Donnerstag, 189. Jahrgang Nr. 257 Erstes Statt II I Starker Widerhall der Molotow-Rede Die wahren Kriegsziele der WestinWe entlarvt Oie Moskauer presse unterstreicht die Argumente Molotows. Auf ein Telegramm der Gauleiter Koch und Forster hat der Führer geantwortet: „Den im Großen Remter der Marienburg versammelten Vertretern Ost- und Westpreußens danke ich für die mir telegraphisch übermittelten Treuegrüße. Ich erwidere sie herzlich in der zuversichtlichsten Hoffnung, daß die mit dem Reich nunmehr wiedervereinigte deutsche Provinz Westpreußen als Reichsgau Danzig zusammen mit den übrigen Gauen des deutschen Ostens einer stolzen und glücklichen Zukunft entgegengeht." und Gases wieder deutsche Ordnung und Sauberkeit, die Tischtücher sind nicht mehr wie ehedem mit Flecken übersät. Kleine Dinge des Alltags zwar, aber charakteristisch für die neue Zeit, die nun herangebrochen ist. Nach Bromberg, meiner eigenen Heimat, komme ich mit einer gewissen inneren Beklemmung, wie werde ich die liebe alte Brahestadt, wie die vielen Freunde, die an dem furchtbaren Blutsonntag so schreckliches erduldeten, wiedersinden? Meine Beklemmung weicht ehrlicher Freude über die Mannhaftigkeit, mit der sich die volksdeutsche Bevölkerung über die entsetzlichen Leiden hinwegsetzte, über die vorbildliche Energie, mit der die alten Bromberger wieder an das Aufbauwerk herangegangen sind. Hand in Hand wirken und schaffen sie mit den deutschen Behörden, deren Zielsetzung einem ehrliche Bewunderung abnötigt. Schon sind Pläne für ein neues Rathaus und ein großes Kreis- haus der NSDAP, ausgearbeitet, schon ist Moskau, 1. Nov. (DNB.) Die Rede Molotows beherrscht das Bild der Sowjetpresse. „Prawda" stellt das erneute Bekenntnis der Sowjetregierung zur Politik der Freundschaft mitdem Deutschen Reich, als den eigentlichen Wendepunkt der jüngsten Geschichte Europas, in den Vordergrund und betont, daß die Molotow-Rede eine eindeutige Verurteilung der Kriegspolitik der Westmächte bedeute. .Hswestija" sagt: „Mit tödlichem Sarkasmus" habe der Regierungschef die wahren Kriegsziele der We st möchte entlarvt, die — unter der „demokratischen" Maske und unter der verbrecherischen Losung einer „Vernichtung des Hitlerismus" — nichts anderes erstrebten, als die Weltherrschaft und die un- gau Danzig heimkehre, mit der Provinz Ostpreußen verbunden gewesen. Gauleiter Koch habe seit elf Jahren seine ganze Energie eingesetzt, um dieses Land für den Nationalsozialismus zu gewinnen. Auch was wirtschaftlich hier errungen sei, sei das Wert des Gauleiters Koch, dem er für seine Arbeit danke. Er, Forster, habe den Wunsch, daß auch die fünf neuen Kreise mitarbeiteten an der großen Aufgabe, die der Führer gestellt habe, das alte deutsche westpreußische Land wieder rein deutsch zu machen und zu deutscher Blüte zu führen. Ein besonderes Wort widmete der Reichsstatthalter der Marienburg. Das Ordensschloß sei nicht die Burg des Reichsgaues Danzig oder die Burg der Provinz O st p r e u ß e n. Es sei die Burg des deutschen Ostens und werde dies ewig bleiben. Die Marienburg gehöre beiden Gauen. Die beiden Gauleiter seien verantwortlich, daß sie immer bas Wahrzeichen des Ostens bleibe und niemals in Gefahr komme, an der. Grenze des Reiches einem fremden Lande gegenüberzustehen. In diesem Sinne nehme er den ehemaligen Regierungsbezirk Westpreußen in den Reichsgau Danzig auf. äußeren Einfluß alles mögliche getan, um eine Lösung zu finden, wobei die russischen Interessen in bezug auf die Sicherheit Leningrads . beachtet werben. Finnland verlasse sich darauf, daß die Sowjetunion den finnisch-russischen Nichtangriffspakt respektieren wolle, der bis Ende 1945 gültig sei. Der Beginn der neuen finnisch-russischen Verhandlungen in Moskau ist auf Donnerstag abend angesetzt, da Paasikioi am Vormittag neue In» struktionen seiner Regierung erwartet. Diese neuen Weisungen bedeuteten aber, wie man in Helsinki versichert, nicht, daß Finnland seine bereits in einem umfangreichen Dokument zusammengefaßten Gegenvorschläge der russischen Regierung vorenthalten wird. Im Gegenteil seien diese Vorschläge schon auf Grund der Kenntnis der von Molotow angekündigten Forderungen aufgestellt Weflpreußen in den Reichsgau Danzig übernommen genierte Ausbeutung ihrer gewaltigen Kolonialreiche. In ironischen Wendungen behandelt das Blatt auch den Rooseveltfchen Schritt bezüglich Finnland. Die Sowjetregierung habe diesem Einmischungsversuch des amerikanischen Präsidenten die richtige Antwort erteilt. pariser Enttäuschung. Paris, 1. Nov. (Europapreß.) Die Rede des russischen Außenkommissars war in Paris mit Spannung erwartet worden. Aus den Blättern ist deutlich die Enttäuschung über die ablehnende Haltung gegenüber den Westmächten und die günstige Einstellung zu Deutschland ersichtlich. nicht zu enden verstanden, daß wir grausam enttäuscht wurden und nicht die Welt für die Demokratie retteten, sondern nur Blutopfer brachten und uneinbringliche Forderungen ernteten, daß man uns nicht einmal Dankbarkeit zeigte, daß unser einziger Gewinn diese schlechte Erfahrung war und daß wir uns selbst zuzuschreiben haben, wenn wir aus dieser Erfahrung nicht lernen, und daß wir der Menschheit, wenn der Friede kommt, einen großen Dienst nur dann erweisen können, wenn wir uns selbst von diesem Kriege fernhalten." Zinnland zu den Verhandlungen mit Moskau. Gro^e Neachtung in WA. Washington, 1. Nov. (DNB.) Die Rede Molotows machte einen starken Eindruck. Besonders günstig wirkte sein klares Bekenntnis zur Freundschaft mit Deutschland und seine scharfe Ablehnung der Haltung Frankreichs und ' Englands, obwohl beide offiziell erklärt hatten, sie hielten die Besetzung Ostpolens durch Rußland für gerechtfertigt. Wohl nichts hat der englischen Sache m den letzten Wochen hier mehr geschadet als dieser heuchlerische Versuch, zwischen der deutschen und der russischen Besetzung Polens zu unterscheiden, denn in Amerika, wo weite Kreise wirklich geglaubt haben, daß England eine Art „heiligen Krieg gegen den Angreifer" führe und daß es bereit sei, feine Söhne für Polens Unabhängigkeit zu dpfern, war man entsetzt, als sich herausstellte, daß Chamberlain und Genossen bereit waren, einen großen Teil dieses polnischen Landes freizugeben, nur um einen Keil zwischen Deutschland und Rußland zu treiben. In politischen Karikaturen wurde trotz der sonst allgemein antideutschen Einstellung diese Doppelzüngigkeit Englands scharf gegeißelt. Um so stärker wirkte der Passus der Molotow-Rede, der deutlich zeigte, daß Moskau sich durch derartige Tricks nicht von England düpieren läßt. Weniger gut wirkte seine Kritik an der amerikanischen Neutralitätsgesetzgebung, da Amerika sich nicht gern Vorschriften machen laßt. Daß seine . Ausführungen aber den vernünftigen Amerikanern aus der Seele gesprochen haben, zeigt der Leitartikel in sämtlichen Scripps-Howard- Blättern. Darin heißt es, „an diesem wichtiaen Wendepunkt sollten wir uns erneut klar machen, daß dies nicht unser Krieg ist, daß wir m den letzten Krieg gingen, weil wir Hysterie mit idealen Zielen verwechselten, daß wir in dieser Geistesverfassung uns in einen Kampf mischten, der seit Jahrhunderten in Europa vor sich geht — ein Kampf, den wir nicht begannen und den wir Reise ins befreite Gebiet. Erlebnisse eines alten Ostmärkers in Graudenz, Thorn und Bromberg. Marienburg, 1. November. (DNB.) Im Großen Remter der Marienburg erfolgte die feierliche Uebergabe der bisher zu O st Preußen gehörenden Teile der ehemaligen Provinz Westpreußen, des jetzigen Regierungsbezirkes Marienwerder, durch Gauleiter und Oberpräsident K o ch an den Gauleiter und Reichsstatthalter Forster. Damit wurde die parteimäßige und sta-atspolitische Einbeziehung dieses Gebietes in den Gau der NSDAP, und in den Reichsgau Danzig vollzogen. 20 Jahre lang sind die Kreise Elbing Stadt und Land, Marienburg, Marienwerder, Rosenberg und Stuhm von der Provinz Ostpreußen verwaltet worden. Als Regierungsbezirk Westpreußen wahrten sie die Tradition der zerrissenen und geraubten alten preußischen Provinz. Der älteste Kreisleiter im Gebiet des Regierungsbezirks Westpreußen richtete Abschiedsworte an Gauleiter Koch, dem er für die Hingabe und die Arbeit in diesem ©ebiet dankte und hieß den Gauleiter und Reichsstatthalter Forster als neuen Gauleiter willkommen. Als Regierungspräsident des ehemaligen Regierungsbezirks Westpreußen und jetzigen Regierungsbezirks Marienwerder verabschiedete sich ^-Oberführer von Keudell van dem bisherigen Gauleiter und Oberpräsidenten.. Nun übergab Gauleiter Koch den bisherigen Regierungsbezirk Westpreußen an den Reichsgau Danzig. Sodann sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Forster. Der Führer, so sagte er, dem allein die Befreiung der an Polen verloren gegangenen Gebiete zu verdanken sei, habe, entschieden, daß die alte preußische Provinz Westpreußen in dem Gewände d e s R e i ch s g a u e s Dan- z i g wieder erscheine. 20 Jahre lang sei dieser Teil der Provinz Westpreußen, der heute in den Reichs- 2. November 1939 Annahme von AnzrigeN für die Mittagsnummer ois8'/,Uhr des Vormittags Srundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Ie$t« anzeigen von 70mm Breite bORpf..Platzvorschrist nach vorh Dereinbg 25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemein« nutzige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Abrechnung mit den Kriegstreibern. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Außenkommissar Molotow, hat in scharfer und unzweideutiger Sprache mit den Westdemokratien abgerechnet, und diese Abrechnung ist überall sehr gut verstanden worden, auch in Washington und Neuyork. Wenn die Pariser Schreiberlinge glauben, diese Rede damit abtun zu tonnen, daß sie ihren Lesern erzählen, Rußland bliebe neutral und habe deshalb deutsche Hoffnungen zerstört, dann muß man doch sagen, daß soviel Einfältigkeit selbst das von der Pariser Presse sonst aufgebrachte Maß übersteigt. Denn bekanntlich war es gerade der Führer gewesen, der von vornherein dahin strebte. Den durch englische Schuld unvermeidlich gewordenen Konflikt wenigstens räumlich zu beschränken, und der deshalb gleich anfangs erklärte: „Wir fechten diesen Kampf allein durch." Im Gegensatz zu dieser verantwortungsbewußten Haltung stand die britische Methode, das Kriegsgebiet möglichst zu erweitern und recht viele Völker auf die Schlachtfelder zu schicken, weshalb es denn auch verständlich ist, daß man in London und Paris nicht das geringste Verständnis für die deutschrussischen Beziehungen aufzubringen vermag. Richtiger ist schon die Auffassung in weiten Kreisen der USA., wo man zunächst allen Ernstes daran geglaubt hatte, England träte wirklich für die Neuerrichtung des gesamten Polen ein und schon sehr bekümmert war, als England seine Garantie für Polen zweigeteilt hatte, wo man jetzt aber erkennen muß, daß auch diese Zwettellung nichts anderes ist als eine schillernde Seifenblase, die Sowjetrußland jetzt zum Platzen gebracht hat. Molotow hat mit Ernst und Nachdruck festgestellt, der völlige Umschwung der deutsch-russischen Beziehungen sei mit dem Ziel einer dauernden Freundschaft zwischen diesen beiden größten Staaten Europas erfolgt, Rußland brinfe dem Kampf Deutschlands gegen Versailles das tiefste Verständnis entgegen, denn ein starkes Deutschland sei „die unablässige Voraussetzung für den Frieden in Europa", und der Versuch der West- mächte, Deutschland ein zweites Versailles aufzu- erlegen, wäre gefährlich und könne diese Westmächte selbst ruinieren. Diesen Worten folgte die Feststellung, es sei ein geradezu verbrecherischer Vorsatz, die Staatsidee Hitlers auszurotten Das wirkliche Kriegsziel der Westmächte bestehe in der Behauptung ihrer Weltherrschaft, kurzum, im Imperialismus und in der weiteren Ausbeutung der Kolonialvölker. So viel Sätze, so viel Tatsachen. Das Bestreben der Sowjetunion ging, wie Molotow erklärte, darauf hinaus, friedliche Zu stände im Osten Europas herbeizuführen, den schwelenden Schutt von Versailles und die verpestende Wirkung, die von dem polnischen Unstaat als einem Herde des Völkerzwistes ausging, hinwegzuräumen. Deutschland seinerseits hat erklärt, es könne mtt fernen westlichen Gegnern allein fertig werden. Dagegen waren und sind es gerade die Entente-Mächte, die aus ihrem Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland einen Weltkrieg zu machen versuchen. Sie haben die Türkei zu sich hinübergezogen, und Molotow erklärte in eindringlichen Worten, ge- * rode durch die Bindung an die Westmächte habe die ...» 1.Nov. (PK.) Wer könnte wohl auf einer Reise durch das befreite west preußische und posenscde Land stärkere Eindrücke sammeln, als ein alter Ostmärker, der Land und Leute feit fünf Jahrzehnten kennt, dort gelebt und gewirkt hat, auch zu polnischer Zeit dort vorübergehend wellte und somit das Einst und Jetzt miteinander vergleichen kann? Kaum hat man im Kraftwagen die frühere polnische Grenze überschritten und ist einige Kilometer landeinwärts gefahren, so begegnet man allenthalben den Männern des Arbeitsdienstes, die teilweise mit modernsten Straßenbaumaschinen ausgerüstet am Werke sind, die Wunden zu heilen, die polnischer Schlendrian, aber auch der Krieg selbst den zu überwiegender Zahl von deutscher Hand gebauten Chausseen schlugen. Jeder Autofahrer weiß, was es zu polnischer Zeit bedeutete, auf die Landstraßen angewiesen zu sein, deren kläglicher Zustand einen krassen Gegensatz bildete zu den erstklassigen Autostraßen des Großdeutschen Reiches. Zwar gab es auch in Polen Männer, die diesen Mißstand erkannten und bei der Regierung die Bewilligung von Mitteln für Straßenverbesse- rungen durchsetzten, was aber mit diesen Geldern eigentlich gemacht wurde, bleibt ein Geheimnis, denn über dürftiges Flickwerk kam man nie recht hinaus. Eine der wichtigsten Aufgaben bildet gegenwärtig die Wiederherstellung der von den Polen bei Kriegsbeginn gesprengten Brücken, nicht nur der großen Weichsel brücken in Dir- schau, Graüdenz und Thorn, sondern vor allem auch der unzähligen kleineren und kleinsten Brücken, die polnischer Zerstörungswut zum Opfer fielen. Man hat deutscherseits diese so wichtige Aufgabe mit gewohnter Energie in die Hand genommen, nachdem man zunächst die erforderlichen Notbrücken unter Heranziehung von Eisendahnpio- nieren und Reichsavbeitsdienst ferttggestellt und damit den Verkehr wiederhergestellt hatte. Ein bleibendes Denkmal haben sich unsere deutschen Eisenbahnpioniere namentlich durch die vorbildlich schnelle Wiederherstellung der großen Dir schauer Eisenbahnbrücke gesetzt; war es doch auf diese Weise möglich, schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit den Eisenbahnverkehr nach Ostpreußen, der zunächst unterbrochen war, wie- derherzuftellen. Uebrigens hat die deutsche Verwaltung ihre Aufmerksamkeit auch schon der V e r k e h r s di s z i - p l i n zugewandt, einem Problem, das in jenen Gebieten zu polnischer Zeit in geradezu katastrophaler Weise vernachlässigt wurde. Namentlich die bäuerliche Bevölkerung leistete sich in dieser Hinsicht Unglaubliches. Selten nur begegnete man einem Fuhrwerk, das vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite einhielt, und außerdem fuhr man nachts ohne jede Beleuchtung, unnötig zu betonen, daß Autofahrer in der Dunkelheit stets größten Gefahren ausgesetzt waren. Auch mit diesem Schlendrian beginnt man jetzt energisch aufzuräumen, und sehr häufig begegnet man Polizeibeamten, die die Stra- ßenordnung kontrollieren, und jede Vorschrifts- Widrigkeit entsprechend bestrafen. Noch umfangreicher und gewaltiger sind die Aufg^en, die den deutschen Behörden in den größeren Städten entgegentreten. Man muß die Verhältnisse zu polnischer Zeit erlebt haben, um überhaupt den richtigen Maßstab anzulegen und die Bedeutung dessen würdigen zu können, was deutsches Organisationstalent in den wenigen Wochen, die feit der Besetzung erst vergangen sind, bereits vollbracht hat. Tag und Nacht sind unsere Beamten raftios an der Arbeit, um deutsche Zucht uitb Ordnung in die verfahrenen Verwaltungen zu bringen. Ganz zu schweigen von der so wichtigen Betreuung der volksdeutschen Bevölkerung, die ja nicht nur Schäden an Leib und Leben, sondern zum größten Teil auch stärkste wirtschaftliche Verluste durch den Krieg erlitten hatte. Was auf diesem Gebiete unsere NS.-Volks- wohlsahrt leistet, ist einfach erstaunlich. Wenn man als alter Ostmärker beispielsweise in die Stadt Graudenz kommt, so ist man erstaunt, daß diese alte Weichselfeste schon jetzt in vielem wieder an die gute deutsche Zeit erinnert. Das Wirtschaftsleben, das zu polnischer Zeit gerade dort sehr im Argen lag, beginnt sich wieder stark zu regen, und namentlich bie volksdeutschen Geschäftsleute, die polnischer Terror bis an den Rand des Ruins gebracht hatte, find trotz aller ausgeftanbenen Leiden schon wieder tatkräftig am Wiederaufbau ihrer Unternehmungen und Betriebe begriffen. In zahlreichen früher polnischen Geschäften und Hotels sind deutsche Treuhänder eingesetzt, die ihren ganzen Ehrgeiz daransetzen, die Spuren polnischer Mißwirtschaft zu beseitigen, eine Aufgabe, die mitunter wahrlich nicht leicht ist,. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Thorn, auf desien altem Rathausturm die Hakenkreuzfahne stolz im Winde weht. Diese schöne alte Stadt, die selbst als Sitz der Wojewodschaft und anderer Behörden wirtschaftlich sichtlich stark zurückgegangen war, beginnt sich gleichfalls wieder zu regen, und man muß schon großes Glück Haben, um dort ohne vorherige AnmeUuing überhaupt ein Hotelzimmer zu bekommen. In den volksdeutschen Geschäften stehen die Käufer-mitunter zu Reihen, eine schöne Entschädigung für die vielen Jahre des Darbens! An den Straßenkreuzungen find Verkehrspolizisten am Werk, um die noch zurückgebliebene polnische Bevölkerung zur Straßendisziplin zu erziehen. In der Breiten Straße, der Hauptverkehrsader der Stadt, reges Leben Und Treiben, wie man es zu polnischer Zeit kaum kannte. In den Gaststätten (Erld)ttni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$«Be3ugsprei$: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zenlsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firantfurt am Main 11686 man dabei, die alte Brücken st raße, einen heutigen Derkehrsverhältnissen nicht mehr gewachsenen Engpaß, durch Niederlegung einer Häuserreihe zu verbreitern, schon hat, um auch das kulturelle Leben neu zu befruchten, ein Ga st spiel des Danzi ° ger Staatstheaters, bei dem man Schillers Freiheitsdrama „Wilhelm Tell" spielte, stattgefunden, schon ist die NS.-Volkswohlfahrt für die leidenden Volksdeutschen tatkräftig eingesprungen und schon regen sich Handel und Wandel auf allen Gebieten. Unmöglich fast, an irgendeinen leitenden Beamten heranzukommen, einen früheren lieben Bekannten längere Zeit zu sprechen: alle sind mit Arbeit und Pflichten überlastet, aber niemand murrt darüber, im Gegenteil, man findet allenthalben nur restlose Begeisterung für das gemeinsame große Ziel, aus Bromberg wieder eine musterhafte deutsche Stadt zu machen, wie sie es einst gewesen. Dieser Arbeitswille ist allen Volksdeutschen gemeinsam, und um so bewundernswerter als die entsetzlichen Leidenswochen, die sie durchmachen mußten, erst so kurze Zeit zurückliegen. Aber diest ehrliche Haltung entspricht nun einmal zähem Ostmärkertum, das sich in der Geschichte stets durchgesetzt und sich slawischem Ueber- mut gegenüber stets zu behaupten gewußt hat. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Vrühlsche Universttättdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Helsinki, 1. Nov. (DNB.) Wie in hiesigen amtlichen Kreisen verlautet, haben die Erklärungen Molotows über Rußlands Vorschläge an Finnland eine neue Lag e geschaffen. Das finnische i worden. Außenministerium teilt mit, Finnland habe ohne I Türkei eine sehr ernste Entscheidung vorgenommen, denn Rußland habe im Sinne einer wirklichen Neutralitätspolitik die Sperrung der Dardanellen, also die Heraushaltung aus der Kriegszone angeregt, sei aber damit bei der Türkei nicht durchgedrungen. Wer also die Last des Krieges auf viele unschuldige und fremde Schultern verteilen will, ist klar. England ist der Haupttreiber, und wenn die Sowjetunion sich diesem höllischen Prinzip, andere für stch fechten zu lassen, widersetzt, dann geschieht das, wie Molotow ausdrücklich jagte, „entsprechend ihrer Freundschaftspolitik gegenüber dem Deutschen Reich, in keinem Falle auch nur die Möglichkeit eines Konfliktes zuzulassen." Deutlicher kann man wirklich nicht nach Paris, London und Ankara sprechen. Auch nicht nach Washington. Roosevelt hatte sich im Namen der angeblich bedrohten Unabhängig- keit Finnlands, von der gar keine Rede ist, an die Moskauer Regierung gewandt und sich damit auch in die russischen Verhältnisse eingemischt, wie er sich schon so oft vergriff. Die Antwort ist mehr als deutlich. Roosevelt wird auf die „Unabhängigkeit" Cubas und der Philippinen hingewiesen, denen er immer noch die primitivsten Rechte vorenthält. Die große außenpolitische Rede Molotows hat die Fronten geklärt. Sie hat den Wunsch der russischen Großmacht, mit Deutschland an der Konsolidierung eines neuen Friedens fernab von Versailles und gegen die Versailler Irrsinnspolitiker in England zu wirken, klar herausgestellt, sie hat den Willen der beiden größten europäischen Kontinentalmächte, für einen wahren Frieden zu sor- gen, einmütig aller Welt vor Augen gehalten. Daß in dieser anderthalbstündigen Klarlegung nur Frankreich nicht erwähnt worden ist, mag in Paris schmerzen. Die Art, wie die Politik Frank- reichs heute von England bestimmt wird, gibt ausreichende Erklärungen dafür. England ist auch in den Augen der sowjetrusfischen Staatsmänner der Unruhe st ifter der ganzen Welt. Zum ersten Mal hat Rußland unzweideutig erklärt, die Waffe der Hungerblockade sei völkerrechtswidrig und kriegsverlängernd. Auch das war ein Wort für Englands Ohr, wie die ganze Rede überhaupt eine Abrechnung mit England und seinen Vasallen ist, die viele künstliche Illusionen der Londoner Kriegshetzer zusammenbrechen läßt. E. S. Das Interesse Schwedens. Stockholm, 1.Nov. (DNB.) Die Stockholmer Zeitungen heben naturgemäß in erster Linie die Ausführungen Molotows über die Verhandlungen mit Finnland hervor sowie die Versicherung des Außenministers, daß Rußland nicht die Absicht habe, einen Druck auf Schweden und Norwegen auszuüben. Ebenso wird der russische Vorschlag bezüglich einer Lösung der Aalands- Frage stark in den Vordergrund gestellt. Daneben finden die unzweideutigen Feststellungen des russischen Außenministers über die Kriegspolitik der Westmächte und die Kritik an der Haltung des amerikanischen Präsidenten besonders starke Beachtung. „Stockholms Tidningen" unterstreicht, daß die Sowjetunion die Politik Deutschlands unterstützen will. „Folkets Dagblad" betont, daß Molotow die Westmächte als Angreifer gebrand- markt habe und daß nach russischer Ansicht Deutschland als ein Eckstein des Friedens stark sein müsse. Oie deutsch-sowjetischen Wirtschaftsverhandlungen auf den wesentlichen Warengebieten abgeschlossen. Moskau. 1.Hot). (DHB.) Die deutsch-sowjetischen DirtschaslsverHandlungen in Moskau find auf den wesentlichen Warengebieten zum Abschluß gebracht worden. Ein Teil der deutschen Unterhändler in Moskau begibt sich jetzt für einige Tage noch Berlin, um an den Besprechungen teilzunehmen, die in Berlin zwischen einer Kommis- sion der Sowjetregierung und der deutschen Regierung über größere industrielle Bestellungen der Sowjetunion stattfinden. Rach Abschluß dieser Besprechungen und der damit verbundenen Besichtigungen werden sich die deutschen Unterhändler zum Abschluß der Gesamtverhandlungen wieder nach Moskau zurückbegeben. Auch eine halbe Absage Kanadas. London, 1. November. (Europapreß.) Nachdem am Dienstag die australische Regierung London mitgeteilt hatte, daß Australien an Stelle der ursprünglich zugesagten drei Luftgeschwader für den europäischen Kriegsschauplatz sich nur auf Die Entsendung von Personal für ein Aufklärungsgeschwader beschränken werde, hat am Mittwoch Kanada eine ähnliche Absage an die Londoner Regierung gerichtet. Der kanadische Ministerpräsident, Mackenzie King, erklärte in einer Rede, Kanada werde sich zwar am Konvoi-System und an der Ausbildung von Piloten für die Luftwaffe in Kanada beteiligen, aber der wichtigste Bei- trag Kanadas für das Mutterland werde nicht auf militärischem Gebiet liegen. In London hatte man stets damit gerechnet, daß Kanada die Entsendung eines starken Expeditionskorps nach England vornehmen werde. Mackenzie Kina hat mit seiner Erklärung den Lon- doner Kriegshetzern offensichtlich eine peinliche Ueberraschung bereitet. Ablösung. (pk.) lieber die weite hügelreiche LaMcbaft stürmt der herbstliche Südwestwind. Em Gluck daß er so tobt und stürmt und bläst, denn heute ist Ablösung. Er trocknet die aufgeweichten Feld- wege aus, er festigt die Träaerpfade, tue vom letzten Frontdorf nach vorn gehen, schnurstracks über Berg und durch Tal. Unser Fahrzeug haben wir im letzten Frontdors zurückgelafsen. Ein Querbaum mit einem Posten davor hat uns chatt geboten. Dom Querbaum ab ist der Weg einzusehen und liegt unter feindlichem Streufeuer. Unsere Stiefel gleiten im zähen Lehm des Weges. Nur rechts und links auf der Grasnarbe geht es leichter. Eine doppelte Drahtleitung liegt im Feld, zieht sich an den Rainen entlang, vom Kartoffelacker zum Kleefeld, vom Brachfeld zum Stoppelacker. Weit und breit kein Mensch. Der Herbststurm bläst wild und jagt uns dürres Laub von irgendwo her ins Gesicht. Wir schreiten gegen den Sturm. Glänzende Fernsicht nach allen Seiten. Es geht auf Mittag. Das letzte Dorf versinkt hinter uns m der Talsohle, verborgen in Gärten und Obstbäumen. Erste, noch ganz frische Granattrichter tauchen auf, bald rechts, bald links des Weges. Und da treffen wir die Ablösung. In kleinen Gruppen, aufgelockert, mit großen Abständen ziehen die Männer über das Feld. Der Wind zerrt und reißt an ihren Uniformen, läßt die Zeltplane blähen und flattern. Zehn Tage waren sie vorn, man sieht es ihnen an. Die Bärte sind gewachsen, die Gesichter erdig. Und die Uniformen gleichen nur noch Erdklumpen. Es find die Soldaten der Somme oder die Ablösung von Verdun, die da vorbeischreiten. Die Männer der Schlammstellungen irgendwo in Frankreich sind wieder aufgestanden und ziehen dort ins Hinterland, müde, schweigsam, bieder, tapfer, in einem Wort — prachtvoll. Wir schämen uns fast unserer noch sauberen Brocken und der noch trockenen Füße. Freundliche Worte, Scherze, kameradschaftliche Grüße fliegen von unserer Gruppe hinüber und werden ebenso fteundlich und humorvoll beantwortet. Es gibt unter Frontsoldaten eine Sprache, die immer verstanden wird, in der kein falscher oder kitschiger Ton aufkommen kann. Und — wir wissen es, mir fühlen es — jene dort verübeln uns die noch trockenen Uniformen und die noch warmen Füße nicht, denn wir sind ja unterwegs zum Schützenloch, wir werden in einer, in zwei Stunden genau solche Lehmklumpen sein wie sie. Die Ablösung zieht vorbei. Der Wind heult über die Landschaft hinweg. Jetzt haben die letzten Gruppen der Ablösung das Dorf erreicht und verschwin- den hinter den Gärten, Dächern und Mauern. Wir ftanwfen an der Doppelleitung entlang, hinunter ins Wiefental. Dort, hinter der Zone aus Granat- trichtern jeder Größe, liegt unser Ziel. P. C. Ettighoffer. eingreise, um nicht das Leben der luxemburgischen Bevölkerung zu gefährden. Oer Wehrmachts bericht vom Mittwoch. Berlin, 1.Nov. (DNB.) Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit, sowie einzelne Stoßtruppunternehmen. Die Zahl der am 30. Oktober an der Westfront und über der Nordsee abgeschossenen Flugzeuge hat sich auf sechs, darunter vier britische, erhöht. Oer heutige Heeresbericht. B e r 11 n, 2. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: Im Westen nur an einzelnen Stellen schwaches Artilleriefeuer. Oie Kriegsmarine gedenkt des Sieges bei Coronet. Kiel, 1. November. (DNB.-Funkspruch.) Am 1. November, dem 25. Jahrestage des deutschen Seesieges bei Coronel fand am Ehrenmal in Laboe eine kurze Feier statt. In dem weiten Außenpolitische Rede des türkischen Staatspräsidenteu. Das Scheitern der letzten Verhandlungen in Moskau. — Auslegungsversuche -es pattes mit England und Frankreich. Istanbul, 1. Nov. (DNB.) In der Türkischen Nationalversammlung erklärte Staatspräsident Js- med Inönü: Das türkische Volk bedauere aufrichtig, daß in einem Teile Europas ein Krieg entstanden fei. Die Türkei habe angesichts dessen nur den einen Wunsch, dem Frieden zu dienen und ihre eigene Unversehrtheit zu sichern. Aus diesem Wunsche sei der Paktder Türkei mit Englandund Frankreich entstanden. Dieser Pakt, der nun der Nationalversammlung zur Ratifikation zugeleitet werde, richte sich gegen keinen anderen Staat. Er bezwecke nur die Erhaltung der türkischen Sicherheit in jenen Gebieten, die im Pakte erwähnt sind. Der Friedenswille eines jeden Landes beruhe auf bestimmten Bedingungen, den Lebensintereffen und der geographischen Lage des Landes. Unter diesen Voraussetzungen habe die Türkei den Pakt geschlossen. Nur dann werde dieser Pakt in Anwendung kommen, wenn von irgend einer Seite diese berechtigten Lebensinteressen der Türkei angegriffen würden. Der Pakt könne keinesfalls die guten Beziehungen der Türkei zu anderen Staaten stören (?). Heute und auch morgen fei es der ernsteste Wunsch der Türkei, sich vom gegenwärtigen Kriege fernzuhalten. lieber die Mission des türkischen Außenministers in Moskau sagte Ismed Inönü, die Türkei habe gehofft, daß die an und für sich schon freundschaftlichen und aufrichtigen Beziehungen z u R u ß l a n d zu einer noch günstigeren Entwicklung hätten gebracht werden können. Trotz aller Mühe, die man sich von türkischer Seite gegeben habe, sei esdies - mal leider nicht möglich gewesen, zu einem Ergebnis zu kommen, durch das sich die Interessen der Türkei mit denen der Gegenseite hätten vereinigen lassen. Die Besonderheiten der Lage der Gegenwart dürften aber die alte Freundschaft zu Rußland nicht beeinträchtigen. Was die Türkei anbelange, so werde sie nach wie vor in Aufrichtigkeit diese Freundschaft weiter pflegen. Wer der Türkei loyal begegne, könne die gleiche Loyalität auch von ihr erwarten. Sodann sand der Staatspräsident warme Worte für die türkische Armee, die jederzeit bereit sei, für die Verteidigung der türkischen Lebensinter essen zu kämpfen. Geleit schützt nicht vor -rutschen U-Booten $ünf Handelsschiffe trotz englischer Kriegöschiff'Aegleilung versenkt. Oslo, 1. November. (DNB.) Die Mannschaft eines fclnvedischen Schiffes, das in Oslo eintraf, berichtet in „Tidens Tegn", daß sie im Atlantischen Ozean in der Nacht zum 20. Oktober 61 Mann des englischen Schiffes „Elan Ehisholm" gerettet hat. Die Geretteten erzählten, daß ihr Schiff zu einem von Gibraltar abgegangenen, aus 22 Fahrzeugen bestehenden Konvoi gehörte, der am 14. Oktober unter Begleitung englischer Kriegsschiffe nach England ab ging. Dieser Konvoi sei von drei deutschen U-Boo- ten angegriffen worden. Die Geretteten erklärten, mit eigenen Augen gesehen zu haben, daß hierbei mindestens fünf Handelsschiffe versenkt wurden, drei englische und zwei französische. Ein Teil der Mannschaft des „Clan Chis- Holm" ist von den schwedischen Schiffern in England an Land gesetzt worden. Der Londoner Rundfunk meldet, daß am Dienstag ein weiterer englischer Dampfer versenkt worden ist. Es handelt sich um den 4666 Tonnen großen Dampfer „Carmona" aus Newcastte. Sterbende Häsen in Holland. Vernichtende Wirkung der britischen Blockade auf die neutrale Schiffahrt. Amsterdam, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die vernichtenden Auswirkungen der britischen Blockade auf die Niederlande zeigen sich deutlich in den Zahlen des Schiffsverkehrs in holländischen Häfen. In Amsterdam sind im Oktober 1939 nur 168 Schiffe gegen 287 im Oktober 1938 eingelaufen. Wie der „Telegraaf" hierzu vermerkt, befinden sich jetzt jedoch unter den eingelaufenen Schiffen zahlreiche sehr kleine Fahrzeuge, so daß die Tonnage um mehr als die Hälfte vermindert worden fei. Der starke Rückgang in der Schiffahrt Amsterdams, der bereits im Sep< tember einfetzte, habe sich also im Oktober bedenklich fortgesetzt. Neue schwere Neutralitäisverlehung! Englisch-französische Flugzeugstaffel überfliegt Luxemburg. Rom, 1. Nov. (DNB.) lieber eine neue schwere Neutralitätsverletzung durch englisch-französische Flugzeuge berichtet der Luxemburger Korrespondent des Mittagblattes des „Giornale d'Italia". Danach hat eine französisch-englische «Staffel von sechs Flugzeugen am Montagabend kurz vor Sonnenuntergang weite Teile Luxemburgs und auch die Hauptstadt selbst in beträchtlicher Höhe überflogen. Die französischen und englischen Flugzeuge seien neuerdings dazu übergegangen, durch xiefflug dem Feuer der deutschen Luftabwehr zu entgehen, wobei sie der Mosel und der luxemburgischen Grenze entlangflögen und dabei konstant die Neutralität des Großherzogtums verletzten, während die deutsche Abwehr nicht Bux, das Stiert. Von Hans Stiftegger. „Bux! Bux! Stier!" ruft der kleine Florian Geischläger. Er liegt auf der Wiese und hütet das Vieh seines Vaters. Da trottet Bux, das Stier!, zu ihm heran, ganz nahe zu ihm heran und läßt sich, das Haupt tief niedergebeugt, von dem Büblein traun, dort, wo hinter dem Ansatz der kurzen, spitzen Hörner, am Beginn des fleischigen Halses das Grübchen liegt. Dann gibt der Florl dem Stier einen sanften Schlag in die Weichen, und sogleich trottet 33u£ mit behaglichem Brummen wieder zur Herde zuruck, gefügig und folgsam wie ein Händlern. Sie sind gute Freunde, der Florl und Bux. Noch niemals hat Bux die Peitsche zu spüren bekommen, die der Hirtenbub immer mit sich führt, und die er den vorwitzigen, bockigen Kälbern oder den aus Trägheit unfolgsamen Kühen so scharf und empfindlich um die Ohren knallen läßt. Bux gehorcht auf einen Ruf. Er ist ein wahres Musterstierl. Er ist auch ein Prachtstierl, alles an ihm zeugt von gedrungener, aber dabei doch nicht plumper Kraft, und sein fahles, glänzendes Fell ist mit großen, schwarzen Flecken schön und regelmäßig gezeichnet. Bei jeder Rinderschau müßte Bux unfehlbar einen Preis davontragen. Florl hebt den Kopf aus dem Gras und sieht nach der Herde. Sie weidet behäbig und sozusagen gesittet am oberen Rande der Wiese. Aber wo ist Bux? Bux bearbeitet mit feinen spitzen Hörnern den $aun. Und schon hat er ihn nieöergeriffen, und jetzt springt er über die krachenden Hölzer hinweg in das grüne Haferfeld des Nachbarn. Gleich ift der Hirtenbub auf den Beinen. „Bux!" schreit er, „Bux! Stierl!" Bux hört nicht. Er rennt in das Haferfeld hinein. Florl greift nach feiner Peitsche und läuft die Wiese hinauf. „Bux!" schreit er. „Aber Stierl! Bux! Was fällt dir denn ein! Wirst herausgehen!" Bux wendet sich nicht um. Ein breiter Streifen nieder- gestampften Hafers zeichnet feinen Weg. Nun muß auch Florl, so leid ihm ist, in das Haferfeld hineinlaufen. Er nimmt einen Bogen und kommt von vorn an den Stier heran. Jetze stehen sie sich gegenüber. Florl schwingt drohend die Peitsche. Aber Bux weicht nicht. In seinen sonst so sanften Augen glimmt ein böses Feuer. „Wirst hinausgehen!" ruft Florl, die Peitsche hoch in der Hand. Bux steht ttotzig upd kampfbereit im Haferfeld. Jetzt pfeift ihm die Peitsche über den Kopf, zweimal, dreimal. Aber er weicht nicht. Das Feuer In seinen Augen wird böser, und er brüllt kurz und drohend auf. Wieder saust die Peitsche. Und bann tut Bux einen Sprung und wirst den Hirtenbuben mit einem einzigen, furchtbaren Stoß weit ins Haferfeld hin und springt ihm nach und stampft mit den Vorderfüßen auf dem armen, kleinen Körper herum und reißt ihn mit den Hörnern an den schon zerfetzten Kleidern empor und wirft ihn, laut aufbrüllend, noch einmal nieder ... Aber jetzt kommen sie schon vom Hause heraufgelaufen, die Geischlägerin und ein Knecht und eine Magd. Der Knecht schwingt eine Mistgabel in den Händen, und sie beginnen, auf den Stier loszuschlagen, daß er, solcher Uebermacht weichend, von dem Büblein abläßt und sich brummend auf die Wiese zurückbegibt, unter die Herde mischt und zu grafen beginnt, als sei heute ein Tag, so friedlich und alltäglich wie nur irgendeiner. Dieweilen trägt die Geifchlägerin ihren armen, blutüberströmten Buben ins Haus und bettet ihn jammernd auf fein Lager. Eilends rufen sie den Bauern vom Felde heim, und ein Wagen rattert davon, den Doktor zu holen. Zwei Stunden später liegt der Florl wohloerbunden da, aber er ist immer noch nicht aus seiner tiefen Ohnmacht erwacht. „Ist das ein Tag!" jammert die Mutter ein um das andere Mal. Der Doktor tröstet: „Er ist wohl arg zu gerichtet, aber es wird alles wieder gut werden. Längstens in drei Wochen ist er wieder aus dem Bette." „Gottlob", sagt der Bauer. „Es hätf noch schlimmer aus fallen können." Und dann nötigt er den Herrn Doktor, einen kleinen Imbiß zu nehmen, einen Schluck Most und ein Stück Brot. „Wenn er wach wird, nur. keine Aufregungen!" fagt der Doktor. „Was dem Vieh nur eingefallen ist!" fagt der Bauer, und in feiner Stimme grollt ein schwerer Grimm. „Der Bub hat sich doch immer so gut mit ihm vertragen." „So ein Tier ist eben doch immer unberechenbar", sagt der Doktor und ißt ein Brot und trinkt feinen Most. „Morgen in der Frühe schlagen wir ihn nieder. Ich hab' dem Fleischhauer schon Botschaft sagen lassen. Wir brauchen ohnedies ein Fleisch für die Schnitter." „Recht hast, Mann", pflichtete ihm die Geischlägerin bei. „Ich könnt' das wilde Vieh gar nicht mehr anschauen." Da wimmert es vom Bett her. Gleich sind alle drei aufgesprungen, der Bauer, die Bäuerin und der Doktor. Der Florl ist wach geworden, er hat die Augen weit offen. Gang munter ist er, der Florl, und schaut alle drei Der Reihe nach an. Und er will etwas sagen. Aber es dauert eine Weile, bis sie verstehen, was sein Wimmern bedeuten will. „Nicht niederschlagen ..., nicht meinen Bux, mein Stierl ... Nicht nieder schlagen!" Kläglich und angstvoll bittet er um das Leben seines Bux. Ratlos stehen sie alle drei da. „Versprechen Sie es ihm", sagt der Doktor, „sonst regt er sich zu sehr auf." „Sei nur schön still, Florl", tröstet der Bauer. „Es geschieht ihm nichts." „Aber roeggeben tun wir ihn, verkaufen tun wir ihn, daß wir ihn nicht mehr sehen müssen", schlägt die Bäuerin vor. „Nein, nicht roegge-ben, nicht verkaufen meinen Bux!" fängt der Florl wieder zu meinen an. „Also gut, er bleibt da. Schlaf' nur schön, Bub", sagt der Bauer, und richtig, der Florl schließt die Augen und schläft getröftet ein. Drei Wochen später sitzt der Florl am Fenster und schaut auf die Wiese hinüber, auf der die Rinder grasen. Es ist so schön und sonnig. Und da fängt der Bub zu betteln an, sie mögen ihn doch ein wenig hinausgehen lassen, er sei ja schon ganz gesund. Bis sie einwilligen und ihm die dicke Joppe anlegen und ihn hinausgeleiten auf den Anger. Da setzen sie ihn ins Gras. Wie blaß und schwach er noch ist! Eine Weile sitzt er ruhig da und läßt seine Augen in der blanken, neu geschenkten Welt umhergehen. Dann ruft er jählings mit feinem schwachen Stimm- chen: „Bux! Stierl! Bux!" „Aber Florl..wehrt die Bäuerin ganz erschrocken ab. Zu spät. Schon hat Dux den schwachen Ruf vernommen, schon hebt er das Haupt und kommt ein« hergetrabt. Die Geifchlägerin will ihn abwehren und verscheuchen. Aber der Florl lockt unentwegt: „Bux! Mein Stierl! Stierl! Bux!" Und jetzt ist Bux da. Er beugt seinen Kops nieder, und Florl traut ihm das weiche Grüblein hinter den Hörnern. „Bux", fagt er, „armer Bux! Hab' dich wohl fest geschlagen, dazumal? Jetzt sind wir aber wieder gut, Bux, was?" Bur hat die sanftesten Kinderaugen der Welt. Er hält sich ganz still. Und jählings streckt er seine rauhe Zunge aus der rosigen Schnauze und leckt dem Buben, so zart er nur vermag, die kleine blasse Hand. Moltke-Anekdoten. In jüngeren Jahren soll der Altteichskanzler Bismarck häufig gelungene Sinnsprüche geschrieben haben. Eine Probe enthält das Album einer fürstlichen Frau, das diese einst gerne zu zeigen pflegte, weil sich darin Eintragungen der bedeutendsten Der- sönlichkeiten des alten Deutschen Reiches befanden. U. a. steht ganz oben auf einer Seite eine Widmung von Moltke: „Schein vergeht, Wahrheit besteht. Graf Moltke, General-Feldmaifichall." Unmittelbar darunter hatte der Kanzler die Worte gesetzt: Ich glaube, daß in jener Welt Die Wahrheit stets den Sieg behält. Doch mit der Lüge dieses Lebens Kämpft unser Marschall selbst vergebens. Bismarck. * Moltke, der alte Generalfeldmarschall, verlebte seine letzten Jahre auf seinem Landgut in der Nähe von Schweidnitz. Eines Abends als man wieder einmal beim Whist saß, fragte ihn einer aus dem Kreise, warum er denn eigentlich immer so schweigsam sei. Moltke beschaute sich den Frager lange Zeit. Dann sagte er: „Wenn ich Karten spiele, dann spiele ich und rede nicht. Und wenn ich nicht spiele, dann schweige ich." Und nach diesen Worten spielte er gelassen und schweigsam weiter. Oer lichte Augenblick. Der berühmt Psychiater K r a e p e l i n stellte eines Tages im Kolleg einen Größenwahnsinnigen vor, der von seinem unermeßlichen Reichtum fabelte. Als der Professor jedoch von ihm wissen wollte, wie groß sein Vermögen sei, verweigerte der Kranke hartnäckig die Angabe. Endlich fraate der Arzt, warum er es denn nicht sagen wollte, da wandte der Patient sich zu den Hörern und gab die überraschende Antwort: „Hier sitzen doch so viele Herren, die nur darauf warten, mich anzupumpen." Als sich das Gelächter der Studenten gelegt hatte, fuhr Kraepelin ruhig fort: „Sie sehen hier, meine Herren, ein ausgezeichnetes Beispiel für das, was wir den .lichten Augenblick' nennen, der Patient verleiht plötzlich inmitten einer oroßen Reihe von Wahnideen einer berechtigten Befürchtung Aus- Ghvenhof nxrr dire Kompanie der Strkosmarfne unter Gewehr angetreten. Konteradmiral M e w i s schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches oie Front ab. Unter dumpfem Trommelwirbel be- oab sich sodann Konteradmiral Mewis in die Ehren- yalle, wo er unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden einen schlichten Kranz niederlegte. Das Kriegsrisiko bei den Gierbekaffen. Das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung hat für die Sterbetassen, soweit sie kleinere Versicherungsvereine sind, neue Bestimmungen erlassen. Danach deckt die Versicherung für Kriegsteilnehmer und Nichtkriegsteilnehmer die Kriegsgefahr, und zwar ohpe Wartezeit, derart, daß beim Tod des Versicherten im Zusammenhang mit Kampfhandlungen oder anderen kriegerischen Ereignissen die volle Dersicherungsleistung gewährt wird. Soweit es bisher ni mangels eines Kleiderhakens an Haken hängen. ut= c uu=> WuBxvuuvt u. — ———.Nachdem er sich rasiert hatte, was in diesem Loch freier Mann verließ. Er hatte eine Schlappe er-1 von Zimmer seine Schwierigkeiten hatte, brachte litten; die drei Fünfzig-Mark-Scheine waren ein-t ihm die Post einen Brief. Er erkannte fofort Rieles Schrift und fetzte erregt den Umschlag auf. Er las, die Buchstaben verschwammen, und eine ziehende Schwäche kroch an feinen Beinen entlang. „Lieber Franz! Erschrick nicht über diesen Bries; er ist mir, weiß Gott, nicht leicht gefallen. Ich habe in den letzten drei Tagen viel über uns nachstudiert und bin bei dem Schluß gelandet: wir müssen uns trennen! Sei mir nicht böse, Franz; es ist natürlich nicht wegen dieser lächerlichen Banknotengeschichte, von der mir Deine Wirtin erzählt hat. Es ist etwas anderes. Ich bin keine Frau für Dich. Wir waren ein paar Wochen sehr glücklich, aber ich fürchte, daß das nicht so bleibt. Unsere Naturen sind zu verschieden, aber Du verstehst mich schon. Ich kann keine Arztfrau sein, wie Du sie brauchst. Ich habe einen Hang zur Verschwendung, ich bin launisch und besitze nicht die ausgeglichene Ruhe, die für einen solchen Betrieb notwendig ist. Während Du fort warst, habe ich immerzu an den Film denken müssen und bin ganz unglücklich geworden. Ich bin in die Vorhallen der Kinos gelaufen und habe die Aufnahmen betrachtet und habe mir ausgemalt, wie es wäre, wenn ich an Stelle der anderen in den schmaleHgoldenen Rähmchen hinge. Es war kindisch und undankbar, und Du wirst mich zanken, lieber Franz. Aber ich habe es nicht ändern können, und es hat mich ganz krank gemacht vor Heimweh nach dem Film, wo ich mal etwas Großes hab' werden wollen. Gestern, verzeih mir, bin ich bei Tutka gewesen, das ist der Regisseur von der Karla- Film ÄG., und er war sehr nett und hat gesagt, ich könnte für die Jennewein einspringen, die sich den Fuß verknackst hat. Das wäre eine himmel- jchreiende Chance für mich, und er würde mich ganz groß Herausstellen, und ich wäre ein Schaf, wenn ich nicht auf der Stelle zugriffe. Dem sein Ton ist immer so rauh. Da habe ich zu gesagt, weil man sein Glück nicht mit Füßen treten soll und weil es mit uns beiden ja doch nicht aus die Dauer geht. Ich ahne das. nein, ich weiß das, und es macht mich traurig deinetwegen, Franz, der Du alles so schwer nimmst. Die ersten Ausnahmen drehen sie am Gardasee, und wenn Du diese Zeilen erhältst, bin ich schon in Riva. Ich hätte so gerne Abschied von Dir genommen, aber es ging nicht wegen der Zeit; beim Film geht alles husch, husch, und es ist so vielleicht auch besser. Du darfst mich nicht schwach machen. Sei vernünftig und vergiß nicht ganz Deine Riete." Severin steht am Fenster, läßt die Hand mit dem Bries sinken und starrt mit ausgeleertem Hirn auf die beiden Schnittlauchstöcke, als könnte von da Rat und Hilse kommen. Er tut nichts von alledem, was man so häufig in Büchern liest, er schleudert keinen zerknüllten Bries zu Boden, er rauft sich auch nicht die Haare oder schlägt die Hände schluchzend vors Gesicht; höchstens das Fallenlassen der Schultern und das Anhalten des Atems könnten als Affekt gedeutet werden. Und dennoch hat chn dieser Brief ganz stark getroffen. Riele, feine Riele fahnenflüchtig! Riete Hat genug von ihm und läßt ihn stehen! Aber man kann doch nicht so einfach megtairfen nach dem was zwischen uns war, grübelt er verstört. Wir leben doch Nicht bei den Wilden. Was ist denn das für eine Welt, in der ich mich Nicht mehr zurechtfinde? Wir hatten ein bißchen Krach, na schön, das kommt in den besten Familien vor; ich bin momentan in einer prekären Lage, auch das ist nur vorübergehend. Das ist doch alles kein Grund. Und dabei war Riete das letztemal so gut und lieb, ihr ganzes Zeug hat sie mir aufdrängen wollen... aber da steht es ganz deutlich: „wir müssen uns trennen", und „ich bin keine Frau für dich", unö „ich bin schon in Riva". Er greift sich an den Kragen und holt tief Luft, um das einschnürende Gefühl dieser Ueberrunrpe« lung loszuwerden. Es gelingt nicht, sich aus der zähen Umklammerung von Schmerz und Betäu« bung zu befreien; man bleibt ein Gefangener, ein Abgedankter, ein jäh ins Gesicht Geschlagener. Den Mann Severin, gut aussehend, aber nicht mehr ganz jung, haben mancherlei Schläge in der letzten Zett getroffen; aber dieser ist der schwerste. Man konnte sich mit Sorgen Herumbalgen, mit Friedrich, mit der Polizei; alles zu ertragen. Man konnte sogar ohne Geld sein, auch das Ling noch zur Not. Aber ohne 'Riele? Das ist unausdenklich und lähmend. Severin trat vom Fenster zurück und sperrte bis Tür ab. Er ging mit kleinen, tastenden Schritten wie ein Mann im Nebel. Er warf sich in den Kleidern aufs Bett, zog die Decke über die Ohren und machte sich einsam wie Robinson. Er zerpflückte sein Gehirn und biß in das Kissen und stöhnte zuweilen. Er verging vor Schmerz und war widerstandslos vor Verlassenheit. Nach einer Stunde kroch er mühsam aus dem Bett und holte sich das Röhr« chen mit Deronal und ein Glas Wasser. Er schluckte ohne rechtes Bewußtsein drei von den bitteren braunen Dinger und hatte nur einen Gedanken — schlafen, nichts mehr wissen. Severin wurde in einen erkünstelten traumlosen Schlas versenkt, bei? alle Gemeinheit der Welt auslöschte. (Fortsetzung folgt.) Gießener Schulen im Zeitgeschehen. Die Gegenwart stellt auch an die Schulen unserer Stadt, an die Lehrkräfte, wie an die Schüler aller Jahrgänge, besondere Anforderungen. In Rücksprachen mit den Leitern verschiedener Schulen ergab sich dafür mancher interessante Einblick. • Der Leiter des Landgraf-Ludwigs- Gymnasiums erzählte uns anschaulich von der mannigfaltigen Arbeit, die gerade in den letzten Wochen geleistet werden mußte. Vorübergehend war die Schule für kurze Zeit geschlossen, da das Schulhaus für andere Zwecke gebraucht wurde. Das Gymnasium 30g deshalb in die Horfäle des Dor- lefungsgebäudes der Universität um. Dort liefe sich Unterrichtsbetrieb gut aufrechterhalten. Während der Zeit, da der Unterricht ausfiel, stellten sich die Lehrkräfte sämtlich dem Ernährungsamt, der Rückwandererfürsorge und der Stadtkasse zur Verfügung. Eine stattliche Anzahl Schüler war für den Zeitraum von nahezu vier Wochen zum Erntehilfeeinsatz auf dem Lande. Da inzwischen das Schulgebäude wieder frei wurde, richtete man sich wieder im eigenen Hause ein. Trotzdem sieben Angehörige des Lehrkörpers unter den Fahnen stehen, wird der Unterricht, mit Ausnahme der Leibesübungen, in vollem Umfange durchgeführt. Eine besondere Eigenart erhält der Unterricht in mehreren Fächern dadurch, daß das Zeitgeschehen unmittelbar behandelt wird. Mit größter Spannung wurde der Feldzug in Polen verfolgt. An Hand der Heeresberichte und mit Hilfe von großen Landkarten wurde der Vormarsch unserer Truppen verfolgt, und der zusammenfassende Heeresbericht gab dann noch einmal Gelegenheit, den gesamten Feldzug in großer Ueberschau zu behandeln. Allwöchentlich ist eine Stunde des Geschichtsunterrichts ausschließlich den aktuellsten politischen Tagesfragen gewidmet. In anderen Unterrichtsfächern wird den großen wirtschaftlichen Fragen nachgegangen, die sich aus dem siegreichen Kampf gegen Polen in der nächsten Zeit ergeben können. Selbstverständlich wurden auch die Ereignisse im Kampf gegen England in allen Einzelheiten verfolgt. Mit besonderer Freude konnte dabei die Lehrerschaft feststellen, daß die Schüler durchweg sehr gut „im Bilde" waren. In der Langemarckschule war es in den vergangenem Wochen nicht leicht, Schule zu halten. Dreimal mußte die Schule umziehen. Da galt es, kräftig zuzupacken! Gegenwärtig gehen die Realgymnasiasten in der Universität aus und ein. Auch in der Langemarckschule fehlt eine Anzahl der Lehrkräfte, Diele Schüler waren auf einen größeren Zeitraum bei der Kartoffel, urtb Obsternte auf dem Lande. Run kehrten sie, angeregt von dem freien Leben in der Natur und nach der so ganz anders gearteten Tätigkeit, wieder in die Stadt zurück. Die Umstellung auf die Schule fällt manchem der Jungen nicht so leicht. Mancher muß geradezu für die geistige Arbeit wieder ,/eingefangen" werden. Die unteren Klassen werden, soweit das Zeitgeschehen faßbar an sie herangetragen werden kann, mit den Ereignissen in großen Zügen vertraut gemacht. Irn übrigen wird herzliche Feldpostverbindung mit den Lehrern gehalten, die im Felde stehen und die immer wieder erfreut sind, wenn sie Briefe und Grüße der Schüler erhalten. * Die Justus-von-Liebig-Schule kann zwar den Unterricht im eigenen Schulgebäude ab« halten, muß aber die Räume gegenwärtig mit dem Lyzeum teilen. Während der einen Woche bevölkern die Mädchen an den Vormittagen das Schulhaus, während es am Nachmittag die Jungen beherrschen. In der anderen Woche wird dann gewechselt. Der Unterricht in den Nachmittagsstunden wird dabei so eingerichtet, daß insbesondere die jüngeren Schülerinnen und Schüler noch vor einbrechender Dunkelheit zu Hause sein können. Der Unterricht mußte rein zeitlich etwas eingeschränkt werden, unter dem Einsatz des guten Willens aller Beteiligten geht den Schülern und Schülerinnen kaum etwas verloren. Von Lyzeum und Justus-von-Liebig-Schule waren selbstverständlich auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler während mehrerer Wochen im Erntehilfsdienst tätig. Wie an den anderen Schulen, wird auch in diesen beiden Anstalten den Kriegsereignissen in den verschiedensten Unterrichtsfächern viel Raum gegeben, so daß die Jugend in engstem und unmittelbarem Zusammenhang mit den bedeutsamen Ereignissen der Gegenwart bleibt. * Die Mädchen der S ch i l l e r s ch u l e stehen auch mehr oder weniger bewußt inmitten des Zeitgeschehens. Wenn auch im Unterricht den Ereignissen in Polen, den Kämpfen im Westen, zur See und in der Luft nicht so breiter Raum gegeben werden kann, wie in den höheren Schulen, so wissen doch auch in der Schillerschule Lehrerinnen und Lehrer auf den Ernst und die Forderungen der Gegenwart hinzuweisen. Dabei wird sorgfältig berücksichtigt, was die Kinder fassen können. In mancher Stunde eines gemeinsamen Ausmarsches widmeten sich die Kinder eifrig der praktischen Arbeit der Herlkräutersammlung. Es wurden 100 Kilo Hagedutten, 40 Kilo Kamille, 25 Kilo Brombeerblätter, 8 Kilo Huflattich und je 5 Kilo Spitzwegerich und Schafgarbe (alles getrocknet gewogen) gesammelt. Auch an Opferbereitschaft für die verschiedensten Zwecke hat es in der vergangenen Zeit nicht gefehlt. Etwa 600 RM wurden der Sache des DdÄ., 358,10 RM. dem Jugendherbergs werk, 419 RM. der Film- und Lehrmittelbeschaffung für Schulen von geringerer wirtschaftlicher Leistungskraft und 60,60 RM. der Kriegs- gräberftirsorge übermittelt. Eifrige Handaideit galt dem Hilfswerk „Mutter und Kind", dem aus den Handarbeitsstunden manches Stück Kinderkleidung 3ugeleitet werden konnte. Gegenwärtig werden aus Wollresten Quadrate gestrickt, die zu warmen Decken für unsere Soldaten zusammengesetzt werden. Vorbildlich war der Einsatz der Schule, als es galt, die Sudetendeutschen im vergangenen Jahr mit Kleidung zu versorgen. Trotzdem auch an der Schillerschule sieben Lehrkräfte fehlen, ntirt) der Lehrplan mit voller Stun« den zahl erfüllt. Die Klasse I M war vom 17. September bis zum 2. Oktober geschlossen im Erntehilfsdienst. Darüber hinaus waren 50 Schülerinnen mit etwa 160 Arbeitstagen auf dem Lande bei der Kartoffel- und Obsternte tätig. Die G 0 e t h e f ch u l e hat — wie wir im „Gießener Anzeiger" Nr. 237 vom 10. Oktober bereits berichteten — auf dem Gebiete der Heilkräutersammlung ebenfalls sehr erfolgreich gewirkt. In Ergänzung unseres Berichtes von jenem Tage fei heute noch mitgeteilt, daß sich die Menge der von den Lehrern und Kindern der Goethefchule gesammelten Heilkräuter um 10 Kilogramm auf abschließend insgesamt rund 137 Kilogramm erhöht hat. Ferner hat die Schule rund 250 Kilogramm Hagebutten gesammelt und der Verwertung für unsere Volksgemeinschaft zugeführt. Don den Schulen in W i e s e ck und in Klein-Linden wurden der Goethefchule 11 bzw. rund 5 Kilogramm Heilkräuter zur Weiterleitung an die Verwertungsstelle übermittelt. Die Goethefchule plant jetzt eine Sammlung von Bucheckern und Eicheln, für deren Ingangsetzung die entsprechenden Schritte bei den zuständigen behord« liehen Stellen bereits unternommen wurden. An Geldspenden wurden für den VDA. im August von 300 Schülern der Schule über 990 RM. gesammelt. Das große politische und militärische Geschehen unserer Zeit wurde natürlich auch in den oberen Klassen der Goethefchule zum Gegenstand des Unterrichts gemacht. N. Wirtschaft. Rbein-Mainistbe Börte. Mtlagsbörse: kleines Geschäft. Frankfurt a. M., l.Nov. An der Börse hielt die Geschäftsstille der letzten Tage an. Erschwerend wirkte heute, daß vielfach die Limite noch nicht erneuert waren und infolge des katholischen Feiertags aus Süd- und Westdeutschland kaum Aufträge vorlagen. Am A k i e n m a r k t war die Entwicklung weiterhin uneinheitlich und sehr vom Zufall abhängig, so daß verschiedentlich auch stärkere Abweichungen als durchschnittlich 0,50 bis 1 0. H. vorlagen. Nach Pause kamen MAN. mit 145.50 (148) zur Notiz. Höher eröffneten u. a. Moenus Maschinen mit 111,25 (110), Zellstoff Waldhof mit 106 (104,50), VDM. mit 146 (145), AEG. mit 114,90 (114,50), Rheinmetall mit 110,75 (110,25) und Salzdethsurth mit 158,50 (158). Montanwerte waren andererseits etwas leichter, Vereinigte Stahl 91 (91,25), Mannesmann 100,50 (100,75), Hoefch unverändert 107, Rheinstahl fest und etwa 127,75 (126,50). IG. Farben zunächst wieder ohne Nottz und etwa 158 (158,13). Am Rentenmarkt war die Umsatztättgkeit gleichfalls klein, es verblieb aber noch überwiegend Nachfrage. Die Kursaestaltung roarjbabei nicht ganz einheitlich. Liqui-Pfandbriefe bröckelten zumeist leicht ab, auch Jnd ustrie-Obligatt0nen nicht immer ganz behauptet, weiter fest aber 5 v. H. Eisenbahn- Bank mit 88 (87). Höher waren ferner Reichsaltbesitz mit 134,90 (134,75), Dekosama I mit 139,90, Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 124,13 (123,65). Im Freiverkehr wurden Kommunal-Urnschulduna mit 93,40 gesucht, Steuer gutscheine I zogen bei kleinen Urnfätzen wieder etwas an. Der Freiverkehr lag ruhig. Tagesgeld wurde auf 2,25 (2,50) 0. H. gesenkt. Srantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. November. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W9 201, WH 203, W 12 204, W 13 205, W 16 208, W 18 210, W 19 212, W 20 214; Roggen R11 187, R12 188, R14 190, R15 191, R 16 193, R 17 194, R 18 195, R 19 197 Groß- Handelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40; do. Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55; do. Type 1600 W13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R15 22,80, R 16 22,95. R 18 23,30, R 19 23,50 alles zu- züglich 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfutter- mebl W 19 13,60. Weizenooll'kleie W 19 11,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11—, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Müh- lenstatton. Roggenfttttermehl R18 12,90. Roggenvollkleie R18 10,90, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstation. Treber getr. —. Wie- senheu, handelsüblich 5,20 bis 5,40 Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,— bis 6,40; Ackerhcu, gut gesund, trocken 6,80 bis 7,—; Kleeheu, handelsüblich 6,60 bis 7,20, do. gut, gesund, trocken 7,— bis 7,50; Luzerneheu, handelsüblich 7,20 bis 7,60, do. gut, gesund, trocken 7,70 bis 8,20; Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt. 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, Hafer- und Gerstestroh, do 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Hungen. * Hungen, 2. November. Auf dem gestrigen Schweinemarkt standen 394 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 8 bis 10 RM., 7 Wochen alte 11 bis 15 RM., 8 bis 12 Wochen alte 16 bis 17 RM., 13 Wochen alte Ferkel 18 bis 22 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief mittelmäßig, es verblieb geringer Heber- stand. Frankfurter Schlachlmeymortt Frankfurt a. M., 2. Nov. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1450 Rinder (330 Ochsen, 173 Bullen, 526 Kühe, 421 Färsen), 289 Kälber, 150 Hämmel 66 Schafe, 331 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 39 bis 65, Härnrnel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. Marktverlauf: zugeteilt. G. A.-Sport. Sparta schlägt Rapid 6:3. Der deutsche Fußball-Pokalrneister Rapid Wien hatte am Allerheiligentag die berühmte Prager Sparta, den Meister des Protektorats Böhmen und Mähren, in einem Freundschaftskampf zu Gast. Vor 15 000 Zuschauern siegten die Prager, die mit einer glänzenden Mannschaftsleistung aufmarteten, verdient mit 6:3 Toren, nachdem man die Seiten beim Stand von 1:1 gewechselt hatte. Radball-Turnier mit 88 Spielen. 29 Mannschaften im Kampf. Um die deutschen Radballspieler war es viele Wochen recht still, aber am kommenden Sonntag eröffnen sie die Winterkampfzeit in der Messestadt Leipzig gleich mit einer Riesenveranstaltung, bei der nicht weniger als 88 Spiele zur Ermittlung der Sieger notwendig sein werden. Es handelt sich bei diesem Turnier um Leistungswettkämpfe der Reichsklasse und der Gauklasse, die gewissermaßen als Dorprobe und Ausscheidung für die erste deutsche Kriegsmeisterschaft im Zweier-Radball im Dezember in Berlin dienen. im 74. Lebensjahre. Gießen, den 30 Oktober 1939. 04877 Am Montagmorgen verschied nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille 9 statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Herth, Eduard Herth Oberpostsekretär L R. 3-Zimm.-Wohnung mit Gartenanteil am Nahrungsberg zum l.Dez. zu vermieten. Näheres 04903 Ludwigstr. 40. I Mietgesuche [ 3-Zimmer- Wohnung mit Bad u. Zentralheizung gesucht. Schriftliche Angebote u. 04892 an den Gießener Anzeiger erbet. Beamter sucht 2-3-3ii»r- MllUllg Angebote unter 04901 an den Greben. Anzeig. [Stellenangebote! arbeitender Kretzsev I——, , I für oft sich wiederholende I Verkäufe Stellengesuche familiendrucksachei Verlobungsanzeigen VermÄhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Welch. Mädchen oderFrau übernimmt stundenweise od. ganz im Dezbr. Januar Aushilfe im Haushalt. Funk. Seltersweg 38. Sausftblachiuugeu im ganz.Jahr« Winter u. Sommer) für sofort gesucht. «0«d Näheres Wirtschaftsabteilung der klinischen Univ.-Anstalten Gießen, Klinitstraße 37. Akademiker sucht z. 13. Nov. gut möbliertes Zimmer NäheHitlerwall, evtl. m. Pension. Schriftl. Angeb. unter 66201) an denGieß.Anzeig. Eine in der Durchschreibbuchhal- tung bewanderte Person zum Veltragen der Bücher findet für sofort 1-2 Tage in der Woche Beschäftigung. Interessent, wollen sich für sofort melden bei Daniel Ludwig Christ Mühle, Heuchelheim-Gießen. Telefon 2675 Gießen. 664»d 1,2 Liter Opel- Limousine letzte Bauart, in bestem Zustand, zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 6644D an den Gieß. Anz. Schreibgewandt, leicht kriegsbesch. Kleingewerbetreibender, 60 I. alt, mit besten Referenzen.sucht Vertrauensposten eventl.Pförtnerstelle bei Klinik oder Gericht, od. dergleich. Schr. Angebote unter 6648D an den Gieß. Anz. erbet. Schüler sucht Zimmer mit voller Verpflegung. Angebote unter 6629V a.d.G.A. Solides anständiges Mädchen für Geschäfts- Haushalt gesucht. Wasch-und Putzfrau vorhanden. Schriftliche Angebote u. 6640D an den Gießener Anzeiger erbet. Junges Mädchen 14 bis 16 Jahre, aus guter Familie, von 8 bis 4 Ubr für leichte Hausarbeit gesucht. Gute Verpflegung u.Lobn MiWoleL | Kaufgesuche") Gartenhaus zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. u. 04897 an 0. Gieß. Anz. Gebrauchte Oefen und Herde zu verkaufen. Näheres H. Kirchner Bleichstr. 18 H. Gebrauchter Kiaderwagen billig abzugeben. Gartenstraße 28 Verschiedenes H Wer erteilt Unterricht in dovp. Buchführung, Englisch, Deutsch Sofortiges Angebot unter Angab. näher. Einzelheiten unter 6624va.d.G.A. Ein zuverlässiger Wecker läßt ruhig einschlafen und pünktlich erwachen Marktstr. 22 Arbeiter 56 Jahre, mit 5 Kindern, im Alter von 9 bis 18 Jahren, sucht anständige Frau zw. baldig. Heirat. Zuschriften unt. 04893 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Nachlässe von 3 bla 20 v. H. Inhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige / Wir haben uns verlobt Emmi Mütter Karl Grimm Gießen Gießen Dammstraße 48 z.Z. im Felde 31. Oktober 1939 •04902 Ihre Vermählung geben bekannt Otto Dürr Marga Dürr, geb. Wittich Gießen Mücke z.Z. im Westen 2. November 1939 04898 Lichtfpielhaus । GIESSEN ........ Ab heute Donnerstag bis einschl. Sonntag, den 5. November: Wr Ein spannender Kriminalfilm, dessen äußerst menschliche Handlung packt und mitreißtI — In deutscher Sprache! DARSTELLER: Elissa Landi Kent Taylor ^aul Cavanagh, Frances Drake Ferner: 6639 A BeiDrofirämm/Ula-Ton-Menscbaii Arterienverkalkung und hoher Blutdruck mit Herzunruhe, Cchwindelgeflihl, 'dlervostlSl, Ohren, sausen, Zirkulationsstörungen werden durch Antlskleroiin wirksam be» kämpst.Enthält u.a.Llutsalze und Kreiolaufhormone. Greist die Beschwer, den von verschiedenen Richtungen her an. Packung 6o Tabl. Jh 1.85 in Apotheken. Hochinteressante Aufklärungsschrift liegt ,eder Packung betl Bekanntmachung. Um die vorliegenden Anträge auf Festsetzung des Familienunterhalts ordnungsgemäß bearbeiten zu können, ist das Amt nur noch TUonfag, Mittwoch, Freitag und Samstag vormittags für das Publikum geöffnet. 6643C Der Oberbürgermeister. Abt. f. Familienunterhalt. Ritter. Achtung! Schlachtpserde und Schlachtsohlen werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notfchlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Vermittler erhalten hohe Provision! 66fioD Wschlachterel Schilling Äl» Mur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre ^Werbung wirksam unterstützen Geringwertige Drucksachen schaden mehr sie eie nütien. Deshalb e p a r e n Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i eie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut ist die billigste I Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 2251