Nr. 102 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 3. Mai 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche UuiverfitStsdruckerei ».Lauge in Stehen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schulftratze ? Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer vis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.'Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Polens Abkehr vom Pilsudski-Kurs. Äon unserer Berliner Schriffleiiung. Ueberraschung in London. Zwiespältige Meinung über Polens anmaßende Forderungen. Zurückhaltende Beurteilung in Paris. auch für Polen billig sein". Polen stelle keine Ansprüche auf fremdes Gebiet, es fordere nur, was trotz der „Germanisierungspolitik" polnisch geblieben sei! Zum Schluß stellt das Blatt die ungeheuerliche Forderung nach einem breiteren Zugang zum Meer als dem bisherigen. Besonders was Danzig anbetreffe, so habe, wenn irgend jemand, nur Polens!) Anspruch auf die freie Stadt. Korfanty in polen verhaftet. Kattowitz, 1. Mai. (DNB.) Wojciech Korfanty, der sich seit vier Fahren als politischer (L m i g r an t in der ehemaligen Tschecho-Slowakei and zuletzt in Paris aufgehalten hat, kehrte nach seinem früheren Wohnort Kattowitz zurück. Korfanty hatte es im Fahre 1935 vorgezogen, ins Aus^ land zu gehen, da er als früherer Oppositionsführer eine schwere Freiheits st rase wegen seiner politischen Betätigung zu verbüßen hatte und außerdem gegen ihn ein Strafverfahren wegen steuerlicher Vergehen eingeleitet worden war. Nach seiner Flucht erließen die politischen Behörden gegen Korfanty einen Steckbrief. Korfanty stellte sich dem Kattowitzer Staatsanwalt und wurde sofort in Haft genommen. „Ein Wort an Polen" mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit, in England habe der Ton der polnischen Presse Beunruhigung hervorgerufen. Polen solle lieber keine übertriebenen Forderungen aufstellen, die Polen niemals vorher hätte Vorbringen können. Polen sei heutzutage gestärkt durch die englisch-frayzösische Garantie. Aus diesem Grunde fei das britische Volk an der ganzen Angelegenheit interessiert, und deshalb habe England bei den wichtigen diplomatischen Schritten in dieser Gegend e i n Wort mitzureden. Die Bestrebungen Polens und Deutschlands seien nicht unvereinbar. Es würde schwer sein, die Demokratien davon zu überzeugen, daß eine Lösung, durch die die polnischen Wirtschaftsinteressen slchergeftellt würden, nicht auf dem Verhandlungswege herbeigeführt werden könnte. Man wisse sehr gut, daß die Franzosen nicht bereit seien, sich wegen eines solchen Streitfalles in einen europäischen Konflikt zu stürzen. Das britische Volk vertrete die gleiche Ansicht. Ein Teil der Presse ermuntert Polen jedoch erneut zur „Festigkeit" gegenüber Deutschland und sucht damit weiter Oel ins Feuer zu gießen. Diese Richtung vertritt z. B. der „Daily Telegraph". Er macht sich einseitig den polnischen Standpunkt zu eigen und behauptet, Deutschland wolle durch seinen diplomatischen Vorstoß gegen Polen der „Anti-An- griffs-Front" den Todesstoß versetzen. Im übrigen berichtet der Daily Telegraph aufs neue in großer Aufmachung aus Warschau die Ansicht, daß „die polnischen Rechte in Danzig" nur durch ausreichende polnische Streitkräfte in der Umgebung von Danzig sichergestellt werden könnten. Die deutschen Angebote, auch das eines 25jährigen Nichtangriffspaktes, werde Polen zurückweisen. Berlin, 3. Mai. Seit der Reichstagsrede des Führers mit ihrer Veröffentlichung der deutschen Vorschläge an Polen hinsichtlich Danzigs und des Korridors sieht sich Polen unfreiwillig im Brennpunkt aller europäischen Scheinwerfer. Mit einer erregten Geschäftigkeit ist man seitdem in Warschau bemüht, sich selbst und anderen zu bescheinigen, daß man sich auf Grund der mobilisierten einen Million Mann und auf Grund der englischen „Garantie" jeder, aber auch jeder Eventualität auf jeden Fall gewachsen sei. Das dürfte im allgemeinen auch den Hintergrund der Rede bilden, die der polnische Außenminister Beck am »Freitag in der Parlamentssitzung als Antwort auf das deutsche Memorandum und auf die Reichstagsrede halten wird. Man hat zu dieser Sitzung eigens den polnischen Botschafter in Berlin, Lipski, nach Warschau zitiert, spielt also das westliche Spiele einer zeitweiligen „Abberufung" im Stil einer Großmacht mit. Die schriftliche Fixierung der polnischen Antwort soll in einer Denkschrift erfolgen, die im Anschluß an die Warschauer Parlamentssitzung in Berlin durch den polnischen Geschäftsträger, den Fürsten L u b o m i r s k i, überreicht werden soll. Unterdessen haben die Aeußerungen der polnischen Oeffentlichkeit einen derart bedenklichen Charakter angenommen, daß eine ernfte Warnung an die Adresse Polens zur Notwendigkeit geworden ist. Wir stellen lediglich bekannte Tatsachen fest, wenn wir daran erinnern, daß Polen eine Garantie seitens Deutschlands bereits in dem Vertrag von 1934 besaß, daß es aber darüber hinaus sogar noch die weitere Garantie mit einer 25jährigen Dauer von Deutschland angeboten erhielt. Der Ernst und die Bedeutung des Führerwortes aus der Reichstagsrede, wonach der Gesamtvorschlag an Polen ein „wirklich einmaliger" Vorschlag gewesen ist, kann nicht stark genug unterstrichen werden. Wie antwortet Polen auf die von Deutschland gegebenen Zusicherungen? Es verbündet s i ch mit der führenden. Einkreisungsmacht England . veranlaßt die drei führenden Blätter Warschaus zu übereinstimmend scharfen Stellungnahmen etwa gegen die Rückkehr des urdeutschen Memel- gebietes und tut so, als habe es beispielsweise niemals jenen polnischen UeberfaU vor 19 Fahren durch General Zeligowski auf jene Stadt gegeben, die Litauen noch heute als seine eigentliche Hauptstadt beansprucht. Aber damit nicht genug. Plötzlich ist in der polnischen Presse von der Ostsee nur noch als vom „polnischen Lebensraum" die Rede, wie auf Kommando erscheinen wieder die alten lächerlichen Behauptungen von Ostpreußen als einer polnischen Provinz, es werden die arrogantesten Ansprüche auf die urdeutsche Stadt Danzig laut und wir lesen — nur die Lumpen sind bescheiden! — wieder den alten Unsinn von der „polnischen Provinz" Schlesien? Selbst der englische Derschwörungs- leiter ist da noch zurückhaltender, wenn er inmitten aller Hetze etwa in der „Times" zugibt, daß der deutsche Anspruch auf die Rückkehr Danzigs a n - erkannt werden muß. Gleichzeitig läßt man von Warschau demonstrativ versichern, zwischen Polen und Sowjetrußland seien die Beziehungen durchaus freundnachbarlich. Wir verstehen vollkommen. Unser Verständnis geht freilich nicht so weit, zu begreifen, daß ein Diplomat vom Range des polnischen Außenministers Beck den Wert selbst westöstlicher Bündnisse im Verlauf der jüngsten Geschichte anscheinend in keiner Weise richtig einzuschätzen vermochte. Polen, das seit einer ganzen Reihe von Fahren bereits durch innere Kämpfe genau fo in Atem gehalten wird wie durch feine wirtschaftlichen und finanziellen Sorgen, sollte sich rechtzeitig sagen, daß es ein sehr gewagtes, um nicht zu sagen gefährliches Spiel treibt, wie es fein ^großer Staatsmann Pilfudfki niemals zugelassen haben würde. Warschauer Phantasien. Warschau, 2. Mai. (DNB.) Das deutsch- polnische Problem steht weiterhin im Mittelpunkt der Erörterungen der polnischen Presse. Gazeta P o 1 s k a sagt,' wer mit Deutschland friedlich Zusammenarbeiten und die Wohltaten dieser Freundschaft genießen wolle, müsse die Bedingungen Deutschlands ohne Diskussion annehmen. Das von Pilsudski und dem Führer getroffene Abkommen vom Fahre 1934 bagatellisiert das Blatt als einen „Versuch", eine gute deutsch-polnische Nachbarschaft in der Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Achtung der lebenswichtigen Interessen der anderen Seite zu schaffen. Die Entwicklung der Ereignisse scheine zu zeigen, daß dieses Experiment negativ ausgefallen fei, es gehe Deutschland darum, Polens Zutritt zum Meer unter deutsche Kontrolle zu stellen. Das Militärblatt „Polska Zbrojna" behauptet, daß das polnische Volk von vornherein eine mißtrauische Haltung zu dem deutsch-polnischen Nichtangriffsabkommen eingenommen habe. Das Reich habe alles getan, was es tun konnte, „um Polen Schaden zuzufügen, um es einzukreisen, um es einzuschüchtern und zu isolieren". Bei dem Versuch, diese Behauptung zu beweisen, werden die merkwürdigsten Pläne zusammenphantasiert und Deutschland in die Schuhe geschoben; z. B. soll es in Danzig und Berlin Zentren des ukrainischen Frre- ibentismus eingerichtet und in Kowno versucht 'haben, einen litauisch-weißrussischen Stab mit dem Sitz in Wilna, zu schaffen. C z a s ist der Anschauung, daß es ein Wahnsinn und für die Kultur eine Katastrophe wäre, wenn man den Zustand der Hochspannung zwischen Deutschland und Polen als geschichtliche Notwendigkeit hinnehmen und auf sie ein politisches System stützen würde,'erklärt aber doch, daß der Nichtangriffspakt mit Deutschland in Polen keineswegs populär gewesen sei. — Der Krakauer Illustrierte Kurier stellt in der Zielsetzung der polnischen Politik einen Rekord auf. Das Blatt versteift sich dabei zu der einfach grotesken Behauptung, als der Führer Oesterreich mit dem Reich als deutsches Land vereinigte, hätten Schlesien und Ostpreußen an die Polen abgetreten werden müssen, denn „diese Gebiete sind rein polnisch". In ihnen werde nur künstlich ein deutsches Element erhalten! Das Blatt geht noch weiter und erdreistet sich zu der Feststellung, „wenn für Deutschland in der österreichischen Frage der Nationalitätengrundsatz recht war, warum sollte er dann nicht London, 3. Mai (DNB. Funkspruch). Danzig steht im Mittelpunkt des Interesses der Londoner Morgen. er. Aufs neue tauchen die Meldungen auf poim che Herrschaftsabfichen in Danzig auf. In London wollte man schon gestern darüber unterrichtet sein, daß ein „polnisches Protektorat über Danzig" an der Spitze der Forderungen stehen werde, die Oberst Beck übermorgen in seiner Rede an Deutschland stellen werde. Polen wolle gleichzeitig auch das Recht der Besetzung der Freien Stadt durch polnischeTruppen, der Besetzung des Hafens durch polnische Flotten- einl^iten, ferner das Recht der Kontrolle über die Danziger Industrie (!) und schließlich ein V e - t o r e ch t gegenüber Danziger Regierungsbeschlüssen verlangen. Aus,den Berichten verschiedener Londoner Blätter geht hervor, daß diese anmaßenden Forderungen der polnischen Presse sogar in London Ueberraschung ausgelöst haben. So schreibt „Times", man habe nach dem Lesen der „Anregungen der polnischen Presse, wonach Polen gegebenenpaUs ein Protektorat über Dan- z i g zu verlangen beabsichtigte, festgestellt, daß dkeses Wort von keiner amtlichen Seite benutzt worden sei. Man müsse einen Unterschied machen zwischen den Ansichten der amtlichen polnischen Kreise und den „etwas wilden Erklärungen der polnischen Presse". Aus Warschau meldet die „Times", es bestehe kein Grund, zu befürchten, daß Polen Feindseligkeiten provozieren werde, da doch in einem solchen Falle Polens Bestehen auf de rp Spiel stehe. Vernon Bartlett schreibt in der liberalen News Chronicle, die Nachricht, wonach die polnische Regierung die Herrschaft über Danzig verlangen könne, habe in London zur Hälfte Befürchtungen, zur Hälfte Bewunderung hervorgerufen. Die konservative Daily Mail sagt unter der Überschrift E. F. Paris, 3. Mai. Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet hatten eine längere Besprechuna über die internationale Lage gehabt. Das deutsch-polnische Problem steht nach wie vor im Mittelpunkt des Interesses. In Paris betrachte man, fo erklären unterrichtete Kreise des Quai d'Orsay, die Danziger Frage als ein Problem, das nicht Frankreich, sondern ausschließlich Polen angehe. Man beabsichttge nicht, sich in die endgültige Reaelung dieser Frage einzumischen, sondern überlasse Polen allein die Entscheidung. Dem wahrscheinlich am 15. Mai erfolgenden Besuch des polnischen Außenministers B e cf in Paris messe man auf jeden Fall große Bedeutung bei. Einige Blätter wollen wissen, daß Oberst Beck in seiner Parlamentsrede die Uebertragung der Vollmacht der Genfer Liga über Da n - zi g an Polen verlangen werde. Wahrscheinlich würde der von der Liga eingesetzte Dreierausschuß (Frankreich, England, Schweden) während der nächsten Genfer Tagung am 15. Mai die Zurückziehung des Kommissars beschließen. Die „Action Fran^aise" gibt Polen folgende Ratschläge: Man müsse vermeiden, Hitler den Vorwand zum Besteigen des Kampfrosses zu geben! Polen solle lieber nicht zur Gegenoffensive übergehen, statt dessen. Gewehr bei Fuß die deutschen Divisionen erwarten und die Dinge an sich herankommen lassen. Es sei wirklich nicht das Klügste, jetzt die Gegenoffensive zu ergreifen ... Der „Excelfior" hält die Hoffnung für berechtigt, daß Deutschland und Polen auf dem Wege der Verhandlungen zu neuen Vereinbarungen kommen würden. Durch die Garantie Frankreichs und Englands für Polen feien die Verhältnisse für Deutschland schwieriger geworden, aber weder Paris noch London würden Warschau zu übertriebenen Ansprüchen veranlassen. — Der Berliner Vertreter des .Journal" betont, daß der Führer in seiner Reichstagsrede Polen empfohlen habe, Vorschläge zu machen; d. h. die Türzu Perhandlungen bleibe noch offen. Wenn aber, wie es gewisse polnische Extremisten verlangten, ein polnischer Handstreich auf Danzig versucht würde, ober wenn Polen offiziell die Souveränität über Danzig verlange, würde sich die Lage schwierig gestatten. Die deutsche Regierung würde dann sicherlich nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen, über deren Charakter kein Zweifel bestehe, welches auch immer die daraus herrührenden Folgen fein könnten. Deutschland werde niemals eine polnische Herrschaft in Danzig annehmen und niemals werde es auf feine eigenen Forderungen verzichten. Wenn aber ein deutsch-polnischer Konflikt nur allein wegen Danzig ausbrechen sollte, müsse die französische und englische Regierung möglichst rasch ihren Standpunkt präzisieren, um ein schweres Mißverständnis z u vermeiden. Irischer Protest in London. Gegen die Ausdehnung der Wehrpflicht auf Nordirland. Dublin, 3. Mai. (Eurvpapreß.) Der Oberkvm- missar für Irland in London, Dulanty, der von einer Beratung mit dem irischen Ministerpräsidenten de VaI e r a nach London zurückgekehrt ist, ist beauftragt worden, in der Frage der Wehrpflicht Nordirlands der englischen Regierung eine scharfe Protestnote zu übergeben. Ministerpräsident d e Valero wandte sich am Dienstagabend erneut in scharfer Form gegen den Gedanken der Ausdehnung der Wehrpflicht auf Nordirland. Er stellte im irischen Parlament fest, daß ein solcher Schritt nur zur weiteren Perschärfung der Spannung zwischen Irland und der nord- irischen Regierung führen könne. Das irische Volk fei in der Ablehnung des Wehrpflichtgedankens ebenso einig wie es seit zwanzig Fahren einig sei in der Ablehnung der Trennung Nordirlands von Irland. Die im Hoheitsgebiet von England lebenden Fren zum Wehrdienst zu zwingen, stelle einen Angriff dar, den Irland nicht unbeantwortet lassen könne. Aus diesem Grunde habe er, Frühling in Böhmen. Äon Bruno Brehm. Bruno Brehm, der den Nationalen Buchpreis 1 9 3 9 erhielt, ist Soldat und Dichter aus der österreichischen Zeit, deren Ende er in manchen Erzählungen meisterhaft gestaltet hat. Heute gehört er zu den Trägern des Gedankens der neuen Ostmark, wie sein Aufsatz in „W i 11 e uni) Mach t", dem Führerorgan der HF., zeigt, dem wir folgendes entnehmen: „Es ist nicht an der Zeit, in alten Wunden zu wühlen, es hat auch keinen Sinn, wenn wir uns als Sieger aufspielen. Denn nicht wir, der Führer allein hat gesiegt! Und wir haben nid)f das Recht, diejenigen, die er nun an den ihnen angemessenen Platz gestellt hat, zu verhöhnen. Die Lehre für die Tschechen ist so bitter, daß sie nur der starke Lebenswille dieses Volkes Überwinden und vertragen kann. Wir selbst haben nicht allzu weit hinter der Größe des Führers zurückzustehen, der nimelas das Volk selbst geschmäht, der aber mit offenen Worten die Verführer dieses Volkes zurechtgewiesen hat. Freuen wir uns lieber, daß nun doch diese schöne Stadt Prag für uns gerettet ist, ehe der letzte Deutsche aus ihr vertrieben werden konnte. Freuen wir uns, daß dem deutschen Volk feine älteste Universität und eine deutsche Ä a if er ft ab t erhalten worden ist, deren Züge noch heute jenen unvergänglichen Glanz der großen Pläne und Träume jenes Luxemburgers zeigen. Freuen wir uns, daß wir auf Schritt und Tritt auf jenen einmaligen Versuch stoßen, die Herzen eines widerstrebenden Volkes • durch Schönheit zu gewinnen, und daß wir immer wieder diese unvergängliche und schwermütige Schönheit bestaunen dürfen. Gehen wir, wie schon so oft, immer wieder über die stolze Brücke und lassen wir, mit jedem Schritt, den wir tun, das Spiel der sich verschiebenden Türme auf unser glückliches Herz wirken, schauen wir auf die vielen deutschen Soldaten, die wie einst durch die Stadt wandern und sich wundern, welche Schönheit cs da in so reichem Maße gibt, und auf die all dieser Glanz jenen gleichen unauslöschlichen Eindruck macht, den Prag seit jeher auf alle Besucher gemacht hat. Rufen wir auch die Deutschen dieses Landes selbst herbei, und bitten wir sie, nicht mehr die Augen und den Sinn vor der großen betörenden Stadt zu schließen und es doch endlich zu glauben, daß nur das einem nicht gehört, was man im Herzen schon aufaegeben hat. Und so wie in Prag mögen sie über die Plätze von Brünn, Falau, Pilsen, Budweis und Olmütz gehen und dort d ie unverwischbaren deutschen Züge wiederfinden, die auch die Tschechen nicht haben tilgen können, wollten sie nicht alle alten Kirchen und Häuser einreißen und dem Boden gleichmachen. Lasset die Steine zu euch sprechen, geht auf die Kirchhöfe und leset die Namen der Toten, seht, was mir verloren haben, vergeßt, was ihr aus den Schulbüchern einer Zeit, die nichts von den Deutschen außerhalb der Grenzen des Zweiten Reiches gewußt hat, gelernt habt. Lernt bei den Steinen, lernt bei den Toten, sucht so bas neue Leben zu verstehen und lasset das Große der Vergangenheit ungehindert und ohne Vorbehalte in eure Herzen einmünben. Seid so groß in eurer Gesinnung wie es der Größe des neuen Reiches entspricht, steht nicht hinter dessen Führer zurück, seid gerecht und zeiget euch der Größe des deutschen Namens würdig. Nirgendwo, wie in diesem Lande, nirgendwo, wie in dieser Stadt könnt ihr das so lernen. Auf seden einzelnen von uns kommt es an! Feder einzelne von uns hat in Form tu bleiben, denn ihr habt hier ein Beispiel vor Augen, daß Geschenke nichts sind, wenn niemand mehr das Gefühl hat, sie bis zu seinem letzten Hauche tu verteidigen. Verfrüht wäre es, da sich noch olles im Flusse befindet, viele Worte über die Zukunft zu verlieren, denn immer werden Worte klein aegen die Taten stehen. Wir haben den Vorbeimarsch der deutschen Truvven auf dem Wenzelsplotz am Taae der Wehrmacht gesehen. Das war mehr als alle Worte und Gedanken, die sich sagen lassen. Wikt ihr, was mein Me-henber Eindruck war, wenn ich in den alten Gassen der Kleinseite oder in den schmalen (9äh*en der Altstadt oder oben auf den Mauern des Hra- dschins deutsche Soldaten geiehen habe’ Welch ordentliches Volk sind mir doch? Wie weit entfernt von Uehermnt sind doch unsere Soldaten? Wie lernbegierio sind sie, wie bereit, zu schai'-n und zu verstehen' Möae es immer so bleiben! Dann wird auch wieder ein erträgliches Zusammenleben dieser beiden Völker in den Sjödten des Landes möglich fein. « de Valera, sich entschlossen, in der schärfsten Form in London Protest zu erheben. Die Ablehnung der Wehrpflicht durch die irische Regierung erstreckt sich nicht nur auf die Ausdehnung der Wehrpflicht auf Nordirland, sondern auch auf die Erfassung derjenigen irischen Staatsangehörigen, die ihren ständi - gen Wohnsitz im Vereinigten Königreich haben. Auf Grund des englischen Rechts gelten diese Fren ebenso wie die Angehörigen aller übrigen Dominions als britische Staatsbürger, obwohl sie auf Grund der irischen Verfassung vom Fahre 1937 die britische Staatsangehörigkeit verloren haben. Sie werden daher von der Wehrpflicht betroffen, das Gesetz sieht sogar vor, daß Iren, die sich durch Wechsel ihres Wohnsitzes der Wehrpflicht entziehen, im Falle ihrer Rückkehr nach England die sechsmonatige Dienstzeit n a ch h o l e n müssen. wor- ierbienft der war. den ist. Man kann deshalb verstehen, wenn man in Belgiens Unabhängigkeit Das Flugzeug, das den Oberbefehlshaber des deutschen Heeres Generaloberst von Brauchitsch owie den italienischen Generalstäbschef General lZariani von Catania nach Lydien brachte, ist in Benghasi eingetroffen, wo die Insassen auf dem Flugplatz von Generalgouverneur Marschall Balbo begrüßt wurden. Generaloberst von Brau, chitsch schritt unter den Klängen der italienischen und deutschen Nationalhymnen eine Ehrenkompanie ab und begab sich dann in Begleitung des Generalgouverneurs im Kraftwagen nach der Stadt und nach D e r n a. Allenthalben wurden chm von der Bevölkerung herzliche Kundgebungen bereitet. Wahlerfolge der deutschen Volksgruppe in Lodz. Lodz, 1. Mai. (DNB.) Die Stadtratswahlen in weiteren drei Städten der Wojewodschaft Lodz brachten der deutschen Volksgruppe große 6r« folge. Da in diesen Städten im letzten Augenblick Hunderte von deutschen Wählern von den Wahllisten gestrichen worden sind, gingen die Deutschen nnt erhöhter Einsatzbereitschaft und Geschlossenheit zur Wahlurne, um diesen Stimmenverlust auszugleichen. Don den in den drei Städten Alexandrow, Ruda' Pabjanicka und Konstantynow gewählten 65 Stam- verordn-eten entfallen auf die deutschen Listen nicht weniger als 21. Allein in Alexandrow, der Stadt mit fast 50 v. H. deutscher Bevölkerung, werden von insgesamt 25 Stadtverordneten 11 Deutsche in den Städtrot einziehen. In Ruda-Papsanicka entfielen sechs, in Konstantynow vier Mandate auf die deutschen Listen. Boden der schwäbischen Türkei mit Blut gedüngt haben, den Stolz auf ihre Kolonistenheimat stets bewahren werden. Deutsche Gäste in Italien. Rom, 2. Mai. (Europapreß.) Reichsarbeitsminister Seldte, der gegenwärtig in Rom weilt, hat in Begleitung des italienischen Ministers für öffentliche Arbeiten zahlreiche Baustellen in Rom und Umgebung besichtigt, so das Forum Mussolini, die Casa Littoria, mehrere Tiber brück en,, den Wasserslughafen Magliana an der Tiber-Muri- düng, das Gelände der Weltausstellung 1942 und die Arbeiten des faschistischen Instituts für Volkswohnungsbau. Nachmittags stattete der Minister der Landesgruppe Italien der AO. der NSDAP, einen Besuch ab und unternahm einen Rundgang durch die Autarkie-Ausstellung. Dänemark verstärkt seine Wehrmacht. Kopenhagen, 2. Mai. (DNB.) Die Einberufung von rund 9000 Mann zum Mrlitardienst ist zum 8. Mai erfolgt. Einberufen werden Mann- chaften des Jahrganges 1938 und wehrpflichtige Offiziere des Jahrganges 1937. Für den größten Teil ist mit einer Wiederbeurlaubung etwa zum 15. Juli zu rechnen, lieber die normale Dienstzeit werden zunächst einbehalten die Wintermannschaft 1938 der Fliegertruppen, zwei Abteilungen 1938 der Mannschaft der Garnisontruppen der Artillerie, eine Abteilung 1938 der Garnisontruppen der Ingenieur« truppen. Die Zahl der Einberufungen stellt sich insgesamt auf 17 800 zum Heer und 1000- zur Marine. Im Dienst sind gegenwärtig 5000 bis 6000 Mann Sommermannschaften des Heeres und 1300 bis 1400 Mann der Marine. Die B e r e i t s ch a f t s ft ä r k e wird also auf 15000 bis 1 6000 Mann er« höht, wozu die zum 10. Mai einberufenen Rekruten der Leibgarde kommen. Im Falle einer Mobilst fierung kann nach einer Mitteilung des Wehrmini- sters das Heer auf etwa 100 000 Mann gebracht werden. Der Wehrminister erklärte in einer Rede in Odense: Die unveränderliche Hauptaufgabe der Außenpolitik Dänemarks ist die He raus Haltung des Landes aus kriegerischen Konflikten, und das ist der bestimmte Wille nicht allein der dänischen Regierung, sondern auch des ganzen dänischen Volkes ohne Rücksicht auf die Parteieinstellung des einzelnen. Die Einberufungen sind auch nur ein natürliches Glied in einer bewußten Neutralitätspolitik. Sie sind nicht veranlaßtdurch irgendeine akute Gefahr, sie sind aber ein Ausdruck dafür, daß Dänemark, wie andere Länder entsprechender Art, eine ausgebildete militärische Stärke zum Wachtdienst unter unruhigen Verhältnissen zur Verfügung haben müsse. Es handelt sich lediglich darum, dänisches Territorium zu Wasser und zu Lande zu sichern und im gegebenen Falle die Neutralität Dänemarks zu wahren. Die Italienfahrt der 350 Reichsbahn« beamten und Reichsbahnarbeiter hat. nach der herzlichen Aufnahme in Florenz un d Neapel ihren Höhepunkt in Rom erreicht. Unter Führung der faschistischen Eisenbahnorgani- ation wurden Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten besichtigt. Nach dem Besuche der Autarkie- Ausstellung fand ein vom Derkehrsminister Benni veranstalteter Empfang statt. Der Präsident der Reichsbahndirektion Königsberg. 3)r. Baumann, überbrachte die Grüße des Reichsverkehrsministers, während der Leiter der Studienreise, Reichsstellenleiter im Hauptamt für Beamte Peppmüller (MdR.) im Namen des Hauptamtes für Beamte und der DAF. der italienischen Eisenbahnerorganisation für September die Einladung nach Deutschland übermittelte. Oer ungarische Staatsbesuch in Berlin. Vollkommene Uebereinstimmung festgestellt. erstarkte Frankreich wahrgenommen hatte. Eine illegitime Nebenlinie des früheren Herrscherhauses, die der Herzöge von Braganza, bestieg den wiederhergestellten portugiesischen Königsthron, warf sich aber, weil sie eines mächtigen Schutzes für die neugewonnene Freiheit bedurfte, definitiv England in die Arme, das feit der Regierung der Königin Elisabeth (geft. 1603) der gefährlichste Gegner der spanischen Weltherrschaft geworden war. Nachdem England die portugiesische Unabhängigkeit sofort anerkannt hatte, wurde 1703 der heute noch zu Recht bestehende Methuen-Dertrag geschlossen, der die wirtschaftliche Abhängigkeit Lissabons von Großbritannien besiegelte. Seitdem haben sich die beiden auf dem engen Raum einer Halbinsel vereinigten und durch keine geographische Grenze getrennten Länder voneinander abgewendet, und auch die durch gelegentliche Heiraten zwischen den beiden Königshäusern wiederholt hergestellten dynastischen Beziehungen haben hieran kaum etwas wesentliches geändert. Als daher in neuerer Zeit 1910 in Portugal bic Republik proklamiert wurde, hatte dies damals iy Spanien eher eine vorübergehende Stärkung des monarchischen Gedankens zur Folge. Daß anderseits schon zu jener Zeit und lange vorher, zumal zwischen den intellektuellen Elementen, die in Barcelona, Madrid und Lissabon zielbewußt auf die Re volution hinarbeiteten, ständige Beziehungen vorhanden waren und durch einflußreiche internationale Faktoren (Freimaurer und Juden) wirksam gefördert wurden, liegt auf der Hand. Da später im Weltkrieg Portugal durch sein Bündnis mit England gezwungen wurde,-» den Zentralmächten den Krieg zu erklären, Spanien dagegen dank der besonnenen Politik des Königs und seiner Ratgeber (Antonio Maura, Mella usw.) neutral blieb und den über die Grenze geflüchteten Deutschen ein sicheres Asyl bot, hatte dies begreiflicherweise nicht zu einer Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses beigetragen, um so weniger, als man bei der zunehmenden pseudo-demokratischen Mißwirtschaft in Lissabon anfing, in Madrid eine Ansteckungsgefahr ernstlich zu befürchten, seit sich 1917 die ersten Symptome einer von Rußland inspirierten revolutionären Propaganda mit unverkennbarer Deutlichkeit gezeigt hatten. Eine Aenderung trat erst ein, als 1926 die militärische Erhebung in Portugal dem 1923 durch General Primo de Rivera in Madrid erfolgreich durch- geführten Staatsstreich folgte. Es ist keine Frage, daß für das Wagnis der portugiesischen Generäle Gomes da Eo'sta und Carmona (des jetzigen Staatspräsidenten) der ganz von selbst sich ergebende Rückhalt in Spanien eine sehr wesentliche Voraussetzung mar. Wenn aber hieraus die ent- Konflikt hinzuziehen. Es sei sehr leicht zu formulieren, was die benachbarten Großmächte von Belgien wünschten und wozu sie auch ein Recht hätten, es zu verlangen. Frankreich wünsche, daß nicht durch einen Durchmarsch durch Belgien der Wert feiner Maginot-Linie vernichtet werde. England verlange, daß der belgische Boden nicht Stützpunkt einer feindlichen Flotte ober Luftwaffe werde. Deutschland fordere, daß Belgien nicht zum Aufmarschgebiet einer feindlichen Invasionsarmee werde. Alle drei Staaten könnten also mit Recht erwarten, daß sich Belgien an allen seinen Grenzen gegen einen Angriff oder eine Invasion zur Wehr setze. Dafür garantierten alle drei Staaten die Unverletzlichkeit des belgischen Bodens in einseitigen Verträgen und stellten ihre militärische Hilfe zur Verfügung. Belgien sei also heute ein unverletzlicher Boden bei voller Souveränität seiner Staatsführung. Die Rede des belgischen Innenministers gewinnt besonders an Bedeutung, wenn man. sich erinnert, welche Haltung Deveze bisher eingenommen hat. Er galt als Gegner der neuen Politik, wie er auch aus feinen Sympathien für Frankreich nie ein Hehl gemacht hat. Seine langjährige Tätigkeit als Verteidigungsminister zielte einzig darauf ab, gegen den Osten einen Wall zu errichten, der nichts anderes fein sollte als eine Fortsetzung der Maginot- ßinie. Daß sich Deveze heute zu einer vollkommenen Unabhängigkeits-Politik bekennt, macht seine Ausführungen besonders bemerkenswert. Es besteht kein Zweifel, daß er als Sprachrohr der Regierung Pierlot anzusehen ist. Die Erklärungen des Innenministers sind auch darum von Wichtigkeit, weil sich gerade in den letzten Tagen die Fälle mehrten, in denen der Begriff der belgischen Unabhängigkeit in den Zeitungen untersucht und dabei vielfach eine neue Allianzen fördernde Interpretation befürwortet wurde. stets, überall und unter allen U mstä n - den auj das ungarische Volk rechnen", schreibt das Blatt. Der nach Berlin entsandte Mitarbeiter des bürgerlich-nationalen Blattes „Pesti Hirlap" weist darauf hin, daß die ungarischen Staatsmänner außer ihren wichtigen Verhandlungen auch die Feier derdeutschen Arbeit bewundern und die unbeschreibliche Begeisterung hätten sehen können, mit der das deutsche Volk den zu ihm sprechenden Führer umgebe. Den zweifellos ergebnisnollen Besprechungen hätten die Aeußerlichkeiten der drei Tage einen schönen und würdigen Rahmen verliehen. Die Erlebnisse dieser drei Tage würden sicherlich für alle Teilnehmer unvergeßlich bleiben. Der Volksbund der Deutschen in Ungarn. Budapest, 2. Mai (Europapreß). Am Sonntag fand in der Gemeinde Ciko die Gründungsversammlung des kürzlich genehmigten Volksbundes der Deutschen in Ungarn statt. In der größtenteils deutschsprachigen 1800 Einwohner zählenden Gemeinde fanden sich zahlreiche Abordnungen aus der Umgebung ein. Der Vorsitzende des Volksbundes der Deutschen, Dr. Franz Basch, wies auf die Bedeutung des Tages für die deutsche Volksgruppe in Ungarn hin. Oie Verstärkung der Schweizer Landesverteidigung. Luzern, 2. Mai. (Europapreß.) Auf dem Parteitag der Freisinnig - Demokratischen Partei sprach der Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, Bundesrat O b r e ch t, über die Verstärkung der Landesverteidigung der Schweiz. Zusammenfassend stellten sich die Armeebedürfnisse außerhalb des Budgets bis voraussichtlich 1940 auf 998 Millionen Franken. Davon sind bestimmt: 405 Millionen für die Verstärkung der Bewaffnung, 348 Millionen für den Ausbau der Flug- wafse und der Fliegerabwehr, 184 Millionen für Befestigungen der Grenze, 61 Millionen für die Errichtung militärisch notwendiger Bauten. Auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Kriegsvorsorge sei man im Falle eines Kriegsausbruchs schon am Anfang so weit, wie es im Weltkriege erst gegen dar Ende der Fall gewesen sei. Jedenfalls war es in diesem kritischen Augenblick für Portugal, ober doch wenigstens für den feit 1926 geschaffenen „Neuen Staat", eine Existenzfrage, schleunigst wieder von der spanischen Nachbarrepublik so weit wie irgend möglich abzurücken: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Schrittmacher der Volksfront in Madrid und Barcelona von Anfang an ihr Augenmerk auf Lissabon gerichtet hatten, so würde die kriegsgeschichtliche Untersuchung des anarcho-separatistischen Umsturzversuchs in Portugal im Oktober 1934 genügt haben. Es stellte sich einmanbfrei heraus, daß in einer Periode, als Azcma Minlsterpräsident und Kriegsminister war (1931/33), Kriegsmaterial zu revolutionären Zwecken aus staatlichen Werkstätten nach Portugal geliefert worden war. Die große anarchistische Organisation F. A. I. (Federacion Anarquista Iberica), deren Sitz Barcelona war, bezeichnete sich ausdrücklich als „i b e r i f ch", betrachtete also auch Portugal als ihren Aktionsbereich. Die Stellung, die das von Carmona und Salazar neugeschaffene Por- sprechenden politischen Konsequenzen gezogen den sind, so war dies wiederum das Verdien Initiative des Generals Primo de Rivera. General Carmona war der erste Staatschef, der, seit Portugal Republik ist, dem königlichen Hof in Madrid (1929) einen offiziellen Besuch abstattele. Als jedoch bereits im Januar 1930 die spanische Diktatur zu- sammenbrach und irri April des darauf folgenden Jahres die Monarchie mit sich riß, lag die Befürchtung nahe, daß auch die Militär-Regierung in Lissabon sich kaum noch würde lange halten können. Der Mann, der dieses Wunder trotzdem fertig gebracht hat, ist Oliveira Salazar, der erst 1928 als Finanzminister politisch in den Vordergrund getreten Berlin, 2. Mai. (DNB ) Der ungarische Staatsbesuch hat heute seinen Abschluß gefunden. In den Besprechungen des Ministerpräsidenten Graf T e» [ e f i und des Ministers des Aeußeren Graf C f a k y mit dem Führer und dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop, Generalfeldmarschall Göring und dem Stellvertreter des Führers sind alle Deutschland und Ungarn betreffenden aktuellen Probleme in freimütiger Weise besprochen worden. Darüber hinaus ergab die Prüfung der europäischen Lage vollkommene Uebereinftimmung der beiderseitigen Auffassungen. Nack) mehrtägigem Aufenthalt haben die ungarischen Staatsmänner die Reichshauptstadt verlassen. Auf dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, die Abschiedsgrühe des Führers. Der Reichsminister des Auswärtigen verabschiedete sich in herzlicher Weise von den ungarischen Staatsmännern. Das Scho in Vudavest. Große Befriedigung über das Ergebnis der Berliner Besprechungen. B u d a p e st, 2. Mai. (Europapreß.) Das Hauptblatt der Regierungspartei, „F ü g g e 11 e n f e g", stellt zu dem Berliner Besuch der ungarischen Staatsmänner fest, schon die äußeren Umstände und die außerordentliche Herzlichkeit des Empfanges hätten in nicht mißzuverftehender Weife bewiesen, daß die Berliner Verhandlungen in größter Eintracht und im Zeichen der h e r z l i ch st e n Freundschaft mit einem ausgezeichneten Ergebnis beendet worden seien. Das regierungsfreundliche nationale Blatt „U j M a g y'a r s a g" erklärt, eine liefere und innigere Zusammenarbeit und eine treuere Freundschaft könne man sich nicht vorstellen, als die des Ungartums gegenüber den beiden Achsenmächten. Darum bedürfe es keiner Phrasen, wenn Ungarn an der Seite Hitlers und Mussolinis Zeugenschaft für den auf Gerechtigkeit beruhenden Frieden und für die Ziele der auf rassischer und völkischer Grundlage berußenden Weltordnung ablege. „Unsere mächtigen Freunde können lassen worden ist, um auch in Portugal die kommunistisch-anarchistische Revolution zum Ausbruch zu bringen, zeigt das gegen Oliveira Salazar verübte Attentat, dem er nur durch ein Wunder entgangen ist. Anderseits wäre bei den zu Beginn der militärischen Erhebung zumal in Südspanien wider Erwarten eingetretenen Schwierigkeiten der Erfolg von vornherein in Frage gestellt gewesen, wenn nicht mit der absolut zuverlässigen Anlehnung an die portugiesische Grenze hätte gerechnet werden können. Gerade die zeitweise ernstlich gefährdete Vereinigung der Nord- und Südarmee, der Generäle Mola und Franco, konnte sich nur unmittelbar an der gemeinsamen Landesgrenze bei Badajoz (am 15. 8. 1936) vollziehen. Es ist daher ein merkwürdiges Spiel der Geschichte, daß in dem Zeitpunkt, als Portugal bereits mit den festlichen Vorbereitungen für die Zentenarfeiern seiner Unabhängigkeit (1139 und 1640), die nächstes Jahr begangen werden sollen, beschäftigt ist, zwischen den beiden Nachbarvölkern, deren Schicksal sich vor acht Jahrhunderten getrennt hat, eine als volkstümlich empfundene Kundgebung gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Achtung und Dankbarkeit möglich geworden ist, an die noch vor zehn Jahren kein Mensch geglaubt hätte. — Wenn von portugiesischer Seite ausdrücklich betont wird, daß durch den jetzt geschlossenen Freundschaftsvertrag mit Spanien die feit Jahrhunderten bestehenden Beziehungen zu England und zu der großen ehemaligen Kolonie Brasilien in keiner Weise berührt werden, so ist es doch der Gegenstand eines begreiflichen nationalen Selbstgefühls, sich sagen zu können, daß man bei der im spanischen Bürgerkrieg eingenommenen Haltung sich (vielleicht zum ersten Mal in der portugiesischen Geschichte) durchaus nicht nach England gerichtet hat. Genau, wie mit besonderer Vorliebe betont wird, daß Portugal diesmal mit seiner erfolgreichen Finanzreform auch ohne das bisherige Universal- mittel einer britischen Anleihe fertig gewor- tugal bei Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges Lissabon eine moralische Genugtuung darin erblickt, einnehmen mußte, war also mit untrüglicher Deut- daß London schließlich doch gezwungen gewesen ist, lichkeit vorgezeichnet, denn seine eigene Zukunft hing dem von der klugen, aber auch mutigen Politik der von dem Sieg der nationalen Bewegung ab. Daß portugiesischen.Regierung gegebenen Bespiel mit dagegen von roter Seite kein Mittel unversucht ge- der Anerkennung des Generals Franco zu folgen. Pis. Brüssel, 2. Mai. Der jetzige belgische Innenminister und frühere Verteidigungsminister Albert Deveze hielt in der Gesellschaft des Leopold-Ordens eine Rede, in der er sich mit der internationalen Stellung Belgiens ausführlich auseinandersetzte. Der Minister gab einen Ueberblick über die belgische Nachkriegspolitik, deren erstes entscheidendes Ergebnis der belgisch-französische Militärpakt von 1 9 2 0 war. Deve.ze betonte, daß auch damals Belgien nicht auf seine „Unabhängigkeit" verzichtet und sich nicht in ein Vasallen-Vechältnis begeben habe. Es sei völlig Herr seiner Entschlüsse auf militärpolitischem Gebiet geblieben. Auch während d e s Weltkrieges habe sich Belgien als einziges Land unter den Alliierten militärisch nicht dem Oberbefehl des Marschalls Fach untergeordnet-, König Albert war vielmehr der unbeschränkte Herr seiner Truppen geblieben. Deshalb meinte der Minister, auch den Beschluß König Leopolds vorn 14. Oktober 1937 habe an der traditionellen Linie der belgischen Außenpolitik nichts geändert. Minister Jaspar habe 1922 versucht, in der Konferenz zu Cannes ein belgisch-englisches Bündnis abzuschließen, um gegenüber dem belgisch-französischen Bündnis zu einem Ausgleich zu kommen. Durch den Locarno-Vertrag und den Kellogg-Pakt fei dann diese nach allen Seiten hin ausgeglichene Sicherheit erreicht worden. Nach dem Hinfälligwerden dieser Verträge habe Belaien dem Beispiel der aufrüstenden Großmächte folgen und alles daran setzen müssen, um seine Stellung auch militärisch zu befestigen. Gegenwärtig sei es Nonsens zu fordern, daß Belgien, ein garantierter Staat, sich auch noch in die Reihe der garantierenden Mächte begebe. Die Tragweite einer solchen Verpflichtung könne nichts anderes fein, als Belgien mit Notwendigkeit in einen europäischen Madrid, April 1939. Der am 17. März unterzeichnete Freund- ] schaftsvertrag (Tratado de Amizade e Näo ■ Agressäo) zwischen Portugal und Spanien ist eine amtliche Bestätigung und dementsprechende Befesti- gung der politischen Neueinstsllung der beiden iberischen Nachbarländer zueinander, die aus der durch den spanischen Bürgerkrieg geschaffenen Interessengemeinschaft hervorgegangen ist. Wenn auf dieser Grundlage es tatsächlich gelingen sollte, ein dauerndes Verhältnis gegenseitigen Vertrauens herzustellen, so würde dies das Ende eines Zustandes bedeuten, durch den Jahrhunderte hindurch zwei stammverwandte und geographisch zusammengehörende Völker durch eine nicht zu überbrückende Kluft des Argwohns und der Eifersucht getrennt wurden. Das aus der Grafschaft „Portucalia", die unter der Lehnshoheit Kastiliens, stand, hervorgegangene Königreich Portugal machte sich 1139 u n - abhängig und stellte sich damals unter den Schutz des Papstes. Seitdem ist die mittelalterliche Geschichte des durch die „reconquista“ nach Süden sich ausdehnenden Küstenlandes während zweier Jahrhunderte ein fast ununterbrochener Kampf um seine Selbständigkeit mit dem kastilischen Nachbarn, der feine Rechte auf den Besitz des einstigen Vasallenstaates nicht aufgeben wollte. Entscheidend für das künftige Schicksal Portugals war es, daß es schon damals im 14. Jahrhundert, vor dem Sieg in der Schlacht bei Aljubarreta (1385), da s erste Bündnis mit England geschloffen hatte. Es ist daher ein Kuriosum, daß diese beiden Länder, die etnanoer gewissermaßen in der Vormachtstellung auf dem Weltmeer abgelöst haben, seit länger als einem halben Jahrtausend bis auf den heutigen Tag durch immer wieder erneute Verträge verbunden sind. Nachdem aber Portugal durch den soeben erwähnten Sieg sich definitiv von der spanischen Herrschaft befreit hatte, begann für das nur noch dem Ozean zugewendete Land im 15. Jahrhundert das Zeitalter der großen Entdeckungsfahrten. Doch als das durch die Vereinigung von Kastilien und Aragon erstarkte Spanien den Seeweg nach Westindien gesunden hatte (1492), entstand sofort zwischen den beiden eifersüchtigen Brudervölkern auf der iberischen Halbinsel die Rivalität um den Besitz des den Erdball umspannenden Kolonialreiches. Spanien war vom Glück begünstigt; denn, nachdem der unbesonnene junge König Sebastian 1587 bei Alcazarquivir gegen die Marokkaner gefallen und sein schon betagter Oheim Heinrich zwei Jahre später kinderlos gestorben war, war Philipp 11. von Spanien der Erbe der portugiesischen Krone und der ihr gehörenden üoer- seeischen Besitzungen; er und seine Nachfolger Philipp III. und Philipp IV. vereinigten 60 Jahre lang (1580 bis 1640) unter ihrem Szepter das gewaltige Reich, in dem die Sonne nicht unterging. Gerade aber diese nunmehr 300 Jahre zurückliegende Periode spanischer Hegemonie hat zur Ent- ftemdung der damals vorübergehend vereinigten Länder beigetragen. Portugal, das als Seemacht eine der Spaniens bei weitem überlegene Rslle gespielt hatte, empfand den Verlust seiner Selbständigkeit als nationale Demütigung. Die lediglich auf die Zentralisierung eines in der Geschichte bis dahin beispiellosen Weltreichs hinarbeitende spanische Politik war nicht anpassungsfähig genug, um dem Schwe- sterland eine seinem Rang und seiner großen Ueber- liefcrung gebührende Gleichberechtigung einzuräu- men. Diele sind der Ansicht, daß die Lösung des Problems hätte gefunden werden können, wenn Philipp II. die Hauptstadt der mit ihren Kolonien vier Erdteile umfassenden Monarchie, statt in die steinerne Einöde der kastilianischen Hochebene, an die Mündung des Tejo mit ihrem unvergleichlichen Naturhafen, also noch Lissabon, verlegt hätte. Die Folge davon, daß ein fremdes Herrscherhaus auf dem spanischen Thron (die Habsburger) bei der geschichtlichen Aufgabe dieses Amalgamierungsprozesses versagt hatte, war der Abfall Portugals, das die unter Philipp IV. (1621 bis 1665) bereits beginnende Schwächung der Madrider Zentralgewalt durch das unter der Politik Richelieus Die SWsalsgemeinschast der iberischen Völker Von unserem d.-i.»Korrespondenten In weißem Feld auf rotem Grund ein goldenes Sonnenrad — das ist die Fahne des „Volks- bundes der Deutschen in Ungar n". Der Volksbund und seine Bundesfahne find jetzt von der ungarischen Regierung genehmigt, der alte „Volksbildungsverein" ist verschwunden. Der Ernst des Lebens, den unsere ungarländischen Volksdeutschen so gut kennen, weicht aber nicht von ihnen. Sie haben auch bei dieser Gelegenheit die A u s - gestaltungdes Schulwesens und insbefon* dere die Heranbildung einer deutschen Lehrerschaft in den Vordergrund gerückt. Sie wird auch — hos'entlich in kurzer Zeit — eine Erfüllung fein, wie es im benachbarten Südslawien lchon der Fall ist. Dn-3 ganze Ungartum ober wird sich überzeugen, daß die ungarischen Deutschen, die den Erziehung durch Erleben! „Deutsches Volk, hilf mit Jugendherbergen zu bauen \* ^iefe hübschen Abzeichen, Symbole der deutschen Bauhandwerker, werden am Samstag und Sonntag bei der Sammlung des Werbe- und Opfertages für die deutschen Jugendherbergen zum Verkauf gelangen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) L Zur diesjährigen Werbewoche für das deutsche Jugendherbergswerk, die am 6. und 7. Mai mit einer Haus- und Straßensammlung der Hitler-Jugend ihren Höhepunkt findet, haben die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Funk, Freiherr von Neurath, Dr. Lammers, Darre. Dr. Frank, Ruft, Kerrl, Dr. Gürtner, Graf Schwerin o. Krosigk, Seldte, Dr. Dorpmüller, Dr. Ohnesorge und der Jugend führe r des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, folgenden Aufruf erlassen: Die Zukunft jedes Volkes liegt in seiner Jugend. Deshalb gilt es, der Jugend die gewaltigen Leistungen der Nation auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet zu vermitteln und sie das Volk und seine herrliche Heimat erleben zu lassen. Diese Erziehung durch das Erlebnis ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen für die Entwicklung des jungen deutschen Menschen, deren höchstes Ziel der letzte Einsatz der Kraft, *öer Leistung und schließlich des Lebens für das Vaterland ist. Das deutsche Jugendherbergswerk leistet wertvollste Arbeit für diese Aufgabe. Immer mehr soll es jedem deutschen Jungen und jedem deutschen Mädel möglich werden, sein Volk und seine Heimat in allen Lebensgebieten, kennen zu lernen. Aus dieser Kenntnis erwächst der Glaube an die Größe unseres Volkes und Reiches, der Jahrhunderte und Jahrtausende überdauern wird. Deutsches Volk, hilf mit, Jugendherbergen. zu bauen. Jeder Pfennig des einzelnen Volksgenossen ist ein Baustein für das deutsche Jugendherbergswerk. Op f ert am 6. und 7. M a i in die Sammelbüchsen der deutschen Jugend! * Es ist bereits zu einer schönen Tradition geworden, daß in jedem Frühjahr die Jugend für ihr großes und schönes Herbergswerk wirbt. Der sozialistischen Gesinnung des ganzen Volkes verdankt dieses Werk seine Entstehung, dem Volke selber kommt es wieder zugute. Die Fahrt ist ein Teil der nationalsozialistischen Jugenderziehung geworden. Unermeßlich sind die Werte, die dem deutschen Menschen aus dem Erlebnis und seiner Heimat erwachsen. Die Jugend, die ihr Vaterland kennen und lieben gelernt hat, wird es auch jederzeit zu verteidigen wissen. Deshalb darf es in Zukunft keiften jungen Deutschen mehr geben, der nicht das deutsche Land in seiner ganzen Größe gesehen hat. Millionen von Jungen und Mädeln haben in den vergangenen Jahren die Segnungen dieser Einrichtung kennengelernt. Doch reicht das bestehende Herbergsnetz längst nicht mehr aus. Deshalb ergeht wieder der Aufruf: -„Deutsches Volk, hilf mit, Jugendherbergen zu bauen!" Die Erhaltung und der Ausbau des ganzen großen Herbergsnetzes ist nur möglich, wenn das ganze Volk seine jährliche Spende dazu beiträgt. Die Zwergziegelsteine und Kleinhandwerkszeuge, die die Hitler-Jugend am 6. und 7. Mai auf den Straßen und Plätzen und in den Häusern verkauft, sollen jedem einzelnen Volksgenossen die Parole dieser Wevbewoche zum Bewußtsein bringen: A u ch d e i n O p fe r ist ein Baustein Oie Gaukuliurwoche Hessen-Nassau. Leistungsschau des Nhein-Main-Sebietes in mehr als 400 Veranstaltungen vom 6. bis 14. Mai. NSG. Nach langer, sorgfältiger Vorbereitung wird am kommenden Samstag die Gaukultur- woche Hessen-Nassau eröffnet, die mit über 400 einzelnen Veranstaltungen nicht nur eine große kulturelle Leistungsschau der rhein-mainischen Kulturlandschaft, sondern gleichzeitig in ollen Städten und Dörfern unseres Gaues ein lebendiges Bekenntnis zur deutschen Kultur sein wird. Die nationalsozialistische Bewegung hat die Kunst wieder mitten in das Volk gestellt: ihr neue Kreise zu erschließen, wird mit eine Aufgabe der Gaukulturwoche fein. In großem Umfange sind erstmalig fachkundige Redner eingesetzt, die über die Grundfragen unseres kulturellen Lebens sprechen. Sie haben die Aufgabe, die innere Bereitschaft unserer Volksgenossen für die Aufnahme kultureller Güter zu steigern. Alle kulturellen Einrichtungen im Gau Hessen- Nassau stehen vom 6. bis 14. Mai im Dienste der Gaukulturmoche. Die Partei als der geistige Träger aller Wiedergeburt hat der Woche den großen Leitgedanken „Rasse und Kultur" gegeben, dem jede Kultureinrichtung auf dem Gebiet, das sie besonders pflegt, Ausdruck verleiht. Die Theater bringen in diesen Tagen Werke von Autoren unseres Gaues. Das chein - mainische Lanüestheater tritt mit der Uraufführung des Schauspiels „ b c im Blut" hervor. Das Gießener Sta'dt- theater bringt die Uraufführung des Spieles „Der Prinz Eugen" von E. W. Möller sowie die Uraufführung eines oberhessischen Bauern- stuckes „Der Alte geht u m " von Karl R u k» k e l s h a u s e n. In den Konzertsälen sammeln sich die musik» freudigen Menschen um die Meisterwerke deutscher Musik; aber auch den auffaebenben Künstlern unserer engeren Heimat ist Gelegenheit gegeben, an die Öffentlichkeit zu treten. Zahllose Ausstellungen, unter denen die Gauausstellung für bildende Künste in Frankfurt und die Ausstellung „Lebendiges Theater im Gau Hessen-Nassau" in Wiesbaden besonderer Erwähnung bedürfen, öffnen ihre Pforten, um alle teilhaben zu lassen an den ewigen Werken unserer Kultur und die gewaltige Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre darzutun. Das Deutsche Volksbildungswerk weckt den Sippengedanken und die Sippenpflege mit seinen örtlichen Ausstellungen „A h n e n e r b e", die in zahlreichen Dörfern zusammengestellt wurden. Das Rassenpolitische Amt zeigt in Mainz seine große Gauausstellung „Deutschland muß lebe n", und weiter finden noch viele andere Ausstellungen statt. Die Museen sind während der ©au» kullturwoche kostenfrei bis in die Abendstunden geöffnet. Feierstunden Mitteln neue und alte Meister, Vorträge umreißen die gegenwärtige kulturpolitische Situation und legen die rassische Bedingtheit jeder großen, eigenschöpferischen Kultur dar. Aus den vielen Veranstaltungen, die in allen Kreisen stattfinden, ragen verschiedene große Gauveranstaltungen hervor, von denen jede einen Höhepunkt darstellt. Am Eröffnungstage der Gaukulturwoche findet die Gründungsfeier der Gauarbeitsgemeinschaft für Fest- und Feiergestaltung statt, auf der der Gauleiter, sowie Reichsamtsleiter Kaiser (München) und Gaukulturwart Conrad sprechen. Abends findet dann eine Festliche Kundgebung zur Eröffnung der Gaukulturwoche statt. Hier wird neben Gauleiter Sprenger Gaupropagandaleiter und Landeskulturwalter S t ö h r das Wort ergrei» fen. Außerdem spricht Reichshauptamtsleiter Prof. Dr. Groß über das Leitthema der gesamten ©au» kulturwoche: Rasse und Kultur. Gleichzeitig wird der Gauleiter den diesjährigen Träger des G a u • kulturpreises verkünden. Am Sonntag folgt im Kurhaus von Wiesbaden das große M a i f e st, das einen weiteren Schritt in der Neugestaltung des geselligen Lebens im Gau Hessen-Nassau bedeutet, wo unter der stärksten Initiative des Gauleiters schon seit vielen Jahren neue Wege beschritten werden. Am Dienstag findet eine Festsitzung der Gaukulturrates statt. In dieser Festsitzung, auf der der Gauleiter und Wilhelm Müller-Scheld sprechen, und in der Großen Kulturkundgebung am Mittwoch mit dem Präsidenten der deutschen'Filmakademie Müller- Scheld und der Kulturkundgebung am Sonntag, 14. Mai, mit ^-Oberführer Hinkel, Abteilungsleiter im Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, werden die Kulturschaffenden aus berufenem Munde die große Ausrichtung für ihr Schaffen erhalten. Arn Freitag findet im Kurshaus in Wiesbaden ein großes Festkonzert, das der Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Raabe, leitet, statt. Die Woche schließt mit dem Dorffest in Holzhausen, das am 14. Mai von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger feierlich zum Gaumusterdorf erklärt wird. Damit findet die zweite Gaukulturwoche in Hessen-Nassau ihren Schluß, die, planmäßig auf den Erfolgen der ersten ©aukulturwoche im Jahre 1937 aufbauend, erneut die großen kulturellen Leistungen der rhein-mainischen Kulturlandschaft manifestiert. Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes. Der Führer hat zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes eine Erinnerungsmedaille gestiftet. Die Vorderseite der dunkelbronzefarben getönten Medaille gleicht der der Erinnerungsmedaillen an den 13. März 1938 (Oesterreich) und an den 1. Oktober 1938 (Sudetenland). Die Rückseite trägt die Aufschrift „Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes 22. März 1939". Die Medaille wird an einem Bande in den Farben grünweißrot (die Farben des Memellandes) getragen. Der Führer hat ferner bestimmt, daß die Erinnerungsmedaille an den 1. Oktober 1938 (Sudetenland) auch an diejenigen verliehen werden soll, die anläßlich der lieber» nähme des Schutzes über Böhmen und Mähren sich Verdienste erworben haben, insbesondere am Einmarsch beteiligt waren. Sofern diesen bereits die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 verliehen ist, erhalten sie zusätzlich eine Spange, die an dem Band der Medaille getragen wird: die Spange gibt eine reliefartige Darstellung des Bildes der Prager Burg wieder. Teilstrecke Prag—Jglau der West-Ost-Ierustraße. Prag, 2. Mai. (Europapreß.) Der ©eneraldirek- tor für den Fernstraßenbau, N o s e k, tat am Dienstagvormittag den e r st e n S p a t e n st i ch für den Bau der Fernstraße Prag—Jglau. Die Autobahn Prag—Jglau ist die erste zur Durchführung gelangende Teilstrecke der durch das Prote'kto- r a t 5 g e b i e t gehenden West-Ost-Fernstraße, die von der Protekoratsregierung selbst in Arbeit genommen wird. Bei dem Teilstreckenbau will man in Kürze tausend Arbeiter einsetzen. Auf einer Feier aus Anlaß des Baubeginns hob Nofek das Beispiel hervor, das Deutschland der Welt durch den Bau eines mustergültigen Autobahnnetzes gegeben habe. Iugger-Haus in der Obhut der Neichsgruppe Handel Bei einem Empfang von Vertretern des Handels in Augsburg gaben Gauleiter Wahl und Oberbürgermeister Mayr bekannt, daß sie mit Billigung des Führers die historischen Stätten des Handels in Augsburg, insbesondere die weltbekannten Fugger-Häuser, in die Obhut der Reichs- gruppe Handel geben. Der Leiter der Reichsgruppe ^-Standartenführer Dr. Hayler hob hervor, daß der deutsche Handel mit Stolz die Aufgabe übernehme, die großen Denkmäler nationaler und europäischer Geltung des deutschen Kaufmannstums nach dem Willen des Führers zu pflegen und auszubauen. Die alte Handelsstadt Augsburg werde damit zu einem Mittelpunkt der Kaufleute im nationalsozialistischen Reich. Umgestaltung des Ehrenzeichens des Noten Kreuzes. Der Führer hat das bisherige Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes zu einem staatlichen „Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege" erweitert und umgestaltet. Während die Auszeichnung des Deutschen Roten Kreuzes für Verdienste auf den Arbeitsgebieten des Roten Kreuzes und für charitatioe Arbeit verliehen wurde, soll das „Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege" künftig Verdienste auf dem Gebiet der Volkswohlfahrt, des Winterhilfswerkes, der Pflege der Kranken und Verwundeten im Frieden wie im Kriege, des Rettungswesens, der Pflege des deut» if _ Zwölf Overstolz ift eigentlich flüffiges Aroma, das die Sonne den Blüten entlockt. Wie man an feinem Duft erkennen kann, ob er aus der Heiöe stammt, ob aus einer blumenreichen oder einer waldigen Lanöfchaft, fo verrät auch der Tabak durch feinen Gehalt an Aroma untrüglich feine Herkunft. Da die Sonne wohl nirgends mit solcher Kraft auf die Felöer brennt wie auf die Südhänge der mazeöonifchen Berge, gedeiht hier ein Tabak, der in der ganzen Welt feineogleichen lucht. Gerade Ihm verdankt die OVERSTOLZ ihren eigenartigen Duft und ihren befonderenWohlgeschmack. 3Vas Ovevjtoh. |o fölilicf) mach tz das ist ine,Sonne aufMazedonien schen Volkstums sowie der Fürsorge für deutsche Volksgenossen im Auslande belohnen. Das neue Ehrenzeichen wird wie bisher dasjenige des Roten Kreuzes in vier Stufen verliehen, die erste Stufe als Halskreuz, die zweite als Ansteckkreuz, die dritte als an der Brust zu tragendes Kreuz am Bande und die vierte Stufe als Medaille. Die Form ist der des bisherigen Ehrenzeichens des deutschen Roten Kreuzes nachgebildet. Die Verleihung erfolgt durch den Führer selbst. Dorschlagsberechtigt sind: Der Stellvertreter des Führers, der Reichsminister des Innern, der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, der Reichsarbeitsminister, der Reichsminister des Auswärtigen, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. Ordenskanzlei ist, die Präsidialkanzlei des Führers. Glückwünsche des Auslandes zum Nationalen Feiertag. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Auch in diesem Jahr hat der Führer aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes von zahlreichen ausländischen Staatsoberhäuptern und Regierungschefs Glückwünsche für das deutsche Volk übermittelt erhalten. Solche Telegramme gingen ein von den Königen von Aegypten, Abghanistan, Belgien und Bulgarien, den Präsidenten von Cuba und der Dominikanischen Republik, dem König von Griechenland, dem Präsidenten von Guatelama und von Finnland, dem Schah von Iran, dem Kaiser von Japan, dem Prinzregenten von Jugoslawien, dem Präsidenten von Mexiko, dem König von Rumänien, dem Präsidenten von El Salvador, dem slowakischen Ministerpräsidenten, dem Staatschef Spaniens, dem Präsidenten der türkischen Republik und dem Reichsverweser des Königreiches Ungarn. Der Führer hat hierfür im Namen des deutschen Volkes telegraphisch gedankt. Andere Länder übermittelten Glückwünsche durch ihre hiesigen diplomatischen Vertrete r so Argentinien, Brasilien, Großbritannien, der Hl. Stuhl, Nicaragua und Portugal. Neue Auslandsaufträge der deutschen Luftfahrtindustrie. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Den hohen Leistungsstand unserer Flugzeugindu- st r i e zeigen umfangreiche Aufträge, die vom Ausland erneut an die deutschen Werke gegeben wurden. Die Bücker-Flugzeugwerke in Rangsdorf bei Berlin, die seit Januar d. I. fast 100 Apparate ihrer bewährten Schulflugzeugtypen ins Ausland lieferten, erhielten neue Bestellungen aus Rumänien, Brasilien, Südafrika, der Schweiz und Schweden. Neben dem zweisitzigen Doppeldecker „Jungmann", der bereits in 21 Staaten der Welt für "Anfangs- und Kunstflugschulung eingesetzt wird, o.ehen mit diesen Lieferungen auch mehrere Flugzeuge des Kunstflugeinsitzers „I ung- meister" sowie des Kleinflugzeuges „Student" ins Ausland. 3720 Luden haben bisher Ltalien freiwillig verlaffen. Rom, 2. Mai. (Europapreß.) Die Zahl der Juden, die bis zu dem im faschistischen Rassegesetz festgelegten Stichtag, dem 12. März, das italienische Staatsgebiet freiwillig verlassen haben, beläuft sich auf 3720. Die Zahl der ausländischen Juden, die nach dem gleichen Gesetz in Italien bleiben dürfen, weil sie entweder schon vor 1919 in Italien ansässig waren, mit italienischen Staatsangehörigen verheiratet oder über 65 Jahre alt sind, beträgt 933. Außerdem haben 3190 ausländische Juden um eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nachgesucht. Davon wuwen nur 128 Gesuche genehmigt. Oie Erwachsenenbildung. Im Interesse einer engen Zusammenarbeit war die Reichsarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung gegründet worden. Zu ihrer Neugestaltung gibt her Reichsminister des Innern jetzt den in Betracht kommenden Behörden Richtlinien. Träger der Erwachsenenbildungsarbeit ist das Deutsche Volksbildungswerk in der NSG. „Kraft durch Freude". Die Arbeit, die von noch bestehenden Volkshochschulen, Volksbildungsvereinen, Vortragsämtern und ähnlichen Einrichtungen geleistet wird, wird von dem Deutschen Volksbildungswerk betreut. Es bedient sich zur Erfüllung seiner Aufgaben folgender Arbeitsweisen: Einzelvortrag einschließlich Dichtervorlesung, Vortragsreihe, Arbeitsgemeinschaft, Arbeitskreis, Abendlehrgang, Abendkursus, Führung, Besichtigung, Lehrwanderung, Kulturfahrt. Den Gemeinden wird empfohlen, die Arbeit des Deutschen Dolksbildungswerkes ideell und, soweit es ihre Finanzlage gestattet, auch materiell zu fördern. Die Zuschüsse der Gemeinden sind örtlich zweckgebunden. Die wichtigste Aufgabe ist die Ausgestaltung der an einzelnen Orten errichteten Dolksbildungsstätten zu leistungsfähigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Der Leiter der Volksbildungsstätte wird von einem Beirat beraten, in dem außer Vertretern von Partei und Behörden auch Einzelpersönlichkeiten des öffentlichen Lebens mitwirken sollen. Die neue Äolkskartei. Eine Verordnung des Reicbsminifters des Innern verpflichtet die Volksgenossen, die ihnen später von den Meldebehörden zugehenden Karteikarten wahrheitsgemäß auszufüllen. Nach der Verordnung dürfen sich die Fragen auf der Volkskarteikarte nur ayf die Wohnung, auf den Personen- und Familienstand, die Reichsarbe'itsdienst- und Wehrpflichtver- hältnisse, die Ausbildung und den Beruf sowie auf persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten beziehen. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Fragen nach den Einkommen- und Dermögensver- h ä l t n i s s e n. Die Volkskartei dient zur Ergänzung des polizeilichen Meldewesens. Bisher sind bei den Meldebehörden die Einwohner alphabetisch registriert. Außer diesen alphabethischen Registern bestehen noch Hausregister, die darüber Auskunft geben, welche Personen als Eigentümer, Mieter oder Untermieter in einem Haus wohnen oder gewohnt haben. Die Dolkskartei soll nun zusätzlich eine Uebersicht der Einwohner nach Geburtsjahrgängen schaffen. Hierdurch sollen die immer wiederkehrenden Erfassungen der Angehörigen bestimmter Geburtsjahrgänge erleichtert werden, beispielsweise die Erfassung der impf- und schulpflichtigen Kinder, Erfassung zur Hitlerjugend, zum Reichsarbeitsdienst, zum Wehrdienst ufw. Die Ausgabe der Dolkskarteikarte an die Bevölkerung wird erst nach Abschluß der Volks-, Berufs- und Betriebszählung, nicht vor Ende Mai stattfinden. ArbeitSbuchpfllcht endet beim 80. Lebensjahr. Der Reichsarbeitsminister hat eine Anordnung erlassen, die die Arbeitsbuchpflicht in bezug auf das Lebensalter begrenzt. Die Arbeitsbücher von Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, sind danach von den Arbeitsämtern einzuziehen. Ihre Arbeitsbuchkarten sind mit den Arbeitsbüchern in die „Kartei ausgeschiedener Arbeitsbuchinhaber" zu übernehmen. Den noch arbeitsbuchpflichtigen Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, ist eine Bescheinigung auszustellen, daß der Inhaber der Bescheinigung ohne Arbeitsbuch eine Tätigkeit ausüben darf, die der Arbeitsbuchpflicht unterliegt. Die Arbeitsbücher Derftorbener können auf Antrag der Familien und die Arbeitsbücher der über 80jährigen Arbeitskräften diesen ausgehändigt werden, nachdem die Arbeitsbücher durch den Vermerk des Arbeitsamtes geschlossen worden sind. Sofern hiervon kein Gebrauch gemacht wird, sind die Arbeitsbücher nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Tod erfolgte oder das 80. Lebensjahr überschritten wurde, noch ein Jähr lang bei den Arbeitsämtern aufzubewahren und dann zu vernichten. Um die deutsche Meisterschaft auf der Schreibmaschine. Vom 5. bis 15. Mai 1939 wird gemeinsam von der DAF. und der Deutschen Stenographenschaft das Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine durchgeführt, dem sich das deutsche Meisterschaftsschreiben anschließt. Es werden Wettkampfgruppen sowohl für Praktiker -und Meisterschreiber, wie auch für Anfänger eingerichtet. Jeder Teilnehmer muß zwei Aufgaben lösen: 1. Anfertigung eines sauberen, fehlerlos und übersichtlich angeordneten Briefes; 2. 10 Minuten langes Abschreib en eines vorgelegten Drucktextes zur Feststellung der Schreibgeschwindigkeit. Für jede brauchbare Arbeit wird eine Leistungsbescheinigung ausgestellt. Auf die beste Arbeit in jedem Gau entfällt ein Gau preis, bestehend aus einer Fachbücherei. Die besten deutschen Maschinenschreiber und -schreiberinnen werden zum Reichsentscheid nach Bayreuth einberufen, wo der Endentscheid um die Deutsche Meisterschaft auf der Schreibmaschine und um die R e i ch s p r e i s e stattfindet. Als solche sind eine KdF.-Seereise, Wirt- schaftskundliche Studienfahrten und wertvolle Sach- gegenstände ausgesetzt. Kleine politische Nachrichten. Auf der Werft von Blohm & Voß wurde der Schwere Kreuzer „A d m i r a l H i p p e r" in Dienst gestellt. Kommandant des Kreuzers ist Kapitän z. S. Heye. * • Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat in Auswirkung der politischen und militärischen Ereignisse des März 1939 angeordnet, daß ein Teil des Luftgaues 8 aus dem Bereich der Luftflotte 1 ausscheidet und der neugebildeten Luftflotte 4 (Wien) zugeteilt wird. An Stelle der aus dem aktiven Wehrdienst ar» geschiedenen Generale der Infanterie L i e b m a n » bisher Kommandeur der Kriegsakademie, unk Geyer, bisher Kommandierender General de, V. AK., hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht den Generalleutnant R u o f f unter Beförderung zum General der Infanterie zum Kommandierenden General des V. AK. sowie Generalmajor Müller (Eugen) zum Kommandeur der Kriegsakademie ernannt. Ferner hat der Führer den Oberstleutnant W a e g e r zum SD b e r ft befördert. In Berlin starb der Herausgeber des „Fridericus", Friedrich Carl Holtz, nach kurzem Kranken- lager bald nach der Vollendung seines 57. Lebensjahres. Der neue englische Botschafter am Ouirinal, Sir Percy Sordine, ist in Begleitung seiner Gattin am Dienstagnachmittag inRomeingetrofsen. Er tritt an die Stelle des wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Amt geschiedenen bisherigen Botschafters Lord Perth. General E st i g a r r i b i a, der ehemalige Oberbefehlshaber der Militärstreitkräfte Paraguays während des Chaco-Krieges mit Bolivien, ist zum PräsidentenderRepublik gewählt worden. Estigarribia war bisher Gesandter Paraguays in Washington. löetterbericbt Im Zusammenhang mit der steigenden Wirbeltätigkeit im Mittelmeergebiet hat sich nördlich der Alpen ein Tief entwickelt, das seit Mittwoch auch bei uns zu verbreiteten Aufgleitregen Ansaß gibt. Gleichzeitig ist ein kräftiger Atlantikwirbel in den Raum Jsland/Jrland vorgestoßen, der eine Umgestaltung der Großwetterlage andeutet. Länger dauernde Besserung wird mit dieser Entwicklung voraussichtlich aber noch nicht verbunden sein. Vorhersage für Donnerstag: Noch immer unbeständig und zu Regenfällen geneigt, doch zeitweilig auch wieder aufheiternd, Temperaturen wenig geändert, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 8,5 Grad; am 3. Mai: morgens 8 Grad. Maximum 14,6 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Mai: abends 10,7 Grad; am 3. Mai: morgens 9,8 Grad. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitäts- druckerei R. Lange, K-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Prof. Dr. med. Hans Koeppe. Auguste Vorbach, geb. Bender 3246D Eberstadt, den 2. Mai 1939. Die Beerdigung findet Donnerstag, 4. Mai, nachm. 3 Uhr statt 3233D Statt Karten. Wilhelm Euler und Kinder. Gießen, den 3. Mal 1939. 3234v Heute sucht. 3243D Gießen-Klein-Linden, den 2. Mai 1939. 02232 Stadttheater Am Montagabend entschlief sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Tochter Die Beeidigung findet am Donnerstag, 4. Mai. nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Brandweg 9 aus statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 6 Uhr meine innigstgeliebte, herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Enkelin, Tante und Nichte Für die aufrichtigen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. (2 Betten) mitKochgelegen- beit zu vermiet. v2243Hammstr.5. Glaswolle Glasbausteine Glasziegel H. GlatthaarS Sohn Frankfurter Straße 19 [2172D Mühlstraße IS Telef. 3144/3145. Kleine Wohnung 1 Zimmer und Küche sofort zu vermieten. Zu erfragen in der Geschästsst. des Gieß. Anz. Zum l.Juni oder später 2 Büroräume 2 Garagen große Keller u. Lagerräume mit einer 5-Zim.-Wohnung zusammen zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 3240D an den Gieß. Anzeiger. ttochkhr- sraulein ohne gegenseitig. Vergütung ge- Am 6. Mai, mittags 12 Uhr, ist in der Kapelle de^Alten Friedhofes eine kirchliche RJer und Beisetzung der Aschenurne von | Vermietungen | Schöne 6-ZimiDer- Parterre-Wolinung mit Heizung, Bad,fließ.Wasier Alicenstraße 16 per 1. Juni zu vermieten. Geeignet f. Praxisräume, da separater Eingang vorhanden. 3237D Näheres bei Schmall Franks. Straße 7 Büro. SMNMMMWl Zentralheizung, auch geeignet als Wohnung mit Büro, in Stadtmitte zu vermieten. - Schriftliche Angebote unter 3251D an den Gießener Anzeiger erbeten. nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 31 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Heinrich Vorbach, Elektromeister und Kinder. 19.30 bis nach 21.80 Uhr 29. Mittwoch-Miete! Zum letzten Male! Einen Sommer lang Lustspiel von Kath. Stoll. Preise: RM. 0.60-3.10. [aneD Wir suchen für unser Stoff- spezialhaus zum Eintritt per 1. Juli oder früher tüchtige, branchekundige Verkäuferin bei guter Bezahlung. Schrift!. Angeb. oder mündl. Borsprache. 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Die Geschichte unserer Schutzgebiete, mit 30 Aufnahmen und einer Karte. Preis in Leinen geb. 2,85 Mark. Deutscher Verlag, Berlin. — (54) — Der Weg zu seinen Kolonien fiel dem Deutschen Reich nicht leicht. Mit viel Opfern an Gut und Blut wurde er erkämpft. Don diesen Kämpfen erzählt Schoen in erster Linie. An Hand von zahlreichen Originalberichten schildert Schoen die spannenden Ereignisse, gibt eine anschauliche Darstellung der Erschließung und Befriedung der für Deutschlands Wirtschaft und Handel gleich wichtigen Kolonien. Daneben stehen Schilderungen der Tropenlandschaften, der fruchtbaren Ebenen und der ertragreichen Hochplateaus, es wird aber auch erzählt non den Gefahren des Urwaldes oder der tödlichen Sandwüste. Schoen gibt ein lebendiges, farbiges Bild durch seine eindringliche Darstellung wird zur mahnenden Erinnerung und zu neuer Forderung. — Herbert Patera : „D e r weiße Herr Oh ne furcht". Das Leben des Schutztruppenhauptmanns Tom von Prince. Mit 16 Bildseiten. Kartoniert 2 RM; Ganzleinen 2,85 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (89) — Bwana Sakkerina — der Herr Ohnefurcht — nannten die Askari den Hauptmann der Schutztruppe, Tom von Prince, einer der besten Namen aus der Geschichte der Kolonie Ostafrika. Als Sohn des englischen Gouverneurs der Insel Mauritius und einer deutschen Mutter wird er 1866 geboren. Der Vater stirbt früh, der Sohn wird von seiner Mutter in Deutschland erzogen. Den jungen Offizier'packt das Kolonialfieber. Wißmann schickt ihn mit einer As- karitruppe gegen aufständische Neger. Der gefährlichste seiner Gegner ist der Sultan Gwuna, der die Häuptlinge aufwiegelt und ein starkes Detachement der Schutztruppe 'niedermetzeln läßt. Es gelingt Tom von Prince, die befestigte Stadt Jringa zu erstürmen. Gwuna gibt sich selbst den Tod. Tom von Prince hat bewiesen, daß er eine ausgesprochene Führernatur ist. Aber die in Daressalam eingezogene Verwaltungsbürokratie fürchtet seine Macht. Er wird abgelöst. Als er nach Afrika zurückkommt, wird ihm sein sehnlichster Wunsch verwei- ?ert: in dem selbsteroberten Gebiet eine Mustersied- ung zu errichten. Am Fuße des Kilimandscharo wirkt er vorbildlich bis zum Ausbruch des Krieges. Nach einem kühnen Vorstoß, zur Ugandabähn fällt er 1915 in der Schlacht bei Tanga. Deutsche Erzähler. — Paul Ernst: „Grün aus Trümmer n". Roman. Preis in Leinen geb. 3,60 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (107) — Das Schicksal unseres Volkes in den bitteren Jahren der Kriegszeit ist mit unbestechlichem Blick, starker Verantwortung und zuversichtlichem Glauben dar- gestellt in diesem bereits 1923 geschriebenen Roman von Paul Ernst, in dem in einer nüchternen, auf äußerste Natürlichkeit bedachten Sprache ein an- schsuliches Bild der geistigen Strömungen und Spannungen ersteht, die zum Zusammenbruch einer morschen, untergangsreifen Welt führen und über deren Trümmer hinweg den Weg weisen zu einem neuen, gerechten und menschenwürdigen Zeitalter. In dieser kleinen Residenzstadt vollzieht sich mit unheimlicher Folgerichtigkeit der geschichtliche Prozeß der Auflösung und Zersetzung eines Volkes, dem das Fehlen einer zielbewußten Führung zum Verderben werden muß. Das Opfer derer. Die draußen an der Front tapferen Herzens ihre Pflicht tun, bleibt umsonst, weil die Heimat ihrer Widerstandskraft von Jahr zu Jahr zusehends mehr beraubt wird. Schieber und Kriegsgewinnler machen sich breit, jüdische Literaten verhetzen die gutgläubige Arbeiterschaft, und während das Bürgertum hilflos dem Treiben zusieht und feige kapituliert, rüstet der Klassenkampf zum Siege: eine Welt, die ihre moralische und politische Kraft vertan hat, stürzt in Trümmer. Aber Paul Ernst erschließt in diesem Verfall zugleich die Keime neuen Wachstums unseren Blicken in Der Gemeinschaft zweier junger Menschen, die sich ihre Lauterkeit bewahrt haben und nun inmitten aller Verwirrung Den Weg zueinander finden, kündigt sich das Heraufkommen eines neuen Geschlechtes an. Dem die Zukunft des Volkes gehören wird. — Friedri ch Bodenreuth: Kat h rein. 138 Seiten. Seinen 3 Mark. Hans von Hugo Verlag, Berlin. — (58) — Es wird manchen unserer Leser, der seinerzeit dem Gießener Vortragsabend Boden- reuths beim Goethe-Bund beigewohnt hat, willkommen fein, Die damals gelesene Erzählung „Kathrein" auch in Buchform kennenzulernen. Bodenreuth erzählt hier in einem durch kurze Sätze und Absätze gekennzeichneten Stil von der Gemeinsamkeit und Dem Ende zweier schlichten Menschen. Auch Die zweite Erzählung dieses Bandes, „Das also ist Friedland", ist eineni Menschenschicksal aus Boden- reuths sudetendeutscher Heimat und Deh unversieg- lichen Kräften des Blutes und Der Heimatlichen Scholle verschrieben. Hans Thyriot. — „Herr Lukas ausKrana ch." Roman von Heinrich Zerkaulen. (Verlag Quelle 8-Meyer, Leipzig. Leinen 3,80 RM.) — 324. — Die bewegte Zeit Des ausgehenden Mittelalters, Die Heit Luthers, r Dürers, Kaiser Maximilians, Karls V., Huttens, des Kampfes zwischen Rom unD Reichs zwischen Kaiser und Fürsten steigt in diesem Roman vor Dem geistigen Auge des Lesers empor. In diesen Kreis von Männern und von geschichtlichen Ereignissen wird das Leben Des Malers Lukas Cranach gestellt, das in außerordentlich reizvoller Weise in Verbindung mit und im Lichte welthistorischen Geschehnissen geschildert wird. Die Erzählung ist in keiner Weise altertümlich-umständlich, sondern überall frisch und lebendig In sprachlich feiner Form, so daß man unvermindert feine Freude an Dem lesenswerten Buche hat. Mit reichem inneren Gewinn wird man am Schlüsse Der Erzählukig dieses Buch aus Der Hand legen. Ernst Blumschein. — D i e Kindlmutter. Roman von Maria Grengg. (Derlagshaus Bong & Co., Berlin. Leinen 6,80 RM.) — 436. — Die bekannte und preisgekrönte Erzählerin der Ostmark läßt uns mit diesem Roman einen weiten Blick in das Leben und Wirken auf einem Gute an Der ungarischen Grenze tun. Im Mittelpunkt Der packenden Erzählung steht als Hauptperson Die Gutsherrin. Die „Ki'nDlmutter", Deren Mann durch MörDerhanD fiel und Die nun allein Den Kampf für ihre blühenDen Deutschen Kinder ausgenommen hat, Dazu aber stets auch noch Helferin und Ratgeberin für anDere Menschen ist. In Dieser Frau lernt Der Leser einen warmherzigen, eDIen Menschen kennen, Der allezeit voller Güte unD Liebe gegenüber jeDermann ist, Der eDelfte Mütterlichkeit verkörpert. Deutschtum unD tatstolzes Bauerntum sind Die tragenden Pfeiler ihres Lebens, Selbstlosigkeit, Liebe, unermeßliche Güte und Tapferkeit im Lebenskampf stellen Die alles bestimmende Wesenheit dieser Deutschen Frau Dar. So wird in Dem prächtigen Roman Der Dichterin eine Frau geschildert, Die alsbalD Die Herzen Der Leser gewinnt, weil sie eben nur reine und liebevolle Mütterlichkeit ausstrahlt unD Damit Die unversiegbare Quelle im Leben einer echten Deutschen Frau offenbart. Mit großer Befriedigung wird Der Leser Dieses Buch aus Der Hand legen. Ernst Blumschein. — Dämonischer Reigen. Ein Paganini- Roman von Hermann Richter. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 3,80 Mk., Leinen 5,20 Mk.) — (329) — Der Dichter sagt über seinen Paganini- Roman u. a.: „Ich sah nicht den Paganini als Vir- kuosen, ich sah ihn als Mensch und spürte, je mehr ich in seine Seele zu dringen versuchte, immer mehr, daß er eine Wandlung hat Durchmachen müssen von Casanova über Don Juan, Faust zum Gottgläubigen. Diese Wandlung ist das Leitmotiv des Romans geworden." Wer den Roman unter diesem Gesichtswinkel lieft, wird rasch von stärkster Spannung erfüllt fein. Er wird die geradezu künstlerische Gestaltung dieses gewaltigen musikalischen Genies durch Den Dichter bewundern und sich ganz hineinversetzt fühlen in die Zeit und Welt dieser einmaligen Persönlichkeit. Das abenteuerliche Leben Paganinis, seine große Kunst, seine Wegbereitung deutscher Musik, sein Ringen als Künstler und sein Menschtum, alles das hat der Dichter so lebendig und reizvoll gestaltet und völlig ausgeschöpft, daß der Leser diesen Roman in Der Tat als „ein ungewöhnliches Werk über einen ungewöhnlichen Künstler" erleben und zu schätzen wissen wird. Ernst Blumschein. — Waldemar Keller: Der Teufel spielt V e r ft e d e n. Kriminalroman. 254 Seiten. Ganzleinen 3 Mark. A. H. Payne, Verlag, Leipzig. — (25) — Der Verfasser ist unfern Lesern seit langem als Mitarbeiter im Feuilleton bekannt. Daß er mit Humor und Erfindungsgabe zu erzählen versteht, hat er in seinen früher erschienenen Büchern bewiesen. Sein Spezialgebiet ist Der Kriminalroman; auch dieser neueste wird Dem Leser um der phantasie- vollen Kühnheit Der Erfindung, seines Witzes unD seines Scharfsinns willen eine anregende und unterhaltsame Lektüre fein. hth. Erlebnisse und Schicksale in aller Welt. — Johann M. Weltegast: In Maske durch Fernost. Geschichte einer abenteuerlichen Heimkehr. Mit einem Geleitwort von General von Lettow-Vorbeck M't 28 Ausnahmen, 5 Zeichnungen und einer Karte. Preis in Ganzleinen 2,85 Mark. Deutscher Verlag,' Berlin. — Weltegasts Schilderung seiner Gefangenschaft in Rußland und- Sibirien und abenteuerlichen Flitcht in Die Heimat nimmt einen besonderen Platz ein, weil hier das Leben unter gefangenen Soldaten der ehemaligen k. u. k. Armee beschrieben wird. Die in Die Hände der Russen gefallenen Oesterreicher spürten am deutlichsten Den beginnenden Zerfall Der Donaumonarchie. Der „FeinD in Den eigenen Reihen", Der österreichische Soldat slawischer Nationalität, erschwerte je länger, je mehr Das Zusammenleben. Und Doch sollte gerade diese schwierige Lage Weltegast die Befreiung ermöglichen: er kam auf den Gedanken, als Triestiner Irredentist, Die Flucht zu versuchen, und es gelang ihm in her Tat, alle Untersuchungen zu Überstehen. Und auf abenteuerliche Weise und nach allerlei Zwischenfällen glückte es ihm schließlich, Deutschland wiederzusehen. Herbert Volck: Odyssee für Deutschland. Ein Kapipf in drei Erdteilen, mit 9 Bildern. Preis steif broschiert RM. 4,—. Wilh. Gottl. Kom Verlag, Breslau. Herbert Volcks neues Buch ist eine autobiographische Zusammenfassung alles dessen, was dieser eigenwillige Mann in seinem stürmischen Leben für Deutschland erwanderte und er» stritt. Wir erleben mit Dem Knaben Die baltische Heimat im Fieber Der ersten russischen Revolution, ziehen mit Dem Jüngling durch Das sichere Reich Der letzten Vorkriegsjahre und reiten mit Dem jungen SolDaten Attacken an Der Marne. Volcks russische Gefangenschaft, seine Flucht in Den Kaukasus, sein Kampf um das Baku-Oel, sein abenteuerliches Freikorps-Leben, seine Amerika-Fahrt zur Propaganda gegen Versailles, der Landvolkkampf, der ihn zum Rebellen um Ehre macht und ihn ins Zuchthaus bringt — das alles zieht in erregenden Bildern an uns vorüber. Erschütternd, wie in diesem Durch unD durch männlichen Buch Der deutschen Frau, Der Mutter unD Kameradin in schwerer Kampfzeit ein Denkmal gesetzt wird. Die Spannung dieses leidenschaftlichen Lebens ist auf das Buch übergesprungen. Von der ersten bis zur letzten Zeile wird Der Leser zum Mitgeh en gezwungen. — Dalerian Tornius: Land Der Tränen, Schicksale in Sibirien. Verlag Gustav Weise, Berlin. — (64) — Die Weite des russischen Landes ist es wohl, Die dem Russen Den Blick gab für Die unermeßlichen Flächen im Osten und Norden feiner Heimat. Dorthin ging fein Sehnen. Dort glaubte er auch ungeheure Reichtümer' aufgesammelt zu finden. So war es fast Naturgesetz, daß zunächst russische Kaufleute und Dann die Kosaken Sibirien für das russische Reich eroberten. Und doch ist dieses Sibirien das Land Der Tränen geworden. Viele Jahrhunderte hindurch wurden oft Die Besten des russischen Volkes dorthin verbannt. Minister, Günstlinge Des Zaren, große Feldherren treten nach ihrem Sturz Den Weg Des Leides an und teilen ihn mit Tausenden und aber Tausenden einfacher Menschen aus Dem Volk, Die auf bloße Verdächtigungen hin in das weiße Elend Sibiriens gesandt werden. So war es schon zu Der Zeit Iwan Des Schrecklichen, so ist es noch heute unter Der Herrschaft der Bolschewisten. Die Geschichte dieses Landes, die Schicksale Der Menschen, Die Dort, fern aller westlichen Kultur leben muhten, schildert Tornius in diesem Buch ungemein fesselnd und ergreifend. — Paul Burkert: Weißer Kamps. Eigene Erlebnisse in Grönland. 79 Seiten mit 32 Schwarzweiß-Aufnahmen und einer Naturfarbenphotographie des Verfassers. Gustav Weise Verlag, Berlin. — (67) — Dr. Paul Burkert war Teilnehmer und später Leiter Der Deutschen Polarstation 1932/33, Dann Leiter Der Jslandexpeditionen 1934 bis 1936 und schließlich Leiter Der Grönlandexpe- Dition 1937. Liebe zur <5ad)e ließ ihn Die Gefahren polarer Kundfahrten auf sich nehmen. Seine Schilderungen sind eindrucksstark und lebendig. Die Schönheit Der Polarwelt wird zum Erlebnis gestaltet, Land und Leute für den Leser und Bildbetrachter festgehalten. War bei anderen Die Sportleistung Der Sinn ihrer Tat, so ist bei Burkert die Erreichung seiner Forscherziele Endzweck. „Weißer Kampf" ist ein Buch, Das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Deutsches Wörterbuch. — Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung, herausgegeben von Alfred Götze. Zwölfte Lieferung: Hanebüchen — heilig (Band 2, Lieferung 6). Dreizehnte Lieferung: Augentrost — Bank (Band 1, Lieferung 4). Vierzehnte Lieferung: Heim — Hirse (Band 2, Lieferung 7). Preis je 1 Mark. Derlah Walter de Gruyter & Co., Berlin 1938. — (575) — Im Jahre 1939 sind gleich Drei neue Lieferungen Des Trübnerschen Wörterbuches anzuzeigen, welches, wie Börries, Freiherr von Münchhausen bemerkt, „Das Zeug dazu hat, ein Familienbuch und ein Lesebuch zu werben". Man kann sich in Der Tat kein schöneres Ziel für ein Werk Dieser Art vorstellen. Aus Der zwölften Lieferung seien Die foIgenDen Wortgeschichten hervorgehoben: Hängen; Hanswurst; Hase; Haupt; Haus unD Zusammensetzungen; Heide; Heil. — Aus Der Dreizehnten, Die Den Anlaut A zu Ende fiihrt unD ein Stück Des B in Angriff nimmt, vor allem Die sehr zahlreichen Zeitwortzusammensetzungen mit aus-. Deren größten Teil Max GottschalD bearbeitet hat; weiterhin: August; Ausgabe; Ausgeburt; Ausland; Backbord, Backfisch; Ball; Bande. — Aus Der vierzehnten: Heimat; Heinzelmännchen; Heirat; Held; helfen; Hemd; her; Herd; Herr; Herz; heulen; Hexe; Himmel; Hirn. — Die Bearbeitung Des H wird nach Kräften gefördert und dürfte in Kürze beendet sein. Man stellt die drei neuen Lieferungen mit Befriedigung zu den schon vorhandenen und freut sich über Das rüstige Wachsen Des Werkes. Hans Thyriot. Götter und Helden Germaniens. — Eckart Peterich: Kleine Mytho- logie. Die Götter unD HelDen der Germanen, mit 8 Bildern. Preis in Ganzleinen 2,80 Mark, Sozietäts-Verlag in Frankfurt a. M. — (?) Der Verfasser Des Büchleins „Kleine Mythologie. Die Götter und Helden Der Griechen" versucht in seinem neuen Buche das, was er auf dem Gebiet der Götterlehre erprobt hatte, nun auch im germanischen Bereiche Durchzuführen: in knappster. Doch anschaulich-bildhafter Sprache Das zu erzählen, was jeder von Den Göttern und Helden unserer Vorfahren wissen sollte. Die Quellen zur germanischen Altertumskunde fließen leider nicht so reich wie jene, aus Denen wir Die Kenntnis Des hellenischen Mythos schöpfen können. Dafür besitzen wir aber in Der EDda ein Werk von wunderbarer Fülle und sprachlicher Gewalt, worin alles für Den altnordischen Glauben wirklich Bedeutsame zusammengefaßt ist. Der Verfasser hat den Götterglauben der Germanen im wesentlichen als eine gedankliche und religiöse Einheit behandelt und verzichtet auf etwa mögliche Deutungen. Wir hören, wer diese Götter und Helden Der Germanen sind, was sie erleben und erleiden. Die grundlegenden Mythen vom Weltengeschick und Der Götterdämmerung sind ausführlich behandelt worden, ebenso Die Charakteristiken Der großen Götter. Unter den Heldensagen wurden nur Die echt germanischen und heidnischen eingereiht. Verse Der Edda leiten jedes Kapitel ein, gewissermaßen als dichterische „Illustration" des Erzählten, einige Bilder nach wichtigen Denkmälern aus der germani» scheu Vorzeit ergänzen Den Text. Diesem schließt sich ein besonders sorgfältig gearbeitetes alphabetisches Inhaltsverzeichnis an, Das auch eine Reihe von Namen und Begriffen erklärt, Die im Text nicht erwähnt werden konnten. Dem, Der mehr wissen will, helfen zweckmäßige Literaturangaben. Ein kurzes Vorwort versucht außerdem, Den Leser in einige Die germanische Religionsgeschichte betreffende Probleme, in Den großartigen Tiefsinn Dieser Sagenwelt ein« zuführen. Bon Fliegern und der deutschen Fliegerei. — Theo Osterkamp: D u oder ich. Deutsche Jagdflieger in Höhen und Tiefen. 274 Seiten. Albert Nauck 6- Co., Berlin. — (476) — Hier erzählt ein hervorragender Flieger von seinem Beruf, vom Fliegen und vom Kampf in der Luft, unD er tut Das auf seine höchst eigenwillige Art. Als Der Krieg vorbei unD Die Luftwaffe zerschlagen war, mußte auch Osterkamp feststellen, Daß aus Der soldatischen Aufgabe ein Beruf geworden war. So zog er, wie viele seiner Kameraden, im Dienst Der selbst gestellten Aufgabe über Die Flugplätze Europas und Amerikas, bis von neuem Der Ruf des Vaterlandes an ihn erging. Dazwischen lag ein abenteuerliches Leben, mit Dem uns Osterkamp auf feine Weise bekannt macht. Heute steht er in der neugeschaffenen Luftwaffe Deutschlands auf wichtigem Posten. — Wolf Hirth erzählt. Die Erlebnisse unseres erfolgreichen Meister-Fliegers. Herausgegeben von Rolf Jtaliaander. Mit einem Vorwort von Elly Beinhorn-Rosemeyer. 215 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Gustav Weise Verlag, Berlin. — (66) — Wolf Hirth ist als einer Der hervorragendsten deutschen Sportflieger nicht allein in seinem Vaterland, sondern in Den internationalen Flieger kreisen berühmt. Er ist der einzige Deutsche, der Die höchste deutsche fliegerische Auszeichnung, Den Hindenburgpokal, zweimal erhielt. In diesem Buch erzählt er aus seinem abenteuerlichen Fliegerleben. Er führt uns in seinen von Rolf Jtaliaander geschickt zusammengetragenen Erzählungen durch Europa, Nordamerika, Südamerika, Japan und Afrika. Er berichtet von seinem aufsehenerregenden Segelflug über Neuyork, wie von Der ersten Ileber- fliegung des feuerspeienden Vulkans Asama (Japan), von aefährlichen Motorradfahrten und von feinen Forschungsarbeiten auf dem Gebiete Der Flugtechnik. Das Buch liegt nun in einer um Den halben Umfang erweiterten Ausgabe vor, die auch viele neue Bilder bringt, — E i n Buch von Der neuen Luftwaffe. Don Major Herrn. ADler. (Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 160 Seiten Großformat, mit zahlreichen Bildern. Seinen 4,80 RM.) — 542. — Ein vortreffliches Buch für unsere jungen Männer und für die Heranwachsende männliche Jugend, sehr interessant aber auch für alle alten Soldaten, überhaupt für jeden, Der sich mit unserer Wehrmacht und besonders mit unserer Luftwaffe irgendwie verbunden weiß. Offizier und Unteroffizier, Fallschirmjäger und Flakkanonier, Bordfunker unD Kampfflieger haben ihren Beitrag geleistet zu Diesem Werk, Das aus Den reichhaltigen Quellen Des Archivs im Reichsluftfahrtministerium schönste, packende Bilder zeigt und in seinem Text anschaulich unD fesselnd ist. Wie ein buntbewegter Film rollt Das Leben unserer Flieger vor uns ab: Vom Tag Des Einrückens bis zum ersten stolzen Alleinflug, vom Wecken bis zum Zapfenstreich. Wir gewinnen Einblick in Die Geschichte der Fliegerei, lernen Aufbau, Gliederung, Spezialtruppen, technischen Stand und Einsatzbereitschaft kennen; der zukünftige Rekrut erfährt, welche Laufbahnmöglichkeiten ihm offenstehen; er kann sich schon vorher unterrichten über alles, was er einmal wissen muß von Uniformen, Abzeichen, DienstgraDen, Flugformationen und Erkennungszeichen Der Flugzeuge. Aus dem Bilderteil und Den prachtvoll lebendigen Stimmungs- und Erlebnisberichten wird jeder Deutsche Junge und 'Mann einen wirklichen Eindruck von Leben und Dienst bei der Luftwaffe gewinnen. Dem Buch geben wir unsere beste Empfehlung. Möge es vor allem bei der Jugend eifrige Leser finden, Die sich dadurch veranlaßt sehen mag zum Dienst in unserer herrlichen Luftwaffe. — Grundlagen Des Flugwesens. 1. Schulungsheft Der „Volksbücherei Der Luftfahrt". Von Dipl.-Jng. Karl WolfraM 112 S. mit 120 Abb. und Zeichnungen. Preis 1,40 Mark. Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion / Potsdam. — (42) — Hier ist Das ganze Gebiet Des Flugwesens so übersichtlich und einleuchtend Dargestellt, Daß man mit Recht von einer idealen Schulung sprechen kann. Ein kurzes Einleitungskapitel teilt alles Wissenswerte über Die Geschichte der Lustfahrt von Der Vorzeit bis zur Gegenwart mit. Dann werden Die wichtigen technischen Hilfsgebiete behandelt. Es folgt eine vorbildliche Einführung in Die Strömungslehre. Wirkungsweise unD der Bau Der Luftschraube werden erklärt, Die Baugruppen Des Flugzeugs werden eingehend Dargestellt; eine treffende Abhandlung gilt den Bordinstrumenten, Dann den Wersttoffen Der Flugzeugzelle, und abschließend erfolgt Die Einteilung Der Flugzeuge und Die Darstellung Der Flugzeugtypen. Diese Stoffülle wird so anschaulich gemacht, Daß auch dem. Der keine besondere Vorbildung hat, das Lernen leicht fällt. 120 Abbildungen, Photographien, Zeichnungen, Schemabilder unD graphische Darstellungen sind ein wesentliches Hilfsmittel zur Abneigung des Stoffes. Für die Frau. — Handgearbeitete Kleider, Kostüme, Mäntel unD Hütchen, gestrickt oder gehakelt, bilden eine wertvolle Ergänzung zur Ausstattung Der modernen Frau. Ein hübsches Sport- oder Nachmittagskleid mit ergänzendem Cape oder Jacke findet man in Dem neuen Beyer-BanD Nr. 405 „Schöne Kleider und modische Kleinigkeiten" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,— Mark.) Kleider, die man gern noch tragen möchte, lassen sich auch mit reizenden gehäkelten oder gestritten Garnituren — Kragen, Aermelaufschlägen und Westchen — sowie kleidsamen Ansteckblumen aus Filz oder in einfacher Häkelarbeit modisch neu gestalten. Alle Strick- öder Häkelmuster werden durch große Arbeitsproben mit Beschreibungen noch genau erklärt. Das Heft enthält über 30 Modelle, dazugehörige Beschreibungen und Schnitte. * — Originaltrachten aus der Ostmark, unbeeinflußt von der jeweiligen Moderichtung, bringt in reicher Auswahl Beyer-Band 409 „Sck eirifche Trachte n j a ck e n" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 50 Pf.) Die abgebildeten Jacken, Strümpfe und Stutzen für Frauen, Männer und Kinder zeigen teils einfache Grundmuster und Zopfmuster, teils kunstvolle Zugmaschenmuster. Ihre Herstellung bietet an Hand Der ausführlichen Beschreibungen und Der auf Dem Beilagebogen gegebenen Muster, Proben und Schnitte keine Schwierigkeiten. ♦ — Buben und Mädel tragen gern Strick- oder Häkelkleidung, weil sie hübsch aussteht und praktisch für Die Schule und zum Spielen ist. Nette Kleidchen, Anzüge, Pullover, Jacken und Spielhs-cken bringt Der Beyer-Band 403 „W ollarbeTken für Bub und Mädel" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,— Mark.) Besonders hübsch find Die Badeanzüge, Bade- und Spielhöschen in Den neuartigen Strick- und Häkelmustern, zum Tell mit luftigen Figuren und Tieren besttckt. Das Heft enthält 35 verschiedene Modelle, dazu Beschreibungen, Arbeitsproben und Schnitte. ♦ — Für Das Jüngste Jäckchen, Häubchen, Mäntel und Mützchen, Kleider und Höschen kann man mit wenig Mühe selbst stricken oder häkeln. „Wolle für den Säugling" heißt der neue Beyer-Band Nr. 402 (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,50 Mark.), Der 80 Modelle, vom Lätzchen bis zum Mantel unD Mützchen, zeigt und zu jeder Abbildung eine genaue Beschreibung, Arbeitsprobe und Schnitt bringt. Oer eg zum Volksflugzeug. OieMotorisierung in der Lust. - Neutschland führt im Kleinflugzeugbau. Kürzlich konnte die deutsche Luftfahrt auf luftsportlichem Gebiet einen hervorragenden Erfolg verzeichnen, indem das Kleinflugzeug „Student" der Bücker-Flugzeugwerke mit einem 50=PS - Zündapp-Motor mit einem Fluggast an Bord eine Flugstrecke von 1000 Kilometer in fünfdreiviertel Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 172 Kilometerstunden zurücklegte. Damit sind alle Rekorde, die bisher vom Kleinflugzeugbau im In- und Auslande erreicht wurden, weit überboten worden. Während die meisten Verkehrsträger — nennen wir die Eisenbahn und das Auto — ihre Fortschritte im wesentlichen auf konstruktionsmäßige und technische Verfeinerungen beschränken, ist im Flugzeugbau eine entwicklungsmäßige Begrenzung noch nicht zu erkennen, sowohl in der Fortkonstruktion der einzelnen Typen wie in der Eroberung des Raumes, dessen nächste Etappe die Stratosphäre als Idealzone für den Schnellverkehr von mehr als 1000 Kilometerstunden bildet. Doch ist es nicht nur das Ziel der Luftfahrt, große Verkehrsflugzeuge und Kampfflugzeuge zu bauen. Vielmehr erfährt auch der Kleinflugzeugbau, die „Maschine des kleinen Mannes, eine systematische Weiterentwicklung. Wie die Kraftfahrt den Gedanken der Motorisierung im wesentlichen daraus richtet, durch Schaffung des Volkswagens allen Schichten der Bevölkerung den Erwerb eines Autos zu ermöglichen, ist es für die Zukunft der Luftfahrt selbstverständlich, daß die Zahl der Menschen, die fliegen können und ein eigenes Flugzeug besitzen, wesentlich größer werden muß als heute. Wenn auch der „private Flug- z e u g b e st a n d", um einmal diesen Ausdruck zu prägen, niemals den Umfang des Kraftwagenbesitzes erreichen kann und wird — schon deshalb nicht, wLil nicht jeder Mensch als Flieger geboren ist — so wird doch der Prozentsatz der fliegerisch ausgebildeten Personen sich ganz erheblich steigern. Daß für die nächste Zukunft dabei das Privatflugzeug — worunter selbstverständlich nur Kleinflugzeuge zu verstehen sind —, ein alltäglicher Begriff wird, steht außer Zweifel. Phantasiereiche Schriftsteller haben schon oft das Zukunftsbild vom Landeplatz auf dem Dach des Hauses skizziert. Amerikanische Städtebauer planen allen Ernstes die Errichtung von Luftbahnhöfen inmitten der Städte. Ohne auf solche extravaganten Theorien einzugehen, wird man doch sagen dürfen, daß diese Gedankengänge eines Tages nüchterne Wirklichkeit werden. Wir haben heute schon Flugzeuge, die, wie der Fieseler-Storch, auf einem engbegrenzten Raum senkrecht starten und landen, und es wird kaum konstruktionsmäßige Schwierigkeiten machen, die Prinzipien, die beim Fieseler-Storch angewandt werden, auf bas7 kommende Dolksflugzeug zu übertragen. Die hervorragenden Leistungen im Kleinflugzeugbau, die mit dem Bücker-Student wieder eine Bestätigung erfahren haben, lassen keinen Zweifel darüber, daß das technische Problem des Volksflugzeugs bereits gelöst ist. Auch die wirtschaftliche Seite läßt keine größeren Schwierigkeiten erwarten. Wie man heute den Volkswagen zu einem Preise herstellt, den jeder Volksgenosse aufgrund des gegebenen Zahlungsplanes erschwingen kann, so wird man in absehbarer Zeit auch Kleinflugzeuge zu durchaus tragbaren Preisen konstruieren. Wenn heute ein Kleinflugzeug als Sportmaschine noch 2000 bis 4000 Mark kostet — vor einigen Jahren noch der selbstverständliche Preis für ein Auto von der jetzigen Qualität des Volkswagens — warum sollte es in absehbarer Zeit nicht möglich sein, auf dem Wege der Serienherstellung auch Keinslugzeuge für 700 bis 1000 Mark zu bauen? Eine wesentlich wichtigere Frage ist die f l i e - ae rische Ausbildung von Kleinflugzeugbesitzern. Viele, die gern fliegen möchten, und auch wirtschaftlich in der Lage sind, ein Privatflugzeug zu erwerben, entsprechen ihrer körperlichen Konstitution nach nicht den besonderen Anforderungen des Piloten. Schon deshalb wird die Motorisierung in der Lust nicht die Ausmaße erhalten, wie sie die erdgebundene Motorisierung erstrebt. Für die fliegerische Ausbildung von Privatpersonen sind in der letzten Zeit die verschiedensten Einrichtungen geschaffen worden. Es gibt nicht nur eine Reihe Motorfliegerschulen des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, in denen junge Leute eine abgeschlossene Ausbildung erfahren, sondern man hat, um auch älteren, beruflich tätigen Personen den Erwerb des Pilotenscheins zu ermöglichen, jetzt in den verschiedenen Gruppengebieten des NSFK. zusätzlich Motorfliegerschulen eingerichtet, in denen Personen aller Altersgruppen — sofern die ärztlichen ijyter- suchungen die Eignung nachgewiesen haben — in Wochenendkurfen gegen eine bestimmte Gebühr den einfachen Pilotenschein erwerben können. Es ist bezeichnend, daß die ersten Kurse dieser Art, die in den letzten Wochen eingerichtet worden sind, sofort besetzt waren, und zwar von Menschen im Alter von 30 bis 50 Jahren, die im festen Beruf stehen und bisher noch keine fliegerische Ausbildung erfahren hatten. Die personellen Voraussetzungen für eine Erweiterung der Sport- und Privatfliegerei sind also durchaus gegeben. Das kommende Volksflugzeug ist nicht als ausgesprochene Dergnügungsangelegenheit zu betrachten, sondern wird auch wichtige privatwirtschaftliche Interessen verwirklichen. Vor einigen Jahren kam schon die Messerschmitt-Taifun heraus, das Ideal einer schnellen und komfortablen Reiseflugmaschine. Diese Maschine, die wegen ihrer hervorragenden Qualitäten stark von der Luftwaffe benutzt wird, dürste von der übrigen Luftfahrtindustrie in ähnlichen Typen herausgebracht werden und wird als die Maschine des Kaufmanns und Wirtschaftlers für Geschäftsreisen den Park der Privatflugzeuge erheblich erweitern. Bemerkenswert ist bei dem bestehenden internationalen Wettbewerb hinsichtlich des Kleinflug- zeugbaues und seiner wirtschaftlichen Realisierung, daß Deutschland innerhalb von drei Jahren den weiten Vorsprung, den die USA. und auch England auf diesem Spezialgebiet hatten, eingeholt und jetzt mit der Konstruktion des Bücker-Student erheblich übertroffen hat. Bü. Toten, während sich zwei Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm retten konnten. Sandsturm an der libyschen Küste. Ein aus der Sahara kommender S a n d st U r m wütet an der libyschen Küste. Jeder Flugverkehr mußte eingestellt werden. In Tripolis erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde und verhinderte jede Sicht. Amerikanischer Bankräuber in Rumänien verhaftet. Der Polizei in Jassy (Rumänien) ist es gelungen, den gefährlichen amerikanischen Bankräuber Dixie Seron festzunehmen, der wegen seiner verwegenen Banküberfälle in Amerika den Beinamen Eapone Nr. 2 führt. So hat Deron z. B. einmal in wenigen Augenblicken aus der Kaste eines großen amerikanischen Bahnhofs 130 000 Dollars geraubt und einen Detektiv, der ihn festnehmen wollte, niedergeschosten. Als ihm schließlich drüben der Boden zu heiß wurde, begab er sich nach Europa. Die amerikanischen Behörden kabelten seinen Steckbrief an alle europäischen Hauptstädte. Vor kurzem erhielt man bestimmte Hinweise darauf, daß Deron sich in der Moldau-ProviM in Bessarabien und der Bukowina aufhalte. Auf Weisung aus Bukarest verstärkte man die Nachforschungen und konnte den Gangster schließlich in Jassy festnehmen. Blühender Apfelsinenbaum am Rhein. Ein Einwohner aus Oberwesel hatte vor dreizehn Jahren mehrere Apfelsinenkerne in seinem Garten in den Boden gelegt, die überraschend keimten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein Apfelsinenbäumchen. In diesem Frühjahr trat nun das außergewöhnliche Ereignis ein, daß dieses Apfelsinen- bäumchen zum ersten Male Blüten zeigte. Ein blühender Apfelsinenbaum in Freikultur gehört in unseren Regionen zu den großen Seltenheiten. Deutschland jetzt größter Radiumproduzent Europas.. Die Radiumoorkommen in Sudetendeutschland, die seit dem Herbst 1938 zum Großdeutschen Reich gehören, haben uns zum größten Radiumerzeuger m Europa gemacht. Die Erzeugung der Gruben hatte sich 1932 auf 3,75 Gramm Radiuminhalt belaufen; sie stieg dann bis auf 5,02 Gramm in 1936. In den beiden folgenden Jahren reduzierten die Tschechen die Radiumproduktton auf 3,5 und auf etwa 3,0 Gramm. Für das laufende Jahr 1939 rechnet man hingegen mit einer kräftigen Steigerung bis auf wiederum über 5 Gramm. „Gegen -es Meeres." Am Samstagmittag wurde in Hamburg in Anwesenheit des Reichsbauernführers und Reichsministers Darre die Erste Deutsche Fischerei- und Walfang-Ausstellung „Segen des Meeres" der Oef- fentlichkeit übergeben. Eine Fülle von Eindrücken empfängt den Besucher in den fünf großen Hallen der Ausstellung. Vertreten sind: die Hochseefischerei, die Küstenfischerei, die Binnenfischerei mit den Fischzuchtbetrieben, die Fischsalzerei und die Klippfischbetriebe, die Fisch und Fischteile verarbeitenden Industrien, also die Konserven-, Marinaden- und Räuchereibetriebe, weiter der Fischgroßhandel, der Fischeinzelhandel, das ambulante Gewerbe und der deutsche Walfang. Alles in allem spiegelt sich hier die Arbeit der Wasserkante im Dienst des Vierjahresplans wieder. Die Halle 1 zeigt die Grundlagen der deutschen Fischwirtschaft und des deutschen Walfanges. Sie ist so angeordnet, daß der Besucher nicht in einer Fülle von Material zu suchen hat, wohin er sich wenden muß, sondern geführt wird, angefangen von dem bis zur Hallendecke gehenden Halbrund, das mit Photos und Kühlbecken den „Segen des Meeres" zeigt, über den originalgetreuen Fischdampfer bis zur „Kühlkette", einer Darstellung, die mittels Panoramen und beweglicher Modelle den Weg des Fisches vom Meer bis zum Verbraucher darstellt. In Halle 2, einem mit einer Tonnendecke ausgestatteten Raum, wird der Besucher an die Salztonnen der Tankflotte herangeführt und im Ausgang stößt er auf ein Modell der neuen Hamburger klbhochbrücke und der Neubauten am Elbufer. Das führt hinüber zu den Modellen und dem An- chauungsmaterial der führenden deutschen Fischereihäfen von Cuxhaven, Hamburg und Wesermünde und der im Zuge der neuen Elbhochbrücke entstandenen Fischereistadt Finkenwärder. Hier in dieser Halle sind auch die Stände der dem Fischfang nahestehenden Industrie untergebracht. In der Halle 3 zeigen die Firmen der Kälteindustrie und der Fischoerarbeitungsmaschinenindu- ftrie ihre Erzeugnisse. Diele Möglichkeiten in der Praxis, verfeinert nach den Methoden und Unterschieden nach dem Zweck der Verarbeitung zeigt die Halle 4. Sie gibt einen Ueberblick über einen neuzeitlich ausgeftattenen Betrieb. Man sieht die nach hygienischer und ernährungswirtschaftlich sowie nahrungswirtschaftlich einwandfreien Gesichtspunkten durchgeführte Verarbeitung des Fisches zur Räucherware, zu Konserven und Marinaden. Dazu kommen in Halle 5, die zu einer Ladenstraße mit Verkaufsbuden und Pavillons, von Zelldächern und Markisenstoffen überdacht, hergerichtet wurde, alle Hilfsmittel für die Fischkonservierung. Alles das sind Dinge aus der Praxis für die industrielle und handelsmäßige Praxis der Gegenwart. Aber auch dieser so wichttge Teil der Er- nährungswirtschast ist in die vorausschauende Planung des Dierjahresplanes eingeordnet. Aus diesem Grunde zeigt eine besondere Ausstellung „Vier- j a h r e s p l a n" im Obergeschoß der Ausstellungsräume die neuen Wege und die Erfolge aus der Verwertung des Fisches für neue Rohstoffe. Zum Schluß unseres Rundganges versäumen wir nicht die Besichttgung des Freigeländes. Hier wird den Besuchern in naturgetreuer Nachahmung ein Wal von 30 Meter Länge (Blauwal) gezeigt. In kurzen Abständen sieht man auch die hohe Wassersäule auffteigen, die der Wal bei seiner Atmung ausstößt. Ferner sind auch der neueste Typ des Kühlwagens der Reichsbahn und die verschiedenen Mschversandbehäller zu sehen. Wirtschaft. Aus aller Well. Oie lleberreste der Gchröder-Gtranr-Expedition. Als vor kurzem die Deutsche Antarkttsche Expeditton von ihrer erfolgreichen Südpolarfahrt in die Heimat zurückkam, wurde in allen Berichten auch daran erinnert, daß der Leiter dieser Expeditton, Oberregierungsrat A. Ritscher, vor einem Vier- telsahrhundert Kapitän der letzten deutschen Polarexpedition vor dem Weltkriege, der Schröder- Stranz-Expedition, gewesen ist. Unter denen, die die heimkehrende Expeditton in Cuxhaven und Hamburg begrüßten, befand sich auch der andere noch lebende Teilnehmer der verunglückten Schröder-Stranz-Exp^ition, Dr. H. Rüdiger, heute stellvertretender Leiter des Deutschen Aus- land-Jnstttuts, Stuttgart. Dr. Rüdiger hat während des letzten Winters die 1937 und 1938 an der Nordküste des Nordostlandes von Spitzbergen geborgenen Expedittonsüberreste, die im Deutschen Museum für Länderkunde in Leipzig aufbewahrt werden, zu untersuchen Gelegenheit gehabt und berichtet über das Ergebnis ferner Untersuchung und die daraus möglichen Schlußfolgerungen eingehend in „Peter- manns Geographischen Mitteilungen". Rüdigers Aufsatz führt den Nachweis, daß es sich bei den Funden tatsächlich um die Ueberrefte der Ausrüstung der Schröder-Stranz-Cxpedition, d. h. der feit dem 15. August 1912 verschollenen Boots- und Schlittengruppe dieser Expeditton, handelt, und daß der Fundort ein Zwischenlager darstellt, von dem die vier Männer den Weitermarsch angetreten haben. Wo und wie ihr Schicksal sich dann erfüllt hat, bleibt auch weiter in Dunkel gehüllt. Der Aufsatz klärt mit seiner exakten Schilderung und erschöpfenden Beweisführung das Schröder-Stranz-Pro- hlem soweit, als es im Augenblick möglich ist. „Tag des deutschen Rechts." Der NS. - Rechtswahrerbund (NSRB.) veranstaltet vom 19. bis 21. Mai in Leipzig den ersten großdeutschen Rechtswahrertag, an dem über 20 000 Rechtswahrer aus allen Gauen des Großdeutschen Reiches teilnehmen werden. Auf dieser Tagung sprechen neben dem Reichsrechtsführer Reichsminister Dr. Frank die Reichsminister Dr. Gärtner, Dr. Ohnesorge, Rust und Dr. Seyß - Jnquart, Reichsleiter B o u h l e r, Reichsstatthalter H e n l e i n , die Gauleiter Bohle und Dr. Meyer sowie zahlreiche hervorragende Vertreter des in- und ausländischen Rechts. Mit der Reichstagung ist eine Ausstellung „Volk und Recht" verbunden, mit der der Versuch gemacht wird, die Beziehungen des Volksgenossen zum Recht in anschaulicher Form darzustellen. — Die acht Reichsgruppen des NSRB. werden in Sonder- tagungen berufsständische Fragen behandeln, 1 ferner sind einige öffentliche Kundgebungen vorgesehen. Pfihner-Fest in Frankfurt. Zu Ehren des Komponisten Hans P fitz ne r, der am 5. Mai seinen 7 0. Geburtstag feiert, veranstalten die Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main ein Pfitzner-Fest. Die Deranstaltungsfolge wird eingeleitet Wit der Erstaufführung der „Rose vom Liebesgarten". Es folgen „Der arme Heinrich", ein Chorkonzert „Von deutscher Seele" und ein Liederabend, veranstaltet vom Arbeitskreis für neue Musik; die Aufführung „Das Herz", ein Symphoniekonzert der Frankfurter Museumsgefellfchast und „Palestrina" bilden den Abschluß. Ein Kunststoff-Institut in Frankfurt. Die neugeschaffene Reichsforschungsstelle zfür Kunststoffe hat sich entschlossen, ihr Institut nach Frankfurt a. M. zu legen. Für das Institut wird ein Neubau in der Nähe des Chemischen Institutes der Unversität errichtet. Das neue Forschungsinstitut wird eine ständige Ausstellung beherbergen, in der die Kunststoffe und ihre Verwendungsmöglichkeiten gezeigt werden. In den Laboratorien sollen neue Kunststoffe entwickelt und vorhandene verbessert werden, auch wird hier die zweckmäßigste Verwendung der Kunststoffe ausprobiert werden. Zwei jugendliche Paddler ums Leben gekommen. Bei Kassel ereignete sich auf der Fulda ein tödlicher Unfall. Zwei jugendliche Paddler im Alter von 17 und 19 Jahren versuchten mit ihrem Boot gegert die Strömung eines Walzenwehres anzu- rämpfen. Das Paddelboot wurde vom Strudel ersaßt und in die Tiefe gerissen. Alle Versuche der jungen Leute, an die Oberfläche zu kommen, scheiterten an der mächtigen Saugwirkung des Strudels am Wehr. Erdbeben in Japan. Die Akita-Provinz in Nordwest-Japan wurde von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Die Bevölkerung begab sich ins Freie. Es kam zu bedeutenden Verkehrsstörungen. Auch werden Hauseinstürze gemeldet. Die Erdstöße sollen die schwersten seit 25 Jahren sein, die in dieser Provinz auftraten. Wie das Observatorium in Tokio meldet, entstand das Erdbeben durch verttkale und horizontale Verlagerungen des Meeresbodens. Riesenbrand vernichtet ein schwedisches Sägewerk. In einem der größten und modernsten Sägewerke Schwedens in Norrland brach ein Großfeuer aus. Umfangreiche Holzlager sowie die Sägewerksanlagen wurden völlig vernichtet. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen. Menschen sollen nicht zu Schaden gekommen sein. Die Ursache des Riesenbrandes konnte noch nicht ermittelt werden. Neun Tote beim Absturz eines französischen Flugzeugs. Ein französisches Verkehrsflugzeug der Linie Dakar—Casablanca ist im Gebirge in der Nähe von Argana (150 Kilometer südlich von Marrakesch und 100 Kilometer nordöstlich von Agadir) abge» stürzt. Neben den drei Mann der Besatzung befanden sich sechs Fluggäste an Bord. Sämtliche neun Insassen sind ums Leben gekommen. Mißgeschick eines türkischen Fluggeschwaders. Die sieben türkischen Militärflugzeuge, die Tehe- ran aus Anlaß der Hochzeitsfeiern des Kronprinzen von Iran besuchten, gerieten auf dem Rückfluge über der nordwestiranischen Provinz Aserbeidschan in Nebel und Sturm. Nur eine Maschine erreichte den türkischen Heimathafen Diarbekir, eine zweite konnte nach Teheran zurückkehren. Zwei weitere Maschinen notlandeten bei Täbris, eine andere bei Ardabil. Die sechste Maschine verunglückte bei der Notlandung in der Nähe von Meschkinschahr und verbrannte, wobei ein Mann der Besatzung getötet wurde. Das siebente Flugzeug stürzte bei Meschkinschahr ab. Auch hierbei gab es einen Vhein-Mainische Börse. rNittagsbörse Aktien abbröckelnd. Frankfurt a. M., 2. Mai. Die Börse eröffnete den vorbörslichen Erwartungen entsprechend mit ehr stillem Geschäft. Kundenaufträge lagen fast nicht vor, so daß sich allgemein stärkere Zurückhaltung einstellte, die in Verbindung mit den am Monats- begiyn vorliegenden Genehmigungen nichtarischer Verkäufe am Aktienmarkt einen leichten Kursdruck verursachte. Von den führenden Papieren konnten sich IG. Farben mit 148,75 (149) verhältnismäßig behaupten, während am Montanmarkt Hoesch auf 108 (108,65), Mannesmann auf 106.50 (107,25) und Verein. Stahlwerke auf 103 (103,75) nachließen. Nachfrage fanden dagegen Laurahütte zu 14,40 bis 14,50 (13,75). Maschinen- und Motorenwerke bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Im übrigen kamen von den zunächst nur wenig notierten Papieren u. a. Reichsbank mit unverändert 178,50, AG. für Verkehr mit unverändert 121, Gesfürel mit unverändert 136, Kali Salzdetfurth mit 135 (134,25) und Mainkraftwerke mit 90 (89,60) zur Notiz. Das Renten ge schäft bewegte sich in engen Bahnen, größere Abweichungen als von etwa 0,13 bis 0,25 v. H. traten kaum auf. Reichsaltbesitz 131,90 (132), Dykosama I unverändert 135,25. Im Freiverkehr Kvmmunal-Umschuldung 93,40 (93,45). lieber die heute aufgelegte fünfprvzenttge Schluchseewerk- Anleihe zu 100 Prozent wird von einem sehr günstigen Zeichnungsergebnis berichtet, einige Institute find schon am ersten Tage ausverkauft. Die amtlich notierten Industrie-Anleihen bröckelten fast durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. ab, nur 6 v. H. IG. Farben 122,25 (122). Stadtanleihen, Pfandbriefe und Kom- munal=Dbligationen bei kleinem Geschäft behauptet, von Liquidationspfandbriefen Frankfurter Pfandbriefbank 100,75 (100,65) und Rheinische 101,10 (101). In der zweiten Börsenstunde ruhte das Geschäft fast völlig. Zweite Notierungen erfolgten nur ganz vereinzelt: Reichsaltbesitzanleihe 131,75 nach 131,90, IG. Farben 148,50 nach 148,75, Mannesmann 106,25 nach 106,50, Hoesch 107,50 nach 108; recht matt AEG. mit 115 bis 114,50 nach 116,25 am Samstag, ebenso von erst später notierten Papieren BMW. mit 146,50 (148,13), Demag mit 142,25 (143,90) und Junghans mit 96,25 (97,40). Anderseits weiter erhöht Deutsche Linoleum mit 162 (161,25). Im Fr eiverkehr lagen Dingier Maschinen mit 116 (117) etwas ruhiger, Growag gingen mit 82,50 (83) um. Tagesgeld nach dem Ultimo wieder leicht mit 2,25 (2,75) v. H. Abendbörfe zurückhaltend. Die bereits den Mittagsverkehr kennzeichnende starke Zurückhaltung herrschte auch in vollem Umfange an der Abendbörse, an der Abschlüsse nur ganz vereinzelt zustande kamen. Es lagen wieder kaum Aufträge vor, anderseits hielten sich auch die Abgaben in engen Grenzen. Die überwiegend nominell festgesetzten Kurse am Aktienmarkt wiesen nur wenig Abweichung auf, wobei jedoch leichte Abschläge in Anpassung an Berlin vorherrschend waren. Stärker ermäßigt waren nochmals Demag mit 141 (142,50). Von den führenden Papieren waren Mannesmann mit 105,75 (106,25) angeboten, Verein Stahl stellten sich auf 102,75 (103), Buderus auf 105,50 (106), Rheinstahl auf 136,25 (136,50) und IG. Farben auf unverändert 148,50. Sonst gingen Adlerwerke auf 107,75 (108,25), Bemberg auf 137,50 (138), Berger Tiefbau auf 146,75 (147), Holzmann auf 146 (146,50), Deutsche Erdöl auf 124,25 (124,65) und Westdeutsche Kaufhof auf 104 (104,50) zurück, anderseits MAN. 0,25 v. H. höher gefragt mit 143. Bankaktien notierten wie mittags, Commerz- und Dresdner je 105,50, Deutsche 112, Frankfurter Hyp. 104,50 und Reichsbank 178,50. Am Rentenmarkt zeigte sich Interesse für verschiedene im Freiverkehr gehandelte Industrie- Obligationen, von denen 4,50 v. H. RWE. mit 94,90, 4,50 v. H. Vorarlberger Jllwerke mit 94,75 und 5 v. H. Klein, Schanzlin mit 99,75 bewertet wurden. 6 v. H. IG. Farben bröckelten 0,13 v. H. ab auf 122,13, Kornmunal-Umschuldung hörte man mit unverändert 93,40. Rundfunkprogramm Donnerstag, 4. Mai. 5 Uhr: Frühmustk. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.10: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk. Volksliedsingen, Wiederholuna Liederblatt 2. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagswnzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 14.45: Für unsere Kinder: „Der verborgene Schatz der Elster". Manuskript: Paula Walendy. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Wer ist geschäftsfähig? 3. Der Personalchef hat das Wort! 18.30: „Altes Handwerk — alte Kunst". — Die Hanauer Goldschmiede. — 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: „Unser singendes klingendes Frankfurt". 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. „Don afrikanischen Heil- und Medistnpflan« zen". 22.30 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik. Freitag, 5. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Von Königsberg: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps 5. Marine- Art.-Abt. Pillau. 7: Nachrichten. 8: Uebertragung nach Stuttgart: Wasserstandsmeldungen. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Fährt ein Schifflein über'n See". 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Orchester Hermann Haaestedt. 9.30: Nur Koblenz-Trien Nachrichten. 10: 'Schulfunk. Alfred Krupp, ein Freund des deutschen Arbeiters. Eine Hörfolge. 10.30: „Quäle nie ein Tier zum Scherz". Eine Hörfolge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Saarbrücken: Mittagskonzert I. Es spielt das Städtische Orchester Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Don Saarbrücken: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Bilder aus Rußland. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Wir fingen den Mai ein! Ausführung: Das Frauenterzett, der Männerchor und der gemischte Chor des Reichssenders Frankfurt. 19: Mein Weg zur Bühne: Emil Iannings. (Plauderei aus dem Buch: „Schauspieler erzählen".) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Schön ist die Welt? Großes Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30: Tanz und Unterhaltung. nt.102 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch. Z.Mai 1939 Aus Der Stadt Gießen. Der Maienmond. „Der May, lateinisch majus", — lesen wir bei einem alten Gelehrten der friderizianischen Zeit — „ist der fünffte Monath im Jahr und wegen seiner vielen Annehmlichkeiten der beliebteste. Einige wollen den Ursprung seines Namens von der „Majestät" herführen, weil sich die Herrlichkeit des Schöpfers kaum in einigem Monath so majestätisch, als in diesem offenbahret, da alles in Feldern und Wäldern grünet und blühet, wo Wiesen und Gärten mit mancherley schönen lebendigen Blumen schattieret einen lieblichen Geruch von sich geben, und Menschen und Thiere der angenehmen Zeit sich erfreuen." Wir stimmen — mehr als der Namensdeutung unseres Kalendermonates, die allzu schrullig ist — der Maibegeisterung jenes alten Perückengelehrten bei. Aber auch dieser wird der Bauer nur bedingt beipflichten. Allzu milde darf der Mai noch nicht sein. „Gut Ding will Weile haben", also auch Wachstum und Sommerlust. „Kühler Mai bringt Heu und G'streu (Stroh)", heißt es in Süddeutschland; und allgemein gelten Bauernregeln wie diese „Feuchter Mai verspricht mancherlei: Korn, Obst und Heu sowie Wein dabei!" Natürlich darf der feuchte Himmelssegen nicht gar zu reichlich rinnen; denn „Ist der Mai allzu naß, leert er Scheunen und Faß!" Dem entspricht der Wunsch des Landmannes, der sich in diesem Volksreim äußert: „Warme und Maienregen bringen uns Glück und Segen!" In schwäbischen Gauen sagt man: „Maierege in der Früh — git (gibt) Korn un Wein g'nu (genug)." Bemerkenswert sind einige bäuerliche Sprüche, die den Mai und das Maienwetter in ursächliche Beziehung zum März und seiner Witterung setzen. So sagt ein alter Orakelvers: „Märzenblüte — keine Güte! Maienblüte voller Güte!" Und weiterhin: „Märzenstaub und Maienregen kann man auf der Goldwaag' wägen!" Und in Württemberg gibt es diese klimatische Prophezeiung: „Mär- zenebel — Maiehägel!" Auch den Gewittern wendet man große Aufmerksamkeit zu. In Baden reimt man mit gutem Grunde: „Donnerts über dem kahlen Wald, wird's nochmal sechs Wochen kalt!" Da aber der Mai meist schon mindestens einen grünen Schleier trägt, hört man Maiendonner ganz gern rollen und betrachtet ihn mancherorts sogar als Zeichen großer Fruchtbarkeit. Ist doch der Donner Donars, des Bauerngottes, Sprache! Mit solcher Jdeenverbindung dürfte auch dieser Bauernbrauch im deutschen Osten Zusammenhängen: wenn der Landmann den ersten Donner des Jahres i m M a i hört, dann lehnt er sich mit dem Rücken fest an einen Baum. Nun wähnt er sich bei der sommerlichen Feldarbeit, zumal beim Schneiden in der Erntezeit, geschützt gegen Kreuzschmerzen! Ja, man denkt schon an die Ernte in diesen belebenden und segnenden Tagen! Am 1. Mai, der St. Walpurgis geweiht ist, sagt man: „Wenn an Walpurgis der Wald grünt, ist an Jakobi (25. Juli) Ernte!" Und in allemannischen Gegenden gilt diese Bauernregel: „Ist am ersten Maientag Reif gefallen, bringt es Segen den Früchten allen." An diesem Tage des 1. Mai, der auch noch Philippus und Jakobus (d. I.) im Kalender genannt wird, will man Sonne sehen. Ist schlecht Wetter, so erwartet man vor allem schlechtes oder doch wenig Viehfutter. Leider aber stimmt diese alte Volksweisheit: „Philipp und Jakob sind oft noch recht grob." Und dazu paßt die Beobachtung, die sich auf weitere Maiwochen bezieht: „Der Mai tut auch noch porta-Manetta. Don Frih Müller-partenkirchen. Als ich vom Hafen ins Gebirge hinaufblickte, sah ich etwas Sonderbares. Eine Kommode schwebte langsam abwärts. Der sie trug, verschwand im Schatten. „Er muß Riesenkräfte haben", sagte ich zum Capo-Barca. „Und ob! — Die Porta-Marietta, die Tragmarie, trägt uns alle gut und leicht zuschanden." „Wie? Eine Frau trägt die Kommode?" Der Doktor von (Sannero nickt. „Wer sonst? Hierzulande tragen nur die Frauen." „Und die Männer?" „Gehen hinterher und legen, wenn es heiß wird, ihre Jacke obenauf." Ich war empört. „Und Sie als Doktor lassen das zu?" „Was soll ich tun? Der Marietta hat s noch nicht geschadet." .Weil sie jung ist, nicht wahr?" Der Arzt lachte. „Jung? So jung, als eine sein kann, die im letzten Herbst das einundzwanzigste Kind zur Welt gebracht hat." Da stieg ich rasch den Berg hinan. Ich traf die Tragmarie an der zweiten Wegkehre. Sie rastete. Den Tragtorb mit der festgebundenen Kommode darauf hatte sie van hinten auf den Fels gestützt. „Von wo her, Marietta?" Sie zeigte tausend Meter hach zum Bergrücken. „Dan Trarego." „Eine schwere Last, die Ihr da tragt." „Es geht." „Was mögt Ihr im Leben schon alles getragen Haven, Merrletta?" „Es geht. Einmal täglich rauf und runter, da kommt allerlei zusammen, Herr." Ich sahs im Geist zusammenkommen: Trauben, Wiesheu, Bretter, Stühle, Tische, Schränke, Betten, ganze Hauseinrichtungen. Alles aneinandergestellt, mochte diesen langen Bergweg wohl so oftmals ohne Lücken säumen, als es Werkeltage gab in einer Woche. „Des Sonntags aber, Marietta —?" ist am meisten raufzutragen. Aber", setzte sie nicht ohne Stolz hinzu, „mit zweimal zwing 'chs." „Und Eure Kinder, können die nicht helfen?" „Die Therese trägt in Oggebio, die Lucia in Can- nobio, die Giovanna geht nach Griffa." „Das sind die drei, Marietta, und man sagt mir, daß -" . Wieder reckte sich der Stolz ein wenig. „Die andern achtzehn, Herr, sind Söhne," Wegfall der Rentenkürzungen. Don Verwaltungs-Inspektor Karl Heß, Stadt. Versicherungsamt. Am 19. April 1939 hat die Reichsreaierung das Gesetz zum weiteren Abbau Der Not - üerorfonungen in der Reichsversicherung verabschiedet, das grundlegende Aenderungen in der seitherigen Berechnung und Anrechnung von Renten zum Gegenstand hat. Es werden mit diesem Gesetz Härten beseitigt, die, durch die Notverordnungen geschaffen, das Einkommen eines großen Teiles der Renten- und Pensionsempfänger erheblich geschmälert haben. Zum Wohle der Heranwachsenden Jugend wird zunächst im Art. 1 des Gesetzes bestimmt, daß die Waisenrenten und Kinderzuschüsse uneingeschränkt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gewährt werden. Die seitherige Bestimmung, daß diese Renten und Zuschüsse über das 15. Lebensjahr hinaus nur dann weitergezahlt werden, wenn das Kind in Schul- oder Berufsausbildung steht, oder infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu erhalten, ist damit beseitigt. Dies gilt sowohl für die Renten aus der Invaliden- und Angestelltenversicherung, als auch für solche aus der Unfall- und Knappschaftsversicherung. Der Artikel 1 gilt nicht nur für die Zukunft, sondern auch für diejenigen Versicherungsfälle, die vor dem Inkrafttreten des Artikels (1.1.1939) bereits eingetreten find. Artikel 2 des Gesetzes beschränkt das Ruhen der Renten neben Bezügen aus der Reichsversicherung auf die Hälfte und befestigt neben anderen Bezügen das Rühen ganz. So wurden bisher beispielsweise die Invalidenrenten, Renten aus der Angestelltenversicherung usw. neben Renten aus dem Reichsversorgungsgesetz (Kriegsdeschädigtenrente usw.) und neben Pensionsbezügen (Ruhegeld, Wartegeld) auf Grund versicherungsfreier Beschäftigung gekürzt, und es tarn nur ein kleiner Bruchteil der Rente — der Teil, der dem Verhältnis der freiroiUigen Beitrag sleiftung zur Gesamtleistung an Beiträgen entsprochen hat — zur Auszahlung. Alle diese einschränkenden Bestimmungen werden mit Wirkung vom 1.7.1939 beseitigt. Von diesem Zeitpunkte an wird beim Zusammentreffen mit einer Verletztenrente aus der Unfallversicherung die halbe Invalidenrente unverkürzt gewährt, während die andere Hälfte nur bis zur Höhe der Verletztenrente ruht, vorausgesetzt, daß nicht andere in § 1274 Reichsversicherungsordnung enthaltene Bestimmungen das Ruhen weiterer Rententeile verhindern und sich damit zu Gunsten des Rentenempfängers auszuwirken haben. Als freiwillige Beiträge entfallende Steigerungssätze werden unter allen Umständen voll gewährt. Den freiwilligen ^Beiträgen werden gleichgestellt: 1. Beiträge, die in einer höheren als der gesetzlichen Klasse entrichtet sind, 2. Beiträge für versicherungspflichtige Selbständige, 3. Beiträge für Angehörige der Schutzpolizei und des Reichswasserschutzes, oder für Soldaten, die auf ihren Antrag versichert worden sind. Die Verletztenrente bewirkt das Ruhen nicht 1. wenn sie für einen Unfall gewährt wird, der sich nach Eintritt der Invalidität oder nach Vollendung des 65. Lebensjahres ereignet, 2. wenn sie auf eigener Beitragsleiftung des Versicherten oder feines Ehegatten beruht, 3. soweit sie schon ein Ruhen der Dersoraungsaebührnisse nach dem Reichs- versorgungsgesetz herbeiführt. Das Gesetz erleichtert zum Schluß für die Kriegsteilnehmer die Erhaltung der Anwartschaft in der Invaliden- und Angeftelltenversicherung insofern, als auch die Zeiten, in denen der Versicherte während des Weltkrieges dem Deutschen Reich oder einem verbündeten oder befreundeten Staate Kriegs-, Sanitätsoder ähnliche Dienste geleistet hat, bei Errechnung der Halbdeckung nicht mitgezählt werden, wohl aber die hierfür entrichteten Beiträge. Es lebt damit manche verlorene Anwartschaft ohne jegliche Markenverwendung oder durch zum Teil nur geringe Nachentrichtung von Beiträgen wieder auf, weshalb den z. Z. nicht versicherten Kriegsteilnehmern eine genaue Nachprüfung ihrer früheren Beitragsleistung nur empfohlen werden kann. Soweit auf Grund der vorstehend beschriebenen Artikel 1 und 2 mit Wirkung vom Tage ihres In- Aus Anlaß der Gaukulturwoche, die einen Querschnitt durch die kulturellen Leistungen des Gaues Hessen-Nassau geben wird, veröffentlicht der NS.-Gaudienst einen Bericht über den kulturellen Aufbau, wie er sich feit der nationalsozialistischen Machtergreifung in den einzelnen Kreisen des Gaues entwickelt hat. Heber den Kreis 5ß etter au ist in diesem Bericht unter der vorstehenden lieber» schrist folgendes zu lesen: „Das kulturelle Schaffen im Kreise Wetterau erstreckt sich in der Hauptsache auf die ehemalige Provinzstadt Gießen. Hier sind es die Tätigkeit der Partei, der Stadt Gießen, des Stadttheaters und der Universität, die das kulturelle Schaffen verkörpern. Die Stadt Gießen hat feit der Machtübernahme die Altstadt einer umfassenden baulichen Umgestaltung unterzogen, mit der eine Verbesserung der Verkehrswege und der Wohnungsfürsorge Hand in Hand geht. Auch mit dem Bau eines HJ.-Heimes wird demnächst schon begonnen. An der Verbesserung und Bereicherung des Oberhessischen Museums wird ununterbrochen gearbeitet. Einen besonderen, guten Ruf konnte sich das Stadttheater Gießen erobern. Seit zwei Jahren hat es künstlerische Sonn- tag-Morgenoeranstaltungen eingeführt. Durch den HJ.-Theaterring wird die Jugend in breitesten Massen in das Theater geführt. Das Theater bespielt außerdem die Städte Marburg, Siegen, Bad Nauheim, Fulda und Alsfeld. Die Ludwigs-Universität tritt ununterbrochen mit öffentlichen Vorträgen über alle Fragen der Kunst und der Wissenkrafttretens Leistungen gewährt oder erhöht merbeh, dürfen Dersorgungsleiftungen aus der Reichsbahn« Versicherungsanstalt, Abteilung B, ober aus der Zu- satzversorgungsanstalt des Reichs und der Länder, ober der Versorgungsanstalt der Deutschen Reichspost nicht herabgesetzt werden. SPITZENLEISTUNG OPEL , ________> Leistungsverbesserungen, die auf Grund der Art. 1 und 2 spätestens vom 31.12.39 an gewährt werden, bleiben bei Prüfung der fürsorgerechtlichen Hilfsbedürftigkeit, wenn diese spätestens zum gleichen Zeitpunkt ein getreten ist, nach näherer Bestimmung des Reichsarbeitsministers im Einvernehmen mit dem Reichsminifter des Innern außer Ansatz. schäft hervor. Das Deutsche Volksbildungswerk ist dauernd bemüht, der Bevölkerung in Gießen und besonders auch in den kleineren Orten Oberheffens durch Theater-, Film- und Varietevorstellungen die Werke deutscher Kultur zu vermitteln." Gaukulturwoche Wetterau. Filmveranstaltungen. Feierstunde auf der Münzenburg. Anläßlich der Gaukulturwoche finden im Kreis Wetterau von der Gaufilmstelle in folgenden Orten, in denen kein Kino vorhanden ist, mit dem staatspolitisch wertvollen und für die Jugend freigegebenen Film „Unternehmen Michael" Filmveranstaltungen statt: Treis Lda. (6. Mai), Großen-Buseck (7. Mai), Reiskirchen (8. Mai), Steinbach (9. Mai), Hausen (10. Mai), Watzenborn-Steinberg (11. Mai), Klein- Li nden (12. Mai), Heuchelheim (13. Mai), Großen- Linden (14. Mai). Ihren feierlichen und krönenden Abschluß wird die Gaukulturwoche mit einer Feierstunde auf ber Münzenburg bei Butzbach finden. Sie wird unter dem Motto stehen: „lieber allem steht das Reich" und wird am Sonntag, 14. Mai, um 20 Uhr, ihren Anfang nehmen. Die Feier wird gestaltet durch die Kreiskapelle der N^-DAP., die Werkscharen, die Politischen Leiter, die Hitler-Jugend, die SA. und die ff. Die Gesamtleitung hat Alwin Rüffer. Die Feierfolge sieht, nach der „Kantate" vom ewigen Reich der Deutschen, u. a. die Aufführung des Spiels „Konradin" von Schöttler vor. Ein Sprecher wird Schumanns „Lieder vom Reich" vortragen. kreis Welterau: „M." der große kuliurmittler seinen Schrei", d. h. er bringt noch Froste. Dazu stimmen wiederum folgende Verses „Der 3. Mai ist ein Wolf, der 7. Mai eine Schlange; aber nach Servazitag macht kein Frost mehr bange." Auch vom 4. Mai, dem Florianstage, sagt man nicht mit Unrecht: .Sankt Florian — ist oft ein grimmer Mann." Aber die mit ziemlicher Regelmäßigkeit und Unerbittlichkeit sich einfteüenbe Zeit der gefürchteten Maienfröste tritt doch fast stets in der Monatsmitte auf. Der erste der Eisheiligen — die nach altem schwäbischen Volkswitz „mit Handschuhen angegangen kommen" — ist in Norddeutschland M a - m e r t u s , 11. Mai. In Süddeutschland beachtet man ihn nicht besonders; höchstens sagt man Gutes „Nun, die könnten doch noch besser helfen!" Sie sah mich erstaunt an. „Söhne, Herr! Tragen ist eine Weibersache. Das war immer so — behüt Euch Gott, Herr!" Wie sie dahinschritt mit der Riesenlast! Keine Spur gebeugt. Den Kopf wie eine Königin. Der Oberkörper schlank wie eine Gerte. Nur ein Weib kann jede Last in Segen wandeln. Ich habe Porta-Marietta noch oft auf dem Bergweg getroffen, niemals unbelastet. Manchmal ruhend. Niemals seufzend. Manchmal langsam. Niemals ohne Lächeln auf dem jung gebliebenen Antlitz. Einmal floh ich vor der Hitze drunten in das Bergdorf droben. „Was kostet eine Trage hinauf, Marietta?" „Eine Lire fünfzig, Herr." „Hier find drei, und hier ein Koffer." „Ist das alles?" „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen diese schwere Schreibmaschine auch noch —?" Sie schaute die Maschine langsam an: „Damit schreibt man, Herr?" —Ich nickte. — „Armer Herr." — „Waruip arm?" — „Schon mit der Hand so schwer, nun gar mit der Maschine." „Arme Marietta." „Warum arm?" Ich hob die Sachen. „Schon mit der Hand so schwer, nun gar —" „A bah — ist das alles?" — „Ja." — Zu wenig für drei Lire, zu wenig." Sie maß mich kritisch, vielleicht erwog sie, ob ich selber nicht als Beipack taugte. Ich habe sie noch manches Jahr hinauf-, hinuntersteigen sehen. Das letztemal, bei einem Abstieg, holte ich sie ein. Ihr Korb schien leer. Plötzlich stieg ein Händchen aus dem Korb, ein zweites, ein drittes, viertes: „Cu-cu-cu-cu, kuckuck!" krähten zwei ihrer Enkel, die sie an den See zurücktrug. Diese Enkel hatten sich im Korb häuslich eingerichtet. Sie krähten und klatschten in die Hände, sie aßen und sie rauften sich und schliefen endlich selig ein, derweil ihre Ahne leise wiegend abwärts schritt, trapp, trapp, trapp. Gegen Abend sah ich sie am Landungsplatz. Sie war erregt. Der Capo-Barca suchte zu erklären, daß das Schiff infolge eines Sturmes nicht anlegen konnte; es gäbe nichts fortzuschaffen diesmal. „Impossibile!“, beharrte sie, „ich kann doch nicht mit einem leeren Korb —" „Und warum nicht?" Sie sah hilflos aus. „Es wäre ja das erstemal in meinem Leben", sagte sie. „Nimm in Gottes Namen einen meiner Särge fjief't sagte der Schreiner von nebenan, „auf Vorüber ihn: „R-egen am Mamertustag, viel guten Wein verheißen mag." Dagegen läßt sich ja nichts ein- wenden! Aber nun kommen — wie man in Württemberg sagt — die „drei schlimmen Kameraden", die am 12., 13. und 14. Mai herrschen: „Trau nicht Pankraz, Servaz und Bonifaz! denn oft noch kalte Nächte hat's!" Und da ihnen am 15. Mai die „kalte Sophie" folgt, so heißt es nach alter, betrüblicher Erfahrung: „Pankraz, Servaz und Bonifaz find drei Schlingel; aber Sophia ist auch nicht besser!" In der deutschsprachigen Schweiz nennt man letztere „die chibig Sophie", was mit „schäbiger Sophie" zu übersetzen sein dürfte. In Schlesien sagt die Bäuerin, es sei am Sophientage empfehlenswert, die Hühner zu setzen. rat, Marietta, mir ist, als müßte demnächst einer fällig fein in Trarego." Er hatte recht behalten, der Schreiner. In Trarego warteten sie an diesem Tage umsonst auf die Porta-Marietta. „Sie wird drunten übernachten", sagte einer, „sie wirds einmal bequem haben wollen." Am andern Morgen fand man sie einen Katzensprung weit unterm Dorfe. Stehend. Der große Tragtorb mit deüi Sarg darauf stand aufgestützt von hinten auf dem Felsen. Sie war tot. Man hatte sie an Ort und Stelle nur aus der senkrechten Lage in die waagrechte Lage zu bringen. Sie lag bequem und schön im Sarge, den sie sich heraufgetragen hatte. 3n München steht ein Hofbräuhaus. Am 27. September 1589 gab die herzoglich-bayerische Hofkammer Wilhelms V. ein Gutachten heraus, daß „für desselben Hofhaltung gar nützlich und mol thuenlich wer, ain qigen Preuhaus zu erpauen". Dieses Dokument, das jahrhundertelang unter dem Aktenstaub des Kreisarchivs verborgen lag, ist nun herausgeholt worden. Es ist die Geburtsanzeige des Münchener Hofbräu- hauses, des bekanntesten Bräuhauses der ganzen Welt. Bis zum Jahre 1589 bezog der bayerische Hof sein Bier aus Einbeck bei . Hannover, ehe er auf die Idee kam, aus bayerischer Gerste und dem Hopfen in der Hollertau sein eigenes Bier zu brauen. Schon zwei Jahre später wurde im heutigen „Alten Hof", der die Finanzämter umschließt, mit dem Brauen des Bieres begonnen Es gab sowohl „weißes" wie braunes Bier. Am „Platzt", wo jetzt noch das Hofbräuhaus steht, hat man feit 1602 dieses weiße Bier aus Weizen gebraut, der braune Gerstensaft entstand dagegen nach wie vor im „Alten Hof". Als aber der Hof feit dem Jahre 1612 fein Bier auch an die Bevölkerung verkaufte und die Leute das dunkle Bier bevorzugten, fiedelte die Brauerei für das Braunbier in die größeren Räume am Platzl über. Hier blieb sie auch, als 1852 der Staat an Stelle des Hofes Besitzer des Hofbräuhauses wurde, und der historische Boden wurde auch nicht aufgegeben, als 1865 der Keller an der Aeußeren Wiener Straße dazukam, in dem jetzt ausschließlich das Bier gebraut wird. Das Hof- bräuhaus am Platz! — seither Wallfahrtsort für jeden Fremdling, der nach München kommt — wurde das Ausschanklokal, das es noch heute ist. Viele Fremde, die das Hofbräuhaus zum ersten Male betreten, packt ein leichtes Grauen, wenn sie Aber nun — wenn die Fr ost tage vorbei sind — pflegt wirklich die schone Maienzeit zu ihrem Rechte zu kommen. Und es liegt sodann ja noch ein voller halber Monat vor uns. W. L. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis nach 21.30 Uhr „Einen Sommer lang". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein hoffnungsloser Fall". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Seekadetten". Stadttheater Gießen. Heute abend findet die letzte Aufführung des Lustspiels „Eiyen Sommer lang" von Katharina Stoll in die „Schwemme" kommen, wo von früh bis in die Nacht gezecht wird. Dieser Raum ist in seiner äußeren Gestaltung nicht eben das Muster einer Gaststätte. So ist denn geplant, das Hofbräuhaus in diesem Jubiläumsjahr umzubauen und es zu einer Gaststätte zu machen, die unserem Zeitgeschmack entspricht. Der große Festsaal und die Schwenzme werden vollkommen neu gestaltet, die Trinkstube im ersten Stock wird erweitert, und an der Aeußeren Wiener Straße werden vorbildliche Gemeinschaftsräume für die Gefolgschaft der Brauerei erbaut. Mit 30 000 Hektoliter Bierumsatz im Jahr ist bas Hofbräuhaus immer noch die größte Bierbrauerei der Erde. Im Jubiläumsjahr macht fie ihren Freunden, den Fremden und Einheimischen, ein besonderes Geschenk: in den Sommermonaten fließt eigentlich in München kein Starkbier; deshalb legt das jubilierende Haus einen „Jubiläumsmaibock" ein und ein „Jubiläumsmärzenbier" nach Fronleichnam. Wer in diesem Sommer München besucht, wird diese Iubiläumsgaben gern in sein Reiseprogramm einreihen. Hochschulnachrichten. Die Entpflichtung des Professors Dr. Karl von Eicken, Ordinarius für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an der Universität Berlin, wurde um ein Jahr, bis Ende März 1940, hinausgeschoben. Nach mehrjähriger Assistententätigkeit habilitierte sich Eicken 1903 in Freiburg. 1904 war er in Heidelberg tätig, siedelte aber dann wieder nach Freiburg über. 1907 wurde er von der Medizinischen Fakultät in Prag an erster Stelle für den zu gründenden Lehrstuhl für Laryngv-Rhinolvgie vorgeschlagen. Da diese Berufung nicht erfolgte, ging Eicken zunächst nach Basel und von dort 1910 als ao. Professor an die Universität Gießen. Seine Ernennung zum Ordinarius erfolgte 1920. 1922 folgte er einem Ruf nach Berlin, wo 1926 beide Hals-, Nasen- und Ohrenkliniken der Universität unter seiner Leitung vereinigt wurden. Professor Dr. Wilhelm Kroll ehern. Ordinarius der Klassischen Philologie in Breslau, ist im 70. Lebensjahr in Berlin g e ft o r b e n. Er habilitierte sich 1894 in Breslau für Klassische Philologie. 1899 folgte er einem Ruf als o. Professor nach Greifswald und siedelte 1906 in gleicher Eigenschaft nach Münster und 1913 nach Breslau über. Er war Herausgeber von Bursians Jahresbericht sowie der Zeitschrift Glotta und der Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaften. statt. Spielleitung Günter Wmkel. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 29. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 21.30 Uhr. M-Woffliin M ßraft öarfl Sreuöe Sportamt NSG. „Kraft durch Freude". Vetr.: Sporlappell der Betriebe 1932. Die Ausschreibungen und Sportordnung zum „Sportappell der Betriebe 1939" ist erschienen und zum Preise von 20 Pf., gesondert für Frauen und Männer, auf der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, zu erhalten. 3231D Meldungen zur Teilnahme sind an das Sportamt zu richten, wie auch alle Betriebe über die Durchführungsbedingungen dort Auskunft erhalten. Reichssieger des RBWK. aus unserer engeren Heimat. Der 20 Jahre alte Karl Otto B u r h e n n e aus Gießen, der gegenwärtig in einem Früchteverwer- tunasbetrieb in Elsenfeld (Gau Mainfranken) beschäftigt ist, konnte im Reichsberuf^wettkampf in seinem Fachgebiet als Süßmoster Reichssieger werden. Gott hold Schönwandt aus Nordeck bei Gießen, der im vorigen Fahre beim Reichsberufs- Wettkampf Reichssieger im Fachgebiet Metallhandarbeiten wurde, ist auch diesesmal wieder in diesem Fache Reichssieger geworden. Der junge Mann ist jetzt in München beim Studium an der Technischen Hochschule, das ihm von der Deutschen Arbeitsfront auf Grund seines vorjährigen Reichssieges ermöglicht wurde. Wiedersehensfeier in der Langemarckschule Gießen. Sechs Jahre AE>V. Gewaltige Leistungen im Dienste des Volkes. — Imponierende Zahlen im Gau Hessen-Nassau. NSG. Am 3. Mai jährt es sich zum sechsten Male, das die NS.-Dolkswohlfahrt vom Führer als Organisation innerhalb der Partei für das Reich anerkannt wurde. Einst nur dazu bestimmt, überall dort einzugreifen, wo Kämpfer der Bewegung oder deren Angehörigen m bittere Not geraten waren, hat sie diese Arbeit feit 1933 auf das ganze deutsche Volk ausgedehnt und darüber hin- aus längst Aufgaben in Angriff genommen, die nicht, wie das Winterhilfswerk, die Beseitigung augenblicklicher Not, sondern Wohlfahrtsarbeiten ganz umfassender Art zum Ziele hoben. Die NS.-Dolkswohlfahrt hat im Gau Hessen- Nossau rund eine halbe Mjllion Mitglieder, deren Beiträge zusammen mit den großen und kleinen Spenden ungezählter Volksgenossen es möglich ge- macht haben, daß in unserem Gau auf dem Gebiet der Wohlfahrtpflege hervorragendes geleistet wer- den konnte. Beispielsweise wurden 1264 Hilfsstellen „Mutter und Kind" eingerichtet, sechs weiträumige Anwesen in klimatisch günstigen Gegenden unseres Gaues wurden als Müttererholungsheime erworben, die allein im Fahre 1938 über 2000 Müttern Erholung gaben. Weiterhin wurden seit 1934 zwei Kleinkinderheime, sechs Kinderheime und ein Kna- benübungslager eingerichtet, teilweise sogar neu erbaut. 1938 waren in diesen Heimen 2700 Klein- und Schulkinder für mehrere Wochen untergebracht. Außerdem werden heute schon über 360 NSD.» Kindergärten und 100 sogenannte Spielrinae in un- serem Gau unterhalten. Rund 15 000 Kinder werden dort laufend betreut. Der Gau Hessen-Nassau hat 1938 außerdem 16 000 Kinder durch die Kinderlandverschickung und über 6000 Urlauber der Hitler- Freiplatzspende als Gäste ausgenommen. Es bestehen im Gau Hessen-Nassau 100 Gemeinüe- schwesternstationen der NS.-Schwesternschaft. 10 Krankenhäusern find mit 239 NS.-Schwestern und Schwestern des Reichsbundes der Freien Schwestern und Helferinnen, der ebenfalls der NS.- Dolkswohlfährt angeschlossen ist, besetzt. Taufende von Anträgen auf Heilverschickung müssen geprüft, und für etwa 509 davon müssen Kuren oder Heilverfahren möglich gemacht werden. Von befonderer Bedeutung ist auch die Einrichtung des Ernährungshilfswerkes, das heute schon 70 größere und ffeinere Mästereien in unserem Gau in Betrieb hat. 9000 Schweine liegen laufend auf Mast, und 8 bis 10 000 Familien können heute schon ihren täglichen Bedarf an Schweinefleisch durch das Ern -rungs- Hilfswerk decken. Zohlen des Winterhilfsw.rkes bedürfen wohl keiner besonderen Erwähnung mehr. Die hierfür im Gau Hessen-Nassau aufgewendeten Beträge gehen in die Millionen! Es sind nur wenige Zahlen, die hier angeführt werden können, und sie geben nur einen kleinen Ausschnitt aus der Gesamtarbeit der NS.-Volks- wohlfährt, die als Wahrer vor den ewigen Rechten und Pflichten unseres Volkes steht. Nur sechs Fahre find vergangen feit ihrem Bestehen, aber es ist mehr geleistet worben, als man je zuvor von irgendeiner Stelle auch nur in Jahrzehnten billigerweise hätte erwarten können. Die NSV. kann also wie überall im Reich auch in unserem Gau an ihrem Geburtstag voll Stolz auf die von ihr geleistete Arbeit zurückblicken, die ausschließlich dem Wohle des Volkes dient. Fn dem Bericht der Langemarckschule über das Schuljahr 1938/39 lieft man: „Zur Pflege der Tradition und zur Anregung und Förderung steten und ununterbrochenen Austausches zwischen ehemaliger Schülerschaft und Schule gedenkt die Schule, in Zukunft ihren ehemaligen Abiturienten am Tage der goldenen (50.) Maturitas nicht nur wie seither ihre Glückwünsche zu übersenden, sondern ihnen als Zeichen unverlierbarer Zusammengehörigkeit in einer künstlerisch ousgestatteten Urkunde das Zeugnis der Reife zu erneuern." Diese Auszeichnung erhielten zum ersten Male acht Herren von 19 Abiturienten des Jahrgangs 1889 am 14. März d. I., am ehemaligen Tage der Reifeprüfung. Diese acht Getreuen konnten nun den an diesem erinnerungsreichen Tage geplanten Besuch der Schule erjt am gestrigen 2. Mai ausführen. Ihnen zu Ehren fand um 12 Uhr im Schulhofe in Anwesenheit sämtlicher Lehrer und Schüler eine schlichte Wiedersehensfeier statt. Oberstudiendirektor A n g e l d e r g e r hob in einer herzlichen Begrü- hungsanspräche hervor, daß innere Gründe, die hohen Ideale Liebe, Dankbarkeit und Treue gegen die Schule und innige gegenseitige Kameradschaft, die Fudilare zum Besuch der Musenstadt und der Schule bestimmt hätten. Zum Schluß mahnte der Schulleiter die Fugend, den Alten in den Leistungen und Erfolgen im Leben und in der goldenen Treue nachzueifem. Der Schülerchor umrahmte die eindrucksvolle Feier mit würdigen Gesängen. Die Namen der Jubilar« sind: Oberstudienrat i. R. Professor Dr. Biedenkopf, Gewerberat i.R. Otto Diefenbach, Direktor i. R. Dr. Karl Dietz, Oberstudiendirektor i. R. Oekonomierat Heinrich Fuhr, Direktor i. R. Dr. Oskar Jonas, Professor Dr. Wilhelm Lorch, Oberveterinärrat Dr. Albert Scheibe!, Direktor i. R. Dipl.-Fng. Otto Lenz. (Sauwonberfag im Vogelsberg. NSG. In Schotten findet am 18. Mai der Gauwandertag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Aus zahlreichen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau kommen zu ihm Wanderer- Sonderzüge. Einer großen Zahl von Volksgenossen des Rhein-Main-Gebietes werden so die Schönheiten des Dogelsberges erschlossen. Aus den Wanderer-Organisationen. Der Gesamt-Oberhessische Gebirgsverein veranstaltet am 18. Mai (Himmelfahrt) seine diesjährige Sternwanderung nach dem Frauenberg bei Marburg. Die Jahresversammlung des OHGV. findet am 1. und 2. Juli in Homberg an der Ohm statt. Mit der Hauptversammlung ist die 45-Jahrfeier des OHGV. verbunden. An beiden Veranstaltungen wird sich der Zweigverein Gießen des OHGV. beteiligen. Die diesjährige Haupttagung des Vogelsberger Höhen-Clubs, die für den 3.Z4. Juni vorgesehen war, ist wegen des Gauparteitags auf den 10. und 11. Juni verlegt worden. Sie findet auf dem Hohe- rodstopf statt. Semestereröffnungsappell der Fachgruppe Medizin. Die Fachgruppe Medizin der Studentenführung Universität Gießen begann ihre Semesterarbeit mit einem Appell sämtlicher Medizinstudenten im großen Hörsaal des Physiologischen Instituts. Der Leiter der Fachgruppe Medizin, cand. med. W. Stumpf, bemühte zu Beginn des Semesters alle Kameraden und Kameradinnen sowie besonders diejenigen, die nach Ableistung ihrer Dienstpflicht zum ersten Male die Hochschule besuchen. Er machte bann einige Ausführungen über die neue medizinische Studienordnung, insbesondere über die Ausführung der Pflichtfamulatur und das praktische Fahr. Dann sprach der Leiter des Amtes für Volksgesundheit, Pg. Dr. Sch I i e m a n n , über die Führung des jungen Medizinstudenten durch den NS.-Aerzte- bund. Er führte etwa folgendes aus: Die neue medizinische Studienordnung zeigt ganz klar, wo die Ziele der Gesundheitsführung liegen. Früher war es fast die einzige Ausgabe des Arztes, Kranke zu heilen. Heute darf sich der Arzt damit nicht mehr beschränken. Er muß hinausgehen in den Betrieb, ins Bergwerk oder zu dem Bauern aufs Land. Fn persönlichem Kontakt mit dem Arbeiter muß er dessen Arbeit und ßebensbebingungen kennenlernen. Nur so wird der Arzt wirklich gesundheitsführend tätig sein können. Für den jungen Mediziner ergeben sich daraus eine Menge von Folgerungen. Er muß sich bereits während seines Studiums die Kenntnisse an eignen, die ihn nach Abschluß des Studiums befähigen, an der Gesunderhaltung des deutschen Menschen tätig mit^uarbeiten. Im kommenden Semester werden sich deshalb verschiedene Arbeitsgemeinschaften junger Mediziner mit den brennenden Tagesfragen beschäftigen. Unter Leitung des Amtes für Volksgesundheit werden sie durch Betriebe gehen und dort bei dem Arbeiter an der Maschine sehen, wo ihn der Schuh drückt. Auf diese Weise bekommen sie einen lebendigen Einblick in das Getriebe der Arbeit und der Dolksgesundheits- pflege. Andere Gruppen werden hinausaehen in unseren oberhessischen Raum und an Hand umfassender Unterlagen eine große Ernährungskarte auf« stellen, damit wir Einblick erhalten in die Ernäh- rungsaewohnheiten in verschiedenen Gegenden Deutschlands. Dann ist es auch immer möglich, dem einzelnen Volksgenossen eine seiner Gewohnheit angepaßte Ernährung zu gewährleisten. Pg. Dr. Schliemann schloß mit dem Worte des Führers: „Meine ganze Arbeit ist umsonst, wenn ihr deutschen Aerzte mir mein deutsches Volk nicht gesund erhaltet." Reicher Beifall dankte diesen treffenden Ausführungen. Außer diesen Arbeitsgemeinschaften wird die HJ- Arbeitsgemeinschaft der Fachgruppe Medizin sich mit den Leistungsgrenzen Jugendlicher beschäftigen. Die Unterlagen zu dieser Arbeit wurden bereits im vergangenen Semester erhoben. Mitgliederversammlung im Sanitätsverein Gießen. Fm großen Saal des „Burghof" hielt der Sanitätsverein Gießen, Krankenversicherungsverein a. G., seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Aus idem Geschäftsbericht des Vorstandes, den der Vorsitzende Simon erstattete, war iu ersehen, daß der Verein sich sehr gut entwickelt hat. Der Kassenbericht zeigte eine gute Geschäftslage. Der Reservefonds beträgt 16 504 Mark. Die Einnahmen und Ausgaben gleichen sich mit 36 008 Mark aus. Für Arzt, Apotheke, sonstige Heilmittel, Krankenhaus- behandlung und Sterbegeld wurden 18 952,90 Mark an die Mitglieder vergütet, Die persönlichen 23er« waltungskosten betrugen nur 3,5 v H. der Einnahmen. Das Vermögen des Vereins ist in Reichsschatz- anweisungen und Reichsanleihen angelegt und damit eine vorbildliche Tat für die Aufbauarbeit des Führers gegeben. An der Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft beteiligte sich der Verein wie im Vorjahre. Der Bericht des Aufsichtsrates, der von dessen Vorsitzenden Fleischmann gegeben wurde, zeigte, daß alles vorzüglich geleitet wird. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt und der Dank der Versammlung für die ehren- amtNche Tätigkeit ausgesprochen. Die Wahlen in den Aufsichtsrat ergaben die einstimmige Wieder- Barometer und Schuhpflege. Es ist falsch, sich mit der Schuhpflege nach dem Barometer zu richten. Schuhe müssen bei jedem Wetter regelmäßig mit Erdal gepflegt werden. Das Leder braucht Erdal, um weich und geschmeidig zu bleiben. Mit Erdal gepflegte Schuhe halten länger und bleiben länger schön. 1MaV wähl der Herren Karl Schneider und August Köhler. Nach kleiner Aenderung der Satzung und Erhöhung der Vergütung für Arznei, die ohne Beitragserhöhung eingeführt wird, kam man zu dem Beschluß, in diesem Fahre im Juli oder August wieder einen Ausflug zu veranstalten. Nach Erledigung verschiedener weiterer Dereinsangelegen- heiten wurde die Mitgliederversammlung mit einem Gelöbnis für Führer und Reich geschlossen. Zagdgebrauchshundverein Oberheffen. Der Jagdgebrauchshundverein Oberhessen hielt am Samstag in Revieren bei Gießen seine diesjährige Verbandsjugendprüfung in Gemeinschaft mit der Landesgruppe Hessen der Fachschaft Deutsch- Drahthaar ab und versammelte dabei auch seine zahlreich als Führer, Richter oder Zuschauer erschienenen Mitglieder zu seiner Jahreshauptversammlung. Der Jahresbericht des Dereinsobmannes August Pascoe (Dutenhofen) ergab das Bild eines in der Geschichte der jagdkynologischen Vereine Deutschlands einzigartigen Aufstieges. Gelang es doch innerhalb eines Jahres, die Mitgliederzahl von rund 100 auf 375 am Berichtstage zu steigern und den Verein an die vierte Stelle im Reich unter allen gleichartigen Vereinen rücken zu lassen. Dieses Wachstum ist der äußere Ausdruck dafür, daß die Jäger Oberhessens erkannt haben, daß eine weidmännische Jagdausübung unter den hiesigen jagdlichen Verhältnissen ohne den vielseitigen Gebrauchs- hund nicht möglich ist. Dieser Hund kann aber dem Jäger nur zur Verfügung gestellt werden, wenn immer und immer wieder auf Anlage- und Gebrauchsprüfungen das Beste herausgelesen und der Zucht zur Verfügung gestellt wird. Darin sieht der Verein seine Hauptaufgabe. Die zweite, nicht minder wichtige ist die Heranbildung von wirklichen Führern, weil auch der beste Hund in der Hand eines unverständigen Führers nur ein Stümper bleibt. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, ist die Mitarbeit aller Jäger nötig; daher schloß der Bericht mit der Mahnung, nicht lockerzulasfen in der Werbung, bis auch der letzte oderhessische Weidmann seine Verpflichtung zur Mitarbeit erkennt. Der von dem Schatzmeister, Bankdirektor Zelt- mann (Gießen), erstattete Jahresbericht ergab ein Bild geordneter Finanzverhältnisse und der Möglichkeit, bereits heute praktische Arbeiten im Sinne der Zielsetzung leisten zu können. Für das Jahr 1939 sind, wie der Obmann mitteilte, vorgesehen: Außer der Derbandsjuaendprü- fung eine Prüfung in Schleppen-, Wasser- und Schweißarbeit, eine Verbandsgebrauchsprüfung und eine Verlorenbringerprüfung auf natürlicher Wund- spur. Ferner besteht die Absicht, Prüfungen von Stöber- und Erdhunden ideell und materiell zu un- Eine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 17 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mikeny hatte sie auf den ersten Blick erkannt. In der Pause war er auf sie zu gekommen und hatte sie in der Haltung der vollendeten Kavaliers begrüßt. Er war reifer geworden seit ihrem letzten Zusam- mentreffen, aber er hatte nichts von seinem Scharm eingebüßt. Margit war nicht Menschenkennerin genug, die feinen Runen in dem schönen Gesicht zu deuten, sie fand nur, daß die paar Fältchen ihn Zwar etwas älter, aber zugleich auch interessant erscheinen ließen. Er setzte sich zu ihr, und kaum hatten sie die ersten Begrüßungssätze gewechselt, da platzte Margit schon nut ihrer Neuigkeit heraus: „Wissen Sie, daß Dina eine Millionenerbschast gemacht hat?" — (Unter dem tat es Margit nicht, obwohl sie von der Summe keine Ahnung hatte.) „Dina? Ist nicht möglich! Woher denn?" „Von einer uralten Großtante, von der sie selbst keine Ahnung hatte und die im übrigen ebenso gut meine Großtante ist." „Haben Sie denn nicht mitgeerbt?" „Nichts. Und eigentlich sind Sie schuld daran", sagte Margit, der letzt e-tn neuer Gedanke kam. Er schaute sie erstaunt an, begriff nicht. „Ich?" ,.Fa. Sie! Weil Dina sich von Ihnen scheiden lassen mußte, hat die Alte ihr aus Mitgefühl das Geld vermacht. Eigentlich müßten Sie von ihr Prozente fricaen , lachte sie. „Hamit würde Dina kaum einverstanden sein", gab er ebenso lachend zurück, „sie will von mir nichts mehr wissen." In Margit keimte ein Gedanke auf. Sie mar überzeugt davon, daß Dina mit ihrem früheren Manne noch nicht fertig war, ihr Verhalten im EafL bei seiner Erwähnung war Margit noch deutlich in Erinnerung. Sie wußte ferner, daß er Dinas kleines Vermögen verspielt hatte und sie dadurch gezwungen war, nach der Scheidung für ihren Unterhalt zu arbeiten. Spieler bleibt Spieler, es war kaum anzunehmen, daß er sich geändert hatte. „Spielen Sie eigentlich noch", fragte sie mit ge- wohnter Ungeniertheit. Er sah sie verblüfft an, diese Antwort auf seine letzte Bemerkung wußte er nicht recht zu deuten. Andererseits hatte er keine Veranlassung, eine Ausrede zu ersinden. „Doch, manchmal. In der letzten Zeit sogar meist mit Glück", gestand er lächelnd, .Hoffentlich wollen Sie mir nun nicht erzählen, daß Spielen ein Laster | ist." „Sie wissen, predigen liegt mir nicht", sagte Mar- St ebenfalls lächelnd. „Ich fragte auch nur, weil ina es mißbilligen wird." „Es wird sie kaum noch interessieren", meinte er gleichmütig. Man merkte ihm an, daß für ihn das Kapitel dieser Ehe völlig abgeschlossen war. Das paßte aber keineswegs in den Plan, der in Margit langsam Gestalt gewann, den Plan, Dina wieder mit ihrem früheren Mann zusammenzubrin- gen. Dann kam das Geld, das eigentlich ihr gehörte — dieser Gedanke wurde allmählich zur fixen Idee — wenigstens einem Menschen zugute, den sie leiden mochte und der — hier zuckte ein böses Lächeln um ihre sorgfältig gemalten Lippen — auch damit rasch genug fertig werden würde. Dann war sie auf eine unentdeckbare Weise gerächt. Außerdem konnte sie sich mit der Glorie des versöhnenden Engels umgeben. Solch eine Komödie war ganz nach ihrem Geschmack — oh — sie würde ihre Rolle vollendet spielen und gleichzeitig Regie führen. „Das würde ich nicht so ohne weiteres behaupten", sagte sie auf seine letzte Bemerkung über Dinas Uninteressiertheit. „Ich habe eher ...", sie stockte scheinbar verlegen. Sie hatte richtig gerechnet; ihr Zögern wecktt seine Neugierde. „Sie wollen doch nicht bestreiten, daß Dina mich haßt. Grund genug habe ich ihr schließlich gegeben", fügte er in einer Anwandlung von Aufrichtigkeit hinzu. Sie spielte gedankenvoll mit ihrer Zigarette. „Hassen — vielleicht! — Aber Sie wissen ja, Haß und Liebe sind Geschwisterkinder." Das war zwar nicht mehr ganz neu, aber richtig vorgetragen wirkte es immer noch, und Margit war Meisterin im Vortrag von Gemeinplätzen. In ihm regte sich die geschmeichelte Eitelkeit. „Meinen Sie tatsächlich?" fragte er mit erwachendem Interesse. Noch genau so einaebilbet wie früher, dachte sie und schlug mit einem seelenvollen Blick die Augen zu ihm aus. „Sie müssen mich richtig verstehen, Mikeny", sagte sie sanft „Ich will mich nicht in Dinns Angelegenheiten mischen. Aber anderseits — ich bin Ihre einzige Verwandte und möchte sie natürlich gern glücklich sehen. Und ich habe seit langem den Eindruck, daß sie ihre Scheidung doch — wie soll ich sagen — als übereilt empfunden hat." „Das war es auch. So hätte sie sich nicht gleich zu haben brauchen." Er war ganz gekränkte Unschuld. „Ich bin immer sehr nett zu ihr gewesen." „Sicher sind Sie das. Und sie hat es sich wohl auch selbst gesagt — als cs zu spät war. Aber dick- köpfig war sie schon als Kind, das heißt, jetzt hat sie sich sehr zu ihrem Vorteil verändert", sagte Margit eilig. „Die Millionen sind ihr ausgezeichnet bekommen." „Tatsächlich Millionen?? —" „Die Alte mar immens reich. Denken Sie, Mikeny, was das für ein Witz märe: Dina bekommt erst das Geld, weil sie sich von Ihnen scheiden ließ — und Sie heiraten sie dann roieber!" Sie lackste schallend auf. „Da könnte man wirklich sagen — nicht im Sinne der Verstorbenen — aber die Gefahr ist nicht groß", meinte er, „da ich Dina wohl kaum begegnen werde. Mein Engagement hier läuft nur bis zum ersten Februar." „Und wo gehen Sie dann hin?" „Voraussichtlich in die Tatra, mein Manager hat ein sehr gutes Angebot, ich will diese Woche ab- schließen." „Könnten Sie nicht nach Arosa kommen?" Er überlegte. „Das Claridge hat auch ein Angebot gemacht, aber ich will lieber in die Tatra. Ich kann bann einen Abstecher in meine alte Heimat machen." „Rührend diese Anhänglichkeit. Nur — die alte Heimat läuft Ihnen nicht davon, aber die Millionen tun es", sagte Margit mit Nachdruck. „Gnädige Frau, das ist doch nicht Ihr Ernst?" „Aber auch nicht nur Spaß. Warum wollen Sie Dina nicht guten Tag sagen. Ich persönlich würde Ihnen die Millionen eher gönnen als einem Fremden." „Das weiß ich, gnädige Frau, und ich bin Ihnen aufrichtig dankbar für Ihr liebenswürdiges Interesse. Das Wort Millionen hatte für Foe einen zauberhaften Klang, er berauschte sich daran wie an einem kostbaren Wein. Und viele ernstere und würdigere Männer als der leichtsinnige Joe Mikeny hätten bei diesem Zauberwort scharf aufgehorcht; sie hätten wohl auch mehr dafür getan, als er tat. Denn vorläufig geschah weiter nichts, als daß er sein Engagement in der Tatra mit dem in Arosa austauschte. Margit hatte ihm erzählt, daß sie ebenfalls dort fein mürbe, bas machte ein Zusammentreffen mit Dina sehr viel einfacher unb schließlich — warum nicht?! — Man mußte abmarten, mic die Sache sich entmidelte, er hatte sich für vier Wochen verpflichtet, und vier Wochen gingen rasch vorüber. Margits Regie hatte geklappt. Aber bie Begegnung Joes unb Dinas im Caf6 war tatsächlich Zufall gewesen. So lagen bie Dinge an biesem dreißigsten Januar, als Dina völlig verstört unb hastig das Hotelzimmer hinter sich abjchloß unb sich bann erschöpft auf bas kleine Sofa sollen ließ. Nun hat es also boch ftattgefunben, dieses Wiedersehen, vor dem sie jahrelang gezittert hatte. Sie hatte es sich oft ausgemalt — unb es war in ihrer Vorstellung immer eine höchst dramatische Angelegenheit gewesen: ein reumütiger Foe, der inzwischen erkannt hatte, was er an ihr besessen unb von dem sie sich in kühler Gelassenheit abmenbete, ober auch ein verstockter Joe, der mit höflicher Verbeugung an ihr öorbeigina — ober sogar tat, als ob er sie nicht kannte. An alles hatte sie gebacht, alle Situationen in Betracht gezogen, nur, baß sie in einem Cass sich über Wetter und Wintersvrot unterhalten würden wie zwei oberflächliche Bekannte, bie sich zufällig trafen — soweit hatte ihre Phantasie nicht gereicht. Ob er gemerkt hat, wie erschlagen ich war, dachte sie, er selbst schien völlig unbefangen; genau so unbefangen war er früher, wenn er mir eine schone Geschichte erzählte, bie doch nichts als Lüge war. Sie yerzog ben Munb, als fühlte sie bei bie- fer Erinnerung einen körperlichen Schmerz. Unb bann tauchte ber wichtigste Gebanke auf: was nun!? Sie konnte boch nicht hierbleiben, hier, wo sie jeden Tag Gefahr lief, ihm zu begegnen. Aber mar es denn eine Gefahr, ihn mieberzusehen? Sie gingen sich boch gar nichts mehr an. Sie mar geschieben, unb damit mar er ein fremder gleichgültiger Mensch für sie, unb wenn sie Arosa verließ, sah es beinahe aus wie Flucht. Hatte sie bas nötig? Wenn sie aber blieb? Ach — es mar eine Wirrnis, aus ber sie heute nicht mehr herausfinben mürbe. Ihr Kopf glühte, dabei waren ihre Hände eiskalt — unb dieses Stechen in ben Schläfen! Bestimmt war sie krank, Dr. Baumgart hatte ganz richttg vermutet. Das vernünftigste wäre, gleich zu Bett zu gehen. Aber es mar noch nicht sieben Uhr und die Nacht war lang, hatte viele, viele Stauben zum Denken. Ihr graute plötzlich vor ber Stille ihres Hotelzimmers, vor bem weißen Bett, in dem sie doch so viele Nächte herrlich geschlafen hatte. Es war schon aufgeschlagen unb es schien sie herausforbernd und höhnisch anzublicken. Nein, nicht ins Bett, hinunter zum Hotel, Essen — hier im Hotel mar sie vor Begegnungen sicher — und bann Grog trinken, viel Grog, damit die Erkältung fortmng. Unb damit sie müde wurde. Sie riß sich die Schwachen herunter, so — nun das kalte Wasser aufgedreht, wunderbar, wie bas bem heißen Kopf wohltat. Während sie sich umfleibete, mürbe sie etwas ruhiger, ihre fahrigen Bewegungen mürben langsamer, bas nervöse Zittern ihrer Hände hörte auf. Und morgen, morgen kommt Holk, überlegte sie. Es war gut, an Holk zu denken, an bi« ruhige Sicherheit, bie von ihm ansging. Wenn er wüßte, wie nötig ich ihn brauche, hoffentlich sagte er nicht ab — bamit schloß sie bie Tür ihres Zimmers hinter sich unb ging hinunter. (Fortsetzung folgt.) Der größte Hotel-Konzern der Welt. Einzigartige Entwicklung der deutschen Jugendherbergen. Die kommenden Reichs-Werbe- und Opfer tage am 6. und 7. Mai, an denen die Hitler-Jugend mit der Sammelbüchse auf den Straßen erscheinen wird, len'kcn wiederum die Aufmerksamkeit des ganzen Volkes auf eine sozialistische Leistung unserer Jugend, wie sie in diesem Ausmaß nirgends in der Welt zu finden ist. Als die Hitler- Jugend im Jahre 1933 mit ihrer Jugendherbergsarbeit begann, fand sie nicht viel mehr vor als für einen Anfang gerade notwendig mar. Es gab ein dünnes Netz von Jugendherbergen, die zum größten Teil in einem primitiven Zustand waren, der in keiner Weise den Bedürfnissen der wandernden Jugend gerecht wurde. Darüber hinaus fehlte es überhaupt an Jugendherbergen. Die Hitler- Jugend sah sich der Aufgabe gegenüber, in kurzer Zeit schöne, zweckmäßige Bauten in großer Anzahl zu errichten. Heute steht das Jugendherbergswerk an der Spitze der Herbergsorganisationen aller Länder. Angesichts der hohen Uebernachtungsziffern — sie stiegen von 4,6 Millionen im Jahre 1933 aus rund 8,7 Millionen im Jahre 1938 — kann dds Jugendherbergswerk als der größte Hotelkonzern der Welt bezeichnet werden. 158175 Betten halten die deutschen Jugendherbergen jährlich bereit. Aber für die Millionenarmee der Hitler-Jugend reichen die vorhandenen Herbergen noch immer nicht aus. Die Jugendherbergen sind nach einer Steigerung der Uebernachtungszahlen um das Doppelte hart an der Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit angelangt. Und nur die Errichtung neuer Jugendherbergen kann den Bedürfnissen der HI. gerecht werden. Bedeutung und Anzahl der Fahrten der HI. werden häufig unterschätzt. Als Beispiel seien hier die Fahrtenmeldungen eines Jahres angegeben, die 6 0 0 0 0 0 Jungen und Mädel erfaßten. Dabei handelte es sich hierbei nur um Großfahrten: hinzu kommen die Tausende, ja Millionen von Jugendlichen, die auf Wochenendfahrten und kleinen Landfahrten unterwegs waren, sowie die Belegung der Jugendherbergen durch die zahlreichen Wochen- endkurse und Schulungen der HI. Darüber hinaus kommen von Jahr zu Jahr mehr junge Ausländer als unsere Gäste ins Reich. Unsere Jugendherbergen weisen mit 215 800 Uebernachtungen im Jahre 1938 den -größten ausländischen Besuch von allen Ländern auf. Seit dem Jähre 1933 ist eine ständige Steigerung der ausländischen Besucherzahl festzustellen: und zwar besuchten uns 43 000 Dänen, je 24 000 Engländer und Holländer und 13 000 Schweden. Aber auch Gäste aus Süd- und Nordamerika, aus Asien, Afrika und Australien kannten die deutschen Jugendherbergen zu Tausenden aufnehmen. Der Höhe der- Uebernachtungsziffern entspricht auch ihre große wirtschaftliche Bedeutung. Der Uebernachtungssatz für Jugendliche beträgt 20 Pfennig pro Nacht und erhöht sich bet erwachsenen Einzelwanderern auf 50 Pfennig pro Nacht. Aber neben der Uebernachtung wird meistens die Möglichkeit, Frühstück, Mittag und Abendbrot zu geringem' Preis aus der Herbergsküche zu er* halten, wahrgenommen. Als Beispiel seien hier die Großjugendherbergcn angeführt, also solche, die über 1 0 000 Uebernachtungen jähr- l i ch haben. Bon diesen weist das Herbergsnetz gegenwärtig 248 auf, wovon sich allein im Rheinland 31, in Sachsen 27 und in Westfalen 24 befinden. Der Nahrungsmittelverbrauch einer einzigen Großjügendherberge beträgt allein 22 000 Liter Milch, 3200 kg Wurst und Fleisch und 21 000 kg Gemüse und Kartoffeln im Jahr: dazu kommen noch sonstige Lebensmittel mit 4500 kg, 12 000 kg Brot und 90 000 Semmeln. An Heizmaterial wurden 700 Zentner und an elektrischem Strom 3000 kw verbraucht. Unsere Großjugendherbergen sind mithin Großeinkäufer, was die Märkte der Umgegend jeweils vorteilhaft zu spüren bekommen. Daher ist die Hitler-Jugend darangegangen, in allen Gauen Jugendhöfe zu errichten, die durch eigene Landwirtschaft neben dem Herbergsbetrieb in der Lage sind, sich mit den meisten Nahrungsmitteln selbst zu versorgen, und die darüber hinaus noch von ihrer Ernte an andere Jugendherbergen abgeben können. So befriedigen die 2Ö neuerbauten Jugendhöfe fdjon einen großen Teil des Lebensmittelbedarfes der übrigen Jugendherbergen. Auf diese Weise ist ein großartiger, gut eingespielter Organismus entstanden, der restlos für die Betreuung unserer wandernden Jugend eingesetzt wird. Und es ist der besondere Stolz der Hitler-Jugend, daß sie durch diese einzigartige wirtschaftliche Leistung des Jugendherbergswerkes es auch den ärmsten Jungen und Mädels unseres Volkes ermöglicht hat, auf Fahrten und Wanderungen Deutschland kennen zu lernen. Schuft. Faber, Friedberg (jetzt in Darmstadt), die Geschäfte des Vorsitzenden stellvertretend führte, erstattete in gedräng:r Form den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Die Miglieder, deren Zahl leider stark zurückgegangen ist, erhielten 1937 als Jahresgabe den 36. Band der von Professor Dr. H e p d i n g herausgegebenen „Hessischen Blätter für Volkskunde" und 1938 das wertvolle Buch „Volkskundliche Ernte", das Professor Dr. Hep - ding zum 60. Geburtstage dargereicht worden ist. Band 37 der „Blätter" wird den Mitgliedern im Herbst 1939 zugestellt. Gute Fortschritte macht die hessische Flurnamenforschung, dank des starken Einsatzes von Professor Dr. Götze gerade auf diesem Gebiet. Es liegen nunmehr 14 Hefte des hessischen Flurnamenbuches" im Druck vor. 16 weitere Arbeiten stehen vor dem Abschluß. Von oberhessischen Gemarkungen sind für den Druck vorbereitet: Gießen durch Studienassessor Wilhelmi; Büdingen durch Pfarrer Eorvinus; Nieder- und Ober-Ros b ach durch stuck, phil. Bornmüller. Der Rechner der Vereinigung, Studienrat Richard Oßwald (Friedberg), erstattete den Kassenbericht. Die gewissenhafte Rechnungsführung sand den Dank der Mitgliederversammlung. Zu dem wichtigsten Punkt der Tagesordnung, Wahl eines Vorsitzenden, konnte Professor Dr. Götze mitteilen, daß man in der Dorstandssitzung vorn 4. März d. I. sich dahin einmütig geeinigt habe, der Hauptversammlung Professor Dr. Bernhard Martin (Marburg) in Vorschlag zu.bringen. Die Hauptversammlung begrüßte diesen Vorschlag und wählte Professor Martin einstimmig zum Porsitzen- den der Vereinigung. Der neue Vorsitzende, der das Amt mit der Versicherung annahm, daß er seine ganze Kraft für die volkskundliche Forschung in. Hessen einsetzen werde, ist ein Sohn der hessischen Landschaft — am l.Aug. 1889 in Rhoden (Waldeck) geboren — und als Vertrauensmann des Landeshauptmanns in Kassel beauftragt, die Zusammenarbeit der Hessischen Vereinigung mit dem Kur- hessischen Landesamt für Volkskunde aufzunehmen. Aus der engeren Heimat. NSLB., Kreisabschnitt Gießen-Land. Am Samstag fand eine Dersammluvg des B e - zirkes Gießen-Land des NS.-Lehrer- dun d e s im „Burghof" zu Gießen statt. Der Be- zirkswalter, Rektor Siegfried, Grohen-Linden, begrüßte die Mitglieder in der etften Versammlung im neuen Schuljahr, fein besonderer Gruß galt dem Kreiswalter, Schulrat Nebeling. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab der Leiter sodann bekannt, daß die Mitglieder von Gießen-Klein- Linden und Gießen-Wieseck vom 1. April ab ausgeschieden sind und nun zur Stadt Gießen gehören. Er dankte den Scheidenden für ihre jahrelange treue Mitarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie sich auch weiterhin als gern gesehene Gäste einfinden werden. Hieraus hielt Lehrer Arnold, Großen-Linden, einen Vortrag über den sogenannten Lichtenberger Plan, der an'Stelle der Fächerung die Unterrichts- Ganzheiten vorsieht. In anschaulicher Weise ging der Redner auf das Grundsätzliche des Ganzheitsunterrichts ein und stellte Fächerung und Ganzheit gegenüber.. Die Ausführungen, die vom Kreiswalter, Schulrat Nebeling, in verschiedenen Punkten ergänzt wurden, fanden reichen Beifall. Dem ausscheidenden Kassenwalter Stumpf (Gießen-Wieseck) wurde vom Leiter des Bezirkes für seine Arbeit gedankt. An seiner Stelle wurde Lehrer Merz (Leihgestern) zum Kassenwalter des Bezirkes „Gießen Land" ernannt Nach weiteren Mitteilungen hielt Schulrat N e - bering ein Ansprache, in der er die große Rede des Führers streifte und dann auf den bevorstehenden nationalen Feiertag hinwies. Er erinnerte an das Wort des Führers, daß er als feine glücklichste Tat bezeichnet habe, den deutschen Arbeiter wieder zu seinem Volke zurückgeführt zu jzaben. Explosion eines Backofens. * Schotten, 3. Mai. In einer hiesigen Bäckerei ereignete sich auf bis jetzt noch ungeklärte Weise ein folgenschweres Explosions- Unglück. Während sich der Bäckermeister und feine Helfer in der Backstube bei der Arbeit befanden, explodierte plötzlich der Backofen. Durch die herumfliegenden Eisen- und Steinsplitter wurden der Meister und sein Geselle so erheblich verletzt, daß sie sofort in das Krankenhaus gebracht werden mußten. Der gewaltige Luftdruck schleuderte auch die Fen st er und Türen aus ihren Befestigungen, so daß sie in Trümmer gingen. Glücklicherweise hatte die Explosion keinen Brand verursacht. Die Ermittlungen über die Ursache des Unglücks sind im Gange. Landkreis Gießen. ch Treis a. d. Lda., 3. Mai. Heute, Mittwoch, 3. Mai, steht unser Dorf im Zeichen von zwei Jubelfeiern. Das Fest der goldenen Hochzeit können Johannes Lemp und feine Ehefrau Margarethe, geb. Bellof, wohnhaft Pfarrstraße, feiern. Der Jubilar steht im 76., die Jubilarin im 75. Lebensjahr. Die aus der Ehe hervorgegangenen fünf Kinder find alle" noch am Leben. Durch Fleiß und Strebsamkeit des Jubelpaares konnten sie als einfache Arbeiter es ihren Kindern ermöglichen, daß einige der Söhne sich heute in sehr angesehener Stellung befinden. — Das Fest der silbernen Hochzeit können Werkmeister Otto Nuhn und seine Ehefrau Katharine, geb. Benner, feiern. Den beiden Jubelpaaren herzlichen Glückwunsch. 5 Steinbach, 2. Mai. Heute, 2. Mai, tonnte Johannes Balser I, früher von Beruf Pflasterer, seinen 83. Geburtstag feiern. Er ist der älteste männliche Einwohner der Gemeinde und konnte bis vor kurzem, dank seiner guten Gesundheit, noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten. Durch ein Augenleiden ist er leider jetzt sehr behindert. Vor acht Jahren haben die Eheleute Balser, die Frau ist jetzt 81 Jahre alt, das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert. — Am Mittwoch, 3. Mai, rann Frau Marie Serth, geb. Petri, Witwe des Landwirts Heinrich Serif), ihren 76. Geburtstag in verhältnismäßig guter Gesundheit feiern. Unsere Glückwünsche! A Leihgestern, 3. Mai. Ihre Silberne Hochzeit können am heutigen Mittwoch, 3. Mai, der Reichsbahnbedienstete Albert Wedemann und Ehefrau Marie, geb. Diehl, Kirchstraße 10 dahier wohnhaft, begehen. Dem Jubelpaar unseren Glückwunsch. s. Lang-Göns, 3. Mai. Am heutigen Mittwoch, 3. Mai, kann Frau Anna Elisatebth Veite Wwe., geb. Wagner, Obergasse, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag begehen. Wir wünschen ihr viel Glück! <£ Holzheim, 3. Mai. Am heutigen Mittwoch, 3. Mai, können der Landwirt und Kartoffelhändler Konrad Faitz und seine Ehefrau Marie, geb. Kutscher, das Fest derSilbernenHochzeit feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch! * Grüningen, 2. Mai. Hier ereignete sich ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen, dessen Lenker das Dorfahrtsrecht nicht beachtete, fuhr gegen einen Omnibus. Es entstand lediglich Sachschaden. Bei dem Lenker des Personenkraftwagens wurde eine Blutprobe genommen. tcrstützen, wenn diese von den in Fraae kommenden Fachschaften in Oberhessen durchgeführt werden. Die erste dieser Jahresveranstaltungen, die Der- bandssugendprüfung, war ein großartiger Erfolg. Mit 69 gemeldeten Hunden, von denen 66 zur Stelle waren, mar es die größte Veranstaltung ihrer Art, die jemals in Deutschland durchgeführt wurde und die dank der hervorragenden Vorbereitung durch den bewährten Suchenleiter, Oberst a. D. Kock, ausgezeichnet klappte. Die Altersklasse 1938, die zur Prüfung stand, erwies sich als recht einheitlich in den Leistungen. Alle Hunde entsprachen den Anforderungen, die zur Erlangung von Preisen gestellt werden. Es konnten vergeben werden: 40 erste, 17 zweite und 9 dritte Preise. Die Antwort- schäft auf die große Staatspreismünze erwarb sich „Jllo v. d. Werra-Veste" (Besitzer: I. Hammer- m a n n-Gießen), auf die erste kleine Staatspreismünze „Rolf vom Fuchsentisch" (I. Jhring- Lich), beide Deutsch-Drahthaar, und auf die zweite „Asta von der Dübener Heide" (Revierförster B ö h l e - Rauschenberg), eine Deutsch - Langhaar- Hündin. Aufgabe der Führer wird es nun sein, aus diesen Junghunden nun dos zu machen, was sie werden sollen: deutsche Gebrauchshunde zur Jagd. ** Goldenes Arbeitsjubiläum. In der von-Münchowschen-Universitätsdruckerei Otto Kindt, G. m. b. H., Gießen, fand wieder eine Jubiläumsfeier statt. Obermaschinenmeister Karl Leib war am 17. April 1939 fünfzig Jahre in seinem Beruf tätig. Petriebsführer und Gefolgschaft oerfatnmeltc* sich am 29. April zu einer kleinen Feierstunde am geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars. Herr Schmitz als Betriebsführer und Arbeitskamerad Baues als Betriebsobmann brachten in kurzen Ansprachen ihre Glückwünsche und die der Gefolgschaft zum Ausdruck. Mit dem Wunsche, daß der Jubilar noch lange Zeit sich seiner Rüstigkeit erfreuen möge, zu seiner und seiner Familie Freude, wurden seitens Gefolgschaft und Betriebsführung allerlei Geschenke überreicht. ** Morgen Polizei st unde für alle Ga st wirtschaften um 20 Uhr. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Um den Angestellten, Arbeitern und Betriebsführern des Gaststättengewerbes /Gelegenheit zu geben, den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes nachträglich gemeinsam zu feiern, wird am morgigen 4. Mai die Polizeistunde für alle Gast- und Schankstätten, ausschließlich der Bahnhofswirtschaft, auf 20 Uhr festgesetzt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, darauf zu achten, daß dieser Termin pünktlich eingehalten wird. ** Städtische Bücherei. Im April sind 2065 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Zeitschriften 35, Gedichte und Dramen 26, Erzählende Literatur 1240. Jugendschristen 290, Länoer- und Völkerkunde 144, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 186, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 66, Heer- und Seewesen 33, Haus- und Landwirtschaft 9, Religion und Philosophie 1, Staatswissenschaft 31, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 23 Bände. Aus den Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Wegen fortgesetzter Blutschande und Sittlichkeitsverbrechen, begangen an seiner Stieftochter, hatte sich der 37 Jahre alte W. Sch. in Weckesheim zu verantworten. Die Oesfentlichkeit war während der Verhandlung ausgeschlossen. Der Anbeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnis st rase von 1 Jahr und 6 Monaten verurteilt. Die Untersuchungshaft würde auf die Strafe angerechnet. ♦ H. W. in Gießen hatte sich vor der Großen Strafkammer wegen Untreue und Unterschlagungen, die er in Gießen und Winnerod in den Jahren 1938 und 1939 begangen hatte, zu verantworten. Als Geschäftsführer einer Genossenschaft hatte er einen Scheck in Höhe von 1121,60 Mark eingelöst und den Erlös für sich verbraucht. Als Lagerver- walter hat er aus der Kantinenkasse 487,85 Mark und aus der Küchenkasse 37,87 Mark entnommen und für sich verbraucht, weiterhin einen Betrag von 20 Mark, den er von einem Manne erhielt und den er als Rückzahlung auf erhaltenen Vorschuß verwenden sollte, ebenfalls für sich verwandt. Die veruntreuten Gelder hat er zum Teil bei Zechereien, auch in Frauengesellschaft, ausgegeben. Der Angeklagte war geständig, Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Jahren und Geldstrafen von zusammen 500 Mark. Der Angeklagte wurde wegen Untreue in drei Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit Unterschlagung, sowie einer weiteren Unterschlagung zu einer Gesamtgefängnis st rase von 1 Jahr und9 Monaten, sowie zu Geldstrafen von zusammen 440 Mark, ersatzweise 22 Tage Gefängnis, verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde mit 86 Tagen auf die Strafe angerechnet. Das Urteil wurde sofort anerkannt. * E. F. in Dberbeffingen hatte sich wegen ähnlicher Vergehen, und zwar in amtlicher Eigenschaft, zu verantworten. F. verkaufte Schlachtvieh der Gemeinde und verbrauchte den Kaufpreis ganz oder teilweise für sich, er stellte Rechnungen für Waren, die er entweder Nicht geliefert hatte, oder mit einem außergewöhnlich übersetzten Preis in die Rechnung einstellte. Ein Teil der Anklagepunkte ist inzwischen wegen Geringfügigkeit eingestellt worden. Der Angeklagte ist im wesentlichen geständig. Bei seinen Straftaten dürften schlechte wirtschaftliche Verhältnisse eine maßgebende Rolle gespielt Haden. Sein im Jahre 1928 erbautes Anwesen kostete 12 000 RM mehr als veranschlagt war. Seine wirtschaftliche Lage ließen ihn nicht mehr hochkommen. Die Vernehmung der Zeugen dauerte bis spät nachmittags. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. 40 Jahre hessische Vereinigung für Volkskunde. Prof. Dr. Martin: »Lautdenkmal der deutschen Mundarten.- In Anwesenheit einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern und Freunden ihrer Sache hielt am vcr- ganaenen Samstag die Hessische Bereinigung für Volkskunde, Gießen, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Jnstttuts ihre 40. Hauptversammlung ab. 'Professor Dr. Götze gab nach herzlichen Begrü- sßungsworten einen Rückblick auf die Geschichte der ^Bereinigung, die vor 40 Jahren als Volkskundliche »Sektion in Gießen gegründet worden war und im Laufe der vier Jahrzehnte ihres Bestehens viel wertwolle Arbeit habe leisten können. Er sprach von den I .,H e s f i sch e n Blättern für Volkskund e", Äne in 36 Bänden vorliegen, in denen eine reiche Sammlung volkskundlichen Wissens verankert sei. Dann habe sich, so fuhr der Redner fort, die 23er* | »inigung mit bestem Erfolg um die Flurnamen- [ Aorschung bemüht. Die Hefte „Hessische Flur- : mamen" seien Vorbilder in Deutschland geworden. I Zur die nächste Zeit sei die Bearbeitung der Gebiete tum Gießen, Büdingen, Lorsch, Ingelheim usw. vor- 1 gesehen. Im Zusammenhang mit der bisher ge- I leisteten wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiete 1 3ea Volkstums nannte Professor Dr. Götze dann I nie Namen Behaghel, Dieterich, Wünsch i und Strack und würdigte die Verdienste der Männer um die edle Sache. In wenigen Worten t prach der Redner von der wertvollen Arbeit der Bereinigung für die Universitätsbibliothek, die durch ' ni« Austauschmöglichkeit der Schriften der Hessischen £ Bereinigung schon manche wertvolle Bereicherung erfahren habe. Die Schriften der Bereinigung wür- I :oen weithin versandt und gelesen. Herzliche Worte !»es Dankes widmete er den Mitarbeitern in der s Gegenwart, die in unermüdlicher und stiller wissenschaftlicher Arbeit den Aufgaben der Hessischen Ver- | iinigung für Volkskunde dienen. Worte der Ancrken- •jiung widmete Professor Dr. Götze dann noch der Arbeit des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat" in Gießen. Im weiteren Verlauf der Festsitzung überbrachte Professor Dr. Rauch die Grüße und Glückwünsche 5e. Magnifizenz des Rektors unserer Universität . nd betonte, daß sich die Universität durchaus be-' Dußt sei, welch hohen Wert für das Ansehen der Universität die Arbeit der Hessischen Vereinigung für Volkskunde habe. Er gab abschließend dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit der Bereinigung auch wei- . Lrhin von Erfolg gekrönt sein möge. Im Mittelpunkt des Abends stand dann ein außerordentlich interessanter Vortrag von Professor Dr. 38. Martin (Marburg), dem Schöpfer des Laut- isenkmals der deutschen Mundarten, das in der Form roon 300 Schallplatten dem Führer Adolf Hitler zum beschenk gemacht worden war und auf dem Ober- li^berg einen Ehrenplatz erhalten hat. Der Redner schilderte zunächst, welche wissenschaftliche Vorarbeit für dieses Lautdenkmal notwendig war, um die i orm festlegen zu können, in der die praktische Arbeit durchgeführt werden konnte. Durch denRe i ch s- lund der deutschen Beamten wurde die Schaffung dieses Lautdenkmals wirtschaftlich er- nöglicht. Wissenschaft und Technik schufen es in Tionatelanger Arbeit. Der Redner ließ wissen, daß lie Schaffung dieses Lautdenkmals der deutschen Mundarten Reisen über 40 000 Kilometer notwendig machte, manche Schwierigkeit zu überwinden war, den Schöpfern des Denkmals aber auch ein reiches Erlebnis der deutschen Landschaft und des deutschen Menschen dabei vermittelt wurde. In den Schallplatten sind die Mundarten aus 300 größeren geschlossenen Mundartgebieten unseres Vaterlandes festgehalten worden und alle jene, die die Platten zu „besprechen" hatten, wurden an Ort und Stelle ausgesucht. Die Arbeit an diesem Laut- denkmal sei darauf gerichtet gewesen, die Mundart in aller Lebendigkeit und Zeitnähe festzuhalten. An Hand der Platten solle däs Leben in der Mundart studiert werden. Es werde dem Sprachforscher manchen wertvollen Hinweis vermitteln. Nach den einleitenden Darlegungen des Redners sah man mit großem Interesse den Vorführungen der Schallplatten entgegen. Der aufmerksamen Zuhörerschaft bot sich dabei ein bunter Reigen. So hörte man ein feines Zwiegespräch eines Jung- oauern mit einer Junghäuerin aus der Schwalm, die sich über ihre heimatliche Tracht unterhielten, man hörte zwei Bauern aus Berstadt (bei Niddv), die sich über den Einfluß des Schwelkraftwerks Wölfersheim auf Landschaft und Menschen unterhielten und hörte ferner von einem Arbeiter aus dem Rheinland, der sich mit Ahnenforschuna be= schäftigt, einen kurzen Vortrag. Eine interessante kulturgeschichtliche Skizze bildete die Platte, die in der Pfalz ausgenommen wurde und einen Wandermusikanten von einem Dorfe erzählen ließ, dessen männliche Einwohner seit Jahrhunderten als Musikanten in die Welt zoaen. Eine Bäuerin aus der Mark Branbenbura erzählte von einem eigenartigen Brauch „Osterwasserholens", ein Maschinenführer aus Palmnicken prach von der Baggerarbeit an der Bernsteinküste, ein Bauer aus dem Glatzer Bergland erzählte die Geschichte seines Bauernhofes, und Celler Arbeitsfrauen unterhielten sich über den Arbeitsdienst. Weitere Platten führten im Geiste zum Adolf-Hitler-Koog, in das Egerland, nach der Ostmark und nach Bayern. Da es naturgemäß schwer war, die Mundarten im einzelnen Wort gut zu verstehen, wurden die gesprochenen Texte in mundartlicher und in buch- deutscher schriftlicher Wiedergabe projiziert, so daß das gesprochene Wort auch vom Auge her verfolgt werden konnte. Das Ohr konnte sich dadurch ganz dem Klcmgcharakter der Mundarten widmen. Der Vortrag, der durch seine Eigenart, durch seine einmalige Form nicht alltäglich erschien, verttefte Wissen und Empfinden um unseren Volksdeutschen Le- bensraum auf eine eindrucksvolle Weise. Dem Redner wurde herzlicher Dank zuteil. Hauptversammlung der Hessischen Vereinigung für Volkskunde Anschließend an die Festsitzung fand nach einer Zeitspanne von mehreren Jahren wieder eine Hauptversammlung statt. Univ.-Professor Dr. Alfred Götze, der seit dem im Jahre 1935 erfolgten Rücktritt von Oberstudiendirektor Dr. kräftigt Das Jaljnfleifdj! fluch bas ift wichtig Sie Jagd im Mai SJl.-^pOTt II 1900 6:0. nur in Wechsel fand sich die Mannschaft noch besser, insbesondere die Hintermannschaft stand wie eine Mauer. Die Stürmerreihe vollbrachte eine gute führt die Ricke ihre Kitze, das Alttier sein Sie aber haben alle* Feinde, und der Jäger Büchse und Hund vor allem zum Schutze Wildes, wenn er im Mai hinauszieht zur Baid Kalb, führt feines Jagd. Im Hochkönig-Gebiet wurden bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen Mai - Schirennen ausgetragen. Sprunglaufsieger wurde Weltmeister Bradl (Salzburg) mit zwei 35=^6 ter ^(Sprüngen, den Torlauf gewann Seer (Bad Gastein), und in her Kombination (Torlauf / Sprunglauf) war Roman Schnabl (Salzburg/GJR. 137) erfolgreich. Der Mai ist gekommen und mit ihm das Grünen und Blühen überall. Lärchen und Buchen, Birken und bald auch die Eichen wetteifern miteinander in der Schönheit ihres jungen Grüns. Im Blüten- fchnee steht die Schwarzdornhecke als Schmuck der Feldflur. Einem feinen Schleier gleich überzieht das Schaumkraut die Wiesen, schimmern Waldmeister und Sauerklee über dem Waldboden, wo auch das Maiglöckchen betäubend duftet. Im Frühlicht des Tages ruft der Ringeltauber von hoher Fichtenspitze, tief der Hohltauber und gurrt als dritter der drei Bauchredner, wie Hermann Löns sie nennt, die Turteltaube, die sich aus dem Süden wieder eingefunden hat. Der Kuckuck ruft, Bussard und Milan ziehen hoch im Aether ihre Kreise, und aus tausend -kleinen Kehlen froher Sänger grüßt die Natur den Mai. Es ist das große Wunder des Werdens, das der Jäger dort draußen alljährlich miterlebt und in sich aufnimmt. Er empfindet es, wenn er vor Tau und Tag auf leisen Sohlen pirscht, der Sonne entgegen, und er erlebt es, wenn er um die Uhlen- flucht, als die Sonne hinter den Bergen versank, am Waldrand den Zauber her Maiennacht auf sich wirken läßt. Don früh dis spät möchte er jetzt draußen fein, weil er weiß, daß sein Wild gerade jetzt feiner bedarf. Denn schon brütet die Märzente in der Nähe von Fluß und Teich, wo sie bald ihre muntere Kinderschar führen wird. Die Fasanen- henne macht ihr Gelege in einer Hecke, die Rebhenne hat sich einen brombeeroerwachsenen Feldrain dazu erwählt, während die Häsin im alten Gras einer verlassenen Sandgrube ihre Jungen geborgen weiß. Steinberg 1900 VfB.-R. Naunheim Wetzlar Frohnhausen Bissenberg Sinn Burg Ehringshausen durch dürfte sich die Reserve der Blau-Weißen aller Wahrscheinlichkeit nach die Meisterschaft errungen haben. Die Bestätigung bringt das noch ausstehende Spiel gegen Steinberg. Frohnhausen II — VfD.-Reichsbahn II 2:2 (0:2). Die Reserve hatte nicht ihre beste Vertretung zur Stelle, da die Spieler in her ersten Mannschaft aushelfen mußten. Die Platzherren, die bei her Pause noch mit zwei Toren im Rückstand lagen, holten aus und erzielten ein verdientes Unentschieden. Lollar I. — Sportfreunde Wehlar I. nicht ausgetragen. Kampflos kam Lollar zu zwei weiteren Punkten im Aufstiegskampf zur Bezirksklasse. Die Wetzlarer hatten es vorgezogen, nicht anzutreten. Die Lollarer waren für dieses Treffen gut gerüstet und hätten möglicherweise ihr Torverhältnis verbessern können. Sportgem. Steinbach I — Turngem. Rodheim I 8:3. Nach langer Zeit trafen sich beide 1. Mannschaften in Steinbach zu einem Gesellschaftsspiel. Steinbach stellte eine flinke Elf ins Spielfeld, die es fertigbrachte, schon in der ersten Minute durch den guten Mittelstürmer Kemmler das erste Tor zu schießen. Nun ging Rohheim reichlich hart aus sich heraus und konnte auch halb den Ausgleich erzielen. In dem weiteren Spielverlauf wurde durch Rechtsaußen Kraft sowie Mittelstürmer Kemmler her TorTabelle der Zußball-Bezirlsklasse Gießen. Die Tabelle hat nach hen Spielen des vergangenen Sonntags folgenden Stand, her sich auch nach hen beihen noch ausstehenden Spielen nicht mehr viel ändern wird. Hüter von Rohheim gezwungen, das Leder noch siebenmal hinter sich aus dem Netz.zu holen. Rod- Heim konnte hem nur zwei Tore entgegensetzen. Wehlar Res. — Sportgem. Grohen-Duseck 2:9. Die 1. Elf her Sportgemeinde Großen-Buseck weilte am Sonntag in Wetzlar, um gegen hie dortige Liga-Reserve her Sportvereinigung 05 ein Freundschaftsspiel auszutragen und einen hohen Sieg zu landen. Die Busecker stellten folgende Mannschaft: Neeb: Brück, Dambmann; Gans, Harbach II, Boller; Eisen nach er, Hochstein, Harbach I, Saborouski, Melior. In diesem Spiel zeigte sich bald die Heb erlegen!) eit her Großen-Busecker, hie aber zunächst vom Pech verfolgt waren. Das Spiel gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Mehrmals mußte her Torhüter her Platzmannschaft eingreisen. Auf her anderen Seite wehrte die Verteidigung geschickt ab. Nach 15 Minuten fiel her erste und wenig später her zweite Treffer. Das schaffte einige Verwirrung in hen Reihen her Wetzlarer. Das Spiel wurde lebenhiger. Man sah schöne Kombinationsarbeit auf beiden Seiten. Bis zur Pause erhöhten hie Gäste ihren Vorsprung auf 5:0. Nach her Pause änherte sich das Bild nicht wesentlich. Die Großen- Busecker blieben nach wie vor überlegen und brachten dies schließlich in hem hohen Endergebnis eindeutig zum Ausdruck. DfB.-R. 1. Jugend — Germania Warburg 1. Jugend 8:0 (2:0). Die 1. Jugend der Grün-Weißen unternahm eine Reise nach Marburg an der Lahn, um gegen hie gleiche des Rasensportvereins Germania 08 ein Freunhschaftsspiel auszutragen. Die Gießener Elf stellte erneut ihre gute Form unter Beweis. Sie ließen hie Platzbesitzer in her zweiten Hälfte einfach stehen, und schossen hie Tore eines schöner als das andere. Handball um die Bannmeiflerschast. Wünzenberg ist Gruppensieger. Am Sonntag fand in Gambach das letzte Spiel um den Gruppensieg her Gruppe Friedberg statt. Münzenberg sowie Gambach rechneten mit dem Sieg ihrer Mannschaft, denn erst in diesem Spiel fiel hie Entscheidung. Gambach stellte eine starke Mannschaft, hie hen Münzenbergern körperlich überlegen war. Die Münzenberger waren sich aber ihrer Aufgabe bewußt. Halbzeitstand: 4:3! Nach hem gdn und Jungwild nach, jagt und hetzt vor allem zur Nachtzeit gar mancher Hund und bringt be- chlagenes Mutterwild gleich dem Jungwild in Ge- ahr. Die Krähe streicht tief über die Felder und ' ud)t Junghasen, Küken ober Eier. Die Elster schlüpft mrch Hecken und Büsche und plündert Nester. Sie alle zusammen bewirkeü, daß die Jagdstrecken oft in einem so großen Gegensatz zu Stärke des Besatzes und natürlicher Vermehrung stehen. Drum gehört her Jäger nunmehr hinaus ins Revier zum Schutze feines Wildes. Dieser Jagdschutz erstreckt sich auch auf den Schutz vor hem Menschen. Da kommen einmal solche in Frage, hie bewußt glauben, sich heimlich am Wikde vergreifen zu dürfen. Zum Wilde aber gehören auch seine Eier. Wer darum glaubt, ungestraft die Gelege von Fasanen und Enten plündern zu dürfen, ist genau so ein Wilddieb wie derjenige, her unter her Maske bes harmlosen Maiblumenpflückers nach Kitzen Ausschau hält, um sie heimlich verschwinden zu lassen. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, baß zum Schutze des Jungwildes das Holzlesen im Mai und Juni verboten ist. Aber auch der wirklich harmlose Spaziergänger kann gegen seinen Willen dem Wilde schaden, wenn er etwa zufällig auf ein Rehkitz stößt, das mutterseelenallein irgendwo im Grase liegt, schläft ober sich drückt. In dem Gedanken, bas Stück könnte die Mutter verloren haben, wird es vielleicht mitgenommen, um dem nächsten „hocherfreuten" Förster ober Jäger ins Haus gebracht zu werben. Ja selbst ein Aufheben und Streicheln allein können ein Verhungern des Tierchens zur Folge haben. Denn die Mutter hat ihr Kind nicht verloren, sie hat es nur „abgelegt", weil es ihr auf die Aesung noch nicht zu folgen vermag. Bald wird sie zu dem Kleinen wieder zurückkehren und unter Umständen, wenn das Tierchen hie Menschenwitterung an sich trägt, die Furcht vor dem Menschen über die Mutterliebe siegen lassen. Drum muß es ein für alle Mal heißen: „Hände weg von Jungwild!" Der Jäger fei daran erinnert, daß jetzt die beste Zeit für Wildmarkierung gekommen ist. Jeder praktische Jäger hat schon empfunden, wieviele ungeklärte Fragen aus dem Leben unseres Wildes es doch noch gibt, obwohl es her Mensch doch so gut zu kennen glaubt. Das beste Mittel zu ihrer Klärung ist die Wildmarkierung. Drum gehört in den kommenden Wochen die Wildmarke in den Jagd- rock. Nur ein Zeichnen mit den richtigen Wildmar- ken her Deutschen Jägerschaft hat Sinn. Gestutzte Lauscher und Söffe!, Patentknöpfe und ähnliches Zeug sind wertlos und damit zu verwerfen. Wenn früher der Mai herankam, bann winkte dem Jäger die Jagd auf den Rehbock, und am l.Mai ging es los. So rasch als möglich wurden Das Spiel der Reservemannschaften kam Form eines Gesellsck)aftsspieles zum Austrag, da die Gäste vorher auf hie Punkte verzichteten. Da- Leistung und noch siebenmal konnten sie erfolgreich einsenden, leiber wurden 2 Tore von dem Schiedsrichter nicht anerkannt. Mit dem Endergebnis 9:4 ist Münzenberg nunmehr Gruppensieger der Gruppe Friedberg, und spielt am nächsten Sonntag gegen den Sieger der Gruppe Gießen Mtv. Gießen um hie Bannmeisterschaft. Neue Sportgemeinschaft in Lollar. Am Samstagabend fand im Vereinslokal „Zur Traube" bei Otto Nuhn die Jahreshauptversamm- lung des Sportvereins Lollar statt. Dereinsführer Stahl begrüßte die Sportkameraden. Die Tagesordnung bestand aus der Entgegennahme der Berichte der einzelnen Fachwarte und Stellungnahme zu den schon seit längerer Zeit sich im Gang befindlichen Zusammenschlußbestrebungen alles Leibesübungen betreibenden Vereine zu einer großen Lollarer Sportgemeinschaft. Kassenoer» roatter Zimmermann konnte, gegenüber dem Vorjahre, von einem verhältnismäßig besseren Stand der Kasse berichten und mit einem noch guten Ueberschuß abschließen. Die Kasse wurde in Ordnung befunden und dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Spielobmann Klinke! erstattete einen Spielbericht des vergangenen Jahres. Fast die ganze letzte Spielzeit hindurch war die 1. Mannschaft von einer Pechsträhne verfolgt gewesen. Durch Verletzungen, Krankheit, Einberufungen und anderen Umstände war die Mannschaft meistens ersatzgeschwächt und hatte dadurch immer einen schweren Stand. Wohl konnte die 1. Elf in Gruppe A der Kreisklasse den Meister noch schaffen; aber die vorerwähnten Umstände wirken sich gerade jetzt in den Aufstiegsspielen um so mehr aus. Leider ließe her geeignete Nachwuchs für die 1. Mannschaft zu wünschen übrig. Den Nachwuchsspielern müsse man in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Jugendleiter B e ck konnte einen erfreulicheren Bericht von seiner betreuten Jugendmannschaft abgeben. Als ungeschlagener Gruppenmeister konnte die Jugendelf den 2. Platz im Kampf um die Bannmeisterschaft einnehmen. Ein schöner Erfolg! Der Vorsitzende dankte seinen Mitarbeitern für die gkoßr Mühe und aufopferungsvoll geleistete Arbeit. Im Anschluß wurden dann noch einige interne Angelegenheiten des Vereins besprochen. Hierauf sprach Ortsgruppenleiter Petra sch in einigen grundsätzlichen Ausführungen für hie an« zustrebenoe Zusammenschließung aller Leibesübungen treibenden Vereine in Lollar. Er erwähnte, daß die bisherigen Bemühungen erfolglos blieben. Hemmnisse persönlicher Natur dürften, nachdem die Reichsführung selbst Ziele des Zusammenschlusses verfolgt und befürwortet, als nicht mehr stichhaltig angesehen werden. Jede Sportart wird mit großem Interesse vom Staat gefördert und somit dürfte jegliche vermeintliche Benachteiligung hinfällig fein. Die breite Gemeinschaftsarbeit für hie Ertüchtigung der Jugend müsse im Vordergrund stehen. Diese Sportgemeinschaft müsse deshalb schon innerhalb der kleinen Dorfzelle ihren Ausdruck finden. Zum Schluß appellierte der Ortsgruppenleiter nochmals an die Anwesenden, sich für das vorn Führer gesteckte Ziel einzusetzen. Starker Beifall der Versammlung lohnte seine Darlegungen. Nachdem noch einige Anfragen der Mitglieder geklärt und der Vereinsführer erklärt hatte, daß in der neuen Sport- gemeinhe die Fachabteilung Fußball dem früheren bewährten Vereinsführer Heinze übertragen wird, wurde dies von der Versammlung mit freudigem Beifall begrüßt. Der Zusammenschluß wurde von den Anwesenden einstimmig befürwortet. Der Vorsitzende dankte der Versammlung und betonte, daß somit der Sportverein 1920 Lollar aufgehört hat zu existieren. Er forderte aber die Sportkameraden auf, die Liebe zum Fußballsport mit hinüberzu» nehmen in hie neue Sportgemeinschaft. Kurze Sportnoiizen. Die deutsche NSKK. - Motorradmannschaft beteiligte sich mit großem Erfolge am 1300 Kilometer langen Motorradrennen Mailand—Rom—Tarent. Auf ihren serienmäßigen Halb- liter-BMW.-Sportmaschinen errangen sie als höchste Auszeichnung den Preis des italienischen Heeres und belegten in her Gesamtwertung durch NSKK- Obersturmführer Rudolf Seltsam (München) den zweiten Platz. die besten Böcke des Revieres auf die graue Decke gelegt, zumal der Abschuß um diese Zeit, wo die Böcke Wechsel und Zeit gut hielten, außerordentlich erleichtert war. Die Folgen davon waren hie Zustände, wie sie fast überall das Reichsjagdgesetz Dorfanh: ein Reh st and, der wertmäßig keinen Vergleich mit früher mehr aushielt, hie Trophäen schlechter, hie Körpergewichte geringer. Eine Folge dieser Erkenntnis aber war einmal die Abschußplanung, wie wir sie nun seit 1935 kennen, ferner eine Festsetzung des Jaadbegimles auf den 1. Juni. Dann war eine ganze Anzahl her Böcke bereits in hie ©etreibefelher ausgewechselt, führten hort ein heimliches Dasein, erlebten hie Blattzeit und konnten ihre guten ober schlechten Eigenschaften sort- pflanzen. Um hie ersteren zu förbern, würben durch einschränkende Bestimmungen der Gaujägermeister gute Böcke erst vorn 1. August ab zum Abschuß freigegeben. Leider zeigte die Praxis, daß auch die schlechten und abschußnotwendigen Böcke sich genau so in die schützenden Felder verzogen wie ihre jagdbaren und wertvollen Artgenossen und bann genau so in die Brunst hineinkamen. Das bedeutete, daß das Ziel der Ausmerzung des Schlechten eben bei dem besten Willen vor Aufgang her Blattzeit in vielen Revieren gar nicht zu erreichen war. Dieser Erkenntnis hat her Reichsjägermeister durch eine Aenberung der Schußzeit Rechnung getragen, hie dieses Jahr zum ersten Male praktisch wirb. Der Abschuß bes Rehbockes beginnt am 16. Mai. Obwohl jeder Jäger lieber den glatten, roten Bock auf hie Decke legt als den grauen, struppigen und ruppigen Maibock, mußte um des Zieles des Wahlabschusses willen bas kleinere liebel gewählt werben. Es wird daher hem Jäger viel leichter möglich sein, vor der Blattzeit einen Großteil feiner Abschußböcke zu strecken, als früher. Und es muß von ihm verlangt werden, daß er sich in den nächsten Wochen von Mitte Mai bis Mitte Juni bemüht, seinen Abschuß an „Ilb-Böcken" im Sinne des Abschußplanes zu erfüllen, lieber eines aber muß sich dabei her Jäger vollkommen klar fein. Nur diese Böcke soll er leichter schießen können, nicht aber die Träger besten Erbgutes, auf die unsere ganze Aufartungsbemühung sich jjrünbet, also die starken, fehlerfreien Böcke, die ini Abschußplan mit la bezeichnet sind. Der Reichsjägermeister hat durch den Mund seines Oberstjägermeisters der Jägerschaft kundtun lassen, was davon zu halten ist. Wer die Bemühungen der gesamten Jägerschaft um Hebung bes Wertes der Reh bestände eigensüchtig mißachtet, wer sich ohne Rücksicht auf die Nachbarn persönlichen Vorteil durch Abschuß der guten Ver- erber vor her Brunft sichert, handelt gegen eine der Grundlagen der Deutschen Jägerschaft, die Einheit und Kameradschaft aller Jäger, und hat deswegen in der Deutschen Jägerschaft keinen Platz! Jeder Jäger weiß genau, was das bedeutet. Die Jagdbehörden haben die Pflicht, darüber zu wachen, daß dem Willen des Reichsjägermeisters, der dem wahren Interesse her Jägerschaft entspricht, Rechnung getragen wird. Es wird gut fein, wenn jeder Jäger sich unter den veränderten Verhältnissen und auch angesichts der Tatsache, daß die Böcke dieses Jahr besser aufhaben als feither, vor Beginn bes Abschusses diese Gedanken noch einmal klar macht und einprägt. Erfreulicherweise haben ja viele Jäger eine Freude an dem richtigen Ansprechen flnb Abschuß gerade her Artverderber gefunden und sich in hervorragender Weise auf den Neuaufbau eingestellt. Ihnen wird die Neuordnung der Schußzeit eine Hilfe sein, die sie ohne Nebengedanken begrüßen. Vereinzelte Außenseiter aber seien gewarnt. Hubertus. Denn wenn der Roggen anfängt, in den Halm zu schießen, wenn die Diesen Deckung geben, dann felhert wieder die „Haus"katze und stellt Vö- * II — Raunheim Spiele Gew. Unensch. Verl. Pkte. 18 14 2 2 30:6 17 10 4 3 24:10 18 12 0 6 24:12 18 10 1 7 21:15 17 8 3 6 19:15 18 8 2 8 18:18 18 5 4 9 14:22 18 4 4 10 12:24 17 2 4 11 8:26 17 3 0 14 6:28 und Unna in Westfalen 02234 Schlachtpferde und Notschlachtungen werden zu Höchstpreisen angekauft Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei In bester Lage Gießens befindliche IttM ist unk. günstigen Bedingungen sösorl juoerpaöjten. Schriftliche Angebote u.3250V an den Gießener Anzeiger erbet. 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