Nr. 53 Giftes Man 189. Jahrgang Zreltag, 3. Marz 1939 Ericheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspretr. Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Jllusttierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gießen poftfcheckionto: Zronifvrt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Srnndpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 m m Brette 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Belegenheitsanzei. gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Frankreichs Iudenfrage. Von unserem E.Z Korrespondenten Paris, März 1939. In diesen Tagen ist eine Sondernummer der politischen Wochenzeitschrift „Je suis partout" erschienen, die ausschließlich der Judenfrage in Frankreich gewidmet ist. Die Rolle einzelner Wochenzeitschriften zur Unterrichtung der französischen Oeffentlichkeit über die Iudenfrage ist um so wichtiger, als die Tagespresse, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, auf diese Frage nicht eingeht Es besteht hier offensichtlich ein Mißverhältnis, da der Einfluß des Judentums in Frankreich auf die Gestaltung der polittschen Geschicke des Landes in der letzten Zeit, wenigstens bis 1937, immer größer geworden war und da sich vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet der verhängnisvolle Einfluß der jüdischen Einwanderung in zahlreichen, besonders akademischen Berufen immer störender bemerkbar gemacht hat Die zehnseitige Sondernummer des „Je suis partout" gibt nickt nur in einer Reihe von Artikeln wertvvlle weltanschauliche Hinweise auf die Bedeutung der Judenfrage, sondern sie vermittelt auch an Hand eines großen statistischen Materials ein konkretes Bild über die geschichtliche Entwicklung der Iudenfrage für Frankreich und ihre Auswirkungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Man kann in Frankreich wirklich von einer „In v a fi o n" des internationalen Judentums sprechen. Im Jahre 1808 gab es in ganz Frankreich etwa 46 000 Juden, heute sind es 400 000, Ein großer Teil dieser Invasion entfällt auf die Nachkriegszeit; denn im Jahre 1914 zählte Frankreich erst 180 000 Juden. Deutschland, Mittel- und Osteuropa waren in erster Linie die Herkunftsländer dieser Invasion, die sich vor allem über Paris und das Elsaß ergossen hat! Die Betätigung des jüdischen Elementes auf dem Gebiete der Politik, der akademischen Berufe, des Handels, der Banken und der Presse, im Theater und besonders im Film, der Anteil der Juden an gewissen Arten von Derbrechen, all das war im Unterbewußtem schon lange mehr ober weniger bekannt, aber in der Zusammenfassung des „Je suis partout" treten alle diese Dinge in zahllosen Einzelheiten und durch Namen belegt mit erschütternder Deutlichkeit in Erscheinung. Nicht weniger als zwanzig jüdische Namen zählt die Liste der französischen Regierungsmitglieder der letzten zwanzig Jahre auf; die Zusammenhänge der jüdischen Banken, bei denen natürlich Rothschild an der Spitze steht, mit dem Judentum von Neuyork, London, Amsterdam usw. werden beleuchtet, ebenso die Rolle, die die Juden im französischen Nachrichten - und Rekla m e- wesen spielen, die ihnen damit zugleich selbstverständlich in der gesamten Presse einen ausschlaggebenden Einfluß sichert. Aus dem Gebiet des Handels geht besonders im Elsaß die Rolle des Judentums auf manchen Gebieten, z. B. im Vieh- und im Getreidehandel, bis zu einer Monopolstellung. Dom französischen Theater scheinen sich die Juden etwas zurückzuziehen, da ihnen hier nicht mehr genügend große Gewinnaussichten winken, dafür ist aber die Zuwanderung zum Film mit seinen großen Verdienstmöblichkeiten um so stärker, und die Listen des „Je suis partout" zählen nicht weniger als - fünfundachtzig jüdische Namen von Filmproduzenten auf, denen zwölf französische Namen gegenüberstehen. Die Unproduktivität der jüdischen Betätigung auf dem Gebiete der bildenden Kunst wie der Musik, die reklamehaft angepriesenen und zugleich zersetzend wirkenden Methoden der Nachahmungen und Der- gröberungen — auch dieses wird schonungslos dar- gestellt. Die unheilvolle Rolle der jüdischen Organisationen, besonders des sog. „Zentralen Konsistoriums", in dem man die Vertreter der jüdischen Hochfinanz, mit Baron Eduard von Rothschild an der Spitze, an der Seite des Rabbiner- tums findet — alles dies tritt einem hier in minutiöser Darstellung vor Augen. Es bestehen verschiedene Anzeichen dafür, daß in der französischen Jugend, vor allem in der akademischen Jugend, die Rückwirkung auf die jüdische Ueberfrembung eines Tages schärfer in bie Erscheinung treten wirb, als es heute ber Fall sft, denn bie Ueberfrembung in ben Berufen ber Rechtsanwälte unb Aerzte wird in ber nächsten Zeit in Frankreich noch viel stärker werben, als sie es heute schon ist. Darauf lassen bie Ziffern bes akademischen. Nachwuchses schließen. Heute bereits ift in Paris und im Seine-Departement der jüdische Anteil im ärztlichen Beruf 35 v. H.; ähnlich liegen die Dinge im Anwaltsberuf. Mit den schweren Rückschlägen der Volksfront waren zunächst verschiedene Hoffnungen des Judentums gegenüber den autoritären Staaten zu Grabe getragen worden, aber das Judentum steht nach wie vor an der Spitze ber Kriegsparteien, und auch von diesem Gesichtspunkt aus muß bie Entwicklung der jüdischen Frage in Frankreich mit Aufmerksamkeit verfolgt werden. Aber es wird noch eines langen Weges bedürfen, bis die französische Oeffentlichkeit für so weitgehende Forderungen zur Lösung dieser Frage, wie „Je suis partout“ aufstellt, — u. a. Entziehung der französischen Staatsbürgerschaft und des Stimmrechtes für die Juden — reif fein wirb. Vielleicht wird man noch am ersten Verständnis für die Forderung nach einem Numerus clausus für die Juden in ben akademischen Berufen haben. schon fast aufgegeben hatte, und zweitens die nicht weniger gelungene Niederkämpfung der großen Meutereien in Fronttruppenteilen im Sommer 1917, wobei der damalige General einen Monat lang von Division zu Division reiste und sich persönlich aufs stärkste exponierte. Gerade sein persönlicher Mut auch hat dem französischen Feldherrn eine außergewöhnliche Achtung verschafft; so fuhr er bei der Verteidigung Verduns selbst in einem leichten Panzerwagen bis in die vordersten Stellungen, so oft, baß er dabei 14mal einen neuen Fahrer nehmen mußte, weil die andern erschossen, ober schwer verwundet wurden. Nach dem Kriege war Petain Generalinspekteur der Armee, dann Vorsitzender des Ober st en'Kriegsrates, liquidierte als Oberbefehlshaber in Marokko 1925 den Krieg gegen Abb el Krim unb bekleibete bann feit 1931 jahrelang bie Stellung eines Obersten Befehlshabers der französischen Luftverteidigung. Seine wiederholten Abschiedsgesuche wurden stets abgelehnt. Im hohen Alter widmete sich ber Marschall fast ausschließlich dem Studium militärischer Literatur. Er ist in ben letzten Jahren nur noch mit Ausrufen und Mahnungen zur nationalen Einigkeit und zur Verteidigung Frankreichs hervorgetreten. Im Mai vergangenen Jahres lenkte er noch einmal bie Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit besonders auf sich, als er bei Einern Vortrag in ber Pariser Aka- bemie bas beutschseindliche Buch „Der Sieg bes Besiegten" empfahl. Er vertrat dabei die Ansicht, Deutschland habe sich nach 1918 genau so schnell wieder erholt wie Frankreich nach 1871 unb erklärte, man hätte 1918 noch länger Krieg führen, vor jeder Unterschrift einen Teil des deutschen Gebietes besetzen und bas beutsche Heer nicht ohne völlige Kapitulation und Auslieferung der Waffen nach Deutsckland zurückkehren lassen sollen. Der Marschall führte auf diese seiner Meinung nach von Frankreich damals gemachten Fehler „die gegenwärtige ungünstige Lage Frankreichs" zurück. — Nom, 2. März. (Europapreß.) Von der Mittelloggia der Peterskirche verkündete am Donnerstag um 18.09 Uhr Kardinaldiakon Caccia-Dominioni, daß der bisherige Kardinal st aats- sekretär Pacelli zum neuen Papst gewählt worden ist. Gleichzeitig gab ber Kardi- nalbiakon bekannt, daß Kardinalstaatsfekretär Pacelli als Papst den Namen Pius XII. a n - genommen hat. Um 17.25 Uhr war eine weiße Rauchwolke aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle emporgestiegen, die ankündigte, daß der Papst gewählt unb die Stimmzettel verbrannt wurden. Nach der Bekanntgabe der Wahl zog vor ber Freitreppe der Peterskirche der Ordnungsdienst ber Faschistischen Miliz auf, ber nur mit Mühe die gewaltige Volksmenge zurückhalten konnte, die mit gespannter Erwartung dem Ausgang der. Papstwahl entgegensah. Auf dem Petersplatz bemerkte man auch zahlreiche Auslänber, Prälaten unb Angehörige ber Orben, Klöster, unb Kollegien. Um 18.30 Uhr erschien ber neue P a p st im päpstlichen Ornat auf bem Mittelbalkon der Peterskirche, um den er ft en Segen urbi et orbi zu erteilen. Die Wahl Pacellis wurde von ber riesigen Volksmenge mit begeistertem Beifall ausgenommen. Die Huldigungen für den neuen Papst verstärkten sich noch, als bekannt wurde, daß Pius XII. am heutigen Tage seinen Geburtstag begeht, da er am 2. März 1876 als Sohn des Konfistorialadvokaten Professor Pacelli geboren worden ist, der Prokurator und juristischer Beistand des Päpstlichen Stuhles war. In vatikanischen Kreisen wird der Entschluß Pacel- Vor dem Ende Roispamens. Von Dr. Jtifter von Goß Nach ber Befreiung Kataloniens burch die natio» nalspanischen Truppen befinden sich nunmehr vier Fünftel des Festlandspaniens, die spanischen Inseln sowie bas gesamte Kolonial- gebiet in ben Händen des Generals Franco. Ein großer Teil ber roten Truppen ist zerschlagen ober über die französische Grenze geflüchtet, und die sog. „republikanische" Regierung Spaniens hat aufgehört zu existieren. Paris und London, bisher zusammen mit Moskau die stärksten Stützen Sowjetfpaniens, haben das Ruder um 180 Grad berumgelegt und erkennen den bisher als „Rebellenhäuptling" angesehenen Führer Nationalspaniens als das recht- mäßige spanische Staatsoberhaupt an. Von den Kriegsschauplätzen verlautet nichts Neues. Ein geheimnisvolles Schweigen deckt die Vorbereitung zur Beendigung des langen und grausamen Kampfes. Kurze Meldungen lassen darauf schließen, daß General Franco mit der Umgruppierung seiner Streitkräfte fertig und zum letzten, entscheidenden Schlag bereit ift. Wie sieht nun dieses letzte Fünftel Spaniens, das immer noch unter dem Zeichen des Hammers und der Sichel zu leiden hat, aus? Es ist bunt unb mannigfaltig in jebex Beziehung, setzt es sich boch aus Teilen ber verfchiebensten Landschaften zusammen, bie .erst wie ein Kaleidoskop zu- fammengefügt bas Gesamtbild ergeben. Sein Mittelpunkt ist das rund um Madrid liegende wellige Steppenland, das im Norden von den Gebirgszügen ber Sierra be Guabarrama unb ber Sierra be Cabra begrenzt wird, auf deren Spitzen Francos Soldaten zum Angriff auf die Hauptstabt bereitftehen, unb bas im Osten unb Norb- often nach Aragon hinübergreift unb im Süben j unb Süd osten sich in bie fruchtbare Mancha verbreitert, während es über bie Berge Toledos hinweg I nach Südwesten bis zur Sierra M o r e n a , bem lis, ben Namen Pius XII. anzunehmen, dahin aus* gelegt, baß ber neue Papst bas Werk Pius XI. fortzufetzen beabsichtigt. * v Eugen Pacelli, nunmehr Papst Pius X1L, erhielt am 2. April 1899 bie Priesterweihe Bereits als junger Priester, seit 1901, war er im päpstlichen Staatssekretariat tätig. In ben Jahren 1909 bis 1914 lehrte er als Professor für kirchliche Diplomatie an der päpstlichen Akabemie ber Nobili Ecclesiastici. 1917 würbe er als Titularerzbischos von Sardes Nuntius in München, drei Jahre später ging er in der gleichen Eigenschaft nach Berlin, wo er bie Nuntiatur bis 1929 inne hatte. 1929 würbe er von Papst Pius XI. zum Karina! ernannt unb ein Jahr später zum Karbinalstaatssekretär. Italien zur Papstwahl. Rom, 3. März. (DNB. Funkspruch.) Die Wahl eines Italieners zum Papst findet in ganz Italien Zustimmung. Der König unb Mussolini haben bem neugewählten Papst Pius XII. Begrüßungstelegramme gefanbt. Die römische Morgenpresse unterstreicht in spalten- langen, reichbebilberten Berichten, daß mit der Berufung des langjährigen Karbinalstaatsfekretärs Pacelli zum Papst seit 218 Jahren erstmals wieder ein geborener Römer zum Oberhaupt ber katholischen Kirche gewählt worben ist. Marschall petain gehl nach Burgos. Die französische Oeffentlichkeit begrüßt die Wahl des neuen Botschafters bei Franco. P a r i s, 2. März. (Europapreß.) Der französische Ministerrat hat beschlossen, Marschall P 61 a i n zum Botschafter Frankreichs in Burgos zu ernennen. Der Auftrag bes 82jährigen, einzigen noch lebenden französischen Marschalls scheint nicht begrenzt zu sein. Petain soll zwar ben Wunsch ausgesprochen haben, nicht länger als brei Monate in Burgos zu bleiben. Er soll bies mit feinem hohen K S II (Scherl-Bilberdienst-M.) Alter und der Tatsache begründet haben, daß er Soldat und fein Diplomat sei. Aber augenscheinlich hat ber Ministerrat bie zeitlichen Grenzen für den Auftrag an Petain nickt feftgelept. Es bleibt aber nicht ausgeschlossen, baß Frankreich in einiger Zeit einen Berufsbiplomaten nach Burgos entsenden wirb, wenn einmal der Krieg in Spanien beendet ist unb auch die sonstigen Mittelmeerprobleme auf dem Wege der Lösung sind. Mit der Entsendung bes ruhmreichen französischen Heerführers aus dem Weltkrieg hofft bie französische Regierung offensichtlich, Dem Ansehen bes während 2Vl> Jahren aus Nalionalspamen abwesenden Frankreich einen besonderen Glanz zu verleihen und die verlorene Zeit wieder einzuholen. Die Wahl der französischen Regierung wird in weiten Kreisen des Landes — von den Linksextremisten natürlich abgesehen — begrüßt. Dies geht auch schon aus den Kommentaren der Blätter hervor. Betont wird, daß Marschall Petain in den Jahren 1925 und 1926 in enger Zusammenarbeit mit den damaligen spanischen Behörden den Auf - stand Abd el K.rims niedergeschlagen habe. Außerdem sei Marschall Petain Lehrer des Generals Franco auf der Kriegsschule gewesen. Der rechtsgerichtete „Jntransigeant" schreibt, es hätte keine bessere Wahl getroffen werden können. Die französische Regierung habe, indem sie einen der berühmtesten Soldaten Frankreichs nach Burgos entsende, zeigen wollen, welchen Wert sie auf die gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien lege. Wenn Marschall Petain diese Mission angenommen habe, so deshalb, weil er überzeugt sei, daß „die französisch-spanische Entente" eine der wesentlichen Bedingungen für die Sicherheit Frankreichs fei. Sie neue Mission Petains beginne im Zeichen des Friedens. ♦ Der jetzt zum Botschafter in Burgos ernannte Henry Philippe Petain hat eine fast einzigartige militärische Laufbahn im kurzen Zeitraum von vier Jahren zurückgelegt. Der jetzt 83jährige (er ist am 24.4.1856 in der Provence geboren) war irgendeiner unter den Offizieren eines ßirrienregiments draußen in der französischen Provinz, wurde langsam befördert unb war jelbft bei Kriegsausbruch, also mit 58 Jahren, noch immer Oberst. Nie war er in irgendeiner Weife hervorgetreten, schon sollte er im Sommer 1914 verabschiedet werden, als der Krieg ihn in unerhört schnellem Aufstieg bis zum höchsten Range emporriß, den Frankreich militärisch zu vergeben hat. Er war sozusagen eine strategische Zufallsentdeckung geworden, als er sich 1914 bei dem Rückzug aus der Schlacht von Charleroi mit seiner Brigade so auszeichnete, daß man ihm die Führung einer Division übertrug. Dann ging es Stufe um Stufe empor: Oktober 1914 Führer eines Armeekorps, schon hn Sommer 1915 Oberbefehlshaber der 2. Armee und bald darauf Führer einer ganzen Heeresgruppe. Zwei Leistungen sind es im besonderen, die dem Marschall zu militärischem Ruhm in Fachkreisen und zu höchstem Ansehen in seinem Vaterland verhalfen, einmal die erfolgreiche Verteidigung der Festung Verdun 1916, die mau in Paris Die Aeichsfrauensührerin in Rom. Während ihres Besuches in Rom legte Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz - Klink am Gr.abmal bes Unbekannten Soldaten im Namen der deutschen Frauen einen Kranz nieder, — (Asjociated-Preß-M.) x M Kardinal pacelli zum Papst gewählt. Der neue Papst nimmt den Namen Pius XII. an. und Propaganda oom Wie muß ein Fachbuch aussehen? Staatssekretär Hanke Ruf der Jugend: Oie Zehnjährigen zu uns. vornherein mit Vorsicht aufzunehmen. Der Verfasser von Fachbüchern muß den Mut zur Einfachheit aufbringen. Ich habe in meiner Vorbereitung zur Gesellenprüfung und später zur Meisterprüfung eine große Anzahl von Fachbüchern zu Hilfe genommen, ich stehe nicht an zu erklären, daß ich damals trotz Besuchs eines Gymnasiums bei weitem nicht alles verstand, was in diesen Büchern zusammengetragen war und nach Meinung des Verfassers für dre Ablegung von Gesellen- und Meisterprüfungen unbedingt zu wissen notwendig erschien. Ich habe trotzdem beide Prüfungen glatt bestanden und auch in genossen erfüllen. Reichshauptstellenleiter Gierga betonte: Eine besondere Aufgabe sei es, das volkstümliche Fachbuch mehr als bisher in den Mittelpunkt der Weiterbildung zu rücken. Durch Bebilderung volkstümlichen Stil usw. müsse eine inhaltliche Steigerung des Fachbuches erreicht werden. Die DAF. habe es sich zu einer Verpflichtung gemacht, diese Aufgabe zu erfüllen. Der Leiter de« Reichsberufswett- lampfe«, O^erqebietstübrer Axmann stellte heraus, hast -s schon Tradition fei, die Werbe- aktion in enger Verbindung mit dem Rerchsberuss- der Partei, des Staates, der Wirtschaft und der Wehrmacht sowie die mehrere tausend Mann starke Belegschaft des IG.-Hochhauses teil. schließlich erschossen worden ist. Landeinwärts, immer von Gebirgszügen begleitet, geht es weiter nach Südwesten über das durch feinen, in Europa einzigartigen, Palmenwald bekannte Elche und über die Bischofsstadt Orihuela in das Paradies von Murcia, dem der Kriegshafen Cartagena vorgelagert ist. Don hier ab drängen die Randgebirge näher und steiler an die Küste, um schließlich in Almeria sich wieder zu einem fast subtropischen Kessel zu öffnen, dessen Reichtümer über den Hafen dieser 50 000 Einwohner zählenden Stadt den Weg ins Ausland finden, so insbesondere das Spartgras zur Papierfabrikation nach England, ferner Eisenerze und Früchte. Westlich von Almeria stehen die nationalspanischen Vorposten. Aus der von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Küstenlinie Valencia—Almeria heraus, über die Gebirgsketten senkrecht dazu nach Nordwesten vor- stoßend, trifft man im rechten Abschnitt in die M a n ch a , im linken in den Bergwerksraum der Sierra Moren a. Die weite unendliche Manchs zeichnet sich vor allem durch ihren Weinbau aus sowie durch ihre übrigen landwirtschaftlichen Pro- butte. Alcazar d e San Juan als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit bedeutendem Meinhandel-, Manzanares: Valdepenas mit den weltbekannten großen Weinkellereien; Ciudad Real; PuertoLano Nach Nordwesten sich verengend, dringt das rotpanische Gebiet, Cuenca mit der „verzauberten Stadt" und die alte Universitätsstadt A l c a l a de Henares, die Vaterstadt des Cervantes, rechts, und die in der grünen Vega des Tajo liegende Sommerresidenz Aransuez, im Süden von Madrid liegenlassend, über die Hauptstadt nach Nordwesten vor, um unmittelbar am Fuß des von Francos Truppen beherrschten Guadarramagebirges im ehrwürdigen Escorial, der granitnen S^op- ung Philipps II., der großartigsten Bcnmnlage Spanens überhaupt. Halt zu machen lieber diesem marmornen Grab der spanischen Könige weht heute noch die bolschewistische Fahne, der im Escorial lebende Geist aber wird lie in kürzester Zeit wegfegen wie Spreu vor dem Wind • (Sine englische Handelsabordnung acht nacb BuraoS London, 3.März. (Europapreß.) Eine englische Handelsmissiön wird in aller Kürze in Nationalspanien eintreffen, um Wirtschafts, und Finanzlagen zu besprechen. In englischen Wirtschaft^ kreisen ist man der Auffassung, Spanien stelle nach wie vor ein ausgezeichnetes Export! an d bar. England könne hauptsächlich seine Textilien, Maschinen. Lokomotiven, Kraftwagen, Kohle, Eisen und eine Reihe von Fertigwaren dorthin verkaufen. Als schwerstes Hindernis werden die spanischen Währungsvorschriften angesehen. Das erste Ziel der englischen Abordnung dürfte lein, von den national- spanischen Behörden eine Auflockerung des Ein- und Ausfuhr-Kontrollsystems zu erlangen. Hudson« ffiirffd)off«reiie. London, 2. März. (Europapreß.) Das Programm der wirtschaftlichen Verhandlungsreise des Sekretärs im Handelsamt, Hudson, wurde bekanntgegeben. Danach steht fest, daß Hudson am 17. März inBerlin, vom 18. bis 22. März in Warschau, oom 23. bis 28. März in Moskau, vom 29. bis 31. März in Helsinki und vom 1. bis 3. April in । Stockholm fein wird. Die Mitteilung bestätigt. Gausieger sei der Sohn eines Arbeiters und jeber achte Sieger der Sohn eines Hilfsarbeiters. Der ärmste Sohn des Volkes sei nicht nur der treueste, andern auch der leistungsfähigste. Im vergangenen Jahr hätten etwa 60 000 Menschen gute Leistungen gezeigt. Diese seien durch Besuch von Fachschulen und Lehrgängen, durch Studienfahrten und Reisen daß Hudson von seinem Mitarbeiter in der Abteilung für Ueberseehandel, Quentin Hill, dem Vorstand der Wirtschaftsabteilung des Außenamtes, Ashton-Gwatkin, und einem Sekretär begleitet sein wird. Es wird ferner bekanntgegeben, daß Hudson etwas später eine gleichartige Reise durch Südosteuropa antreten dürfte. Auch Englands Lustrüstung wird verstärkt. Rund 2,5 Milliarden Reichsmark im neuen Haushalt vorgesehen. ins Ausland weiter gefördert worden. Eine große Zahl sei auch mit guten Fachbuch ern a u s • gezeichnet worden. An die Betriebssichrer richtete Obergebietsführer Axmann die Bitte, auch von sich aus dafür zu sorgen, daß das Fachbuch mehr als bisher bei den arbeitenden Volksgenossen Cm= gang findet. Auch die besondere Ausgabe der HI. sei es, sich für die Werbung einzusetzen. Obergebietsführer Axmann betonte abschließend, daß die Werbung nicht allein durch die Arbeit der Drgamfation von Erfolg sein kann, sondern daß dieser auch vom Wert des Fachbuches -abhängig sei. Er begrüße es deshalb, daß in Zukunft eine strenge Auslese Der besten Fachbücher getroffen wird. Gauleiter Sprenger erinnerte an die Neujahrsbotschaft des Führers, worin er als besondere Aufgabe die Losung des Problems des Arbeitermangels gestellt habe. Eine Möglichkeit, den Mangel an Arbeitskräften zu beheben, fei durch fachliche Fortbild u n g und Steigerung der Leistung gegeben. Der Gauleiter einnerte daran, daß es noch nicht lange her sei, daß nur wenige Betriebe darauf eingestellt waren, Nachwuchs heranzubllden. In Vorausschau der daraus sich ergebenden Lage hätte die DAF. in Zusammenarbeit mit den Handelskammern die Vorlehr Werkstätten eingerichtet, die sich bei dem später eintretenden Arbeitermangel günstig ausgewirkt hatten. Diele Betriebe hätten sich diese Vorlehrwerkstatten zum Vorbild genommen. Heute stehe aber die Wirtschaft vor der Frage der erweiterten Berufserzie- hunq. Im Rahmen dieser Aufgabe erhielt das Fachbuch eine große Bedeutung. Es muffe das Mittel zu einer noch größeren Leistungssteigerung fein. Es ergäbe sich aber die Forderung, daß der Autor eines Fachbuches der beste Sachverständige und Meister auf dem jeweiligen Gebiet sein muh. Der Gau Hessen-Nassau mit seiner großen exportierenden Industrie müsse auf hoch qualifizierte Arbeiter größten Wert legen. Er richte daher an alle Betriebsführer und Leiter von Lehrllngsroerkstatten den eindringlichen Appell, den Wert des Fachbuches den Schaffenden immer näher zu bringen Das Fachbuch gehöre in die Hand eines jeden arbeitenden Volksgenossen. Um dieses Ziel zu erreichen, müßten in den Betrieben mehr Fachbücher m Die Werkbüchereien ausgenommen werden. Bei EMzet- anschaffungen von Fachbüchern könnten die Betriebe finanzielle'Beiträge zahlen. Ferner bilde das Fachbuch ein geeignetes Geschenk für besondere Leistun- aen im Betriebssport, Berufswettkampf usw. Die Steigerung des Könnens bringe auch den persönlichen Erfolg. Diese Erkenntnis muffe alle Volks- Das gute Kochbuch gehört zum Handwerkszeug des Schaffenden Eröffnung der Kochbuch-Werbeaktion in Frankfurt am Main mit feinen Kohlenlagern; Albacete, das Haupt- quartier der fowjetrufsischen Militarkomrnißion wahrend des Bürgerkrieges (sonst durch die Mes erindu- trie bekannt) und das nicht weit davon liegende Chinchilla mit seinen Höhlenwohnungen, sind die Hauptpunkte dieser Landschaft. Im linken Abschnitt dagegen beherrschen die Städte Linares, Iaen und Penarroya das Bild. Kohlen-, Eisen-, Blei- und Kupferbergwerke bilden das Charakteristikum dieser Gegend und ihren wirtschaftlichen Wert. Südwestlich von Ciudad Real, in Richtung auf Merida liegt Almaden, der Mittelpunkt eines der reichsten Quecksilber Vorkommen der Erde, das schon von den Griechen, Römern und Mauren ausgebeutet wurde und von 1525 bis 1645 an die Fugger in Augsburg verpachtet war. Almaden beherrschte vor dem Bürgerkriege, zusammen mit den italienischen Vorkommen, den Weltmarkt. London, 2. März. (Europapreß.) Nunmehr liegt auch der Haushaltsvoranschlag für 1939/40 des englischen L u f t f a h r t m i n i st e r i u m s oon Die Gesamthaushaltssumme beträgt 220 626 000 Pfund (rund 2,5 Milliarden Mark). Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 26 223 000 Pfund. Von der Gesamtsumme sollen 142 Millionen auf d e m Anleihe weg aufgebracht werden. Nach Abzug der für Zinsendienst und dergleichen erforderlichen Beträge stehen für die Luftwaffe rund 206 Millionen Pfund gegen 125 Millionen im Vorjahre, 82,5 Millionen im Rechnungsjahre 1937/38 und nur 17,5 Millionen im Jahre 1934/35, dem letzten Jahr vor Beginn der englischen Luftaufrüstung, zur Verfügung. Aus der begleitenden Denkschrift des Luftfahrtministers Sir Kingsley Wood aeht Hervor, daß die M a n n s ch a f t s st ä r k e der Luftwasfe für das kommende Haushaltsjahr auf 118 000 Mann ver- anschlagt wird, was einer Erhöhung um 2 2 00 0 Mann gegenüber dem ablaufenden Jahr gleichkommt. Mit Beendigung des laufenden Finanz- jahres wird die in England stationierte Luftwaffe gemäß dem Programm von 1936 eineFrontftärtevonl750Flugzeugen erreicht haben. Der Minister äußert sich optimistisch über die Leistungsfähigkeit der englischen Flugzeugindustrie und die Erfolge in der Rekrutierung, er beziffert die Stärke der Reserve an Freiwilligen Flugzeugführern auf 2500 Mann. Unter den verschiedenen Haushaltsposten steht an der Spitze die Summe für technische Aus- r ü st u n g und Kriegsmaterialien mit 124 Millionen Pfund (im Vorjahr 78 Millionen Pfund). Davon entfallen auf Flugzeuge und Ballonsperrmaterial 93 Millionen Pfund gegenüber 51 Millionen im Vorjahr. Für Löhnungsgelder sind 15,75 Millionen, für Unterbringung und Verpflegung der Truppe elf Millionen Pfund vorgesehen. Die Zuschüsse an die Zivilluftfahrt sind von rund drei Millionen im abgelaufenen Jahr auf fünf Millionen Pfund erhöht worden. Die Schaffung folgender neuer überseeischer Flugverbindungen wird angekündigt: Zweimal wöchentlich regelmäßiger Flugdienst zwischen Australien und Neuseeland; regelmäßiger Flugdienst zwischen Burma und China; Ausbau der Flugverbindungen in O st - und Südafrika. Ferner ist vorgesehen, im Laufe des Sommers 1939 versuchsweise eine regelmäßige Post-Flugverbindung über Reis, Del und Rosinen. . i Rings um Valencia herum und sich weit jiad) . Südwesten erstreckend liegt d i e „Huerta" — , das oft besungene fruchtbare Gartenland, dessen Produktivität auf die Intelligenz seiner Bewohner wrückzuführen ist, die es mit bewundernswürdiger ■ Geschicklichkeit und Zähigkeit verstanden haben, ihre spärlichen Wasservorräte auszunutzen. Dieses Land verfügt schon von der Zeit der Mauren her über ein wunderbares Bewässerungssystem, das von ihren Nachfolgern ohne Unterbrechung, Jahrhunderte hindurch, weiter gepflegt und weiter entwickelt worden ist Eine besondere Merkwürdigkeit ist hierbei das „Tribunal de las Aguas" — das Wasser- gericht —, eine Körperschaft mit Gerichts- und Derwaltungsbefugnissen, auf der das ganze Be- wäßerungswesen ruht. Jeden Donnerstag tagt das Tribunal, feit ewigen Zeiten, vor dem Avofteltor der Kathedrale von Valencia unter freiem Himmel, zu- sammengefetzt aus sieben Syndicis, den Vertretern der Nutznießer der sieben Hauptkanäle der Huerta, die alle selbst arbeitende Bauern sind und von ihresgleichen gewählt werden. Das Tribunal genjeßt unbedingte Autorität; wer sich seinem Spruch, der die Streitiakeiten schlichten soll, nicht füflt der bleibt ohne Wasser. So haben soziales Empfinden und Traditionsgebundenheit die Lebensvoraussetzungen in der Huerta bis auf den heutigen Tag erhalten. Von Valencia führt der Weg nach Südwesten über Alcira und Carcagente durch Reis- und Getreidefelder, durch reiche Dbftbaumbeftätibe mit Iohan- nisbrotbäumen und allen anderen südlichen Sorten, durch Drangenhaine und Palmenbestände, unter die sich die zur Seidenraupenzucht benötigten Maulbeerbäume mischen, durch eine wahrhaft paradiesische Landschaft bis in das hügelige Gebiet der Stadt Iativa, der Alfonso Borja entstammt, der Begründer des Geschlechtes der berühmten Bor- gias. lieber Alcoy, einer Stadt mit 40000 Einwohnern, mit Papierfabriken und Webereien, gehl es über das Gebirge nach Alicante weiter. Der Küstenweg von Valencia dorthin führt über Gan - dia, das inmitten der reichsten und bevölkertsten Huerta liegt, und über den kleinen, reizvollen Hafen D e n i a. Im dritten Jahrhundert v. Chr. von Hamilcar Barcas gegründet, ist Alicante heute mit seinen 75 000 Einwohnern einer der wichtigsten Hälen des Mittelmeerspaniens. Rosinen. Mandeln, Del, Süßholz, Spartgras und Frühgemüse verlaßen das Land über diese Stadt, in der während des jetzigen Bürgerkrieges der Gründer der spanischen Falange, Antonio P r i m o de Rivera, von den Roten gefangengehalten und Schutzwall Andalusiens, hin ausholt. Sein Drang zum Mittelmeer wird im Osten und Süden gehemmt von gewaltigen Gebirgsbarrieren, die zerrissen, ragend und kahl den Zugang zu den paradiesischen Gefilden des Küstengebietes versperren. Der Mannigfaltigkeit der Landschaften entsprechend sind auch ihre Bewohner verschieden. Neu- kastilien und die Mancha beherrscht der Geist den Der größte spanische Dichter, Cervantes, für alle Zeiten charakterisiert hat und der als Der Geist Spaniens schlechthin bezeichnet wer- Den kann. Ihm ist auch Der Aragonier untertan. Urwüchsig und primitiv neigt er nicht selten zu extremen Ansichten. Er ist allerdings mehr intuitiv als bewußt denkend, dazu unnachgiebig und zah Um abhängig, stolz und ausgesprochen individualistisch tritt er uns, von der Meisterhand Goyas gezeichnet entgegen. Ganz anders ist die im Raume des alten Königreiches von Valencia lebende Bevölkerung. Leidenschaftlich, spontan, ausdrucksvoll und farbenfroh lebt sie leichtsinnig und lebensbeja- , hend im Diesseits, ohne sich viel Sorgen um das Morgen zu machen. Der tief innerlichen Religiosität des Kastiliers gegenüber wirkt ihre religiöse Betätigung ehtzr wie spielerischer Aberglauben. Der Maler S o r o l l a und der Dichter Blasco Ibanez, der durch seinen propagandistischen Einsatz zu Gunsten der Entente während des Weltkrieges unrühmlich bekannt geworden ist, sind als die besten Porträtisten des Valencianers anzusprechen. Der heitere, anmutige Andalusier endlich, der untrennbar oon seinen Blumen und seinen Liedern ist, vervollständigt das Bild der Vielheit, das im roten Pestspanlen noch eingespannt ist. _ . Nach Madrid die wichtigste Stadt im heutigen Rotspanien ist Valencia, das mit 400 000 Einwohnern den dritten Platz unter den spanischen Städten überhaupt einnimmt. In den leuchtenden Strahlen einer lebenspendenden Sonne blau, golben und weiß blinkend, eingebettet in trächtige Fruchtbarkeit, die der Stadt einen angenehmen ländlichen Charakter bewahrt hat, mit Blumen geschmückt, und mit fröhlichem Jubel in dem Gewirr ihrer engen Gasten — lebt Valencia, von dem das Sprichwort nicht mit Unrecht sagt, es wäre „ein Stück Himmel, Das auf die Erde gefallen ist". In der Geschichte erscheint die Stadt zum ersten Male im Jahre 138 v. Chr. als römischer Besitz. 500 Jahre später wird sie von den Westgoten erobert, um schließlich im Jahre 714 unter die Herrschaft der Mauren zu kommen. 1094 wird die Stadt am Turia vorübergehend uom Cid erobert, nach dessen Tod von Den Mauren zurückgewonnen und endgültig erst 1238 von Jaime I. für das christliche Spanien eingenommen. Während Der spanischen Befreiungskriege hausten Dort Die Franzosen von 1812 bis 1813. Valencias Universität beherbergt in seiner Bibliothek über 60 000 BänDe mit zahlreichen Inkunabeln und Handschriften, während Das „Archivo General Del Reino De Valencia" 19 000 UrfunDen Der Nachwelt erhalten hat. Aber auch auf Dem Gebiete Der Malerei unD BilDhauerei, ebenso wie auf Dem Der Architektur birgt Valencia wertvolle Schätze. Im HanDel spielt Die StaDt mit ihrem Hafen El Grao eine bebeutfame Rolle. Sie ist Der Hvuptaussuhr- hafen Der spanischen Levante für Apfelsinen, Wein, Den NorDatlantik mit Hilfe von Flugbooten einzurichten, Die in Der Luft mit Treibstoff versehen roerDen sollen. Oie Lustaufrüstung der Vereinigten Staaten. Washington, 2. März. (Europapreß.) Der Haushaltsausschuß Des Repräsentantenhauses hat den für das Kriegsministerium bestimmten Kredit im Rahmen des am l.Juli beginnenden Haushaltsjahres 1939/40 in Höhe von 499 Millionen Dollar (1200 Millionen Mark) genehmigt. Das ist der größte Jahreshaushalt des Kriegsmini- steriums feit dem Weltkrieg U. a. wird das Kriegsministerium zur sofortigen Ausgabe von 50 Millionen ermächtigt, Die zur Beschaff uin g von 551 Kampfflugzeugen bestimmt sind. Zusammen mit dem schon früher bewilligten Betrag erhält die Armee dadurch Mittel zur Be» f dwif f ung von 1690 Militärflugzeugen innerhalb von 18 Monaten. Von Den 6000 Flugzeugen, Die Die amerikanische Armee künftig zählen wird, sind damit bis fetzt sur 3 2 0 0 Flugzeuge die Mittel bewilligt. Australiens stehendes Heer. C o n b e r r a, 3. März. (Europapreß.) Das australische Bundeskabinett hat sich für ein stehendes Heer in Stärke von 10 000 Maun entschlossen. Ein derartiger Vorschlag war kürzlich von Generalleutnant E K. Squires, dem Generalinspekteur des australischen Bundesheeres, gemacht worden. Von 1911 bis 1929 beruhte die australische Militärpolitik auf dem Grundsatz einer allgemeinen Ausbildung in Form eines Dolksheeres. Seit 1929 wurde Der Status Der ZwangsausbilDung fallen gelaßen. EnDe 1938 betrug Die Stärke Des stehenDen Heeres etwa 2500 Mann, währenD Die seit 1929 eingeführte Miliz 35 000 Mann stark war. Oie Kosten de« CbinakriegeS Tokio, 2. März. (DNB.) „Tokyo Asahi Shimbun" berechnet nach Der Bekanntgabe Des zusätzlichen Wehrmachtsetats in Höhe von 5,270 MilliarDen Yen Die bisherigenGesamtaus- gaben für Den Chinakonflikt auf 11,990 MilliarDen. Das entspräche einer Belastung von 1 2 0 Penauf Den Kopf Der japanischen Bevölkerung. Somit roürDen Die Kosten für Den japanisch-russischen Krieg um ein Siebenfaches Überboten. Durch Diese Zahlen werDe aber auch, so meint Das Blatt. einDeutig Das Ausmaß Des Chinakonfliktes oerstänDlich. für Dessen UeberroinDung das gesamte : japanische Volk entschlossen zusammenstehen müsse. Besuch Chamberlains in der Sowietbotschast. • LonDon, 2. März. (DNB.) Der sowjetrufsische ( Botschafter Maisky veranstaltete am Mittwoch- ; abend in der sowjetrussischen Botschaft in London - einen Empfang, Dem auch Ministerpräsident Cham- vom Reichsministerium.für Volksaufkläruna und Propaganda nahm dann das Wort. Es entspricht, führte er u. a. aus, dem Charakter des Deutschen, das, was er tut, gründlich und aut zu tun. Es gibt nirgendwo in der Welt einen Arbeiter, der sich wie der deutsche gewissenhaft und lernbegierig seiner Aufgabe widmet. Eine wichtige Hilfe hierbei sind FachzeitungundFachbuch. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hatte es sich von feinem Bestehen an zur Aufgabe gemacht, auch das Fachbuch mit allen Mitteln zu fördern. In der Abteilung Schrifttum unseres Ministeriums wird zunächst das gesamte Fachschrifttum erfaßt und in Lektoraten gesichtet. Als Ergebnis dieser Sichtung werden von den jährlich 5000 neu erscheinenden Fachbüchern die zu einer Fach b u ch - H ft e zusammengestellt, die deutschen werktätigen Volksgenossen für ihre berufliche Aus- und Fortbildung besonders empfohlen werden können. , s Ich habe in der Zeit meiner praktischen handwerklichen Tätigkeit, während des mehrsemestrigen Besuches einer Fachschule und später bei meiner Ausbildung und mehrjährigen Tätigkeit als Fachlehrer Fachbücher verschiedenster Art und der verschiedensten Berufe zur Genüge kennengelernt. Wenn auch in den letzten Jahren die Zahl Der wirklich ver- roenD baren Fachbücher erfreulicherweise zugenommen hat, ist Der Prozentsatz Der Fachbücher Doch noch sehr hoch, Die für Den praktischen Gebrauch keinen Wert haben. Seiber verfällt Der Autor von Fachbüchern zu leicht in Den Fehler, bei Dem Leser zu viel Vorkenntnisse vorauszusetzen. In den meisten Fällen ist es wichtig und notwendig, bei dem Lernenden ein Minimum an Wissen an- zimehmen. Je einfacher und ausführlicher die einzelnen Fragen im Fachbuch behandelt werden, desto schneller werden sie in den Wissensschatz des Lernenden übergehen. Der Verfasser von Fachbüchern für reine Berufsausbildung sollte nur das zu Papier bringen, was er selbst wirklich einwandfrei beherrscht und was er selbst zu der praktischen Berufsausbildung des Nachwuchses pädagogisch erprobt hat. Er sollte aber nicht einen dicken Walzer zusammenschreiben, dessen Inhalt er für sich selbst noch nicht ganz verarbeitet hat. Fachbücher nut langem Verzeichnis der Quellenangaben sind von meiner späteren praktischen Berufsausbildung ist mir nur wenig von dem wiederbegegnet, was einen breiten Raum des Fachbuches einnahm. Die meisten Fachbücher setzen zu viel voraus, sind zu umfangreich und werden von den Lernenden nie ganz durch- qearbeitet. Sie bleiben dann unbenutzt liegen, den Käufer reut sehr bald das ausgegebene Geld, und für Den Kauf von neuen Fachbüchern ist ihnen die Luft vergangen. Auch das äußere Format eines Fachbuches sollte nach Möglichkeit so gehalten fein, daß es vom Lernenden in die Rocktasche gesteckt werden kann und so zum ständigen Begleiter und Berater wird. Auch das beste Fachbuch mutz immer wieder von neuem zur Hand genommen unö Durchgearbeitet roerDen. Wenn auch in Fachbüchern nicht ausgesprochen politische Fragen bekanDelt roerDen, ist es Doch unerläßlich. Daß das Fachbuch i n her Gesamthaltung unseren Auffassungen entspricht. Es ist undenkbar, heute ein Fachbuch zu schreiben, das z. B. der Bedeutung Der Arbeiten des Vierjahresplanes nicht ausreichend gerecht wird. Ich bin überzeugt davon, Daß Die Fach- buchroerbung Das ihre Dazu beitragen wird die es große Ziel zu erreichen. Das wird um so leichter und sicherer der Fall sein, je mehr wir uns bei Der Arbeit von Dem GrunDsatz leiten lassen: „Ans der Praxis für Die Praxi s". berlatii unb mehrere Mitglieder des britischen Kabinetts beiwohnten. Die Londoner Presse weist darauf hin, daß Chamberlain damit zum erstenmal einer Einladung zu einem Empfang in der sowjetrussischen Botschaft gefolgt sei, und daß bisher noch kein Führer der britischen Konservativen Partei in seiner Stellung als Ministerpräsident an einem Empfang eines Vertreters Sowjetrußlands teilgenommen habe. Wer wird Präsident der Republik? Um eine Kandidatur Daladiers. E. F. Paris, 2. März. Die Wahl des neuen französischen Präsidenten der Republik am 6. April ist dadurch plötzlich in den Vordergrund gerückt worden, daß zahlreiche Parlamentarier dieser Tage beim Ministerpräsidenten Daladier vorstellig geworden sind, um ihm die Kandidatur für den höchsten Posten der französischen Republik anzubieten. Daladier hat jedoch allem An- sä-ein nach keinerlei Beschluß gefaßt. In politischen Kreisen, die dem Ministerpräsidenten nahestehen, wird befürchtet, daß Daladier in die Falle seiner politischen Gegner gehen könnte, die gerne sehen würden, daß Daladier non dem praktisch viel wichtigeren Posten des Regierungschefs zurück tritt. Andererseits wird daran erinnert, daß eine politisch so markante Persönlichkeit wie Daladier selten zum Staatspräsidenten gewählt worden ist. So sind kurz nach dem Kriege Clemenceau und weiter Briand, als sie auf der Höhe ihres Ruhmes standen, in Versailles geschlagen worden. In rechtsgerichteten Kreisen würde man es daher gerne sehen, wenn der gegenwärtige Staatspräsident Lebrun sich erneut für sieben Jahre wählen lassen würde, damit Daladier selbst die Geschicke des Landes weiterhin leiten kann. Man ist überzeugt, daß eine Entfernung Daladiers von dem Posten des Regierungschefs eine Aera politischer und -parlamentarischer Unruhe einleiten würde. Deutschland wieder in der Oonaukommission. Bukarest, 2. März. (DNB.) Hier wurde ein Abkommen unterzeichnet, durch das Deutschland wieder in die europäischeDonaukommission eintritt, in der es seit dem Diktat von Versailles nicht mehr vertreten war. Gleichzeitig hat I t a l i e n den Beschlüssen der Tagung von Sinaia der europäischen Donaukommission zugestimmt. Dieses im August 1938 getroffene Abkommen, das zunächst nitr von Rumänien, England und Frankreich unterzeichnet worden war, stellte auf der unteren Do- z n a u von Braila bis zur Mündung die volle staatliche Hoheit Rumäniens wieder her und beschränkte die Rechte der europäischen Donaukommission dahingehend, daß sie in Zukunft die Schiffahrt und die Arbeiten zur Instandhaltung der schiffbaren Wasserrinne zwar überwacht und leitet, jedoch keinerlei vollziehende Gewalt mehr ausübt, die völlig auf den rumänischen Staat übergegangen Das Deutsche Reich ist wieder in die Europäische Donaukommission eingetreten, aus der es auf Grund der Bestimmungen des Versailler Diktats ausscheiden mußte. Man hat zwischen zwei Donaukommissionen zu unterscheiden, zwischen der europäischen und der internationalen. Die erste Kommission wurde auf Grund der Bestimmungen des Pariser Friedens vom Jahre 1856 gebildet. Dieser Vertrag schränkte die Rechte der Rumänen im Donaudelta, und zwar von Braila abwärts bis zum Schwarzen Meer wesentlich ein. Aufgabe der Kommission, die sich im wesentlichen aus Anliegerstaaten oder unmittelbar interessierten Nationen zusammensetzte, war es, alle Fragen des Schiffahrtsverkehrs auf dem unteren Teil der Donau zu regeln und vor allem dafür zu sorgen, daß die Mündungsarme schiffbar blieben. Deutschland gehörte dieser Kommission seit deren Gründung an. In Versailles wurde nun bestimmt, daß lediglich England, Frankreich, Italien und Rumänien Mitglieder dieser Kommission sein sollten. Rumäniens souveräne Rechte blieben nach wie vor beschränkt. Für die Donau von Braila flußaufwärts bis Ulm wurde die Internationale Donaukommission gebildet, in der die Entente ebenfalls den Tön angab, obwohl sie mit diesem Teil der Donau nichts zu tun hatte. Man sicherte sich aber Sitz und Stimme, um auch hier wie in anderen Ausschüssen Deutschland überrstimmen zu können. Mit der Wiederherstellung der Souveränität des Reiches durch den Führer fiel die Internationalisierung der Ströme, also auch der Donau. Deutschland schied aus der Internationalen Kommission aus. Diese saß in Wien, jetzt hat sie in Belgrad ihre Zelte aufgeschlagen. Im vorigen Jahre wurde nun endlich auf der Konferenz von Sinaja die Souveränität Rumäniens im Donau-Delta hergestellt, ein Vorgang, der von unserer Seite begrüßt wurde. Deutschland ist jetzt auf Wunsch Rumäniens in die Europäische Donaukommission zurückgekehrt, in der es nur Gleiche unter Gleichen gibt. Beschlüsse der deutsch- tschecho-slowakischenSonderkommission Berlin, 2. März (DNB.) Auf der im Reichsministerium des Innern unter dem deutschen Vorsitzenden Regierungspräsident Dr. B r e s g e n abgehaltenen Tagung der deutsch-tschecho-slowakischen Sonderkommission wurde u. a. die Rückgabe des überwiegenden Teiles der seinerzeit aus dem Staatsbad St. Joachimsthal abtransportierten Radiumpräparate, der ärztlichen und Laboratoriumsinstrumente sowie der nach Prag geschafften Einrichtungsgegenstände, Teppiche und des Silbers der staatlichen Hotels (Mirakel und Palasthotel) festgelegt, so daß der Wiederaufnahme des Badebetriebes in dem nunmehr dem Reich gehörenden Bad St. Joachimsthal nichts mehr im Wege steht. Wegen der Rückgabe des restlichen Teiles des Radiums soll in kürzester Zeit Regelung erfolgen. Weiterhin wurde die sofortige Rückgabe der zum Teil außerordentlich wertvollen abtransportierten Kun st schätze des Landesmuseums Troppa u vereinbart sowie die Rückerstattung der Geräte und des Inventars der im Sudetenlande befindlichen Eichämter. Erwähnenswert ist noch die Rücktransportierung der aus dem abgetretenen Gebiet nach dem Innern der Tschecho-Slowakei abtransportierten Straßenbaumaschinen. Dem Antrag der tschecho-slowakischen Regierung auf Rückerstattung der im Eigentum tschecho-slowakischer Firmen stehenden im abgetretenen Gebiet zurückgelassenen Baumaschinen und Bauinoentars wurde gleichfalls stattgegeben. Oer Mangel an Lehrkräften für die Volksschule. Berlin, 2. März. (DNB.) Der Reichserziehungsminister hatte die Direktoren der deutschen Hochschulen für Lehrerbildung zu einer Arbeitstagung in Braunschweig versammelt, die vom Chef des Amtes für Erziehung im Reichs- erziehungsmimsterium, Ministerialdirektor Prof. Dr. Hol selber, geleitet würbe. Die Direktoren konnten sich hier mit den Plänen vertraut machen, bie dem Mangel an Lehrkräften für die Volksschulen abhelfen sollen. Den Besprechungen schloß sich eine Besichtigung der Bernharb-Rust-Hochschule für Lehrerbildung an. Der Fürst von, Liechtenstein beim Führer. Berlin, 2. März. (DNB.) Am Donnerstagmorgen traf ber Fürst von Liechtenstein zu einem Besuch beim Führer in der Reichshauptstadt ein. Zur Begrüßung auf dem Anhalter Bahnhof hatten sich im Auftrage des Führers Staatsminifter und Ehef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, im Auftrage des Reichsnünifters des Auswärtigen von Ribbentrop der Chef des, Protokolls, Gesandter von D o e r n b e r g , .eingefunden. In der Begleitung des Fürsten befinden sich Regierungschef Dr. Hoop, der stellvertretende Regierungschef Dr. Vogt, Kabinettsdirektor Martin und Kabinetts- sclretar Ritter. Der Führer empfing den Fürsten von Liechtenstein zusammen mit seinem Regierungschef Dr. Hoop mittags in der neuen Reichskanzlei, wo ihm im Ehrenhof militärische Ehrenbezeigungen erwiesen wurden. Vorher hatte b-er Fürst von Liechtenstein am Ehrenmal Unter ben Linden einen Kranz niedergelegt und anschließend dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop einen Besuch abgestattet. Der Reichsaußenminister gab zu Ehren des Gastes ein Frühstück im Hotel Kaiserhof. Ein Konzertabend beimFührer Deutsche Wirtschaftler und deutsche Künstler spendeten über zwei Millionen für das Winterhilfswerk. Berlin, 3. März. (DNB.) Der Führer empfing heute führende Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft zu einem Konzertabend in seinem Hause. Im Dienste des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes haben ihre Kunst hierbei zur Verfügung gestellt die Kammersängerinnen Erna Berger, Maria C e b o t a r i, Martha Fuchs, Tiana Lemnitz, Maria Müller, Margret Pfahl, Hildegard R a n c z a k, Fritzi Rudolf und Carla Spletter, ferner die Kammersänger Rudolf Bockelmann, Professor Josef von Manow a r ö a , Helge Roßwänge, Franz Völker, Heinrich Schlusnus und am Flügel Professor Michael Haucheisen. Aus freiwilligen Spenden der Gäste dieses Abends ergab sich ein Betrag von über zwei Millionen Reichsmark, den die Künstler dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt haben. Damit ist das Zeichnungsergebnis des gleichen Abends im Vorjahre mehr a l s verdoppelt. Appell der politischen Leiter Hessen-Nassaus vor Dr. Ley. NSG. Anläßlich seiner Anwesenheit in Frankfurt a. M. besichtigt der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. L e y in Begleitung von Gauleiter Sprenger nach Eröffnung der II. Reichstagung für Volksgesundheit und Genuhgifte auf dem Sportfeld in der Gauhauptstadt 2150 Politische Leiter des Gaues Hessen-Nassau. Anschließend nimmt er den Vorbeimarsch ab. Der Appell, der erst.für Juni festgesetzt war, soll dazu dienen, dem Reichsorganisationsleiter ein Bild von dem Stand der Uniformierung und Ausbildung der Politischen Leiter im Gau Hessen-Nassau zu geben. Die 2150 Politischen Leiter des Gaues Hessen- Nassau, bie an bem Appell teilnehmen, marschieren am Sonntag um 13.45 Uhr auf bem Sportfeld auf. Um 14 Uhr trifft Reichsorganisationsletter Dr. Ley ein, ber mit Gauleiter Sprenger bie Front ber angetretenen Politischen Leite^abschreitet. Anschließenb nimmt Dr. Ley eine Einzelbesichtigung vor. Nach einer Ansprache an bie Politischen Leiter stellt Gauleiter Sprenger bem Reichsorganisationsleiter bie Gauamtsleiter unb bie Kreisleiter bes Gaues vor, an bie Dr. Ley gleichfalls eine Ansprache richtet. Den Abschluß bes Appells bilbet ein Vorbeimarsch der Politischen Leiter vor Dr. Ley auf ber Mörfelder Lanbstraße gegenüber bem Haupteingang des Sport- feldes. „Gebt die deutschen Kolonien zurück." „Sic sind uns anvcrtrautes Gut, nicht unser Eigentum." London, 3. März. (DNB. Funkspruch.) Der Daily Expreß setzt sich mit' einer Deutlichkeit, wie man sie nur selten in der englischen Presse antrifft, energisch für bie Rückgabe ber deutschen Kolonien ein. Das Blatt schreibt: .Gebt die deutschen Kolonien zurück! Behaltet diesen Besitz nicht länger. Sie sind nur unser anvertrautes Gut, nicht aber unser Eigen- tum. Und wir würden einen Vertrauensbruch begehen, wenn wir versuchten, uns diese anzueignen. Was aber noch mehr zählt, ist, daß wir sie nicht unferem (Empire einfach einverleiben können. Das machen die Bedingungen, unter deyen uns die Kolonien anvertaut wurden, unmöglich. Wir haben die Kolonien lediglich übernommen, weil wir erklärte^, daß die Deutschen nicht fähig seien, sie zu regieren. Nachdem wir aber jetzt Deutschland diesbezügliche Rechte anerkannt haben, müssen wir die Kolonien auch wieder zurückgeben." Dieser Aufruf desjenigen Londoner Blattes, bas die höchste Auflage hat (annähernd 2,5 Millionen), ist um so beachtlicher, als der „Daily Expreß" ber stärkste Vertreter ber sogenannten Jsolierungs- Politik ist. Das Blatt ist stets in allen weltpolitischen Fragen für ben Gedanken des britischen Empir'es eingetreten und hat sich immer dafür eingesetzt, daß England sich nur um fein Empire, nicht aber um die Angelegenheiten anderer Staaten kümmern solle. Einheitliche Sinstellungs- und Ausbildungsgrundsahe für alle SealMeMusvalMn Berlin, 2. März. (DNB.) Eine Verordnung über bie Vorbildung und Laufbahnen ber deutschen Beamten regelt bie Einstellungs- unb Ausbildungs- grundsätze einheitlich für alle Laufbah> nen der Beamten, die (in teilweiser Abänderung der bisherigen Benennungen) die Beamten des einfachen, des mittleren, des gehobenen und des höheren Dienstes umfassen. Der Neuregelung des Schulwesens Rechnung tragend, bestimmt bie Verorbnung das Maß der schulischen Vor - und Fachbildung, das von den Anwärtern für die vier Laufbahngruppen aller Verwaltungen gefordert werden darf und beseitigt damit die überspitzten Forderungen eines ungesunden Berechtigungswesens. Zugleich wird die Zersplitterung des Liuf- bahnrechtes in den einzelnen Verwaltungszweigen in den Ländern, Gemeinden und übrigen Körperschaften des öffentlichen Rechts beseitigt. Während Marktstraße 4-8 XTILHAUS GRAF IWWMM Unsere Frühjahrs-Neuheiten sind eingetroffen! 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Die Strom- und Gasaelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei, der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. 1512A Vom 16. März 1939 ab wird die Strom- und Gaslieferyng bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Dezember 1938 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 1. März 1939. Direktion der Stadlwerke Gießen.________ «in Quell d. Freud« für den Naturfreund MMtes Leven Meine Kreatur in Wasser. Busch unb Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit er- 'äuternden Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener. Universität Berlin Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bilö» folgen aus dem reichen leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am B«, obachten ist ein wert, volles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ift, die Liebe auch xum kleinsten Naturgesche- ben zu erwecken. Gebunden NM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilb. 2D er beblättert Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu be ziehen I HugoBermühIer Verlag Berlin-Lichterfelde Mündlich können Sie e3nur wenig en sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es eilen „Sie können mir glauben: Mit dem Schmuhlöser Burnus erhallen Sie mühelos und schonend wirklich saubere Wäsche!" 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Stelle verlangt wird. hobenen Dienstes vielfach das Abitur gefordert wurde, genügt nunmehr das Abschlußzeugnis einer anerkannten vollausgestalteten Mittelschule oder eines als vollausgestaltct anerkannten Aufbauzuges einer Volksschule. Kein Bkwerber darf vor anderen deshalb bevorzugt werden, weil er eine höhere Schul- oder Fachbildung hat als für die betreffende Z.B. bisher zum Eintritt in die Laufbahn des g°-N°n DertninberL Der Zahlungsmittel um- -- ' • " - —c—k—.i (auf stellte sich Ende Februar auf 10 061 Millionen Reichsmark gegenüber 9285 Mill. RM. am Ende der Vorwoche, 9915 Mill. RM. am Dormonatsschluß und 7219 Mill. RM. Ende Februar 1938. Die Goldbestände sind mit 70,8 Mill. RM. weiterhin unverändert geblieben, während die deckungsfähigen Devisen einen Rückgang um 241 000 RM. auf 5,55 Mill. RM. erfuhren. Die Aufgaden der Werkscharen. Erziehung des Menschen am Arbeitsplatz ist die Aufgabe, deren Träger die Werkscharen sind und zu deren Erfüllung KdF., Berufserziehung und Gesundheitsführung dienen. Entsprechend ist die Werkschararbeit in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt worden, eine Arbeitsgruppe Volksgesundheit, eine Arbeitsgruppe Berufserziehung und'eine Arbeitsgruppe Kraft durch Freude. In etwa 12000 Betrieben sind heute rund 360000 Werkscharmänner tätig. Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Volksgesundheit sollen in jedem Arbeitskameraden den Willen zu einem gesunden und starken Menschen wecken und erhalten. Die Aufgaben der Arbeitsgruppe Berufserziehung sind gekennzeichnet durch den Leistungskampf der Betriebe und durch den Berufswettkampf aller Schaffenden. Vom Amt Werkschar und Schulung werden die weltanschaulichen Aufgaben für die Erwachsenen erarbeitet, durch ein besonderes Bewertungssystem besteht die Möglichkeit, die Beantwortung der Fragen in den verschiedenen Altersklassen zu ermitteln. Die Arbeitsgruppe Kraft durch Freude findet ihre Aufgaben in den Arbeitsgebieten Schönheit der Arbeit, Reisen, Wandern und Urlaub, Sport, Feierabend und Volksbildungswerk. Als Mittel der Freizeit- und Feiergestaltung im Betrieb stehen heute neun Gaumusikzüge, 975 Musikzüge, 1890 Werkkapellen, 177 Streichorchester, 131 Werkorchester, 2931 Spielmannszüge, 21 Fanfarenzüge und 3990 Musikgruppen zur Verfügung. Dem Amt Werkschar und Schulung obliegt die Ausrichtung der für die Freizeitarbeit in den Betrieben bestehenden Gemeinschaften, Einsatz und Verwendung unterstehen der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Zu den Aufgaben der Werkscharen gehören auch die Durchführung von Betriebsappellen und Betriebs-Feiern sowie die Ausrichtung für die Mitwirkung bei den Feiern der Nation. Oie Reichsbank im Februar. Berlin, 2. März. (DRV.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 28. Februar 1939 hat sich die gesamte Kapitalanlage der Reichsbank in der letzten Februarwoche um 898 auf 8370 Millionen Reichsmark erhöht. Die Beanspruchung ist durchaus normal und liegt im Vergleich zum Vorjahr noch um 30 Millionen Reichsmark niedriger. Der größte Teil der Zunahme entfällt mit 853 Millionen Reichsmark auf das Wechselkonto, das nun 7333 Millionen Reichsmark beträgt. Die sonstigen Aktiva sind um 1QP auf 1533 Millionen Reichsmark zurück- gegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 1105 Mill. RM. eine Zunahme um rund 20 Millionen RM., und zwar haben sich die Guthaben der Privatwirtschaft erhöht, diejenigen öffentlicher Sttzl- Kleine politische Nachrichten. Aus Anlaß der Feier des Tages der Luftwaffe sind an den Weihestätten im Ehrenhof des Reichsluftfahrtministeriums auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, Kränze zum ehrenden Andenken der gefallenen Helden niedergelegt worden. Das italienische Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, mit dem der Senat und die neue Kammer der Fasci und Corporazionen zur E n t - gegennahme der Thronrede am 23. März in gemeinsamer Sitzung einberufen werden. Gleichzeitig enthält das Dekret die Auflösung der alten Kammer. Die Kaiserin von Japan wurde am DoN- nerstagnachmittag von einer Tochter entbunden. Mutter und Kind befinden sich wohlauf. Es ist dies die vierte Tochter des japanischen Kaiserpaares, das außerdem zwei Söhne hat. Auf Grund einer englisch-japanischen Vereinbarung wurde der seit Beginn der japanisch-chinesischen Feindseligkeiten in Südchina zum Stillstand gekommene Schiffsverkehr zwischen Hongkong und Kanton in beschränktem Umfange wieder ausgenommen. Es wurde vereinbart, daß wöchentlich einmal ein japanischer Dampfer und alle 14 Tage ein englischer Dampfer die Verbindung aufrechterhalten soll. Nach einer Meldung aus Malta will die britische Regierung die Artillerie in Malta aus S o l l st ä r k e bringen. Zu diesem Zweck wurde ein Rekrutierungsfeldzug eröffnet. Auch Malteser können sich melden. Es sollen zwei neue Kasernen errichtet werden Die Maßnahme ist ein" Folge des Besuches des Kriegsministers Höre Belisha im vorigen Jahre auf Malta. Aus aller Wett. Explosionskatastrophe in einem japanischen Waffenarsenal. Line Explosionskataslrophe ereignete sich in einem großen Daffenarsenal in der Nähe von Osaka. Das Unglück ist nach den bisherigen Ermittlungen auf die Unachtsamkeit eines Arbeiters zurückzuführen. Am Ende einer Arbeitsschicht waren einige Arbeiter damit beschäftigt, Granaten zu stapeln. Dabei glitt einem Arbeiter eine Granate aus den Händen, schlug auf den Boden auf und entlud sich. Durch die Explosion entstand nicht nur der verheerende Brand, auch andere Geschosse wurden in wenigen Sekunden zur Explosion gebracht. Rach den letzten Feststellungen beträgt die Zahl der Toten etwa 60; 500 Personen wurden verletzt. Etwa 800 Häuser in der Umgebung sind zerstört. Hungersnot und Grippe auf einer Atlantikinfel. Ein Notruf von der kleinen Jnfel Tory, die im Atlantischen Ozean vor der irischen Küste liegt, besagt, daß die dreihundert Einwohner am Verhungern und die meisten Kinder an Grippe erkrankt sind. Die Insel hat vor fünf Wochen ihre letzten Nahrungsmittel erhalten. Seitdem haben Stürme das Anlaufen von Schiffen verhindert. Zwei Heeresflugzeuge verließen jetzt Dublin, um Lebensmittel abzuwerfen, doch wurde die eine der beiden Maschinen durch die Gewalt des Sturmes zur Umkehr gezwungen. Bis zur Stunde weiß man noch nicht, ob das zweite Flugzeug erfolgreicher gewesen TNordprozeh Weidmann in Paris. Arn 10. März beginnt nach bald ISmonatiger Voruntersuchung in Paris der Schwurgerichtsprozeß gegen den deutschen Emigranten Weidmann und dessen französischen Komplicen. Weidmann wird sich wegen der sechs von ihm zwischen Juli und November 1937 begangenen Raubmorde zu verantworten haben. Weidmann wurde, wie erinnerlich, am 10. Dezember 1937 in dem Villenvorort Saint Cloud nach heftigem Widerstand festgenommen. Der geständige Mörder hatte seine Opfer im Keller und im Garten seines Landhauses eingegraben. Der Prozeß wird in der französischen Oesfentlichkeit mit dem des vor 20 Jahren zum Tode verurteilten Frauenmörders Landru verglichen. Schach-Ereignisse 1939. Der Großdeutsche Schachbund gibt für die Sommerspielzeit ein umfangreiches Programm schach- licher Veranstaltungen bekannt. Die Meister- schaftvon Deutschland wird vom 20. August bis zum 2. September wieder in Bad Oeynhausen ausgetragen werden. Vorentscheidungen dazu bilden ein Meisterturnier in Bad Elster vom 4. bis 11. Juni sowie Wertungsturniere im April in Bad Warm- brunn, Karlsbad und Krefeld. Die deutsche Dereins- meisterschaft um den Hans-Schemm-Wan- derpreis wird in der Endrunde zu Pfinsten in Stuttgart abgeschlossen werden. Einen Entscheidungskampf um die schachliche Vorherrschaft in Europa wird das Zusammentreffen zwischen Ungarn, dem Olympiasieger von 1936, und Großdeutschland am 15. und 16. April in Karlsbad bilden, an dem 50 der stärksten Spieler beider Länder beteiligt sind. Im Juli wird eine Mannschaft des Großdeutschen Schachbundes in Buenos Aires an den Länderkämpfen des Weltschachbundes und an der Damenwelt- m e i ft e r f d) a f t beteiligt sein. Internationale Meisterturniere finden in Stuttgart und Bad Harzburg statt. Die Kämpfe des Sommers werden ihren Abschluß in der Veranstaltung vom 3. bis 17. September in München finden, die neben bedeutenden internationalen Meisterturnieren nationale Mannschaftskämpfe bringen wird. Lastauto vom Zuge gerammt: Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. An der österreichischen Bahnstrecke zwischen Melk und St. Poelten ereignete sich bei Markersdorf ein schweres Derkehrsunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Lastkraftwagen aus Köln fuhr gegen das Bahngeleise, als ein Güterzug in voller Fahrt herankam und den Lastwagen rammte. Der Lastkraftwagen wurde von der Lokomotive mehrere hundert Meter mitgeschleift. Der Lenker des Kraftwagens, Wilhelm Wurt, und der Polier Josef Wagner, beide aus Köln, wurden getötet, zwei Mitfahrer wurden schwer verletzt. Schwerer Sandsturm in Argentinien. Das Gebiet von Bahia Bianca im Süden der Provinz Buenos Aires wurde von einem ungewöhnlich schweren Sandsturm heimgesucht. Alle Fahrzeuge mußten mittags die Beleuchtung einschal- ten, weil die dichten schwarzbraunen Staubwolken alles in fast nächtliche Finsternis hüllten. In aller Hast wurden im ganzen Gebiet Fenster und Türen abgedichtet. Der Bevölkerung bemächtigte sich zum Teil großer Schrecken, da der Sandsturm mtt einer seit 50 Jahren nicht mehr erlebten Heftigkeit auftrat und von vielen als Vorbote eines Erdbebens angesehen wurde. Die Auswirkungen des Sandsturmes machten sich bis auf eine, Entfernung von 800 Kilometer bemerkbar. Selbst in den Vorstädten von Buenos Aires ging noch Sand nieder. Wetterbericht Der hohe Luftdruck, der Westdeutschland schon am Freitag heiteres Wetter mit Höchsttemperaturen über + 10 Grad brachte, hat sich noch weiter verstärkt. Bei schwachen südlichen Winden kann daher noch mit der Fortdauer des sonnigen Frühlingswetters gerechnet werden. Vorhersage für Samstag: Meist heiter, trocken, tagsüber sehr mild, schwache Winde. Vorhersage für Sonntag: Noch keine wesentliche Aenderung des bestehenden Wetters wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 2. März: mittags 8,8 Grad Celsius, abends 5,3 Grad; am 3. März: morgens 0,4 Grad. Maximum 9,1 Grad, Minimum heute nacht — 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. März: abends 4,9 Grad ; am 3. März: morgens 3,6 Grad. — Sonnenfcheindauer 6,3 Stunden- Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum- fchein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumfchein. Anzeigenleiter; Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21.1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlfche Unioerfitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom L September 1937 gültig. Frau Katharina Arndt, verw. Kinkel, geb. Lenz 15230 4 ioloreita P i . u„ . I Kaufgesuche Lützellinden. Gro&en-Linden, Klein-Linden, den 2. März 1939. Seltersweg 20. Seltersweg 20. i < Ordentliches,^ Hcta MFUinpie Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. März, um 14 Uhr statt. 1511 O 1.00 1.45 seiner Haltbark, ein Lesend. beliebter Strumpf D.-Llnki-Strninpl, ein eleganter, feiner Strumpf in herrschaftlich. Haushaltgesucht. Kochen kann erlernt werden. in ausgesuchten. langjährig erprob ten Qualitäten ist heute mittag 13.30 Uhr nach einem arbeitsreichen Leben an ihrem 85. Geburtstage nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen.- Heinrich Pfeiffer und Frau Johanna, geb. Kinkel Friedrich Schäfer und Frau Minna, geb. Arndt Hanni Herzog, geb. Pfeiffer Reinhardt und Rudi Schäfer Bert Herzog. Frau Platho Bleichstraße 8. Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Gießen (Kirchstr. 13), Grüningen, Karlsruhe, Essen, Annerod, den 2. März 1939. Heute mittag 1 Uhr entschlief nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Christoph Volk, Weichensteller i. R. im 77. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Montag, den 6. März, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt Größe 775X145 für Wulstfelgen, gebraucht, zu verkaufen. iB29d Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeig. In tiefer Trauer: Katharine Volk, geb. Schwalb Heinrich Volk UL und Frau, geb.Weiß Albert Dörr Heinrich Volk I. und zwei Enkel. Großcn-Buseck, 2. März 1939. Die Beerdigung findet Samstag, 4. März, nachm. 2 Uhr statt. __ _______1524 1 > MtmM zu kauf, gesucht. Schrift.Ang.mit Preis unt. 01053 an d. Gieß. Anz. Suche ver sofort ein i52sD Kiictaäta sowie eilte Win beigutemGehalt u.freier Station. Offerten an Willy Weber ir. Offenbach a. M., Bauernschenke, Bahnhofstraße 2 K Mts (überholt) umgebaut f. Lieferwagen, geeig- net für Metzger oderHändlerjed. Art, Umstände halb, zu verkauf. Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [qims Klavier zu verkauf, oios* Näh. Horst- Wessel-Wall 5. Laden. Zuverläss., saub. Diflöfliea das Kochkenntnisse besitzt zum 1. Zlvril bei gut. Lohn und guter Behandlung ges. 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Heute morgen 9 Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter Großmutter und Urgroßmutter Katharina Aliendörfer, geb.Velten im 78. Lebensjahr. Verdauungssorgen ? Oft liegt es an den Zähnen^ Mdrgens und auch abends mtt Rosodont putzen, erhält die Zähne. Töt 45 Pfg. kann man 2—8 Monate rosodonten. odonf die älteste, die sparsame Zahnpasta WeoMe • e e Lahnstr. / Hannvstr. Kernsprecher 3516 West-Garagen Druckschriften In Heftform ■■■■■■■■■ In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2281 Bei Tanger Gelee- Früchte Sie sorgen durch reine Fruchtwirkung f. reines Blut und regen Stoffwechsel. Einzel-Frucht 15 Pf. 1530A In Packung 56 und 95 Pf. 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Dabei stellte er den Vorzug der Gemeinschaftswerbung durch elne Gebrets- Werbeschrift besonders in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang machte er Mitteilung über das Erscheinen einer ganzen Reihe neuer Landschaftsprospekte aus den verschiedenen Bezirken des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Mam. Bei diesen Neuerscheinungen, deren Gesamtauflage sich auf rund 380 000 Stück beläuft und die für die nächsten zwei Jahre im In- und Ausland werben sollen, befindet sich auch ein neuer Werbeprospekt für Oberhessen, der in einer Auflage von 20 000 Stück etwa Ende April erscheinen wird. Erfülltseins. Lore Fischers klangprächtiger Alt mit satter, besonders in der Tiefe pastoser Farbe, getragen von tattern Fühlen, wär sowohl im „Liber scnptus" dramatisch betont wie auch im „Lux aeterna“ ein Träger des Frommen, Ergebenen,, Prophezeienden. Im „quid sum miser" fügten sich die beiden Frauen- timmen mit dem Tenor zu innerlich schwingender Klangschönheit und Erlebensstärke. Dcis „Ingemisto“ ließ Willy Lorscheider mit Schlichtheit und Nachgiebigkeit seines Vortrags und der weich gestimmten Hingegebenheit in ariose Gebetsstimmung münden. Der Welt des Belcanto innerlich nahestehend, verband Gustav Bley Schönheit des Stimmlichen mit Große der Ausdruckskraft. In besonderem musikalischem Eingehen und Durchleben wuchsen die Momente des „mors stupebit" und im „Confutatis" zu unmittelbarster Eindringlichkeit heraus, durchgliedert und beherrscht von bewußtem musikalischen Impuls, akzentbeschwert zur Höhe hin, packend in seiner Kündung, modulationsvoll und beseelt in der schwebenden Ausdrucksgebundenheit der gesanglichen Linie. Innere Ergriffenheit erfüllte alle, die an dieser hochstehenden Wiedergabe des Reqiems Anteil haben Wölfersheim, Pg. Gauobm. Willi Becker, Frankfurt a.M.; Södel, Pg. Löw, Nassau; Steinfurt Pg. Gagstetter, München; Langenhain, Pg. Ernst Becker, Dabei betonte er auf Grund der bisherigen Erfahrungen, daß für unseren Vogelsberg und für die Wellerau besonders der KdF. -Urlauber v e r - kehr in Betracht kommt und alles getan roeroen muß, um in ständiger Tuchfühlung mit den KdF.- Dienststellen zu bleiben, ferner alle Maßnahmen seilens der Städte, der Gasthausbesitzer u|tp. zu treffen sind, daß sich der KdF.-Urlauber an seinen Erholungsplätzen wohlfühlt. Parks bilden die Grundlage, auf der ähnliche Schutzgebiete über ganz Afrika errichtet werden müssen. Diese Fürsorge kann nicht einem kleinen Lande wie Belgien oder einem Dominion allein überlassen bleiben, sondern muß vor allem von Großbritannien als der ersten Kolonialmacht betrieben werden. Die englische Regierung sollte nach der internationalen Konvention von 1933 solche Parks in allen ihren afrikanischen Gebieten einrichten; bisher ist aber nur ein solcher gegründet, der „Serengetti National Park" in Tanganjika. Die Frage der Zukunft des Tierlebens in Afrika geht aber tiefer, als daß nur Schutzgebiete zu gründen wären. Es gibt noch weite Strecken in Afrika, wo das Wild noch in Fülle auf viele Jahre hinaus zu finden fein wird, ohne daß Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Hier ist vielmehr oft ein Eingreifen zum Schutz der (Ernten^ gegen die Tiere nötig, besonders in den Elefantenländern, wie Uganda, Tanganjika und Teilen von Nord-- Rhodesia. Die „ E l e f a n t e n k 0 n t r 0 l l e ", die man hier für nötig erachtet, hat jedoch dazu geführt, daß ein beträchtliches Hinschlachten erfolgte, und der sich daraus ergebende Nutzen durch den Verkauf von Elfenbein hat die Kontrolle länger ausdehnen lassen, als sie wirklich nötig war. Die Wurzel des Uebels, durch die das Tierleben Afrikas ebenso wie das in anderen Ländern bedroht wird, liegt in den Eingeborenenjagden. In Afrika gibt es schon viel zu viele Gewehre in den Händen der Eingeborenen, die oft veraltete Vorderlader sind und nur verwunden, ohne zu töten. Noch schlimmer ist es damit in Indien, wo die wilden Tiere außerhalb der Waldgebiete, die ihnen vorbehalten sind, in der beunruhigsten Weise verschwinden. Man sagt zwar, daß die Eingeborenen durch Erbe und Ueberlieferung das Recht hätten, so zu jagen, aber die Weißen können als Treuhänder der Schwarzen doch nicht zugeben, daß diese ihr Kapital aufessen. Wenn sie heute alle Tiere, die sie für ihre Nahrung brauchen könnten, töten wollen, wovon wollen sie morgen leben? Man muß also dafür sorgen, daß immer nur soviel Tiere getötet werden, als sie natürlichen hervor; das „Lacrymosa" und vornehmlich das „Offertorium" waren durch die Geschlossenheit und organische Durchdringung des feingegliederten Satzgefüges Momente klanglicher Verinnerlichung. Dem Sopran von Tilla Briem (Berlin) ist jener silbrige Glanz zu eigen, der gerade in den Augenblicken des höchsten Aufwallens des Affektes sich wie eine leuchtende Kuppel über den Gesamtklang legt und ihn krönt, besonders aber, wenn die Stimme so gefügig zum unmittelbaren Jmpulstrüger wird wie hier; dabei wiederum von weicher, schwebender Kraft der Mezza Voce wie im Requiem des „Libera me“, und dennoch von zwingender Bestimmtheit der De^ klamation. In Innigkeit verbanden sich die beiden Frauensolostimmen im Recordare; ausgestimmt im Erleben des Musikalischen und im Künden inneren NSDAP.; Vorwärts, wir 1 im kreise herausgemeißelter Prosilierung, in der doppelchörigen „8anetus"-Fuge und in der Fuge des „Libera me" war die Verwobenheit des Stimmlichen klar und schematisch-plastisch bedingt, von leichten Schwankungen abgesehen. Dem einte sich das Städtische Orchester mit fügsamer Angleichung als das bestimmende Organ der reichen, illustrativen Einzelheiten, als Träger der Ueberleitungs- und Zwischengedanken bei gediegener Schönheit der einzelnen Jnstrumentalwerte in allen Gruppen, Streichern und Bläsern. Realistisch in den Klangakzenten des „Dies irae", stimmungsgebunden und stimmungstragend im Offertorium, war das Orchester den Solisten williger Helfer und Förderer. Das Soloquartett entsprach mit seiner stimmlichen Beseeltheit dem Willen des.Werkes, mit einer inneren Hingegebenheit, die unmittelbar zu Herzen sprechen mußte, an die Aufgabe. Es war erstaunlich, und das ehrt die beteiligten Solisten ganz besonders, wie sich die vier Stimmen zu einem lebendigen Organismus fügten, ohne dabei an individueller Ausgeprägtheit zu verlieren. So wurde das Quartett in seiner Ge- samtwirkung zum Ausdrucksträger voll stimmlicher Schönbeit im Dienste des Musikalischen. Ganz be- sonders hob sich der Einsatz der Stimmen im MKyrle“ Zuwachs im Jahre haben. Ebenso kommen aus anderen Teilen des Weltreichs beunruhigende Nachrichten In Zypern ist die letzte Mufflonherde im Verschwinden, in Burma ist der Thamin, eine der interessantesten Hirscharten des östlichen Asiens, fast ganz ausge- storben, in Malayen ist das Rhinozeros dieser Gebiete bis auf wenige Exemplare ausgerottet, da gerade diese Tierart das Ziel unbedenklicher Jäger C, K. Sochschulnachrichten. Professor Dr. med. Theodor M 0 llis 0 n , Ordinarius für Anthropologie an der Universität München, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Die Dozenten Dr. phil. habil. Willi Kuhl und Dr. phil. habil. Wolfgang Metzger, Mitglieder des NSD.-Dozentenbundes, wurden zu nb. cm. Professoren in b’cr Naturwissenschaftlichen Fakultät an ibßi Universität Frankfurt ernannt. ab 18 Redner: Parole der Ausrichtung. Jeder erscheine im friedlichen Kampfe für das Wohl seines Volkes, keiner bleibe zurück. 54 Gießener Konzertverein. Verdi: „Requiem." Getragen von der Weihe des Ortes wurde die Aufführung des Requiems zu einem bestimmenden Ereignis des Gießener Konzertwinters, zu einem Erleben, das durch die Größe seiner Wirkung noch lange in jedem einzelnen nachhallen wird. Professor Dr. Stefan Temesvary ließ das Werk aus dem ihm gemäßen Geiste erstehen, in seinen starken, überzeugenden, ja ergreifenden und erschütternden Momenten und wiederum mit einer vertiefenden Besinnlichkeit und Versunkenheit, die der Resonanz in jedem Hörer gewiß sein mußte. Der Chor, in der Fülle seiner Stimmen (der Akademische Gesangverein, Sängerkranz Gießen, Osfenbacher Sängerverein), wurde durch seine Klangsinnlichkeit, die gerade bei Verdi ein entscheidender Faktor ist, zum ursprünglichen Vermittler dieses großen, im Dramatischen verwurzelten Erlebens. In sich mit feinster Differenzierung ausgeglichen und ausgetönt, wurde er in solch hochstehender Form ein berufener Träger des Musikalischen, machtvoll in der Wucht der Aufsteigerung, packend in der Verinnerlichung durch seine seine dynamische Abstufung und durch die Ausgeprägtheit der deklamatorischen Akzente, selbst bei äußerster Verhaltenheit des Klanglichen; im „Dies irae“ mit scharfer Lokomotive fahrt durch Gießens Straßen Postsignale rufen zum Sammeln. — Waldidyll in der Stadt. — Ein Hiesentintenfaß mit Federkiel. NSQ. Das Winierhilfswerk 1938/39, das mit dem Monat März abgeschlossen wird, ruft am kommenden Samstag und Sonntag nochmals die Volksgenossen auf, im Rahmen der Reichsstraßensammlung erneut ihre Opferbereitschaft zu beweisen. Der Gau Hessen- Nassau kann auf die Ergebnisse der Sammlungen des großen sozialen Werkes in den vergangenen fünf Monaten stolz sein. Die Opfer der Bevölkerung zeigten, daß sie die Worte des Führers zur Eröffnung des Winterhilfswerkes verstanden hat und sich in vorderste Front der Sozialisten der Tat stellt. Von dieser Bereitschaft, durch Spenden denen zu helfen, die im großdeutschen Vaterland, vor allem in der Ostmark und im Sudetenland, noch Not leiden, werden die Volksgenossen des Rhein-Main- Gebietes auch im letzten Monat des WHW. 1939 „klingendes Zeugnis ablegen. Das Ergebnis der Sammlung wird davon künden, daß die Opferfreude nicht nachläßt, sondern sich entsprechend dem wirtschaftlichen Aufschwung immer mehr steigert. Große Aktionen in Gießen. Die Beamten und Angestellten von Gießener Behörden haben für die große Reichsstraßensammlung am morgigen Samstag und am nächsten Sonntag einzigartige Vorbereitungen getroffen. Darüber hören wir folgendes: Die Reichsbahn zeigt eine 03 - Lokomotive, die zur Zeit größte Schnellzuglokomotive, im Original. Dieses Wunderwerk des Lokomottvbaues steht zur Besichtigung im Gießener Bahnhof nahe dem Eingang zwischen Hotel Lenz und dem früheren Hotel Kühne am Samstag von 15 bis 18 Uhr und Krühjahrsfeldzug der NSDAP, im Kreis Weiierau 162 Kundgebungen am Samstag und Sonntag. Reichs- und Gauredner sprechen in 162 kund- sprechen Schäfer, Wachenbuchen; Kirch-Göns, Pg. Professor Köbele, Stuttgart; Holzheim, Pg. Dr. Jung, Frankfurt a. M.; Eberstadt, Pg. Fischer, Auerbach;' Muschenheim, Pg. Dr. Menzel, Wiesbaden; Bettenhausen, Pg.Köke, Limburg; Hungen, Pg. Hollander, Frankfurt a.M.; Langd, Pg. Schmelz, Ober-Ingelheim; Lang-Göns, Pg. Holzkämper, Frankfurt a. M.; Birklar, Pg. Jordan, Offenbach: Langsdorf, Pg. Wachsmuth, Frankfurt a.M.; Dillingen, Pg. Dr. Scholz' Frankfurt a.M.; Dorf-Gill, Pg. Schultz, Frankfurt a. M.; (Srüningen, Pg. Herrchen, Bad Schwalbach; Gonterskirchen, Pg. Denzer, Heppenheim; Ruppertsburg, Pa. Haus, Wetzlar; Nonnen- roth, Pg. Jmand, Frankfurt a.M.; Leihgestern, Pg. Seipel, Fauerbach; Großen-Linden, Pg. Gauobmann Willi Becker, Frankfurt a. M.; Steinberg» Watzenborn, Pg. Langenbach, Bad-Nauheim; Watzenborn, Pg. Gagstetter, München; Garbenteich, Pg. Ohl, Limburg; Röthges, Pg. Neuhaus, Langen; Ober-Bessingen, Pg. Keil, Buchschlag; Nieder-Bessingen, Pg. Biedert, St. Goarshausen; Albach, Pg. Althoff, Frankfurt a.M.; Steinbach, Pg. Vogt, Frankfurt a. M.; Hausen/Watzenborn, Pg. Ernst Müller, Idstein; Allendorf a. d. L., Pg. Eisentraud, Groß-Gerau; Klein-Linden, Pg. David Müller, Frankfurt a. M.; Wetterfeld, Pg. Dr. Schnabel, Frankfurt a.M.; Laubach, Pg. Brigadeführer Lorch, Westerburg; Münster bei Fauerbach, Pg. Langula, Frankfurt a. M. (Sonntag, 5. März, 20 !lhr Kürzlich ist ein Bericht über die Ergebnisse internationalen Konferenz erschienen, die im vergangenen Jahr über den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt Afrikas ab gehalten wurde. Eine zweite große Konferenz aller Staaten, die Länderbesitz in Afrika und im südöstlichen Asien haben, wird in diesem Jahre nach Landon gerufen, um Maßnahmen für die Abwendung einer gefahrdrohenden Lage zu beraten. Diese Konferenzen werden immer in einer Atmosphäre der Begeisterung abgehalten und nehmen Entschließungen an, die das Beste beabsichtigen; die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß zwischen diesen Beschlüssen und ihrer Annahme durch die Parlamente der in Frage kommenden Staaten eine weite Spanne liegt, zu- Hattenrod, Pg. Keil, Buchschlag. Gomiiao, 5. März, 15.30 tlhr Fauerbach v.d. H., Pg. Kraus, Kronberg; Ostheim, Pg. Ernst Becker, Darmstadt; Hochweisel, Pg. Osbelt, Weilburg; Wohnbach, Pg. v. d. Osten, Frankfurt a.M.; Oppershofen, Pg. Gockel, Langen; Niedcr- Weisel, Pg. Herm. Christ, Langenselbold; Hausen/ Oes, Pg. Weygandt, Frankfurt a.M.; Rockenberg, Pg. Robert Fell, Kronberg; Griedel, Pa. Schütz, Bensheim; Obbornhofen, Pg. Schuster, Frankfurt a.M.; Münzenberg, Pq. Kratz, Darmstadt; Utphe, Pg. Dr. Korthen, Frankfurt a. M.; Treis-Horloff, Pg. Beeres, Darmstadt; Steinheim, Pg. Brück, Wiesbaden; Rodheim (Horloff), Pg. Weber, Offen- dach; Inheiden, Pg. Viel, Frankfurt a.M.; Rabertshausen, Pg. Schäfer III., Vadenrod; Trais-Münzen- berg, Pg. Zimpelmann, Frankfurt a.M.; Ober- Hörgern,' Pg. Kobold, Darmstadt; Gambach, Pg. Moritz.Göbel, Darmstadt; Pohl-Göns, Pg. Wilhelm heim, Pg. Schäfer III., Vadenrod; Rödgen, Pg. Kobold, Darmstadt; Beienheim, Pg. Denzer, Heppenheim; Meckesheim, Pg. Jordan, Offenbach; Schwalheim, Pg. Walter, Offenbach; Reickelsheimy Pg Osbelt, Weilburg; Dorheim, Pg. Vieth, Friedberg; Ockstadt, Pg. Prof. Köbele, Stuttgart; Dorn-Asien- heim, Pg. Weber, Offenbach; Bauernheim, Pg. Kell, Buchschlag; Staben, Pg. Jmand, Frankfurt a.M.; Ober-Florstadt, Pg. Weygandt, Franksurt a.M.; Nieder - Florstadt, Pg. Holländer, Frankfurt a. M.; Friedberg-Fauerbach, Pg. Dr. Menzel, Wiesbaden; Ober-Rosbach, Pg. Dr. Jung, Frankfurt a. M.; Nieder-Rosbach, Pg. Ernst Müller, Idstein; Bruchenbrücken, Pg. Herrchen, Bad Schwalbach, Wick- stadt, Pg. Langenbach, Bad-Nauheim: Stammheim, Pg. Schuster, Frankfurt a. M.; Asienheim Pg. Eisentraud, Groß-Gerau, Ober-Wöllstadt, Pg. Dr. Scholz, Stuttgart; Bönstadt, Pg Diel, Frankfurt a. M.; Nieder-Wöllstadt, Pg. Seipel, Fauerbach; Ilbenstadt, Pg. Christ, Langenselbold; Rodheim v. d. H., Pg. Vogt, Frankfurt a. M.; Holzhausen, Pg. Haus, Wetzlar; Burg - ©räfenrobe, Pg. Biebert, St. Goarshausen; Petterweil, Pg. Brück, Wiesbaben; Okarben, Pg. Göckel, Langen; Kaichen, Pg. Dr. Schnabel, Frankfurt a.M.; Ober-Erlenbach, Pg. Robert Fell, Kronberg; Kloppenheim, Pg. Wilh. Schäfer Wachenbuchen; Groß-Karben, Pg. Montz Göbel, Darmstabt; Klein-Karben, Pg. Dr. Korten, Frankfurt a M.; Helbenbergen, Pg. Wachsmuth, Frankfurt a.M.; Ober-Efchbach, Pg. Fischer, Auerbach; Nieber-Eschbach, Pg. Kraus, Kronberg; Dortelweil, Pq. Schmelz, Ober-Ingelheim; Renbel, Pg. Schultz, Frankfurt a.M.; Bübesheim, Pg. Schütz, Bensheim; Nieber-Erlenbach, Pg. Ohl, Limburg; Massenheim, Samstag, 4. März, 20.30 llhr Gießen-Mitte, Pg. Hollänber, Frankfurt a.M.; Gießen-Norb, Pg. Holzkämper, Frankfurt a. M.; Gießen-Süb, Pg. SA.-Brig.-Führer Lorch, Westerburg; Gießen-Ost, Pg. Vogt, Frankfurt a.M.; Heuchelheim, Pg. Eisentraub, Groß-Gerau; Annerob, Pg. Jmanb, Frankfurt a. M.; Burkhardsfelben, Pg. Fischer, Auerbach; Oppenrob, Pg. Neuhaus, Langen; Harbach, Pg. Wilh. Schäfer, Wachenbuchen; Ettingshausen, Pg. v. d. Osten, Frankfurt a. M.; Münster/Ettingshausen, Pg. Schäfer III., Vadenrod; Butzbach, Pg. Moßmann, Stuttgart; Lich, Pg. Dr. Jung, Frankfurt a. M.; Freienseen, Pg. Herrn. Christ, Langenselbold; Lauter, Pg. Weber, Offenbach; Queckborn, Pg. Schmelz, Ober - Ingelheim; Weickartshain, Pg. Kobold, Darmstadt; Lardenbach, Pg. Althoff, Frankfurt a.M.; Klein-Eichen, Pg. Langenbach, Bad-Nauheim; Stockhausen, Pg. Herrchen, Bad Schwalbach; Grünberg, Pg. Kraus, Kronberg; Göbelnrod, Pg. Schuster, Frankfurt a.M.; Saasen, Pg. Biedert, St. Goarshausen; Linden- struth, Pg. Jordan, Offenbach; Reiskirchen, Dr. Cuhorst, Stuttgart; Rödgen, Pg. Diel, Frankfurt a.M.; Wieseck, Pg. Gagstetter, München; Trohe, Pg. Zimpelmann, Frankfurt a.M.; Großen-Buseck, Pg. Schütz, Bensheim; Atten-Buseck, Pg. Kratz, Darmstadt; Beuern, Pa. Prof. Köbele, Stuttgart; Bersrod, Pg. Langula, Frankfurt a.M.; Reinhards- Hain, Pg. Gockel, Langen; Stangenrod, Pg. Denzer, Heppenheim; Beltershain, Pg. Beetes, Darmstadt; Lumda, Pg. Brück, Wiesbaden; Geilshausen, Pg. Dr. Korthen, Frankfurt a. M.; Weitershain, Pg. Schultz, Frankfurt a. M.; Lollar, Pg. Moritz Göbel, Darmstadt; Daubringen, Pg. Dr. Menzel, Wiesbaden; Ruttershausen, Pg. Seipel, Fauerbach; Staufenberg, Pg. Ernst Müller, Idstein; Mainzlar, Pg. Dr. Schnabel, Frankfurt a.M.; Climbach, Pg. Weygandt, Frankfurt a.M.; Allertshausen, Pg. Ernst Becker, Darmstadt; Obenhausen, Pg. Köke, Limburg; Treis (Lba.), Pg. Günther, Plauen i. Vgtl.; Allendorf (Lba.), Pg. Prof. Ebner, München; Londorf, Pg. Wachsmuth, Frankfurt a.M.; Kesselbach, Pg. Osbelt, Weilburg; Rüddingshausen, Pg. Walter, Offenbach; Friedberg, Pg. David Müller, Frankfurt a.M.; Bad-Nauheim, Pg. Robert Fell, Kronberg; Der neue Oberheffen-prospekl ist in gemeinsamer Arbeit mit dem VHE. zusammengestellt worben, er hat eine Titelseite in Mehrfarbendruck und zeigt auf der Rückseite eine Karte des Vogelsbergs. Ein llnterkunftsverzeichnis, in das jede Fremdenverkehrsgemeinde Ober- heffens mit kurzer Ortsbeschreibung und Angabe der Gaststätten ausgenommen ist, liegt dem Prospekt als Anlage bei. Viele gute Vilder und aufschlußreicher Text sind in dem Prospekt zu sehen. Auch alle übrigen Prospekte aus dem Rhein-Main- Gebiet enthalten reichliches Bildmaterial. Als weitere Werbemittel erscheinen ein Heimatfuhrer „Rhein-Main", ein Rhein-Main-Kalender und fortlaufend der „Rhein-Main-Spiegel". Ferner ist aus dem Derbandsgebiet durch Bereitstellung von Material an der Herausgabe eines Autoführers durch Deutschland mitgearbeitet worden. Von besonderer Bedeutung war die Mitteilung, daß eine Ausstellung „Wille und lat“ unter der Schirmherrschaft des Gauleiters im August in Wiesbaden stattfinden wird, deren ideelle Träger der Landes- fremdenverkehrsverband Rhein-Main und der Deutsche Gemeindetag sind. Für diese Ausstellung ist eine Fläche von etwa 8000 Quadratmeter vorgesehen. Schließlich behandelte der Redner noch Fragen der Schaufenster- und der Bildwerbung, wobei auch Schriftleiter Falter (Frankfurt a.M.) aus seinen Erfahrungen manche beachtenswerte Anregung gab. Mit einer eingehenden Aussprache über die Wer'beplanung durch Zeitungsanzeigen fand dieser Teil der Beratungen seinen Abschluß. Man beschäftigte sich sodann mit den Voraussetzungen zur Anerkennung von Gemeinden als Luftkurorte, wobei sich ergab, daß bei mehreren oberhessischen Gemeinden, die sich um diese Anerkennung bewerben, die Voraussetzungen für die Genehmigung der Anträge gegeben sind. U. a. steht auch der Stadt L a u b a ch in Aussicht, daß sie als Luftkurort anerkannt wird. Am Schlüsse der Tagung wurde noch mitgeteilt, daß demnächst in den Fremdenoerkehrsorten eine Besichtigung aller Gast stätten stattfinden wird, um dabei den Inhabern der Gaststätten mit Ratschlägen und Anregungen für die zeitgemäße Ausgestaltung ihrer Hauser entsprechend den Erfordernissen des Fremdenverkehrs an die Hand zu gehen. Diese Maßnahme verfolgt den Zweck, auf eine zeitgemäße und verkehrsfördernde Herrichtung der Anterkunftsmöglichkeiten in den Gaststätten hinzuwirken. Den Bürgermeistern wurde empfohlen, sich auch dieser Frage anzunehmen, ferner auf die Wiederherstellung alter Fachwerkhäuser in ihrer alten Bauart hinzuwirken und dafür auch Förderung durch die Gemeinde zu gewähren. Damit fand nach mehrstündiger anregender Arbeit die Tagung ihren Abschluß. Eine weitere Tagung mit dem gleichen Beratungsstoff findet am heutigen Freitag in Lauterbach mit den Bürgermeistern der Fremdenverkehrsgemein- den der Kreise Alsfeld und Lauterbach statt. mal ihre Ausführung in der Regel beträchtliche Mittel erfordert. Die Gefahr, daß eine Reihe der seltensten Tierarten vom Aussterben bedroht ist, liegt aber sehr nahe. Das zeigt ein erfahrener Großwildjäger, der die Schutzmaßnahmen für die Tiere sorgfältig beobachtet hat, in einem Aufsatz, den er im „Daily Telegraph" veröffentlicht. Zum ersten Male wurde die Weltöffentlichkeit auf die hier liegenden Gefahren vor fünfzig Jahren hingewiesen, als festgestellt wurde, daß der nordamerikanische Bison, der einst in ungezählten Tausenden über die Prärien streifte, nahezu daran war, durch das sinnlose Hinschlachten ganzer Herden durch den Menschen völlig ausgerottet zu werden. Ein paar zerstreute Ueberbleibfel der Art wurden damals gesammelt, und es gelang, den Bison zu erhalten. Aus kleinen Anfängen entstanden damals die Naturschutzgebiete, die Nationalparks von Nordamerika, wie der „Yellowstone Park" und der „Banff and Jasper National Park", die heute das Ziel zahlreicher Besucher sind. Das Beispiel wurde überall befolgt. . . In Südafrika ist das Großwild, das ernst tn überreicher Fülle von Sambesi bis Kapstadt lebte, tatsächlich verschwunden; nur in dem prächtigen Krüger-Nativnal-Park lebt fast jede Tierart Südafrikas in völlig wildem Zustande. Neben diesem ist der Albert-Park in Belgisch-Kongo ein Muster für derartige Anlagen. Manche Arten, wie das Quagga, der Blaubock und der „Daalrehbock" sind ausgestorben, andere, wie das w e i ß e Rhinozeros vom Zululand, das zweitgrößte Landtier der Welt, und das interessante Bergzebxa _ sind in äußerster Gefahr. Die beiden National- ist. am Sonntag von 10 bis 18 Uhr bereit. Fachleute werden die Erklärungen zu der Lokomotive geben. Außerdem fährt eine Lokomotive durch die Straßen der Stadt, die durch Plakate auf die Besichtigung der grüßen Schwesterlokomotive am Bahnhof hinweist. Don der (Güterabfertigung durchfährt ein Reichs- bahn-Lastkraftwagen die Stadt, der mit einigen sog. Kleinbehältern beloben ist. Der Reichsbahn-Last- Eraftroagen wird mit Reichsbahn - Werbeplakaten ausgeschmückt. Einige Beamte in Uniform, mit Sammelbüchsen versehen, begleiten den Wagen. Die Lokomotive sowie der Reichsbahn-Lastkraftwagen fahren zu folgenden Zeiten durch die Stadt: Samstag, von 14 Uhr ab; Sonntag, von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 Uhr ab. Die Reichspost fährt mit einem Postauto, das von einem Postillon unter Blasen der Postsignale begleitet wird, durch die Straßen der Stabt, unb zwar Sonntag, von 10 bis 13 Uhr unb von 15.30 Uhr bis Anbruch ber Dunkelheit. Die Forstbehörden zeigen ein Jbyll am WaDesrand. Ein Förster mit Hund auf Anstand, einige Förster als Waldhornbläser sowie einige Mädchen versinnbildlichen dieses Idyll. Die Stadtverwaltung zeigt einen Wagen, der mit dem Stadtwappen, umgeben von Fahnen und Girlanden, und einem Riesentintenfaß mit Federschreibkiel ausgestattet ist. Dem Wagen voran schreitet der „Stadtbüttel" mit Ortsschelle. Begleitet wird der Wagen von vier Stadtsoldaten. Beide Veranstaltungen sind Samstag von 15 bis 19 Uhr in den Straßen der Stadt zu sehen. Schornsteinfeger als Glückbringer am ^stockaufschlag. Als Abzeichen werden am Samstag und Sonntag von Beamten, Handwerkern und Angehörigen des Reichsluftschutzbundes bunte Porzellanfiguren zum Kauf angeboten, die sich von allen Abzeichen, die während des Winterhilfswerkes von den deutschen Volksgenossen als sichtbarer Beweis ihrer Opferbereitschaft getragen werden, der größten Beliebtheit erfreuen. Waren es im vergangenen Winter Schmetterlinge, Trachtengruppen oder die Soldaten des Dritten Reiches, die an den Rockaufschlägen zu sehen waren, so werden die Porzellanfiguren am Wochenende die schaffenden berufstätigen deutschen Menschen verkörpern. Richt weniger als 28,5 Millionen Porzellanfiguren wurden für die Reichsstraßensammlung hergestellt. Sie gaben den oft« Znärkischen und sudetendeutschen Porzellanfabriken auf lange Wochen hinaus Arbeit. Die Parole für das Wochenende muß nun lauten: Jeder Volksgenosse unseres Gaues erwirbt einen Schornsteinfeger, einen Bauern, einen Maurer usw. Professor D. Or. Cordier f. Bon der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwigs-Universität Gießen wird uns geschrieben: Am 1. März starb unerwartet schnell nach kurzem schweren Leiden Prof. D. theol. Dr. phil. Leopold Cordier, Direktor des Praktisch-theologischen Semi- uars und des Instituts für Ev. Jugendkunde an der Ludwigsuniversität. Ein Forscher und Lehrer von großer Gewissenhaftigkeit und Umsicht, von menschlicher Güte und Festigkeit ging damit von uns. Seine Ehre und sein Stolz war es, einer alten Hugenotten- samilie zu entstammen. Geboren am 14. Juli. 1887 zu Landau (Pfalz) als Kaufmannssohn, studierte er seit 1906 Theologie und Philosophie in Halle, Leipzig, Berlin und Heidelberg. 1910 promovierte er in Halle zum t)r. phil. mit einer Arbeit „Die religionsphilosophischen Hauptprobleme bei Pestalozzi" und 1915 in Heidelberg zum Lic. theol. mit einer Abhandlung „I. I. Rousseau und der Calvinismus". Nach kurzem Militärdienst im J.R. 23 und Hilfspredigertätigkeit irt der Militärseelsorge wirkte er als Pfarrer in Eschelbronn bei Heidelberg, Frankfurt a. M. und Elberfeld (1914—26), in Elberfeld auch als Dozent am Predigerseminar, seit 1925 als Privatdozent an der Universität Bonn. 1926 wurde er in die Professur für Praktische Theologie nach Gießen berufen und von der Universität Bonn, mit dem Ehrendoktor der Theologie ausgezeichnet. Seit seinem ersten Studienaufenthalt in Genf und Basel 1913 und seinen wiederholten Reisen nach Montpellier 1927 ff. trieb es ihn als Hugenotten, literarisch wie persönlich Beziehungen zum französischen Protestantismus aufzunehmen. Sie führten seit 1929 zu einem Studentenaustausch zwischen Gießen und Montpellier bzw. Paris. Beiderseits wurde betont, daß es sich dabei um eine Berständi- gungsarbeit nationaltzesinnter Männer, nicht aber einer internationalen Klique handele. 1934 hat ihm daS Auswärtige Amt Dank für diese Arbeit ausgesprochen. Veröffentlichungen wie die über „Hugenottische Familiennamen in Deutschland", „Hugenottenlieder" 1924, „Principes de pödagogie evangö- lique" (Straßb. 1935), wie auch eine seiner allerletzten Schriften „Was verlor Frankreich mit den Hugenotten?" sind Früchte dieser Tätigkeit. Seine praktisch- theologische Arbeit bekam wesentliche Anregungen aus der Jugendbewegung. Davon zeugen Schriften 'wie „Die religiöse Krisis der Gegenwart" 1924, „Was die Jugend von der Kirche erwartet" 1925, „Not und Verheißung. Reden und Aufsätze über Volkstum, Kirche und Jugend" 1926, sowie vor allem seine beiden umfassend angelegten Hauptwerke „Evangelische Jugendkunde", 3 Bände, 1925—28, und die unvollendet gebliebene „Evangelische Pädagogik", 2 Bände, 1931 und 1938. Sein Anliegen, in der Jugendbewegung der Nachkriegszeit Christentum und Deutschtum zusammenzuführen, ließ ihn 1921 den „Christdeutschen Bund" und dessen Zeitschrift „Christdeutsche Stimmen" begründen. Sichtbarster Ausdruck dieses Willens wurde der Ausbau der Burg Hohensolms. Das Möchen Mit. Aoman von Walther Aloepffer. «opgright by darl Duncker Verlag,VerlinV^Z5 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Bitte sehr, gern geschehen. Ich möchte fragen, wann wir anfangen können?" „Heute, morgen, wenn Sie wollen. Sie sehen ja, es ist nicht viel los. Die Saison geht schon zu Ende." „Sagen wir morgen. Auf Wiedersehen!" Das ist ein ganz armes Hascheri, dachte Tinser mitleidig, während er wegging. Als er an dem Gemüsegarten vorbeikam, rief ihn das Mannderl an: „Herr Baron! Wenn i bitten dürft, Herr Baron, tragen 'S dem Hegemann seine Würmer zum Steg. Sagen 'S, ich hab's genau gezählt: 27. Für den zer- brochenen braucht er mir nichts geben, wenn er nicht will. Wenn's, Herr Baron, ich muß für die Paula jetzt gleich zum Bäcker, sonst laßt er den Apfelkuchen wieder so lange im Rohr. Gelt, Sie sind schon so gut", flüsterte das Mannderl eindringlich, drückte Tinser die Sardinenbüchse in die Hand und verschwand mit einem „Geltsgott" um die Ecke. „Jetzt so eine Viecherei!" dachte Tinser. „Hängt mir der einfach feine gräßlichen Würmer auf!" Und er faßte den blechernen Behälter am äußersten Zipfel. Als er am Hotel vorbeikam, trat ihm Hegemann in den Weg, der soeben ^oom Telefonieren kam „Na, Tinser, was halten Sie denn da so vorsichtig wie eine Röhre mit Cholerabazillen? Würmer, ach so? Geben Sie nur her. Eben hat mich das Werk angerufen. Großes Geschäft in Sicht. Morgen kommt nämlich ein Herr aus Argentinien der für die Regierung Medikamente einfaufen will. Sagen Sie mal, wie verhält es sich mit Ihrem Spanisch?" „Ich kann ohne Unbescheidenheit antworten: gut!" „Hm. Würden Sie sich getrauen, mit jenem Herrn zu verhandeln?" „Warum nicht, Herr Hegemann." „Schön, dann fahren Sie heute nach München. Sie haben ja Ihren Wagen hier. Wann und wo Sie den Herrn treffen, erfahren Sie im Werk. Seien Sie nett zu ihm. führen Sie ihn herum, zeigen Sie ihm die Stadt, erläutern Sie ihm alles, wenn Sie in puncto Geschäft bei etwas nicht ganz sicher sind, besprechen Sie sich erst mit dem Herrn der Verkaufsabteilung, den ich Ihnen als Mentor beigebe. Na, kurz und gut, sehen Sie halt zu, daß ein möglichst großer Auftrag hereinkommt. Haben Sie noch eine Frage?" ^egenmnns Sätze Hangen Einblick in seine Tätigkeit als Prediger geben zwei Sammlungen seiner Predigten „Einer ist unser Meister" 1934 und „Gottes Ruf zur Weihnachtszeit" 1938. Auf Grund seiner Arbeiten über den evangelischen Liedpsalter und die dadurch gewonnenen Beziehungen zu den reformierten Gemeinden Jugoslawiens und Ungarns wurde er. anläßlich des Jubiläums der ungarischen Universität Debrecen für die Ernennung zum Ehrenprofessor ausersehen. Die feierliche Aushändigung dieser Urkunde, die Pfingsten 1939 erfolgen sollte, hat der 51jährige nicht mehr erlebt. Auszeichnung eines AGKK -Kameraden. Dem NSKK.-Truppführer Karl Kraft (in Fa. Neils & Kraft) wird heute nachmittag eine besondere Auszeichnung zuteil. Durch den Führer der Motorgruppe, Prinz Richard von Hessen wird ihm der Ehrenschild des Korpsführers, der ihm durch den Korpsführer verliehen wurde, überreicht, NSKK.-Truppführer Kraft erhält diesen Ehrenschild für besonderen Einsatz für das NSKK., ferner auf dem Gebiete des Krqftfahrwesens für lfervorragende fachmännische Leistungen, für vorbildliche Haltung innerhalb des Betriebes und dessen sozialer Ausgestaltung. * * A m 8 5. Geburtstag verstorben. Am gestrigen Donnerstag, 2. März, hätte die frühere Gießener Leichenfrau, Frau Katharine Arndt W w e., Kirchstraße 13, ihren 85. Geburtstag feiern können. Aus diesem Anlaß hatten wir ihrer vorgestern in Wort und Bild gedacht. Leider konnte sie ihren Geburtstag nicht mehr im Kreise ihrer Angehörigen begehen. Am Morgen ihres 85. Geburtstages schied sie, nachdem sie schon einige Zeit krank gelegen hatte, aus dem Leben. * * Die Leitung des Reichsbundes der Körperbehinderten, Kreisbund Gießen, wurde dem Verwaltungsinspektor Karl Malko- m e s i u s übertragen. * * Die r ü ck'st ä n d i g e n Strom- und Gasgelder für Dezember 1938 müssen umgehend bezahlt werden, wenn die Säumigen nicht Gefahr lausen wollen, daß die Strom- und Gaszufuhr gesperrt wird. Den gefallenen Helden zum Gedächtnis Heldengedenktag am 12. März. — Die Feier in Gießen Am kommenden Sonntag werden wieder überall in Stadt und Land an den Ehrenmälern und Ge° dächtnisstätten (ür die gefallenen Helden der Nation, die im Weltkrieg Blut und Leben gaben, frische Kränze liegen, zum Zeichen daran, daß sie, die auf dem Felde der Ehre starben, von unserem erhobenen und befreiten Volk nie vergessen sein werden. Ihr Opfer und das Opfer der Helden im braunen Hemd ließen das deutsche Volk wie einen Phönix aus der Asche zu Glanz und Größe erstehen. Und heute kann mehr denn je gesagt werden/ daß das Opfer der Gefallenen nicht vergeblich war! Ein Volk ehrt sich in seinen Helden! Der Heldengedenktag ist auch deshalb, weil das Opfer der Gefallenen im Dritten Reich und in glorreicher Auferstehung seinen tiefsten Sinn erhalten hat, auch kein Tag der Trauer mehr, sondern ein Tag des stolzen Bewußtseins der Lebens- und Opferkraft der Nation. Deshalb auch werden an diesem Heldengedenktag die Fahnen nicht auf Halb- sondern auf Vollmast gesetzt. Für die Feiern aus Anlaß des Heldengedenktages wird in allen den Orten, die Soldaten in ihren Mauern bergen, die Wehrmacht die Ausgestaltung übernehmen. In den ländlichen Orten werden die Feiern von der Partei veranstaltet. Für Gießen ist am Vormittag des Heldengedenktages, der diesmal gleichzeitig als „Tag der Wehrfreiheit" gefeiert werden wird, auf dem Trieb eine große Parade vorgesehen, an der alle Truppenteile unserer Garnison teilnehmen werden. Der Divisionskommandeur, Generalleutnant von A p e l l wird die Gedenkrede halten. Den Abschluß der Feier wird ein Vorbeimarsch bilden. An der Feier nehmen neben der Wehrmacht auch Ehrenstürme der Gliederungen der Partei teil. Selbstverständlich wird auch in diesem Jahre der Kriegerhinterbliebenen wieder ehrend gedacht, indem ihnen ein Ehrenplatz bei den Feierlichkeiten gegeben werden wird. Wie in den vergangenen Jahren wird auch am kommenden Sonntag am Ehrenmal der Gefallenen 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz eine Ehrenwache unseres Infanterie-Regiments aufziehen. An den Ehrenmälern am Landgraf-Philipp-Platz, am Marktplatz, wie auch am Gedenkstein auf dem Ehrenhof im Neuen Friedhof werden durch die Wehrmacht, die Formationen der Bewegung, die NS.-Kriegsopferverforgung und den NS.-Reichs- kriegerbund Kränze niedergelegt werden; außerdem werden auch die Gräber der gefallenen Helden im Neuen Friedhof aus Anlaß des Tages geschmückt werden. Eine besondere Ehrung aber bedeutet es für die gefallenen Helden unserer Nation, daß der Heldengedenktag gleichzeitig als Tag der Wehrfreiheit des deutschen Volkes begangen werden wird. Die Einheit der alten und der neuen deutschen Wehrmacht ist dadurch eindrucksvoll bargetan! Aus der engeren Heimat. Furchtbares Verkehrsunglück in Frankfurt am Main. Zwei lote. Frankfurt a. HL, 3. TNärz. (DHB. Funkspruch.) Am Donnerstag gegen 23 Uhr stieß in der Nähe des Hauptbahnhofes ein Straßenbahnzug mit einem Motorrad mit Beiwagen zusammen, Das Motorrad wurde vollkommen zertrümmert. Die beiden Fahrer gerieten unter den Triebwagen der Straßenbahn. Dem Lenker des Motorrades wurde der Kopf vom Rumpf getrennt, während dem Beifahrer beide Beine ab- gequetscht wurden. Er starb im Laufe der Rächt im Krankenhaus. Schweinemästerei in Nidda und Schotten. Lpd. Nidda, 2. März. In Nidda wurde jetzt eine EHW. -Schweinemästerei eingerichtet, in der vorläufig 30 Schweine zur Mast eingestellt wurden. In der Nachbarstadt Schotten wird in Kürze gleichfalls eine solche Schweinemästerei ihren Betrieb aufnehmen. Landkreis Gießen. = Mainzlar, 2. März. Die Ortsgruppe Mainzlar der NSDAP, veranstaltete im Lokal Müller einen Schulungsabend. Nach der Eröffnung durch den Ortsgruppenleiter Pflüger fand die feierliche Verpflichtung einer Anzahl neuer Parteigenossen statt. Sodann sprach Lehrer Strack aus Allendorf a. d. Lba. über das Thema „Das Icchr 1938 und feine Lehren". Die klaren und volkstümlichen Darlegungen fanden starken Beifall. In einer kurzen weihevollen und würdigen Ansprache gedachte der Ortsgruppenleiter mit des Todestages Horst Wessels. = Mainzlar, 2. März. Kaufmann Wilhelm Ph. Schlapp von hier, der frühere Postagent und Poststelleninhaber, empfing dieser Tage das Treu- dien st- Ehrenzeichen in Gold für seine vier- zigjährigentreuenDienstebeider Reichs-. poft. Die lleberreicfjung erfolgte durch Postrat Zoll- fr a n k (Gießen). 0 Allendorf a. d. Ld a., 2. März. In einem Teil unseres Ortes wurde eine Verdunkelungsübung durchgeführt. Die Einwohnerschaft knapp, scharf, befehlend! er war auf einmal nicht mehr der gemütliche Onkel in der Trachtenhose, sondern der Betriebsführer von Firma F. I. Hegemann, Chemischpharmazeutisches Werk, München- Süd. „Nein. Ich bin völlig im Bilde", erwiderte Tinser militärisch und knallte die Absätze zusammen. „Danke. Vorhin ist mir ein Hecht, so ein Bazi, mit 200 Meter Schnur durch die Lappen gegangen. Und meine schöne neue Rute ist auch hin. Jetzt fische ich aber doch nicht mehr auf Hechte!" Tinser empfahl sich lächelnd und ging zu „Pour- quoi pas“ hinüber, der zartgelb, hochmütig und einsam zwischen dem anderen Wagengelichter stand. Während Tinser die Reifen und den Benzinvorrat prüfte, jubilierte es in ihm: Mensch, Defi, dieses Argentiniengeschäft ist eine große Sache. Hast du gemerkt, wie Hegemann sich überlegte, ob er sie dir zuschanzen sollte?" Nun, wir werden das Kind schon schaukeln; wir werden ganz groß sein, daraus können Sie Brief und Siegel nehmen, Herr Hegemann. - * „Was braucht man zum Segeln eigentlich alles?" erkundigte sich Dr. Holl bei Fräulein Paula Oiefete. Sie saßen auf der.grüngestrichenen Bank vor dem Häuschen, Paula strickte an einem Jumper und Holl starrte mißvergnügt auf den See. Die junge Frau, die um sorgenvolle Stirnen, schmächtige Geldbeutel und um solch zaudernd gestellte Fragen Bescheid wußte, sagte aufmunternd: „Weiße Leinenhose, weiße Segeltuchschuhe. Weißes, dazu passendes Hemd haben Sie ja. Das bekommen Sie alles am besten beim Kaufmann Dirrigl im Ort!" „So", erwiderte Holl, ließ den See im Stich und erhob sich. „Mal umsehen." Dieser Tinser, dieser seichte Fant, hatte ihn mit seiner Stützungsaktion für Paula schwer hineingeritten. Hose, Schuhe, Himmelselement! Man konnte nicht gut im Straßenanzug segeln Das sah blöd aus und war stilwidrig. Holl begab sich mißmutig auf den Weg. Seesham ist ein Kirchdorf mit vierhundert Seelen, zu denen in guten Sommern nochmal soviel Fremde hinzukommen, die die Gasthäuser, Prkvatunterkünfte und das Hotel mit ihrer Lautheit und ihrer Trach- tcnfreubigfeit bevölkern. Der kleine Ort ist ein Schmuckkästchen und lagert sich eigenwillig und verwinkelt an das hier sanft ansteigende Ufer des Hechtsees. Er besitzt eine Kirche, eine neues Schul- hous, eine Gendarmeriestation und eine Zweigstelle der Darlehenskasse Psunz. Die Witwe Dirrigl betreibt ihr Gemischtwarengeschäft ziemlich in der Mitte der Hauptstraße und vor ihrem Haus stehen zwei tugeiförmig zugeschnittene Atazienbäume, die nächstens wegen Straßenverbreiterung umgehauen werden sollen. Die Witwe Dimifll, eine freundliche Frau und beliebt bei den (Eingeborenen, beim geistlichen Herrn und bei der Finanzbehörde, beriet Dr. Holl bei feiner schwerwiegenden Unternehmung also: „Eine weiße Segelhose soll es fein? Jawohl, das führen wir, selbstverständlich. Der Herr haben eine ungewöhnliche Größe, aber das schadet nichts. Darf ich mal nachsehen, wegen des Umfangs. Würden der Herr diese probieren? Einfach an den Leib halten. Paßt, nicht wahr? 10,50 wäre das Aeußerste. Die Schuhe haben wir ja schon gewählt. Macht zusammen geradeaus 16 Mark." Als Holl mit dem hübschen Pappkarton den Laden verließ, rechnete er wie ein moderner Finanzminister. Diese 16 Mark mußten irgendwo wieder cin- gespart werden, sonst krachte sein ganzer Haushaltsplan zusammen. Wo konnte ein junger, kräftiger Mann am ersten sparen? Am Essen natürlich. In den Magen konnte einem niemand sehen. Wenn ich eine Woä)e lang das Mittagessen in der „Post" fortlasse, geht es, überlegte er befriedigt. Wir werden heute gleich den Anfang machen. Und er kaufte sich Brötchen, Milch und ein Stückchen Butter. Als Fräulein Giefeke ihren Untermieter mit Bäckertüte und Molkereislasche anrücken und über die Stiege verschwinden sah, wußte sie abermals Bescheid. Sie beschloß, Holl ein Stück von dem Apfelkuchen anzubieten und ihn zu fragen, ob sie ihm nicht Kakao in die Milch kochen dürfe. Als Holl umgekleidet die Stiege wieder herunter kam, sagte er: „Was ist? Gehen Sie gleich mit, Fräulein Paula?" Sie schritten gemeinsam zum Bootssteg, wo Maxie schon wartete. „Steht dir famos", flüsterte sie mit Verschwörer- blick „Dir aber auch." „Die Hose spannt mich ein bissel, weißt, so um die Hüften. Sieht das nicht recht unanständig aus?" erkundigte sie sich besorgt. Sie nestelte an dem Stirnband herum, das ihr helles Haar zusammenhielt. „Wo ist denn der andere Herr?" wollte die Segellehrerin wissen. .Herr von Tinser hat gestern unerwartet in die Stadt gemußt", erklärte Maxie. „So, schade", murmelte die Giefeke. Gar nicht schade, dachte Holl. „Fangen wir an. Das Mannderl rudert uns hinüber. Zuerst die Grundbegriffe." Als sie drüben auf dem „Flederwisch" standen, begannen Namen zu schwirren. Großbaum, Vorsegel, Slchelight, Luv und Lee. Als das Theoretische so halbwegs saß, mar es Mittag. „Nachmittags, so gegen fünf Uhr, könnten Feuer auf dem Gchiffenberq. Am heutigen Freitagvormittag gegen VtlO Ahr brach in der einzigen Scheuneauf dem Schiffen berg aus bis jetzt noch unbekannter Ursache Feuer aus. Der Brand wurde sofort bemerkt und schleunigst die Gießener Feuerwache herbeigerufen, die schon zehn Minuten nach dem Alarmruf auf dem Schiffenberg zur Hilfeleistung eintraf. Die Feuerwehr ging sofort gegen den Brand vor, wobei ihr zustatten kam, daß auf dem Schissenberg in zwei großen Wasserbehältern unter der Erdoberfläche je 14 cbm Wasser enthalten sind. Damit konnte die Löscharbeit kräftig in Gang gebracht werden, die zur Zeit der Riederschrift dieser Zeilen — 11 Uhr — noch eifrig im Gange ist. Die Scheune ist ausgebrannt. Der Dachstuhl ist durch die Flammen vernichtet, dagegen find die Umfassungsmauern erhalten geblieben. Mitverbrannt ist auch der ganze Borrat an Heu und Stroh, hierdurch hat der Schlffenbergwirt L y n ck e r leider den Futtervor.rat fürseine 18 Stück Vieh völlig verloren. Es darf wohl erhofft werden, daß ihm berufskameradscha^t- liche Hilfe für die Ernährung des Viehbestandes in den nächsten Tagen zuteil wird. Zum Glück sind die übrigen Wirtschaftsgebäude und alle übrigen Bauten auf dem Schiffenberg nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, da die Feuerwehr durch ihr rasches Eintreffen und den reichen Wasservorrat den Brand sofort auf seinen Herd beschränken konnte. hatte sich dabei in die Schutzräume begeben. Bei der Ueberprüfung konnte feftgefteüt werden, daß die Einwohnerschaft den notwendigen Anordnungen alles Verständnis entgegengebracht hatte. Die erstmalig eingesetzte weibliche Feuerwehr wurde ihrer gestellten Aufgabe gerecht. Nach der Hebung gab Bürgermeister Krieb der weiblichen Feuerwehr einige Hinweise für die weitere Arbeit und dankte im Namen der Gemeinde für die bewiesene Einsatzbereitschaft. Ö Lich, 2. März. Die Freiwillige Feuerwehr L i ch hielt ihre Hauptversammlung ab. Hauptbrandmeister Erb hieß Kameraden und Gaste willkommen. Brandmeister Zimmer erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß die Wehr in Verbindung mit der Pflichtfeuerwehr 8 Fuß- und Geräteübungen, 1 Luftschutzübung und 1 Alarmübung durchführte. An Kursen der Landesfeuerwehrschule nahmen die Löschmeister K. Eise und W. Naumann, sowie die Oberfeuerwehrmänner H. Lechner und Fr. Se-ipp teil. Die in Lich stationierte Bezirksmotorspritze unternahm 46 Hebungen. Sie wurde beim Kreisverbandstag, bei den Bränden in Dorf-Gill, in Hattenrod und in Steinbach eingesetzt. Durch die Anschaffung einer luftbereiften Motorspritze steht der Wehr auch für den Stadtbezirk eine Motorspritze zur Verfügung. Zur Gewährleistung eines ausreichenden Feuerschutzes wurde auch eine weibliche Wehr ins Leben gerufen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung dankte Bürgermeister Geil der Wehr für ihre Einsatzbereitschaft und gab einen kurzen Heberblick über die im vergangenen Jahre oorgenommene Neueinteilung des Feuerlöschwesens im Kreis. Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) wies in kurzen Worten auf das gute Einvernehmen zwischen Stadtverwaltung und Feuerlöschpolizei hin. Weiter gab er davon Kenntnis, daß in Lich ein Lehrtrupp aufgestellt werde, der voraussichtlich im Mai dem ganzen Bezirk vorgeführt werden soll. Hauptbrandmeister Erb schloß den Abend. Kreis Alsfeld. cxd Decken dach, 2. März. Der Gesangoer- ein „Eintracht" hielt im Saale Heinrich Müller!. seinen Familienabend ab, der wie stets, sehr gut besucht war. Der Vereinsführer hieß die zahlreichen Teilnehmer willkommen und zeichnete im Verlauf des Abends mehrere Sänger für regelmäßigen Singstundenbesuch aus. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Theateraufführung, die viel Beifall fand. In kameradschaftlichem Beisammensein vergingen die schönen Stunden wie im Fluge. wir ein wenig Praxis treiben", schlug die Lehrerin vor. Die beiden Schüler waren Feuer und Flamme und erschienen pünktlich. Paula schielte erst nach dem Himmel, bann nach der kleinen Toppflagge und zog ein zweifelndes Gesicht. „Sieht ein bißchen schwarz aus, wie?" meinte Maxie. „Von der Handvoll Wolken werden wir uns doch nicht ins Bockshorn jagen lassen", begehrte Holl auf. „Los, Kinder!" Das Mannderl ruderte die drei vom Steg zur „Liefet II" hinüber, die sacht auf und nieder ging und an ihrer Trosse scheuerte. Man mußte sich diesmal mit dem kleineren Boot begnügen, weil der Köptn ein paar Fremde mit der großen Jacht nach Axelried fuhr. Die „Liefet II" war eine angejahrte Dame und mit viel Delfarbe schmackhaft gemacht, aber sonst war sie seetüchtig wie jedes andere zugelassene Schiff. Das Mannderl legte sich in die Riemen und das Beiboot schoß vorwärts. Der Bub machte heute schmale Lippen und sah starr geradeaus. Ihm war nicht recht wohl. Sein Hals kratzte, sein Kops summte und die Augen glänzten zu stark. Es war etwas im Anzug bei ihm, eine Mandelgeschichte vielleicht, aber er ließ sich nichts anmerken, jammerte nicht, feierte nicht und hielt sich bewundernswert tapfer mit seinen neun Jahren. Aus seiner kurzen Hose ragten ein Paar braune, magere, verkratzte Bubenbeine hervor. Das Mannderl sprang als erster an Deck und zurrte das Beiboot fest. Dann machte er sich mit seiner Schwester an den Segeln zu schaffen, zog die Vorschoot dichter heran und hockte sich neben dem Mast nieder. Man kreuzte über den See, strich rauschend am jenseitigen Ufer entlang und kam wieder zurück m die Mitte. Zwei unverdrossene Möwen begleiten das Schiff. Paula Giefeke erläuterte die einzelnen Manöver und ließ sich Namen und Zweck wiederholen^ Das ging eine Stunde so. Dann machte das Wetter mit einemmal Geschichten. Der Himmel beschlug sich, mit einem unheimlichen Schwarzblau, das von fahlem Gelb durchsprenkelt war, ein bösartiger stoßweiser Wind kam auf und die Wasserfläche wurde ziemlich plötzlich von weißen Gischtkämmen überspült. Der Hechtsee machte eine seiner berüchtigten Revolten. Die Wellen wurden immer starker, der Wind wurde kräftiger und fuhr der „Liefet II" in die Segel, daß sie sich knatternd und wie Weiberröcke aufbauschten. Hnd bann klatschte die erste Woge über Deck, eiskalt und ungut, das Mädchen Marie schrie grell auf und betastete seine durchnäßte funkelnagelneue Hose. (Fortsetzung folgt!) t durch 'und 8' Hab Voll-Bond«, 150 cm breit sich gemusterte Kostüm wäre,’ schönen modischen Früh- A A iahrsfarben.....p.Mtr. 4.1 Shetland. 150 cm br., ein fabel haftes solides Wollgewebe in ein farbig und mit modernen E Q| Kreidestreifen . .p.Mtr. v.Ui eVn”np®k"qe“5- l?“’ breit, foUrb8ee„SUChtSChöne"»iodr=Wqe| ........... Mtr. 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Schubert, Wilhelm 1 ienzl, Eduard Kremser, Adolf Kirchl Lieder für Sopran von Otto Siegl, Hugo Wolf, Josef Marx Karten vorverkauf: Musikalienhandlung Chailier, Gießen, Neuen weg 10. — Preise der Plätze: RM. 1.00, 0.75 und 0.50 __________________ J 502 V £22 W (Winten insbesondere die Neugestaltung von Vorgärten durch Eberhard Schwarz, Gießen Gartenvlanung — Ausführung Fernruf 4082. om» STOFFSPEZIALHAUS-GIESSEN-PLOCKSTR. 14-16 zur Mutter Natur regt sich schon im Kinde. Blumen und Bäume, Haustiere, Vögel, Schmetterlinge und Käser finden die gleiche erregte Au|- merksamkeit wie Auto, Eisenbahn und die lieben ’JUdtmen 4 en. Warum mutz das beim Erwachsenen anders sein? — Mit drei reizenden Tier-Romanen bieten wir auch Ihnen mehr Freude an der Natur: Vereine 1516 A 35.25 49.75 Im Hinblick auf die Qirofctunh- gedungen d.Partei wird der morgen fäll. Mame- radschaftsabend im „Hess. Hof" auf Lamstag. d. 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