G ch tz L / 4 ' 23OOD li(ontag,ä.2lpril 1959 189. Jahrgang Nr. 79 Erstes Slan Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Npf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfilätsdru-kerei R. Lauge in Sietzen. 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Mit großem Eifer studieren die KdF.-Fahrer die zahlreichen Gesellschafts- und Unterhaltungsräume und die verschiedenen Decks, die nun in Zukunft noch vielen Zehntausenden und Hunderttausenden deutscher Volksgenossen Erholung und die echte fröhliche KdF.-Stimmung tun ein übriges, um aus dieser Fahrt eine wunderbare Fahrt der Freude zu machen, die ihre schönste Weihe durch Bevölkerung der kleinen Norbseemsel im festlich geschmückten Hafen und in den Straßen des Ortes ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Dem Führer und seiner Begleitung wurde auf der Insel in kurzen Vorträgen ein Bild über die Geschichte und bauliche Entwicklung der Insel Helgoland gegeben. Anschließend fand eine Besichtigung ihres Säbelrasselns und den selbstmörderischen Leichtsinn jener Staaten, die sich einst zu Handlangern der britischen Eigensucht degradieren ließen, vor aller Welt zu plakatieren. „Wer sich schon bereit erklärt, für diese Großmächte die Kastanien aus dem Feuer zu holen, muß gewärtig sein, daß er sich dabei die Finger verbrennt", so sagte der Führer, und alle, die es angeht, werden den Sinn seiner Worte verstanden haben. Aber auch den Hauptwidersachern der deutschen Selbstbestimmung gegenüber ließ es der Führer nicht an Deutlichkeit fehlen. Deutschland wird nicht warten, bis die feindseligen Kräfte sich möglicherweise zu einem erfolgversprechenden Schlag vereinigt haben, es wird „aufsteigenden Gefahren nicht tatenlos gegenüberstehen", und es ist „keineswegs bereit, eine Einschüchterung oder auch nur Einkreisungspolitik auf die Dauer hinzunehmen". Oer Führer auf der Jungfernfahrt des KdK.-Klaggfchiffes „Robert Ley" haben, ferner Vertreter der deutschen Seeschiffahrt und die führenden Männer der DAF. und der NSG. ,Kraft durch Freude" mit dem Reichsleiter Dr. Ley an der Spitze sowie Professor Porsche, dem Schöpfer des KdF.-Wagens, und dem Amtsleiter der NSG. „Kraft durch Freude", Dr. L a f f e - re ntz. Der Führer besucht Helgoland. Schlachtschiff „Tirpitz". 2$on Konteradmiral z. V. Gadow Mit dem am 1. April in Wilhelmhaven zu Wafer gegangenen Schlachtschiffneubau der deutschen Kriegsmarine bleibt auf Befehl des Führers der Name des Mannes erhallen, der einer unklaren Flottenpolitik des Reiches ein Ende machte und als Schöpfer der deutschen Flotte in die Geschichte einging. Bedeutende Charaktere formen sich früh, und bei Tirpitz finden wir bereits in jungen Jahren den Drang, sich in das Wesen und die Ziele seines Marineberufs und zugleich in kriegswissenschaftliche, historische und weltpolitische Studien zu vertiefen. Zum Mittelpunkt wurde ihm damit die Erkenntnis, daß Deutschland auf deip beschrittenen Wege des großen Ueberseehandels riesige Werte einem ungewissen Schicksal aussetze, und daß bei einem Konflikt der Großmächte Schifffahrt, Güter und Außenbesitz Beute der zur See Stärkeren werden müssen. Das Problem war dahin gestellt, wie solcher Gefahr durch Schutzmaßnahmen zu begegnen sei, und die Lösung wurde im Aufbau einer angemessenen Flotten- st ä r k e gesehen. Der politische Inhalt dieses Planes entsprach den Lehren der Geschichte und den gegebenen Möglichkeiten, jedoch setzte seine Durchführung etwas voraus, was die Regierenden nicht erkannt hatten: die unerschütterliche,vorausgehende Festigung der kontinentalen Stellung. Ein Blick auf die Gegenwart und den heute begangenen Weg beim Wiederaufbau der Flotte zeigt, was gemeint ist: Krisen- und Blockadefestigkeit als Vorbedingung, dazu unangreifbare festländische Stellung, erweiterter Lebensraum. Das sind Lehren des Weltkrieges, von niemand schärfer erkannt als vom Führer und seit langem in seinem Kampfbuch niedergelegt. Soll der heutigen Marinepolitik des Reichs eine kurze Deutung gegeben werden, so ist es etwa die folgende: Die Umwelt hat sich mit dem Aufstieg der Führernationen und der Umzeichnung der Weltkarte noch lange nicht abgefunden. Unter den Gegnern steht England voran, da es sich an allen Brennpunkten der Machtpolitik in seinem Bestand und seiner Sicherheit — zu Unrecht — bedroht fühlt. Der versuchte Ausgleich zwischen uns und England, vom Flot- tenverttag des 18. Juni 1935 bis zum „Münchner Frieden", brachte noch kein Ergebnis; mit stärksten Rüstungen glaubt der Westen das Rad der Zeit zurückdvehen zu können. Will Deutschland seicke Sicherheit nicht wieder verlieren, so bedarf es neben der stärksten Landverteidigung und überlegenen Luftwaffe eines Maßes von Seemacht zur Wirkung in die Ferne gegen die Schwächestellen seiner Gegner: die Seeverbindungen und -Versorgung. Dem entspricht der Flottenbauplan und der Typ der Kriegsschiffe. Zum Erbe des Großadmirals von Tirpitz zählt neben der Klarheit feines politischen Fernblicks die harte und durchdachte taktische Schulung der Flottillen, Geschwader und Flotten, mit der seinerzeit absolutes Neuland betreten wurde unb bie in der großen Seeschlacht vom 31. Mai 1916 ihre Feuerprobe bestaub. Dann aber danken wir ihm vor allem die Entwicklung und Hebung der deutschen S ch i f f b a u k u n st bis zu dem Grade, wo der englische Flottenführer in seinem Bericht nach der Schlacht bekennen mußte: „Die Deutschen waren Schiff für Schiff überlegen, im Schiffbau, in Waffe unb Munition, Scheinwerfern, Rauchschleiern, Leuchtgeschossen ... Die Geschwin- bigkeit ihres III. Geschwaders kam dem des englischen V. Geschwaders gleich, eine große Enttäuschung ... Die „Seydlitz" wäre ein halbes Dutzend mal in die Luft geflogen, wäre sie so verwundbar gewesen wie unsere Schlachtkreuzer." Das sind ebensoviele Lorbeeren für Tirpitz, den Schiffbauer und Waffenschmied. Die deutschen Schiffe, Kreuzer wie Schlachtschiffe, galten für fast unsinkbar, unb Tirpitz' oberster Leitsatz, den er seinen Konstrukteuren einhämmerte, war: „Zuerst muß bas Schiff s i n k f e st sein, bann erst kommt bas übrige." Die schlimmen Erfahrungen Englanbs mit seinen schnellen, stark bewaffneten unb schwach gepanzerten Schlachtkreuzern, mit seinen neuesten Schlachtschiffen, die ein einziger Minentreffer versenkte, blieben uns so erspart. Der heutige deuffche Kriegsschiffbau hat diese Lehren nicht vergessen. Sie wurden bereits verkörpert in den 6000-1-Kreuzern „Emden", „Karlsruhe", „Köln", „Königsberg", „Leipzig" und „Nürnberg" sowie den drei 10 000-1 - Panzerschiffen der „Deutschland"-Klasse — soweit es die noch bestehenden Fesseln des Diktats erlaubten. Der Führer sprach nad) dem Stapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz" auf dem Rathausplatz in Wilhelmshaven zu hunderttausend Volksgenossen. Den Wortlaut der Rede fmden unsere Leser im Innern des Blattes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) der Jnselanlagen statt. Begegnung mit dem Schlachtschiff „Scharnhorst". Ein besonderes Erlebnis wurde den KdF.-Fah- rern des „Robert Ley" am späten Nachmittag zuteil. Das neueste deutsche Schlachtschiff „S ch a r n - horst" mit dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Roeder, an Bord, traf mit dem KdF.-Flaggschiff „Robert Ley" zusammen. Während sich das Schlachtschiff dem „Robert Ley" näherte, rollte der Donner des Standartensaluts über die Nordsee. Das Schlachtschiff, dessen Besatzung in Paradeaufstellung angetreten war, passierte das KdF.-Schiff in geringem Abstand und mit hoher Fahrt. Der Großadmiral, der zum ersten Male seine neue Flagge auf See führte, grüßte den Führer vom Schlachtschiff aus mit erhobenem Großadmiralsstab. Unter einem dreifachen Siegheil der Besatzung auf den Führer rauschte das stolze Schlachtschiff in hoher Fahrt vorüber. Die KdF.-Fahrer jubelten diesem wundervollem militärischem Schauspiel in stürmischer Begeisterung zu. Die „Scharnhorst" lief mit höchster Fahrt auf den „Robert Ley" zu und drehte in unmittelbarer Nähe des KdF.-Schiffes scharf ab. Zwi chm dem Führer und dem Großadmiral sowie zwi chen dem Reichsorganisationsleiter und dem Großadmiral fand ein herzlicher Telegrammwechsel tatt. Unter dem Eindruck des wunderschönen Verlaufes der KdF.-Reise auf dem „Robert Ley" hat der Führer die Fahrt, die ursprünglich am Montag enden sollte, noch um einen Tag verlän» fiert. Wilhelmshaven, 1. April. (DNB.) Der Führer hat sich am Samstagabend unmittelbar nach Beendigung der Massenkundgebung in Wilhelmshaven in Begleitung des Reichsleiters Dr. Ley an Bord des vor Wilhelmshaven auf Reede liegenden KdF. - Flaggschiffes "Robert Ley" begeben. Als der Führer mit seiner Begleitung auf einem Minenräumboot der Kriegsmarine am KdF.-Schiff „Robert Ley" anlegte, wurde er von den KdF.-Urlaubern mit stürmischem Jubel empfangen. Das Schiff lichtete kurz nach 20 Uhr die Anker und stach in See. Nachdem das Schiff die Nacht zum Sonntag auf Schillig-Reede auf der Jade vor Anker gelegen hatte, nahm es am Sonntagmorgen bei herrlichem Sonnenschein Kurs auf Helgoland. Das Schiff wurde auf seiner Fahrt begleitet von den Zerstörern „Diether von Röder" und „Hermann Künne", der 5. Zerstörer-Division. ein prächtiges Schiff Man kann sich die übergroße Freude kaum oor- stellen, die das beglückende Bewußtsein der Anwesenheit des Führers bei den mehr als 1000 KdF.- Fahrern, den Männern und Frauen vom Sudetenland und der Ostmark, vom Rhein, aus Bayern und Ostpreußen und allen deutschen Gauen auslöst. Sie alle sind überglücklich, daß der Führer solange unter ihnen weilte. Der Führer ist vom frühen Morgen bis zum späten Abend, bei den Rund- gängen auf den Promenaden, im Speiseraum und in den Gesellschaftsräumen stets im Kreise der Volksgenossen, die das Glück haben, an dieser einzigartigen Fahrt teilnehmen zu können. die Teilnahme des Führers erhält. Schon vom frühen Morgen an nimmt der Führer an dem allgemeinen Bordleben teil. Immer wieder wird er auf dem Promenadendeck von einem großen Kreis von Urlaubern umgeben, und in fröhlicher und kameradschaftlicher Unterhaltung vergeht die Zeit wie im Fluge. Bei einem Gang durch das Schiff sieht man mitten unter den mehr als 1000 KdF.-Fahreru aus allen Gauen Großdeutschlands einige Reichsleiter, fast sämtliche Gauleiter und zahlreiche führende Männer der O st mark und des Sudetengaues, viele Gauleiter und Angehörige aller Gliederungen aus dem übrigen Reichsgebiet, nahmhafte Künstler und Architekten, unter ihnen auch Professor Brinkmann, von dem die gesamte Einrichtung der beiden KdF.-Schiffe „Wilhelm Gustloff" und „Robert Ley" stammt, und die übrigen Künstler, die an der Innenausstattung des Schiffes mitgewirkt Wenn aber der Führer trotz aller internationalen Spannungen, trotz der demokratischen Kriegstreibereien und Hetzfeldzüge sich entschlossen hat, dem kommenden Parteitag den Namen „Parteitag des Friedens" zu geben, so tut sich darin die ganze Ueberlegenheit der deutschen Machtstellung gegenüber den ausländischen Neidern um so nachdrücklicher kund. Die fast fröhliche Gelassenheit, mit welcher der Führer die Koalitionssucher der Weltdemokratie abfertigte, war vielleicht das stärkste Erlebnis, das die deutschen Zuhörer bei der Wilhelmshavener Kundgebung empfanden. Und wie ein glückverheißendes Symbol erschien es uns allen, daß Adolf Hitler nach dem Stapellauf unseres bisher stärksten Kriegsschiffes das jüngste und größte F r i e d e n s s ch i f f der deutschen Flotte bestieg, um mit seinen Arbeitern zusammen über das Meer zu fahren. Der Friede burch Macht, das ist für uns Deutsche kein Traumbild mehr, das nur fremde Völker verwirklichen können, sondern eine realpolitische Tatsache, an der sich die anderen die Zähne ausbeißen mögen, wenn sie Lust dazu verspüren. Friede durch Nacht. Don unserer Berliner Schristleitung. * ’ Lv. Berlin, 3. April. Es wundert uns nicht im geringsten, daß die miß- günstige Auslandspresse nach dem Tag von Wilhelmshaven etwas betreten ist. Denn der Führer hat den notorischen Hetzern ebenso wie den gewalttätigen Herren, die in den demokratischen Außenämtern das politische Geschäft besorgen, wieder einmal recht gründlich das Konzept verdorben. Aus einer umfangreichen geschichtlichen Praxis, die noch erhärtet wird durch bie speziellen Erfahrungen ber letzten Jahre, Monate unb Wochen, wissen wir, baß gerade die englische Politik in keiner Weise durch Vernunftgründe, durch moralische Rücksichten oder durch geistige Ideale bestimmt wird, söndern daß sie ausschließlich dem brutalen Egoismus gehorcht. So ist denn auch der Friede für den Engländer kein idealer Begriff und kein sittliches Ziel, sondern nur ein Zustand, in dem man möglichst ungestört die Rente eines mit zweifelhaften Mitteln zusammengeramschten Vermögens verzehren kann. Dem Zweck der Besitzerhaltung wird alles andere untergeordnet, wobei der Engländer ehrlich davon überzeugt ist, daß er mit allem, was er an Wortbrüchen, Vertragsverletzungen, Lügenoffensiven und Vergewaltigungen beginge, nur ein Gott wohlgefälliges Werk verrichte. Deshalb versteht der. Engländer auch in der internationalen Politik nur die Sprache, die er selber spricht: die Sprache der Macht! Diese Erkenntnis nicht nur gewonnen, sondern unter allen deutschen Staatsmännern auch zuerst in vollem Umfang in die außenpolitische Rechnung eingesetzt zu haben, ist das Verdienst Adolf Hitlers. Gerade deshalb sollte die Rede auf dem Rathausplatz von Wilhelmshaven im Ausland recht genau beachtet werden. Es find keine leeren, prahlerischen Drohungen, wie sie bei den Westmächten so beliebt sind, sondern von höchstem Selbstbewußtsein getra- gene und sehr ernst zu nehmende Warnungen, die der Führer dort ausgesprochen hat. Es sind Warnungen, hinter denen nicht nur ein sittliches Ideal und eine sestgegründete Weltanschauung, sondern auch die absolute politische Geschlossenheit und die unüberwindliche militärische Macht eines Achtzig-Millionen-Vol- k e s stehen. Dies sollte den englischen Einkreisungsstrategen und allen ihren Helfershelfern, sei es im demokratischen oder im bolschewistischen Lager, zu denken geben! Wenn unsere Gegner, wenn mir selbst das Stärkeverhältnis zwischen Deutschland und seinen Freunden einerseits unb ber bemokratischen Koalition anderseits abmessen wollen, so braucht man ja nur einen Vergleich zu ziehen zwischen ben politischen Kunbgebungen hier unb bort. Mußte man während der letzten Wochen in England eine zunehmende Ziellosigkeit, ein turbulentes Hin unb Her, ein oftmaliges Fehlschlagen der diplomatischen Aktionen feststellen, so gewahrte die deutsche Handlungsweise dem Ausland den Anblick einer zielbewußten, völlig einheitlichen, schlagfertigen Politik, die genau weiß, was sie will, unb bie mit fast traumwanblerischer Sicherheit auf bem Wege fortschreitet, der ihr durch das Schicksal vorgezeichnet ist. Am Beispiel jenes prominentesten englischen Politikers, der kürzlich im Unterhaus erklärte, baß es zwischen Englanb unb Sowjetrußlcmb keine ibeologischen Hinbernisse mehr gebe, würbe es so recht klar, in welch hohem Maße Unsicherheit und Schwäche in die Regierungsstuben an der Themse eingezogen sind. So fiel es dem Führer nicht schwer, bie Hinterhältigkeit der britischen Politik, die Belanglosigkeit 4 Ws«- w l,R T:- MtzK ';.x--.vVTs'" •« booten, Minensuchern, Geleit- und Räumbooten Der erste Großadmiral des Dritten Reichs Am Hauptmann von Moreau tödlich abgestürzt. geeinten Großöeutschlands mit einer achtunggebietenden Flotte auch auf den Weltmeeren zur Geltung bringt. v uhu iiHiijuuig oewies, oaß Der iunue öer Versailler Diktatmächte, Deutschlands Seewelir zu erdrosseln, aus die Dauer ohnmächtig geblieben ist, begeht einer der hervorragendsten Mttschöpfer der neuen Kriegsmarine und ihr Oberbefehlshaber, Generaladmiral Dr. ti. c. Raeder, das Jubiläum feiner 45jährigen Zugehörigkeit zur deutschen Kriegsflotte. Er sah die alte ruhmreiche Kriegsflotte des kaiserlichen Deutschland im Kampf gegen England, er erlebte den Zusammenbruch, er nahm unter den Systemregierungen den Kampf für eine- neue deutsche Flotte auf, er hat unter dem Führer das, was er damals trotz tausend Widerständen nicht losließ, mitvollenden dürfen: Den Ausbau unserer Wehr zur See. Fürwahr, ein Leben, das nur dem Daterlande gewidmet war und ist, das unbekümmert um alle tagespolitischen Ereignisse nur ein Ziel im Auge hatte: dem Vaterland die Sicherung zur See zu verschaffen und für sie selbstlos zu wirken. An dem Tage, da in Wilhelmshaven ein neues Großschlachtschiff der deutschen Kriegsmarine vom Oer Gtapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz" Wilhelmshaven, 1. April. (DRV.) Der Führer hat dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Ra eder, in Anerkennung seiner Verdienste um den Ausbau der Kriegsmarine zum Großadmiral beför- * Der Führer hat den Eltern des abgestürzten Elegerhauptmanns von Moreau telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. 1 Großadmiral Raeder mit dem Großadmiralstab bei der Kundgebung in Wilhelmshaven. — (Scherl-Bilderdienst-M.) d e r t. Der Führer sprach die Beförderung an Bord des Schlachtschiffes „Scharnhorst" persönlich aus. Er gedachte dabei der Tatsache, daß der Großadmiral vor nunmehr 45 Jahren in die Marine ein getreten sei und seit 10^ Jahren den Ausbau der , früheren Reichsmarine und heutigen Kriegsmarine Großdeutschlands geleitet habe. Er dankte dem Großadmiral für seine hingebende Arbeit beim Aufbau der deutschen Wehrmacht zur See und überreichte ihm sodann zusammen mit der Beförderungsurkunde und einem Handschreiben den auch weiterhin in voller Gesundheit an der Spitze der Kriegsmarine den Aufbau einer Großdeutschland würdigen Flotte durchführen können und mir als mein Berater und Mitarbeiter noch lange erhalten bleiben. Adolf Hitlers Hüter der deutschen Flotte. Die Taufe. Rach der Rede gab die Tochter des Großadmirals von Tirpitz, Frau von Hafsell, dem Schiff den Namen „Tirpitz". Klar hallen die Worte über den weiten Platz: „Auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht taufe ich dich auf den Namen „Tirpitz". Klirrend zerschellt die Flasche am Bug. Das Bild mit dem Namen „Tirpitz" wird sichtbar, und langsam gleitet der gewaltige Schiffskörper in sein Element. Im Anschluß an den Stapellauf besichtigte der Führer da.s Hafenneubaugelände in Wilhelmshaven und begab sich dann auf dem Wasserwege vorbei an den im Hafen paradierenden Schiffen zum Schlachtschiff „Scharnhorst". In der Offiziersmesse des Schlachtschiffes gab der Führer aus Anlaß des Stapellaufes ein Frühstück. Hieran nahmen außer dem Großadmiral und einem Teil der aktiven Offiziere der Kriegsmarine zahlreiche aus der Kriegs- und Vorkriegszeit bekannte inaktive Admirale und Seeoffiziere teil. Weiter waren geladen Angehörige der Familie Tirpitz, die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, einige führende Persönlichkeiten der Umgebung des Führers, der Partei und der Stadtverwaltung. Wilhelmshaven, 1. April. (DNB.) Am Samstagvormittog lief auf der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven das Schlachtschiff „Tirpitz" vom Stapel. Der Führer traf am Samstag punkt 11 Uhr zur Teilnahme am Stapellauf auf dem Hauptbahnhof Wilhelmshaven ein. Unter dem brausenden Jubel der zu Tausenden den Bahnhofsvorplatz umsäumenden Wilhelmshavener Volksgenossen schritt der Führer die Front der Ehrenkompanie ab und trat darauf die Fahrt im Kraftmagen durch ein ununterbrochenes, dichtes Spalier ihm unaufhörlich zujubelnder Menschenmassen zum Werftgelände an. Die Wagenkolonne des Führers ist zehn Minuten nach 11 Uhr auf dem Werftgelände eingetroffen. Das ganze Gelände ist von einer kaum übersehbaren Meüschenmenge angefüllt. Der Führer schreitet in Begleitung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, des Kommandierenden Admirals der Marinestation der Nordsee, Admiral Saalwächter, des Oberwerftdirektors Vizeadmiral von Nordeck und des Festungskomman- Hanten Konteradmiral Fänger die Front der Ehrenkompanie der 2. Marineartillerie-Abteilung ab, um dann den Invaliden und den Mitgliedern der Kriegsmarine-Gefolgschaft, die mehr als 40 Jahre hindurch ihre Pflicht erfüllt haben, seinen besonderen Gruß zu entbieten. Auf dem Wege zur Tauf- konzel besichtigt der Führet ein Modell'des Schlachtschiffes, an dem die technischen Vorführungen des Stapellaufes gezeigt werden. Mit seiner engsten Begleitung schreitet dann der Führer die hohen Treppen hinauf zur Taufkanzel, wo neben dem Führer folgende Persönlichkeiten Platz gefunden haben: der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Vizeadmiral Z V. Staatsrat von T r o t h a, die Taufpatin Frau von Hassel, die Tochter des Großadmirals von Tirpitz und Gattin des ehem. deutschen Botschafters in Rom, der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Brauchitfch, der Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalinspekteur der Luftwaffe Generaloberst Milch, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, der Reichsführer ff Himmler, Reichs- Minister Dr. Lammers und Reichsstatthalter Gauleiter R ö o e r. Die Taufrede. Aber auch bei den nachfolgenden Bauten dürften dieselben Grundsätze Pate gestanden haben. Da sind^dre schweren Kreuzer zu 10 0001 „Blücher , „Admiral Hipper", „Prinz Eugen", „Seyd- litz" und „M", teilweise bald fertig, die Schlacht- f ch i i f e „Scharnhorst" und „Gneisenau" zu 26 000 t und jetzt die mit „Bismarck" und „Tirp'tz" begonnene Reihe zu 35 000 t mit 38-cm-Geschützen. Äschere Angaben über Geschwindigkeit, Maschinen- stärke, Panzerung u. ä. sind nicht für die Oeffent- lichkeit (werden allerdings unter den Vertragsmächten ausgetauscht). Aber alles spricht dafür, daß bei ihnen nichts an Qualität und Widerstandskraft versäumt wurde, etwa zugunsten einer übertriebenen Bewaffnung. Das Größenmaß von 35 000 t entspricht den Vereinbarungen des Flottenoertrags, wurde allerdings inzwischen durch Erklärung der englischen und amerikanischen Regierung auf 45 0001 erweitert, so daß der neue Äuf- rüstungsimpuls bei diesen Mächten zu suchen ist. Frankreich, Italien und Deutschland blieben bisher bei dem vereinbarten Maß, England ging über zu 40 000 t und Amerika zu 45 000 t. Die Reihen der deutschen Flotte beginnen sich wieder zu füllen. Neben den genannten Schiften und Schiffsklassen stehen die Neubauten von zwei Flugzeugträgern und eine täglich wachsende Liste von Zerstörern, Torpedoboote, Schnell- Vizeadmiral z. V. Staatsrat v. Trotha, der 'm Weltkrieg Chef des Stabes der Hochseeflotte unter Admiral Scheer war, und der als Leiter des Neichsbundes deutscher Seegeltung an dem Wiederaufbau der Flotte mitgearbeitet hat, ergreift nunmehr das Wort zur Taufrede, in der er sagte: Unsere Wehrmacht an Land ist das Fundament, auf dem die Freiheit des geeinten deutschen Volkes ruht, aber von dieser Einheit unseres Volkstums müssen und wollen wir willensstark auch üb e«r den 0 Z e a n hinaus Zeugnis ablegen. Wenn nun dieses Meisterwerk des Schiffbaues sich dem Weltmeer vermählt, dann klingt aus dem Rauschen der aufgewühlten See zurück der Gruß der vielen Tausende, dieaufhoherSee ihr Lebenopferbe reit her gab en im heiligen Glauben an die Zukunft unseres Volkes. Mit ihnen werden leben- Olg'öie Geister der unvergeßlichen Lehrmeister der Flottenfuhrung, der Großadmiral Koester und Prinz Heinrich, des Artillerielehrmeisters -£ b o m ] e n und des zähen Torpedobootsführers 9 e *?e b's zu all den Helden des Weltkrieges unter der Führung des Grafen Spee und im Kampf unter Scheer und Hipper und unter dem Flandern-Löwen. Es wird aber auch lebendig der Geist des Mannes, dessen Name dieses stolze Schiff aui Befehl des Führers tragen soll: Tirpitz das hohe Verdienst des Großadmirals die alte kaiserliche Manne aus dem enggesteckten Gesichtskreis treuer, schlichter seemännischer Dienstauf- fassung in die Entwicklung weltbestimmender Flot- tengesetze hlneingeführt zu haben. Von der ihm in jungen Jahren in die Hand gegebenen neu erstehenden Torpedobootswaffe ausgehend, hat er eine der neuen Zeit gerecht werdende technische Seemanns- schaft geformt. In entscheidende Stellen berufen verstand er es, taktisches Handeln und strategisches Denken m dem Offizierskorps der kaiserlichen M a - bringen^ ungewöhnlich hoher Entwicklung zu Als ihm seinerzeit die volle Verantwortung für den Aufbau einer deutschen Flotte übertragen wurde, hat er m meisterhaftem Kampf gegen den Parlamentarismus, dem jeder Schritt vorwärts ab- gerungen werden mußte, den Reichstag gezwungen w h fC gesetzmäßig festzulegen. Rastlos in der Mitte dieses ungeheuren Wirkungsfeldes stehend verlangte fern Fuhlen und Denken für die Flotte öie größtmögliche Lösung von der Küste und als Kern des Ganzen die zum Hochseekampf bereiten Geschwader. Sein politisches Schaffen war dabei von dem Willen beftimmt, dem Deutschtum seinen Platz zwischen den Weltvölkern zu sichern, im Dienst der vorwärtsdrängenden Friedenskraft unseres Volkes sich durchzusetzen gegen den Neid und die Mißgunst der großen Mächte der Welt. Ihm war dabei suhrender Gedanke, daß das Recht eines freien Volkes und auch der ft riebe nur durch Macht errungen und ge- D.chert werden kann. So wuchs, allen Schwierigkeiten zum Trotz, unter der unermüdlichen Arbeit des Großadmirals von Tirpitz, eine organisch auf- gebaute und regelmäßig sich ergänzende Flotte heran, die mit der überlegenen Durchbildung unserer braven Besatzungen in allen Waffen auch gegenüber der erdrückenden Uebermacht unserer Gegner sich x sieghaft behauptete. 1 ; Ein tragisches Geschick hat es verhindert, daß der Großadmiral dies einzigartige Machtinstrument mit dem er seinem Volke den Frieden hatte sichern wol- len, nicht führend in die Hand bekam, als die Brandfackel des Weltkrieges zwischen die Völker geworfen war. In dem ungeheuren Ringen um das Schicksal des deutschen Volkes wagte es eine kurzsichtige politische Leitung des Reiches nicht, den Kampfwlllen diese Lebenskraft der Flotte, zum entscheidenden Einsatz zu bringen. Als aber unsere Flotte, geführt Die äußeren Etappen dieses Lebensweges sind schnell umrissen. Erich Raeder wurde am 24. April 1876 in Wandsbeck geboren, trat vor 45 Jahren in die Kriegsmarine ein, wurde 1896 Offizier, besuchte die Marineakademie, war Schriftleiter der „Marinerundschau" und des „Nauticus", dann Navigationsoffizier der Kaisernacht „Hohenzollern", wurde 1911 Korvettenkapitän und nahm als Stabschef des Admirals Hipper und 1. Admiral- ftabsüffiger auf den Schlachtkreuzern „Seydlitz", „Lützow" und „Hindenburg" am Seekrieg teil. Die Kreuzerschlacht auf der Doggerbank und die Skagerrakschlacht sahen ihn in wichtigen Funktionen. Von Januar bis Oktober 1918 war Raeder Kommandant des Kreuzers „Köln", verfaßte zwei Bände über den „Kreuzerkrieg in den ausländi- Ichen Gewässern", wurde 1925 Chef der Manne- station der Ostsee und am 1. Oktober 1928 als Nachfolger Zenkers Admiral und Chef der Ma- rineleitung bzw. Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Am 20. April 1936 wurde er vom Führer mit dem Titel Generaladmiral ausgezeichnet. Raeders großes Werk ist es gewesen, sofort nach dem Kriege aus den Resten der deutschen Flotte ein Instrument zu schaffen, das geeignet war, wenigstens die heimatlichen Küsten vor einem Ueberfall zu schützen. Die technische Weiterentwicklung der Reichsmarine unter dem Versailler Diktat wurde durch den Bau des „Taschenpanzerschiftes" der „Deutschland"-Klasse unter seiner Führung begonnen, die im In- und Ausland so viel Staub aufwirbelte und ihm die nicht ganz neidlose Anerkennung der fremden Fachleute einbrachte. Mit heißer Liede war der temperamentvolle Führer der deutschen Flotte unablässig am Werk, um die Fesseln zu brechen, die der wehrunwillige Marxismus um Deutschland schlingen wollte. Er machte die „blauen Jungs" wieder volkstümlich, er handelte nach seinem Leitspruch.- „Disziplin und Kameradschaft sind die Grundlagen jeder Leistung". Und freudig stellte er seine Marine unter die Leitung des Führers, der es dem Hüter der Flotte ermöglichte, Deutschlands Waffe zur See wieder blank und scharf zu gestalten. Großadmiralsstab, der die Inschrift trägt: „Dem ersten Großadmiral des Dritten Reiches. Adolf Hitler." Der .Oberbefehlshaber der Kriegsmarine dankte dem Führer für die ihm zuteil gewordene Ehrung und brachte zum Ausdruck, daß er in der Beförderung zum Großadmiral weniger eine persönliche Auszeichnung sehe, als vielmehr eine Anerkennung für die Leistungen des ihm unterstellten Teiles der deutschen Wehrmacht. Der Großadmiral versicherte dem Führer, daß die Kriegsmarine^ auch weiterhin mtt höchster Einsatzbereitschaft alle ihr gestellten Aufgaben lösen werde. Zur Beförderung auf der Schanze des Schlachtschiffes „Scharnhorst" waren | sämtliche Admirale der Kriegsmarine, alle Verbandsführer und Kommandanten angetreten. Das Handschreiben. Das Handschreiben des Führers hat folgenden Wortlaut: a ..Mein lieber Generaladmiral Paeder! Sie begehen in diesen Tagen Ihr 45jähriges Dienstiubilaum. In Ihrer langen Dienstzeit waren Sie tätiger Zeuge einer der bedeutendsten Epochen deutscher Geschichte. Sie erlebten den Aufbau der machtvollen Vorkriegsflotte unter Ihrem großen Köpfer. Sie leiteten den Einsatz dieses Instrumentes deutscher Seegeltung in großer Zeit an der eeite eines hervorragenden Flottenführers und hielten in der Zeit des Niederganges mit aller Kraft am Gedanken deutscher Seegeltung fest. Seit zehn- emhalb Jahren sind Sie der Führer der deutschen Wehrmacht zur See, die den stempel Ihrer Persönlichkeit trägt. Am heutigen Tage erhält die Kriegsmarine durch den Stapel- lauf des vierten Schlachtschiffes, das den Namen des Schöpfers der ersten deutschen Hochseeflotte trägt, wieder emen machtvollen Zuwachs. Ich nehme den Stapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz" zum Anlaß, Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung für Ihre hingebende und zielbewußte Arbeit sichtbar zum Ausdruck zu bringen. Ich befördere Sie mit dem heutigen Tage zum G r o ß a d m i r a l k Mit dieser Beförderung verbinde ich meine Herz- Uchsien Wünsche zu Ihrem 45jährigen Dienst- lubilaum und spreche die Hoffnung aus, daß Sie von der verantwortungsfreudigen Entschlußkraft des Admirals Scheer nach der Skagerrak-Schlacht im stolzen Gefühl, vor dem deutschen Volk ihre Pflicht erfüllt zu haben, vor Wilhelmshaven ankerte, da war nächst der Meldung an den Obersten Kriegsherrn das erste Telegramm des Admirals Scheer ein Dank an den Großadmiral von Tirpitz, der diese kampferprobte Flotte geschmie - d e t hatte. So ist der Name des Großadmirals unlösbar mit der deutschen Flotte verbunden. Sein ganzes Leben war ein Bekenntnis zum Gedanken deutscher See- und Weltgeltung. Sein schaffender, weitvorausblickender und nimmermüder Geist war über alle Geschehnisse hinweg Wegbereiter des Deutschtums, denn die wahre Freiheit des einigen Deutschtums ist nicht denkbar, ohne daß es die innere Verbundenheit mit dem Weltmeer gefunden hat. Nun wird durch den hochherzigen Entschluß des Führers der Name Tirpitz durch dieses Schlachtschiff mit der prachtvoll emporsteigenden Kriegsmarine des Dritten Reiches, die die Entschlußkraft des Führers mit weitschauendem Blick dem deutschen Volk zum Geschenk gemacht hat, auf das engste verbunden. Möge über den Fahrten dieses stolzen Kampfschiffes immer öer Wahlspruch des Großadmirals richtungweisend stehen: Ziel erkannt, Kraft gespannt! Wir aber danken dem Führer in dieser bedeutungsvollen Stunde aus tiefstem Herzen, daß er die von ihm festgefügte Kraft des Freitagnachmittag ist Hauptmann Freiherr von Moreau während eines Erprobungsfluges tödlich ab gestürzt. Moreaus Name ist dem deutschen Volke und über die deutschen Grenzen hinaus im vergangenen Jahre bekanntgeworden da er dort zur Besatzung Focke-Wulf-Flugzeuges „Con- d o r" gehörte, das den ersten Ozeanflug Berlin— Neuyork und zurück durchgeführt hat. Freiherr von Moreau, ein im Krieg und Frieden besonders be- wahrter Offizier, hat auch als Flugzeugführer an öem Rekordflug desselben Flugzeuges von Berlin nach Tokio teilgenommen und hiermit dazu beigetragen — indem er vier internationale Rekorde errang — die wiedergewonnene deutsche Luftgeltung im Auslande zu beweisen. nebst zahlreichen Begleit- und Spezialschiffen und den Booten der großdeutschen Donauflottille, vor allem aber eine starke Flotte von Unterseebooten, für deren Zahl und Menge sich Deutschland die Freiheit ausbedungen hat, bis zur Stärke des englischen Bestandes zu gehen. Diese Flotte ist erfüllt vom harten Willen des Dritten Reichs, „sein eigenes Schicksal zu meistern", von den Lcb- ren der Vergangenheit und dem Glauben an die Zukunft, dem sie mit allen Kräften dient. Dem _________ Schlachtschiff „Tirpitz" allezeit glückliche Fahrt!' Stapel lief und sinnfällig bewies, daß der Wille und, wie der Seemann sagt: „Wasser unter öem ‘n'~r " ' - ... - Kiel!" 2)a§ SchlachistW «TirpLtz" beim Stgpellgust » (ScherPBilderöiensPM.) die Der polnische Außenminister heute in London Wien umfaßt, wurde die Wiederaufnahme seiner [tMteinS VA garantiert niVN DM nHDSJ 15DVJ 3217 2534 265 107 279 223 Tätigkeit in Slowenien, die seit praktisch unterbunden war, wieder Kultur- I u g o s la - H C/3 X u vier Jahren gestattet. va tsi Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben nach einer Erklärung des Außenministers Hüll die nationale Regierung General Franco s in Burgos bedingungslos anerkannt. VA Q Z VA o Heimattreue Front Katholische Union Sozialdemokraten Kommunisten Rexisten Liberale D m St. Vieth 2070 1958 139 11 439 15 > C Malmedy 2439 2135 290 64 437 388 Stadt und Kreis Eupen tri v> W w tn N tn »-* tn tsch-fran- automatisch Die nach dem französischen Kriegshafen Biserta in Tunis geflohene „rotspanische" Flotte hat am Sonntag von dort aus nach ihrer Uebergabe an die nationalspanischen Behörden die Rückfahrtnach Spanien angetreten. Admiral Morena, dem vom Generalissimus Franco der Oberbefehl über die Kriegsschiffe übertragen wurde, dankte den fran- Bei den Wahlergebnissen ist zu berücksichtigen, daß rund 2 00 0 Wähler seit dem Versailler Diktat in das Gebiet Eupen-Malmedy aus Altbelgien zugewandert sind. Die Sozialdemokraten, Kommunisten und Rexisten haben in Eupen-Malmedy sehr erhebliche Verluste erlitten. Die Katholiken haben sich auf Kosten der Sozialdemokraten und Rexisten verbessert, und auch die Liberalen zeigen einige Gewinne. einer längeren Gefängnishaft entlassen, um sich am Wahlfeldzug beteiligen zu können. Frenssen wurde zum ersten Male bei den Gemeindewahlen im Oktober 1938 bekannt, in denen er einen großen Erfolg in Antwerpen erzielte. Er will die Welt auf technischer Grundlage reorganisieren. Von der Polizei war er seinerzeit wegen geistiger Verwirrung verhaftet worden. Der Rexistenführer D e - grelle war bisher nicht im Parlament, obwohl seine Partei dort über 20 Sitze verfügte. Sie hat, wohl durch die einseitig wallonische Einstellung ihres Führers, einen erheblichen Rückschlag erlitten. Von den drei „historischen" Parteien, die jahrzehntelang die Regierung gestellt haben, haben Katholiken und Liberale beachtlichen Zuwachs erzielt, sie werden in der neuen Kammer auch oh.ne Sozialdemokraten Mit dem 1. April 1939 ist das deu zösische Handelsabkommen um ein Jahr verlängert. Dem Schwäbisch-de-utschen b u n d, der alle Volksdeutschen i n Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfing den von Berlin scheidenden ehemaligen tschecho - slowakischen Gesandten Dr. M a st n y zu einem Abschiedsbesuch und überreichte ihm im Auftrag des Führers das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler. * Reichsminister Dr. G o e b b e l s wurde von König Georg empfangen. Ferner stattete Dr. Goebbels dem Ministerpräsidenten Metaxas einen Besuch ab,, der zu seinen Ehren ein Frühstück gab. Am Samstag startete der Minister nach Rhodos, wo er sich einige Tage aufhalten wird. * . polnischen Pressestimmen, die sich mit der Bedeutung und dem voraussichtlichen Ergebnis der Londoner Reise des Obersten Beck befassen, breitesten Raum. Das Blatt des Obersten de la Rocque, der „P e t i t Journal", erklärt, dem polnischen Außenminister gehe es wohl in erster Linie darum, wirtschaftliche Zugeständnisse zu erlangen. Hierauf sei auch die ungewöhnlich große Zahl der von Beck nach London mitgenommenen Sachverständigen zurückzuführen. Eine wirtschaftliche Unterstützung sei die Art des Beistandes, die Polen am mei- sten zu helfen vermöge. Das Blatt verweist in diesem Zusammenhang auf die polnische Kolonialforderung. Auch die Bemühungen einflußreicher polnischer Kreise, bei der englischen und französischen Finanzwelt das nötige Vertrauen für eine finanzielle, Unterstützung der polnischen Nationalwirtschaft zu gewinnen,, lägen in dieser Richtung. Zu der politisch-militärischen Seite der englisch-polnischen Verhandlungen bemerkt das „Petit Journal", England sei immer geschickt darin gewesen, europäische Koalitionen gegen jede Macht zu organisieren, die nach englischer Ansicht eine Vorherrschaft auf dem europäischen Fe st land zu gewinnen scheine. „Welche Freundschaft wir auch für die Engländer haben mögen und welche Anerkennung wir Neville Chamberlain schulden", so fährt das Blatt fort, „so bleibt uns trotzdem nichts anderes übrig, als zu erkennen, daß es sich gegenwärtig vor allem um die Verfolgung britischer Interessen handelt". Als einen sehr schwierigen Punkt bezeichnet das Blatt weiter die Frage einer sowjetrussischen Intervention zugunsten Polens ober Rumäniens. Sowohl Warschau wie auch Bukarest hätten bisher den Gedanken weit von sich gewiesen, jemals einen sow- zosischen Militär- und Zivilbehorden vor dem Auslaufen der Flotte für ihre Hilfeleistung. * Papst Pius XII. feierte am Sonntag sein vierzigjährigesPriesterjubiläum. Der Papst hat an General Franco ein Glückwunschtelegramm aus Anlaß der Beendigung des Krieges gerichtet, auf das ihm General Franco mit herzlichen Worten dankte. ♦ Der Chef des englischen Generalstabes, Lord Gort, kehrte mit seinem Stabe am Sonntagnachmittag von seiner Besichtigungsreise in Frankreich auf dem Luftwege nach London zurück. Er wird dem Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister am Montag über seine Eindrücke von der Maginotlinie und über seine Besprechungen mit dem französischen Generalstabschef, General G a m e l i n, Bericht erstatten. jetrussischen Soldaten aus ihr eigenes Gebiet zu lassen. Die Bemühungen der britischen Diplomatie gingen deshalb dahin, die Sowjetregierung zur Unterzeichnung eines Abkommens zu bewegen, durch das die sowjetrussische Hilfe für Polen oder Rumänien auf Lieferung von Kriegsmaterial und L e b e n s mi tt e l n beschränkt werde. einfache Mehrheit besitzen. Sie Wahl-Ergebnisse in Supen Mlmedy. Aus aller Welt. Zwei griechische Dampfer im Schwarzen Meer gesunken. Dem in den letzten Tagen über dem Schwarzen Meer wütenden Sturm sind mehrere Schiffe zum Opfer gefallen. So ging der griechische Dampfer „Tricsos", der vor drei Tagen dOä-Rufe ausgesandt hatte, unter. Der einzige Ueberleb e n d e war der Kapitän, der sich drei Tage lang, auf einer Holzplanke treibend, über Wasser gehalten hatte. Untergegangen ist ferner der griechische Dampfer „Eite de Athenes“, der mit einer Petroleumladung von Constanza nach Athen unterwegs war. Ein merkwürdiger Verkehrsunfall. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in dem Städtchen Pulawy in Mittelpolen. Auf eine Pferdedroschke, in der sich fünf Personen befanden, stürzte ein vom Sturm umgriffener Baum. Er erschlug zwei Fahrgäste und verletzte die drei übrigen Insassen lebensgefährlich. 2Nit Artillerie einen Zweitausender bestiegen. Soldaten der italienischen Gebirgsdivision „Puste- ria" haben in den letzten Tagen eine Reihe von Win- terexpeditionen mit kühnen Bergbesteigungen durchgeführt. Besonders bemerkenswert war eine Bezwingung des 2337 Meter hohen Forcella Million durch die 24. Gebirgsbatterie mit zwei 7,5-cm-Ge- fchützen, die 20 Stunden dauerte. Das Bataillon „Belluno" bewältigte in zwölfstündigem Marsch den Uebergang von Sexten im Pustertal zur 2320 Meter hoch gelegenen Humberthütte in ausgezeichneter Form. Die fünf Eigenschaften, die die Güte einer Zigarette bestimmen, sind in der Eckstein No.5 vereint. Das Ergebnis der parlameniswahlen in Belgien Katholiken und Liberalen haben die Mehrheit in der neuen Kammer. Derständigungsversuch der jugoslawischen Regierung mit den Kroaten. Belgrad, 2. April (Europapreß). Der jugoslawische Ministerpräsident Z w e t k o w i t s ch ist nach Agram abgereist, um Verhandlungen mit dem Führer der Kroatischen Bauernpartei, Matschet, aufzunehmen. Am Sonntagabend hatte der Ministerpräsident eine erste Besprechung mit Dr. Matschet; die Derh-andlungen werden sich über die nächsten Tage erstrecken. Es ist dies das erste Mal, daß ein jugoslawischer Ministerpräsident zu Besprechungen mit den Kroaten nach Agram gekommen ist. Die früheren Besprechungen waren stets in Belgrad geführt worden. Heber das wahrscheinliche Ergebnis der Besprechungen in Agram äußert man sich in Belgrad sehr zurückhaltend. Sowjetisch-japanische Iischereikonvention bis 19ZS verlängert Moskau, 3. April. (DNB.) Von japanischer Seite erfährt man, -daß am Sonntag die seit 1929 bestehende und erst mit Beginn d. I. unterbrochene Fischereikonvention nunmehr bis Ende 1939 verlängert worden ist. Der weit überwiegende Teil der bisher in japanischer Ausbeutung befindlichen Fanggründe bleibt in der Hand der Japaner. Die jetzt von den Japanern zu ersteigernden Fanggründe sollen ihnen aus fünf Jahre zugesprochen werden. Die nach über fünfmonatigen Verhandlungen zustande gekommene Einigung muß als Erfolg Japans betrachtet werden. Noch am Sonntagnachmittag hatte Litwinow-Fin- felftem mit dem Abbruch der Verhandlungen gedroht, um dann nach wenigen Stunden den japanischen Botschafter wieder ins Außenkommissariat zu bitten und sich schließlich doch grundsätzlich mit den japanischen Forderungen einverstanden zu erklären. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat den Kommandanten der Befestigungen bei Aachen, Generalmajor Blech- schmidt, zum Kommandeur der 15. Division in Frankfurt a. M. ernannt. London, 3. April. (Europapreß.) Der polnische Außenminister B e ck trifft am heutigen Montag um 16. 20 Uhr in London ein. Zur gleichen Stunde findet im Unterhaus eine außenpolitische Aussprache statt. Die Blätter sind sich darüber einig, daß Beck in London im Laufe seiner Verhandlungen mit den britischen Ministern überredet werden soll, die bisherige einseitige englische Garantie für Polen auf eine „gegenseitige britisch-polnische Garantie" auszudehnen. Dabei machen die Zeitungen den ungeschickten Versuch, auch Rumänien in den Kreis der britisch-imperialistischen Absichten einzubeziehen. Die Meinungsverschiedenheiten über die außenpolitische Haltung Englands spiegeln sich auch in der Presse wider. Die linksliberale „News Chronicle" hatte in den letzten Tagen ebenso wie die „Daily Mail" die Kehrtwendung verspottet, die der bisher für die Jsolierungspolitik eintretende „Daily Expreß" gemacht hat. Der Leitartikler dieses Blattes antwortet nun am Montag auf diese Angriffe, indem er erklärt, die Regierung habe eine Frontänderung vorgenommen und folge nun den Drehorgeltönen der „News Chronicle". Der Besitzer dieses Blattes, Sir Walter Layton, sei der Leierkastenmann und sein Außen- politiker der Affe. Aus dem Kommentar der „Daily Mail" spricht ein Unterton von Skepsis, wenn das Blatt zur Begrüßung Pecks schreibt: „Noch kein Staatsmann ist an den englischen Küsten mit einem Blankoscheck in der Tasche gelandet, und noch keiner hat England mit einem solchen verlassen." Im übrigen meint das Blatt: „England hat die üblichen Wege seiner traditionellen Außenpolitik mit einem ungewissen Ziel verlassen." pariser Zedenten. Paris, 3. April. (Europapreß.) Die Pariser Blätter geben am Montagmorgen englischen und Am Samstagabend wurde über die nationalspanischen Sender die letzte amtliche Verlautbarung des nationalen Hauptquartiers bekanntgegeben; es lautete: „Heute, nachdem die rote Armee gefangen und entwaffnet ist, haben die nationalen Truppen ihre letzten militärischen Ziele erreicht. Der Krieg ist zu End e." Wetterbericht Das ostatlantische Tiefdrucksystem, an dessen Vorderseite Westdeutschland während des Wochenendes zunächst heiteres und klares Wetter hatte, hat feinen Einfluß auf das Festland weiter ausgedehnt und erstmalig in der Nacht zum Montag zu anhaltenden Niederschlägen geführt. Die Zufuhr feuchter Meeresluftmassen wird weiterhin zu zeitweiligen Niederschlägen führen. Doch ist zwischendurch immer wieder mit kürzeren Aufheiterungen zu rechnen. Vorhersage für Dienstag: Stärker bewölkt mit Niederschlägen, mit zeitweilig aufheitern den Tagestemperaturen, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 2. April: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 3. April: morgens 7,5 Grad. — Maximum 14,3 Grad. Manimum heute nacht 3,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. April: abends 9,5 Grad; am 3. April: morgens 8,7 Grad. — Niederschläge 12,2 Grad. — Sonnenscheindauer 2,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- brucferei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Brüssel, 2. April. (DNB.) In ganz Belgien wurden heute die Neuwahlen für das Parlament durchgeführt. Die Wahlen gingen überall ruhig vor sich. Bisher sind keinerlei Zwischenfälle gemeldet. Bereits um 13 Uhr wurden die Wahllokale geschlossen. Sofort nach Beendigung der Wahlen wurde bekanntgegeben, daß der flämische Arzt Martens seine Demission als Mitglied der Flämischen Akademie für Heilkunde eingereicht hat. Die Auflösung des Parlaments war unmittelbar durch den Streit veranlaßt worden, der um die Ernennung von Dr. Martens entbrannt war und die Regierung Spaak zum Rücktritt veranlaßt hatte. Die Abendblätter stellen fest, daß Belgien noch nie s o ftille Parlamentswahlen erlebt habe. Die Wähler feien mit größter Ruhe und teilweise mit Gleichgültigkeit zur Wahlurne gegangen. Selbst die üblichen Kundgebungen des Wahlvorabends im Zentrum von Brüssel seien vollkommen ausgeblieben Das amtliche Endergebnis der Wahlen ergibt folgende Zusammensetzung dex. Kammer: Katholiken 73 Sitze (plus 10), Sozialdemokraten 64 (minus 6), Liberale 33 (plus 10), Flämische Nationalisten 17 (plus 1), Kommunisten 9 (wie bisher), Rexisten 4 (minus 16), ein Unabhängiger (der Antwerpener „Technokrat" Frenssen), ein Frontkämpfer. Zusammen 202 Abgeordnete. Für den Senat lautet das Ergebnis: Katholiken 38 (plus 4), Sozialdemokraten 35 (minus 4), Liberale 16 (plus 5), Flämische Nationalisten 8 (plus 3), Kommunisten 3 (minus 1), Rexisten 1 (minus 7). Zusammen 101 Senatoren. Von den übrigen 66 Senatoren werden 44 durch die Provlnzialräte und 22 durch den Senat selbst durch Zuwahl gestellt werden. Diese Ergebnisse werden erst am 12, April bekannt werden. Die drei bemerkenswertesten „Neuankömmlinge" in der Kammer sind der flämische „Schilderstürmer" unb Präsident des „Rats der Tat" ©rammens, ferner her „Technokrat" Frenssen unb der Rexistenführer Degrelle. Gramme ns ist be- sonders dadurch bekannt geworben, baß er mit feinen Anhängern die französischen Aufschriften in Flan- bern übermalt ober zerstört hat. Er wurde deshalb des öfteren verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Erst kurz vor den Wahlen wurde er aus Die Deutschen stellen die stärkste Partei. Brüssel, 2. April. (DNB.) Von dem Gebiet Eupen-Malmedy liegen1 am Sonntagabend bereits die endgültigen Wahlergebnisse vor. Sie zeigen, daß dieHeimattreue Front (deutsche Liste) überall, auch im französischsprechenden Malmedy die st ä r f ft e Partei ist. Die Ergebnisse sind wie folgt: Mgemieisterversammlimg des Kreises Alsfeld. Suter Fang der Frankfurter Zollfahndungsflelle. Jüdische Devisenschieber festgenommen. Lpd. Frankfurt a. M., 2. April. Ein guter Fang gelang Beamten der Frankfurter Zollfahndungsstelle. Ihnen war ein aus Duisburg stammender Jude durch sein eigenartiges Benehmen ausgefallen. Sie hatten ihn daraufhin bis Köln verfolgt, wo sie ihn in einer Straßenbahn festnahmen, nachdem er auf dem Kölner Hauptbahnhof eine Aktentasche mit 40000 Mark an Reichsbanknoten und Wertpapieren abgeholt" hatte, die beschlagnahmt wurden. Es stellte sich bei der Vernehmung des Juden heraus, daß er für eine Antwerpener Schiebergesellschaft arbeitete, die für in Deutschland wohnende Juden größere Geldbeträge und andere Wertsachen auf betrügerische Weise über die Grenze schafft. Zusammen mit dem Juden wurde ein Onkel desselben festgenommen, der sich an dem „Geschäft" beteiligen wollte. Frankfurter Juden, die als Anstifter und Geldgeber ermittelt wurden, wurden gleichfalls in Haft genommen. Insgesamt 140000 Mark Steuerstrafe Lpd. Frankfurt a. M., 1. April. Wie das Finanzamt Frankfurt-Höchst mitteilt, ist der Fabrikant und Pächter des Hotels „Feldberg" auf dem Großen Feldberg i. T., Johann Herr in Niederreifenberg i. T., Privatweg Nr. 1, wegen — in Mittäterschaft mit seinem Bruder, dem Fabrikanten Anton Herr — begangener Steuerhinterziehung zu insgesamt 80000 Mark Geld st rase verurteilt worden. Sein Bruder, der Fabrikant Anton Herr in Niederreifenberg, Hauptstraße 32, erhielt wegen Steuerhinterziehungen eine Geldstrafe von 60000 Mark. Großfeuer in Rennerod. Mehrere landwirlschasliche Anwesen eingeäscherl. Lpd. Rennerod (Westerwald), 1. April. In den Abendstunden des Freitag entstand in Rennerod ein Feuer, das in kurzer Zeit auf mehrere landwirtschaftliche Gebäude Übergriff und diese in Schutt und Asche legte. Wohnhaus, Stall und Scheune von Ferdinand P i t t o n und Unter dem Vorsitz von Bürgermeister V ö l s i n g als Kreisobmann der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetags fand im „Deutschen Haus" in Alsfeld eine Bürgnmeiftertagung des Kreises Alsfeld statt, zu der nahezu alle Bürgermeister erschienen waren. Aus der Tagesordnung stand zunächst ein Referat von Regierungsrat Geringer vom Landratsamt Alsfeld über die Einführung der Volkskartei. Der Referent befaßte sich mit dem Runderlaß des Reichsministers des Innern vom 15. Februar 1939 über die Ergänzung der polizeilichen Melderegister durch eine nach Ge- burtsjahrdängen geordnete Kartei (Volkskartei). Die Gründe für die Einführung einer Dolkskartei seien darin zu suchen, daß die seitherigen polizeilichen Melderegister nicht mehr genügen. Ein unbedingtes Erfordernis sei die zuverlässige Führung der Volkskartei. Der Referent schloß seinen Vortrag mit der Aufforderung an die Bürgermeister, sich jetzt schon mit den Bestimmungen vertraut zu machen. Im zweiten Referat der Tagung sprach Bürgermeister Dr. Vö Ising über die Neuregelung der Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Bürgermeister und Kassenwalter (Gemeinderechner). Der Vortragende gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung des Begriffes der „Vergütung" und „Dienstaufwandsentschädigung" für die ehrenamtlichen Bürgermeister auf Grund der früheren hessischen Landesgesetzgebung bis zur Einführung der Deutschen Gemeindeordnung. Der Referent gab alsdann eine Gegenüberstellung der Bestimmungen der Reichsrichtlinien über die Aufwandsentschädigungen der ehrenamtlichen Bürgermeister vom 12. Dezember 1935 mit den neuen Bestimmungen des RundWilhelm Boller, sowie die Scheune des angrenzenden Anwesens Christian Hering wurden vollkommen eingeäschert. Das Feuer fand in den Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung. Auch zahlreiche landwirtschaftliche Geräte sind ein Raub der Flammen geworden. Nach mehrstündiger Löscharbeit । konnten die aus der ganzen Umgebung herbeigeeil- ten Wehren den Brand auf seinen Herd beschräa Fen. Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. , erlasses des Reichsministers des Innern vom 6. Januar 1939 betr. Maßnahmen zur Erhebung der Der- waltungskraft kreisangehöriger Gemeinden. Als angemessen ist nach dem Runderlaß vom 6. Januar 1939 ein Betrag anzusehen, der je Einwohner und Jahr innerhalb der Spanne um 40 Pf. bis 1,50 Mark festzusetzen ist. Bürgermeister Dr. Völsing machte sodann noch einige Ausführungen über die voraussichtliche Entwicklung der Gemeindefinanzen im Rechnungsjahr 1939 und über die Gestaltung der Haushaltspläne für das neue Rechnungsjahr. Verwaltungsinspektor D i p p e l l gab alsdann die Auswirkungen des neuen Finanzausgleichs hinsichtlich der Ueberweisung der Reichs- jteueranteile an die einzelnen Gemeinden des Kreises Alsfeld bekannt. Daraus ergab sich, daß die steuerschwächeren Gemeinden im allgemeinen ihre seitherigen Zuweisungen behalten oder sogar noch mehr erhalten, während die Gemeinden mit größerer Steuerkraft geringere Finanzzuweisungen erhalten. Verwaltungsinspektor K n e i s e l gab Belehrungen und Anweisungen an die Bürgermeister über das militärische Erfassungswesen. Regierungsrat B e - ringer gab verschiedene Erlasse und Verfügungen bekannt, unter denen von besonderem Interesse die Regelung der Ossenhaltung der Läden in den ländlichen Gemeinden während der Sommerszeit war. Es wurde dabei der allgemeine Wunsch der Bürgermeister bekannt, daß in den ländlichen Gemeinden des Kreises Alsfeld die Verkaufsläden in den Sommermonaten bis 21 Uhr offengehalten werden möchten. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt, a. M., 1. April. Die Wochenschlußbörse nahm am Aktienmarkt bei fester Grundstimmung den erwarteten ruhigeren Verlauf. Ebenso vollzog sich die Kursbildung in gemäßigtem Tempo, wobei die Entwicklung etwas uneircheitlich war, da neben weiteren mäßigen Kundschaftskäusen nach der gestrigen Hauße einige Glattstellungen der Berufskreise erfolgten. Die Ausschläge gingen noch beiden Seiten bis zu 1,50 v. H. Zunächst überwogen dabei noch Erhöhungen. Eine Sonderbewegung hatte Aschaffenburger Zellstoff mit 107,2-5 (103,25). Ziemlich fest lagen erneut Siemens mit 192 (190) und AEG. mit 117 (115,50). JG.-Farben gingen nach 115,65 auf den Dorabendstand von 150 zurück, ebenso am Montanmarkt Verein. Stahl nach 105,25 auf 105. Einen stärkeren Abschlag erfuhren hier Rheinstahl mit 136,40 (137,50), ebenso lagen Buderus mit 106,50 (107) und Mannesmann mit 111,40 (111,65) nur knapp gehalten. Maschinenwerte tarnen noch durchweg 0,50 bis 1 v. H. höher zur Notiz. Don Anleihestockwerten blieben Conti Gummi nach 7,4 v. H. Netto-Dividenden-Abgang nut 212,75 (220) behauptet, Rhein. Braunkohlen noch 0,40 v. H. höher mit 217,90. Der Rentenmarkt lag überraschend still. Man hatte aufgrund des April-Kupontermins mit lebhafteren Anlagekäufen gerechnet. Interesse verblieb für Reichsaltbesitz zu 130,60 (130,30), auch Reichsbahn-VA. waren zu 123,75 (123,65) weiter gefragt, ebenso im Frewerkehr Kommunal-Um- schuldung mit 93,60 (93,55). Pfandbriefe lagen still und behauptet. 4,50prozentige Goldpfandbriefe der Bad. Komm. Landesbank Karlsruhe gingen jedoch 0,25 v. H. zurück auf 99. Stadtanleihen und Staatspapiere waren kaum verändert. Industrie- Obligationen schwankten bis etwa 0,40 v. H. Reichsaltbesitz erreichten später 130,70 noch 130,60 und Kommunal-Umschuldung bei lebhafteren Umsätzen 93,65 nach 93,60. Im Verlaufe kamen zweite Notierungen kaum mehr zustande. Trotz uneinheitlicher Gesamtentwicklung schloß die Börse in durchaus fester Haltung. Äon später notierten Werten lagen Ilse Genuß 3 v. H. niedriger mit 131, Scheideanstalt verloren 2 v. H. auf 203 und Deutsche Erdöl 1,65 v. H. auf 125,40, andererseits Salzdetfurt Kali 133 (131), Aschaffenburger Zellstoff 107,50 nach 107,25. Im Freiverkehr befestigten sich Dingler Maschinen auf 107—109,25 (106—108), Rastatter Waggon auf 55,50—57,50 (54,50—56,50) und El- süß. Badische Wolle auf 95,50—97,50 (95—97). Tagesgeld erleichterte sich auf 2,50 (3) v. H. Großen-Linden, Gießen, den 2. April 1939. 241 OB Am 2. April, abends 10 Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Die Beerdigung findet Mittwoch, 5. April, nachmittags 3*/2 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter Straße 34 aus statt. In tiefer Trauer: Adolf Fischer und Frau Tilly, geb. Menges Georg Textor und Frau Luise, geb. Menges Emilie Bernhardt Witwe, geb. Menges und Enkelkinder. Herr Ludwig Menges X im 76. Lebensjahre. Osterartikel versteigert werden: 241&D A l \ 2397 A < kann sofort eintreten. 01701 Neiimeier modisch und fesch und dabei niedrig im Preis Zur Gartenarbeit die zeitsparenden Wolf-Geräte AüMäfteonnz«§ 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Auf« Ofl&meu cllm Wtof ZllWgMlsleigeriW. Dienstag, 4. Avril, sollen imBer- kaufslokalHartmctz,Gießen,Neu- enweg 28, vzw. an Ort und Stelle (Bekanntg.in obig. Lokal-zwangsweise gegen sofortige Barzahlung HauS-, Laden- u. Büromöbel aller Art, Schreibmaschinen, 1 Schnellwaage, ISchaufensterausstellungs- einrichtung, 1 Ladentheke, 50 Fl. Wermutwein,! Vervielfältigungsapparat, 1 Teppich, 1 Klavier, ein Schaubek-Album m. Briefmarken. SphäPfflann Gerichtsvollz.i. 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Ich habe damals die Arbeit begonnen mit einem einzigen Kapital, dos ich besaß. Es war das Kapital eurer Ar« b e i t s k r a f t! Cure Arbeitskraft, meine Volksgenossen, Hobe ich nun begonnen einzusetzen. Ich hatte keine Devisen und keine Goldbestände. Ich habe nur eines gehabt: Meinen Glauben an euere Arbeit! (Wieder bricht tosender Beifall und Jubel los). Wir haben nun ein neu« e s Wirtschaftssystem gegründet, ein Sy- stem, das heißt: Kapital ist Arbeitskraft, und die Deckung des Geldes liegt in unserer Produktion. Wir haben ein System begründet, das auf dem edelsten Grundsatz beruht, den es gibt, nämlich: G e st alte dir dein Leben selb st! Erarbeite dir dein Dasein! Hilf dir selbst, dann hilft dir auch Gott! (Brausender Beifall). So begannen wir eine gigantische Aufbauarbeit, getragen vom Vertrauen der Nation, erfüllt vom Glauben und der Zuversicht an ihre ewigen Werte. In wenigen Jahren haben wir Deutschland aus dieser Verzweiflung herausgerissen. Die Welt hat uns nicht dabei geholfen! Wenn heute ein ena- lischer Staatsmann meint, man könnte und müsse alle Probleme durch freimütige Besprechungen und Verhandlungen lösen, dann möchte ich diesem Staatsmann nur sagen: dazu war vor unserer Zeit 15 Jahre Gelegenheit! (Stürmisches Händeklatschen). Es halle jeder irgendeine Stellung eingenommen. Und ich habe damals als unbekannter Soldat des Weltkrieges meine Stellung bezogen! (Inbelnde Heilrufe!) Es war ein f e h r k u r z e s und einfaches Programm: es lautete: Beseitigung der inneren Feinde der Nation, Beendigung der Zersplitterung Deutschlands, Zusammenfassung der ganzen nationalen Kraft unteres Volkes in einer neuen Gemeinschaft und Zerbrechen des Friedensvertrages fo oder fo! (Wiederum minutenlange Heilrufe.) Denn solange dieses Diktat von Versailles auf dem deutschen Volk lastete, war es tatsächlich verdammt, zu- grundezugehen. Wenn andere Staatsmänner davon reden, daß auf dieser Welt Recht herrschen müsse, dann mag ihnen gesagt sein, daß ihr Verbrechen kein Recht ist, daß ihr Diktat weder Recht noch Gesetz ist, sondern über diesem Diktat die ewigen Lebensrechte der Völker stehen. (Die brausenden Huldigungen für den Führer werden immer stärker. Das deutsche Volk wurde von der Vorsehung nicht geschaffen, um ein Gesetz, das Engländer oder Franzosen schafften, gehorsam zu befolgen, sondern um sein Lebensrecht zu vertreten. Dazu sind wir da! (Abermals minutenlange Heilrufe. Ich war entschlossen, diesen Kampf für Vertretung der deutschen Lebensrechte aufzunehmen. Ich habe ihn z u n ä ch st ausgenommen inner- Allerdings eines möchte ich hier aussprechen: Das deutsche Volk von heute, das Deutsche Reich von jetzt, sie sind nicht gewillt, Lebensinteressen preiszugeben, sind sind auch nicht gewillt, aufsteigenden Gefahren tatenlos gegenüberzutreten! (Stürmische Sieg-Heil-Rufe.) Wenn die Alliierten einst ohne Rücksicht auf Zweckmäßigkeit, auf Recht und Tradition oder auch nur Vernunft die Landkarte Europas änderten, so hatten wir nicht die Macht, es zu verhindern. Wenn sie aber vom heutigen Deutschland erwarten, daß es Trabantenstaaten, deren einzige Aufgabe es ist, gegen Deutschland angesetzt zu werden, geduldig gewähren läßt bis zu dem Tag, an dem dieser Einsatz sich vollziehen soll, dann verwechselt man das heutige Deutschland mit dem Deutschland der Vorkriegszeit! Wer sich schon bereit erklärt, für diese Großmächte die Kastanien aus dem Feuer zu holen, muß gewärtig sein, daß er sich dabei die Finger verbrennt. (Stürmischer Jubel.) Wir haben wirklich keinen Haß gegen das tschechische Volk, wir haben jahrelang miteinander gelebt. Das wissen die englischen Staatsmänner nicht. Sie haben keine Ahnung davon, daß der Hradschin nicht von einem Engländer, sondern von Deutschen erbaut wurde, und daß der St.-Veits-Dom gleichfalls nicht von Engländern, sondern von deutscherHand errichtet wurde. Auch Franzosen waren dort nicht tätig, sie wissen nicht, daß schon in einer Zeit, in der England noch sehr klein war, einem deutschen Kaiser auf diesem Berg gehuldigt wurde, daß schon tausend Jahre vor mir dort der erste deutsche König stand und die Huldigungen dieses Volkes entgegennahm. Das wissen die Engländer nicht, das können sie auch nicht und brauchen sie auch nicht zu wissen. Es genügt, daß wir es wissen und daß es so ist, daß seit einem Jahrtausend dieses Gebiet im Lebensraum des deutschen Volkes liegt. Wir hätten aber trotzdem nichts gegen einen unabhängigen tschechischen Staat gehabt, wenn er erstens nicht Deutsche u n t e r d r Ü ck t und wenn er zweitens nicht das Jnstrumenteineskom- menden Angriffes gegen Deutschland hätte sein sollen. Wenn aber ein französischer früherer Luftfahrtminister in einer Zeitung schreibt, daß es die Aufgabe dieser Tschechei auf Grund ihrer hervorragenden Lage sei, im Kriege Deutschlands Industrie durch Luftangriffe ins Herz zu treffen, dann wird man verstehen, daß das für uns nicht ohne Interesse ist, und daß wir dann daraus bestimmte Konsequenzen ziehen. Es wäre an England und Deutschland regelt allein feine 3ntereffen im deutschen Lebensraum. Lin Wortbrnch, toie ihn die Weltgeschichte noch niemals sah ich vor nunmehr über sechs Jahren die erhielt, übernahm ich eine trostlose Eeb- Frankreich gewesen, diese Luftbasis zu verteidigen. An uns lag es jedenfalls, zu verhindern, daß ein olcher Angriff stattfinden konnte. Ich habe geglaubt, dies auf einem natürlichen und einfachen Wege zu erreichen. Erft als ich sah, daß jeder derartige Versuch zum Scheitern bestimmt war, und daß die deutschfeindlichen Elemente wieder die Ueberhand gewinnen * würden, und als ich weiter sah, daß dieser Staat seine innere Lebensfähigkeit längst verloren hatte, ja, daß er bereits zerbrochen war, da habe ich d a s alte deutsche Rechtwieder durchgesetzt, und ich habe wieder vereint, was durch Geschichte und geographische Lage und nach allen Regeln der Vernunft vereint werden mußte. (Jubelnde Heilrufe.) Nicht um das tschechische Volk zu unterdrücken. Es wird mehr Freiheit haben als die bedrückten Völker der tugendhaften Nationen. (Minutenlange Doationen.) Ich habe, fo glaube ich, damit dem Frieden einen großen Dienst erwiesen; denn ich habe ein Instrument, das bestimmt war, im Krieg wirksam zu werden gegen Deutschland, beizeiten wertlos gemacht. (Brausende Bravo-Rufe.) Wenn man nun sagt, daß dieses das Signal sei dafür, daß Deutschland nun d i e ganze Welt angreifen wolle, fo glaube ich nicht, daß man fo etwas im Ernst meint; das könnte nur der Ausdruck des aller- schlechte st en Gewissens sein. Vielleicht ist es der Zorn über das Mißlingen eines weit gesteckten planes, vielleicht glaubt man damit die taktische Voraussetzung zu schaffen für die neue Einkrei - sungspolitik? Wie dem aber auch fei: Ich bin der Ueberzeugung, daß ich damit dem Frieden einen großen Di en ft erwiesen habe, (wieder bricht tosender Beifall los.) Und aus dieser Heber Beugung heraus habe ich mich auch vor drei Wochen entschlossen, dem kommenden Parteitag den Kamen „Parteitag des Friedens" zu geben. Denn Deutschland denkt nicht daran, andere Völker anzugreifen. Worauf wir aber nicht verzichten wollen, ist der Ausbau unserer wirtschaftlichen Beziehungen. Dazu haben wir ein Recht, und ich nehme dazu von keinem europäischen oder außereuropäischen Staatsmann Vorschriften entgegen! (Erneut jubelnder Bei- wir kennen die Macht, die damals Deutschland ! besiegt hat. Es war die Macht der Lüge, das Gift einer Propaganda, die vor keiner Verdrehung und vor keiner Hnwahrheit zurück- 1 schreckte und der das Deutsche Reich, weil es unvorbereitet war, gänzlich wehrlos gegenüberstand. Als die 1 4 P u n k t e W i l s o n s verkündet wurden, sahen viele deutsche Volksgenossen, vor allem die damals „führenden" Männer, in diesen 14 Punkten nicht nur die Möglichkeit zur Beendigung des Weltkrieges, sondern zu einer endgültigen Befriedung aller Völker dieser Erde. Es sollte ein Friede der Versöhnung und der Verständigung kommen, ein Friede, der weder Sieger noch Besiegte kennen sollte, ein Friede ohne Kriegsentschädigungen, ein Friede gleichen Rechts für alle, ein Friede gleicher Verteilung der Kolonialgebiete und gleicher Berücksichtigung der Kolonialwünsche. Ein Friede, der seine letzte Bekrönung in einem Völker- ■ bund aller freien Nationen finden sollte. Er sollte als Garant für das gleiche Recht es als überflüssig erscheinen lassen, daß in Zukunft die Völker noch dir Rüstung zu tragen hätten, die sie vorher, wie man behauptete, so schwer bedrückte. Also Abrüstung, und zwar Abrüstung aller Nationen! Deutschland sollte mit dem guten Beispiel vorangehen, und alle sollten verpflichtet sein, seiner Abrüstung zu folgen. Aber auch das Zeitalter der sogenannten Geheim- diplonzatie sollte beendet werden. Alle Probleme sollten offen und frei besprochen und ausgehandelt werden. Dor allem aber sollte das Selbstbe - stimmungsrecht der Völker nun endlich stabilisiert und zum wichtigsten Faktor erhoben werden. Deutschland hat diesen Versicherungen geglaubt! Es hat im Vertrauen auf diese Erklärungen seine Waffen niedergelegt. Und dann begann ein Wort- bruch, wie ihn die Weltgeschichte noch niemals sah! (Ein zehntausendfäches Pfui.) Sowie unser Volk die Waffen niedergelegt hatte, begann eine Zeit der Erpressung und der Unterdrückung, der Ausplünderung und der Dersklaounq. (Stürmische Empörung.) Kein Wort mehr vom „Frieden ohne Sieger und Besiegte", sondern einVerdammungsurteil für den Besiegten auf endlose Zeiten! Kein Wort mehr von gleichen Rechten, sondern Rechte auf der einen und Unrecht und Rechtlostg- Des Führers Glaube an die Arbeilskrast des deutschen Volkes war das einzige Kapital des deutschen Wiederausbaus. „Ich habe dem Frieden einen großen Dienst erwiesen" Oie große Rede des Führers in Wilhelmshaven widerlegt die Lügenhetze des Auslands. „Parteitag des Friedens." ob ein Volk tugendhaft oder nicht tugendhaft ist, die kann doch wohl ein Irdischer kaum aussprechen, das müßte man dem Heben Gott überlas- sen! (Jubelnde Zustimmung.) Vielleicht wird mir nun dieser selbe britische Staatsmann entgegnen- „Gott hat das Urteil schon gesprochen, denn er hat den tugendhaften Nationen ein Viertel der Welt geschenkt und den nicht tugendhaften alles genommen! Darauf sei die Frage gestattet: „Mit welchen Mitteln haben denn die tugendhaften Nationen sich dieses Viertel der Welt erworben?" Und dann muß man antworten: „Es find keine tugendhaften Methoden gewesen!" (Stürmische Zurufe.) 300 Jahre lang hat dieses England nur als untugendhafte Nation gehandelt, um jetzt im Alter von Tugend zu reden! So konnte es passieren, daß in dieser britischen tu- gendlosen Zeit 46 Millionen Engländer fast ein Viertel der Welt unterworfen haben, während 80 Millionen Deutsche infolge ihrer Tugendsamkeit zu 140 auf einem Quadratkilometer leben müssen. Ja, vor 20 Jahren, da war die Frage der Tugend für die britischen Staatsmänner immer noch nicht ganz geklärt, insofern es sich um Eigentums- b e.g r i f f e handelte. Damals hielt man es mft der Tugend noch für vereinbar, einem anderen Volk, das seine Kolonien nur durch Verträge oder durch Kauf erworben hatte, sie einfach weg zu- nehmen, weil man die Macht hatte (stürmische PfUi-Rufe), jene Macht, die jetzt allerdings als etwas Abscheuliches und Verabscheuungswürdiges gelten soll. Ich habe den Herren hier nur eines zu sagen: ob sie das selber glauben oder nicht, wissen mir nicht. Wir nehmen aber an, daß sie das nicht glauben. Denn wenn keit auf der anderen Seite. Raub über Raub, Erpressung über Erpressung waren die Folgen. Kein Mensch in dieser denrokratischen Welt hat sich um das Leid unseres Volkes gekümmert. Hunderttausende sind im Krieg nicht durch feindliche Waffen, sondern durch die Hungerblockade gefallen. Und als der Krieg zu Ende gina, da wurde diese Blockade noch monatelang fortgesetzt, um unser Volk noch mehr erpressen zu können. Selbst der deutsche Kriegsgefangene mußte noch endlose Zeiten in der Gefangenschaft bleiben. Die deutschen Kolonien wurden uns geraubt, die deutschen Auslandswerte einfach beschlagnahmt, unsere Handelsschiffe weggenommen. Dazu kam eine finanzielle Ausplünderung, wie sie die Welt bis dahin noch nicht sah. Summen wurden dem deutschen Volke aufgebürdet, die in astronomische Zahlen hineinreichten und von denen ein englischer Staatsmann sagte, daß sie nur dann erfüllt werden könnten, wenn das ganze deutsche Volk seinen Lebensstandard auf das äußerste reduziere und jeden Tag 14 Stunden arbeite (abermals minutenlange Pfuirufe). Was deutscher Geist und deutscher Fleiß in Jahrzehnten geschaffen und zusammengespart hatten, ging nun in wenigen Jahren verloren. Millionen von Deutschen wurden vom Reich weggerissen, andere verhindert, zum Reich zurückzukehren. Der Völkerbund wurde nicht zum Instrument einer gerechten Verständigungs- politkk, sondern zum Garantendes gemein« ste n Diktates, das Menschen jemals ersonnen hatten. So wurde ein großes Volk vergewaltigt und einem Elend entgegengeführt, das Sie ja alle kennen. Man hatte ein großes Volk durch Wort- bruch um sein Recht gebracht und ihm seine Existenz praktisch unmöglich gemacht. Ein französischer Staatsmann hat dem nüchtern Ausdruck gegeben,, indem er erklärte: „Es leben zwanzig Millionen Deutsche zu viel auf der Welt!" (Tosende Pfuirufe.) Es gab Deutsche, die in Verzweiflung ihr Leben beendeten, es gab andere, die sich lethargisch in ein unabwendbares Schicksal fügten, und wieder andere, die der Meinung waren, man müsse nun eben alles 1 zerstören; wieder andere knirschten mit den Zähnen und ballten in ohmnächtiger Wut die Fäuste, andere wieder glaubten, man müsse die Vergangenheit restaurieren, sie wiederherstellen, so, wie sie war. Die Rede des Führers. Deutsche! Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Wer den Verfall und den Emporstieg Deutschlands ermessen will, der muß sich die Entwicklung einer Stadt wie Wilhelmshaven ansehen. Vor kurzer Zeit noch ein toter Platz, fast ohne Existenzberechtigung, ohne Aussicht auf eine Zukunft — heutewieder erfüllt von dröhnender Arbeit und Schaffen. Es ist gut, wenn man sich diese Vergangenheit wieder ins Gedächtnis zurückruft. Als die Stadt ihren erstem Aufschwung erlebte, fiel dieser zusammen mit dem Emporstieg des Deutschen Reiches nach seinen Einigungskämpfen. Dieses Deutschland war- ein Deutschland des Friedens. In derselben Zeit, in der die sogenannten friedliebenden, tugendhaften Nationen eine ganze Anzahl von Kriegen führten, hat Deutschland damals nur ein Ziel gekannt: den Frieden zu bewahren, am Frieden zu arbeiten, den Wohlstand seiner Bewohner zu heben und damit zur menschlichen Kultur und Wenn die Welt heute sagt, daß man die Völker teilen müsse in tugendhafte Nationen und in solche, die nicht tugendhaft sind, und zu den tugendhaften Nationen gehören in erster Linie die Engländer und die Franzosen, und zu den nicht tugendhaften gehören die Deutschen und die Italiener —, dann können wir nur antworten: Die Beurteilung, Wilhelmshaven, 1. April. (DNB.) 17 Uhr fuhr der Führer unter nie abbrechenden Freudenkundgebung durch ein ununterbrochenes tiefgliedriges Spalier zum Rathaus, wo er vom Oberbürgermeister Dr. Müller in den großen Sitzungssaal geleTtet. wurde. Der Führer begrüßte die Beigeordneten und Ratsherren der Stadt und dankte dem Oberbürgermeister und der ganzen Bevölkerung für den begeisterten Empfang. Langan- haltener Jubel schlug dem Führer auss neue entgegen, als er das Rathaus verließ und den Weg zur Tribüne durchschritt. Mit einer kurzen Ansprache, in der er an die frühere Anwesenheit des Führers in Wilhelmshaven erinnerte, eröffnete Gauleiter Reichsstatthalter Roeoer die Kundgebung. Der Führer betrat das Rednerpult. Wieder brausten ihm die begeisterten Rufe der Massen entgegen. Immer aufs neue wiederholten sich die Sieg- Heil-Rufe und die Ruse: „Wir danken dem Führer!" Dann nahm der Führer das Wort. Gesittung beizutragen. Dieses Deutschland der Fne- denszeit hat mit unendlichem Fleiß, mit Genialität und mit Beharrlichkeit versucht, sich sein Leben tm Innern zu gestalten und sich nach außen durch die Teilnahme am friedlichen Wettbewerb der Völker einen gebührenden Platz an der Sonne zu sichern. Trotzdem dieses Deutschland jahrzehntelang der sicherste Garant des Friedens n^ar und sich selbst nur seiner friedlichen Beschäftigung hingab, hat es andere Völker und besonders deren Staatsmänner nicht davon abhalten können, diesen Unterschied mit Reid und haß zu verfolgen und ihm endlich mit einem Kriege zu beantworten. Wir wissen heute aus den Akten der Geschichte, wie die damalige L i n k r e i s u n g s p o l i t i k planmäßig von England aus betrieben worden war. Wir wissen aus zahlreichen Feststellungen und Publikationen, daß man in diesem Lande die Auffassung vertrat, es seit notwendig, Deutschland militärisch niederzuwerfen, weil seine Vernichtung jedem britischen Bürger ein höheres Ausmaß an Lebensgütern sichern würde. (Stürmische Pfui!-Rufe.) Gewiß, Deutschland hat damals Fehler begangen. Sein zweiter Fehler war, diese Einkreisung zu sehen und sich ihrer nicht rechtzeitig zu erwehren. (Stürmisches Händeklatschen.) Die einzige Schuld, die wir diesem damaligen Regime vorwerfen können, ist die, daß es von dem teuflischen Plan eines Ueberfalles auf das Reich volle Kenntnis hatte und doch nicht die Entschlußkraft aufbrachte, diesen UeberfaU beizeiten abzuwehren, sondern diese Einkreisung bis zum Anbruch der Katastrophe ausreifen ließ. Die Folge war der Weltkrieg! In diesem Krieg hat das deutsche Volk dann — obwohl es keineswegs am besten gerüstet war — heldenhaft gekämpft. Kein Volk kann für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, uns niedergezwungen zu haben, am wenigsten dasjenige, dessen Staatsmänner heute die größten Worte sprechen! (Langanhaltender Beifall.) Ungeschlagen und unbesiegt ist Deutschland damals geblieben zu ßanbf', zur See und in der Lust. Und dennoch haben wir den Krieg verloren. halb der Nation. Anstelle einer Vielzahl von Parteien, Ständen und Vereinen ist nunmehr eine einzige Volksgemeinschaft getreten, die deutsche Volksgemeinschaft. (Brausende Zustimmungskundgebungen). Sie zu verwirklichen und immer zu vertiefen, ist unser aller Aufgabe. Ich habe in dieser Zeit manchem weh tun müssen. Allein ich glaube, das Glück, dessen heute die ganze Nation teilhaftig wirb, muß jeden einzelnen für das reichlich entschädigen, was er an Teurem für sich selbst aufgeben mußte. Ihr alle habt eure Parteien, Verbände, Vereinigungen geopfert, aber ihr habt dafür e i n großes, starkes Reich erhallen! (Tosender Jubel). Und dieses Reich ist heute Gott fei Dank stark genug, um eure Rechte in seinen Schuh zu nehmen. Wir sind nun nicht mehr abhängig von der Gnade oder Ungnade der anderen Staaten ober ihrer Staatsmänner. wir annehmen wollten, daß sie das wirklich selbst glauben, bann würden wir jeden Respekt vor ihnen verlieren. (Brausender Beifall.) 15 Jahre lang hat Deutschland sein Los und sein Schicksal geduldig ertragen. Auch ich versuchte anfangs jede? Problem durch Besprechungen zu lösen. Ich habe bei jedem Problem Angebote gemacht, und sie sind jedesmal abgelehnt worden! Es kann kein Zweifel sein, daß jedes Volk heilige Interessen besitzt, einfach weil sie mit seinem Leben und seinem Lebensrecht identisch sind. Wenn heute ein britischer Staatsmann fordert, daß jedes Problem, das inmitten der deutfchenLebens- in ter essen liegt, erst mit England besprochen werden müßte, dann könnte ich genau so gut verlangen, daß jedes britische Problem er st mit uns z u besprechen sei. (Stürmische Bravorufe). Gewiß, diese Engländer mögen mir zur Antwort geben: „In Palästina haben die Deutschen nichts zu suchen! — Wir wollen auch gar nichts in Palästina suchen. (Stürmische Heiterkeit.) Allein, fo wenig wir Deutschen tti Palästina etwas zu suchen haben, fo wenig hat England in unferem beutfchen Lebensraum etwas zu fuchen! (Tosendes Händeklatschen.! Und wenn man nun erklärt, daß es sich hier um allgemeine Rechts- und Gesehesfragen handele, so könnte ich diese Meinung nur dann gelten lassen, wenn man sie als allgemein verpflichtend betrachten würde. Man sagt, wir hätten kein Recht, dieses oder jenes zu tun. Ich möchte die Gegenfrage erheben: „Welches Recht — um nur ein Beispiel zu erwähnen — h a t England, in Palästina Araber niederzuschießen, nur weil sie für ihre Heimat einlraten? Wer gibt ihm das Recht? Wir haben jedenfalls in Mitteleuropa nicht Tausende abgeschlachtet, sondern wir haben unsere Probleme in Ruhe und in Ordnung geregelt. (Stürmischer Beifall.) kratischen Großbritannien unt) dem bolschewistifchen Rußland Stalins. Sollte aber wirklich hier kein ideologischer Unterschied sein, dann kann ich nur sagen: Wie richtig ist doch meine Einstellung zum Marxismus und zum Kommunismus und zur Demokratie! Warum zwei Erscheinungen, wenn sie doch den gleichen Inhalt besitzen! (Heiterkeit.) Wir erleben in diesen Tagen einen sehr großen Triumph und eine tiefe innere Genugtuung. Ein Land, das ebenfalls vom Bolschewismus verwüstet wurde, in dem Hunderttausende von Menschen, Frauen und Männer, Kinder und Greise, abgeschlachtet worden sind, hat sich befreit, befreit trotz aller ideologischen Freunde des Bolschewismus, die in Großbritannien, Frankreich und in anderen Ländern sitzen! Wir können dieses Spanien nur zu gut begreifen in seinem Kampf, und wir begrüßen und beglückwünschen es zu seinem Erfolg. Das können wir Deutschen heute ja mit besonderem Stolz aussprechen, da viele deutsche junge Männer dort ihre Pflicht getan haben. (Brausende Sieg-Heil-Rufe.) Sie haben als Freiwillige mitgeholfen, ein tyrannisches Regime zu brechen und einer Nation wieder das Selbstbestimmungsrecht zu geben. Es freut uns, feststellen zu können, wie schnell, ja wie außerordentlich schnell auch hier der weltanschauliche Wandel der Kriegsmateriallieferanten der roten Seite gekommen ist, wie sehr man dort jetzt das nationale Spanien begreift und bereit ist, mit diesem nationalen Spanien wenn schon nicht weltanschauliche, dann wenigstens wirtschaftliche Geschäfte zu machen! Auch das ist ein Zeichen, wohin die Entwicklung geht. Ich glaube an eine endgültige Verständigung der Völker. f NN, meine ' Volksgenossen, ich glaube, daß alle Staaten vor dieselben Probleme gestellt werden, vor denen wir einst standen. Staat um Staat wird entweder der jüdisch-bolschewistischen Pest unterliegen, oder er wird sich ihrer erwehren. Wir haben es getan und haben nun einen nationalen deutschen Volksstaat aufgerichtet. (Brausende Sieg-Heil-Rufe.) Dieser Volksstaat will mit jedem anderen Staat in Frieden und Freundschaft leben, er wird sich aber von keinem Staat jemals mehr niederzwingen lassen! (Minutenlange Beifallskundgebungen.) Ob die Welt faschistisch wird, weiß ich nicht!, daß sie nationalsozialistisch wird, glaube ich nicht! Aber daß diese Welt am Ende sich dieser sch wer st en bolschewistischen Bedrohung erwehren wird, die es gibt, davon bin ich zutiefst überzeugt. Und deshalb glaube ich au eine endgültige Verständi- gung der Völker, die früher oder spater kommen wird. Erst wenn dieser jüdische Völker- spallpilz beseitigt sein wird, ist daran zu denken, eine auf dauerhafte Verständigung aufgebaute Zusammenarbeit der Rationen herbeizuführen. Heute müssen wir uns auf unsere eigene Kraft verlassen! Und wir können mit den Ergebnissen dieses Vertrauens auf uns selbst zufrieden sein im Inneren und nach außen. Als ich zur Macht kam, meine Volksgenossen, war Deutschland im Inneren zerrissen und ohnmächtig, nach außen ein Spielball fremden Willens. Heute sind wir im Inneren geordnet, unsere Wirtschaft blüht. Nach außen sind wir vielleicht nicht beliebt, aber r e s p e k- tiertund geachtet! Das ist das Entscheidende! (Erneut bricht jubelnder Beifall los.) Vor allem, wir haben Millionen unserer Volksgenossen das größte Glück gegeben, das es für sie geben kann: die Heimkehr in unser großes Deutsches Reich. (Brausende Sieg-Heil-Rufe und Sprechchöre: „Mr danken unserem Führer.") Und zweitens: Wir haben Mitteleuropa ein großes Glück gegeben, nämlich den Frieden, der geschützt wird durch die deutsche Macht. Und diese Macht soll keine Gewalt der Welt mehr brechen. Das sei unser Gelöbnis! (Unbeschreibliche Begeisterung der Massen.) So erkennen wir, daß die über zwei Millionen Volksgenossen im großen Krieg nicht umsonst gefallen sind. Aus ihren Opfern mit ist d a s neue Gr o ß d e u t s ch e Reich erstanden. Aus ihren Opfern mit ist d i e s e s st a r k e junge deutsche Dolksreich ins Leben gerufen worden und hat sich nun im Leben behauptet. Und angesichts dieser Opfer würden auch wir, wenn es jemals notwendig fein sollte, kein Opfer scheuen. Das soll die Welt zur Kenntnis nehmen! (Stürmische Ovationen.) Sie mögen Pakte schließen, Erklärungen abgeben, so viel sie wollen: Ich vertraue nicht auf Papiere, sondern ich vertraue auf euch, meine Volksgenossen! (Stürmischer Jubel.) An uns Deutschen ist der größte Wortbruch aller Zeiten verübt worden. Sorgen wir dafür, daß unser Volk im Innern niemals mehr brüchig werde: dann wird niemand in der Welt uns je zu bedrohen vermögen. Dann wird unserem Volke der Friede erhalten bleiben oder, wenn notwendig, erzwungen werden. Und dann wird unser Volk blühen und gedeihen. Es wird seine Genialität, seine Fähigkeit, feinen Fleiß und feine Beharrlichkeit einfefjen können in die Werke des Friedens und der menschlichen Kultur. Das ist unser Wunsch, das erhoffen wir, und daran glauben wir. Vor nunmehr 20 Jahren ist die Partei gegründet worden, damals ein ganz kleines Gebilde. Ermeffen Sie den Weg von damals bis heute! Ermeffen Sie das Wunder, das sich an uns vollzogen hat. Und glauben Sie daher gerade aus diesem wunderbaren Weg heraus auch an den Weg des deutschen Volkes in feiner kommenden großen Zukunft! Deutschland — Sieg- Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! * Das Sieg-Heil, das von den Massen mit unbeschreiblicher Begeisterung ausgenommen wird, geht in nicht endende Jubelstürme über, die noch einmal die ungeheure Bewegung brausend ausdrücken, die die Zehntausende erfüllt. Das Ausland zur Rede des Führers Das Scho in Paris. Paris, 2. April (Europapreß.) Die großen Nach- mittagsblätter unterstreichen am Sonntag die Erklärung aus der Führerrede in Wilhelmshaven, in der es heißt, daß Deutschland niemand angreifen wolle. Auf diese Weise habe Hitler darauf hingewiesen, daß ein englisch-polnisches Bündnis mit der „deutlichen Richtung gegen Berlin" durch nichts begründet fei. Der „Äntransigeant" meint: „Wie man auch diese Rede auslegen mag — man muß unterstreichen, daß die Rede Herrn Hitlers die internationale Situation nicht erschwert hat." Eine Stellungnahme des Quai d'Orsay liegt noch nicht vor. In politischen Kreisen unterstreicht man, daß Hitler neuerdings die deutsche Friedensbereitschaft hervorgehoben, aber ebenso nachdrücklich betont habe, daß Deutschland nicht gewillt sei, sich einkreisen zu lassen., Im übrigen findet man, daß die schärfsten Vorwürfe, die Hitler gegen den Kurs der Westmächte richtete, an die Adresse Englands gingen, und man äußert sich hierzu nicht fall.) Das Deutsche Reich ist nicht nur ein großer Produzent, sondern auch ein ungeheurer Konsument. Wie wir als Konsument ein unersetzbarer Handelspartner werden, so sind wir als Produzent geeignet, das, was wir konsumieren, auch ehrlich und reell zu bezahlen. Wir denken nicht daran, andere Völker zu bekriegen, allerdings unter der Voraussetzung, daß auch sie uns in Ruhe lassen. Das Deutsche Reich ist aber jedenfalls nicht bereit, eine Einschüchterung oder auch nur Einkreisungspolitik auf die Dauer hinzunehmen. (Stürmische Bravo-Rufe.) Ich habe einst ein Abkommen mit England abgeschlofsen, das Floltenabkommen. Es basiert auf dem heißen Wunsch, den wir alle besitzen, nie in einen Krieg gegen England ziehen zu müssen. Dieser Wunsch kann aber nur ein beiderseitiger fein. Denn in England dieser Wunsch nicht mehr besteht, dann ist die praktische Voraussetzung für dieses Abkommen damit beseitigt. (Die Zehntausende stimmen dem Führer begeistert zu.) Deutschland würde auch das ganz gelassen hinnehmen! Wir sind deshalb so selbstsicher, weil wir stark sind, und wir sind stark, weil wir geschlossen sind und weil wir außerdem sehend sind! Und ich kann gerade in dieser Stadt an Sie, meine Volksgenossen, nur die eine Aufforderung richten! Sehen sie der Welt und allen Vorgängen um uns mit offenen Augen entgegen. Täuschen Sie sich nicht über die wichtigste Voraussetzung, die es im Leben gibt, nämlich über die notwendige eigene Kraft. Wer Macht nicht besitzt, verliert das Recht im Leben! Wir haben das 15 Jahre lang erlebt. Deshalb habe ich Deutschland wieder stark gemacht und eine Wehrmacht aufgerichtet, eine Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Lust. (Tosende Heilrufe). Wenn man in anderen Ländern redet, daß man nun aufrüstet und immer mehr aufrüsten werde, dann kann ich diesen Staatsmännern nur eines sagen: Wich werden Sie nicht müde machen! (Stürmische Ovationen). Ich bin entschlossen, diesen Weg weiterzumarschieren, und ich bin der lleber- zeugung, daß wir auf ihm schneller vorwärts- kommen als die anderen, keine Wacht der Welt wird uns durch irgendeine Phrase noch jemals die Waffen entlocken. Sollte aber wirklich jemand mit Gewalt feine Kraft an der unseren messen wollen, dann ist das deutsche Volk auch dazu jederzeit in der Lage und auch bereit und entschlossen! (Ungeheure Begeisterung. Brausende Siegheilrufe steigern sich zu einer Kundgebung unbedingter Kamps- enlfchloffenheit. Und genau so, wie wir denken, so denken auch unsere Freund«, so denkt insbesondere der Staat, mit dem wir aufs engste verbunden sind, und mit dem wir marschieren, jetzt und u n - te^r allen Umständen auch in aller Zukunft! (Stürmisches Sieg-Heil.) Wenn die feindlichen Journalisten nichts anderes zu schreiben wissen, dann schreiben sie über Risse oder Brüche in der Achse. Sie sollen sich beruhigen. Diese Achse ist das natürlichste politische Instrument, das es auf dieser Welt gibt. Es ist eine politische Kombination, die nicht nur den Ueberlegungen der Vernunft und dem Wunsche nach Gerechtigkeit, sondern auch der Kraft des Idealismus ihre Entstehung verdankt. Diese Konstruktion wird haltbarer sein als die augenblicklichen Bindungen nichthomogener Körper auf der anderen Seite. Denn wenn mir heute jemand sagt, daß es zwischen England und S o w j e t r u ß l a n d keinerlei weltanschauliche oder ideologische Differenzen gibt, so kann ich nur sagen: Ich gratuliere Ihnen, meine Herren! (Stürmische Heiterkeit und brausender Beifall.) Ich glaube, daß die Zeit nicht mehr fern sein wird, in der es sich Herausstellen dürfte, daß die weltanschauliche Gemeinschaft zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland immerhin noch eine andere ist, als die zwischen dem demo- Gießener Konzertverein. Klavierkonzert Wilhelm Backhaus. Johann Sebastian Bachs Gollberg-Va- ria Nonen nehmen unter den Werken für Tasteninstrumente eine Sonderstellung ein. Schon die Veranlassung für die Entstehung dieser Abfolge von Veränderungen gibt dem Ganzen eine besondere Note. Der russische Gesandte am Dresdener Hofe Graf K a y s e r l i n g k hatte unter Schlaflosigkeit zu leiden. Durch seinen Haus-Cembalisten Johann Theo- philus Gollberg läßt er Bach bitten, chm eine Musik zu schreiben, die ihm über die wachen langen Nächte hinweghelfe und ihm seinen Trübsinn vertreibe. Bach kam diesem Anliegen nach; eine Dose mit hundert Louisdor war der klingende Lohn dafür. Joh. Theoph. Gollberg, ein Schüler von Friedemann und später von Joh. Sebastian Bach, wurde so als Spieler dieses Werkes mit dem Namen desselben eng verknüpft. Der genaue Titel des 1742 gedruckten Werkes „Clavier-Uebung, bestehend in einer Aria mit verschiedenen Veränderungen vor's Clavicirnbal mit 2 Manualen. Denen Liebhabern zur Gemüths- Ergetzung verfertiget von Johann Sebastian Bach" weift diesem einen besonderen Kreis von Hörern zu. Es ist nicht für den breiten Kreis der Musikhörer bestimmt, sondern mehr den Kennern, denn es setzt beim Auffassenden eine äußerst geschulte Selbsttätigkeit und Eindringungsfähigkeit voraus. Bach läßt hier die Ueberlieferungen der Daria- tionskunst sich in einem Hvhenwerk vereinigen, indem er die rein äußerliche Veränderung zu vertiefender, durchgeistigter, organisch bedingter Durchbildung erhebt und in der Fülle seiner Ersindungs- fahlgkeit und satztechnischer Kunst ein Dokument feiner Persönlichkeit gibt, das m seiner organischen Vielseitigkeit wegweisendes Vorbild für die 'kommenden Generationen wurde. Als Ausgangpunkt wählte Joh. Sebastian Bach eine Sarabande aus dem Notenbuch für Anna Magdalena Bach (1725). Er gliedert die dreißig Veränderungen in Gruppen zu dreien, die jedesmal durch einen Kanon abgeschlossen werden Die einzelnen Variationen, mehr ober minder eng an das Thema gebunden, lassen aber in irgendwelcher melodischen Entwicklung ihre BezogeNheit wieder erkennen. Das Ganze findet seine Zusammenfassung in einem Quodlibet, das zwei Volkslieder thematisch miteinander verbindet. Eine nochmalige Wiederkehr des Eingangsthemas schließt den Rahmen. Das ursprünglich für das Cembalo bestimmte Werk fordext ausdrücklich für einzelne Variationen zwei Klaviaturen, die durch ihre verschiedenartige Registrierung die Plastik der Stimmenfuhrung gewährleisten. Die Vorherrschaft unseres modernen Klavieres ließ die Gollberg-Dariationen in Vergessenheit geraten, weil man sie meist für unausführbar ans ah. Max Reger versuchte, durch eine Bearbeitung für zwei Klaviere die in dem Werk ruhenden musikalischen Werte der Musikwelt zugänglich zu machen. Unter den Pianisten der Gegenwart steht wohl Wilhelm Backhaus mit der Wiederbelebung der Gollberg-Variationen einzig da. Ihm waren dafür zwei Möglichkeiten offen. Er konnte einmal das Werk vom historischen Standpunkt in der damit bedingten dynamischen Abstufung erfassen und so die Klangwelt Bachs im traditionellen Sinne erschließen, aber mit einem auf ganz anderen tonlichen und technischen Voraussetzungen beruhenden klanglichen Material. Wilhelm Backhaus ist aber zu sehr mit seinem Instrument, dem modernen Flügel, verbunden, der für ihn ständig den Ausgangspunkt für die Werkdarstellung bedeutet. Als Vollmusiker fetzt er sich darum über die historische, an einen bestimmten Jnstrumententyp gebundene Bedingtheit hinweg und beschreitet so den zweiten Weg. Er läßt Bachs Werk so erstehen, wie es vielleicht in der heutigen Zeit mit den heutigen Klangmöglichkeiten geschrieben worden wäre. Für ihn, dem die schwierigsten technischen Probleme spielend streichbar sind, bedeutet auch die Gebundenheit des Werkes an zwei Manuale fein Hindernis. Durch Uebergreifen läßt er die melodischen Linien in scharf profilierter Plastik heraustreten und den heutigen Klavierklang mit feiner elementaren Kraft zum Träger des leitenden Gedankens werden. Mit sinnender, verhaltener Gemessenheit führte er die Thema-Sarabande ein und ^füllte die einzelnen musikalischen Bilder in ihrer Eigenart. Aeußerst gespannt im Ausdruck linearer Lnergie waren die Kanonveränderungen, besonders Nr. 15 (der Quint-Kanon mit Gegenbewegung). Mit pompöser barocker Kraft entwickelte sich Nr. 16 in Der Form der alten Ouvertüre: Nr. 7, im Charakter einer Gigue, erklang in anmutiger Grazie, Nr. 25 liefe den melodischen Bogen etwa im Stil eines alten Vwlin- oder Flöten-Adagios in herber Äanti= lene sich ausbreiten; die folgende Veränderung knüpfte das Sarabanden-Thema mit den umspielenden Figuren. Die letzten Variationen wuchsen in technischer Vollendung als Zeichen höchster Virtuosität heraus. Das Quodlibet gab er burschikos mit stärkster Energiespannung der melodischen Linie. Der zweite Teil der Programmfolge sah Proben aus der romantischen Klaviermusik vor. Auch hier bestätigte es sich, daß Wilhelm Backhaus eigene Wege in der Auffassung und Darbietung der Werke beschreitet. Seine harte, männliche Natur ließ ihn von dem Klangcharakter des modernen Instruments her die Werke erschließen. Dabei umgeht er möglichst die weicheren Farben und nützt die Unmittelbarkeit des Klanglich-Elementaren aus. So wurde die Variationenreihe des Impromptus op. 142 Nr. 3 von Schubert zu einer plastischen Bilderreihe mit scharf gezeichneten melodischen Konturen, betont in der Verwobenheit des Themas wie auch in dem Wechfellicht der sich ändernden Tonart. Moment musical op. 94 Nr. 6 in as-dur weitete er zur verinnerlichten Szene, eigenartig und persönlich betont in der Auffassung und in der Dehnung des Tempos. Den Höhepunkt pianistifch technischer Entfaltungsmöglichkeiten führte er in den Etüden von Chopin op. 10 Nr. 1 und 2 und op. 25 Nr. 11 vor Augen mit orgelhaft sich ausbreitenden Bässen und einem Passagenwerk, das das scheinbar Unmöglichste Wirklichkeit werden liefe; op. 10 Nr. 3 in E-dur erblühte in voller Kantilene. Die Hörer waren von diesem Spiel hingerissen. Ständig neu ausbrechender Beifall rief den Solisten immer wieder aufs Podium; eine Reihe von Zugaben entsprachen dem drängenden Verlangen. Dr. Hermann Hering. Der Taschenspiegel. Die Zeitung brachte eine fettgedruckte Anzeige, in der eine Dame ihren Taschenspiegel suchte, den sie verloren hatte. Ein ganz gewöhnlicher Taschenspiegel. Gegen gute Belohnung abzugeben. Rund, aus gelblichem Horn. Mit einem Stein das Datum eingeritzt: 15. März 1936. Man traut seinen Augen kaum. Soviel Umstände und soviel Geldkosten wegen eines lumpigen kleinen Spiegels. Da muß doch bestimmt was hinter dem Spiegel stecken. Es steckt tatsächlich was dahinter. Dieser Spiegel ist, nämlich mehr als ein billiger Spiegel, wenn er auch so aussieht. Er ist ein Lebensretter. Die Dame, die ihn sucht, ist eine kühne Bergsteigerin. Im vergangenen Jahre unternahm sie am Königssee, ganz auf sich gestellt, eine ziemlich schwierige Bergtour. Sie oerftieg sich in den Bergwänden und saß hilflos fest. Als man sie daheim vermißte, wurde eine Rettungsmannschaft ausgeschickt, die mit Scheinwerfern die Bergwände ableuchtete. Die Scheinwerfer tasteten mit ihren hellen Fingern die weiter. Im allgemeinen lautet die große Frage In Paris: Wie wird die deutsche Haltung auf die von England mit französischer Unterstützung jetzt er» strebten internationalen Verhandlungen zurückwir- ken? Eine posittve Antwort wird erst die Entwicklung der Ereignisse geben. Aber schon jetzt bemerkt man, daß Hitler erneut mit großem Nachdruck die Festtgkeit der Achse Berlin—Rom unterstrichen habe. Englische Blatterstimmen. London, 3. April. (Europapreß.) Die Rede des Führers wird von den Londoner Blättern in großer Aufmachung wiedergegeben. Ueberwiegend wird der, Standpunkt vertreten, daß die Rede milder ausgefallen fei, als die oorangegangene Panikmache hatte annehmen lassen, und daß sie die Spannung nicht verschärft, sondern eher eine Atempause gegeben habe. Die Warnung, daß das deutsch-englische Flot- renabkommen auf die Dauer nicht unberührt bleiben könne, wenn auf englischer Seite die friedlichen Absichten, die ihm zugrunde lägefi, nicht mehr bestünden, findet naturgemäß besondere Beachtung. Die „Sunday Times" greift die Aeußerung Hitlers auf, daß Deutschland niemand bedrohe, sondern nur allein gelassen werden wolle. Das Blatt behauptet, England müsse dafür fordern, daß Deutschland „andere Leute allein lasse", ohne irgendwie auf die unmittelbar in diesem Zusammenhang gefallenen ganz unmißverständlichen Vergleiche in der Führer-Rede zwischen englischen und deutschen Interessengebieten einzugehen. Das Blatt glaubt aus der Rede keine Ermutigung — wofür? — und keine Erleichterung ziehen zu können. Der „O b - ferne r"gibt die Berechtigung des deutschen Vorwurfs wegen der Einkreisungspolitik unter Bezugnahme auf den Weltkrieg zu. Heute, so schreibt das Blatt, würden England, Frankreich und die Sowjetunion erneut aufgestachelt, sich gegen Deutschland zusammenzuschließen. Das Blatt meint dann jedoch, daß Deutschland sich die Einkreisungspolitik „selber zuzuschreiben" habe. Das sonntägliche Schwesterblatt der „Daily Mail", „Sunday Dispatch", stellt fest, daß man nicht beunruhigter sei als vorher. Die „kriegerische Haltung", die man nach den vorausgegangene Berichten der englischen Presse hätte erwarten müssen, habe man nicht angetroffen. Der Widerhall in Belgien. Brüssel, 2. April (DNB.) Trotz der Paria- mentswahlen, die heute , in Belgien abgehalten wurden, findet die Führer-Rede starke Beachtung in der belgischen Presse. Die meisten Blätter stellen fest, daß die Führer-Rede keine Brücke zu friedlichen Verhandlungen der europäischen Staaten abbreche. Besonders wird hervorgehoben, daß Hitler den Friedenswillen des deutschen Volkes bekräftigt und gleichzeitig versichert habe, daß sich Deutschland durch keine Macht der Welt einschüchtern lassen werde. Der flämisch-kacholische „Stan- daard" unterstreicht, daß Hitler England das Recht aberkannt habe, sich in deutsche Angelegenheiten eingumengen. Hitler glaube an die Verständigung der Völker. „Vingtieme Siecle" schreibt: „Es gibt keinen Zweifel über die festverankerten Absichten des Führers. Die in Versailles errichtete in- ternattonale Ordnung wird vernichtet werden. Der Führer versicherte, daß er a u f gerechteren Grundlagen wieder aufbauen will. Es ist wichtig, daß jede Nation zu einem solchen Wiederaufbau, der sich nach Betrachtung aller Umstände als unvermeidlich erweist, durch ihre Mitarbeit in Freiheit und in einem Gefühl der Gerechtigkeit und des Wohlwollens beitragen kann. Wir sind in eine neue Epoche der Weltgeschichte ein getreten. Es wäre Wahnsinn, das leugnen zu wollen. Die nationalsozialistische Revolution ist ebenso umwälzend, wie es die französische Revolution seinerzeit gewesen ist." Jin übrigen schreibt das Blatt, daß die Rede des Führers Verhandlungen nicht unmöglich gemacht habe. Das sei ein gewaltiger Vorteil in der gegenwärtigen Lage. Ohne Zweifel weiche Deutschland keinen Zoll von seinen Stellungen zurück und mache keine Konzessionen. Der Führer habe gezeigt, daß er entschlossen sei, die Angelegenheiten seines Volkes mit ruhiger Entschlossenheit zu führen. Bergwände ab. Auf einmal fiel das Licht zurück. Die Stelle wurde sofort abgeleuchtet. Und da hatte man die Dame in Bergnot entdeckt. Nach einigen Stunden war sie geborgen. Sie hatte, als der Schein- werfer die Bergwände bestrahlte, plötzlich an ihren kleinen billigen Spiegel gedacht, den sie immer bei sich trug. Sie holte ihn hervor und bewegte ihn hin und her. Der Spiegel warf das Licht zurück, wurde somit zur zwergenhaften Rettungslaterne, die schnell und sicher den Ort angab, wo seine Herrin saß. Es ist ganz in der Ordnung, daß ein Mensch seinen Retter aus Lebensgefahr nicht vergißt. Es ist deshalb durchaus keine Narrenlaune, wenn die Dams ihren Taschenspiegel mit großen Lettern in der Zeitung sucht. Vielleicht läßt er sich aber nicht mehr finden. Vielleicht hat ihn gerade jetzt ein kleiner Junge gefunden, der auf der Gasse sitzt, die ersten Frühlingssonnenstrahlen in ihm fängt und sie schelmisch zurückwirft in ein Fenster, das noch im Dunkeln liegt und dahinter jemand sehnsüchtig auf die Sonne wartet. Max Jungnickel. t Zeitschriften — „D a s I n f e l s ch i s f", eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlags zu Leipzig, XX. Jahrgang, 2. Heft, Frühling 1939, wird eingeleitet mit Clemens Brentanos „Gedanken vor dem Straßburger Münster", wozu eine überaus zarte, zierlich beschriftete Zeichnung von Rudolf Koch die erlesene Illustrierung abgibt. Aphorismen der Marie von Ebner-Eschenbach stellen sich zusammen mit Max Mells Erinnerungen an die Dichterin. Dem ausgezeichneten Kunsthistoriker Karl Scheffler zu Ehren, der kürzlich seinen 70. Geburtstag beging, bringt das „Jnfelfchiff" das liebenswürdige Kapitel „Der Kinderonkel" aus dem Buche „Der junge Tobias". Auf die neuen Dickens-Ausgaben der Insel („Die Pickwickier" und „David Copperfield" werden zuerst erscheinen) weist mittelbar ein Aufsatz Gustav Freytags aus dem Jahre 1870 hin. Von Ernest Claes, dem wir die herrliche flämische Kindergeschichte „Flachskopf" verdanken, erscheint ein neuer Roman „Donkelhof und Wasinghaus"; eine Probe daraus gibt das Heft mit der Erzählung „Die Mütter". „Wein der Heimat" heißt ein großes Gedicht von Eberhard Meckel aus einem neuen Gedichtbuche „Durch die Jahre". Sehr feine Bildbeigaben sind außer der schon erwähnten Münster-Zeichnung des Offenbacher Schreibers ein Bildnis Stifters, eine farbige Reproduktion nach Michelangelo aus dem neuen Jnfel-Bänvchen „Sibyllen und Propheten", ein schlafender Jünger non Riemenschneiders Dett- mangcr Altar und eine Mädchengestalt von Kolbe. SJiXfpOTt meiste Zeit feldüberlegen, aber sie hat- Handball im ASRL.-KrelS Gießen aufs Die Hermann Lang - Sieger von Pau Pokalspiel - Avsstiegspiele DfB.R. — Frohnhausen 1:0 (1:0). re Manfred von Brauchitsch auf Mercedes-Benz auf der Strecke. — (Schirner-M.) Unentsch. Verl. Fußball-Länderspiel trugen am Sonntag Ungarn und Großartiges Vaskelball-GaWuppen-Turnier MTV. Gießen zweiter Sieger, Ein sportliches Ereignis in Heuchelheim hatte zwar in den ersten Spielminuten den Austen Kampfmomente brachten. bald zu einer guten sanglichen geringen Form auf und holten den an- Punktvorsprung der Mainzer 2 1 2 1 0 0 1 0 1 3 Hütten verein Dortmund—Main; 27:18. Ein Kampf ziemlich gleichwertiger Gegner! Es Mit Kampf Verein Burgsolms Dillenburg Lollar Großen-Linden Sportfr. Wetzlar Gew. 2 2 1 1 0 waren die ten keinen gegnerische Spiele 4 4 3 4 3 TSV. Neu- Phantastischer Zweikampf Kreuznach—MTB. Gießen. größter Spannung sah man nun dem der Mannschaft des Turnvereins Mannschaften um den Adlerpreis des Reichssportführers, hervorgerufen durch die knappen Ergebnisse und unerwarteten Resultate der Vorspiele — der Verteidiger des Preises, der Gau Mitte, schied schon in der Vorrunde aus — hielt auch im Endspiel zwischen Sachsen und Brandenburg an. Der VfB.- Platz in Leipzig war der Schauplatz des dritten Endkampfes um diesen Preis, der bis dahin vom Gau Mitte gehalten wurde. 8000 Zuschauer sahen einen klaren und verdienten Sieg der sächsischen Elf, mit Stürmer, der wirklich entschlossen Tor schoß Sachsen gewinnt Zum angefetzten Pokalspiel trafen sich beide Mannschaften auf dem Waldsportplatz. Der Sieger aus diesem Spiel war berechtigt, in der nächsten Pokalrunde auf einen Gegner der Gauklasse zu stoßen. Es war daher klar, daß man mit einem spannenden Kampf rechnen konnte. Die Gießener, die seit November ungeschlagen sind, und in der Zwischenzeit Sieg auf Sieg erfochten, mußten sich mit dem knappen Ergebnis abfinden, und können froh sein, daß dieses Spiel gewonnen wurde. Wenn die Mannschaft auch ohne Schüller, Lukaschewski, Gorissen und Fischer antreten mußte, so mußte man doch einiges können verlangen. Nur Gottschalk im Tor, der o:- Gästemannschaft zur Verzweiflung brachte, Leutheuser I und Kramer lieferten glänzende Leistungen, und besonders ihnen war es zu verdanken, daß der Sieg in Gießen blieb. Die Gäste lieferten ein gutes Spiel und hinterließen den besten Eindruck. Aus dem Spielverlauf ist nicht viel zu be- Kreuznach, der bisher besten Mannschaft im Reich, gegen die junge Mannschaft des Hessen» Gaumeisters, Männe rturnverein Gießen entgegen. Nach dem klaren Sieg der Gießener am Main; — MTB. Gießen 6:43 (3:26). Das zweite Spiel des Abends sah unseren Hessengaumeister im Kampf. Die Gießener Män- nertur'ner gingen sofort mächtig aus sich heraus und schon führten die Mtv-er; ausgezeichnete Deckungsarbeit und eine erstaunliche Sicherheit im Korbwurf der Gießener löste bei den Zuschauern immer wieder lebhaften Beifall. Eine eindeutige Korbdifferenz beendete die erste Halbzeit: auch die zweite Spielhälfte stand lediglich im Zeichen der Mtv-er. Wohl kamen die Mainzer des öfteren gut ins Spiel, aber immer wieder scheiterte der Erfolg an mangelndem Zuspiel und unsicherem Wurf Dagegen warfen die Gießener Mtv-er in regelmäßigen Abständen den Ball durch das Netz. Mit 43:6 verließen beide Mannschaften das Feld. Die Mtv-er hatten mit diesem Spiel einen schönen Erfolg und zugleich Anerkennung für ihre eifrige und intensive Trainingsarbeit. Die Gaugruppenspiele wurden am Sonntagnachmittag — wiederum vor einer stattlichen Zuschauerzahl — in der Turnhalle zu Heuchelheim fortgesetzt und brachten zwei Kämpfe, die außerordentlicher Erbitterung geführt wurden. Es ging im ersten Spiel des Tages um den dritten Platz, der zwischen Mainz und Dortmund, den Verlierern des Vortages, ausgefochten wurde. Dann standen sich die Mannschaften von Kreuznach und MTV. Gießen im entscheidenden Spiel gegenüber. Die Zuschauer folgten mit gespanntester Äufmerk- samkett den Spielen, die eine Fülle der herrlich- 10:4 (3:0) Toren über die brandenburgische Mannschaft. Die Mannschaft des Siegers, die bei der Preisübergabe stark gefeiert wurde, wies nicht einen schwachen Punkt auf. Sie hatte einen wendigen und flinken Sturm mit einem prächtigen Stellungsspiel und ausreichender Wurfkraft, eine gute Läuferreihe und eine hervorragende Deckung. Bei Berlin war der Tormann trotz der 10 Tore nicht schlecht, während der Sturm recht umständlich spielte. KämpfeinberHandball-GauligaHeffen Wieder einmal kämpften in Hessen die beiden Favoriten der Handball-Meisterschaft, jj Arolsen und MSV Hanau, getrennt und kamen zu Erfolgen. Arolsen gewann zu Hause gegen Spv. Kassel 15:8, und MSV. Hanau siegte, ebenfalls auf eigenem Gelände gegen Jahn Gensungen 13:6. Erst das Entscheidungsspiel Arolsen—Hanau wird Aufschluß über den Meister 1939 geben. Zwei weitere Heimsiege errangen Tv. Kesselstadt gegen Tuspo. Kassel (7:2) und Kurhessen Kassel gegen CT/H. Pr. Passe! (7:3). Die Abstiegsfrage ist ebenfalls noch I ungeklärt. den Handball-Adlerpreis. Sachsen — Brandenburg 10:4 (3:0). Spannung im Kampf der Handball-Gau- Pkte. 6:2 5:3 4:2 3:5 0:6 Kewa und Sport Kassel steiaen ab. Auch im Gau Hessen wurden jene Mannschaften endgültig ermittelt, die im kommenden Jahr wieder in der Bezirksklasse spielen müssen. Es sind Kewa Wachenbuchen und der BC. Sport Kassel, die auch an diesem Sonntag wieder ohne Punktgewinn blieben. Kurhessen Kassel und Dunlop SV. Hanau, die beiden Gauliga-Neulinge, werden auch weiterhin dem „Oberhaus" angehören. Dunlop brachte aus Wachenbuchen, wo ein 2:1 (2:1) -Sieg gelang, beide Punkte mit nach Haus, dagegen verlor der BC. Sport den Lokalkampf gegen den Spielverein Kassel hoch mit 1:5 (1:4) Toren. Der VfB. Großauheim trug ein Freundschaftsspiel gegen die Frankfurter Eintracht aus und verlor knapp mit 2:3 Toren. Gau Bayern: 1. FC. Nürnberg — FC 05 auf. Geraume Zeit wogte der Kampf auf und ab, ohne daß von einer Ueberlegenheit der einen oder anderen Mannschaft gesprochen werden konnte. 8:8, 10:10 lauteten Punktwertungen während des Spiels und auch das Halbzeitergebnis von 11:10 Punkten entsprach dem Spielverlauf vollkommen. Erst nach der Pause tauten die Dortmunder ganz auf und kamen in große Fahrt. Mancher schöne Ball aus dem Feldspiel landete im Korb und brachte dem Hüttenoerein Punkte auf Punkte, so daß sie bald klar führten und schließlich mit 27:18 Punkten den Kampf verdient gewannen. Schiedsrichter waren Gauobmann Mohr und Dr. P f e f« f er. die Schweiz vor 22 000 Zuschauern in Zürich aus. Die Schweizer kamen mit 3:1 (1:0) zu einem bemerkenswerten Erfolg. Bei den Magyaren machte sich das Fehlen des großen Angrisfsführers Dr Sarosi nachteilig bemerkbar. Die schnellen Gäste Schweinfurt 1:2; Schwaben Augsburg — 1860 München 1:4; Bayern München — meyer Nürnberg 2:0. Schweizer Fußballsieg über Ungarn 3:1 (1:0). Ein zum Internationalen Pokal zählendes standekam. Dutenhofen, das das Ergebnis vor allen Dingen seinem ausgezeichneten Tormann zu verdanken hat, ist in letzter Zeit immer mehr nach vorne gekommen und zählt heute zu den besten Einheiten im Kreis. Die angekündigte Revanche des Tv. Lich glückte nicht. Er mußte sich auch im Rückspiel vom Tv. Londorf klar mit 9:4 (3:2) schlagen lassen. Bemerkenswert ist auch hier die anständige Spielweise beider Mannschaften und der Geist, mit dem von Anfang an gekämpft wurde. Mit dieser Niederlage ist der Angriff der Licher auf den zweiten Tabellenplatz gescheitert, zumal der DfB.-R. Gießen durch Punktverlust der Luftwaffe einen weiteren Schritt vorwärts kam. Zu Freundschaftsspielen trafen stch: Tv. Garbenheim und Tv. Heuchelheim 12:7 (7:4) Tv. Hochelheim und Tv. Grüningen 12:5 (6:2). Während Heuchelheim in Garbenhelm gar nicht gefallen konnte, lieferten sich Hochelheim und Grüningen einen schönen Kampf. Die Gäste, die durch Spielerabgänge geschwächt antreten mutzten, leisteten erbitterten Widerstand, konnten aber nicht verhindern, daß die Platzbesitzer dank ihrer ausgezeichneten Leistungen immer in Front lagen. 33 Tore in sechs Spielen! Auftakt zur deutschen Fußball-Meisterschaft 1939. Lortämpfe am Samstag. Es hatten sich etwa 200 Zuschauer in der Heuchelheimer Turnhalle eingefunden, als der Gauobmann für Basketball, Mohr Gießen, Gäste und Mannschaften zum ersten Gaugruppenturnier begrüßte. Aufmarschiert waren die vier Gaumeister aus Koblenz, Kreuznach, Mainz und Gießen. Als Schiedsrichter standen Gauobmann Mohr, Dr. P f e f e r , beide Gießen, und der Reichsbundlehrer Clausen zur Verfügung. Die Spiele wurden in ritterlicher, sportlicher Weise durchgeführt; mitreißend und voll Begeisterung verfolgte der Zuschauerkranz die Kämpfe auf dem Spielfeld. Dortmund — Kreuznach 18:29 (6:16). Wenn man gedacht hatte, die Grünweißen jetzt besser in Form zu sehen, so wurde man enttäuscht. Die besten Torgegelenheiten wurden verpaßt. Aber auf der anderen Seite konnten auch die Gäste zu keinem Tor kommen, da die Hintermannschaft der Grünweißen unüberwindlich schien. So blieb es bis zum Schluß mit einem glücklichen Sieg der Gießener, die heute ihr schlechtestes Spiel der letzten Zeit lieferten. Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Burgsolms — Dillenburg 3:1. Sportfreunde Wetzlar — Großen-Linden 2:3. Bei dem Spiel in Burgsolms gaben beide Mannschaften ihr ganzes Können her. Durch restlosen Einsatz konnten die Burgsolmser das Spiel für sich entscheiden. Bis zur Halbzeit stand das Spiel unentschieden. Zehn Minuten nach Halbzeit legte der Platzverein kurz hintereinander zwei Tore vor und stellte damit den Sieg sicher. Großen-Linden konnte in Wetzlar den ersten Sieg erringen. Damit hat Großen-Linden gezeigt, daß auch Können in seiner Mannschaft steckt. Das Spiel wurde sehr fair durchgeführt. Der Stand der Spiele. Die Spiele der Bezirksklasse konnten auch diesmal wieder nur ungenügend gefördert werden. Während das Treffen Wetzlar — Katzenfurt abgesagt werden mußte, trat Ockershausen in Gießen nicht an. Die Spvgg. 1900 ist damit zwar kampflos in den Besitz zweier weiterer Punkte gekommen, aber leider war die Mannschaft wieder einmal ohne Spiel. Trotzdem in Lützellinden der angesetzte Schiedsrichter ausblieb, lieferten sich Lützellinden und Niedergirmes einen ausgezeichneten Kampf, der voller Spannung war und als beispielgebend bezeichnet werden muß. Beide Gegner waren mit Ersatz zur Stelle, liefen aber trotzdem zu einer Leistung auf, die man in letzter Zeit vermißt hat. Gerade bei dem Altmeister klappte es diesmal wie am Schnürchen und vor allem der Sturm schoß aus allen Lagen. Der 16:2- (6:2) Sieg war vollkommen verdient. Das gleiche ist auch aus Holzheim zu melden, hier allerdings nur mit dem umgekehrten Ergebnis. Denn Dutenhofen gelang es tatsächlich, dem Meister auf eigenem Platz eine 10:5- (3:5)-Niederlage beizubringen. Wenn auch das Ergebnis dem tatsächlichen Spielverlauf nicht ganz gerecht wird, so ist immerhin bezeichnend, mit welchem Elan es zu- richten. Nach Anstoß entwickelte sich ein schnelles Spiel, das bald die Gießener, bald die Gäste im leichten Vorteil sah. Besonders die Frohnhäuser sielen durch ihr gutes Zuspiel auf und waren immer im Strafraum gefährlich. In der 33. Minute fiel überraschend für die Gießener das Führungstor. Godglück, der als linker Läufer eingesetzte worden war, gab eine gute Vorlage an Frey auf linksaußen. Dieser umspielte geschickt den Verteidiger Hain, gab einen scharfen Schuß ab, gegen den Der Tormann machtlos war. So blieb das Spiel bis zum Wechsel. schein, als wollten sich die Mainzer den dritten Platz sichern, aber die Dortmunder liefen doch Dortmund hatte anfangs Glück, konnte sogar m Führung gehen; 6:4 für Dortmund stand schon nach wenigen Spielminuten der Kampf. Da konnte Kreuznach im Anschluß an ein gutes Durchspiel ausgleichen und zog mit 6 weiteren Korbwürfen davon. Die Kreuznacher Spielweise wurde zusehends besser; vor allem zeigte die Mannschaft eine merkliche Sicherheit in den Korbwürfen; ein Korbverhältnis von 16:6 beendete die erste Halbzeit. Reifere Spielerfahrung und technische lieber» legenheit der Kreuznacher waren auch für die zweite Spielhälfte ausschlaggebend. Mit Korb auf Korb zog der Mittelrheingaumeister davon und konnte den Vorsprung auf 29:11 vergrößern. Ein letzter Ansporn der Dortmunder verkürzte, konnte aber den Sieg der Kreuznacher nicht mehr ge- fährden. racciola cs fertig, seinen auf 93,18 km/st stehenden alten Rekord mit 1:47 einzustellen. Doch eine Runde später (in der 28.), mußte er ausscheiden. Nach einem Aufenthalt von neun Minuten versuchte Caracciola weiter zu fahren. Aber schon nach 1,5 Kilometern mußte er erkennen, daß es keinen Zweck mehr hatte. Er stieg aus. Manfred von Brauchitsch rückte an die Spitze, Lang wurde Zweiter. Alle übrigen Fahrer waren schon kurz darauf überrundet. Sechs Wagen fehlten bereits im Felde, darunter auch der Talbot von Saniere, der sich sehr tapfer geschlagen hatte. Nach 50 Runden und damit der Hälfte des Rennens wies von Brauchitsch eine halbe Minute Vorsprung vor seinem Markengefährten Lang auf. Es folgten die überrundeten Sommer und Etancelin. Weit abgeschlagen zogen die vier blauen Delahaye ihre Kreise und, in der Ferne" sah man auch den Sesac. Zweikampf der Deutschen. Bis zur 80. Runde ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen. Die weißen deutschen Wagen behaupteten unbestritten die Spitze und gingen nun daran, sich heftig um den Sieg zu streiten. Da fuhr Manfred von Brauchitsch an der Box vor, und während sich die Monteure über den weißen Wagen hermachten, brauste Hermann Lang heran und übernahm die Spitze. Sommer verlor viel Zeit, weil der Wagen nicht ansprang. So mußte er Etancelin den dritten Platz überlassen. Kaum war von Brauchitsch wieder im Rennen, da entspann sich zwischen ihm und dem führenden Lang ein erbitterter Kampf, der die Zuschauer zu Heller Begeisterung hinriß und in dessen Verlauf beide Caracciolas Rundenrekord von 1,47 einstellten. Hermann Lang ließ nicht locker, mit der Meisterschaft des erfahrenen Kämpfers jagte er über den gefährlichen Kurs mit seinen unzähligen Kurven. Von Brauchitsch trieb ihn zu beschleunigter Geschwindigkeit, und die Folge war, daß der Strek- kenrekord unterboten wurde. Lang errang seinen ersten Sieg auf französischem Boden. Mit welcher Strenge die gefährliche Strecke auch in diesem Jahre wieder unter den Teilnehmern siebte, geht daraus hervor, daß von den 15 Gemeldeten nur acht das Ziel erreichten, manche allerdings mit einem ansehnlichen Paket von Verlustrunden. Der Große Autopreis von Pau, das erste Rennen der neuen automobilsportlichen Kampfzeit, hat den Ausgang genommen, den sich die deutschen Motorsportfreunde gewünscht hatten: die deutschen Wagen zeigten gleich zu Beginn ihre Ueberlegenheit. Hermann Lang siegte, Manfred v. Brauchitsch wurde Zweiter — das ist ein Erfolg, der die Untertürkheimer sicherlich für die knappe Niederlage, die sie vor Jahresfrist vom damals erprobteren Delahaye hinnehmen mußten, entschädigen wird. Für unseren Europameister Rudolf C a racciola ließ sich das neue Jahr des Kampfes nicht sehr erfreulich an. „Carrltsch" steuerte seinen Mercedes-Benz wieder mit alter Meisterschaft über den kniffligen Kurs, aber ein lächerlicher Zufall zwang ihn, den überlegenen Spitzenreiter, zur Aufgabe: die Oelleitung war aus der Verbindung gerutscht ... Die Silberpfeile allen voraus. Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz besetzt. Auf der Strecke drängten sich die Menschen .ju Zehntausenden. Sie machten fröhliche Gesichter, daß ein leichter Regenschauer kurz vor dem Start sehr schnell oorüberging und sogar von herrlichem Sonnenschein abgeloft wurde. Der am Samstag beim Training beschädigte Sefac war wieder her- gestellt worden, so daß unter Einrechnung von Tre- moulet 15 Fahrer den Kampf über die 100 Runden im Labyrinth von Pau aufnahmen. Die drei Mercedes-Benz von Caracciola, von Brauchitsch und Lang standen in der ersten Reihe, dahinter Sommer (Alfa Romeo) und die zwei neuen, 4,5 Liter kompressorlosen Talbot unter Carriere und Etancelin sowie die Delahaye und die Privatfahrer. Sofort übernahmen die Deutschen die Spitze. Carriere, Sommer und Etancelin hielten tapfer mit, bis die drei,Mercedes-Benz-Fahrer schnellere Runden vorlegten und nach 10 Runden zu den ersten lieber» rundungen „schritten". Nach dem ersten Fünftel der Fahrt führte das Untertürkheimer Trio mit einer Runde Vorsprung vor Sommer. Carriere und Etancelin. Schlechte Straften und doch Rekorde. Die Strecke war alles andere als ideal. Sogar Schlaglöcher fehlten nicht. Dennoch brachte Ca- Die ersten Gruppenspiele um die deutsche Fuß- ball-Meisterschaft zeichneten sich, mit einer einzigen Ausnahme, durch einen großen Treffersegen aus, weiterhin auch durch recht imposante Besucherzahlen. In den sechs Spielen wurden insgesamt 33 Tore erzielt, wobei die Kämpfe in Gleiwitz und Wien mit je acht Toren an erster Stelle stehen. Auch hinsichtlich des Besuchs wurden alle Erwartungen übertroffen. 60 000 kamen ins Berliner Olympia-Stadion und in Köln und Gelsenkirchen zählte man je 30 000 Besucher. Wien, Hannover und Gleiwitz brachten auch noch zwischen 10 000 und 20 000 Besucher auf die Beine, so daß eine Gesamtzahl von 165 000 Besuchern herauskommt. An den ersten Spielen waren alle vier Gau- gruppen beteiligt. In der Gruppe 1 erlebten 60 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion ein 3:3 (2:2) zwischen dem Hamburger SV. und Blau- weiß Berlin. Dabei zeigte der Nordmarkmeister die bessere Haltung, aber er hatte das Pech, von der achten Minute ab mit zehn Spielern spielen zu müfrm. In Hannover gab es insofern eine lieber» raschung, als dem V f L. Osnabrück, dem Be- zwinger des deutschen Meisters Hannover 96, gegen den kampfkräftigen Ostpreußenmeister Hindenburg Allen st ein nur ein 0:0 gelang. Das ist ein großer Erfolg für die Soldaten! In der unterteilten Gruppe 2 gab es nur die Begegnung zwischen dem Mittelrheinmeister SpDgg. Köln-Sülz 07 und Fortuna Düsseldorf, dem Meister des Gaues Niederrhein. Die Düsseldorfer lieferten die bessere Partie und siegten vor 30 000 Zuschauern 3:1 (2:0). In der Gruppe 3 hatte der große Favorit A d - mira Wien einen glänzenden Start. Er schlug Württembergs sehr hoch eingeschätzte Meisterelf, die Stuttgarter Kickers, mit Praterstadion mit 6:2 (3:1), also einem recht überzeugendem Ergebnis. Der Admira-Sturm, vor allem der Flügel Vogl-Hahnemann, war unwiderstehlich. In der Gruppe 4 traten alle Mannschaften auf den Plan. Schalke 04, der deutsche Altmeister, hatte in der Gelsenkirchner Glückauf-Kampfbahn wenig Mühe, gegen den Hessischen Meister SC. 0 3 Kassel zu einem 6:1 (2:0)-Sieg zu kommen, wobei erwähnt werden muß, daß die Kasseler die zweite Halbzeit nur mit zehn Spielern bestreiten konnten. In Gleiwitz gewann der Schlesienmeister V f R. Gleiwitz mit 5:3 (2:1) gegen den im Sturm zu unentschlossenen Südwestmeister W o r m a t i a Worms, der im Feld zeitweise klar überlegen spielte. Die nächsten Begegnungen. Nachdem am Wochenende nun auch die beiden noch ausstehenden Gaumeister, 1. FC. 05 Schweinfurt in Bayern und der Dresdner SC. in Sachsen, ermittelt wurden, können am Karfreitag und Öfter» onntag die Gruppenspiele um die deutsche Meister- chaft programmäßig ihren Fortgang nehmen. Es inden folgende Spielq statt: Gruppe 2a : Viktoria Stolp —SpDgg. Köln- Sülz 07 (7.). Gruppe 2b: Warnsdorfer FK. — Dresdner SC. (7.). 1. FC. 05 Schweinsfurt — Warnsdorfer FK. (9.). Gruppe 3: SD.05 Dessau — DfR. Mannheim. fe -.-Jl ■L ■ d Vortag gegen die gewiß nicht schlechte Mainzer Mannschaft hatte man doch noch die Aussicht offen, daß. sich die Rotweißen durchsetzen könnten, obwohl naturgemäß die Chancen dafür nicht sehr groß waren. Schließlich steht den Kreuznachern eine Erfahrung zur Seite, die so leicht durch den Kampfgeist allein nicht ausgewogen werden kann. Die Mannschaften traten mit folgenden Spielern an: Tv. 1848 Kreuznach: Niebuhr, Gottwald, Schäfer, Thran, Macke, Stein, Hartmann und Hild. Männerturnverein Gießen: Krausch K. $)., Krausch R., Berkenhoff, Winter, Rau, Pfeiffer, Haos. Möckel, Strack und Brenner. Das Spiel begann zunächst einigermaßen aussichtsreich für die Gießener Mannschaft. Zwar errangen die Kreuznacher die ersten beiden Punkte, dann glich aber Mtv. durch Möckel aus, und Berkenhoff brachte anschließend sofort seine Mannschaft mit 4:2 in Führung. Durch einen doppelten Freiwurf zogen aber dann die Gäste wieder gleich. Die Kreuznacher waren nun inzwischen auf Touren gekommen, und wenn ihnen auch die Gießener einen erbitterten Widerstand leisteten, so war doch gegen die Erfolge der erfahrenen Mannschaft schwer aufzukommen Die Gießener wurden dabei etwas nervös und vernachlässigten die Deckungsarbeit, so daß die Kreuznacher Korbwerfer immer wieder zum Wurf kamen und damit viele Punkte erzielten, weil fast jeder zweite Korbwurf gelang. So zogen die Kreuznacher bis Halbzeit schon auf 4:17 Punkte davon. Die zweite Halbzeit gestaltete sich dann ober weniger eindeutig für die Gäste. Zwar gelang es ihnen zunächst einen Punktunterschied von 9:33 zu schaffen, aber dann besannen sich die Gießener — in deren Reihen sich dos Fehlen von Leutheuser stark bemerkbar machte — und kamen durch eine Reihe schöner Würfe doch auf 16:36 Punkte heran. Bei diesem Punktunterschied blieb es ober doch bis zum Schluß, denn die Gäste blieben immer tonangebend, waren immer wurfsicherer vor dem Korb, überlegen im Zuspiel und insgesamt härter im Kampf gegen den einzelnen Gegner. Mit 31:56 Punkten mußten sich schließlich die Mtver nach einem wahrhaft heroischen Kampf geschlagen bekennen. Das Spiel selbst wurde in einem phantastischen Tempo aus- getragen, das über zweimal 20 Minuten unverändert gehalten wurde. Allerdings verlangten beide Mannschaften etliche Male „Auszeit" für Ruhe und Sammlung. Aber immer wieder wurde der Kampf hart und unerbittlich fortgesetzt. Die Leitung des entscheidenden Kampfes, der für Kreuznach die weitere Teilnahme in den Kämpfen um die erste Deutsche Basketballmeisterschaft gebracht hat, lag in Händen von Reichsbundlehrer Clausen und Dr. Pfeffer (Gießen). Aus den anderen Gaugruppen. München und Eimsbüttel als Sieger. In M ün ch e n kämpften die Meister von Baden (SV. Mannheim), Württemberg (Tv. Prag Stuttgart), Bayer (Jahn München) und der Ostmark (SS. Wien) um den Endsieg. Der Endsieg war den Münchnern nicht zu nehmen, die Wien klar 26:16 (15:4) abfertigten, während die Stuttgarter durch einen überlegenen 56:9- (24:3-) Sieg über Mannheim zum dritten Platz kamen. In Gera lauteten die Ergebnisse der Vorkämpfe Eimsbütteler Tv. — Tura Gröpelingen 21:14 (12:5) und BGB Stöhr Leipzig — 1. SV. Gera 19:16 (12:7). Die Endrunde führte dann Eimsbüttel und Stöhr Leipzig zusammen. Die Nordmärker sicherten sich schon zur Pause, einen klaren 18:7-Vorsprung und siegten schließlich mit 26:18 Punkten. Mitte schlägt Württemberg. Gauvergleichskampf im Geräteturnen. Ein im Hinblick auf die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft interessanter Turnvergleichskampf fand am Sonntag zwischen den Gauen Mitte und Württemberg in der Stuttgarter Stadthalle vor 3500 Zuschauern statt. Die vorwiegend durch die Spitzenkönner des TSV. Leuna vertretenen Mitteldeut- schey siegten mit 763,3:747,5 Punkten und stellten mit K r ö tz s ch und Müller (beide Leuna) auch die Besten der Einzelwertung. Cambridge schlägt Oxford. Der große Achler-Ruderkampf in England. Zum 91. Male wurde am Samstag auf der Themse Zwischen Putney und Mortlake der Achter-Ruderkampf zwischen Englands berühmtesten Universitäten Oxford und Cambridge ausgetragen. Das Rennen, das über eine Strecke von fast 7000 Meter führte, endete mit dem etwas überraschenden Sieg von Cambridge in 19:03 Minuten. Der Vorjahrssieger Oxford war im Ziel gute vier Längen zurück. Bei idealen Wasser- und Witterungsverhältnissen nahm das Rennen einen glatten Verlauf. den zweiten Platz errang. — Rechts: Augenblicksbild aus der Heuchel- Mainz. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Links: Die Mannschaft des Männerturnvereins Gießen, die im Turnier Heimer Turnhalle während des Kampfes Dortmund gegen LICHTSPIELHAUS Heute Montag Erstaufführung Ein neuer herrlicher Bavaria-Film mit Gina Fair Isenberg-, Annie Mark art Gustav Waldau, Otto Wernicke Walter Janssen, Herbert Hübner Ein Quell herzhafter Frische entströmt diesem Spiegelbild wirklichen, tätigen Lebens! Neueste Tonwoche - Beiprogramm Täglich 4, 6, 8.30 Uhr GLORIA* )PA\)LA\ST 5)ie ff rau am ifcfieideirege Heute Montag, nur 4 Uhr nachmittags! 2403A Verkäufe Verkaufe Kläger 5 und 7 Tonnen (elastikbereift). Näher, durch die Geschäftsstelle d. Gieß. Anz.l24i8v Eigener 'nf.-üniform - Rock (mittlere Figur) zu verkauf. Oi696 Ebelstraße 10 I. Vormittags von 0—13 Uhr. Verkaufe hohe braune Marschstiefel Größe 42 und ein Paar neue Ledergamaschen Wartweg 14. 2flammiger [oiea? Gasherd (neu) zu verkauf. Hinter den Schießgärt. 181. Gut erhaltener Anzug u. Mantel (mittl. 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Ferner: Bilder, Spiegel, Kristalle, Haus- und Küchengeräte u. v. U. . Besichtigung Montag nachmittag ab 3 Uhr. £. Althoff gerichtlich beeidigter Taxator für den Landgenchts- bezirk der Provinz Oberheffen und Versteigerer. 2407 A WMles Levev Kleine Kreatur in Wasser. Busch und Halm Von Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen T erwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profejf. Dr. Deegener. Universität Berlin Dieses Werb bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und BUd- solgen aus dem reichen (eben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wert, volles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervor- ragend geeignet ist die Liebe auch rum kleinsten Naturgefche- hen zu erwecken Gebunden RM 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch iede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin. Lickterielde ff leine *21 tu et gen 'm (Siebener Anzeiger werden von Tauiendev beacht: Mld gelejea. Allen verehrten Interessenten teile ich mit, daß meine Kurse in vollem Umfange ab 3. April 1939 in bekannt bester Weise weitergeführt werden. Ihrer geschätzten Anmeldung sehe ich gerne entgegen. Fahrschule Möller Frankfurter Straße 34 Ruf 2674 2412D Ihre Vermählung geben bekannt Ernst Älumschem Oberleutnant im M. G.-Äataillon 3 Liselotte Blumschein geb. Wohlfahrt Saarbrücken Heinrich-Äöcking-Straße 23 31. März 1939 2413P Äitburg / Eifel Meckersiraße I Commerz- und Privat-Bankl || HAMBURG Aktiengesellschaft BERLIN Bilanz, abgeschlossen am 31. Dezember 1938 Gläubiger: a) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite.................... b) sonstige Im Tn und Ausland aufgenommene Gelder u. Kredite (^ostroverpfllcbtungen). . o) Einlagen deutscher Kreditinstitute RM 95 571094,06 d) sonstige Gläubiger . . . RM 940 146 476,66 Von der Summe o) -f- d) entfallen auf: 1. Jederzeit fällige Gelder RM 626 954 691,75 2. feste Gelder und Gelder auf Kündigung . . . RM 411 76S 678,96 Von 2. werden durch Kündigung oder sind fällig: a) Innerhalb 7 Tagen RM 12 289 626,56 b) darüber hinaus bis in L Monaten . . . RM 268 110 281,75 e) darüber hinaus bis tu 12 Monaten . . RM 109 808 585,88 d) Ober 12Monatehinaus RM 8 >5 484,82 Verpflichtungen aus der Annahme gezogener und der Ausstellung eigener Wechsel (Akzepte und Solawechsel). . Spareinlagen: a) mit gesetzlicher Kündigungsfrist...... b) mit besonders vereinbarter Kündigungsfrist Hypotheken.................... Durchlaufende Kredite............. Unerhobene Dividenden............ Aktienkapital................... Gesetzliche Reserve nach § 11 des Reichsgesetzes über das Kreditwesen...... Pensionsfonds.................. Rückstellungen.................. Posten, die d Rechnungsabgrenzung dienen Reingewinn: Gewinnvortrag aus dem Vorjahr........ Gewinn 1988 .................. Verbindlichkeiten aus Bürgschaften. Wechsel- und Scheckbürgschaften sowie aus Gewährleistungsverträgen (§ 131, _ Abs. 7 des Aktiengesetzes)........ t-igene Indossamentsverbindlichkeiten: a) aus weiterbegebenen Bankakzepten......RM 689 189,— b) aus eigenen Wechseln der Kunden an die Order der Bank —,— c) aus sonstigen Rediskontierungen ..........RM 74005 609,42 RM 52 444196,43 23 802 295,80 1035718570.71 RM 11 1 111965062,94 152 919 191,74 183 329 267,11 68 713,19 30 763,90 58 981,50 80 000 000,- 10 000 000,- 5 250 000,— 2 328 497.38 1182 328,61 6516 096,51 Aktiva Barreserve: a) Kassenbestand (deuUche uud ausländische Zahlungsmittel, Gold)............ b) Guthaben auf Reichebankgiro- und Poet •checkkonto . ................ Fällige Zins- und Dividendenscheine (einschließlich Fälligkeiten per 2.1. 39). . . . Schedes...................... Wechsel...................... Darin »Ind enthalten: RM 185 38t 868,22 Wechsel, die dem § 21. Aba I, Nr. 2 des Bankgesetzei entsprechen (Handelswechsel nach § 16, Aba 2 des Relchigeaetiea Ober 11 das Kreditwesen) 11 Schatzwechsel und unverzinsliche Schatz- 11 Anweisungen des Reichs und der Länder 11 Darin sind enthalten ■ RM HO 988 917,65 H Scbatrwecbeel und Scbatzanweisungen. die a die Reichebank beleihen darf Eigene Wertpapiere: a) Anleihen u. verzinsliche Sobsttanweleongen des Reiche und der Lunder ..... b) tonatige verzinsliche Wertpapiere..... o) börsengängige Dividendenwerte ....... d) sonstige Wertpapiere ............ In der Gesamtsumme sind enthalten : RM US 651 267,10 Wertpapiere, die die Reichsbank beleihen darf Konsortialbeteiligungen ........... Kurzfällige Forderungen unzweifelhafter Bonität und Liquidität gegen Kreditinstitute ..................... Davon sind RM 12 586 864.78 täglich fällig (Nostr ogutbaben) Forderungen aus Report- und Lombardgeschäften gegen börsengängige Wertpapiere ................... n Vorschüsse auf verfrachtete oder einig gelagerte Waren: M a) Rembourskredite............. ll b) sonstige kurzfristige Kredite gegen Verpfän B düng bestimmt bezeichneter marktgängiger Schuldner: a) Kreditinstitute. . .............. b) sonstige Schuldner.............. In der Gesamtsumme sind enthalten • aa) RM 92 867 160,90 gedeckt durch böreen gängige Wertpapiere bb) RM 874 885622,68 gedeckt durch sonstige Sicherheiten Hypotheken. Grund- und Rentenachulden Durchlaufende Kredite............. Beteiligungen.................. (Zugänge RM 524 642,50, Abgänge RM 759 988,—) 11 Davon sind RM 6 222 080,71 Beteiligungen bei anderen Kreditinstituten Grundstücke und Gebäude: a) dem eigenen Geschäftsbetrieb dienende b) sonstige (Zugänge RM 62 273,46, Abgänge RM 2 889 680,08)............ Verrechnungsposten der Geschäftsstellen untereinander................ Posten, die d Rechnungsabrtrenzung dienen RM 15 816 764,74 28 014 986,11 RM 43831 750,85 2 320 739,92 24 338 594,78 398 418 342.66 140 983 977,55 161001 154,64 16 534 919,72 14 554 342,63 2 974 075,72 48 688 466,46 628 993 424,51 10 811 194,58 3'>763,90 8 067 681,71 51 525 509,78 123 877,97 450 085,50 135 976 616,45 47 352 650,66 101 328 555,88 19 203 816,<2 31 295188,15 9 173 594,29 1 703 106,08 4 812 990.43 31 955972,15 16 732 494.31 83 071 561,85 74 644 798,42 10 344 259,69 618 649164,82 39 800 000,- 11 725 509,78 1 553 648 902.88 Angaben gemäß der ersten Durchführungsverordnung sum Aktiengesetz : In den Passiven sind enthalten : Gesamtverpflicbtungen nach § 11, Abs. 1 KWG.......... Gesamtverpflichtungen nach $ 16 KWG............... Gesamtes haftendes Eisenkapital nach § 11, Abs. 2 KWG..... RM 11101 627,44 1 448 282 234.98 1 264 952 967.87 90000 000,- Gewinn- und Verlust-Rechnung, abgeschlossen am 31. Dezember 1938 Aufwendungen Personalaufwendungen............ Ausgaben für soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen........ Steuern und ähnliche Abgaben ....... Gewinn: Vortrag aus 1987 ................ RM 1 703 106,08 4 812 990,43 RM B 31484892,73 6 192 338,38 8 814 994,14 8570 483,33 1000 000,- 6 516 096,51 1 553 648 902,88 Angaben gemäO der ersten Durchführungsverordnung cum Aktien- gesets . In den Aktiven sind enthalten . Forderungen an Konzernunternebmen............... Forderungen an Vorstandsmitglieder................ Sonstige Forderungen gemäß § 14. Abe. 1 und 8 KWG. undArtfkel 18 der Durchführungsverordnung sum KWG............. Anlagen nach § 17. Abe. 1 KWG.......... ........ RM 3 044 291,65 7 353 056,35 58 815 849,69 59 593191,49 61 578 805,09 RM 1 703 106,08 1| 28 753 387,71 fl 31 122 311,30 ■ Anlagen nach $ 17, Abs. 2 KWG................... Zinsen und Diskont....... . ...... Provisionen und Gebühren.......... hu* ucu 4/, reoruar 17^7. Der Vo Eugen Bandel Eugen Bonde Paul Marx Josep r e t a n d h Schilling; stellv.: Harry Kühne Lrnat Lincke 61578805,09 Nach dem abschließenden Krgebnls unserer pfllcbtmäölgen Prüfung auf Grund der Bücher und Schriften der Bank sowie der vom Vorstände erteilten Aufklärungen und Nash- wolle entsprechen die Buchführung, der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht, soweit er den Jahresabschluß erläutert, den gesetsllcben Vorschriften Berlin, den 31. Februar 1989. Deutsche Revision*- und Treuhand-Aktiengesellschaft Hesse, Wirtschaftsprüfer ppa. Breun, Wirtschaftsprüfer Dem Aufsichtsrat gehörten am Schlüsse des Geschäftsjahres an: Friedrich Reinhart. Vorsitzer; Hans Harney, Ewald Hecker, Franz Heinrich Witthoefft, stellv. Vorsitzer; Albert Bannwarth, Bruno Claussen, Heinrich Diederichsen, Heinrich Theodor Fleitmann, Heinrich Glesbert, Theo Goldschmidt, Alex Haffner, Carl Harter Adolf Koehler, Cari Ludwig Motte bohm, Gustav Pilster, Ernst Friedrich Rech berg, Paul Rohde, Robert Schoepf, Moritz Schultze, Heinrich von Stein' Wilhelm Tengelmann, Paul Wesenfeld, Kurt Woermann Hr.79 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 3. April (939 sagen, daß unter der Fülle die Qualität nicht er« drückt wurde; im Gegenteil: die Landschaften, die Bildnisse und Figurengruppen liegen alle auf bet klaren Linie stetiger Entwicklung zu einem persönlich gefestigten und ausgeprägten Stil. Man mutz sich altere Arbeiten von Hagenauer vergegenwärti-- gen, um das abzuschätzen. Die Schwalm, wo Hagenauer in der letzten Zeit viel und intensiv arbeiten konnte, hat auf seine Entwicklung den entschiedensten Einfluß ausgeübt. Man gewinnt den Eindruck, daß diese Landschaft, in ihrer spezifischen Eigenart, ihrer Weltabgeschiedenheit und mit der dort lebendigen künstlerischen Tradition, in einem besonderen Sinne anregend wirkt und Kräfte entbindet, die sich zuvor kaum je mit solcher persönlichen Klarheit freimachen und durchsetzen konnten. Die Schwälmer Menschen und ihre heimatliche Welt, wie sie Hagenauer abbildet, haben etwas von der gesunden Erdhaftigkeit und Natürlichkeit, die ihren Charakter (bis in die Tracht hinein) kenn- zeichnet. Die stilistische Entwicklung, von der die Rede war, ist auf den Wesenskern, auf Verinnerlichung und, im Zusammenhang damit, auf Vereinfachung und Sparsamkeit der Ausdruckswerte gerichtet. Daß dies nichts mit Dürre und Dürftigkeit zu tun hat, erkennt man mit einem Blick auf die farbig (nicht bunt) bewegte, liebliche Mädchengruppe ebenso wie an dem großen Bilde mit den beiden Bäuerinnen: hier ist etwas von der schwerblütigen, in sich ruhenden, selbstsicheren Lebensfülle zu spüren, wie man sie von den Gestalten auf Bantzers berühmten Bildern kennt. Und in den Landschaften, mit wenigen Ausnahmen ebenfalls in Willingshausen entstanden, herrscht ein freundlicher Reichtum der Farben wie der Formen, in denen sich das vielfältige Antlitz des gesegneten heimatlichen Himmelsstriches vertraut und anmutig spiegelt. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Konrad Z w i e r z i n a , der hervorragende em. Ordinarius für Deutsche Philologie an der Universität Graz, vollendete das 7 5. Lebensjahr. Zwierzinas kritischer Scharfsinn und ästhetisches Formgefühl haben vor allem der mittelhochdeutschen Textkritik unschätzbare Förderung gebracht. Niedergelegt sind seine Ergebnisse in Schriften über Hartmann von Aue und Wolfram von Eschenbach sowie in den mit C. von Kraus besorgten Kritischen Ausgaben altdeutscher Texte, daneben zerstreut in wissenschaftlichen Organen und Festschriften. Der Gelehrte, ein geborener Wiener, wirkte als Or- dinarius in Graz, wo er sich 1897 habilitierte, und wohin er 1912 zurückkehrte, dazwischen lehrte er in Freiburg (Schweiz) und Innsbruck. Er ist Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften. Mglieder-Appell der Ortsgruppe Gießen-Aord. Aus der Stadl Gießen. Mütter, lehrt eure Kinder Äerkehrsdisziplin. ( Wenn heute im Interesse einer erhöhten Verkehrssicherheit Eltern und Erziehungsberechtigte stärker als früher zur Verantwortung herangezogen werden, so bedeutet das für sie nicht etwa eine unerträgliche Belastung. Wer um die Tausende von Derkehrsunfällen weiß, die durch unbeaufsichtigte Kleinkinder entstehen, wer ferner verfolgt, wieviel Unfug von unserer Heranwachsenden Jugend auf öffentlichen Verkehrswegen angerichtet wird, der wird — nicht zuletzt im Hinblick auf die unseren Buben und Mädel selbst drohenden Gefahren — die Forderung nach erhöhter Aufsichtspflicht begrüßen. Was kann die Mutter aber tun, um die an sie gestellten Forderungen zu erfüllen, ohne deshalb mit ihrem übrigen reichen Pflichtenkreis in Konflikt zu geraten? Beim Kleinkind muß die verstärkte Aufsichtspflicht wörtlich genommen werden Die Mutter wird also dafür zu sorgen haben, daß ihr Kleinkind keine Gelegenheit zum unbeaussich- trgten Spielen auf Derkehrsstraßen findet. Für die Aelteren aber verfängt diese direkte Aufsicht nicht mehr, sie wollen und sollen nicht den ganzen Tag an Mutters Schürzenzipfel hangen. Hier setzt die passive Aufsicht ein. Man muß die Kinder von einer besonderen Seite packen, und — abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen — hier ist auch der wildeste Junge, das gedankenloseste Mädel zu fassen: Ein „anständiger Kerl" wollen sie alla. sein! Wenn die Mutter dies ausnutzt, wenn sie ihren Kindern anhand irgend eines, aus dem Alltag herausgegriffenen Beispiels die Notwendigkeit straffer Disziplin auch auf der Straße auf- zeiqt, dann wird sie mehr erreichen, als durch Drohungen oder Schauergeschichten. Denn wir dürfen nicht vergessen: Schon Pimpf und Jungmädel fühlen sich heute als Träger einer Gemeinschaft, für die sie mit ihrer ganzen kindlichen Kraft einzutreten bereit sind, selbst unter Verzicht auf einen der sanft sehr beliebten dummen Streiche. Diese innere Haltung setzt auch schon bei den jüngsten Gliedern der Gemeinschaft eine Disziplin voraus, die jede Mutter zur Erleichterung ihrer Aufsichtspflicht sich zunutze machen sollte. Vornotizen. Tageskalender für TNonlag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20.30 Uhr im Gloria-Palast (Seltersweg) „Lachendes Allerlei". — Gloria-Palast (Seltersweg) 16 Uhr: „Die Frau am Scheidewege". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Drei wunderschöne Tage". — Obechessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Aus- ftellung hiesiger Künstler im Turnihaus am Brand. WHW., Ortsführung Sießen-Nord. 'Bett.: Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die m Zahlung genommenen Kohlengutscheine Serie F bis spätestens Mittwoch, 5. April, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr berücksichtigt werden. B DM.-Untergau 116 Gießen. Befr.: Weltanschauliche Arbeitsgemeinschaft. Am Mittwoch, 5. 4., 20 Uhr, findet im Studentenheim die letzte weltanschauliche Arbeitsgemeinschaft für das abgelaufene Winterhalbjahr statt. " Bett.: Stabsbesprechung. Am Montag, 3. 4., findet um 20.15 Uhr auf der Dienststelle des Untergaues für alle Stabsmitglieder und Ringführerinnen eine Besprechung statt. Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, hielt am Samstagabend im Cafe Leib einen General- Mitglieder-Appell ab, der der Vereidigung von einigen Hundert Parteianwärtern diente. Der festlich geschmückte Saal, aus dessen Bühne, von Grun- chmuck umgeben, eine Führer-Büste Ausstellung ge- unden hatte, war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Spielmanns- und Fanfarenzug des Fähnleins 21 und der Musikzug der Kreisleitung mit Marschweisen die Veranstaltung einleitete. Nach dem Einbringen der Fahne eröffnete Ortsgruppenleiter Thomas den Mitglieder - Appell. Das gemeinsam gesungene Lied „Volk, ans Gewehr" leitete zu der Ansprache des Kreisamtsleiters H c ß über, der in großen Linien den zu verpflichtenden Parteianwärtern die Pflichten des Gefolgsmannes des Führers auseinandersetzte. Er ging dabei von einem Vergleich der Zeit vor der Machtübernahme mit den heutigen Tagen aus und legte dar, wie durch die Macht der Idee des Führers ein Wandel auf allen Gebieten eingesetzt hat. Aus einem dem Verfall nahestehenden Staate, so führte er u. a. aus, sei wieder ein starkes und mächtiges Reich ent- tanden, in dem viele bisher vor den Grenzen stehende Volksgenossen wieder eine Heimat gefunden hätten und dessen Volk von 80 Millionen ein Bollwerk des Friedens in Europa darstelle. Ueberall sähen wir heute, wie die Idee des Führers Ausdruck finde in dem Schwung, mit dem alle Arbeit vorangehe, in den Formen des Lebens und in der Hal- Jn festlichem Rahmen, im Saale des Gesellschaftsvereins, hielt der Bauersche Gesangverein die Feier seines 75jährigen Bestehens ab. Die Stirnseite des Saales war mit Blumen und frischem Grün und der Zahl 75, von einem Blumenkranz umgeben, geschmückt. Ferner sah man eine stattliche Anzahl wertvoller und im Laufe der vergangenen Jahrzehnte errungener Ehrenpreise zur Schau gestellt. Die Mitglieder nahmen fast vollzählig teil, und viele Gäste weilten im Kreis der Sänger. Zahlreiche Gesangvereine der näheren und weiteren Umgebung hatten Abordnungen entsandt. Nach einer Reihe ausgezeichneter Darbietungen bester deutscher Konzertmusik (C. M. von Weber), R. Wagner, Strauß, Thomas usw.) durch die Kapelle K r e n g e l hieß der stellvertretende Vereinsführer H. Schneider alle Teilnehmer willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Vertreter des Kreisleiters, Grünewald, dem stellvertretenden Gauführer im DSB., Schulrat Born, dem Gauchormeister Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Temesvary, dem Sängerkreisführer M ü l-- ler, dem Kreischormeister Blaß, den Ehrenchormeistern Harnisch (Watzenborn-Steinberg) und Kasten und den Vertretern der befreundeten Vereine aus Lich, Wetzlar, Marburg, Schlitz, Butzbach, Hungen, Watzenborn-Steinberg, Großen-Linden sowie den Gießener Brudervereinen „Heiterkeit", „Liederkranz", „Frohsinn-Quartettverein" und allen Mitgliedern mit ihren Angehörigen. Mit besonderer Freude wurde die Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden Georg Todt und Louis Bellos ausgenommen. Der stellvertretende Dereinsführer betonte, daß die 75 Jahre des Bestehens des Bauerschen Gesangvereins Dienst an Volk und Vaterland gewesen seien und wünschte allen Teilnehmern des Festes unterhaltsame Stunden. Unter der Leitung von Kreischormeister Blaß sang dann der Chor des Vereins die „Hymne an die Musik" von Bruckner und schuf damit ernste und feierliche Stimmung, die durch den Vortrag der Schudertschen Komposition „Die Nacht" gesteigert wurde. Die Festrede hielt der Ehrenvorsitzende Louis Bellos, der einen umfassenden Rückblick auf die tung der Menschen, nicht zuletzt auch in dem Stil der Architektur und des Bauwesens. Daß diese Wandlung eintreten konnte, sei dem Führer und seinen alten Parteigenossen zu danken, die treu zum Führer und zur Fahne standen. Wie früher schon, so setze die Zugehörigkeit zur Partei auch heute ein hohes Maß von Einsatzbereitschaft, Disziplin, Mut und Treue voraus; denn wer auf die Fahne Adolf Hitlers schwöre, habe nichts mehr, was ihm selbst gehöre. Abschließend forderte er von den neuen Parteigenossen Einsatzbereitschaft auf allen Gebieten des Lebens im Dienste der Bewegung. Nach einer Pause sprach Ortsgruppenleiter Thomas, der auf die Bedeutung dieses Mit- glieder-Appells hinwies, der einer der größten seit dem Bestehen der Ortsgruppe sei. Bei der Gründung der Ortsgruppe waren npmlich nur 80 Parteigenossen vorhanden, bis zur Machtübernahme zählte die Ortsgruppe schon 300. Heute zähle die Ortsgruppe Nord 800 Parteigenossen und -genossinnen. Mit einem Ausspruch des Führers gab er den „Soldaten des Führers" den Hinweis auf ihre Pflichten und las ihnen dann die Richtlinien für ihr ferneres Verhalten vor. Hierauf erfolgte die Vereidigung, an die im Anschluß das Lied „Der Gott, der'Eisen wachsen ließ" gesungen wurde. Der Sturm 43/116 und das Fähnlein 21 mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug sowie mit dem Ziehharmonika-Orchester verschönten die Veranstaltung. Geschichte des Vereins gab und an vielen exakt fest- gehaltenen Einzelheiten erkennen ließ, in welch vachhaltiger Weife, selbst in schweren Zeiten, der Verein in Treue der Sache des deutschen Liedes diente. Er rief auch die Namen oll jener Männer in die Er- innerung zurück, die im Laufe der 7V2 Jahrzehnte immer wieder einsatzbereit der Sache des deutschen Liedes, des Bauerschen Gesangvereins dienten, (lieber die Geschichte des Vereins berichteten wir bereits ausführlich in unserer Ausgabe vom 11. und 12. März 1939.) In würdiger Form wurde der im Weltkrieg gefallenen neun Sangesbrüder des Vereins gedacht. In grundsätzlichen längeren Ausführungen sprach dann der stellvertretende Gauführer im DSB., Schulrat Born (Darmstadt) über die hohe Bedeutung der Pflege des deutschen Liedes in unserer Zeit, von der Kraft und Allgewalt des Liedes über alle deutschen Menschen und feiner hohen politischen und zeitlosen Bedeutung. Gleichzeitig überbrachte er die Grüße des- Gaufuhrers, Ministerialrat Ringshaufen, wie auch des Deutschen Sängerbundes in seiner Gesamtheit, und übermittelte als Ehrengabe ein schönes Bild. Herzliche Glückwünsche galten dem nunmehr feit 65 Jahren aktiven Sänger Georg Todt. Darüber hinaus wurden die Sänger Justus K r a f t h ö s e r für 40jährige Sangestätigkeit und der Sänger Karl Schmidt für 50jährige Sanges- tätigtcit im Auftrage des DSB. durch den stellver- tretenden Gauführer ausgezeichnet. Sie erhielten den Ehrenbrief des Bundes. Der Vertreter des Kreisleiters, Pg. Grünewald, wies in kurzer Aussprache darauf hin, daß der Führer dem deutschen Männergesang alle Aufmerksamkeit und Förderung widme. Im weiteren Verlauf des Abends wurden von Sängerkreisführer Müller und von den eingangs erwähnten Vertretern befreundeter Vereine überaus herzliche Glückwünsche entgegengebracht. Die Vereine übermittelten als Jubiläumsgabe manches Notenmaterial für Chöre, manches schöne Bild und ließen dabei ihre. Hochachtung vor der Leistung des Bauerschen Gesangvereins erkennen. Die Redner fanden manches herzliche Wort der Verbundenheit zwischen den Vereinen. Worte des Dankes fand vor allem der Leiter der Kriegsblinden, Stu« ötenrat Kranz (Friedberg), denen schon öfter mit Liedoorträgen Freude bereitet wurde. Nachdem der Chor noch ein Lied gesungen hatte, fand die Feier ihren offiziellen Abschluß. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den festlichen Abend. Hitler-Lugend Bann 116. Fliegergesolgschaft 1/116 Gießen. Heute, Montag, 3. 4., treten sämtliche Jg. deü Fliegerschar 1 und 2 um 20.15 Uhr am Heim (Lud- wigstraße 30) in Zivil an. Sämtliche Beurlaubungen werden für diesen Abend aufgehoben. Entschuldigungen werden keine angenommen. „Lachendes Allerlei." Die NSG. „Kraft durch Freude" bringt heutL abend wieder eine große unterhaltsame Veranstaltung, in der die Musik und der Humor die erste Rolle spielen sollen. Es wurden Künstler verpflichtet, die vom Rundfunk her schon allgemein bekannt sind und immer wieder ihre Zuhörer zu Beifallsstürmen hinreißen. Herbert Jäger (am Flügel) wird mit seinen Solisten zu begeistern wissen, Ingrid L a r s s e n wird ihre Kunst auf dem Saxophon beweisen, Udo Dietz plaudert, singt und jodelt und. Leonore Bader wird auf ihre Weise zu unterhalten wissen. Helmuth 9)1 o e n cf e wird sich als Akkordeon-Virtuose die Zuneigung seiner Zuhörer zu verschaffen wissen. Schwere Derkehrsunfälle. Bei einem Motorradunfall stürzte am Freitage abend die Ehefrau Emma Krümmer aus Wißmar (Kreis Wetzlar) so unglücklich, daß sie mit einem schweren Schädelbruch in die Klinik ein geliefert werden mußte. Am Samstagnachmittag kam der 26 Jahre alts Zimmermeister Ludwig Seim aus Climbach dicht vor dem Orte, in der Richtung nach Beuern zu, mit seinem Motorrad zu Fall. Dabei erlitt der be-? ;"esMusik'o"Challier Gegr 18 57* ÖI6SS6H * NeuenweglO dauernswerte Mann einen schweren Schädel^ bosisbruch, der seine Ueberführung in diS Chirurgische Klinik notwendig machte. Auf der Reichsautobahn in der Nähe von Gießen verunglückte die Frau Elsbeth Kretz aus Elgersberg (Thüringen) bei einem Autvunfoll. Mit schweren Schnittwunden mußte die Verunglückte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. In der Nähe von Sichertshausen stürzte der achtzehn Jahre alte Johannes Gilbert am gestrigen Sonntag fo unglücklich mit seinem Fahrrad, daß er mit einem schweren Oberschenkelbruch der Chirurgischen Klinik Gießen zugefühvt werden mußte. * ♦* Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 24. bis 30. 3. ein gegen Kraftfahrzeugführer mit 18 Anzeigen und zwei gebührenpflichtigen Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeug, sichrer mit 3 Anzeigen, gegen Radfahrer mit 7 An- zeigen und 13 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Abgangsprüfung ander Gewerbe- schule Gießen. Unter dem Vorsitz des staatlichen Prüfungskommissars, Regierungsbaurat Kuhlmann, Gießen, dem Vertreter der Hessischen Landesregierung, Schulrot Stirle, Darmstadt, dem Vertreter der Hessischen Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft,. Kreishandwerksmeister' Stühler, Gießen, fand die Abgangsprüfung an der Gewerbeschule statt. Der Prüfung unterzogen sich insgesamt 40 Prüflinge, die sämtlich bestanden, davon 11 mit der Note „gut", 14 mit der Note 7S-Mrseier des Pauerschen Gesangvereins. Gießener Giadttheater. Eduard Kiinncke: „Der Vetter aus Dingsda". Vor genau vier Jahren ist diese Operette, die schon damals nicht mehr ganz jung war und auf vielen Bühnen freundliche Erfolge davongetragen hat, zum ersten Male in Gießen gestartet. Es ist die romantische Liebesgeschichte von Roderich und Ju- lia — nicht Romeo, zum Unterschied von Shake- speare; übrigens endet die Sache auch nicht mit Blut und Tränen, sondern mit zwei Verlobungen, wie es sich gehört, und weder die Erinnerungen an die Nachtigall und die Lerche noch die Balkonfzene (auch das gibt es hier) brauchen ernftgenommen zu werden. Dieser Roderich ist ein ganz treuloser Bursche, der vor sieben Jahren auf Abenteuer auszog, wie im Märchen, und die getreulich wartende Julia schnöde sitzen ließ. Natürlich braucht er sich nicht zu wundern, daß Julia, als er endlich wieder kommt, ihr Herz anderweitig verloren hat, an einen vermeintlichen Roderich, der dem wirklichen zuvor- qefommen ist und durchaus feinen Namen nicht sagen will. Statt dessen singt er ,^ch bm nur em armer Wandergefell", und das ist wirklich eine hübsche und angenehm sangbare Melodie. Da Julia noch eine gute Freundin hat, die sich ihrerseits m den späten Heimkehrer verliebt, ist auch das zweite Pärchen besorgt und aufgehoben. * Von wem der Text stammt, wurde, wie vor vier Jahren, auch diesmal verschwiegen; am Ende hat ihn K ü n n e k e selber gemacht. Man muß sich wundern, mit wie wenig Handlung die drei Akte auskommen, und mit welchem Geschick die Leute aneinander vorbeireden und nichts voneinander wissen. Aber die Musik trägt das Ganze leicht und gefällig über viele Untiefen hinweg: sie ist nicht anspruchsvoll sondern von singspielmaßiger Schlichtheit und Durchsichtigkeit in der Wiederholung der Leitmotive. Nächst dem Wanderlied ist vor allem das Duett aus dem Mittelakt apart gesetzt; der Schlager des Abends war aber das Batavia-Septett, das auf stürmisches Verlangen, sogleich wiederholt werden mußte. * Herr Buchheim hatte die Spielleitung und brachte die drei Akte, von Herrn P o p e I f a s ge- schmeidiaer Orchesterführung vortrefflich unterstützt, zu unmittelbar zündender Publikumswirkung. Herr Löffler hatte eine stimmungsvolle Mondnachtszenerie geschaffen; Fräulein Maaß steuerte eine sehr beifällig aufgenommene Urwaldgroteske (Tanzgruppe mit Ki.nderklafse) bei. Eva Eckert fang die romantische Julia mit lyrischem Schmelz, Herr Waltz den namenlosen Troubadour mit verführerischem Serenadenklang. Lilly Se di n a a. G. gab die Soubrettenpartie des Hannchens sehr beweglich mit beneidenswertem Mundwerk und drastischen Pointen. Herr Buch - heim machte den komischen Freier.Egon mit dem Blumenstrauß, Herr Weiland den eleganten Fremdling aus Batavia; Herr Haars und Fräulein Kneip als Onkel und Tante Kuhbrot auch nicht zu vergessen. — * Es gab viel Beifall, mehrere Wiederholungen und Blumen zum Schluß. Hans Thyriot Oberhessischer Kunstverein. Neue Arbeiten Gietzener Künstler. Die am Sonntagvormittag eröffnete jüngste Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins zeigt neue Arbeiten von Lotte D r o e s e, Hans 5) a genauer und Hellmuth M u e l l e r - L e u t e r t: hier sind drei Maler in einem Raume vereinigt, die bei aller individuellen Sonderart stilistisch sehr gut miteinander harmonieren. Don Mueller-Leutert finden wir vor allem die beiden großen, repräsentativen Bilder wieder, von denen in unserem Bericht vom Atelier- Besuch (blvefter-Nummer 1938) bereits die Rede war. Die Landschaft „Schwarziach vor der Be- bauung" nimmt ein Lieblingsthema des Künstlers wieder auf und ist gewiß, soweit wir zu sehen vermögen, eine seiner reifsten und ausgewogensten Arbeiten. Die Landschaft am Rande der Stadt mit der begrenzenden Kulisse des Gleibergs im Hintergründe erscheint breit und ruhig hingelagert, in sich gegliedert, füllig in Raum uno Tiefe, von einem zart aufgehellten Himmel überwölbt. Ein festes, warmes Erdbraun gibt koloristisch den Grundton, dessen starke Flächen durch eine Anzahl pikant abstechender Farbflecken perspektivisch akzentuiert und zugleich gelockert werden. Das Ganze schließt sich in allen Teilen und Schichten zu einer schönen harmonischen Einheit des Bildausschnitts zusammen. Herber im Ton, dem veränderten Charakter der Landschaft entsprechend, schärfer und auch schroffer in der Konturenführung, bewegter und kontrastreicher im Kolorit gibt sich die große Ostseelandschaft, die wir seinerzeit in der Silvester-Nummer wieder- gegeben hatten. Das Bild erhält komposiitionell seinen Charakter durch die lebhaft betonte Diagonale und die weit ausgreifende, im Ungewissen des Hintergrundes sich verlierende Küstenlinie. — Außerdem haben wir ein kultiviertes Blumenstück und das schlichte, sehr persönlich empfundene Bildnis Frau L. zu verzeichnen. — Lotte Droese ist mit einer stattlichen Kollektion neuer Arbeiten vertreten, von denen wir beim Atelierbesuch im Dezember so gut wie nichts zu sehen bekommen haben. Abgesehen von der quantitativen Fülle, die sich hier auftut: es ist bei jeder neuen Begegnung eine reine Freude, die starke und lebendige Entwicklung festzustellen, die hier als erfreuliches Ergebnis intensiver Arbeit ganz unmittelbar spürbar wird. Es ist da in erster Linie eine Gruppe von Pastellblättern zu nennen, die in diesem Zusammenhang bemerkenswert erscheinen: in der Pastelltechnik gewann Lotte D r o e f e eine Weichheit und sinnliche Wärme des Tones, der zuvor selten anzutreffen war, und der ein ganz neues Element der Ausdruckswerte in ihre Malerei hineinbringt, während doch auch in diesen Bildern nichts von der Großlinigkeit, ja stellenweise Monumentalität der Auffassung verlorenging, die der Künstlerin stets eigen war und ihrer Tendenz zum Freskostil entspricht. (Das ist merkwürdigerweise auch da kein Widerspruch, wo es sich um Stilleben handelt.) Die Früchte beispielsweise, die man hier sieht, sind farbig und körperlich von einer fast zärtlich empfundenen Frische, Wirklichkeit und Wärme des Tones — nichts von „nature morte“, wie der französische Terminus, an sich sehr treffend, diese Bildgattung bezeichnet. Eines der feinsten Stücke aus dieser Pastell-Serie ist die Gruppe der Bauernmädchen: die Gestalten noch im sparsamen Figurenumriß mancher früheren Bilder, aber gefüllt mit einem höchst nobel und empfindlich harmonierenden Akkord von ganz zarten blauen, grünen und violetten Tönen. Erstaunlich, wieviel von der sinnlichen Belebung toter Dinge selbst etwa in dem Stilleben mit Sessel spürbar wird. (Ein ziemlich unkonventionelles Motiv übrigens; bei Menzel kann man es finden, der sich mit unerhörtem Malerinstinkt in derlei Alltäglichkeiten verlieren konnte.) Fast raffiniert in der Gegenführung der Körperbewegung und Profillinien und in dem ganz sparsam mit Grün gehöhten Schwarz-Weiß erscheint die Figurengruppe „In der Loge". Zwei sehr gute Bildnisse sind noch zu nennen, deren eines, abgesehen von inneren Qualitäten, auch technisch (Aquarell mit Pastell) bemerkenswert ist. * Den größten Teil des Ausstellungsraumes beanspruchen die neuen Arbeiten von Hans H a genau e r ;• wir kennen sie zum Teil bereits vom Atelierbesuch im Dezember her. Hagenauer hat im letzten Jahr enorm gearbeitet, und wenn man die Ausbeute, oder jedenfalls einen beträchtlichen und charakteristischen Teil davon, überschaut, muß man „befriedigend" und 15 mit der Note „bestanden". Sämtliche Absolventen traten am 1. 4. ihre Stellungen in der deutschen Wirtschaft an. ** Pennalerinnerungen — vor sech - zi g Jahren". Man schreibt uns: Zu dem Artikel „Pennälererinnerungen" in der Samstagsnum- mer des „Gießener Anzeigers" ist noch hinzuzu- fügen, daß der langjährige Oberlehrer am hiesigen Realgymnasium, der vor ungefähr 10 Jahren hier verstorbene Professor Dr. Richard Eduard Ott- mann, auch zu den damaligen Abiturienten des Jahres 1879 gehörte. Große Gtrafkammer Gießen. E. S. in Watzenborn-Steinberg war durch Urteil der Strafkammer Gießen vom 15. März 1938 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren aberkannt und die Berufsausübung für die Dauer von drei Jahren verboten worden. Gegen das Urteil legte er. Revision beim Reichsgericht ein, das die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vorinstanz zurückverwies. Er war beschuldigt, im Juni 1937 oder um diese Zeit in Trohe fortgesetzt und wider besseres Wissen über das Erwerbsgeschäft eines anderen, die Person des Geschäftsinhabers, die Waren oder gewerblichen Leistungen der Wahrheit zuwider Behauptungen aufgestellt, oder verbreitet zu haben, die geeignet waren, den Betrieb des Geschäfts zu schädigen. Weiterhin wurde er des Betrugs im strafverschärfenden Rückfall beschuldigt. Der Vertreter der Anklage hielt nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme die Anklage wegen Betrugs und Betrugsversuchs nicht mehr aufrecht, er beantragte aber, den Angeklagten wegen Vergehens gegen § 15 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zu einer Geldstrafe von 150,— RM. zu verurteilen, außerdem der betroffenen Firma Publikationsbefugnis zuzusprechen und Berufsverbot für die Dauer von drei Jahren auszusprechen. Der Verteidiger beantragte, den Angeklagten wegen des ihn zur Last gelegten Betrugs und Betrugsversuchs freizusprechen. Wegen Vergehens gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sei er zu bestrafen, doch bitte er, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen, auch das Berufsverbot und die Publikationsbefugnis nicht auszusprechen. Es müsse berücksichtigt werden, daß sich der Angeklagte in den letzten Jahren einwandfrei geführt habe und seine Vorstrafen auch darauf zurückzuführen seien, daß er lange arbeitslos war und seinen erlernten Beruf wegen körperlicher Behinderung nicht mehr habe ausüben können. Das Gericht sprach den Angeklagten eines Vergehens gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb schuldig und belegte ihn mit einer G e - fängnisstrafe von vier Monaten und einer Geldstrafe von 150,— RM. Der betroffenen Firma wurde die Befugnis zugesprochen, den erkennenden Teil des Urteils auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. Rundfmikprogramm Dienstag, 4. April. 5.50 Uhr: Dauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielen die Münchner Rundfunkschrammeln. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Ausführung: Kurhessifches Landes- orchestcr Kassel. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskon- zcrt II. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musika. (Jndustrie-Schallplatten.) 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: Das Orchester des Reichssenders Königsberg. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: „Das Gesetz des Brotes". 18.15: In der Werkstatt des Osterhasen. 18.30: Schöne deutsche Volkslieder. Ausführung: Annie Bräuning (Sopran), der Chor des Reichssenders Frankfurt. 19: Mein Weg zur Bühne: Gustaf Gründgens. (Plauderei aus dem Band: „Schauspieler erzählen".) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Jetzt geht es in die Welt ...! Von frohen Fahrten in Lied und Wort. 20: Nachrichten — Grenzecho. 20.15: „Wenn Sie Zeit und Luft haben". (Ein buntes Programm.) L2: Nachrichten. __________ Die Lagd im April Aus der engeren Heimat Beim Kaffeetisch in einer Jagdhütte von einem Keiler beacht. LPD. Büdingen, 2. April. Ein Jagdpächter aus Frankfurt a.'M. war mit seiner Frau und einigen anderen Jagdgästen gerade beim Kaffee- tisch in seiner Jagdhütte in der Nähe des Dorfes Bindsachsen, als plötzlich mit großer Wucht die Tür aufgestoßen wurde und ein K e i l e r h e r e i n st ü rm t e, der von wildernden Hunden verfolgt wurde. Bei dem raschen „Eintritt" des unverhofften Besuchers flogen der Kaffeetisch, die Stühle und das Kaffeegeschirr bunt durcheinander. Die Jagdgesellschaft, aber auch der Keiler waren nicht wenig überrascht von der gänzlich unerwarteten Begegnung. Der Schwarzkittel wollte nun schleunigst wieder ausreißen und sein Heil in der Flucht versuchen, doch kam ihm die Frau des Jagdpächters dadurch zuvor, daß sie geistesgegenwärtig die Jagdbüchse ihres Mannes ergriff und den flüchtenden Keiler auf etwa 20 Meter Entfernung noch durch einen gutgezielten Schuß zur Strecke brachte. Landkreis Gießen. (D Wiefeck, 2. April. Der Turnverein W i e f e ck brachte am Freitag feinem Ehrenmitglied Ludwig Oßwald II. anläßlich seiner goldenen Hochzeit ein Ständchen, bei dem die Gesangsabteilung einige Chöre fang und Dereinsführer D a u - pert dem Jubelpaar die Glückwünsche des Vereins aussprach. — Die Jungmädelgruppe hatte zu einem Elternabend bei Gastwirt Braun eingeladen, zu dessen Beginn die Gruppenführerin Elfriede Schneider nach der Begrüßung den sehr zahlreich erschienenen Eltern einen kurzen Ueberblick über die Jungmädelarbeit gab und die Hoffnung aussprach, daß der Zweck des Abends, ein paar fröhliche Stunden gemeinsam zu erleben, erfüllt werde. Was die Kinder im Laufe des Abends an Liedern, Tänzen und Spielen brachten, fand reichen Beifall und wurde am Schluß des Abends auch von Ortsgruppenleiter Euler lobend anerkannt. Eine Ausstellung von Arbeiten der Kinder zeigte das ernsthafte Streben der Jugend. * Allendorf (Lahn), 3. April. Am heutigen 3. April wird unser Mitbürger Gastwirt Heinrich H ö r r I. bei bester Gesundheit 7 0 Jahre alt. Als geborener Heuchelheimer kam er am l.Mai Während im Vorjahre, als am 1. April das neue Jagdjahr begann, nach ungewöhnlich warmen Märztagen es überall blühte und grünte und die Saaten in vollem Grün standen, will heuer der Winter nicht recht weichen. Don den Höhen des Taunus und Westerwaldes und vom Vogelsberg leuchtet es weiß hinunter in die Täler, und auch den Niederungen brachte der März noch Schnee und Frost in solchem Maße, daß der Jäger mit Sorgen an die ersten Häschen dachte, die nur zu leicht solchem Wetter zum Opfer fallen, zumal wenn es draußen an schutzgebenden Deckungen fehlt. Dieser erste Hasensatz aber, der selbst in diesem Jahre noch zur Fortpflanzung kommt, kann das Gdsamt- jagdergebnis entscheidend beeinflussen. Für die tieferen Lagen aber scheint die Schneedecke der Höhen eine andere Folge gehabt zu haben: der S ch n e p f e n st r i ch war besser als seit Jahren, wenn auch das winterliche Märzwetter während eines großen Teiles des Monats die Jagd- ausübung erschwerte. Auch in der ersten Aprilhälfte kann die Jagd auf den „Vogel mit dem langen Gesicht" noch ausgeübt werden, doch dürfte es sich nun bald nur noch um Brutschnepfen handeln, die abends streichen, während der eigentliche Zug, der schon in den ersten Märztagen einsetzte, vorüber ist. Das bedeutet für den Jäger „Hahn in Ruh!" . Ebenfalls bis zur Monatsmitte darf sein Jagen noch dem rufenden Ringeltauber gelten, der ihm einen Ersatz bieten kann für den großen Hahn, auf den jetzt der Weidmann in anderen deutschen Jagdgründen im Morgendämmern weidwerkt, oder für den Spielhahn, der in Heide und Mohr balzt. Sonst aber ist der April ein Monat der Wildpflege und W i l d h e g e. Die Brut- und Satzzeit beginnt und damit die Sorge für den Jäger, wie er Jungwild und Gelege vor der Vernichtung schützen kann. Denn wenn man die natürliche Vermehrung unseres Niederwildes einmal damit vergleicht, was wirklich zur Strecke kommt, so muß einem mit erschreckender Deutlichkeit klar werden, wie hoch die Verluste doch sein müssen, die aus b-en verschiedensten Gründen im Laufe des Jahres eintreten. Gerade jetzt ist es noch Zeit, sich daran zu erinnern, daß der Mangel an guten Deckungen eine Hauptursache ist. Die rücksichtslose und jeden Verständnisses für die Bedeutung der Hecken und Baumgruppen in unseren Fluren bare Heckenvernichtung hat ja nun im Landkreis Gießen erfreulicherweise ein Ende gefunden. Durch eine Polizeiverordnung vom 31. März 1939 ist es verboten, Hecken und Bäume der freien Landschaft (außerhalb des geschlossenen Ortsbereiches oder des Waldes) zu beseitigen, beschädigen usw., wenn dafür nicht die Zustimmung des Landrates eingeholt wurde. Wenn diese Bestimmungen auch vor allem aus Gründen der Landeskultur und des Vogelschutzes getroffen wurden, so sind sie in ihren Auswirkungen doch auch gerade für die Niederjagd von ausschlaggebender Bedeutung. Sache der Jäger wird es vor allem sein, die Innehaltung der Vorschriften überwachen zu helfen. Doch in vielen Gemarkungen ist auch mit der Erhaltung der wenigen noch vorhandenen Hecken nicht genug getan. Hier muß an Ersatz für das Vernichtete gedacht werden. Fast überall findet man kleine oder größere Flächen Oedland, alte Steinbrüche, Sand- und Kiesgruben, die ungenutzt liegen, die Landschaft verunzieren und von Pflanzen überwuchert nicht nur schöner wirken, sondern auch ideale Schutzinseln für -die gesamte Tierwelt darstellen würden. Man darf allerdings nicht warten wollen, bis vielleicht einmal im Laufe von Jahrzehnten eine natürliche Besiedlung stattfindet. In Zeiten, in denen die Schädlingsbekämpfung im Feld- wie Obstbau eine so große Rolle spielt wie heute, in denen die Imker überall nach Pflanzmöglichkeiten für Honig oder Pollen spendende Sträucher suchen und in denen der Wunsch wieder auftaucht, die Feldmark nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön zu gestalten, sollten sich gemeinsame Kräfte zu Genüge finden, um etwas Wertvolles zu schaffen. Aber die Zeit dazu ist da, wenn nicht wieder ein Jahr nutzlos verstreichen soll. Es gibt für den hegenden Weidmann, der solche Anlagen einmal' geschaffen hat, eigentlich keinen schöneren Dank, als wenn er dann während des ganzen Jahres dort das Wild antrifft, das hier brütet und 1896 nach hier und übernahm die Wirtschaft „Zum grünen Grund". Drei Jahre später gründete er noch eine Mineralwasserhandlung. Als Gastwirt sowie als Mineralwasserhändler hat er sich in seiner Heimatgemeinde und darüber hinaus einen guten Namen gemacht. Sein goldener Humor und seine Freundlichkeit brachten ihm viele Freunde. Sein Heimatblatt, der Gießener Anzeiger, ist seit 44 Jahren in seinem Hause. Wir gratulieren dem Jubilar herzlich zum Geburtstag. L i ch, 31. März. Dieser Tage fand in unserer Stadt eine Tagung der Amtsträger des Reichsluftschutzbundes der Gemeindegruppe Lich statt, die von der Ortskreisgruppe Gießen einberufen worden war. Nach feierlicher Flagaenhissung wurden mit den etwa 50 erschienenen Luftschutzwarten die einzelnen Fragenthemen aus der Luftschutzarbeit durchberaten. An die jeweiligen Referate schloß sich eine eingehende Aussprache an. Gegen Abend konnte der Ortskreisgruppenführer Clotz (Gießen) die Tagung schließen. — In dem mit den Fahnen des Reiches festlich geschmückten Licher Lichtspielhaus fand am Freitagabend die Entlassungsfeier des ältesten Jahrganges der Volksschule statt. Nach dem feierlichen Einzug der neuen Schulentlassenen, begrüßte Rektor S a - mes die Vertreter der Partei, die Lehrer sowie die Elternschaft und stellte den Abend unter ein markantes Führerwort. Wechselgespräche, Musikvorträge und Lieder verschönten die Feier. In seiner Abschiedsrede ermahnte Rektor Sarnes die Schüler und Schülerinnen, alles einzusetzen, um draußen im Leben tüchtige und treue Deutsche zu werden. Den Abschluß der würdigen Feier bildete die Ansprache von Ortsgruppenleiter Kuhn, der die Jungen und Mädel in die Gemeinschaft aufnahm. In der hiesigen Turnhalle kam nm Samstagabend durch die Gaufilmsteste der NSDAP, in Verbindung mit dem NS,-Reichsbund für Leibesübungen der Film vom 1. Deutschen Turn- und Sportfest 1938 in Breslau zur Aufführung. Vor Beginn der Aufführung sprach Kreisführer Dr. Schäfer (Gießen) über die großen und erhebenden Tage von Breslau. —J5n der Turnhalle fand ein von der Sängervereinigung „Cäcilia" und dem Frauenchor in Verbindung mit der Partei durchgeführter Volksgemeinschaftsabend zu Gunsten des WHW. statt. Neben Chor- und Quartettvorträgen verschönte Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) durch Mundartdichtungen das Programm. setzt, seine Jungen hochbringt und im Winter Deckung vor Wetter und Feinden und Futter findet. Etwas auf diesem Wege kann überall geschehen, es muß nur der Wille zur Tat vorhanden sein! Neben der Verstärkung der Deckungen handelt es sich vor allem um Kurzhaltung der natürlichen Feinde. Allmählich beginnen die Katzen wieder zu feldern. Je höher die Saaten werden, um so mehr wird Mieze von der Hauskatze zur Feldkatze. Und wildernde Hund^ finden an Mutterwild, das vor dem Setzen steht, und an Jungwild leichte Beute. Dazu kommt dann das schwarze Gelichter der Krähen und Elstern. Die Rabenkrähen sind schon gepaart, es ist leicht, das Jagdgebiet der einzelnen Paare festzustellen, auch den Brutbaum zu finden. Wo der Abschuß nicht ausreicht oder vielleicht unmöglich ist, weil die Nester im Walde des Nach- barrevieres stehen, während die Krähen hier die Feldflur absuchen, muß das Giftei helfen, dessen Benutzung durch das Jagdgesetz ja ausdrücklich gestattet ist. Nur vergesse man nicht, vorher die polizeiliche (nicht des Kreisjägermeisters) Genehmigung einzuholen. Auffallend ist die überall bestätigte Zunahme der Elstern, die als Eierräuber vermutlich noch gefährlicher find als die Krähen. Da ihre Nester meist verhältnismäßig niedrig stehen, ist ihre Zerstörung leichter und sollte unter allen Umständen durchgeführt werden. Verwiesen fei schließlich noch auf die Gefahr, die das Großwiesel für die Niederjagd darstellt. Sein Fang in Kastenfallen führt am raschesten zum Erfolg. Zur Wildpflege gehört im Schalenwildrevier auch die Anlage von Salz lecken. Wer Ackerflächen im oder am Walde zur Verfügung hat, legt sie als Wildäcker an und bietet damit feinem Wilde nicht nur zuträgliche Aesung, sondern vermindert auch den Wildschaden. Viel zu wenig geschieht für die Aesung auf den Waldschneisen. Durch Gaben von Kainit, Kali, Kalk läßte sich nicht nur ihre Zusammensetzung pflanzlicher Art günstig beeinflussen, sondern auch der Nährstoffgehalt der Pflanzen beeinflussen, der dann wieder in der Entwicklung des Tierkörpers (Geweihbildung z. B.) zum Ausdruck kommt. Die W i l d z ä h l u n g wird zu Ende geführt. Am 10. April müssen die Abschußpläne in der Hand des Kreisjägermeisters sein. Während bann der Jäger seine Hochsitze und Leitern in Ordnung bringt, Pirschsteige anlegt usw., bestätigt er sich seine Abschußböcke, die zu Beginn der Schußzeit Mitte Mai möglichst rasch fallen sollen. Vielfach wird dies während der Zählzeit, da die Böcke noch im Bast gingen, nicht einwandfrei möglich gewesen fein. Außerdem verteilen sich ja nach der Fegezeit die Sprünge, die Böcke stehen nach den Kämpfen um den Einstand vielfach allein und müssen nun einwandfrei bestätigt werden. .Das gibt dem Jäger Grund genug, auch wenn e? nicht jagen kann, sein Revier zu begehen und zu überwachen. Am 1. April hat das neue Jagdjahr begonnen, und damit ist die Erneuerung des Jagdscheines nötig geworden. Jeder Jagdausübungs- berechtigte und Jagdschutzbeamte muß ihn bei Jahresbeginn besitzen, weil er sonst seiner Jagdschutzverpflichtung nicht nachkommen kann. Auch jeder Hundebesitzer denke daran, daß nur mit einem gültigen Jagdschein die Haftpflichtversicherung verbunden ist. Hubertus. As MöSchm Mm. Nomon von Mllher Kloepffer. (kopyrlghl by