zu einem nehrtägigen Besuch nach Ungarn begeben. Er wird von Staatssekretär PsunDtner begleitet werben. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing Den jugoslawischen Minister der Aeußern Dr. Cincar-Markovitsch zu einer längeren Aussprache. Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Reichsministerium für Dolksaufkläruna und Propaganda die jugoslawische Pressedelega- t i o n unter Führung Des Pressechefs Der jugoslawischen Regierung, Dr. Kosta L u k o v i t s ch und unterhielt sich längere Zett angeregt mit ihr. Der italienische Minister für Volkskultur, A l? fiert, trifft als Gast Des Reichsministers für Volks- aufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, am der Prinzessin, Frau Lozanitsch, und das übrige Gefolge, außerdem der jugoslawische Gesandte, Dr. A n d r i t s ch , die jugoslawischen Journalisten unter Führung des Pressechefs Dr. Lu ko- v i tfch sowie bekannte Angehörige der jugoslawischen Kolonie mit ihren Damen. Das Diplomatische Korps war zahlreich vertteten. — Deutscherseits hatten sich außer Generalfeldmarschall und Frau Göring und dem Reichsminister des Auswärtigen unD Frau von Ribbentrop u. a. die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frick, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer ff Himmler, Stabschef der SA. Lutze, die Reichsleiter Amann und Dr. Dietrich, mehrere Reichsstatthalter sowie weitere namhafte Persönlichkeiten von Staat, Partei unD Wehrmacht, von Presse, Wirtschaft unD Kunst eingefunDen. Das schöne, an künstlerischen IraDitionen reiche Haus, erlebte mit dieser Ausführung einen fest- lichen Tag. Auch Die Halle war herrlich mit Blumen ausgestattet. Zartes Grün schmückte die Ränge, während sich zum Schmuck Der Mittelloge Die stolzen Farben Der Führerstandarte mit Dem leuchtenden Rot herrlicher Blüten vereinten unD vor der Bühne eine Dekoration von blauen, weißen und roten Blumen — Den Farben Des befreunDeten Jugo. slawiens — aufgebaut war. Als her Führer unh seine hohen Gäste erschienen, erhoben sich Die Versammelten zum ehrfurchtsvollen Gruß. Wagners Oper wurde in Der Inszenierung, Besetzung unh Ge- samtausstattung Der Bayreuther Bühnenfestspiele aufgeführt. Die szenische Leitung hatte Heinz T i e t • j e n übernommen, Die Stabführung lag bei Herbert von Karajan, Der Das wunDervolle Orchester Der Staatsoper zu einer glänzenDen Wieher- gäbe Des Werkes führte. Die Besetzung Der Hauptrollen mit Rudolf Bockelmann als „Hans Sachs", mit Maria Müller als „Evchen" und Max Lorenz als „Walter von Stolzing" sicherte Der Aufführung Das Bayreuther Niveau. Die Kunst Der übrigen Sänger, unter denen noch Josef von Manowarda ? Eugen Fuchs und Fritz Marx genannt feien, stand Der hervorragenDen Leistung Der Hauptdarsteller würdig zur Sette. Don Akt zu Akt steigerte sich der Eindruck Dieser festlichen Auf- Erz gegossen. Dann hört man auch schon in her Ferne Die Klänge Des Präsenttermarsches. Das letzte der Dtosikkorps, das des Wachregiments „Groß- Deutschland", intonierte Die jugoslawische Hymne. Am Vorbau steigen die Standarten Des Führers und Des Prinzregenten hoch, und zugleich empfängt von Den Tribünen her den Führer und seinen königlichen Gast ein wahrer Begeisterungssturm. Der Prinzregent trägt die Uniform eines Divisionsgenerals Der jugoslawischen Armee und dankt für die begeisterten Kundgebungen, die sich wiederholen, nachdem er Den Wagen verlassen unü neben dem Das Programm des Samstags. Berlin, 2. Juni. (DNB.) Für Samstag, 3. Juni 1939, sind folgende Veranstaltungen festgesetzt: Um 10.30 Uhr empfängt Prinzregent Paul Den Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten von Berlin, Dr. Lippert, und trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Berlin ein. Um 10.45 Uhr begeben sich Prinz Paul und Prinzessin Olga, beglettet vom Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner und Frau Meißner, im Kraftwagen nach Potsdam, wo sie in der Garnisonkirche am Grabe Friedrichs des Großen einen Kranz niederlegen werden. Das Prinzregentenpaar beaibt ich sodann zum Schloß Sanssouci, durch defsen Räume eine Führung durch den Direktor Der staatlichen Schlösser, Dr. Gall stattfindet. Am Neuen Palais werden sie vom Reichsminister des Auswärtigen und Frau von Ribbentrop erwartet und nach Besichtigung der Wohn- und Arbeitsräume Friedrichs des Großen zum Frühstück geleitet, Das Der Reichsaußenminister zu Ehren Der jugoslawischen Gäste gibt. Am Samstagnachmittag ist Das Prinzregentenpaar Gast bei Reichsminister Dr. Goebbels unh Frau zum Tee in Schwa- nenwerher. Nach her Rückkehr zum Schloß Bellevue wirb Prinz Paul gegen 20.15 Uhr vom Führer unh Prinzessin Olga von Staatsminister Dr. Meißner nach hem Hotel Kaiserhof geleitet. Hier veranstaltet in Anwesenheit hes Führers her Reichsminister hes Auswärtigen und Frau von Ribbentrop ein Adenhesien. Kleine politische Nachrichten. Der jugoslawische Hofminister Milan An titsch überreichte hem Reichsminister hes Auswärtigen von Ribbentrop im Namen hes Prinzregenten Paul von Jugoslawien das Großkreuz Des Karadjordje-Orhens. über hem alten Barackenlager, in Dem ein Teil unserer Spanienkämpfer Unterkunft gefunden hat, ist eine riesige Zeltstaht aus Dem Böhen gewachsen. Schon von weitem grüßen Die Hakenkreuzfahnen urth Die rot-golh-roten Banner Spaniens. Aus eine gewaltige Freifläche verteilt. Durch gärtnerisch ge- taltete Rasenanlagen, große Sport- unh~ Appellplätze aufgelockert, gliedert sich Diese „Stadt im Grünen" in eine Reihe größerer und kleinerer Zeltblöcke, die als Bezeichnungen spanische Stäote- namen tragen. Rechts vom Haupteingang fällt zunächst Der große Appellplatz auf, wo her Oberbefehlshaber Der Luftwaffe, GeneralfelDmarschall Göring, und Der Oberbefehlshaber Des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, vor Der Parade den deutschen Kämpfern noch einmal Dank und Anerkennung aussprechen werden. Im Lager herrscht in den frühen Nachmittags- tunhen ein fröhliches Leben und Treiben, dolce far niente. Wenn unsere heimgekehrten Freiwilligen am Vormittag zum Teil auch schon wieder stramm exerziermäßigen Dienst „kloppen" müssen, nach langer Frontzeit insbesondere Marschübungen als Vorbereitung für die bevorstehende große Parade, so können sie jetzt in der herrlichen Frühlingssonne die wohlverdiente „unwahrscheinlich himmlische Ruhe" genießen. Sie sitzen zu Hunderten in kühlen Fondas oDer Ceroecerinas, 'den freundlichen Bierstuben, schlürfen behaglich ihre schäumende Limonade, ihren heißen Kaffee, ihre „kühle Blonde", verzehrtzn mit Appetit ein knuspriges Rostwürftchen oder einen delikaten bayerischen Rettich und erzählen sich Erinnerungen. Zwischen Den Zeltblöcken „Salamanca" und „Bilbao" liegt Die Festwiese. Bei Einbruch Der Dunkelheit, von zahlreichen Scheinwerfern taghell erleuchtet, herrscht hier bereits ein „MorDsbetrieb". Auf Dieser Festwiese wird auch am Abend nach der Parade das in engster Zusammenarbeit mit KdF. veranstaltete große Lustbiwak mit Tanz, Biwak- feuern und sonstigen fröhlichen Ueberraschungen steigen. Oer Großdeutsche Reichskriegertag in Kassel. Feierlicher Empfang des Reichskriegerführers. Kassel, 2. Juni (DNB.) Den festlichen Auftakt zum er st en großdeutschen Reichskrie- vertag bildete die Begrüßung des Reichskrieaer- führers ^-Obergruppenführer General Der Infanterie Reinhard durch Den Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Dazu waren je eine Ehrenkompanie der ff-93erfügungstruppe „Germania" und Der Landespolizei in Paradeuniform vor dem Rathaus aufmarschiert. Ihnen folgte eine Ehrenkameradschaft des NS.-Reichskriegerbundes. Unter den Ehrengästen bemerkte man an der Spitze Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch , den Regierungspräsidenten von Mombart sowie zahlreiche Vertreter von Partei, Staat unh Wehrmacht. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer den hohen Gast auf das herzlichste begrüßt hatte, begab sich Der Reichskriegerflihrer in Das Rathaus, wo eine Sitzung Der Ratsherren ftattfanD, in Der Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer Dem Reichskriegerführer Den Ehrenbürgerbrief Der StaDt Kassel als Aus- druck der Verbundenheit Der kurhessischen Gau- Hauptstadt mit Dem NS.-Reichskriegerbund überreichte. AbenDs fand im Rathaussaal ein Bearüßungs- unD Empfangsabend statt, zu Dem Vertreter her Partei, mit Gauleiter Staatsrat Weinrich an Der Spitze, Vertreter her Wehrmacht mit Dem Kom- manDierenDen General Der Artillerie Doll- ■ mann, Der Behörden, sowie Die Reichskriegerfüh- ; rung mit Den Landesführern unD Stabschefs erfchie- i nen waren. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer hieß die mehr als 100 000 Kameraden, die wohl zur größten Heerschau hes im NS.-Reichskriegerbunh geein« ? ten deutschen Soldatentums aufmarschierten, Herz- - lich willkommen. Besonders begrüßte er die Gäste i aus Bulgarien, Italien, Japan, der Slowakei, Spa- Schuschniggs ehemaliger Pressechef und späterer Präsident der österreichischen Pressekammer Eduard Ludwig ist, wie die Wiener Ausgabe deS „Völkischen Beobachters" meldet, wegen aktiver Bete ch u n g und Verwicklung in einen Korruptionskandal dem Landgericht Wien eingeliefert worden. Auch der ehemalige österreichische Finanzminister und Freund Starhembergs Dr. Draxler wurde wegen umfangreicher Betrügereien verhaftet. * Zwischen Der Reichsärztekammer, vertreten Durch Den Leiter Der Ausländsabteilung Dr. Haedenkamp, und Dem PräfiDenten Der Japanisch-Deutschen MeDizinischen Gesell- ch a f t Dr. Jshibashi rourDe ein Abkommen über Die usammenarbeit Der deutschen und Der japanischen Aerzte unterzeichnet. Das Abkommen sieht eine enge Zusammenarbeit auf meDizinifchem Gebiet vor, Die befonDers Durch Den Austausch von Aerzten gefördert roerhen soll. Bei den Spanienkämpfer« in Oöberitz. Bor der großen Parade vor dem Führer. Berlin, 2. Juni (DNB.) Nach Dem sesttichen Empfang im Deutschen Heimathafen Hamburg hat die Legion ConDor im Sammellager Döbe - ritz Quartier bezogen, um hier einige Tage Der Ruhe zu genießen und auf die ehrenvolle Parade vor Dem Führer vorbereitet zu (ein. Gegen- FOTO-Arbeiten preiswert 727D FotO-Rllhl, Seltersweg 67 führung bei den Gästen, deren Ergriffenheit Begeisterung in stürmischem Beifall zum Ausdruck kam. Nach der Festaufführung geleitete der Führer Prinzregent Paul zum Schloß Bellevue zurück. Prinzessin Olga wurde im folgenden Wagen von Reichsaußenminister von Ribbentrop begleitet. Der Führer verabschiedet sich von Prinzessin Olga nach der großen Parade auf her Ost-West- Achse. — (Scherl-Bilherdienst-M.) ein ■< Wß ter ;r an der . 90 D o ।l, w; ti* h «L ■; ssli- 5,«* lustokt 'sie« 5 der ianie der chaus Schaft khren« uleiter dente" -r von 0ber- , Wst ich 3 e^e bürget -er den s W SaN' über' Sivt jede, tteiaturuj den ‘richtigen Mann! Wenn es sich um Ihre Gesundheit handelt, sagt man: Sprechen Sie darüber mit einem Arzt! Wenn es sich um Ihre Kinder handelt: Sprechen Sie darüber mit dem Lehreri Wenn es sich aber um Ihre und Ihrer Familie Zukunft und die Sicherung Ihres Eigentums handelt, dann heißt es: Sprechen Sie mit dem Vertreter eines Versicherungsunternehmensl Der deutsche Versicherungsvertreter verdient Ihr ganzes Vertrauen! REICHSGRUPPE VERSICHERUNGEN eine teil. Die mit: Landesverräter hingerichtet. Verl in. 3. Iuni. (DHB. Aunkspruch.) Justizpresseflelle beim Volksgerichtshof teilt einem Golf fahren mußte, der wegen der vielen Wracks, die auf seinem Grunde lägen, berüchtigt sei. Warum habe man dem Schiss keine Eskorte zur Verfügung gestellt? Weshalb wurde es nicht früher vermißt? Alle diese Fragen erforderten strenge Untersuchung und ein rigoroses Ur- Sir Alexander E a d o g a n von unterrichtet. Die englische Botschaft Regierung hat sich entschlossen, gegenüber Tokio eine Geste zu machen und etwa zwanzig chinesische Terroristen, die sich in der Internationalen Niederlassung in Tientsin aufhalten, an die unter japanischem Schutz stehende nordchinesische Regierung auszuliefern. Der chinesische Botschafter Quo-Tai-tschi wurde von Unterstaatssekretär Der am 11. März 1939 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrates zum Tode und zu dauerndem Ehr- vertust verurteilte 50jährige Franz Krain aus Altflctt. Kreis Leobfchütz (Oberschlesien), ist heute hlngerichtet worden. Krain, der in einer öffentlichen Verwaltung einen Vertrauensposten bekleitete, wurde von einem im Spionagedienst eines fremden Staates stehenden ausländischen Berufsgenossen aufgesucht und lieh sich dazu überreden, für Geldzuwendungen dienstliche Druckschriften zunächst unverfänglicher Art herauszugeben. Nachdem sich Krain in die Hand des ausländischen Nachrichtendienstes begeben hatte, ließ der fremde Agent die Maske fallen und trat mit Forderungen nach Geheimmaterial hervor. Krain hat aus Sucht nach Gewinn, den er regelmäßig vertrank, diesem Ansinnen entsprochen. Admiral Eouchon 75 Jahre ali. Admiral a. D. Wilhelm S o u ch o n, der in Bremen ansässig ist, vollendet am 2. Juni sein 7 5.2c- bensjahr. Er war 1914 der Befehlshaber des deutschen Mittelmeergeschwaders, mit dein er bei Messina die Übermächtigen englischen und französischen Streitkräfte durchbrach und die „Soeben" und „Breslau" nach der Türkei führte. — 1881 war Souchon bei der Kriegsmarine eingetreten. Nach Bordkommandos und Verwendung in Stäben nahm er an den Hebungen des ersten deutschen Luftschiffer-Bataillons teil und trat als Korvettenkapitän im Reichsmarineamt um die Jahrhundertwende rückhaltlos für die Pläne des Grafen Zeppe- hat dem Marschall Tschiang-Kai-schek eine Note desselben Inhalts überreicht. Die Japaner haben dis Auslieferung der Terroristen seit langem gefordert, da die unter englischem Schutz stehenden Chinesen in der Internationalen Niederlassung nach japanischer Ansicht die führenden Elemente der antijapanischen Umtriebe in Tientsin.waren. In London nimmt man an, daß England mit diesem Schritt zu einer Besserung des englisch-japanischen Verhältnisses beitragen wird. London. 3. Juni. (DNB.) Das Schicksal der noch in dem in der Bucht von Liverpool auf Grund liegenden U-Bool „Thetis" Eingeschlossenen Hal sich einer Bekanntgabe der Bauwerft zufolge, erfüllt. Die Werft Cammell Laird gab kurz nach Mitternacht an Hunderte ängstlich wartender Menschen in Birkenhead die erschütternde Nachricht bekannt. daß keine Hoffnung mehr besieht. SS Mann liegen in der irischen See begraben; es wird nicht angenommen, daß noch irgend jemand am Leben ist. Auf die bis in die späten Abendstunden des Freitag wiederholten Klopfzeichen durch Taucher erfolgte keine Antwort mehr. Die Offiziere, Matrosen und Zivilisten sind also wahrscheinlich schon vor der Zeit erstickt oder ertrunken, zu der man mit dem Verbrauch der Luft gerechnet hatte. Ein Marineoffizier, der sich an den Reltungsarbeiten beteiligt hatte, erklärte kurz nach Mitternacht, daß alle Rettungsversuche bis zum Tagesanbruch aufge- choben worden seien. Auch die Aerzte haben den amtlichen Auftrag erhalten, sich zurückzuziehen. Aus diesen Nachrichten schließt man, daß das Unglück, das über eines der modernsten englischen U-Boote hereingebrochen ist, zur größten K a t a - strophe der Unterwasserschiffahrt geworden ist. Auf der „Thetis" befanden sich insgesamt 94 Mann, von denen sich Freitag morgen vier durch den Davis-Rettungsapparat in Sicherheit bringen konnten. Zwei weitere sind vermutlich bei dem Versuch, aus dem U-Boot aufzu- sleigen, umgekommen. Das Heck, das viele Stunden lang bis zu sieben Meter aus dem Wasser hcrausragte, war am Freitag gegen 18 Uhr gegen alle Erwartungen wieder abgesunken. Das Schiff verschwand wie ein Stein, nachdem der Versuch, es mit Stahlseilen weiter zu heben, durch Zerreißen der Taue mißlang. Die Frage, warum sich nicht alle Insassen mit Hilfe des Davis-Reltungs- apparates in Sicherheit bringen konnten, ist in aller Munde. Die vorläufige offizielle Annahme scheint, wie an den Reltungsarbeiten beteiligte Fachleute erklären, die zu sein, daß einer der an Bord Befindlichen, der mit seinem Apparat durch die Rettungsluke zu entkommen suchte, nicht vorsichtig mit dem Instrument umgegangen ist und in der Luke stecken blieb, wodurch er den Weg für alle anderen verriegelte. Wie Kapitän O r a rn , der dem U-Boot als Erster enttarn, erklärte, sand am Freitagmorgen unter den Eingeschlossenen eine dramatische Konfe- Oie Katastrophe -es englischen Lt-Booies „Thetis" 88 Mann ums Leben gekommen, nur vier gerettet. — Fragen und Vorwürfe der Preise. schiff der gesunkenen „Thetis". — (Scherl-M.) renz statt, auf der beschlossen wurde, daß je ein Zivilist mit einem erfahrenen Matrosen zusammen den Rettungsweg antreten sollte. Die Offiziere und Mannschaften seien übereinstimmend der Ansicht gewesen, daß die Zivilisten sich allein kaum retten könnten. Es sei bann beschlossen worden, Kapitän Dram, einen Leutnant und zwei andere erfahrene Seeleute zuerst aufsteigen zu lassen, damit sie die Rettungsarbeiten leiten könnten. Die Admiralität veröffentlichte am Freitagabend um 22 Uhr eine Erklärung, in der es heißt: „Das Heck der „Thetis" ist nicht, wie erwartet, wieder an die Wasseroberfläche gekommen. Es wird nunmehr der Versuch unternommen, das Heck mit Pontons zu heben. Die Admiralität bedauert jedoch, mitteilen zu müssen, daß die Hoffnung, weitere Leben retten zu können, schwindet." Die teigende Nervosität der englischen Deffentlichkeit über das Unglück machte sich am Freitag u. a. dadurch bemerkbar, daß die Abendblätter noch um 21.30 Uhr Sonderausgaben herausbrachten, um die Deffentlichkeit über den Verlauf der Rettungsarbeiten zu unterrichten. Die Admiralität war bis um 22 Uhr noch nicht in der Lage, eine Erklärung darüber abzugeben, warum die noch eingeschlossenen Mannschaften und Ingenieure sich nicht mit den Davis-Rettungsapparaten in Sicherheit gebracht haben. Die Blätter sprechen von einem „sonderbaren Geheimnis". Aus Birkenhead werden Schreckenszenen gemeldet. Dor den Toren der Werft Cammell Laird stehen feit Stunden dis Frauen der in der „Thetis" Eingeschlossenen und warten auf günstigere Nachrichten. Viele von ihnen haben seit Donnerstagabend nicht mehr geschlafen^ Sie haben die ganze Zeit vor den Werfttoren verbracht, da sie auf das Eintreffen einer günstigen Mitteilung hoffen. Je näher Freitag Mitternacht heranrückte, um so verzweifelter wurde die Stimmung unter den wartenden Frauen. Die Londoner Morgen presse steht am Samstag völlig im Zeichen der Katastrophe. Die dramatischen Berichte werden durch Bilder, die ganze Seiten einnehmen, illustriert. Immer wieder taucht die Frage auf, wie es möglich war, daß alle Rettungsversuche erfolglos blieben, obwohl das Heck des U-Bootes mehrere Meter, und zwar eine beträchtliche Zeitlang, über Wasser ragte. Wie war es möglich, so fragen die Blätter, daß sich nur vier Mann mit dem Davis-Apparat in Sicherheit bringen konnten? Warum konnte kein Loch gebohrt werden, das zumindest die Luftzufuhr gesichert hätte? Die „Daily Mail" erhebt schon jetzt scharfe Vorwürfe. Zu einem späteren Zeitpunkt, so schreibt das Blatt, müßten viele Fragen beantwortet werden. Die Nation wolle wissen, warum das Unglück über die „Thetis" hereingebrochen fei. Warum das U-Boot auf seiner ersten Probefahrt in nien und Ungarn sowie die Kameraden aus der Ostmark, dem Sudetenland, dem Memelland und Danzig. General Reinhard dankte bann für die ihm Zuteil gewordene Ehrung auch im Namen des Bundes und feines alten Regimentes. General Queipo de L l a n o, der Führer der nattonalfpanifchen Südarmee, traf in Begleitung von vier weiteren Offizieren der spanischen Wehrmacht in Stuttgart ein. Die Gäste wurden auf dem Flughafen vom Stadtkommandanten und einer Abordnung des NS.-Reichskriegerbundes herzlich begrüßt. Am Freitagvormittag ist General Queipo de Llano mit den ihn begleitenden Offizieren nach K a f f e l zur Teilnahme am Reichskriegertag weiter- gesahren. machen und an den englisch-türkischen militärischen Beratungen in London teilnehmen. Oie Wahlen in Rumänien. Bukarest, 2. Juni (Europapreß). Das vollständige Endergebnis der Abgeordnetenwahlen ist noch nicht bekanntgegeben worben. Es liegen bisher nur Teilergebnisse aus sieben ber insgesamt zehn Provinzen vor. Gewählt wurden vor allem bekannte Politiker, während die Kandidaten ber jüngeren Generation aus Mangel an Möglichkeit einer Wahlpropaganda ziemlich in den Hintergrund gedrängt worden sind. Die Mitgtteber ber Regierung sind alle an erster Stelle gewählt worden. Von den deutschen Kandidaten sind in der Provinz Muresch gewählt worben: Walbemar Gust, Julius Lubwig unb Gustav Prall. Die meisten Kandidaten hatte die deutsche Volksgruppe in der Provinz Temesch, deren Ergebnisse noch nicht Vorlagen. Von den elf deutschen Kandidaten dürften etwa fünf ober sechs gewählt worben fein. Die ungarische Volksgruppe wird voraussichtlich acht Vertreter in ber neuen Kammer haben. In Regierungskreisen erklärt man sich mit bem Wahlergebnis sehr zufrieden. Amtliche Kreise unterstreichen, daß in die Kammer etwa 25 Bauern gewählt wurden, während unter dem alten parlamentarischen System die Bauern nie mehr als drei eigene Vertreter hatten. Englisch-japanische Unterredung. Schanghai, 2.Juni (Europapreß). An Bord des japanischen Flaggschiffs „Jzumo" fand eine dreistündige Unterredung zwischen dem japanischen Flottenchef O i k a w a g a unb bem Oberbefehlshaber ber britischen Dstasienflotte, Sir Percy Noble, statt, in der bas Aufbringen des englischen Pasiagierdampfers „Ranpura", die durch die Landung japanischer Truppen in ber internationalen Niederlassung von Kulangsu geschaffene Lage, sowie die Schiffahrt auf bem Jangtse unb auf bem Perl- fluß erörtert wurden. England liefert chinesische Terroristen aus. So n b o n, 2. Juni. (Europapreß.) Die englische Oberbefehlshaber der türkischen und bulgarischen Seestreitkräste. Ausstellung der Prado-Gemälde in Genf. Im Genfer Kunstmuseum ist die Ausstellung der Gemälde aus dem Madrider Prado- Museum eröffnet worden. Der Präsident des Genfer Staatsrates sprach ber spanischen Regierung und namentlich ihrem Cyef General Franco seinen Dank dafür aus, daß die Kunstschätze den Genfer Behörden auf drei Monate anoertraut worben sind. Die Ausstellung umfaßt etwa 200 Gemälde, namentlich von Delasquez, Murillo, Greco und Goya, aber auch Werke von italienischen, niederländischen und deutschen Meistern. Die Ausstellung ist bis Ende August geöffnet. Wetterbericht Gesteuert durch das über den britischen Inseln festliegende Hochdruckgebiet wandern in rascher Folge die Tiefdruckwirbel über Skandinavien südostwärts, deren Einflußbereich immer weiter südwärts ausgreift. Für den größten Teil Deutschlands ist noch immer der von Westen auf das Festland sich erstreckende Hochdruckausläufer wetter- bestimmend, \\o daß auch bei uns das überwiegend heitere Wetter anbauert und stärkere Sonneneinstrahlung die Tagestemperaturen über 20 Grad, teilweise sogar über 25 Grad ansteigen läßt. Wenn auch für den Westen und Süden bes Reiches noch keine durchgreifende Aenderung zu erwarten ist, so ist doch auf längere Sicht nicht mehr unbedingt mit störungsfreiem Schönwetter zu rechnen. Vorhersage für Sonntag: Zeitweise wolkig, doch allgemein noch heiter, trocken, Mittagstemperaturen über 20 Grad, Winde meist um Nord. Vorhersage für Montag: Noch vielfach heiter, doch nicht mehr allgemein störungsfrei. Lufttemperaturen am 2. Juni: mittags 24,3 Grad Celsius, abends 16,2 Grad: am 3. Juni: morgens 14,6Grad. Maximum 24,5Grad, Minimum 11,4Grad. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für bett Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts* druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr^ Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Französischer Alltag. ; Die in Frauenfeld in der Schweiz erscheinende \ Thurgauer Zeitung brachte kürzlich unter < der Ueberschrist „Frankreichim Zeichen der A u f r ü ft u n g" einen Aufsatz ihres Pariser Korre- ' spondenten, in dem die Auswirkungen der kriegs- ■ wirtschaftlichen Maßnahmen Frankreichs fo bärge- ’ stellt werben, wie sie dem Menschen des Alltags • gegenüber in Erscheinung treten. Schon in dem ein- l leitenden Satz „Schwer lastet die europäische Span- , mmg auf Frankreich" spiegelt sich das Bild, das । Frankreich heute darbeitet. Der sonntägliche Spa- ( ziergänger in Paris sehe am Rande der Stadt im- . m e r neue Unter st ände entstehen. Wenn sich ' auch der Volkshumor über diese trüben Erscheinun- 1 gen hinwegsetze, so könne vor dem unparteiischen Zuschauer der Ernst der Stunde dadurch nicht verscheucht werden. Die französische Presse tue ihr Uebriges, um diese Wahrnehmungen zu bestätigen. Die Rüstungen lasteten schwer auf dem Wirtschaftsleben. Die Preise der Lebensrnittel stiegen unaufhörlich und wären heute schon doppett so hoch wie zu Beginn des Winters. Für Gemüse, Salat, Fleisch und Kaffee hätten sie eine Rekordhöhe erreicht. Das hätte zur Folge, daß sich die Bevölkerung bei den Einkäufen einschränke und auf Dinge verzichte, die sie früher regelmäßig erstanden yätte. Trotz allem Verständnis für die Rü- stunasmaßncchmen würden die Lasten als sehr drückend empfunden. Die neue allgemeine Rüstungssteuer von 2 v. h. auf alle Einkommen, die den Arbeitern und Angestellten vom Lohn einbehalten werden würde, und die neue Steuer von 1 v. h. a u f a 11 e U m s ä tz e , die eine weitere Verteuerung der Preise verursache, machen sich in erster Linie fühlbar. Durch die Verteuerung leide aber nicht nur die Lebenshaltung; es stocke auch bas übrige Wirtschaftsleben in beängstigendem Maße, weil sich bie Anschaffungen nur auf bie unbe» bingt notwendigen Gegenstände beschrankten. Dies hätte aber zur Folge, daß sich die Umsätze von Gebrauchsgütern immer mehr verringerten. Die Aufforderungen der Handelskammern und Stadtverwaltungen, sich nicht beirren zu lassen, hätten nur einen sehr geringen Erfolg gehabt. Selbst der Restaurantbetrieb, den der Verfasser als den nationalsten aller französischen Wirtschaftszweige bezeichnet, leide unter dieser Entwicklung. Die Zahl der Weinhandlungen und kleinen Ausschänke, die genötigt wären, ihre Läden für immer zu schließen, mehrten sich fortlaufend. Geht Bansittart nach Moskau. London, 2. Juni. (Europapreß.) Der englische Botschafter in Moskau, Sir William S e e d s, stattete am Freitagabend in Begleitung des französischen Botschafters N a g g i a r dem sowjetrussischen Außenkommissar Molotow einen Besuch ab. In London heißt es, dieser Besuch habe der Entgegennahme der Moskauer Antwort auf die englisch-französischen Vorschläge gedient. — Genaueres über den Inhalt der Antwort ist noch nicht in Erfahrung zu bringen. Wie Europaureß von zuverlässiger Seite erfährt, sind die Meldungen, wonach die Entsendung eines hohen Beamten des Foreign Office nach Moskau ernsthaft erwogen werden, wohlbegründet. Ein dahingehender Vorschlag ist Außenminister Lord Halifax bei seiner Rückkehr von seinem nturlaub vom Ersten diplomatischen Berater egicrung, Sir Robert Bansittart, unterbreitet worden. lieber die Persönlichkeit, die als Führer einer britischen Abordnung für Moskau in Frage kommt, ist noch keine Entscheidung gefallen. Neben dem Außenminister selber und dem parlamentarischen Unterstaatssekretär im Außenministerium, Butler, ist auch Sir Robert Bansittart in Betracht gezogen worben. Gegen eine persönliche Reise bes Außenministers spricht der Umstand, daß Lord Halifax, wenn er einmal die Reise unternimmt, nicht ohne einen unterschriebenen Vertrag zurückkommen konnte, wenn er nicht sein Ansehen und bas ber Regierung gefährden will. Er würde sich dadurch von vornherein in die Hände ber Sowjetmachthaber geben, die ihre Forberungen, wie man sie befürchtet, möglicherweife noch weiter spannen würden. Dem Unterstaatssekretär Butler traut man kaum bie notroenbige Erfahrung zu, um ihn mit einer solchen Mission zu betrauen. Unter diesen Umständen gilt Sir Robert Bansittart als besonders geeignet für die Reise. Der drittsche Luftmarschall Sir John Salmon wird in Paris mit dem Generalstab der französischen Luftwaffe Besprechungen führen. Der französische Generalstabschef General G a m e l i n wird den Engländern in der kommenden Woche einen Gegenbesuch lin ein. Im russisch-japanischen Krieg 1904/05 ging Souchon als Chef des Kreuzergeschwaders nach Ost- afien. 1909 bis 1912 war er Chef des Stabes ber diesem Beschluß I Kriegsmarine unb im Weltkrieg, nachbem sich bie in Tschungking j Türkei auf die Seite ber Mittelmächte gestellt hatte, Vereine Deutsche Stenografenschaft, Kreisverban d Gienen. Verbandstagung am 10. u. 11. 6. in Schotten. Sonntag grobes Leislungsschreiben später Unterhal- tung nnd Tanz. Sonderzug ab Gieben etwa 6.50 Uhr? Rückfahrt gegen 20 Uhr. Fahrvr. 2,- JUL. Auch Freunde unserer Mitglieder können den Sonderzug benutzen. Anmeldungen aber sofort an August Siebert, Frankfurter Str. 19. oo8sD Wohnungstausch | Stellenangebote Verkäufe Ank.-Gen. Nr. C. 25947. 1182° Gieben. 4053D 0«L»LWnnL sowie Leute zum Anlernen gesucht. Hollmann-Werke Gesellen Wetzlar. 2»ieO [02764 sucht. ;g. unt. 02756 0. Gieb. Anz. Gieben Verlobungs-Anzeigen * bei Brühl, Schulstr. 7 Honen Eigenschaften 4082D Unabhängige Dame Verschiedenes 4029 D für leichte geschäftliche Betätigung im Außendienst bei fester Bezahlung gesucht. Kaufmännische Dor- lenntniffe nicht verlangt, jedoch gutes Aussehen, Geschäftssinn und Freude an der Arbeit erwünscht, persönliche Vorstellung am Montag, dem 5. Juni, vormittags Hu bis l¥i Uhr, im Hotel Schuh, Gießen, Bahnhofstraße, bei Herrn Brünker. 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Photograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeibseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern ui a. mitgebracht. Er erzählt im Texrteil unterhaltsam Und spannend aus der .Kraft eigenen Erlebens di« sonderbarsten Begebenheiten, die er, tm Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung ent» gegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt ZMMl und Studie (2 Zimm, klein), Stadtmitte, 3. Stock, z. vermieten. Schriftl. Garage frei! Gg.-PH.-Gail- Str. 9. Anfragen an Postfach 254 ob. Tel. 3450. für Geschäft und Haushalt. 02795 Zu erfr.: Bahnbofstr.15, Laden. Wer erteilt fortgeschrittenem, musikbegabt., 12iähr. Jungen gründlichen Klavier- Unterricht ? Schr. Ang. unt. 4035Da.d.G.A. 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Januar marschierten die Hessen mit der Alten Garde nach D i r f ch a u. Hier traf der Befehl des Großherzogs ein, daß Prinz Emil mit allen entbehrlichen Offizieren, den Fahnen und fünf Geschützen nach Darmstadt zurückzukehren habe und daß aus dem gesamten hessischen Kontingent nur ein Bataillon unter dem Befehl des Oberst von Schoenberg zu bilden sei. Die Bildung des -Bataillons geschah in der Werse, daß Major von Bouchenröder Kommandeur wurde, Kapitän Fresenius die 1. Kompanie (gebildet aus dem Garde-Füf.-Batl. mit 8 Offizieren 197 Mann), die 2. Kompanie (gebildet aus dem Leib-Füf.-Batl. mit 4 Offizieren 190 Mann) Kapitän Meyer, die 3. Kompanie (gebildet aus dem Leib-Gai^>e-Regiment mit 3 Offizieren 41 Mann) Kapitän von Rosenberg, die 4-Kompanie (gebildet aus dem Leib-Regt. mit 3 Offizieren 28 Mann) Kapitän Moter erhielt. Das Bataillon wurde mit neuen französischen Gewehren bewaffnet, die alten waren so schlecht, daß sie zerschlagen werden mußten. Am 13. Januar ging es weiter von Dirschau nach Stargard. Kapitän Meyer hatte mit seiner Kompanie die Nachhut. Die Kosaken bedrängten bald von allen Seiten die Kompanie, die in geschlossener Kolonne marschierte und nach Bedarf Front machte. Es kam zu einem Gefecht, das ebenso die unerschütterte Haltung der braven Mannschaften, die so Entsetzliches durchgemacht hatten, bewies, wie den Einfluß des hervorragenden. Kapitäns Meyer. Dieser ließ die mit Hurra anstürmenden Kosaken, ohne zu feuern, bis auf 60 Schritt heran, was diese so verwirrte, daß sie Halt machten und schließlich umkehrten. „Lacht sie aus, die Lause- wenzels!" ruft Kapitän Meyer. Und ein brausendes Gelächter folgt den Daoonjagenden. Wütend machen diese erneut Kehrt und reiten an, und wieder werden sie auf 50 Schritt herangelassen, ehe der Befehl zum Feuern erfolgt, das vernichtend wirkt und sie endgültig in die Flucht jagt. Kann es ein besseres Zeichen für die großartige Disziplin dieser braven Truppe und ihres heldenmütigen Führers geben?! Wir werden seinem Namen und seinen Taten noch oft begegnen. — Der Marsch der „Alten Garde" und der Hessen ging in den nächsten Tagen von Stargard nach Posen, fast immer unter dem Schutze der Nachhut des Kapitäns Meyer. In Pofen blieben die Truppen 20 Tage in Ruhe. Aber diese Ruhe brachte ihnen mehr Verluste, als die ganze letzte Zeit des Rückzuges. Denn nun zeigten Wenn diese Betrachtungen auch nur einen gewissen Grad der Wahrscheinlichkeit in sich tragen, so scheint die Folgerung berechtigt, daß es Grenzschlachten wie im Jahre 1914 nicht mehr geben wird. Sind die Grenzen offen, so kann es zu sehr frühen Kämpfen motorisierter Einheiten kommen, die die Einleitung für weitere Kämpfe der Heeres- masfen bilden, d. h. zu Operationen, die sich jeder vorherigen Festlegung entziehen-, vielleicht auch zu schnellen Teilentscheidungen, wie sie im späteren Verlauf des Krieges kaum zu erwarten sind. Sind die Grenzen durch Befestigungen geschlossen, dann wird der Krieg mit einem Aufmarsch zur er-, ft e n großen Durchbruchsschlacht beginnen. Erst bann werden Operationen folgen, wie halten lassen. Den Krieg zur Luft schlagartig zu beginnen, ist weniger schwierig und wird in künftigen Kriegen die Regel sein. Da aber auch in der Zukunft Kriege nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel entstehen, sondern sich vorher der politische Horizont verdüstert, wird auch im Luftkriea jeder Angriff auf eine üor bereitete Abwehr treffen. Ein Einfall von ß a n b ft r e i t f r ä f t e n , der dann wohl gleichzeitig ober doch kurz darauf erfolgen muß, birgt für die damit beauftragten Teile die Gefahr, einzeln geschlagen zu werben, ehe die Masse der Streitkräfte bereit und nachge- Aufmarsch und Kriegsbeginn. Don Hermann Foertsch, Oberst des Generalstabes. Jeder Deutsche steht heute in der großen Wehrgemeinschaft des Dritten Reiches und für jeden Deutschen ist es wichtig, die richtigen Vorstellungen über alles zu haben, was mit der Landesverteidigung zusammenhängt. , In diesem Sinne verdient das glänzend geschriebene Buch von Oberst Foertsch „Kriegskunst heute und morgen", Zeitgeschichte Verlag Wilhelm Andermann, Berlin, besondere Beachtung. Foertsch räumt mit seiner klaren Darstellung auch u. a. mit vielen Phantastereien auf, die sich an einen Aufmarsch und an einen Kriegsbeginn geknüpft haben. Als freiwilliger deutscher Flieger über Barcelona Don Feldwebel Henbald Huppert. feiner Veteranen aus dem russischen Kriege, die unter Kapitän Meyer bei der „Alten Garde" Derblieben waren, begrüßen. Ihre Wiedervereinigung ge- schah am nächsten Tage (2. Mai) auf dem Schlachtfeld von Groß-Görschen. Es waren außer Kapitän Meyer noch die Leutnants Schmidt und Fels sowie 9 Unteroffiziere, 5 Spielleute, 16 Schützen und 48 Füsiliere, die auf beide Bataillone verteilt wurden und der jungen Mannschaft als Stütze und Vorbild bienten. Das zeigte sich sofort in der Schlacht bei Groß-Görschen, in der das neugebildete leichte Regiment eine sehr harte Feuertaufe erhielt, aber sich hervorragend schlug. Der Raum verbietet mir, näher auf die Schlacht selbst einzugehen, es genügt zu sagen, daß alle Angriffe des Regiments mit großer Tapferkeit siegreich durchgeführt wurden. Das erste Bataillon hatte 5 verwundete Offiziere (Kapitän von Schaeft'er, die Leutnants Westerweller, Aßrnus, Vogt und Schmidt), außerdem 12 Tote, 130 Verwundete und 100 Mann Vermißte. Dom II. Bataillon waren 4 Offiziere verwundet (Kapitän Meyer, Premier-Leutnant von Rothsmann und die Leutnants Graeff und Müller.) Ferner waren 6 Mann tot, 60 verwundet und 130 vermißt, d. h. in Gefangenschaft geraten. Denn Napoleon hatte zwar den Angriff der preußisch-rufsischen Armee abgeroie- fen, aber nicht gesiegt. Er folgte auch nur sehr langsam dem freiwillig ,zurückgehenden Gegner. Ueber das Verhalten der Hessen in der Schlacht meldete Prinz Emil dem Großherzog, „daß das Betragen vorzüglich der Füsilier-Bataillone (also des leichten Regiments) als ausgezeichnet zu rühmen sei", ein hohes Lob für die junge Truppe! An den nun folgenden Ereignissen, die am 21. Mai zur Schlacht bei Bautzen und wiederum zu einem „unent- schiedenen Siege" Napoleons führten, so daß dieser selbst den Verbündeten einen Waffenstillstand anbot, war das leichte Regiment nur mit den Beinen» d. h. durch zahllose Hin- und Hermärsckze beteiligt. Nach der Schlacht bei Bautzen marschierte es über Görlitz nach Haynau, wo das II. Bataillon Quartier bezog, während das I. nach Liegnitz weiterging und bis zum Ende des Waffenstillstandes dort verblieb. Dann wurde das Regiment in ein Lager bei Lüben verlegt, wo ein großer Ordens re gen feine Verdienste belohnte. 17 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften erhielten die französische Ehrenlegion und ebenso viele den hessischen Verdienstorden. Außerdem traf eine vom 17. Juni 1813 datierte Ordre des Grohherzogs ein, wonach in Anerkennung feiner großen Leistungen das provisorische leichte Infanterie-Regiment zu einem „wirklich en Regiment mit dem Namen Garde-Füsilier- Regiment" erhoben wurde. Seinen 125. Grim- bungstag haben wir im vorigen Jahre gefeiert! (Schluß folgt.) ziell angeordnete Mobilmachung Luftschutzkräfte bereitgehalten und Besatzungen der Grenzbefestigungen verstärkt werden können. Eine Kriegseröffnung durch UeberfaU hat nur dann wirklichen Sinn, wenn der Erfolg eines solchen Ueberfalls kriegsentscheidende Wirkungen hat. Er muß lohne n. Dazu sind aber doch wohl starke Kräfte nötig. Auch überfallartige Kriegseröffnuna eine istung, die zu Beginn des Krieges Das Zahr 1813. Das blutige Jahr 1812 mit der Vernichtung der „Großen Armee" Napoleons neigte sich seinem Ende zu. Die Reste der hessischen Truppen waren am 24. Dezember 1812 von Insterburg über Wehlay und Tapiau nach Königsberg marschiert und von da weiter nach Elbing, wo sie am 5. Januar 1813 eintrafen. Das provisorische leichte Infanterie-Regiment war durch zahlreiche Nachzügler aus die Stärke von 350 Mann angewachsen und voll in sich geschlossen, was man nur yoch non/inem Teil der „Alten Garde" behaupten konnte. Die sonstigen Verluste waren riesengroße! Fast alle Länder waren von ihnen betroffen, nach Napoleons Ansicht am wenigsten Frankreich. Denn als der Kaiser nach der Katastrophe von einem Minister auf die in Paris herrschende Unruhe hingewiesen wurde, erwiderte er schroff: „Was wollen die Pariser eigentlich? Von den 600 000 Mann, die ich in Rußland verloren habe, waren nur 30 000 Franzosen. Die übrigen waren Italiener, Dalmatier, Polen und — so fugte Rapoleon mit bösem Lächeln hinzu — vor allem Deutsche!" Ein Ausspruch, der, wenn er auch vielleicht nicht ganz zutraf — denn die Franzosen hatten bestimmt mehr als 30 000 Mann eingebußt — doch Har erkennen läßt, welche Opfer die Volker dem fremden Eroberer bringen mußten. Und leider blieb dieser Zustand zunächst noch weiter bestehen! Denn Napoleon hatte sofort nach seiner Rückkehr nach Paris erneut'mit großen Rüstungen begonnen, so daß niemand wagte, „wider den Stachel zu löcken". Zwar hatte am 30. Dezember 1812 der preußische General von P o r ck zu Tauroggen mit den Russen eine Konvention dzw. einen Waffenstillstand abgeschlossen, aber dieser war unter dein Druck der Franzosen vom Koma nicht anerkannt worden, so. daß der Frühlingssturm, jene Erhebung Preußens, erst mit dem Aufruf des Königs „An mein Volk" am 17. Marz 1813 zum Ausbruch kam. _ .. , Der Großherzog von Hessen war auch im Jahre 1813 noch gezwungen Napoleon Heeres- folge zu leisten. Er hatte inzwischen für seine fajt vom Erdboden verschwundenen Regimenter sagl1 reiche Ersatzmannschaften in der Heimat ausbilden lassen und sie nachgeschickt. Bis diese bei den Resten der hessischen Truppen eintrafen, verging indessen noch lange Zeit. Bis 9. Januar blieb -p r 1 n 3 Emil mit dem Rest der Brigade in Elbing und marschierte am 10. Januar nach Sommerau, wo cs Die Durchführung des Aufmarsches ist abhängig von den Transportmitteln und den Verkehrslinien, die das Land durchziehen. Die Eisenbahnen nehmen dabei immer noch die erste Stelle ein. Mit zunehmender allgemeiner Motorisierung gewinnen die Straßen an Bedeutung. Kennzeichnend für Aufmärsche der Zukunft sind folgende Tatsachen: Die Luftwaffe ist sofort Derroenbunasbereit; sie kann ohne einen Aufmarsch bisheriger Art aus den Heimathäfen zur Wirkung gebracht werden. Motorisierte Verbände sind bei einigermaßen günstiger Friedensverteilung schnell an die Grenze zu werfen. Die Masse des Heeres aber ist so unbeweglich wie vor 50 Jahren. Sie bleibt auf den Eisenbahntransport angewiesen. Daraus ergibt sich, daß der Aufmarsch nicht mehr ein einheitlicher zeitlich enger Akt ist, der erst nach Ausfüllung der aktiven Einheiten von einem bestimmten Tage an läuft. Er zieht sich zeitlich mehr in die Länge und stellt sich auch dem Gegner nicht mehr wie noch vor 1914 als ein sicher zu berechnender Ablauf dar. Die Möglichkeit der sofortigen Verwendung der Luftwaffe macht künftig Störungen des Aufmarsches wahrscheinlicher. Reibungen im Ablauf der Aufmarschbewegungen sind eher möglich und sicher zu erwarten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, - die Aufmarschpläne beweglicher und wendiger zu halten und von so starren Plänen abzugehen, wie sie für die Einleitung des Krieges 1914 bezeichnend waren. Die frühere Bereitschaft eines an motorisierten Kräften überlegenen Gegners kann ebenfalls eigene Pläne durchkreuzen. Deshalb ist Schnelligkeit des Aufmarsches mehr als je wichtiges Gebot. Aus dem gleichen Grunde wird der Aufmarsch möglichst dicht an die eigene Grenze zu legen sein. In der ausländischen Literatur spielt die Frage nach der Einleitung kommender Kriege eine große Rolle. Man rechnet dort damit, daß der Krieg künftig ohne offizielle Kriegserklärung durch einen Ueb erfüll eingeleitet wird, lieber; fallartige Kriegseröffnungen sind durchaus keine Neuerscheinung. Der Gedanke wird nur durch die sofortige Kampfbereitschaft der Luftwaffe neu belebt. Zweck des Ueberfalls soll sein, den noch nicht kampfbereiten Feind in diesem Zustand geminderter Wehrfähigkeit zu treffen, feine Vorbereitungen zu stören, feinen Aufmarsch zu verzögern ober zu verhindern. Seine Ziele find demnach die kriegswichtige Industrie des Gegners, feine Verbindungen, Knotenpunkte, feine Streitkräfte, vor allem feine Luftwaffe. Ein folcher UeberfaU ist aber, fo verlockend und fo aussichtsreich er zuerst erscheint, doch n i ch t l e i ch t d u r ch z u s ü h r e n. Im allgemeinen wird einem Kriegsausbruch eine gewisse Spa n - n u n g s 3 c i t vorausgehen, in der auch ohne offi- Es war am Samstag, 21. Januar 1939. Schon 28 Tage wütete der Kampf um Tarragona. Kilometer um Kilometer vom Boden der fruchtbarsten und am dichtesten bevölkerten Provinz Spaniens entrissen die Truppen Francos den roten Horden. 28 Tage schon unterstützten wir nationale Flieger mit drei und mehr Einsätzen täglich das Vorgehen der nationalen Infanterie in Ermangelung der schweren Artillerie. Unsere Erfolge waren schön, unser Geist und unser Wille unerschütterlich und fest, der gerechten und heiligen Sache zum Siege zu verhelfen. Dieser Geist und Wille strahlte auch jetzt aus den Augen all derer, die gerade eben vom letzten Tageseinsatz auf den Hasen von Barcelona zurückkehrten. Lange noch nach der Flugbesprechung durch den Staffelkapitän, in der alles besondere über den letzten Feindeinsatz besprochen wurde, sieht man Gruppen in lebhafte Gespräche vertieft. Hier werden nun alle Einzelheiten, die vorgefallen sind, zur Sprache gebracht. Ueber einen Tisch gebeugt, zeichnen die Beobachter auf einer schnell an gefertigt en Skizze die Bombenlage ein und tauschen die vor dem Abwurf gemachten Meßergebnisse untereinander aus. Dort, an einer Karte, teilt man sich die beobachteten Stellungen der roten Flak mit, die mal wieder aus allen Rohren geschossen hat. Und wieder eine andere Gruppe, es sind die Bordfunker, besprechen aufgetretene Schwierigkeiten beim Funkverkehr. Vorschläge werden gemacht, überprüft, um dann beim nächsten Feindflug an gewendet zu werden. Lange noch würden diese nützlichen und lehrreichen Unterhaltungen andauern, würde nicht der Diensthabende die baldige Heimfahrt zur Unterkunft an- sagen. Doch nicht allen ist die wohlyerdiente Nachtruhe Aus her Geschichte des alten Regiments 116 Von Generalmajor a. D. Hudols Mohr, Gießen. fingen monoton ihr ehernes Lied. Jetzt bleibt mein Blick an einem bekannten Sternbild hängen. Und wie immer, wenn man den „Großen Wagen" sieht/ verlängere ich auch jetzt die Hintere Achse fünfmal. Ja, richtig, das ist der Nordstern. Viele Kilometer ■entfernt, ungefähr in dieser Richtung liegt die Heimat, liegt Deutschland, wo man heute am Samstag bei Spiel und Tanz, im Kino und Theater den grauen Alltag mit all seinen Lasten und Sorgen zu vergessen sucht. Bei diesen Gedanken ertappe ich mich, als d i e Stimme des Beobachters im Mikrophon ertönt: „Peilung, Funkfeuer L, bitte". Weggewischt find alle Gedanken von vorhin. Peilrahmen ausfahren, Peilempfänger einschalten, Funkfeuer auf-, suchen; alles geht mechanisch. Sorgfältig mache ich die Peilung und melde: „Achtung, Peilung: Funkfeuer 1353 Grad". „Verstanden." Flugzeugführer 10 Grad weniger steuern, Funker nach zwei Minuten weitere Peilung, hört die Besatzung den Beobachter sprechen. Dann sind wir wieder auf dem richtigen Kurs. Bald liegt Tarragona unter uns. Viertausend Meter sind wir hoch. Sauer« st o f f m a s k e n werden aufgesetzt, denn noch müssen wir 800 Meter steigen und eine Höhenkrankheit für einen von uns über Feindgebiet wäre eine verdammt peinliche Angelegenheit. Inzwischen wird Kursänderung auf das Ziel gemacht; nur mangelhaft verdunkelt ist Barcelona schon jetzt einwandfrei zu erkennen. „Frontüberflug, Gefechtsstände besetzen", kommt vom Beobachter. Nun krabbelt der Bordmechaniker, der bis jetzt neben dem Flugzeugführer sah, seine vielen Anzeigeinstrumente prüfend und kontrollierend, durch den engen Raum zwischen den Bombenschächten an zu seinem Heckstand. Es ist sehr eng dahinten und so helfe ich ihm, den Fallschirm anlegen. Ich sehe noch, wie er die Trommeln aufs MG. setzt und entsichert und schon bewegt sich langsam der Drehkranz. Er sucht den Himmel ab nach feindlichen Nachtjägern. Die vorgeschriebene Höhe, 4800 Meter, ist erreicht. „Gas wegnehmen, mit 3 m/sec bis auf 3200 Meter fallen, dann wieder Geradeausflug", befiehlt der Beobachter. Das Motorengeräusch wird jetzt um vieles geringer, die Auspufflammen, die bei normaler Drehzahl der Motoren als große, blaurote Flammen auch von unten deutlich zu erkennen sind, verschwinden. Man wird uns so nur schwer hören oder sehen, 3500, 3300, 3200 Meter meldet der Beobachter die für den Bombenabwurf entscheidenden Messungen. Hilfsziel suchen, Zeit stoppen, Abwurfgerät einstellen, dann wieder Blick aufs politische Belastung, die zu 23egi kaum ins Gewicht fällt, bei Verlust des Krieges sich aber sehr ungünstig auswirken kann. Auch dieser Gedanke fordert stärksten Kräfteeinsatz, um eben den Verlust des Krieges zu vermeiden, indem man von vornherein gute Siegesbedingungen zu schaffen strebt. Die Vorbereitungen für so starke UeberfaUfräfte aber werden sich nur schwer geheirn- Jnzwischeu war am 17. März die Kriegserklärung Preußens erfolgt. Die Preußen, die leider nur sehr langsam oorgingen, hatten am 11. März Berlin mit 15 000 Mann besetzt, und am 17. März war auch die Heeresabteilung des Generals Porck mit 21 000 Preußen dort eingetroffen. Napoleon aber war bereits viel stärker und stand den 69 000 Mann Verbündeten Ende April bei Lützen mit 120 000 gegenüber. Arn 2. Mai kam es zur Schlacht bei Groß-Görschen, an der auch das „provisorische leichte Infanterie-Regiment" tapferen Anteil hatte. Es war völlig neu aufgestellt worden. Aus zwei in Darmstadt und Gießen gebildeten Ergänzungs- Bataillonen, die nach Würzburg marschierten, bildete Oberst von Schonberg das neue Regiment dort am 1. März, das zur 39. Division Marchand des Korps Ney trat. (Diese Division setzte sich zusammen aus drei hessischen, zwei badischen Regimentern, einem Bataillon aus Frankfurt a. M., einem Regiment badischer und einem Regiment französischer Dragoner und aus je acht hessischen und badischen Geschützen.) Das I. Bataillon des Regiments befehligte Major von Bouchenröder. Die 1. Kompanie erhielt Kapitän von Schaeffer, die 2. Kapitän Fresenius, die 3. Premier-Leutnant Vogt, die 4. Kapitän Jesse. Kommandeur des II. Bataillons wurde Major von Karlsen. Dessen 1. Kompanie übernahm Kapitän Geyer, die 2. Premier-Leutnant von Rothsmann, die 3. Kapitän Wachter, die 4. Kapitän Lynker. Das Regiment war 25 Offiziere, 79 Unteroffiziere, 20 Spielleute, 1212 Schützen und Füsiliere stark. (Die Kompanien wurden damals noch nicht durchlaufend im Regiment numeriert.) Unmittelbar nach seiner Neubildung setzte das Regiment mit der Division Marchand den Marsch über Berka, Weimar, Jena nach Weißenfels fort, wo Napoleon fein Hauptquartier hatte. Beim Durchmarsch durch diese Stadt konnte das Regiment dcn Rest an den nackten Felsen empor. Die Eigenver - tänbigunasanlage, die ein Sprechen der einzelnen Besatzungsmitglieder untereinander erlaubt, ist in Ordnung. Aber nur die notwendigsten Worte werden gewechselt, um Tonhöhe und Laut- tärke zu wissen, in der gesprochen werden muß. Denn der Zielanflug verlangt eine eindeutige Der- tändigungsmöglichkeit. Jeder ist zuviel mit sich elbst beschäftigt. Die immer wieder anstürmenden Eindrücke sind neu und überwältigend. Bodenoerbindung wurde gleich nach dem Start ausgenommen. Nun ruft die Bodenfunkstelle und ragt nach Neuigkeiten. Ich taste: „Alles in Ordnung"; „ok" kommt zurück. Wir verstehen uns. Stille wieder im Empfangsgerät. Nur die Motoren sich erst die Folgen der großen Entbehrungen, der Kälte und des Hungers. Die Zahl der Kranken stieg beängstigend, fo daß beim Ausmarsch aus Posen am 12. Februar 1813 das hessische Bataillon noch zwei Kompanien zählte. Auch diese zwei wurden, als die Elbe erreicht war, zu einer einzigen Kompanie zusammengestellt, die nur noch 81 Köpfe stark war und unter dem Befehl des Kapitäns Meyer bei der „Alten Garde" verblieb. Alle übrigen Offiziere und Unteroffiziere wurden den über Würzburg anmarschierenden Ergänzungsmannschaften entgegengesandt. Am 26. März erreichten die Truppen über Schmargendorf südlich Berlin, in das bereits am 4. März russische Vortruppen eingerückt waren, Magdeburg, wo sich alle noch verwendbaren französischen Truppen sammelten. Bis hierher hatte der Rest der Hessen einen Marsch von 1250 Kilometer (Luftlinie) zurückgelegt! Und welchen Marsch! beschieden. Zwei Besatzungen sind zum Nachtflug ei n geteilt, darunter auch diejeniae, der ich als Bordfunker angehöre. Noch einige Derbe, doch vom Herzen kommende Hals- und Beinbruchwünsche der nach Hause Fahrenden klingen an unser Ohr. Dann sind wir allein. Karten werden ausgebreitet, wir beginnen mit der Flugvorbereitung. Sie ist sehr wichtig, da erstens Einze 1 start vorgeschrieben ist, und zwar in solchen Zeitabständen, daß halbstündlich das Ziel, der Hafen von Barcelona, mit Bomben belegt wird, zweitens bei einem Nachtflug leicht die Möglichkeit besteht, mit Funknavigation arbeiten zu müssen. Das macht ein vorheriges Ausrechnen der zu bestimmten Zeiten zu erwartenden Peilergebnisse notwendig. Dann ist die Flugvorbereitung sehr wichtig, um alle Zweifel und Unsicherheiten, die während des Fluges auftreten können, unmöglich zu machen oder doch wenigstens schnellstens beheben xu können. Nur dann ist die zu einem einwandfreie» Zielanflug notwendige Sammlung vorhanden und ein Erfolg wird die Arbeit lohnen. Der Uhrzeiger ist inzwischen beträchtlich nahe an 20 Uhr, der vorgeschriebenen Startzeit herange- rückt. Schnell noch die vor einem Start unentbehrliche Zigarette angezündet, dann humpeln wir, mit dicker Pelzbekleidung angezogen, zum Liegeplatz. „Maschine klar zum Nachtfeindflug!" meldet der erste Wart. Nochmaliges kurzes Ueberprüfen der Geräte durch die Besatzung, dann Punkt 20 Uhr erhebt sich das mit 1600 kg Bomben beladene Flugzeug vom Flugplatz Saragossa, lieber uns die Unendlichkeit, ein mit Tausend und aber Tausend funkelnden Sternen übersäter Himmel. Unter uns eine gebirgige Landschaft. Kahl und grau, in den Tälern schwimmt bläulicher Nebel und kriecht langsam zurückgehen. Dann wird aber die Wirkung nicht sehr nachhaltig sein können. Die Sorge vor einer überfallartigen Kriegseröffnung ist großer als die Gefahr. Trotzdem ist aber die Frage der Abwehr eines Ueberfalls wohl zu prüfen. Frühzeitiger Einsatz der Luftschutzkräfte und Bereitschaft der Flieger- ja'gbfräfte wurde erwähnt. Eigene motorisierte Verbände müssen im Frieden dort untergebracht werden, wo etwa ein solcher UeberfaU und Einfall droht. Befestigte Zonen mit Dauerbesetzung und Vorbereitung strategischer Sperren sind weitere Sicherungsmaßnahmen. Die beste Parade ist aber auch hier der Hieb. So sieht man im Ausland den eigenen UeberfaU als die sicherste Abwehr des feindlichen an. führt ist. Dieser Gefahr kann nur dadurch vorge- nen. Erst bann werden Operationen folgen, wie beugt werden, daß die EinfaUkräfte st a r k gemacht sie 1914 sofort einsetzten. Hier liegen viele Raffel, werden — damit die Ueberraschung erschwert — deren Lösung die größte Bede"-"-: **'- oder daß sie nach der ersten Wirkung schneU wieder tige Kriegführung haben wird. Wandern und Reisen ZrühliWsahrt an den Rhein Nidda Neuer Weg zum Lehrerberuf Die an- Möbelhaus fyjJd i Bad-Salzhausen Das nervenberuhigende Heilbad Pouschol- «.Vergünstigung!kuren! Auskft. d. Hessische Badedirektion Don karte) Ort, dessen Man sah, Gassen, ein Ge° Ab- auf- ah her- Sol-, Lithium-, Schwefel- u. Stahlquellen Herz- u. Gefäßleiden — Rheuma Erschöpfungszustände — Katarrhe Mannigfaltig sind die Ursachen, die im Laufe der geschichtlichen Entwicklung zu einem, Bevölke- rungsschwund auf dem platten Lande geführt haben. Die gewaltige Expansion der römischen Republik dezimierte buchstäblich die altitalische Bauernschaft; der Dreißigjährige Krieg schlug in Deutschland dem platten Lande schwerere Wunden als den besser geschätzten Städten. Der rationelle Gutsbetrieb, der sich im östlichen Deutschland seit dem sechzehnten Jahrhundert ausbildete, hatte zur Folge, daß die Zahl der Bauern und ständigen Arbeiter kleiner wurde, während zur gleichen Zeit in England der rasch um sich greifende Latifundienbesitz, oft verbunden mit der Verwandlung der Aeckcr in Wiesen und Werden, die agrare Bevölkerung den Städten zudrängte. Politische Gewaltakte, Landkonfiskationen und ein unglückliches Pachtsystem haben in Irland ein solches Massenelend entstehen lassen, daß im neunzehnten Jahrhundert die besten Elemente scharenweise nach den Vereinigten Staaten auswanderten. Die Gründe für den Bevölkerungsschwund waren in den angeführten Fällen verschieden, das Ergebnis jedoch blieb stets das gleiche: eine substanzielle Schwächung des Grundstockes der gesamten Bevölkerung mit ihren — oft verhängnisvollen — sozialen, politischen und militärischen Wirkungen. Die Landflucht ist eine relativ junge Ursache für die Entvölkerung des platten Landes. Wenn sich regelmäßig ein Menschenstrom vom Lande in die Stadt ergießt, so bedeutet das noch keine Landflucht. Innerhalb gewisser Grenzen ist diese Erscheinung durchaus normal; sie ist angesichts eines quellenden ländlichen Geburtenüberschusses sogar notwendig. Diese Wanderbewegung hing aufs engste zusammen mit der gesamten Entwicklung im vergangenen Jahrhundert, und die großen europäischen Kulturstaaten zeigten ohne Ausnahme eine recht erhebliche Verschiebung in der Zusammensetzung der Bevölkerung zugunsten der schnell sich vergrößernden Städte, was an sich noch keinen Substanzverlust des Landes zu ergeben brauchte; nur in Frankreich mit seiner stagnierenden Volksziffer sank der agrare Anteil auch absolut in bedrohlicher Weise. Von einer Von Walter Henkels. Moment mal! Wie hieß der kleine Name auf dem Bahnhofsschild stand? Volksliedern vorkommen. In einer Stunde wurde nun die Frühlings- reife an den Rhein beschlossen... Der Dampfer, „Ostmark" heißt er diesmal, hat uns mit einem Schwarm reisehungriger Menschen an Bord genommen und beschert uns nun ein einziges Fest. Immer tut sich das Land anders auf, immer ist Bewegung in den Ufern. Manche Prise guten, reinen Wasserduft trägt uns der Wind an Deck. Unterdes, das ist das Schöne, kann man auf dem Schiff wandern, vom Bug zum Heck, vom Oberdeck in den Speisesaal. Wo soll man aussteigen, wenn es von Köln oder Bonn rheinaufwärts geht? Jede Landebrücke ist eine Einladung, jeder Ort eine neue Lockung. Koblenz ist der Prolog zu den wundervollsten Fahrten ins Blaue. Da stellt man erst im Weindorf fest, daß ein blumiges „Miferäbelchen" Moselwein heute das Richtige ist. Da kommt schon Geruch begrünter Wälder herunter. Die Heimlichkeiten des Hunsrücks und der Eifel find n-ahe. Oben in den Bergen singt der Pfingstvogel, der Pirol, seine Arie. Und über dem schönen Tal der Nahe, über den Bädern Kreuznach und Münster am Stein, steht klar und feierlich der Himmel. Der Frühling hat auch das mächtige Land der Eifel bis drüben nach Trier und Aachen mit Blüten bekränzt. Schon beginnen auf den Hochebenen die Goldbecher des Ginsters zu blühen, schon treiben die Düfte auf gebrochener Aecker über die Fluren, lieber« all sind die Täler in Aufruhr. Der Eifel verwandt, aber näher dem Frühling, ist das Ahrtal, das schon längst voll erwacht ist. In Bad Neuenahr hat sich schon die Kurkapelle nach draußen gewagt. Und auch die Lieblichkeit des Siegtales und des rheinischen Westerwaldes wird das Herz lachen machen. So sehr auch der Kraftwagen an alle Orte herankommt, die Atmosphäre und die Innigkeit der Landschaft erschließen sich am schönsten und eindringlichsten dem Wanderer, der sich freifid) auf die Strumpfe machen muß, wenn er dem Herzen alle Wunder dieser weiten Welt näherbringen will. Man müßte Siebenmellenstiesel besitzen, dieser pfingstlichen Landschaft um den Strom an einem ober zwei Tagen gerecht zu werden. Das Rheinland ist ein buntes, in seiner Vielfalt und Fülle bewegtes und gesegnetes Land. Grttnberg. Die Sommerfrische an Wald und Wasser, malerisch am Fuße des Vogelsberges gelegen. Herrliche Spaziergänge in den Tälern, in prächtigen Tannen- und Laubwäldern, Ausflüge nach dem hohen Vogelsberg. Eisenbahnknotenpunkt. Gute Gaststätten. Großes Waldschwimmbad. Prospekt durch die Stadtverwaltung. Lauterbach (Oberhemden), das idyllische Landstädtchen im lieblichen Tal der Lauter, am Hang des Vogelsberges, umgeben von weiten, stillen Buchen- und Tannenwäldern und von sanften Höhenzügen. Sommerfrische. Malerisches Alt-Lauterbach, Heimatmuseum. Großer Stadtpark (30 Morgen). Mod. Freischwimmbad. In „Weltanschauung und Schule" wird über die ersten Erfolge einer Neuregelung der Lehrernach- wuchsftage berichtet. Zunächst wurde aus den Erziehern der Höheren Schulen und der Volksschulen, die sich bereits im Landjahr besonders bewährt haben, eine Mannschaft zusammengestellt. Gleich- , zeitig wurden aus den Volks- und Mittelschulen Preußens, sowie aus den Landjahrlagern 2200 Jungen den Aufbaulehrgängen zugeführt, die von dieser Mannschaft durchgeführt werden. Die Jungen, die den Aufbaulehrgang mit Erfolg durchlaufen haben, werden in eine Hochschule für Lehrerbildung aufgenommen. In 21 neuen Schulen begannen die Lehrgänge ihre Arbeit in Preußen noch im Mai d. I. Damit Tiefen rund 100 Anfangsklassen an, die im Laufe der nächsten Jahre zu ebensovielen eigenständigen Schulen ausgebaut werden. Die Länder Sachsen und Braunschweig haben Landflucht wird erst zu reden fein, wenn der burtenüberschuß des platten Landes durch die Wanderung überkompensiert oder doch so weit gezehrt wird, daß ein fühlbarer Mangel bodenständigen Arbeitskräften ihres Nachwuchsbedarfs entsprechend, folgen. In zwei Jahren sind die neu auf genommenen Mittelschüler, in drei Jahren die aus dem Landjahr übernommenen Jungen und in vier Jahren die heutigen Volks schiller für den 11 ebergang an bie Hochschule für Lehrerbildung bereit. Die Lehrgänge vermitteln eine der Höheren Schule gleichwerttge Ausbildung, ohne jedoch zunächst bas allgemeine Reifezeugnis biefer Schule zu erteilen. Sie werden im Rahmen der Formationserziehung burchgeführt. Die neuen Schulen find über fast alle Provinzen Preußens verteilt und liegen ausnahmslos in kleinen Städten. Es ist also möglich, begabte Jungen aus allen Schichten und aus allen Gegenden zu erfassen. Schüler und Lehrer tragen einheitliche Kleidung. Die Ausbildung und Schwergewichte des Kapital- und Arbeitsangebotes nach der Seite des großgewerblichen Sektors, und damit nach den Städten, verlagern. Kleineigentümer, nachgeborene Söhne, ländliche Handwerker und Arbeiter unterlagen mehr.und mehr der Verlockung, welche industrielle Gewinne und Löhne sowie die guten städtischen Aufstiegsmöglichkeiten auf sie aus- "übten. War das Ertragsgefälle für die Landwirtschaft schon immer nachteilig, so verschlechterte sich nach dem Weltkriege die Kostenseite nicht unerheblich. Die industrielle Preislinie lag durchweg über der agraren: die Preisschere öffnete sich und hat sich bis heute nicht geschlossen. Während frühere Jahrzehnte- die Landflucht in der Form eines Bevölkerungsverlustes kannten, tritt sie in neuerer Zeit in zunehmendem Maße als Flucht vor der ländlichen Arbeit auf. Die Menschen, die der mühevollen Landarbeit aus- weichen, bleiben zwar in der Heimat wohnen, aber sie suchen F a b r i k b e s ch ä f t i g u n g im Dorfe ober in der benachbarten Stadt, um so in den Genuß höherer Löhne und zugleich bequemerer sowie kürzerer Arbeit zu kommen. Der mehr und mehr um sich greifende Pendelverkehr, besonders im dichtbesiedelten Westen, wo Stadt und Land gleichsam ineinander stießen, ist ein beredtes Zeugnis für die Ausbreitung dieser modernen Fluchtform. Wir haben in der Landflucht eine soziale Erscheinung vor uns, deren Tempo immer rascher wird, je weiter sie fortschreitet. In dem Maße wie sich das Land von menschlichen Kräften entblößt, steigt (bei gleichbleibender Betriebsweise) die Arbeitslast der Zurückgebliebenen und damit die Gefahr weiteren Abzuges; Briefe und Erzählungen der Abgewanderten tun das ihrige, den Prozeß zu beschleunigen. Daher der kräfttge, a n bie weibliche Landjugend gerichtete Appell des Ministers Darr6 in Goslar,'die Bauersfrauen nicht im Stich zu lassen. Was ist zu tun? Abgesehen davon, daß der Maschineneinsatz nicht immer rentabel ist und speziell in der Bauernwirtschaft seine bekannten Grenzen findet, bedeutet er in diesem Falle eher die Anpassung an die durch die Landflucht geschaffene Lage als deren Ueberroinbung. Diese ist das Ziel nationalsozialistischer Agrarpolitik, und solche Maßnahmen, der die Verwertung der agraren Erzeugnisse zu auskömmlichen Preisen gewähren und insbesondere die Kosten feite ermäßigen (Preissenkung für Stickstoff und Kali!) verdienen daher den Vorrang: zur wirtschaftlichen Existenzsicherung kommen noch andere Stützen von der sozialen Seite her (Schaffung von Aufstiegsmöglichkeiten, Nachwuchsschulung, Bau von Wohnungen). Aber von der Stadt zum Lande besteht nicht nur ein Ertragsund Lohngefälle, es gibt ein ebenso verführerisches zivilisatorisches Gefälle. Die städtischen 'Zerstreuungen" (ein bezeichnendes Wort) wirken auf die Menschen nicht minder anziehend als beffere Löhne । und Gewinne, kürzere Arbeitszeit und leichtere Ar- i beit Die Erziehung zu den echten Wer- ; fen ländlichen Lebens zeigt sich heute, wie • immer klarer gesehen wird, als eine ebenso wichtige i Aufgabe wie die Lösung der ökonomischen und sozia- 1 len Seite des Landfluchtproblems. vom Zuge aus, in das Gewinkel enger Brünnlein war hineingestellt. An einem Haus stand „Heimatmuseum". Man sah Fliederbüsche und Goldregen ihre Blüten über Mäuerchen schütten, und aus einem altersgrauen Dach stieg ein Rauchwölkchen himmelan, lieber dem Städtchen kletterten Weinberge bergan. Wenn wir an das Abteilfenster gingen, fiel der Blick auf das beglänzte Band des Stromes, der bis dicht an die Gleise herankam. Auf dem Strom, still und sicher vom Wasser geführt, schaufelte ein louriftenbampfer zu Berg. Backbord stand sein Name: „Rheingold". Der Leser wird schon bemerkt haben, wo das Städtchen, das eben vorüberhuschte, liegt. Es war irgenbeins jener traulichen Nester am Mittelrhein, wie in den alten Wanderfahrten. — Ulfa — Friedrichshulle — Hupperts- bürg — Dillingen — Hungen. unserem Ausgangspunkt Nidda (Sonntagsleiten uns blaue Andreaskreuze auf guter Erziehung zu den echten Werten -es ländlichen Lebens. Von Prof. Dr. E. v. Beckerath, Direktor des Siaaiswiffenschafflichen Seminars der Universität Köln. Unterbringung ber Jungen in den Lehrgängen ist grundsätzlich kostenlos. Eltern, die die nötigen Mittel besitzen, werden zu den Derpflegungs- und Bekleid ungskosten angemessen herangezogen. Es war im Rahmen der Nachwuchsfrage notwendig geworden, das Eingangstor zum Beruf des Lehrers zu verbreitern, ohne grundsätzlich auf die Hohe der Vorbildung zu verzichten. Von nun an wird der Lehrer in der Volksschule prüfend Umschau hatten, wen er für geeignet hält, den Beruf zu ergreifen, den er felber einst erwählt hat. Seine Meldung geht über den Rektor an den Schulrat, von diesem nach Benehmen mit dem Kreisleiter — für besten Entscheidung bas HJ.- Dienstzeugnis wichttg^werden wird — "an den Regierungspräsidenten. Schon bei ber ersten Melbung von Jungen im April b. I. konnte festgestellt werben, daß durchaus keine Unlust besteht, sich dem Lehrerberuf zu widmen. Die in Aussicht genommene Zahl ber. Jungen wurde sogar noch überschritten. Es erfolgt eine Eignungsprüfung in Musterungslagern. Die Kosten ber Musterungslager trägt ber Stagt Im übrigen erfordert die neue Aufgabe einen Erziehertypus, der ihr gewachsen sein muh. Das erste Ausrichtelager zeigte bereits den Querschnitt durch das Erzieherkorps ber neuen Schulart: Studienräte und Bokks- jchullehrer, bie als ehemalige Landjahrerzieher über besondere Erfahrung in ber nationalsozialistischen Gemeinschaftserziehung verfügen, Assessoren unb bereits den gleichen Aufbau begonnen. deren Länder werden, ben Vorausberechnungen (Srboltinflunb 9Ute Serpf?e9un9 v tVAtWy in den Sommerfrischen und Gaststätten der Heimat vortritt. Und dieser Gefahrenpunkt wird heute nicht nur in Deutschland, sondern in allen Indu - strieländern erreicht, so daß auf dem letzten Reichsdallerntage in Goslar mit Recht von dem „W e l t p r o b l e m der Landflucht" gesprochen werden konnte. Was ist die spezifische Ursache der Landflucht? Ich glaube, in diesem Punkte herrscht eine seltene Einmütigkeit bei allen Beobachtern: Die technisch-kapitalistische Entwicklung vergangener Jahrzehnte mit ihrer notwendig einseitigen Ausrichtung auf das Großgewerbe vernichtete das alte Gleichgewicht zwischen Industrie und Landwirtschaft. Zunehmende Erträge in ber Industrie, abnehmende in ber Landwirtschaft, dazu ber Preisdruck billiger überseeischer Zufuhren, mußten innerhalb eines liberalen Wirtsthaftsgefüges bie Straße abwechselnd durch Wald und Feld nach Ulfa. Hinter dem Ort erschließen sich auf unserem Wege prächtige Ausblicke auf den Hohen Vogelsberg, auf die anmutig liegenden Dörfer Gonterskirchen und Einartshausen und namentlich auf das, einer Wartburg ähnliche hochragende Stornfels, wcchrend in der Feme die Wetterau mit Burg Münzenberg, der Taunus und die Höhen des Westerwalds herübergrüßen. Nachdem uns wieder für ein großes Stück der Wald aufgenommen hat, gelangen wir nach der lieblich im Horlofftal gelegenen Friedrichshütte, wo wir die blauen Kreuze verlassen und nunmehr ohne Zeichen auf roieberum aussichtsreicher Straße über das naheliegende Ruppertsburg sowie über Dillingen unser Endziel Hungen erreichen. Dauer der Wanderung 4A Stunden. Münchhausen — Lhrisienberg — Stirnhelle — Cölbe. Diese genußreiche Sßanberung beginnen wir, der besseren Bahnverbindung wegen, nicht, wie Üblich, in Cölbe, sondern in Münchhausen. Blaue Striche leiten uns zunächst durch ein liebliches Tal an kleinen Waldweihern vorüber, in deren einem sich das Kirchlein des Christenbergs spiegelt, hinauf zu dem durch Sage und Geschichte geheiligten Christenberg. Von dem alten Gemäuer, den lieber« regten einer ehemaligen Befestigung, bietet sich eine hübsche Aussicht dar. Wir statten dem alten Kirchlein einen Besuch ab und können uns in der Küsterei erholen. Nunmehr folgen wir roten Kreuzen, die uns, zumeist durch ben großen Burgwald über ben Sattelkopf und die Geiershohe, immerzu schöne Ausblicke gewährend, nach der Stirnhelle führen. Hier bietet sich nun ein überraschender Blick auf bas reizvoll gelegene Melnau mit seiner hochragenden Burgruine, sowie bei klarer Luft auf den Dünsberg, Frauenberg, das Marburger Schloß unb ben Rimberg. Nach genügender Augenweide folgen wir roten Strichen durch viel Wald über die Schöne Aussicht, später durch die fo genannte Eidenharb mit hübschen Blicken in bas Lahntal nach unserem Endziel Cölbe. Wanderzeit 5A Stundem Reisewinke. Bad Salzschlirf. Bad Salzschlirf, im Dolksmund bas „alte Gichtbad" genannt, liegt in jenem Landschaftsgebiet von Kurhessen, bas wohl ben größten Liebreizvon allen deutschen Bergwäldern birgt. Die laute Welt endet an ben Hügeln um Fulda; dahinter öffnet sich bereits das Kurbereich von Salzschlirf, wo Stofftvech, Flak ein mörderisches Feuer. Don überall zuckt unb blitzt das Mündungsfeuer der Geschütze. Inzwischen Haden wir aber schon eine scharfe^ Linkskurve hinter uns unb fliegen, etwas angedrückt mit großer Geschwindigkeit nationalem Gebiet zu. Jetzt kreuzen sich fünf oder sechs Scheinwerfer in einem Punkt. Nein, dort sind wir nicht mehr, auch bie da unten sehen dies bald ein, denn langsam erlischt ein Scheinwerfer nad) dem andern, das Flakfeuer ebbt ab, um bald ganz zu schweigen. Das nächtliche Schauspiel, grausig und doch schon, ist zu Ende. Still wie vorher, liegt Barcelona hinter uns. Nur vom Hafen her bringt roter Feuerschein. Treffer, in einem Schiff ober in einem Warenlager oder sonstwo. r Lerida liegt schon hinter uns, bald tonnen wir schon das Drehfeuer von Saragossa erkennen. Froh gestimmt durch das gute Gelingen des ersten Fluges schmieden mir schon den nächsten Angriffsplan für den zweiten Einsatz, der um Mitternacht beginnen soll. Glatt geht die Landung vonstatten. Am Liegeplatz warten schon die Männer vom Bodenpersonal, ohne deren unermüdliche und Sorgfältige Arbeit, bei Regen und Kälte, bei Tag und Nacht die gesamte Fliegerei nie von solchen Erfolgen gekrönt märe. Schon arbeiten sie roieber. Bomben werden eingehängt, Brennstoff wird aufgefüllt, Motoren werden nachgeschaut, Funk- unb Peilanlagen werden überprüft. Wir selbst eilen zur Kantine, schnell wird eine Skizze angefertigt, Bornben- lage ein gezeichnet, bann geht's zum nächsten Feindflug, zum nächsten Erfolg. Ziel. „Mehr nach links, noch mehr, gut", höre ich ihn im Mikrophon. Der Anflug beginnt. Unter uns ist alles noch ruhig. Unheimlich ist diese Stille. Meine Bodenlafette habe ich ausgefahren. Wie in einer Gondel hänge ich am Flug- zeugrumpf. Ich stiere nad) unten. Jeder Nerv ist angespannt. Teufel, jetzt ruft auch noch die Bodenfunkstelle. Ohne nach dem Grund des Anrufes zu fragen, morse ich zurück: „Schweigen, sind im Anflug". Noch höre ich den Beobachter sprechen: „Fein nach links, gut", und kurz darauf schon: „Achtung, Bomben fallen, Einschlag beobachten". Angestrengt schaue ich ben fallenden Bomben nach unb fast scheint es, als ob mit ihnen auch ein Teil meiner Sjpanuung vom Körper fallen würde; ist doch mit dem Abwurf ber eigentliche Zweck unseres Fluges erfüllt. Jetzt ist die Letzte meinen Augen entschwunden. Aber das kennt man schon. Auch bei Tag ist es so. Man kennt auch die Strecke, um die man den Blick nach vorn verlegen muß, um kurze Zeit danach den Einschlag ber ersten Bombe sehen zu müssen. Ja, richtig, da auf der langgestreckten Mole flammt eine Feuersäule hoch, gemischt mit weißlichem Rauch, Dreck und Staub; und bann in regelmäßigen Abständen die übrigen 32 Bomben, Vernichtung, Zerstörung bringend. Gerade mölde ich den ersten Einschlag, da blitzen sie a*id) schon auf; eins, zwei, sechs, elf, sechzehn Scheinwerfer, ihre unheimlich grellen Lichtbündel ruhig und gemächlich drehend unb schwenkend, suchen sie den nächtlichen Himmel nach uns ab. Unb fast gleichzeitig mit ihnen eröffnet bie Privat-Sommerfrische in ft&ön.öage d.Vogels- bergs, Höhenlage 460 Mtr., eig. Landwirtschaft, gut einger. Fremdenz.m.fl.Wass.,el.Licht u Bad,8Min. vom Hause eig. Badestelle mit Liegeplatz am grosiett See, gute Verpfleg, bei 4 Mahlz., 3.50 und 4- Mk. Friedrich Jöckel, Hleder-Meoi. Bilbprosp.au fWrmscb. selleiden, Gicht unb ©elentleiben. Neuralgien. Ischias und Herzleiden feit mehr denn hundert Jahren bekämpft werden. Bad Salzschlirf behielt den Wesenszug eines gediegenen Heilbades, doch es blieb zugleich durch Landschaftslage und Art des Kurgebietes ein durchaus idyllisches Bad, das in dieser seiner Eigenart viele Freunde gewann und von vorzüglichen Heilwirkungen berichten darf. Spiel aus über 190 Freilichtbühnen. In diesen Wochen beginnt in allen deutschen Gauen die Zeit ber Freilichtspiele, lieber 190 Freilichtbühnen zählt eine hübsch bebilderte Werbeschrift auf, die der Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele für diesen Sommer herausgegeben hat. Man ersieht daraus, daß Sachsen mit 16 Freilichtbühnen an der Spitze ber deutschen Gaue steht. Auch ber Sudetengau erscheint hier guni ersten Male in ber Reihe der deutschen Freilichtspiele. Neben den eigentlichen Heimatspielen und Werken ber Klassiker bringen die deutschen Freilichtbühnen auch Stucke lebender Dichter, die meist alle in irgendeiner Beziehung zur deutschen Geschichte ober dem Volkstum stehen. Ein alphabetisches Verze.ch- nis der Spielorte reicht von Alsfeld bis Zwota. Wie die Johannisberger Auslese" entstand. Schloß Johannisberg im Rheingau hat einen großen Namen bei den Weinkunbigen. In Hellen Scharen strömen sie alljährlich nach bem Schloh- berge, wenn bie Johannisberger Versteigerung beginnt. Seinen heuttgen Ruf verbankt ber Johannisberger Weinbau dem 18. Jahrhundert. Damals kam nach schlimmen Kriegsnöten bie Herrschaft in den Besitz der Abtei Fulda. Abt Konstantin ließ bie zerstörte Kirche durch einen der berühmten Bamberger Dientzenhofer, von deren Kunst in Prag so manches herrliche Werk zeugt, wiederherstellen und ein Schloß von ihm erbauen. Auch der verfallene Weinbau wurde damals neu belebt In drei Jahren wurden 200 000 Reben edelster Sorten gepflanzt. Der Fürstabt zu Fulda selbst bestimmte den Beginn der Lese. Hielt der Hofkellermeister den Augenblick für günstig, so mußte er einen Korb mit Trauben durch einen reitenden Boten an ben hohen Herrn senden. Einmal erreichte ein solcher Retter bie Bischofsstab! sehr verspätet, ba er unterwegs schwer erkrankte. Als daher ber Befehl zum Lesebeginn in Johannisberg mit erheblicher Verzögerung anlangte, befürchtete man dort, daß die Trauben schon gelitten hätten. Gerade dieser Jahrgang aber erwies sich als das Vollkommenste, was Johannisberg jemals erreicht hatte. So wurde die Johannis» berger „Auslese" entdeckt, deren Rus sich rasch verbreitete. Referendare als geschlossene Einheit, verbunden durch den gleichen Dienst am gleichen Werk. Kunst und Wissenschaft. Der Shakespeare eigentlich gewesen ist ... Der Stellvertretende Leiter ber Manuskriptabtei- lung im Britischen Museum in London, Dr Robin Flower, der eine Autorität auf dem Gebiete der Erforschung unb Festlegung alter Manuskripte ist, will jetzt bas Rätsel gelöst haben, wer Shakespeare eigentlich gewesen ist. An Hand dreier alter Manuskriptseiten aus einem Schauspiel, das Episoden aus bem Leben Sir Thomas Mores darstellt, will Dr. F l o w e r nach sorgfältiger Durch- leuchtung des Papiers unb Prüfung der Handschrift festgestellt haben, baß Shakespeare tatsächlich Shakespeare ist, unb baß sich hinter ihm nicht etwa Sir Francis Bacon verbirgt. Diesen- Forschungen kommt insofern erhöhte Bedeutung zu, als man im November vorigen Jahres in London bereits den Versuch gemacht hatte, eine Identität zwischen Shakespeare und Bacon zu beweisen. Zu diesem Zweck wollte man bas Grab Bacons in ber West- minfterabtei öffnen. Der Versuch mußte jedoch auf- gegeben werden, weil man ben Sarg nicht finbeji konnte. In England besteht eine Bacon-Gesellschaft, bie sich zur Aufgabe gesetzt hat, den Nachweis zu erbringen, daß Shakespeare tatsächlich Bacon war, unb bie die Ausgrabung auch tatsächlich veranlaßt hatte. dcLt> hütUMty/aluge 29/30 - 'X. Bilanz des öffentlichen Gesundheitsdienstes. DRanbgloffen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst von Niebelschüh. Es ist heute in der ganzen zivilisierten Welt üblich geworben, den werdenden Müttern ihre schwere Stunde dadurch zu erleichtern, daß man sie gegen die Schmerzen der Geburt künstlich unempfindlich macht. In den Kliniken und Krankenhäusern der Städte, wo die möglichst reibungslose Abwicklung des „Betriebes" zur Hausordnung gehört, ist das eigentlich schon die Regel. Geschieht es in solchen Fällen, wo ein Unterlassen der Betäubung für bas Geben oder die Gesundheit von Mutter und Kind fürchten läßt, so wäre es ganz gewiß sinnlos, von den Fortschritten der ärztlichen Wissenschaft keinen Gebrauch machen zu wollen. Die Frage ist nur, ob die allgemeine Anwendung des Verfahrens zu rechtfertigen ist; mindestens darf sie einmal zur Diskussion gestellt werden. Noch wird es keine Mutter geben, die von der Heiligkeit der Stunde, in der sie einem Kinde das Leben schenkt, nicht zutiefst überzeugt wäre, die nicht ein Gefühl dafür, hätte, daß die Geburt eines Menschen nicht bloß ein biologischer, sondern auch ein geistiger Vorgang ist, der darum in voller Wachheit des Bewußtseins erlebt sein will, an Bedeutungstiefe aber notwendig verliert, wenn der Mutter die Schmerzen, die sie dabei erleidet, auf künstliche Weise genommen werden. Daß ein Kind besser gedeiht, wenn die Mutter ihm selbst die Nahrung spendet, ist eine allgemein anerkannte Tatsache; man wird aber viel weiter gehen und die Frage aufwerfen, ob es wirklich dem inneren Verhältnis von Mutter und Kind förderlich fein kann, wenn die Mutter den großen Augenblick, wo die Frucht ihres Leibes als Mensch den Eintritt in das Dasein vollzieht, nicht bewußt miterlebt, nur weil Angst ober Bequemlichkeit größer waren als er an sich so natürliche und selbstverständliche Wunsch, als erste ihr Kind an der Schwelle des Lebens in Empfang zu nehmen. Die Redewendung „Ich habe dich unter Schmerzen geboren", die Mahnung und Verpflichtung rft und jeden Menschen, mag er sein, wie er will, mit unzerreißbaren Fäden an seine Mutter fettet, hat dann eigentlich keinen Sinn mehr, sie ist einfach nicht wahr, und jede Unwahrheit, besonders wenn sie aus einem Munde kommt, dem man sonst unbedingt Glauben schenkt, muß ihre Folgen haben. Was wir sagen wollen ist dies: eine Doktrin, die allgemein zu befolgen wäre, läßt sich hier nicht auf- stellen, aber es ist schon viel gewonnen, wenn man die Frage als solche anerkennt und einmal unter einem höheren Gesichtspunkt als dem der geringsten „Betriebsstörung" beurteilt. ♦ Die von der gesamten Kulturwett gehegte Befürchtung, das Prado-Museum zu Madrid, eine der reichsten Gemäldegalerien Europas und eine wahre Ruhmeshalle des spanischen Namens, werde nach den Schrecken des unseligen Bürger- . krieges nur in ganz verstümmelter Form von der nationalen Regierung übernommen werden können, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Wie amtlich gemeldet, ist es dem Eifer und der Tatkraft der mit der Wiederherstellung des Museums beauftragten Stellen gelungen, alle für verschollen ober gar zerstört gehaltenen Gemälden in ihren Verstecken aufzufinden und sogar die nach Genf verschleppten, also wohl zum Verkauf an das Ausland bestimmten Bilder nicht bloß zu ermitteln, sondern auch ihre Auslieferung an den nun allein rechtmäßigen Besitzer zu erreichen. Auch der Prado wirb in altem Glanz und um kein einziges feiner zahllosen Meisterwerke beeinträchtigt, neu erstehen und ber Öffentlichkeit wieber zugänglich gemacht werben. Auch dies eine „Siegesparabe", die überall da, wo man um das Schicksal ber Bestände der großartigsten Sammlung mit Grund besorgt fein mußte, die lebhafteste Freude und Genugtuung aus- lösen wird. Was Karl V. als König von Spanien planmäßig zu sammeln begonnen hat, was Philipp II. und Philipp IV. mit leidenschaftlicher Hingabe und unter Einsatz von Mitteln, die an das Phantastische grenzen, in aller Welt zusammen- gekauft und was noch die Bourbonen vermehrt haben — nichts davon fehlt, nichts hat unwieder- Zum letzten Male legt die Dolksgesundheitsabtei- lung des Reichsinnenministeriums eine Gesundheitsbilanz des deutschen Volkes vor, die nur das Alt- reich umfaßt. Von größeren Seuchen ist das deutsche Volk auch im letzten Jahr verschont geblieben. Die Säuglings st erblichkeit konnte weiter auf 6 Prozent herabgedrückt werden. In ärmlichen Gebirgsgegenden liegt sie höher, da die gründliche und sorgfältige Belehrung der jungen Mütter besonders auf dem Lande nur schrittweise die alten Hausbräuche und Sitten überwindet. Auch die Gesundheit der Kleinkinder und ber Schulkinder wirb günstig beurteilt. Zur B e - kämpfung ber Zahnkaries soll jetzt in Hannover ein Musterkreis für hauptamtlich betriebene Schulzahnpflege eingerichtet werden. Bei den Jugendlichen beklagt der Bericht besonders den unmäßigen Zigarettengenuß und die verfrühte Heranziehung zu belastender Arbeit. Günstige Derdienstoerhältnisse und ein noch wenig entwickelter Sparsinn seien die Wurzeln solcher Nikotin- exzesse, aber es stehe zu hoffen, daß ber große Feldzug gegen den Nikotinmißbrauch Wandel schaffen werbe. Im allgemeinen sei die Gesundheitslage auch bei den Jugendlichen günstig gewesen, was besonders der planmäßiges» körperlichen Erziehung und der Forderung ber Leibesübungen zu verdanken fei. Am ungünstigsten stehe in ber Gruppe der Erwachsenen noch die 'Landarbeiterfrau da. Der Bericht gibt bann umfassende Zahlen über die Tätigkeit des öffentlichen Gesund- heitsdienstes mit seinen 744 Gesundheits- bringlichen Schaden gelitten. Weder Velasquez, Murillo, Zurbaran und Goya, noch Tizian, Rubens, Dürer und die Sntnieberlänber — um nur bas schlechthin Unersetzliche zu nennen. Es ist ein schönes Gefühl, sich nun sagen zu dürfen, daß an dem Triumph des neuen Spaniens auch die großen alten Meister teilgenommen haben, die in ihrer stillen, aber eindrucksvollen Weife fo viel dazu beitragen konnten, die spanische Kulturmission in unvergänglichen Symbolen sichtbar zu machen. ♦ Mit vollem Recht hat man dem Schrifttum ber Vorkriegszeit den Vorwurf machen können, baß es — befonbers auf dem Gebiete ber Kunstlite - ratur — nur den Fachwiffenfchaftler befriedigt, der breiten Masse des Volkes aber, schon durch die allzu gelehrte und begriffskalte Darstellungsform, den Zugang zu den unvergänglichen Schätzen unserer Kultur eher versperrt als geeöffnet habe. Man glaubt heute den richtigen Weg gefunden zu haben, indem man die unvermeidbaren Mühsale der geistigen Aneignung, die bas Lesen und Studieren ber Texte verursacht, auf ein Mindestmaß beschränkt und allen Nachdruck auf die Bildreproduk- tion legt, deren technische Leistungsfähigkeit ja auch Fortschritte gemacht hat, die jeder Bewunderung wert sind. Bei aller Anerkennung ber Qualität dieser massenhaft ins Volk geworfenen Bilberblicher wirb man aber zuweilen doch bezweifeln dürfen, ob diese Ueberfütterung mit Bildstoff die ihm zugewiesene Ausgabe, das erlesene Wort 3U' ersetzen und den Formsinn zur Selbständigkeit zu erziehen, auch wirklich erfüöt. Nicht ohne Grund hat man neuerdings daraus aufmerksam gemacht, daß Bilder betrachten ein weniger aktiver Vorgang ist als lesen, wahre Bildung jedoch gerade die gestaltenden geistigen Kräfte in uns rege machen müsse, andernfalls die zur Gewohnheit gewordene Beschäftigung mit dem täglich riesenhaft anwachsen- den Anschauungsmaterial zur Oberflächlichkeit führe. Man mache doch nur einmal an sich selbst die Probe und frage sich, wie viele ber sinnverwirrenden Eindrücke eines nur aus Bildern bestehenden Buches sich dem Gedächtnis so eingeprägt haben, daß man sie zu besitzen glaubt. Es gibt heute schon Verlage, die unter Berufung auf die angeblich allgemeine Leseunlust das Verhältnis zwischen Text und Bild so abmessen, daß der Wert des Buches ausschließlich von dem Grade der Aufnahmefähigkeit des Auges abhängt, der weit überschätzt wird. Und darin liegt eine Gefahr, die man mindestens erkennen sollte, die ämtern und vielen Nebenstellen im letzten Jahre. Fast 24 000 Köpfe umfaßt das Personal dieser Ge- sundheitsämter. Die erledigten Geschäfte beziffern sich auf 3,23 Millionen, von denen über 1,5 Millionen Zeugnisse und Gutachten waren. Bemerkenswert ist der starke Ausbau der Eheberatung, die an fast 600 000 Personen erteilt wurde. Angesichts der Gesamtzahl von 642 000 Eheschließungen ist somit fast die Hälfte aller Eheschließungen von der Eheberatung erfaßt worden gegen nur 36 Prozent im Vorjahr. 38 Prozent aller Cheschließenden wurden mit Darlehen bedacht. In der Schwangerenfürsorge sind über 77 000 Schwangere im letzten Jahr beraten worden. In der Säuglingsfürsorge steht jetzt für je 77 Lebendgeborene schon eine Beratungsstelle zur Verfügung. Die Gesamtzahl der beratenen Säuglinge betrug rund 1,14 Millionen. In der offenen Kl e i n k i nd e r f ü r s o r g e wurden am Jahresschluß rund 500 000 Kinder betreut. Durch Reihenuntersuchungen wurden über drei Millionen Schulkinder erfaßt, die Zahl der lieber« wachungsschüler betrug 526 000. Einen starken Ausbau erfuhr auch die Tuberkulosefürsorge, in der über 1L Millionen Personen beraten wurden. Die Zahl der Röntgendurchleuchtungen steigerte sich um fast 40 Prozent auf 1,73 Millionen. In der Krebskranken- fürforge hat sich die Zahl der beratenden Personen mit über 28 000 fast verdoppelt. Die Gesundheitsämter haben u. a. weiterhin rund 12 400 Untersuchungen von Siedlungsbewerbern durch- gefuhrt. Gefahr, sich die eigene Arbeit, ohne die es nun einmal nicht geht, so leicht wie möglich zu machen. Ueberbies: die Abbildungen sind heute so gut, daß sogar Kunstwissenschaftler nicht fetten glauben, cs sei gar nicht mehr nötig, d i e Originale selber kennenzulernen, mit denen vertraut zu werden doch bas A und O aller wissenschaftlichen Bemühungen sein sollte. Wir möchten nicht mißverstanden werden und keinesfalls in den Verdacht geraten, die weitere Entwicklung der Reproduktionstechnik unterbinden zu wollen. Aber zwischen Begriff und Anschauung, die gleich unentbehrlich sind, müßte und wird ein Ausgleich geschaffen werden, der Denken und sehen gemeinsam in Tätigkeit setzt. Es ist der Zustand der Eintracht, auf dem alle Bildung beruht. Fachausbildung des Drogisten Seit Gründung der ersten Drogisten-Fachschule im Jahre 1874, also vor 65 Jahren, sind bis heute im ganzen Reich insgesamt 10 5 Drogisten- Fachschulen entstanden. Ein Blick in den Lehrplan zeigt, daß Unterricht in Chemie, chem. Praktikum und Drogenkunde,fachdrogistischem Praktikum, Physik, Fachlatein, Gesundheitslehre, Sanitätsdienst, Luftschutz, Photographie, Farbwarenkunde, Gesetzeskunde, Staatsbürgerkunde, kaufmännischer Betriebslehre, Rechnen, Buchführung unh Schriftverkehr erteilt wird. Eine weitere Neuerung im Ausbildungswesen der Fachdrogisten ist die im Jahre 1937 errichtete Reichsfachschule. In dieser können sich Lehrlinge der Drogistenschaft auf die Drogistenprüfung vorbereiten, die in ländlichen Bezirken keine Gelegenheit zum Besuch einer der übrigen 105 Dro- gisten-Fachschulen haben. An der Spitze des drogi- stischen Ausbildungswesens steht die im Jahre 1881 gegründete staatlich anerkannte Drogisten-Aka- demie in Braunschweig. Ein Blick in das große Laboratorium dieser Akademie beweist, daß es sich hier um eine Einrichtung handelt, die mustergültig ist und die auch vielen Ausländern und Volksdeutschen als fachdrogistifche Ausbildungsstätte dient. Auf dem Gebiete der Heil- und Gewürzpflanzen leistet die Drogisteüschaft wertvolle praktische Mitarbeit im Sinne des von der Reichsgesundheitsführung gesteckten Zieles. Die Einrichtung von Heilkräuterbeuteln mit der richtigen Zubereitungsoorschrift, die Pflege der Hellkräuter seit Jahrhunderten in den heutigen Fachdrogerien, die früher vielfach Kräutergewoloe hießen, sind Zeichen hierfür. Noch wesentlicher aber ist der Unterricht des drogistischen Nachwuchses über Botanik und Drogenkunde. Von dem Berufsanwärter wird die Anlegung eines Heilpflanzen - Herbariums, die Unterhaltung einer Drogensammlung sowie die Teilnahme an botanischen Wanderungen gefordert. Allein ein solches Heilpflanzen-Herbarium enthält 200 bis 300 Heilpflanzen. Der Einsatz des Drogisten im Luftschutz hat eine besondere Bedeutung. In den Drogisten-Fach- chulen ist der Unterricht im Luftschutz als Lehrfach eingeführt. Die Drogistenschaft war die erste Berufsorganisation, die von sich aus den Luftschutz an- gefaßt und in großzügiger Weise gefordert hat. Tagtäglich ist der Fachdrogrst genötigt, mit Säuren, Laugen und Chemikalien umzugehen. Es liegt deshalb nahe, daß sich der Fachdrogist auch um die Maßnahmen kümmert, durch die die Gefahrenmomente beim Umgang mit den vorerwähnten Stoffen ausgeschaltet werden können. Hieraus ist das Interesse der Drogistenschaft in Fragen des Luftschutzes zu erklären. In der Durchführung der Parole .Kampf dem Verderb" stehen den Fachdrogisten ebenfalls wichtige Aufgabengebiete zu. Die volksgesundheitliche Bedeutung der Rattenbekämpfung B. dürfte jedem einleuchten. Auch alles andere oft harmlos erscheinende Ungeziefer, wie Mücken, Fliegen, Wanzen, Flöhe, Läuse ufw., sind gefährliche Ueberträger von Krankheiten. Ihre Bekämpfung dient der Gesundheitsführung, aber auch volkswirtschaftlichen Interessen. Auch das Gebiet der Körperhygiene eröffnet dem Drogisten ein Betätigungsfeld, auf dem er seine Fachkenntnisse und beruflichen Erfahrungen weitgehend einsetzen kann. Dazu kommen die zahlreichen Erzeugnisse, die dem Körper zur Kräftigung und Stärkung dienen, aber auch die in jedem Haushalt notwendigen Sanitätsartikel, Desinfektionsmittel, Krankenpflegeartikel, Verbandstoffe und nicht zuletzt die vielen Mittel, die bei der Betreuung des Säuglings von der Mutter gebraucht werden. Der Unfallschutz hinter dem Ladentisch. Die Betriebssicherheit des Einzelhandels hat im Jahr« 1938 mit der weiteren Umsatzsteigerung und dem zunehmenden Mangel an fachkundigen Arbeitskräften kaum Schritt halten können. Der Berufsgenossenschaft wurden 20 391 Betriebsunfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Betroffenen angezeigt. Dazu kommen noch 20 993 weniger schwere Unfälle. Die Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit bieten folgendes Bild: 4497 Gefolgschaftsmitglieder verunglückten im Straßenverkehr (26 v. H. aller Anzeigen); 2203 Unfälle ereigneten sich im Betriebe beim Gehen auf ebener Erde, 1733 auf Treppen, 1753 beim Tragen, Auf- und Abladen, und 1003 Unfälle wurden durch Handwerkszeug verursacht. Fast die Hälfte aller Entschädigungen entfiel auf die Verkehrsunfäll e. Die gewöhnlich schweren Kraftfahrzeugunfälle nahmen um über ein Drittel zu. Am meisten gefährdet waren die Radfahrer, die mit 28 Toten mehr als di e Hälft« der gemeldeten tödlichen Verkehrsunfälle stellen. Bei den Unglücksfällen auf ebener Erde und auf Treppen ist das weibliche Geschlecht mit 3046 von insgesamt 3936 Unfällen stärker vertreten als das männliche. Das arbeitspfychologische Institut der Universität Breslau macht dafür den Stöckelschuh verantwortlich. Seine Absatzhöhe begünstigt das Stolpern und Ausgleiten und das Hängenblei- den auf der Stufenkante der Treppen. 25 v. H. aller Unfälle werden offensichtlich durch Detriebsmängel verursacht. Immer wieder mußten vor allem elektrische Zuleitungen, die von Gelegenheitsbastlern verlegt worden waren und unzulässige Ausführungen - elektrischer Geräte beanstandet werden. Mangelhafte Betriebsregelung, Unkenntnis der Unfallverhütungsvorschriften, lieber« fpannung der Arbeitskraft und leider auch Leichtsinn haben weitere Unfälle verschuldet. So stieg z. B. eine Kontoristin trotz Verbot und Warnung in der Pause auf ein umwehrtes Glasdach, um hier einen Steptanz vorzuführen. Sie brach ein und stürzte 20 Meter tief ab. Die Aufwendungen des Geschichten ans aller Welt. Viermal Zwillinge. Ndz. Luxemburg. Die 36jährige Frau Josephine Rissard in Nieder- weltz (Luxemburg) hat in diesem Jahr« mit ter Geburt von gesunden Zwillingen in gewissem Sinne einen Rekord ausgestellt. Es ist nämlich das vierte Zwillingspaar, das sie im Laufe von vier Jahren geboren hat. Vor fünf Jahren brachte sie ihren Aeltesten zur Welt, und in den folgenden Jahren regelmäßig Zwillinge. Die Familie Rissard hat also neun Kinder unter sechs Jahren. Das Aroma verrät den Dieb. B. Paris. Die feine Nase eines Pariser Detektivs und seine Kennerschaft für eine gute Zigarre haben dazu geführt, daß eine Diebsgesellschaft feftgenommen werden konnte, die es systematisch darauf anlegte, gute Zigarrenläden in der Hauptstadt auszuplündern,' und seit mehreren Monaten große Erfolge dabei hatte. Es mar einer von den vier Detekttven, die besonders mit der Verfolgung dieses Falles beauftragt waren, dem der gute Fang gluckte. Er ging in den Straßen umher, als ihm zwei junge Leute begegneten, die Zigarren rauchten. Als er den Duft der Zigarren in die Nase bekam, merkte er sofort, daß es beste Fabrikate waren, während die beiden Raucher doch durchaus nicht so aussahen, als ob sie gutes Kraut zu rauchen in der Lage wären. Er folgte den beiden, bis sie sich mit sechs Leuten trafen, die ihnen die gestohlene Ware abzunehmen pflegten. Alle acht wurden schließlich verhaftet, und sie gaben nach eingehendem Verhör auch zu. daß sie die Diebstähle begangen hätten. Warum kommen die Kinder zu spät in die Schule? AS. Warschau. Warum kommen Schulkinder zu spät in die Schule? Diese Erscheinung war Gegenstand einer Rundfrage an einer Warschauer Schule. Aus den Antworten der Kinder war ersichtlich, daß in den meisten Fällen, nämlich 45mal, die Mutter das Frühstück nicht rechtzeitig auf den Tisch gestellt hatte. In 28 Fällen hatte das Kind verschlafen, in 17 Fällen war schlechtes Wetter an der Verspätung schuld, 13mal war die Uhr stehengeblieben, 12mal mußte das Kind der Mutter noch morgens bei der Arbeit helfen, in acht Fällen hatte der Lehrer bas Kind wegen nicht geputzter Schuhe wieder nach Hause geschickt, in fünf Fällen war der Zug verspätet und in 27 Fällen gab es andere verschiedene Ursachen für die Verspätung des Kindes. Die Warschauer Blätter ziehen aus dem Ergebnis ber Rundfrage den Schluß, daß in der Mehrzahl der Verspätungen das Elternhaus die Schuld an den Versäumnissen trage. Manche Kinder kämen sogar ohne ein Frühstück in die Schule, um nicht wegen Zu- spätkommens vom Lehrer gerügt zu werben. Der zudringliche Fuchs. Ndz. Kopenhagen. In der nordjütischen Gemeinde Hithals treibt schon seit längerer Zeit ein Fuchs fein Wesen, der offenbar Anschluß bei den Menschen sucht. Seine Tage dürften aber gezählt fein, denn ber Zudringliche hat sich schon zum Kinderschreck entwickelt. Eine junge 5rau, die einen kurzen Besuch bei ihren Eltern machte, hatte vor dem Hause den Kinderwagen stehen lassen, in dem ihr zwei Monate altes Töchterchen schlief. Als die Mutter wieder auf die Straße trat, hörte sie die Klein« schon schreien. Sie war durch den Fuchs erschreckt worben, der auf den Hinterbeinen am Kinderwagen stand, die Dordertatzen auf den Wagenrand gelegt hatte und neugierig das kleine schreiende Menschenkind betrachtet«. Meister Reineke ergriff erst die Flucht, als die Mutter wütend auf chn losging. 500 Angeklagte und 458 Urteile. Ndz. Kapstadt. In der kleinen Küstenstadt Beratern an der Zulu- küste fand ein Riefenprozeß statt, bei dem es nicht weniger als 500 Angeklagte gab. Es handelt sich um 500 Eingeborenenfrauen, die Mitglieder einer religiösen Sekte sind und im Dorfe ihres Häupt- | lings einen Eingeborenen zu Tode gesteinigt hatten. Bei 42 der Angeklagten wurde das Verfahren niedergeschlagen, die übrigen 458 bekannten sich schuldig. Elf der Angeklagten, denen der Besitz von Texten und anderen Waffen nachgewiesen werden konnte, wurden zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die übrigen 447 erhielten je drei Monate Gefängnis, und zwar mit Bewährungsfrist. Das Untier. C. K. Marseille. In den Pyrenäen trieb in der Nähe des französischen Ortes Tarbes, wie von den verschiedensten Seiten berichtet wurde, feit einiger Zeit ein Untier der Vorzeit, ein schrecklicher Saurier, der in den Berghöhlen die Jahrtausende überlebt haben sollte, fein Unwesen. Jetzt kann man es in einem Kaffeehaus von Tarbes bewundern, wohin es von über hundert Jägern und einer Anzahl Gendarmen im Triumphzug gebracht worden ist. Die Leute drängen sich hinzu und überzeugen sich mit eigenen Augen, daß das schreckliche Untier, das man zur Erhöhung des Eindrucks mit Rinderblut bespritzt hat, ein Krokodil ist, aber kein vorgeschichllichs, sondern nur ein ausgefto^ftes. Und doch hatte es nicht nur das Dorf Ossun, wo man es zuerst gesehen hatte, sondern die ganze Gegend bis Tarbes in Angst und Schrek- ken versetzt. Einem Bauern war es zuerst an einem Waldrand erschienen, aufgerichtet und mit weit geöffnetem Rachen. Der Mann hatte Reißaus genommen, so schnell er konnte, aber man wollte die aufgeregte Schilderung von seinem schrecklichen Erlebnis zunächst nicht recht glauben. Einige Tage später waren zwei Frauen, die zusammen über eine Wiese gegangen waren, zu Tode erschreckt, weil sie das Ungeheuer an einem Dachufer erblickten. Jetzt schien die Sache schon glaubhafter, und man befragte die gelehrtesten Personen im Lande, die es nach langen Erörterungen doch für möglich hielten, daß es sich um einen Saurier der Urzeit handelte. Da die Bewohner der ganzen Gegend von einer Panik ergriffen waren, beschloßen die Gendarmen, um der Sache auf den Grund zu kommen, eine Treibjagd zu veranstalten. Es war ihnen ein Leichtes, über hundert Jäger zusammenzubringen, di« froh waren, ihr Gewehr in der Schonzeit einmal zu gebrauchen. Mit größter Sorgfalt wurde die Treibjagd durch die Wälder und über Felder und Wiesen ausgefuhri. Dabei fiel auch mancher Schuß, aber nicht das gefürchtete Untier fiel ihm zum Opfer, sondern mancher Hase und manches wilde Kaninchen, aber die Gendarmen schlossen die Augen gegenüber dieser Übertretung der Jagdgesetze, in Anerkennung des Mutes, den die Jäger bewiesen. Zwei Tage dauerte das Treiben, als plötzlich der Ruf erscholl: ,L)a ist es!" Man stand vor einem Gebüsch und sah halb versteckt ein verdächtiges Tier, das aber, auch als einige schossen, sich nicht bewegte, sondern wie versteinert dastand ,:nd den Rachen dauernd aufsperrte. Die Mutigsten gingen nun vorsichtig mit dem Gewehr im Anschlag näher, und als sie neben dem Tier standen, sahen sie, daß sie Opfer eines, wie man zugeben muß, sehr schlechten Scherzes waren. Jemand hatte anscheinend ein ausgestopftes Krokodil aus Afrika mitgebracht und es hier und dort in der Landschaft aufgestellt, um Ahnungslose zu erschrecken. Die Gendarmen suchen eifrig nach diesem „Spaßmacher". Der Mann, der nicht friert. B. Neuyork. Viele werden den jungen Armenier Krikor Heke- mian beneiden, der in Amerika lebt und Vorführungen veranstaltet, die ihm den Titel „bie menschliche Robbe" verschafft haben. Auch das kälteste Wetter hat keine Wirkung auf ihn. Er entdeckte fein« Immunität gegen jeden Frostschaden rein zufällig, als er in einem strengen Winter in den Ontario-See fiel. Die Lufttemperatur war etwa 30 Grad Kälte, und seine Kleider waren wie Bretter gefroren, aber er empfand nicht das geringste Unbehagen dabei. So kam er auf den Gedanken, diese merkwürdige Eigenschaft seines Körpers zu Schaustellungen zu benutzen und damit Geld zu verdienen, und das gelang ihm sehr gut. Jetzt bezahlen Tausende wöchentlich dafür, zuzusehen, wie er nackt auf Eisbären sitzt und allerlei Dinge ausführt, bei denen den Zuschauern eine Gänsehaut überläuft. Mitten im Winter geht er, nur mit Badehosen bekleidet auf dem Eise spazieren, verzehrt Eisstücke mit größtem Behagen und schlagt sich schließlich ein Loch ins Eis, um ein Bad zu nehmen. Aeußerlich zeigt er dabei alle die Reaktionen, die man bei einem frierenden Menschen beobachtet; seine Haut wird ganz blau. Aber er lächelt dabei vergnügt, gibt Autogramme und sammelt unter ber Menge ein. Die beliebten sa bei Brühl, Gießen Kostproben Eintritt frei 4034D Gießen, Erfurt, Alzey, Schotten, Vilhngen (Oberh.), den 1. Juni 1939. 4012'> Gießen-Klein-Lindcn, den 30. Mai 1939. 4049D 4024 A Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Juni, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Kompl. Bohrmöbel- n. Holzgarnltnren Spezialgeschäft Julius Henkel Sonuenstr, 18 gegr,187G Tel. 397(5 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Glaswolle Glasbausteine Glasziegel H. Glalthaar & Sohn Frankfurter Straße 19 12172b Mühlstraße 18 Telcf. 3144/3145. Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Luh. Gießen (Landmannstraße 12), Neuyork, Großen - Linden, Schleswig, Köln, Bad-Nauheim, den 2. Juni 1939. • Reizende, neue • Dirndlkleider Dirndlstoffe sind eingetroffen Eine Pferdekur? 1 wo, da sind Sie auf dem Holzwege. Sic merken gar- nidits! ,,Lebewohl" beseitigt ,fj Ihre Hühneraugen sdincll und schmerzlos» Blechdose (8 Pflaster) 65 Pf. in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Mediz.- Drogerie Hans Hindenburg H. EIges, Seltersweg 68a. — Löwen- Drog. W^ilbingerNilg^SellerBw. 69 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Auch für die Liebe, die ihr während ihrer langen Krankheit zuteil geworden ist. Herrn Pfarrer König für seine trostreichen Worte am Grabe und der Frauenhilfe ebenfalls herzlichen Dank. im fast vollendeten 65. Lebensjahr. Für die trauernden Hinterbliebenen: Minna Büttner. cJurcft eine gute Skiffe von Optikermeister Carl Leisler Gießen 7473A Neuen weg 16 Lieferant aller Krankenkaffen Gehmüdigkeit und Krampfaderleiden kann man mit Guinmistrümpfen vermeiden I Lassen Sie sich beraten im Mediz. Fachgeschäft £gnc r Frankfurter Str. 9 Tel. 3707 Zu allen Krankenkassen zugelassen „M 100“, Gr. CQ50 130x75 RM. Jö „M 101“, Gr.£480 150X75 RM.IH Prospekte auf, Wunsch! »34D Holzwarenfabrik E.H.Müller Gießen,Tel.2332 isl der leicht iu handhabende Korbliegestuhl sehr.bequem upraküsdi „Schlesien" (Dr. Buschmann). Die „Schlesien steht außerdem an erster Stelle bei der Verteilung der Preise der Stadt Zürich mit einer Strecke von 88,58 km, Zweiter ist der Schweizer Ballon „Helvetia" mit 56,51 km. Dritter der Schweizer Ballon „Luis Wolgroth" mit 56,38 km. Die beiden übrigen deutschen Ballone, die an dem Wettbewerb teil« nahmen, stehrn an 6. und 7. Stelle, und zwar die „Stadt Velbert" mit 55,02 und die „Isar" mit 53,23 km. Mehrere Todesopfer beim Einsturz einer Brücke über den Po. 3n Moncalieri bei Turin ist die große Brücke über den Po plötzlich e i n g e st ü r z t. Obwohl der Verkehr gesperrt war, befanden sich doch etwa dreißig Personen, darunter viele Neugierige, im Augenblick des Einsturzes auf der Brücke. Die meisten konnten noch das Ufer erreichen; andere wurden von mutigen Passanten dem hochgehenden Muß entrissen. Einige Personen wurden von den Fluten sortgerissen und sind ertrunken. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Don den drei Bögen der Brücke hatte der mittlere nach- gegeben und eine Senkung des Straßenbelagcs um einen Meter verursacht. Es scheint nicht das Hochwasser am Einsturz der Brücke schuld zu sein, sondern eine Verschiebung des Brückenpfeilers. Die Polizei hatte den Uebergang für die Fahrzeuge gesperrt. Folgenschwere Explosion auf einem polnischen Passagierboot. Ein schweres Unglück ereignete sich im polnischen Fischechafen von Putzig. Auf einem Kutter, bei der Vcrufsgcnosscnschaft für den Einzelhandel mit 751 230 Beschäftigten in 124 786 Betrieben pflichtversicherten Berufsstandes betrug im Jahre 1938 für Krankenbehandlung, Berufsfürsorge, für Rente und Sterbegeld mehr als 2 Millionen Mark. Aus aller Welt. 34. Sängertag des Deutschen Sängerbundes. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Sängergaues Kurhessen fand in Kassel der 3 4. Sängertag des Deutschen Sängerbundes statt, zu dem neben der Bundesführung 300 Abgeordnete aus allen deutschen Sängergauen erschienen waren. Vundesführer Oberbürgermeister Meiste r (Herne) dankte dem festgebenden Gau und seinen Förderern, dem Gauleiter Weinrich, für die vorbildlich geleistete Arbeit am deutschen Lied. Sängergauftihrer Wilke begrüßte die Gäste im Namen des Sängergaues Kurhessen und überreichte dem Bundesführer eine Erinnerungsgabe. Nach musikalischen Darbietungen begannen die Beratungen des Sängertages Deutscher Ballon im Züricher Weltfliegen siegreich. Nach mehr als zweiwöchiger Arbeit kann nunmehr die Jury für das Internationale Ballon- wcttfliegen um den Großen Preis der Landesausstellung in Zürich die offizielle Preisvcrteilung vornehmen. Da die Abstände zwischen den einzelnen Konkurrenten sehr geringfügig waren, bedurfte es genauester Erhebungen und Prüfungen, ehe die Klasseneinteilung definitiv festgestellt werden konnte. Den Großen Preis der Landesausstellung gewinnt • der Aeroklub von Deutschland für den Ballon Am 2. Juni entschlief sanft mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Adam Büttner Warum so nervös u. müde ? Auch Ihnen kann da« herzstärkende. in Jahrzehnten bewährte knergetlcum zu fuhigem Schlat und festen Nerven verhelfen — es enthält rein pflanzliche Aufbau- und Kräftigungsstoffe! Sie erhalten es echt im Reformhaus, Kreuzplatz 5. s7ösV Fachmännische Beratung durch die Mitglieder der Gas-Gemeinschaft Gießen Montag, ‘den 5. Juni 1939, 20.15 Uhr, im Cafe Leib Dr. Oetkers Gas-Backabend Musikalische Unterhaltung durch Mitglieder des Musikkorps der Fliegerhorstkommandantur Vom Dienstag, dem 6. Juni 1939 an Gas-Backkurse Anmeldungen: Stadtwerke Gießen, Abteilung Gaswerk, Ruf 8058 4078 A Schrecklicher Tod zweier Kinder in einem £ifL Auf grausame Weife wurden in Bad Gastein zwei Kinder durch ihre eigene Unvorsichtigkeit beim Spiel getötet. Dec acht Jahre alte Sohn Christian und das siebenjährige Töchterchen Maria des Bademeisters B a d er machten sich unbeaufsichtigt zusammen mit einem zwölfjährigen Spielgefährten an dem Lift im Kurhaus zu schaffen. Die beiden Geschwister erkletterten das Dach des Aufzuges und fuhren vom Erdgeschoß zum ersten Stockwerk, während der ältere Spielkamerad sich im Lift befand und ihn bediente. Die beiden, die auf dem Dach des Liftes faßen, beugten sich während der Fahrt zu weit vor. Sie wurden bei der Einfahrt in das erste Stockwerk von dem Vorsprung des Blechdaches erfaßt, gegen den Mauervorsprung gequetscht und furchtbar zugerichtet. Der kleine Christian Bader war auf der Stelle tot, während sein Schwesterchen wenig »später im Krankenhaus den Verletzungen erlag. Raubmord an einem Arbeiter. In Niederkassel bei Bonn wurde der 65jährige Arbeiter Bauer sch das Opfer eines gemeinen Raubüberfalls. Auf feine Hilferufe herbe i- eilenbe Arbeitskameraden fanden Bauerfch bereits tot vor. Die Lohntüte mit 40 Mark war ihm geraubt worden. Bisher hat man noch keine Spur von dem Täter entdecken können. Bei der Obduktion der Leiche wurden nicht weniger als sieben schwere Verletzungen festgestellt, die dem Ueberfallenen offenbar mit einem Beil oder einer Axt beigebracht wurden. Rundfank- Geräle Röhren Reparaturen durch 549&A Radio-Kögel Bahnhofstraße 39 Telephon 2980 Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mt. frei Keller R02d J. Wellhöf er, Telephon 2313, Marb Str.24. \ \\ u y C. Röhr & Co Bahnhofstraße 44 der den Passagierverkehr zwischen Putzig und Hela bedient, erfolgte eine Explosion. Der Kutter wurde zerstört. Vier Personen fanden dabei den Tod, vier wurden schwer und drei andere leicht verletzt. Der Tod in der Lawine. Eine Gruppe von sechs Urlaubsgästen stieg von Grins bei Landeck (Tirol) zur Augsburger Hütte auf. Drei von ihnen wurden auf dem Rückweg, eine Viertelstunde unterhalb der Augsburger Hütte, von einer Lawine überrascht und verschüttet. Obwohl man sofort mit den Rettungsversuchen begann, konnten die Verunglückten einige Zeit später nur noch als Leichen geborgen werden. Es handelt sich um die Versicherungsangestellte Maria Weiß aus München, um den Pfarrer Hermann Milde aus Opladen und um den Eifendreher Walter Gleisberg aps Dresden. Vierköpfige Familie Opfer einer Pilzvergiftung. In Bordeaux wurde eine ganze Familie das Opfer einer Pilzvergiftung. Die Mutter und zwei Söhne find einem qualvollen Tode erlegen, während der Vater in lebensgefährlichem Zustande im Krankenhaus liegt. 30 Tote, 50 Verletzte bei einer Puloerexplofion in Indien. In der Nähe von Kotah (Indien) ist ein Pulvermagazin in die Luft geflogen. Dreißig Personen wurden getötet und fünfzig verletzt. Die Explosion richtete in der Umgebung großen Schaden an. Viele Häuser stürzten ein. Die Fensterscheiben wurden in weitem Umkreise zertrümmert. Ihre Geschäfts-Drucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit IhrerWaren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbe.ten. Wir bieten sie Ihnen I Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 l'rida Hotz, geb. Albach, und Familie Johannes Engel, Dekan i.R., und Familie, Die Beerdigung findet Montag, 5. Juni, um 14 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt Unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Helene Albach, geb. Schaum Witwe des Reallehrers Chr. Albach ist heute im 86. Lebensjahr in die himmlische Heimat eingegangen. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank Familien Dürr-Foerstner Dissertationen Gießen, den 3. Juni 1939 *4 *^^Bjessßh< Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen P^>*bnngt die leichte flaße!l!2Sre von ist das Rechte zumScheuernundPutzen! A354C/39 Nr. 127 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 5./4.3unil939 AS.-Knegerkameradschaslen am Ausbauwerk des Führers. Rege Arbeit in -en Kameradschaften. - Oer Nachwuchs eifrig mit am Werk. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Kreiskriegerführer. Aus der Stadt Gießen. Hadfahrerfreude. Wenn der Frühling gekommen ist, ergreift jeden Menschen die Wandersehnsucht. Die ist wohl schon uralt, so alt wie die Menschheit selbst: die Weite, die ganze, neuerwachte Schönheit der Natur zu besitzen. Und so wanderten denn die Menschen, sie zogen hinaus, durchschweiften die Wälder und durch- streiften die Täler, gezogen von chrer Sehnsucht nach ' der blauen Ferne. Heutzutage holt der ^Mensch ein brummendes Etwas aus dem Stall, setzt sich hinein, und fort geht es auf breiten Straßen, durch Täler und Wälder: gezogen von der uralten Sehnsucht nach der blauen Ferne. Manche Menschen aber nehmen auch heute noch den Wanderstock zur Hand und wandern zu Fuß, und wieder andere nehmen, wenn das erste linde Lüftchen zu spüren ist, ihr Fahrrad und erobern sich damit die weite, weite Welt. Kopenhagen wird immer die Stadt der Radfahrer genannt. Deutschland ist ohne Räder auch nicht denkbar! Was wäre — um nur einige Beispiele 3U nennen — der Arbeiter oder Angestellte ohne sein Rad, mit dem er zu seiner Arbeitsstätte fährt? Was wäre der Bäcker- oder Metzgerbursche ohne Rad? Was die Krankenschwester oder Hebamme auf dem Lande, den Briefträger nicht zu vergessen? In all diesen Fällen ist das Fahrrad nur Mittel zum Zweck, aber wieviel Freude kann es auch geben! An einem sonnigen Morgen steigst du auf, bald bist du aus der Stadt hinaus, eine herrliche, glatte Straße liegt vor dir. Dein Blick schweift über die bunten Wiesen bis zum Wold, der vom hellsten Hellgrün bis zum dunkelsten Blaugrün schimmert. Und nun umfängt dich Waldesruhe und Waldesduft. Dicht vor dir fliegt eine schwarzweiße Elster auf, der Wendehals ruft, im Grase neben der Straße raschelt es geheimnisvoll: Frau Eidechse war wohl auch spazieren in der schönen Sonne! Jetzt aber heißt's gewaltig treten, eine Steigung nimmt alle Kräfte in Anspruch, die Sonne brennt gewaltig, aber dann — heißa! geht's hinunter! Herrlich ist es, so zu fliegen! Immer lauter wird das Surren der Reifen, immer stärker das Sausen des Gegenwindes um deine Ohren! Vorbei... vorbei! Schade, daß man nicht nur bergab fahren kann. Jetzt bist du aus dem Wald heraus, neben der Straße liegt eine schöne, alte Mühle. Hohe, gelbgrüne Pappeln stehen neben dem weißen Fachwerkhaus mit braunrotem Dach. Das Wasser läuft blitzend über das große Mühlrad. Vorbei... vorbei! Die weiße Straße läuft schnurgerade zwischen den hellgrünen, im Winde sanft wogenden Kornfeldern auf das Dorf zu, das mit seinen roten Dächern und dem schlanken Kirchturm freundlich daliegt. Mit dicken, braunen Kühen bespannte Wagen, hoch beladen mit Holz aus dem Wald, kommen an dir vorbei: Frauen in Tracht — wie hübsch ist die weiße Bluse zu dem dunklen Spenzer und dem dickgefälteten Rock! — grüßen freundlich. Uff... was ist es heiß. Und deine Beine tun weh, du hättest wirklich ein Glas Milch zur Stärkung verdient, ehe dich das treue Stahlroß heimträgt aus Sonne und Windeswehen und Frühlingsduft. E. L. St. BDM.-ktntergau 116 Gießen. Vetr.: Reichssportwettkämpfe am 4.3unL Sonntag, 4. Juni, treten alle Mädel und BDM- Werk-Mädel des Standortes Gießen wie folgt an: M.-Gruppe 1/116, 2/116 und BDM.-Werk-Gr. 3a/116 pünktlich um 8 Uhr an der Dolkshalle. M.-Gruppe 3/116 und 4/116 um 9 Uhr an der Dolkshalle. BDM.-Werk-Gr. la/116, 3a/116 und 4a/116 um 10 Uhr an der Volkshalle. Mitzubringen ist Sportzeug. evtl. Trainingsanzug. Alle Mädel, die beurlaubt sind, haben auch zu kommen, dagegen sind alle die befreit, die der Gruppenführerin ein ärztliches Attest schon vorgelegt haben. Der Reichskriegertag in Kassel lenkt die Aufmerksamkeit der Volksgenossen in besonderem Maße auf die große Organisatton der allen Soldaten, den NS.-Reichskriegerbund, und auf das Wirken feiner Kameradschaften im engeren Heimatbezirk. Wir haben uns mit dem Kreiskriegerführer für den Kreis Gießen, Oberveterinärrot Dr. M o n n a r d , über den Zusammenschluß der alten Soldaten im Kreise Gießen, das Wirken und die Zielsetzung in den Kameradschaften unterhalten. Es war ein erfreuliches Bild kraftvoll vorwärtssttebenden alten Soldatentums, verbunden mit vorbildlichem Sinn und Willen für die Pflege bester kameradschaftlicher Beziehungen zu unserer jungen Wehrmacht, und der Bereitschaft zum Dienst im Geist des Nationalsozialismus, das wir in dieser Unterredung gewannen. Als Ergebnis der Unterhaltung seien die nachstehenden Feststellungen mitgeteilt. 5679 alte Soldaten im ft reife Gießen zusammen- geschlossen. Die Umgliederung der Kameradschaften der alten Soldaten im Kreise Gießen aus dem Kyff- häuserbund und den Waffenringen in die vom Führer befohlene einzige Organisation der allen Soldaten in Deutschland, den N S. - Reichskrieger b und, hat sich im Kreise Gießen bestimmungsgemäß und glatt vollzogen. Im Kreis Gießen, als Zuständigkeitsbereich der Kreiskriegerführung, bestehen heute 95 NS.-Kriegerkameradschaften mit einer Gesamtstärke von. 5679 alten Soldaten. Auf die Stadt Gießen, einschließlich Wieseck und Klein-Linden, entfallen davon 17 Kameradschaften. In den Reihen der 5679 alten Kameraden befinden sich heute noch 5 Altersveteranen aus dem Kriege 1870/71, während es im vorigen Jähre noch 12 waren. Von den 5 Altersveteranen lebt einer in Gießen, der hier zu der Kameradschaft ehemaliger 115er gehört: ein Kamerad von 1870/71 lebt in Watzenborn-Steinberg als Mitglied der dortigen Kameradschaft, zwei verbringen ihren Lebensabend in Kesselbach und einer in Laubach, wo sie ebenfalls hochgeschätzte Mitglieder ihrer Kameradschaft sind. Erfreulicherweise ist der Zugang junger Kameraden aus unserer neuen Wehrmacht bei den meisten Kameradschaften gut, bei einigen Kameradschaften sogar sehr gut. Manche Kameradschaften haben in den letzten Monaten den Eintritt von 25 bis 40 junger Kameraden zu verzeichnen. Diese Einreihung der jungen Kameraden in den Zusammenschluß der alten Krieger ist in den Land- orten prozentual stärker als in den Städten, wobei man allerdings beachten muß, daß schon von Natur aus das Zusammengehörigkeitsgefühl durch Blut und Boden und durch die Nachbarschaften auf dem Lande stärker entwickelt ist, als in den Städten. Es ist aber auch in den städtischen Kameradschaften mit Sicherheit weiterer Zuwachs zu erwarten, da jetzt bereits bekannt ist, daß vom kommenden Jahresbeginn ab wieder zahlreiche junge Kameraden sich in die Reihen der Alten eingliedern wollen. Der organisatorische Aufbau der Kameradschaften kann im großen und ganzen als abgeschlossen angesehen werden. Nur in einigen Fällen wird noch eine straffere Zusammenfassung von Parallel-Kame- rädschasten zu einer gemeinsamen größeren Kameradschaft nicht zu umgehen sein, um die Lebenskraft und damit auch den Arbeitswert dieser tarne» radschastlichen Kräfte für das gemeinsame Werk zu steigern. Manche anderen Kameradschaften haben sich von selbst ihrem größeren Stamm, d. h. ihren ursprünglichen Regimentskameraden angeschlossen. In allen Kameradschaften ist die erfreuliche Fest- tellung zu machen, daß volle Bereitwilligkeit besteht, im Sinne der übernommenen Verpflichtungen nach den Weisungen des vom Führer bestimmten Reichskriegerführers und seiner Nachgeordneten Führungsstellen mitzuarbeiten, wobei es als Selbstverständlichkeit gilt, daß die erlassenen Befehle nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern überall in sorgfältiger Weise ausgeführt werden. Den einzelnen Kameradschaftsführern bleibt es dabei überlassen, ganz nach den von ihnen als zweckmäßig erkannten Wegen die alten Soldaten auch zu guten und in allen Lebenslagen standfesten Nationalsozialisten zu machen. Dabei ist selbstverständliche Voraussetzung für alle alten Soldaten, daß sie sich in treuer Frontkameradschaft mit dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, ihrem Frontkameraden Adolf Hitler, in vorbehaltloser Weise verbunden fühlen. Der Schießdienst. Schon früher stand das Schießen in den Kameradschaften der alten Soldaten im Vordergründe. Heute wird diesem Teil des Kameradschaftsdienstes noch eine weit größere Bedeutung beigemessen, da das Schießen als der wichtigste Teil zur Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Mannes, auch des alten Soldaten angesehen wird. Erfreulicherweise kann die Festellung gemacht werden, daß in den Kameradschaften das Interesse am Schießen sehr groß ist und auch die Beteiligung auf den Schießständen sich in befriedigender Weise aufwärts entwickelt. Die Kreiskriegerführung sieht es als ihre besondere Aufgabe an, den Schießdienst in den Kameradschaften mit allen Kräften und Mitteln zu fördern. Zu diesem Zwecke werden überall da, wo bisher noch keine Schießstände vorhanden waren, für die Kriegerkameradschaften eigene Schießstände geschaffen, von denen schon eine ganze Anzahl in den Orten des Kreises vorhanden ist. Außerordentlich erfreulich ist es, daß nunmehr auch die Hitler-Jugend ihren Schießdienst auf den Scbießständen der NS.- Kriegerkameradschaften erfüllt und dadurch der Nachwuchs in enge kameradschaftliche Berührung mit den alten Soldaten kommt. Dabei wird nicht nur auf möglichst beste Schießleistung Gewicht gelegt, sondern als ebenso wichtig für die Hitlerjungen gilt das Erfordernis einer straffen soldatischen Haltung, diszipliniertes, soldattsches Auftreten, verbunden mit dem Willen zu guter Kameradschaft untereinander und zu der entsprechenden Haltung gegenüber den alten Soldaten. Aber auch für die ehemaligen Waffenträger ist die Gemeinschaft mit dem jungen Nachwuchs auf den Schießständen erfreulich, denn dadurch werden die Beziehungen zwischen den älteren Jahrgängen und der jungen Generation auch unter dem Gesichtspunkt der soldatischen Kameradschaft und des gemeinsamen Dienstes für Führer, Volk Als zu Beginn des 7. Jahres der nattonalsozia- listischen Revolution die Presse mit großen Zellen verkündete, daß der Führer durch seine Proklamation die Zusammenfassung des gesamten wehrfähigen und wehrwürdigen Mannestums zur vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung in den SA.- Wehrmannschast verfügt hatte, gab diese Tatsache dem einen oder anderen Zweifler Anlaß, sich mit Wesen und Ausgaben der SA. einmal intensiver zu befassen. » Für uns waren diese Zweifelserscheinungen die Bestätigung dafür, daß der Erziehungsauftrag, der und Vaterland weiter vertieft und zum Wohle des Ganzen gestaltet. Neben dem Schießen haben die Kameradschaften natürlich noch weitere Dienstverpflichtungen zu erfüllen, die man zusammenfassen kann in dem Grundsatz: Stete Bereitschaft zum Dienst für Volk und Vaterland nach dem Willen des Führers, Einsatz aller Kräfte zur Sicherung des Vaterlandes gegen alle Nachteile und feindliche Bestrebungen, unermüdliche Pflege der kameradschaftlichen Beziehungen zu unserer jungen Wehrmacht und zur tatkräftigen Förderung aller Maßnahmen, die auf die Stärkung unserer Wehrkraft ausgerichtet sind, selbstverständliche gute Kameradschaft mit allen alten Soldaten und treue Pflege der großen Traditionen unseres Volkes und feiner Wehrmacht. Großer Frühjahrsappell. — Vortragsveranstaltungen. Der Kreiskriegerführer wird am 18. Juni einen großen F r ü h j a h r s a p p e l l der Krieger- kameradfchaften in Gießen abhalten, bei dem der Gaupropagandaobmann des Gaukrieaer- verbandes, Oberstleutnant Endres, über das Thema „Nationalsozialismus und Soldatentum" sprechen wird. Dem Kreiskriegerführer liegt besonders viel daran, auch auf dem Gebiete der weltanschaulichen Schulung den alten Kameraden alle Möglichkeiten zu erschließen und dabei insbesondere die gemeinsamen Grundlagen des Nationalsozialismus und des alten Soldatentums klar und überzeugend zu betonen. Daß sich an diesem Frühjahrsappell alle alten Soldaten beteiligen, ist für jede Kameradschaft eine Selbstverständlichkeit. Für den kommenden Winter plant der Kreiskriegerführer die Veranstaltung einer größeren Vortragsreihe innerhalb der Kameradschaften, wobei auch allen übrigen Volksgenossen kostenlos Gelegenheit zum Besuch der Vorträge gegeben sein soll. Als Vortragende wird dabei besonders an Professoren unserer Universität gedacht, die in den Reihen der Kriegerkameradschaften mitmarschieren. Damit will die Kreiskriegersührung den Kameraden auch in geistiger Hinsicht wertvolle Stunden erschließen, die im nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist zugleich auch allen Volksgenossen zugute 'kommen soll. $• der SA. als Gliederung der Partei im Rahmen des Gesamt-Erziehungsauftrages der NSDAP, übertragen worden ist, noch viel Arbeit und den höchsten Einsatz des letzten SA.Mannes erfordert; daß es sich also im wahrsten Sinne des Wortes um einen Auftrag handelt, der nicht in einem bestimmten Zeitabschnitt erfüllt werden kann, sondern ein Ewig- feitsauftrag ist. Andererseits muß zugeftanden werden, daß bei oberflächlicher Betrachtung eine Wertmessung des SA.-Dienstes entsprechend seiner Bedeutung gemäß des Auftrages, der von der SA. die Wehrerziehung auf weltanschaulicher Grundlage vor- „Tage des Vormarsches." Gedanken um die Sportkampftage der SA.-Standarte 116 Gießen. Oer Rhabarber-Streit. Eine Gartenerzählung von Friedrich Schnack. Jute, die Köchin des Herrn von Heckenast, im Begriff, ihren Küchenbedarf aus dem Schloßgarten zu holen, war eine volle, starke Person Ende der Zwanzig. Vor Herd und Küchentisch hatte sie sich eine dralle Gestalt anformen können. Die fleischigen Arme, das runde Gesicht, gerötet wie vom Widerschein der Herdflamme, die dunklen Kirschaugen, das krähenschwarze Haar hatten auf Ull, den Gehilfen des Gärtners Borngart, Eindruck gemacht. Insgeheim wünschte er sie sich zur Frau — doch hatte er noch keine Gelegenheit gefunden, ihr diesen Wunsch auszudrücken. Nun war aber Frühling, die Zeit war da, man mußte sich beeilen, damit der Augenblick nicht ungenützt verstreiche — Ull und Jute waren allein im Garten. Wuchtig stand die Köchin auf dem Kiesweg und redete nachdrücklich auf den Gehilfen ein. 2)tefer mußte aus Pflichtgefühl den Garten gegen die übertriebenen Ansprüche der Köchin verteidigen, was er ebenso ungern wie tapfer tat. Er kniete vor ihr in seinem Beet auf einem Arbeitsbrett, indes er em Pflänzchen in der linken und das Pflanzholz m der rechten Hand hielt. „Weiß Gott!" sagte er, einen höchsten Zeugen für seine Beteuerung anrufend, „weiß Gott! Das dürfen Sie nicht von mir verlangen: die allerfrühesten, die ersten Rhabarberstiele!" , v , Jute lachte. Der Rhabarber im Hinterland des Gartens, im Winkel, wo es Platz gab und ein wenig schattig war, nistete auf der fetten Erde. Seine Stengel hatten sich gerötet, und die runzeligen Blätter, noch nicht zu ganzer Größe ausgebreitet, zeigten ein gleichsam bekümmertes Aussehen. Was würde Borngart sagen, bräche Ull die ersten Stiele, und wie würde ein solcher Raub dem Rhabarber bekommen, den man nicht schon in der allerfrühe- sten, ersten Jugend schwächen soll? — ,Die Köchin nannte ihren Verehrer einen „Säugling . Ull schüttelte darüber ernst den Kops. Der Rhabarber sei vielmehr ein Säugling, erwiderte er er sauge Saft und Leben, damit er später eifrig Stiele hergeben könne. Wie man nicht einer jungen Gans ihre ersten Kielsedern ausrupfe, so dürfe man auch nicht dem Rhabarber feine frühesten Stiele nehmen. Das Gespräch stockte. Ull hielt den Augenblick für gekommen, seine schwebenden Pflänzchen in die Erde zu stopfen und mit dem Pflanzenholz weiche Krume gegen die zarten Geschöpfe zu drücken. Jute aber wandte sich den Rhabarberstauden zu. Seufzend erhob sich Ull, ihr zu folgen. . Da kauerte er, der begehrte Rhabarber und Trost des Herrn von Heckenast. Die Köchin musterte streng und lüstern die Pflanzen. Das Wesen im Blattkleid begann sich frühlingsfroh zu bauschen. Ungestüm ließen die rosigen, starken Triebköpfe aus dem Boden, rundlichen Erdfrüchten nicht unähnlich. Krebsrote Häute platzten und ließen grünrote, zerknitterte. Jungblätter herausquellen, nicht größer als eine Kinderhand. Am Nachbarstock, der die kräftigste Röte zur Schau trug, waren bereits eine Anzahl Blätter herangewachsen, herzförmige hellgrüne, gewellte und gefurchte Dächer bildend. Die roten Stiele von saftiger, krachender Beschaffenheit zeigten sich rinnig ausgekehlt: sie waren die Regenröhren der Blattdächer und würden das Wasser den klumpigen Wurzelstöcken rasch zuleiten, zutrichtern. Leckere Stiele, mochte Jute denken, mit den Stengeln liebäugelnd. Wäre Ull nicht so eigenfinnia und bockbeinig, könnte man einen kleinen, hübschen Bund brechen! „Holsteiner Blut!" stellte dieser seiner Angebeteten die wuchtigen Pflanzengestalten vor. „Früher vom Vorgebirge!" rief er, „rotstielige Sorten, sehr begehrt — aber erst im Mai", fügte er vorsichtshalber hinzu. „Ertragreich bis Ende Juni. Der Baron kriegt noch genug davon. Der reichste Rhabarber aber ist der „Amerikaner", dort, ein Riese und beinahe blütenlos. Läßt sich noch im Hochsommer essen!" Ob nicht jetzt schon Hochsommer sei? fragte sie listig, auf die Pflanze mit den langen Stielen deutend. Der Morgen sei heiß, sicherlich gebe es heute noch Gewitter — wie im Sommer. „Hochsommer? Nicht bei Holsteiner Blut!" antwortete Ull keck und spürte eine Anwandlung von Vertraulichkeit zur Köchin. Dazu kam es aber nicht, Jute blitzte ihn mit ihren vogelschwarzen Augen spöttisch an — und Ull trat wieder zu feinen Pflanzen. Durste er jetzt nicht einiges von feinem Gartenhandwerk erzählen? So wie der verliebte Soldat von seinem Kasernendienst dem Mädchen berichtet, mit dem er abends durch die Alleen bummelt. Er begann: einen mastigen, reichgedüngten, schweren Boden braucht der Rhabarber, soll er gut und frech wachsen. Er ist ein Fresser. Das weiß jeder, der mit ihm zu tun hat. Man kann es ihm nicht verübeln, er muß ja eifrig Stiele spenden. Wie du mir, so ich dir! denkt der Rhabarber über seinen Gärtner. Was du mir nimmst, mußt du mir geben...! Jute hörte nicht länger zu, sie wandte sich ab und blickte zu den Mistbeeten, wo das Radieschen „Rosenrotes Ideal" darauf wartete, abgeerntet zu werden. Der Angriff auf den Rhabarber war abgeschlagen. Ulls Gesicht drückte Befriedigung aus. Und er ging mit feiner Erkorenen weg. Deshalb erfuhr die Köchin nicht, und es bleibt auch ungewiß, ob Ull es wußte, daß der aufgedonnerte Rhabarber ein Knöterichgewächs ist gleich dem Wiesenampfer und dem Sauerampfer der Frühlingssuppe. Vor allen Blattpflanzen zeichnet ihn die schöne Eigenschaft aus, ein obstartig mundendes Kompott zu spenden und eine Marmelade, mit Ingwer verkocht. Damit er stets in Saft stehe, muß sein Blütenstand verkappt werden. Diese Vorschrift befolgte Uhl getreulich. Die Stiele wollen gebrochen, niemals geschnitten werden. Woher rührt sein ungewöhnlicher Name, der sich wie ein Zauberwort anhört, mit dem man Beschwörungen ausführt? mag sich ein Gärtner fragen, der nicht verliebt ist, und ein Pflanzenkenner, der den Rhabarber zu würdigen weiß. Für unsere Ohren tönt in dem Wort Rhabarber der Klang des Frühlings, der ja ein Zauberer ist. Gärtner Borngart, der kluge, würde nun vermutlich die kleine Geschichte erzählen, die sich an die Pflanze anspinnt. Früher nützten die Leute bloß die Wurzel, gepulvert, als Heilmittel gegen Gelbsucht und Verdauungsbeschwerden. Sie kam als pontische Wurzel Rha- ponticum aus den Gebirgsländern des Schwarzen Meeres auf Segelschiffen in den alten Hafen von Barbarike. Die Händler führten sie in ihren Listen als Rhabarbarum. Daraus wurde Rhabarber. Der wunderliche Name begleitet das Frühjahr des Gärtners, er ist uns geläufig. Wohlgefällig ruht das Auge auf den roten Stielbündeln. Sie haben die Farbe des Apfels und wie von Beerensäure einen gesunden Geschmack, in der obstlosen Zeit des neuen Garten- und Gemüsejahres die Leckermäuler köstlich erfrischend. Und Ull freut sich schon darauf, von Jute ein Schüsselchen Rhabarberkompott zu bekommen, sobald erst der „Frühe vom Vorgebirge" bruchreif ist. Sie hat es ihm soeben versprochen. Lochschulnachrichten. Von den amllichen Verpflichtungen sind entbunden worden: der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Berlin Dr. Otto Eggert (Geodäsie); der ordenlliche Professor an der Technischen Hochschule Breslau Karl Gottwein (Werkzeugmaschinen); der ordentliche Professor an der Universität Hamburg Dr. Otto L a u f f e r (Deutsche Altertums- und Volkskunde); der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Dresden Dr. Walter Ludwig (darstellende Geometrie). Essen und Trinken auf der Bühne. Daß die Bühne die Welt des Scheines ist, drückt ich in nichts deutlicher aus als in den „leiblichen Genüssen", die hier verabreicht werden. Der schäumende Champagner ist hier meist nur Selterswasser und der „starke Branntwein" schwacher Tee. Der Schauspieler hat während des Spiels weder die Zeit noch meistens die Aufnahmefähigkeit des Magens, um ein „wirklich" zu essen und zu trinken. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die sich auf den weltbedeutenden Brettern so sicher fühlen, um auch in dieser Einsicht auf volle Wirklichkeit zu bringen. So war der große französische Schauspieler Lucien Guitry dafür bekannt, daß er stets richtig speiste, wenn solches für feine Rolle vorgesehen war. Gewöhnlich aber bestehen die Mahlzeiten auf der Bühne aus „Schaugerichten", und meist verspeist der Liebhaber bei einem Souper mit seiner schonen Freundin nur gerostetes Brot und Bananenscheiben. Der Theaterdirektor und Schauspieler Sir Herbert Tree fand einmal einen vortreffliche^ Ausweg, als er auf der Bühne eine kalte Ente essen sollte. Eine täuschend ähnliche Attrappe der Ente wurde auf die Bühne gebracht, aber aus ihrem Innern entnahm Tree Bananenscheiben, die im englischen Kulissenreich die Hauptnahrung darstellen. In einer andern Rolle hatte er einen riesigen Humpen mit Wein auszutrinken. Der Humpen war gewöhnlich mtt kaltem Tee gefüllt, aber eines Tages hatte man durch irgendeinen unglücklichen Zufall statt dessen Terpentin hineingetan, und als Tree trank, fühlte er plötzlich die Holle durch seine Kehle rinnen. Er besaß aber genug Geistesgegenwart und Selbstbeherrschung, um feine Qualen nicht zu zeigen und zu Ende zu spielen. Ein ähnliches peinliches Erlebnis hatte ein Schauspieler, dem auf der Bühne in einer Rolle ein Diner serviert wurde. Da er die Attrappen haßte, ließ er sich gewöhnlich eine Speisenfolge aus dem nächsten Restaurant holen. Da diese meistens ziemlich entfernt waren, so bekam er die Suppe stets falt vorgesetzt. Aber in einer Stadt lag unglücklicherweise der Gasthof ganz nahe, die Suppe kam in heißestem Zustand auf den Tisch, und er verbrannte sich so die Zunge, daß er zunächst gar. nicht weitersprechen konnte. Mit dem Komiker James Welch, der im letzten Akt ein großes Glas Whisky auszutrinken hatte, machte man sich einmal den Spaß ihm wirklichen Whisky anzubieten. Aber die Wirkung war günstig, denn er hatte niemals vorher die letzten Szenen so liebenswürdig und aus» gelassen gespielt, wie nach dieser beträchtlichen Aiko* holmenge. sieht, nicht erfolgen kann. Erst die tiefe Erkenntnis der nationalsozialistischen Weltanschauung begründet in den Begriffen „Blut und Boden" und der „Gemeinschaft", gepaart mit einem Wissen um die deutsche Geschichte, vermittelt erst das Verständnis für die Struktur des SA.-Dienstes, ermöglicht seine Wertschätzung und rechtfertigt seine Notwendigkeit. Demgegenüber muß die unumstößliche Tatsache anerkannt werden, daß die Kampfkraft der SA. auf wehrsportlichem und sportlichem Gebiet — und das sind ihre Hauptbetätigungsfelder — in einem sehr kurzen Zeitraum auf ein ganz erhebliches Maß gebracht wurde. Denn was bedeutet z. B. ein halbes Jahrzehnt bei einer solchen eminent weitgreifenden Arbeit. Daß diese Realitäten nicht ohne weiteres dem letzten Volksgenossen klar wurden, mag sich wohl auch aus den Umständen ergeben, daß sie nicht mit nackten Zahlen oder handwerklichen Maßen ausgcdrückt werden können. Unterzog man sich aber einmal der Mühe, einem Sturmgeländedienst, einem Gepäckmarsch oder einem Ganztagesdienst oder einer wehrsportlichen oder geländesportlichen Prüfung zum SA.-Wehrabzeichen beizuwohnen, um sich von dem Leistungsstand des einzelnen oder Mannschaft zu überzeugen und die selbstlose Hingabe bewundern au können, um Zeuge dieser Einsatzbereitschaft zu sein, die ständig nur möglich ist durch die Ueberzeugung der Notwendigkeit des Einsatzes, so mußte vorbehaltlos die vorwärtsstrebende und mit Erfolg gekrönte Aufbauarbeit anerkannt werden. Es entspricht aber nicht der Mentalität des Mannes der Sturmabteilung Adolf Hitlers wegen allem, was für ihn selbstverständliche Pflichterfüllung ist, großes Feldgeschrei zu veranstalten. Als beste Beweisführung dieser vorwartsstreben- den wehrsportlichen und sportlichen Erziehung dürften wohl die Anerkennungen durch den Führer selbst dienen, der parallel mit dem stufenweisen Fortschreiten das SA.-Wehrabzeichen mit seinen Wiederholungsübungen stiftete, die NS.-Kampsspiele proklamierte und zu deren Trägerin die SA. bestimmte, zuletzt aber die ganze Erziehunasarbeit krönte, durch Befristung der vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung. Aus berufenerem Munde konnte wohl diese Anerkennung nicht kommen, die für die SA. gleichzeitig erhöhte Verpflichtung bedeutet. Der Füh- rer gab Befehl! Wir kennen nur das eine Ziel, diesen Befehl Tat werden zu lassen! Die Veranstaltungen der vergangenen Jahre wie Standarten-, Gruppen-, Reichswettkämpfe und NS.- Kampfspiele waren Zeugnis für das wehrsportliche und sportliche Können und die Einsatzbereitschaft der SA. Erinnert sei hier nur an die NS.-Kampf- spiele 1938, die einen einzigartigen Erfolg der sportlichen und wehrsportlichen Wettkämpfe für die SA.-Mannschaften brachten. Der diesjährige Standartensporttag soll ebenfalls durch seinen Rechenschaftsbericht der oberhessischen SA. die Rechtfertigung dasiir geben, daß sich die SA. durch jahrelange intensive Kleinarbeit das Rüstzeug für die durch die erwei- terte Aufgabenstellung zu erfüllenden Anforderungen der vor- und nachmilitärischen Wehr- erziehung geschaffen hat. Bei einem Blick auf die am 3. und 4. Juni 1939 zu erfüllenden Kämpfe, dürfte gerade jedem bewußt werden, daß nicht ein kleiner Prozentsatz der SA.-Angehörigen in einer einseitigen leichtathletischen Disziplin dieser Fest- stelluna gegenüber stehen, sondern daß auf der Grundlage der Breitenarbeit im Einzel-und Mannschaftskamps das vielseitige Können im Wehrsport und Sport, gepaart mit einer straffen, soldatischen Haltung und einer Begeisterung wie sie nur bei überzeugten politischen Soldaten zu finden ist, Fundamente zum weiteren Aus- und Aufbau sind. Durch die aktive Beteiligung insbesondere auch der älteren Jahrgänge, die zum großen Teil erst in ihrem SA.-Dienst Scheu und Antipathie vor der Sporthose verloren, kommt unsere Forderung nach der Leistungserhaltung und der Einsatzfähigksit bis ins hohe Alter eindeutig zum Ausdruck. Diese kämpferische Schulung des Leibes wird niemals Selbstzweck werden, sondern stets Mittel dazu sein, die deutschen Männer geistig und körperlich zu festigen und durch die Steigerung der Leistungsfähigkeit sie einsatzfähig und einsatzbereit zur Erhaltung der Nation zu machen. Und so sind auch SA.-Soorttage nicht vergleichbar mit Sportfesten im allgemein üblichen Sinne, Pein, es werden auch die diesjährigen Kämpfe d'er SA.-Standarte 116 in ihrer Wucht und Geschlossenheit, in ihrer Größe und Leistung ein starkes Bekenntnis 3m Dienste des staatlichen Gesundheitsschutzes. Di- Ausgaben »-« ilntersuchungaamt-s für Znfe»ionskrankhe»en. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem weiter des Amtes. In einem kleinen Hause hinter dem Hygienischen Institut im Klinikviertel hat ein staat- liches Amt seinen Sitz, dessen Aufgaben und Wirkungsbereich in starkem Gegensatz zu der Größe und den Räumlichkeiten seines Heims stehen. Es ist das Hessische Unter« suchungsamt für Infektio ns « kr a n kh eiten, das in diesem bescheidenen Hause im Interesse der Volksgesundheit wirkt. Die Aufgaben und Arbeiten dieses Amtes sind von so hoher Bedeutung, daß es reizvoll und lohnend ist, mit ihnen näher bekannt zu werden. Wir haben zu diesem Zwecke den Leiter des Amtes, Obermedizinalrat Professor Dr. Kliewe, in einer Unterredung über das Wirken seines Amtes befragt. Das Ergebnis der Aussprache enthalten die nachstehenden Darlegungen. Drei Aufgabengebiete. Das Hessische Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten hat, wie schon sein Name sagt, die Bedeutung, ansteckende Krankheiten zu bekämpfen und alle Vorbedingungen für die erfolgreiche Durchführung dieser Verpflichtung zu schaffen. Daraus ergeben sich drei Aufgabengebiete: 1. Bakteriologische Untersuchungen, 2. serologische Untersuchungen, 3. chemisch-physikalische Untersuchungen. Die bakteriologischen Untersuchungen stellen den Hauptanteil der Arbeit des Amtes dar. Es handelt sich hier um Untersuchungen der Ausscheidungen Kranker, die Bereitstellung von Untersuchunqs- gefäßen für die Absonderungen von Patienten, die an Typhus, Paratyphus, Ruhr, Tuberkulose, Diph- therie, Genickstarre, Gonorrhoe, Blutvergiftung usw. erkrankt sind. Das Material für diese Untersuchungen schicken die Aerzte an das Amt ein. Aus den Kliniken kommt kein Untersuchungsmaterial dieser Art an das Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten, sondern dieser Teil des Materials wird vom Hygienischen Institut der Universität untersucht. Obwohl hierdurch ein sehr erheblicher Materialanteil von vornherein außer Betracht bleibt, beziffern sich die bakteriologischen Untersuchungen des Amtes alljährlich immer noch auf 50—60 000 Fälle. Serologische Untersuchungen werden oorgenommen zur Feststellung von Typhus, Paratyphus, Ruhr, Abortus Bang usw., ferner zur Anstellung der Wassermannschen Reaktion und der Flockungs- und Trübungs-Reaktionen zum Nachweis der Syphilis. Alljährlich hat das Amt etwa 10—15 000 serologische Untersuchungen durchzuführen. Chemisch-physikalische Untersuchungen von Urin, Gallensteinen, Harnsteinen usw. sind in jedem Jahre nur in geringer Zahl, nämlich etwa 500 Fälle, vor- zunehmen. Der Kampf gegen Seuchen. Es kann sein, daß das Untersuchungsamt plötzlich vor sehr große Aufgaben gestellt ist, wenn in einem Orte des Landes Hessen eine Seuche ausbricht. Das Amt nimmt dann gemeinsam mit dem zuständigen staatlichen Gesundheitsamt die notwendigen Ermittlungen vor, um die Seuchenursache festzustellen. und gibt die Maßnahmen zur erfolgreichen Bekämpfung der Seuche an. Bei größeren Epidemien — z. B. im vorigen Jahre bei den Paratyphusfällen in Grünberg — werden u. a. öffentliche Vorträge zur Aufklärung und Belehrung der Bevölkerung veranstaltet. Ferner werden umfangreiche Untersuchungen angestellt, um die Bazillenträger ausfindig zu machen, d. h. solche Personen, die selbst nie krank waren und doch die Bakterien ausscheiden. So wurden beispielsweise im vorigen Jahre in verschiedenen Orten mehrere Paratyphus-Bazillenträger und ein Typhus-Bazillenträger festgestellt, die selbst nicht erkrankt waren und durch die wahrscheinlich Massenerkrankungen hervorgerufen worden sind. Solche Pesonen erhalten entsprechende Belehrungen über die erforderlichen Maßnahmen der Gesundheitspflege, und wenn sie diese Ratschläge befolgen, sind sie für ihre Umgebung völlig ungefährlich. Das Untersuchungsamt muß natürlich auch jederzeit bereit sein, die zur Bekämpfung von Typhus, Paratyphus, Diphterie usw. erforderlichen Einrichtungen und Gefäße zur Aufnahme des notwendigen Untersuchungsmaterials den Aerzten und Apocheken zur Verfügung stellen zu können und die Untersuchungen selbst in kürzester Zeit durchzuführen. Dank der engen Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitsämtern, den übrigen Behörden und den zuständigen ParteidienMellen konnten in den letzten Jahren sämtliche Epidemien bereits im Keime erstickt werden, so daß umfangreiche Epidemien — wie sie noch vor etwa zehn Jahren in Oberhessen vorkamen, z. B. in den Kreisen Lauterbach und Schotten, wo damals etwa 300 Personen an Paratyphus erkrankt waren — nicht mehr vor- gekommen sind. Wenn die Seuche bereits vorhanden ist, werden den betroffenen Personen Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Krankenschwestern und Desinfektoren überwachen die laufende Desinfektion der Abgänge, der Wäsche usw., die Isolierung der Kranken, die am besten in die Klinik eingeliefert werden. Wenn trotz aller dieser Maßnahmen noch kein Stillstand der Seuche eintritt, wird die Ausfuhr von Nahrungsmitteln (Milch, Butter, Obst usw.) aus diesen Orten untersagt, die Schließung der Schulen wird angeordnet, die Zusammenkünfte in Versammlungen, auf Märkten, Messen usw. werden untersagt, und vor allem wird bei dieser Gelegenheit auf die strengste Durchführung aller hygienischen Maßnahmen (einwandfreie Beseitigung der Hausabwässer, einwandfreier Zustand der Abortverhältnisse, sorgfältigste Straßenreinigung usw.) in dem Orte sorgsam geachtet. Durch derartige Maßnahmen wird eine Seuche gewöhnlich in kürzester Zeit vollständig niedergekämpft. Hand in Hand mit den bakteriologischen Untersuchungen gehen natürlich auch, besonders in solchen Fällen, die serologischen Untersuchungen. Gesundheitsuntersuchungen als vorbeugende Maßnahme. Durch das Untersuchungsamt werden auch bei allen Kindern, die von der NSV. oder von den Schulen in Erholungsheime oder in Lager verschickt werden, vor Antritt der Reise die erforderlichen Untersuchungen auf Diphtherie-Bazillen oorgenommen. Es handelt sich hier um Tausende von Kindern, im vorigen Jahre allein um rund 7000. Laufenden Gesundheitsuntersuchungen durch das Amt unterstehen ferner das männliche und weibliche- Küchenpersonal von Krankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten, Arbeitsdienstlagern und Gefangenenanstalten im ganzen Gau Hessen-Nassau. Alljährlich werden von dem Untersuchungsamt rund 20 000 Versandgefäße für Untersucl)ungsmate- rial an die Apotheken in ganz Hessen kostenlos abgegeben, um dort an die Aerzte weiteraeleitet zu werden. Es handelt sich dabei um Derfandgefäße mit Glasröhren zur Aufnahme der Ausscheidungen. Nach reichsgesetzlichen Vorschriften müssen diese (Se- Das fteeei&tßucÄ. acfückt Jiwun kzHtentoö du | Citrovin-Fabrik GmbH. Frankfurt^, fäße besonders verpackt sein, um jede Gefährdung anderer Menschen auf dem Beförderungswege von vornherein auszuschalten. Zu diesem Zwecke werden die Glasröhren in einen entsprechenden und verschließbaren Mechbehälter gesteckt, der dann in einti Holzhülse kommt, die wiederum mit starkem Packpapier nach außen sicher abgeschlossen wird. Die! Kosten für diesen vorbeugenden Gesundheitsdienst übernimmt allein der Staat. Herstellung von Impfstoffen. Ein wichtiges Arbeitsgebiet des Amtes ist der Herstellung von Impfstoffen gewidmet. Es handelt sich hierbei um Vaccinen. Die Bakterien werden aus dem Krankheitsmaterial herausgezüchtet und dann abaetötet. Hierauf erfolgt mittels Kochsalzlösung eine bestimmte Verdünnung, wodurch mehrere hundert Millionen Keime in einem Kubikzentimeter zur Verimpfung an die Aerzte abgegeben werden. Der, artige Vaccinen werden hauptsächlich flur Bekämpfung von Furunkeln, bei Blasenentzündungen, Nie, renveckenentzündungen u. a. Krankheiten verwandte Wafferuntersuchungen. Bei der Bekämpfung von Seuchen kommt den Untersuchungen des Wassers eine außerordentliche Bedeutung zu. Es ist bekannt, daß viele Typhusepidemien auf schlechtes Trink wasser zurückzuführen sind. Deshalb werden von dem Amt fortlaufend in großem Umfange Wasseruntersuchungen vorgenommen. Das Amt untersucht regelmäßig alle Schulbrunnen in Hessen und im Kreise Dillenburg. Ferner schicken Gemeinden aus ganz Hessen von Zeit zu Zeit Pröben ihres Wassers in besonderen Gefäßen zur Untersuchung ein. Außerdem werden sämtliche Wasserversorgungsstellen der Arbeitsdienstlager in Hessen-Nassau von dem Untersuchungsamt ständig kontrolliert. Die Untersuchungen des Wassers werden in bakteriologischer und chemischer Hinsicht zur Arbeit für die Stärkung der Wehrkraft und des Wehrgeistes des gesamten deutschen Volkes sein. Dem SA.-Mann selbst werden sie Auftrieb für die Arbeit der Zukunft geben. Dem deutschen Manne aber sollen sie Ansporn und Richtung für seinen Einsatz sein, sie sollen ihm das Bewußtsein geben, daß nur der Kämpfende bestehen kann, und nur das, was stark ist und zu kämpfen vermag, Lebensberechtigung auf dieser Erde besitzt. Kommen diese Männer mit dieser Ueberzeugung zu uns in die SA.--Wehrmannschaften und verstehen sie in diesem Sinne den Vormarsch der Sturmabteilungen Adcklf Hitlers, der nie deutlicher als an solchen Sport- und Wehrsportkampftagen zu spüren ist, dann wird das Ziel der totalen Wehrhaftmachung des deutschen Mannestums nicht mehr fernstehen. Dornotizen. Tageskalender für Samstag und Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Drei Frauen um Verdi". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Nach Mexiko verschleppt". — Don 10 bis 20 Uhr im Hotel Kobel Modellschau „Statt Mietwohnung — ein eigenes Haus". NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Velr.: Lebensmittelopferring. In der Zeit vom 4. bis 7. Juni wird im Be- reiche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Lebensmittelopferring durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, während der Sommermonate ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Volksgesundheit zur Verfügung zu stellen. Seit Pfingsten vermißt. Am 1. Pfingstfeiertag, 28. Mai, begab sich der 40 Jahre alte Eisenbahnarbeiter Karl Schneid- müller aus Watzenborn-Steinberg mit einem Kleinmotorrad VH 63 500 aus eine Fahrt. Bisher ist der Mann, der zu Hause eine Frau und fünf Kinder von zwei bis 16 Jahren hat, von dieser Fahrt nicht zurückgekehrt. Ob er unterwegs irgendwo verunglückt ist, oder wo er sich aufhält, ist bisher nicht bekannt. Nachrichten über den Verbleib des Mannes sind an die Gendarmerieinspektion Gießen, oder an die Gendarmeriestation Watzenborn-Steinberg zu richten. Chosref, der Seefahrer. Alttürkische Anekdote von Karl Lerbs. Als das weltverwandelnde Jahrhundert, das die christliche Zeitreichnungdas neunzehnte nennt, unter einigem Äirm seine Mitte erreicht hatte, versammelte Abd-ul-Medschid, der damals in Konstantinopel thronende Beherrscher der Gläubigen, seinen Diwan um sich und forderte die durch Ehrfurcht und Amtsbürde gekrümmten Würdenträger auf, raschen und guten Rat zu geben: Ihre Britische Majestät habe, wie alle Kulturländer, so auch die Türkei durch ihren Vertreter bei der Hohen Pforte eingeladen, auf der zu Londra vorbereiteten Weltausstellung die edelsten Erzeugnisse des Landes zu zeigen. Welches sind, so wünschte der Padischah mit strenger Dringlichkeit Au wissen, die edelsten Er- zeubnisse unseres Landes? Hier ließ der Groß- rocfir, als genießerischer Kenner aller mehr ober minder erlaubten vorparadiesischen Freuden, ein stummes Lächeln in seinem silberweißen Bart ver- idjroinbeu; der Scheich ül Islam drückte durch eine abwehrende Gebärde aus, daß es ihm unmöglich schien, den Ungläubigen die Wertbegriffe der Gläubigen au vermitteln; die übrigen Minister stotterten Vorschläge, die der Großherr mit unwilligem Brauenzucken verwarf; der Seraskier-Pascha aber, auf seine Bitte hin für einige Minuten beurlaubt, ließ zu den Füßen des Sultans drei krumme Säbel in herrlich ziselierten Scheiden niederlegen, entblößte sie und zauberte auf dem bläulichen Stahl der geschmeidigen Klingen blitzendes Gefunkel hervor. Das war die Lösung; und der Kapudan- Pascha, als Befehlshaber der Flotte, vermaß sich, unter seinen Kapitänen einen Seemann au finden, der imstande war, das kostbare Gut ins Nebelreich der englischen Königin zu schaffen. Stumm, verbissen, den Blick starr auf seinen Kompaß gerichtet, lenkte Chosref Mustafa Effendi, der tapfere Kapitän, seine martialisch qualmende Fregatte durch das heimisch vertraute Marmara- mcer in die Dardanellen, „Schykr Allah!" hatte er gesagt, als der Blick des Admirals ihn unter allen Kameraden ausersah: „Hier ist mein Kompaß. — geradeaus liegt Londra; ich habe Segel, ich habe Kohlen, ich habe Kanonen, Wallahi, ich werde schon hinkommen, Effendim." Das war mannhaft gesprv- chen; aber Allah wollte bas mutige Herz feines getreuen Knechtes erproben und schickte ihm vor Abydos einen Nebel, aus dessen grauer Finsternis cs kein (Entrinnen gab: fo daß Chosref Mustafa nicht weit von der Stelle, wo einst die kalten Wellen des Hellespont Leanders brennendes Leben löschten, krachend auflief. Da konnten nun freilich Kompaß, Seael und Kohlen nicht helfen, und Chosref besann sich auf die Kanonen. ,stZaß schießen!" befahl er seinem Leutnant, und der Leutnant ließ schießen, bis der Donner ein englisches Kanonenboot herbeilockte, dessen Kommandant entrüstet ermitteln wollte, wer da ohne Genehmigung der britischen Regierung eine Seeschlacht veranstaltete. Der erheiterte Englishman machte den festgetriebenen Halbmond wieder flott, geleitete ihn höflich ein gutes Stück Weges und entließ ihn mit vielen ebenso herzlichen wie notwendigen Wünschen. Stumm, verbissen, den Blick starr auf seinen Kompaß gerichtet, lenkte Chosref Mustafa Effendi stin Fahrzeug durch den Archipel, ohne eine einzige 3nfel zu beschädigen, flog unter flammenden Him- meln über flammende Meere nordwärts dahin und sichtete schließlich einen Hafen, der unter lauen Regenschleiern lag. „Allah sei egpriesen — da sind ®ir!" fa9te er zu seinem Leutnant. „Beim Barte des Propheten, das ist ein großer Tag. Flaggt über alle Toppen, laß den Anker fallen und gib großen Samt! Wozu hat uns der Padischah — Allah schenke ihm ein langes Leben! — das viele Pulver mitgegeben?" Der Donner der 101 Schüsse rollte brummend über die Bucht; und noch ehe er verhallt war, löste sich von der Kaje, auf der sich eine verstörte Menschenmenge drängte, eine Pinasse mit einem einzelnen Herrn darin. Dieser Herr war beleibt, trug Zum fränkischen Anzug einen roten Fez, kletterte etwas kurzatmig an Bord und mar des Padilchah bestallter Konsul. 7 _ "^ll merie wie folgt beschrieben: 34 Jahre alt, Größe 1,65 Meter, blauer Rock, blaue Weste, graue Mütze, graue Hose, schwarze Arbeitsschuhe, glattrasiert, Kahlkopf oder kurzgeschnittenes Haar. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Täters find an die nächste Gendarmeriestation oder Polizeidienststelle zu richten. „Haushalt leicht gemacht.. Wertvolle Anregungen für die Hausfrau, -r Eine interessante Ausstellung. Altern ohne Altersbeschwerden Melissengeist Weiter Fi rau «werden gut be- ~e seiner eigen- standsfähig sind. Anstatt zu warten, bis sich stärkere Beschwerden einstellen, trete man gleich den ersten Anzeichen entgegen. Ein bei mancherlei Altersbeschwerden gut bewährtes Hausmittel ist Klosterfrau-Melissengeist, weil er infolge seiner eigenartigen Zusammensetzung auf mehrere Organe gleichzeitig günstig wirkt. Und Atersbeschwerden. die mehr oder weniger auf eine Abnahme der Widerstandskräfte des menschlichen Körpers zurückzuführen sind, können am natürlichsten behoben werden durch Belebung und Anregung des Gcsamtorganismus. Bitte, lesen Sie, wie die Verbraucher urteilen! So schreibt Herr Ernst Kumbruch (Bild nebenstehend), Braumeister, Essen, Münstersteinbruch 13 am 7. 4. 39: „Schon seit Jahren gebrauche ich Klosterfrau-Melissengeist gegen die bei zunehmendem Alter auftretenden Beschwerden und hat er mir gut geholfen. Ich bin ist ein Wunsch den wohl mancher hegt, der einmal die Fünfzig überschritten hat. Die Kräfte lassen allmählich nach, der Körper wird weniger widerstandsfähig, und häufig zeigen sich auch Beschwerden an einzelnen Organen. Sei es. daß die Herzkräfte ermüden ober daß die Verdauungsorgane nicht mehr genügend wider- jetzt 83 Jahre alt. Auch meine Eltern und Geschwister, die alle 80—85 Jahre alt wurden, haben Klosterfrau- Melissengeist mit Erfolg gebraucht." _, „ J.-.. Angela Kamp, Hausfrau. Düsseldorf j&elmbolfcftr. 38 am 12. 4. 39: ,,Ich bin letzt 70 Jahre alt und fühle mich, seitdem ich regelmäßig Klosterfrau-Melissengeist nehme, im allgemeinen frei von den Beschwerden, die in meinen Jahren auftreten. Altersbeschivcrden. Appetitmangel. Schlaflosigkeit und Stuhlbe- schwerde-n sind bei mir behoben. Ich fühle mich rüstig und kann noch gut laufen.' 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Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt/Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. Born 15. Juni 1939 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat März 1939 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 2. Juni 1939. 4047A _________Direktion der Stadtwerke Gießen.________ Bekanntmachung. Die kaufmännische Berufsschule, seither untergebracht im Liebigbau, Liebigstraße 16, befindet sich seit 1. Juni 1939 in dem oberen Stockwerk der früheren alten Pestalozzischule, Wernerwall 18. Fernruf: 2244 über die Feuerwache. 4036D Stadtschulamt Gießen. ___________I. V.: Nebeling, Schulrat.___________ Lebensmittelverdingung. Am 15. 6.1939 erfolgt die Vergebung der Küchenbedürfnisse der III./Art.-Rgt. 9, Bleidornkaserne, für die Zeit vom 1. 7. bis 31.12.1939 zu festen Preisen, und zwar in folgenden Losen: Los I: Kolonialwaren. Die Bedingungen für die Verdingung der Kolonialwaren der II1./A.-R. 9 liegen bei der Zahlmeisterei III./A.-R. 9, Bleidornkaserne aus. Sie sind dort gegen Erstattung der Selbstgebühr von 0,50 RM. ab 5. Juni 1939 erhältlich. Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf Lebensmittel (Los I) für die Zeit vom 1. 7. bis 31.12.1939" sind bis zum 15. Juni 1939, vormittags 10 Uhr, der Küchenverwaltung III./A.-R. 9 nur durch die Post einzusenden. Höchstpreisüberschreitungen sind unzulässig. Angebote mittels Bietungsscheins, der von der Küchenverwaltung unentgeltlich abgegeben wird, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter sind nach den Bestimmungen der Verdingungsordnung bei der Deffnung nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 25. Juni 1939 nicht benachrichtigt sind, mußte das Angebot unberücksichtigt bleiben. 4023D Küchenverwaltung III./Art.-Rgt. 9. BERGFREUNDE! (Ein neues Buch von Zedtwitz: Gams in ihrer Dergheimat (Ein Lebensbild der (Berufe im Wechsel der Jahreszeiten von Franz Graf gedtroih Insgesamt 137 Seiten mit 94 Abbildungen nach Naturaufnahmen. In Leinen gebunden NM 4.80. „Das wissenschaftlich und darstellerisch beschwingt geschriebene Buch von deutscher Berglandschaft und Tierwelt verdient in den Kreisen der Jäger, der Freunde der Berge und der Natur, in den Schul- und Volksbüchereien weiteste Verbreitung." Aus der Natur,-Heft 2/39. Ausführliches bebildertes Werbeblati k o st e n l o s! Bezug durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Der gefeille Forma- Anzug 1 für „Sonnenhungrige"! ______•___________________ Else Dittmar Inh.: Gustav Bergan Seltersweg 52 wssA w" Kostproben Eintritt frei ist letzt Familie Krause mit dem neuen Die Backkurse tinden statt: Wir grüßen als Vermählte und unverbindlich Unterlagen und Sie erhalten kostenlos Kassel 02758 JKodellsdiaii Trauringe echt Gold 3998 V ÄT’ni’i Eintritt frei! Bausparkasse Mainz a.g. Seltersweg 47 732 D Wiesbaden (staatl. konzessioniert). 2928V verlangt | LHJJ'J .YTfWl Kühlschränke Einlagen Schloßbrauerei Braunfels aller Fabrikate liefert ab Lager Straff im Text Elektro-Rohrbach Hindenburgwall 23 Ruf 3469 Gießen 4059 D M Stenöe an Oer Holm ontfliBemifililer-Wet! 4054 A SONNTAG 2 Carl Seibel s Frankfurter Straße 39 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige l neben einer sind die Stärke Enlzück-nd- S-'den r , matfwflen Machen auch Sie deshalb etnen Aeiuch in dem großen le stungs. -ähig-n SP-palgeichaU L^unfelsi Nr. 127 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Z./4.)unilyZY zwei, die bei Lüt- Leipzig und in zen. it-V ) t- „k A * 4 x? «x* A / ,L •> X„ «(As z^, < Ochsenblutgrund. Marke Doulton. Er prüfte mit der iinöiannroütanftnöanötrt (Nachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. von denz, 4 t Oie Veteranen von Lollar Aus alten Akten der Kriegerkameradschast Lollar. Lupe jeden Quadratmillimeter. „Gutes Stück", dachte er und verwahrte die Figur achtsain in einer Lade. danach, welche Feldzüge sie mitgemacht haben. Er rollte dann die alte Fahne auf und las die Jahreszahl von 1742." In dem Bericht über den Besuch des Großherzogs wird auch erstmalig der zwei Jahre vorher gegriindete Turnverein erwähnt. Mair hatte damals i'm Orte gesagt, daß das Turnen nichts für einen Bauern sei. Trotzdem nahm sich der da- malige Gemcinderat der guten Sache an und gab dem jungen Verein einen Turnplatz und stiftete Beck und Barren. Später wurde der Wunsch laut, neben der 1846 wurde diese Fahne der Kameradschaft zum ersten Male vorangetragen. Seitdem befand sie sich bei dem Veteranen-Verein, der späteren Kriegerkameradschaft, in treuer Obhut und in großem Ansehen. Im Jahre 1926 wurde sie in Berlin bei der Reichstagung des früheren Kyffhäuser- bundes von dessen damaligem Leiter, dem verstorbenen General der Artillerie von Horn, mit einem goldenen Fahnennagel geschmückt und danach bei dem Vorbeimarsch der alten Soldaten vor dem Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Spitze der Marschkolonne getragen. Diese Fahne und ihre Hüterin, die Kriegcrkame- radschaft Lollar, insbesondere die Gründer und damaligen Veteranen in Lollar, macht anläßlich des Reichskriegertages vom 3. bis 5. Juni 1939 in Kassel die „Reichskriegerzeitung" des NS.-Reichskriegerbundes zum Gegenstand eines Aufsatzes, den wir mit freundlicher Genehmigung der „Reichskriegerzeitung" hier zur Kenntnis unserer Leser bringen. Frankreich ihr Blut opferten, ins letzte Lager So sah Lollar vor 70 Jahren aus. (Aufn. [2J: Archiv sErgenzingerj, [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Braten ... Großer Irrtum. Ich habe seit anderthalb Jahren kein so gutes Beefsteak gegessen." Hans schob einen kräftigen Bissen in den Mund und kaute befriedigt. „Es gibt da eine umstrittene Zeichnung von Pieter Brcughel. Und da dachte ich mir, wenn ich dich schon abhole ... Das heißt, wenn ich schon nach Berlin fahre — wegen des Breughel, so kann ich dich gleich hcimbringen." „Schäm dich nicht der natürlichen Vorliebe für einen besonders wohlgeratenen einzigen Sohn, Va, ter!" lachte Hans. „Und die andere Vorliebe, die ich übrigens für durchaus unnatürlich halte, hat auch die letzten Jahre überdauert?" Herr Voigt nickt. „Sie wird auch die restlichen Jahre meines Lebens überdauern, Hänschen. Die teuersten Experten erklären die Landschaftsskizze für eine zeitgenössische Kopie. Da wollte ich einmal hören, was Nase davon hält. Sind Sie übrigens ein Verwandter des Sammlers Otto von Dilden?" wandte er sich plötzlich an den Freund des Sohnes. „Ja — und Herrn Nase kenne ich auch", sagte Gottfried von Dilden sehr kühl. Das Essen schmeckte ihm viel zu gut, um sich in eine unangenehme Erinnerung zu vertiefen. „Nase möchte mir gern meinen Hans Holbein den Jüngeren abluchsen", schmunzelte der alte Voigt. „Eine Vorlage zu einer Goldschmiedearbeit ... Aber da muß er Geduld haben, bis ich Pleite gemacht habe. Wovon wir Gott sei Dank weit entfernt sind. Die letzten Jahre waren recht befriedigend." Einmal möchte ich das sagen können, seufzte Gottfried für sich. Er hatte noch bare zwanzig Mark in der Tasche, mit denen er bis zu Ende der nächsten Woche auskommen sollte. Ein widerlicher Zustand! Uebers Wochenende war er zu Freunden eingeladen, er könnte aus dem Zipfel Woche eine ganze Woche machen. Mutter war auf dem (9ut der Schwester zu Besuch. Es war scheußlich in der ungemütlichen Wohnung. Und in den letzten drei Tagen hatte das Mädchen regelmäßig die Milch zum Frühstückskaffee anbr.ennen lassen. Wenn nur die Fahrt nicht so teuer wäre ... „Wie fahren Sie eigentlich nach Neukirchen?" erkundigte sich Gottfried plötzlich, und seine Augen leuchteten hoffnungsfroh. (Fortsetzung folgt,) geleitet." Eine schöne Sitte war es, daß am Grabe verstorbener Kameraden die von der Kameradschaft geführten Grundlisten verlesen wurden, in denen die mitgemachten Schlachten verzeichnet waren. Als der Metzger und Oekonom Konrad Klippel starb, heißt es in seiner Grundliste: „Er war tapfer in den Sck)lacbten bei Lützen — 2. 5.1813, war in der Affäre bei Bunzlau — 21. 8.1813 sowie bei Straßburg — 18. Juni 1815 und war dekoriert mit dem Großhcrzoglich-Hessischen Felddienstzeichen." ■ j Roman von Konrad Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, 23etlin W35 Die Gründungsurkunde bestimmte ferner, daß der zuletzt lebende Veteran die Stammrollen und die Gründungsurkunde dein Großherzog zu übersenden habe. Diese Bestimmung erschien den Vete- raneii, wie es in den Akten heißt, „im Laufe der Jahre etwas zu romantisch, und wir ließen sie daher fallen". In Mit- gliedslisten der Kameradschaft befindet sich sehr oft in jener Zeit der Vermerk „Amerika" oder „Ausgewandert". Der erste Kommandant des Dcteranenvereins war der letzte Zollerheber Lollars, Georg Leo. Jahrzehntelang leitete er die Geschicke des Vereins. Auch als er nach Neu- Isenburg versetzt war und später seinen Wohnsitz nach Gießen verlegte, ließ er sich regelmäßig über das Leben innerhalb des Vereins Bericht erstatten. Der Briefwechsel mit ihm ist erhalten und zeugt von der großen Kameradschaft, die die Veteranen der Befreiungskriege verband. Unter diesen Schreiben befindet sich ein interessantes Zeitdokument aus dem Jahre 1863. Die Lollarer Veteranen berichten darin ihrem „Stifter und Eommandiren- den" über einen Besuch, den der Landesvater der Gemeinde Lollar abgestattet hatte. In diesem Schreiben wird erstmalig auch auf die alte, aus dem Jahre 1742 stammende Fahne hingewiesen; denn es heißt hier wörtlich: „Der Großherzog erkundigte sich bei den dekorierten Veteranen Eine Seite aus den Akten der Kriegerkameradschaft Lollar, ein interessantes Dokument aus der Geschichte des deutschen Soldatentums. Jena, bei Grau- Neudorf, Stral- tatutenmäßig aus den jüngeren Veteranen und gedienten Soldaten fortwährend ergänzt und diese kaum ihre Entlas- ung aus der Linie abwarten können, um die- er Ehre für ihren Stand und ihren alloelicbten Flirten theilhaft zu werden." Weiter heißt es in dem Bericht an die Zeitung: „Seit dem Stiftungstage wurden sechs Kameraden, deren einer in den Gefechten der Niederlande, drei in der Schlacht . r- .v A W-vAV- ' fund, Pfaffenhofen pp. sowie ("*" *!' u" o,:t Wenn in Kassel deutsche Frontkämpfer und gediente Soldaten zum Reichskriegertag aufmarschieren, wehen an der Spitze der Marschsäulen die ältesten Fahnen des Reichskriegerbundes, unter ihnen jene Fahne der Lollarer Kriegerkameradschaft, die auf blauem Grunde den neunmal gestreiften, doppeltgeschwänzten Löwen mit der Bügelkrone zeigt und die Jahreszahl 1742 aufweist. Diese Fahne gehört der ältesten Kriegerkameradschaft Hessens, der im Jahre 1844 als Veteranenverein „Ludewig zur Treue" gegründeten Kriegerkamerad- schaft Lollar. In den alten Akten dieser Kameradschaft spiegelt sich ein Jahrhundert Kriegerkameradschaftswesen wider. v . Umrahmt von schönen Bergen und Waldern, dem Lollarer Kopf und Hangelstein nach Südosten, dem preußischen Walde und Altenberg nach Nordwesten und dem Staufenberg nach Norden, liegt zwischen Lahn und Lumda in fruchtbarem, herrlichem Tal das alte, schon im Dreißigjährigen Krieg erbaute Dorf Lollar. In dem alten, auch schon im Dreißigjährigen Krieg erbauten Gasthaus „Zum Schwanen" fanden sich am 9. Juni 1844, am Geburtstag ihres Erbgroßherzogs, fünfzehn damals noch lebende Veteranen der Befreiungskriege zusammen, um eme Kameradschaft ins Leben zu rufen. In der Gründungsurkunde gelobten ste sich kameradschaftliche Freundschaft bis zum Grabe. Mitglied konnte jeder werden, „der sich durch ein Felddienstzeichen als ein Ehrenmann ausweifen konnte Hatte er den Alten verfehlt? Hatte er das Gleichgewicht verloren? Er lag quer über das breite Pult ... Und eine Sekunde später spürte er einen frunwfcu Schlag auf dem eigenen Schädel so datz ihm schwarz vor den Augen wurde. Und daß die Sterne nur so vom Himmel heruntcrzusallen schie- nen ... Eine mächtige Hand griff zu, packte ihn ... Gottfried schien es die Hand eines mächtigen Riesen Rüttelte ihn zurecht ... Wo war der große Mann plötzlich hergekommen? Hatte nicht die Ladenglocke blechern gebimmelt? Er kam erst wieder zu sich, als er neben dem Fenster zur Sargtischlerei des Mathias Holle an der grauen Hausmauer lehnte. Die Gasse war leer, sogar die Gassenjungen, die sich keinerlei Vergnügen von Zwerg Nase und dem Fremden versprochen hatten waren verschwunden. Es hatte zu regnen begonnen. Und die trübselige Häuserzeile war noch dunkler und trüber. Die ersten Schritte waren wohl ein bißchen wacklig. Gottfried betastete vorsichtig die rasch wachsende Beule am Hinterkopf. Wo war nur der Hut? Er sah sich um. Ja, dort lag er. Dicht neben einer Pfütze Er bückte sich und hob ihn auf. Ging unbedeckten Hauptes weiter. Der sanfte Frühiahrsregen tat ihm wohl. Wie sollte er Mutter beibringen, daß seine diplomatische Mission mit einer recht vulgaren Schlägerei geendet hatte? Gar nicht beibnngen ist das beste, sagte sich Gottfried. Und mit em paar Aussprüchen hat der widerliche Alte re$t gehabt. Mit dam Satz vom Geldverdienen uyd Geldhaushalten ... Der Antiquitätenhändler saß still hinter feinem Pult. Er hatte eine starkleuchtende Lampe eingeschaltet, die ihr scharfes Licht auf eine kleine Por- zellanftgur warf. Eine weiße Frauengestalt auf jemals so erfreuen könnte. Erfreuen? Erschüttern! — Und jetzt erzähl einmal in aller Geschwindigkeit —" Die jungen Herren waren so sehr in ihre Wieder- sehensfreude vertieft, daß sie niemand um sich hörten und sahen. Den grauhaarigen Herrn, der neben der Sperre Pollen stand, bemerkten sie überhaupt nicht. Der Herr^iolgte ihnen lächelnd — und erst, als Hans einem Taxi winkte, legte er sacht die Hand auf dessen Schulter. Hans fuhr herum — „Vater" Und Hans ließ die Tasche fallen und umarmte ihn. Wenn man einen geliebten Vater nach einer Trennung von mehr als einem Jahr wiederfieht, so darf man wohl ein bißchen vergessen, daß Gefühlsäußerungen dieser Art nicht in die Öffentlichkeit gehören, nicht wahr? „Du brauchst kein Taxi. Ich bin mit dem Wagen hier, Hans." „Wo ist Mutters Hast du sie auch irgendwo versteckt?" „Nein, Mutter beaufsichtigt daheim das Winden der Willkommenskränze und das Schlachten des fettesten Kalbes ... Und glaube nicht, daß ich nur deshalb gekommen bin, um dich einen Tag früher zu sehen.' Ich hatte zu tun hier!" Gottfried von Dilden trottete bescheiden drei Schritte hinter Voigt Vater und Sohn (firmenmäßig Sohn und Enkel) her. So ist die Welt ... Zuerst hatte Hans sich ehrlich gefreut, den Freund wiederzusehen. Und jetzt war er auf einmal der reine Niemand. Es mußte schön sein, einen Vater zu haben. Der seine war gestorben, als er noch ein kleiner Junge war. Und Onkel Otto, der notfalls als dürftiger Ersatz dienen könnte, jagte irgendwelchen Blattern nach. Gottfried betastete vorsichtig die Beule am Hinterkopf. An Onkel Otto zu denken, war ein schwacher Trost. Da drehte Hans sich um. „Du kennst ja Gottfried nicht, Vater?" Hans stellte vor, hängte sich energisch in den Arm des Freundes ein und machte ein großes Aufhebens von ihm. Gottfried mußte natürlich mitkommen und mit ihm zu Mittag essen. Da gab es keine Widerrede. „Was hast du hier in Berlin zu tun, Vater?" erkundigte sich Hans, als die drei Herren in einer ruhigen Ecke im Hotel Adlon saßen. „Immer schwärmen die Leute von den guten englischen Er schien sich über den unerquicklichen Ausgang der letzten Unterredung nicht aufzuregen. Meinte der Hitzkopf wirklich, daß er hier in dem Laden alt geworden wäre, wenn er nicht für feinen Schutz gesorgt hätte? Schließlich lagen etliche Werte hier herum ... Wenn auch die Narren davon nicht übertrieben viel verstanden ... Als es sechs schlug, kam ein feines Stahlgitter vor die Auslage und die Tür, und er verschwand in das dunkle Hofzimmer, das zum Laden gehörte. 5. Die Bahnhofsuhr mußte stehen geblieben sein! fügten sich offenbar alle die Leute, die den Ostende- Expreß erwarteten. Denn sonst wäre es nicht einzusehen gewesen, daß jeder einzelne alle dreißig Sekunden seine Uhr zog. Die riesigen Zeiger rückten ordnungsgemäß vor. Aber das wollte niemand glauben. Sicher hatte der Zug wieder einmal Verspätung! Auf dem Bahnsteig herrschte betriebsames Leben. Kofferträger rollten ihre Wägelchen heran. Signale klingelten, leuchteten auf, erloschen wieder. Irgendwo tiefte ein Telegraph. Die Wartenden drängten sich nahe ans Geleise heran und wurden prompt vom Bahnpersonal zurückgescheucht. Aus der Ferne klang ein dumpfes Rauschen, es wurde lauter, immer lauter ... Und auf die Minute pünktlich rollte der Zug in die Halle. Zwölf Uhr 3 Guten Tag, Hans! Angenehme Reise gehabt?" fragte der hübsche junge Mann und fing geschickt den Koffer auf, der aus einem Abteil zweiter Klasse herunterfiel. „Blendend! Du bist wirklich ein gutes Kind, daß du mich erwartest, Gottfried!" rief der Ankömmling und schüttelte dem Freund gerührt die Hand. „Na hör mal! Wenn das nicht selbstverständlich ist", wehrte Gottfried von Dilden bescheiden ab. Und als der junge Hans Voigt ausgestiegen war, ein Träger sein gesamtes Gepäck übernommen hatte, schüttelte er dem Freund die Hand. „Es ist gut, wieder daheim zu sein .. Ich hatte nicht gedacht, daß der Anblick deines Antlitzes nuch Die alte Fahne der Kriegerkameradschaft Lollar. Vom 3. bis 5. Juni 1939 wird die alte Fahne der Kriegerkameradschaft Lollar auf dem Reichskriegertag in Kassel den alten Soldaten wieder voran- getragen werden. Diese Fahne, die älteste in Deutschland, hat eine besondere Geschichte. Während und kurz nach den Schlesischen Kriegen von 1740 und 1763 trieb sich in den Wäldern bei Lollar zahlreiches lichtscheues Diebesgesindel herum, das, durch die Kriegsjahre verroht, Leben und Eigentum der friedlichen Bürger bedrohte. Gegen dieses Räuber- volk bildeten sich in Lollar und anderen Orten sog. Bürgerwehren, denen von dem Fürsten Fahnen verliehen wurden. Etwa 100 Jahre später wurde eine dieser Fahnen wohlerhalten auf dem Speicher des Hauses des damaligen Bürgermeisters Geißler in Lollar vorgefunden. Der Veteranen-Verein in Lollar erkor sie sich als fein Panier, und bei der Beerdigung des Veteranen Schmitt am 9. Dezem- — mag er reich ober arm seyn". Doch schon vier Jahre später beschloß man, da die Zahl der dekorierten Veteranen immer geringer wurde, auch jüngere gediente Soldaten aufzunehmen. Eine Ehrenpflicht war es, dafür zu sorgen, daß am Grabe verstorbener Kameraden „das dem Krieger gebührende Ehren- feuer zum Abschied gegeben wurde". Der Vete- ranenverein führte über jedes Mitglied eine Stammrolle, in der die Schicksale des einzelnen Mitgliedes bis zu seinem Tode genau verzeichnet waren, und die sich noch heute in den alten Vereinsakten befinden. In einer Zuschrift vom 24. März 1855 „An die hochwohllöbliche Redaction der Darmstädter Zeitung" schreibt der Verein: „Dieser Verein wird von Geschlecht zu Ge- Abordnung der Kriegerkameradschaft Lollar zum Reichskriegertag. schlecht fortleben, da er MW"/'« XVA- V. vAu A- .. '■ AM ■. 1 Dem Turnen auch den Gesang zu pflegen, und der Verein nannte sich dann Turn- und Gesanaverein. Der Tag nun, an dem der Großherzog Lollar besucht hakte, muß nach dem alten Bericht ein wahrer Freudentag gewesen sein. Der Ortsvorstand bewilligte Bier,'und die Schulkinder erhielten Wecke. „Es wurde gesungen, geturnt und exerziert." Doch plötzlich trat ein Umschwung im Jubel ein. Bei einem Riesenschwung am Reck stürzte der 20jährige Sohn des Schmiedemeisters so unglücklich, daß er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Dieser Unfall war für den Turnverein ein schwerer Schlag, denn „die Turnstunden wurden nach und nach ganz eingestellt, man pflegte nur noch den Gesang". Rach und nach starben die Veteranen aus. In einem Protokoll vom 6. 2. 1868 heißt es: „Die Grundliste wurde durchgegangen, seitherige Mit- glieder, welche in derselben noch nicht verzeichnet waren, wurden in dieselbe eingetragen, und neue Mitglieder, welche den badischen Feldzug von 1849 und den Krieg 1866 im 8. Bundesarmeekorps mit- gemacht hatten, wurden ausgenommen." Neue Frontkämpfer sind also in den Deteranenverein ein- getreten, die die soldatische Tradition übernommen haben. In einem Schreiben vom 26.11.1871 an den Kommandanten Leo heißt es': „Das Bedürfnis und der Wunsch, den im Jahre 1844 gegründeten Bete- ranenverein Lollar zu vergrößern, ist lautgeworden." Ursache hierzu hat gewiß der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 hinlänglich geliefert. Am 23.4.1872 starb der vorletzte Lollarer Veteran der Befreiungskriege, Georg Schreiner. Ihm folgte ein Jahr später als letzter der Stifter und erste Kommandant des Vereins, Georg Leo. In dem Auszug aus der Grundliste des Georg Schreiner heißt es: ,Zm Jahre 1814 Soldat im Regiment Prinz Emil, machte als solcher in den Jahren 1814/15 die Feldzüge gegen Frankreich mit und am 18. Juno das Gefecht bei Straßburg. Nack diesen Feldzügen diente er im Großherzogllch-Hessischen 1. Garderegiment und war dekoriert mit dem Gr.-Hess. Felddienstzeichen." Die Veteranen der Befreiungskriege von Lollar waren zur Großen Armee abberufen. Ihre Söhne und Enkel, die Kämpfer der Einigungskriege, hatten ihr Erbe übernommen. Nach dem Beispiel des ersten hessischen Veteranenvereins hatten sich auch in den anderen Orten zahlreiche gleichartige, gleichgesinnte Vereine gebildet. Im Jahre 1875 schlossen sich diese 400 Vereine zu einem Landesverband unter dem Namen „Kriegerkameradschaft Hassio" zusammen, der auch der Lollarer Verein angehörte. Wieder ein halbes Jahrhundert später waren es die Frontkämpfer des Weltkrieges, die das Erbe übernahmen. Heute steht die Kriegerkameradschaft Lollar festgefügt im NS.-Reichskriegerbund. Mit Stolz können die Mitglieder dieser Kameradschaft auf bald ein Jahrhundert Pflege besten deutschen Soldatentums zurückblicken. Erg. S.Jtxfport Oie Reichssportwettkämpfe haben begonnen. Abt. 9, Wetzlar und 6./Kav.-Regt. 3, Göttingen. — Die gegeneinander spielenden Mannschaften werden am 9. Juni ausgelost. Am heutigen Samstag begannen die Reichssportwettkämpfe der HI. Auf dem DfB.-Reichsbahn- Sportplatz und auf dem 1900-Sportplatz traten etwa 900 Pimpfe zum Wettkampf des Jungvolks an, während HI. und BDM. am Sonntag in den Wettbewerb treten. Die Leitung der Reichssportwettkämpfe in Gießen liegt in den Händen des stellvertretenden L.-Leiters und Stamm - Sportwartes der HI., Scharführer F o n t i u s , dem eine große Anzahl Sport- und Junglehrer als Kampfrichter und Helfer zur Seite stehen. Das Jungvolk trägt Dreikämpfe aus, die aus Weitsprung, Schlagballweitwurf und aus einem 60-Meter-Lauf bestehen. Auf dem Waldsportplatz traten die Fähnlein 2, 4, 5 und die Fähnlein-Spiel- schar (21) 116, auf dem Sportplatz auf dem Trieb die Fähnlein 1 und 3 und das Lehrfähnlein 116 an. Es entwickelte sich bald ein buntes Treiben, da in den verschiedenen Sportarten zugleich die Uebun- gen ausgeführt wurden, die einen gewissen Höhepunkt der sportlichen Leistungen des einzelnen Pimpfes und zugleich des Fähnleins bedeuten. Reichssportwettkampf und Fußball der Licher Hitler-Jugend. Auf dem Sportplatz hinter der Licher Turnhalle findet am kommenden Sonntag der Reichssportwettkampf der Gefolgschaft 13/116 der Hitler-Jugend statt. Nach einer Morgenfeier und der feierlichen Flaggenhissung werden die Wettkäinpfe mit dem Mannschaftsdreikampf, der aus einem 100-m-Lauf, Weitsprung und Keulenweitwurf besteht, ihren Anfang nehmen. Nach Abschluß dieses Wettkampfes wird ein Fußballwettkampf zwischen der 2. HJ- Msnnschaft gegen Steinbachs 1. HJ.-Elf zum Austrag kommen. Am frühen Mittag gelangen dann die Gefolgschaftsmeisterschaften zur Austragung. Die Wettkämpfe setzen sich aus sieben Uebungen zusammen, und zwar aus: 100-m-Lauf, Keulenweitwurf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 3000-m-Lauf und einer 4X100-m-Staffel. Ein Fußballwettspiel zwischen Lichs 1. HJ.-Elf und der gleichen von Heuchelheim wird sich anschließen. Die feierliche Siegerehrung wird die Wettkämpfe beschließen. Um die Handballmeisterschast der 9. Division. Die Austragung der Spiele um die Handballmeisterschaft der 9. Division findet, wie alljährlich, auch in diesem Jahre wieder auf dem Sportplatz 1900 (vorderer Triel;) statt. Es werden (am 9., 10. und 11. Juni) vier Spiele ausgetragen. Die beteiligten Mannschaften wrden von folgenden Truppenteilen gestellt: 5./JR. 36, Butzbach; 2./JR. 116, Gießen; 2./Beob.-Abt. 9, Marburg; 2./Nachrichten- Gemania Marburg -1900. Die Blau-Weißen kommen morgen einer weiteren Gesellschaftsrückspieloerpflichtung nach. Gegner sit der Rasensportverein Germania 08 Marburg, der in den hiesigen Sportkreisen nicht unbekannt ist. Eine genaue Aufzeichnung ist deshalb überflüssig. Nur eins fei festgehalten, daß die Germanen nach ihrem Abstieg im vergangenen Jahre durch einen Meister- schastssieg in der Kreisklasse wieder zur Bezirksklasse zurückgekehrt sind. Den Blau-Weißen mag dies richtungsweisend sein, denn mit der Aufstellung Fischer, Schneider, Jäger, Günther, Quick, Bischoff, Koch, Rensing, Kraft, Schäfer, Heuser ist eine Mannschaft erstanden, die zum ersten Male in dieser Besetzung zusammenspielt, mithin eine gewisse Zeit zum Einlaufen braucht, was die Germanen vielleicht entsprechend ausnutzen können. Wieder Gerrit Schulte! Steuer Ltappensieg des spurlschnellen Hollanders. Die zweite Teilstrecke der Großdeutschland-Rad- rundfahrt führte am Freitag bei ausgezeichnetem Wetter von Stettin nach Kottbus über 241,2 km. Der lange Holländer Gerrit Schulte^ der am Vortag in Stettin als Erster das Zielband gekreuzt hatte, bewies auch am Freitag in der entscheidenden Phase des Rennens seine großen Oualitcsten und schlug dann seine Gegner im Spurt recht eindrucksvoll. Durch diesen zweiten Ltappensieg, der nach einer Fahrzeit von 6:39,15 Stunden errungen wurde, verteidigte der Holländer das „gelbe Trikot" des Spitzenreiters erfolgreich. Mit nur 30 Sekunden hinter dem Holländer nimmt der Deutsche Hermann S i e b e l h o f f (Dortmund) den zweiten Platz in der Gesamtwertung ein vor Oubron (Frankreich), Umbenhauer (Deutschland), Level (Frankreich), Scheller (Deutschland), Hauswald (Deutschland) und Middelkamp (Holland). Neuer CRfoönreforb. Die für den Segelfluawettbewerb der NSFK.- Gruppe 8 (Mitte) und 16 (Südwest) gemeldeten Teilnehmer sind auf dem Reichssegelfluglager Wasserkuppe eingetroffen, um in den Tagen vom 1. bis 9. Juni um den Sieg im Strecken- und Zielstreckenflug, im Höhen- und Dauerflua zu kämpfen. Bei einer Fortdauer der augenblicklich herrschenden Wetterlage sollten besondere Erfolge nicht ausbleiben. Konnte doch erst dieser Taae NSFK.-Sturmbann- führer S e p p g a st, der Führer der Reichssegelflugschule Wasserkuppe, den Dauersegelflugrekord der Wasserkuppe um nicht weniger als 40 Minuten überbieten und mit 14 Stunden und 13 Minuten Flugzeit in feinen Besitz bringen. Diesen Dauerrekord hielt bisher der bekannte Leistungssegelflieger des NS.- Fliegerkorps Kurt Schmidt. Lehrgangsarbeit im Fachamt Handball. 2. Juli (5. Tag): Der Uebungsleiter; feine Aufgaben und Pflichten (Gestaltung eines Verems- übungsabends) — Schiedsrichter- und Anwarter- Das Fachamt Handball tritt in der Zeit vom 4. Juni bis 16. Juli mit einem in feiner Art neuartigen Uebungsleiter-Lehrgang an die Oeffentlich- feit. Die verantwortlichen Männer in den Vereinen sollen sich dort ihr Rüstzeug holen, damit sie in der Lage sind, die Sommerspielsperre nutzbringend anzuwenden und für einen starken und ausgeglichenen Mannschaftsbestand zu sorgen. Das Programm ist auf acht Sonntage verteilt und jeder Uebungsart breiter Raum gegeben worden. Darüber hinaus werden besonders Basket- und Frauenhandball herausgestrichen werden, weil diese beiden Spiele unbedingt eine weitere Ausbreitung erfahren müssen. Alles in allem kann gesagt werden, daß das Programm alles in sich birgt und daß es nunmehr an den Vereinen liegt, die gebotene Gelegenheit wahrzunehmen. 4. Juni (1. Tag): Begrüßung — Einführung — Verwaltungsfragen Kreisfest 1939 — Wettkampf — Mannschaftskampf; 11. Juni (2. Tag): Basketball - Einführung — Uebungsspiele — Technik und Taktik des Basketballspieles; 18. Juni (3. Tag): Frauenhandball — Der Schrn im Frauenhandball — Die Praxis — Ausdchnungs- möglichkeiten; 25. Juni (4. Tag): Jugendfragen — Die Grundschule (Fontius) — Der Schiedsrichter in der Praxis (Becker); schulung; _ , ., 8. Juli (6. Tag): NSRL.-Lehrer Spengler schult die Kreismannschaft (daran haben alle Spitzenspieler und Angehörige der Kreismannschaft teilzunehmen). Beginn 17 Uhr; 9. Juli (7. Tag): NSRL.-Lehrer Spengler im Stützpunkt Gießen; Zer ßpliker am Zahnhof | int 16. Juli (8. Tag): Werbung für das Handballspiel; Abschlußprüfung der Lehrwarte-Anwärter; Vorschlag zum Lehrwarte-Adzeichen — Ausklang. Als Lehrkräfte werden tätig fein: Kreisfachwart Luh, Kreisschiriobmann Becker, Kreislehrwart Allendörfer, Kreisbasketballobmann K r a u s ch und der Obmann für Frauenhandball, Bernhardt. Daneben werden Kreissportwart Mohr und der Referent für Leistungssport beim Bann 116, Fontius, einzelne Referate übernehmen. Vereinsmeisterfchasten des Schützenvereins. Der Schützenverein beendete seine Kämpfe um die Dereinsmeisterschaften in den vorgeschriebenen Waffenarten. Dabei ergab sich die interessante Feststellung, daß alle Teilnehmer eine erheblich höhere als erforderliche Ringzahl erzielten, so daß alle Wettkämpfer sich zugleich die Teilnahme an dem Unterkreisschießen, in einzelnen Waffenarten sogar die für das-Kreisschießen erworben haben. Die Der- einsmeisterschaften sind zum Teil wiederholt, in anderen Waffenarten nach Unterbrechung, von früheren Meisterschützen erneut erworben worden. Der Schützenvercin bedauert sehr den Fortgang des Führers der NSKK.-Standarte 147, Standartenführer Nagel, der in den wenigen Jahren seiner Dereinszugehörigkett durch gute Schußleistungen und durch fein kameradschaftliches Verhalten sich allseits Sympathie erworben hatte. Als nächste sportliche Veranstaltung führt der Schützenverein am Sonntag, 11. Juni, auf dem Schießstand am Schützenhaus einen Städte- wettkampf mit W e h r rn a n n g e w e h r e n durch, an dem sich die Schützen-Gesellschaft und voraussichtlich auch der Post-Sportverein beteiligen werden. Die Ergebnisse der unter der Leitung von Vereinsführer Willi Georg und Schießwart H. Schönau durchgeführten Dereinsmeisterschaften: Kleinkaliber (militärische Anschlagsform), 19 Schützen: Vereinsmeister: Willi Schilling 161 Ringe; 2. Georg Schilling 160 R.; 3. Richard Koch und Heinrich Appel je 155 R. Kleinkalib er (beliebiae Anschlagsform), 17 Schützen: Dereinsmeifter: Willi Schilling 161 R.; 2. Heinrich Appel 157 R.; 3. Georg Schilling 156 Ringe. Wehrmann-Gewehr: 12 Schützen: Ver- einsmeister: Georg Schilling 248 R.; 2. Willi Georg 228 R.; 3. Willi Hom 220 R. Scheib en-Gewehr: 7 Schützen: Dereins- meister: Heinrich Appel 208 R.; 2. Georg Schilling 200 R.; 3. Konrad Dreyer 199 R. Scheiben - Pistole: 7 Schützen: Vereinsmeister: Georg Schilling 908 R.; 2. Willi Georg 865 R.; 3. Heinrich Appel 831 Ringe. Rundfunkprogramm. Sonntag, 4. 3uni. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Wir fingen den Sonn« tag ein! Ausführung: Das Frauenterzett, der Männerchor, der Gemischte Chor des Reichssenders Frankfurt. 8.40: Dichter im Dritten Reich: (In Amerika 1923) Herbert Dolck: „Wanderungen für Deutschlands Ehre". 9: Deutsche Meister. Johann Sebastian Bach — Georg Friedrich Händel. 9.30: Wie schön ist so ein Feiertag! (I) Frohsinn auf Schallplatten. 10: Einkehr am Feiertaa. „Tapfer angreifen ist halb gesiegt". 10.45: Wie schön ist so ein Feiertag! (II) Frohsinn auf Schallplatten. (Jn- dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11.15: Brüder über dem Meer. Schicksale und Begegnungen. Hörfolge nach dem gleichnamigen Buch von Karl Götz. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern. 13: Musik am Mittag. Es spielt die Kapelle Waldemar Haß. 14: Für unsere Kinder: Aus unserer Spielzeugschachtel. 14.30: Die verliebte Tonleiter. 15.15: Klang der Landschaft: „Der goldene Grund". Hörfolge. 16: Großdeutscher Reichskrieaertag 1939 in Kassel. Militär ko nzert aus dem großen Festzelt am Friedrichsplatz. 18: Aus Jugenheim a. d. B.: Froher Dorfsonntag der Jugend. Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König. 19: Kleine Tonfilm-Revue. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Orchesterkonzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfuri. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. Montag, 5.3uni 5 Uhr: Frühmusik. Es fpielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Morgenlied — Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Musikkorps des Jnfanterie-Rgts. 75. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den ©arten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spieU der Gaumusikzug Schlesien. 10: Schulfunk. Kinderlieder- singen, Blatt 3. 11.40: Rus ins Land. 12: Schloß- konzert I. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkvnzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Deutsche romantische Musik. (Jndu- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 15: Don Wien: Reichssendung: Aus der Staatsoper Wien: Kundgebung der Reichstheaterkammer. Es spricht Reichsminister Dr. Goebbels. 17: Nachmittagskonzert. Es svielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 18: Feierabend auf dem Lande. 18.30: Großdeutscher Reichskriegertag 1939. Ein Rückblick auf das Treffen der alten und jungen Soldaten vom 3. bis 5. Juni in Kassel. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Der blaue Montag! 22: Hinaus in die Feme. Eine vergnügliche Sommerreise hn Rundfunkexpreß. 22.10: Nachrichten. 22.30: Kamerad, wo bist du? Unter« haltungs- und Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert. Wirtschaft. Handball im ASRL.-KreiS Gießen Vor dem Sauspiel Hessen—Mittelrhein. — Pokalspiele. Die letzte Großveranstaltung des Fachamtes Handball, das Gauspiel Hessen — Mittel- rhein, dessen Ausrichtung dem Kreis Gießen „in Anerkennung feiner ausgezeichneten Arbeit im Handball und Basketball" übertragen worden ist, wirst bereits ihre Schatten voraus. Die verantwortlichen Männer in Gau und Kreis find bei der Arbeit, zunächst ein möglichst zugkräftiges Programm zusammenzustellen und dann eine Vertretung aufzustellen, die den Hessenfarben einen vollen Erfolg bringen soll. Es ist nicht leicht, die richtigen Männer zu finden, obwohl wir uns über die notwendige Auswahl nicht zu beklagen brauchen. Erft ein vorbereitender Lehrgana, zu dem alle Könner ein» geladen werden, wird Aufschluß geben. — Es ist selbstverständlich, daß man im Kreis Gießen hofft, den einen oder anderen unserer Kameraden berücksichtigt zu wissen. Gerade die Auswahlspiele der letzten Zeit kommen ausgezeichnet zustatten, weil eine bessere Sichtung überhaupt nicht vorgenommen werden konnte. In der Zwischenzeit gehen die Pokalspiele ihren Gang. Am Sonntag werden zwei weitere Treffen der 1. Zwischenrunde für die nötige Klärung sorgen. In Heuchelheim und Garbenheim stehen sich Tv. Heuchelheim — 211 SU. „Barbara“ Gießen, Tv. Garbenheim — Tv. Dillenburg gegenüber. Man darf gespannt fein, wie gerade Heuchelheim gegen die in der letzten Zeit nach vorne gekommenen Artilleristen abschneiden wird. Es ist mit einem scharfen Kampf zu rechnen! weil sich die „Barbara" anscheinend etwas vorgenommen hat. Ihren Leistungen bei den beiden letzten Spielen nach zu urteilen, sollte ein knapper Sieg über Heuchelheim möglich fein. In der 2. Zwischenrunde stoßt dann die Mannschaft bzw. der Sieger auf den To. Lützellinden. Dillenburg hat seine Mannschaft vicht unwesentlich verstärken können. Garbenheim muß deshalb schon auf der Hut sein, wenn es eine Runde weiterkommen will. Ein Spiel in der 2. Zwischenrunde bestreiten Tv. hausen — Tv. Hörnsheim. Die Platzbesitzer haben sich durch Siege über VfB.-R. und Nauborn voraeschafst. Ob sie aller- dinas auch gegen den Meister gewinnen werden, ist kaum anzunehmen. Denn Hörnsheim will unter allen Umständen wenigstens in den Pokalspielen ein Wort mitreden und wird gerade deshalb den Kampf nicht leicht nehmen. Auf der anderen Seite ist Hausen ehrgeizig genug, um den Gästen ein achtbares Ergebnis abzutrotzen. Man darf unter diesen Umständen wirklich gespannt sein, wie das Treffen enden wird. Tv. Hochelheim — Tv. Gambach. Die Hochelheimer haben sich durch eine zielbewußte Arbeit nach und nach zu den besten Mannschaften des Kreises emporgearbeitet. Die Leistun- gen der Mannschaft sind hinreichend bekannt. Sie verdienen um so höhere Anerkennung, als es sich vornehmlich um junge Kräfte handelt, die ganz erstklassigen Handball spielen. Gerade deswegen wird das Spiel gegen den Bezirksklafsenvertreter Gambach aufschlußreich werden. Grüningen I — Nieder-Weisel I. Auch ©rüningen konnte sich in letzter Zeit gut verbessern; wir glauben bestimmt, daß Nieder-Weisel kaum etwas in Grüningen ausrichten kann und um eine Niederlage nicht hemmkommen wird. Die Platzmannschaft ist augenblicklich in allen Teilen gut besetzt. Grüningen Igd. — Nieder-Weisel Jgd. Vor diesem Spiel stehen sich die beiden Jugendmannschaften gegenüber. Der Vorteil des eigenen Platzes sollte vielleicht an dem Ergebnis mit ausschlaggebend fein. ZG.-Farbenindustrie AS. Wieder 8 v. h. Dividende. Die Verwaltung der IG.-Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M., hat in ihrer Sitzung beschlossen, der auf den 23. Juni nach Frankfurt a. M. einzu- berufenben oHV. die Verteilung einer Dividende von wieder 8 v. H. auf 680 Mill. Mark Stammkapital vorzuschlagen, die diesmal voll in bar aus» ae schüttet werden kann (i. V. 1 v. H. an den Anleihestock). Der Reingewinn beziffert sich auf 55,18 (i. V. einschl. 6,8 Mill. Mark Vortrag 54,85). Abschreibungen auf Anlagen werden in Höhe von 135,72 (105,25) Mill. Mark vorgenommen. (Letzter Frankfurter Kurs 149,75 v. H.) Mein-Mainische Börse. INittagsbörse wenig verändert. — Steuergutscheine weiter rückläufig. Frankfurt a. M., 2. Juni. Die Börse blieb an den Aktienmärkten sehr still und stark oernacklässigt. Die Kundschaft zeigte nach keiner Seite hin Interesse, so daß die meisten Papiere nur wenig Veränderungen aufwiesen. Größere Abweichungen als 0,25 bis 0,75 v. H. beruhten schon wie vorher auf Zufallsaufträge. Von den führenden Werten gingen IG.-Farben mit 149,90 bis 149,75 (149,65) um, Der. Stahl stellten sich auf uno. 101, Mannesmann auf 105,65 (105,75) und Hoesch auf 108,25 (108) sowie AEG. auf 113,75 (114). Sonst kamen vorläufig nur noch Reichsbank mit unv. 178,50, Feldmühle Papier mit unv 108 und ©ebr. Junghans mit 93 (92,50) zur Notiz. Infolge Ziehung ruht am Rentenmarkt heute und morgen die Notierung für Reichsaltbefitz- anleihe. Lebhaftes Geschäft bei weiter weichenden Kursen hatten erneut Steuergutscheine, Serie II. halbamtlich 98,10 (98,40). Im Verkehr von Bank zu Bank gingen Serie I. mit 102,05 bis 101,70 (102,40) um. Kommunal-Urnschuldung hörte man mit unv. 93,65. Liquidationspfandbriefe zogen überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. an, Gold Pfandbriefe, Staats» und Stadtanleihen lagen still und unverändert. Leichte Besserungen ergaben sich auch bei äen meisten Industrie-Obligationen. Steuergutscheine II. im Verlaufe 97,90 nach 98,10, Serie I. 101,50 nach 101,70. Der Freiverkehr war still und unverändert. Tagesgeld 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse ohne Geschäft. Die Abendbörse war weitgehend ohne Geschäft. Es mangelte in hohem Maße an Aufträgen. Am Aktienmarkt lauteten die meisten Kurse nur nominell, waren im allgemeinen aber kaum verändert. IG.-Farben blieben von dem Pilanzsitzungs« beschluß mit 8 v. H. Bardividende unberührt und stellten sich auf unv. 149,75. Von Bergwerkswerten lagen Mannesmann mit 106 und Rh einstahl mit 129,25 je 0,25 v. H. höher, Verein. Stahl mit 101 und Buderus mit 98 unverändert. Etwas höher gefragt wurden Gesfürel mit 129,75. Im übrigen hatten kleine Abweichungen Adlerwerke mit 100 (100,25), AEG. mit 113,75 (114), MAN. mit 140 (140,50), Demag mit 141 (141,25) und Westdeutsche Kaufhof mit 104,25 (104,50). Am Rentenmarkt lagen Reichsbahn-VA. 0,13 fester mit 122, 6 v. H. JG.-Farben mit 124,50 unverändert. Im telefonischen Freiverkehr wurden Steuergutscheine I. mit 101,40 und 101,50, also zu den letzten Mittagskursen, umgesetzt. Kreishandwerkerschast Alsfeld und Lauterbach vereinigt. Lpd. Lauterbach, 2. Juni. Am Donnerstag fand, nachdem die Kreishandwerkerschaften Alsfeld und Lauterbach zur Kreishandwerkerschaft Alsfeld - Lauterbach mit dem Dienstsitz in Lauterbach zusammengeschlossen worden sind, in Alsfeld die erste Tagung der Obermeister beider Kreise statt. Bei dieser Gelegenheit führte Handwerkskammerpräsident Späth (Darmstadt) den seitherigen Kreishandwerksmeister für den Kreis Lauterbach, Gürtler, in fein Amt als Kreishandwerksmeister für die beiden vereinigten Kreise ein. Der seitherige Handwerksmeister für den Kreis Alsfeld, Koch, wurde zum Stellvertreter des Kreishandwerksmeisters und zum Obmann des Kreises Alsfeld berufen.