Ar. 126 Erstes Blatt 189. Jahrgang Zreitag,2.)unN939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Lammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. fange in Sietzen. Schriftieitung und Seschäftsftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8 Autoritäre Wahlen in Rumänien. Don unserem Or. He.-Korrespondenien. Bukarest, l.Juni 1939. Wenn Rumäniens Männer und Frauen am 1. und 2. Juni an die Wahlurnen treten, um ihre Stimmen für Kammer und Senat abzugeben, dann tun sie dies unter einem neuen Wahlgesetz, das erst am 9. Mai verkündet wurde und der seit dem Vorjahr durchgeführten grundlegenden strukturellen Umgestaltung der rumänischen Politik Rechnung trägt. Die neue Volksvertretung, die sich am 7. Juni versammelt, wird durch ihre Zusammensetzung die endgültige Abschaffung des Par- teiensystems in Rumänien dokumentieren. Aufgehoben ist — das ist das Wesentlichste an dem neuen Wahlgesetz — das allgemeine Wahlrecht. Stand bis 1938 jedem über 21 Jahre alten Rumänen (aber nur dem Mann, nicht der Frau!) das aktive Wahlrecht zu, so ist es heute an drei wichtige Voraussetzungen gebunden: 1. Vollendung des 3 0. Lebensjahres., 2. Kenntnis des Lesens und Schreibens und 3. Ausübung eines zu den nachstehenden drei Kategorien gehörenden produktiven Berufes: .Landwirtschaft und Handarbeit". „Handel und Industrie". „Intellektuelle Berufe". Man kann den sozialethischen Charakter dieser Regelung nicht leugnen: Arbeit als Voraussetzung für die Ausübung der Staatsbürgerrechte! Dadurch ift zum einen d i e berufstätige Frau zur vollgültigen Staatsbürgerin gestempelt, zum anderen ift die große Zahl junger Menschen, die noch nicht ihre.Studien vollendet haben, noch nicht beim Militär gewesen sind, noch keine Steuern bezahlt, überhaupt dem Staat noch nichts gegeben haben, sondern nur von ihm genommen haben, von einem mitbestimmenden Einfluß auf die Staatsgeschicke ausgeschlossen. Man dachte dabei vor allem an jene Schicht junger Leute, die, ohne einen Beruf auszuüben, als Wahlagitatoren und dergleichen begannen und allmählich in ein unfruchtbares Berufspolitikertum mit allen seinen moralischen Schwächen und Gefahren hineinschlitterten. Andererseits bringt dieser Schematismus auch Härten mit sich. Auch in Rumänien gibt es junge Menschen, die sich durch ihre Tüchtigkeit bereits in jungen Jahren zu einflußreichen Posten emporgearbeitet haben. Wenn sie das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, besitzen sie keine Möglichkeit, ihre Stimme in die Waagschale zu werfen. Die Kenntnis des Lesens und Schreibens zur Voraussetzung der Wahlrechtsausübung zu machen, bedeutet einmal eine begrüßenswerte Maßnahme im Kampf gegen das Analphabetentum, zum anderen war es notwendig, um den umfangreichen Mißbrauch abzustellen, der früher mit den Stimmen der An- cklphabeten getrieben wurde. Wähler ohne Wahlpropaganda zurechtfindet und den ihm zusagenden Kandidaten herausfindet. Durch das neue Wahlgesetz sind die Verhältnisse für die Vertretungen der fremden Volksarup p e n schwieriger geworden. Es ist zwar eine Anzahl von Kandidaten von den einzelnen Volksgruppen auf der Kandidatenliste aufgestellt. Da aber durch die Abschaffung der Listenwahl jede sichere Placierung unmöglich ist, zum anderen die Siedlungsgebiete der einzelnen Volksgruppen in große Wahlkreise mit rumänischer Bevölkerungsmehrheit eingegliedert sind, sind die Aussichten der Dolksgruppenstimmen in den einzelnen Wahlkreisen gegenüber der Stimmstärke der rumänischen Bevölkerung gering. In den Kreisen der Volksgruppen hofft man aber, daß die rumänische Politik auf dem Wege bleibep möge, den sie in der letzten Zeit gegenüber den Minderheiten einge- schlagen hat, und Vorsorge für eine gerechte und Berlin, 1. Juni. (DNB.) Der Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark hat folgenden Wortlaut: Der Deutsche Reichskanzler und Seine Majestät der König von Dänemark und Island, fest entschlossen, den Frieden zwischen Deutschland und Dänemark unter allen Umständen aufrechtzuerhalten, sind übereingekommen, diesen Entschluß durch einen Staatsvertrag zu bekräftigen, und haben zu Bevollmächtigten ernannt:'Der Deutsche Reichskanzler den Reichsminister des Auswärtigen, Herrn Joachim von Ribbentrop, Seine Majestät de» König von Dänemark und Island den Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Berlin, Herrn Kammerherrn Herluf Zahle, die nach Austausch ihre in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten folgende Bestimmun- g e n vereinbart haben. Artikel I. Das Deutsche Reich und das Königreich Dänemark werden in keinem Falle zum Kriege oder zu einer anderen Art von Gewaltanwendung gegeneinander schreiten. ihrer Bedeutung entsprechenden Vertretung der Volksgruppen auch im neuen Parlament trifft Ruhiger Verlauf der rumänischen Wahlen. Bukarest, 1. Juni. (Europapreß.) Die Wahlen verliefen im ganzen Lande in voller Ruhe und ohne jeden Zwischenfall. In Bukarest und in tzen größeren Städten dauert die Abstimmung 24 Stunden und wird erst am Freitagmorgen beendet werden. Die Feststellung des Endergebnisses dürfte kaum vor Freitagnachmittag zu erwarten sein. Die Wahlbeteiligung war ziemlich lebhaft, wobei aber zu bemerken ist, daß die weiblichen Wähler in auffallend geringer Zahl an den Urnen erschien sind, zum Teil, weil nur Frauen mit selbständigem Einkommen wahlberechtigt sind, zum Teil, weil nur Frauen im Alter von über 30Jahren wählen können und viele weibliche Wähler auf ihr Wahlrecht verzichtet hatten, um ihr Alter nicht zu verraten. Falls er von feiten einerdrittenMacht zu einer Aktion der im Absatz 1 bezeichneten Art gegen einen der vertragschließenden Teile kommen sollte, wird der andere vertragschließende Teil eine solche Aktion in keiner Weise unterstützen. Artikel II. Dieser Vertrag soll ratifiziert, und die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich in Berlin ausgetauscht werden. Der Vertrag tritt mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft und gilt von da an für eine Zeit von zehn Jahren. Falls der Vertrag nicht spätestens ein Jahr vor Ablauf dieser Frist von einem der vertragschließenden Teile gekündigt wird, verlängert sich seine Geltungsdauer um weitere zehn Jahre. Zur Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten diesen Vertrag unterzeichnet. Ausge- fertigt in doppelter Urschrift in deutscher und dänischer Sprache in Berlin am 31. Mai 1939. gez. Joachim von Ribbentrop, gez. Herluf Zahle. Zeichnungsprotokoll. Bei der heutigen Unterzeichnung des deutsch- dänischen Vertrages.ist das Einverständnis beider Teile über folgendes festgestellt worden: Eine Unterstützung durch den nicht am Konflikt beteiligten vertragschließenden Teil im Sinne des Artikels I Absatz 2 des Vertrages liegt nicht vor, wenn das Verhalten dieses Teiles mit den allgemeinen Regeln der Neutralität im Einklang steht. Es ist daher nicht als unzulässige Unterstützung anzusehen, wenn zwischen dem nicht an dem Konflikt beteiligten vertragschließenden Teil und der dritten Macht der normale Warenaustausch und Warentransit fortgesetzt wird. Dänemarks Vekennlnis zur Neutralität Außenminister Dr. Munch zum Berliner Abkommen. Kopenhagen, l.Juni (DNB.) Der Nichtangriffspakt »zwischen Deutschland und Dänemark wurde von Außenminister Dr. Munch dem König in einem Staatsrat und dem dänischen Reichstag zur Ratifikation vorgelegt. Vor dem Folketing erläuterte Dr. Munch in einer kurzen Ansprache Inhalt und Bedeutung des Berliner Abkommens. Er erklärte u. a.: „Die Zusage, die Dänemark gibt, geht darauf aus, daß wir im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und einer anderen Macht neutral bleiben wollen. Das ist eine natürliche Konsequenz der unparteiischen neutralen Haltung den Machtgruppen gegenüber, die allgemeine Zustimmung im dänischen Volk hat und die Dänemarks Politik in der gegenwärtigen Entwicklung ist und bleibt. Sie ist darum auch in Übereinstimmung mit der Politik, die Dänemark seit langem geführt hat. Die dänische Regierung ist der Ueberzeugung, daß das Abkommen unter den unruhigen Verhältnissen, die in der Welt bestehen, von bedeutendem Wert sein wird. Ich hoffe, daß es die allgemeine Zustimmung des Folketings findet." Das Folketing hat darauf dem Nichtangriffspakt mit 115 Stimmen gegen drei Stimmen der Kommunisten z u g e ft i m m t. Ein Abänderungsantrag der Kommunisten des Inhalts, daß ein Nichtangriffspakt mit Deutschland „nicht wünschenswert" sei, wurde gegen die drei Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Füreine gesichetteZukunfi in einem befriedeten Europa Austausch herzlicher Trinksprüche bei der Abendtafel des Führers zu Ehren Der veutsch-dänische Nichtangriffsvertrag Der so ausgesiebte Kreis von Staatsbürgern hat nicht nur Wahlrecht, sondern auch Wahlpflicht, deren unentschuldigte Nichtausübung mit einer Geldstrafe von 1000 Lei geahndet wird. Etwas über zwei Millionen Rumänen treten nach den neuaufgestellten Wählerlisten an die Urnen, das sind kaum mehr als 10 v. H. der Bevölkerung. Den höchsten Hundertsatz hat B u k a r e st mit 101 000 Wahlberechtigten auf 850 000 Einwohner, eine Folge des Umstandes- daß in der Hauptstadt das Analphabetentum nm schwächsten ist. Insgesamt sind 258 Abgeordnete für die Kammer und 88 Senatoren zu wählen, während weitere 88 Senatoren vom König ernannt werden. 530 Kandidaten für die Kammer und 180 für den Senat sind vom Direktorium der einzigen politischen Organisation des Landes, der Front der Nationalen Wiedergeburt, ausgesucht und den Wählern zur Auswahl präsentiert worden. Jede Wahlpropaganda, auch die mündliche, für einen bestimmten Kandidaten ist verboten. Die Kandidaten dürfen lediglich ein kleines Flugblatt in feftgetegtcm Format mit ihrem Bild und bis zu 100 Worten Text verbreiten. Das Land ist in elf Wahlkreise gegliedert, von denen jeder eine feststehende Zahl von Abgeordneten wählt, die wiederum gleichmäßig auf die drei obengenannten Berufskategorien verteilt sind. Durchaus ungleich ist die- Verteilung der Kandidaten auf die einzelnen Wahlkreise. Der Wahlkreis Butschetsch mit 328 000 Wahlberechtigten wählt 30 Abgeordnete, Unterdonau mit 196 000 Wahlberechtigten auch 30, Bukarest mit nur 101 000 Wahlberechtigten 24, der Wahlkreis „Meer" ((Eonftanha uh».) mit 90 000 Wahlberechtigten 15 Abgeordnete. Noch viel größer aber ist das zahlenmäßige Mißverhältnis innerhalb der drei verschiedenen Berufskategorien. Die 227 274 wahlberechtigten Angehörigen der Berufskategorie „Landwirtschaft und Handarbeit" im Wahlkreis Temesch z. B. wählen ebensoviel oder -wenig Abgeordnete wie die nur 6537 Angehörigen der Berufskategorie „Handel und Industrie" in Bukarest, nämlich je acht. Etwas überspitzt ausgedrückt, ist der politische Einfluß des einzelnen Angehörigen der Gruppe „Handel und Industrie", in Bukarest rund 35mal so groß wie der des Bauern oder Arbeiters aus dem Wahlkreis Temesch. Verschwunden von der Kandidatenliste ist die politische Klubklientel und jcner unselige Abgeordnetentyp, der zu festen Honorarsätzen Bittschristen annahm und meitergab. Außer den Mitgliedern der Regierung und einigen anberen bekannten Politikern, die sich der neuen politischen Orientierung zur Verfügung gestellt haben, ist eine große Menge von bisher unbekannten Namen in der Liste vertreten. Da auch die Listenwahl abgeschafft ist, bleibt abzuwarten, wie sich der des jugoslawischen Prinzregentenpaares. Die Ankunft der Woslawischen Gaste. DerFührer begrüßt dasPrinzregentenPaar auf dem Lehrter Bahnhof. Berlin, l.Juni. (DNB.) Am Donnerstag um 15.30 Uhr trafen Ihre Königlichen Hoheiten Prinzregent Paul und Prinzessin Olga von Jugoslawien zu ihrem Staatsbesuch auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein. Der Führer, der von Generalfeldmarschall Göring und Frau sowie von Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop begleitet war, empfing die hohen Gäste und ihre Begleitung und überreichte der Prinzessin Olga einen Blumenstrauß. Zur Begrüßung hatten sich ferner zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und führende Männer von Staat, Partei und Wehrmacht eingefunben, die dem Prinzregenten Paul und der Prinzessin Olga vom Reichsaußenminister von Ribbentrop vorgestellt wurden. Außerdem waren die Mitglieder der jugoslawischen Gesandtschaft in Berlin und Angehörige der jugoslawischen Kolonie anwesend. Bei der Ankunft waren weiterhin zugegen die diplomatischen Vertreter von Italien, Rumänien und Griechenland. Der Bahnhofsvorplatz bietet — überstrahlt von der herrlichen Frühlingssonne — ein ungemein festliches Bild. Farbenfroh leuchten von den weißen Masten die Fahnen der beiden befreundeten Nationen — das Blau-Weiß-Rot Jugoslawiens neben dem Purpurrot der Hakenkreuzbanner. Mit der Front zum Eingangsportal, von der gleichfalls vier riesige mit breiten Goldbändern geschmückte Fahnen des Dritten Reiches und Jugoslawiens herabwallen, hat ein E h r e n b a t a i 11 o n der drei Wehrmachtsteile mit einem Musikzug Aufstellung genommen. Zunächst die Ehrenkompanie des Regimentes „Großdeutschland", dann eine Ehrenkompanie der Kriegsmarine, die am 30. und 31. Mai traditionsgemäß in Berlin die Skagerrak-Wache gestellt hat, und abschließend die Ehrenkompanie der Luftwaffe. Neben dem Bahnhofseingang steht eine größere Abordnung der jugoslawischen Kolonie, z. T. in jugoslawischerNationaltracht. Punkt 15.30 Uhr kündet Helles Fanfarengeschmetter aus der Bahnhofshalle das Eintreffen des Sonderzuges. Wenige Minuten später erscheinen derFührermit dem Prinzregenten Pau l an seiner Rechten vor dem Bahnhofsportal. Brandender Jubel schägt ihnen entgegen. Tausende von Papierfähnchen in den Farben der beiden befreundeten Nationen werden grüßend geschwenkt. Der Präsentiermarsch erklingt, der Stadtkommandant von Berlin, Generalmajor Seifert, iws * z 4 /■'/./ < ML Ml w Der Führer begrüßte die Gäste in Begleitung des Generalfeldmarschalls Göring und des Reichsaußenministers von Ribbentrop. Im Vordergrund Prinzregent Paul und Generalfeldmarschall Göring. Dahinter (mit dem Rücken zum Beschauer) der Führer, der eben Prinzessin Olga begrüßt. Rechts Frau Emmi Göring. — (Scherl-Bilderdienst-M.) meldet das angetretene Ehrenbataillon. Dann schreiten Prinzregent Paul und der Führer unter den Klängen der jugoslawischen und der beutfdjen Nationalhymnen die Front der drei Ehrenkompanien ab. Inzwischen hat Prinzessin Olga vor dem Eingangsportal gemeinsam mit Frau Göring im Wagen Platz genommen. Dann folgen der jugoslawische Außenminister und der jugoslawische Hofminister, begleitet von Generalfeldmarschall Göring und Reichsaußenminister von Ribbentrop. Dann beginnt die Fahrt durch das festlich geschmückte Berlin. Zu vielen Hunderttausenden umsäumen die Berliner — die Jugend des Dritten Reiches, die HI. und der BDM. in geschlossenen Einheiten — den Fahrtweg. Zu beiden Seiten bildet die Wehrmacht das Ehrenspalier. Bis zehn Reihen tief stehen die Menschenmassen Kopf an Kopf. Vor ihnen SA., ff und NSKK., und vor diesen die Soldaten im Stahlhelm und mit aufgepflanztem Seitengewehr. Diele tausend Fähnchen in den Landesfarben des befreundeten Jugoslawien oder mit dem Hakenkreuz werden geschwenkt, und begeisterte Heilrufe zeigen dem Prinzregenten und der Prinzessin, daß die Berliner sich der geschichtlichen Be» Deutung dieser Tage bewußt sind. In die Heilrufe mischen sich die Marschweisen der längs des Fahrt« 1 NH WMD Wz- K M - »?■. M : * »^:. $ ,:W;' ' ' ■£-. '«:> : ÄM '■ ’ ar«F» >, 6 Ssl Delgm lichen festliche AeichSh au^ b< Stelle geleg „Lamm Prinzre Fried den beo der gan $uN eusrich ewiger übrig? allen i dieser komme Hungen Pinscher Das politisck loyal u gehalte abfolut trafitäj der ge Fremr zur E Die,! men ri reifen i land au den Nei ragende geogra, einandc und 3u sicht au in Eur tont, a slawisrt Diese und g „anZl ipiens-, #et3 qeMge dustA beterl'ff Seldgec iin daßA des yel standge gern Zehren komme! arbeitet derjeitll reit^ Varrno unfcto gibt W des fR Lchfennu Sus!« DieF fiavien letzten S vcrkel deutscher über lv sernwe sagen,! ©eitet wird a veriiesi ebn Bei regent vvrmitt den , Srinj Heeres schloß bie g, regent Bei So mm fert, des E sich ii einen ®efati $aul, Nm oberft den; (Eine P^äur leu9i)c hechte, Mailt Wntes vor Die Mendtafel im Hause des Führers Der Führer schreitet mit Prinz Paul die Front des Ehrenbataillons ab. — (Scherl-M.) Der Tnntspruch des Führers. Bei der Abendtafel richtete der Führer folgenden Trinkspruch an seine hohen Gäste: „Ew. Königliche Hoheit! Es ist mir eine große Ehre und Freude, Ew. Königliche Hoheit, den Prinzregenten des Königreiches Jugoslawien, und Ihre Königliche Hoheit, die Frau Prinzessin Olga, in der Hauptstadt des Deutschen Reiches willkommen heißen zu können. Ich begrüße Sie aber auch im Namen des ganzen deutschen Volkes. Denn dieses ist von Gefühlen herzlicher Freundschaft für seine Majestät König Peter II., für Ihr Vaterland und das jugoslawische Volk erfüllt. Die deutsch-jugoslawische Freundschaft ein Element der Veruhigung. entwickeln und immer enger gestalten möge. In Ihrer Anwesenheit, Königliche Hoheit, sehen wir aber auch eine freudige Gelegenheit zu einem offenen und freundschaftlichen Meinungsaustausch, der — davon bin ich überzeugt — für unsere beiden Völker und Staaten in diesem Sinne nur nutzbringend fein kann. Ich glaube daran um so mehr, als ein fest begründetes vertrauensvolles Verhältnis Deutschlands zu Jugoslawien nun — da wir durch die geschichtlichen Ereignisse Nachbarn mit für immer fest gelegten gemeinsamen Grenzen geworden sind nicht nur einen dauernden Frieden zwischen unseren beiden Völkern und Ländern sichern wird, sondern darüber hinaus auch e i n Element der Beruhigung für unseren nervös erregten Kontinent darstellen kann. Dieser Friede aber ist das Ziel all jener, die wirklich aufbauende Arbeit zu leisten gewillt sind. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Lw. Königliche Hoheit während Ihres kurzen Aufenthaltes in Deutschland ein anschauliches Bild von dem Aufbauwerk, dem Ar- beits- und Friedenswillen des deutschen Volkes erhalten, das kein anderes Ziel hat, als unter Wahrung der Grundlagen seiner Existenz und seiner natürlichen Rechte durch unermüdliche Arbeit einer gesicherten Zukunft in einem befriedeten Europa entgegenzugehen. sorge das Frauenkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes in besonderer Ausführung. Das Großkreuz des Karadjordje- Ordens für Göring B e r l i n, 1. Juni. (DNB.) Donnerstag abend be- suchte der jugoslawische Außenminister Cincar- Ma r kovi t sch den Ministerpräsidenten Generalfeld- marschall Göring und überreichte ihm im Namen und Auftrag Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Paul das Großkreuz des Kar ad - jordje-Ordens, die höchste Auszeichnung, die Jugoslawien zu vergeben hat. Unter dem Jubel der Zehntausende fuhren der Führer und sein hoher Gast durch die Reichshauptstadt zum Schloß Bellevue. Auf dem Vordersitz Obergruppenführer Bruckner. ' (Scherl-Bilderdienst-M.) Um 16.30 Uhr wird der Doppelposten auf der Empore vor dem Mittelportal des Schlosses Bellevue abgelöst. Kurze Zeit darauf fahren wieder die Wagen ___ der Freitreppe auf. Der Ches des Protokolls, Gesandter Freiherr von Doernberg, erscheint mit dem Chef des Ministeramtes des Generalfeldmarschalls Göring, Generalmajor Bodenschatz. Dann werden PrinzregentPaul, der jugoslawische Außenminister und ihre Begleitung sichtbar. Brausende Heilrufe schallen ihnen entgegen, die sie auch auf der ganzen Fahrt zur Neuen Reichskanzlei begleiten, in der sie dem Führer ihren offiziellen Besuch abstatten. Eine ^-Ehrenkompanie mit Fahne und Musik erwies dem Prinzregenten im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei die Ehrenbezeigungen. Beim Betreten des Gebäudes wurde der Prinzregent vom Die deutsche Freundschaft zum jugoslawischen Volk ist nicht nur eine spontane. Sie hat ihre Tiefe und Dauerhaftigkeit erhalten inmitten der tragischen Wirren des Weltkrieges. Der deutsche Soldat hat damals feinen so überaus tapferen Gegner sch ä tz e n und achten gelernt. Ich glaube, daß dies auch umgekehrt der Fall war. Diese gegenseitige Achtung findet ihre Erhärtung in gemeinsamen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen. So sehen wir auch in Ihrem jetzigen Besuch, Königliche Hoheit, nur einen lebendigen Beweis für die Richtigkeit dieser unserer Auffassung, und wir schöpfen deshalb daraus zugleich die Hoffnung, daß sich die deutsch-jugoslawische Freundschaft auch in Zukunft weiter Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei Dr. M e i ß n e r empfangen und zum Führer geleitet, der seinem hohen Gast in den Mosaiksaal entgegengegangen war, um sich dann mit ihm in das Arbeitszimmer zu einer längeren Aussprache zu begeben. Nach zwanzig Minuten rollte die Wagenweges aufgestellten Kapellen, ihre Musik begleitet das Prinzregentenpaar bis zum Gästehaus. Ankunst im Schloß Bellevue. Noch einmal schlägt den königlichen Gästen eine Welle des Jubels entgegen, als sie auf dem künstlerisch ausgestalteten und mit kostbarem Blattgrün und Blumenschmuck versehenen Vorplatz des Schlosses Bellevue einfahren. Die Wache des Regiments „Großdeutschland" steht unter präsentiertem Gewehr. Der Trommler schlägt den Marsch, langsam gleitet der erste Wagen mit dem Prinzregenten und dem Führer auf die Empore, dicht gefolgt von dem zweiten Wagen, in dem die Prinzessin Olga und Frau Göring sitzen. Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner heißt die Gaste des Führers herzlich willkommen und geleitet sie m den Empfangsraum. Der Führer verabschiedet sich von seinen Gästen und verläßt unter dem Jubel der harrenden Menge das Schloß Bellevue. Langsam steigt die Fahr Jugoslawiens am Sims über dem Hauptportal hoch. Statsminister Dr. Meißner und seine Gattin geleiten die Gäste dann in ihre Räume. Danach stellte der Chef des Protokolls Prinzessin Olga die Damen des ihr zugeteilten deutschen Ehrendienstes: Freifrau von Weizsäcker, Frau Lorenz und Frau von Heeren vor. Der prinzregent in der Neuen Reichskanzlei. Gegenbesuch des Führers. kolonne wieder aus dem großen Portal der Reichskanzlei heraus und biegt in die Wilhelmstraße in Richtung Unter den Linden ein. Der Besuch beim Führer ist beendet. Um 16.40 Uhr ertönt Trommelwirbel: die Wache tritt ins Gewehr. Von brausenden Heilrufen empfangen, verläßt nun der Führer die Reichskanzlei, um, begleitet von Staatsminister Dr.Meißner und dem Chefadjutanten, Obergruppenführer Brückner, im Schloß Bellevue dem Pvinzregen- ten und der Prinzessin seinen Besuch zu machen. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Führer der Prinzessin Olga als Zeichen seiner Hochachtung für ihre vielseitige segensreiche Tätigkeit im Dienste der Wohlfahrt und menschlichen Für- Seren Sie versichert, daß Deutschland und seine Regierung den Weg des Aufstieges, den das jugo- slawische Volk, getreu dem Vermächtnis des Königs A l e r a n d e r m gleicher Weise und so erfolgreich eingeschlagen hat, mit aufrichtiger Sympathie begleiten. Dieser Ihrer Arbeit gelten meine und des deutschen Volkes beste Wünsche. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf die Gesundheit Seiner Majestät des Königs Pe- ter II., auf das persönliche Glück Ew. König- lichen Hoheit und Ihrer Königlichen Hoheit, der Frau Prinzessin Olga, auf das Wohl der hohen Regentschaft und auf das Gedeihen des jugoslawischen Volkes." Die Antwort des Prinzregenten. P^'lrzregent Paul erwiderte wie folgt: „Herr Reichskanzler, die sehr herzlichen ©orte, bie Ew. Exzellenz an die Prinzessin und an mich ZU richten geruhten, haben uns tief gerührt und wir sind ihnen für dieselben sehr dankbar, wie auch für alle jene Beweise aufrichtiger und sehr liebenswürdiger Gastfreundschaft, die uns anläßlich dieses unseres Besuches im großen Deutschen Reich dargebracht werden. Ich bin davon überzeugt daß die Aufmerksamkeit, welche Ew. Exzellenz wie' auch dre Rerchsregierung und das deutsche Volk in diesen Tagen der Prinzessin und mir bezeugen, o o n d e m ganzen jugoslawischen Volke mit der probten Freude begrüßt sein wird, und sie als ein Beweis mehr von der tiefen Sympathie und der Freundschaft zwischen unseren beiden Nachbarländern dienen wird. Es ist mir ebenso sehr angenehm, die offene Herzlichkeit und das Ent- aegenfommen festzustellen, denen ich in meinem Kontakt mit Ew. Exzellenz - unter deren ent- schlossenen Führung und ständigen Direktiven das deutsche Volk in der heutigen Zeit eine der qlän. zendsten Epochen seiner Geschichte verwirklicht — sowie bei der Berührung mit den wichtigen Staats, männern des Reiches begegnete. Das jugoslawische Volk hat es auch in der Der- gangenheit verstanden alle jene schätzenswerten Eigenschaften des deutschen Volkes zu würdigen, die wenige Minuten später ergossen sich die Menschen auf den weiten Wilhelrnplatz. An der Abendtafel beim Führer zu Ehren des Prtnzregentenpaares nahmen teil: der jugoslawische Außenminister Cincar-Markovitsch, der Hofminister Antic, der Königlich-Jugoslawische Gesandte Dr. A n d r i c, der Generaladjutant H r i - st i c, die Hofdame Frau L o z a n i c, die Begleitung und der Ehrendienst des Prinzregenten und der Prinzessin, die Mitglieder der Königlich Jugoslawischen Gesandtschaft und Vertreter der jugoslawischen Presse. Von deutscher Seite waren u. a. mit ihren Damen anwesend: Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, der Reichsprotektor Freiherr von Neurath, der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, die Mitglieder der Reichsregierung und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, die in Berlin anwesenden Reichsleiter, sämtliche Staatssekretäre sowie Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Kunst und des Auswärtigen Amtes. es zu (einer Einigung und zu der kräftigen Entwicklung seines Geistes und seiner Kultur geführt haben. Das jugoslawische Volk hat nicht nur dies zu schätzen gewußt, sondern es hat in seinem eigenen Kampfe für die Vereinigung und in seiner Bemühung um den Aufbau seiner Kultur bei dem deutschen Volke ein herrliches Beispiel der nationalen Selbstzucht, der Ordnung, der Arbeit und der Schaffensfreude gefunden und findet es auch heutzutage. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien, wie auch der freund« schaftliche Kontakt derselben sind dank einer richtigen Auffassung der Lebensinteressen der beiden Nachbarvölker schon feit Jahren endgültig festgesetzt. Die glückliche Ergänzung der Wirtschaft beider Länder hat zweifelsohne zu der Erstarkung ihrer Freundschaft wesentlich beigetragen. Dieser mein Besuch ist ebenfalls e i n e Kund- gedung des entschlossenen Willens des jugoflawifchen Volkes, mit dem deutschen Volke in einer Atmosphäre des Friedens und der Freundschaft zu leben und zusammen zu arbeiten. Deshalb freut es mich sehr, daß sich in den Worten Ew. Exzellenz die noch einmal ausgedrückten feierlichen Versicherungen befinden, daß auch das große Deutsche Reich ebenso die Errichtung und Befestigung der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Iugoslawien wünscht, indem es dessen Freiheit und Unabhängigkeit, wie auch dieselben Grenzen, die uns seit dem vorigen Iahre durch dauernde Nachbarschaft verbinden, anzuerkennen gedenkt. In diesen Feststellungen sehe ich nicht nur verwirklichte Bedingungen zu der günstigen Entwickelung noch engerer Bande zwischen Deutschland und Jugoslawien, sondern auch einen schätzbaren Beitrag zur Konsolidierung des Friedens in diesem Teil Europas. Mit solchen Gefühlen erhebe ich mein Glas auf das persönliche Glück Lw. Exzellenz und auf das Wohlergehen des freundschaftlichen und großen deutschen Volkes. Auffahrt zur Abendtafel. Im Jubel der Berliner, die auch am Abend zu vielen Taufenden auf der ganzen Strecke vom Schloß Bellevue bis zum Wilhelrnplatz hin Aufstellung genommen hatten, vollzog sich zwischen 20 und 20.30 Uhr die Auffahrt der zur Abendtafel des Führer geladenen Gäste. Wagen um Wagen fuhr über den Vorhof der Alten Reichskanzlei in den Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei ein. Ein farbenprächtiges Bild, das die Schaulustigen mit regstem Interesse verfolgten, bot hierbei insbesondere die Anfahrt der Diplomaten, die zur Feier des Tages ihre Galauniform trugen. Gegen 20.30 Uhr kündete ein mit der gelben Flagge vorausfahrendes Motorrad das Nahen der königlichen Hoheiten an. Unter dem stürmischen Rufen der Massen bog der Jugoslawiens Flagge führende Wagen in den Vorgarten ein', die Ehrenwache der Flieger präsentierte unter Trommelwirbel das Gewehr. Nun wurde die Absperrung aufgehoben, und schon Oer jugoslawische Wirischafispariuer. „Der Staatsbesuch des Prinzregenten Paul in der Reichshauptstadt ist nicht nur eine Angelegenheit .wischen zwei befreundeten Regierungen oder zwi- chen zwei befreundeten Staatsmännern, sondern eine Angelegenheit der beiden Volker. Unter allen für uns in Betracht kommenden Welthandelsräumen", so erklärte der jugoslawisch^ Minister für Volkswirtschaft und Bergbau bet seinem Besuch in der Reichshauptstadt, „nimmt das Deutsche Reich einen besonderen Platz ein, da es immer schon ein Maximum von Verständnis und gutem Willen für den Güteraustausch mit unserem Zaterlande aufgebracht hat." Seit dem 1. Mai 1934 t Deutschland mit Jugoslawien durch ein Wirtschaftsabkommen verbunden. Jugoslawien ist seiner Struktur nach überwiegend Agrarland. Von einem Gebiete, das flächenmäßig fast der Hälfte des Großdeutschen Reiches entspricht, auf dem aber nur 15,4 Millionen Einwohner, d. h. 62 auf einen Quadratkilometer gegen 140 in Deutschland, leben, werden 45 Prozent landwirtschaftlich genutzt. 80 Prozent der Bevölkerung ist auch heute noch in der Landwirtschaft tätig. Die wichtigsten Anbauerzeugnisse waren bis vor wenigen Jahren Weizen und Mais. Aber seit dem Handelsabschluß mit Deutschland hat sich das Antlitz der jugoslawischen Agrarwirtschaft ebenso wie das seiner Industrie grundsätzlich geändert. Das Ziel der jugoslawischen Wirtschaftspolitik ist die Intensivierung sowohl der Landwirtschaft als die der Jndu- str-ie. Zunächst wurden neben dem Weizen- und Maisanbau, der durch die Einführung einer Reihe moderner landwirtschaftlicher Maschinen — noch vor wenigen Jahren war der weitaus größte Teil des Agrarbodens des Landes durch Holzpflüge bearbeitet worden — in feinen Hektarerträgen erheblich gesteigert wurde, neue Jndustriepflanzen eingeführt und anaebaut. Wir brauchen nur an den Anbau der Sojabohnen £u erinnern. Stark vergrößert wurde auch der Anbau von Zuckerrüben, Hanf, Flachs, Tabak und Hopfen. Ausschlaggebend für den Aufstieg der jugoslawischen Landwirtschaft aber war die Tatsache der festen Auftragserteilungen für den weitaus größten Teil der Anbauerzeugnisse durch Deutschland. Don großer Bedeutung ist übrigens in der jugoslawischen Landwirtschaft der Ob st - undWein- b au. Die G e m ü se k u l tur e n haben ebenfalls in den letzten Jahren zugenommen und Weiden und Wiesen bieten der Viehhaltung (Schafe, Schweine) günstige Grundlagen. In der ausgiebigen Geflügelhaltung fallen Eier und Federn in großem Maße an, die ebenfalls einen bedeutsamen Ausfuhrartikel darstellen. Der ausgedehnte Wald- b e st a n d des Landes, der überwiegend aus Laub- bäumen beft^t, zum Teil sehr wertvollen Holzarten, dürste sich gerade in unserer Zeit mehr und mehr noch als Exportgut bewähren. Trotz dieses vorherrschend landwirtschaftlichen i Charakters kommt auch der Industrie heute schon erhebliches Gewicht zu. In der Hauptsache l wird hier mit Rücksicht auf die reichen Bodenschätze i (®rae, Kupfer) dem Ausbau der Schwerindu- ' strre, der Förderung und Verarbeitung der eige- ' nen Erzvorkommen höchste Beachtung ge« t schenkt. Die Inbetriebnahme des Walzwerkes Se- nitza, durch die Friedrich KruppAG. in Serajewo sowie die Errichtung eines Siemens-Martin-Hoch- ofens und die Vergrößerung des Kraftwerks in Senitza zeigen, in welcher Richtung hier der Weg geht. In erster Linie ist es das Bestreben des jugoslawischen Staates, durch den Aufbau dieser Industrien eine gewisse Unabhängigkeit vom Ausland zu gewinnen. In den letzten Jahren haben auch die Textil- und Lebensmittelindustrien, die chemische Industrie, die pharmazeutische Farben- und Lackindustrie, die Leder- und Gummiindustrie, Papier- sariken und Holzindustrie erhebliche Fortschritte gemacht. Die reichen Bauxitoorkommen waren der Anlaß zur Errichtung eigener Aluminiumwerke und heute ist Jugoslawien bereits als Alumi - niumaussuhrland anzusprechen. Die Fortschritte der Textilindustrie des Landes sind so groß, daß der Bedarf des Landes an Baumwollwaren zu 90 v. H. und an Wollwaren zu 80 vom Hundert bereits aus der heimischen Erzeugung gedeckt werden kann. Für den Aufbau der jugoslawischen Industrien kommt Deutschland als dem größten Industrieland Europas eine bedeutsame Lieferrolle zu. Punkten große Dieses mit Olivenöl hergestellte Haarpflegemittel ist für jede Haarfarbe geeignet und frei von Soda. Es erfordert darüber hinaus keinerlei Nachbehandlung. Eine kluge Mutter pflegt die zarte Haut ihres Kindes regelmäßig mit der reinen, milden Palmolive- Seife, die mit Palmen- und Olivenöl hergestellt wird. 18*5 2BEUTEL 2 HAARWÄSCHEN 1 STÜCK 304 • 5 STÜCK 65-8 »KSKWSWM— ------.. — — n 1 STÜCK 304 • 3 STUCK 854 pariser Hoffnungen auf den Ruffenpakt Die yiotteniifte vezeicyner oen , * ,Pattouillen-Typ" für den ailge-1 Mannschaften sprachen. Triton-Typ als im in ge- für 35 Japanischer Vorstoß am Han-Fluß. Hongrong, 2. Juni. (Europapreß.) Ein yroß- cmgelegter japanischer Gegenvorstoß ist zur Zeit i n i er Provinz H opei, den Han-Fluß entlang, im Gange. Die Japaner sollen am Donnerstag an Aus diesem Grunde, heißt es weiter in müsse man jegliche Vorsicht bei den diplomatischen Verhandlungen mit der Sowjetunion walten lassen. „Verdacht auf Ursula" dreht. Abends fand Autoklub ein Empfang der Bavaria statt. Die „Thetis" gehört der Triton-Klasse an und wurde als zweites Boot dieser Klasse 1938 vom Stapel gelassen. Als Wasserverdrängung werden in der neuesten englischen Flottenlifte 1090 bzw. 1575 Tonnen angegeben. Die Bestückung besteht aus einem 10-Zentimeter-Geschütz und sechs Torpedorohren. Die Geschwindigkeit soll sich auf 19 Knoten belaufen. Die Flottenliste bezeichnet den bis zu 40 Mill. Fm k. übernommen, um Ausgaben des Organisationskomitees zu decken. Jungens müßen so sein. Der Reichsjugendführer befaßt sich der ,Lungen Welt" mit Briefen, in denen sich London. 2.3ttaL (Europapreß.) Die Admira- litäf befürchtet, daß die englische Kriegsflotte von einem Unterseebootsungtück heimgesucht worden ist. Sie teilte am Donnerstagabend mit, das Ünterseeboot „Thetis" fei „ein paar Stunden überfällig". Das Unterseeboot hatte vor Birkenhead Probe-Uebungen durchgeführt, nach deren Av- chluß es von der Leitung der Werft der Admiralität zur Indienststellung übergeben werden sollte. Das Doot war nach Unterwasser-Uebung getaucht und kam nicht zu der vorgesehenen Zeit an die Oberfläche zurück. Auf Befehl des Ersten Seelords und Lhefs des Flottensiabes, Sir Roger Backhaus, sind mehrere Einheiten der englischen Kriegsflotte ausgelaufen, um sich an der Suche nach der „Thetis" zu beteiligen. Alle Einheiten find mit den neuesten Untersee-Boot-Suchgeräten ausgerüstet, von denen es heißt, daß diese Apparate bis zur Stunde noch nie in einem Ernstfall eingesetzt wurden. Ihre Arbeitsweise wurde bisher von der Admiralität geheimgehalten. In Portland und Weymouth mußten die Mannschaften der auslaufenden FlotteneinheUen zum Teil aus den Kinos geholt werden. Rach den letzten Angaben sollen sich 63 Menschen a n Bord befinden, darunter 42 Mannschaften, ein Lotse und zwanzig Unterseeboot- Experten. Aus der hohen Anzahl von Unterseeboot- Experten schließen hiesige Flottensachverständige, daß es sich bei dem U-Boot um einen bisher noch nicht ausprobierten Typ handelt. her keine Anzeichen dafür vorliegen, die gegen das Wohlbefinden der eingeschlossenen Offiziere und riskieren wir eine Lage, in der wir wegen der Schweine_Settlanbs in den Kampf ziehen." 'der Zeitung, werden. * Zu Ehren der über 200 finn ischen Jager undFreirorpskämpfer,die unter Führung des Generals Valve in Berlin eintrafen, gab der Präsident der Vereinigten deutschen Frontkämpfer- verbände, Herzog von Coburg, einen Emp. fangsabenb im Haus der Flieger. GrößteZurückhaltung in Bukarest B u t a r.e ft, 1. Juni. (Europapteß.) Hebei» die Einstellung Rumäniens zu dem im Entstehen begriffenen englisch-ftanzösisch-sowjettussischen Pakt wurde an amtlicher rumänischer Stelle folgendes mitgeteilt: Rumänien will nichts als den Frieden. Es hat zu sehr unter dem Krieg gelitten, als daß es einen neuen wünschen könnte. Rumänien ist grundsätzlich allen Abkommen freundlich gesinnt, die auf die Erhaltung und Stabilisierung des Friedens gerichtet find und distanziert sich ebenso von allen Verträgen, die zum Kriege fuhren können. Es wünscht als kleines Land außerhalb aller Kontroversen und Konflikte der Großmächte zu bleiben. Weiter verlautet, Rumänien könne einen internationalen Vertrag dieser Art nur befürworten, wenn er weder direkt noch indirekt gegen Deutschland gerichtet sei. Auch wünsche Rumänien auf keinen Fall auf Grund der englitoen Garantie im Falle eines englischfranzösisch-sowjetrussischen Paktes in ein Garantiebündnis oder ein Derttagsverhältnis zu Sowfet- rußland hmemgezvgen zu werden. Auf Einladung des Reichsministeriums Dolksaufklärung und Propaganda werden deutsche Dichter eine Fahrt durch das Sudetenland nach Prag, in das deutsche Volkstumgebiet I g l a u und nach Wien unternehmen, wo die Dichter von Reichsminister Dr. Goebbels auf der Reichstheaterfestwoche empfangen Volksfront errichten. Daraus ergebe sich die" ganze Gefahr des neuen Paktes mit Moskau. „Wegen derSchweineLettlands" Englische Pressestimmen gegen Chamberlains Garantie-Politik. London, 2.Juni (Europapreß). Mit scharfen Worten drückt die größte Londoner Morgenzeitung, der „Daily Expreß", feine Unzufriedenheit mit der Garantiepolitti Chamberlains aus. Sie schreibt: „Richt nur verlangt man von uns, daß wir die baltischen Staaten verteidigen, falls sie verteidigt zu werden wünschen. Es scheint vielmehr, wir sollen für sie kämpfen, auch wenn sie s e l b st nicht kämpfen wollen. Das ist wahrhaftig 3 u ü i e l verlangt!" Es wäre besser, wenn England sich nicht auf osteuropäische Verpflichtungen eingelassen hätte. „Im vergangenen Kriege kämpften wir im Interesse der Schweine Serbiens und des Marktes für diese Schweine in Wien. Jetzt sei ihnen gelungen, den Pangtse zu überschreiten. Ihr Angriffsziel soll der 193 Kilometer yangtseaufwärts liegende Vertragshafen I t s ch a n g sein. Dieser Hafen gilt als chinesische Schlüsselstellung. Durch seinen Fall müßten die Chinesen alle zwischen Jtschang und Hankau gelegenen Städte räumen. Nieiialienischen Legionäre verlaßen Eadiz. Cadiz, 2.Juni. (Europapreß.) Bei der Einschif- fung der 22 000 italienischen Legionäre im Hafen von Cadiz hielten u. a. General Oueipo d e Llano und Innenminister S e r a n o S u n e r Ansprachen, in denen die Dankbarkeit Spaniens für die Mitwirkung der italienischen Legionäre bei der Rettung der spanischen Zivilisation vor den roten geführt werden können ober mit einem Verlust abschließen, hat der finnische Staat eine Garantie - - - ... die bracht wurde. General Queipo de Llano, der ipi Namen des Generalissimus Franco sprach, erklärte: Spanien sage den Legionären nicht Lebewohl, sondern: Auf Wiedersehen? Die beiden Völker, die sich schon mehrfach im Lause der Geschichte begegnet seien, würden sich auch künftig wieder vereint finden im Kampfe für die allgemeine Zivilisation. „Die Spanier werden den Italienern immer treu sein. Wir werden immer zur Zusammenarbeit bereit sein und, wenn es nötig ist, werden wir a n eurer Seite kämpfen. — Zum Schluß der Feier ertönten die* Nationalhymnen beider Länder. Die Sirenen der Schiffe dröhnten; im gleichen Augenblick gingen die Schiffe mit den Legionären an Bord in See. Staatsgarantie für die Olympischen Spiele 1940. Für den Fall, daß die O l y m p i s ch e n S p i e l e in fioffinfi aus iraendeinem Grunde nicht durch- Englisches Ll-Boot „Thetis" gesunken Vermutlich 63 Mann im Boot. — Bis jetzt „alles wohlauf". 2 Offiziere bereits gerettet. Die Landfrau muß entlastet werden. Das ,J)a us der Landfrau" wird einen besonderen Anziehungspunkt auf der vom 4. bis 11. Juni in Leipzia stattfindenden 5. Reichs- näbrftanbsausftellung bilden. Die der Landfrau gewidmete Sonderfchau steht unter dem Leitwort: „Vom 16-Stunden- zum 12-Stunden-Arbeitstag". Die Landftau hatte ftüher in der Hauptsache nur die ihr wesensgemäßen Aufgaben zu erfüllen, die mit ihren Pflichten als Mutter und Erzieherin ihrer Kinder zusammenhmgen. Der heute auf dem Lande herrschende Mangel an Arbeitskräften hat aber dazu geführt, daß die Landfrau nicht nur für Haus und Stall, sondern auch für H o f und Feld sorgen muß. Zweifellos muß heute die Landfrau in den klein- und mittelbäuerlichen Betrieben die größte Leistung von allen Frauen vollbringen. Der kleinbäuerliche Betrieb wird heute fast zu Dreivierteln, der groß- und mittelbäuerliche Betrieb fast zur Hälfte von der weiblichen Arbettskrast getragen. Auch auf den größeren Höfen muß heute infolge der starken Abwanderung weiblicher Arbeitskräfte vom Lande die Frau stärker als bisher eingesetzt werden. Der Arbeitstag der Landfrau wird in den Sommermonaten mit durchschnittlich 16 Stunden errechnet. Nur allzu verständlich ist es, daß eine derartige Ueberbeanspruchung der Landftau körperliche Schäden und Krankheiten zur Folge haben mutz. Hierüber in einigen Gebieten angestellte Untersuchungen zeigen ein ständiges Absinken des Gesundheitszustandes der weiblichen Landbevölkerung. Den Kampf gegen diese Erscheinung zeigt die der Landfrau aeroibmete Sonderfchau praktische Anregungen für Arbeitserleichterung und Arbeitserfparnis. Es wird auf die Bedeutung der elektrischen Kraft hingewiesen. Die zentrale Wasserversorgung wird behandelt. Kurz, die Lehrschau zeigt alles, was für die Arbeitsentlastung der Landfrau und für eine moderne Haushaltsführung in den letzten Jahren entwickelt wurde. Kleine politische Nachrichten. In Hamburg hält der Reichsverb anb beut - scher Verwaltungsakabemien.an besten Spitze ber Reichsminister unb Chef ber Reichskanzlei Dr. Lammers steht, vom 1. bis 4. Juni feine Jahrestagung ab. Im Mittelpunkt steht ber Fest- Dortrag des Reichsministers bes Innern Dr. Frick über „Entwicklung und Aufbau ber öffentlichen Verwaltung in ber Ostmark und in den subetenbeutschen Gebieten". Der Reichsprotektor in Böhmen unb Mähren, Reichsminister Freiherr von Neurath, wurde vom Führer zu einer längeren Bespre- chung empfangen. In Prag trafen 21 Kunstschriftleiter der großen Zeitungen des Altteichs ein. Sie besuchten die Filmateliers am Barranbov, wo die Bavaria den Film meinen Dienst. Die Baukosten betrugen 350 000 Pfund (etwa über vier Millionen Mark). Ueber die Ursache des Unglücks liegen noch keine positiven Feststellungen vor. Die Admiralität vermutet, daß bas U-Boot beim Tauchen auf eines ber an dieser Stelle zahlreich auf dem Meeresboben liegenden Wracks gestoßen ist und baß hierbei bie gesamten elektrischen Einrichtungen bes Schiffes zerstört worben sind. — Die Nachricht von dem Untergang bes soeben fertiggestellten U-Bootes, besten technische Bebeutung schon aus ber Teilnahme von 20 Ingenieuren an ber Probefahrt hervorgeht, hat in Lonbon Bestürzung hervorgerufen, zumal erst ganz kürzlich ein amerikanisches U-Boot neuesten Typs von demselben Schicksal betroffen wurde. Die Mitteilung, daß man wenigstens bie Lage bes Schiffes festgestellt habe, rief bei ben Angehörigen der Vermißten, die bis spät in bie Nacht bas Direkttonsgebäude ber Werft umlagerten, eine gewisse Erleichterung hervor. Die Morgenpresse, bie bie ersten Seiten mit riesigen Schlagzeilen über bie Katastrophe unb mit Bilbern bes U-Bootes bringt, weist mit Bedauern daraus hin, daß Rettungs- g l o ck e n , wie sie bei dem verunglückten amerikanischen U-Boot benutzt wurden, nicht vorhanden sind. Amtlich wirb, ben letzten Funkberichten zufolge, mitgeteilt, baß an Vorb ber „Thetis" altes wohlauf ist. Ein Kapitän unb ein Leutnant haben bas U-Voot bereits verlassen können unb befinben sich an Bord bes Zerstörers „Brazen", ber bie genaue Lage bes gesunkenen Schiffes fest- gestellt hatte. Nach einer Verlautbarung ber Abmi- ralifäf von 8.30 Uhr (Freitagmorgen) liegt bas U-Boot 14 Meilen von bem Leuchtschiff Great Ormes fjeab (Liverpool-Bucht) auf Grund. Das Heck ragt etwa sechs Meter aus bem Wasser. In ber Erklärung ber Admiralität heißt es weiter, baß bis- s»äifchen Friedens. Das Regierungsorgan „Politika" sagt, die politischen Beziehungen seien korrekt, vollkommen loyal und im Geiste bes gegenseitigen Verständnisses gehalten. Das Deutsche Reich führe eine Polittk des absoluten Verständnisses für die jugoslawische Neutralität. Der Staatsbesuch bedeute eine Kundgebung ber gegenseitigen Achtung und der gutnachbarlichen Freundschaft sowie eine Hervorhebung des Willens Mr Erhaltung guter internationaler Beziehungen. Die „Breme " schreibt, Jugoslawien fasse vollkom- nen richtig den Nutzen und die Vorteile der kultu- irllen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland auf. Es sei sich auch der politischen Rolle bes ben Reiches in der Welt und besonders seines über- mgenben Gewichtes in Mitteleuropa bewußt. Die ceographifche Lage weise die beiden Länder auf- tinänber an. Die Freunbschaft zwischen Deutschland unb Jugoslawien müsse auch in Zukunft ohne Rück- ,cht auf bie politische und ideologische Konstellation n Europa, bestehen bleiben. Auch die „Vreme" be- bnt wie sehr Deutschland Verständnis für die jugoslawische Neutralitätspolitik an ben Tag gelegt habe. Diese Politik werde übrigens allseitig verstanden innb gebilligt. Prinzregent Paul ehrt die deutschen Gefallenen. Berlin, 2.Juni (DNB. Funkspruch). Prinz- regent Paul von Jugoslawien legte am Freitag- romittag um 9.30 Uhr am Ehrenmal Unter ben Linden in Berlin einen Kranz nieder. Frtnz Paul wurde vom Oberbesehlshalber der Heeresgruppe I., Generaloberst von Bock, vom Schloß Bellevue abgeholt. Im Gefolge befand sich ine gesamte militärische Begleitung des Prinz- lEegenten. Bei seiner Ankunft am Zeughaus wurde er vom Kommandanten von Berlin, Generalleutnant S e i f- icrt, begrüßt. Nachdem der Prinzregent die Front $5 Ehrenbataillons abgeschritten hatte, begab er ich in das Innere bes Ehrenmals, um cnen Kranz zum ehrenden Gedenken ber deutschen Befallenen niederzuleaen. Hier verweilte Prinz Saul einige Zett in andächtigem Schweigen. Danach nahm der jugoslawische Prinzregent mit General- Herst von Bock und Generalleutnant Seiffert den Vorbeimarsch ber Truppe ab. Eine unübersehbare Menschenmenge imfäumte ben weit abgesperrten Platz vor dem Zeughaus, die entblößten Hauptts mit erhobenen Rechten in Stillschweigen verharrte. Das Ehren- hitmtton bestand aus je einer Kompanie bes Regimentes „Großdeutschland", der Luftwaffe und der ‘‘riegsmarine. Der große Lorbeerkranz ttägt Schlei- jm in den jugoslawischen Farben und mit bem ■Samen Paul. E. F. Paris, 2. Juni. Die Auseinandersetzungen in ber französischen Oeffentlichkeit über den Wert oder Unwert des von Frankreich und England angesttebten Paktes mit Sowjetrußland gehen weiter. Die Schärfe, mit der sich ber „Temps" gegen die in der Rede Molotows vom Mittwoch zum Ausdruck gebrachten sowjetrussischen Pakrsorderungen gewandt hat, hat große Beachtung gesunden. Trotzdem wird an maßgebenden Stellen der Eindruck aufrechtzuerhalten versucht, daß man sich auch über die Frage ber von Moskau geforderten Garantie für bie baltischen Staaten unter Umständen doch noch werde einigen können. Zunächst will man jedoch eine schriftliche Antwort M oskaus auf bie vor Pfingsten überreichten englisch-französischen Paktvorschläge abwarten, da man die Rede Molotows nicht als Antwort betrachtet. Inzwischen führt Paris selbst die Verhandlungen über die mit bem Ost-Problem sonst noch zusammenhängenden Fragen fort. Außenminister Bonnet hat am Donnerstagnachmittag den hiesigen polnischen Botschafter Lukasiewicz empfangen. Er dürfte mit ihm die gegenwärtige Stellung Polens zu der viel erörterten Frage einer etwaigen militärischen Hilfe Sowjettußlands für Polen besprochen haben. Anderseits hat der ftan- zösische Botschafter in Ankara, Mas sigli, am Donnerstag eine neue Besprechung mitdemtürkischen Außenminister gehabt, unb man versichert in Paris, den französisch-türkischen Pakt jetzt bestimmt in etwa drei Tagen unter Dach zu bringen. Diejenigen Blätter der Rechten, die schon bisher dem neuen Pakt ablehnend gegenüberstanden, fahren in ihren Warnungen gegen die Moskauer Politik fort. So sagt „Petit Journal", das Organ der Französischen Sozialpartei des Obersten de la Roque, die Kameraden vom Kreml steuerten jetzt aus ein bedingungsloses Bündnis zu, um die Möglich- feit zu haben, im geeigneten Augenblick einen allgemeinen Konflikt mit dem Endziel der Weltreoolution anzuzetteln. Die Verhandlungen wiesen keinen offensichtlichen Bruch auf, aber immer wieder könnten die Sowjets neue Bedingungen stellen, nachdem Lord Halifax einmal den Anfang mit ben Zugeständnissen gemacht habe. Im übrigen dürfe man nicht vergessen, daß es in Frankreich in Gestalt der 73 kommunistischen Abgeordneten ebensoviele Vertreter Stalins gebe, und daß vor kurzem Manuilski von ber Komintern die Forderung aufgestellt habe, man müsse in Frankreich so rasch wie möglich wieder die legentlich Elfem über irgend einen Unsinn beklagen, den eine kleine Einheit der Hitler-Jugend begangen hat. Grundsätzlich erklärt dazu der Reichs- jugendsührer, er müsse wohl als verantwortlicher Erzieher der Jugend darauf achten, daß das Gesetz der Ordnung und Disziplin, das es früher nicht gab, von ber Heranwachsenden Generation eingehalten werde, aber mit derselben Verantwortlichkeit müsse er auch dafür Sorge tragen, daß jede echte Jungenhaftigkeit, Fröhlichkeit, Humor und auch manche Streiche erhalten blieben und nicht etwa durch Ordnungsübungen gewaltsam erdrückt würden. Da er oft mit Eltern spreche, wisse er, wie dankbar sie sind, daß die nationalsozialistische Jugenderziehung bas eine und bas andere miteinander vereint, baß weder ein sturer Drill ben Jungen und Mädeln auferlegt, noch Zügellosigkeit und Verwahrlosung geduldet werden. In eigener Verantwortung bilde die Jugend heute durch ihre Erziehung beim Sport und am Heimabend Charakterfestigkeit und Leistungswillen aus und schaffe durch die natürliche Auslese eine gesunde nationalsozialistische Rangordnung im Leben. Heute ist in ber HJ.-Schar an di e Stelle der Kli qne di e große Kameradschaft gefreten. Man konnte, ein Buch schreiben über das, so sagt der Reichsjugendführer, was einst bas fieben eines jungen, Menschen ausmachte und was heute Heranwachsende Jungens und Mädels erfüllt. Sollen sie ausgelassen sein? Ich glaube, so lange sie es sind und solange sie, wenn es gefordert wird, sich ein- und unterordnen, wird das nativnalsozia^ listische Reich einh gesunde, harte Jugend heran- ziehen. Maschinen aller Art, Fabrikanlagen und gewerbliche Fertigwaren sind bie bedeutsamsten Wirtschafts- güter, die Deutschland nach Jugoslawien liefert. Nicht zu unterschätzen ist seine Rolle bei der Finanzierung ber Industrialisierung Jugoslawiens. Während England, Frankreich unb bie Schweiz sich in der Hauptsache durch Anleihebegebungen an ben reichen Bodenschätzen und Industrien des Landes, vor allem im Kupferbergbau >beteiligten, und hohe Zinssätze zugunsten bieser Geldgeber herausgearbeitet werden müssen, zeigt sich im deutsch-jugoslawischen Handelsverkehr deutlich, daß man auch ohne Gold den Wohlstand des Landes heben kann, einfach dadurch, daß das Land in- ftandgesetzt wird, seine Ausfuhren zu steigern unb seine inländischen Produktionen zu vermehren. Wie ausgezeichnet das Gegenseitigkeitsabkommen zwischen Deutschland und Jugoslawien gearbeitet hat, beweist die Tatsache, daß sich der beiderseitige Warenaustausch 1938 gegenüber 1933 b e - Ireits verdreifacht hat. Berücksichtigt man den Warenverkehr mit der Ostmark, ben Sudetenländern unb dem Protektorat Böhmen und Mähren, so ergibt sich eine noch bedeutend größere Steigerung, ^ür bie wirtschaftspolitische Orientierung des Landes spricht nichts deutlicher als die Tatsache, daß die Achsenmächte 7 0 v. H. der jugoslawischen Ausfuhren aufnehmen. Die Freundschaft zwischen Deutschland unb Jugo- ilamien zeigt sich weiterhin auch in dem in den !etzten Jahren nicht unerheblich gestiegenen Reise- »e r k e h r. Bereits 1937 hatte sich die Zahl der deutschen Besucher Jugoslawiens mit 68 545 gegenüber 1933 verdreifacht, 1938 stiegen bie Zif- crn weiter an, und mir dürfen ohne Uebertreibung ogen, daß im laufenden Jahre sich die Steigerung »eiter fortsetzen wirb. Die politische Freundschaft Dird auf diese Weise mehr und mehr auch zu einer vertieften Freundschaft der Völker. Das Scho in Belgrad. Belgrad, 2. Juni (DNB. Funkspruch). Die ■ Selgraber Blätter stehen im Zeichen der ausfichr- Ichen und begeisterten Berichterstattung über ben östlichen Empfang des Prinzreaentenpaares in ber ^eichShauptstadt. In ihren Schlagzeilen heben sie ins dem Trinkspruch bes Führers die Stelle hervor, die von den für immer fest- belegten gemeinsamen Grenzen spricht. 'Samouprava" erklärt, Deutschland begrüße den firinzregenten Jugoslawiens ckls den Botenbes Friedens und ber Freundschaft. Durch !en begeisterten Empfang beweise Deutschland vor ^er ganzen Welt die Herzlichkeit seiner Beziehungen u Jugoslawien. Jugoslawien sei nur von bem einen rufrichtigen Wunsche erfüllt, mit Deutschland in wiger Freundschaft zu leben, wie auch mit allen ihrigen Nachbarn. Jugoslawien bleibe neutral in illen ideologischen Auseinandersetzungen und sei in dieser Hinsicht Mit den übrigen Balkanstaaten vollkommen einig. Gute deutsch-jugoslawische Beziehungen seien ein Erfordernis bes allgemeinen eurv- 11111 = s fml Saum zu A iftrie- ie zu go. n - ills ben lüft, igtn i in men ld« aub» loh' und ichen jeute ftche W du- eige» i r Se- ijemo hoch- s in Weg ugo- Äu- ilanb ch die milche Lack- apier« te gerate r b e i n u« d!«■ a-d-« ffti Ann am im tationsstätte des Reiches geworden ist. die die der Das amerikanische Repräsentantenhaus genehmigte 6 600 000 Dollar zur Modernisierung mehrerer Schlachtschiffe, weiter etwa 100 Millionen Dollar zum Ankauf von Kriegsmaterial. Seiner jetzigen Bestimmung ist das Schloß Bellevue schon frühzeitig dienstbar gemacht worde'n. 1804 weilte Schiller hier als Gast des Prinzen Schloß Bellevue, -as Gästehaus der Reichsregierung. Zum Staatsbesuch des Prinzregentenpaares von Jugoslawien in Berlin. Deutschland begibt. Botschafter Ott veranstaltete einen Empfang mit Filmvorführungen, zu dem 250 Vertreter der Regierung und des öffentlichen Lebens sowie der Partei und der deutschen Gemeinde erschienen waren. Die Verhaftung des britischen Militärattaches bei der Botschaft in China wird vom englischen Kriegsministerium bestätigt. Die Verhaftunng sei in Kalgan erfolgt. Beratungen über einen englischen Einspruch bei den japanischen Behörden seien im Gange. In Kalkutta wurden drei Todesurteile acht lebenslängliche Verbannungen und fünf Gefängnisstrafen ausgesprochen für den Mord an dem englischen Verbindungsoffizier Masor R. L. B a z a l g e t t e , der im Januar vor dem Maharadscha-Palast in Rapur in Süd-Bengalen von einer indischen Volksmenge zu Tode geprügelt worden war. Schloßherrn, der als einiges Mitglied der preußi- chen Königsfamrlie in Berlin geblieben »ar. ©€* chichtlich bedeutsame Namen, wie der französische Publizist Abbe S i e y e s, der die französische Revolution mit auslöste, oder Clausewitz, sind im imaainären Gästebuch des Schlosses zu finden, das eit der zweiten Hälfte des 1^-Jahrhunderts mehr und mehr der Aufenthaltsort für fremde Furftlich- keiten wurde, die zu Besuch in Berlin weilten. Die zierlichsten Züge dürsten in die Annalen des Schlos- es die jungen Bräute der Hohenzollern eingetragen haben, die seit 1854 von Bellevue aus ihren Einzug in Berlin hielten. Den buntesten Anblick mögen seine gastlichen Räume geboten haben als genau vor fünfzig Jahren, viel bestaunt, der o ch o h von Persien mit seinem prächtigen Ge.olge hier abgestiegen war. Das Schloß in neuer Gestalt. Nach seinem bereits seit Januar währenden Urlaub ist der Genfer Kommissar, Professor Burckhardt, nach Danzig zurückgekehrt und hat nach einem Besuch beim Senatspräsidenten Greiser auch Gauleiter F o r st e r aufgesucht und die auch früher gepflogene Aussprache fortgesetzt. Der rumänische Außenminister G a f e n c u wird sich nach dem Restaurationsfest am 6. Juni zu offiziellen Besuchen nach Ankara und Athen begeben. Eine portugiesische Flotten-Mission von sechs Offizieren unter Führung von Fregattenkapitän Ramos hält sich in England auf, um über den Fortschritt des englischen Bauprogramms unterrichtet zu werden. Das litauische Kabinett hat die Einführung eines freiwilligen Arbeitsdienstes beschlossen, der schon im Sommer dieses Jahres organisiert werden soll. Da durch die Abtretung des Memelgebietes die Mittel für öffentliche Arbeiten vor allem auf dem Gebiete des Verkehrswesens nicht in dem geplanten Umfang bereitgestellt werden können. Durch den Einsatz des Arbeitsdienstes soll diese Lücke ausgefüllt werden. Nach vierwöchiger Reise durch Japan, Korea, Mandschukuo und Nordchina, wobei 8500 km Reisestrecke mit Eisenbahn, Schiff, Kraftwagen und Flugzeug zurückgelegt wurden, kehrte die deutsche Pressedelegation nach Tokio zurück, von wo sie sich über San Franzisko und Neuyork nach Die Umgestaltung von Haus und Park für die veränderten Ansprüche des Dritten Reichs hielt die geschichtlichen Erinnerungen architektonfich und tilistisch im Gesamtcharakter fest, zeichnete aber mit taktvoller Hand die Züge unserer Zeit em. Profes- or Baumgarten, der an den Umbauten des Deutschen Opernhauses und des Schiller-Theaters in Berlin sowie an den Neubauten der Theater in Saarbrücken und Augsburg feine aeftaltende Kraft und modulierende Einfühlungsfähigkeit bewiesen hat, leitete Licht in die Zimmerflucht und holte dadurch Tapetenmuster, Möbelformen und Gobelin- arben heraus./Obwohl die Atmosphäre. des ausklingenden 18. Jahrhunderts weitgehend erhalten worden ist, blieb in den Einzelheiten von Ausstattung und Einrichtung wenig so, wie es stüher war. Stühle aus dem Neuen Palais in Potsdam, restaurierte mythologische Gemälde aus der Dircksen-Stif- tung, Tischplatten mit kostbaren* Einlegearbeiten, alte Uhren mit gemalten Zisterblättern wurden von den verschiedensten Stellen zusammengetragen und hier wieder in den Dienst der lebendigen Wirklichkeit gestellt. Das Ganze ist von Hellen, von Grau bis Braun reichenden Farben umspielt und in den eigentlichen Wohnräumen mit allem Komfort neuzeitlicher Technik diskret ausgestattet. — drei Vierteljahren ist — wenig bemerkt im großen Umbau Berlins — ein kostbares Haus entstanden, das mit seiner edlen Durchdringung von Vergangenheit und Gegenwart eine wahrhaft festliche Repräsen- Von Tunis kommend traf der Kaiser von _ Flugzeug auf dem Marseiller Flugplatz ein. Er will sich in Frankreich von einem Jagdunfall erholen, den er vor einigen Wochen erlitten hat. Aus alter Wett. Erfolgreicher Roman des Gießener Anzeigers wird verfilmt. „ Fogg bringt ein Mädchen mit" heißt ein neuer Ufa-Hilm, den Carl B o e f e inszeniert und dessen Hauptrollen von Ilse Werner und Hans Stüwe dargestellt werden. An der Kamera steht Werner Bohne. In diesen Tagen wurde in der Gegend von Passau mit den Außenaufnahmen begonnen. Der Verfasser des gleichnamigen Romans, der seinerzeit mit großem Erfolg im Gießener Anzeiger erschien, ist Walther Kloepffer; von ihm stammt auch der kürzlich bei uns veröffentlichte Roman „Das Mädchen Maxie". Elektrotechniker tagen in Wien. Der Verband Deutsche^r Elektrotechniker im NS.-Bund Deutscher Technik und die Fachgruppe Energiewissenschaft des NSBDT. veranstalten ihre Jahrestagung in Wien. In wissenschaftlichen Vorträgen wird das ganze Gebiet der Elektrotechnik behandelt. Zunächst stand die Fernmeldetechnik zur Debatte, zu der nicht nur Telephon und Telegraph gehören, sondern auch die modernen Fernschreioer, Signal- und Zeichengeber aller Art, Feuermelde- und Luftschutzwarnanlagen größerer Leistungsfähigkeit wird gleichfalls wirt* chaftlicher gearbeitet. Sehr interessant waren die Erträge über Lichttechnik. Dabei wurde zusammen, fassend über die neuzeitliche Anwendung der Uttra violettstrahlung in Technik und Medizin gesprochen, die nicht nur desinfiziert, muffiges Getreide ent* dumpft, Lebensmittel „vitaminifiert , sondern auch Ekzeme aller Art, Lupus und chirurgische Tuberkulosen in bestimmten Fällen zur Heilung bringen kann. Generalleutnant a. D. v. Vodelfchwingh f. Der frühere Kommandeur des 2. Hannoverschen. Dragoner-Regiments in Lüneburg, Generalleutnant a. D. Dietrich von Bodelschwingh, ist verlor b e n. Er war von 1919 ab Kommandeur der „Heidedragoner", die er bis zum 1. April 1914 führte. Dann wurde er mit der Führung der 25. Kavallerie- Brigade in Darmstadt beauftragt. 1916 wuroe er als Generalmajor Kommandeur der 44. Landwehrdivision und 1917 Kommandeur der 7. Kavallerie-Division, die er bis zum Kriegsende führte. In den letzten Jahren lebte er auf seinem kleinen Besitztum in Falkensten im Taunus. An der Einweihung des Denkmals für die gefallenen Kameraden feines alten Regiments, die am Pfingstsonntag stattfand, konnte er nicht mehr teilnehmen, da ihn eine Krankheit ans Bett fesselte. Eisenbahnunglück in England. Der D-Zua von King's Lynn (Norfolk) nach London hat am Donnerstagmittag in der Nähe von Hil- gay, 15 Meilen von King's Lynn, einen Lastwagen erfaßt und ist anschließend auf einen Güterzug ge- fahren. Dabei wurden drei Frauen getötet und etwa 16 Herfonen schwer verletzt. Der Zug war bet einem Bahnübergang auf einen mit Stroh beladenen Lastwagen gefahren. Infolge des Zusammenpralls engleisten die Lokomotive und ein Teil der Wagen. Von diesen stürzten einige um und fielen auf Güterwagen, die auf einem Nebengleis standen. Der Lastwagensahrer kam mit einem gebrochenen Arm davon. Vor den Augen der Ellern tödlich verunglückt. In Eitelborn bei Montabaur ereignete sich ein schwerer Unfall, dem der siebenjährige Kurt Neid zum Opfer fiel. Der Junge befand sich in Begleitung seiner Eltern, als er plötzlich noch einmal ein kurzes Stück Weg zurücklief, um einen Weidenstock zu schneiden. Dabei überquerte er die Straße Neuhäusel— Bad Ems. Ein in schneller Fahrt ankommender Per- sonenwagen erfaßte den Jungen und verletzte ihn derart, daß der T o d auf der Stelle eintrat. Wetterbericht Die Wetterlage Deutschlands wird im wesentlichen noch immer durch das starke westeuropäische Hochdruckgebiet bestimmt, das mit einem Kaltluftvorstoß aus Nord erneut einen kräftigen, weit nach Osten reichenden Ausläufer entwickelt hat. Eine wesentliche Umgestaltung der Wetterlage und mit ihr der bei uns herrschenden Witterung ist noch nicht zu erwarten. . . Vorhersage für Samstag: Meist heiter und trocken, Mittagstemperaturen über 20 Grad. Lebhafte Winde aus Nord bis Oft. Vorhersage für Sonntag: Fortdauer der meist heiteren Witterung. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. ; Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« > schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: , Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; - für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst : Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. ' Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den ! Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: • 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts« i brutferei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen, i Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. • Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, j Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis« t liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. meisters Friedrichs des Großen, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, um nach mehrfachem Wechsel 1784 in die Hände des Prinzen Ferdinand zu gelangen. Er, der jüngste Bruder Friedrichs des Großen, ließ durch den Architekten Boumann Schloß und Park anlegen, die sich bestimmungsgemäß an die Wörlitzer Gartenarchitektur E r d - mannsdorss in Dessau anlehnten. Daß die Berliner schon damals so spottlustia wie heute gewesen sind, bezeugen die kritischen Verse, mit denen das im Tiergarten lustwandelnde Volk die künstlichen Hügel, Grotten, Teiche und Statuen kommentierte: Größe und Macht des Reiches verpflichten die Regierung zur Repräsentation, zur anschaubaren Darstellung ihres politischen Gewichtes. Die neue Reichskanzlei ist durch die Monumentalität ihrer Anlage und den Glanz der Ausstattung bestimmt, die Würde des Staatsoberhauptes und der politischen Führung im Großdeutschen Reich vor Volk und Ausland sichtbar zu verkünden. Takt und Gastlichkeit gebieten, auch den hohen Persönlichkeiten, die in diesen imposanten Räumen geselligen Umgang und politische Aussprache mit den führenden Mannern Deutschlands pflegen, eine angemessene Häuslichkeit für die Tage ihres Berliner Aufenthalts bereitzustellen. Zu diesem Zweck ist künftig das Schloß Bellevue i m T i e r g a r - ten Berlins ausersehen worden. Prinzregent P a u l v o n I u g o s l a w i e n wird mit seiner Gattin und seinen Begleitern der erste sein, der in dem umgebauten, aufs würdigste hergerichteten G ä st e - haus der Reichsregierung Wohnung nimmt. Bis in die letzten Tage haben Künstler und Handwerker an der Ausstattung des Schlosses gearbeitet. Nun bietet es sich den hohen Besuchern des Reiches als eine ebenso ruhige wie verkehrstechnisch bequem im grünen Herzen der Hauptstadt gelegene Wohnung dar, die Behaglichkeit mit Schönheit, modernste Wohnkultur mit geschichtlichen Erinnerun- gen vereinigt. Don der Maulbeerplantage zum Königsschloß.. usw. Gegenstand der Vorträge waren auch die neuen Werkstoffe und das Streben nach größtmöglicher Deoisenfreiheit. Auch durch vermehrte Ausnutzung , erwies oayre- -u e i i. uuh uvuDi«.u, - vorhandener Einrichtungen lassen sich Devisen ein- Besitz des Bau- le an machte einen Besuch bei dem 76jährigen lsparen. Durch den Einsatz neuzeitlicher Gerate mit Es wird hier jedermann gebeten, Die Berge ja nicht platt zu treten, Auch dürfen keine Hunde laufen. Sie könnten leicht den See ausfaufen. So unbescheiden wird wohl niemand sein, Zu stecken einen Felsen ein. In diesem fürstlichen Idyll hat Prinz Louis Ferdinand, der bei Saalfeld den Heldentod gestorben ist, seine Jugend verbracht. Voll seinem jüngeren Bruder, dem Prinzen August, der in den Freiheitskriegen die preußische Artillerie befehligte, übernahm dann König Friedrich Wilhelm IV. Bellevue in Kronbesitz. Don 1847 an diente es den preußischen Königen zu Residenzzwecken — bis zu jener verhängnisvollen Unterredung zwischen dem letzten deutschen Kaiser und General Ludendorff, die am 26. Oktober 1918 in Bellevue stattfand und mit der Entlassung des Generalquartiermeisters endete. Das Gästehaus der Hohenzollern. Bis in die Zeit des Solüatenkönigs reicht Ueberlieferung dieses Grundstücks zurück. Einer französischen Emigranten, die von Friedrich Wilhelm I. wegen ihres Gewerbefleißes besonders gefördert rourben, hat 1717 hier an der Spree eine - - - - -, ■«,' uni»/« Maulbeerplantage angelegt, die sich wirt- Ferdinand. Em Jahr spater kehrte Z a r A le x a n schaftlich freilich als ein Fehlschlag erwies. Jahre- der I. von Rußland hier em und auch Napo lang war das Anwesen dann im ------- Reiseartikel Reisetaschen Reisedecken Reisekissen Reiseschuhe | Vermietungen | Z-ZillMl- MUNN (Mansarde) mit großer Küche zu sofort zu vermieten. Schriftl. Anfragen unter 02746 an den Gießen. Anzeig. Stellenangebote! Saubere Leder-Becker Bahnhofstr. 16. Mm für sofort gesucht Ludwigftr. 40 I. leine Zeugnisse in ürschrlll um beim nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bet- legen l — Lichtbilder undBewerbungSunter- trgen müssen zur Ver- Meldung von Berlusleu aus der Rückseite Namen und Anschrtst de» Bewerbers trauen I Suche f. 15. Juni oder 1. Juli tüchtiges Zimmers mäddien Zweitmädchen vorhanden. [4oosD Dr. Weyl Liebigstraße 32. Wir suchen für sofort oder später jüngere Kontoristin für Schreibmaschine und Stenographie. (Siastontot Wr. M K.G., Metzen. 3997V Edgar BORF MANNS Gießen, Neus?, t 5-7, Ruf 4165 u.4156 Bekanntmachung. Betrifft: Oeffentliche Erft-Impfung für die in Gießen (ohne Stadtteile Wieseck und Klein-Linden) wohnhaften Kleinkinder aus dem Geburtsjahr 1938 mit Familiennamen (Anfangsbuchstaben) H bis Z. Nachdem ein Impftermin für die im Kalenderjahr 1938 geborenen Kinder mit Familiennamen (An- angsbuchstaben) A bis G stattgefunden hat, werden weitere öffentliche Impftermine ür alle übrigen noch nicht erftgeimpften Kleinkinder des genannten Geburtsjahrgangs wie nachstehend anberaumt: 1. für Kinder, deren Familienname mit H bis K anfängt: Impfung: Mittwoch, 31. Mai 19391 jedesmal von Nachschau: Mittwoch, 7. Juni 1939 f 15 bis 16 Uhr Impflokal: Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße. 2. für Kinder, deren Familienname mit L bis R anfängt: Impfung: Donnerstag,!.Juni 19391 jedesmal von Nachschau: Donnerstag, 8.Juni 1939 J 15 bis 16 Uhr Jmpftokat: Turnhalle der Schillerfchule, Schillerstraße. 3. für Kinder, deren Familienname mit 8 bis Z anfängt: Impfung: Montag, 5. Juni 1939 | jedesmal von Nachschau: Montag, 12. Juni 1939 f 15 bis 16 Uhr Impflokal: Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße. Kleinkinder aus früheren Geburtsjahren (1937 und vorher), ebenso von auswärts zugezogene Kinder, die noch nicht er st geimpft sind, können noch zu den obigen Terminen gebracht werden. Die Eltern und Pflegebefohlenen der obenbezeich- neten Kinder werden aufgefordert, die Kinder pünktlich zu obigen Impfterminen zu bringen, andernfalls Strafanzeige erfolgen muß. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Kinder und ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, und daß Kinder aus Häusern, in denen z. Zt. ansteckende Krankheiten bestehen, zur Impfung nicht zugelassen werden können. In Fällen letzterer Art ist ärztliche Bescheinigung dem staatlichen Gesundheitsamt Gießen, Wilhelmstraße 59, vorzulegen. Gießen, den 25. Mai 1939. 3882C Der Oberbürgermeister. 2. V.: Vogt, Beigeordneter. Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! Die Wäsche kann sich sehen lassen Sch-155a Pein, frisch, duftig durch Dr.Thompsons SchwanMMr Paket 22 Pfg. Doppelpaket nur40Pfg. Suche sofort tüchtigen, zuverlässigen f 39820 SllWW für Lastwagen und Omnibus, möglichst mit Klasse II, z. sofortigen Eintritt. Martin Eetnnonn Kraftfahrzeuge Hungen Ruf 106. Zur Unterstützung im Haushalt wird Mädchen oder jüngere Sraii halbtägig gesucht Aulweg 58 bart. Telefon 4326 Ecke Wilhelni- stratze. <02744 Geburtsanzeigen I bei Brühl, Gießen Von groß. Landesvroduktenband- lung wird ein tüchtiger, befähigter Buchhalter mit Abschluß-Kenntnissen gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen an Philipp Klein, Wetzlar Getreide-, Futter- u.Düngernittel- handlung, ^elevhon j>183. und Mitteldeutschland ist mit 16 bis 18 Grad „normal" zu rechnen, Westdeutschland erwartet allgemein 17 Grad bzw. in den Niederungen am Rhein 18 Grad, doch müssen die norddeutsche Ebene und insbesondere die Küstenstriche im Juni hinsichtlich ihrer Wärmeansprüche noch bescheiden sein, mehr als 16 Grad Tagesdurchschnitt ist normal nicht gestattet. An der See erhält das Wasser im Juni — sofern er sich gleich zu Beginn mit Normalwärme einführt — badefähige Temperaturen, ebenso treten die Hochlagen der deutschen Mittelgebirge, die im vergangenen Mai teilweise noch nachwinterlich kalt waren, nunmehr in das sommerliche Stadium. Hoffen wir nun an der Schwelle des Monats, daß das Wetter, auf das man in den letzten Wochen weidlich und diesmal wirklich mit Grund geschimpft hat nun endlich jene Gestalt annimmt, die wir mit Fug und Recht als Bewohner des gemäßigten Klimas vom ersten Sommermonat erwarten können. Beschaffung von Lustschuhgerät ist Pflicht. Zwei neue Verordnungen. — Für Hausbesitzer und Mieter sehr wichtig. Dank dem Gemeinschaftssinn der Volksgenossen und der Aufklärungsarbeit des Reichsluftschutzbundes sind im ganzen Reichsgebiet heute schon Tausende von Häusern und andere Luftschutzgemeinschaften mit Geräten ausgestattet, wie sie zur Durchführung des Selbstschutzes erforderlich sind. Darüber hinaus bestanden in vielen Luftschutzorten bereits polizeiliche Anordnungen, durch die die Beschaffung derartigen Gerätes den Hauseigentümern zur Pflicht gemacht wurde. Ieht ist im Reichsgefehblall die Siebente Durchführungsverordnung zum Luftfchuhgefeh veröffentlicht worden, die die Pflicht zur Beschaffung von Selbstfchuhgeräl auf das gesamte Reichsgebiet ausdehnt, und zwar für alle Häuser, die nach den gesetzlichen Vorschriften unter die Enl- rümpelungspflicht fallen. Das Wesentlichste dieser Durchführungsverordnung ist nicht in der Einführung des gesetzlichen Zwanges, sondern vielmehr darin zu sehen, daß durch sie eine für das ganze Reichsgebiet einheitliche Regelung geschaffen worden ist. In einem besonderen Anhang ist nämlich das zur Ausstattung einer Luftschutzgemeinschaft erforderliche Selbstschutzgerät im einzelnen festgelegt worden. Bei der Zusammenstellung dieses Gerätes ist, wie die Durchführungsverordnung deutlich besagt, weitestgehend auf bereits vorhandenes Gerät zu- rückzugreifen, wie z. B. Wasserbehälter, Schaufeln usw., die auch nach der bisherigen Gepflogenheit bei Luftschutzübungen aus den Haushaltungen der Mieter bereitgestellt worden sind. Der Hauseigentümer ist für die vollzählige Bereitstellung und dauernde Gebrauchsfähigkeit des Selbstschutzgerätes verantwortlich. Er hat auch gegebenenfalls die Kosten der Gerätebeschaffung zu 'tragen. Wichtig ist ferner, daß durch diese Siebente Durchführungsverordnung alle für den Selbstschutz heran- gezogenen Personen (Luftschutzwarte und sonstige Selbstschutzkräfte) verpflichtet sind, ihre persönliche Ausrüstung selbst zu besorgen. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Beschaffung der Volksaasmaske (VM). Bezüglich der übrigen Ausrüstung soll ebenfalls in weitestgehendem Maße auf bereits vorhandene und geeignete Gegenstände zurückgegriffen werden. Durch diese Bestimmung will der Gesetzgeber vermeiden, daß dem, einzelnen in der Erfüllung seiner Luftschutzdienstpflicht besondere Ausgaben entstehen. Außer der Siebenten Durchführungsverordnung, die die Beschaffenheit von Selbstschutzgerät anordnet, ist in der gleichen Nummer des Reichsgesetzblattes noch die Achte Durchführungsverordnung zum Luft- schutzMetz (Verdunkelung) veröffentlicht worden. Sie betrifft die Verdunkelungsmaßnahmen. Auch hier ist wieder wesentlich, daß durch die Durchführungsverordnung keine neuen Vorschriften geschaffen, sondern lediglich die innerhalb des Reichsgebietes für jede einzelne Luftschutzübung erlassenen polizeilichen Verordnungen durch eine reichseinheitliche Regelung abgelöst werden. Die Frage der Verantwortlichkeit und der Kostenregelung ist so gelöst worden, daß derjenige, der in dem für die Verdunkelung in Betracht kommenden Bereich die tatsächliche Gewalt ausübt, auch die Verantwortung für die Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen innerhalb dieses Bereiches und damit auch die kosten zu übernehmen hat, d. h. für die Verdunkelung der Mietwohnung ist der Mieter, für die Verdunkelung des Hauses der Hauseigentümer oder der Hausverwalter, für die Verdunkelung eines Fahrzeuges der Fahrzeughalter usw. verantwortlich. Ferner werden durch die Achte Durchführung^ Verordnung dauerhafte und jederzeit verwendungs- fähige Verdunkelungsmittel vorgeschrieben. Teil II dieser Durchführungsverordnung enthält wichtige Vorschriften und technische Einzelheiten über Art und Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen für die Außen- und Jnnenbeleuchtung, insbesondere auch solche, die sich mit der Verdunkelung der 23er- kehrsbeleuchtung, Verkehrszeichenbeleuchtung und der Fahrzeuge befassen. SA.-Epott: „Dienst am Volk." Feierliche Vereidigung der Wettkämpfer des Standarten-Sportfestes. Dem Sportfest der SA.-Standarte, bas am kommenden Sonntag 550 Wettkämpfer im Ringen um die Siege sehen wird, geht am Samstag (21 Uhr) eine Feierstunde voraus, die eine würdige Einleitung für den Großkampftag der Kameraden unserer SA.-Standarte 116 darstellen wird. Die teilnehmenden Wettkämpfer treten zunächst an der Bergkaserne an, um gemeinsam zum Brandplatz zu marschieren. Ein Ehrensturm mit den Fahnen wirb dort Aufstellung nehmen und kurz vor Beginn der Feier werden 50 Kameraden im Sportdreß einlaufen und als Fackelträger der Feier den besonderen äußeren Rahmen geben. Der Musik- und Spielmannszug wirken mit. Sturmführer Muth wirb sodann eine Ansprache halten, in der er den tieferen Sinn des SA.-Stanbarten-Sport- tages umreihen wirb. Anschließend werden bie Wettkämpfer unter feierlicher Formel vereidigt werben. Ein Kamerad aus dem Kreist der Wettkämpfer wirb für alle den Schwur ablegen. Mit der Führer-Ehrung, den Nationalhymnen und dem Großen Zapfenstreich wirb die Feier ihren Abschluß finden. So wie der Standarten-Sporttag feierlich eröffnet wirb, so wirb er auch in würdiger Weise beschlossen werben. Die Siegerehrung findet am Sonntag um 17 Uhr auf dem Universitätssportplatz statt. Zu dieser Siegerehrung und Abschlußkund- gebung werden sämtliche Stürme des Standortes Gießen antreten. Selbstverständlich marschieren auch sämtliche Wettkämpfer auf. Der Spielmanns- unb Musikzug werden die Feier umrahmen. Die siegreichen Wettkämpfer und Mannschaften werben mjt wertvollen und schönen Ehrenpreisen bedacht. Die SA.-Standarte 116 lädt die Bevölkerung unserer Stadt zum Standarten-Spoxtstst herzlich ein. Mit diesem Sporttag soll ein breiter Kreis Gelegenheit erhalten, sich von der tatkräftigen Arbeit innerhalb der SA. zu überzeugen. Der Eintrittspreis — die gelöste Programmkarte gilt für sämtliche Veranstaltungen — ist so gehalten, daß jedermann dem Sportfest beiwohnen und erkennen kann, daß die Arbeit der SA. auf dem Gebiete des Sportes ein „Dienst am Volk" auf breiter Front ist. Aufruf derKreisleilungMetterau Am 3. und 4. Juni findet in Gießen der Sporf- f a g der SA. -Standarte 116 statt. 2Hcn- fchenformung im Sinne des Nationalsozialismus ist die ewige Aufgabe der SA. Das feststehende Ziel des SA.-Sportes und des SA.-Wehrfporkes ist es, Menschen zu erziehen, die körperlich wehrhaft und geistig wehrwillig sind. Wenn in diesen Tagen die Stadt Gießen im Zeichen der Sturmabteilungen Adolf Hillers steht, dann wollen die SA.-Männer Zeugnis davon ablegen, wie sie zielbewuht sportlich arbeiten. Gestählt durch den SA.-Sport und den SA.-Wehrsport, wird der Deutsche seinen Körper wieder so formen, wie es unserer seelischen und völkischen Einstellung entspricht. Die Gießener Bevölkerung wird ausgefordert, ihre Verbundenheit mit den Männern der SA. durch reiche Beflaggung der Häuser und rege Teilnahme an der sportlichen Leistungsschau kund- zutun. ASDAP.» Kreisleitung Wetterau. Der Kreispropagandaleiter. VOM.-Untergau 116 Gießen. Behr. Reichssportwettkämpfe der Mädel. Am Sonntag, 4. Juni, treten alle M.- und BDM.« Werkgruppen des Standortes Gießen wie folgt an? M. 1/116 und 2/116 und 2a/116 pünktlich um 8 Uhr an der Volkshalle. M. 3/116 und 4/116 pünktlich um 9 Uhr an der Volkshalle. BDM.-Werk la/116 und 3a/116 und 4a/116 pünktlich um 10 Uhr an der Volkshalle. BDM.-Werkgruppe 4a, Werkfchar. Am Sonntag, 4. Juni, treten alle Mädel der Werkschar um 7.45 Uhr mit Turnzeug auf dem Lubwigsplatz zu den Sportwettkämpfen an. Entschuldigen sind schriftlich an die Führerin zu richtem Berlin C 2» oder durch Mach’ mit! FEX WW gemäß wette Grenzen gezogen; neuen oem « tarnen Musik und Schrifttum zur Gettung, und auch ~Muck BenaKkns rituelle Anlässe (Weihnachten, der Heldengedenktag,! Schwindel der Welt von Stolz. (Auch Benatzkys Das Gießener Gtadtlheater in der Spielzeit 1938/39. Rückblick und Ausblick. Mit dem Ende des Monats Mai hat das Gießener Stadtcheater seine Spielzeit 1938/39 beendet, die am 28. September v. I. mit einer Neueinstudierung von Shakespeares „Sommernachtstraum" eröffnet wurde. Es erscheint an der Zeit, nachdem nun der Vorhang bis auf weiteres zum letzten Male gefallen ift, in einem zufamrnenfasstnden Rückblick die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit noch einmal zu überschauen. Eine im letzten Programmheft dieser Spielzeit veröffentlichte, vom dramaturgischen Büro aufgestellte Uebersicht ergibt in Zahlen folgendes Bild. Es fanden in der Spielzeit 1938/39 im ganzen 276 Veranstaltungen statt, und zwar: 96 Vorstellungen in den Tagesmieten, 64 Vorstellungen außer Miete, 16 Morgenve^anstaltungen, 6 Orchester- konzer'te, 30 Vorstellungen in Bad-Nauheim, 22 Veranstaltungen an anderen Orten, 8 Vorstellungen für den Theaterring der Hitler-Jugend, 6 Vorstellungen für die Wehrmacht, 13 Vorstellungen für die N^.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", 7 Vorstellungen für ,Kraft durch Freude" Wetzlar, 3 Vorstellungen für die NS.-Kriegsopferversorgung und 5 Sonderveranstaltungen. sonders hervorgehoben. Die Oper, die sich nach wie vor außerordentlichen Zuspruchs erfreut, brachte „Fidelio" von Beethoven, „Spanische Nacht" von Bodart, den „Rosenkaoalier" von Strauß" „Aida" und „Rigo- letto" von 23erbi und den „Fliegenden Holländer" von Wagner. Man wird an dieser Zusammenstellung erkennen, daß die Theaterleitung auch auf dem Gebiete der Oper Energie und Ehrgeiz beweist; ein Werk wie „Aida" reicht ja schon an die Grenzen dessen, was ein Stadttheater wie das unsere her- zugeben vermag. Der Referent, auf dem Gebiete der Oper nicht zuständig, sah und hörte eine Aufführung vom „Rosenkaoalier" und fand sie ausgezeichnet: musikalisch und szenisch auf einem Niveau, dessen sich auch eine wesentlich größere Bühne nicht hätte zu schämen brauchen. In der Operette gab es folgende Aufführungen: „Der Detter aus Dingsda" von Künneke, „Die luftige Witwe" von Lehar, „Die Tänzerin Fanny Elßler" und „Wiener Blut" von Strauß, : und Bauer" von Suppe und „Der süßeste Im einzelnen wurden gegeben; 26 Schauspiele, Komödien, Lustspiele und Schwänke,' 6 Opern, 6 Operetten und ein Ballettabend der Tanzgruppe. Ein mit Liebe und Sorgfalt gepflegtes, vielseitig ausgebautes Sondergebiet bilden die Morgenfeiern. Mit diesen Sonntagmorgenveranstaltungen wurde im Laufe der letzten Jahre ein Lieblingsgedanke des Intendanten Schultze-Griesh e i m verwirklicht; es hat sich erwiesen, daß die Idee fruchtbar und vielfältig anregend war. Die Einrichtung hat nicht wenig dazu beigetragen, dem Gießener Theater weit über unsere heimischen Grenzen hinaus einen geachteten Namen zu machen, zumal in diesem Rahmen verschiedene Uraufführungen (Möller, „Der Prinz Eugen"; Razum, „Salz und Brot"; Reinacher, „Der Narr mit ber Hacke ) her- auskamen, bie auch im Reich gebührende Aufmerksamkeit fanben. Die Veranstaltungen haben sich vorzüglich eingeführt unb einen ftänbigen, ansehnlichen Besucherstamm herausgebildet; mit Recht konnte bie Aufführung ber 50. Morgenfeier gegen Ende der Spielzeit als schönes unb seltenes Jubiläum begangen werben. Der Programmgestaltung sind naturgemäß weite Grenzen gezogen; neben bem Theater bie Heimkehr bes Subetenlanbes, bie Goethe-Festwoche) würben hier berücksichtigt. Eine große Anzahl von Sonderveranstaltungen war in der abgelaufenen Spielzeit zu verzeichnen. Hauptereignisfe waren die Gaukulturwoche im Mai (bie unter anberem zwei Uraufführungen im Schauspiel brachte) und bie sehr wohlgelungene Goethe-Festwoche im März, an ber sich bas Theater mit ber repräsentativen „Tasso"- Aufführung, zwei Morgenfeiern unb einem Fest-Konzert bes Konzertvereins beteiligte. Es finb in diesem Zusammenhang bes weiteren zu erwähnen eine Jubiläumsvorstellung zur Feier ber 39jährigen Zugehörigkeit Karl V o l ck s zum Stadttheater, bie Gastspiele von Hermine Körner („Frau Warrens Gewerbe"), Lil Dagooer („Spiel im Ernst"), Carola Höhn unb Charlott Säubert (Intimitäten"), ber Tegernseer Bauernbühne, ber „Acht Entfesselten" unb bes „Meister-Sextetts". Hans Christoph K a e r g e l las aus eigenen Werken, Harald Kreutzberg gab einen Tanzabend. ber Gießener Sängerkranz feierte fein 75jähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Konzert, unb bas Künstler- unb Pressefest, bas schon zur Irabitron gehört, war auch in biesem Jahre roieber stark besucht unb äußerst wohlgelungen. Das Stäbtische Orchester gab unter ber Leitung von Professor Temesoary unb Paul Walter sechs Konzerte, bei benen u. a. Maria Neuß, Claudio Ar rau, Lore Fischer und Erich Meyer-Stephan als Solisten zu Gast waren. Die Aufführung des „Requiems" von Verdi fei aus dem Konzertprogramm dieses Winters be- „Meine Schwester unb ich" könnte bazugerechnet werden, zumal das Merkchen einen der wenigen erfolgreichen unb anregenben Versuche barstellt, auf bem abgeernteten Felde ber Operette Neuland zu gewinnen.) Der größte Erfolg war hier wohl „Die lustige Witwe", bie ja in jüngster Zeit auch an repräsentativen Bühnen bes Reiches (Berlin unb München) eine stürmische Wiederauferstehung erlebte. Im Gesamtspielplan nahm naturgemäß wiederum das Schauspiel im weitesten und allgemeinsten Sinn (vom Klassiker also bis zum modernen Schwank) den breitesten Raum ein, und es ist auch, alles in allem, auf diesem wichtigsten Arbeitsgebiete ein erfreulicher Fortschritt gegenüber ber vorletzten Spielzeit zu verzeichnen, wo insbesonbere bas klassische Drama entschieden zu schlecht weggekommen war. Wir hatten diesmal an klassischen Werken den „Tasso" von Goethe, „Minna von Barnhelm" von Lessing, „Das Weib bes Anbern" von Lope be Vega (Uraufführung), „Berenize" von Racine (Uraufführung) unb „Sommernachtstraum" von Shakespeare; wenn wir noch bie beiden Goethe-Morgenfeiern und, großzügig, auch „Dantons Tod" von Büchner hin- zunehmen, darf das Ergebnis als durchaus befriedigend angesehen werden, zumal Aufführungen wie „Danton", „Tasso", „Minna von Barnhelm" und „Berenize" regiemäßig und darstellerisch als Spitzenleistungen dieses Winters gelten dürfen. Ebenso war das zeitgenössische Schauspiel mit einigen wertvollen und charakteristischen Werken vertreten; hier sei zunächst an Rehbergs „Königin Isabella" erinnert, bie Gießen unmittelbar nach ber Berliner Uraufführung als erste Bühne in ber Provinz herausbrachte; ferner gehören hierher Langenbecks „Hochverräter", „Die anbere Seite" von Sherriff wir haben bie Wieberaufnahme bes ausgezeichneten englischen Kriegsstuckes sehr begrüßt — unb bie Uraufführung „Der Alte geht um" von Ruckelshausen, mit ber bas bobenftänbige Schrifttum zu Worte kam. Komö- bie, Lustspiel unb Schwank waren reich beschickt; eines ber erfreulichsten Werke war hier „Ein ganzer Kerl" von Buch, ferner feien genannt „Hollywoob" von Niewiarowicz und „Lauter Lügen" von Schweikart. — Das 'Weihnachtsmärchen „Frau Holle" war wohl auch in biesem Winter bas zahlenmäßig ergiebigste Repertoirestück. Lenken wir ben Blick von der abgelaufenen in die kommende Spielzeit, so dürfen wir ber Erwartung Ausbruck geben, baß ber im Schauspiel qualitativ und zahlenmäßig erreichte Stand gewahrt wird. Wir hoffen ferner, daß die vor allem auch in der Uraufführungsziffer sich bekundende Initiative und Entdeckerfreudigkeit ber Theaterleitung uns erhalten bleibe, zumal gerade von den Uraufführungen eine nicht zu unterschätzende Werbewirkung ausgeht. Auch glauben wir, daß eine Zusammensetzung bes Repertoires, wie sie sich etwa in ben Spiel» plänen der letzten Monate abzeichnete, sowohl ben künstlerischen und technischen Möglichkeiten einer Bühne wie der unseren als auch dem Aufnahme« bedürfnis und den vielfältigen Wünschen ber Be« sucherschaft auf eine überzeugende unb befriebigenbe Weise entspricht. Voraussetzung für eine solche Spielplangestaltung ist ein sorgsam unb überlegt zusammengestelltes Ensemble. Wir haben wieder mit einschneidenden Veränderungen auf personellem Gebiete zu rechnen. Mit Ablauf der Winterfpielzeit scheiden folgende Mitglieder aus: Jeanette Andreas, Gert Buch« heim, Günter Winkel, Joachim P o p e l k a ; Eduard Cossovel, Margot Eickhoff, Kurt Haars, Hans Schlick, Anneliese Schloeder, Peter Schorn, Giesela Vollert, Erich Weiland; Erwin B u g g e, Herbert Hirche , Ewald Lassen; Florence Boyer, Amanda Fischer, Elisabeth Franke, Luise H e y m ü h l e . Wilhelm Knaufs, Fred Wagner; Lilo Ewald, Erika Tomaschoffki. Es sind, wie zum Teil schon mitgeteilt wurde, für die kommende Spielzeit neu verpflichtet worden: Richard B o e ck (Ingolstadt), als 3. Kapellmeister, Gustav Brunn (Heidelberg), , 2. Baß, Hans Caninenberg (Krefeld), als jugendlicher Held, Harry G r ü n c f e (Münster), als Oberspielleiter der Operette und Buffo, Hilde Heinrich (Staatstheater Dresden), als 1. Salondame, Marie Hirche (Halberstadt), Chorsopran, Raul L a p o r t e (Neuß), als Chargenfpieler, Elisabeth Leiprecht (Beuchen), als jugendliche Salondame, Siegfried Lowitz (Breslau), als jugendlicher Charakter- und Chargenspieler, Hilmar Manders (Wiesbaden), als 1. Charakterheld und Komiker, Martha Neuhausen (Görlitz), als 2. Choralttstin, Jngeborg Riehl (Neuß), als Sentimentale und jugendliche Heldin, Georg Ritter (Hildesheim), als 1. Chor- tenor, Hans Schewe (Wuppertal-Barmen), als 1. Chargenspieler, Bernhard Schmitz (Frankfurt), als 1. Baß und Opernspielleiter, Dorothea S t ö l l e (Klagenfurt), als 1. Chorsopran, Jngeborg Strom- b e ck (Heidelberg), als Kostümbildnerin, Martin Tietz e, als 2. Chorbaß, Wilhelmine Winter (Frankfurt a. M.), Ballett. Es wird zu den vorrehmsten Aufgaben ber Theaterleitung gehören, die neuen Kräfte mit dem bleibenden alten Stamm zu einem organischen, elastischen und vielseitig verwendbaren Ensemble zusammenzufügen, lieber bie neuen Mitglieber, wie über bie Pläne zur Gestaltung des fommenben Spielplans wirb nach ber Sommerpause noch etliches zu sagen sein. Hans Thyriot. VDM.-Werfgrnppe 2a/116. (aiustonbhinbe, Literatur, Orchester): Die Gruppe tritt am Sonntag, 4.6., um 7.45 Uhr mit Turnzeug an bei Volkshalle an. HZ.-Gefolgfchast 6/116 Klein-Linden Zu dem Reichssportwettkampf der HI. am Sonntag, 4. Juni, tritt die gesamte Gefolgschaft um 7.30 Uhr auf dem Sportplatz in Heuchelheim in Uniform an. 1 Die Standorte Klein-Linden und Allen- darf a.d.Lahn treten um 7 Uhr auf ihrem Standortplatz an und müssen bis 7.30 Uhr in Heuchelheim sein. Es müssen alle Jg. teilnehmen. Entschuldigungen gibt es keine. Jeder hat Sportzeug mrtzubringen. Keine willkürlichen Ladenzeitverkürzungen Die verschiedentlich vorgenommene vorzeitige Schließung der Geschäfte hat die Einkaufsmöglichkeiten für die arbeitende Bevölkerung erheblich erschwert, z. T. unmöglich gemacht. Die Durchführung der großen staatspolitischen Aufgaben und die da- mtt verbundenen Anforderungen an weite Kreise her arbeitenden Bevölkerung machen es jedoch erforderlich, daß eine ausreichende Warenversorgung mit allen Gegenständen des täglichen Bedarfes auch weiterhin sichergestellt bleibt. Der Reichswirtschafts- minister hat deshalb auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Dierjahresplanes eine Anordnung erlassen, durch die Gemeinschaftsaktionen zur Durchführung von Labenzeitverkürzungen ver- boten und die höheren Verwaltungsbehörden er- mächtigt werden, die Offenhaltung der Geschäfte anzuordnen. Auf diese Weise werden künfttg willkürliche Ladenzeitverkürzungen unterbunden. Ptasmapfropfungen. In btr gestrigen Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde sprach Prof. Dr. Küster über „Plasmapfto pfungen" und berichtete dabei im wesenttichen über Untersuchungen im Botanischen Institut zu Gießen. Nach einigen einleitenden Bemerkungen über das Wesen der Plasmapfropfungen im allgemeinen und die im Laufe der normalen Zellen- und Gewebe- entwicklung sich vollziehenden Zelloerschmelzungen und Protovlasmafusionen erläuterte der Vortragende die Giardschen Begriffe der auto-homo, und heteroplastischen Pfropfung mit Bezug auf die von ihm studierten Protvplasmapfrvpfungen. — Auto- plastische Plasmasusionen, b. h. solche, die sich an Teilen eines Zellenleibes vollziehen, spielen bei jeder Dakuolenteilung, bei vielen Plasmolysen ihre Rolle; weitere Beispiele liefern die Plasmodien der Schleimpilze und die Fusionen, mit welchen die Teile zerstückelter Zellen sich wieder vereinigen. — Homoplastische Fusionen, d. h. Vereinigungen gleichartiger Protoplasten wurden vom Vortragenden für großzellige Pilze und für höhere Pflanzen erläutert; die Technik des Fusionsverfahrens ist nicht immer einfach. Auch artfremde Zellen (heteroplastische Fusionen) können miteinander verschmelzen (Sivhoneen, Acetabularia, Parasiten von Mucor, Zellen höherer Pflanzen). Der Vortragende ging hiernach zur Behandlung allgemeiner Fragen über, die sich beim Studium experimentell hervorgerufener Plasmafusionen stellen; der Begriff der Verklebung und der Verschmelzung und die Bedeutung der Haptogenmembranen für Einrreten und Ausbleiben des Verschmelzungsaktes wurden erläutert; die Analyse des von Organ- und Gewebe- piropfungen her längst geläufigen Begriffes der „Affinität" führte den Vortragenden zu der Hypothese, daß die Oberflächenfeinstruktur des Protoplasmas für den Fusionsoorgang entscheidende Bedeutung yabe. Schließlich war von dem Schicksal der Fusionsprodukte, ihrer Abrundung, ihrer Jn- haltsmischung, von der Verdauung eines der Pfropfpartner und von der Lebensdauer der Fusionsprodukte die Rede. An den Vortrag, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, schloß sich eine lebhafte Aussprache an, an der sich die Naturwissenschaftler rege beteiligten. Mit einem Hinweis auf die nächste Sitzung am 30. Juni, bei der Prof. Dr. Hummel über „Welteislehre und Geologie" sprechen wird, schloß der Vorsitzende Dr. Heidt die Sitzung. Als Ausbilder bei der „Legion Eondor" in Spanien Von Feldwebel Meierkordt, 4. MG.) Komp. 3. R. 116, Gießen. Einem Bericht des Feldwebels Meierkordt über feine Erlebnisse in der „Legion Condor" entnehmen wir folgendes: Am 19. Juni 1937 war Bilbao gefallen. Der rote General begann bei Madrid eine Offensive, um den Norden zu enllasten. Er griff mit großem Aus- roand an Menschen und Material an und drang m die nationale Front. Mit heldenhafter Tapferkeit hielten die kleinen nationalen Abteilungen stand. Dichter und dichter drängten sich im Raum von Bruneta die roten Massen. Da brausten von Norden die deutschen Flieger heran. Sie waren von Kantabrien abkommandiert. In der Luft entspann sich ein Kampf von größtem Ausmaß. Die deutschen Flieger kämpften zum erstenmal die Russen entscheidend nieder. Die Bomber stürzten sich auf die roten Heeresmassen, die kompakt auf engstem Raum zusammengepfercht waren und einen ungeheuren Druck auf die dünnen, reservelosen Reihen der Nationalen ausübten. Regellos flüchteten die Roten, erschüttert von der ungeheuren Wirkung dieses Luftbombardements. Die Offensive war zerschlagen. Seit dem Tage waren die deutschen Flieger die Herren im Luftraum über Spanien, und sie haben diese Vorherrschaft bis zum Kriegsende nicht wieder abgetreten. Daß an diesem heroischen Kampf vor den Toren Madrids deutsche Soldaten mit unnachahmlichem Opfermut teilnahmen, bezeugt ein schlichter Grabstein am Ortseingang von Bruneta mit der Aufschrift: „Es starben den Fliegertod im Kampf um Madrid: ..." Dann folgen die Namen der sieben gefallenen Offiziere und Unteroffiziere. Und in ähnlicher Weise hat man alle gefallenen deutschen Soldaten im Kamps um Spaniens Freiheit geehrt. Nach fast einjährigem Kampf machte sich ein Mangel an Offizieren und Unterführern im Heer bemerkbar. Die Heranbildung dieser Männer übernahm die „Legion Condor". Man zog zunächst geeignete Unteroffiziere aus der Gruppe „Imker- Drohnen", die bereits über genügend spanische Sprachkenntnisse verfügten, und eröffnete im Mai 1937 die erste Fähnrichschule in Plasencia. Ein Teil der Auslandsdeuffchen, die sich nach Ausbruch des Bürgerkrieges der „L. C." zur Verfügung gestellt hatten, waren bis dahin in Deutschland militärisch ausgebildet und fanden nun Verwendung als Ausbilder und Dolmetscher. Man erkannte den Wert dieser Arbeit und entschloß sich, wettere Schulen in Toledo, Miranda de Ebro, Granada, Jeres und San Roque zu errichten. Die Stärke dieser Schulen war ein Bataillon. Die deutschen Unteroffiziere trafen im Juni in Ferrol ein und wurden verteilt, pro Kompanie 2 bis 4 Mann. Die Arbeit, die zu leisten war, schien ins Unermeßliche zu steigen, aus dem Nichts sollte etwas entstehen, wo die Führer der sich neu bildenden Franco-Armee geformt werden sollten. Aber auch hier gab es für den deutschen Soldaten keine Schwierigkeiten, das Unmöglichste wurde möglich gemacht. Dank der Mitarbeit aller spanischen Dienststellen und Behörden wurden in kürzester Zeit Unterkünfte geschaffen, Waffen und Lehrmaterial besorgt, deutsche Vorschriften übersetzt und in jeder freien Minute spanisch gelernt. Damit war die erste Grundlage geschaffen und die Ausbildung konnte beginnen. Die Schüler der Fähnrichschulen waren größtenteils Abiturienten mit mindestens dreimonatiger Frontzeit. Für den Besuch der Unteroffizierschule waren ebefalls dreimonatige Frontzeit und ausgezeichnete Führung Vorbedingung. Die Ausbildungszeit betrug in den ersten Monaten vier Wochen, dann sechs Wochen, und nach der Eröffnung weiterer Schulen in Avila, Dttoria und Pamplona unter Heranziehung neuer deutscher Unteroffiziere, acht Wochen. In Anbettacht der mangelhaften militärischen Vorbildung war die Zeit sehr kurz, und das hieß für jeden deutschen Ausbilder drei- unb vierfaches leisten, was im Bewußtsein, als Repräsentant der großen deutschen Wehrmacht zu arbeiten, auch für jeden selbstverständlich war. Die Ausbildung erstteckte sich in der Hauptsache auf den Jnfanteriedienst, und auf die Unterweisung in der Handhabung der schweren Infanteriewaffen. Außerdem im Pionierdienst und Gasschutz. Die AusbiDung im Jnfanteriedienst begann mit der formalen Exerzier- und Schießausbildung. Neu em- geführt wurden die geschlossene Marschordnung nut dem Marschtempo 114, Gewehrgriffe, Wendungen und der Marschgesang. Dazu wurden deutsche Lieder übersetzt unb die Melodie beibehalten. Für die Schieß- und Geländeausbildung waren nur deuffche Vorschriften maßgebend. Zur Unterweisung in der Handhabung der schweren Infanteriewaffen standen 3 Tage je Ausbildungszweig zur Verfügung. Der tägliche Dienst an den Schulen gestaltet sich ungefähr folgendermaßen: Morgens 5 Stunden Exerzier- bzw. Geländeausbildung, nachmittags drei Stunden Unterricht, 1 Stunde Waffenpflege und außerdem für die deutschen Unteroffiziere 1 Stunde panischer Unterricht. Dieser ganze Dienstbetrieb war den Spaniern vollkommen neu. Die preußische Zucht und Ordnung, die Disziplin und Pünktlichkeit waren ihnen fremd und lagen ihnen nicht. Trotzdem ergaben sich nur äußerst selten Schwierigkeiten. Jeder Schüler war stets mit größtem Interesse beim Dienst und immer bereit, Im Rahmen einer schlichten Feier nahm gestern abend NSKK.-Standartenfuhrer Nagel, der bisherige Führer der Motorstandarte 147 Gießen, von den Kameraden des Sturmes 1/M 147, zugleich auch von den Unterführern und Referenten der Standarte Abschied. Wie wir gestern bereits mitteilten, wurde er mit Wirkung vom I.Juni 1939 als Führer der Motorstandarte 48 nach Marburg versetzt und hart dort auch bereits den Dienst übernommen. Im Hof des Sturmheimes im Seltersweg traten in einer Stärke von 130 Mann die Kameraden des Sturmes 1/M 147 an. Sturmführer Freund erstattete dem Standartenführer Meldung. Standartenführer Nagel schritt sodann die Front ab. Sturm- führer Freund widmete ihm hieraus herzliche Worte der unverbrüchlichen Kameradschaft und der guten Erinnerung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß er auch im neuen Wirkungskreis dankbare Arbeit unb gute Kameradschaft finden möge. Standartenführer Nagel sprach bann zu den Kameraben des Sturmes und ließ vor ihrem geistigen Auge in kurzen Zügen ein Bild aus der Kampfzeit erstehen, schilderte den Aufbau des Sturmes 1 als erste motorisierte Einheit der Partei in Gießen, kennzeichnete die mancherlei Schwierigkeiten, die diesem Ausbau im Wege standen, aber auch die Erfolge, die bei dieser Arbeit errungen wurden. Er gab ferner einen Ueberblick über den Aufbau der Motorstandarte 147 Gießen, die er bei aller Bescheidenheit als sein Werk und seine Arbeit betrachte und von der zu scheiden ihm sehr schwer falle. Es gelte eher, so fuhr er fort, hart zu sein, denn auch der NSKK.-Mann sei Soldat, und so gebe es nichts anderes, als dem Befehl, der ihn nach Marburg rufe, Folge zu leisten. Mit Worten des Dankes gedachte der Standartenführer der von allen Männern geübten Kameradschaft, er gedachte ihrer tatkräftigen Mitarbeit und bat schließlich, seinem Nachfolger alles Vertrauen entgegenzubringen und den Geist hochzuhalten, der bisher in der Motorstandarte 147 herrschte. Abschließend bat er die Kameraden, ihm so die Treue zu halten, wie er sie dem Sturm und der Standarte immer halten werde. Sodann überreichte Sturmführer Freund dem scheidenden Standartenführer ein prächtiges Bild des Führers als Erinnerungszeichen an den Sturm 1/M 147. In gleich herzlichen Worten sprach anschließend Standartenführer Nagel im Sturmheim zu den Unterführern und den Referenten der Standarte. alles von den deutschen Unteroffizieren zu lernen und ihn auch in jeder Beziehung zu unterstützen. Den Abschluß der Ausbildung bildete die Vereidl- gung der Fähnriche bzw. Unteroffiziere. Es war das größte Erlebnis dieser jungen Führer der großen spanischen Armee, die vielleicht schon einige Tage später an der Spitze ihres Zuges oder ihrer Gruvpe im Kampf gegen unseren gemeinsamen Feind den Heldentod starben. „ Aus propagandistischen Gründen wechselte ständig der Ort der Vereidigung. Dabei fanden militärische Vorführungen und Paraden statt, wobei der Vorbeimarsch der neuen Offiziere bzw. Unteroffiziere den Höhepunkt bildete. Der Jubel und die Begeisterung der Bevölkerung kannte keine Grenzen mehr, wenn das Bataillon in tadelloser Ordnung und mit deutschem Marschtempo, die deutschen Ausbilder im Exerziermarsch an der Spitze, vorbeimarschierte. Keiner der ehemaligen Schüler wird jemals vergessen, daß er in einer deutschen Schule von deutschen Soldaten ausgebildet worden ist. Er wird, wie auch alle anderen spanischen Soldaten, stets von einer deutschen „Legion Condor" sprechen, die mitgeholfen hat, den Bolschewismus zu besiegen. Er gedachte befand ers der dankbaren Zusammen- arbett, die innerhalb der Standarte gepflegt wurde. In seinen Datlegunaen gab er einen kurzen Rückblick auf seine politische und organisatorische Tätig- teit, die ihn eng mit Gießen und Oberhessen verbinden habe und ihm den Abschied von Gießen nicht leicht werden laste. Er dankte allen Kameraden für die Mithilfe bei den nicht leichten Ausgaben der Organisatton der Motorstandarte und bat aud) die Unterführer und Referenten, dem neuen Standartenführer, Oberstaffelführer Metz« (er, der bisher als Adjutant beim Stab des 4711 $9)g: Bräunt H schützt ; I Pflegt j -23 ^45 ' -90 Gruppenführers der Motorgruppe Hessen tätig war. alles Vertrauen entgegenzubringen und der Idee des Führers weiterhin so zu dienen, wie es bisher der Fall war. Staffelführer Dr. Schäfer widmete dann ttn Namen der Unterführer und Referenten dem Scheidenden herzliche Worte des Abschieds. Er sprach von der unübertrefflichen Kameradschaft, die Standartenführer Nagel mit allen Kameraden pflegte, und gelobte, daß in der Motorstandarte 147 unermüdlich weitergearbeitet werde. Als stetes Zeichen der Erinnerung an die Motorstandarte 147 wurde dem scheidenden Standartenführer eine schöne Schreib- tischuhr überreicht, die er mit herzlichen Worten des Dankes entgegennahm. Mit Händedruck verabschiedete sich Standartenführer Nagel dann von jedem einzelnen Kameraden. Dornotizen. Tagestalender für Freitag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Drei Frauen um Verdi". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Nach Mexiko verschleppt". Abschiedsfeier für ASKK.-Standartensührer Nagel. f üiHlann wie taufcnO anöctt Roman von Konrad Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, Berlin W35 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Sargtischlerei des Mathias Holle" stand in verblaßter Schrift auf einem Laden fenster. Merkwürdige Gewerbe gibt es, dachte der junge Herr und suchte weiter. Im Nachbarhaus schon entdeckte er eine Auslagenscheibe, die im Vergleich zu den übrigen blank und sauber schien, und das Schild, das er suchte. „Heinrich Nase", entzifferte er mit einiger Mühe die grünspanbedeckte Kupfertafel. Die Gassenjungen vergrößerten die Entfernung, als sie merkten, daß der Verfolgte sich für diesen Laden interessierte. „Der wird's ihm schon geben, wenn er nicht eine dicke Brieftasche bei sich hat", murmelte einer rachsüchtig. „Er sieht mir aber nach sehr dicker Brieftasche aus", meinte der andere. Die Kinder waren jung und unerfahren. Sie wußten nicht, daß ein guter Anzug und ein eleganter Mantel noch kein untrüglicher Beweis von Wohlstand sind. Im Auslagensenster lag ein Stück slorenttnischen Samts, rot mit einem silbernen Lilienmuster. Daneben eine Deckeldose aus Fayence mit bunter Muf- felmalerei. Ein kleines Oelbild, das eine Szene aus einem Festgelage barftellte. Der junge Herr streifte die Dinge mit einem flüchtigen Blick. Er konnte beim besten Willen nicht beurteilen, ob das Kunstwerke waren oder alter Kram. Also riß er die Türe auf. Eine Laden klingel schepperte ein paarmal, verstummte rasch ... Der Fremde stolperte faft über einen Barockstuhl, mußte sich mühsam an einer Chippendale-Garnitur vorbeiwinden. Wenn's in dem unaufgeräumten Loch nur nicht so finster wäre! dachte er. Nur dicht neben dem Auslagenfenster, an das sich eine Art Verkaufs- pult anschloß, war es licht. „Womit kann ich dem Herrn dienen?" fragte eine heisere Stimme. „Und wenn Sie mir das Kunkel- glas herunterstoßen und zerhauen, so müsten Sie es zahlen. Die Scherben gehören dann Ihnen ..." Ein kleiner Mann mit breiten Schultern, unverhältnismäßig langen Armen und einem eckigen Schädel reckte sich hoch. Don draußen kamen gellende Schreie: „Zwerg Nase! Zwerg Nase!" Der Antiquitätenhändler schien die zarte Aufmerksamkeit seit Jahren gewöhnt. Er zuckte mit keiner Wimper, Seiner Nase war übrigens nichts vorzuwerfen, nur seiner Körpergröße, die gute zwanzig Zentimeter unter dem Durchschnitt blieb. Aber wenn man auffallend klein ist, darf man nicht Nase heißen, will man den Spitznamen vermeiden. „Ick will nichts kaufen. Ich möchte Sie bloß um eine Auskunft bitten ... Mein Name ist Gottfried von Dilden ..." Der junge Herr hatte den Hut abgenommen und trich sich unruhig über die blonden Haare. Er warf einen suchenden Blick um sich. Er hätte sich so gerne niedergesetzt, um nicht wie ein Turm über dem Händler emporzuragen. Aber er fand keinen geeigneten Stuhl. Daß Herr Nase ihm nicht Platz angeboten hatte, hätte ihn weniger gestört. „Dilden? Da sind Sie wohl ein Verwandter meines Freundes Otto von Dilden?" „Ja freilich — sein Neffe — seinetwegen komme ich —" Gottfried von Dilden verstummte. Aus dem ganzen langen Weg hatte er sich genau zurechtgelegt was er sagen wollte. Und plötzlich fiel ihm kein Wort ein. ,/5ei diplomatisch!" hatte Mutter gesagt. „Dieser Herr Nase soll ein sonderbarer Kauz sein? Gottfried wußte, daß er ein ausgezeichneter Tennisspieler unb ein weniger ausgezeichneter Student der Technik war. Aber Diplomat war er wirklich keiner. „Wir haben schon so lange nichts von Onkel Otto gehört", begann er zögernd. „Da wollten wir Sie um seine All)resse bitten." „Warum schreibt er denn nicht? Die Adresse dürste ihm ja bekannt fein, nicht wahr?" „Onkel Otto war nie ein großer Briefschreiber — aber daß wir so lange nichts von ihm gehört haben, das ist noch nicht vorgekommen", sagte der junge Herr und sah den andern bittend an. „Das ist seine Privatangelegenheit. Er ist reichlich alt genug, um zu wissen, was er tut", knurrte der Alte. Wie alt mag Zwerg Nase eigentlich sein? schoß es Gottfried durch den Kops. Die Haare waren mausgrau, aber das Gesicht war recht frisch ... Dann sammelte er seine Gedanken. „Wir wollten wissen, ob es ihm gut geht, und ob ihm nichts zugestoßen ist", sagte Gottfried einge- schüchtert. „Wenn ihm in den letzten vierzehn Tagen nichts passiert ist, so ist er vergnügt und munter. Ich habe vor zwei Wochen die letzte Nachricht bekommen." Nase kramte in einer Mappe und überflog ein Briesblatt, das deutlich die Schriftzüge des alten Herrn von Dilden trug. „Wo war er vor zwei Wochen? Bitte geben Sie mir die letzte Adressel" „Ich? Ihnen?" Zwerg Nase wurde aufgeregt bei der bloßen Zumutung. „Halten Sie mich für einen Narren? Sehe ich so aus? Wenn er Jynen schreiben wollte, dann würde er schon schreiben ... Ich soll einem Menschen sagen, wo Otto sich aufhält? — Wo er im Augenblick ist, weiß nicht einmal ich ... Nur damit die ganze Rotte von Händlern hinter ihm her sein kann ... Hoho, junger Mann, da kennen sie mich schlecht!" „Na hSren Sie, mein Onkel wird doch nicht von Gläubigern verfolgt!" sagte Gottfried empört „Nein, aber von Leuten, die dasselbe Ziel verfolgen wie wir ... Da sieht man wieder einmal die innige Familienliebe! Weiß der Herr nicht, daß Otto von Dilden und ich seit Jahren ein Blatt von Fouquet suchen. Das muß da sein... Und ich soll einem Menschen auf dieser Welt sagen, in welcher Himmelsgegend wir diesem Blatt nach jagen!" Herr Nase war so empört, daß die Stimme kippte. „Ein Blatt von Fouquet?" stammelte Gottfried verblüfft. „Ja, eine Silbefftiftzeichnung von Jean Fou- quet. Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts." Herr Nase schien weiter sprechen zu wollen. Ober plötz- lieh schwieg er. Schon viel zu viel verraten, sagten die mißtrauischen Augen. „Wie geht es ihm — finanziell?" fragte Gottfried zögernd. „Sehr gut, durchaus befriedigend, wie ich an- nehme", antwortete der Antiquitätenhändler ein wenig höhnisch. „Ich habe erst unlängst in seinem Auftrag einen Dirk Bouts um sechshundert Pfund für seine Sammlung erstanden." Gottfried von Dilden ließ einen melodischen Pfiff hören. „Ein. Haufen Gest)! Macht er das alle Tage?" „Nein, weil er nicht soviel Geld hat. Und weil es viel schöner ist, jahrelang in alten Truhen und Mappen herumzustobern, bis man eine Zeichnung findet und um ein paar Gulden kaust, von der man sicher weiß, daß sie Zehntausende wert ift Dazu gehört nicht bloß Geld, dazu gehören Augen im Kopf und Verstand. Wenn Otto sich von einem halben Dutzend seiner Blätter trennen mochte, er hätte die Kosten für die ganze Sammlung fünfmal hereingebraebt. Weil er Augen im Kops hat — und den Verstand, junger Herr!" Jetzt war der Hohn nicht mehr zu verkennen. Und Gottfried wurde rot. Er ärgerte sich. Es kostete ihn viel Mühe, seine Gereiztheit zu verbergen. Jetzt kam der schwerste Teil seiner Ausgabe. Wenn der gelost war, so formte Zwerg Nase in Gottes Namen aus den Abenteuern Onkel Ottos mit Stichen und Zeichnungen das größte Geheimnis machen. Er neigte sich vertraulich vor — und Herr Nase wich vorsichtig weit hinter sein Pult zurück. „Sehen Sie, Herr Nase, ©ie sind ein aller Freund von Onkel Otto... Ihnen kann ich reinen Wein einschenken ... Meiner Mutter geht es gar nicht Eut. In punkto Geld, meine ich ... Und wenn intel Otto das müßte, Jo würde er bestimmt mit einem Zuschuß herausrücken. Er ist nicht so ..." Gottfrieds Worte verhaspelten sich, so scheußlich unangenehm war ihm das Ganze. „Und weil Sie Vollmacht haben ... offenbar ... wenn Sie um viele hundert Pfund für ihn einkaufen. Es stand in der Zeitung ..." „Aha! Daher weht der Wind!" sagte Zwerg Nase und war sehr entrüstet. „Ich soll Verwandten, die sich niemals um ihn gekümmert haben, in lleber- schreituna meiner Vollmacht geschwind schönes Geld nachwerfen! Wissen Sie, wozu ich bevollmächtigt bin? Nach meinem Gutdünken jene Matter zu kaufen und sachgemäß zu verwahren, für die Herr Otto von Dilden Interesse zeigt. So steht's in der Vollmacht beim Notar. Und kein Wort von Schwe- fter und Neffen. Herr von Dilden meinte offenbar, daß ein gesunder junger Mann, der nicht auf den Kopf gefallen ist, sehr gut für sich und die Mutter sorgen kann —" Der Händler feiste immer lauter. „Freilich, wenn diese Mutter ihr Geld für Fetzen und Pelzmäntel ausgibt —" „Lassen Sie meine Mutter aus dem Spiel", brüllte Gottftied. Er war um so wütender, als Herrn Nases Hohn eine Spur von Berechtigung hatte. Mutter formte mit Geld nicht umgehen und hatte Freude an schönen Kleidern. „Ich weiß noch recht gut, wie Herr von Dilden gestöhnt hat über die Rechnung von dem Feh- mantet ,Schade um das gute ®eEo!‘ und ,Nie mehr wieder!« hat er gesagt. Und ich soll meinen Freund betrügen? Für einen jungen Tunichtgut und eine verrückte alte Schachtel ..." Eine Ader schwoll an auf der Stirn des jungen Dilden. In diesem Tone redete der schäbige Krämer von seiner Mutter? Und er hörte zu? Den Feh- mantel hatte Onkel ihr zum Geburtstag geschenkt ... vor zehn Jahren ... „Ich verbitte mir diesen Ton!" schrie Gottfried. „Schreien fft feine Kunst", höhnte Zwerg Nase. „Geld verdienen, mtt Geld haushalten ..." Weiter fam er nicht. Gottfried hatte einen alten Folianten mit silber- beschlagenen Ecken gepackt und haute zu, zielte mitten auf den dichten grauen Scheitel unter ihm — (Fortsetzung folgt.) NSV., Ortsgruppe Mitte. Velr.: Lebensmlttelopferrlng. Am Montag, 5.. und Dienstag, 6. Juni, sammelt die Frauenschaft der Ortsgruppe Gießen-Mitte die Pfundfpende. Die Hausfrauen werden gebeten, statt Lebensmittel Geld zu geben. Mit dem Treudienstehrenzeichen geschmückt. Dieser Tage konnten wiederum einer größeren Anzahl Bediensteten des Bahnhofs Gießen das Treudienstehrenzeichen überreicht werden. Es sind dies: Heinrich Zimmer, Stellwerksmeister, für 40- jährige treue Dienstzeit. Für 25jährige treue Dienste dem Zugführer Philipp Damm, Georg Dort, Johannes Eisenbach, Friedrich Gümbel, Johannes Gümbel, Heinrich Hedrich, Karl Lang, Wilhelm Luh, Johann Mahr, Peter Mockenhaupt, Georg Möller, Friedrich Nicolai, Eberhard Port, Christoph Schlamp, Heinrich Wagenbach, Karl Weigel, Johannes Weitzel, Ludwig Weller, Heinrich Winter und Wilhelm Schmähl. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Amtmann W a h l, heftete den Jubilaren mit einer zu Herzen gehenden Ansprache das schöne Ehrenzeichen eigenhändig an die Brust und bat sie, auch für alle Zukunft treu und gewissenhaft ihre ganze Kraft für Führer, Volk und Grohdeutschland einzusetzen. ♦ ** 85 Jahre alt. Am kommenden Sonntag, 4. Juni, wird Frau Witwe Karoline Engel, Am Kugelberg 4 wohnhaft, in bester Rüstigkeit 85 Jahre alt. Die Jubilarin nimmt noch mit großem Jntere- esse an den Ereignissen unserer Zeit Anteil. Der alten 1 Same, die schon über 40 Jahre zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers gehört, gilt unser herzlicher Glückwunsch zu chrem Geburtstag. ** Gin hochbetagtes Ehepaar. Am heult» gen Freitag, 2. Juni, kann der Altersrentner Peter Hofmann, Grabenstraße 4 wohnhaft, seinen 76. Geburtstag begehen, am morgigen Samstag, 3. Juni, wird seine Ehefrau Maria, geb. Kreutzer, 77 Jahre alt. Das Ehepaar erfreut sich noch der besten Gesundheit. Den beiden langjährigen treuen Beziehern des Gießener Anzeigers bringen auch wir unfern herzlichen Glückwunsch dar. *♦ Zwei Derkehrsunfälle. Am gestrigen Donnerstag ereigneten sich hier zwei Verkeyrsun- fälle. Bei dem ersten um die Mittagsstunde fuhr in der Ludwigstaße ein Lastzug von rückwärts auf einen Omnibus der städtischen Omnibuslinie auf, wobei an dem Omnibus allerlei Sachschaden entstand, Personen glücklicherweise aber nicht verletzt wurden. Der Omnibus mußte zur Reparatur aus dem Verkehrsdienst genommen werden. Der zweite Unfall ereignete sich gegen Abend in der Marburger Straße. Dort fuhr ein Lastauto gegen einen Irans» portwagen, auf dem ein Klavier seine Fahrt zum Käufer machte. Das Klavier wurde bei dem harten Anprall vom Wagen geschleudert und fiel quer über die Straßenbahnschienen. Damit hatte das Instrument, noch ehe es in der Wohnung seines Käufers den ersten Ton gespendet hatte, bereits „auf dem letzten Loch gepfiffen". Das unaewöhnliche Verkehrshindernis auf den Straßenbahnschienen behinderte eine Zeit lang den planmäßigen Verkehr der Straßenbahn auf der grünen Linie. Eilt etwas nach 19 Uhr tonnte der Straßenbahnverkehr auf der grünen Linie wieder ordnungsmäßig durchgeführt werden. scheinlicher dagegen wäre, daß der mysteriöse Vorfall mit der Balz zusammenhängt, und daß es sich um ein Männchen handelt, das von einem Nebenbuhler während der Balz zusammengekämpft und bei der wilden Rauferei in der Nacht so zugerichtet wurde, daß es unfähig war, sich bis zum Tagesanbruch in Sicherheit zu bringen und ermattet im Straßengraben liegen blieb. Die Unfähigkeit zum Nahrungserwerb hat den Zustand noch verfchlim» mert, aber der glückliche Zufall hat es gefügt, daß das Tier, ohne totgeschlagen zu werden, sofort an die richtige Stelle kam. Dr. Karl Rudolf Fischer. Unfall beim Fensterpuhen. NSG. Eine 16jährige Hausgehilfin erhielt von ihrer Hausfrau den Auftrag, bei dem Putzen eines Fenstern auch den äußeren Nahmen mit einer Stielbürste abzuseifen. Bei der Ausführung dieses Auftrages stürzte das junge Mädchen 6 Meter tief auf eine Gartenmauer herab und zog sich schwere Arm- und Beinbrüche zu. Für den entstandenen Schaden machte es den Arbeitsherrn verantwortlich, der sich aber weigerte, ihn anzuerkennen. Er war der Meinung, daß nur die eigene Unvorsichtigkeit seiner Angestellten den Unfall verschuldet haoe. Sie müsse die Folgen also in vollem Umfange selber tragen. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht aber waren mit Recht anderer Auffassung. Der außergewöhnliche Austtag des Abseifens des äußeren Fen- terrahmens sei — wie das Gericht bei einer Be- sichtiaung unschwer seststellen konnte — mit größ« ter Lebensgefahr verbunden gewesen. Die Haus« angestellte sei, um überhaupt einen gewissen Halt zu gewinnen, genötigt gewesen, auf das abschüssige, durch Seifenwasser auch wahrscheinlich schlüpfrig aewordene Gesims zu treten. Damit war die Gefahr des Abgleitens von vornherein gegeben. Ein derart mit Lebensgefahr verbundener Auftrag aber hätte einer jugendlichen Hausgehilfin überhaupt nicht erteilt werden dürfen. Wenn man ihn aber trotzdem gab, fo mußte zum mindesten für aus» reichende Schutzmaßnahmen gesorgt werden. Man habe jedoch das junge Mädchen ohne jede Hilfe sich selbst überlassen. Dieser Mangel an Fürsorge aber stelle ein so überwiegendes Verschulden des Auftraggebers dar, daß schon dadurch allein seine volle Haftpflicht begründet werde. Das Gericht verneinte überdies ausdrücklich jede Fahrlässigkeit der Hausgehilfin, da das Heraustte» ten beim Fehlen jeder Griffmöglichkeit zwangs« läufig erfolgt fei. Es wies ferner auch den Ein« wand zurück, daß das Mädchen die Gefahr habe erkennen und den Auftrag daher hätte zurückweisen müssen. Dazu habe der Jugendlichen noch die Urteilskraft gefehlt. Es fei ihr daher auch kein Vorwurf daraus zu machen, daß sie sich auf die Autorität der Hausftau verlassen have und dieser zu- traute, daß sie ihr nur zumutbare Arbeiten zw weisen würde. Das Urteil ist eine eindringliche Mahnung an alle Hausfrauen, es mit der Fürsorgepflicht für ihre Hausgehilfinnen, namentlich wenn diese noch jugendlich sind, peinlichst genau zu nehmen. Wirtschaft. Der Fleischverbrauch steigt. Eine Entwicklung des Fleischverbrauchs, die bis- her beispiellos ist, macht sich seit der Ueberwindung der Wirtschaftskrise durch den Nationalsozialismus in Deutschland geltend. Sie hat dazu geführt, daß der Fleischverbrauch von 48,9 Kilogramm je Kopf im Jahre 1932 auf 57,7 Kilogramm 1938 gestiegen ist, was bei einem Vorkriegsverbrauch von rund 50 Kilogramm einen Rekordstand bedeutet. Dennoch scheint der Fleischverbrauch immer weiter anzusteigen, wie die Ermittlungen für das erste Vierteljahr 1939 zeigen. In dieser jüngsten Derichtszeit hat sich der Prokopfverbrauch an Fleisch im Reich wiederum erhöht, und zwar um 0,9 Kilogramm gegenüber dem ersten Vierteljahr 1938. Auf das ganze Jahr umgerechnet würden wir damit 1939 zu einem Fleischverzehr von mehr als 60 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung kommen. Die ständig verbesserte Kaufkraft in Deutschland wendet sich hiernach offensichtlich in einem verhältnismäßig so großen Umfange auch dem Fleischverbrauch zu, daß die landwirtschaftliche Erzeugung damit schon rein technisch nicht Schritt hatten kann. Die Folge sind gewisse Verknappungserscheinungen, zumal die Umstellungsträgheit der Verbraucher dazu führt, daß die notwendige Steigerung' des Fischverzehrs und die Hinwendung zu anderen Eiweißträgern, wie dem Quark, leider nicht im gleichen Tempo verspürt wird wie die Kaufkraft selbst. Von besonderem Interesse sind Ausführungen des stellvertretenden Vorsitzenden der Hquptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft Diplomlandwirt Friedrich Müller auf einer Tagung in Kiel über den Stand der Fleifchverforgung in der nächsten Zukunft. Daraus ergibt sich deutlich, daß die Landwirtschaft auf dem Gebiete der Viehhaltung ganz hervorragende Leistun- gen erzielte. Die Anlieferungvon Schlacht- schw einen hat nämlich in der letzten Zeit eine Höhe erreicht, die ttotz des Ue bewerb rauche s als normal betrachtet werden kann. Weiter ist der Ausmästungsgrad auf einer bisher über Haupt noch nicht erreichten Höhe angelangt. Trotzdem darf die günstige Entwicklung nicht herüber hinwegtäuschen, daß der Anfall an Schlachtschweinen nicht so stark sein wird, um die (Einkaufs- wünsche der Derbraucherschaft erfütten zu können. Die Gründe hierfür liegen nicht nur in einem Ansteigen des Verbrauches, den man nicht einmal bei größter Devsienverfchwendung befriedigen könnte, weil nirgends soviel Material angeboten werden kann; die Gründe liegen auch darin, daß die neu» angegliederten Gebiete, die Ostmark, das Sudetenland und das Protektorat, in der Versorgung mit den Produkten des Schweines auf Lieferungen aus dem Altrei ch bzw. dem Auslande zu einem gewissen Teil angewiesen sind. Die Versorgung mit Rindfleisch ist, bedingt dmch die Seuchenausfälle, nicht sehr günstig. Doch wird eine 80prozentige Rindfleischzitteilung gewährleistet fein. Der Verzehr an Hammelfleisch hat sich bettächtlich gesteigert, da diese Fleischsorte in immer größere Derbraucherkreise Eingang findet. Aus der engeren Heimat. «Spar- und Dorschußverein Homberg. -- Homberg. 1.Juni. Die 82.Hauptversammlung des Spar- und Dorschußoereins e. G. m. H., Homberg, fand, einem alten Her- kommen gemäß, am dritten Pfingstfeiertage bei Gastwirt Ludwig Helm statt und war gut besucht. Die neue Direktor, Ludwig ßangstro f f, begrüßte die Mitglieder, besonders den Vertreter des Ländlichen Genossenfchaftsoerbandes, Dr. D e i ch e rt (Alsfeld). Der Direktor machte darauf aufmerksam, daß der Jahresabschluß sowie der Geschäftsbericht für das Jahr 1938 eine Woche auf dem Geschäftszimmer zur Einsicht offengelegen habe. In diesem Zeitraum seien Einwendungen nicht vorgebracht worden. In ehrender Weise gedachte man der verstorbenen Mitglieder. Der Vorsitzende des Aufsichts- rates gab die Prüfung des Jahresabschlusses für das Jahr 1938 bekannt; Beanstandungen hätten sich nicht ergeben. Die Bilanz trug Rechner Gill er vor. Sie schließt ab in Aktiva mit 398 275,61 RM., in Passiva mit 396 900,98 RM.; es verbleibt also ein Reingewinn von 1374,63 RM. lieber dessen Verwendung lag ein besonderer Beschluß des Vorstands und Aufsichtsrates vor (Auszahlung von Tagegeldern, Verzinsung des Geschäftsanteils usw.). Die Bilanz wurde von der Generalversammlung einstimmig genehmigt. Der Bestand an Mitgliedern betrug Ende 1938 insgesamt 153. Auf Antrag wurde dem Vorstand und 'Aufsichtsrat einfttmmig Entlastung erteilt. Die drei in diesem Jahre ausscheiden- den Mitglieder des Aufsichtsrates: Gnifkowfki, Allenborfer und Christ, wurden einstimmig wiedergewählt; sie nahmen die Wahl an und dankten für das zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Dr. Dsichert hielt bann einen sehr belehrenden Vortag über das Genossenschaftswesen. Er sprach eingehend über die umfangreiche Tätigkeit des Aufsichtsrates. Abschließend dankte er dem Mitglied des Aufsichtsrates Altbürgermeister G l a 11 h a a r von Appenrod im Auftrage des Verbandes der Ländlichen Genossenschaften für seine 25jährige, ersprießliche Tätigkeit und überreichte ihm eine Ehrenurkunde. Für diese Ehrung dankte der Jubilar und gelobte, auch in Zukunft seine Tätigkeit in den Dienst der Genossenschaft zu stellen. Der Direktor schloß danach die Generalversammlung in üblicher Weise. Landkreis Gießen. * Großen-Buseck, 31. Mai. In der Zeil- sttaße ereignete sich heute ein Zusammenstoß zweier Kleinkrafträder, die von Kraftfahrern aus unserem Orte gefahren mürben. Der Unfall entstand dadurch, daß das Dorfahrtsrecht nicht beachtet und eine beabsichtigte Aenderung der Fahrtrichtung nicht rechtzeitig angezeigt wurde. Beide Fahrer wurden leicht verletzt, die Motorräder wurden stark beschädigt. * Rüddittgshausen, 1.Juni. Der Zimmermann Konrad Braun von hier stürzte bei der Arbeit so unglücklich, daß er mit schweren Prellungen im Rücken nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. <£ Holzheim, 2.Juni. Am heutigen Freitag, 2. Juni, können der Zimmermann Adam D i e h l I. und (Sfjefrau Elisabeth, geborene Seipp, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar geht noch täglich seiner Arbeit nach. Der alte Herr war in feinen jungen Jahren im Siegerland und danach 25 Jahre in Frankfurt a. M. als Zimmermann tätig. Aus der Ehe gingen 10 Kinder hervor, von denen 4 Söhne und 1 Tochter noch leben. Die Jubilarin werde beim diesjährigen Muttertag mit dem ©eibenen Ehrenkreuz ausgezeichnet. Beide stehen im 78. Lebensjahre. Dem Jubelpaar bringen auch wir unfern herzlichen Glückwunsch bar. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 1.Juni. Die Ehefrau Anna E i n r i ch stürzte bei ihren Arbeiten so unglücklich, daß sie einen Oberschenkelbruch davontrug. Die bedauernswerte Frau mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Merkwürdiger sthu-Zwischenfall im Vogelsberg Nach einer Mitteilung des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach an das Forstzoologische Institut der Universität Göttingen, z. Z. Hann.- Münden, hat sich vor kurzem auf der Sttaße Laubacher Wald—Gonterskirchen, also in nächster Nahe der Einbüraerungs-Doliere, folgender Zwischenfall mit einem Uhu abgespielt. Steinbrucharbeiter fanden einen vollständig ermatteten Uhu im Straßengraben sitzen, der sich unbesorgt anfassen ttefc. Der Verzicht auf ledwede Gegenwehr bei der Gefangennahme erweckte den Eindruck, daß bas Tier krank sei, und daß wemg Hoffnung bestünde, es am Leben zu erhallen. Der Nachtraubvogel wurde in das Schloß gebracht, wo er sich bereits am nächsten Tage sichtlich erholt hatte. Nach einigen Tagen konnte er in den für den Einbürgerungsversuch mitten im Hochwmd ausgestellten Großkäfig gebracht werden, um nach einer kurzen llebergangsgeit m der Eingewöhnungsstatte freigelassen zu werden. Da der Uhu keinen Ring um die Fänge trug und dem ßetbjäger sowohl wie dem Grafen in Habitus, Form und Farbe, Gebaren und Aussehen unbekannt vorkam, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, daß es sich um ein zugewandertes Exemplar handelt, das während der diesjährigen Balz unter den eingebürgerten Uhus im Vogelsberg auf- getaucht ist. Kopfzerbrechen macht jedoch die Frage, aus welchen Gründen das Tier in eine derartige Verfassung geriet, so daß es anstandslos von den Arbeitern angegriffen werden konnte. Zuerst wurden in Laubach zwei Möglichkeiten erwogen: Gift — oder Verkehrsunfall? Für Gift oder eine innere Krankheit sprach die große Mattigkeit bei dem sonst ganz guten, normalen Aussehen. Für einen Unfall, z. B. Zusammenstoß mit einem Auto, sprach der Fundort und eine allerdings sehr geringfügige Verletzung unmittelbar am Schnabel. Der Dergistungs- verdacht wurde baß) fallen gelassen, da sich das Der sehr schnell erholte und vom ersten Tag an einen gesegneten Appetit entwickelte. Wahrscheinlich bleibt also der Zusammenstoß mtt dem Auto. Noch wahr- Hhein-Mainische Börse. Mittagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 1. Juni. Die Börse lag sehr HU. Zum Monatsanfang fehlten vielfach noch Limiterneuerungen, außerdem lagen Kundschaftsaufträge fast nicht vor. Am Aktienmarkt war die Entwicklung uneinheitlich, meist spiellen Zufallsaufträge eine Rolle. Die Veränderungen blieben indes allgemein klein. Am Montanmarkt bröckelten Vereinigte Stahl auf 101,25 (101,0), Hoefch auf 108 (108,65) und Mannesmann auf 105,65 (105,75) ab. IG. Farben kamen mit unverändert 149,75 zur Notiz. Außerdem u. a. VDM. mit 171, MAN. mit 140, Bekula mtt 159,50, Conti Gummi mit 213, Westdeutsche Kaufhof mit 104,65 und Reichsbank mit 178,50. Etwas erholt waren Hapag auf 51 (50) und AEG. auf 114 (113,25). In Renten waren die Umsätze ebenfalls schmal. Auch in Steuergutscheinen entwickelte sich nur wenig Geschäft bei gehaltenen Kursen. Serie II gingen mit 98,35 (98,40) um, im Telephonverkehr stellten sich Serie I auf unverändert 102,40. Reichsaltbesitz vor der Ziehung nochmals 0,13 v. H. erhöht auf 132,65. In Pfandbriefen war der Umsatz gering, die Kurse blieben unverändert. Auch Stadtanleihen wie- en kaum Abweichungen auf, Mainzer weiter ermäßigt auf 95,75 (96). Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich bei kleinen Abweichungen, nur 5 v. H. Gelsenbenzin matt mit 98,90 (99,40). Abendbörse ohne Geschäft. Mangels Kundschaftsbeteiligung war auch die Abendbörse ohne Geschäft. Am Aktienmarkt blieb die Entwicklung ungleichmäßig bei geringen Veränderungen. U. a. notierten: Mannesmann 105,75 (105,65), Vereinigte Stahl 101 (101,25), Deutsche Erdöl 121 (121,50), IG. Farben 149,65 (149,50), Bemberg 133 (133,25), Metallaelellf chatt 112,50, VDM. 171, Scheideanstalt 201, Adlerwerte 100 (100,25), Daimler 130 (130,75), Demag 141,75 (142), MAN. 140,50 (140), Holzmann 157 (156,50), Licht und Kraft 126,50 (126), Gesfürel 129, Fetten 137 (137,25), AEG. 114 und Westdeutsche Kaufhof 104,25 (104,65). Am Rentenmarkt wurden Reichs- allbefitz vor der Ziehung letztmals mit 132,75 (132,65) gehandelt. 6 v. H. IG. Farben lagen mit 124 unverändert, ebenso Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 122,13. Im Freiverkehr gingen Steuergutscheine II mit unverändert 98,40 und im Telephonverkehr Serie I mtt unverändert 102,40 um. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 1. Juni. Auftrieb: Rinder 902 (gegen 1349 am 25. Mai), darunter 161 (236) Ochsen, 154 (262) Bullen, 407 (585) Kühe, 180 (266) Färsen. Kälber 530 (571), Schafe 140 (49), Schweine 1114 (439). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44,50 bis 46,50), b) 42,50 (40,50 bis 42,50), c) 37,50 (37,50). Bullen a) 42,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 40,50 (39 bis 40,50), c) 35,50 (-). Kühe a) 42 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 37,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 26 bis 34,50 (27 bis 34,50), d) 20 bis 25 (17 bis 25). Färsen a) 43,50 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 35 bis 36,50 (33 bis 36,50). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 51 (—), bl) 49 bis 50 (50), b2) 46 bis 48 (47 bis 49), c) 34 bis 44 (44). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 38 bis 39 (39), c) 25 bis 32 (25 bis 30). Schweine a) 59 (58,50), bl) 58 (57,50), b2) 57 (56,50), c) 53 (52,50), d) 50 (49,50), Sauen gl 58 (57,50). Marktverlauf: Rinder, Kälber und ScAveine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Wissenschaftliche Woche in Frankfurt. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Universität Frankfurt findet vom 28. bis 30. Juni die Zweite Frankfurter Wissenschaftliche Woche statt, zu der bedeutende in« und ausländische Gelehrte zugesagt haben. Das Thema der Woche beschäftigt sich mit den Organismen und der Umwelt. Professor Freiherr v. Verschuer wird über „Umwelt und Erbanlage" sprechen. Auch Professor P o n z i o (Turin) wird zu dem Thema das Wort ergreifen. Der zweite Tag beschäftigt sich mit dem Einfluß der Umwelt auf die Organismen. Hierzu werden sprechen Professor Dr. R a j e w s k y (Frankfurt), Professor Dr. Felix (Frankfurt), Professor Dr. Lundegardh (Stockholm) und Professor Dr. Kaemmerer (München). Im Mittelpunkt der Verhandlungen des dritten Tages stehen die pflanzenschädigenden Insekten, über die Dr. Stell - waag (Geisenheim) sprechen wird. Ferner findet ein öffentlicher Vortrag von Professor de Rudder (Frankfurt) über „Mensch und atmosphärische Umwelt" statt. BERGFREUNDE! (Ein neues Buch von Zedttvitz: (Barns in ihrer Dergheimat (Ein Lebensbild der Gemse int Wechsel der Jahreszeiten von Franz Graf gedtroitz Insgesamt 137 Seiten mit 94 Abbildungen nach Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM 4.80. .Das wissenschaftlich und darstellerisch be- schwingt geschriebene Buch von deutscher Derglandschaft und -tterwelt verdient in den Kreisen der Jäger, der Freunde der Berge und der Natur, in den Schul- und Volksbüchereien weiteste Verbreitung." Aus der Natur, Heft 2/39. Ausführliches bebildertes Werdeblatt kostenlos! Bezug durch jede Buchhandlung! Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde WaSenwasdien Oelwedisel Lahastr./ Lammstr. U-— Kernfprecher 3516 West-Garagen Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei „3d) bin überzeugt: Ohne Mühe saubere Wäsche - das schafft nur der Schmuhlöser Burnus." Immer wieder werden Sie diese Feststellung da hören, wo Hausfrauen sich über Wäschefragen unterhalten- Hausfrauen, die viele Mittel versuchten und heute mit Burnus waschen. Das schasst nur Lurnusr Rur Burnus löst schon beim Einweichen biologisch den meisten Schmutz aus den Wäschestücken heraus, ohne das Gewebe anzugreifen. Ohne anstrengendes Reiben und Lürsten und langes Kochen wird die Wäsche vollkommen sauber. So wird die Wascharbeit leicht gemacht, die Wäsche geschont und an Waschmitteln und Feuerung gespart. Burnus ist sehr sparsam im Gebrauch. Ein Eßlöffel für den Eimer Wasser genügt. Schon für 15 Pf. erhalten Sie eine Probedose Burnus bei Ihrem Kaufmann. Burnus löst den Schmuti und schont die Wäsche? S.jl-ifportf Schulte (Holland) trägt das gelbe Trikot. Erste Etappe der Großdeutschland-Radrundfahrl. Das längste Straßenradrennen der Welt, die internationale Großdeutschlandfahrt über 5013 km, ist am Donnerstagmoraen in Berlin-Reinickendorf gestartet worden. Was schon ein Blick auf die Teil- nehmerliste verriet, wurde gleich auf der ersten, nicht sonderlich schweren Etappe nach Stettin über 252 km nachhaltig bestätigt: die ausländische Streitmacht ist in diesem Jahre stärker als jemals zuvor, und die deutschen Fahrer werden ihre ganze Kampfkraft aufbieten müssen, wenn sie gegen dieses erlesene Aufgebot des Auslandes bestehen wollen. Der Holländer Schulte, erst vor wenigen Wochen durch seinen großen Sieg im Schweinfurter Jubiläumsrennen auch in Deutschland bekannt geworden, gewann die erste Etappe mit 30 Sekunden Dorsprung nach einer Fahrzeit von 6:41,58 Stunden vor Moerenhout (Belgien) und den beiden Franzosen Oubron und Level. Erst dann placierten sich mit dem Dortmunder S i e b e l h o f s und U m b e n h a u e r (Nürnberg) die ersten Deutschen. Der Holländer war 10 km vor dem Ziel enteilt und dann nicht mehr „gesehen" worden. Davispokal-Auslosung für Berlin. Am Donnerstag wurde bei Rot-Weiß in Berlin die Auslosung zum Davispokalkampf zwischen Deutschland und England vorgenommen. Den 2ttif- takt bildet am Samstag das Treffen zwischen Roderich Menzel und Englands Nr. 1 Harles Hare. Anschließend treten sich Heinrich Henkel und Ronald Shanes gegenüber. Für das Doppel am Sonntag sind Heinrich Henkel - Georg v. Metaxa auf deutscher und Charles Hare - Frank Wilde auf englischer Seite vorgesehen und am Montag spielen zuerst Menzel gegen Shayes und dann Henkel gegen Hare. Neuer Hochsprung-Weltrekord für Frauen. Die Engländerin Dorothy Odam stellte bei einem Leichtathletikfest in Brentwood mit einem Sprung über 1,66 Meter eine neue Weltbestleistung im Hochspr'inqen, die natürlich gleichzeitig als Europa- Bestleistung zu werten ist. Die Engländerin, die beim Olympia 1936 in Berlin die Silber-Medaille gewann, übertraf damit den bisherigen Rekord der Amerikanerinnen Shiley und Didrickson um einen Zentimeter. Der Europa-Rekord wurde von der ungarischen Olympiasiegerin Csak mit 1,64 Meter gehalten. Zum Vergleich sei angeführt, daß der deutsche Rekord-auf 1,64 Meter steht und von Gräfin Solms (Berlin) seit 1938 gehalten wird. Iiinfstunden-Segelflüge über Marburg Im Verlaufe der gegenwärtigen Segelfluglehrgänge des Hochschulinstitutes für Leibesübungen gelang es den Segelfliegern P a l a n d und Schulz an den Berghängen zwischen Marburg und Cölbe über fünf Stunden in der Luft zu bleiben. Fluglehrer Reuter flog mit einem Rhönsperber zum Flugplatz Darmstadt. Reichssporlwetikamps der Hiiler-Iugend. Aufruf des Reichsjugendführers. Zum Reichssportweltkampf der Hitler-Jugend am 3. und 4.Juni erläßt der Reichsjugendführer Baldur von Schirach folgenden Aufruf: Am 3. und 4. Juni tretet ihr wie in jedem Jahr »nach dem Willen des Führers zum Reichsfport- Wettkampf der Hitler-Jugend an. Der sportliche Wettkampf ist die Krönung einer Erziehung zur Härte und körperlichen Kraft. Wer in seiner Jugend bim Körper beherrschen lernt, wird länger, glücklicher und gesünder leben. Adolf Hitler hat euch, deutsche Jugend, ein Reich gebaut, dessen Größe und Herrlichkeit zu schauen euch am längsten vergönnt sein wird. Ihr sollt sein Reich aber auch erhalten. In. der Kraft eurer Körper und der Tapferkeit eurer Herzen besitzt ihr die ewigen Bausteine des Großdeutschen Reiches. So danken ihm Mädel und Jungen für die Sicherung der Zukunft des deutschen Lebens auch dadurch, daß sie ihre körperlichen Kräfte in sportlichem Einsatz schulen und sich aesund erhalten. Bewahrt euch vor Tändelei und Verweichlichung, indem ihr frühzeitig den Sport vls die beste Medizin eures Lebens erkennt. So rufe ich Jungen und Mädel auf, geschlossen gum Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend 1939 «nzutteten. Wo ihr auf Deutschlands grünen Rusen eure Kräfte meßt, schaut die Nation auf ihre Jugend. Kämpft um den Sieg zur Ehre des Führers und zum Ruhme des Reiches! Aufruf des Reichssportführers. Reichssportführer von Tschummer und O st e n erläßt zum Reichswettkampf der Hitler- Jugend folgenden Aufruf: „Jungen und Mädel! Der Führer will, daß ihr einmal im Jahr eure sportliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellt. Der Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend 1939 gibt euch am 3. und 4. Juni Gelegenheit, diesem Befehl nachzukommen. Eure Eltern und Freunde wollen in diesem Jahr in besonderem Maße eure sportliche Arbeit verfolgen. Im Rahmen des Reichssportwettkampfes werden daher Gefolgschasts- und Gruppensportfeste durchgeführt, in denen sich auch die kleinste Einheit messen und bewähren kann. Tretet geschlossen zu diesem Wettkampf an! Beweist euren Willen zum kämpferischen Einsatz und zeigt in euren von hartem Einsatz und jugendlichen 'Frohsinn umrahmten Festen das umfassende Bild unserer Leibesübungen! „Das Fest der Gemeinschaft." NSG. Die Hitler-Jugend führt in diesem Jahr den Reichssportwettkampf am 3. und 4. Juni in Punkten unter Berücksichtigung der verschiedenes Altersklassen. , ... . Für die Arbeit der Bewertung stehen für den morgigen Samstag die Turnlehrer der Schicken unserer Stadt zur Verfügung, außerdem werden auch ältere Junggenossen aus dem Kreis der Hitler» Jugend hinzugezogen. Am Sonntag übernehmen Kameraden aus dem Reichsbund für Leibesübungen die Wertungsarbeit. Man hofft, die Wettkämpfe, an denen sich die ganze Hitler-Jugend des Stand» orts beteiligt, bis um die Mittagsstunde des Sonntags durchfuhren zu können. Die Leistungen, die von. den Jungmädeln und den Mädchen im BDM. er» wartet werden, entsprechen in sorgfältiger Abstufung der weiblichen Eigenart und Kraft. Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen durch. Am Vormittag des 3. Juni führen das Deutsche Jungvolk, am Nachmittag die Jungmädel und am Vormittag des 4. Juni die Hitler-Jugend, der Bund Deutscher Mädel und das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" ihre Wettkämpfe durch. Das Fest ist die große Jugendveranstaltung des Sommerhalbjahres, die in allen Standorten durchgeführt wird. Alle Jungen und Mädel legen dabei einen sportlichen Dreikampf ab. Die Wettkämpfe werden durch ein alle Gebiete des Jugendsportes umfassendes Rahmenprogramm zu Sportfesten ausgestaltet, die die Bezeichnung: „Das F e st der Gemeinschaft" tragen. Die besten Mannschaften der Gefolgschaften, Fähnlein, Jungmädel- und Mädelgruppen erwerben sich die Teilnahmeberechtigung an den Bann- und Untergausportsesten, die im Laufe des Monats Juni in allen Bannen und Untergauen durchgeführt werden. Die hier ermittelten besten Einheiten mesien sich dann am 1. und 2. Juli bei dem Gebietssportfest des Gebietes Hessen-Nassau. Die besten aus diesen Wettkämpfen dürfen an den HI.-Kampfspielen während des Reichsparteitages in Nürnberg teilnehmen. Der Reichssportwettkampf der HI. in Gießen. So wie überall im Reich, so werden auch in Gießen die Reichssportwettkämpfe durchgeführt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die Wettkämpfe beginnen bereits morgen, Samstag, früh, und zwar tritt zunächst das Jungvolk auf den Sportplätzen des VfB.-Reichsbahn und der Spielvereinigung 1900 an. Die Pimpfe haben in diesem Wettbewerb einen Dreikampf zu bestreiten, der aus einem 60-Meter-Lauf, einem Weitsprung und einem Ballweitwurf besteht. Hiller-Jugend und BDM. treten am Sonntagvormittag, ebenfalls auf den beiden genannten Plätzen, an. Die Hitler-Jugend hat dabei in einem 100-Meter-Lauf, in einem Weitsprung und im Keulenweitwerfen ihr Können zu beweisen. Die Wertung der Leistungen geschieht nach !lm den Aufstieg im Gau Hessen. In den Aufstiegskämpfen ist mit einem Erfolg von Borussia Fulda über den FSV.-Nb. Bebra zu rechnen, dagegen ist in der anderen Gruppe das Treffen zwischen Phönix Bad Vilbel und SC. Wirges als offen zu bezeichnen. Bad Vilbel möchte endlich zu den ersten Punkten kommen, während es für den Lahnmeister darum geht, den ersten Platz zu behaupten. Handball im Tv. Holzheim. Das Spielprogramm der Handballmannschaft des Tv. Holzheim war am vergangenen Wochenende nicht allzu umfangreich. Die erste Jugend trug in Gambach gegen die dortige erste Jugend ein Freundschaftsspiel aus. Sie konnte das Spiel überlegen gestalten und siegte mit 10:6 Toren. Die zum ersten Male auf den Plan tretende 2. Jugend verlor 5:3. Am anderen Tage nahm die 1. Jugend in Nieder» Weisel an einem Handballturnier teil. Sie spielte gegen Bezirksklassen-Mannschaften und konnte sich gut behaupten. Nachstehend die Ergebnisse der Spiele: Holzheim gegen Gambach I. 3:2; Holzheim — Södel I. 4:4; Holzheim — Butzbach 4. 2:5; Holzheim — Wohn- bad) I. 3:6. HSV-Admira und Schalke-DSC. Vorschlußrunde der deutschen Iußball-Meisterschaft. Am ersten Juni-Sonntag werden in Frankfurt a. M. und Berlin die beiden Endspielteilnehmer der deutschen Fußballmeisterschaft ermittelt. Welche Mannschaften werden es sein, die am 18. Juni im Berliner Olympiastadion zum Kampf um den höchsten Titel, den der deutsche Fußballsport zu vergeben hat, antreten? Die Wahl wird unter Hamburger SV., Schalke 04, Dresdner SC. und Admira Wien getroffen, und man müßte schon Hellseher sein, um hier mit der richtigen Voraussage aufzuwarten. Vier Möglichkeiten gibt es für den Endkampf: HSV. gegen Schalke, HSV. — DSC., Admira — DSC. und Admira — Schalke. Wir sind davon überzeugt, daß jede — je nach Einstellung — verfochten wird, glauben aber auch, daß der größte Teil der deutschen Fußballgemeinde wohl mit einem Endspiel zwischen HSV. und Schalke rechnet, was wiederum bedeutet, daß die beiden ruhmreichen deutschen Altmeister als Favoriten der Vorschlußrunde betrachtet werden. Die beiden Mannschaften, die am Sonntagnachmittag ihr großes Können mit Siegeswillen, Kampfkraft, Aufopferung — und Glück zu paaren verstehen, werden die Sieger des Tages sein und zum Endkampf antreten dürfen. Im riesigen Berliner Olympiastadion, das über 100 000 Fußballfreunden Platz bietet, kreuzen West- falens Meister Schalke 0 4 und Sachsens Meister Dresdner SC. die Klingen, während das Frankfurter Sportfeld mit seinen für rund 80 000 Besucher ausgebauten Rängen der Schauplatz des Treffens zwischen dem Ostmarkmeister Admira Wien und dem Nordmarkmeister Hamburger SV. sein wird. Das sind zwei Kämpfe von großem Format, die sicher ihre Anziehungskraft nicht verfehlen werden. Unsere gefallen! Wie könnte es auch anders sein, wo wir das Schönste vom Schönen gewählt haben und so groß in kleinen Preisen sind. Stoffe von uns sind schon etwas Besonderes! Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Plockstraße 14-16 HA I I 6 iaowjwk öS» \‘iä ühhW Nunhlüecn von3 bis 20v-H-erhalten Sie bei wieder» IvuLllldööC holten Veröffentlichungen einer Anzeige! 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