Nr. l?8 Erstes Matt 189. Jahrgang Mittwoch, 2. August 1959 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Setlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» undverlag^vröhlsche Unloerfilätsdnickerei «.Lange in Siehe».Zchristleitung und Seschästsftelle: Lchulstrahe r Annahme von Anzeigen fflr die Mlttagsnummer vis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Von unserem RG.-Sonderberichierstaiier. den großen Manöver in der Po-Ebene Englands doppelgleisige KerrwsipolM zeitig spielt der Draht zwischen dem englischen Bot- Unt« schafter in China und Tschiangkaischek sehr lebhaft, licher. Unterstützung Tschunkings immer deut- Vorrunde. Kr. mm Duce mit der Ausstellung der Po-Armee be Moskauer Dusche für London So redet der Kreml mit den Einkreisungs-Bittstellern. während man Japan gegenüber äußerlich noch das Gesicht wahrt, besitzt Tschiangkaischek bereits Zusicherungen, daß an eine Aenderung der Chinapolitik nicht gedacht sei. Das große Spiel im Fernen Osten, das mit der Blockade gegen Tientsin begonnen wurde, befindet sich also noch durchaus in der italienischen Kriegsministerium, General Pari an i, empfing am Dienstag die in Mailand versammelten Sonderberichterstatter der italienischen und Italien befreundeten Presse, um ihnen Aufgabe und Bedeutung der in der Nacht zum Mittwoch beginnen- die Einkreisungsmächte, die sich aus durchsichtigem. Gründen in Herabsetzungen des Wertes des italienischen Soldaten und des ganzen italienischen Heeres in letzter Zeit gegenseitig zu überbieten versuchten, gut daran tun, ihre Lehren aus diesen Manövern zu ziehen; vor allem die Lehre, daß Italien nicht daran denkt, auf den in vielen Kriegen errungenen Lorbeeren auszuruhen, sondern sich unter restloser Ausnutzung der dabei gewonnenen Erfahrungen auf eine etwaige große Auseinandersetzung vorbereitet, die es so wenig wie Deutschland will, der aber anderseits die Achsenmächte gewappnet gegenüberstehen, wofür auch die Manöver in der Po-Ebene einen Beweis liefern werden. Moskau, 1. Aug. (DRV.) Die f o ro j e f a m f - liche 121 $ $ - Agentur veröffentlicht ein neues Lommunique, das sich in scharfen Wendungen gegen die von Chamberlain und Butter vertretene englische Auffassung in den Moskauer Verhandlungen wendet. Die TASS erklärt, der Anterstaatssekretär Butler habe im Unterhaus mitgeteilt, daß England alle Maßnahmen zur Beschleunigung der Verhandlungen ergreife, daß der Kernpunkt der Schwierigkeiten aber in der Frage liege, ob England die Unabhängigkeit der baltischen Staaten antasten könne. Demgegenüber erklärt die TASS, Bujler habe damit den Standpunkt der Sowjetregierung entstellt. Denn es handele sich in Wirklichkeit nicht darum, ob man Der Grundsatz faschistischer Kriegsführung „Durch- toßen und den Erfolg entsprechend auswerten, um n in den Endsieg zu verwandeln" mache eine .oeckentsprechende Vorbereitung und Konzentrierung ier Mittel notwendig. Dieser Grundsatz liege dem usbau der neuen Po-Armee mit ihrer Einteilung in ein schnelles, ein gepanzertes und ein sogenanntes autotransportables Korps zu Grunde. Der faschistische Grundsatz anderseits „Vorbereiten und wagen" mache- die totale charakterliche Erziehung des Volksganzen notwendig. Staatssekretär Pn- riani teilte abschließend mit, daß der Duce bereits am Mittwochfrüh den Manövern persönlich, zunächst vom Flugzeug aus, beiwohnen werde. Die Militärmissionen der Italien befreundeten Länder, darunter die deutsche unter Führung von General Halder, sind inzwischen in Mailand eingetroffen. etwas anlaslen solle oder nicht, sondern darum, daß die englische Formulierung unklar sei, und daß England offenbar damit ein „Hintertürchen" offen lassen wollte. Abreise verzögert. Paris, 2. Aug. (Europapreß.) Die Abreise der französischen und englischen Generäle zu den Generalstabsbesprechungen nach Moskau, die jetzt schon mehrfach für den kommenden Freitag an» gekündigt war, wird sich nach den am Dienstagabend bekanntgegebenen Informationen um mehrere Tage verzögern. Mitteilungen über die Gründe für die Verschiebung der Abreise werden nicht gemacht. 3n Frage gestellt. Tokio, 1. Aug. (DRV.) Die heutigen japanisch- englischen Verhandlungen über die Tientsiner Wirtschaftsfragen sind, was die Währungsfrage anbetrifft, bisher ohne Erfolg geblieben. Japans Stellungnahme und seine Forderungen gegenüber England sind folgende: 1. Die Befriedung Nordchinas ist solange gefährdet, wie der Tschunkingdollar in Tientsin zugelassen ist, während er sonst in Nordchina allgemein verboten ist. 2. Der Tschunkingdollar in der britischen Konzession von Tientsin stellt ein Bindeglied zwischen der Tschunking-Regierung und den Aktivisten in der Konzession dar. 3. Der Silbervorrat in der britischen Konzession gehört der nordchinesischen Regierung. 4. Die britische Konzession soll deshalb das Silber an die nordchinesische Regierung ausliefern. Ein britischer Gegenvorschlag, diese Fragen Finanzsachverständigen vorzulegen, wurde von Japan a b g e l e h n t. In politischen Kreisen vermutet man, daß, wie es auch deutlich aus Londoner Berichten hervorgeht, England in der Währungsfrage mit Amerika zusammenarbeiten wolle und deshalb feine Entscheidung solange hinauszögere, bis Washington sich geäußert habe. Da Tokio die Einmischung Dritter in die Tientsinfrage ablehne, so halte man es für möglich, daß die ganze Konferenz in Tokio in Frage gestellt sei, falls England eine Zusammenarbeit mit Amerika gegen Japan anstrebe. Infolge der Erschwerung der Lage hinsichtlich Tientsins fanden heute zwischen den beteiligten Ministerien mehrere Aussprachen statt. England weiter für Tschnnking. Paris im Schlepptau. London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse stellt fest, daß die Erfüllung der in Tokio gestellten Forderung auf Einstellung der antibritischen Bewegung als Bedingung für weitere Verhandlungen anzunehmen sei. Gleichzeitig werden die Andeutungen für eine weitere Was zunächst nur als naheliegender Verdacht in der Luft lag, gewinnt immer größere Gewißheit. Die Politik Englands im Fernen Osten fährt a u f 5 ro ei Gleisen und die diplomatische Moral der britischen Fernostvertreter hat einen doppelten Boden. Die Kapitulation der englischen Politik vor Tokio erweist sich immer mehr als ein Scheinrnanöoer, das nur darauf berechnet war, Zeit zu gewinnen, und die Stärke der japanischen Position abzutasten, im übrigen aber nach einer Hintertür Ausschau zu halten, durch die man aus übernommenen Verpflichtungen wieder entkommen könnte. Damit verband sich die stille Hoffnung, daß in letzter Stunde noch ein Retter auftreten könnte, der mittelbar oder unmittelbar als Stütze für die zusammenbrechende Position der britischen Weltmacht in Ostasien Verwendung finden könnte. An dem praktischen Nutzen der englischen Zusagen in Tokio läßt sich zunächst schon der Grad britischer Ehrlichkeit ermessen. Die vier Chinesen, die eines Anschlages auf einen japanfreundlichen chinesischen Beamten verdächtigt sind, sollen ausgeliefert werden. Gewiß würde das dem englischen Ansehen ein wenig schaden, aber was sind schon vier Chinesen wert nach englischen Begriffen? In dem Punkte aber, der an den Geldbeutel rührt, hat sich Englands Haltung in den letzten Tagen versteift. Die Engländer scheinen weiter entschlossen zu sein, den Tschungking-Dollar in Tientsin weiter zuzulassen, nicht nur weil sie geschäftliche Verluste vermeiden wollen, sondern auch weil er ihnen als erwünschtes Bindeglied zwischen der Tschungking-Regierung und den japanfeindlichen Elementen in der Konzession erscheint. Auch den in der britischen Konzession lagernden S i l b e r v o r - rat will man der nordchinesischen Regierung zur Stützung der neuen Währung nicht herausgeben, vielmehr liegt jetzt ein englischer Gegenvorschlag vor, diese Fragen Finanzsachverständigen zur Entscheidung vorzulegen. Was solche Sachverständige entscheiden könnten, ist nicht ganz klar, da es sich in dieser Frage um politische Dinge handelt, also um die Entscheidung, wie man neuen Gegebenheiten auf die nützlichste Weise Rechnung tragen könne. Hinter dem englischen Vorschlag steht natürlich der Gedanke, man könnte auf diese Weise eine dritte Macht offiziell zur Einmischung in die Tientsin-Frage veranlassen, bei welcher Gelegenheit dann England in die Vorhand zu kommen vermöchte. Diese Politik durch unterirdische Kanäle spielt schon seit einiger Zeit. Die scharfen Worte Chamberlains gegen Japan sind erst möglich geworden, nachdem Amerika seinen Handelsvertrag mit Japan gekündigt hat, eine Maßnahme, die einem Angriff auf die japanische Rohstoffversorgung gleichkommt. Die Engländer fühlen dadurch ihren Rücken gestärkt, das. Gefühl der Einsamkeit in Ostasien ist gewichen und sie sehen bereits einen Spalt der Hintertür, nach der sie Ausschau hielten, geöffnet. Gleich- Tätigkeit bei den Manövern zugewiesen werden wird, braucht kaum erwähnt zu werden. In all dem liegt nichts, was die Aengste oder die Verdächtigungen der französischen Presse rechtfer- .... o. _ M. tigcn könnte. Das Manöverthema ist vom italieni- zu erläutern, schen Generalstab so und nicht anders gewählt worden, weil es am besten dem Zweck entspricht, der erreicht werden soll: den hohen Grad der militäri schen Vorbereitung des italienischen Volkes nachzu prüfen und darzutun. Gerade darum aber werde. Englische „Moral". Das von Chamberlain erwartete Zeugnis aus Moskau, die Sowjets blickten vertrauensvoll auf feine konservativ-plutokratische Regierung, war nicht eingetroffen, und so mußte Chamberlains im Unterhaus sich dazu bequemen, die Entsendung einer englischen Militärmission nach Moskau noch vor Beendigung der politischen Gespräche in Moskau gutgeheißen. Was das besagt, liegt auf der Hand. Weil in Moskau Molotow versprach, „vielleicht" käme man politisch früher zum Ziel, wenn gleichzeitig die Militärs sich um einen runden Tisch setzten, stimmen die Engländer und Franzosen zu, militärische Geheimnisse mit der Sowjetmacht auszutauschen, obgleich Moskau nach dem Geständnis Chamberlains „andere Anschauungen" von all den Dingen hat, die die westlichen Demokratien so quälen. Irgendwie mußte aber Chamberlain diese Selbstentblößung, dieses Kriechen vor Moskau, dieses Aufgeben jedes Stolzes, entschuldigen, und er tat es damit zu versichern, die Entsendung einer Militärmission sei „saft ohne Vorgang". Das ist es. Chamberlain und Daladier kapitulieren vor Moskau, weil die Sowjetregierung „vielleicht" die Gnade hat, diese Kapitulation anzunehmen, oder auch nicht. Das Gesetz des englischen Handelns wird also durch Moskau bestimmt! Und noch verschiedene andere Pfähle wurden gegenüber Moskau zurückgesteckt. Chamberlain gab zu, daß die moskowitische Formel vom indirekten: Angriff die kleinen Staaten direkt bedroht, und er machte kein Hehl daraus, daß England diese Bedenken weitgehend teile. Aber —> die kleinen Staaten werden einfach der Einkrei- sungsidee und dem Sowjetappetit geopfert und die Reden der skandinavischen Minister über Wochenende, die eine direkte Anklage Englands bedeuteten, die betonten, man tue in London das, was man gerade durch die „Garantierung" der einzelnen Staaten nicht hätte tun wollen, rühren die englische Geschäftsmoral nicht, da die Regierung Chamberlains wie ein hypnotisiertes Karnickel auf die Schlange Molotow schaut. Nach einer Bemerkung über Fernost, das England fallen ließ, da es durch Roosevelts Kündigung des Handelsvertrages mit Japan sich genügend salviert glaubt, und nachdem die Tatsache einer weitgehenden Uebereinfunft mit Roosevelt von Chamberlain gar nicht bestritten wurde, machte der britische Staatsmann Bemerkungen über Polen und vor allem über Danzig, die geradezu einen So stellt die „Dimes" heute kategorisch fest:' „Großbritannien habe nicht die Absicht, die Un - terstützung der T s chu n k i n g - W ä h r u n g einzustellen." Die japanische Währungsform könnte nicht ohne Einigung aller an China interessierten^ Mächte angenommen werden. Zur Zeit würden 3nt formationen mit vielen Ländern, einschließlich Amerika, Frankreich und den Dominien ausgetauscht. „Daily Telegraph" meldet ergänzend aus Paris, daß Frankreich in der Silber- und Währungsfrage die bedingungslose Unterstützung des britischen Standpunktes zugesagt habe. Amerika und England demaskieren sich. Toki o , 2. August (DNB. Oftasiendienst). Wie „Tokio Nischi Nischi" berichtet, erhob gestern der britische Botschafter im japanischen Außenamt Vorstellungen gegen die a n t i b r 11 i • sche Bewegung in Japan und China. Er erklärte, „die japanische Regierung möge eine sofortige Beendigung der Bewegung herbeifuhren". Unter den gegenwärtigen Umstände könne es für England „schwierig" sein, die Besprechungen fortzusetzen. Der Vertreter des Außenministes erwiderte dem Botschafter, daß die antibritische Bewegung und die Verhandlungen in Tokio völlig getrennte Angelegenheiten seien. Die antibritische Bewegung in Japan stelle eine spontane Handlung der Massen dar, und die Regierung werde nur eingreifen, wenn Ruhe und Ordnung gestört würden. Mit der Volksbewegung in China habe die japanische Regierung nichts zu tun. Das Blatt berichtet sodann,'daß auch der amerikanische Geschäftsträger im Außenamt, und zwar beim Leiter der amerikanischen Abteilung, vorstellig wurde. Er forderte auch, die antibritische Bewegung in China zu unterbinden, da, wie er behauptete, auch häusid Amerikaner in China durch sie betroffen worden feien. „Tokio Nischi Nischi" stellt fest, daß die Zu- sammenarbeit zwischen England und Amerika durch die gestrigen Schritte nunmehr deutlich sichtbar geworden sei. Die Verhandlungen über die Währungsund Silberfrage in Tientsin seien auf f a st unüberwindliche Schwierigkeiten gestoßen. Gegenüber der japanischen Forderung auf Herausgabe des Silbers vertrete man bntischerseits die Ansicht, daß das Silber der Tschungking-Regierung gehöre. „Tokio Asahi Schimbun" berichtet sogar, daß infolge der britischen Haltung die Besprechungen ein st weilen aufgeschoben worden seien. Rom, 1. August. Die Po-Armee, die vom Duce geschaffene modernste und kampfkräftigste Armee Italiens, wird sich am 2. A u g u st in Richtung auf die westliche Alpengrenze in Marsch setzen. Damit beginnt das große Manöver, das von der Presse der Westmächte in sehr zwiespältiger Art ausgenommen worden ist. Es erübrigt sich, die mehr oder minder böswilligen Lesarten, vor allem der französischen Presse, hier anzuführen, die zu einem Teil recht bezeichnend zum Ausdruck bringt, wie die in den Westländern erzeugte Psychose, die ständig geschürte Kriegsfurcht, auf Ereignisse reagiert, die nun einmal, wie diese Manöver, bei jeder Wehrmacht üblich sind. Aber wenn man Reklameflüge, Generalstabskonferenzen und durchaus nicht kleinlich abgegrenzte Manöver als ein Monopol für sich in Anspruch nimmt, dann muß man freilich das Tun der anderen mit scheelen Augen betrachten. Wir verzichten daraus, die kühnen Schlüsse der französischen Presse, die aus der Anlage der Manöver gezogen werden, zu verzeichnen und zu widerlegen, und stellen demgegenüber das allgemeine Thema der Manöver in der Po- Ebene fest. Es lautet: Von jenseits der Alpen- grenze anmarschierende Truppen, die von dem ipiemontesischen Armeekorps „markiert^ werden, sind ön der Gegend des Mont Cenis durchgebrochen und rücken im Tale der Dora auf Turin vor. Die Po- Zlrmee, deren Standorte weitverstreut über die Po- Ebene bis hin nach Mantua reichen, wird in Eilmärschen herangebracht, um den Gegner zum Stillstand zu zwingen, bevor er noch aus den Alpen- : tälern heraus ist, ihn auf seine Ausgangsstellungen ] zurückzutreiben und womöglich noch darüber hinauszuwerfen. Die Po-Armee besteht aus drei Armeekorps: einem Panzerkorps, einem „schnellen" Korps und einem auf Kraftwagen beförderten Korps. Sämtliche Korps find also, wenn auch entsprechend ihren ver- d)lebenen taktischen Aufgaben in verschiedenen Ausmaßen, vollständig motorisiert. Die Erprobung der zrohen Beweglichkeit und die strategische Aufgabe machten es unerläßlich, ein Manövergelände von I bisher kaum dagewesener Ausdehnung zu .wählen. Dieses Gelände erstreckt sich in einem etwa siebzig Kilometer breiten Streifen beiderseits des Po von Öerona, Mantua und Parma bis hin zur Alpen- Zrenze in einer Länge von rund 350 Kilometer, umfaßt also nahezu 25 000 Quadratkilometer mit abwechslungsreichster Bodengestaltung. Der östliche Dell dieses Geländes ist für den ersten Abschnitt >es Kriegsspiels, in dem es darauf ankommt, die -och auf ihre Garnisonen verteilten Truppen chnellstens zusammenzuziehen und an ihre Aus- angsstellungen heranzubringen, besonders günstig; »ahlreiche und erstklassige Fahrstraßen stehen hier en marschierenden Kolonnen zur Verfügung. Der weite Abschnitt der Hebungen, die Konzentrierung 1 'er gesamten Po-Armee auf ihrer Operationsbasis, voraussichtlich in dem Raume Vercelli-Casale-Asti, Dird sich bereits in gebirgigerem und daher für motorisierte Truppen schwierigerem Gelände voll- aehen. Der dritte, d. h. der eigentlich strategifch-tak- sche Teil der Manöver, die Entfaltung der Armee, «r Vormarsch und die Kampfhandlungen werden ich schließlich im Hochgebirge, in den Alpen «östlich von Turin abspielen, also in einem iMänbe, wo die motorisierten Abteilungen im gro- faen und ganzen an die wenigen vorhandenen und meist nicht leicht zu bewältigenden Straßen gebun- !sn sein werden. Aus Grund dieser verschieden- artigften Bodenverhältnisse wird es der Manöver- Mtung möglich sein, wertvolle Erfahrungen über t e Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Verwendungs- xvglichkeit und Kampfkraft großer, motorisierter (iinheiten in jedem Gelände zu sammeln. Daß von den großen Lehren dieser Manöver i chts verloren gehen wird, dafür bürgt die Per- >lmlichkett ihres Leiters, des Generals Ettore B a - lüic o, der als einer der fähigsten Militärs Jta- , hiins gilt. General Bastico, der im November 1938 I Auch bei den Manövern in der Po-Ebene wird ®; neral Bastico wieder ehemalige Spanienkämp- ier unter seinem Befehl haben, die berühmte .Tturmdivision" Littorio die nach ihrer Rückkehr in Heimat nicht aufgelöst sondern auf persönliche Mtorbnung des Duce als geschlossene Panzerdivi- ficin in die Po-Armee eingegliedert worden ist. ^ßerdem werden sechs Milizbataillone auf beiden onten an den Manövern teilnehmen; davon sind bn der Po-Armee zugeteilten Bataillone ebenfalls mtorisiert. Ihnen fällt vor allem die Aufgabe zu, bei Operationen der regulären Truppen als Reser- reir unterstützend einzugreifen, den Vormarsch dieser Truppen vor allem nach den Flanken hin zu decken gegebenenfalls überraschende örtliche Vorstöße ks Gegners zum Stillstand zu bringen, also alles Araber, zeichnete sich im Weltkrieg aus, machte bm Feldzug in Aethiopien mit, zeitweilig als Kommandant der Schwarzhemdendivision „23. März" Md später eines Armeekorps, und errang schließlich ab Befehlshaber des italienischen Freiwilligenkorps in Spanien den Sieg in der Schlacht von Sant- arfcer. Die Po-Armee marschiert nach Westen. Wang bei General panani. Rom, 1. Aug. (DNB.) Der Staatssekretär im Tiefstand der Moral verraten, wie er schlimmer undenkbar ist. Die Anleihe mit Polen? Nun, Polen bekommt sie vorläufig nicht, und damit muß es sich obfinden. Dafür aber lobte Chamberlain ausdrücklich die „kluge und staatsmännische Hal- tung" der Warschauer Machthaber. Klug und staatsmännisch ist die ganz bewußte Knebelung der primitivsten Rechte der deutschen Volksgruppe in Polen, klug und staatsmännisch sind die Ermordungen, die Mißhandlungen, die drakonischen Haßurteile, die geradezu wahnwitzige und nur im Dertruuen auf England begangenen Versuche der Ausrottung alles, was in Polen deutsch ist. Was würde Chamberlain sagen, wenn wir die Bombenattentate der Iren „klug und staatsmännisch" nennten, wenn wir ihre Anschläge gegen die englische Sicherheit als Ausfluß der erhabensten politischen Weisheit bezeichneten! Mit seinen Worten hat Chamberlain die Polen geradezu ermuntert, ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Deutschen in Polen fortzusetzen, und wcchrlich, es gehört eine eiserne Stirn dazu, ihnen dafür den Dank Albions auszusprechen. Diese echt britische Mentalität ist von uns erkannt worden. Chamberlain mag versichern, olle politischen Fragen könnten durch friedliche Diskus- ionen gelöst werden. Erhatnichtden gering- ten Beitrag zu einer friedlichen L o - u n g gegeben. Er tut nach wie vor alles, um ie zu verhindern. Er will die „Friedensfront", die Einkreisung, und es war bezeichnend, wie er ouf- zählte, vor dem Weltkriege habe England so und so gehandelt, damals sei die Front, natürlich gegen die Mittelmächte, auch nicht an einem Tage zustande- gekommen. Ehrlicher war da schon der Labour-Ab- geordnete Morrison, der im Unterhaus offen zugab, alle Methoden der Briten hätten nur den Zweck, „eine aggressive Nation einzukreisen". Es sei typisch englische Heuchelei, das zu leugnen. Chamberlain aber leugnet trotzdem! Chamberlains »vorbildliche" polen. Thorn, I.Aug. (DNB.) Am Sonntag, 30. Juli, gegen 23 Uhr, fand ein Ueberfall einer Horde von etwa 20 polnischen Rowdies auf das Anwesen des volksdeutschen Siedlers Tonn in Gurny Wymiary, Kreis Kulm, statt. Tonn wurde schwer verletzt. In seinem Anwesen wurden die Fensterscheiben, Fensterkreuze, die Türen und das Mobiliar beinahe restlos zertrümmert. Die Polizei, die sofort verständigt wurde, hatte es bis zum Montagmorgen noch nicht für nötig befunden, zu erscheinen. Englischer Flottenbesuch in der Türkei. Istanbul, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Heule vormittag ist in Istanbul der englische Schlachtkreuzer „W a r s p i t e" mit vier Zerstörern zu einem Flottenbesuch eingetroffen. Die englischen Kriegsschiffe werden sich bis zum Sonntag im Hafen aufhalten. Gleichzeitig ist heute in Smyrna der englische Schlachtkreuzer „Malaya" eingetroffen. Es ist das erstemal, daß die Türkei einem ausländischen Kriegsschiff das Anlaufen der wichtigen Seefestung gestattet. In den Kreisen, die die englisch-türkische Ein- kreisungspolitik vertreten, werden die englischen Kriegsschiffbesuche besonders groß aufgezogen. Am Freitag fliegt der englische Geschwaderchef, Vizeadmiral Cunningham, nach Ankara zum Besuch beim Staatspräsidenten und beim Chef des Generalstabes. Der englische Vizeadmiral wird Gast des türkischen Marschalls sein. Britische Parlamentsferien bis 3. Oktober. London, 1. August. (DNB.) Wie Dienstag amtlich mitgeteilt wurde, wird das Parlament auf acht Wochen, und zwar bis zum 3. Oktober, in Ferien gehen. Englands Lokomotivführer und Heizer drohen mit Streik. London, 2. August. (DNB. Funkspruch.) Der Exekutivausschuß des Lokomotivführer-und Heizerverbandes, dem ungefähr 53000 Lokomotivführer und Heizer der Haupteisenbahnlinien angehören, hat am Dienstag beschlossen, den Streik zu erklären, wenn den Forderungen des Verbandes auf Erhöhung der Löhne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht stattgegeben wird. Lediglich der Beginn des Streiks ist noch nicht festgesetzt. Neun Tote beim Feuergefecht zwischen Arabern und Engländern. Jerusalem, 2.August. (DNB.) Zwischen arabischen Freischärlern und britischem Militär kam es in der Straße Hebron—Bersheba bei dem Dorf Adhdahiriya zu einem Gefecht, bei dem neun Arabergetötet und ein verwundeter Freischärler gefangengenommen wurde. Das Militär soll keine Verluste erlitten haben. Gedenken an Hindenburg. B e r l i n, 2. August. (DNB.) Aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages des Generalfeldmarschalls von Hindenburg legte der Reichskriegerführer General der Infanterie ---Gruppenführer Reinhardt am Hindenburg-Denkmal auf dem Kyff- häufer einen Lorbeerkranz nieder. Gleichzeitig wurden im Auftrage des Reichskrieger- führers am Sarkophag des Feldmarschalls im Tannenbergdenkmal durch den Gaukriegersührer Nord- Ost des NS.-Reichskriegerbundes und ---Oberführer Major a. D. von Weiß und an der Hindenburg- Büste im Zeughaus in Berlin durch den ---Oberführer Major a. D. Goedicke Kränze des NS.- Reichskriegerbundes niedergelegt. Bergsteigerische Ausbildung der HI Berlin, 1.Aug. (DNB.) Zwischen der Reichsjugendführung und dem Deutschen Al- penoerein wurde eine Vereinbarung geschlossen, die Dr. Seyß-Jnquart auf der 65. Haupttagung des Deutschen Alpenvereins in Graz behandelte" Danach erfolgen die bergsteigerische Ausbildung und die Bergfahrten der Hitlerjugend, die seit dem Wiederanschluß der Ostmark und des Sudetenlandes an Umfang sehr gewonnen haben, in engster Zusammenarbeit mit dem DAV. Der Alpenverein hat sich bereit erklärt, der Hitler-Jugend seine Einrichtungen, Ausbilder und Geräte zur Verfügung zu stellen, während die HI. ihre berg« steigerisch interessierten Mitglieder den Jugenü- gruppen des Alpenvereins zuführt. Eine Sport- ordnung sieht die systematische Ausbildung der Jungen vor mit dem Ziel, eine gute Grundlage für das militätische Bergsteigen zu schaffen. Die Achsenmächte haben die schnellste Luftfahrt. Reue Höchstleistung Deutschlands. - Don Italien bereits übertroffen. Berlin, 1. Aug. (DNB.) Die deutsche Luftfahrt hat chre beispiellose Erfolgsserie durch eine neue bedeutende Höchstleistung fortgesetzt. Den mannigfachen Rekorden der letzten Zeit wurde nunmehr eine Bestleistung über die längste m der internationalen Rekordliste überhaupt geführte Strecke zugefügt. Das Heinkel-Flugzeug He 116 stellte mit einer Stundengeschwindigkelt von 216 km eine neue W e l t b e st l e i st u n g über die 10 0 0 0 - k m - S t r e ck e für Deutschland auf. Die Besatzung des Flugzeuges bestand aus dem Heinkel-Piloten Oberleutnant d. R. Rolf Jöst er, Oberfunker Arthur Sup pa von der Deutschen Lufthansa und dem Motorenspezialisten der Hirth-Motoren-GmbH. Hans Lousmann. Der bisherige, seit Mai 1938 von Japan mit einer Stundengeschwindigkeit von 186,2 km gehaltene Rekord wurde von dem Heinkel-Flugzeug demnach um 30 km überboten. Das Rekordflugzeug ist das bekannte viermotorige Heinkel-Postflugzeug, das für den Südatlantik-Postverkehr der Deutschen Lufthansa entwickelt wurde. Zwei Flugzeuge des gleichen Musters haben vor Jahresfrist unter japanischer Führung die Strecke Berlin—Tokio in einer ausgezeichneten Zeit zurückgelegt. Das Flugzeug ist ausgestattet mit vier luftgekühlten Hirth-Motoren HM 508 von je 240 PS, VvM-Verstell-Luftschrau- ben, automatischer Askania-Kurssteuerung und einer kombinierten Lorenz - Telefunken - Funkeinrichtung. Bemerkenswert ist die vorteilhafte Aufgliederung der Motorleistung von 960 PS in vier kleine Einheiten, aus der sich bei einem wirtschaftlichen Kraft- tosfverbrauch die höchstmögliche Flugsicherheit er- jibt. Es ist hocherfreulich, daß die nut ihren Ge- chwindigkeitsrekorden über kurze und mittlere Strecken hervorgetretenen Heinkel-Werke nunmehr auch einen Geschwindigkeitsrekord über eine lange Strecke errungen haben. Die Durchführung des Fluges. Der Flug ging unter Aufsicht von Sportzeugen des Aero-Klubs von Deutschland vor sich, von dem das Flugergebnis der • FAJ. zur Anerkennung als internationaler Rekord zugeleitet wird. Als Meßstrecke wurde Zinnowitz-Leba an der Ostseeküste gewählt. Am Sonntag, 30. Juli, 6.05 Uhr überflog das Flugzeug den ersten Kontrollpunkt und beende'te am 1. August 4.23 Uhr, also- nach einer Gesamtflugdauer von 46 Stunden 18 Minuten die 10 000-kw- Strecke in geschlossener Bahn. Neben der hervorragenden technischen Leistung des Heinkel-Flugzeuges muß vor allem der Einsatz der Besatzung gewürdigt werden, an die während der langen Dauer des Fluges und bei der großen Hitze von 35 Grad hohe Anforderungen gestellt wurden. Zwei Tage und zwei Nächte kreiste das Flugzeug unaufhörlich um die beiden, 250 km voneinander entfernten Kontrollpunkte, so daß die Besatzung, wie sich der Motorenspezialist Lausmann ausdrückte, „am Schluß jede einzelne Welle der Ostsee genau kannte". Ununterbrochen erfüllte jeder feine verantwortungsvolle Aufgabe. Flugzeugführer I ö st e r am Steuerknüppel mußte ständig die Strecke genau im Auge behalten, um Geschwindigkeitsverluste durch Kursabweichungen und Höhenunterschiede zu vermeiden. Besondere Aufmerksamkeit erforderte das Fliegen über See in der niedrigen Höhe von etwa 200 Metern: Oberfunker Suppa hielt während der ganzen Zeit die Funkverbindung mit den Bodenstellen aufrecht und unterrichtete den Piloten ständig über die Entwicklung der Wetterlage. Don großer Wichtigkeit war die Tätigkeit des Motorenfachmannes und zweiten Flugzeugführers Laus- mann, der das einwandfreie Arbeiten des Triebwerkes durch dauernde Kontrolle der Zylindertemperaturen, des Oel- und Benzindruckes, der Drehzahl und vieler anderer wichtiger Einzelheiten überwachte und den Flugzeugführer bei der Ortung unterstützte. Zum Erfolg des Fluges trug auch die ausgezeichnete Bodenorganisation bei, die unter der Leitung des bei manchem Rekordflug bewährten Oberingenieurs Köhler stand. Oberleutnant d. R. Iöster war von August 1936 bis Mai 1937 als einer der ersten freiwilligen Piloten in Spanien. Er wurde vom Führer für seine Verdienste im spanischen Krieg mit dem goldenen Spanien kreuz ausgezeichnet und erhielt von General Franco die „Medalla militar". Seit 1937 ist er bei den Heinkel-Werken in Oranienburg als Werkpilot tätig. Ob erfunter Suppa ist ein alter Funkspezialist. Er war viele Jahre Funkstellenleiter beim Reichsflugsicherungsdienst. Seit dem 15. Oktober 1934 ist er Funker bei der Deutschen Lufthansa, seit Dezember 1938 Oberfunker. Er steht kurz vor der Vollendung seiner ersten Million Flugkilometer. Der Motorenfachmann und Flugzeugführer Hans Lausmann steht seit längerer Zeit im Dienste der Hirth-Motoren-GmbH., von der er zu allen großen Flugwettbewerben des In- und Auslandes zur Betreuung der Hirth-Motoren entsandt wird. Glückwunsch des Generalfeldmarschalls. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe würdigte die Leistung der Besatzung und der Maschine in folgendem Glückwunschtelegramm: „Mit Freude und stolzer Genugtuung habe ich davon Kenntnis genommen, daß Sie den internationalen Geschwindigkeitsrekord über die 10 000= kw-Strecke für Deutschland errungen haben. Ich beglückwünsche Sie und alle Beteiligten zu diesem Erfolg und spreche insbesondere der wackeren Besatzung für die tagelange Einsatzfreudigkeit Dank und Anerkennung aus. Göring, Generalfeldmarschall. Italien verbessert auf nahezu 237 Kilometer. Rom, 1. August (DNB.) Der schneidige Wetteifer der deutschen und italienischen Luftfahrt brachte am 1. August eine Sensation, welche die konkurrenzlose fliegerische Leistungsfähig, keit der Achse in hellstes Licht rückt. Nachdem erst am Nachmittag des heutigen Tages das deutsche Heinkel-Flugzeug He 116 mit einer Stundenge- schwindigkeit von 216 Kilometer eine Weltbest, leiftung über die 10 000-Kilometer-Strecke aufstellte, meldet die Luftwaffe des befreunbeten Italien wenige Stunden später bereits eine Verbesserung auf nahezu 2 3 7 Kilometer! Ein breimotoriges Flugzeug der Luftwaffe des Imperiums verließ Sonntagmorgen G i d o n i a und landete erst Dienstagnachmittag. Auf einer geschlossenen lOOO-Kilometer-Bahn wurden in insgesamt 57:01:52 Stunden 12937,77 Kilometer mit einem Durchschnitt von 236,192 Kilometer zurückgelegt und dabei zugleich der internationale Schnelligkeitsrekord über 10 000 Kilometer auf 236,970 km/st beträchtlich verbessert, ohne daß man wußte, daß fast zur gleichen Zeit auch in Deutschland die bisher von Japan gehaltenen Rekorde verbessert worden waren. Der Rekordflug von Oberst Angelo wurde — wie man in italienischen Fliegerkreisen mit Stolz hervorhebt — von einem Serienapparat, wie er von der Luftwaffe gebraucht wird, ausgestellt. Am Sehrohr und auf Tauchstation. Selbsterlebter Ll -Bootsangriff. Von unserem Berichterstatter Werner Zeiget. In diesen Tagen haben die großen Sommerübungen der Uboote stattgefunden, an denen unser Berichterstatter teilnahm. Ein stahlblauer Himmel weitet sich über die alte, zu neuem Leben erwachte Kriegsmarinestadt Kiel uni) ihren Kriegshafen, als an einem frühen Sommermorgen fünf Uboote einer ^-Flottille mit ihrem als Sichert;eits- und Fangboot dienenden Begleit- chiff M 61 von der Tirpitzmole in der Kasernenstadt Nel-Wik ablegen, um hinauszufahren auf die Oft« ee zum Exerzieren. Eine frische Brise bläht die eben geheißten Flaggen auf und läßt die Leinen an den Masten knattern. Sonnenüberflutet zeigt sich die waldumrandete Kieler Förde in einem unbe« chreiblich schönen Glanz. Mitten auf dem Strom des Hafens liegen vor leuchtend roten Bojen Kreuzer, Schlachtschiffe und der „Aviso Grille". In langsamer Fahrt haben wir mit unseren Ubooten das Uboot-Ehrenmal am Möltenorter Strand und das Marine-Ehrenmal am Eingang der Förde passiert. „Richt klagen, wieder roagen , so heißt es auf dem in Kiel auf dem Garnisonfriedhof tehenden Niobe-Denkmal. Die junge Generation der )urch Adolf Hitler wieder zu einsatzbereiter und tarier Wehr gewordenen Kriegsmarine, sie wagt! Sie kennt kein Zögern und Zaudern/sie geht ran, dabei nicht leichtsinnig und unüberlegt, sondern bewußt und verantwortungsvoll. Die Erkenntnis jedenfalls haben wir als Laien-Gast auf dem Uboot« Begleitschiff nach den schneidigen Uebungen mit nach Hause nehmen müssen! Das erste Schauspiel, das sich uns bietet, ist das tadellose „Jn-Kiellinie-Fahren". Fast hatte es den Eindruck, als werden die Uboote vom Begleitschiff von einer unsichtbaren Kette gezogen. Den Auftakt der eigentlichen Uebungen bildet ein schneidiges Wendemanöver. Eben noch in Kiellinie fahrend, drehen alle Boote gleichzeitig und gleichmäßig nach links ab und fahren statt yinter- einander, in regelmäßigen Abständen nebeneinander her. Ein anderes Schauspiel. Weit ab von unserem Begleitdampfer ist eines der fünf Uboote getaucht. Es ist den Blicken aller entschwunden, denn sicherlich hat der Kommandant dieses Ubootes das Sehfernrohr nur sekundenweise über das Wasser ragen lassen, um seine und unsere Stellung zu erkunden. Fast sind schon zwanzig Minuten vergangen, und immer noch nicht ist das Uboot aufgetaucht. Den Laien überkommen schon Bedenken, aus denen er bann aber schnell herausgerissen wird, denn plötzlich, ohne daß man auch nur im geringsten daran- gedacht hat, taucht das vorhin getauchte Boot mit sekundenschnelle in seiner ganzen Länge nur wenige Meter von uns entfernt auf. Noch ein anderes Bild. Mit äußerster Kraft vor- aus soll eines der Uboote an uns oorbeilaufen. Mit ..Braßfahrt" kommt es angewetzt! Kurz bevor es uns eingeholt hat, verschwinden vom Kommando- tnrm der Wachoffizier, der Brückenmaat, der Bruckengast und der Rudergänger, und wenige Sekunden später taucht das Boot vor unseren Augen unter, um in eben fo wenigen Sekunden wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Rauf, runter, rauf, io etwas nennt man bei den kühnen Ubootfahrem eine Ente! (Bo wechseln die Bilder vor unseren staunenden Augen, und immer wieder müssen sie den Wage- mut und den Schneid der Ubootfahrer anerkennen! Den Höhepunkt soll ein Angriff auf einen Feind b,löen, unb der Leser wirb sich die Gefühle vor« stellen können, als wir eine freundliche Einladung erhalten, diesen Angriff vom Uboot aus mitzuerleben! 0 Nachdem wir in einem Kutter übergesetzt sind und wir uns natürlich ziemlich unbeholfen durch die engen Luken in das Innere des Ubootes begeben und uns gewissermaßen erst mal akklimatisiert haben, geht es los. Wir stehen in der Tauchstation und um uns ein Gewirr von Maschinen, Leitungen und Hebeln. „Wie soll man da bloß zwischen ourchsin- ben", flüstert unser Berliner unb hält sich eisern fest. Es ist mucksmäuschenstill, unb wir sind nicht in weniger Spannung als die Besatzung. Die einzelnen Männer sitzen,' ruhig, gelassen, aber trotzdem mit größter Konzentration vor den Apparaten. Sie sind von dem Gefühl beherrscht, daß hier nur größte Aufmerksamkeit am Platze ist, daß sich jeder auf jeden hundertprozentig verlassen muß! Jetzt machen die einzelnen Tauchstationen ihre „Klar-Meldung". Der leitende Ingenieur auf der Tauchstation macht Meldung in den lurrti zum Kommandanten, daß das Unterdeck tauchklar ist. Die Entlüftungsklappen der Tauchtanks werden geöffnet, und ein Fingerzeig des leitenden Ingenieurs gibt bekannt, daß wir jetzt zu tauchen beginnen. Wer etwa gedacht hat, daß das Tauchen einem Abwärtsfahren in einem Fahrstuhl gleichkommt, ist bitter enttäuscht (vielleicht auch angenehm). Nur eine ganz geringe Neigung ist zu spüren. Faszinierend ist die „Atmosphäre" an unserem Aufenthaltsort. Die Blicke hängen gespannt an den Manometern und Umdrehungsanzeigern. Mir fahren jetzt bereits zehn Meter unter Wasser. Ein eigenartiges Gefühl, bas zu beschreiben sehr schwer fällt, denn es ist für einen, der zum erstenmal taucht, ein Gemisch aus Freude, Stolz und ein wenig Aengstlichkeit, verbunden mit einer Bewunderung für die Ubootfahrer, die eisern und verantwortungsvoll ihre Pflicht tun. Der Mann an der Tiefenskala sagt leise an: „Fünf» zehn Meter durch" unb der leitende Ingenieur gibt Die Meldung weiter an den Kommandanten „Fünfzehn Meter durch". Jetzt sind wir also schon fünfzehn Meter unter dem Meeresspiegel! Der Kommandant sagt jetzt an, daß er den Feind (unser Be- gleitschift) im Sehrohr aufgefangen hat. Nun geht alles rasend schnell. Die Werte des Gegners werden abgeschätzt, und bann wandern die Befehle zu den Männern an den Torpedorohren. „Rohr fertig?" „Rohr fertig" kommt es aus dem Sprachrohr zurück. Das Hauptkommando kommt: „Rohr Achtung ... los!" Ein weißer Signalstern leuchtet auf, als Markierung für bas Lösen des Schusses aus ber tödlichen Unterwasserseewaffe. Aus Befehl wirb auf alle Tanks Preßluft gesetzt unb somit bas geflutete Wasser wieder herausgepreßt ... unb in Sekundenschnelle sind wir wieder an ber Oberfläche des Wassers. Die Uebung ist beendet! Es ist schon Abend, als wir unserem Heimathafen zusteuern. Weit vor uns fahren die Uboote unserer Uebung mit äußerster Kraft voraus nach Kiel. Teufelskerle sind es, diese Ubootfahrer! England ist der Friedensstörer. Das Britische Reich ist ein Fluch für den Weltfrieden.-' ff Kap ft.a d t, 1. August (DNB.) In einer Versammlung ber Nationalen Oppositionspartei in Goodwood bei Kapstadt hielt Abgeordneter Dr. oan Nierop eine stark beachtete außenpolitische Rede, die bezeichnenderweise von ber englischen Presse verschwiegen wird. Der Redner betonte mehrmals, daß einzig und allein die britische imperialistische Politik bas Züchen bes Friebensstörers auf ber Stirn trage. Dabei prägte er den Satz: „Das Britische Reich ist ein Fluch für b e n Weltfrieden!" Die Frage, wer an ber gespannten internationalen Lage schuld sei und wer die Völker in einen Krieg hetzen wolle, könne man einzig und allein dahin beantworten, so betonte Dr. van Nierop, baß es ber britische Imperialismus sei. Die englische Politik stecke ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Völker, wo Britannien durchaus nichts zu suchen habe. Trotzdem würden die anderen Völker in den Augen der von britischer Heuchelei und Lügenmeldungen beeinflußten Welt als angebliche Ruhestörer hingestellt. Da britische Reich habe diese Politik jedoch zu lange getrieben, als baß sie nicht allmählich burchschaut werde. Es sei an der Zeit, so rief Dr. van Nierop aus, daß die Südafrikaner begreifen lernten, baß nicht Deutschland, Italien, (Spanien ober gar Danzig den Weltfrieden bedrohen, sondern baß bas scheinheilige, auf Raub unb Kriegen aufgebaute Britische Re i ch die alleinige Verantwortung für Krieg ober Trieben trage. Der Redner ging bann näher auf Danzig ein unb betonte: Obwohl Danzig eine beutfdje S t a b t ist und obwohl ihre Bevölkerung zum Reich will, mischt sich basselbe England ein, bas sonst — wenn es ihm paßt — den Grundsatz vom Selbst, bestimmungsrecht ber Völker als „heiligstes Menschengut" hinzustellen beliebt. Deutschland soll md)t bas Recht haben, für ein deutsches Danzig einzutreten, aber England durfte die Republik Transvaal wegen einer Handvoll britischer Untertanen im Goldhanbel mit einem zweijährigen Raub' und Mordzug überziehen. Dr. van Nierop verlangte abschließend strikte Neutralität der Südafrikanischen Union im Falle von Verwicklungen in Europa. Südafrika werde von niemanden bedroht, es sei denn vom britischen Jmperialissmus. Kein anderes Land ber Welt als England habe Südafrika überfallen unb ausgeraubt. Neue Niederlage Roosevelts. Kongreß stimmt das Milliarden- Programm nieder. Washington, 1. August. (DNB.) Mit 193 gegen 166 Stimmen lehnte bas Abgeordneten» Haus heute jegliche Aussprache über Rooses d e 11 s gestern vom Senat verabschiedeten 1,6-Mil» liarben-Dollar-D arlehnsplan zur Wieberankur- belung ber 08^..-Wirtschaft ab. Bewegte Vorstellun' gen bes bemokratischen Fraktionsführers Raybum vermochten bie entschlossene Koalition aus Republikanern unb Anti-New-Deal-Demokraten nicht umzustimmen. Nach ber Ansicht parlamentarischer Kreise bedeutet biefes Abstimmungsergebnis, baßRoosevelts neuestes Wirtscyaftsprogramm für bi e f e s Jahr begraben ist. Diese emp- finbliche Nieberlage bürste nach Associated Preß Roosevelt auch davon abhalten, noch innerhalb dieses Sitzungsabschnittes um Abstimmung über den 800- Millionen-Dollar umfassenden Plan für Wohnneu- bauten nachzusuchen. Britische Militärflieger in die Nordsee gestürzt. In ber Nähe von Lossiemouth stießen gestern zwei Flugzeuge zusammen unb stürzten in bie Nordsee. Drei Angehörige der britischen Luftwaffe büßten dabei ihr Leben ein. ,r - J einen Aus aller Wett Am 1. August 1914 ging der zu einem Hilfsminenleaer umgebaute deutsche Seebäderdampfer „Königin Luise" nach Erfüllung einer wichtigen militärischen Aufgabe vor der Themsemündung im schweren Feuer des englischen Ki--------- o<.....t!* " ‘ " /='" ’ ’ ~ ‘' Vor 25 Lahre«: Heldenfahrt des Bäderschiffs „Königin Luise" Der Arzt lernt von der Leinwand. Unterrichtsfilm und Zortbildungsfilm. — Operationsbilder prägen sich ein. Trickfilm zeigt Behandlung innerer Krankheiten. Neue Grundsähe für den Wohnungsbau Oie Deutsche Arbeitsfront als Wegweiser. Lungsaschisten und Hitler-Jugend Seite an Seite. Oie große Radfernfahrt Rom-Berlin-Rom. schulen, ferner Nationalsozialistische Musterbetriebe sowie Baudenkmäler und andere Stätten deutschen Kunstlebens kennenzulernen. Hitlerjungen und Jungfaschisten waren am Brenner mit ihren Rädern angetreten. Nach dem Abschreiten der Front nahm Baldur von Schirach das Wort und sagte u.a.: „Das deutsch-italienische Bündnis ist durch die Begeisterung der Jugend in beiden Staaten millionenfach bekräftigt. Die Achse besitzt in der Jugend die unermüdlichsten Bekenner und Verteidiger. Ihr kommt nicht als Gäste in ein fremdes Land, sondern als Freunde zu euren Freunden." — Nachdem die deutschen Hymnen verklungen waren, gab der Reichsjugendführer den Befehl zum Beginn der Fahrt Auf ihrer Freundschaftsfahrt trafen 220 Jungfaschisten und acht höhere MilizoffiLiere mit ihren 220 deutschen Kameraden abends in Scharnitz, der Grenze des Traditiönsgaues München-Oberbayern ein. In Garmisch-Partenkirchen gab Gauleiter Reichsstatthalter Adolf Wagner den Milizoffizieren und den Führern der Abordnungen -— Empfang. Berlin, 1. Aug. (DNB.) In einem Festakt wurde am Dienstagnachmittag durch Reichsorgani- fationsleiter Dr. Ley, den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Staatsrat Speer, und Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert die feierliche Grundsteinlegung für die große Wohnsiedlung Eharlottenburg-Nord vollzogen. Sie wird ein nach neuzeitlichsten Gesichtspunkten durch weite Grünanlagen aufgelockertes neues Stadtviertel für sich darstellen und mit insgesamt 11 500 vorbildlich angelegten Wohnungen rund 4 0 000 Menschen aufnehmen. Neichsorganisationsleiter 0r. Ley hiell dabei eine Ansprache, in der er u.a. sagte: Der Nationalsozialismus hat noch nie vor einem Problem — und wenn es noch so unüberwindlich erschien — kapituliert. Wenn mit den heutigen Baumethoden und dem heutigen Bauverfahren das Wohnungsbauproblem nicht gelöst wer- den rann, so ziehen wir Nationalsozialisten den einzig möglichen Schluß: Die jetzigen Baumethoden ’rächen nicht aus, sie müssen vervollkommnet i werden. ®rft dadurch, daß man beim Volkswagen die »größtmögliche Rationalisierung aller »vorhandenen Mittel und Arbeitskräfte einsührte, erreichte man das erstaunliche Ziel. Das gleiche Prinzip werden wir nun beim Wohnungs- Lau anwenden. Seif Jahren Hal die Deutsche Arbeitsfront eine erstaunliche Vorarbeit geleistet. Die Deut- sche Arbeitsfront stellte sich hierbei drei Ziele: Einmal muhte erreicht werden, den Rohbau durch eine rationalisierte Bauweise zu verbilligen, ohne dabei die Güte der Hauser leiden zu lassen. Zweitens muhte durch eine weitestgehende Normung des Fertigbaues — Normung der Türen, Fenster, Decken, Fuhböden — eine weitere Verbilligung erstrebt werden. Diese Normung der Einzelteile bedeutet selbstverständlich keine Uniformierung der architekto- Nischen Gestaltung. Drittens stellte sich die Deutsche Arbeitsfront das Ziel, eine neue Dohnkul- tur durch praktische, billige und schöne Möbel herbeizuführen. Unser Ziel ist und muh fein, schöne, geräumige, gesunde und billige TB ot) nun gen für die schaffenden deutschen Menschen zu erstellen. So kann ich heute bei der Grundsteinlegung die- i5r ersten Berliner Großsiedlung mit ehrlicher Genugtuung mitteilen, daß —' wenn der Führer den Lrefehl zum Großangriff des Wohnungsbaues und ^edlungsproblems erteilen wird — alle technischen inb organisatorischen Voraussetzungen gegeben sein werden, das Wohnungsproblem in Deutschland für immer zu lösen. heute wird im Auftrage des Führers der erste Brenner, l.Aug. (DNB.) Der Grenzpaß der befreundeten Staaten Deutschland und Italien am Brenner prangte am Dienstag in reichem Flaggenschmuck, als sich auf deutschem Boden die Teilnehmer der Radfernfahrt Rom —Berlin- Rom, etwa 200 Jungfaschisten und 200 h i t l e r j u n g e n , zusammenfanden. Die Fahrt führt symbolisch die Verbundenheit der italienischen und der deutschen Jugend vor Augen. Sie geht am ersten Tag nach Garmisch, dann weiter nach Landsberg am Lech, Augsburg, Nürnberg, Weimar, Coburg, Leipzig, Dessau, in die Reichshauptstadt, von da über Lübeck und Kiel nach Hamburg. In Hamburg ist der deutsche Teil der Radfernfahrt beendet. Mit dem Zug geht die Fahrt wieder zum Brenner. Dort werden die Räder erneut bestiegen zur Weiterfahrt nach Rom. In Rom werden die Hitlerjungen, die aus allen Gebieten Deutschlands stammen, längere Zeit mit den italienischen Kameraden ein Lagerleben führen. Der Aufenthalt der Jungfaschisten in Deutschland wird vier Wochen dauern. Sie werden dabei Gelegenheit haben, zahlreiche Einrichtungen wie Reichs- arbeitsdieustlager, Jugendherbergen und HJ.-Flieger- Der große Spielfilm, der zur Zeit vom Leben und Wirken Robert Kochs gedreht wird, unternimmt es, wissenschaftliche Forschung und ärztliches Handeln in packender Anschaulichkeit auf der Leinwand zu zeigen. Während sich hier Künstler in die Haltung und Arbeit bedeutender Wissenschaftler einfühlen — Emil Iannings hat sich im Robert- Koch-Jnstitut selbst von einigen Schülern Robert Kochs einführen lassen, und Operationen bekannter Chirurgen angesehen — nützt die Wissenschaft selbst schon seit längerem als wertvolles Hilfs- und Dar- stellungsmittel: Es ist ein besonderes Verdienst der deutschen Gesundheitsführung, daß seit einigen Jahren wichtige Fragen der ärztlichen Krankheitserkennung und der Behandlung in besonderen Filmen behandelt werden, so daß auf diesem Gebiet bis heute bereits eine große Erfahrung gesammelt werden konnte, über die Dr. E. K i t t l e r (Berlin) in einer Sitzung der Berliner Medizinischen Gesellschaft eingehend berichtete. Oer Fortbildungsfilm. Der Arzt bleibt immer ein Lernender, auch wenn er seit Jahren in der Praxis steht; denn die Natur offenbart sich den Forschern ständig neu. Diesem Gedanken trägt die ärztliche Fortbildung in Deutschland und in vielen anderen Ländern mit ihren regelmäßigen Kursen Rechnung. Selbstverständlich sieht ein Film, der bei einem ärztlichen Fortbilvungskursus gezeigt werden soll, anders aus als ein Lehrfilm, den der Universitätsprofessor im Kolleg seinen Studenten vorführt. Dem Medizinstudenten muß ein Thema filmisch bis zu den geringfügigsten Einzelheiten aufgeschlossen werden, während es für den praktisch tätigen Arzt im Fortbildungskursus genügt, wenn er über das Neuartige an einer Untersuä^ingsmethode oder eine neue Operationstechnik für einen an sich bekannten Krankheitszustand orientiert wird. Wissenschaftliche Dramaturgie. Film verlangt Handlung. Das ist nicht nur im Spielfilm eine künstlerische Regel, das ist ein aus der Eigenart des Filmes selbst stammendes Gesetz. Wirklich dramatische Handlung, wie sie sich in Bilder fassen läßt, gibt es in der ärztlichen Arbeit hauptsächlich in der Chirurgie. — Aber die ärztlichen Fortbildungskurse dienen in erster Linie doch dem Allgemeinpraktiker.. Daher hat es sich als das Wichtigste herausgestellt, die sogenannte „Kleine Chirurgie", wie sie auch der Arzt in der Sprechstunde oft ausüben muß, in den Filmen der ärztlichen Fortbildung zu zeigen und in ihnen einzelne seltener benutzte Techniken ins Gedächtnis zurückzuichtlgen militärischen Aufgabe vor der Themsemündung im schweren v , 'reuzers „Amphion" unter. Die Besatzung der „Königin Luise", die von der „Amphion" an Bord genommen wurde, fand wenige Zeit später den Heldentod, als der englische Kreuzer auf eine der von dem deutschen Bäderschiff gelegten Minen anslief und sank, deren Lage die tapferen Männer von der „Königin Luise" trotz schärfster Verhöre auf der „Amphion" nicht preisgegeben hatten. Dieses Bilddokument zeigt die „Königin Luise" zwei Tage vor ihrem Untergang auf der Marinewerft in Wilhelmshaven, wo das Schiff als Hilfsminenleger ausgerüstet wurde. — (Scherl-Bilderdienft-M.) rufen oder neue zu vermitteln. Esi st bei der ganz und gar auf das Auge gerichteten Einstellung des modernen Menschen viel klarer und eindeutiger, so etwas im Filmbild zu zeigen, als es nur zu erläutern. Die „Große Chirurgie" wird daneben nicht vernachlässigt. Aber es kommt sellbstverständ- lich weniger darauf an, dem Beschauer eines solchen Filmes durch den Film das Operieren beizubringen: Das ist gar nicht möglich, denn dazu gehört immer die eigene Praxis! Aber der Arzt, der im Fortbildungskursus einen solchen Film gesehen hat, verbindet nur mit dem Fachausdruck, der z. B. in seiner Fachzeitschrift gebraucht wird, eine ganz bestimmte Vorstellung. Er ist sich über die Wirkungsweise des Eingriffs klar und kann feine Patienten beraten, er kann auch auf Grund des Filmes die Erfolgsaussichten besser übersehen. Trickbilder von inneren Krankheiten. Der Trickfilm gilt meist als eine amüsante Unterhaltung im Vorprogramm eines Kinoabends, als „optische Taschenspielerei". Trickstlm ist aber eigentlich nichts anderes als eine Folge geschickt verbundener Zeichnungen und Bilder, die oas lebendig zeigen, was die Kamera nicht einfanaen kann. Deshalb ist der Trickfilm auch der unentbehrliche Helfer des zu Lehrzwecken filmenden Arztes geworden, 3. B. bei allen Fragen innerer Krankheiten. Er ist yier, wie Dr. K i t t l e r meinte, nur „d i e moderne Form der Wandtafelzeichnung". Ganz besonders wichtig wird der Film für die ärztliche Fortbildung aber dort, wo er scheinbar gar nicht ärztliche Probleme behandelt: Der Arzt will nicht nur helfen und heilen, er will auch vorbeugen. Für Heilen wie Vorbeugen aber ist es wichtig, daß es außer dem vor ihm zur Untersuchung stehenden Menschen auch dessen Leben und dessen Arbeit kennt. Der Beruf, der da auf dem Krankenschein angegeben ist, muß für den Arzt mehr als eine schemenhafte Bezeichnung fein. Um den Aerzten eine lebensnahe eigene Vorstellung von den Beanspruchungen zu geben, denen ihre Patienten im Berus genügen müssen, ist es nicht notwendig, ganze Bildreportagen vom Werdegang der einzelnen Jndustrieerzeugmsse zu geben. Aber die wichtigsten Arbeitsvorgänge, die Arbeitsphasen, in denen die Beanspruchung des Arbeiters har zutage tritt, die muß der Arzt in Filmen miterleben können, wenn er wirklich Gesundheitsführer fein soll. In einer Reihe von Ausschnitten aus fertigen Filmen der ärztlichen Fortbildung gab Dr. K i t t - l e r einen anschaulichen Ueberblick über die Entwicklung dieses eigenartigen wichtigen Filmzweiges und über die großen Erfahrungen, die gemacht werden konnten. Dr. J. Sch. kannter Ursache ein Schadenfeuer aus, das sich rasch auf das Kohlen- und Kolkslager ausdehnte. Aus drei Dutzend Schlauchleitungen versuchten die Wehren, das Feuer von den übrigen Gebäudeteilen fernzuhalten. In der Oelhalle explodierte ein eisernes Oelfaß, wobei eine Frau durch umherfliegende Eisensplitter verletzt wurde. 44 Menschen bei einem Fährunglück auf den Philippinen ertrunken. Zwischen den Philippinen-Inseln Samar und Leyte kenterte bei schwerer See eine Motorfähre, die 80 Personen an Bord hatte. 36 konnten sich mit Hilfe von Rettungsgürteln so lange über Wasser halten, bis sie von herbeieilenden Schiffen aufgefischt wurden; 44 ertranken. Jüdische Devisenschieber abgeurteilt. Lpd. Frankfurt a. M., 1. August. Die Große Strafkammer befaßte sich mit Devisenschie« b u n g e n, die von einer Bande verübt wurden, deren Mitglieder sich heute in Belgien aufhalten. Im Mittelpunkt stand der früher in Frankfurt am Main ansässige Rechtsanwalt Alex Israel I e s s e l, der sich vor einiger Zeit heimlich ins Ausland begab. Das Anwaltsbüro war von feinem Verwandten Israel Groß weiteroeführt worden. Jessel besaß Wertpapiere und Guthaben. Das Vermögen wurde auf ein Postscheckkonto überwiesen und 21 000 RM. abgehoben. Ein Teil des Geldes ging zunächst an einen Verwandten in Nürnberg, wurde später dort abaeholt und dann nach Belgien geschafft. Auch Jessel versuchte einen Betrag von 8000 RM. ins Ausland zu bringen. Er gab das Geld zunächst einer Frau, die es nur gegen ein bestimmtes Stichwort dem Abholer auShändigen sollte. Das Gericht verurteilte Jessel wegen versuchten und vollendeten Devisenvergehens zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis und 50 000 RM. Geldstrafe, den Mitbe- schuldigten, ebenfalls ins Ausland geflüchteten Groß zu 15 Monaten Gefängnis und 32 000 RM. Geldstrafe. Wetterbericht Die Luftdruckverteilung über Europa zeigt eine Aenderung. lieber dem Festland herrscht weiterhin eine verhältnismäßia frische Westströmung, die der Witterung ein wechselhaftes Gepräge gibt. Neben Aufheiterung ist weiterhin mit zeitweiligen kürzeren Regenfällen zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Wechselnd bertiöltt mit Aufheiterung, aber auch kurzen Schauerniederschlägen. Temperaturen wenig geändert. Südwestliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 1. August: mittags 20 Grad Celsius, abends 16,5 Grad; am 2. August: morgens 15,2 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum heute nacht 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. August: abends 20,9 Grad; am 2. August: morgens 17,7 Grad. — Niederschläge 0 mm. — Sonnenscheindauer 4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsck-e Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Spatenstich zum Beginn des ersten großen Wohn- bauwerkes in Deutschland vollzogen und damit zum Ausdruck gebracht, daß es der Wille des Führers ist, der Wohnungsnot schon jetzt tatsächlich zu begegnen. Die Schassenden Deutschlands danken dem Führer auch für dieses Werk. Sie sind überzeugt, daß in einigen Jahren der deutsche Arbeiter überall in allen deutschen Gauen gesunde Wohnungen besitzen wird, die auch genügend Platz haben werden, um einer glücklichen Familie mit Frau und Kindern Lebensraum zu gewährleisten. So erfüllt sich planmäßig des Führers Werk. Der Führer zeigt den Weg, er gibt die Befehle, er faßt überall und alles selbst mit an. Das deutsche Volk folgt dem Führer von Station zu Station, bis es. jene Kraft und jene Energien erworben hat, die es befähigen, feine Aufgabe als Volk von Weltgeltung und Weltbedeutung bis zum letzten zu erfüllen. Oberbürgermeister Dr. Lippert, Reichsorgani- fationsleiter Dr. Ley und Generalbauinspektor Professor Speer vollzogen dann die feierliche Grundsteinlegung. Kunst und Wissenschaft. Eröffnung der Salzburger Festspiele Mit einer künstlerisch hochstehenden Aufführung des „R os e n k a v a l i e r" von Richard Strauß wurden die Salzburger Festspiele 193 9 in Gegenwart von Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet. In der Ehrenloge des baulich umgestalteten Festspielhauses sah man ferner Reicysminister Dr. Seyß-Jnquart, Staatsminister Dr. Meißner und Minister von Glaise-Horstenau, Gauleiter Dr. Rainer sowie den Reichsdramaturgen, Ministerialdirigenten Dr. Rainer S ch l ö s - s e r. Unter der musikalischen Leitung von Karl Boehm und der Regie Erich von Wymetals, die sich noch auf die Bühnenbilder des verstorbenen Alfred Roller stützen konnte, war ein erlesenes Ensemble von Solisten vereinigt, von denen sich in den Hauptrollen Hilde Konetzni (Marschallin), Martha R o h t (Rosenkavalier), Fritz Srenn (Ochs von Lerchenau), Esther Rethy (Softe) und Hermann Wiedemann (Faninal) besonders auszeichneten. Mit der Aufführung des „Rosenkavalier" hat die zweite Festspielzeit Salzburgs im Großdeutschen Reich ihren Anfang genommen. Die Stadt Mozarts ist für die repräsentative Aufgabe würdig geschmückt worden. Die Straßen haben einen einheitlichen und auf den historischen Charakter der Stadt abgestimmten Schmuck angelegt. Die Bayreuther Künstler beim Führer. Am Dienstag empfing der Führer im Haus Wahnfried im Beisein von Frau Winifred Wagner die an den Bayreuther Fest spie len beteiligten Künstler und Künstlerinnen und verbrachte mit ihnen einen Abend geselliger Unterhaltung. Schwere Unwetterkatastrophe im Böhmerwald. Aus Linz wird gemeldet: Montagabend ging über dem Böhmerwald ein furchtbares Unwetter mit Hagelschlag nieder, wie man es seit Jahrzehnten in dieser Heftigkeit nicht mehr erlebte. Nach vorläufigen Schätzungen sind etwa 3000 Hektar Felder und Wiesen vollkommen verwüstet worden. Die auf den Feldern stehende Getreideernte ist stellenweise restlos zerstört. In zahlreichen Ortschaften sind Straßen und Plätze unpassierbar, Fernleitungen wurden unterbrochen. Die Hagelschloßen erreichten stellenweise dis Größe von Taubeneiern. In zahlreichen Fällen wurden Kinder, die damit beschäftigt waren, das weidende Vieh nach Hause zu treiben, von den Hagelschloßen verletzt. Zahlreiche freiwillige Helfer sind sofort zu den Aufräumungsarbeiten in das von der Unwetterkatastrophe heim- aesuchte Gebiet angegangen. Außerdem wurden erste Hilfsmaßnahmen für die so schwer betroffene Bevölkerung eingeleitet. Das gleiche Unwetter hat auch in anderen Gegenden des Oberdonaugebietes großen Schaden angerichtet. So wurde unweit von Wels in Traunleiten ein großes Bauerngut durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt. Das Feuer vernichtete nicht nur das Haus, sondern auch die gesamte bereits eingebrachte Ernte. Neunköpfige Diebesbande in Kassel fesigenommen. In Kassel konnte die Kriminalpolizei eine neunköpfige Diebesbande festnehmen. Es handelt ich um etwa 20jährige Burschen, die sich ohne feste Wohnung in Kassel umhertrieben und geregelter Arbeit aus dem Wege gingen. Ein Gaunerstreich, den sich die Bande vorgenommen hatte, die Entwendung von 7000 RM., die ein Geschäftsmann leichtfertigerweise in seiner Wohnung aufbewahrte, konnte durch das Eingreifen der Kriminalpolizei verhindert werden. Der Alkohol war schuld! Das schwere Verkehrsunglück, das sich unweit des Kettrichhofes bei Pirmasens ereignete, ist insoweit geklärt, daß von einem klaren Verschulden des Fahrers gesprochen werden kann. Er hatte in der Sonnenhitze die Fahrt mit den 15 Arbeitern unterbrochen und in einer Wirtschaft vier Mas Bier getrunken. Zweifellos ist der Unfall darauf zurückzuführen, daß der selbst schwerverletzte Lenker des Wagens infolge des Alkoholeinflusses die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren hatte. Außer den zwei Toten, die aus Mitteldeutschland stammen, liegen noch 9 Schwerverletzt e im Krankenhaus. Londoner Volkshochschüler in der Reichshauplsladl. Seit Sonntag weilt eine größere Gruppe von Volkshochschülern aus London in der Reichshaupt- tabt, die — wie alljährlich — im Rahmen des Schüleraustauschs der Stadt Berlin sich auf einer mehrwöchigen Deutschlandreise befinden. Es handelt ich bereits um die dritte derartige Reife- und Stu- üengesellschaft. Eine andere Gruppe ist unlängst in München empfangen worden, und eine weitere Gruppe befindet sich derzeit in der Ostmark. Hervorragende Leistung einer Alpini-Ableilung. Eine bemerkenswerte bergsteigerische Leitung vollbrachte eine Gebirgsartillerie-Abteilung eines Alpini-Bataillons von Udine. Unter großen Anstrengungen gelang es den Soldaten, zwei 7,5-cm- Geschütze nach sechsstündiger schwieriger Kletterarbeit auf den Gipfel des 2500 m hohen Monte (Tanin zu chaffen. Jeder Mann hatte eine Last von etwa 100 kg ßU befördern. Feuer in einem Aluminium-Walzwerk. Im Oelraum der Aluminium-Walzwerke in Singen am Hohentwiel (Bodensee) brach aus unbe« 3n Gießen vor 25 Jahren Trauungen im schönen alten Rathaussaal Ausmarsch 1914 in Gießen — (Aufnahme: Archiv.) Der Trausaal im Blumenschmuck. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gießen-Wieseck, Herborn, den 1. August 1939. 5291D NEUE REZEPTE SEI IHREM HÄNDLER Lebensmittelgroßhandlung in Kurhessen sucht fachkundige Jakob Moutarde, Buchdrucker Gießen, den 2. August 1939. Herzbeschwerden im Sommer Herr Jakob Moutarde 5301 D Schr. Ang. unt. a.d.G.A, Knacklesle und Irische Gurken über den Winter hinaus du Die Trauerfeier findet Freitag, 4. August, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Heute morgen entschlief nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel -'«r..... Sekretärin für die Geschäftsleitnng eines hiesigen industriellen Unternehmern zum baldigen Eintritt gesucht. Verlangt werden: Perfekte Kenntnisse in Stenografie und Schreibmaschine, gute Umgangsformen, sowie absolute Vertrauenswürdigkeit, gewünscht nach Möglichkeit französische u. engl. Sprachkenntnisse, Bewerbung.m.Lichtbild.Zeugnisab, Schriften, Lebenslauf, Gehaltsanspr* unter 5290D an den Gieß. Anzeig. für Versand, Lager und Reise in Dauerstellung bei guter Bezahlung. — Ausführliche Bewerbungen mit Lichtbild sind unter 5293 D an den Gießener Anzeiger zu richten. Nachlässe von 3 b/s 20 v. H. en halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige) 5 Zimm.-Wohn. m.Hzg., Bad, in frei., sonn. Lage, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 49020 a.d.G.A. Eine schöne Neuerung wurde für die standesamtlichen Trauungen im Alten Rathaus zu Gießen eingeführt. Der Trausaal, der sich in einer schönen Gestaltung zeigt und durch das schwere Balkenwerk, durch die Ausstattung mit schweren Tischen und Stühlen besonders geeignet ist, würdiger Rahmen für die Feiern der Trauung zu sein, wird in Zukunft auf besondere Weise mit Blumen und frischem Grün geschmückt werden. Im Blickpunkt des Brautpaares sind ein Bildnis des Führers und die Fahne des Großdeutschen Reiches angebracht ^vorden. Außerdem schmückt ein Bildnis des Reichsinnenministers Dr. Frick den Raum. Schöne, blühende Blumenstöcke stehen auf den 1 ml. 2 Zier mit Küche in Gießen oder Vorortversofort z. mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03754 an denGieß.Anzeig. Die Veranstaltungen aus Anlaß des Kriegs- ausbruches vor 25 Jahren lenken den Blick zurück in eine bewegte Zeit und legen es nahe, sich noch einmal zu gegenwärtigen, wie sich vor einem Bierteljahrhundert das große Geschehen in unserer Stadt im Bilde der Heimatzeitung spiegelte. Wenn wir den Band des Gießener Anzeigers vom Sommer 1914 aufschlagen, so finden wir im Text und Anzeigenteil allerlei Bemerkenswertes, das heute wohl der Vergessenheit entr-ssen zu werden verdient. Bereits am Samstag, 1. August 1914, erschien auf der ersten Seite und an der Spitze des Blattes eine Bekanntmachung des Kommandierenden Generals von Schenck über die Erklärung des Kriegszustandes für den Bezirk des XvilL Armeekorps. Auf der gleichen Seite befindet sich ein Aufruf des Kommandierenden Generals an die Bevölkerung, worin der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß jedermann „alle Militär- und Zioilbehörden freudig und rückhaltlos unterstützen und uns damit die Erfüllung unserer hohen vaterländischen Pflichten erleichtern wird." Unmittelbar darunter befindet sich eine Bekanntmachung des Ziviloorsitzenden der Ersatzkommission des Kreises Gießen über den freiwilligen Eintritt ins Heer im Kriegsfälle: „1. Nach ausgesprochener 3 Zimmer u. Bad z. verm. Laden Neuenweg 25 ev. als Ausstellraum zu vermieten. Auskunft bei G. Feix Neuenweg 25 II. St. 03507 Junges Mädel für klein. Haushalt gesucht. Offerten u.K.R vostlagernd Wetzlar. 6202t Vertreter gesucht für den bezirksweisen Vertrieb eines neuen ges. gesch. Reifeninstandsetzungs-Verfahrens sowie der hiernach gefertigten 5252V Reifenpflaster. Anfr. rin HAN KO G.m.b.H., Koblenx/Bheln. Fuhne und 1 b ik2 Lagerarbeiter stellt ein Eugen Dürr & Co. Gieflen. 529M wendung bei vorderer Linie gebeten. Möge das gute Beispiel viel Nacheiferung finden! ... Im Anzeigenteil erscheinen neben dem Wortlaut der Mobilmachungsordre und dem Aufruf des Landsturmes besonders bemerkenswert u. a. eine behördliche Warnung vor dem Genuß ungekochten Wassers sowie genaue Anweisungen über das Brieftaubenwesen und die auf diesem kriegswichtigen Gebiete erwartete tätige Mitwirkung der gesamten Bevölkerung. Der k. und k. Vizekonsul in Frankfurt a. M. hat einen großen Aufruf an alle Wehrpflichtigen Oesterreich-Ungarns erlassen. Am 3. August wird ferner über eine tags zuvor, also am Sonntag, abgehaltene Stadtverordnetensitzung berichtet, in welcher Maßnahmen aus Anlaß des Kriegsausbruches beschlossen wurden; u. a. wurde hier durch den Oberbürgermeister Keller vor sog. Vorratskäufen, ungerechtfertigten Preiserhöhungen und unbegründeten Abhebungen von Einlagen bei der Bezir'kssparkafse nachdrücklich gewarnt. Einstimmig wurde beschlossen, dem Gießener Regiment als Liebesgabe eine erste Rate von 3000 Mark zu überreichen, die an minderbemittelte Unteroffiziere und Mannschaften verteilt werden sollen. In der gleichen Ausgabe des Gießener Anzeigers vom Montag, 3. August, findet sich ein ganzseitiger Aufruf des Roten Kreuzes, in welchem die Bevölkerung um reichliche Geldspenden gebeten wird. In der Nummer vom Dienstag, 4. August, lesen wir u. a. einen Aufruf des Großherzogs von Hessen, in dem von der alten Hessentreue die Rede ist, die sich in schwerer Zeit stets bewahrt habe... 414 Meldungen für die Hessische Heimatfahrt. Die hessische Heimat fahrt, die das nw- torsportliche Programm der NSKK. - M 0 t 0 r - gruppe Hessen um eine sehr wertvolle Veranstaltung bereichert hat, erfreut sich eines lebhaften Zuspruchs aus Fahrerkreisen. Nicht weniger als 4 1 4 Meldungen wurden für die Fahrt am 5. und 6 August abgegeben. Den Hauptanteil stellt das NSKK. mit 293 Fahrern, die HI rückt mit 37 Fahrern an. Die # ist mit 33 und die Wehrmacht mit 40 Fahrzeugen vertreten. DDAC., Polizei und NSFK schicken die restlichen Teilnehmer. An Mannschaften sind bei den Krafträdern 29 und bei den Personenkraftwagen 24 beteiligt. PKW. und Krafträder fahren übrigens auf getrennten Strecken im nördlichen Taunus. im 61. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: 1. d. N.: Kätchen Moutarde. löffel Klosterfrau-Melissengeist mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt trinken. Das gilt besonders für ältere Leute, derdn. schwächerer Gesamt-Organismus der Hitze weniger Widerstand leistet. Meist hilft das gut well Klosterfrau-Melissengeist eine beruhigende und regulierende Wirkung auf grundlegende Funktionen des menschlichen Organismus ausübt, besonders auf Herz- und Nerventätigkeit. Lesen Sie bitte, wie feine Verbraucher urteilen! So schreibt Herr Karl Elbers- Kirch Schwerkriegsbeschädigter. Bad-Ems. Kavcllenstr. 3 am 24.5.39: ,2m letzten Lahr litt ich sehr oft unter nervösen Herzbeschwerden. Da diese nicht besser wurden, machte ich einen Versuch mit Klosterfrau-Melissengeist und nahm ich 3 mal täglich einen Teelöffel voll mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt. Bereits nach einigen Tagen stellte ich eine überraschende Besserung fest. Diese hat sich bis heute gehalten. 3d) nehme daher Klosterfrau-Melissengeist weiter und kann diesen jedem der an ähnlichen Beschwerden leidet, empfehlen." Mobilmachung können von allen Ersatztruppenteilen Freiwillige jederzeit angenommen und eingestellt werden..." Der 2. August, als der erste Mobi l ma chu n as- tag, fiel auf einen Sonntag. Die Nummer des Gießener Anzeigers vom Montag, 3. August, erschien unter der klassischen Ueberschrift „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los!" und brachte dann bereits Meldungen über die ersten Kriegshandlungen, Grenzüberfälle der Russen und ein Bombardement des Kriegshafens von Libau durch unseren kleinen Kreuzer „Augsburg". Im Anzeigenteil der gleichen Nummer richtet der Verlaa des Gießener Anzeigers einen Aufruf an die Leserschaft, daß die Mobilisierung und die damit verbundene Einstellung von Angestellten und Arbeitern zu einer vorläufigen Einschränkung des Zeitungsumfanges zwinge, und daß der Mobilmachungsfahrplan während der nächsten Tage die regelmäßige Zustellung der Zeitungspakete für die Leser auf dem Lande mit der Bahn wahrscheinlich nicht zulassen werde. In der gleichen Nummer findet sich im Textteil u. a. die folgende Notiz: „Eine größere Anzahl Kriegsfreiwilliger hat sich bereits gemeldet, darunter Herren von 64, 62, 42 Jahren. Auch der im Dienstgrad Höchststehende der hiesigen Stadt, Generalleutnant z. D. K l i n g e l h ö f f e r, hat um Ver- Gerade im Sommer treten unter dem Einfluß der Hitze Herz- und Nervende, fdiroerben stärker auf als zu anderen Jahreszeiten; häufig ist Schlaflosigkeit damit verbunden. Bei solchen Beschwerden sollte man 1—3 mal täglich einen Tee- Wir stell, laufend Mita ein für die Ring- Zählerei Poppes Co. Gießener Gummi waren* Fabrik. Vermittlung nur durch d. Arbeits- amt Gießen. _ Fleiß., sauberes 2 Simmet mitKüchelMan- farde) zu verm. Schr. Angeb. u. 03725 a. 0. Gieß. Anz. (Weiter zum Anlern en an Holzbearbeitungsmaschinen in Dauerstellung gesucht. Holzbüromöbelfabrit Hch. Reger Nachs. M.Zraaz Bogt it.. £idj, Oöern. 5241D lebensMel- WMserin sucht Stelle,, geht aber auch m andere Branche. Schriftl. Angeb. unter 5294V an denGieß.Anzeig. KleineAnzeigea im Gießener Anzeiger werden von Tauiendeu beacht und flelelen. Weiter Herr Loses Barth (Bild nebenstehend). Heeresarbeiter, Änif 59 bei Salzburg, am 25.5.39: ,3d) gebraudie schon seit längerer Zeit Klosterfrau-Melissengeist bei nervösen Herzbeschwerden mit gutem Erfolg. Hann dieses Mittel allen die an den gleichen Beschwerden leiden, enwfeblen." 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Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen tüchtigen Fachmann aus unserem alten Gefolgschaftsstamm, einen treuen Mitarbeiter von guter Gesinnung. Gießen, den 2. August 1939. Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. Am 30. Juli verschied nach langer, schwerer Krankheit unser innigstgeliebter Sohn und Enkel Hugo Müller im 25. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Robert Pinkert und Frau Marie, verw. Müller. geb.Weber Anton Krd. Müller und Frau, die Großeltern nebst allen Angehörigen. Frankfurt a. M., Lang-Göns, den 1. August 1939. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. August, vormittags 81/» Uhr, in Frankfurt a. M. statt. Todes-Anzeige. Heute entschlief sanft unsere liebe Mutter und Großmutter Marie Rohrbach Wwe., geb. Rein im 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Rohrbach Familie Robert Will Familie Karl Rohrbach Familie August Rohrbach. 52990 Bl g 'M i . I M.178 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 2.AugustjyZY Aus dem Reiche der Krau Dr. Irmgard Müller. mag!? Unsere heutige Modeskizze: „Ein Regenmantel — dreimal" zeigt einen praktischen Pope- l i n e m a n t e l in den drei Arten, in denen er getragen werden kann. Seine Form ist lose, besonders auch im Rücken, die mittelweiten Aermel haben schmale Bündchen und ausgeschnittene, schmale Schulterteile. Die drei Taschen sind eingeschnitten und haben abgesteppte Patten. Obstkuchen und Kuchenblech. Wenn man Obstkuchen bäckt oder mit Obst ge« ülltes Gebäck, löst sich leicht der Zucker auf und läuft mit dem Obstsaft heraus. Dadurch bildet sich eine bittere, brenzliche Kruste, die weder den Kuchen verschönert, noch seinen Wohlgeschmack erhöht. Ganz abgesehen davon, daß diese Kruste sehr schlecht vom Kuchenblech oder der Springform wieder zu ent- ernen ist. Um dies zu vermeiden, sollte man Obstkuchen nie bis zum äußersten Rand mit Obst belegen, sondern immer einen dünnen Teigrand, etwas höher als der Kuchen selber, Herumlaufen lassen. Auch kann man das Verlaufen des Zuckers verhindern, indem man statt des Staub- oder feinen Stampfzuckers groben Hagelzucker verwendet, der ich erst dann auflöst, wenn das Gebäck fertiggebacken ist; er läuft also nicht schon während des Backens aus. Mit dem Teigrand und dem Hagelzucker wäre also dem Uebelstand abgeholfen. Sollte doch einmal unser Kuchenblech bereits mit angeklebtem Obstsaft und Zucker bedeckt sein, stellen wir es über Nacht in den Keller oder auf den Balkon. Die Feuchtigkeit der Luft löst die Zuckerkruste auf; sie kann dann am nächsten Morgen gut abgewischt werden. Der Mantel kann mit seinem schmalen Hals- b ü n d ch e n hochgeschlossen wie offen getragen werden, auch mit oder ohne Gürtel. Eine praktische, kleine Pelerine (in Passenform dem Schnitt des Mantels angepaßt), ergänzt mit seiner angearbeiteten Kapuze den Wetteranzug. Alle Nähte des Mantels sind breit abgesteppt, die Knöpfe sind aus B ü f f e l h o r n. H. Obst die Hülle und Fülle. Von Frida Aisch. Die Einmachegläser zieren schon in stattlicher Fülle unsere Speisekammer. Nun wollen wir auch die Fülle des Obstes, die uns dieses Jahr geschenkt, noch au andere Weise haltbar machen. Eine Schüssel kandierter Früchte ist ein reizender Anblick, und der nötige Zucker steht uns reichlich zur Verfügung. Ich gebe hier ein echt orientalisches Rezept, Las auf einer Gartenbauausstellung in der Mark Brandenburg den 3. Preis erhielt. Wir ordnen zuerst die zu benutzenden Früchte nach ihrer Festigkeit. Alle Pflaumenarten, Beeren und Kirschen kochen wir kurze Zeit vor in Zuckerlösung. Härtere Birnenstücke oder eingemachte grüne Nüsse werden zunächst in Wasser vorgekocht. Dies darf nur ganz kurz geschehen, und die Früchte müssen noch fest, jein. Die Zuckerlösung besteht aus 1 Liter Wasser und IV2 Pfund Zucker. Die Früchte werden herausgenommen und tropfen ab. Dann macht man so dicke Zuckerkläre, daß sie in warmem Zustand die isogenannte Perlprobe hält. Dies findet man, wenn man etwas von der warmen Kläre zwischen zwei Finger nimmt, und es fühlt sich wie aufgelöster, dicker Gummi an. Auf 1 Liter Wasser kommt 1 kg □ber etwas mehr Zucker. Dies muß zusammen einige Zeit kochen. Jetzt kühlt die Kläre ab und erst, wenn 'ie ganz kalt ist, gibt man die Früchte hinein, die darin einen Tag stehen bleiben. Legt man das Obst n die warme Kläre, so wird es weich, und alles ist verunglückt. Am andern Tag nimmt man die Früchte veraus, läßt sie gut abtropfen und kocht die Kläre nieder auf. Sie wird immer dicker und weniger. Die Früchte kommen zum zweitenmal wieder einen Tag I hinein. Am dritten Tag gießt man wieder ab, kocht die Lläre wieder auf bis sie wieder so dick ist, wie sie : orher beim Hineinlegen der Früchte war, gibt diese ium drittenmal hinein, aber nun in den warmen Zuckersaft, läßt einmal aufwallen, und dann alles > jufammen wieder abkühlen. Auf diese Weise erreicht man die Verdrängung Iller wässerigen Teile. Zum Kandieren läßt man I Irie Früchte über Nacht gut ausgebreitet abtropfen — irie ganze Küche steht voll Teller, aber es lohnt! vann kocht man Zuckerkläre bis zur Flugprobe; diese st viel stärker. Wenn man einen Draht zur Oese chlingt, in die Kläre taucht, dann durch die Oese rüstet, muß der Zucker in Blasen und Flocken flie- xn. Danach richtet sich der Zuckerzusatz. In diese «arte Zuckerlösung gibt man nun die sehr gut ^getropften Früchte und läßt sie einmal aufwallen. >ann treibt man mit einem hölzernen Kochlöffel von Isn Wänden des Kochtopfes die Zuckermasse so lange äb und hin und her, bis man merkt, daß sie sich 7 übt. Dies ist ein Zeichen,daß sich feiner Zucker an- lltzt, das Kandieren also beginnt. Die Früchte kommen heraus und werden zum Trocknen ausgebreitet, l.as Trocknen braucht seine Zeit. Die Früchte müssen s lange offen aufgehoben werden, bis die äußere ^luckerhülle wirklich fest ist. Dann sind die kandierten Süchte fertig. Wir müssen beim Herstellen auch etwas auf die darbe achten. Alle roten Früchte geben wir zu- scmmen in die Kläre, auch Birnenschnitte oder L?pfelscheiben, die rötlich werden sollen. Wir können iaud) mit einem Tropfen Speisefarbe oder einigen I-opfen roten Gelatinewassers nachhelfen. Grüne Lohnen, die wir später zum Schmücken unserer Kichen als Stengel brauchen, müssen allein gekocht narben. Ebenso bie hellen Früchte. Die übrige Zuckerkläre wird sofort mit wenig Lasser verdünnt und wieder auf die Flugprobe gekocht. Dann kann man sie mehrfach hintereinander arm Kandieren benutzen. as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Reiseseligkeit! Sind dazu Bekanntschaften nötig? Sagen wir mit den Geselligen: Ja! Denn erst im gemeinsamen Genießen erschließt sich die Schönheit einer Landschaft, die Besonderheit eines Kunstwerkes; einer macht den andern aufmerksam auf die tausend Dinge, die sich am Reisewege, auf Wanderungen finden, man steigert sich gegenseitig in Aufgeschlossenheit und Genußfähigkeit, und noch in der Erinnerung bleibt ein früher Morgenspaziergang, eine Dampferfahrt, eine Freilichtaufführung besonders lebendig, weil man sie mit einem gleichgestimmten Menschen zusammen erlebt hat. Nicht zu vergessen der Schoppen guten Weines, der in froher Gesellschaft besonders mundet, wenn die allgemeine Fröhlichkeit zu Lied und Tanz wird und schließlich ein brunnentiefer Schlaf den rechten Ausklang eines gelächterreichen Abends bringt. Wer würde je allein mit sich lachen? Nein, gerade zu dieser besonderen Erholung gehört die Reisebekanntschaft allemal, ganz gleich, ob sie jung oder ylt ist. Ja, gerade die Äelte- ren in Ferien sind schier unerschöpflich im Lachen, denn ihre Fröhlichkeit kommt aus reicherer Seelentiefe als die der Jugend, kommt aus Erfahrung und Wesensreife; sie ist gleichsam der seltene, kostbare Klang alter Glocken, die nur an Festtagen läuten. Aber ist nicht Reiseseligkeit ein so tiefes, das innerste Herz anrührendes Glücksgefühl, daß man es doch in feiner zartesten Schönheit und Weihe nur allein erleben kann? Nur wer allein ist, kann sich völlig der Verzauberung hingeben, die der Wechsel ins Neue, Unbekannte mit sich bringt. Also haben doch die Menschenverächter auf Reifen re*jt, die im Mitreisenden nur den Belästiger sehen? Nein. Erst wer aus Menschenachtung den andern im Genuß ungestört läßt und ihm nicht seine Gesellschaft aufdrängt, hat selbst das Recht auf erholsame Einsamkeit und Selbstbesinnung. Verständnis und Rücksichtnahme wird auf Reisen nicht minder als im täglichen Arbeitsleben den Menschen erkennen lassen, der eine wirkliche angenehme Reisebekanntschaft ist. Er weiß, daß wir ja nicht nur in Ferien gehen, um neuen Menschen zu begegnen, sondern auch, um die andere Art der Reisebekanntschaften zu machen, die uns in der Erinnerung besonders wichtig bleiben werden: die Bekanntschaft mit Bergen und Burgen, Meeren, Strömen und Stätten der Kultur und Geschichte; sie sind auf ihre Art Persönlichkeiten im Übertragenen Sinn, unverständliche Schönheitsformen einer Landschaft, Zeugen der Geschehnisse von Jahrtausenden. Um ihre Bekanntschaft zu machen, lohnt sich eine Reise jedenfalls, auch wenn sie uns menschlich unbefriedigt läßt. Denn Kulturzeugen wie Städte, Statuen und Bilder haben uns in ihrer Geschichtshaltigkeit meist mehr zu sagen als der noch so interessante Reisegenosse; sie wenden unfern Blick ins Weite und Reiche unserer Vergangenheit und Zukunft, sie beschenken uns mit Wissen und Erleben von so großer Art, daß wir gern auf zweifelhafte Reisebekannte verzichten. Aber da gibt es noch eine besondere Reisebegegnung mit Menschen, die schicksalsbestimmend sein kann, die Reisebekanntschaft, die zum Lebensgefährten wird! Gestehen wir es ruhig ein: Mancher von uns geht tatsächlich auf Reisen in der Hoffnung, vielleicht seinen Ehekameraden zu finden. Weshalb auch nicht? Brautschau auf andere Art. Man lernt einen Menschen zwar erst richtig kennen bei gemeinsamer Arbeit, aber weshalb soll man seine Bekanntschaft nicht in Zeiten der Erholung machen? Ja, die Reise fördert das schnellere Sichkennenlernen, in der Freude des Genießens stimmen die Seelen leichter zusammen; ein scheues Mädchen, ein verschlossener Mann zeigen im befreienden Glück der Reiseseligkeit erst ihre llebenswertesten Seiten. Für solche, die das erste Mal einander auf Reisen begegnet sind, hat bann das Wort Reisebekanntschaft eine besondere Bedeutung. Jahreszeit und Land- chaft ihres Treffens wird ihnen unvergeßlich bleiben, sie werden mit verständnisvollem Lächeln jungen Reisenden zusehen, wenn sie voller Vor- reube in die Ferien aufbrechen. Ob einer von ihnen diesmal auch seine „Reisebekanntschaft auf Lebenszeit" macht? Nun, sie wissen, daß die ungetrübte Reisefreude im Alltag nicht anhält und daß erst im Leide erprobt wird, wer sich in Freude verband. Aber immer wird in ihrer Erinnerung die Glückstimmung wach bleiben, mit der shre Reisebekannt- chaft begann und wird wie ein gutes Vorzeichen über ihrer Ehe stehen. dem Rand gefüllt werden. Sollten Bohnen und Erbsen weißen Satz aufweisen, so ist dies kein Zeichen von Verderbnis, sondern beweist bas Vorhandensein von Stärke, ehe sie gepflückt wurden. Man muß sich auf gutes Aussehen, normalen Geruch und beim Kosten auf tadellosen Geschmack verlassen. Verändertes Gemüse darf niemals verwendet werden. — Gurken — und Weißkohl zu Sauerkohl — kann man auch durch Zugabe von wenig Salz haltbar machen. Auch Bohnen können stark gesalzen werden, müssen aber vor der Verwendung oft gewässert werden. Kürbis, Bohnen oder viele öbftarten machen wir mit Essig und Zucker haltbar. Das süßsaure Obst oder Gemüse ergibt ein prachtvolles Kompott. M. Soll man Reisebekanntschaften machen oder nicht? Von Or. Hildegard Geppert. „Selbstverständlich!" sagen die einen. „Erst iii netter Gesellschaft wird man vergnügt, und Lachen ist die beste Erholung." — „Beileibe nicht!" sagen die andern. „Man halst sich nur Verpflichtungen auf gegen Menschen, die einen im Grunde genommen gar nichts angehen." — Wer hat Recht? Wohl beide. Denn so wie jeder Mensch sich sein Leben einzurichten versucht nach seinem Temperament, so will auch jeder auf Reisen in Ferien auf seine Fasson selig werden. Die ersten Schühchen. Schlimme Folgen elterlicher Eitelkeit. Für die Verschiedenheit der elterlichen Gefühle gegenüber den Kindern hat man zwei Begriffe geprägt: Vaterstolz und Mutterglück. Neben dem Mutterglück entwickelt sich später die Muttereitelkeit. Es ist verständlich und verzeihlich, wenn die Mutter ihren Liebling — in ihren Augen immer das schönste Kind der Welt! — auch hübsch kleiden, seine natürlichen Reize dadurch noch erhöhen will. Es ist heute so leicht, Buben und Mädel mit geringen Kosten reizend zu kleiden, und so wetteifern die jungen Mütter in diesem Bemühen. Hierbei spielt die Fußbekleidung eine besondere Rolle. Die von Großmüttern früher so liebevoll gestrickten wollenen Söckchen sind längst durch die Erkenntnis überholt, daß ein gesundes Kind im Bett- chen oder im Wagen bei der täglichen Spazierfahrt noch keine kalten Füße bekommt und seine wohlgebildeten, rosigen Zehchen, die in diesem Lebensalter bekanntlich auch noch immer sauber und sehr appetitlich sind, ganz unbesorgt zeigen kann. Die neuen gesundheitlichen Forderungen lassen dem kleinen Körper gern frühzeitig jede Bewegungsmöglichkeit, die schon ein sehr junges Kind verlangt, indem es sich mühsam, aber ebenso unermüdlich der beengenden Kleidungsstücke entledigt. Diesen Kampf setzt es oft so hartnäckig fort, wenn es laufen lernen will. Damit aber ist die golbene Freiheit ber Füße vorbei — es muß nun Strümpfe unb Schuhe tragen. Der Kauf der ersten Schuhe ist oft eine Art Staats^ aftion, an ber meistens auch der Vater teilnimmt. Es wird lange gesucht — denn für „unser Kind" ist ja nur das Schönste gut genug — und so wählt man endlich die „reizenden Lackschuhchen". Aber ist dieses Schönste zugleich auch immer das Beste? Das Kind empfindet jeden Schuh als feinen Feind; es steckt ihn lieber in den Mund urtb entzieht ihn feiner normalen Bestimmung. Wenn das Kind größer wird und die Füße schon eine nicht mehr kleine Arbeit zu leisten haben, klagt es von Zeit zu Zeit über Schmerzen in seinen müden Füßen. Dann betrachtet die besorgte Mutter Füße unb Beine, dreht sie rechts unb links, und klagt garen. Auch die ausaepahlten Erbsen sind möglichst «ui flache Behälter (Tabletts) zu geben. Man'wellt dre Erbsen in kochendem Wasser ab, gibt sie auf ein Sieb, uberfprubelt mit kaltem Wasser, füllt sie in die Gläser oder Dosen, gießt abgekochtes Wasser darüber und kocht sie ein. Spargel wird geschält, gewünscht lang geschnitten, in die Behälter gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Nach fünf Minuten wird das Wasser durck) neues kochendes Wasser ersetzt. Nach weiteren fünf Minuten gießt man zum drittenmal kochendes Wasser bis 2 Zentimeter unter dem Rand auf und kocht zwei Stunden ein. Die Behandlung der einzelnen Gemüsearten ist in fast jedem Kochbuch zu finden. Alle Einmachgläser dürfen nur bis 2 Zentimeter unter nun dem Arzt ihr Leid. So kommt es, daß schon Kinder mit 3 bis 4 Jahren wegen „Anlage zu Knick-, Senk- ober Spreizfuß" stützende Einlagen tragen müssen. Aus dieser Anlage wird leider in den meist Fällen ein Dauerzustand, und so ist es eine traurige Tatsache, daß 60 bis 70 v. H. aller Kinder, besonders der Mädchen, schon in frühester Jugend dazu verdammt sind, nun für ihr ganzes Leben solche Einlagen tragen zu müssen. Diese Feststellung sollte allen Müttern, die sonst so gewissenhaft und bewandert in der Aufzucht sind, zu denken geben. Sie geben den wachsenden Kindern Vitamine und Kalk, pflegen den Körper durch Bäder und Gymnastik, machen sich aber nicht klar, woher trotzdem die schwachen Füße kommen. Es muß hier offen gesagt werden, daß dies leider die Folgen vor allem der mütterlichen Eitelkeit sind. Ein Kleinkind und noch mehr später das nie ruhende Kind soll keine hübschen „Schühchen" tragen, sondern bequemes, gut sitzendes Schuhwerk, das der Belastung der noch so biegsamen Knochen gewachsen ist. Diese Aufgabe kann nie ein Halbschuh erfüllen; denn auch bas Knöchel- gelenk muß gestützt werden. Der wachsende Fuß muß in Schnürschuhen seine Arbeit verrichten, durch den Schnüroerschluß hat die Mutter die Möglichkeit, die Stiefel je nach Bedarf fester ober lockerer zu binben;*aud) müssen diese kleine, niedrige Absätze haben. Die Fußsohle ist keine glatte Fläche, sondern sie hat ein Gewölbe, das dem Fuß seine harmonische Form und dem Gang das Leichte und Federnde gibt. Wenn die Knochen ihre volle Festigkeit, die Füße ihre fertige Ausbildung erhalten haben, dann kann auch ein leichter Halbschuh nicht mehr allzuviel verderben; aber bei wirklichen Anstrengungen darf er nie den Stiefel ersetzen. Unsere Jugend soll immer noch leistungsfähiger und gesünder gemacht werden; dazu gehören mit als Wichtigstes gesunde und kräftige Füße. Eitelkeit der Mütter und später der Kinder selbst dürfen darauf keinen Einfluß haben. Was nützt das schönste zierliche Schühchen, wenn es einen schwachen und verbildeten, um nicht zu sagen, verkümmerten Fuß verbirgt, einen Fuß, den man niemanden zeigen Das Einmachen von Gemüse. .,Und wenn es gutes Wetter gibt, und eine reiche Nfst- und Gemüseernte uns erfreut, dann wollen tot tüchtig einmachen!" Ja, gewiß, wenn Kennt- ii:fe vorliegen, ist das Einmachen sehr zu emp- je (en. Es gibt aber Frauen, die z. B. Mohrrüben ü kochen, gute Erfolge verzeichnen und nun in der- jetoen Art den Spargel behandeln. Was gibt es für Enttäuschungen! Das zucker- und säurereiche Lift ist so ganz anders zu behandeln als ein Ge- 11. je. Einmachen, das heißt haltbar machen für jr.tere 3eit, fußt auf dem Ab töt en der Verderb- n'bazillen ober auf der Veränderung der Nah- ruegsmittel, daß die Bakterien auf ihnen keinen llprboben finden und die Nahrungsmittel durch die -xffterien nicht verändert werden können. Die ein= laofte und natürlichste Art ist das Trocknen. Zum .mcknen gehört gleichmäßige Wärme. Meist genügt it Sonne schon kaum, um Pilzscheiben zu trocknen, 'Hweige denn, um anderes Gemüse oder Obst zu bnren. Nun sind dazu flache Behälter hergestellt, die -men Backofen geschoben werden können. Stehen Purere dieser „Darren" übereinander, müssen sie Zeit zu Zeit ausgewechselt werden, um die eltms wärmere Luft in der Nähe der Heizquelle nii, der kühleren Luft auszutauschen. Sehr wasserreiches Obst, wie Erdbeeren, ober Gemüse, wie Spergel kann nicht gebörrt werden. Inn Obst und Gemüse keimfrei zu machen, muß hites erhitzt, also eingekocht werden. Während Obstet und Kompotte in luftabgeschlossenen Gefäßen in Wasserbad während 25 bis 30 Minuten bei 75 i>P 85 Grad keimfrei gemacht werden, ohne be- iontere Behandlung, müssen Gemüse je nach Art mcekocht oder gedämpft werden, weil sie viel Gär- tch- durch Dungzugabe während des Wachsens ni'cenommen haben. Wenn auch durch das Vor- ioh n Nährstoffe verloren gehen, ist doch das Genus im Winter brauchbar, und man kann oft durch Ziigiibe von Petersilie oder anderen frischen Kräu- ! 'em bie Nahrungsmittel aufwerten. Das Vorkoch- >>dn Dämpfwasser gibt im Sommer gleich eine I chTackhafte Brühe zur Suppe, oder man kann t is »arm ober kalt mit ein wenig Salz trinken. d müse muß im Einkochkessel eine Stunde lang c iv 100 Grad erhitzt werden. Einige Gemüse aber, i»i Spargel und junge Erbsen, müssen zwei Stun- lieo auf dieser Temperatur gehalten werden, da die -steien in diesem Gemüse eine stärkere Lebens- ckijc fjaben. Es ist vorteilhaft, kein Salz beim l.i lochen zu verwenden, sondern erst kurz vor (»mauch nachsalzen. Erbsen sollte man nie in •50en Gesäßen sammeln, da sie leicht erhitzen und Aus der Stadt Gießen. Ernährung aus dem Walde. Der Wald liefert uns vor allen Dingen den wertvollen Rohstoff Holz; aber daneben sind es die Beeren, Pilze und Kräuter, die für unsere Ernährungswirtschaft und für die Herstellung von Drogen bedeutsam sind. Man hat schon in den früheren Jahren in verstärktem Umfange das Ern- sammeln der Beeren gefördert und eine großzügige Verwertung von Waldpilzen ermöglicht. Daneben sind in waldreichen Gebieten Deutschlands besonders kundige Kräutersammler tätig, die vielfach auf eine reiche Ausbeute rechnen können, weil es nach den bisherigen Feststellungen etwa 800 verschiedene Kräuter und Heilpflanzen gibt, die verwertbar sind. Bekanntlich spielen diese Wurzeln und Kräuter auch bei der Likörherstellung und in einer Reihe von anderen Industriezweigen eine Rolle. „Die Ernährung aus dem Walde" nennt sich eine Reichsarbeitsgemeinschaft, die vor einiger Zeit gegründet worden ist und nun die Verwertung der verschiedensten Beerensorten and Pilzen sicherstellen will. Es ist dies eine dankenswerte Aufgabe, bie manchem nur beschränkt Arbeitsfähigen eine Beschäftigung und zusätzlichen Verdienst vermittelt. Aber weit wichtiger ist noch die Verwertung der eßbaren Beeren- und Pilzbestände, die in manchen waldreichen Gegenden große Erträge erbringen. Don den B e e re n , die in den Großstädten besonders beliebt sind, ist in erster Linie an die Blaubeere oder Heidelbeere zu denken, die im Juli und August oft in großen Mengen auf den Markt kommt. Eine Verwandte der Blaubeere ist die Preiselbeere, die ein vorzügliches Kompott ergüt und deshalb in der Vorrratswirtschaft der Gaststätten eine beachtliche Rolle spielt. Die Preiselbeere gedeiht am besten im Kiefernwald. Die wilden Himbeeren, die man in den Geschäften kaufen kann, kommen meistens aus den Gebirgsgegenden, während die Walderdbeeren mit ihrem köstlichen Aroma meistens nur in kleinen Mengen feil- geboten werden. Eine größere Rolle spielen wieder die Brombeeren, die ein schmackhaftes Gelee und ebenso ausgezeichnete Kompotte ergeben. Brombeeren wachsen bevorzugt am Waldesrand und an wenig befahrenen Feldwegen und Landstraßen. Schließlich ist noch die Moosbeere zu erwähnen, die hauptsächlich im Hochmoor vorkommt und, ebenso wie die Preiselbeere, aus Finnland, Holland und Schweden eingeführt wird. Neben den Beeren sind es die verschiedenen eßbaren Wald pilze, die in größerem Umfange eingesammelt und für die menschliche Ernährung nutzbar gemacht werden sollen. Waldpilze gibt es in großer Anzahl, aber die Ernte ist nicht einfach, weil derjenige, der sich als Sammler betätigen w>ll, über genaue Kentnisse auf diesem Gebiete verfügen muß. Hier gilt der Grundsatz, daß man nur die Arten von Pilzen sammeln darf, die man unbedingt kennt und von den giftigen Sorten unterscheiden kann. Eine Verwechslung kommt immer wieder vor, so daß wir auch heute noch häufig Fälle von Pilzvergiftungen feststellen müssen. Das gilt übrigens auch für die Beerensammler. Eine ganze Anzahl von Beeren hat im Aussehen Doppelgängerinnen, die äußerst giftig sind. So sieht die Blaubeere z. B. der Rauschbeere ähnlich. Auch die Hollunderbeere oder Fliederbeere, die erst im Spätsommer und Frühherst geerntet wird, kann verwechselt werden. Also auch hier ist Vorsicht geboten. Wenn schon der erste Frost in späten Oktobernächten Waldrand und Hecken mit einem weißen Schleier überzogen hat, wird als letzte die Schlehe reif, die in manchen Haushaltungen von allen Wald- und Feldbeeren am meisten geschätzt wird. D.S. Heute kein Platzkonzert in Steins Garten. Vom Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur wird uns mitgeteilt, daß das Platzkonzert in Steins Garten am heutigen Mittwochnachmittag aus dienstlichen Gründen a u s f a l l e n muß. Gießener Pimpfe auf Eger-Fahrt begegnen dem Führer. Der vorige Sonntag brachte unseren Gießener Pimpfen das Erlebnis der Domstaüt Bamberg; sie sahen dort den Reiter im Dom, jenes Bildwerk deutschen Geistes, dessen Kraft und Gewalt sich wohl keiner der Jungen entziehen konnte. Eingehend wurde die Stadt besichtigt und dann die Weiter- fahrt in die Fränkische Schweiz angetreten. Schloß Wiesenfels und Schloß Freienfels grüßten von den Höhen, in tiefen Tälern mit steilabftürzenden Felsformen zogen die jungen Radfahrer dahin, machten dann zu abendlicher Stunde in' Hollfeld Halt und blieben auch dort im Quartier. Der Blickpunkt der Reife für den anderen Tag war Bayreuth. Noch am Morgen ahnte keiner von den Pimpfen, daß ihnen gerade dieser Tag ein ganz besonderes Erlebnis bringen sollte. Der Führer weilte in Bayreuth, und unsere Pimpfe des Jungbannes 116 stellten sich am Bahnhof auf. Ihr Warten war nicht vergeblich. Sie sahen den Führer auf seiner Anfahrt zu den Festspielen. Begeistert und erhoben grüßten sie ihn und hatten nur den einen Wunsch, noch einmal in feiner Nähe sein zu können. Sie marschierten zum Festspielhaus und hofften, in der Pause feiner noch einmal ansichtig zu werden. Man hatte die Pimpfe vom Balkon aus anmarschieren sehen, denn unmittelbar danach wurde Oberfähnleinführer Moos zum Adjutanten des Führers, Obergruppenführer Brückner, gerufen, der sich eingehend nach dem Ziel unserer Fahrt erkundigte, sich einen Uederblick über die Fahrtstrecke geben ließ, und sich erzählen ließ, was die Pimpfe auf ihrer bisherigen Fahrt alles gesehen und gehört hatten. Später kam Obergruppenführer Brückner auch noch zur Einheit auf die Straße und übergab anschließend dem Oberfähnleinführer Moos ein Geschenk des Führers in Gestalt eines Fahrtenzuschusses von 250 RM. War den Pimpfen schon der Anblick des Führers ein großes Erlebnis gewesen, mit dem sie zufrieden und tief erfüllt ihre Fahrt fortgesetzt hätten, so brachte sie dieses Geschenk doch fast aus dem Häuschen. Unbeschreiblich wurde die Begeisterung, als sich der Führer dann am Fenster zeigte und die ober- hessischen Pimpfe wie aus Erz gegossen vor seinen Augen standen. Wie aus einem Munde klang der Ruf und Gruß der Pimpfe zu den Fenstern empor, und den Gruß erwiderte der Führer auf seine herzliche Weise. Tiefbewegt von den außerordentlichen Stunden und Ereignissen dieses Tages gingen unsere Pimpfe an diesem Abend in der Bayreuther Jugendherberge zur Ruhe. Raumordnung und wirischastliche Leistung. Dem vierten der von der Abteilung für Beruf s- erziehuna und Betriebsführung der DAF. für die Betriebsführer und führenden Mitarbeiter veranstalteten Vorträge, der am gestrigen Dienstagabend im Hotel „Hindenburg" durchgeführt wurde, wohnten auch Gauberufswalter Richard Stein und der Gaureferent für Berufslehre Eilers aus Frankfurt a. M. bei. ©aureferent Eilers ist übrigens mit der Betreuung der Lehrlinge auf gesundheitlichem und hygienischem Gebiet im ganzen Reichsgebiet beauftragt worden, eine Ausgabe, zu der er nur beglückwünscht werden kann. Den Vortrag des Abends hielt der Wirtschafts- fchriftleiter Dr. Fritz W i l u tz k y aus Hannover, der über „Raumordnung und wirtschaftliche L e i ft u n g" sprach. Dr. Wilutzky, der sich als ehemaliger Marburger Student bekannte, dem der hessen-nassauische Wirtschaftsraum nicht unbekannt ist, begann mit einer knappen Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Wetzlar, wo er am Vorabend gesprochen hatte, und schilderte die Verhältnisse der Werksbelegschaften, die zum größten Teil aus Arbeitern vom Lande bestehen, welche täglich in die Stadt kommen; der Vortragende machte auf die Hemmungen aufmerksam, die sich, volkswirtschaftlich betrachtet, aus dieser Sachlage ergeben. In erster Linie verwies er auf die daraus erwachsenden Schwierigkeiten für den Nachwuchs, die die Wetzlarer Industrie durch die Einrichtung eines Lehrlingsheimes zu meistern versuchen will. Weiterhin zeigte er die Schwierigkeiten auf, die sich durch eine 'Entfremdung für die landwirtschaftliche Arbeit ergeben. Die gleichen Erscheinungen wies er für das Land Hessen nach, in dem die um 7 bis 8 v. H. gesteigerte Beschäftigung in der Industrie auf Kosten der Landwirtschaft erfolgte. . Diese Schwierigkeiten zu beheben und eine organisch entwickelte Volkswirtschaft zu schaffen, in der jede Arbeitskraft zu möglichster Leistungssteigerung auf eigenem Raum gelangt, ist die Aufgabe der 1935 geschaffenen Reichsstelle für Raumordnung. Dr. Wilutzky gab einen Aufriß des organisatorischen Aufbaues dieser Reichsstelle, wobei er die Mitarbeit der Hochschulen Gießen, Marburg, Frankfurt und der Technischen Hochschule in Darmstadt an diesen Aufgaben im Rhein-Main- Gebiet betonte. Das Aufgabengebiet der Reichs- planungsstelle gliederte er in die Ausgleichsarbeit, in die Arbeit zur Beseitigung der Schäden aus früherer Zeit, und in die zahlreichen mit diesen Aufgaben verbundenen Zukunftsarbeiten. Die Ausgleichsarbeit erläuterte der Vortragende als die planvolle Aufteilung des Raumes für die vielseitigen wehrtechnischen, ernährungspolitischen, verkehrspolitischen und anderen Aufgaben, um volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden und eine bestmögliche Verwertung des vorhandenen Raumes zu erreichen; diese Aufgabe fei bisher sehr gut gelöst. Die zweite Aufgabe der Beseitigung von Schäden aus früherer Zeit sah der Redner in der Auflösung der volkswirtschaftlichen und bevölkerungspolitisch ungesunden Menschenballungen in den Großstädten und den Industriezentren, wie er sie auch für das Rhein-Main-Gebiet in der Industrie von Hanau bis Mainz für gegeben hielt. Neben der Auflockerung der Großstädte und der Ansiedlung der Arbeiter rechnete er auch die Neuordnung der Verhältnisse von Stadt und Land, die Linienführung der Reichsautobahn und die Neugestaltung der Kleinstädte aus verkehrspolitischen Rücksichten zu diesem Arbeitsgebiet. Als Zukunftsaufgaben bezeichnete der Vortragende die Zuordnung von Menschen und Raum durch eine planvolle Draanifation, wie etwa die Ansiedlung der Gefolgschaft im Bereiche der Arbeitsstätte, um den Zeitverlust auszugleichen und durch die Ansiedlung der Landflucht zu steuern. Die Beseitigung des Pendelverkehrs des Arbeiters von dem Wohnort zur Arbeitsstätte stellte der Redner als wichtigste Aufgabe der Raumordnung heraus. Abschließend schilderte Dr. Wilutzky die planvolle Anlage der Hermann-Göring-Werke bei Salzgitter, die unter Berücksichtigung aller volkswirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Voraussetzungen erfolgt. Alle Gießener beim Großen Zapfenstreich? Wie der Standortoffizier der Division uns mitteilt, ist die gesamte Bevölkerung von Gießen und Umgegend zu dem heute abend aus Anlaß des 25. Jahrestages des Weltkriegsbeginnes ftatt- findenden Großen Zapfenstreich herzlich eingeladen und hat völlig ungehindert Zutritt zu Feldgraues Französisch. Von Dr. 3- Horn, Gießen. In dem großen Völkerringen hat der deutsche Soldat ewigen Ruhm geerntet, wenngleich ihm der Siea versagt blieb. Aber nicht nur in den männermordenden Schlachten auf französischem Boden hat er wie ein Held gekämpft, sondern auch mit der französischen Sprache hat er sich — gewissermaßen im friedlichen Krieg — zäh und verbissen heruni- geschlaaen. Selbstverständlich konnte er in diesem ungleichen Streit nicht Sieger werden, aber es gelang ihm doch wenigstens, der gegnerischen Sprache manche schmerzhafte Wunde beizubringen. In den folgenden Zeilen soll nun in liebevoller Ausmalung, an zwei heiteren Vorkommnissen meiner eigenen Erfahrung bargetan werden, wie der sprachunkundige Feldgraue im Kampf mit der fremden Sprache im Dxang der Erfordernisse sich zu helfen suchte. Wir lagen im Bahnhof zu Dal., als eines Tages zwei brave Bayern von der nahen Front bei D. bei uns mit dem Auftrag auftauchten, zur Feier irgendeines bayerischen Gedenktages blau-weißes Tuch zu beschaffen. Mir wurde der Befehl, diese blau-weiße Suchpatrouille anzuführen, und in kurzer Frist war sie ohne einen Berlust zum gedeihlichen Ende gebracht. Da heimatliches bayerisches Bier naturgemäß in Val. nicht aufzutreiben war und das französische Bier von den biederen Bayern als „saudumm's G'föff" entrüstet abgelehnt wurde, so machten wir uns halt mißgestimmt und in nicht gerade beschleunigtem Tempo wieder auf den Weg nach dem Bahnhof. Unterwegs gesellten sich andere feldgraue Männer zu uns, die es auch nicht eilig hatten, so daß schließlich eine ganz ansehnliche Formation auf den weiten Bahnhofsplatz einschwenkte. Don den beiden großen Toren des stattlichen Bahnhofsgebäudes (EntrSe - Eingang, Lortie-Ausgang) wurde das Sortie=Ior immer geschlossen gehalten zur Erleichterung des militärischen und zivilen Verkehrs. Und gerade auf dieses Tor ging der eine etwas vorausgehende Bayer offensiv vor. Belehrender Zuruf meinerseits! Da blieb der gute Mann stehen, sah auf nach dem Wort Entree und sagte: „Ach ja, da heißts ja Enire!"; der bayerische Mund verachtete das weithin sichtbare Akzentzeichen vollständig und betonte das Wort auf der verkehrten Silbe Mein Versuch, über die Mission der aufgesetzten französischen Akzentzeichen aufzuklären, scheiterte an der niederschmetternden bayerischen Feststellung: „s'isch e Derucktheit, Dippli nauf z'machel" Angesichts dieser gewalttätigen baju- varischen Sprachreinigungstendenz brach ich meine Belehrungsversuche endgültig ab und verabschiedete mich mit der gebotenen militärischen Kürze. Zum anderen. Im Bahnhof von Dal. trat jeden Tag eine Abteilung von Arbeiterfrauen an, nicht gerade feenhaften Aussehens, die in unserer Soldatenküche allerlei nützliche Tätigkeiten auszuführen hatten. Der ganze Küchenbetrieb unterstand dem Oberkommando des Unteroffiziers W. aus Tr. bei Gießen, eines ganz ausgezeichneten Kameraden; er weilt, wie viele, viele andere, nicht mehr unter den Lebenden. Auf seinen Wunsch brachte ich ihm einen gewissen Vorrat der notwendigsten Wörter und Wendung bei, mit denen er sozusagen als aktiven Truppen zu operieren begann: Pain Brot, viande Fleisch, aujourd’hui heute, demain morgen, ici hier, midi Mittag, manger essen, travailler arbeiten u. a. rn.; dazu nehme man noch das halbamtliche Wörtchen nix, das ja überhaupt in dem ftan- zöstschen Wortschatz des Feldgrauen eine umfassende Rolle spielte, das bereitwillig die Funktion aller Verneinungen übernahm (nein, nicht, niemand, nirgends u. a. m.) Selbst die Franzosen fanden Gefallen an dem unscheinbar dünkenden, doch so reichen Wörtchen, das sich bei ihnen, für uns fremdartig klingend, zu niex dehnte; selbst sie konnten sich dem Zauber seiner unbegrenzten Verwendungsmöglichkeit nicht entziehen. Infolge seiner Klugheit und seiner Gewandcheit, denen sich ein gut Teil Humor zugesellte, brachte es 2ß. fertig, mit den Franzosenfrauen einen, wenn auch primitiven, deutsch-französischen Gedankenaus- tausch in Gang zu setzen. Zwar sprach er manche französische Worte etwas eigenwillig aus und gab ihnen nicht immer die richtige Betonung. Aber dis Französinnen verstanden ihn, und sie wußten, daß sie am Nachmittag des nächsten Tages wieder zu erscheinen hatten, wenn W. mit gehobenem Zeige- hnger ilhb mit Nachdruck sagte: „Dimi (-demain) midi ici!"; W. schien meiner Hilfe nicht mehr zu bedürfen. Eines Tages aber ließ er mich in dringlichen Worten mit der Meldung zu sich rufen, der böse Geist scheine in die Küchenfrauen gefahren zu sein denn sie verstünden ihre eigene Sprache nicht mehr' Als ich der Küche näher kam. schallte mir das ausgelassene Lachen der Französinnen entgegen, übertönt von dem im Kommandoton vorgetragenen W.'schen eigenartigen Französisch, über dessen Sinn ich mir aber im Augenblick nicht klar werden konnte. Und nun stellte es sich heraus, daß W. ihnen unter Zuhilfenahme sämtlicher Hände und Füße begreiflich zu machen sich abmühte, sie sollten, aus irgendwelchem Grunde, nicht dimi midi, sondern erst am übernächsten Tage am Nachmittag zur Arbeit erscheinen. „Und wie hast du ihnen das klargemacht?" „Nun, ich habe einfach gesagt: „Dimi midi nix, iwer (über) dimi midi ici!“ Der erste Teil dieses klassischen Satzgeblides war infolge des häufigen Gebrauches dem Sinn nach allen verständlich, fast zum geflügelten Wort geworden, aber mit der Enträtselung des fürchterlichen zweiten Teiles war dem französischen Scharfsinn doch zuviel zugemutet worden. Oie neuen Tobis-Zilme. Für die Aktivität des heutigen Filmschaffens ist es bezeichnend, daß das für die Spielzeit 1939/40 aufgestellte Programm zum großen Teil schon jetzt erfüllt ist. So hat z. B. die Tobis 14 Filme fertig- gestellt: den Emil Ja n n i n g s - Film „Robert Koch, der Bekämpfer des Todes", Veit Harlans „Reise nach Tilsit", den Fliegerfilm „D III 88", den Hans-H.-Zerlett-Film „Die goldene Maske", Viktor de K o w a s Inszenierung „Schneider Wibbel", den Heinz -Hilpert- Film „Die unheimlichen Wünsche", ferner „Die barmherzige Lüge", „Renate im Quartett", die Lustspiele „Das Ekel" (mit Hans Möser), „Wenn Männer verreisen" und „In letzter Minute", sowie die Wien-Filme „Unsterblicher Walzer" (mit Paul Hörbiger als Johann Strauß), „Seinen aus Irland" und „Das Glück wohnt nebenan". Darüber hinaus sind in Aufnahme der Emil- I a n n i n g s - Film „Der letzte Appell", der Hans- Albers- Film „Percy auf Abwegen", die Erich- Engel- Inszenierung „Der Weg zu Isabelle", der Mozart-Film „Eine kleine Nachtmusik", der Revue- Film „Wir tanzen um die Welt", der G i g l i - Film „Gang in die Nacht", Veit Harlans „Pedro soll hängen", de K o w a s „Casanova heiratet", sowie die Lustspiele „Ein ganzer Kerl" und ,Lm Rebeloch rumorfs". Bis Ende August werden noch folgende Filme begonnen: Willy Forsts „Radetzky-Marsch" (mit Paula Wessely), der Harry-Piel- Film „Insel der verlorenen Schiffe", ferner „... aus erster Ehe" mit Franziska Kinz und die Lustspiele „Verwandte sind auch Menschen" und „Tip auf Amalia". Sochschulnachrichten. Der Ordinarius an der Universität Wien, Dr. med. Franz Hamburger, der den Lehrstuhl für Kinderheilkunde innehat, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze emeritiert. Professor Hamburger war vor seiner Berufung nach Wien (1930) als Ordinarius an der Universität Graz tätig. der Feier, die, wie bereits gestern gemeldet, um 21.30 Uhr auf dem Hofe der Zeughaus-Kaserne stattfindet. Es fei auf das gestern veröffentlichte Programm der Feier noch einmal ausdrücklich hin- gewiesen, und es darf der Erwartung Ausdruck ge. geben werden, daß die gesamte Gießener Bevolke- rung sich an der Feierstunde beteiligt. ©er neue Landgerichtspräsident in Gießen. Amtsgerichtsdirektor Hermann C o l n o t in Wes. baden ist vom 1. 9.1939 ab zum Landgerichts- Präsidenten beim Landgericht in Gießen ernannt worden. Landgerichtspräsident Colnot wurde im Mai 1888 geboren. Im September 1915 wurde er zum Gerichtsassessor ernannt. Im September 1927 wurde er Amtsgerichtsrat in Minden (Westfalen). Von dort wurde er im April 1928 in gleicher Eigenschaft nach Wetzlar versetzt. Im Juni 1934 wurde er zum Ober- amtsrichter ernannt. Am 1. April 1937 erfolgte feine Versetzung nach Wiesbaden unter gleichzeitiger Ernennung zum Amtsgerichtsdirektor. Don dort kommt er nunmehr als Landgerichtsdirektor nach Gießen. Katharina Grünewald zum Gedenken. NSG. Am 2. Auaust 1929 wurde Katharina Grünewald aus Lampertheim im Kreise Bergstraße auf dem Reichsparteitag in Nürnberg erschossen. Zehn Jahre sind seit ihrem Tode vergangen, aber ihr Opfer ist unvergessen geblieben. An ihrem zehnten Todestage wird an dem Hause Ecke König- straße/Karolinenstraße, vor dem sie in Nürnberg die Kugel traf, von der Stadt der Reichsparteitage eine Gedenktafel eingeweiht. Katharina Grünewald stand ihrem Manne seit Beginn des Jahres 1927, als er die Leitung der Ortsgruppe Lampertheim im Kreise Bergstraße übernahm, tapfer zur Seite und unterstützte die Be- roegung, soweit es ihr möglich war. Im Jahre 1929 fuhr sie voll Begeisterung Aum Reichsparteitag in Nürnberg, um dort den Führer zu sehen. Auf dem Rückweg vom Besuch des Feuerwerks im Stadion traf sie die Kugel vor der Lorenzkirche. Der £ob trat sofort ein. Die NS.-Frauenschaft des Kreises Bergstraße hat dem Andenken der Katharina Grünewaw in Lampertheim ein Denkmal gesetzt, das die Worte trägt: „Sie starb als deutsche Frau und Mutter durch Mörderhände auf dem Reichsparteitag in Nürnberg am 2.8.1929." Obersturmführer von der Oovenmühle im Dienst verschieden. NSG. Am Dienstagmittag erlag der Führer des Musikzuges der SA.-Gruppe Hessen, Obersturmführer von der Dovenmühle, während des Mittagskonzertes beim Reickssender Frankfurt, das er dirigierte, einem Herzschlag. Obersturmführer von der Dovenmühle, der mit dem Werden und der Entwicklung des bekannten und beliebten Musikzuges der SA.-Gruppe Hessen für immer verbunden bleiben wird, wurde am 22. Juli 1883 in Oberhode, Kreis Fallingbostel, geboren. Schon frühzeitig erwachte in ihm die Liebe zur Musik, und nach eifrigem Studium wurde von der Dovenmühle im Jahre 1910 die Führung des Musikkorps des Infanterie-Regiments „Graf Schwerin" übertragen. Bei demselben Regiment machte von der Dovenmühle als Musikmeister den Weltkrieg mit. Nach Auflösung des Regiments trat von der Dovenmühle im Jahre 1919 als Musikmeister zur Sicherheitspolizei über, bei der er später auch als aktiver Polizeiofftzier Verwendung fand. Als Polizeihauptmann und Obermusikmeister a. D. wurde er im Oktober 1933 wegen Erreichung der Höchst- attersgrenze in den Ruhestand versetzt. Seit November 1933 war von der Dovenmühle als Musikreferent bei der SA.^Brigode 49 und seit 1935 mit dem gleichen Aufgabengebiet bei der SA.- Gruppe Hessen betraut. Die SA.-Gruppe Hessen verliert in Obersturmführer von der Dovenmühle einen hervorragenden Könner auf künstlerischem Gebiet und vorbildlichen Kameraden. Sie wird sein Andenken stets in Ehren halten. Trüffeljagd. Der Kenner, der den zarten Wohlgeschmack einer kunstvoll bereiteten Trüffelpastete zu genießen weiß, denkt wohl kaum an die Mühen und Umstände, mit denen die seltene Frucht immer von neuem gewonnen werden muß. Denn alle Versuche, Trüffeln zu züchten, sind bisher gescheitert, und die Trüffelsucher müssen ihrem Glück und ihrem scharfen Auge vertrauen, um dem Erdreich die im Verborgenen wachsende Wurzel zu entreißen. Die Beschäftigung mit den delikaten Trüffeln hat bei den Trüffelsammlern ein gewisses Standesbewußtsein erstehen lassen: sie betreiben ihren Beruf gleich einem Sportsmann, sie gehen nicht Trüffeln „suchen", sie gehen Trüffeln „jagen". Unschätzbare Hilfe bei diesen Jagdzügen leisten den Trüffelsammlern besonders in Frankreich ihre Schweine, die dem aromatischen Geruch der Trüffeln nachspüren und eine außerordentlich starke Witterung haben. Daneben werden aber auch Hunde verwandt. In früheren Zeiten war die Trüffeljagd ein Sport, dem viele großen Herren mit Leidenschaft oblagen; damals beherrschten 'bie vornehmen Dilettanten das Feld; König Viktor Amadeus II. von Savoyen hatte eine besondere Vorliebe für die Trüffel« jagö, und Karl Emanuel III. unterhielt ganze Meuten von Trüffelhunden und erfahrenen Jagdgehilfen, mit denen er dann zur Trüffeljagd auszog. Den Gästen zu Ehren wurden solche Trüffeljagden abgehalten. Auch der Herzog von Cumberland war ein eifriger Trüffeljäger, gleich Ludwig XV. und vielen deutschen Königen. Heute ist die Trüffeljagd völlig in die Hände von Fachleuten übergegangen, die aus dem Sport von ehedem einen lohnenden Beruf gemacht haben. Die Schweine und Hunde werden sorgsam abgerichtet, ja, es gibt sogar eine Art Akademie für Trüffelhunde, wo junge Hunde von August bis November von einem erfahrenen Trüffeljäger gegen billiges Entgelt abgerichtet werden; dafür aber hat der Lehrer auch das Recht, alle Trüffeln, die feine vierbeinigen Avgdzöglinge in der Ausbildungszeit finden, als fein Eigentum zu betrachten. Aber es gibt auch erfahrene Trüffeljäger, die auf die Hilfe der Schweine und Hunde verzichten. Sie verfügen bann freilich über langjährige Erfahrung und haben ihren Beruf zu einer Kunst ausgebildet. An gewissen Veränderungen der Bodenoberfläche, an kleinen Spalten und dergleichen erkennt ihr untrüglicher Blick bas Dor- banbenfein von Trüffeln. Anbere benutzen eine be» fonbere blauschwarze Fliegenart als W^vi-iser Am höchsten ist bie Trüffeljagd in Frankreich, in dem klassischen Lanbe ber deliziösen P6rigordtrüffeln, aus- 1 gebildet. — v. M MW M MM Achtung! Achtung! Reue Beitragsmarken zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939. Hierdurch machen wir unsere Mitglieder darau aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. September 1939, auch wenn gestundet, aufgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken ungültig werden. Sämtliche Orlswallungen der Deutschen Arbeitsfront und alle Betriebe mit Vetriebskassierung wollen dementsprechend eine lleberprüfung sämtlicher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rückstände vorhanden sind und dadurch den Volksgenossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung * Silberne Hochzeiten. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen am morgigen 3. August die Eheleute Ferdinand Hengst und Frau Klara, geb. Knorr, Schanzenstraße 16, und Martin H e r r - l i ch und Frau Johanna, geb. Arnold, Friedensstr 20 Wir beglückwünschen die beiden Jubelpaare auf das herzlichste. "Sterbefälle in Gießen. Es verstärken in Gießen in der Zeit vom 15. bis 30. Juli: 15.7.: Christian Dietz, Schuhmachergeselle, 28 Jahre, Schützenstraße 19; 18.7.: Marie Clara Staus, geb. Döring, 38 Jahre, Marburger Straße 82; 18 7 - Philipp Moser, Gärtner, 69 Jahre, Wiesecker Weg 10; 21. 7.: Hermann Flick, Bäckermeister, 73 Jahre Ludwlgstraße 30; 22. 7.: Gertrude Haas, geb' Bauer, 74 Jahre, Löberstraße 20; 20.7.: Karl Ater, Reichst,ahnstkretär im Ruhestand, 61 Jahre, Lieblgstraße 107; 26.7.: Marie Poths, Kanzlistin, 56 Jahre, Mlhelmstraße 59; 18.7.: Gertrud Habech, Schülerin, 13 Jahre, Anneröder Weg 37; 30.7.: Heinrich Bourkarde, Postassistent im Ruhestand, 76 Jahre, Schillerstraße 27; 30.7.: Karl Hausrath, Schlossergeselle, 43 Jahre, Gnauthstraße 10. ** Das Städtische Volksbad Gießen — Schwimmhalle und Römisch-Irisches Bad — ist vom 3. August ab wieder geöffnet. (Siehe heutige Anzeige.) ,** Städtische B ü ch e r e i. Im Juli sind 1574 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 8, Erzählende Literatur 987, Jugendschriften 224, Länder- und Völkerkunde 98, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 126, Kunstgeschichte 19, Naturwissenschaft und Technologie 57, Heer- und Seewesen 13, Haus- und Landwirtschaft 6, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschast 11 Bände. mit der Wehrmacht und den Gliederungen der Partei begonnen hatte. In mustergültiger Disziplin wickelten sich die Kämpfe ab. Dank der guten Or- ganisttion konnten die Ergebnisse schnell ausge« wertet werden. Um 12 Uhr konnte durch den Kreis- kriegerführer Haus die Siegerehrung vorgenommen werden. Es erreichten: 1. Preis Mannschaft des Kreiskriegerverbandes Wetzlar 979 R.; 2. Preis Mannschaft der SA.-Standarte J/33 970 R.; 3. Preis Mannschaft des NSKK. 22/M. 147. 899 R. Holzgeschnitzte Wegweiser. Lpd. Biedenkopf, 1. August. Der Gebirgs- verein Biedenkopf hat im Heimatgebiet zu einem schönen und originellen Werbemittel gegriffen. An belebten Straßen und Wegen wurden h o l z g e - schnitzte Wegweiser errichtet. Lustige Figuren zeigen dem Wanderer und Gast des Hinterlandes den Weg. Landkreis Gießen. Aus den Gießener Gerichtssälen. nicht verloren geht. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß bei Beitragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt. Die Deutsche Arbeitsfront kreiswaltung Wetterau Abt.: Verwaltungsstelle 24 5054 D Gießen, Schanzenstraße 18. Aornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau ohne Vergangenheit". Gießen-Klein-Linden. Unser Schwimmbad hatte am vorigen Sonntag eipen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen. Nicht weniger als 490 Besucher, darunter viele Auswärtige, suchten in dem herrlich gelegenen Bad Erquickung. Unter den Gästen befanden sich auch viele Mitglieder des Schwimmoereins von Gießen, die die Anlage als schr schön bezeichneten und die namentlich dem Aufbau des Sprungturms ihr Interesse widmeten. Das Kunstspringen der Gäste aus der Stadt fand allgemeine Bewunderung und regte auch die einheimischen Schwimmer und Springer zur Nacheiferung an. Unser Mitbewohner Karl Stiebing in der Schulstraße konnte am Montag in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Von vielen Seiten wurden dem allseits beliebten Manne Glückwünsche entgegengebracht. Auch wir gratulieren herzlich! * ** Der NS. - Reichskriegerbund, Kreiskriegerverband Gießen, beteiligt sich mit Fahnenabordnungen am Großen Zapfenstreich, der heute abend aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Weltkriegsausbruchs auf dem Hofe der Zeughaus- Kaserne stattfindet. ** 2 5 Jahre im Dienste der Stadt. Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der 1 Stadt Gießen kann am 4. August der Straßenbahnwagenführer Philipp Eisen Huth, Am Kugel- Iberg 52 wohnhaft, begehen. Der Jubilar zählt zu iden wenigen Arbeitskameraden, die bereits 1914 in ldie Dienste der Straßenbahn getreten und bei ihr geblieben sind. Seit 1897 in Gießen, war der Jubilar zunächst bei Privatunternehmen beschäftigt und ttrat bei Ausbruch des Weltkrieges, als Personal- snangel bei der Straßenbahn eingetreten war, in 8>eren Dienste. 1916 mußte er ins Feld rücken und Hat mit der Gebirgs-Minenwerfer-Komp. 175, die Dem Bayerischen Alpenkorps zugeteilt war, auf allen Kriegsschauplätzen gekämpft. 1918 kehrte Eisenhuth, ggeschmückt mit dem EK. II und der Hessischen Tapfer - leilsmedaille, in die Heimat und zur Straßenbahn Furück. Dem Jubilar gelten auch unsere herzlichen ^Glückwünsche zu seinem Jubiläum. Große Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen vom 23.5.1939 gegen, das er Berufung einlegte, war der H. Sch. in Eiferfeld wegen falscher Anschuldigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu einer Gefängnisstrafe von 5 Wochen verurteilt worden. Der Angeklagte war im Jahre 1938 während einiger wegen eines schwebenden Rentenverfahrens in einer Gießener Klinik zur Beobachtung. Dort will er von einem Patienten und der Stationsschwester gehört haben, ein Patient sei gestorben, weil der Röntgenbrei nicht rechtzeitig abgeführt worden sei. Nach längerer Zeit machte der Angeklagte eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft gegen den Direktor der Klinik. Das Verfahren gegen den Direktor wurde aber eingestellt und der Angeklagte hiervon benachrichtigt. Trotzdem schrieb er an den Direktor Briefe, in denen von „Gutachtenkonstruktion" und dergleichen die Rede war. Der Angeklagte behauptete immer wieder, das, was er geschrieben habe, sei ihm von den Zeugen mit geteilt worden, er selbst habe keine Wahrnehmungen gemacht. Der Vertreter der Anklage beantragte, die Berufung zu verwerfen. Mit Rücksicht auf das Alter und die Unbestraftheit des Angeklagten könne von Erhöhung der Strafe, die an sich am Platze wäre, abgesehen werden. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen und die Gefängnisstrafe auf drei Monate erhöht. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb vier Wochen nach Rechtskraft auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekanntzumachen. Die Tat des Angeklagten stellt sich, wie in der Urteilsbegründung festgestellt wurde, als gemeiner Racheakt dar. * Durch Urteil des Dezirksschöffengerichts Gießen vom 14.3.1939 waren K. Th. in Hungen und R. B. in Gießen zu Geldstrafen von je 70 RM. verurteilt worden, Th. wegen fahrlässiger Körperverletzung, B. wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit Uebertretung der Reichsstratzen-Ver- kehrs-Ordnung. B. fuhr am 26. Juli 1938 mit einem Fahrrad, von der Ebelstraße kommend, beim Cin- biegen nach links in den Riegelpfad nicht im weiten, sondern im engen Bogen. Hierbei hat er dem durch den Riegelpfad fahrenden Personenkraftwagen des Th. nicht das Vorfahrtsrecht eingeräumt, und er stieß mit dem Auto zusammen. Der Fahrer des Personenkraftwagens Th. wollte den Zusammenstoß vermeiden, kam aber durch das schnelle Bremsen auf den Bürgersteig und verletzte dadurch den Erwin Pfeiffer von Weidenhausen und den Hermann Müller von Runzhausen. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein. Der Anklagevertreter beantragte, die Berufung zu verwerfen. Die Berufung wurde verworfen, die Geldstrafe des Th. auf 50 RM. herabgesetzt und die Geldstrafe des B. auf 100 RM. erhöht. Die beiden Angeklagten tragen die Kosten des Berufungsverfahrens, einschließlich der dem Nebenkläger erwachsenen notwendigen Auslagen. Vezittsschöffengerichl Gießen. Der Heinz Jos. G. in Marienberg hatte sich wegen übler Nachrede zu verantworten. In einem Schreiben an den Direktor einer Gießener Klinik hatte der Angeklagte über einen Derwclltungsbeamten der Klinik allerlei unfreundliche Bemerkungen gemacht, die als üble Nachrede anzuschen waren. Der An- aeklagte hielt seine Behauptungen aufrecht. Der Zeuge bestritt die ihm unterstellten Aeußerungen. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Der Angeklagte wurde wegen übler Nachrede zu einer Gefängnis- strafe von einem Monat verurteilt. Wegen den Vorstrafen kamen strafmildernde Umstände nicht in Betracht. Aus der engeren Heimat. Kreiskriegerappell in Wetzlar. £ Wetzlar, 1. Aug. Der Kreiskriegerve r b a n d Wetzlar veranstaltete am Sonntag einen Krsis-Kriegerappell in Wetzlar. Annähernd 3 0 0 0 Frontkämpfer und ehemalige Soldaten marschierten in mehreren Marschsäulen zum Domplatz, wo der Gaukriegerführer, Generalleutnant a. D. Fett, die Front abschritt. Von den benachbarten Kreiskriegeroerbän- den war auch Kreiskriegerführer Dr. Mannard (Gießen) mit mehreren Mitgliedern der Kreiskriegerführung erschienen. Kreiskriegerführer Haus begrüßte den Gaukriegerführer, die Vertreter der Wehrmacht, der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und wies auf die große Bedeutung dieser Veranstaltung hin. Als er der toten Kameraden gedachte, präsentierte die Ehrenkompanie das Gewehr und die Fahnen senkten sich. Dann sprach der G aukri e zerführer. Er wies auf die große Bedeutung des Jahres 1939 für den NS.-Reichs- kriegerbund hin und erinnerte dabei an den letzten Reichskriegertag in Kassel. Mit dem Gruß an den Führer schloß die Kundgebung. Nach einem kurzen Umzug durch die Stadt fand in der Jakob-Sprenger- Straße unter den Marschklängen der 116er der Vorbeimarsch an dem Gaukriegerführer statt. Auf dem Festplatz entwickelte sich dann ein kameradschaftliches Leben und Treiben. Schon am Vormittag wurde General Fett vom Kreiskriegerführer Haus zu den Schießständen am Klosterwald geleitet, wo das Vergleichsschießen * Watzenborn-Steinberg, 2. August. Der hiesige Gesangverein „Germania" unternahm am Sonntag mit 6 Omnibussen einen Familienausflug nach Frankfurt und besichtigte dort den Zeppelin „LZ 127", Palmengarten, «Senden» berg-Museum und Tiergarten. Im Anschluß daran stattete der Verein dem befreundeten Gesangverein „Heiterkeit" Fechenheim einen Besuch ab. Bei ab- wechselnden Gesangsoorträgen der beiden Vereine vergingen nur zu schnell die schönen Stunden. Sehr befriedigt von den Erlebnissen kamen die 165 Ausflugsteilnehmer in ihrem Heimatdorf wieder an. ch Lich, 1. Aug. Seit voriger Woche hat die Dreschmaschine ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Es gelangt in erster Linie die Winter- aerste zum Ausdrusch, einige Landwirte fahren auch schon Sommergerste an. Die Ergebnisse sind recht zufriedenstellend. Kreis Alsfeld. —Homberg , 2.Aug. Der Revier-Förster a. D. Wilhelm Christ kann am heutigen Mittwoch, 2. August, im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 7 5. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch rüstig. Herzlichen Glück- wünsch! — Der Wanderverein führte am vorigen Sonntagabend eine Mondscheinwanderung durch. Sie ging über,ben Hohen Berg und durch den Hansteinsgraben, der unter Naturschutz steht und von mächtigen Felsblöcken umsäumt ist. Sämt- liche 32 Teilnehmer waren sehr befriedigt von den dabei gewonnenen eigenartigen Eindrücken. Rundfunkprogramm Donnerslag, 3. August. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP., Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Betriebssport der DAF. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. „Ohne Sorgen jeden Morgen". Es spielt das Orchester des Reichssenders Königsberg. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Italienische Musik. 14: Nachrichten. 14.10: Drei Operetten-Komponisten unserer Zeit: Arno Vetterling — Eric Plessow — Franz Grothe. 14.45: Für unsere Kinder: Kleine Geschichten und Abenteuer. Hugo Ramm erzählt. 16: Von der Rundfunkausstellung Berlin (vom Reichssender Berlin): Volks- und Unterhaltungsmusik. 19: „Mythos des Nordens". Hörbild zum 80. Geburtstag Knut Hamsuns. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Hauruck — der Westwall steht! Gemeinschaftssen- düng der Grenzlandsender am Westwall. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Unsere Kolonien. Federschmuck und Zylinderhut. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtmusik. GROSSGARAGE Eiltet U/eäten Roman von Harald Baumgarten 1 Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 2ch hätte den Mund aufmachen zollen! Gleich in Ruffos Weinstube! Gleich mit der Sr $QUS lallen! Es wäre am besten gewesen. Wber da dachte ich noch — ich, Vallendar, der ^roße Vallendar —: Oho, kleines Mädchen, warte mal ab! Du gefällst mir zwar schr, aber so rasch — Wenn sie jetzt mit Römer--? Wenn jetzt Mischen diesen beiden längst Beschlossenes offenbar rbf? ®arum hast du nicht auf mich gewartet, ^harly? .^^5 still saß er und atmete tief. Es war ein ^§ter Duft in dem Wagen, ein Duft nach Jugend anö Frische. Es duftete nach öchariys haselnuß- Lraunem Haar .. Ich weiß nicht, was ich beginnen pllte, wenn ich sie verlöre! «Sein Herz bebte vor Lagst. Aber sie gehört mir ja nicht... Es ist zum verzweifeln! Nicht einmal geküßt hab ich sie! Nicht kmmal geküßt! Ach, wenn sie jetzt hier stände, ganz s.vtzlich austauchte! Ein Knacken in der Garage scheuchte ihn 'aus feinen Gedanken auf, die sich sofort auf die Geschehnisse der Nacht umstellten. Nun brummte ein Jlotor. Durch die winzige Scheibe im Verdeck sah e: einen Wagen herankommen... Vallendar hielt bin Atem an: Es war Herrn Zornacks Wagen, der timte morgen so überraschend schnell fortgefahren }?r. Also — der Zornack war zurückgekommen! wer so früh? fyatte er nicht erzählt, er wolle seine i'-au in Magdeburg besuchen? Er konnte ja noch gut nicht zurück sein! Er hatte also gelogen! >2etzt fuhr der Wagen rückwärts in die Sammel- S-rage hinein. Ganz nahe an Charlys Wagen, 1‘ dem Vallendar zusammengekauert saß. Alles' Pns der sehen konnte, war undeutlich. Es war fast i P!,5er in dem in den Erdboden hineinzementierten rpornad stieg aus. Vallendar nahm jedenfalls an, ! Hb es Zornack war, wenn er seine Gestalt auch £rr m Umrissen und sein Gesicht nur als weißen erkannte. Aber wer sonst hätte die graue Lmousine benutzt? ^.Otun schritt der Mann auf den Gang zu, in dem ä! fahrende Leihbücherei stand. Er schien um den Lagen herumgegangen zu sein, denn er tauchte iiris von ihm wieder auf. Hatte er nicht am Griff ufielt? Er wird versuchen, das Schloß aufzubrechen! dachte Vallendar. Jetzt fasse ich ihn! Ich warte nur, bis er es geöffnet hat. Dann aber —! Wollen mal sehen, ob ihm dann wieder eine Ausrede einfällt! Plötzlich schien Zornack sein Vorhaben aufzugeben. So leise, als laufe er auf Gummisohlen, eilte er in seinen Wagen zurüd, öffnete den Schlag und zvg die Tür unhörbar hinter sich zu. Extra gut geölt! dachte Vallendar. Er bemühte sich, in Zornacks Wagen, der etwas seitlich stand, hineinzuspähen. Der Mann mußte doch jetzt am Steuer sitzen. Aber am Steuer saß niemand ... Vallendars Herz begann zu pochen. Was war los? Da war doch der Aufbau. Und in den Aufbau mußte Zornad doch vom Führersitz aus hineingekrochen sein? Am liebsten hätte Vallendar sich die flache Hand vor den Kopf geschlagen. Die graue Limousine war dafür eingerichtet! Sie bot hinten ein Versteck, und in dem Versteck hatte Zornack die Nacht über gesessen, und als er bemerkt hatte, daß aufgepaßt wurde, hatte er es gegen Morgen verlassen, nachdem er seinen Wagen fahrbereit gemacht und den Motor eingeschaltet hatte, um sofort starten zu können. Warum aber hatte er sich jetzt zurückgezogen? Hatte jemand ihn gestört? Vallendar fieberte. Richtig — nun hörte er Schritte im Gang! Ja, er konnte sie, so leise sie waren, hören. Nun klappte eine Wagentür. Verflixt noch mal, daß es auch so dunkel war! Sollte er jetzt hinausspringen, den Mann rufen und Zornad festnehmen? Aber wer mochte dieser Mensch im Gang sein? Es klang fast so, als mache er sich an der fahrenden Leihbücherei zu schaffen. Plötzlich ging alles in Gedankenschnelle. Es überraschte Vallendar so, daß er einige kostbare Schrecksekunden verlor. Die Tür von Zornacks Wagen sprang auf, und Zornack stürzte heraus. Vallendar hörte einen lauten Ausruf. Zwei Stimmen, die gegeneinander anschrien. Dann flüchtende Schritte. Worte: „Halt! Oder ich schieße!" Raus aus dem Wagen! Hin zum Gang. Blicke nach rechts und links. Dort hinten bei der Wagennische zwei Männer. Sie schienen miteinander zu ringen ... Vallendar fegte los, den Gang hinunter. Die zwei hatten seine Schritte gehört. Der eine von ihnen riß sich los und wollte offenbar zur Ausfahrt hinausflüchten. Vallendar konnte ihn nicht erkennen, aber auf alle Fälle wollte er ihm den Weg abschneiden. Er raste zur Einfahrt hinauf. Wenn oer Mann früher da war, entkam er ... Aber da war die Schaltung, die die Garage schloß. „Nur bei Feuersgefahr zu benutzen!" stand in brennend roten Buchstaben darüber. Mit aller Kraft drückte Vallendar den Hebel herunter. Ein wildes Läuten Hub an. Knarren und dumpfes Poltern. Die schweren Stahltüren, die Einfahrt und Ausfahrt sicherten und die einzelnen Abteilungen vor Ausbreitung des Feuers zu schützen hatten, begannen auf ihren Schienen zu rollen. Der Tankwart Hellmuth kam entsetzt gelaufen und starrte abwärts. „Was ist denn geschehen?" schrie er. „Wer hat Alarm gegeben?" Die Stahltüren glitten unaufhaltsam ... Jetzt tauchte eine Gestalt im Tunnel auf. Noch war ein breiter Spalt zwischen den Türen ... Mit einem Satz sprang Vallendar hin und stellte sich davor. „Halt! Hier kommt niemand 'raus!" Der Mann stutzte, griff in die Tasche und hob die Hand. Vallendar fühlte einen harten Schlag auf seinem Kopf. Ein Knall schien das ganze Gewölbe zersprengen zu wollen. Sekundenlang drehte sich alles um ihn. Verdammt noch mal — der Kerl hatte auf ihn geschossen, ihn getroffen! Mit wilder Ansvan- nung überwand er die Schwäche und breitete seine Arme aus. „Hier kommt niemand durch!" Der Mann, der geschossen hatte, drehte sich um und wollte abwärts flüchten. Im gleichen Augenblick wurde er nieder gerissen. Mit einem dumpfen Laut schlugen die Türen zusammen ... Vallendar verlor das Bewußtsein — er stürzte. Die Arme des Tankwarts Hellmuth fingen ihn auf. * Die Lichter der Bogenlampen spiegelten sich im blanken Asphalt. Berlin atmete die Menschen wieder ein, die der sonnige Herbsttag hinausgelockt hatte. Endlose Wagenreiyen voll leuchtender Augen zogen in die Stadt hinein, flössen dort nach allen Richtungen auseinander, belebten die Straßen, und langsam entfaltete sich das bunte, wirbelnde Bild des Sonntagabends. Inmitten der Kette heimkehrender Wagen fuhr Dr. Romer mit Charly. Gern fjätte sie ihm das Steuer entrissen, um selbst zu fahren, gern hätte sie sich oorgeDrängt, um jede kleinste Lücke zu nutzen und rascher ooran- zukommen. Ihre Finger spielten rastlos mit den abgestreiften Handschuhen. „Bitte, fahren Sie schneller, Doktor! Ich weiß nicht — ich bin so unruhig.." „Nerven, Charly? Sie werden doch nicht mehr an die dumme Geschichte denken, die Sie mir erzählt haben?" „Nein, nein — es ist etwas anderes! Ich kann es nicht erklären; es sitzt in mir und bedroht mich." ; Da bot sich eine Gelegenheit, einen Lieferwagen ' zu überholen, auf dem eine fröhliche Gesellschaft . Platz genommen hatte. Der Doktor gab Gas. Aber nun saßen sie wieder fest. Ein Verkehrspolizist , toppte. Wagen glitten neben dem ihren heran. In J drei Reihen standen sie nebeneinander vor der , Kreuzung. „Könnten wir nicht über Charlottenburg fahren, , Doktor?" Charly empfand ihre Unruhe selbst als unbegreiflich, aber am liebsten wäre sie aus dem ' Wagen gesprungen und gelaufen — nur, um vor- ' roärts zu kommen. Dallenaar war bei ihr zu Hause! - Oder, nein, das konnte es nicht sein. Aber es geschah etwas — etwas, das mit ihr zufammenhing ... । Sie hätte nicht mit Römer fortfahren sollen! Wie . hatte sie nur so kleinlich sein können? Vallendar hatte nach ihr gefragt! Es war doch nur ein lächer- : liches Mißverständnis! Endlich war die Kreuzung frei. Die Motoren ■ heulten auf, und die Wagen suchten aneinander vorbeizuflitzen, weil dort hinten die Stadt begann, und es jetzt die letzte Möglichkeit war, voranzukam- men. „Wir stellen den Wagen ein, Charly. Oder soll ich Sie erst nach Hause fahren?" „Nein, nicht nach Hause! In die Garage?" Sie fuhren durch die Straßen. Manchmal beugte sich Charly weit vor. „Schneller!" sagte er vor sich hin. „«Schneller!" Jetzt bogen sie um die Ecke. „Großgarage Atter Westen", leuchteten die Buchstaben. Einen leisen, hohen «Schrei stteß Charly aus. „Dort!" rief sie. Vor der Garage war ein Menschenauflauf. Die grellroten Wagen der Feuerwehr partten am Kantstein. Mit jeder Sekunde vergrößerte sich die Mensche nttaube. „Es brennt in der Garage, Doktor! Helfen Sie!" Römer bremste und hielt. Charly riß den Schlag auf und lief über die Straße. Sie hatte Schweißtropfen auf der Stirn, ihr Gesicht war blaß, aber mit zäher Verbissenheit drängte sie sich durch die Menschen. „Lassen Sie mich durch!" „Nicht so wild, Fräulein! Was ist denn überhaupt da los?" Sie kümmerte sich nicht um die Zwischenrufe. Sie lief auf den Wachtmeister zu, der die Menge bat, nicht weiterzudrängen. „Was ist hier geschehen?" Ihr Atem flog. „Steht vielleicht Ihr Wagen in der Garage, Fräulein? «Scheint ein falscher Alarm gewesen zu sein. Es brennt nicht. Der Brandmeister wird gleich kommen." Sie verschränkte die Finger ineinander, daß sie schmerzten. „Helmut! Helmut!" rief sie. Der Tankwart, der eben aus der Einfahrt herauskam, sah sie und ging auf sie zu. „Gar nichts los, Fräulein Sandner. Sie haben Den Halunken erwischt, der die Einbrüche verübt hat." Aber fein sonst so frisches Gesicht sah verstört aus. „Den Herrn Vallendar haben sie ins Chauffeurzimmer gebracht ..." Nur eine Sekunde lang starrte sie ihn an. Ihre Knie zitterten, aber sie überwand sofort ihre Schwäche. Sie umfaßte Helmuts Arm. „Was ist mit Vallendar?" Das Herz saß ihm auf der Zunge. Es war so schrecklich gewesen, als Vallendar in feine Arme gefallen war, wie ein Baum, den die Axt gefällt hatte. „Es ist, glaube ich, nur ein Streifschuß. (Fortsetzung folgt) G. A.-Epori. Seutfcher WafferbaWeg. Ungarn im Horthh-Pokal 2:1 (0:1) geschlagen. Was man nach den bisherigen Spielergebnissen beim Wasserballturnier um den Horthy-Pokal in dem holländischen Städtchen Doetinchem nicht erwarten konnte, ist Tatsache geworden: Deutschlands Sieben schlug den heißen Favoriten Ungarn in einem prächtigen Kampfe mit 2:1 (0:1) und hat nun die ersten Aussichten auf den Turniersieg. 2500 Zuschauer sahen einen überaus spannenden Kampf und spendeten den deutschen Siegern lebhaften Beifall. Die deutsche Mannschaft war in erstaunlich guter Form und errang einen verdienten Sieg. Holland kam .zu einem unerwartet klaren Siege von 5:2 (4:1) über Frankreich. Italien und Belgien trennten sich 4:4 unentschieden, nachdem die Belgier bei der Pause noch 2:1 geführt hatten. Mit 5:1 Punkten steht nun Deutschland an der Spitze vor Ungarn mit 4:2, Belgien, Italien, Holland und Frankreich, das bisher noch zu keinem Siege kam. Unsere Sieben gewann gegen Ungarn und Frankreich, gegen Italien langte es nur zu einem Unentschieden. Die Tabelle: 271 Alpenfahrer starteten zum Semmering. 1. Deutschland 11:7 Tore 5:1 Punkte 2. Ungarn 9:6 H 4:2 91 3. Belgien 11:9 •• 4:2 9 9 4. Italien 11:12 2:4 99 5. Holland 9:11 2:4 99 6. Frankreich 6:12 H 1:5 n Don den 288 Fahrern, die am Montagmorgen in München zur ersten Tagesstrecke der Internationalen Alpenfahrt gestartet waren, mußten 17 bereits aus dem Wettbewerb genommen werden. Unter den 271 noch auf der Strecke befindlichen Teilnehmern find noch 202 ohne Strafpunkte. Mit Strafpunkten bedacht wurden also 69 Fahrer, und zwar 30 auf Krafträdern mit und ohne Seitenwagen, 21 mit Sportwagen und 18 mit serienmäßigen Personenwagen. Am Dienstag wurde die gÄhrt von Villach aus fortgesetzt. Die 591 Kilometer lange Tagesstrecke führte über den Katschberg, den Loiblpaß, Klagenfurt, Graz, Weiz und Ratten nach Semmering, also über die höchsten Steigungen im deutschen Alpengebiet. Der zweite Fahrtag der Internationalen Großdeutschen Alpenfahrt brachte neue Ausfälle und Strafpunkte, die sich in ihrem Ausmaß noch nicht abschätzen lassen. Turracher Höhe, Katschberg und Loiblpaß mit ihren Steigungen bis zu 30 v. H., sowie zahlreiche Sonderprüfungen erschwerten die Aufgabe der 268 am zweiten Fahrtag in Villach gestarteten Teilnehmer beträchtlich. Die Tagesstrecke Villach—Semmering war 509 km lang. Scknieling fährt nicht nach tlSA! Die Frage, die den deutschen und europäischen, in mancher Hinsicht auch den amerikanischen Boxsport interessiert, lautet: Wo und gegen wen boxt Max S ch m e l i n g ? Nach seinem unerwartet eindeutigen und schnellen ko.-Siege Über den starken Adolf Heuser wissen es auch die vielen Zweifler, daß der Deutsche Meister aller Klassen trotz der schweren Niederlage gegen Joe Louis noch nicht zum alten Eisen zu rechnen ist. Ueber seine Pläne hat sich der Europameister in Berlin klar ausgesprochen. Er erklärte, daß die amerikanischen Angebote — er sollte sich unter Toni G a l e n t o , Lou Nova und Red Burman einen Gegner auswählen — für ihn zur Zeit nichtin Frage kämen. Von der Wafferknppe nach Görlitz. Der Dienstag gestaltete sich für die Teilneh ner am 20. Rhön-Segelflug-Wettbewerb zum bisher leistungsreichsten Tag. Nahezu 11000 Kilometer wurden an diesem Tage, vorwiegend im Zielsegelflug, zurückgelegt. Damit erhöhte sich die Gesamtflugstrecke auf 56 000 Kilometer. Die Wstre- rungsverhältnisse begünstigten weite Streckenflüge wie noch nie zuvor. Mit der besten Leistung wartete S ch u ch a r d t (DDL. Berlin) auf, der nach 362 Kilometer bei Görlitz landete. Eine große Zahl von Segelfliegern kam über die 300-Kilometer-Grenze hinaus, so Ludwig (NSFK.-Gruppe 7 Elbe- Saale), der mit 357 Kilometer Markendorf erreichte, Schmidt (NSFK.-Gruppe 16 Karlsruhe), der nach 350 Kilometer bis Grötfch kam, T r e u t e r (NSFK.- Gruppe 8 Efchwege), der 340 Kilometer bis Löbau flog, und mit der gleichen Leistung auch der Doppelsitzer Kühnold-Schröder (NSFK.-Gruppe 7 Elbe-Saale). Mit guten Leistungen im Zielsegelflug warteten auch folgende Piloten auf: Kraft (NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart) und Späth e (DFS. Darmstadt) beide auf 325 Kilometer nach Bautzen, Huth (NSFK.-Gruppe 3 Hamburg), Flinsch (DDL. Frankfurt), Hofmann und Haase (beide NSFK.-Gruppe 4 Berlin) alle 280 Kilometer nach Dresden. Den Flugplatz Chemnitz erreichten allein sieben Segelflieger: Beck (NSFK.- Gruppe 15 Stuttgart), Engel (DDL.), Meier zu Bentrup (NSFK. - Gruppe 12 Essen), Sauerbier (NSFK.-Gruppe 6 Schlesien) und die Doppelsitzer mit den Führern Romeis (NSFK.-Gruppe 14 München), Tuliska (NSFK.- Gruppe 12 Niederrhein) und Budzinski (NSFK.- Gruppe 8 Eschwege). Die großartigen Leistungen der Segelflieger aus der Wasserkuppe verändern die Spitzengruppen in den einzelnen Klassen fast ständig. Zäh in Front behauptet sich lediglich in Klasse A Kurt Schmidt von der NSFK.-Gruppe 16 Karlsruhe. Die Wertung lautet: Klasse A (Einsitzer): 1. Schmidt (N^FK.-Gruppe 16 Karlsruhe) 1460,5 Punkte; 2. Kraft (NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart) 1422 Punkte; 3. ireuter (NSFK.-Gruppe 8 Eschwege) 1386 P.; 4. von Treuberg (NSFK.-Gruppe 14 München) 1370,5 P.; 5. Bräutigam (NSFK.-Gruppe 7 Elbe- Saale) 1352 P. — Klasse B (Doppelsitzer): 1. Kühnold-Schröder (NSFK.-Gruppe 7 Elbe-Saale) 440 Punkte; 2. Ogfr. Mudin-Deleurant (Luftwaffe) 389,5 P.; — Klasse C (Nachwuchs-Segelflieger): 1. Pesold (NSFK.-Gruppe 13 Nürnberg) 325 Punkte. Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 5 Ochsen, 5 Bullen, 29 Kühe, 21 Färsen, 124 Kälber, 289 Schweine, 12 Hümmel aufgetrieben. Preise: Ochsen 45 bis 45,5, Bullen 36 bis 43,5, Kühe 17 bis 44, Färsen 43 bis 44,5, Kälber 40 bis 65, Hämmel 40 bis 46 Rpf. je V- kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,22, bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,10, d—f (unter 100 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,20, i (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,08 RM. Marktoerlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Hämmel und Kälber ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe kleine Veränderungen. Frankfurt a. M., 1. Aug. Zum Wlonatebt'- ginn kam das Geschäft nur zögernd in Gang. Es lagen nur wenig Aufträge vor, ebenso erfolgten Limiterneuerungen nur spärlich. Anderseits fielen die genehmigten Abgaben aus Nichtarierkreisen kaum ins Gewicht, so daß die Börse am Aktienmarkt ihre freundliche Grundhaltung behaupten konnte. Zwar entwickelten sich die Kurse weiterhin uneinheitlich, doch hatten die durchschnittlichen Abweichungen mit 0,25 bis 0,50 v. H. nur kleines Ausmaß. Eine Sonderbewegung vollzog sich in Aschaffenburger Zellstoff, die auf 89,50 (86,13) anstiegen, etwas fester auch Waldhof mit 108,75 (108). Don den führenden Papieren gaben JG.-Farben 0,50 v. H. nach auf 144,40, Hvesch 0,25 auf 106, hin. gegen lagen AEG. 0,50 v. H. fester mit 114,50 und Verein. Stahl mit 99,25 sowie Mannesmann mit 103 blieben gut gehalten. Ein wenig höher setzten noch Adlerwerke mit 99,75 (99,50), Daimler mit 120,50 (120) und Rheinmetall mit 116,50 (116) em, während Deutsche Erdöl auf 118,25 (118,75) ab« bröckelten. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei wenig veränderten Kursen unverändert still. Reichs« altbesitz wieder 132, Reichsbahn-DA. 0,25 o. H. befestigt auf 122,75. Industrie-Obligationen weiterhin uneinheitlich bei kleinen Veränderungen. Pfandbriefe lagen gut behauptet, auch Stadt- und Staatsanleihen zeigen vorwiegend die letzten Kurse. Don Liquidationspfandbriefen zogen Rheinische auf 101,25 (101) an, dagegen gaben die beiden Frankfurter bis 0,25 v. H. nach. Steuergutscheine II, die ab heute in Berlin amtlich notiert werden, wurden zu wenig veränderten Kursen gehandelt, Juni mit 96, Juli mit 95,75 und August mit 95,60, Serie I gingen außerbörslich mit uno. 99,10 um. Abendbörse behauptet. Auch an der Abendbörse kam das Geschäft über Mindestabschlüsse nicht hinaus, da weiterhin wenig Kundschaftsbeteiligung oorlag. Der Aktienmarkt bewahrte einen freundlichen Grunüton und zeigte zwar wieder nicht ganz einheitliche, vorwiegend aber behauptete Kurse. Leicht erhöht waren u. a. AEG. auf 115 (114,50), BMW. auf 132 (131,50), Mannesmann auf 103,25 (103), Buderus auf 97,50 (97), Deutsche Erdöl auf 118,50 (118,25) und Rheinmetall auf 117 (116,50),während Daimler auf 120 (120,50), Demag auf 140,25 (140,50) und Metallgesellschaft auf 112,25 (112,50) abbröckelten. JG.-Farben gingen zu unv. 144,75 um. Unverändert lagen ferner u. a. Verein. Stahl mit 99,25, Hoesch mit 106, Rheinstahl mit 135, Adlerwerke mit 99,75, Scheideanstalt mit 205, Gesfürel mit 126,25. VDM. mit 169 und Moenus mit 115,50. Am Rente n m a r k t wurden Reichsaltbesitz mit unv. 132 umgesetzt, 6 v. H. JG.-Farben zu unv. 119,50 gefragt. Don Steuergutscheinen nannte man Serie II Juni mit 95,95, Juli mit 95,70, August mit 95,60, Serie I wurden mit 99,10 'bewertet. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Aug. Auftrieb: Käl« der 749 (gegen 860 am 25. 7.), Hämmel und Schafe 294 (354), Schweine 4051 (4492). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50), d) 30 bis 40 (36 bis 40); Hämmel bl) 48 bis 50 (48 bis 49), b2) 44 bis 47 (44 bis 47), c) 40 bis 42 (37 bis 42), d) 32 bis 38 (—); Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 34 bis 39 (35 bis 39). c) 25 bis 32 (25 bis 32); Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60), c) 56 (56), d) 53 (53); Sauen gl) 61 (61). — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Grundstücks-Verkauf 4x4-Zimmerhaus in der Frankfurter Str. 4x4-Zimmerhaus in der Wetzsteingasse Anfragen sind zu richten an Süßigkeiten 5286D Stadt. Bolksbad Gießen Empfehlungen Pralinen-Mischungen.. 125 g 40, 38, 35, 30, 25 Weine von S&F wieder geöffnet! o. Glas 38er Gaubickelh. Wiesberg Rheinhess. Ltrfi. 1.15 5288 A n Verkäufe n Zum Einlegen von Gurken S&F-Tee und Malzkaffee S&F - Malzkaffee ausgesuchte Qual., 500-g-Paket Malzkaffee lose 500 g 5251 A einigo Arti kel SCHtoEsFÜLLGRABE 125 g 125 g 1.50 1.40 1.45 18 25 25 25 20 30 35 35 40 40 65 10 S&F -Tee China-Mischung . S&F-Tee India-Mischung .. S & F-Tee Ceylon-Mischung S&F-Tee Broken-Mischung 50 g 50 g 50 g 50 g 55 65 80 50 36 28 Einmach-Essig .. Wein-Essig...... Wein-Essig...... Kräuter-Essig... Kolb’s Gurkin... Essig-Essenz .... Einmach-Gewürz 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g Oie Schwimmhalle und das Römisch-irische Bad sind ab Donnerstag, dem 3. Aug. 1939, von vormittags 7.00 llhr an Pfefferminz-Fondant kandiert..... Gelee-Mischung ................ Orangen- und Zitronen- Dessertschnitte.................. Apfelpasten ..................... Eisbonbons...................... Streuselkugeln mit Rumgeschmack Mozart-Kugeln .................. Mokka-Bohnen .................. 38er Guntersblumer Steig Rheinhessen 38er Hambacher Leimen Pfalz........ 38er Rhodter Schloß Pfalz............ 37er Liebfraumilch natur, Rheinhessen .. 37er Wintricher Geierskopf Mosel.... 37er Rüdesheim. Burgweg nat.,Rheingau Literflasche o. Gl. ......... Flasche ......... Flasche ..........Beutel in allen Preislagen Offenbacher Lederwaren C. Röder Mänsburg 14. ...........Liter 35 ...........Liter 40 Literflasche o. Gl. 45 Grundstücks -Verwaltung der DAF, Gauwaltung Hessen-Nassau Frankfurt am Main., Bürgerstraße 69/77 Rest Bergschenke GroU.schattig. Gar t en,Terrassen T* A 1k T Neuzeitliche I ZV 1^1 Kristallglas- 1 1 " Leuchtdiele Mittwoch Samstag n. Sonntag, 8Uhr Lastwagen-Pritsche Führerhaus und tieltiHane, neuwert., zu verknusen. Stüürath & Bender Möbeltransport Tel. 3S19 WBWt gejucht für gutgehende Wirtschaft mst. «Saal und Kegelbahn in ober- hestuchem Industrie ort. 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März 1936 lRGvl.l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o.ö. Prof, der Rechte und Referent mr Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6uco Bermüöier Verlag. berlln-Mlel! Illllllllllll Illi llllllllllllllllIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Ordnungen zum großen Zapfenstreich am 2. Aus- 1939,20.30 Uhr, an der Geschäftsstelle, Hindern burgwall 7. bLssv Dienstanzug. Ter Krers- kriegerfiibrer» Verschiedenes | [ Suche für sofort WelChSKriegßlilUIlÖ U- 1 TUU. IHH. Antreten derAb- Rückzahlung und Zinsen laut Vereinbarung. Schr. Ang. unt. 03743 a. d. G. A. ÄÜÜlläftkvonZdi» 20 v. 6. erhallen 61t bei wiederholten Auf. aflömra einer M Ab heute bis elnschl. Sonntag, den 6. August Sybille Schmitz Aibredit Schoenhals MM Maria v. Tasnady E Ein Film der e | Märkischen-Panorama-Schneider-Südost i E nach einer Novelle von CURT J. BRAUN i | mit / . | = Bernhard Mlnetti - Hans Leibelt - Hansi = | Arnstaedt - Paul Bildt - Hans Zesch-Ballot | = Paul Otto - Rudolf Schündler - Dorit Kreysler 1