Nr. 29 Erstes Matt 189. Jahrgang 5reitag.5.8ebruaN9Z9 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat >m Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr n -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Siehe« poftscheckkonto: Zronifurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Unlverfitätrdruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7» Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/h mehr. 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Als der Gouverneur der Griechischen Staatsbank, Tsuderos, vor kurzem in Sofia einen mehrtägigen Besuch abstattete und dabei Besprechungen mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten, dem Finanzminister, dem Gouverneur der Bulgarischen Nationalbank und anderen führenden Wirtschafllern des Landes hatte, war ersichtlich, daß diese Unterhaltungen einen verstärkten Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder zum Ziele hatten. Bemerkenswert ist, daß Tsuderos auch die Notwendigkeit des Baues einer A n - schluß strecke zwischen dem griechischen und dem bulgarischen Eisenbahnnetz, durch das Struma-Tal, betonte. Diese auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache, daß zwei Nachbarländer keine Eisenbahnverbindung miteinander haben, bedarf nur insofern einer geringfügigen Berichtigung, als es zwar möglich ist, mit der Eisenbahn von Bulgarien nach Griechenland zu gelangen. Die große internationale Linie Budapest—Belgrad- Sofia—Edirne(Adrianopel)—Istanbul berührt nämlich den nordöstlichsten Zipfel Thraziens und verläuft auf etwa 35 bis 40 Kilometer von Karaagatsch bis Kuleli-Burgas am rechten Maritza-Ufer an der türkischen Grenze entlang auf griechischem Boden. Auch geht von Kuleli-Burgas eine N e • benbahn hinunter zum griechischen Hafen Alex- andropolis (früher Dedeagatsch), wo sie Anschluß an die Mazedonien in Ost-West-Richtung durchziehende Eisenbahnlinie nach Saloniki hat. Diese theoretisch mögliche Verbindung ist aber für eine schnelle und praktische Verbindung Sofias und der bulgarischen Wirtschaftszentren an der Donau mit den griechischmazedonischen Zentren, vor allem Saloniki, so ungeeignet, daß der Umweg über jugoslawisches Gebiet (Sofia—Skoplje—Beles—Saloniki) bei weitem vorzuziehen ist. Zwar kommt die von Sofia durch das Tal der Struma nach Südbulgarien führende Schmalspurbahn, die im Weltkrieg von deutschen Pionieren erbaut wurde, an chrem Endpunkt Petritsch bis auf wenige Kilometer an die griechische Grenze heran, und auch jenseits nähert sich die mazedonische Ost-West-Bahn, die bei Sidirokastron das Maritza-Tal überquert, ebnfalls bis auf eiwa fünfzehn Kilometer der Grenze des bulgarischen Nachbarn — nur fehlen noch die Schienenanlagen, um diesen .Katzensprung" zu überbrücken. Es ist klar, daß die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Nachbarländer unter dem Fehlen einer direkten Eisenbahnverbindung notleiden mußten. Nach der „Parole Bulgare" gibt es wohl kaum irgendwo auf der Well Nachbarländer mit so gering entwickelten gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen wie Griechenland und Bulgarien. Zwei Zahlen mögen das veranschaulichen: Exportierte Bulgarien noch im Jahre 1927 für rund eine Milliarde Lewa Waren nach Griechenland, so war der Wert dieser Ausfuhr 1933 auf den unbedeutenden Betrag von vier Millionen Lewa herabgesunken. Aehnlich war es um die griechische Ausfuhr nach Bulgarien bestellt. Hinzu kommt, daß bei einem kriegerischen Konflikt, der die Zufuhr Griechenlands über das Aegäische Meer sperren würde, lediglich Jugoslawien und Bulgarien imstande wären, Griechenland zu beliefern. \ Bei dem Besuch bulgarischer Wirtschaftler auf der Messe von Saloniki im September vergangenen Jahres wurde beschlossen, ein neues Handelsabkommen auf der Grundlage der Meistbegünstigung abzuschließen. Auch wurde die Schaffung einer durchgehenden Eisenbahnverbindung durch Ausbau der griechischen Linie bis zu dem Grenzort Kula besprochen. Bis zur Fertigstellung des Verbindungsstücks sollte ein kombinierter Eisenbahn- und Lastkraft- wagenverkehr wenigstens eine verstärkte Beförderung griechischer Waren nach Bulgarien in die Wege leiten. In der Tat eröffneten die Griechischen Staatsbahnen einen Frachtverkehr, der bis zur Stadt Sidirokastron auf Schienen, von dort auf Lastkraftwagen bis Kula geht, dort von den Bulgaren übernommen und bis zur nahegelegenen Bahnstation Petritsch ebenfalls mit Lastkraftwagen Lurchgeführt wird. r Der Bau der Verbindungsstrecke Stdirokastron— Kula—Petritsch, der allerdings auch von dem Ausbau der schmalspurigen Bahn auf N o r m a 11 p u r gefolgt sein müßte, würde auch eine, direkte Verbindung Saloniki — Sofia — Bukarest ermöglichen und so ebenfalls die griech.sch- rumänischen Wirtschaftsbeziehungen befruchten. Entscheidend aber ist, daß damit eine schnelle und direkte Nord-Süd-Verbindung von der O st s e e bis zum A e g ä i s ch e n M e e r geschaffen würde, die den beträchtlichen Umweg über die dichteren westlichen Eisenbahnnetze (Jugoslawien Ungarn, Tschecho-Slowakei) sparen könnte. Bis dahin dürfte auch die E i s e n b a h n - D o p - pelfähre über die Donau von Rustschuk nach Oiurgiu, deren Bau im Sommer 1937 zwischen Bulgarien und Rumänien beschlossen wurde und die das bulgarische Eisenbahnnetz direkt mit dem rumänischen verbinden würde, fertiggestellt sein wodurch die Fahrzeit auf der Strecke Sofia—Bukarest um ein Drittel (von 18 auf 12 Stunden) verkürzt wer- Ganz wäre das Problem damit allerdings auch noch nicht gelöst, bennjm W i n t e r, wenn die Donau zuqefroren ist, könnte der Verkehr u Eisenbahnfähre nicht durchgeführt werdem Deshalb plant man schon seit einiger Zeit den Bau einer großen Donaubrücke von Rustschuk nach Giur- giu, die man als „das Symbol der politischen Beziehungen der beiden Länder" bezeichnet hat. Man sieht: Nur wenige Kilometer Eisenbahnstrecke in Nord-Mazedonien, eine Eisenbahnfähre und einer Brücke über die Donau — und doch Fragen von größter wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Bedeutung für eine Gruppe von vier zusammenhängenden Staaten (Polen, Rumänien, Bulgarien, Griechenland) mit zusammen über 65 Millionen Einwohnern. Der rumänische Ministerbesuch in Belgrad. Plan einer Straße von der Adria zum Schwarzen Meer. Belgrad, 2. Febr. (DNB.) Der rumänische Außenminister Gafencu reist Donnerstag nacht mit dem Orientexpreß wieder in die rumänische Hauptstadt zurück. Nachmittags hatte er noch eine letzte Unterredung mit dem jugoslawischen Minister- lichkeiten Rechnung tragen, die heute die internationale Lage bestimmen. Sie wurden dieser Tage durch den Führer eines großen Landes verkündet. Rumänien und Jugoslawien suchen für die Interessen aller Nachbarvölker Verständnis aufzubringen und hoffen, auf diese Weise eine Atmosphäre des Friedens und der fruchtbaren Arbeit im Donauraum und am Balkan zu schaffen. Sie sind glücklich, daß sich eine Großmacht freundschaftlich für diese Ziele interessiert und ihre Verwirklichung erleichtern will. Beide Staaten wollen eine solche Politik aber nicht auf Schwäche, sondern auf das Bewußtsein ihrer Stärke stützen, mit deren HUfe sie die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen und chre nationale Unabhängigkeit aufrechterhalten können." Für den Plan einer modernen Straße, die das Adriatische Meer mit dem Schwarzen Meer verbinden soll, haben sich beide Minister lebhaft interessiert. Die Straße soll von Triest über Adelsberg und Laibach nach Agram und Belgrad gehen, die Donau bei Belgrad überschreiten, durch das Eiserne Tor an Krajowa vorbei nach Bukarest führen und schließlich bei Constanza am Schwarzen Meer enden. Anhalten- scharfe Kritik an Roosevelts Kriegskurs in Amerika. Washington, 2. Febr. (Europapreß). Die erregte Auseinandersetzung über die Begleitumstände der U8A.-Flugzeug lieferungen an Frankreich häU gleichzeitig mit einer scharfen Kritik an den Aeußerungen Roosevelts im Militärausschuß des Senats mit unverminderter Heftigkeit an. Die Kritik verweist im Zusammenhang mit einer neutralitätsverletzenden Bevorzugung Frankreichs auch auf die geringe Bedeutung, die Frankreich in den vergangenen Jahren als Abnehmer der nordamerikanischen Flugzeugindustrie gehabt habe. Während Frankreich jetzt ßieferungsaufträge für Flugzeuge nach USA. geben wolle, die insgesamt eine vierstellige Zahl erreichen dürften, habe es bisher kaum eine nennenswerte Rolle als Abnehmer dieses USA.-Exportartikels gespielt. Don dem Gesamtwert der im Vorjahre ausgeführ- ten Flugzeuge, Motore und Ersatzteile aus USA. von 68 Millionen Dollar sei nur ein geringer Bruchteil auf Frankreich entfallen. Nach den letzten Mitteilungen des Handelsdepartements waren vielmehr Holland und Holländifch-Jndien mit je elf Millionen Dollar, China, Argentinien und die Sowjetunion mit je sechs Millionen Dollar, die Türkei und Kanada mit je drei Millionen, Brasilien mit zwei Millionen und Mexiko mit einer Million die wichtigsten Abnehmer. Dann erst folgten Frankreich, ferner Rumänien, Polen, und Columbien. Die energische Rede des ehemaligen republikanischen Präsidenten Hoover, in der er sich scharf gegen die politischen Ziele Roosevelts wandte, hat starken Eindruck hinterlassen. Man bedauert, daß Senator B o r a h gerade erkrankt ist, denn er würde gewiß in ähnlichem Sinne wie Hoover gegen Roosevelt Stellung genommen haben. Verschiedene Blätter sagen, bis zum 20. Januar 1941 s e i Roosevelt unabsetzbar, und bis dahin habe er die Möglichkeit zu einer weitgehenden Verstrickung des Landes in außenpolitische Differenzen. Jetzt wolle RooseveU in den europäischen Angelegenheiten das Zünglein an der Waage sein, falls es seinen Gegnern nicht gelinge, ihn zu einem offenem Bekenntnis seiner außenpolitischen Pläne zu gewinnen, werde Roosevelt weiterhin die Rolle kopieren, die er seinem von ihm angeschwärmten demokratischen Vorgänger Wilson abgeschaut habe. Der demokratische Senator Mc Carran und der republikanische Senator van den Berg forderten im Senat von Roosevelt, er solle vor dem Kongreß und dem amerikanischen Volk eine o f - fene Erklärung über die wahren Ziele seiner Außenpolitik abgeben. Das amerikanische Völk habe ein Recht darauf, zu wissen, was vor sich gehe. Es lasse sich nicht ohne seine Zustimmung in einen Krieg treiben. Der Vorsitzende des Marineausschusses, Senator Walsh, verglich die Aehnlichkeit der heutigen Kriegsagitation mit derjenigen vor dem Eintritt Amerikas in den Weltkrieg. Die einzigen Motive für die Aufgabe der Neutralitätspolitik feien Geschäftsinteressen unter völliger Mißachtung des Lebens und des Eigentums der amerikanischen Bevölkerung. Neun republikanische Mitglieder des auswärtigen Ausschusses des Abgeordnetenhauses erklärten, das ganze Volk der Vereinigten Staaten widersetze sich ohne Rücksicht der Parteizugehörigkeit gegen Kriegsprogramme einer Geheimdiplomatie. Der republikanische Abgeordnete Hamilton Fish sagte im Rundfunk: „Ich klage Präsident Roosevelt des Versuches an, die traditionelle amerikanische Politik der Neutralität, der Nichteinmischung und des Friedens wie einen Papierfetzen z u zerreißen, wie er beinahe jede andere amerikanische Tradition gebrochen hat, und uns in fremde Kriege und Militärbündnisse einer sogenannten kol- j lektiven Sicherheit zu verwickeln." Demonstranten übersatten den belgischen Miniflerpräsi-enien. Kronrat in Brüssel. - Der König fordert Stärkung der Regierungsgewali gegenüber den Parteien. — Der Soll Martens. Brüssel, 2. Febr. (Europapreß.) Der erste belgische Kronrat seit jenem 14.Oktober 1936, an dem die belgische Außenpolitik auf völlig neue Grundlagen gestellt wurde, hat am Donnerstag unter dem Vorsitz von König Leopold getagt. Am Schluß der Sitzung wurde vom Ministerpräsidenten S p a a k eine Verlautbarung verlesen. Darin heißt es, daß sich der Kronrat ausschließlich mit innenpolitischen Fragen beschäftigt habe. Der König habe in seiner Ansprache den Gegenstand einer sorgfältigen Wirtschaftsführung berührt, ferner die Angleichung des Staatshaushaltes an die finanziellen Möglichkeiten, die Aufrechterhaltung der sozialen Gesetzgebung, die Beachtung der verfassungsmäßigen Grundlagen, sowie die Ansicht des Königs über die Aufgaben für feine Person und seine Minister. Außerdem habe der König die längst geplante allgemeine Verwaltungsreform gefordert. König Leopold hat bisher nur selten, aber dann zielbewußt und energisch in die Staatsführung eingegriffen. Als er sich vor zwei Jahren für den neuen außenpolitischen Kurs einer belgischen Unabhängigkeitspolitik entschloß, waren mit der Stärkung des Heeres aus innenpolitische Reformen geplant. In den letzten Monaten hat sich nun herausgestellt, wie sehr das Spiel der Parteien die Regierung Spaak und damit die planmäßige Abwicklung ihres Programms ernstlich gefährdete. Schon anläßlich der sozialistischen Störungsverjuche im Zusammenhang mit der Spanienfrage hat der König feinen Einfluß für die Regierung Spaak eingesetzt. Mit dem heutigen Tag hat nun König Leopold eindeutig dargetan, daß man zu einer Stärkung der Negierungsgewalt in verfassungsmäßigem Rahmen gelangen müsse, denn nur so scheinen sich die verschiedenen Punkte des Regierungsprogramms — Schaffung einer allgemeinen Arbeitslofen-Zwangs- versicherung, Vereinfachung und straffere Erfassung des Derwaltungsapparates, staalliche Einflußnahme auf das Wirtschaftsleben — verwirklichen zu lassen. Wie sehr die Sorgen des Königs begründet sind, haben neuerliche Vorfälle in Brüssel offenbart. So spielten sich in der belgischen Kammer erneut Tumultszenen ab, die zu einer längeren Unterbrechung der Sitzung führten. Die Aussprache drehte sich um den Plan des wallonischen sozialdemokratischen Abgeordneten Tru'faut für die Einführung einer bundesstaatlichen Verfassung und die Derwaltungstrennung für Flandern und Wallonien. Mehrere radikale Marxisten und kommunistische Abgeordnete forberten die Regierung auf, zu dem Projekt Stellung zu nehmen. Sie schleuderten Schimpfworte gegen Spaak und feine Kollegen. Ministerpräsident Spaak erwiderte heftig, daß er die gegenwärtigen Methoden des Parlaments, das ihm dauernd Hindernisse in den Weg lege, satt habe. Es verginge kein Tag, an dem man ihm nie t Apfelsinenschalen vor seine Füße werfe. Entweder helfe ihm die Kam- (Entente wohin 7 Je weiter die Diskussion über die geheimnisvolle Rede Roosevelts fortschreitet, um so deutlicher lassen sich in ihrer Auswirkung zwei verschiedene Tendenzen beobachten: einmal die begeisterte Zustimmung der französischen Presse, zum andern der wachsende Widerspruch der Bürger der Vereinigten Staaten gegen ihren eigenen Präsidenten. Wie der Ertrinkende nach einem Siroh- halm, so greift Frankreich nach den Versprechungen Roosevelts und merkt dabei gar nicht, wie es feine innere Schwäche offenbart. Schon stellt man in Paris triumphierende Berechnungen an über den Wert des wehrwirtschaftlichen Vierecks Frankreich- England-U8A.-Kanada, schon erklärt der „Paris Midi", dieser neue demokratische Bund sei viel solider als die Achse Berlin—Rom, schon sagt „3our= näe Industrielle", auch Frankreich sei durch seine geographische Lage gegenwärtig der vorgeschobene Wachtposten derjenigen Völkergruppe, die ihre tausendjährige Zivilisation nicht zugunsten barbarischer Weltanschauungen zerstören lassen wolle, schon verkündet auch die immer hetzbereite Märchentante Genevieoe Tabouis im „Oeuvre", daß Mussolini wegen der Rooseoelterklärung und auf Grund eines Telephonanrufes von Berlin auf feine geplante Rede verzichtet habe. Außerdem hat die Tatsache, daß England in diesem Jahr die phantastische Summe von sechs Milliarden Mark für seine Rüstung ausgeben will, bei den Franzosen Helle Begeisterung hervorgerufen. Und doch fällt in den Becher der Freude ein Tropfen Wehmut. Man befürchtet nämlich in Paris und London nicht zu Unrecht, daß die Roosevelt-Erklärung in der Bevölkerung der Vereinigten Staaten lebhafte Gegenaktionen auslösen könnte, die der weltdemokratischen Politik keineswegs dienlich sein würden. In diesen Bedenken, die alle Zeitungen von rechts bis links wiedergeben, zeigt sich so recht die volksfeindliche und nur auf kapitalistischen Rüstungsgewinn ausgerichtete Politik, die nun von Amerika besonders nach England und Frankreich übergreift. Für die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten selbst ist es bezeichnend, daß sogar Victor Ridder, der Verleger der „New Parker Staatszeitung", der Ende vorigen Jahres offen ins deutsch-feindliche Lager überging, den auf dem mer bei feiner Arbeit oder aber di e Regierung werde zurücktreten. Der Antrag Truffauts wurde schließlich mit 111 gegen 62 Stimmen ab« gelehnt. Dann wurde über den Fall Martens abgestimmt. Die Ernennung des flämischen Arztes Martens zum Akademiemitglied, die von gewissen Frontkämpferorganisationen wegen der Zugehörigkeit von Martens Zum „Rat von Flandern" während der Besetzungszeit im Weltkrieg bekämpft worden war, wurde mit 88 gegen 86 Stimmen gebilligt. Die Regierung konnte hier also nur eine knappe Mehrheit von 2 Stimmen erhalten. Gegen diesen Beschluß veranstalteten die Frontkämpferorganisationen am Donnerstagabend Demonstrationen in den Straßen Brüssels. Ein Teil der Demonstranten, der von der Gendarmerie aus dem Regierungsviertel herausgedrängt worden war, hatten sich nach der Wohnung des Ministerpräsidenten Spaak im Brüsseler Vorort St. Gilles begeben. Die beiden Präsidenten des Frontkämpfer« Verbundes und der „Feuerkreuzler" hatten die Wohnung des Ministerpräsidenten betreten, wo sie von seiner Gattin empfangen wurden und auf die Rückkehr des Regierungschefs warteten. Als Spaak, begleitet von seinem Kabinettschef, kurz vor 21 Uhr mit feinem Wagen vor der Wohnung eintraf, wurde der Wagen von den Demonstranten angehalten. Spaak verließ sein Auto, um sich eine Bahn durch die demonstrierende Menge zu brechen. In diesem Augenblick erhielt er mehrere Faust« schläge ins Gesicht, durch die er eine Stirnverletzung davontrug. Gleichzeitig wurde ihm der Hut vom Kopf gerissen. Sofort eilten Polizisten herbei, die ihn aus seiner Lage befreiten und nach Hause führten. Nach dem UeberfaU hatte Spaak in seiner Wohnung eine Unterredung mit den Präsidenten der beiden Frontkämpferverbände, die sich gegen b t e Ernennung des Professors Martens gestellt haben. Sie forderten Spaak auf, fein Amt als Ministerpräsident niederzulegen. Spaak erwiderte jedoch, daß er nicht daran denke zurückzutreten und daß er nur dem König und dem Parlament für feine Ha nd- lungen verantwortlich fei. Der königliche Staatsanwalt begab sich nach dem Bekanntwerden des Angriffes auf Spaak in die Wohnungs des Ministerpräsidenten, um eine Untersuchung einzuleiten. Ministerpräsident Spaak hat die Forderung nach seinem Rücktritt offensichtlich unter dem Eindruck der im Kronrat durch König Leopold zum Ausdruck gebrachten Bestrebungen nach Stärkung der Regierungsgewalt abgelehnt. Die belgische Presse berichtet in großer Aufmachung über den Kronrat. Dabei wird betont, daß der König nur selten und nur in schwerwiegenden Fällen seine Minister zu sich berufe. „Nation Belge" meint, gewisse Stellen der amtlichen Verlutbarung machten deutlich, daß der König die Minister auf ihre Pflichten als Inhaber der Regierungsgewalt aufmerksam gemacht habe. „La Derniere Heu re" unterstreicht, daß diese Beratung nur in einer A «- spräche des Staatsoberhauptes an seine Minister bestanden habe. Der König habe sehr nachdrücklich betont, die wirtschaftlichen Probleme überträfen alle anderen Fragen an Wichtigkeit; sie müßten daher vorangestellt werden. Kriegspfad befindlichen Präsidenten in der schärfsten Weise kritisiert: Roosevelt mähe sich selbst jene selbstherrlichen Machtbefugnisse an, die er mit beredtem Eifer bei jeder Gelegenheit an den totalitären Staatsoberhäuptern geihele Er spiele sich als Richter über gut und böie auf und seine geheimnisvollen Machenschaften mühten Amerika früher oder später in eine Zwangslage manövrieren, die es wie 1917 unauflösbar mit den Wirrnissen der alten Welt verknüpfe Die l^5A.-Bevölkerung sei aber gewillt, eine friedliche Rolle im Dölkerleben zu spielen. Auf der anderen Seiten treibt die Propaganda der Roosevelt-Kreaturen noch immer die seltsamsten Blüten So beantwortete der Chef der amerikanischen Marinelustfahrt, Konteradmiral Cook, die Frage eines republikanischen Abgeordneten, ob Deutschland als Pazifik-Macht — wenn es in der Südsee Flugzeugstützpunkte einrichten würde — die Bereinigten Staaten bedrohen könne, mit ,^Ja". So hielt der stellvertretende amerikanische Kriegs- minlster ausgerechnet vor der amerikanischen Frauenvereinigung eine neue Hetzrede, in der erklärte, die Bereinigten Staaten seien gezwungen, gegen diejenigen zu rüsten, die entschlossen wären, die Welt durch Militärmacht zu beherrschen. Einigen Menschen scheine die Invasion Amerikas nur ein übler Traum zu sein, aber selbst sie mühten zugeben, dah die wilden Phantasien von gestern die Wirklichkeiten von heute geworden seien Und Oberst Frank Knox, der Verleger der „Chicago Daily News", lieh die Katze vollends aus dem Sack, indem er der Meinung Ausdruck gab, angesichts der europäischen Lage habe das USA.« Pnb'ikum endlich die Notwendigkeit erkannt, daß die Dereiniaten Staaten England als Herrin der Meere ablösen müßten. Letztere Auslassung dürfte besonders die Engländer interessieren, bei denen es zum guten Ton gehört, eine Gefahr für das weltbeherrschende Albion lediglich in den bösen Deutschen zu erblicken. Wirklich, die beiden Ententelvnder in Westeuropa täten besser daran, sich mit den Achsenmächten zu arrangieren, statt den 08A.-Juden zu erlauben, auf europäischem Boden die Demokratie zu „verteidigen", das heißt in Wahrheit, die abendländische Welt dem Bolschewismus auszuliefem. Schon feit Jahrzehnten ist das kulturelle Leben in England und Frankreich im steten Abstieg begriffen, während zu gleicher Zeit der amerikanische Zioilifationstamtam mit Jazz, Niggersong und „wahren Geschichten" seine Herrschaft aufrichtete, um die Seele dieser alten Kulturvölker zu zerstören. Wird der Entseelung nun die Entmachtung folgen? Das ist die große Frage, vor die sich England und Frankreich heute gestellt sehen. H. Evers. Oer Ausbau der deutschen Kriegsmarine Eine schriftliche Mitteilung an die britische Regierung. Berlin, 2. Febr. (DRB.) 3m Dezember n.3. hatte die deutsche Regierung Sr. Majestät im Bereinigten Königreich ihre Absicht mitgeteilt, gewisse ihr auf Grund der deulsch-englifchen Flottenab- kommen vom 18.3uni 1935 und 17.7. 1937 zu- stehenden Rechte auszuüben. Am 30. Dezember o.3. fanden in Berlin freundschaftliche Besprechungen über gewisse Fragen statt, die sich aus der 3nanspruchnahme dieser Rechte der deutschen Regierung ergeben. Die deutsche Regierung sagte damals zu, der britischen Regierung eine schriftliche Mitteilung zuzuleiten Am 18. 3anuar d. 3. hat die deutsche Regierung der britischen Regierung diese schriftliche Mitteilung über ihre in der vorerwähnten Besprechung bargelegten Absichten zugestel 11. Danach wird Deutschland seine Anterseeboots- tonnoge bis z u r Parität mit der der Mitglieder des Britischen Reiches ausbauen, an-! gefangen im 3ahre 1939 bis zur Erreichung der vertraglichen Grenze. Ferner wird' Deutschland die beiden derzeit im Bau befindlichen 10000-t-fireujer J&T und „£** derartig bestücken, dah sie aus Kreuzern der Unterklasse B zu Kreuzern der Unterklasse A werden, hiermit übt Deutschland ein ihm vertraglich zugesichertes Recht aus. Reichstagung der Ausländsdeutschen in Gra». Berlin, 2. Februar. (DNB.) Die diesjährige Reichstagung der Ausländsdeutschen wird als reine Arbeitstagung des gesamte auslandsdeutschen Führerkorps kurz vor dem Reichsparteitag i n Graz stattfinden Gauleiter Bohle entspricht damit einem Wunsche der Auslands-Oe st erreich e r, die in diesem Jahre die Gelegenheit haben werden, ihr Bekenntnis zu Führer und Reich in der befreiten Ostmark abzulegen In Zukunft werden die großen Reichstagungen der Ausländsdeutschen alle zwei Jahre in der Stadt der Ausländsdeutschen, Stuttgart, abgehalten werden In den dazwischenliegenden Jahren wird jeweils eine Arbeitstagung stattfinden. Japanische Einladung an 500 .Krast durch Hreude^-Llrlauber Berlin, 2. Febr. (DNB ) Reichsleiter Dr. Ley empfing Dr. Sikoma, der im Auftrage des japanischen Eisenbahnministers eine Einladung für 500 ,Kraft-durch-Freude"-Fahrer überbrachte. Die japanische Staatseisenbahn hat 100 000 Pen zur Verfügung gestellt. Die 500 deutschen Fraft-durch- Freude"'Fahrer werden Ende dieses Jahres mit einem „Kraft-durch.Freude"-Schiff die Reise nach Japan antreten und vier Wochen als Gäste der japanischen Staatseisenbahn verschiedene Städte und Landschaften Japans besuchen — Dr Ley sprach feinen herzlichen Dank für diese Freundschaftsbekundung aus und übermittelte feinem japanischen (9-aft gleichzeitig eine Gegeneinladung für 500 japanische Arbeiter zum Besuche Deutschlands Skabschek Lutze vom Ouce empfanden. Rom, 2 Febr. (DNB) Stabschef der SA Lutze ist vom Duce >m Palazzo Venezia i n Audienz empfangen worden Nach der sehr herzlich verlaufenen Unterredung begab fich der Stabschef zum Befuch von Parteisekretär Minister Starace ins Parteihaus und stattete jchiiehlich Fahrt zu den deutschen Gebirgstruppen. R. P. München, im Februar 1939. In der Tageseinteilung einer Pressefahrt, die uns durch einige Garnisonen des VII. A.-K. führen sollte, stand gleich zu Anfang der lapidare Satz: „Erläuterung der Aufgaben einer ,21. A. mot." Was ist eine „A. 21. mot. "7 Keiner wuhte es; aber wir sollten es lehr bald erfahren. Ein Omnibus führte uns in schneller Fahrt vom Zentrum Münchens zur Weichbildgrenze. Breitgelagert im gefälligen Vorortstil liegen dort die Gebäude der „21. A mot." Nach kurzer kameradschaftlicher Begrüßung wickelte sich der erste Punkt der Tageseinteilung m einem kurzen Vortrag ab. Und nun kam des Rätsels Lösung: „A. A. mot." heißt „M otorifierte Auf - klärunasabteilu n g" Jetzt verstanden wir auch die Vorbereitungen auf dem Kasernenhof. Hier standen, tadellos aufgebaut, einzelne Abteilungen an ihren Fahrzeugen und Geräten. Wenn wir es nzwifchen nicht erfahren hätten, hätten es uns die schwarzen Uniformen verraten, daß die Aufklärungsabteilung 3 u unfern Panzertruppen gehört. Von der Vielseitigkeit der Aufgaben wie ihrer Gliederung überzeugte uns nicht nur ein kurzer theoretischer Ueberblick, sondern auch ein schulmätzi- ges Exerzieren an Fahrzeugen, Waffen, am Klein- kaliberstand und schließlich am Nachmittag draußen im Gelände die praktischen Vorführungen der Abteilung. Schnelligkeit und Wendigkeit ist Voraussetzung des erfolgreichen Einsatzes der Aufklärungsabteilung. Sie ist nicht nur das Auge einer Armee, sie ist der motorisierte Wille der militärischen Führung, klarzustellen, wo und in welcher Verfassung sich der Gegner befindet. Einst war die Kavallerie mit ähnlichen Ausgaben betraut. Heute ist es die „A A mot?, die in Ergänzung ober in Verbindung mit der Luftaufklärung Versammlung und Verhalten des Gegners festzustellen hat. Die Sonderderichi des Gießener Anzeigers. „A A. mot." eilt dem Gros der eigenen Truppen weit voraus, beseitigt die Widerstände, die den Einblick in die Veriammlun^räume verhindern fallen ober versucht, in seinen Rücken zu gelangen. Was der Soldat der „A A. mot." in sich immer wiederholenden exerziermäßigen Hebungen, was er im theoretischen Unterricht ober am Sandkasten gelernt hat. was er im Gelände fast täglich übt. muß ihn aufgeschlossen machen für seine Auiga- ben. Es gehören ganze Männer dazu mit eisernem Willen, starken Nerven klarem Blick und schneller Entschlußkraft. Wie der Blitz müssen sie bazw'.'chen- fahren und mit Windeseile vom Erdvoden verschwinden. Ein Unmöglich darf es für sie nicht geben. Deshalb ist die 21. A. mot. ausgestattet mit leichten und schweren Panzerwagen, Infanterie- geschützen, Pak, Pionierkräften und «geräten, mit dem modernsten Nachrichtengerät — Funk, Fernsprecher, Telegraf usw — Stärkste Feuerkraft vermitteln der Abteilung die ihr zugehörigen Kradschützen, die in sausender Fahrt ihre Gewehr- und Maschinengewehrschützen absetzen und sie in rasendem Tempo auch wieder aufsitzen lassen. Wahrlich, ein Instrument des Krieges, das alle Eigenschaften an Tempo, Feuerkraft, Wendigkeit und Entschlossenheit airf sich vereint Sv sipb die 21. A mot. gleichsam die Husaren des modernen Heeres mit allen Ueberraschungs- und Ueberrumpelungseigen« schäften ihrer berittenen Vorgänger ... Und weiter ging es gen Süden, hinein in das gigantische Gebiet der winterlichen Alpen, hinauf bis Garmisch-Partenkirchen. Am verträumten Eibsee zu Füßen der Zugspitze gab es die erste Rast. Am Morgen erwarteten uns die Gebirgsjäger. Ueber Nacht ist auch der sehnlich er» wartete Neuschnee gefallen; Mittenwald liegt vor uns in dem Winter und Märchenland deutscher Alpenberge. Am sonnigen Hang lehnen die schmucken Gebäude der ©ebirgsiäger Eine gekechtsklare Kom- panie steht bereit, um uns ihre Watten chre Kampf- melhoden im alpinen Gelände oorzuführen. Und als wir sie kurz darauf im Aufstieg zur Höhe sahen, als wir. überwältigt von der Schönheit ihrer Berge fast vergaßen, daß uns ein militärisches Schauspiel geboten werden sollte, da verstanden wir chren Stolz und ihre Freude, zu den deutschen Gebirgstruppen zu gehören Wahrlich, es ist kein leichter Dienst, der von ihnen gefordert wird; sie müssen nicht nur ausgezeichnete Soldaten fein, sie müssen Bergsteiger, Alpinisten. Späher, Schützen und Lastträger fein. Wenn man aber in ihre Augen blickt, wenn man ihren entschlossenen Willen sieht, wenn man ihren zähen Eifer beobachtet, bann weiß man: es sind Söhne ber beutschen Berge, bie ihre Heimat mit allen Fasern ihres Herzens verteibigen. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Gebirgsjäger, um ©ebirgspioniere ober um bie Gebirgsartilleristen hanbelt. Selten wohl sinb Menschen unb Natur so eng oerbunben wie hier in ben Bergen, unb“ selten ist ber Solbat so eng verwachsen mit seinem Volk wie hier in ben deutschen Alpen. Wagemut, Einsatz- und Opferbereitschaft wird täglich von jedem einzelnen Angehörigen ber Ge- birgstruppen verlangt. Wenn bem Solbaten auch als treuer Helfer unb Lastenträger ber Maulesel, Muli genannt zur Verfügung steht, wenn ihm der Schi wahrend bes Winters größere Beweglichkeit unb Schnelligkeit gewährt, im Kampf muß er zuletzt sich bvch auf sich selbst verkästen In ben deutschen Gebirgstruppen ber neuen Zeit hat bie Trabi hon bes beutschen Alpenkorps aus bem Weltkrieg nicht nur eine Fortsetzung fonbern eine Vertiefung erfahren. Sie gehören zur Elite ber beutschen Wehrmacht. Unser linkes Bilb zeigt ein Geschütz ber Gebirgsartillerie in Feuerstellung in ber Nähe ber Kreuzalm auf bem Kreuzeck. — In ber Mitte oben: Abtransport eines Verwunbeten mit Hilfe einer Seilbahn unb eines Schischlittens. — Mitte unten: Schi-Spähtrupp in weißen Schneemänteln beim Aufstieg. — Rechts: Beobachter der Gebirgsartillerie am Scherenfernrohr. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W M MI . ' Jf ' j$ & JO ME MW GH '■Nr& »:V\ y •>' KGM ,wj UW •V T«; MU 'M Außenminister Graf Ciano im Palazzo Chigi einen Bejuch ab Er besuchte auch bie Luftwaffenversuchsinstitute in ©ubonia. Neben ben funktechnischen Erklärungen interessierten ben Stabschef besonbers die aerodynamischen Versuchsanlagen. Zum Schluß der Besichtigung wurden bem Stabschef moderne Flugzeugtypen oorgesührt. ©er Sieger im Kanonen-Sprung. 21us bem Kampf ber besten beutschen unb aus» lanbischen Springpferbe unb Reiter ging ff-Sjaupt« sturm'uhrer Günter Temme auf „91 o r b I a n b" im Kanonen-Springen um ben Preis bes Minifter- präfibenten Generalfeldmarschall Göring als Sieger hervor. — (Scherl-Bilderdienst-M.) JlormoieSeonfpruchutta ^er k V " ' ? . (DNB.) Di* Beanspruchung ber Reichsbank hielt sich aU Ende Januar mit einer Erhöhung der gesamten Kapitalanlage um 612 auf 8102 Millionen RM in normalen ?,"nzen Der größte Teil dieser Zunahme entfiel mit 544 Millionen RM au’ das Wechselkonto das sich dementsvrechend auf 7144 Millionen RM stellte Bei den sonstigen Aktiven trat infolge vor- übergehender Inanspruchnahme des öffentlichen Be- triebstrebites eine Erhöhung um 220 auf 1655 Millionen RM. ein. Der Umlauf an Reichsbanknoten nahm um 650 auf 7616 Millionen RM zu Die täglich fälligen Verbinblichkeiten stiegen — in ber Hauptsache burch Erhöhung ber Giroguthaben ber Privatwirtschaft — um 116 auf 1119 Millionen RM Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich am Stichtage auf 9915 RM gegenüber 10 388 Millionen RM am Jahresfchluß 1938 unb 7121 Millionen RM am 31 Januar 1938 Die Golbbestänbe sinb mit 70,8 Millionen RM unoeränbert geblieben, währenb bei ben deckungs- fähigen Devisen ein kleiner Rückgang um 127 000 RM. auf 5,6 Millionen RM eintrat. Von ben Abrechnungsstellen würben im Januar 4,58 Millionen Stück über 6 877 Millionen RM abgerechnet Die Giroumfätze betrugen in Einnahme und Aus- gäbe 5,29 Millionen Stück über 101868 Millionen RM. Conhferfmtf hilft auch dem kleinsten &of. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Staatssekretär Backe betonte auf der Sondertagung des Rrichskurato- riums für Technik in der Landwirtschaft, baß bie Intensivierung sich zunächst in ber Ackerwirtschaft ausgewirkt habe, sv baß wir heute vor ber Schwierigkeit stehen, bie großen Vorräte von Ge- treibe, Zucker unb Kartoffeln zu lagern unb zu verarbeiten. Deshalb muß bas Schweraewicht in ber Jntensivierungsarbeit nunmehr auf bie Vered- lungswirtschaft gelegt werden Hierbei müssen Wissenschaft und Praxis auf das engste Zusammenarbeiten, wobei vor allem zwei Probleme im Vordergrund ständen, die Förderung der Landtechnik und ber Viehzucht. Es komme nicht so sehr barauf an, bie Maschinenkonstruktionen immer mehr zu verfeinern und zu verbessern, als vielmehr darauf, der Landwirtschaft die heutigen Maschinen billig zugänglich ,w machen. Auch ber kleinste H o f müsse mit einfachen Malchi- nen versorgt werden, bie sich leicht bebienen lassen und für bie ausreichenbe Ersatzteillager vorhanben sind Der genossenschaftliche Maschineneinsatz sei nicht als ein Uebergangsftabium zu betrachten, sondern bewußt als ein politisches Mittel anzusehen, um das Landvolk zu gemeinschaftlichem Denken zu erziehen. ©er kleine Enkel eines großen Ahnen. Mailand, 2. Februar (Europapreß.) Ein in Paris lebender Enkel Garibaldis des großen italienischen Freiheitskämpfers aus der Zeit der Einigungskriege hat im Namen des Garibaldiner- Verbandes eine Huldigungsbotschaft an Daladier gerichtet, worin er ihm die Ergebenheit des italienischen Volkes versichert und die latei- nische Brüderlichkeit verherrlicht In kstnsten wird das als „eine höchst unzeitgemäße tolle Albernheit" bezeichnet ,Hl Regime Fascista" erklärt das italienische Volk kenne nur eine Brüderlichkeit, jene mit dem deutschen Volke mit bem „uns das Schicksal für Leben und Tod verbunden hat". Oer König von Schweben in Berlin. Hohe Auszeichnung für Generalfeldmarschall Göring. (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 2 Febr. (DNB.) Seine Majestät Kö- n i g G u ft a f von Schweden traf auf feiner Durchreise nach Nizza mit den Herren seiner Begleitung am Donnerstagmorgen z u einem eintägigen Aufenthalt in ber Reichshauptstab t ein. Zur Begrüßung auf bem Stettiner Bahnhof hatte sich ber Chef bes Protokolls, Ge- fanbter Freiherr von Doernberg, etnge- funben Der Enkel bes Königs, Prinz Gustaf Adolf von Schweden, mar mit dem schwedischen Gesandten Exzellenz Richert, ben Herren ber Gesandtschaft unb den Offizieren der am Reit- und Fahrturnier teilnehmenden schwedischen Reitermannschaften erschienen. König Gustaf empfing in ber schwedischen Gesandtschaft Ministerpräsident ®e= neralfeldmarschall Göring unb hatte mit ihm eine längere Unterredung. Als besondere Ehrung verlieh Neubewertung der Goldbestände -er Bank von England Richtung auf eine endgültige A b - g des Pfundes gegenüber dem Gold geworden ist.' * Jäger, gedenke deines Wildes! Frankreich nimmt mit Franco Fühlung Senator Berard nach Burgos entsandt. 1938 in Bau: 2 688 864 t. Davon entfielen auf: ber Kleine politische Nachrichten 779 762 355 737 309 586 298 617 247 077 161 470 146 550 121 940 t t t t t t t t t t t t t t 133 200 107 700 80 000 75 000 68 503 Großbritannien Deutschland Japan USA. . . . Niederlande , Italien . , Schweden. « Dänemark - Wie die Sowjetregierung am Donnerstagnachmittag dem ungarischen Gesandten des Sterling und der nervösen Goldkäufe kürzlich so zusammengeschrumpft, daß die Bank von England Gold im Werte von 200 Millionen Pfund für Auge gefaßt werden sollte. Die Rückkehr zu der alten Gold-Parität scheint durch den Gesetzentwurf der Regierung nunmehr endgültig ausgefchlossen zu fein. Eines Morgens findet der Urlauber auf seinem Frühstückstisch im Tagesprogramm die Ankündigung, daß am Abend ein großes K o st ü m f e st an Bord stattfindet und jeder im Kostüm erscheinen soll. Niemand hat vorher etwas davon gewußt, so daß keinerlei Möglichkeit bestand, sich auf diesen Abend durch die Mitnahme von entsprechenden Kleidungsstücken gebührenb vorzubereiten. Aber Not macht erfinderisch, und schon am Vormittag hebt in allen Kabinen ein eifriges Arbeiten an. Jeder will doch zeigen, daß die Harole ,Helft alle mit, daß es ganz, ganz lustig wird!" in die Tat umgesetzt wird. Und als um 20.30 Uhr das Fest in allen Sälen seinen Anfang nimmt, da traut man feinen Augen kaum über all die lustigen und bunten Kostüme, die da unter geschickten Händen entstanden sind. Man nehme ein buntes Tuch, wickle es sich malerisch um den Kopf, mache sich mittels Schuhwichse einen Bart mit herabgezogenen Schnurrbartenden, hülle sich in einen Bademantel — und der Singalese ist fertig! Oh, es ging sehr lustig und vergnügt zu, und die Tatsache, daß die Polizeistunden, amtlich .Zapfenstreich" genannt, noch etwas verlängert und dafür das Aufstehen am nächsten Tage etwas hinausgeschoben wurde, löste eitel Freude aus. Da hier gerade vorn Kostümfest die Rede ist. soll rasch eine heitere Geschichte erzählt werden, die uns ber Kapitän zum besten gab. Sollte da bei einer ber früheren Fahrten bes „Deutschen" auch ein Kostümfest stattfinden, wobei ein frisches, lustiges Mädel gefragt wurde, als was sie kommen würde. Nach kurzem Besinnen erklärte sie: „Als Taube". Darob Verwunderung auf der anderen Seite und leichter Zweifel daran, daß ein stilgerechtes Taubenkostüm doch nicht so ohne weiteres hergestellt werden könnte. „Wieso?" fragte die Maid zurück, „in das rechte und das linke Ohr Watte, und die Taube ist fertig!" entsprechend Maßnahmen zur Schließung ber Moskauer Gesandtschaft. Das Memeldirektorium hat am Donnerstag den Beschluß gefaßt, an jämllichen Stempeln er dem Generalfeldmarschall dle höchste schwedische milttärische Auszeichnung, das Großkreuz des Schwesterordens mit Kette. Der König besuchte am Nachmittag das Große Internationale Reit-und Fahrturnier in der Deutschlandhalle, an dem mit ber offiziellen schwedischen Offiziersmannschaft auch Prinz Gustaf Adolf von Schweden teilnahm. Großbritannien . 27 Schiffe mit 239 218 USA. ... 13 ...... Deutschland . . 11 Schweden » • 9 Niederlande . ■ 9 Italien . ■ ■ 8 Japan ... 7 „ „54100 t Bei den Vereinigten Staaten ist zu bemerken, daß der größte Teil der Tankschiffe auf Veranlassung der Kriegsmarine gebaut wird. neue S t ü tz u n g s k ä u f e an den Währungsausgleichsfonds a b g e b e n mußte. Infolge ber da- durch bedingten Verschmälerung der Golddeckung für den Notenumlauf mußte der nicht durch Gold gedeckte Notenumlauf von 200 Mil- lionen Pfund auf 400 Millionen Pfund erhöht werben. Da statutenmäßig der ungedeckte Notenumlauf nur 250 Millionen Pfund betragen durfte, war ein neues Gesetz erforderliche, um die getroffene Erhöhung zu rechtfertigen. Gleichzeitig mit der Einbringung dieses Gesetzes ist ber Pfund wert der Goldbestände der Bank von England, die bisher mit 85 Schilling pro Unze bewertet wurden, buchmäßig erhöht worden, indem die Unze jetzt nach dem Weltmarktpreis für Gold, d. h. zur Zeit mit etwa 140 bis 150 Schilling, bewertet wirb. Daraus ergab sich ein Mehrwert ber Golbvorräte der Bank in Höhe von rund 100 Millionen Pfund, so daß der Betrag des nicht durch Gold gedeckten Notenumlaufes von 400 Millionen Pfund auf 300 Millionen herabgeschraubt werden konnte. Die kürzliche Erhöhung des ungedeckten Notenumlaufs auf 400 Millionen Pfund hatte in der englischen Öffentlichkeit schon Inflationsbefürchtungen auftomnien lassen, die offen- bar durch diesen banktechnischen Kunstgriff beschwichtigt werden sollen. Die von ber Regierung eingebrachte Vorlage bedeutet also für den Augenblick keinen wesentlichen Wechsel im Notenumlauf. Das Recht ber Bank zur Ausgabe von Banknoten wird nicht erhöht. Denn während die Neubewertung, sobald bas Parlament zu der Vorlage seine Zusttrnmung gegeben hat, den Nominal» betrag b"r Goldbestände, gegen die Noten im gleichen Betrage ausgegeben werden können, um rund 94 Millionen Pfund vermehrt, wird gleichzeittg der nicht durch Gold gedeckte Notenumlauf um hundert Millionen Pfund herabgesetzt werden. Nach Ansicht führender City-Kreise stellt die geplante Maßnahme eine Stärkung der Verteidigung gegen künftige Angriffe der internationalen Spekulation auf b"n Sterlingkurs bar. Die Maßnahme ist ergriffen worden in einem Augenblick, wo die Stellung des Pfundes nicht unmittelbar Für zwölf Tage ist einem nun dieses Schiff Heimat. Oh, sie kennen sich bald rasch auf ihrem Schiff aus, unsere braven Urlauber, und wer nach 24 Stunden noch Back- und Steuerbord durcheinander wirft, der wird mitleidig angesehen. Der erste Marsch der Mittelmeerfahrer unter Führung der Hochseekapelle auf dem Promenadendeck ist eine gar lustige Angelegenheit, die viel Freude auslöst. Und dann läßt man sich häuslich auf den Liegestühlen nieder, und die ganz Mutigen verschmähen Mantel und Decke, dieweil die Sonne immer wärmer vom Himmel brennt 15, 16, ja 17 Grad im Schatten zeigt das Thermometer — im Januar —, und die Gedanken wandern unwillkürlich in die Heimat, in der man jetzt noch tüchtig einheizen muß. Wenn mit Trompetensignal zu den Mahlzeiten gerufen wird, dann haben die Urlauber genügend Gelegenheit, zu zeigen, wie appetitanregend die Seeluft wirkt. Was es zu essen gibt? Alle guten und schönen Dinge, die sich Überhaupt denken lassen. Gut, kräftig und schmackhaft wird gekocht Selbst die Allerhungrigsten brauchen sich nicht zu beklagen, sie werden bestimmt satt. Und als es eines Abends Labskaus gab, das bekannte Seemannsgericht, das den Binnenländern zum großen Teil unbekannt war, da wollten die Anfragen an den Koch, wie man dieses schmackhafte Essen zubereitet, gar fein Ende nehmen. Nun, ber Schleier bes Geheimnisses ist etwas gelüftet worben, unb das vorzügliche Seemannsgericht wird nun gewiß in einer großen Anzahl deutscher Haushalte seinen Einzug halten. Zwölf Tage unter südlicher Sonne. Streiflichter von der 125. KdF.-Neise des Dampfers »Der Deutsche ordnung will aber, wie Ragheb Dey erklärte, an der Konferenz nur teilnehmen, wenn auch die Vertreter des Arabischen Komitees durch ihre eigene Beteiligung ihr Einverständnis mit der Anwesenheit der Verteidigungspartei zum Ausdruck bringen. Sollten jedoch die Vertreter der Palästina-Araber die Konferenz verlassen, so werde seine Delegation, so erklärte Ragheb Bey, ebenfalls auf die Konferenzbeteiligung verzichten. Sollte die Beteiligung beider Abordnungen der Palästina-Araber ermöglicht werden, so bleibt cs nach Meinung politisch interessierter Kreise Kairos jedoch auch weiter- hin unwahrscheinlich, daß das Arabische Komitee einer Lösung der Palästina-Konferenz zustimmt, die zugleich von der Nashashibi-Partei unterschrieben wird. Trotz der Schärfe der Gegensätze, die sich im arabischen Lager gezeigt haben, ist man in London der zuversichtlichen Auffassung, daß die Palästina-Kon- ferenz am Dienstag eröffnet werden kann. Wie groß jedoch die Schwierigkeiten schon bei der Eröffnungstagung fein werden, geht daraus hervor, daß Ministerpräsident Chamberlain feine Begrüßungsansprache zweimal halten wird, zuerst vor den arabischen Vertretern und dann, wenn diese den Saal verlassen haben werden, vor den jüdischen Vertretern, weil die Araber wohl zu Verhandlungen mit den palästinensischen Juden, nickt aber mit den in der jüdischen Abordnung befindlichen Vertretern des Weltzionismus bereit sind. E. F. Paris, 3. Februar. Senator LLon Berard ist im Auftrag der französischen Regierung nach Burgos abgereift, um mit ber Regierung des Generals Franco die Fühlung wegen der Einrichtung einer Vertretung Frankreichs in Nationalfpanien aufzunehmen. Vor feiner Abreise erklärte V6rarb, er begebe sich als guter Nachbar nach Spanien. Zusammen mit Senator Bärard hat sich ber frühere spanische Botschafter in Paris, Quinn one s be Leon, nach Burgos begeben. Senator Berard gilt als guter Kenner spanischer Verhältnisse. Anderseits galt Quinones be Leon, ber in Paris im Hotel Meurice wohnt, feit Ausbruch des fpanifchen Bürgerkrieges als halbamtlicher Vertreter Francos in Frankreich. Wer wird Botschafter in Burgos? Diese Frage beschäfttgt die französische Presse auch weiterhin lebhaft. Drei Namen werden genannt, ber General Cabrux, ber aus feiner Dienstzeit in Marokko her General Franco sehr gut kennt unb als dessen persönlicher Freunb gilt. Der französische Kardinal Baubrillart, ein hervorragender Wissenschaftler der französischen Kirche, der über sehr weitreichende Beziehungen zu spanischen kirchlichen Kreisen verfügt, und schließlich der radikal- sozialistische Abgeordnete M a l v y , der unter den französischen Politikern als derjenige gilt, der am genauesten die spanischen Derhältnisie kennt. Der Reise des Senators Bärard legt man große Bedeutung bei. Auch ber bekannte Abgeordnete der Rechten. laittinger, ber sich in der außenpolitischen Kammeraussprache lebhaft für die Entsendung eines französischen diplomatischen Vertreters nach Nationalspanien eingesetzt hat, hält sich gegenwärtig in Nationalspanien auf. Mit großem Interesse sieht man in Paris den Beschlüssen des Ministerrats am Samstaa entgegen, der sich mit der Regelung des Verhältnisses Frank- reiche zu Nationalspanien beschäftigen wird. In der Presie, soweit sie nickt marxistisch eingestellt ist, kommt die Ansicht zum Ausdruck, man könne innerhalb des Kabinetts kaum über die Zweckmäßigkeit und Siegeln der Organe bes Direktoriums bas Vytis-Zeichen (bas litauische Staatswappen) zu entfernen. An feine Stelle tritt das nach der Abtrennung des Memellandes vom Reich zum Wappen bestimmte Stadtwappen Memels. Das japanische Unterseeboot 63 stieß zwischen Schikoku und Kyuschu mit einem anderen Unterfeeboot zusammen und sank sofort. Rettungsarbeiten sind sofort eingeleitet worden. Im Einvernehmen mit der Regierung der Vereinigten Staaten ist ein gemischter englisch- amerikanischer Ausschuß gebildet worden, um die Ansiedlung von jüdischen Flüchtlingen in Britisch-Guyana in die Wege zu leiten. Der Ausschuß, ber aus sechs Amerikanern und zwei Engländern besteht, wird Mitte Februar in Britisch-Guyana erwartet. Der Handelsschiffsbau 1938. Bei ber engen Berbunbenheit, in ber die Handelsmarine im Kriegsfall zu den Kriegsmarinen stehen, ist die soeben veröffentlichte Schiffsbaustatistik von Lloyds, dem großen englischen Versicherungsbüro, von besonderem Interesse: In der ganzen Welt — mit Ausnahme von Sowjet-Rußland und Spanien — waren Ende Dezem- Richtung auf die Kreisstadt Ripoll gewandt, die bereits unter nationalem Artilleriefeuer liegt. Die Truppen müssen bei diesem Vorstoß Höhen von über 2000 Meter überwinden. Die Maesttazgo-Armee umgeht im Abschnitt Dich das Monsenys-Gebirge, während die Le- aionäre im Küstenabschnitt das gleiche Gebirge östlich einkreisen. Dadurch wird ein verlustreicher Sturm auf das zerklüftete Bergland, in dem sich die internationalen Brigaden verschanzt haben, vermieden. Der nationale Heeresbericht meldet außerdem die Besetzung der Fischereihäfen Llor et de Mar und T o s s a, 10 Kilometer südlich von dem Hafen San Feliu de Guixols. Die schweizerische Landesverteidigung Berlin, 2. Febr. (DNB.) Der schweizerische Nationalrat hat mit 96 gegen 2 Stimmen den Bundesrat ermächtigt, im Jahre 1939 Truppenkontingente aufzubieten, soweit und so lanae es die Umstände erfordern. Dieser außerordentliche Dienst soll nicht als Mobilmachung, sondern als „3 n ft r u f t i o n s b t e n ft" gelten. Die Ermächti- Sbes Bundesrates wird mit der „unüberficht- i und u. U. rasche Entscheidung fordernden europäischen Gesamttage" begründet. Der Antrag bes Unabhängigen Duttweiler, welcher eine weitere Verstärkung der Landesverteidigung, insbesondere der F l u g w a f f e , Bodenabwehr und Landesbefestigungen, unter geeigneter Deckung der Auslagen durch Erhebung eines Wehropfers bezweckt, wurde jedoch mit 65 gegen 53 Stimmen abgelehnt. Weiter hat der Nationalrat die Amnestie für bie Spanien-Fahrer mit 93 Nein gegen 71 Ja verworfen. Geschlossen für die Amnestie stimmten die Sozialdemokraten, Kommunisten und Jungbauern, ferner ein Teil der Unabhängigen und vereinzelte Freisinnige. Prozeß um Aktien ter Dschibuti-Bahn. Paris, 2. Febr. (Europapreß.) Vor der Ersten Kammer des Pariser Appellationsgerichts kam am Mittwoch die Klagedes Ne aus gegen ten italienischen Staat zur Verhandlung. Es drehte sich wiederum um die Frage, w e m die 9000 Aktien der D s ch i b u t i - B a h n gehören, die der Negus auf feiner Flucht mitgenommen hat, und wem die Abgaben der französisch - italienischen Salzgesellschaft zufließen sollen. Das Gericht hatte sich bereits bei früheren Verhandlungen als unzuständig erklärt. Am Mittwoch wurde beschlossen, die Abgaben der beiden Gesellschaften solange gesperrt zu lassen, „bis die Besitzverhältniffe endgültig geklärt seien". Unser Sonderberichterstatter nahm an ber 125. Reise bes KdF.-Dampsers „Der Deutsche" teil, die von Genua über Neapel und Palermo nach Venedig führte. Die folgenden Zeilen sollen kein Fcchrtbericht fein, sondern einen kleinen Querschnitt durch diese Reise geben, Streiflichter, die im großen und ganzen selbstverständlich nicht nur für das Traditionssckiff ber KdF. - Flotte „Der Deutsche", sondern auch für die anderen Dampfer Geltung haben, die deutsche Arbeiter in ferne Länder führen. Aus Dunst, Nebel und Regen steigt die alte Hafenstadt Genua hervor. Die letzte halbe Stunde vor Ankunft des Zuges hat es keinen Reifenden mehr in dem Abteil gelassen. Alle Fenster find dicht belagert, jeder harrt mit größter Spannung der Ankunft und der Einschiffung auf dem Dampfer. Und ehe man es sich versiebt, liegt „Der Deutsche" vor uns, ein stolzes und großes Schiff, bas erste, bas von „Kraft durch Freude" in Dienst gestellt wurde. Die ersten paar Stunden vergehen wie im Traum. Treppauf, treppab geht man. wandert bie langen Decks entlang, durch die Speise- und Gesellschaftsräume, und die Eindrücke, die auf den Fahrgast eindringen — befindet sich doch der überwiegende Teil von ihnen zum ersten Male auf einem großen Dampfer —, wollen kein Ende nehmen. Es ist auf den ersten Augenblick nicht so einfach, sich überall zurückzufinden. Man glaubt es manchen Reisenden, wenn sie lachend erzählen, sie hätten bei ihren Kreuz- unb Quergängen auf bem Schiff sich völlig verlaufen und 20 Minuten gebraucht, bis sie in ihre Kabine gekommen wären. Nach ganz kurzer Zeit bereits fühlt man sich völlig heimisch. Man merkt, daß hier in jeder Beziehung eine sinnvolle Organisation obwaltet, baß alle, vom Kapitän bis zum jüngsten Mattosen, nur das eine Ziel kennen: den Urlaubern den Aufenthalt an Bord so angenehm wie möglich zu machen, damit sie diese Tage nie vergessen. Und daß dies der Fall gewesen ist, bas haben die 899 Fahrgäste — runden rott diesmal nicht auf 900 auf! — einmütig bestätigt. Man sitzt in der Kajüte bes Kapitäns Stehnk- ken bei einem kleinen Plauderstündchen zusammen. Was Wunder, daß sich das Gespräch um die Fahrt und überhaupt um die Einrichtung der KdF.-See- reifen dreht. „Welches sind die Erfahrungen, bie Sie, Herr Kapitän, mit den Urlaubern gesammelt haben?" „Ich habe als Kapitän des „Deutschen" bisher 40 000 Urlauber an Bord gehabt und kann Ihnen sagen, daß ich in meiner langjährigen seemännischen Laufbahn noch niemals so dankbare, zufriedene unb fröhliche Passagiere gesehen habe. Die meisten von ihnen betraten überhaupt zum ersten Male ben Boden eines Schiffes, alles ist ihnen naturgemäß zunächst fremd und ungewohnt, unb viele können es gar nicht im ersten Augenblick fassen, daß die verschiedenen Räume ihnen allen zugänglich sind, ja daß das ganze Schiff ihnen gehört. Es gibt für uns — bei diesen Worten zieht ber Kapitän eine dicke Mappe hervor — keine größere Freude als bie, wenn von den Urlaubern Dcmkesschreiben eintreffen. Aus allen Briefen, bie bei uns eingehen, ersehen wir immer von neuem wie sehr eine Fahrt mit unserem Schiff jebem einzelnen zu einem unvergeßlichen Erlebnis ber Ernennung eines französischen Botschafters in Burgos noch verschiedener Meinung sein. Das „Pe- tit Journal" erklärt, auf französischer Seite müsse nunmehr der Fehler vermieden werden, daß man noch glaube, das Verhältnis zu Franco lediglich durch Die Entsendung eines offiziösen Agenten normalisieren zu können. Die nationalspanische Regierung fordere heute, wie sie verschiedentlich erklärt habe, die Anerkennung de jure. Die Blätter halten es für wahrscheinlich, baß einer der Hauptpunkte ber Mission Becards die Erörterung des Problems ber Flüchtlinge aus Sowjetspanien bildet, die durch den schnellen Vormarsch der Franco-Truppen an die französische Grenze immer dringender werde. Der dem Quai d'Orsay nahestehende Petit Parisien sagt, es sei unvorstellbar, daß Frankreich noch länger eine Regierung ignoriere, die tatsächlich schon seit zwei Jahren bestehe unb jetzt schon über 4/$ Spaniens regiere und in Kürze ihre Regierungsgewalt auf bie ganze Länge ber französischen Pyrenäen-Grenze ausüben werde. nationaler Vormarsch im winterlichen Hochgebirge. Schwierigkeiten für die Palästina-Konferenz. Kairo, 2. Februar. (Europapreß. Funkspruch.) Das Schicksal der Londoner Palästina-Konferenz, die in der nächsten Woche beginnen soll, erscheint schon deswegen recht ungewiß, weil die Frage einer Zusammenarbeit zwischen ber Abordnung desAra - bischen Komitees unb ben Vertretern des sog. „Gemäßigten Arabischen Verteidigung s p a r t e i" auf der Konferenz noch völlig ungelöst ist. Die nach der Abreise verschiedener arabischer Abordnungen nach London in Kairo weitergeführten Verhandlungen zwischen der englischen Botschaft und der Verteidi- gungspartei haben zwar zu dem Ergebnis geführt, daß bie Verteidigungspartei eine So nde rab- ordnung unter Führung von Ragheb Bey Nafhafhibi nach London entsenden wird; diese Ab23 neue Militärflugplätze in England vorgesehen. London, 2. Febr. (Europapreß.) 23 neue Flugplätze sollen für die freiwillige Reserve ber Luftwaffe Großbritanniens bereitgestellt ober neu errichtet worden. Luftsahrtminister Sir Kingsley Wood erklärte auf der Jahreskonferenz des Verbandes englischer Flugplatzbesitzer, der A n k a u f von Land unb bie notwendigen Bauten würden schon bald beginnen. Die Regierung sei im übrigen bereit, private Flugplätze au mieten und das private Flugwesen zu unterstützen. Die Jahresunterstützung ber Regierung für bie zivile Fliegerei unb ihre Verbände sei von 1,5 Millionen Pfund Sterling auf drei Millionen erhöht worden. Dezentralisation des Luflschutzes in England. London, 2. Febr. (Europapreß.) Eine Dezentralisation ber mit dem Luftschutz betrauten Verwaltung wird von bem mit ber zivilen Verteidigung betrauten Minister Sir John Anderson angekün- digt. Nach diesem Plan wird England in zwölf „Regionen" eingeteilt. Für jede dieser Regionen soll schon in Friedenszeiten eine Schattenorganisation ber zivilen Verteidigung geschaffen werden. An die Spitze einer jeden Region wird ein Kommissar gestellt, dem die schon vorhandenen Luftschutzwarte unterstellt werden. Für diese Posten sollen angesehene Persönlichkeiten ausgewählt werden, die nach Möglichkeit ihren ftänbiaen Wohnsitz in der in Fraae kommenden Region haben. Der Regional- I Kommissar wird bereits in Friedenszeiten eine enge Fühlung mit allen Regierungsbehörden feines Amtsbereichs Herstellen. Im Falle eines Kriegsausbruchs wird der Kommissar praktisch die Stellung eines Zivilgouverneurs einnehmen, auf ben, falls durch Kriegshandlungen die Verbindungen mit ber Zentralregierung unterbrochen werden sollten, alle Regierungsbefugnisse übergehen. Barcelona, 3. Februar. (DNB. Funkspruch.) Mit der Eroberung der wichtigen Ortschaft San Lorenzo de Morunys nordwestlich von Berga näherte sich die Urgel-Armee unter General Munoz Grande von Südosten auf 17 Kilometer der alten Bischossstadt Seo de Urgel. Diese Operationen spielen sich bereits in schwierigsten Hochgebirgsgelände der winterlichen Pyrenäen unter ungünstigen Witterungsverhältnissen ab. Die Bolschewisten scheinen hier jedoch nur noch über geringe Kräfte zu verfügen, da sie sich meist kampf- — „ . „ . , , los zurückziehen. Die Arragon-Armee, die Berga in Moskau miftetlte, beabsichtigt sie, bie Buda- erobert hat, teilte sich in zwei Abteilungen. Die1 pefter Gesandtschaft zu schließen und eine m erste rückt genau nördlich auf den Grenzort Puig -einem anderen Staate tätige Gesandtschaft zu c erba vor um die Hauptstraße nach Frankreich betrauen, sie bei der ungarischen Regierung zu abzuschneiden. Die zweite hat sich nach Osten in | vertreten. Die ungarische Regierung trifft bem- An Tankschiffen waren in der ganzen Welt Ende des vergangenen Jahres 95 Schiffe (von 1000 Brt. unb darüber) mit 837 688 t in Bau, die sich auf die einzelnen Länder wie folgt verteilen: abs. London, 2. Februar, j bedroht rft, um zu vermeiden, daß sie als eine Di« Goldbestände der Bank von England Panikmaßnahme ausgelegt werden könnte.. Gleichsind über Nacht v o n 1 2 6 a u f 2 2 0 M i l 1 io n e n zeitig bedeutet sie aber auch einen entschiedenen Pfund gestiegen, aber nur auf dem Papier. Es Schritt in Richtung auf eine endgültige A b ° ist kein Gramm Gold neu in die Tresors der Bank Wertung des Pfundes gegenüber dem Gold gewandert. Die Goldbestände bes Währungsaus-1 für ben Fall, daß jemals wieder ein festes Vergleichsfonds waren infolge bes ständigen Abfmkens jhältnis zwischen Sterling-Währung und Gold ins Aus aller Wett. er- noch dem macht werden sollen. Don Daressalam aus soll die Rückreise nach Deutschland angetreten werden. Ein 300 Jahre altes Bergwerk. Beim Pflügen in der Nähe von Morschheim bei Fünf Todesopfer eines Vootsunglücks auf dem Tejo. Jagd auf Autokanditen in Frankreich. In einer der letzten Nächte mußten französische Polizeiorgane auf drei Autobanditen Jagd machen, die die Landstraßen im Departement Seine et Loire und im Departement Eure unsicher machten. Die drei Banditen hatten Kraftwagen angehalten und mit oorgehaltenen Revolvern die Fahrer ausgeplündert. Nach einer verwegenen Flucht fuhr der Wagen der Verbrecher in einen Straßengraben. Zwei der Banditen konnten in den Wald von St. Germain entkommen, während der dritte tot im Wagen aufgefunden wurde. Der Wald von St. Germain wurde durch Polizei umstellt und wird nach den Verbrechern durchsucht. Der Erfinder des Kupfertiefdrucks gestorben. Der Erfinder des neuzeitlichen Kupfertiefdrucks, Ernst R o l l f s, ist in Heidelberg im Alter von nahezu 80 Jahren gestorben. Rollfs wurde 1859 in Siegfeld bei Siegburg geboren. Nach Beendi- aung des chemischen Studiums und der praktischen Ausbildung wurde er 1891 Teilhaber der väterlichen Kattunfabrik. Schon bald begann er hier seine Versuche, für den Kattundruck eine verbesserte Form der Druckwalzenherstellung zu finden. 1899 erhielt er we beiden ersten Patente auf Tiefdruckwalzen. Nachdem Bergbau um den Donnersberg ihre Förderung angedeihen ließen, angelegt haben. von 15 Metern, der gut durchschritten werden kann, freigelegt Die Untersuchung ergab, daß es In der Nähe von Brake (Oldenburg) wurde im Graben ein umgestürzter Personenkraftwagen aufgefunden, mit dem, wie die Untersuchungen der Gendarmerie ergaben, der Kreisbauernführer der Wesermarsch, Eymers, tödlich verunglückt war. Wie der Unfall entstanden ist, ist bisher unbekannt. Der größte Komet seit Jahrzehnten. Dr. B o d a von der Sternwarte in Frankfurt a. M. teilt zu der jüngst erfolgten Entdeckung eines Kometen mit: In den lehren Jahrzehnten hat man überhaupt keinen Kometen von ähnlicher Größe wie den jetzt über unsere Halbkugel ziehenden entdecken können. Er erscheint zur Zeit als Stern sechster Größe, ist also mit bloßem Auge noch eben erkennbar. Seine Verschwommenheit verliert sich in den nächsten Tagen, da er um den 10. Februar die größte Erdnähe besitzt. Um diese Zeit bewegt er sich in einer Entfernung von rund 80 Millionen Kilometer über uns. Ein Gestirn, das aus solch riesigen Entfernungen noch auf der Erde mit bloßem Auge sichtbar wird, muß eine gewaltige Größe haben. Dr. B o d a nimmt an, daß der Kopf des Kometen einen Umfang von rund 10 000 Kilometer hat und die Schweiflänge einige hunderttausend Kilometer beträgt. Die Größe des Kopfes ist etwa mit der Größe der Erde vergleichbar. Die Bahn des neuen Kometen, die parabolisch ist, konnte noch nicht genau berechnet werden. Augenblicklich steht die Himmelserscheinung im Sternbild des Pegasus rechts vom Stern Lamda und wandert in südöstlicher Richtung. Ostafrika-Expedition hartlmaier. Der Forschungsreisende und Reiseschriftsteller Paul Hartlmaier tritt dieser Tage die Reise zu einer bis in den Herbst dauernden Ostafrika-Expedition in fünf Kraftwagen an. An der Expedition nehmen außer chrem Führer teil: Rektor Ludwig Braun, der Zoologe Freiherr von S a a l f e l d, der Direktor des Museums für Völkerkunde in München, Dr. Max F e i ch t n e r, Diplomingenieur Karl Kurt Wolter, Graf von Mol- lin, Bergführer Paul Huber, Diplom-Kolonialwirt Alfred C e 11 o , Ingenieur Herbert Rinkes und der Automechaniker Karl Brand. Die Reise geht über Genua nach Massaua. Von hier aus wird Aethiopien nach völkerkundlichen und zoologischen Gesichtspunkten erforscht werden. Im Mai dieses 1 Jahres begibt sich die Expedition in die britische Kolonie Kenya und dann in das Tanganjika-Terri- torium, wo Tieraufnahmen mit dem Farbfilm ge- Infolge schweren Sturmes kenterte auf _____ Tejo in der Nähe von Santarem in Portugal ein Transportboot. Fünf Mitglieder der Besatzung ertranken. Die erste Autobahnbrücke über den Rhein. Mit den vorbereitenden Arbeiten für den Bau der ersten Autobahnbrücke am Rhein, die zwischen Sandhofen bei Mannheim und Frankenthal das rechte Rheinufer mit der Saarpfalz verbindet, wurde dieser Tage begonnen. Die Brücke wird 700 Meter lang. Auf die eigentliche Strombreite entfallen 300 Meter Brückenlänge. Die Brücke, die 22 Meter breit werden soll, erhält neben den beiden Fahrbahnen auch einen Radfahrer- und Fußgängerstreifen. Lotterie-Schwindel in Frankreich ausgedeckt. Nach dem großen Patbe-Nathan-Skandal ist nunmehr ein Lotterie-Schwindel in Paris auf- gedeckt worden, der die sogenannte „Lotterie der befreiten Gebiete" betrifft. Es handelt sich um eins Lotterie, die vor einigen Jahren eingerichtet worden ist, um die Entschädigungen für die während des Krieges verwüsteten Gebiete zu bezahlen. Bei der Lotterie sind 30 v. H. der Einnahmen an die Kriegsbeschädigten gegangen, während 10 v. H. den Organisatoren der Lotterie für Anzeigen usw. zur Verfügung gestellt worden sind. Bei der Verwendung dieser 10 v. H. scheinen schwere Verfehlungen oorgekommen zu sein. Die Polizei hat jedenfalls am Sitze der Lotterie in Lille umfangreiche Haussuchungen vorgenommen und man erwartet aufsehenerregende Verhaftungen. Jüdische Paßfälscherbande unschädlich gemacht. Eine weitverzweigte Paßfälscherbande, durchweg Juden, wurde von der Prager Polizei unschädlich gemacht. Bis jetzt befinden sich zehn Juden in Haft. Die Bande stellte falsche Pässe, Doktor-Diplome, amttiche Bescheinigungen und dergl. her. Der Kundenkreis der Fälscher bestand größtenteils aus jüdischen Emigranten, die nach Uebersee auswandern wollen, aber nicht im Besitze der erforderlichen Papiere find. Weiter spiegelten die Betrüger Personen aus den abgetretenen Gebieten vor, gegen Erlegung einer Gebühr in der Lage zu sein, Vermögenswerte unter günstigen Bedingungen in die Rest-Tschecho-Slowakei Im Ilm.'itauer Vorort Grenzhammer ereignete sich in der Nacht äum Donnerstag ein schweres Verkehrsunglück. Ein großer Kraftwagen, der mit 13 Personen besetzt war, geriet auf der Fahrt von Langewiesen nach Ilmenau, wahrscheinlich infolge der herrschenden Straßenglätte, ins Schleudern und stürzte um Die Folgen waren furchtbar. Fünf der Teilnehmer fanden den Tod, während weitere fünf mit teils schweren Verletzungen geborgen und in das Ilmenauer Krankenhaus eingeliefert wurden. Die drei übrigen kamen mit geringfügigen Hautabschürfungen davon. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht restlos geklärt. Tödlicher Autounfall in Oldenburg. zurückzubrinaen. Der bisher durch die Tätigkeit der Fälscherbande angerichtete Schaden beläuft sich ' auf eine Million Tschechenkronen. Wetterbericht Das Gebiet hohen Luftdruckes, das Westdeutschland bisher heiteres Wetter brachte, verlagert sich langsam nach Südost. Dadurch setzt zunächst in Norddeutschland die Zufuhr leichterer Luftwaffen von Westen her ein, die sich auch bis nach Südwest- deutschland ziehen und durch Bewölkungszunahme bemerkbar machen Im großen und ganz wird aber noch keine wesentliche Aenderung des herrschenden trockenen Frostwetters eintreten. Vorhersage für Samstag: Heller bis wolkig, trocken, nach kräftigen Nachtfrösten Tagestemperaturen etwa 0 Grad, schwache Winde. Vorhersage für Sonntag: Bei veränderlicher Bewölkung Fortdauer des Frostwetters. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags — 3,5 Grad, abends —4,9 Grad; am 3. Februar: morgens — 6,6 Grad. Maximum —2,9 Grad, Minimum heute nacht — 6,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 0,8 Grad; am 3 Februar: morgens 0,3 Grad. — Sonnenscheindauer 1,9 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Hoherodskopf: Heiter, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, verharscht. Schi und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Klar, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, verharscht, Schi und Rodel gut. Sauerland. Winterberg: Heiter, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 18 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Klar, —4 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, verharscht, Schi und Rodel mäßig; Großer Feldberg: Klar, —4 Grad, Gesamt- schneehöhe 10 cm, verharscht, Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Klar —5 Grad, Gesamtschneehöhe 90 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blunr- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioi; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RÄk 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu« ftrierten-15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültia dem mit dem neuen Verfahren zuerst Kattundrucke hergestellt wurden, erkannte Rollfs durch einen 5 Todesopfer eines Verkehrsunglücks bei Ilmenau, glücklichen Zufall,, daß das Verfahren für den Papierdruck ganz besonders geeignet war. Aus den sten Arbeiten in ^upfertieV auf Kattun und Pa- ein' und mehreren Farben entwickelte sich Unterfuchunq der Einbruchstelle hatte ein interref. h , L L ? maWndte « u p f e r t! e f. | fantes Ergebnis. 5s wurde ein Stollen von 1,20 S'egeslauf über die ganze Welt Meter Breite, 1,80 Meter Höhe und einer Länge antreten konnte. 1907 wurde die erste Dreifarben- -- — • ■ * ...... SSwStaffen. Sie im 3^« 1912 er. lulm. uruequa,Ung uuB -- *' **'“ tn bcr Swsburger WtograDur fid) um ein 300 "lies Bergwerk wurde von Schulern aus aller Herren Landern be- hudelt, das die Fürsten von Nassau-Weilburg. die ' ' hpm Sttprrrfinii um iYon 'TXnvivi ovctt«va rhra vtnrhoc odonf die älteste, die sparsame Sanastol 2.27 Gießen, den 2. Februar 1939. Beuern, den 2. Februar 1939. 20—22 Uhr 19—22 Uhr Hollywood tCÄ 760D 772 D Operette von Johann Strauß. Preise; RM 0.80-2.60, mD Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Sommeriad, geb. Sarnes Preise: RM 0 60-8.10. und Lebertran-Emulsion halten Ihre Kinder gesund u. kräftig! OssirrElerlebertran 1.83 zu kl Preisen! Wiener Blut Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Februar, nachmittags 2i/2 Uhr statt Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma W. ei Brühl, Gießen [Stellengesuche Abiturient sucht Stelle auf Nüvo. Schriftliche Angebote unt. 0528 an den Gießener Anzeiger erbet. Peizwaren Pelz-Reparaturen billig. 5609° M. Liebler Kreuzplatz 2. -Brust-Tee- trinken - und der Husten läßt nach. Leicht aber kann sich ein schweres Leiden daraus entwickeln. Jungs Brust- und Hustentee - mit Hustenkandis kostet 65 Pf. u. 1.20 und wirkt Kneipp-Kräuterhaus Jung Gießen i. d. Mäusburg. 7670 faßten Sie schon, daß Rosodont die älteste Zahnpasta ist ? Da muß doch was dran sein. Sie reinigt gründlich, schont den Zahnschmelz, verhindert Zahn, steinbildung, und ist durch die feste Form so sparsam. Dauerdose 60 Pfg. Nachfüllstück, 2—3 Monate reichend, nur 45 Pfg. Gießen (Großer Steinweg 4), den 3. Februar 1939. 0548 7651) In tiefer Trauer; Rudolf Paul, Turnlehrer. Am 31. Januar hat ein unerbittlicher Tod meine innigstgeliebte Frau, unser treusorgendes Mütterchen, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Tini Paul geb. Vollmöller aus unserer Mitte genommen. Gestern haben wir die geliebte Entschlafene in aller Stille zur Ruhe gebracht Die Beerdigung findet Samstag, den 4 Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Launsbach Nr. 35, aus statt Plötzlich und unerwartet verschied infolge eines Unglücksfalles mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Bruder, Sch wagen und Onkel Wilhelm Pfaff im 57. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Pfaff, geb. Schmidt Familie Willi Debus und Angehörige. Launsbach, Wieseck, den 3. Februar 1939. BIRKENWASSER ZUR HAARPFLEGE Empfehlungen Stadttheater XÄ'nfÄ- er- ®tou6en „u„ iwnrn, »og «u» h. ÄugenMIt »em