Nr. 2 Erstes Blati 189. Jahrgang Dienstag, 3. Januar 1939 Erich eint täglich, sicher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Kranksurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: VrLhlsche Univerfitatzdruckerei R. Lange ln Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme van Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach vorh. Dereinbg.25O/^ mehr. 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Ich begrüße das Andenken von 40 000 Korsen, die nicht nur für Frankreich, sondern für die Freiheit der alliierten • Mächte gestorben sind. Ihr die ihr darum gebeten habt, daß wir über das' Schicksal eurer Insel wachen, könnt auf uns zählen. Ihr könnt versichert sein, daß die Regierung Frankreichs euch mit besonderer Liebe betrachtet. Denn die Geschichte Frankreichs, so reich sie auch sein mag, hat sich noch durch eure eigene Geschichte zu erwarten, worauf seine Bemerkung schließen läßt, er wolle Chiles Gesandtschaften in Europa auflösen und durch Konsulate ersetzen, dafür aber alle chilenischen diplomatischen Vertretungen in Amerika verstärken ... Die Konferenz von Lima ist zweifellos das politische Ereignis, das, bei Jahresausgang, die Staatsmänner und die öffentliche Meinung beider Amerika am meisten beschäftigt.Um die Jahresmitte konnte die Chaco-Friedenskonfe- r e n z von Buenos Aires, als Lohn jahrelanger Bemühungen, an denen vor allem die beiden argentinischen Außenminister Dr. Saavedra Lamas (der Regierung Justo) und Dr. Jose M. C a n t i l o (der gegenwärtigen Regierung Ortiz) hervorragenden Anteil hatten, den Erfolg endlicher Emigung der beiden streitenden Parteien, Paraguays und Boliviens, buchen und die endgültige Grenzlinie im Chaco festlegen. Damals gingen die Wochen panamerikanischer Begeisterung hoch, obwohl kurz vorher der noch heute nicht beigelegte neue Grenz st reit zwischen Peru und Ecuador — der übrigens, wäre kein starker nord-, amerikanischer Druck eingesetzt worden, beinahe in letzter Stunde die Teilnahme Ecuadors an der Panamerikanischen Konferenz von Lima verhindert hätte — bewies, daß diese Solidarität immer nur solange andauert, als keine Einzelinteressen dieses ober jenen Landes auf dem Spiele stehen. Die Konferenz von Lima hat die panamerikanische Einheitsfront jedenfalls in der Form, wie sie Washington aus sehr eindeutigen politischen und wirtschaftlichen Gründen anstrebte, nicht gebracht. Nachdem der kürzlich erst mühsam überbrückte nordamerikanischargentinische Weizenkonflikt um den brasilianischen Markt wieder einmal gezeigt hat, wie stark nicht nur die politischen, sondern auch die wirtschaftlichen und handelspolitischen Gegensätze zwischen Buenos Aires und Washington sind, haben die ^Bereinigten Staaten sich mit einem Prestigeerfolg begnügen müssen, aber das „Gesicht soll gewahrt werden", und auch das wohl vorwiegend aus innerpolitischen Erwägungen der USA. ... dem eingefunden, um über die am Dienstag zu erwartenden Kundgebungen zu berichten. Der fint- bereichert." Zu der nach Taufenden zählenden Menge, die die Marseillaise sang, sprach Ministerpräsident Da- laöier vom Balkon aus. „Das Meer trennt euch nicht von uns, euer Korsika ist eine Insel: aber es ist auch ein französisches Departement. Gewiß seid ihr Korsen gewesen, ehe ihr Franzosen geworden seid. Aber auch die Normannen waren Normannen, ehe sie Franzosen wurden. Aus der freiwilligen Einigung der französischen Provinzen ist das Vaterland gebildet worden. Ihr habt Bonaparte Frankreich gegeben: Frankreich hat euch Napoleon zurückgegeben. Ihr habt dem Vaterland während des Krieges 40 000 Mann gegeben. Unsere Freundschaft beruht auf ebenso Südamerika ohne Revolutionen AE. Buenos Aires, im Dezember 1938. Das Jahr 1938 gehört zu den wenigen Jahren, die, seitdem es selbständige Staaten in Südamerika gibt, aus diesem Erdteil ohne Revolutionen vergangen sind. Zwar mußte im Mai 1938 in R i o de Janeiro ein Jntegralisten-Aufstand sprach bann von der militärischen Macht Frankreichs und schloß seine Rede mit den Worten: „Kehrt auf die Scholle zurück mit dem Vertrauen derjenigen, die gewiß sind, daß sie nichts zu befürchten und alles zu erhoffen haben." Der Ministerpräsident begab sich darauf wieder an Bord des Kreuzers „Fach". Neben dem „Fach" lagen die beiden Kreuzer „Suffren" und „Colbert" sowie die Torpedobootszerstörer „Valmy", „Verdun" und „Guepard". Kurz darauf lichteten die Schiffe die Anker und fuhren nach Bastia, wo sie kurz nach 2 Uhr eintrafen. Hier spielten sich ungefähr die gleichen Zeremonien wie in Ajaccio ab. Der Ministerpräsident wurde von den lokalen Behörden empfangen, während ein Flugzeug; ge schwader über dem Hafen kreiste. Die Garnison der Stadt erwies die militärischen Ehren, und Tausende von Menschen brachen immer wieder in Hochrufe auf Frankreich und den Ministerpräsidenten aus. Dieser dankte für die Begrüßungsworte des Bürgermeisters von Bastia, der die Treue der korsischen Bevölkerung zu Frankreich versichert und erklärt hatte, Daladier habe in München die nationale Würde gerettet und anderseits durch seine Amtsführung den Frieden und die Freiheit gesichert. Daladier sagte, die Stimme Korsikas werde in Frankreich, in Europa und in der ganzen Welt gehört werden. So wie die alten Frontkämpfer ihren Treueschwur gehalten hätten, so würde auch die Bevölkerung von Korsika, wenn es nötig sein würde, wiederum ihrem Schwur gehorsam sein, aber um ben Frieben zu sichern, bazu gehöre vor allem b i e Einigkeit. Er reise jetzt nach Nordafrika, das zu Frankreich gehöre. Tunis gehöre zu dem französischen Imperium, das die Größe Frankreichs ausmache. So wie das französische Mutterland, so wollten auch seine überseeischen Besitzungen frei bleiben und würden den Tod der.Knechtschaft oorziehen. Für ihn sei es eine Gewißheit, daß Frankreichs Volk ben Weg des Mutes und der Ehre geben werde. Wie in Aj-accio stand auch in Bastia die Feier im Zeichen einer temperamentvollen Kundgebung. Die Teilnehmer an der Begrüßungsfeier brachen immer wieder in Sprechchöre „Vive Daladier", „Dive la France" aus. Nach der Rede Daladiers wurde die Marseillaise intoniert und von den Anwesenden mitgefungen. In ben frühen Abenbstun- ben verließen ber Kreuzer „Fach" und die Begleitschiffe den Hafen von Bastia zur Weiterreise nach B i 3 e r t a , dem Kriegshafen von Tunis, wo er morgen früh' erwartet wird. In Tunis haben sich etwa 80 Journalisten aus allen Län- Die Vereinigten Staaten im Kamps um Den Renen Kurs. o. V. N e u y 0 r k, im Dezember 1938. Politisch denkende Kreise tn ben USA. — zu benen man den Durchschnittsamerikaner keineswegs ohne weiteres rechnen kann — blicken auf bas Jahr 1938 mit stark gemischten Gefühlen zurück. Macht man einen Versuch, innen- unb außenpolitisch für dieses Jahr eine Bilanz zu ziehen, so kommt als Ergebnis nur eine „Verwirrung der Gefühle" heraus. Weder nach der einen noch nach der anderen Richtung hin hat sich irgendeine Klärung ergeben. So war in gewißer Beziehung nichts bezeichnender für den innerpolitischen Verlauf des Jahres als die Tatsache, daß auf den mit großem Pomp angefünbigten ausgeglichenen Staatshaushalt wieder verzichtet wurde. Charakteristisch ist ferner der Wirrwarr im Parteiwesen: kein Mensch weiß mehr, wer eigentlich Demokrat oder Republikaner ist. Der Versuch des Präsidenten, ben obersten Staatsgerichtshof in bie Hanb feiner Vertrauensleute zu bekommen, zeigte in fchlagenber Weise auf, baß in ben Reihen ber Partei Roosevelts wichtige Männer grunb- süßliche Gegner des Präsidenten in dieser Frage waren. Andererseits hat der Präsident selbst gelegentlich Männer des gegnerischen Lagers bei Wahlen begünstigt und dem Publikum zur Wahl empfohlen. Der Prüfstein war in allen solchen Fällen die Anhängerschaft oder Gegnerschaft gegenüber dem New Deal, dem Neuen Kurs. Es müßte also wenigstens insoweit eine Klarheit bestehen, als gesagt werden könnte, was das New Deal eigentlich ist. Auch hierbei fehlt die Antwort. Das New Deal kann so, es kann aber auch im Notfall ganz anders. Dies stellen alle Artikel der amerikanischen Presse fest, die die Stellung Roosevelts und die Rolle des Neuen Kurses zu erläutern suchen. Und es ist sehr bemerkenswert, daß sichtigung der Befestigungen von Bizerta wird Daladier um die Mittagszeit in Tunis eintreffen, wo nach dem feierlichen Einzug am Nachmittag eine große T-r uppenparade abgehalten wird. Am Abend wird Daladier in einem Hotel von Tunis auf einem Eßen eine Rede h-alten, der man große politische Bedeutung zuschreibt. Dem Mittwoch ist die Besichtigung ber neuen Befestigungsanlagen von Gabes unb in Süd-Tunis, der sogenannten tunesischen Maginotlinie, vorbehalten. Am Donnerstag tritt Daladier von Bizerta aus über Algier die Heimreise an. * Die Pariser Blätter berichten in überschwenglichen Worten über den herzlichen Empfang, die dem Ministerpräsidenten und seiner Begleitung in Korsika zuteil geworden ist. Da das Parlament in den Ferien und der Montag noch gesetzlicher Feiertag ist, also auch das politische Leben ruht, zumal Außenminister Bonnet von Paris abwesend ist, wendet sich die ganze Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit dieser Reise zu. Neben der aktuellen Berichterstattung über die Reise Daladiers verstärken bie Pariser Blätter ihre Bemühungen, bem französischen Leser durch Sonderaufsätze ein Bild über Tunis und das französische Kolonialreich ganz allgemein 3U geben. Der „Paris Soir" schreibt: diese gänze Reise fei, das müsse man vor allem verstehen, ein „Gang des Eigentümers durch sein Besitztum". Sie sei eine Freundschaftsgeste und eine „Gegenwartsbezeigung". dazu bestimmt, die französische Einheit zu stärken. Das Echo in Rom. Rom, 2. Jan. (Europapreß). Die römischen Blätter behandeln .die Reise des ftanzösischen Ministerpräsidenten Daladier nach Korsika und Tunis vorläufig nebensächlich. Die Landung des Ministerpräsidenten in Ajaccio, die Erklärungen, bie er bort gegeben hat, und die sonstigen Begleitumstände werden in verhältnismäßig kurzen Berichten der Pariser Pressevertreter wiedergegeben. Die Versicherungen Daladiers, Frankreich werde mit größter Sorgfalt über Korsika wachen, die Korsen könnten auf die französische Regierung zählen, die ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten in weitestem Maße Rechnung tragen werde, wer, den ahne Kommentar zur Kenntnis genommen. Offenbar will man die Franzosen nicht noch in bem Bestreben unterstützen, ,chie Bedeutung der Demonstration' von Korsika, Tunis und Algier zu übertreiben", wie sich der Pariser Vertreter des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" ausdrückt. Ein Teil ber ftanzösischen Presse entfalte eine neue Kampagne, um die Beziehungen zu Italien schwierig zu gestalten. Der Pariser Vertreter der „Tribuna" sieht in Daladiers Reise auch innen* j politische Gründe. niedergeworfen werden; zwar gab es anfangs September, mehrere Wochen vor den chilenischen Präsidentenwahlen, einen Putschversuch in Chile, sowie kurz darauf, im Zusammenhang mit einer unzufriedenen Stimmung der Polizei von Quito, einige unangenehme Stunden in der Hauptstadt Ecuadors, die inzwischen sogar zur Parlamentsauflösung und Festsetzung von Neuwahlen im Mai nächsten Jahres geführt haben, und vor wenigen Tagen einen Putschversuch der Militärkreise, die als Anhänger des vor einem Jahr ge- ' stürzten Präsidenten-Obersten Toro in Bolivien zu bezeichnen sind. Aber alle diese Aufstands- oder Putschversuche konnten von den Regierungen im Keime erstickt oder sehr rasch niedergeworfen werden. In keinem südamerikanischen Lande ist es in diesem Jahr zu einem gewaltsamen Umsturz der bestehenden politischen Verhältnisse und zu einer Beseitigung ber Regierung gekommen. Die Zukunft muß lehren, ob diese Tatsache als ein Beweis für die fortschreitende politische Konsolidierung der süd- amerikanischen Staaten betrachtet werden kann. In Argentinien, dem politisch und wirtschaftlich führenden Staate des Kontinents, war das bedeutsamste Ereignis dieses Jahres zweifellos der Wechsel in der Präsidentschaft, der sich, wie vorgesehen, am 20. Februar vollzog. Dr. Rv- berto M. Ortiz, der neue Präsident, regierte das Land mit neuen Männern, aber im alten Geist, dem Geist der Regierung Justo und der konservativen Kräfte, die durch die September-Revolution 1930 sozusagen kampflos an die Herrschaft tarnen, da das Land der unfähigen radikalen Machthaber seit langem müde war. Die Regierung Ortiz hatte sich namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet mit schwierigen Problemen auseinanberzusetzen: denn sic kam in eine Zeit niedergehender Konjunktur hinein, was durch die schlechten diesjährigen Ernten und die ungünstigen Weltmarktpreise für Argentiniens Stapelprodukte bedingt war. Da sich zudem der argentinische Import nur zögernd der rückläufigen Bewegung der Exporte anpaßte (während der ersten zehn Monate 1938 haben die Importe nur unwesentlich nachgelassen, indes die Exporte um fast 46 v. H. zurückgegangen sind, und zum erstenmal .feit Jahren ist Argentiniens Außenhandelsbilanz passiv), entschloß sich die Regierung im November dieses Jahres zur Herabsetzung des amtlichen Peso- Kurses für die an bie Importeure abzugebenben Devisen. Gleichzeitig erhöhte die Regierung durch diese Maßnahme die Gewinne, welche sie bei der Devisenbewirtschaftung macht, und vermochte dadurch auch die Getreidemindestpreispolitik wieder einzuführen, die aus den Gewinnen der argentinischen Devisenwirtschaft finanziert wird. Damit sind den Pflanzern auch bei schlechten Weltmarktpreisen wenigstens Erträge garantiert, bie ihre Probuktions- toften und noch einen kleinen Gewinn sicherstellen. Brasiliens innere Politik ist, auch nach der siegreichen Niederwerfung des Jntegralistenputsches vom 11. Mai, am Jahresende kaum übersichtlicher als bei Jahresbeginn. Ob der Jntegralismus, immerhin eine Bewegung, die einmal 1,6 Millionen Mitglieder zählte, wirklich tot ist, wie die gegenwärtigen Machthaber behaupten, muß noch bezweifelt werden, und auch in Heer und Marine, den Mächten, auf die sich das Dargassche Regime hauptsächlich stützt, scheinen gerade bie unteren und mittleren Offizieren nicht vollkommen mit der Regierung einig zu gehen. Ueberraschungen sind also auch im .neuen Staate", „estado novo“, wie sich das Regime nennt, durchaus möglich, unb es ist wohl fein Zufall daß Vargas bie neue Verfassung, bie eigentlich" erst nach einer sich für sie erklärenden Volksabstimmung in Kraft gesetzt werben soll, bisher mehr als ein Jahr nach ihrer Verkündigung, dem Volk immer noch nicht zur Abstimmung unterbreitet hat. In weiten Kreisen Brasiliens ist man vor allem mit dem nordamerika-freundlichen Kurse der Regierung Vargas unzufrieden, für den in erster Linie der Außenminister Osvaldo A r a n h a verantwortlich fein dürfte und der u. a. auch in den verschiedenen gegen die kulturellen 3nterenen des brasilianischen Deutschtums gerichteten Dekreten der Regierung zum Ausdruck kam. .... In Chile standen in diesem Jahre die Präsidentenwahlen im Vordergrund des Interesses. Sie endigten mit einer Niederlage des Regierungskandi- baten Roß, und damit ber Regierung Alesiandn, unb mit einem Siege ber "D o l k s f r o n t , bie freilich in Chile ein politisches Gebilde ist, das mit den „Volksfronten" europäischer Provenienz nur den Namen gemeinsam hat. Denn bie Hauvtgruppe der chilenischen Volksfront, bie Rabikalen, fmb eme Partei, die sich aus den verschiedensten, nur durch ihr Streben nach der Macht geeinigten Elementen von rechts bis links zusammenletzt: und der neu- gewählte chilenische Präsident, Aguirre Cerda ein Professor und reicher Weingutsbesitzer, der gleich nach seiner Wahl recht gemäßigte und beruhigende Erklärungen abgab, ist auch nur dem Namen nach als „Volkssrontler" zu bezeichnen. Immerhin ist möglicherweise von ihm eine bewußte Politik im Sinne der Rooseveltschen panamerikanischen Ideen Die beiden Amerika an der Jahreswende Die Ausländskorrespondenten des Gießener Anzeigers berichten. ein Derartiger Artikel bie Ueberzeugung ausspricht, Roosevelt wolle ganz sicher als erster Präsident der USA. eine dritte Amtsperiode, unb er würbe, so meinen alle Beurteiler, auch noch ein drittes Mal gewählt werden, wenn er von dieser seiner Elastizität und Anpassungsfähigkeit entsprechenden Gebrauch machte. Auch dem Amerikaner fällt dabei auf, in welchem Maße sich mit der Zahl der Jahre, die Präsident Roosevelt im Weißen Haus verbringt, die Zahl der jüdischen Persönlichkeiten in seiner Umgebung sich vermehrt hat, und im gleichen Maße, wie in Washington solche Namen in den Vordergrund treten, entwickeln sich auch anderswo die von Juden besetzten Machtpositionen. Nicht nur im Rahmen Ses Komitees für industrielle Organisation, der Gründung von Lewis, ist die Zahl jüdischer Persönlichkeiten außerordentlich groß. Gerade im letzten Jahr ist eine Erscheinung eigener Art auf den Plan getreten, bie von vornherein unter ihren Führern eine überwiegende Mehrzahl von Juden gesehen hat. Diese Organisation, deren Mitgliederzahl als nicht fern von einer halben Million eingefchätzt wird, führt einen verhältnismäßig unscheinbaren Titel, hinter bem man zunächst eine Art Gewerkschaftsorganisa- tion vermutet. Tatsächlich sind es bie amerikanischen Erwerbslosen, die in dieser Gewerkschaft organisiert werden sollen, und die Führerpersönlichkeiten sind nicht nur Juden, sondern solche Juden, die einwandfrei entweder vom Kommunismus Herkommen ober sich ganz unverhüllt zum- Kommunismus bekennen. Wenn von einer Abwehr überhaupt gesprochen werben kann, so ist diese Abwehr jedenfalls in der Oeffentlichkeit noch höchst lendenlahm, und nichts ist bezeichnender dafür als die Tatsache, daß man im großen Publikum geradezu verblüfft war, als die alte amerikanische Gewerkschaftsorganisation, bie American Federation of Labour, den Versuch zu einem Feldzug gegen Lewis machte. Die Regierung — was in diesem Falle das Weiße Haus heißt — liebäugelt in solchen Konfliktsfällen bald mit dieser, bald mit jener Seite, wie es Augenblick am besten zu den Plänen des Neuen Kurses zu passen scheint. Es wäre verwunderlich, ließe sich gegenüber einer solchen Unklarheit in der Innenpolitik eine klare außenpolitische Linie feststellen. Es ergibt sich vielmehr als logische Folge, daß die Außenpolitik der USA. darauf ausgeht, Pre- Daladiers Besuch in Korsika. Der Empfang des Ministerpräsidenten in Ajaccio und Bastia — Zwei Reden Daladiers Kundgebungen der Bevölkerung. - Weiterfahrt nach Bizerta. — Ministerpräsident Daladier und fein Gefolge haben am Montagvormittag korsischen Boden treten. Der Kreuzer „F o ch", auf bem in Sonntagnacht der Ministerpräsident bie Reise getreten hatte, traf bereits gegen 7.30 Uhr ber Höhe von Ajaccio ein. Mit Rücksicht auf frühe Morgenstunbe ging Dalabier jedoch erst neun Uhr an Land. Er wurde von den Vertretern der Behörden und einer großen Menschenmenge empfangen. Der Ministerpräsident begab sich sofort zum Gefallenendenkmal, wo er ein Blumengebinde nieberlegte. ^Darauf marschierten die Truppen der Garnison Ajaccio an ihm vorbei. Der offizielle Empfang fand anschließend im Rathaus statt, wo der Vorsitzende des Generalrats und Abgeordneter de Roca Serra den Ministerpräsidenten großen Hoffnungen wie Anbeuten. Sie braucht nicht flutartige Regem der noch vor kurzem nieberging, aggressiv zu sein. Sie ist sicher unb unausrottbar, hat aufgehört. Ministervrasibent Dalabier wirb bei mie un^törba? weil i- in unserem herzen und seinem Einir-ssen in Bizerta und Tunis e,neu - -t.-.L. ra-m- " Der Ministerpräsibent strahlenb blauen Himmel vorftnden. Nach der Be- Fige erfolge zu erzielen, die innenpoH* l s ch ausgewertet werden können. Erinnert fei in dieser Hinsicht an das erstaunlich weitgehende Gewährenlassen Washingtons gegenüber den Waffenlieseranten für Rotspanien die Parteinahme für China im fernöstlichen Konflikt und die Reaktionen auf politische Vorgänge m Europa. Bezeichnend ist dabei aber auch das ständige Bemühen, sich jede Festlegung und Verpflichtung so weit als möglich vom Leibe zu halten. Das Aushandeln des englisch-nordamerikanischen Handelsvertrages liefert hier ein überzeugendes Beispiel. Das einzige Gebiet, auf dem man sich überhaupt dazu entschließen könnte, sich festzuleaen, scheint das panamerikanische zu sein. Hier wünscht man nicht nur sich selbst, sondern vor allen Dingen die anderen festzulegen. Aber weder vor einigen Wochen aus Ottawa, noch jetzt aus Lima kommen Botschaften, aus denen man schließen könnte, daß Washington in dieser Hinsicht begeisterte Gegenliebe fände. In der kanadischen Hauptstadt ist man über den englisch-nordamerikanischen Handelsvertrag keineswegs beglückt. In Lima stand eine mächtige Gruppe den nordamen- kanischen Versuchen, zu einem Schutzbündnis zu gelangen, das nur zu leicht zu einer Schutzherrschaft werden könnte, äußerst skeptisch gegenüber. Nichts war für das Jahr 1938 bezeichnender in den USA. als jene Panik, die das Rundfunk- spiel vom Einbruch der Marsbewohner in der Oeffentlichkeit auslöste. Die maßlose Uebertreibung, die wilde Verzerrung, die Steuer- losigkeit der öffentlichen Meinung, unterstützt durch die wachsende politische Denkunsähigkeit der breiten Massen, haben es zu verantworten, daß ein solcher Vorgang möglich war, und sie bestimmten das Gesicht der politischen Ereignisse des vergangenen Jahres. Die Achse hat 1938 ihre probe bestanden. oieujahrsgrutzwechjel zwischen Führer und Duce. B e r l i n, 2. Jan. (DNB.) Anläßlich des Jahreswechsels hat der Führer und Reichskanzler dem italienischen Regierungschef, Benito Mussolini, in einem Telegramm mit herzlichen Worten seine besten Wünsche für ihn und sein großes Werk ausgesprochen und darin der engen Zusammenarbeit im vergangenen Jahre, ebenso der Freundschaft beider Völker gedacht. In gleicher Weise hat der Duce seinen Glückwünschen für den Führer und das deutsche Volk Ausdruck gegeben und die Verbundenheit beider Staaten wie folgt gekennzeichnet: „Die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Regierungen und Völkern hat 19 3 8 ihre Probe bestanden und der Welt offenbart, daß die beiden Revolutionen gemeinsam marschieren und dies auch fernerhin tun werden." Oer deutsche Langstreckenrekordflug. TÜRKEI OELHr? RACH ARABIEN AFRIKA SCH ANG HAI CHINA KANTON Der 6450 Kilometer lange Weg von Bengasi nach Gaja, den das Arado - Flugzeug ohne Zwischenlandung zurücklegte. — (Scherl - Bilderdienst-M.) Eine neue Etappe. Die „Arado 79" hat nach ihrem Langstrecken- Rekordflug bereits eine weitere große Etappe hinter sich gebracht. Oberleutnant Pulkowsky und Leutnant Jennet starteten am Neujahrs- t a g e zu der 2000 Kilometer entfernten Hauptstadt von Siam, B a n g k ok, und sind dort nach elf» stündigem Nachtflug Montagmorgen einge- troffen. Auch auf dieser Flugstrecke haben sich Flugzeug und Motor wiederum hervorragend bewährt. MÜNCHEN^ ' '••BOZEN Die deutschen Flieger, Oberleutnant P u l k o w s k i (links) und Leutnant Jennet (rechts), \ stellten am Jahresende einen neuen Langstrecken-Weltrekord auf. Sie durchflogen mit ihrem zweisitzigen Kabinen-Reiseflugzeug „Arado 7 9" die vierte Etappe ihrer Australienreise von Bengasi (Nordafrika) nach Gaja (Britisch-Jndien) ohne Zwischenlandung. Diese 6400 Kilometer lange Strecke entspricht der Entfernung Berlin—Neuyork. Unser rechtes Bild veranschaulicht die Vorrichtungen, die an diesem Flugzeug für den Langstreckenflug angebracht worden waren. Der Sporn war besonders verbreitert worden, um ein Einsinken auf nachgiebigem Boden, z. B. in der Wüste, zu verhindern. Auf dem unteren Bild zeigt der Pfeil den unterhalb des Flugzeugrumpfes angebrachten T a n k, der nach der Entleerung automatisch abgeworfen werden kann. Dadurch erhöht sich die Reichweite der Maschine. — (Scherl-M.) MANILA BANGK BENGASI TRIPOLI KAIRO KALKUTTA BARODA GAJA BASRA BOMBAY IADRA5 M -' ■■ ■ Neujahrsglückwünsche aus dem Ausland. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des Jahreswechsels hat zwischen dem Führer und Reichskanzler und einer Anzahl Staatsoberhäuptern und Regierungschefs des Auslandes in der üblichen Weise ein Telegrammwechsel zur Uebermittlung der beiderseitigen Neujahrsglückwünsche stattgefunden. So sind dem Führer in herzlichen Worten gehaltene Glückwunschtelegramme zugegangen von dem König von Italien, Kaiser von Aelhiopien, den Königen von Afghanistan, Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, England, Griechenland, dem Präsidenten von Guatemala, dem Schah von Iran, böm italienischen Regierungschef, dem Prinzregenten von Jugofla- wien, dem Präsidenten von Mexiko, den Königen von Norwegen, Rumänien und Schweden, dem Regentschaftsrat von Siam, dem Staatschef des nationalen Spaniens, dem Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, dem Reichsverweser des Königsreiches Ungarn sowie dem ungarischen Ministerpräsidenten. Neujahrsbeginn der Betriebe. Feierstunde der Deutschen Arbeitsfront. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront begann das Ar- deitsjahr mit einer Feierstunde im Kameradschaftshaus der Firma Voigt und Haeffner AG. in Frankfurt am Main. Die gesamte Gefolgschaft des Betriebes war versammelt. In ihrer HJ.-Uniform hatten die Lehrlinge Aufstellung genommen. Die Feiergestaltung wurde von der Werkschar des Betriebes, dem Werkschor und dem Werksorchester getragen. In Wort und Musik fanden das Leben der Arbeit, seine Gestaltung im vergangenen Jahre und die Aufgaben für 1939 ihren Ausdruck. Der Betriebssührer Parteigenosse S ch n e v o i g t sprach zu seiner Gefolgschaft. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Gauamtsleiter Willy Becker wies darauf hin, daß nun sechs Jahre Aufbauarbeit hinter uns liegen. An der Spitze der Bewegung und der Wehrmacht hat der Führer 1938 gewaltiges geleistet. Der deutsche Arbeiter hat hieran gewalti- oen Anteil. Wir stehen inmitten einer sich bekämpfenden Welt und werden nur bestehen, wenn wir erhöhte Leistungen ausweisen. Die Deutsche Arbeitsfront als Betreuerin der Schaffenden ist bereit, allen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, fordert aber auch Leistungen. Der Gauobmann gedachte besonders der Betriebsobmänner, der Block- und Zellenwalter und der Werkscharen der Betriebe, die große Aufgaben zu erfüllen haben. An den Anfang des Arbeitsjahres stellte er den Leit- spruch der Werkscharen: „Der Führer hat immer Recht." Die Feierstunde, an der auch Gauamtsleiter Lüer, Vertreter der Wehrmacht und die Abteilungsleiter der Deutschen Arbeitsfront teilnahmen, schloß mit dem Bekenntnis zum Führer und den Liedern des deutschen Volkes. Oer (Sauteifer dankt. „Die Glückwünsche, die mir aus dem kreise der Partei- und Volksgenossen zugegangen sind, erwidere ich auf diesem Wege herzlich und danke allen, die meiner gedacht haben. Frankfurt a.W., den 2.3änuar 1939. Sprenger Gauleiter und Reichsslatthalter." Kampf um die Jesuiten in der Schweiz. Basel, 3. Jan. (DNB.) In der Schweiz ist plötzlich die Jefuitensrage aktuell geworden. Die Gemeinde Sitten im Kanton Wallis hat dem Canisianum, dem zweitgrößten Schulunternehmen der Jesuiten, Aufenthaltsbewilligung erteilt, obwohl Artikel 51 der Bundesverfassung den Jesuiten jede Betätigung in der Schweiz untersagt. Weite schweizerische Kreise nehmen gegen diese überraschende und unmotivierte Zulassung energisch Stellung und verlangen Rückgängigmachung. Auf Grund einer parlamentarischen Anfrage hat der Bundesrat das Justiz- und Polizeidepartement auch bereits zur Prüfung des Sachverhaltes und zur Berichterstattung ausgefordert. Die „Neue Zürcher Zeitung" betont, daß geradezu über Nacht das Canisianum in die Schweiz gekommen sei und das in seiner Mehrheit reformierte Land damit vor eine vollendete Tatsache g e ft eil t wurde. Es werde in der Schweiz nicht verstandey, daß trotz Artikel 51 der Bundesverfassung durch Ueberrumpelung dem Jesuitenorden Niederlassung gewährt worden sei, daß er Grundbesitz erwerben und sich einrichten konnte. Allerdings, so betont das Blatt, habe der Bundesrat sein letztes Wort noch nicht gesprochen. Der Jesuitenartikel der Bundesverfassung sei eine Bestimmung, die der Erhaltung und Festigung des konfessionellen Friedens dienen soll und gehöre somit zu den Grundbestimmungen der Bundesverfassung. Durch ihn werde die Betätigung der Jesuiten abgelehnt, die systematisch darauf hinziele, eine Staatsautorität, wenn sie nicht katholisch ist, einzuschränken und anzugreifen und durch kirchliche Machtgelüste zu verdrängen. Es handele sich um die Streitfrage der Oberhoheit zwischen Staat und Kirche. Die Verfassung lasse volle Freiheit für die individuelle Pflege der Religion, gewähre aber auch denen Freiheit, die sich dem Drucke geistlicher Zwangsgewalt entziehen wollen. Auch halte sie den Jesuitenorden vom Lande fern, weil er seiner Gründung und Bestimmung nach zur Bekämpfung des Protestantismus eingesetzt wurde und daher in einem seiner Mehrheit nach protestantischen Lande Unruhe stifte. Der Jesuitenorden verwerse die Gleichberechtigung der Konfessionen im Staate und suche die Alleinherrschaft der katholischen Kirche im öffentlichen Leben aufzurichten. Nicht Kleinlichkeit habe den Artikel 51 der Bundesverfassung geschaf- fen, sondern der große Gedanke des wirksamen Schutzes der Freiheit zur Pflege und Ausübung der Religion. FrancosVormarfch in Katalonien Bilbao, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet, daß die Truppen General Francos in Katalonien weiter Vordringen. Im Nordabschnitt besetzten die Soldaten des Generals Munoz Grande die Orte Ball de Llebrera und Alentorn sowie Rubio de Abajo, Rubio de Arriba und Rubio de Enmedio. Im Südabschnitt durchbrach General Sol- chagas die feindlichen Stellungen und eroberte Jun- cofa Torre del Espanol. Der Vormarsch dauert auch hier an. Es wurden 2624 Gefangene gemacht und über hundert Maschinengewehre erbeutet. Ferner fielen den nationalspanifchen Truppen drei große Waffenlager in die Hände. Die nationalspamsche Luftwaffe bewarf die militärischen Ziele von Barcelona, Tarragona und Cartagena ausgiebig mit Bomben. Drei feindliche Jagdflugzeuge wurden abgeschossen. Durch die große Katalonienoffensive, die nun schon zehn Tage anbauert, wurden etwa 1750 qkm erobert, davon allein 1000 qkm im Abschnitt Lerida. 40 katalanische Ortschaf- t e n sind, teils in der Provinz Lerida, teils in Tarragona, befreit worden. 79 sowjetspa - nische Flieger wurden abgeschossen. Die rote Luftwaffe sieht sich gezwungen, den ßuftraiAn völlig den Nationalen zu überlassen. Die Zahl von 16 200 Gefangenen läßt die ungeheuren roten Verluste deutlich erkennen. Oer polnische Nationaldemokrat Noinan Dmowski gestorben. Warschau, 2. Jan. (Europapreß.) Der Führer der polnischen Nationaldemokraten, Roman D m o w s k i, ist in der Nacht zum 2. Januar im Alter von 74 Jahren gestorben. Als Student stand Dmowski dem Sozialismus Pilsudskis nahe. 1905 führte er die Nationaldemokratische Partei auf den Weg der Aussöhnung mit dem Zarismus und wurde Vorsitzender der polnischen Fraktion in der zweiten und dritten russischen Duma. Im Jahr 1918 reifte er nach Amerika, um Wilson für seine politischen Ideen zu gewinnen. Er vertrat Polen auf der Pariser Friedenskonferenz und unterzeichnete gemeinsam mit Paderewski, dem berühmten polnischen Pianisten und ersten Staatspräsidenten Polens, den Versailler Vertag. Im Jahre 1923 war Dmowski für kurze Zeit' Minister des Auswärtigen. Nach dem Staatsstreich Pilsudskis im Jahre 1926 und der Niederlage der Nationaldemokraten bei den Wahlen im März 1928 zog er sich von dec Politik zurück. parlamentarisches ans England. Gründung einer neuen politischen Gruppe? - Spannungen in der Konservativen Partei. ab. London, 2. Januar. Wie der „Star" berichtet, haben eine Reihe von führenden Politikern aller Parteien die Absicht, eine neue politische Gruppe zu bilden. Ihr wollen sich alle diejenigen anschließen, die m^ dem Stand der englischen Rüstungen und den Grundsätzen der gegenwärtigen englischen A uH e n p o l i - f i k unzufrieden find. Die Bewegung soll die Unterstützung zahlreicher Unterhausmitglieder, darunter auch Regierungsanhänger, besitzen. Sie wird am Mittwoch eine Art geheimer Gründungsversammlung abhalten. Der Zusatz des liberalen Blattes, es handle sich bei dieser beabsichtigten Neugründung nicht um eine gegen Chamberlain gerichtete Bewegung, muß zum mindsten als unvollständig bezeichnet werden. Aus konservativer Seite sollen vor allem jüngere Politiker beteiligt sein, unter ihnen vor allem Randolph Churchill und sein Schwager Duncan Sandys, der sich im Zusamenhang mit der Erörterung der Frage der Geheimhaltung militärischer Geheimnisse im Unterhaus im vorigen Jahr einen Namen gemacht hat. Dem Vernehmen nach hält sich W i n st o n Churchill vorläufig noch zurück, vermutlich um den Erfolg des Experiments abzuwarten. Auch der Publizist Vernon Bartlett, der als Unabhängiger ins Parlament gewählt wurde, zählt zu der neuen Gruppe. — Die Aussichten dieser neuen Gruppenbildung werden in parlamentarischen Kreisen sehr zurückhaltend beurteilt. Man bezeichnet die bisher bekanntgegebenen Namen als nicht sehr erfolgversprechend. Zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Konservativen und Nationalliberalen ist es bei der Nachwahl zum Unterhaus in Ost- Norfolk gekommen, der „Evening Standard" berichtet, das Zentralbüro der Konservativen Partei habe beschlossen, den nationalliberalen Kandidaten Frank Medlicott zu unterstützen. Damit habe sich das Zentralbüro gegen die örtliche Organisation der Konservativen entschieden. Der konservative Kandidat I. F. Wright, der insbesondere die landwirtschaftlichen Interessen vertritt, muß daher entweder auf die Unterstützung der kon- servatioen Parteiorganisation verzichten ober eine zumindest örtliche Spaltung in der Partei herbei- führen. Besondere Schwierigkeiten entstehen für alle konservativen Unterhausmitglieder, die landwirtschaftliche Wahlkreise vertreten. Sofern sie, der amtlichen Parteiparole entsprechend, sich jeder Unterstützung für Wright enthalten, er» klären sie sich mit der gegenwärt gen Landwirtschaftspolitik der Regierung solidarisch. Diese Politik wird aber in fast allen landwirtschaftlichen Bezirken auch von den Konservativen scharf kritisiert. Treten sie jedoch für Wright ein, bann müssen sie vom Zentralbüro ihrer Partei zur Rechenschaft gezogen werden. Das würde zu einer Verschärfung der Spannungen innerhalb der Partei führen. Wie der „Evening Standard" berichtet, hat Wright bereits von zwei konservativen Unterhaus* mitgliebern Unterstützung zugesagt bekommen. Die „jüngeren Minister". In der letzten Zeit spielten in Nachrichten aus England „jüngere Minister" eine erhebliche Rolle. Anlaß war ein Protest dieser „jüngeren Minister" gegen angebliche Saumseligkeit älterer Minister in Rüstungsfragen. Was heißt nun der Ausdruck „jüngerer Minister"? Die Engländer haben ein wohldurchdachtes System geschaffen, durch das junge Abgeordnete allmählich mit der vom bloßen Reden naturgemäß sehr verschiedenen Regierungs- arb^it in engere Verbindung gesetzt werden. Der erste Schritt eines Abgeordneten auf dem Wege zum Minister, ist seine Ernennung zum parlamentarischen Sekretär eines schon fungierenden Ministers. In dieser Eigenschaft leistet er Dienste als Verbindungsmann zwischen Amt und Fraktion und lernt auch den eigentlichen Amtsbetrieb kennen. Eine weitere Stufe ist seine Berufung in das Ministerium, ohne daß er aber damit „Kabinettsrang" erwürbe. Er ist „jüngerer Minister" geworden. Die englische Regierung umfaßt also ein sehr zahlreiches Ministerium, und aus diesem M i n i ft e r i u m sondert sich für die eigentlichen politischen Entscheidungen das Kabinett ab, das aber auch noch über 20 Minister zählt. Auch bas ist ein reichlich unförmlicher Apparat, und darum wird in bewegten Zeitläuften ein „engeres" ober auch ein „Kriegskabinett" gebilbet. Die Zahl der Mitglieder eines solchen engeren Kabinett schwankt je nach den Umständen, hält sich aber weit unter der Zahl der „Minister mit Kabinettsrang". Wir erwähnen in diesem Zusammenhang noch zwei Fachausdrücke des englischen politischen Sprachgebrauches. Es wird sehr oft von frontbenchers (Vorderbänklern) und hackbenchers (Hinterbänklern) gesprochen. Das Unterhaus sitzt nicht in der Form eines Halbkreises, sondern zu der einen Seite des „Sprechers" (Präsidenten) sind die Plätze der Regierungspartei und zur anderen Seite, durch den großen Tisch des Hauses getrennt, die der Opposition. Aus den ersten (untersten) Bänken sitzen die Vertreter der Regierung bzw. die Führer der Opposition, und in den dahin- und Wiesbaden. Die Deutsch-Italienische (Befette Arbeitsamtes erteilt worden ist. des :en Hofen erhalten. * , Mir fällt ein- nehmen Sie heute einen Kasten Ihren Schnaps!" rief sie hinter ihm her. ’Y’• U!___-.-l, am n^nr OY rillY N U°n?°n>" meint- -r.aber-r kam lang. Lier mehr al- fonft; Bruno Taut f. Berliner Architekt Professor die ge- Nachwuchszuteilung nach Dringlichkeit? Von unserer Berliner Schriftleitung. m u s i k st u n d e vom senders Frankfurt. Professor boren, besuchte die Etonschule und studierte in Oxford. Seine diplomatische Lausbahn begann er als Attache in Konstantinopel im Jahre 1904. Er war später nacheinander in Teheran, Rom, Peking und Paris. 1929 wurde er Oberkommissar für Aegypt, und den Sudan. Nach vierjähriger Tätigkeit a ... ____ , , , _ ätigkeit auf diesem Posten wurde er britischer Botschafter in der Türkei. Vor seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst diente Sir Percy Loraine in der Armee, in deren Reihen er auch den südafrikanischen Krieg mitgemacht hat. Zum Präsidenten der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost in Berlin ist der Ministerialrat im Reichspostministerium Dipl.-Jng. Friedrich Gladenbeck ernannt worden. * । Der schwedische Ministerrat hat beschlossen, im Herbst 1939 zum erstenmal große gemeinsame Manöver der Armee, der Flugwaffe und der Flotte durchzuführen. Der Chef des schwedischen Der- teidigungsstabes, General Thörnell, hat den Auftrag erhalten, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Die Entscheidung der Regierung wird von der Presse begrüßt. Der französische Staatspräsident Albert L e - brun empfing am Samstagmittag das Diplome tische Korps zur N e u j a h r s g r a t u l a t i o n. Der Empfang vollzog sich im Elysse-Palast in den üblichen Formen. Der Doyen des Diplomatischen Korps, der Päpstliche Nuntius, Msgr. Valerio V a - l e r i, überbrachte die Wünsche für einen friedlichen Verlauf des kommenden Jahres. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat vor dem Volksgerichtshof. über. „Na, sie meinte Er biß in feine Stulle und kaute bedächtig. Er wollte hier keinen Aeraer machen. Darum schwieg er, und Anna setzte ihre Arbeit fort. Emsig rieb sie mit dem Lappen. Die Beschläge blitzten bald. Christoph sah ihr zu. „Sie und nicht tüchtig!" meinte, er kopfschüttelnd. „Was gabs denn damals bloß?" Nichts Besonderes!" wiederholte Anna. Ihre Stimme zitterte. Und ihr Gesicht war rot. Aber Christoph sah es nicht, denn sie beugte sich über den Schanktisch. Er fragte auch nicht mehr. Sie hörte das Butterbrotpapier knistern. Dann kam er an Büfett. „Zahlen!" sagte er. Er brummte es fast und warf ein Markstück auf den Tisch. „Aber den Schnaps zahlen Sie doch nie. Um sicher sah sie ihn an. „Dann zahle ich ihn jetzt! brummte er. Er nahm das Wechselgeld, grüßte kurz und ging zu seinen Pferden. Er wollte gerade auf den Kutscherbock steigen, da erschien sie tn der Tur. „Was vergessen?" fragte er. Sie nickte. Und er „Christoph!" rief sie leise. x ging zurück. „Uebermorgen ist doch schon der Erste , sagte sie. „Da bin ich nicht mehr hier." ,2lch so", meinte er verlegen und gab chr me Hand, „ich vergaß es — alles Gute/ , „Danke!" flüsterte sie. Es sah aus, als ob sie noch etwas sagen wollte, und auch Christoph stand noch unschlüssig da, als hätte er doch etwas vergessen. Da klingelte im Lokal das Telephon. „Also, noch einmal, alles Gute!" erwachte da Christoph aus seiner Unschlüssigkeit und ging zum Wagen. Und „Der Viermann ist schon durch!" antwortete Anna tonlos und hängte den Hörer an. Als Christoph beim nächsten Mal in das Lokal der Witwe Uhlemann kam, war Anna nicht mehr da. Ein neues Mädchen wirtschaftete in der Küche. Frau Uhlemann aber flötete noch immer und goß ihm einen Schnaps ein. Und Christoph zahlte. „Aber Christoph!" wollte sie abwehren, „unter alten Freun« den!" „Wenn wirs bleiben wollen, muß es so sein", meinte er und ging. Dan nun an war sie nicht mehr so rasch dabei, ihm einen Schnaps oder eine Zigarre anzubieten, denn er zahlte dann stets. Sie hatte auch inzwischen eingesehen, daß aus ihr und Christoph doch kein Paar werden würde. Dielleicht hatte sie es gar nicht mal ernstlich gewollt. Jedenfalls interessierte sie sich jetzt für einen älteren, wohlhabenderen Mann. Einmal hörte Christoph sie wie- der in der Küche schelten. „Ja, ja Christoph", fing sie nachher an, „man hat so seinen Aeraer mit dem Personal. Anna war doch die beste. Wenn ich sie bloß nicht hätte gehen lassen. Dieser dumme Zank damals. Die Neue schafft nicht halb so viel wie Anna." „So, so", meinte er nachdenklich. Sie blickte ihn an, dann entfuhr es ihr: „Eigentlich sind Sie schuld an Annas Fortgehen!" Er war doch verwundert. Sie lächelte. „Ist Ihnen nicht aufgefallen, daß Anna immer aus der Küche herüberkam, wenn Sie da waren? Sie war in Sie verschossen. Und ich, ich schäm' mich direkt, Christoph, sehen Sie mich bloß nicht an, ich war damals ein bißchen eifersüchtig und hab ihr damals in meinem Aerger verboten, ins Gastzimmer zu kommen. Ich hab natürlich getan, als wärs nur wegen der Arbeit. Ein Wort gab das andere. Heute tut es mir leid." Weil er so vor sich hinstierte, stieß sie ihn an. „Na, Christoph, woran denken Sie? Einen Schnaps?" Er nickte. „Und wo ist sie denn jetzt?" fragte er. „Irgendwo im Rheinland. Ausgerechnet die entfernteste Stelle nahm sie an." Er trank seinen Korn in einem Zuge aus, grüßte und ging hinaus. Er vergaß diesmal zu zahlen. Schwerfällig stieg er auf seinen Kutscherbock. Wie er dort oben saß, in der braunen Lederschürze, breit, kompakt, mit Fäusten wie Hämmer, hätte ihm niemand angesehen, daß er sich in diesem Augenblick einen Schlappschwanz । schalt. Dann wurde er zuversichtlicher. Die Adresse । sollte herauszubekommen sein, fiel ihm ein, und an den Rhein wollte er eigenttich schon längst mal i fahren sam zurück. „Was war denn neulich los? Die Chefin hat ja so angegeben!" Anna putzte schon wieder die Nickelbeschlage. „Es war nichts Besonderes." „Und dann sagt sie gleich. Sie könnten gehen? „Ich gehe auch. Am Ersten." Er war ein wenig betroffen. „Geben Sie mir einen Schnaps, Anna!" Er setzte sich nun doch und zog seine Brotstullen aus der Tasche. Anna brachte ihm das Glas. „Ich kann mir nicht denken, daß die Frau mit Ihnen nicht zufrieden sein sollte. Wie lange sind Sie schon hier?" „Zwei Jahre!" „Da war sie doch bisher mit Ihnen zufrieden. „Es geht ja auch nicht um meine Arbeit", sagte Anna, und ging zum Büfett zurück. „Ich denke. Frau Uhlemann sagte doch zu mir — „Was sagte sie ...?" Anna sah gespannt her- Iahren 1918 und 1919 führend beteiligt und wurde deshalb schon damals wegen Hochverrats verurteilt. Auch in der folgenden Zeit gehörte er linksgerichteten Parteien an und gab etwa seit dem Jahre 1926 die Zeitschrift „Wider- tand" heraus. Schon lange vor 1933 trat er in Gegensatz zum Nationalsozialismus und bekämpfte auch nach der Machtübernahme bis zu seiner Festnahme die politischen und wirtschaftlichen Ziele des nationalsozialistischen Staates in hetzerischer Weise, wobei er die führenden Persönlichkeiten des Dritten Reiches in übelster Form beschimpfte. Kunst und Wissenschaft. Eine Zweigstelle Hessen-Nassau der Deutsch-Italienischen Gesellschaft. Berlin, 2.Jan. (DNB.) Dienstag beginnt vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofes ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat gegen den Schriftsteller Ernst Nie k i sch und zwei weitere Angeklagte. Niekisch, ein früherer Volksschullehrer, mar bereits bei der Aufrichtung.-.....------ , „ , der Räterepublik in M ü n ch e n ' in den 1 nuar d.J. in Darmstadt und spater in M a i n z Ausdehnung des weiblichen pflichljahres Zur Behebung des Mangels an weiblichen Arbeitskräften in der Land- und Hauswirtschaft. * ÄtttitÄWSB täSSja-te In Istanbul ist der _ , .... Bruno Taut im Alter von 58 Jahren gestor - Liebe und ein paar Zigarren Von K. :R. Aeubert. ter aufsteigenden Sitzreihen finden die weniger ein- lußreichen Abgeordneten ihren Platz. Frontbenchers ind also führende Persönlichkeiten, backbenchers ind im allgemeinen Neulinge des Parlaments. Neuer englischer Botschafter in Nom. London, 2. Jan. (Europapreß.) Der König hat mit Wirkung vom 1. April 19 3 9 an den britischen Botschafter in der Türkei, Sir Percy Loraine, zum Nachfolger des aus dem Amte scheidenden Botschafters m Rom, Lord Perth, ernannt. Der Rücktritt von Lord Perth bedeutet keine Ueberraschung. Es war schon seit langem bekannt, daß er mit Rücksicht auf fein Alter in den Ruhestand zu treten wünschte. Lediglich der Wunsch Chamberlains, daß er bis zum Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens im Amte bleiben möge, hatte ihn so lange auf seinem Posten ausharren lassen. Lord Perth war vor feiner Ernennung zum Botschafter in Rom als Sir Eric Drummond erster Generalsekretär des Völkerbundes in Genf gewesen. Der neue britisch? Botschafter in Rom, S i r Percy Loraine, wurde 1880 ge« ^'An^^iesem^ Punkt" seiner Zukunftsbilder begann Christoph stets zu seufzen. Natürlich wäre es besser, wenn Anna stolz und lächelnd durch das Lokm gehen würde, um die Gäste zu begrüßen und ihm, Christoph, einen zärtlichen Blick zuzuwerfen. Dafu hätte die Witwe Uhlemann ruhig aus der Küche schauen können. Aber so war es nun einmal auf der Welt: alles war nicht beisammen. Wieder einmal hielt der Bierwagen mit Sen bei- d°n G-°uschimm°ln °°r dem L°k°l b-r W,tw-Uhl.- Die Witwe Uhlemann bemerkte das mit steigendem Mißvergnügen. Sie hatte selber etwas für Christoph übrig. Und sie hielt mit diesem Wohlwollen nicht zurück. Sie goß ihm einen Schnaps ein, gab i-hkn hin und wieder eine Zigarre, und mit der Zeit war es gekommen, daß Christoph bei Frau Uhlemann seine Frühstückspause machte Frau Uhlemann war fünf Jahre älter als er und auch mehr als- vollschlank, aber ihre Schnapse und Zigarren versöhnten mit dieser Tatsache. Wenn Christoph daheim nach Feierabend die Ublemannfche Zigarre rauchte und dem blauen Rauch nachsanm gabelten Zukunftsbilder vor seinem Auge; er sah sich hinter dem uf^e^..a”n^eü Schanktisch stehen, der Laden war voll Gaste, und stolz und lächelnd ging die vollschlanke Wittve, d e nun keine Witwe mehr war, durch das Lokal, die Gäste grüßend und ihm, Christoph, einen zartttchen Blick zuwerfend. Und aus der Küche sah manchmal Am Donnerstag findet im Kaisersaal des Frankfurter Römers die Gründung der Zweigstelle Hessen-Nassau der Deutsch-Italienischen Gesellschaft durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger statt. Das Präsidium übernimmt Universitätsrektor Prof. Dr. P l a tz h o f s, dem ein Ehrenbeirat zur Seite steht. An der Feier werden die Spitzen der Partei, des Staates, der Wehrmacht und des gesamten öffentlichen Lebens teilnehmen, darunter als Vertreter des Reichspropagandaministeriums der Referent für Italien, Dr. Stock. Außer dem Gauleiter, der den Ehrenvorsitz der Gesellschaft übernimmt, werden der Königlich Italienische Generalkonsul Marchese Agosttno Ferrante di Ruffan o und der Zonenleiter des Fascio für Süddeutschland, Jvi gli a.'das Wort ergreifen. Die Zweigstelle Hessen-Nasiau ist als eine Rahmenorganisation gedacht, in deren Bereich weitere Gruppen ins Leben gerufen werden sollen, so zunächst am 6. Ja- * mtnr d 51 in D a r m st a d t und später i) schäft will alle Volkskreise umfassen und ihre Mitglieder besonders mit dem kulturellen Leben der befreundeten italienischen Nation vertraut machen. So sind z. B. allmonatlich musikalische Veranstaltungen vorgesehen, die auch vom Reichssender Frankfurt übertragen werden. Am 5. Januar d. I., 20 Uhr, veranstaltet der Reichssender Frankfurt im großen Saal des Saalbaues zusammen mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein festliches Konzert „Italiens ewige Melodien". bei dem namhafte italienische Künstler Mitwirken. Weiter überträgt der Reichssender Frankfurt am 6. Januar, um 21 Uhr, aus dem Hause des italienischen Generalkonsuls eine Sammer« Streichquartett des Reichs- Berlin, 2. Jan. (DNB.) Durch Anordnung ! des Beauftragten für den Vierjahresplan ist das i weibliche Pflichtjahr mit Wirkung vom 1. März । 1938 ein geführt worden. Es verlangt v o n j e d e m । Mädchen unter 25 Jahren, das in der gewerblichen Wirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung als Arbeiterin oder Angestellte tätig werden will, den Nachweis einer mindestens einjährigen Tätigkeit in der Land- oder Hauswirtschaft Das weibliche Pflichtjahr soll der Land- und Hauswirtschaft, besonders derüberla steten Bauersfrau und den kinderreichen Familien, die notwendigen Hilfskräfte zuführen. Daneben soll es allgemein das Interesse der weiblichen Jugend für die Land- und Hauswirtschaft wecken. Aus Gründen des Arbeitseinsatzes war die Ableistung zunächst nur für solche ledigen weiblichen Arbeitskräfte unter 25 Jahren, die vor dem 1. März 1938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren und nach diesem Zeitpunkt im Bekleidungsgewerbe, in der Textilindustrie, der Tabakindustrie ober in einem kaufmännischen oder Büroberuf tätig werden wollten, gefordert. Der ständig zunehmende Mangel an weiblichen Arbeitskräften in der Land- und Hauswirtschaft macht es notwendig, den Kreis zu erweitern. Nunmehr ist die Ableistung des Pflichtjahres von allen ledigen weib 1 ichen A r - beitskräften unter 25 Jahren zu fordern, die vor dem 1. März 1938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren und eine solche Beschäftigung annehmen wollen. Die bisherige Beschränkung auf einzelne Berufsgruppen ist damit gefallen. Voraussetzung für die Anerkennung des weiblichen Pflichtjahres ist weiterhin, daß die einjährige Tätigkeit in der Landoder Hauswirtschaft mit Zustimmung des Arbeitsamtes ausgeübt worden ist. Die Zustimmung ist vor 21 n tri ft der Arbeits- stelle beim zuständigen Arbeitsamt einzuholen. Sie wird nur erteilt, wenn die Beschäftigung nach b e n. Er stammte aus Königsberg, war 1921 bis 1924 Stadtbaurat in Magdeburg, später Privatarchitekt in Berlin. Nachdem er eine Zeitlang in Japan gewirkt hatte, wurde er Chef der Architekturabteilung der Akademie der Schönen Künste in Istanbul und Generalchef des Architekturbüros des türkischen Unterrichtsministeriums. In dieser Eigen- chaft hat Prof. Taut u. a. die Entwürfe für die Universität in Ankara und mehrere Schulbauten geschaffen. In Berlin hat er große Siedlungskomplexe in Vorosten gebaut. Taut, der eine sehr achliche, moderne Baustoffe und Konstrukttonen levorzugende Bauweise vertrat, hat sich auch schriftstellerisch um eine neuzeitliche Wohnkultur bemüht; er schrieb u. a. „Die Stadtkrone", „Alpine Architektur" und „Die neue Wohnung". — Prof. Taut- Beisetzung erfolgte durch ein Staatsbegräbnis in Istanbul. dann können Sie ja gehen", rief die Witwe m schrillem Diskant. Donnerwetter, die hat ein Organ, dachte Christoph. Er hatte sie nie so schelten gehört. Zu ihm konnte sie geradezu flöten. Was war denn da mit Anna? Er setzte das Bierfaß auf den Boden, Dieses Geräusch hatte man wohl nebenan vernommen, die scheltende Stimme verstummte, und im nächsten Augenblick kam Frau Uhlemann in den Schankraum. Ihr eben noch böses Gesicht verwandelte sich im Nu. Das alte Lächeln erschien auf ihren Zügen. „Guten Morgen, Christoph", flötete sie und strahlte ihn an. Er war heute etwas sonderbar, spürte sie und goß ihm einen doppelten Schnaps ein. Und er konnte ihn vertragen. Die kreischende (Stimme der Witwe Uhlemann hatte ihn erschüttert. „Man hat so seinen Aerger mit dem Personal , erklärte sie seufzend. Mit der Anna?" fragte er. — „Natürlich die Anna. Die hat die Gedanken überall, nur nicht bei In seiner braunen Lederschürze, wenn er ein Bierfaß spielend vom Wagen hob, war Christoph wie ein Bild der Kraft. Breit und kompakt, mit Fäusten wie Hämmer. Und noch jung, achtundzwanzig war er jetzt, und noch ledig. Üeberall, wohin er kam, war er gern gesehen. Die größten Sympathien aber fand er wohl in dem kleinen, gutgehenden Lokal der Witwe Uhlemann. Wenn der Bierwagen mit den beiden wohlgenährten Grauschimmeln vor der Kneipe hielt und Christoph mit munterem Gruß das Lokal betrat, sah die hübsche, freundliche Stütze Anna rasch mal aus der Küche in den Schankraum. Das Panzerschiff „Admiral Graf S p e e", das bisher in Kiel stationiert war, hat mit dem 1. Januar Wilhelmshaven als Hauptliege- Peking, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) In der französischen Niederlassung von Tientsin wurde der 83jährige Präsident der Handelskammer von Tientsin, Wangtschulin, der sich stark für enge wirtschaftliche B e - Ziehungen zwischen China und Japan eingesetzt hatte , ermordet. Der Mörder konnte unerkannt entkommen. Das japanische Generalkonsulat forderte von den französischen Verwal- ttmgsbehörden eine genaue Untersuchung des Vorfalls und für die Zukunft eine strengere lieber» wachung aller japanfeindlichen Elemente. Infolge dieses Attentats ist die Spannung um die ausländischen Konzessionen in Tientsin, die in der letzten Zeit abgeflaut war, wieder heftiger geworden. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers dankt durch, eine Veröffentlichung in der NSK. allen, die aus Anlaß des Weihnachtsfestes und des Jahreswechsels seiner Familie und seiner gedachten, herzlich für die Grüße und Glückwünsche. Die japanisch-russische Spannung Die Verhandlungen über die Fischereirechte noch ohne Ergebnis. Tokio, 2. Ian. (Europapreß.) Die japanisch- fowjetrussischen Beziehungen sind in der letzten Zeit durch sowjetrussische Grenzverletzungen und Angriffe auf japanisches Leben und Eigentum überaus gespannt geworden, zumal es bisher noch nicht gelungen ist, die Frage der Fischereirechte in den sibirischen Gewässern zu regeln. Japan legt auf diese Regelung großen Wert, da der Fischfang in den sowjetrussischen Gewässern etwa 10 v.H. des gesamten japanischen Fischfanges ausmacht und dieser wiederum 23 v.H. der Weltgewinnung beträgt. Seit 1926 werden die in Frage kommenden Fischereirechte durch japanisch-sowjetrussische Ein- jahres-Verträge geregelt. Der letzte dieser Verträge ist am 21. Dezember 1938 abgelaufen. Die in Moskau geführten Verhandlungen haben in den letzten zehn Tagen noch zu keinem Erfolg geführt, doch hofft man in Tokio möglichst bald eine Einigung erzielen zu können, wenngleich man auch durchblicken läßt, daß die Bereinigung dieser wirtschaftlichen Fragen durch die Entwicklung des politischen Verhältnisses zwischen Tokio und Moskau erschwert wird. Attentat in der französischen Niederlassung von Tientsin. mann. Cyrlstopy ram mu ukih ‘ mar früh am Morgen. N,-mani> war im Raum. Aus den Hinteren Räumen horte eine scheltend. Stimme. „Und wenn es Ihnen nicht paßt, Anna, Art und Bedeutung dem Zweck des Pflichtjahres entspricht und der Antritt der betreffenden Stelle arbeitseinsatzrnähig erwünscht ist. Künftig wird auch die im Landjahr verbrachte Zeit bis zur Dauer eines halben Jahres auf das Pflichtjahr angerechnet. Ebenso können land- und hauswirtschaftliche Ausbildungen in staatlich anerkannten Lehranstalten bis zur Dauer eines halben Jahres auf das Pflichtjahr angerechnet werden, wenn vor Beginn der Ausbildung die Zustimmung Salzburger Festspiele 1939. Die Salzburger Festspiele 1939 finden vom 30. Juli bis 6. September statt. Das Programm der Oper sieht vor: Mozart: „Die Zauberflöte", „Don Juan", „Die Entführung aus dem Serail"; Strauß: „Der Rosenkavalier"; Weber: „Der Freischütz". Außerdem finden Aufführungen in italienischer Sprache von Verdis „Falstaff und Rossinis „Der Barbier von Sevilla" statt. Die musikalische Leitung der Oper haben Karl Böhm, Dittorio Guy, Hans Knapperts dusch und Gino M a • rinuzzi. — Im Schauspiel gelangt Shakespeares „Viel Lärm um nichts" und Molieres „Der Bürger als Edelmann" mit der Musik von Richard Strauß in der Regie von Heinz Hilpert zur Aufführung. Außerdem ficht der Spielplan Konzerte der Wiener Philharmoniker vor. Englisch-amerikanischer Geographenstrelt um die Erforschung des Weddell-lNeeres. Ein Angriff des amerikanischen Professors William Hobbs auf den Nachruhm des englischen Südpolarforschers James Weddell, nach dem das Weddell-Meer in der Antarktis genannt ist, hat zu einem hitzigen „Geographen-Krieg" geführt. Hobbs hat vor dem Kongreß amerikanischer Geographen behauptet, Weddell habe ich Jahre 1823 gar nicht dasjenige Gebiet mit seinem Segler befahren können, das heute seinen Namen trägt. Es fei mit ewigem Packeis bedeckt. Gegen diese Behauptung wendet sich nunmehr der Leiter des wissenschaftlichen Stabes der S h a ck l e t o n - Expedition von 1914 bis 1917, I. M. Wordie. Shackle- ton fei mit der „Endurance" 250 Meilen tiefer in die Weddell-See eingedrungen als Weddell selber. Commander Bernacchi, der ebenfalls in der Antarktis war, erklärte, daß neben Engländern viele Deutsche und Skandinavier — Forscher und Robbenfänger — das umstrittene Meer befahren hätten. Bei wärmerer Witterung schmelze dort das Packeis und lege eine offene Wasserwüste frei. Am meisten nimmt man Professor Hobbs in England seine Behauptung übel, das englische Hydrographische Amt bei der Admiralität habe eine alte Seekarte, die Weddell zu seiner angeblichen Irreführung benutzt haben soll, 115 Jahre lang bewußt unterdrückt. Es wird darauf hingewiesen, daß Hobbs bei seinem Londoner Besuch im Jahre 1937 Zugang zu dem gesamten kartographischen Material des Amtes gehabt habe und sich von der Haltlosigkeit , feiner Argumente habe überzeugen können. Neben der Ausdehnung des Pflichtjahres auf gesamte weibliche Jugend, die bereits in Kraft „ treten ist, werden allem Anschein nach noch weitere Entlastungsmaßnahmen für die Wirtschaft angesichts des zunehmenden Mangels an Arbeitskräften geplant. Nach einem Artikel von H. B u b i a n in der Zeitschrift „Deutsche Volkswirtschaft" erscheint die Einteilung der Berufe entsprechend ihrer Dringlichkeit in der Gegenwart und die prozentuale Zuweisung des Nachwuchses je nach dem Grad der Dringlichkeit möglich. Eine völlige Sperre der Nachwuchszuteilung für weniger wichtige Berufe will man vermeiden. Dafür sollen solche Berufe eine vorübergehende Unterbrechung der Nachwuchszuführung für ein Jahr, höchstens für zwei Jahre auf sich nehmen. Man glaubt schätzungsweise 88 000 junge Leute aus dem männlichen Nachwuchs für ausgesprochene Mangelberufe freimachen zu können. Der Referent des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. trennt unter den Berufen, die für eine solche vorübergehende Kürzung der Zuteilung des Nachwuchses in Frage kommen könnten, die Bäcker, Konditoren, Fleischer, Schneider, Friseure, Tapezierer, Buchbinder, Tischler und Kellner.. der Arbeit." , . ... Es wurmte ihn auf einmal, einen Tadel zu Horen, der Anna galt. Sie ließ sich heute auch nicht sehen. Sie hat ein schlechtes Gewissen, dachte er. Frau : Uhlemann sprach immer noch von der leidigen Per- 1 sonalfraqe. „Ich bin eben nur eine schwache Frau. ’ Hier gehört ein Mann her." Und dabei lächelte sie 1 Christoph an. „Noch einen Schnaps, Christoph? ' Er dankte. Er ging bald zu seinen Pferden. > Als er eine Woche später einen Kasten Flaschen- i hier vor dem Uhlemannschen Ecklokal ablaben mußte, traf er Anna in der Wirtsstube. Sie putzte die Nickelbeschläge am Büfett. Es marniemanb weiter im Raum. Anna hatte em hübsche Bluse an. Wie oft er ihr etwas Nettes hatte sagen wollen. Nun waren sie allein, und er sagte nichts Nettes sondern fragte wie ein Tolpatsch nach der Chesm „Sie mußte weg, etwas zu besorgen!" antwortete Anna, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. „Ganz plötzlich. Früh hat sie einen Brief bekommen. Sonst hatte sich Christoph nur für em.Weilchen hingesetzt und seine Butterbrote hervorgeholt. Und Anna war schnell mal aus der Küche herudergekom- Wirtschaft. Rhein-Mainische Rörse. Mittagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 2. Jun. Die erste Börse im neuen Jahre begann ziemlich still, doch war die Haltung im allgemeinen freundlich. Es lagen aus den Mitteln des Zinstermins kleine Käufe vor, in der Hauptsache dürften diese Erlöse jedoch der auflieaenden Reichsanleih/ zukommen. Die Zeich- nungsstellen berichten durchweg von einem lebhafteren Zeichnungseingang. An den Aktienmärkten fehlten vielfach noch die ßimiterneuerungen, was sich naturgemäß auf das stille Geschäft auswirkte. Auch war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, da wieder kleine Verkaufsgenehmigungen für Juden erte/lt worden sind. Ueberwiegend stellten sich jedoch durchschnittliche Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. Sonderbewegungen hatten Aschaffenburger Zellstoff mit 111,75 (108), Felten mit 137,50 (135), ferner AEG. auf den Leistungsdericht für 1938 mit 114 bis 114,75 (113,13). Montanwerte lagen sehr still, etwas höher Verein. Stahl mit 105,25 (104,75), dagegen Hoesch 1 v. H. schwächer mit 107,50. Maschinenaktien zogen vorwiegend leicht an. IG. Farben blieben mit 150,25 behauptet, sonst sind noch Reichsbank mit 187 (186,25) und Licht und Kraft mit 132 .(130,75) zu erwähnen. Der Rentenmarkt stand etwas stärker unter dem Einfluß des Kupontermins, jedenfalls bestand vorwiegend Nachfrage. Don öffentlichen Werten blieben Reichsaltbesitz mit 127,90 behauptet, Reichs- bahn-DA. notierten ex Kupon mit 121,75 (125). Lebhafter und fest waren erneut im Freioerkehr Kommunal-Umschuldung mit 92,65 (92,50), ferner 5 v. H. Ewald mit 100. Der Pfandbriefmarkt brachte bei Liquidationswerten Schwankungen bis 0,25 v. H. Uneinheitlich notierten ferner Stadtanleihen und Industrie-Obligationen, von letzteren 5 v. H. Gelsen Benzin fest mit 101,40 (99,90). anderseits 5 v. H. Eisenbahn-Bank 80,25 (81,50). Staats- pastiere wiesen kaum Veränderungen auf. Auch im Verlaufe war die Börse überwiegend fest, die Umsätze blieben aber verhältnismäßig gering. AEG. 115,50 nach 114,75, Westdeutsche Kaufhof 104 nach 103, Bemberg 134,50 nach 133, Mannesmann 108,50 nach 108,13, Verein. Stahl 105,50 nach 105,25, IG. Farben 150,75 bis 150,50 nach 150,25, Rheinstahl 132,25 nach 131,50. Don spater notierten Werten sind Demag mit 143,50 bis 144 (145 40) anderseits Scheideanstalt mit 202 (200), Berger Tiefbau mit 144,50 (143) zu erwähnen. Der F r e i o c r f e h r lag ruhig und ebenfalls uneinheitlich. Dingler 99,25 bis 101,25, Katz & Klum-p 90,75 bis 92,75, Verein. Frank. Schuh 79 bis 81, Clfäff. Badische Wolle 89 bis 91, Ufa 84. Tagesgeld etwas.leichter mit 2,75 (3) v. H. Abendbörfe freundlich. Da sich die Kundschaft nur mit kleinen Aufträgen beteiligte, war die Umsatztätigkeit an der Abendbörse nicht sonderlich lebhaft. Die festere Tendenz des Mittagsverkehrs konnte sich erhalten und vielfach ergaben sich leichte Erhöhungen. Bergwerkspapiere lagen durchweg gut behauptet. Buderus 106, Mannesmann 108,65, Verein. Stahl 105,50, etwa höher Hoesch mit 108 (107,50) und Rhein- stahl mit 132,65 (132,25). Don Maschmenwerten gingen Adlerwerke auf 104,50 (104), MAN. auf 138 (137,75), Junghans auf 99,50 (99,13) und Rhemmetall auf 130 (129,50), unverändert blieben u. a. Demag mit 144 und Moenus mit 122. JG.-Farben lagen mit 150,50 behauptet, desgleichen Scheideanstalt mit 202 und Bemberg mit 134,50, hingegen Metall- gesellschaft 117,25 (117,50). Am Elektromark stellten sich Bekula auf 157,50, Gesfurel auf 129,50, Lahmeyer auf 115 und Licht & Kraft 0,25 v. H. höher auf 132,25. Sonst notierten noch Holzmann mit 146,50 (146), Hapag mit 65 und DDM. mit 170 ferner Commerzbank 111,75, Deutsche Bank 115 50 und Dresdner Bank 108,25. In Renten halten die Umsätze keinen besonderen Umfang: das wenige Geschäft beschränkte sich auf Kommunal- Umschuldung mit 92,65 sowie auf verschiedene um notierte Industrie-Obligationen. Don amtlich notierten Papieren waren 6 v. H. JG.-Farben weiter gefragt mit 118 (117,90). Srantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 9 206 (gegen 204 am 28.12.), W 11 208 (206), W12 209 (207), W13 210 (208), W16 213 (211), W 18 215 (213), W 19 217 (215), W 19 219 (217), Koggen R 11 191 (189), R12 192 (190), R13 194 (492) R 15 195 (193), R 16 197 (195), R 17 198 (196), R 18 199 (197), R 19 201 (199) Futter- qerfte —. Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,55 (29,45), W 16 29,55 (29,45), 2B 19'29,55 (29,45), W 19 29,55 (29,45), W20 (Kreis Alzey) 29,55 (29,45), W20 (Kreis Worms) 29,90 (29,80) plus 50 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen dre Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Wei- zerrfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75 W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40 (5,00 bis 5,20), Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40 (6,00 bis 6,20), Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, aut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. $canHurter Schlachtmehmorkt Frankfurt a. M., 3. Jan. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 490 Kälber, 330 Hämmel, 167 Schafe, 1600 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mk., Hämmel 30 bis 52; Schafe 20 bis 42; Schweine 49,50 bis 58,50 Mk. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig. Weitere Sortierung des Kleinwohnunasbaues. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Als wirksames und unentbehrliches Mittel zur Beschaffunader Zweiten Hypotheken für den Woh- nungsbau haben sich die Reichsbürgschaf- t e n erwiesen. Nach dem Stand vom Ende November 1938 sind bisher durch die Wirtschaftsausschüsse Reichsbürgschaften in Höhe von rund 694 Mill. RM. bewilligt worden. Das bedeutet die Förderung des Baues von rund 378 000 Wohnungen mit einem Bauwert (ohne Grund und Boden) von rund 2,4 Milliarden RM. Aus den mitgeteilten Zahlen ergibt sich, daß der zuletzt durch die Verordnung vom 4. Oktober 1937 auf 700 Mill. RM. festgesetzte Höchstbetrag für die Reichsbürgschaften nahezu erschöpft ist. Da der Reichsarbeitsminister die Fortführung der Maßnahme im Interesse des Kleinwohnungsbaues für unbedingt notwendig hält, hat er beim Reichsfinanzminister die Erhöhung des Bürgschaftsbetrages um 200 Millionen R M. angeregt. Der Reichsfinanzminister hat dieser Anregung entsprochen und den bisherigen Höchstbetrag von 700 Mill. RM. auf 900 Mill. RM. erhöht. SWferfwi*/ Von der Rückseite des im Nordseegebiet liegenden Tiefdruckwirbels wird Meeresluft aus arktischen Gebieten auf das Festland verfrachtet. Sie wärmt sich auf ihrem langen Wege über dem Atlantik in ihren unteren Schichten wieder etwas an, bringt jedoch in der Höhe fortschreitende Abkühlung. Die Niederschläge bestehen daher wieder aus Schnee, die Temperaturen werden in den Niederungen sich vorerst bei Null halten. Vorhersage für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung mit wiederholten meist schauerartigen Niederschlägen (im Gebirge Schnee), Temperaturen in den Niederungen um Null, auf den Bergen Dauerfrost, lebhafte westliche bis nordwestliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, doch unbeständig, fortschreitende Abkühlung. Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 4,1 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 3. Januar: morgens 1,6 Grad. Maximum 5,3 Grad, Minimum heute nacht 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Januar: abends 0 Grad; am 3. Januar: morgens 0 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 0,5 Stunden. Winlerfporl'LVetterberichl. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Starker Schneefall, — 3 Grad, Gesamtschneehöhe 30 cm,. Neuschnee 2 cm, Pulverschnee: Schi und Rodel gut. — Hoherodskopf: Starker Schneefall, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee 2 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel gut bis sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, vereist; Schi gut, Rodel mäßig. Sauerland. Langenberg: Schneefall, — 3 Grad, Gesamtschneehöhe 40 cm, Neuschnee 2 cm, verharscht, Schi und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Schneefall, — 2 Grad, Gefamtschneehöhe 25 cm, Neuschnee 1 cm, verharscht; Schi und Rodel mäßig. — Großer Feld» berg: Schneefall, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 28 cm, Neuschnee 3 cm, verharscht, Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 80 cm, Neuschnee 10 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. Auf den Bergen bleiben Dauer fräste erhalten. Mit weiterem Schneefall kann gerechnet werden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriok; für'ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitütsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Die MW »IW Berufserziehungswerk Uebungsstätte Gießen Wir beginnen mit folgenden Berufserziehungsmaßnahmen: a) Kurzschrift und Maschineschreiben: Beginn: 9. und 10. Januar 1939 Gebühren: Dauer: Gehilfen Lehrlinge Kurzschrift I (Anfänger) ,.. 20 Dovv.-Std. Kurzschrift II <60-100 Si.). 20 „ * Kurzschrift III (Eilschrift, Einführung)...........20 « * Maschineschreiben I (Anfg.) 20 MaschineschreibenII(Fortg.) 20 b) Der Deutsche Handel: Buchführung I (Anfänger). 20 Dovv.-Std. Kaufm. Rechnen 1........20 „ „ Plakatschrift I (Anfänger).. 15 „ „ Plakatschrift II (Fortgeschr.) 10 ## „ Englisch I (Anfänger).....20 „ „ Arbeitsgemeinschaft (Engl.) 25 n w ArbeitsgemeinschastlFranz.) 25 „ „ Textilrohstoffkunde........10 „ „ 8.— 10.—- 10.— 8.— 8.— 8.— 6.— 10.— (Einmalig 3.20, monatl. RM. 1- 8 — 8.— 8.— 6 — 6 — 6.— 4.50 7.50 5.— 8 — 8 — 5.—1 F.— c) Eisen und Metall: Elementare Mathematik... 20 Dovv.-Std. 8.— 6.— Vorbereitung auf dieMeister- vrufung für Facharbeiter tm Maschinenbau, Stufe I ... 50 Dovv.-Std. 25.— Zu sämtlichen Lehrgemeinschasten muß die Anmeldung umgehend schriftlich und versönlick auf der Dienststelle der DAF., Abteilung Berusserziehung und Betriebsführung, Greßen, Schanzenstraße 18, vorgenommen werden. Für Teilnehmer mit oder aus kinderreichen Familien werden besoud. Ermäßigungen gewährt (Nachweis!). Zu den obigen Gebühren kommenieweüs RM. -.20 Einschreibegebühr."' «d Großer geräumiger LADEN in bester Geschäftslage 3um iJlocU 1939]uu ecmieten Schriftliche Angebote unt. 018 an den Gießener Anzeiger erb. leine Zeugnisse in Urschrift ivvbern nin Zeugnt»- abichriften dem Be- werbLngsichretven bei* «egen - Lichtbilder unoBewerblmgsunter- ^gen müllen zur Ber- meiöung oon Setiuften an| der Siüchette Wo. Vermietungen 3-Zimmer-WobD. 8?-3NMl' DvUWg Bismarckstr.44 v. zum 1. Avril zu vermieten. 3 Kunstlaufen ihren Höhepunkt. Am kommenden Wochenende stehen im Berliner Sportpalast dre , Meisterschaften für Paare und Manner äurEnt- scheidung und eine Woche spater treffen fuf) die Frauen im Krefelder Hindenburg-Eisstadion zum Titelkampf. Die Berliner Eissporttage im ; werden am Freitag mit der Paarlau!-Meisterschaft eingeleitet. Dieser ‘ Wettbewerb feiert em kleines Jubiläum, handelt es sich doch hier um die 25. deutsche Meisterschaft Titelverteidiger sind unsere Weltmeister und Olympiasieger M a x e Herber/Ernst Baier vom Berliner Schlittschuh-Club, die die besten Aussichten haben erneut J Meisterehren zu kommen. Als ll)re , schärfsten Widersacher haben die Wiener Geschwister I l s e und Erik Pausin zu gelten, die m den letzten Wochen bewiesen haben, daß sie ebenfalls in bester ^orm sind. Zu diesen beiden Spitzenpaaren ge- Men sch vier weitere Paare, und zwar Koch/ Noack (Berlin), das neue bayerische Mersterpaar Schmidt/Rambold (München) das Europa- meü'terpaar im Rollschuhkunstläufen Lauer/ Waldeck (Dortmund) und Not h / W>a l t er von Vorteil fedie technischen Betriebe, wie beispielsweise da^ktrizitätswerk, könnten besonders den Großabnckrn eine Preisherabsetzung m den letzten Jahren fahren; feit 1932 ist der Verbrauch von rund 1 ? .100 Kilowatt auf rund 4163 000 Kilowatt in Werften adft Monaten des Jahres 1938 bereits liegen. Die Wasserfrage war von jeher ein Sch chnskind der Stadtverwaltung. An einen günstigen Stand. , r. EÖ Allendörf a. d.Lda., 2. Jan. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete unter Mitwirkung der Kreiskapelle Wetterau einen wohlgelungenen Konzertabend, dessen Gesamtleitung in Händen des Dereinsdirigenten Nicolai lag. Nach einem Begrüßungsmarsch hieß Vereins- führer D ö l l die Besucher willkommen. Die musika- ! lischen und gesanglichen Darbietungen fanden reichen Beifall. Eine der Darbietungen (Radetzky- Marsch) mit Chor- und Ordjefterbegleitung gefiel so gut, daß sie wiederholt werden wußte. Der Abend '^FÜH^s zu ein'er''von der NSDAP. L Steinbach, 3. Jan. Am heutigen 3. Januar ge °b°n 1 feiert der Schneidermeister Philipp Pitz I- m kor-!Leibe perlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 7 6. ® e«I .•< b u r t s t a g. Die Gesundheit des alten Herrn ist nod) und Kreisfuhrer teil, so gut, daß er seinen Berus noch ausüben kann, Deutschland - ^UgostawleN. KÄ ÄS“ iÄ fcSK, w»™» S WW" W ■m'BÄK.SSSLL8KöSrÄS»a£«s (ar ist seit 13 Jahren verwitwet und lebt im Hause deutsch-jugoslawischen ^ußb°llanderkampf em er -- utzba i-l»e Ätsherrnsitzung statt, m „ . _ meiftefer M schel einen Ve rw al tu ngs- wünsche, ^eristvomlahre 1938 gab. Er stellte u.a.' 5 unftrefetabt in stetiger Aufwartsentwick- " T die sich zunächst in der Ver- -tadt ausdrücke. Das Kapitalver- muq«|Ci pu 33 um mehr als die Hälfte ver- ftärttlie Schenlast erfreulicherweise von rund 137610 Mar! st 770 000 Mark gesenkt worden. Die g lauten s tischen Projekte, wie die neue Ju- qenbwberge, Bau für das Ernährungshilfswerk ie Errii ng eines Ehrenmales, die Schaffung'des Schlnmbades und großen Sportfeldes, die Äichtung res Httler-Jugendheimes, die Er- weiteyngsbaut der unzulänglichen Leichenhalle unb ds beeng! Friedhofes fowie die Erbauung | eines loftamtelnö die Erweiterung der itadtifchen Turnkille werf in nächster Zeit in Angriff ge» twmmh werdeküssen. Die geplante Vergrößerung der Stdtrandslung wurde einstweilen durch Be- reitftel mg vonauplätzen an Bauluftige zu bevor- —Bedingen gefördert. Die private Bau- ■ war vrend des ganzen Jahres befriedi- ^esondeSorge bereite das Verkehrswesen, H der Verschönerung unserer Stra- ihn und Vorgärten unter Mitwir- ..Zum Schwanen' ihre Jahresschlutzverfamnuung ab. Der Vorsitzei^e Heinrich Dogel leitete die Zusammenkunft jer seitherige Schafhirte ferner wurde auch ür das kommende Jahr wiede verpflichtet C wurde ihm ein Mehrpreis von ltv ______ daß am Neujahrstag das ®itner S dttheater in Heuchelheim ein gibt, as ftd) stets großer Beliebtheit! Auch t smal war die Turnhalle wieder ; fo b< die Künstler und Künstlerinnen ' it s vor 700 Zuschauern spielen Währung kam die Operette „Die ' jm Franz Löh ar. Die Darbietung roürbhit gro§n Beifall ausgenommen. So hat tung dj Stadttheaters vielen Heuchel- des idtcheai Jan. Unser Mitbürger, der Landwirt Heinrich Weller XL, Kirchstraße 36, wird am 4.3anu r 8 0 Jahre alt ^err 2ßcf.. wohlauf. Wir gratulieren herzlich. , , 2.Jan. Die hiesige Schafe- t hielt in der Gastwirtschaft ' ihre Jahresschlußversammlung mal war der Brand in dem Flügel entstanden, WS sich die Büros der Krankenhäuser befinden. Als die Feuerwehr erschien, stand bereits )er ganze Flügel in Flammen. Es gelang schließlich der Feuerwehr, der Flammen Herr zu werden, doci sind das zweite und dritte Stockwerk vollkommen ousgebrannt. Die Brandursache ist noch nicht festgestcllt worden. Tod eines Fährmannes. Der Fährmann Faß in St. Goar, der den Fährbetrieb mit St. Goarshausei', unterhält und die von Kcrub mit Talschleppzugen kommenden Lotsen an Land bringt, kam an Silvester zu Tode. Faß wollte einen Lotsen eines Rcdschleppdampsers an Land holen und fuhr mit einer Schaluppe an den Dampfer. Nachdem der Lotse thernommen-war, geriet die Schaluppe unter der Radkasten des Schleppers und schlug um. Der Lotse konnte sich an einem Anker des Schleppdampfers festhalten und retten. Fährmann Faß geriet unter den Schleppzug und ertrank. Die Laiche konnte noch nicht geborgen werden. wilde Schwäne als Vorboten «euer Kälte? Die Pariser, die die Wirkung der letzten Kältewelle noch in den Knochen spüren, haben nicht ohne Zähneklappern die Kunde vom Austauchen milder Schwäne an der französischen Atlantikküste zur Kenntnis genommen. Das Erscheinen der sonst hoch im Norden nistenden wilden Schivine an den Gestaden des Atlantischen Ozeans alt nämlich für Fischer und Landvolk jenes Küstensrichs als Beweis für einen besonders strengen Wint/r. Die tapfere kapitänsvchter. Die „Smaragd", die zu Beginn der Weihnachtswoche von dem amerikanischen' Käsen Norfolk die Rückfahrt nach Norwegen angetreten hatte, wurde auf bisher unerklärlicher Weise plötzlich leck. Die Tag und Nacht gegen die in den Schiffsraum eindringenden Wassermassen kämpende Besatzung war am Ende ihres Mutes, als )te Pumpen versagten und die letzte Verbindung mit der Außenwelt, der einzige Bordsender, unüauchbar wurde. Die ins Meer gesetzten RettungebPte verschwanden in den entfesselten Fluten; Zchiff und Besatzung schienen dem sicheren Urlejgang geweiht. Nur eine verlor die Hoffnung niht die siebzehnjährige Tochter des Kapitäns, welche die i)ir Verzweiflung nahe Mannschaft durch Äs Singen von Weihnachtsliedern immer wieder siltKamp' gegen Kapitänstochter bald die Runde mannskneipen machte. der tapferen n allen See- die wütenden Elemente anspornte. Nach fast einwöchiger Odyssee wurde die BesatzuP der sinkenden „Smaragd" durch die Besatzung eines amerikanischen Frachtdampfers gerette.'t ijb nach Brook- lin gebracht, wo die Geschichte vi Aus aller Welt. Zahlen derMtonsierung 1938. Twn unserer Berliner Schristleitung. 3m Jahre 1938 haben gewisse Schwierigkeiten in der Bereitstellung der Rohstoffe für die Herstellung von Kraftfahrzeugen und deren Ersatzteile fort- loufend bestanden. Gleichwohl darf man feststellen, daß nach wie vor der deutsche Kraftfahrzeugbestand sich in ständig aufsteigender Linie auch im abgelau- senen Jahre bewegt hat. Auf dem Markt herrscht ein ausgesprochener Hunger nach Kraftfahrzeugen, wie er kaum je in der größten Blütezeit der Wirtschaft der legten Jahrzehnte bestanden hat. Dies zeigt sich in den langen Lieferfristen. — Ein besonders dringender Bedarf besteht an Nutzkraftwagen. Der Kraftfahrzeugbestand zeigt nach amtlicher Angabe folgende Entwicklung: Die Gesamtzahl aller Kraftfahrzeuge (einschl. Krafträder) ohne Oesterreich und die suüetendeut- schen Gebiete stieg von 2,95 Millionen auf 3,37 Millionen; mit Oesterreich zusammen war am 30. September 1938 der Bestand 3,5 Millionen. Im Jahre 1933 lag der Gesamtbestand im Altreich bei 1,68 Millionen. Die Zahl der Personenkraftwagen — auch ohne Oesterreich und die sudetendeutschen Gebiete — stieg von 1,16 Millionen auf 1,32 Millionen. Nach wie vor steht beim Personenkraftwagen der Kleinwagen bis 2 Liter Hubraum im Vordergrund, der über 80 v. H. des Bestandes ausmacht. Die Zahl der Krafträder im Altreich ist von 1,39 Millionen auf 1,58 Millionen, d. h. ebenfalls um rund 14 o. H. gestiegen. Der Lastkraftwagenbestand erreichte im Alt- roich am 30. September die Zahl von 396 000. Von dem Bestand haben ebenso wie im Vorjahr 46 v. H. eine Nutzlast bis zu einer Tonne. Das Jahr 1938 brachte eine ungewöhnlich starke Vermehrung der Zugmaschinen und Sattelschlepper. Ihre Zahl stieg von rund 43 000 auf rund 60 000, also um fast 40 v. H. Hierbei handelt es sich nur um die Zugmaschinen und Sattelschlepper, die zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen zugelassen sind. Die Motorisierung des Verkehrs in der Ostmark und in den s u d e t e n d e u t s ch e n Gebieten liegt gegenüber dem Altreich noch weit zurück. Es heißt hier in kurzer Zeit die Zahl der Kraftfahrzeuge, die in diesen Gebieten gegenüber 1933 nur unwesentlich angestiegen ist, auf den Stand des Altreichs zu bringen. Beispielsweise kamen im Altreich am 1. Juli 1938 auf 21 Einwohner ein Kraftfahrzeug und in Oesterreich erst auf 55 Einwohner. Der Rückstand, den Deutschland im Lastwagen- und Omnibusbestand gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich besitzt, ist noch nicht ausgeglichen. Während in Großbritannien der Lastkraftwagenbestand rund 24 v. H. und in Frankreich 25 v. H. des Gesamtkraftwagenbestands ausmacht, betrug der gleiche Anteil in Deutschland erst rund 17 v. H. Der Wert des Gesamtabsatzes an Kraftfahrzeugen belief sich in den ersten 9 Monaten des Jahres 1938 auf 999 Millionen Reichsmark. Dies bedeutet gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres eine Steigerung von r u n d 6 v. H. Der Auslandsabsatz hatte einen Wert von 136 Millionen Reichsmark gegenüber 129 Millionen Reichsmark in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Unverantwortliche Schießerei in der Neujahrsnacht fordert ein Todesopfer. In der Neujahrsnacht ereignete sich in Kassel ein tödlicher Unfall. Mehrere junge Leute standen auf der Straße und gratulierten sich zum neuen Jahr. Plötzlich sank der 15 Jahre alte Bierwirth durch einen Schuß tödlich getroffen zu Boden. Nachdem er von feinen Begleitern in einen Hauckflur getragen worden war, wurde festgestellt, daß Bierwirth einen Schuß in den Nacken erhalten hatte. Beim Absuchen des Tatortes wurde eine Patronenhülse Kaliber 7,65 Millimeter gefunden, bald auch der. Besitzer der Pistole ermittelt und festgenommen. Bei seiner Vernehmung hat dieser eingestanden, zu der fraglichen Zeit drei bis vier Schüsse in Richtung des Tatortes von seiner Wohnung aus abgegeben zu haben. Durch Einatmen von Kohlenoxydgas erstickt. In Danzig sind der 13 jährige Arno Lange und fein 18 jähriger Bruder Heinz, die in einem Dachzimmer schliefen, durch Einatmen von Kohlenoxydgas erstickt. Die beiden Brüder hatten am Abend zuvor einen eisernen Ofen geheizt, aus dem während der Nacht das tödliche Gas entwich. Der Unfall wurde vom Vater der beiden Jungen bemerkt, der am Morgen von der Arbeit nach Hause kam. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Tod in der Lawine. Am Neujahrsmorgen ereignete sich in den Bergen des Kleinen St. Bernhard das erste tödliche Lawinenunglück dieses Winters in den italienischen Alpen, dem der in italienischen Touristenkreisen sehr bekannte Bergsteiger und Schifahrer Edmondo Defeyes aus Aosta zum Opfer fiel. Defeyes wurde mit zwei Begleitern auf dem Wege zum St. Bernhardhospitz von einer Lawine überrascht. Während sich die beiden Begleiter verhältnismäßig leicht befreien konnten, blieb Defeyes selbst zunächst unter den Schneemassen begraben. Trotz sofortiger Hilfe mehrerer Schiläufer konnte er nur tot geborgen werden. * Zwei Schiläufer aus Stuttgart, die Brüder Heinrich und Hans W e z g e r, wurden am Nordosthang des Kriegerhorns im Arlberg von einer Lawine verschüttet. Bereits nach 8A Stunden wurden die Verschütteten geborgen. Wiederbelebungsversuche waren jedoch erfolglos. — Mit zwei Stuttgarter Freunden hatten die Brüder Mezger ohne Führer den Aufstieg auf das Kriegerhorn unternommen. Für die Abfahrt wählten sie einen sehr steilen Hang, obwohl ihnen bekannt war, daß Hänge dieser Art wegen der drohenden Lawinengefahr zu meiden sind. Plötzlich löste sich von oben eine größere Lawine, welche drei der Schifahrer erfaßte. Der vierte hatte das Glück, außerhalb des breiten Lawinenfeldes zu landen. Während sich einer der Verschütteten mit eigener Kraft herausarbeiten konnte, lagen die Brüder Mezger so tief, daß ihnen die Rettung mit eigener Hilfe nicht möglich war. Tödlicher Unfall eines indischen Studenten im Erzgebirge. Am Neujahrsmorgen wurde am Ortsausgang von Oberwiesenthal im Erzgebirge der 24 Jahre alte Inder Ram Ditta Budhiraja aus Chund (Bri- tifch-Jndien), der zuletzt in Leipzig studiert hat, von Wintersportlern lebl.os aufgefunden. Der indische Student hatte gegen Morgen vom Fichtelberg, wo er im Fichtelberghaus Silvester gefeiert hatte, den Rückweg nach Oberwiesenthal angetreten, nachdem?r nur eine Tasse Kaffee zu sich genommen hatte. Der mühevolle nächtliche Weg durch den tiefen Schnee muß den jungen Inder, der verhältnismäßig leicht bekleidet war, so stark erschöpft haben, daß er wenige Meter vor den ersten Häusern von Oberwiesenthal zusammengebrochen ist. Mehrstündige Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg; der Arzt stellte als Todesursache Erschöpfung fest. Eisenbahnunfall bei Bilbao fordert sieben Todesopfer. Bei Castro Urdiales, in der Nähe von Bilbao, hat sich ein Eisenbahnunfall zugetragen. Ein vollbesetzter Eisenbahnwagen löste sich aus bisher noch ungeklärter Ursache von dem übrigen Zuge, sprang aus den Schienen und stürzte einen Abhang hinunter. Sieben Personen wurden getötet und zwanzig zum Teil erheblich verletzt. Großfeuer in Bukarest. In Bukarest wurde das Palais Eforia in einer der Hauptverkehrsstraßen von einem Großfeuer heimgesucht. In diesem Gebäude befinden sich die städtischen Büros der Krankenhäuser mit der Zentralapotheke, die zahlreiche Explosionsmaterial enthält. Ferner ist in dem Palais das größte Lichtspieltheater der Hauptstadt untergebracht, das erst vor Jahresfrist von einem furchtbaren Brandunglück heimgesucht wurde, bei dem es viele Tote gab. Dies- W1IB............ ................■HIHI Hl I Nachruf. Die trauernden Hinterbliebenen mit RM. 000. 38D Kinzenbach, Atzbach, Dorlar, den 2. Januar 1939. WERBE Die Beerdigung findet Mittwoch, 4. Januar, nachmittags 3% Uhr statt. Uhr, versteig. i 22D weg (Verkanfsr m v.Hartmetz) bzw. an Ort u. gäbe int Berste zwangsweise ge n bar irornobel,Näh- Haus-, Laden-u im 88. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen itrinen, Sofas,Tische Bufetts. Gießen, den 3. Januar 1939. u.Schreibiuasch.,: ein.Pvst.Mäntel, Familie Familie Familie Familie Familie Familie Familie Familie Methode, außerdem dsi ruch und Eeschckack sei Mittwoch, den 4.Januar 1939, verkaufe ich Neuenweg 28 (Eingang durch den vor) folgendes; Schreibtische, Mir. Kleiderschr., jicrt Kein üblerGe- Aufklärungsschrift stletneAnzeigen im (Siebener Anzeiger werden von Tauienden beacbtet und aeleien der, Bücher, Schrti federhalter, Rechä- maschinen,Bürste' Besen, 1 Warensc i menlenschrank. Adalbert Mandler Ewald Betzenberger« Am Neujahrstage verschied plötzlich und unerwartet unser Gefolgschaftsmitglied, der kaufmännische Lehrling Heinrich Wagner Heinrich Dech Heinrich Seibert August Dapper Karl Römer Karl Becker. Wieseck, Watzenborn-Steinberg, Gleiberg, den 3. Januar 1939. ,! ldios,Klaviere, oiturne u.Klei- dutennl., Füll- - u. Adressier- Pinsel, Körbe, ank, 1 Jnstru- 320 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen H. Faulstich, Metzgermeister. Mit otan Außen Drei Jungen und ein Mädel cn'becken ihre Waldheimat. Von Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Berrnühler Verlag Berlin - Lichterfelde Heute Montag ll*/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Daniel Oswald, Landwirt Küchenschr., Kommoden, Sekretär, Betten, Auflegekeil, Deckbetten,Trumeauspieg., Spiegelglas, Wanduhren,2 5rindersport- magen (gut erhalten), 2 Oefen, Sessel, 1 Drückkarren u.v.a. Verkauf bestimmt. 23D £. Hartmeh, Neuenweg 181. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Oswald Familie Karl Seibert Familie Heinrich Kolb Familie Gustav Weller Wwe. telle, Bekannt- erungs-Lokal, Frau Elisabeth Mandler, geb. Mandler im 64. Lebensjahr Wieseck, den 3. Januar 1039. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Wagengasse 9, aus statt. __30D Das Gebiß wird buch Äutibent vollkommen sauber, viel saubere als mit der bisherige» Gestern abend 9 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Todesanzeige. Am Sonntag, dem 1., und Montag, dem 2. Januar 1939, entschliefen sanft nach kurzem schweren Leiden plötzlich und unerwartet unsere lieben Eltern, Schwiegereltern und Großeltern, unser lieber Bruder und Schwager, und unsere liebe Schwägerin Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Textilhaus Graf, Gießen Marktstraße 4—8. * Nachruf. Am 31. Dezember 19.38 ist unser lieber Gardekamerad Wilhelm Beutel nach schwerem Leiden aus dem Leben geschieden. Die Gardekameradschaft verliert in ihm einen treuen Kameraden. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 28D lardekameradsclialtGieheöiniNS.Kriefierbnnil. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unserer Wir alle bedauern außerordentlich den Heimgang dieses viel zu früh unseren Reihen entrissenen jungen Menschen, der stets ein Muster von Pflichterfüllung war, und dessen Leistungen und ehrlicher Wille zu allerbesten Hoffnungen ^rechtig- ten. Sein Andenken wird in uns fortleben. ohne BürsraC schnell saubeip. gl Man löst etwasKukidi',» K Pulver in Wasser h| H und legt das Gebiß ü>ft Nacht hinein^ MorgnS. spült man das Gebiß tttj Alker der Wasserleitung b.jhp;: Frau K. Faulstich, geb. Heger sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. Helmuth Schmidt aus Klein-Linden. Kohlen Koks Briketts Eiform HappelS Go. Kl.Mühlgasse 4u.E Ruf 3925 Hämorrhoiden sind lästig! Hv Verlangen Sie portofrei Gratisprobe „Anuvalin“ Anuvalinfabrik Berlin SW 61 / A 208 Herr Ludwig Mandler, Landwirt im 72. Lebensjahr. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Januar, nachmittags 2% Uhr. vom Sterbehause Wieseck, Möserstraße 17, aus statt. " 29D Marie Dapper Witwe, geb. Nahrgang im 75. Lebensjahr. C ’ÜCKSACHEN rühl. Gießen Bittorf, Gl chtsvollzieher. Mittwoch, beit 4. anuar, mittags dahier Neuen- nn ausbausäÜ! m Geschäft. Ausführliche Arsc ote unter 24D an den Gietzenel uzeiger erbet. I Empfehlungen | Pelzwaren Pelz-Reparata billig. I 5609° M. Lieblet Kreuzplatz 2. Familiendrucksacher Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. ’ kostenlos. Kukirol-Fürr, Berlin-Lichterfelde.. Erfahrener ftmftiuut sucht tätige Beteiligung Mi die V- r € $ ,'k i T | 1 MüniulfsÄbttio SOFORTIGER GEWINNENTSCHEID £ M.F ,, "'•Ase -> ::‘s-j