Nr. 205 Erstes Stall 189. Jahrgang Samstag, 2./§onntag,Z. September 1959 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für) mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die deutsche Front hort die Rede des Führers. Mit den feldgrauen Kolonnen auf den Straßen des Korridors. 3m Morgengrauen. ......... 1. Sept (DAV. Sonderbericht.) Am Morgen des 1. September um 4.45 Uhr begann in breiter Form entlang der Ostgrenze der Vormarsch der deutschen Soldaten in die abgetrennten deut- schen Gebiete. Während der Nacht hatten die Truppen ihre Ausgangsstellungen bezogen. Völlig abgedunkelte motorisierte Kolonnen waren auf allen Straßen in Bewegung. Schwere Geschütze, deren Umrisse man im dichten Nebel nur schwer erkennen konnte, waren zu beiden Seiten auf den Feldern in Stellung gegangen. Panzerabwehr hielt die Wegekreuzungen beseht und Infanteriekompanien lagen bereits in unmittelbarer Nähe der Grenze. Wit Spannung warteten die Soldaten auf den Einsatz, der bald erfolgen sollte. Es herrschte tiefste Stille. Um 5.45 Uhr wurde es mit einem Wal lebendig. Der Vormarsch begann. Zuerst gingen einige Infanteriekompanien vor. Wit kräftigen Axthieben wurde der polnische Schlagbaum aus dem Wege geräumt. Ohne stärkeren Widerstand zu finden, durchquerte die Infanterie in geöffneter Ordnung einen breiten Waldstreifen. Dicht hinter ihnen arbeiteten schon die Pioniere mit Veilen und Motorsägen und räumten die Straßensperren beiseite, die die Polen durch Umschlagen von Bäumen errichtet hatten. In wenigen Winuten wurden die Hindernisse fortgeschafft. Während die ersten Welder angefahren kamen, lag seitlich der Straße schon eine Fern- fprechleitung, von der Weldungen und Befehle von und nach den vordersten Linien durchgegeben wurden. Dann kam der Vormarsch auf kurze Zeit ins Stocken. Die Infanterie hatte den Waldrand erreicht und aus nächster Nähe stärkeres Feuer aus einem Bauerngehöft erhalten. Polnische Soldaten hatten sich dort verschanzt und feuerten aus den Fenstern und hinter den Mauern hervor. Aber die Infanterie umging das Gehöft und griff es nun auch von rückwärts an. Eine Zeitlang knatterten noch die Schüsse, dann herrscht wieder Ruhe. Der Bauernhof wurde genommen. Straße stehen die Mädchen und Frauen der Dörfer und Städte in sonntäglichen Kleidern und reichen den ermüdeten, durstigen Soldaten aus Eimern einen frischen Labetrunk und kleinen Imbiß. Aus den Fenstern der Häuser wehen schnell zusammengenähte Hakenkreuzfahnen. Es sind die gleichen Bilder, die man schon in der Ostmark und im Sudetenland erlebte, wenn nicht der von fern her rollende Kanonendonner wäre. Vereinzelt durchpeitschen Gewehr- und Maschinengewehrschüsse die Luft. Die polnischen Vorposten zogen sich bereits in den frühen Morgenstunden kampflos zurück. Vereinzelt hätten sie noch in den Wäldern Widerstand geleistet. Ein deutscher Panzerwagen ist in einem Städtchen an der Straße nach Bromberg, von bewaffneten Zivilisten aus den Fenstern der Häuser beschossen worden. Die Garbe aus dem Maschinengewehr des deutschen Panzers brachte sie bald zum Schweigen. Am Abend dampften überall die Feldküchen. Vor allem die braven Infanteristen haben sich eine kräftige Kost verdient, sind sie doch an diesem einen Tag viele Kilometer marschiert. Zum letzten Einsatz entschlossen. Eine ernste Entscheidung ist gefallen. Das Deutsche Reich stellt sich zum Kampf, zu dem die Polen es in ihrer maßlosen Verblendung herausgefordert haben. Vor dem Reichstag hat der^ Führer gestern noch einmal dargelegt, mit welch unendlichen Langmut er trotz aller ungeheuerlichen Provokationen der Polen sich bemüht hat, die Lösung des Danzig- Korridor-Problems auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Vergebens, die Polen häbeü es nicht einmal für nötig gehalten, bevollmächtigte Unterhändler nach Berlin zu entsenden, ja sie haben zur gleichen Zeit den Terror gegen die Deutschen in Polen verstärkt und in der vorletzten Nacht sogar den Kampf über die Reichsgrenze getragen. Damit hat Polen gezeigt, daß es nicht verhandeln will, daß es keinem Vorschlag zu einer friedlichen Lösung der zwischen Deutschland und Polen stehenden Probleme zugänglich ist. Polen -Zieht den Appell an die Waffen vor. Das deutsche Volk-' versteht diese Sprache. Es ist entschlossen, Gewalt g-gen Gewalt zu setzen. Auch die tiefste und aufrichtigste Friedensliebe hat ihre Grenzen an der Selbstachtung und Ehre eines großen, stolzen Volkes, das in seinem guten Gewissen nicht irre gemacht werden kann, .nichts anderes zu wollen, als die Wie- dergutmachung eines ihm angetanen Unrechts. Es will mit seinen Nachbarn in Frieden leben, dazu bedarf es der Ruhe an seinen Grenzen und der Ordnung in seinen Verhältnis zu seinen Nachbarn. Wie der Führer einst nach der Rückkehr des Saargebiets feierlich erklärt hatte, daß wir nun keinerlei Grund zu irgendwelchen Differenzen zwischen uns und Frankreich sähen, wie er gestern wiederholt hat, daß der Westwall zugleich für alle Zeiten die Grenze des Reiches sein wird und wir von den Westmächten nichts fordern und nie etwas fordern werden, ebenso klar und offen hat er niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß Deutschland die durch das Versailler Diktat geschaffenen Verhältnisse an seiner Ostgrenze, die durch Polens Schuld eine so scharfe Zuspitzung erfahren haben, niemals als endgültige hinnehmen werde. „Das Diktat von Versailles ist für uns Deutsche kein Gesetz", einen Der- trag, dessen Unterschrift ihm mit brutaler Gewalt abgepreßt worden ist, kann kein ehrliebendes Volk als für sich bindend anerkennen. Der Revisionsprozeß ist eingeleitet, es war des DiepolmscheWesterplatteunlerJeuergenommen I .MW tz. •>' • <;% M - SÄs W & Die bei Neufahrwasser im Danziger Hafen liegende „Schleswig-Holstern das Schulschiff der deutschen Kriegsmarine, nahm die bekannte, von den Polen besetzte Westerplatte, auf der sich seit langem gefährliche polnische Munttionsdepots befinden, unter Feuer. Auf unserem telegraphisch übermittelten Bild sieht man im Vordergrund die Schleswig- Holstein"; rechts hinten die Rauchwolken über der brennenden Westerplatte. — (Scherl-M.) Mit den deutschen Truppen aus dem Vormarsch. ohne daß es auf deutscher Seite Verletzte gegeben hätte. Die Polen verloren Tote und Gefangene. Während die Infanterie weiter im Gelände vorging, rollten auf der frei gemachten Straße auch schon die schweren Waffen an. Fünf Stunden später. ..., 2. Sept. (DNB., Sonderbericht). Gegen 10 Uhr an diesem unvergeßlichen Freitag, rund 5 Stunden nach dem Einmarsch, verharrten die riesenlangen grauen Kolonnen auf den Korridor- straßen zu kurzer Rast. Es ist gerade die Stunde, an der der Führer vor dem Deutschen Reichstag zum Volke spricht. Infanterie, Artillerie, Pioniere, die Männer von der Flakartillerie, kurz alles, was der graue Heerbann an Waffengattungen enthält, sammelt sich an den Stellen, wo die Stimme Adolf Hitlers, des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, aus dem Lautsprecher klingt. Um einzelne Häuser stehen die Männer und lauschen auf die Worte, die der Rundfunkapparat durch die geöffneten Fenster weithin nach draußen schallen läßt. Später sind auch die Kraftfahrzeuge mit Empfangsgerät vertreten. Sie sind von feldgrauen Scharen umlagert. In tiefer . Ergriffenheit vernimmt so die Front die Stimme ihres ersten Soldaten. Stunde um Stunde, pausenlos und unaufhaltsam geht dann der Vormarsch bis in den sinkenden Abend hinein. Auf allen Straßen nach Osten geht die Bewegung unaufhörlich weiter. Beiderseits dieser Straßen geht sichernd und tastend d i e I n - fanterie auf den Flanken vor. Die Straßen sind zunächst in leidlichem Zustand. Mitunter hat man sie aufgerissen oder durch Minen die Straßendecke zerstört. Aber in kürzester Zeit sind diese Stellen wieder ausgebessert, sind Gruben und Sprenglöcher wieder zugeschüttet. Die deutschen Einwohner der Ortschaften beteiligen sich mit schnell herbeigeholten Spaten und Hacken mit Freuden an diesem freiwilligen Arbeitsdienst. Sie lesen dem deutschen Soldaten jeden Wunsch von den Augen ab und erfüllen ihn. Die Freude, die ihnen dieses Geben und Kämpfen macht, drückt sich auf ihren Gesichtern aus. Zulange und grausam waren die Jahre der Quälereien, die sie erdulden mußten, bis in die jüngsten Tage und Stunden hinein. Jetzt ist der seelische Druck von ihnen genommen, sie können wieder aufatmen, sie, die gerade in den letzten Tagen oft der Verzweiflung nahe waren. Ein Gutsbesitzer, ehemaliger deutscher Rittmeister, dessen unangemeldete aber herzlich aufgenommene Mittagsgäste wir sind, erzählt, daß noch am heutigen frühen Morgen von den Polen eine Pferde- musterung angesetzt worden war. Die Bauern mußten ihre Pferde auf dem Dorfanger zusammentreiben. Aber als sie gerade auf einem Haufen standen, erschien ein deutsches Flugzeug. Die polnische Pferdekommission spritzte auseinander und ward nicht mehr gesehen. Zu beiden Seiten der Bei der Truppe, 1. Sept. (DNB.) 4.50 Uhr: Wir stehen auf einer lichten waldbestandenen Anhöhe. Zu unseren Füßen breitet sich in dem ungewissen Licht des heraufdämmernden Morgens das alte deutsche Land, das bis heute noch unter polnischer Willkür stand. 200 Meter vor uns liegt das Dorf, dessen Bach die Grenze zwischen Polen und Deutschland bildet. Die einzige darüber führende Brücke wurde bereits vor Wochen von den Polen zerstört. Um uns herrscht das große Schweigen dieser frühen Morgenstunde. Nur hin und wieder dringt aus den hinter uns liegenden Gebieten leises Rasseln und fernes Motorengeräusch. An den in Gebüschgruppen und kleinen Wäldern gut getarnt stehenden deutschen Geschützen herrscht vollkommen Ruhe, und nur die auf der Straße zu unserer Linken pausenlos dahinrasenden Meldefahrer lassen vermuten, daß in wenigen Minuten der Augenblick gekommen sein muß, auf den die Deutschen jenseits der Grenze seit Wochen und Monaten warten. Die Stunden der letzten Nacht haben uns, die wir in den letzten Tagen schon oft von der Stärke und Bereitschaft unserer Truppe ein eindrucksvolles Bild machen konnten, in überwältigender Weise bewiesen, mit welch großer Berechtigung der Führer das deutsche Volk immer wieder auf seine unbedingte Sicherung durch die Wehrmacht des Dritten Reiches Hinweisen konnte. Die Nachricht von den Ueberfällen polnischer Banden auf den Gleiwitzer Sender, das Ratiborsr Gebiet, das Grenzstädtchen Pitschen bei Kreutzburg hatte sich blitzartig unter den Tausenden und aber Tausenden der auf allen Straßen und Wald- und Wiesenwegen marschierenden deutschen Soldaten herumgesprochen. Und allenthalben war eine Meinung zu hören: Jetzt ist das Maß voll. Jetzt muß der Führer den Befehl, den wir seit Tagen erwarten, geben. Mit zunehmendem Licht werden die Straßen und Wege leerer. Die Divisionen scheinen vom Erdboden verschwunden zu sein Hier und da, mit dem Glas zu erkennen, stehen auf markanten Geländepunkten kleine Gruppen von Offizieren, die Blicke nordwärts gerichtet. Da, von der linken Flanke her, aus zwei bis drei Meter Entfernung zwei dumpfe rasch aufeinanderfolgende Schläge. DerKampfhatbegonnen. Zunächst noch in langen Abständen wiederholen sich die Abschußdetonationen der deutschen Artillerie. Und nun wird es vor uns an dem Grenzbach lebendig. Deutsche Infanterie überschreitet den Bach und geht in Schützenrudeln in dem weiten Wiesengelände, das hie und da mit dünnem Buschwerk durchsetzt ist, in einer bewundernswerten Stetigkeit und Schnelligkeit vor. Von einem ernsthaften Widerstand der Polen ist kaum etwas zu spüren. Nur wenige Gewehrschüsse tönen zu uns herüber, kurze Feuerstöße einiger schwerer Maschinengewehre räumen blitzartig den geringfügigen Widerstand aus dem Wege. Bald verlieren wir die vordersten Schützen in dem leichten Morgennebel aus dem Auge, und nur die jetzt immer häufiger zum Himmel steigenden Leuchtkugeln zeigen der Artillerie an: Feuer vorverlegen. Sie geben uns damit die Gewißheit, daß die Sicherung des Brückenkopfes, die erste Aufgabe dieser Einheiten, binnen kurzem gelöst sein dürfte, und schon rollen die aewalttgen Zugmaschinen der Pioniere heran und schleppen das Baumaterial und die Pontons an das Ufer des Baches. Wenige hundert Meter zurück stehen gegen jede Erd- und Fliegersicht gedeckt zahllose Panzerwagen aller Größen bereit, sobald die Brücke fertiggestellt ist, der Infanterie nachzueilen und mit ihr gemeinsam, dem Angriffsziel des ersten Tages zuzustreben. Wir fahren zurück und erleben nun eine Reche von Szenen, die mitzuerleben wir so manchem Propheten der Weltmeinung gewünscht hätten, der mit unverantwortlichen Voraussagen von deutscher Berlin, 1. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Zuge der deutschen Kampfhandlungen aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen wurden an allen Fronten schon heute die erwarteten Anfangs- erfolge erzielt. Die von Süden über das Gebirge vorgegangenen Truppen haben die Linie Neumarkt — Sucha erreicht. Südlich Mährisch-Ostrau ist die O l s a bei T e s ch e n überschritten. Südlich des Industriegebietes sind unsere Truppen in Höhe von Kattowitz im zügigen Vordringen. Die aus Schlesien an- gesetzten Truppen sind im zügigen Vorgehen in Richtung Tschenstochau und nördlich davon. Im Korridor nähern sich unsere Truppen der B r a h e und haben die Netze bei Nakel erreicht. Dicht vor Graudenz wird gekämpft. Aus Ostpreußen vorgehende Kräfte stehen tief auf polnischem Gebiet im Kampf.. Die deutsche Luftwaffe hat heute in wiederholten kraftvollen Einsätzen die militärischen Anlagen auf zahlreichen polnischen Flugplätzen, so z. B. Rahmel, Putzig, Graudenz, Posen, Plock, Lodz, Tomaszow, Radom, Ruda, Kattowitz, Krakau, Lemberg, Brest, Terespvl an- gegriffen und zerstört Außerdem unterstützen mehrere Schlachtgeschwader wirkungsvoll das Vor- Panik den polnischen Wahnsinn unterstützt. Wie an jedem anderen Morgen wird bis auf wenige Meter an die feuernden Batterien heran das Vieh auf die Weide getrieben. Hier und dort wird noch eine letzte Stiege Roggen eingefahren, wie der aus allen Häusern der großen Dörfer leicht emporsteigende Rauch verrät, daß diese deutschen Menschen an der Grenze voll Zuversicht und gestärkt durch das Zusammentreffen mit der deutschen Truppe in den letzten Tagen ihren Pflichten und Aufgaben mit der gleichen Ruhe und Selbstverständlichkeit nachgehen wie in Zeiten, in denen die auffahrenden Geschütze, die durch das Dorf brausenden Panzer und über den Dächern dahinziehenden Fliegerstaffeln nur Begleiterscheinungen des friedlichen Herbstmanövers waren. Unüberwindliche Kraft der deutschen Wehrmacht und unerschütterlicher Glaube der Bevölkerung an den Führer sind die starken und bleibenden Eindrücke dieses ersten Tages im Osten. wärtskommen des Heeres. Die deutsche Luftwaffe hat sich damit heute die Luftherrschaft über dem polnischen Raum erkämpft, obwohl starke Kräfte in Mittel- und Westdeutschland zurückgehalten wurden. Teile der deutschen Seestreitkräfte haben Positionen vor der Danziger Bucht eingenommen und sichern die Ostsee. Das in Neufahrwasser lie- gende Schulschiff „Schleswig - H o l st e i n" nahm die von den Polen besetzte Westerplatte unter Feuer. In Gdingen wurde der Kriegshafen durch die Luftwaffe bombardiert." Polnische Nundfunklüge. Deutsche Luftwaffe bombardierte ausschließlich militärische Ziele. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der polnische Rundfunk meldet, daß deutsche Fliegerverbände d i e offenen polnischen Städte Kattowitz, Krakau, Grodno und die Westerplatte mit Bomben angegriffen hätten. Hierzu wird amtlich fest gestellt, daß die deutsche Luftwaffe ihren Weisungen gemäß ausschließlich militärische Ziele in und bei diesen befestigten Städten mit Bomben belegt hat. An allen Fronten die erwarteten Ansangsersolge erzielt. Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht. Interessiertes Echo im Ausland Deutsche Soldaten an der Grenze mit zur seiner Regierung. Diese Melodie kennen wir Genüge! Es ist die Melodie von Versailles. Die letzte Provokation. Feuerüberfall auf die offeneStadtBeuthen. Beuthen, 1. Sept. (DRV.) Gegen vier Uhr früh wurden von einem polnischen Flugzeug s e-ch s Bomben in die Volkswohnsiedlung in der Hohenlindener Straße im Kreise Preiskretscham abgeworfen. Außer geringer Sachbeschädigung hatten die polnischen Bomben keine Wirkung. Menschenleben kamen nicht zu Schaden. Roch bevor die deutsche Wehrmacht auf Befehl des Führers die polnischen Grenzverletzungen und Uebergriffe mit Gewalt beantwortete, belegte die polnische Armee die offene Stadt Beuthen mit A r t i l l e r i e f e u e r. In Abständen von fünf Minuten schlugen in den verschiedenen Stadtteilen Beuthens Granaten vom Kaliber 7,5 Zentimeter ein und richteten in verschiedenen Straßenzü-gen Sachschaden an. In der Kgttowitzer Straße wurde durch eine einschlagende Granate ein Haus in Brand geschossen. Weitere Einschläge waren in der chohenzollernstroße und in der Nähe des Hauptbahnhofes festzustellen. Die Beschießung der offenen Stadt Beuchen durch die polnische Artillerie war als Signal für die polnischen Aufständischenbanden gedacht, die nach der Aussage von Gefangenen von der polnischen Armeeleitung den Auftrag erhalten hatten, in der vergangenen Nacht Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg zu überfallen, um den Weg zur. Oder frei zu machen. Daß es sich bei der Beschießung Beuchens um eine planmäßige strategische Maßnahme der polnischen A rm e e handelt, ist auch daraus zu erkennen, daß die Eisenbahnstrecke Beuthen —Königshütte unter Feuer genommen wurde und daß weiterhin die Hohen zollern-Grube bei Beuthen von der polnischen Artillerie beschossen wurde. Die polnische Artillerie hat hierbei ihr Ziel, durch Zusammenschießen des Förderturmes den Betrieb stillzulegen, nicht erreicht. Während bei dieser Beschießung kein nennenswerter Sachschaden anqerichtet wurde und auch Personen nicht zu Schaden kamen, hat der Ueberfall auf die offene Stadt Beuthen bisher zwei Tote und 35 Verletzte an Opfern gefordert. Chamberlain sielli die Dinge auf den Kopf. Oie Ltnterhaus-Re-e -es britischen Ministerpräsidenten leugnet klare Tatsache England war von den Vorschlägen des Führers unterrichtet. Berlin, 1. Sept (DNB.) Der englische Rundfunk behauptet, daß die englische Regierung von den Vorschlägen des Führers zur Lösung des Danzig- und Korridor-Problems nicht in Kenntnis gesetzt worden sei. Demgegenüber wird amtlich mitgeteilt, daß die Donnerstag abend veröffentlichten Vorschläge bereits am Mittwochabend dem britischen Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, durch den Reichsaußenminister von Ribbentrop persönlich wortwörtlich zur Kenntnis gebracht wurden. Des weiteren wurden ihm die wichtigsten Punkte dieser Vorschläge durch den Reichsaußenminister, noch eingehend erläutert. in den Weg stellte. Ministerpräsident Chamberlain erklärt weiterhin, die englische Regierung habe der deutschen Regierung mitgeteilt, daß sie im gegenwärtigen Konflikt die Notwendigkeitder Eile vollkommen anerkannt habe und auch die Befürchtungen des Kanzlers teile, die sich aus der Tatsache ergebe, daß zwei mobilisierte Armeen einander gegenüberstehen. Es erhebt sich hier die Frage, warum die britische Regierung, die ja doch der polnischen Regierung zu ihrem provokatorischen Handeln die Blankovollmacht gegeben hatte, nun andererseits nicht genügend Ueberredungs- kunst anwandte, um die polnische Regierung zu einem anderen Verhalten und einer weniger aufreizenden Politik zu veranlassen. Cs ist auch nicht wahr, daß von Deutschland aus aggressive Akte gegen Polen vorgenommen worden sind. Es war die polnische Regierung, die unter dem Druck der Straße und beauftragt von einer wild gewordenen Soldateska jene Aggressionsakte vollzog, die nun zum unvermeidlichen Konflikt geführt haben. Es ist auch nicht wahr, wenn Chamberlain erklärt, daß die Vorschläge des Führers Polen niemals zur Kenntnis gebracht worden seien. Denn erstens sind sie bereits dem britischen Botschafter Sir Revllle Henderson am vergangenen Mittwochabend durch den Reichsauhenminister von Ribbentrop mitgeteilt worden. And zweitens hat die polnische Regierung noch am Donnerstagabend im Warschauer Rundfunk erklären lassen, daß diese Vorschläge gänzlich u n- diskutabel seien. Es kann also auch nicht die Rede davon sein, daß die polnische Regierung die Vorschläge nicht gekannt haben sollte, von denen sie selbst behauptet, daß sie undiskutabel seien. Darum handelt es sich auch gar nicht, sondern es handelt sich darum, daß die polnische Regierung sich zwei Tage lang geweigert hak, einen bevollmächtigten Unterhändler nach Berlin zu schik- ken, in der sicheren Erwartung, daß die deutsche Reichsregierung tage- und wochenlang hingehalten werden könnte und sich damit eine bessere Situation für die vollkommen zerfahrene polnische Politik ergeben könnte. Es erübrigt sich deshalb, näher darauf einzugehen, wenn Chamberlain behauptet, daß Deutschland in Verhandlungen Über Vorschläge eintreten wollte, welche Polen niemals gehört hätte. Polen kann, wie gesagt, keine Vorschläge ablehnen, die es nicht kennt. Es muß also die Vorschläge gekannt haben, wenn es sie am Donnerstag- Rechts: Eines der zahlreichen Flakgeschütze, die Deutschlands Luftraum gegen jeden feindlichen Angriff sichern. — Links; Alarm in der Stellung! Stahlhelm auf und raus. — (Scherl-Bilderdienft-Schlüter-M.) sich Deutschland zu einer Volksabstimmung bereit nach den von den Westmächten »bisher anerkannten Völkerbundsprinzipien. Man ist verwundert darüber, daß die Regierungen der Westmächte nicht den Friedenswillen hatten und die Autorität besaßen, um diesen Vorschlag als Basis für eine Einigung anzunehmen. Sie haben unklug gehandelt, indem sie den Konflikt ausbrechen ließen, und zwar wegen der Forderungen, zu denen das deutsche Volk berechtigt ist. Guter Eindruck in Holland. Amsterdam, 2. Sept. (Europapreß.) Die Führer-Rede in der historischen Sitzung des deutschen Reichstages wurde in Holland von großen Teilen der Bevölkerung am Rundfunk mitgehört. Der stärkste Eindruck, den die holländische Regierung empfangen hat, ist, daß die Reichsregierung offenbar bestrebt ist, auf ihrer Seite alles zu tun, um den aus der Lösung der deutsch-polnischen Streitfragen entstandenen Konflikt auf einen möglich st engen Raum zu beschränken. Diese Feststellung macht in Holland einen beruhigen- den Eindruck. Eine günstige Aufnahme findet auch die vom Führer mitgeteilte Anordnung, daß die deutsche Luftwaffe ihre Aktionen auf militärische Ziele beschränke und das damit verbundene erneute Bekenntnis zu humaner Kriegsführung. Das Echo in Mskau. Moskau, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Leitartikel aller Moskauer Blätter find am Samstag der Beendigung der Tagung des Obersten Sowjets gewidmet sowie dem größten Ereignis der außenpolitischen Rede Molotows und der Ratistzie- rung des deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffs- und Konsultativpaktes. Die „P r a w d a" spricht von einem geschichtlichen Ereignis, das der Oberste Sowjet und mit ihm das ganze Land mit tiefer Befriedigung ausgenommen habe. Die Rede Molotows nennt das Blatt eine Demonstration der Sowjet- Friedenspolitik und hebt noch einmal hervor, wie schonungslos der Außenkommissar die Intrigen und Provokationen der Westmächte entlarvt habe. Das ganze Land habe die Erklärung Molotows, die von Kraft und Wahrheit zeugte, mit unbeschreiblicher Begeisterung ausgenommen. Aber abend im Warschauer Rundfunk zurückweisen ließ. Es ist auch nicht anzunehmen, daß der deutsche Reichsaußenminister v. Ribbentrop dem britischen Botschafter Sir Neville Henderson das Dokument in größter Schnelligkeit vorgelesen habe. Im Gegenteil! Der Inhalt dieses Dokumentes ist dem englischen Botschafter nicht nur mitgeteilt, sondern in einzelnen Punkten noch erläutert worden. Die deutsche Regierung beabsichtigte keineswegs, daß ein polnischer Unterhändler ein Diktat entgegennehmen sollte. Es ist vielmehr so, daß dieser polnische Unterhändler überhaupt nicht erschien, Polen sich vielmehr erdreistete, den Führer und die deutsche Reichsreaierung zwei Tage lang auf einen bevollmächtiaten Vertreter der polnischen Regierung warten zu lassen. Der englische Ministerpräsident behauptete weiter, daß am heutigen Morgen offene polnische Städte bombardiert wurden. Das deutsche Dementi, das bereits im Rundfunk und in der Presse veröffentlicht worden ist, straft auch diefe Behauptung Lügen. Nirgendwo find offene Städte bombardiert worden, noch sollen sie nach dem ausdrücklichen Befehl des Führers bombardiert werden. Die deutsche Luftwaffe hat nur befestigte und militärische Anlagen angegriffen. Deutsche Truppen haben erst die polnische Grenze überschritten, als bereits polnische Truppen an mehreren Stellen die deutsche Grenze überschritten und dabei in Gleiwih ein feiges und hinterhältiges Attentat auf den dortigen Sender unternommen hatten. Die Drohungen, die der englische Ministerpräsident Chamberlain am Schluß seiner Rede gegen Deutschland aussprach, besitzen daher keinerlei sachliche Grundlagen, am allerwenigsten aber kann die Erklärung bei uns Eindruck machen, England habe keinen Streit mit dem deutschen Volk sondern nur Warmes Znieresse in 3falien. Rom, 2. Sept. (Europapreß). Die Ankündigung des außerordentlichen Ministerrates am Freitagnachmittag hat die fieberhafte Spannung im italienischen Volk nur gesteigert. Erstmals seit Beginn des deutsch-polnischen Konflikts sind Ansammlungen auf den Plätzen und namentlich vor den Zeitungskiosken zu verzeichnen. Die «Sonderausgaben wurden den Zeitungsverkäufern buchstäblich aus den Händen gerissen. Die Menge staute sich besonders vor den Radiogeschäften, wo das amtliche Kommunique um 4.30 Uhr übertragen wurde. Die Ankündigung der vorläufigen militärischen Neutralität Italiens wurde mit sichlicher Erleichterung ausgenommen. Nach einer halben Stunde erschienen die ersten Extrablätter mit dem Commu- niqu6 und fanden reisenden Absatz. In den ersten Nachmittagsstunden sind Extrablätter mit der Rede des Führers und seiner Proklamation an die Wehrmacht erschienen. Das Extrablatt des „Popolo d'Jtalia" veröffentlicht sie unter der Schlagzeile „Das Reich nimmt die Herausforderung Polens an. Der Würfel ist gefallen." — Der „Corriere della Sera" nennt die Rede des Führers ergriffen und dramatisch und hebt besonders seinen Dank an Italien hervor, das Deutschland während dieser Zeit unterstützt und verstanden habe. „Gin realistischer und redlicher Vorschlag." Verständnisvolles Echo in Schweden. Stockholm, 2. Sept (Europovreß.) In sehr deutlicher Form wendet sich die weit verbreitete Stockholmer Abendzeitung „Aftonbladet" gegen die ablehnende Haltung der Westmächte gegenüber den deutschen Verhandlungsangeboten an Polen. Das Blatt schreibt, der deutsche Vorschlag über die Regelung der Danziger Frage und des Korridor- problems war ein realistischer und redlicher Vorschlag und ein loyaler Appell an die internationalen Friedenskräfte. Die einzige direkte Forderung bezog sich auf Danzig, das nach normalen völkerrechtlichen Prinzi - pien Deutschland zurückgegeben werden sollte. In bezug auf gewisse Gebiete des Korridors erklärte Führers Stolz, daß er ihn bis heute für fein Volk mit friedlichen Mitteln hatte führen können. Auch den Polen gegenüber hat Deutschland immer wieder versucht, in Gutem zu einer Äsung zu kommen, die Deutschlands berechtigte Revisionsansprüche mit den polnischen Lebensnotwendigkeiten in Einklang brachte. Der Mitte der Woche gemachte Vorschlag des Führers zeugte noch einmal von der Verständigungsbereitschaft und dem Friedenswillen Deutschlands. Er ist in Warschau anscheinend als Schwäche ausgelegt worden. Die Entscheidungen des gestrigen Tages und die ersten Erfolge unserer bereits weit über die polnische Grenze vorrückenden Truppen werden inzwischen die Polen eines andern belehrt haben. Auch die sprichwörtliche Geduld des Deutschen hat einmal ein Ende und Polen wird nun erfahren müssen, daß das deutsche Volk in zwanzig Friedensjahren nicht vergessen hat zu kämpfen, wenn es für eine gerechte Sache zu den Waffen greifen muß. Der Führer hat selbst das Ziel gesteckt: Deutschland wird solange die Waffen nicht niederlegen bis entweder die derzeitige polnische Regierung oder eine andere bereit ist, ihr Teil zur Lösung des Danzig-Korridor-Problems und zur Beseitigung der „mazedonischen Zustände an der deutsch-polnischen Grenze" beizutragen und damit den Willen zu friedlichem Zusammenleben mit dem deutschen Nachbarn zu zeigen. Das ist ein eng begrenztes Ziel des Deutschland frevelhaft aufgezwungenen Kampfes, das keine Interessen irgendeiner dritten Macht berührt. Der Konflikt ist also rein lokaler Natur und das Deutsche Reich ist entschlossen ihn allein zu lösen und die Hilfe des italienischen Bundesgenossen nicht in Anspruch zu nehmen. Jede Einmischung dritter Mächte würde nur davon zeugen, daß ihnen allein an der Erhaltung und Rührung des ewigen Streits an den Grenzen des deutschen Lebensraums gelegen ist, um das mit großen inneren Aufgaben beschäftigte nationalsozialistische Deutschland nicht zur Ruhe kommen zu lassen, daß sie für die Verewigung des Unfriedens, nicht aber für die Stabilisierung des Friedens unter den Völkern kämpfen wollen. Deutschland jedenfalls hat durch den Mund feines Führers eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß es von keiner dritten Macht etwas zu fordern hat und keine dritte Macht im deutsch-polnischen Raum für sie lebenswichtige Interessen zu verteidigen hat. Sollte man in Paris und London anderer Auffassung sein, so würde dies Deutschland, wie der Führer vor dem Reichstag erklärte, „auch nicht eine Sekunde in seinem Entschluß wankend machen, die schwärende Wunde an seiner Ostgrenze auszuschneiden und hier solche Verhältnisse herzustellen, die den Notwendigkeiten einer wahren europäischen Friedensordnung entsprechen. Der Führer hat seine unbeugsame Entschlossenheit kundgetan, diesen Kampf um einen wahren Frieden zu Ende zu führen, mag kommen, was wolle. Er wird wie in seinem ganzen Leben auch in dieser ernsten Stunde des Kampfes um Deutschlands heiligste Lebensrechte des Reiches erster Soldat sein, der keine Kapitulation kennt. Und mit ihm tritt in unverbrüchlicher Treue und Opferbereitschaft ein Volk an, das mit stolzem Vertrauen auf feine junge Wehrmacht blickt und mit heißen Wünschen seine Söhne im feldgrauen Rock in den Kampf geleitet, das aber auch weiß, daß es in diesem Kampf um das Leben der Nation geht, um das ewige Deutschland, dessen Zukunft den höchsten und letzten Einsatz lohnt, wo und wie auch immer dieser Einsatz von jedem einzelnen gefordert werden mag. Fr. W. Lange. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Das enalische Unterhaus trat am Freitag um 18 Uhr zusammen, um eine Erklärung des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain entgegenzunehmen. Dos Haus war voll besetzt, die Galerien überfüllt. Chamberlain erging sich in langen Ausführungen über die augenblickliche Situation und die daraus von England zu ziehenden Folgerungen. Seine Rede war in allen Punkten außerordentlich angreifbar, und in mancher Hinsicht stellt sie die Dinge auf den Kopf. Wenn er z. B. behauptete, die englische Regierung haben kein Mittel unversucht gelassen, die gegenwärtige Situation zu vermeiden, so muß daran erinnert werden, daß es doch England war, bas Polen eine Blankovollmacht zur Verfügung stellte, derzufolge Polen erst in die Lage versetzt wurde, Deutschland gegenüber diese aufreizende und provokatorische Politik zu führen, die zum gegenwärtigen Konflikt geführt hat. Es ist also nicht an dem, wie der englische Ministerpräsident Chamberlain behauptet, daß die Verantwortung bei Deutschland zu suchen sei. England trägt ein gerüttelt Maß von Schuld an diesen Ereignissen. Nicht Ehrgeiz, wie Chamberlain behauptet, hat den Führer beseelt, sondern die feste Entschlossenheit, den Versailler Vertrag auch im Osten zu beseitigen, der Deutschland in einen Zustand gezwungen hat, in dem es als Volk und Nation weder leben noch sterben kann. Es ist also nur ein A k t der Notwehr, wenn der Führer jetzt Polen gegenüber Gewalt gegen G e - walt setzt. Der englische Ministerpräsident scheint vergessen zu haben, daß der Führer und die deutsche Reichsregierung unermüdlich seit Monaten auf eine friedliche Lösung des deutsch-polnischen Problemes gedrängt haben, daß es aber gerade England war, das sich dieser Lösung, die in einem loyalen und äußerst fairen Vorschlag ihren Niederschlag fand, Das Gegenteil ist richtig! Erst durch die Beseitigung des Versailler Vertrages kann Deutschland wieder in den Kreis gleichberechtigter Nationen zurückkehren und damit auch Europa wieder seinen Frieden und seine innere Stabilität zurückgewinnen! Oie Gesamtmobilmachung in England. London, 1.,Sept. (DNB.) Wie der englische Rundfunk meldet, wurde in England die Gefamt- fnobilmachung befanntgegeben. Zahlreiche Untergrundbahnstationen in London sind geschlossen worden; eine Reihe von Strecken der LI-Bahn ist ftillgelegt worden mit Rücksicht auf die Gefahr der (Überflutung im Falle eines Bombenangriffes, da ein Teil der 0-Bahn-Strecken unterhalb des Themse-Spiegels liegt, lieber den englischen Rundfunk gingen im Laufe des Freitagvor- und -nachmittags zahlreiche Aufrufe an die Bevölkerung. Vor allem richtete der Landwirtschaftsminister einen Appell an die Bevölkerung, freiwillig bei den letzten Ernte ar beiten mitzuwirken. Zwar fei die Ernte im allgemeinen befriedigend hereingebracht worden, doch gebe es noch einzelne Stellen des Landes, an denen die freiwillige Mit- arbeit der Bevölkerung erforderlich märe. Das gesamte Luftschutz-Warn-System ist in England am Freitagmittag in Kraft gesetzt worden. Paris ordnet Mobilmachung an Paris, 1. Sept. (DNB.) Die französische Re^ gierung hat heute die Mobilmachung für den 2. September angeordnet. In Paris hat die Nachricht von der Eröffnung deutscher Vergeltungsmaßnahmen gegen Polen wie eine Bombe eingeschlagen. Heb er all auf den großen Boulevards sieht man Gruppen zusammenstehen, die über die weiteren Folgen diskutieren, die dieses Ereignis sowohl vom außenpolitischen als besonders vom militärischen Standpunkt aus für Frankreich haben könnte. Man rechnet mit der Einberufung des französischen Parlaments für Samstag. M WA - leqen" kann, so bleibt den von der Hitze betroffenen Nsichshauptstädtern nichts anderes übrig, als eine Ich wollt', ich wär' ein Pinguin Bei „Papa Heck" im Garten. Dann könnt' von mir aus in Berlin Die größte Hitze starten. Man brächte mich in einen Raum Doll wundervoller Kühle; Dort spürte ich — welch holder Traum! — Rein gar nichts von der Schwüle! Verkehrsmittel wie Straßenbahn, Untergrundbahn und Autobus hinzu, dann ergeben sich so phantastische Ziffern, daß man wohl getrost von einer Entvölkerung Berlins an diesem Sonntag sprechen kann. Trotz dieser Flucht in die Natur entrang sich dem verschmachtenden Berliner noch mancher Stoßseufzer, so daß auch dieser Wunsch begreiflich ist: Ich wollt' ich wär' ’ne Flasche Sekt, Das wär gar nicht übel! Man täte mich, weil's besser schmeckt, In einen Silberkübel. Wie schön erschiene mir die Welt In diesen heißen Tagen, Denn, daß man mich hat — kalt gestellt, Ertrüg' ich mit Behagen! - Der Gesandte der Schweiz in Rom wurde von Staatssekretär Basti ani empfangen. Er überreichte eine Note des Bundesrates, in der die Schweiz ihre loyale Neutralität bekräftigt. Bastiam versicherte, daß Italien seinerseits auch die Neutralität der Schweiz achten werde. In diesem Jahre kann das. Berliner Post- wesen auf ein Bestehen von 550 Jahren zuruck- blicken, da bereits zwischen den Städten Berlin- Kölln und Magdeburg und Leipzig tm Jahre idöV ein Postdienst von „reisigen" Boten durchgefuhrt wurde. Dieses Postwesen folgte dem Beispiel der Deutschen Ordensritter, die ihrerseits schon 1267 in der Marienburg einen „Briefstall", der sich damals allerdings „Bryffstall" schrieb, eingerichtet hatten. Sehr, sehr alte Leute werden sich noch erinnern, daß man noch im vorigen Jahrhundert die Briese stets zum „Briefstall" tragen mußte, d. h. lebe der verschiedenen Posten hatte ihr eigenes Abfertigungs- kontor. Dann aber kamen die Briefkasten aus, in die man — wie wir heute ohne Bedenken — feine Briefschaften warf. Anders wäre in den großen Hundstage in der Reichshauptstadt Von unserer Äerliner Schriffleiiung. Der dänische Außenminister Munch kehrte von Oslo nach Kopenhagen zurück und bestätigte, daß die drei nordischen Staaten Maßnahmen beschlossen haben, die den Warenaustausch zwischen den drei Ländern fördern sollen. Alle drei Staaten hielten an dem Neutralitätsbegriff strikt fest. * Der rumänis ch e Mini st errat hielt am Freitagnachmittag eine außerordentliche Sitzung ab, über deren Beschlüsse bisher nichts bekannt wurde. Man erwartet eine Neutralitätserklärung Rumäniens. ♦ Der Warschauer Rundfunk veröffentlicht sine Sondermeldung, die die Regelung der Nachfolge in der Besetzung des Staatspräsiden t e n p o st en s behandelt. Danach ist bei einem unvorhergesehenen Ausscheiden des Prästden.- ten Moscicki als Nachfolger Marschall Rydz-Smigly vorgesehen. Der Führer empfing in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen die neuernannten Botschafter von Argentinien, Dr. Olivera, und von Brasilien, de.Freitas-Valle sowie den neuen Gesandten von Venezuela, Dr. Zerega-Fom- Frage, ob sich Amerika heraushalten werde, antwortete Roosevelt: „Ich hoffe es nicht nur aufrichtig, sondern ich glaube, wir können e s. Die v8^.-Regierung wird jede Anstrengung machen, .Amerika herauszuhalten. Abreise des Genfer Kommissars aus Danzig. Danzi g, 1. Sept. (DNB.) Gauleiter Forster suchte am Freitagmorgen um 7.25 Uhr den Genfer Kommissar Burkhardt in seinem Dienstgebäude auf. Der Genfer Kommissar hat mit seinen Mitarbeitern gegen 9-Uhr in einer Autokolonne Dan- zig verlassen. Auf dem Dach des Gebäudes des Genfer Kommissars stieg nach dessen Auszug die Hakenkreuzfahne auf. Eine große Menschenmenge, die die Abfahrt des Genfer Kommissars beobachtet hatte, fand sich zu einer Kundgebung zusammen. In überströmender Freude und tiefer Ergriffenheit erklang das Deutschlandlied, während das Hakenkreuzbanner am Mast emporstieg. Der Genfer Kommissar Burkhardt hat sich nach Ostpreußen begeben. Kleine politische Nachrichten. Der schweizerische Bund es rat hat am Freitagvormittag auf Antrag des Generals einstimmig beschlossen, die Generalmobilmachung anzuordnen. Als erster Mobilmachungstag wurde der 2. September festgesetzt, wobei die Frist von Mitternacht an läuft. ___________ darf man einen Blick in das auf dem Ufa-Gelände stehende Gebäude werfen, in dem sich die Kleiderwerkstätten befinden, wo unter der sachkundigen Leitung von Modeberatern und Modeberaterinnen alle die prunkvollen Herrlichkeiten entstehen, die hernach unser Auge im Film entzücken. Es müssen sehr geschickte und kluge Modefachleute sein, die hier ihres Amtes walten, denn sie müssen im alten Aegypten ebenso Bescheid wissen wie im Zeitalter Ludwigs XIV. und im — kommenden Winter. Im kommenden Winter deshalb, weil die Filme, die in der Jetztzeit spielen, selbstverständlich die allerneuste Mode zeigen müssen. Denn auch die heutigen Frauen möchten gern die besseren Diplomaten sein, wozu ein verführerischer Schwingrock mitunter verhilft. So etwa denkt zur Zeit jeder Einwohner von Berlin, über dem schon seit Wochen eine fast subtropische Hitze brütet. Was aber hat das mit dem Garten von „Papa Heck" zu tun? Nun, der Garten oon „Papa Heck" ist der Berliner Zoologische Garten, dessen langjähriger Direktor Dr. Heck bei den Berlinern noch in allerbester Erinnerung ist, wenn jetzt auch sein Sohn Dr. Lutz h-ck das Erbe des im verdienten Ruhestande leben- bcn Vaters übernommen hat. Und die Pinguine? 3i, die haben es gut! Denn der „Zoo" ist um die aiL3 den kalten Regionen stammenden Pinguine hi chst besorgt. So bringt man sie in einen wunder- villen Kühlraum, wo sie jeder Hitze spotten firnen. Da man aber nicht alle Berliner „auf Eis Fast sträuben sich die Typenhebel der Schreibmaschine: sie wollen nicht schon wieder von Berliner Heirätsschwindeleien berichten. Dennoch hilft es nichts, weil der Heiratsschwindler, den die Berliner Kriminalpolizei jüngst aufstöberte, ein Kapitel zum Besten gab, dessen Ueberschrift wohl am passendsten lautet: „Zum billigen Mittagstisch". Hatte sich doch der Liebesspekulant Willi Pfund so viele „Bräute" angeschafft, daß er an jedem Wochentage bezüglich des Mittagstisches keine Sorgen zu haben brauchte. So ließ er sich Montags , bei der einen, Dienstags bei der zweiten, Mittwochs bei der dritten und so fort bis einschließlich Sonntags bei seinen „Zukünftigen" durchfüttern. Seiber entlockte er seinen Opfern aber auch Bargeld, Sparkassenbücher und Schmucksachen. Und dies wurde ihm zum Verhängnis. In Anbetracht dieses neuesten Falles von Heiratsschwindel kommt man auf den Gedanken, ob es nicht ratsam wäre, dem Beispiel des amerikanischen Staates Iowa zu folgen. Dort werden nämlich den ertappten Heiratsschwindlern auf dem rechten Oberarm drei Sterne ein- tätowiert, so daß vorsichtige Frauen und Mädchen wenigstens einen kleinen „Anhaltspunkt" haben, ob ihr Romeo schon andere Julias betrogen hat. Städten und vor allem in Berlin die Briefpost auch nicht mehr zu bewältigen, wurden doch nach Angaben des Statistischen Amtes der ^tadt Berlin 1938 im Gebiet der Reichspostdirektion Berlin insgesamt 1010 Millionen ausgehende Briefe ermittelt, zu denen noch 2,9 Millionen Rohrpostbriefe und Karten hinzuzurechnen find. Wird auch heute noch eine gewisse Zahl dieser Briefsendungen am Schalter aufgegeben, so wandert der weitaus überwiegende Teil doch durch die Straßenbriefkasten, deren es in Berlin zu Beginn dieses Jahres 4850 gab. Mithin „besitzen" je 889 Berliner einen Briefkasten, der ihnen den Umweg zum „Bryffstall" erspart. Was würden Sie sagen, wenn Sie plötzlich zwischen englischen Kaki-Uniformen und himmelblauen Reifröcken aus der Biedermeierzeit sitzen und Ihren Kaffee einnehmen würden? Sie würden zunächst verwundert sein, wie seltsam sich das Heute mit dem Vorgestern paart. Wer aber jüngst unter den hohen Kastanien der Ufa-Kantine in Babelsberg bei Berlin gesessen hat, der konnte sich an diesem zeitlich unmöglichen Nebeneinander erfreuen. Leserin und Leser werden längst erraten 'haben, daß sowohl die Kaki-Uniformen als auch die Biedermeierkostüme etwas mit den Filmen zu tun haben, die man jetzt in Babelsberg-Ufastadt dreht. Und so ist es auch. Die Offiziere und Mannschaften in den kakigelben Tropenuniformen, die sich während einer Drehpause unter den „Ufa-Kastanien" erholten, spielen in dem großen neuen Zarah-Leander-Film „Das Lied der Wüst e" mit. Die himmelblauen Schwingröcke aber und die würdigen Vatermörder und perlgrauen Zylinder zieren die Darstellerinnen und Darsteller des Ufa-Films „Frauen sind doch bessere Diplomaten". Man kann sich kaum satt sehen an dem zarten Liebreiz der Edel- fräulein und an der Kleidsamkeit dieser lebenslustigen Biedermeierzeit, der es der moderne Schwingrock gar zu gerne nachahmen möchte. Vor allem bewundert man aber die Echtheit der Kostüme, in die sich kein Stilfehler einschleicht. Ein wenig spater bona zur Ueberreichung ihrer Beglaubigungs. schreiben. Eine Abteilung der Wehrmacht erwies bei der An- und Abfahrt die militärischen Ehrenbezeigungen. Aus aller Weil. Der Lrzöhlerpreis der „neuen linie“. 24 000 Reichsmark hat die Monatszeitschrift „die neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig- Berlin) in den vergangenen 8 Jahren als Preise für die besten deutschen Erzählungen gestiftet und verteilt. 65 Erzählungen und Kurzgeschichten von 47 verschiedenen deutschen Autoren sind dabei ausgezeichnet worden. 29 Erzählungen wurden darüber hinaus vom Verlag angekauft. Für 1940 ist die Gesamthöhe der Preise auf 3000 Reichsmark festgesetzt worden, mit denen die besten Erzählungen ausgezeichnet werden sollen. Dem Preisgericht gehören an: Werner Beumelburg, Dr. Paul Fechter, Helene v. Nostitz, Dr. Wilhelm von Scholz, Dr. Bruno E. Werner. Die Bedingungen sind im September-Heft der neuen linie veröffentlicht. Mehr Fremdengäste als Einwohner. Die Stadt Innsbruck hatte in diesem Jahr einen Ansturm von Fremden zu verzeichnen, wie er noch im vorigen Jahr nicht für möglich gehalten worden wäre. Im Juli, dem ersten Monat der Hauptreisezeit, haben 83 OOO Fremde die Stadt Innsbruck besucht, also mehr Fremde, als die Gauhauptstadt Einwohner hat. Den größten Prozentsatz der Besucher aus dem Reiche stellten die Gaue Rheinland, Sachsen und Württemberg. Sechs Pfund schwerer Pilz geerntet In der Nähe von Schielo (Anhalt) fanden Sammler einen Pilz von ungewöhnlichen Ausmaßen. Es handelt sich um einen eßbaren Flas ch enb o oist. Sein Umfang beträgt 82 cm, sein Gewicht fast 3 kg. In dem weißen Fleisch des Pilzriesen wurde nicht eine einzige Made festgestellt. Jedes Stück war verwendbar. Ein Pilz von solchen Ausmaßen wurde hier noch niemals gefunden. Auf Zeche Neumühl Förderkorb abgestürzl. Auf der Zeche Neumühl (Duisburg-Hamborn) stürzte in der Nacht zum Freitag in einem Blindschacht, der zur Seilfahrt genehmigt war, ein mit acht Pers onen besetzter Förderkorb aus ^iner Höhe von 100 Meter ab. Sämtliche Insassen fanden den Tod., 16 Tale beim Explosionsunglück bei Lüttich. Das gewaltige Explosionsunglück bei Lüttich, durch das zwei Brücken über die Maas in die Luft gesprengt wurden, hat bisher 16 Tote und 86 Verletzte gefordert. Gefölligkeilsdiensi brachte den Tod. Der Nachtwächter einer Holzfirma in Papenburg im Emsland hatte sich aus Gefälligkeit bereiterklärt, auf einem in der Nähe liegenden Fahrzeug einen Schiffer in den frühen Morgenstunden zu wecken. Bei dem Versuch, das Fahrzeug zu besteigen, stürzte er ab und ertrank. Der Blitz schlug in das Ruhebett. Bei einem schweren Gewitter, das über Arents- Hausen auf dem Eichsfeld mederging,. schlug der Blitz in das Haus eines Zigarrenfabrikanten. Der Blitz fuhr vom Schornstein durch die Antenne ins Haus, traf den im Erdgeschoß stehenden Rundfunkempfänger und das danebenstehende Ruhebett und setzte beides in Brand. Wie durch ein Wunder blieb die Mutter, die mit ihren zwei Kindern auf dem Ruhebett saß, unverletzt. Todessturz auf der Treppe. Der 63 Jahre alte Maurer Amandus Hombach aus Kappenstein bei Altenkirchen, der sich nachts noch einmal aus dem Schlafzimmer in die im Erdgeschoß liegende Küche begeben wollte, verfehlte eine Treppenstufe, stürzte die Treppe hinunter und schlug mit dem Kopf so unglücklich gegen einen Pfosten, daß er sich einen Schädelbruch zuzog und auf der Stelle ft a r b.__ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. - Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z. Z. abwesend), i.V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. V.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. V assenflucht ins Grüne oder an die Gestade der unzähligen im Osten und Westen Berlins zilegenen Seen und Fluhläufe. Welchen Umfang oi»fe Massenflucht aus dem steinernen Häusermeer 't-btr Viermillionenstadt angenommen hat, beweist i eiie einzige Derkehrszahl an einem der letzten ; Sonntage. Sie besagt, daß die 8-Bahn 6 t ein 1,8 Millionen Personen beför - Hit hat. Rechnet mail die anderen öffentlichen auch das Ausland, insbesondere die Bevölkerung in Öen westlichen kapitalistischen Ländern, werde daraus entnehmen, welche Verbrechen die Regierungen Englands und Frankreichs vor ihren Völkern verborgen hätten. Die ,^I f w e st i j a" behandelt gleichfalls in ihrem Leitartikel die Tagung des Obersten Sowjets und Itrie Ratifikation des Nichtangriffspaktes zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Das Blatt nennt öen Vertag einen gewaltigen Erfolg Her sowjeti- Ichen Friedenspolitik und schreibt: „Die zwei größten Staaten in Europa, Sowjetrußland und Deutschland, haben vereinbart, der Feindschaft zwischen sich ein Ende zu setzen. Wenn dies nicht jedermann in der kapitalistischen Welt paßt, so ist das nicht unsere Schuld;, denn es paßt so dem Sowjet- nolk, dessen Interessen von der Sowjetregierung 'estgesetzt sind und es paßt so dem deutschen Volk, mit dem das Sowjetvolk niemals Feindschaft gehabt hat, noch haben wird. Und es paßt allen eyr- lichen Anhängern des Friedens, die nicht umhin können, sich über die Beseitigung auch nur eines Kriegsherdes zu freuen, und zudem noch eines solchen, an dessen künstlichen Entfachung die Kriegs- proookateure so große Mühe verschwendet hatten!" Keine Trennung Japans von Deutschland. Der japanische Ministerpräsident zum Russenpakt. Tokio, 1. September. (DNB.) Der neue japanische Ministerpräsident Abe, der gleichzeitig auch bas Portefeuille des Außenministers inne hat, er= Härte zu den deutsch-japanischen Beziehungen, daß leine Trennung Japans von Deutschland eintreten werde. Der deutsch-russische Nicht- :ngriffspakt sei durch die besonderen Umstände eine Notwendigkeit gewesen. Es werde gut sein, Denn das japanische Volk die Angelegenheit dritter Länder gut verstehen lerne, besonders die gegenwärtigen deutsch-japanischen Beziehungen. Die neue Regierung werde die vom Hiranuma-Kabinett be- chlossene neue Europa-Politik weiter 1er folgen. Abschließend sagte Ministerpräsident 5Ibe: „Wir halten es nicht für richtig, ein überwürztes einseitiges Urteil abzugeben. Mr können Deutschland weiterhin eine verbün- ete Macht nertnen." Die japanische Presse berichtet ausführlich über ie polnischen Uebergriffe auf reichsdeutsches Seiet. Die Maßnahmen des Führers zur Sicherung es Reiches und die deutsche Friedensbereitschaft Derben stark hervorgehoben. Die deutschen Vor- chläge werden als milde und versöhnlich bezeichnet. >n Schlagzeilen wird weiter hervorgehoben, daß iie deutsche Geduld erschöpt sei. Für eine Bereinigung zwischen Moskau und Tokio. England das größte Hindernis einer Neuordnung im Fernen Osten. Tokio, 2. Sept. (DNB. Funkspruch, Ostasien- iienft). Oberst Haschimoto, ein bekannter Na- t onalift und Vorsitzender der Jugendorganisation Japans, beschäftigt sich in der Zeitung „Nitschi- Mfchi" mit der Frage eines Nichtangriffspaktes mit Rußland. Haschimoto ist ein entschiedener Gegner der Theorie, daß eine vollkommene Bereini- tung der japanisch-russischen Beziehungen unmöglich rt und bezeichnete Ugati, den früheren Präsiben- Itn der Sübmanbschurischen Eisenbahn Matsuo- fa und den Vorsitzenden der Seiyukai-Partei, Kuli a r a, als die geigneten Personen, die Beziehungen zwischen Japan und Rußland wieder her- zustellen. Haschimoto befürwortet die Ausschaltung Englands aus dem Fernen frften, da nach seiner Ansicht England das größte Hindernis einer Neuordnung im oft- i ksiatischen Raum sei. Eine „unabhängige Politik" v'ürde Japan in eine verzweifelte Lage bringen. Sie wichtigste Aufgabe Japans sei die Beendi- hing be's Chinakonf liktes und die schnelle Erreichung der japanischen Ziele in China. Deshalb fordert Haschimoto eine enge Zusammenarbeit der Regierung mit dem Volk und spricht die Hoffnung Sus, daß'Ministerpräsident Abe die geheime Diplomatie Jranumas nicht fortsetzen werde. Amerika will sich möglichst herauechalten Washington, 1. Sept. (DNB.) Präsident i N oosevelt hat den Kongreß bisher nicht em- I berufen, da er die Entwicklungen abwarten will, er deutete die Möglichkeit der Einberufung für die . nächsten 48 Stunden an, falls es in Europa zu । größeren Verwicklungen kommen sollte. Auf eine SgM* rK>E fc SERO COL8FRO Ä>' 1nSe< POt»l 0Tb *■■ ■ AUGUST] ’ TU CH EL »ZEMPELSUßfi RÜGE^WT SÖHAWE FENBUM R pEtMHCrWMA&w jjoSTRpW f*a 1 KOL MAR RMTN H EK < XV <,LtPwä' Achtung I Achtung! Die Geburt ihres Sohnes Dieter zeigen hiermit an Einzelhandel Sehr wichtig! Heute findet um 14 Uhr Im Caf6 Ebel eine von 8 Doppelstunden für das DRK. Der Unterricht 5820V 5814V ist täglich von 16 bis 18 Uhr. DNK.-Kreisstelle Gießen / Führungsabteilung erforderlich. 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Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueber- schreiten des Zahlungstermins muffen die Beitreibungskosten berechnet werden. 5809A Vom 15. September 1939 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Juni 1939 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 1. September 1939. Direktion der Stadtwerke Gießen. 3 Zimmer und Küche, qui Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsoenossenschaft für das Jahr 1938 liegt von heute an während zwei Wochen beim Versicherungsamt der Stadt Gießen, Am Nahrungsberg 37, täglich von 8 bis 12 Uhr, zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen nach Ablauf der Offenlegungssrist kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Leiter der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt Einspruch erheben. (88 1021—1023 Reichsoersicherungsordnung.) Der Einspruch schiebt die vorläufige Zahlungspflicht nicht . VOM 25. AUGUST BIS 10. SEPTEMBER ~"1 " auf 25 000 qm Ausstellungsgelände - Täglich geöffnet von 10-19 Uhr - Vorverkaufskarten bei allen KdF.-Dienststellen und KdF.-Betriebswarten oder Fräulein in frauenlos, ein-i fachen Haushalt gesucht. Schriftl. Angebote unter 04158 a.d.G.A. Mädchen für Geschäft und Haushalt. Zu erfragen im Obst- und Gemüse - Geschäft, Bahnhofstr. 15. Der iNonats- avvell fällt heute aus. Schiehen wie bisher jed. zweiten und dritten Sonntag imMo- nat ab 10 Uhr. 5819D Utlliietiflen- Sameraöfüjaft 1895. Dr. Buchinger Zahnarzt Größere MM zu verm. [seoeD Seltersweg 55, Telephon 3973. 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KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleler». 8raunftl5| Nr. 205 Zweites Blatt______________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen)______________2./3.5eptembenyZ0 Die Probleme der deutschen Ostgrenze werden gelöst werden. Führer und Reichstag bekunden die feste Enischloffenheit des deutschen Volkes, Deutschlands Lebensrecht bis zum letzten durchzusetzen. Die historische Sitzung. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Sitzungssaal bietet wie in allen früheren entscheidungsreichen Stunden, wo über das Schicksal der deutschen Nation entschieden wurde, ein wundervolles Bild der Geschlossenheit und der Disziplin. Um 10.07 Uhr betritt der Führer, der die feldgraue Uniform trägt, den Sitzungssaal. Die Abgeordneten und die Tribünenbesucher erheben sich von Plätzen. Dem Führer folgen der Präsident des Deutschen Reichstages, Generalfeldmarscholl G ö - ring, der Stellvertreter des Führer, Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Frick sowie die Adjutanten. Ein Orkan von Heilrufen und Händeklatschen schlägt dem Führer entgegen. Reichstagspräsi- oent G ö r i ng eröffnet die Sitzung mit einer kurzen Ansprache und gibt dann dem Führer das Wort. Die Rede des Führers. gequält und entrechtet werden? Keiner wird dies behaupten können! Ich habe nun dieser Entwicklung vier Monate lang ruhig zugesehen, allerdings nicht, ohne immer wieder zu warnen. Ich habe in letzter Zeit diese Warnungen verstärkt. Ich habe dem polnischen Botschafter vor nun schon über drei Wochen mitteilen lassen, daß, wenn Polen noch weitere ultimative Roten an Danzig schicken würde, wenn es weitere Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Deutschtum vornehmen würde oder wenn es versuchen sollte, auf dem Wege zollpolitischer Maßnahmen Danzig wirtschaftlich zu vernichten, dann Deutschland nicht länger mehr untätig zusehen könnte. (Minutenlange Zustimmungskundgebungen.) Ich habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß man in dieser Hinsicht das heutige Deutschland nicht mit dem Deutschland, mut soll man nicht mit Schwäche oder gar mit Feigheit verwechseln! Ich habe daher gestern abend der britischen Regierung mitgeteilt, daß ich unter diesen Umständen auf Seiten der polnischen Regierung keine Geneigtheit mehr finden kann, mit uns in ein wirklich ernstes Gespräch einzutreten. Damit sind diese Vermittlungsvorschläge gescheitert, denn unterdes war als Antwort auf diesen Vermittlungsvorschlag erstens die polnische Generalmobilmachung gekommen und zweitens neue schwere Greueltaten. Diese Vorgänge haben sich nun heute nacht abermals wiederholt. Rachdem schon neulich in einer einzigen Nacht 21 Grenzzwischenfälle zu verzeichnen waren, sind es heute nacht 14 gewesen, darunter drei ganz schwere. Ich habe mich daher nuh entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu reden. Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstages! Seit Monaten leiden wir alle unter der Oual eines Problems, das uns einst das Versailler Diktat beschert hat und das nunmehr in seiner Ausartung und Entartung unerträglich geworden war. Danzig war umb ist eine deutsche Stadt! Der Korridor war und ist deutsch! Alle diese Gebiete verdanken ihre kulturelle Erschließung ausschließlich dem deutschen Volk, ohne das in diesen östlichen Gebieten tiefste Barbarei herrschen würde. Danzig wurde von uns getrennt! Der Korridor von Polen annektiert! Die dort lebenden deutschen Minderheiten in der qualvollsten Weise mißhandell! Heber eine Million Menschen deutschen Blutes mußten schon in den Jahren 1919/1920 ihre Heimat verlassen! Wie immer, so habe ich auch hier versucht, auf dem Wege friedlicher R e v i s i o n s Vorschläge eine Aenderung des unerträglichen Zustandes herbeizuführen. Es ist eine Lüge, wenn in der Welt behauptet wird, daß wir alle unsere Revisionen nur unter Druck durchzusetzen versuchten. 15 Jahre, bevor der Nationalsozialismus zur Macht kam, hatte man Gelegenheit, auf dem Wege friedlichster Verständigung die Revisionen durchzuführen. Man tat es nicht! In jedem einzelnen Falle habe ich dann von mir aus nicht einmal, sondern oftmals Vorschläge zur Revision unerträglicher Zustände gemacht. Alle diese Vorschläge sind, wie Sie wissen, abgelehnt worden. Ich brauche sie nicht im einzelnen aufzuzählen: die Vorschläge zur Rüstungsbegrenzung, ja wenn notwendig zur Rüstungsbeseitigung, die Vorschläge zur Beschränkung der Kriegsführung, die Vorschläge zur Ausschaltung von in meinen Augen mit dem Völkerrecht schwer zu vereinbarenden Methoden der modernen Kriegsführung. Sie kennen die Vorschläge, die ich über die Notwendigkeit der Wiederherstellung der deutschen Souveränität über die deutschen Reichsgebiete machte, die endlosen Versuche, die ich zu einer friedlichen Verständigung über das Problem Oesterreich unternahm und später über das Problem Sudetenland, Böhmen und Mähren. Ls war alles vergeblich. Eines aber ist unmöglich zu verlangen, daß ein unmöglicher Zustand auf dem Wege friedlicher Revision bereinigt wird und dann die friedliche Revision konsequent zu verweigern! Es ist auch unmöglich zu behaupten, daß derjenige, der in einer solchen Lage dann dazu übergeht, von sich aus diese Revisionen vorzunehmen, gegen ein Gesetz verstößt. Das Diktat von Versailles ist für uns Deutsche kein Gesetz! (Lang anhaltende stürmische Zustimmungskundgebungen.) Es geht nicht an, von jemand mit vorgehaltener Pistole und der Drohung des Verhungerns von Millionen Menschen eine Unterschrift zu erpressen und dann das Dokument mit dieser erpreßten Unterschrift als ein feierliches Gesetz zu proklamieren! So habe ich auch im Falle Danzigs und des Korridors versucht, durch friedliche Vorschläge auf dem Wege der Diskussion die Probleme zu lösen. Daß sie gelöst werden mußten, das war klar! (Tosende Beifallsstürme.) Und daß der Termin dieser Lösung für die westlichen Staaten vielleicht uninteressant sein kann, ist begreiflich, aber uns ist der Termin nicht gleichgültig. Vor allem aber war er und konnte er nicht gleichgültig sein für die leidenden Opfer. Ich habe in Besprechungen mit polnischen Staatsmännern die Gedanken, die Sie von mir hier in meiner letzten Reichstagsrede vernommen haben, erörtert Kein Mensch kann behaupten, daß dies etwa ein ungebührliches Verfahren oder gar ein ungebührlicher Druck gewesen wäre. Ich habe dann die deutschen Vorschläge formulieren lassen, und ich muß es noch einmal wiederholen, daß es etwas Loyaleres und Bescheidenes als diese von mir unterbreiteten Vorschläge nicht gibt. Und ich möchte das jetzt der Welt sagen: Ich allein war überhaupt nur in der Lage, solche Vorschläge zu machen. Denn ich weiß ganz genau, daß ich mich damals zur Auffassung von Millionen von Deutschen in Gegensatz gebracht habe. Diese Vorschläge sind abgelehnt worden! Aber nicht nur das! Sie wurden beantwortet mit Mobilmachungen, mit verstärktem Terror, mit gesteigertem Druck auf die Volksdeutschen in diesen Gebieten und mit einem langsamen wirtschaftlichen, politischen und in den letzten Wochen endlich auch militärischen und verkehrstechnischen Abdrosselungskampf gegen die Freie Stadt Danzig. Polen hat den Kampf gegen die Freie Stadt Danzig entfesselt! Es war weiter nicht bereit, die Korridorfrage in einer irgendwie billigen und den Interessen beider gerecht werdenden Weise zu lösen! Hnd es hat endlich nicht daran gedacht, seine Minderheitenver- pflichtungest einzuhalten. Ich muß hier feststellen: Deutschland hat diese Verpflichtung- g e n eingehalten! Die Minderheiten, die im Deutschen Reich leben, werden nicht verfolgt. Es .soll ein Franzose aufstehen und erklären, daß etwa hie im Saargebiet lebenden Franzosen unterdrückt. Unser Bild zeigt die Abgeordneten des Deutschen Reichstags bei der Huldigungskundgebung für den Führer am Schluß' feiner Rede. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ •f M W.1 < \ M'" X .< v 4. .. d MM t M IW W * > K WWds f ......4 dos vor uns war, verwechseln darf. (Stürmischer Beifall.) Man hat versucht, das Vorgehen gegen die Volksdeutschen damit zu entschuldigen, daß man erklärte, sie hätten Provokationen begangen. Ich weiß nicht, worin die „Provokationen der Kinder oder Frauen bestanden haben sollen, die man mißhandelt oder verschleppt, oder die „Provokationen" derer, die man in der tierischsten, sadistischsten Weise gequält und schließlich getötet hat! Eines aber weiß ich: daß es keine Großmacht von Ehre gibt, die auf die Dauer solchen Zuständen ruhig zusehen würde! (Erneute lang- anhaltende Zustimmungskundgebungen.) Ich habe trotzdem noch einen letzten Versuch gemacht! Obwohl ich innerlich überzeugt war, daß es der polnischen Regierung — vielleicht auch infolge ihrer Abhängigkeit von einer nunmehr entfesselten wilden Soldateska — mit einer wirklichen Verständigung nicht ernst ist, habe ich einen Ver- mittlungsvorschlag der britischen Regierung angenommen. Sie schlug vor, daß sie nicht selbst Verhandlungen führen sollte, sondern versicherte, eine direkte Verbindung zwischen Polen und Deutschland herzustellen, um noch einmal in das Gespräch zu kommen. Ich muß hier folgendes feststellen: Ich habe diesen Vorschlag angenommen! Ich habe für diese Besprechungen Grundlagen ausgearbeitet, die Ihnen bekannt sind! Und ich bin dann mit meiner Regierung zwei volle Tage gesessen und habe gewartet, ob es der polnischen Regierung paßt, nun endlich einen Bevollmächtigten zu schicken ober nicht! (Stürmische Pfuirufe.) Sie hat uns bis gestern abend keinen Bevollmächtigten geschickt, sondern durch ihren Botschafter mitfeilen lassen, daß sie zur Zeit erwäge, ob und wie weit sie in der Lage sei, auf die englischen Vorschläge einzugehen: sie würde dies England mitteilen. Meine Herren Abgeordneten! Wenn man dem Deutschen Reich und seinem Staatsoberhaupt so etwas zumuten kann und das Deutsche Reich und sein Staatsoberhaupt das dulden würden, dann würde die deutsche Ration nichts anderes verdienen, als von der politischen Bühne a b - zutreten! (Tosende Beifallskundgebungen.) Meine Friedensliebe und meine endlose Langdie Polen seit Monaten uns gegenüber anwen- det. (Die Abgeordneten erheben sich von ihren Sitzen und huldigen dem Führer mit stürmischen heilrufen.) Wenn nun Staatsmänner im Westen erklären, daß dies ihre Interessen berühre, so kann ich eine solche Erklärung nur bedauern; sie kann mich aber nicht eine Sekunde in der Erfüllung meiner Pflicht wankend machen! (Neuer Beifall.) Ich habe es feierlich versichert und wiederhole es, daß wir von diesen Weststaaten nichts fordern und nie etwas fordern werden. Ich habe versichert, daß die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland eine endgültige ist. Ich habe England immer wieder eine Freundschaft und, wenn notwendig, das eng st e Zusammengehen angeboten. Aber Liebe kann nicht nur von einer Seite geboten werden, sie muß von der anderen ihre Erwiderung finden. Deutschland hat keine Interessen im Westen, unser Westwall ist zugleich für . alle Zeiten die Grenze des Reiches. Wir haben auch keinerlei Ziel für die Zukunft, und diese Einstellung des Reiches wird sich nicht mehr ändern. Die anderen europäischen Staaten begreifen zum Teil unsere Haltung. Ich möchte hier vor allem Italien danken, das uns in dieser ganzen Zeit unterstützt hat. Sie werden aber auch verstehen, daß wir für die Durchführung dieses Kampfes nicht an eine fremde Hilfe appellieren wollen. Wir werden diese unsere Aufgabe selber lösen! (Brausender Beifall.) Die neutralen Staaten haben uns ihre Neutralität versichert, genas so wie wir sie ihnen schon vorher garantierten. Es ist uns heiliger Ernst mit dieser Versicherung, und solange kein anderer ihre Neutralität bricht, werden wir sie ebenfalls peinlichst beachten. Denn was sollten mir von ihnen wünschen oder wollen? Ich bin glücklich, Ihnen nun von dieser Stelle aus ein besonderes Ereignis mitteilen zu können. Sie wissen, daß Rußland und Deutschland von zwei verschiedenen Doktrinen regiert werden. Es war nur eine Frage, die geklärt werden mußte: Deutschland hat nicht die Absicht, seine Doktrin zu exportieren, und in dem Augenblick, in dem Sowjetrußland seine Doktrin nicht nach Deutschland zu exportieren gedenkt, sehe ich keine Veranlassung mehr, daß wir auch nur noch einmal gegeneinander Stellung nehmen sollen! Wir sind uns beide darüber klar: Jeder Kampf unserer Völker gegeneinander würde nur anderen einen Nutzen abwerfen. Daher haben wir uns entschlossen, einen Pakt abzuschließen, der zwischen uns beiden für alle Zukunft jede Gewaltanwendung ausschließt (lang anhaltender Beifall), der uns in gewissen europäischen Fragen zur Konsultierung verpflichtet, der das wirtschaftliche Zusammenarbeiten ermöglicht und vor allem sicherstellt, daß sich die Kräfte dieser beiden großen Staaten nicht gegeneinander verbrauchen. Jeder Versuch des Westens, hier etwas zu ändern, wird fehlschlagen. Und ich möchte das eine hier versichern: diese politische Entscheidung bedeutet eine ungeheure Wende für die Zukunft und ist eine endgültige! (Tosende Kundgebungen). Ich glaube, das ganze deutsche Volk wird diese politische Einstellung begrüßen! (Die Kundgebungen wiederholen sich). Rußland und Deutschland haben im Weltkrieg gegeneinander gekämpft und waren beide letzten Endes die Leidtragenden. Ein zweites Mal soll und wird das nicht mehr geschehen! (Stürmische Zustimmung!) Der Nichtangriffs- und Konsultativpakt, der am Tage seiner Unterzeichnung bereits gültig wurde, hat gestern die höchste Ratifikation in Moskau und auch in Berlin erfahren. In Moskau wurde dieser Pakt genau so begrüßt, wie Sie ihn hier begrüßen. Die Rede, die der russische Außenkommissar Molotow hielt, kann ich Wort für Wort unterschreiben. Unsere Ziele: Ich bin entschlossen L die Frage Danzigs, 2. die Frage des Korridors zu losen und 3. dafür zu sorgen, daß im Verhältnis Deutschlands zu Polen eine Wendung eintritt, die ein friedliches Zusammenleben sicherslellt! (Stürmische Beifallskundgebungen.) Ich bin dabei entfchlofsen, solange zu kämpfen, bis entweder die derzeitige polnische Regierung dazu geneigt ist, diese Aenderung herzustellen, oder bis eine andere polnische Regierung dazu bereit ist! (Stärkster Beifall.) Ich will von den deutschen Grenzen das Element der Unsicherheit, die Atmosphäre ewiger bürgerkriegähnlicher Zustände entfernen. Ich will dafür sorgen, daß i m Osten der Friede an der Grenze kein anderer ist, als wir ihn an unseren anderen Grenzen kennen. Ich will dabei die notwendigen Handlungen so vornehmen, daß sie nicht dem widersprechen, was ich Ihnen hier, meine Herren Abgeordneten, im Reichstag selbst als Vorschläge an die übrige Welt bekannt gab. Das heißt, ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen! Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich bei den Angriffen auf militärische Objekte zu beschränken. Wenn aber der Gegner glaubt, daraus einen Freibrief ab lesen zu können, seinerseits mit umgekehrten Methoden zu kämpfen, dann wird er eine Antwort erhalten, daß ihm Hören und Sehen vergeht! (Minutenlange Kundgebungen.) Polen hat nun heute nacht zum erstenmal auf unserem eigenen Territorium auch durch reguläre Soldaten geschossen (Stürmische Pfuirufe.) Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückge - schossen! (Stürmischer Beifall.) Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten. Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft. Wer sich selbst von den Regeln einer humanen Kriegführung entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als daß wir den gleichen Schritt tun. Ich werde diesen Kampf, ganz gleich gegen wen, solange führen, bis die Sicherheit des Reiches und seine Rechte gewährleistet sind! (Minutenlange Kundgebungen.) lieber sechs Jahre habe ich nun am Aufbau der deutschen Wehrmacht gearbeitet. In dieser Zeit sind über 90 Milliarden für den Aufbau unserer Wehrmacht aufgewendet worden. Sie ist heute die am besten ausgerüstete der Welt und steht weit über jedem Vergleich mit der des Jahres 1914! Mein Vertrauen auf sie ist unerschütterlich! Wenn ich diese Wehrmacht aufrief und wenn ich nun vom deutschen Volk Opfer, und wenn notwendig, alle Opfer fordere, dann habe ich ein Recht dazu, denn auch ich selbst b i n heute genau so bereit, wie ich es früher war, jedes persönliche Opfer zu bringen! (Stürmischer Beifall.) Ich verlange von keinem deutschen Mann etwas anderes, als was i ch selber über vier Jahre lang bereit war, jederzeit zu tun! (Erneuter Beifall.) Es soll keine Entbehrungen Deutscher geben, die ich nicht selber sofort übernehme! Mein ganzes Leben gehört von jetzt ab er ff recht meinem Volke! Ich will jetzt nichts anderes sein als der erfte Soldat des Deutschen Reiches! (DerReichstag antwortet dem Führer mit einer feierlichen Huldigung.) Ich habe damit wieder jenen Rock angezogen, der mir selbst der heiligste und teuerste war. Ich werde ihn nurausziehen nach dem Sieg oder — ich werde dieses Ende nicht erleben! Sollte mir in diesem Kampf etwas zustoßen, bann ist mein erster Nachfolger Parteigenosse Göring. (Stürmischer Beifall.) Sollte Parteigenosse Göring etwas zustoßen, ist sein Nachfolger Parteigenosse Heß. (Erneuter stürmischer Beifall.) Sie würden diesen dann als Führer genau so zu blinder Treue und Gehorsam verpflichtet sein wie mir! Für den Fall, daß auch Parteigenossen Heß etwas zustoßen sollte, werde ich durch Gesetz nunmehr den Senat berufen, der dann den Würdigsten, das heißt den Tapfersten aus seiner Mitte wählen soll! (Erneute Kundgebungen.) Als Nationalsozialist und deutscher Soldat gehe ich in diesen Kampf mit einem starken Herzen! Mein ganzes Leben war nichts anderes als ein einziger Kampf für mein Volk, für feine Wiederauferstehung, für Deutschland, und über diesem Kampf stand nur ein Bekenntnis: der Glaube an dieses Volk! (Brausende Heilrufe.) Ein Wort habe, ich ßie kennengelernt; gs heißt Kapitulation. Wenn irgend jemand aber meint, daß mir vielleicht einer schweren Zeit entgegengehen, so möchte ich bitten zu bedenken, daß einst ein Preußenkönig mit einem lächerlich kleinen Staat einer der größten Koalitionen gegenübertrat und in drei Kämpfen am Ende doch erfolgreich bestand, weil er jenes gläubiae starke Herz besaß, das auch mir in dieser Zeit benötigen. Der Umwelt aber möchte ich versichern: L i n November 1918 wird sich niemals mehr in der deutschen Geschichte wiederholen! So wie ich selber bereit bin, jederzeit mein Leben für mein Volk und für Deutschland einzusehen, so verlange ich dasselbe auch von jedem anderen! Der aber glaubt, sich diesem nationalen Gebot, fei es direkt oder indirekt, widersehen zu können, der fällt! Verräter haben nichts mit uns zu tun! (Tosende Zustimmung.) Wir alle bekennen uns damit nur zu unserem alten Grundsatz: Es ist gänzlich unwichtig, ob wir leben, aber notwendig ist es, daß unser Volk, daß Deutschland lebt! (Der Deutsche Reichstag erhebt sich wie ein Mann und bereitet dem Führer eine überwältigende Kundgebung.) Ich erwarte von Ihnen als den Sendboten des Reiches, daß Sie nunmehr auf allen Plätzen, auf die Sie gestellt sind, Ihre Pflicht erfüllen. Sie müssen Bannerträger sein des Wider st andes, koste es, was es wolle! Keiner melde mir, daß in feinem Gau, in feinem Kreis oder in seiner Gruppe oder in seiner Zelle die Stimmung einmal schlecht sein könnte. Träger, verantwortliche Träger der Stimmung sind Sie! Ich bin verantwortlich für die Stimmung im deutschen Volk, Sie sind verantwortlich für die Stimmung in Ihren Gauen, in Ihren Kreisen! Keiner hat das Recht, diese Verantwortung abzutreten. Das Opfer, das von uns verlangt wird, ist nicht größer als das Opfer, das zahlreiche Generationen gebracht halben. Alle die Männer, die vor uns den bittersten und schwersten Weg für Deutschland antreten mußten, haben nichts anderes geleistet, als was wir auch zu leisten haben. Ihr Opfer war kein billigeres und kein schmerzloseres und damit kein leichteres, als das Opfer fein würde, dasvonuns verlangt wird. Ich erwarte auch von der deutschen Frau, daß sie sich in eiserner Disziplin vorbildlich in diese große Kampfgemeinschaft eingefügt! Die deutsche Jugend aber wird strahlenden Herzens ohnehin erfüllen, was die Nation, der nationalsozialistische Staat von ihr erwartet und fordert. Wenn wir diese Gemeinschaft bilden, eng verschworen, zu allem entschlossen, niemals gewillt zu kapitulieren, dann wird unser Wille jeder Not Herr werden! Ich schließe mit dem Bekenntnis, das ich einst ausfprach, als ich den Kampf um die Wacht im Reich begann. (Die Wänner des Reichstages erheben sich von ihren Plätzen.) Damals sagte ich: Denn unser Wille so stark ist, daß keine Rot ihn mehr zu zwingen vermag, dann wird unser Wille und unser deutscher Staat auch die Rot zerbrechen und besiegen. Deutschland — Sieg Heilt Der Reichstag gelobt blinde Treue und Gehorsam. Reichstagspräsident Göring schließt die denkwürdige Sitzung. Nachdem die minutenlangen Begeisterungsstürme sich gelegt hatten, gab Reichstagspräsident G ö - ring dem Führer der Reichstagsfraktion, Pg. Dr. Frick, das Wort zur Bekanntgabe des Gesetzes über die Wiedervereinigung der Freien Stadt Danzig mit dem Reich. Nachdem der Reichstag ihm seine verfassungsmäßige Zustimmung erteilt hatte, verkündete Reichstagspräsident Göring unter lautem Beifall diese einstimmige Annahme des Gesetzes. Dann gab Reichstagspräsident Göring den Gefühlen des Deutschen Reichstages und des gesamten deutschen Volkes in kurzen, markigen Worten Ausdruck. „Mein Führer! Der Deutsche Reichstag in Vertretung des deutschen Volkes steht in dieser geschichtlichen Stunde geschlossen und einmütig hinter dem Führer. Er repräsentiert den Willen des deutschen Volkes, für die Ehre und Zukunft der Nation und des Reiches, jedes, aber auch jedes Opfer zu bringen. Er gelobt in diesem Augenblick vor der Nation dem Führer blinde Treue und Gehorsam in jeder Not und in jeder Gefahr. Die einzelnen Mitglieder des Reichstages werden auf allen Plätzen, auf die sie gestellt sind, oder als Soldaten ihre Pflicht bis zum äußersten erfüllen. Ihr Vertrauen auf die Wehrmacht ist unbegrenzt, ihre Ueber- zeugung vom endgültigen Sieg in dem uns von Posen 'aufgezwungenen Kampfe zur Abwehr un- Tagesbefehle an Berlin, 1. Sept. (DNB.) Die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile haben folgende Tagesbefehle erlassen: Tagesbefehl an das Heer. Soldaten! Die Stunde der Bewährung ill gekommen. Nachdem alle anderen Mittel erschöpft sind, müssen die Waffen entscheiden. Im Bewußtsein unserer gerechten Sache ziehen wir in den Kampf für ein klaresZiel: Die dauerhafte Sicherung deutschen Volkstumes und deutschen Lebensraumes gegen fremde Ueb ergriffe und Machtansprüche. Als Träger der stolzen Ueberliefe- rung der alten Armee wird das junge nationalsozialistische .Heer das ihm geschenkte Vertrauen rechtfertigen. Unter dem Oberbefehl des Führers wollen wir kämpfen und siegen. Wir bauen auf die Entschlossenheit und Einigkeit des deutschen Voltes. Wir wissen um die Stärke und Kraft der deutschen Wehrbereitschaft. Wir glauben an den Führer. Vorwärts, mit Gott für Deutschland! Der Oberbefehlshaber des Heeres, gez. von Brauchitfch, Generaloberst. Tagesbefehl an die Kriegsmarine. Der Ruf des Führers ist an uns ergangen. Die Stunde der Entscheidung findet uns bereit, einzustehen für Ehre, Recht und Freiheit unseres Vaterlandes. Eingedenk unserer ruhmreichen Tradition werden wir den Kampf führen in unerschütterlichem Vertrauen auf unseren Führer und in festem Glauben an die Größe unseres Volkes und Reiches! Es lebe der Führer! gez. R a e d e r, Großadmiral, Dr. h. c. Tagesbefehl an die Luftwaffe. Soldaten der Luftwaffe! Kameraden! Wochen und Monate habt Ihr mit geballten Fäusten und zusammengebissenen Zähnen die unerhörten und unglaublichen Provokationen erlebt, die ein dem Wahnsinn des Versailler Diktates entsprungenes Staatsgebilde dem Großdeutschen Reich zu bieten wagte. Das Maß ist voll! Nicht länger mehr erträglicher Uebergriffe und zur Wiedergutmachung des uns zugefügten Versailler Unrechtes ist eine unerschütterliche. Der Reichstag verspricht in seiner eigenen Geschlossenheit jederzeit das Vorbild der Nation zu sein. Abgeordnete! Es lebe der Führer! Sieg Hell! Die Sitzung ist geschlossen." Görings Ruf fand einen gewaltigen Widerhall im Hause. Der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liebes beendeten die denkwürdige Sitzung. die Wehrmacht. kann das deutsche Volk dem verbrecherischen Treiben zusehen, dem schon Hunderte und Tausende unserer Volksgenossen in den ehemaligen deutschen Ostprovinzen zum Opfer fielen. Jedes weitere Zögern wäre jetzt gleichbedeutend mit der Aufgabe der heiligen Lebensrechte der deutschen Nation. Kameraden! Der Führer hat gerufen! Eure große Stunde ist da. Die Luftwaffe — jahrelang wirksamstes Instrument der Friedenspolitik des Führers — hat nun zu beweisen, daß sie in dem entscheidenden Augenblick zur Erfüllung ihrer gewaltigen Aufgaben zur Stelle ist. Grenzenlos ist das Vertrauen des Führers und des deutschen Volkes zu Euch. Als Euer Oberbefehlshaber bin ich stolz und glücklich darüber, denn ich weiß mit felsenfester Gewißheit, daß jeder einzelne unter Euch sich dieses Vertrauens in jeder Weise würdig zeigen wird. Flieger! In blitzschnellem Zupacken werdet Ihr den Feind vernichten, wo er sich zum Kampfe stellt oder in der Auflösung zurückflutet. Ihr werdet jeden Wider- stand zermürben und zerbrechen mit letztem opferfreudigem Einsatz. Männer der Bodenorganisation! Ihr werdet freudig und gewissenhaft den Einsatz und die Sicherheit Eurer Kameraden in der Luft vor- b ereilen und gewährleisten. Flakartilleristen! Ihr werdet jeden Angreifer herunterholen. Jeder Schuß aus Euren Geschützen wird dem Leben Eurer Frauen, Mütter und Kinder, wird dem ganzen deutschen Volke die Sicherheit verbürgen. Funker! Ihr seid die Träger des raschen und reibungslosen Zusammenwirkens in unserer Waffe. Ihr gebt unserer Waffe die Möglichkeit, den eigenen, alles überrennenden Angriff voranzutragen und den feindlichen Gegenstoß rechtzeitig abzufangen und zum Scheitern zu bringen. Kameraden! Jedem von Euch blicke ich jetzt ins Auge und verpflichte jeden von Euch, alles zu geben für Volk und Vaterland. An Eurer Spitze unser geliebter Führer, hinter Euch die ganze im Nationalsozialismus geeinte deutsche Nation. Da gibt es für uns nur eine Losung: Sieg! gez. Hermannn Göring, Generalfeldmarschall. Front gegen den Lügenkrieg. Das Abhören ausländischer Gender wird bestraft. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Ministerrat fürdieReichsverteidigung hat eine Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen erlassen. In der Einleitung zu dieser Verordnung heißt es: Im modernen Krieg kämpft der Gegner nicht nur mit militärischen Waffen, sondern auch mit Mitteln, die das Volk seelisch beeinflussen und zermürben sollen. Eines dieser Mittel ist der Rundfunk. Jedes Wort, das der Gegner übersendet, ist selbstverständlich verlogen und dazu bestimmt, dem deutschen Volke Schaden zuzufügen. Die Reichsregierung weiß, daß das deutsche Volk diese Gefahr kennt und erwartet daher, daß jeder Deutsche aus Verantwortungsbewußtsein heraus es zur Anstandspflicht erhebt, grundsätzlich das Abhören ausländischer Sender zu unterlassen. Für diejenigen Volksgenossen, denen dieses Verantwortungsbewußtsein fehlt, hat der Ministerrat für die Reichsverteidigung eine Verordnung erlassen, die das Abhören von politischen Nachrichten und Ueber- tragungen ausländischer Sender verbietet und unter Strafe stellt. Der Frontsoldat des Weltkrieges hat sich oft gewundert, wenn er in den ins Feld geschickten deutschen Zeitungen die Tagesberichte der feindlichen Heeresleitungen lesen und feststellen konnte, daß jene Mitteilungen in stärkstem Gegensatz standen zu dem tatsächlichen Verlauf der Kämpfe, die er selbst mitgemacht hatte. Er hat sich vor allem auch darüber gewundert, daß feindliche Heeresberichte überhaupt und ohne jedes Wort der Richtigstellung von deutscher Seite in unseren Zeitungen erschienen, obwohl sie von dem amtlichen Tagesbericht der deutschen Obersten Heeresleitung glatt widerlegt wurden. Dem deutschen Frontfoldaten war klar, daß die Engländer und die Franzosen mit ihren Heeresberichten ihm s e l b st kein X für ein U vormachen wollten, denn er hatte ja den Verlauf der Kämpfe selbst miterlebt; er war sich vielmehr bewußt, daß diese feindlichen Berichte für die deutsche Heimatfront bestimmt waren, die dadurch mit Zweifeln gegenüber der eigenen Führung erfüllt und für die feindlichen Absichten reif und mürbe gemacht werden sollte. Kam der Frontkämpfer auf Urlaub in die Heimat, so wurden ihm nicht selten die feindlichen Heeresberichte vorgehalten, und dabei konnte Memlmgs „Jüngstes Gericht" Danzigs kostbarstes Kunstwerk. Wuchtig erhebt sich St. Marien, Danzigs berühmtes Gotteshaus, über das Gewirr der Dächer. Seit mehr als vier Jahrhunderterten hält der mächtige rötlichbraune Glockenturm mit seiner stumpfen Haube Wacht hoch oben über der alten deutschen Stadt. Der gewaltige gotische Dom birgt in seinen Mauern trotz manchen beklagenswerten Verlustes noch immer die reichsten Kunstschätze. Unter ihnen das kostbarste Kunstwerk der Stadt Danzig überhaupt, des „duytschen Hanns", Hans Mem- ti n g s „Iüngst e s G e r i ch t". Bis in die neueste Zeit war die Geschichte dieses Altarwerkes in geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Die Berichte über die Herkunft des Bildes enthielten so viel Sagenhaftes, aber auch fo viel Wahrscheinliches, daß es schwer war, Dichtung und Wahrheit voneinander zu scheiden. Erst Forschungsergebnisse in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts fd) afften Klarheit. Danach ist das Kunstwerk im Jahre 1473 als Kriegsbeute in den Besitz der Stadt Danzig gelangt. Seit vier Jahren lagen damals die Hansestädte in einem fast ununterbrochenen Kampf zur See mit England. Mit Kaperbriefen versehen, kreuzten auch Danziger Schiffe in der Nordsee. Da erfuhr um die Osterzell der Danziger Schiffsführer Paul Bene k e, daß ein mit wertvollen Gütern befrachteter feindlicher Schiffszug von Sluys nach England unterwegs sei. Er folgte den beiden Schiffen bis in feindliches Gewässer, griff sie am Dienstag nach Ostern mit seinem „Peter von Danzig" an und kaperte die Galleyde „St. Thomas". Die Ladung — sie hatte einen Wert von 480 000 Talern — wurde in Beschlag genommen und zunächst auf Hamburger, dann auf Bremer Gebiet gebracht. Bei der Bergung der Ladung fand man, wohlverpackt in einer Kiste, das Altarwerk, das von nun an fast 350 Jahre hindurch den wechfelvollsten Schicksalen unterworfen war. Unter sicherem Geleit wurde das Kunstwerk auf dem Landwege über Pommern nach Danzig gebracht. Ueb er all wurde es als ein nicht von Menschenhand stammendes Wunderwerk betrachtet, und als Paul Beneke mit seiner Beute im Kloster Oliva anlangte, wurde ihm ein festlicher Empfang bereitet. Die drei Reeder aber, denen der „Peter von Danzig" gehörte, stifteten das Bild für den Altar derSt.-Georgev-Brüberschaft. Der Kampf um das Bild begann. Es erwies sich, daß das Meisterwerk M e m l i n g s — als solches ist es später einwandfrei festgestellt worden — von Angelo Tani, der die Interessen der Mediceer in Brugge vertrat, für den Altar einer Kirche in Florenz gestiftet und auf dem Wege dorthin gewesen war. Karl der Kühne legte sich ins Mittel, aber seine Bemühungen, von den Danzigern die Rückgabe des Bildes zu erlangen, blieben erfolglos. Ebenso fruchtete es yichts, daß Papst Pius IV. auf Betreiben der Brüder Juliano und Lorenzo M e - öici und anderer angesehener Florentiner seinen „geliebten Sohn", den „Piraten" Paul Beneke, den die Chronik „en hart Sevoael" nennt, in den Kirchenbann tat, — „be von Danske behelden de gu- dere und orageten dar nyscht na". Danzigs kostbares Kleinod war bald berühmt in ganz Europa. Kunstkenner und Kunstfreunbe machten weite Reisen, um es zu sehen, und nicht wenige kamen in der stillen Hoffnung, den wertvollen Kunstschatz in ihren Besitz bringen zu können. Wir wissen, daß Kaiser Rudolph II. die beträchtliche Summe von 40 000 Goldgulden bot und daß der Kurfürst von Sachsen 20 000 Taler geben wollte. Auch Peter der Große von Rußland, der das Bild auf der Durchreise am 9. März 1716 gesehen hatte, ließ durch den Fürsten D o l g o r u t i mit dem Rat der Stadt langwierige Verhandlungen über den Ankauf des Bildes führen. Doch den Danzigern war ihr Kleinod um keinen Preis feil. Fast hundert Jahre später. Am 26. Mai 1807 war Danzig in die Hände der Franzosen unter Marschall Lefebre gefallen, und am 30. Juni traf Denon, der Direktor des Musäe Napoleon, in der Stadt ein. Er forderte im Auftrage des Kaisers die Herausgabe des Bildes an Frankreich, und drei Tage später, am 3. Juli 1807, mußte das „Jüngste Gericht" den Weg nad> Paris antreten. Dort wurde es im Louvre auf gestellt, und es gibt manches Zeugnis für die zauberhafte Wirkung, die es auf die Beschauer ausübte. Napoleon war nach feiner Rückkehr von Elba abermals geschlagen. Der Friedensschluß vom 20. November 1815 entschied auch über das Schicksal des „Jüngsten Gerichts". Zusammen mit anderen Kunstschätzen — auch der Siegeswagen vom Brandenburger Tor befand sich darunter — deren Rückgabe Preußen zur Bedingung gemacht hatte, trat Memlings Meisterwerk die Rückreise nach Berlin an. Der Kampf um das Bild begann von neuem. In Berlin plante man die Gründung eines Nationalmuseums und machte alle Anstrengungen, das „Jüngste Gericht" dafür zu erwerben. 20 000 Taler und eine gute Kopie der „Sixtinischen Madonna" wollte man den Danzigern geben, dazu für dauernd drei Freistellen für junge Danziger Künstler an der Berliner Akademie. Der Rat 'der Stadt Danzig schlug alles aus. Aber erst, als auch der Versuch fehlschlug, König Friedrich Wilhelm III. zu einem Gewaltspruch gegen die Stadt zu bewegen, konnte Danzigs kostbarster Kunstschatz nach mehr als neunjähriger Abwesenheit am 16. Dezember 1816 auf feinen alten Platz zurückkehren. Das Distichon, das auf kleiner Tafel an des „duytschen Hanns" unvergänglichem Werk angebracht ist, kündet den Abschluß seiner seltsamen Schicksale: „Als das ew'ge Gericht des Kleinods Räuber ergriffen, gab der gerechte Monarch uns das Erkämpfte zurück." A. N. Abschiedsstrauß. Von Hans Brandenburg. Auf freiem Hügel, nur unterm fchattenfprenkeln- den Dachsieb magerer Obstbäumchen, steht mein Tisch; er hängt, wenn ihn jemand von drunten sieht, in. der Landschaft und im Himmel wie die Spinne im Netz oder wie ein Vogelnest unter Zweigen oder unter dem Kreuz einer Kuppel. Auf der gewürfelten Decke des Tisches steht vor der blauen Zackenwand der Berge ein bunter Strauß von Astern und Studentenblumen, ein Abschiedsstrauß. Und auch die noch einmal gegenwärtigen Stunden und Dinge fügen sich zum Abschiedsstrauß. Einmal bin ich in die Glockenstube des Dorfkirchturms gestiegen, wartend auf den Schlag des Stundenhammers gegen den erzenen Rand und dann noch auf das Mittagsgeläut, das den Kessel und den Klöppel über mir schwang und Glockenstuhl und Turm erbeben ließ. So schlägt nun meine Scheidestunde, aber Glocke und Land sollen in mir summen und singen, läuten und schüttern in langem Ausgang. Auch die Blumen des Feldes drängen sich zu den .GartenbluMN in meiiM Abfchiedsstrauß; „Jeder an seinem Platz." Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat folgende Verlaut» barung erlassen: In einer großen Zahl bei mir eingehender Gesuche bitten Parteigenossen, statt auf ihrem jetzigen Posten, mit der Waffe in der Hand im Dienst für ihr Volk streiten zu dürfen. Alle diese Gesuche müssen der Ablehnung verfallen. So verständlich der in den Gesuchen zum Ausdruck gebrachte Wunsch ist: Nicht der Wunsch des einzelnen ist entscheidend, sondern entscheidend ist das Gesamtinteresse. Dieses verlangt, daß wichtige Stellen durch die geeignetsten Persönlichkeiten besetzt bleiben. Jeder Parteigenosse erfüllt seine Pflicht aus dem ihm zu- ge wies en en Platz', bis ein neuer Befehl ihn zu neuer Verwendung bestimmt. Berlin, 1. September 1939. Rudolf Heß. er immer wieder feftftellen, daß die vom Feind erstrebte Wirkung auf die Heimatfront in der Tat nicht ausgeblieben war. Aus dieser lehrreichen Erfahrung des Weltkrieges hat unsere von dem Frontkämpfer Adolf Hitler geführte Reichsregierung für die Gegenwart die gebotene, durchaus richtige Nutzanwendung gezogen. Sie handelte nach dem richtigen Grundsatz, daß man sich gegen Gifte, die man kennt, von vornherein wirksam schützt, um Schaden für Leib und Leben fernzuhalten. Darum ist es zu begrüßen, daß mit der jetzigen Rundfunk-Derord- nung von vornherein ein wirksamer Schutzwall gegen die planmäßige Vergiftung unserer Volksmeinung durch die f e i nd l i ch e Agitation auf- gerichtet wird. Freilich, für jeden anständigen deutschen Volksgenossen war das Abhören der feindlichen Sender von jeher nicht nur eine nationale Würdelosigkeit, sondern auch ein Verstoß gegen die elementarsten Pflichten jedes deutschen Mannes und jeder deutschen Frau gegenüber unserer nur für das Wohl des ganzen Volkes wirkenden Staatsführung. Daher haben diese Männer und Frauen für den Straßburger oder Londoner Sender keine Minute am Rundfunk gesessen, sondern sie haben sich als gute Deutsche an die Sendungen unseres deutschen Rundfunks gehalten. Und fo wird und soll es erst recht in der jetzigen Zeit fein, denn wir wissen ja zur Genüge, daß die ausländischen Sender nicht die Interessen des deutschen Volkes vertreten, sondern den Zielen ihrer Regierungen den Weg bereiten wollen. Dabei mögen nun auch die Wenigen, die bisher die Rundfunkberichte aus England und Frankreich nicht missen zu können glaubten, sich in dieser Schicksals- stunde ihres Volkes ebenfalls freiwillig der straffen nationalen Disziplin unterwerfen. Wer trotz dieser Mahnung in dem Kampf gegen Verleumdung und Lüge die deutsche Front verläßt, verdient die Strafen, die jeden ßanbesnerräier erwarten. Die Wehrmacht hat den aktiven Schuh des Reiches übernommen. Gegenangriff über alle deutsch-polnischen Grenzen. Berlin. 1. Sept (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers hat die Wehrmacht den aktiven Schuh des Reiches übernommen. In Erfüllung ihres Auftrages, der polnischen Gewalt Einhalt zu gebieten, find Truppen des deutschen Heeres heute früh über alle deutfch-polnifchen Grenzen zum Gegenangriffangelreten. Gleichzeitig find Geschwader der Luftwaffe zum Riederkämpfen militärischer Ziele in Polen gestartet. Die Kriegs- m a r i n e hat den Schuh der Ostsee übernommen. (Für einen Teil der Auflage wiederholt.) Herbst schon im Sommer, Sommer noch im Herbst. Die blassen ßilaflammen der Zeitlose züngeln bis an meinen Tisch heran, doch auch die Margerite blüht, selbst die pfingstliche Trollblume ist da, das gelbe strandnelkenblättrige Habichtskraut überwuchert wie Löwenzahn die weite Schur der Wiese, und den grünen Wälberbogen ringsum färbt noch fein einziger Hauch des Welkens. Die Nässe der verregneten Wochen hat den Strauß der Sommernatur wie in einem Wasserbecken frisch erhalten, und in der einzigen schönen Woche, der letzten meiner Wochen, pflücke ich ihn und mit ihm alles übrige späte Sommerleben. Zwei Schwalbenschwänze jagen sich über meinem Tisch, gelb, schwarz geädert, mit Frackspitzen am Gewände und roten Augen am innern Flügelbug; die Trommel und Knarre des Laubfrosches klingt die Hecke entlang, und auf der Dachrinne des Bauernhauses wippt federnd die Bachstelze. Schwalben schießen über den Boden hin, und doch ist es nicht Schlechtwetterflug, sondern Uebungsflug der Jungen. Aber freilich hängen Junge und Alte schon auf den Drähten in Sammeltrupps des ersten Reisefiebers. Im Häuschen des Briefträgers betreut ein vierzehnjähriges Madönn- chen zweihundert Kanarienvögel, darunter halbflügge Nestlinge und neue "Brut, deren aufgerissene Schnäbel sich wie an Gummibändern Hochrecken. Ich muß die letzten Stunden wie solche Sonnenvögel in mir eintägigen und Hecken. Drunten rauscht in der Falte meines Hügelsaums unsichtbar der Bergfluß. Ich spüre sein letztes Bad noch im Blut und sehe die Goldbarren des getrifteten Holzes, die in sanftem Donner aneinvnder- prallen. Während die Alpenwand in einer Aura rosig auf glüht und erst zu Schlacke, dann zu weißer Asche erlischt, kehren an ihr hin die letzten hochgetürmten Ochsengespanne heim. Süßer Grummetduft bringt im Hause durch alle Fugen, und noch einmal wird in meine Träume der Doppelschlag des mehrhUnbertjährigen Webstuhls bringen. Doch vorher mache ich noch einen letzten Gang burchs Dorf in ber Tiefe unb wandere zum letztenmal auf meinen Hügel hinauf. Ein Wetterleuchten aus den Zentralalpen huscht Überben lichterblanken, wolkenlosen Nachthimmel. Auf ber Kuppe bas Haus — zum letztenmal mein Haus — steht uralt, aufge- stoßene Arche, als sich die Wasser ber großen Flut verliefen. Ich fahre zu ihm hinan auf bem Himmelswagen, sternschnuppenftiebenb, und bie Milchstraße schlägt als weiße Lohe aus seinem Dach.