Nr. M Erstes Blatt Dienstag, 2. Mai 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Lammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche Universttöttdruckerei «.Lange In Siehe». Schristleilung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Tezt- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- fpaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- iu behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Fest der Volksgemeinschaft im Großdeuischen Reich. Das deutsche Volk bildete am 1. Mai wieder eine einzige frohe Gemeinschaft. Arm in Arm zogen die Millionen der Schaffenden mit freudigen Herzen und frohen Liedern zur festlichen Kundgebung unter dem Maibaum und vereinten sich dann zu froher Feier bei Spiel, Gesang und Tanz. Einst ein Tag des Streites und Hasses, hat das Dritte Reich den 1. Mai zum Tag der Freude und Gemeinschaft, zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes erhoben. Achtzig Millionen erlebten an diesem Frühlingsfest der Nation wieder das Wunder einer großen und echten Volkskameradschaft. Berichte aus aller Welt melden, daß auch unsere Volksgenossen jenseits der Grenzen mit ihren Herzen an diesem Volksgemein- schaftsfest teilnahmen und sich überall zu erhebenden Feierstunden versammelt hatten. So war der 1. Mai auch in diesem Jahre wieder eine überwältigende Demonstration der deutschen Volksgemeinschaft. Die Einigung der Nation, das große Werk Adolf Hitlers, fand an diesem wahren Volksfeiertag ihren schönsten und lebendigsten Ausdruck. Zum 'erstenmal konnten jetzt nach ihrer Befreiung auch die Volksgenossen im Sudetenland und an der Memel den deutschen Mai- baum aufrichten und den Nationalen Feiertag festlich begehen. Ganz Großdeutschland prangte in frischem Grün des Frühlings. Städte, Dörfer und kleinste Flecken hatten sich mit Blüten und Birkenreis herrlich geschmückt. Leuchtend rot wehten inmitten dieses Frühlings aus allen Fenstern und von allen Türmen die Banner des Dritten Reiches. Straßen und Plätze waren in Feierstätten verwandelt und erfüllt von frohem Gesang. Jung und alt, Männer und Frauen, Arbeiter der Stirn und der Faust, Bauern und Soldaten — sie alle waren der Parole dieses Festtages gefolgt, die über dem ganzen Großdeutschen Reich machtvoll aufklang: „Freut euch des Lebens!" Der Staatsatt im Lustgarten. Berlin, 1. Mai. Die Krönung des Nationalen Feiertages bes deutschen Volkes 1939 war wiederum der Staatsakt im Lu st garten der Reichshauptstadt. Es ist ein überwältigender Anblick, den der Lu st gart en bietet. Die repräsentativen Bauten des Schlosses, des Domes und des alten Museums geben mit den hohen Fahnenwänden hinter den Tribünen an der Dom- und Spreeseite dem Platz einen wuchtigen Rahmen. In der Mitte ragt der 52 Meter hohe, prächtig geschmückte M a i - bäum empor, den die befreiten sudetendeutschen Gebiete der Hauptstadt des Großdeutschen Reiches als Dank und Gruß gesandt haben. In dem gewal-' tigen Rechteck aber und auf den Tribünen an der Prachtstraße Berlins stehen Kopf an Kopf, soweit das Auge reicht, die Massen des schaffenden Berlins. Trotz des trüben, aber erfreulicherweise trockenen Wetters herrscht frohe Feiertagsstimmung. Diele tragen die Uniform der Werkscharen oder der Parteigliederungen. Fröhlich singen sie die Kampflieder der Bewegung, begeistert lauschen sie den Klängen der zahlreichen Musikkorps, die später von den vier Musikkorps der Wehrmacht unter der Stabführung des Obermusikinspizienten des Heeres, Prof. Schmidt abgelöst werden. Auf den Tribünen der Spreeseite sieht man im ersten Block die Reichsregierung und das Parteiführerkorps sowie viele Offiziere'der Wehrmacht. Auch der Gouverneur von Rom, F ü r st C o l o n n a , ist mit seiner Gattin gekommen. Auf dem anschließenden Tribünenblock haben das Diplomatische Korps und die Militärattaches Platz genommen. Jubelnde Zurufe begrüßen etwa eine Stunde vor Beginn des Staatsaktes die Ehrenabordnungen der deutschen Arbeiterschaft, die auf den Tribünen der Domseite ebenso wie die 141 Sieger des Reichsberufswettkampfes einen bevorzugten Vlatz unter den Ehrengästen der Reichsregierung erhalten haben. Viel Aufmerksamkeit findet eine Abordnung der Siebenbürger Schwaben in den malerischen Trachten ihrer Heimat. Die Musikkorps der Wehrmacht, die neben der Freitreppe des alten Museums aufmarschiert sind, intonieren den „Reaimentsgruß", und aus dem Schloßhof marschieren 19 Standarten und 694 Fahnen und Stander aller Gliederunaen der Partei zur Freitreppe. Wenig später marschieren mit klingendem Spiel die Ehrenkompanien der Wehrmacht, der Leibstandarte Adolf Hitler und der Schutzpolizei in Paradeuniform auf. Wieder stiegen die Armee hoch, als der Reichsaußenminister von Ribbentrop M't den ungarischen Gästen, dem Ministerpräsidenten Graf Teleki und dem Außenminister Graf Cfaki erscheint Mit dem Glockenschlag 12 Uhr intonierte das Musikkorvs der Ehrenkompanie den Präsentier- -marsch. Der Führer ist im Lustgarten cmaekom- men! Zunächst schreitet er die Front der Ehren- ikompanie ab, um dann durch den Mittelweg, non ttosenden Heilrufen empfangen, zur Freitreppe des 'Olten Museums zu gehen In Bealeitung Adolf Hitlers sieht man den Stellvertreter d e s ?Führers, Reichsoraanisationsleiter Dr Ley, Meichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick, Reichsführer ff Himmler, Reichspressechef Dr Dietrich und die Adjutanten des Führers. Langsam geht am Rednerpult die Führerstandarte hoch. Der Jubel der Massen wiederholt sich, als Adolf Hitler auf der Freitreppe sichtbar tmirt>, Ruhe tritt erst ein, nachdem Reichsminister Dr Goebbels an das Mikrophon getreten ist, tum die gewaltige Kundgebung des schaffenden Deutschland zu eröffnen. Dann nahm Reichsorgani- i'ationsleiter Dr. Ley das Wort. Nach einem kurzen Rückblick auf die in den sechs Jahren vollzogene restlose Ueberwindung des inneren Haders wendet er sich an die Schassenden: „Man sagt in der Welt, ihr Arbeiter würdet unterdrückt, man hätte euch die Freiheit genommen, Despoten regierten über euch Sie kennen uns nicht und nicht das Volk, aber eines sollte ihnen die Klugheit sagen: Ein Volk, das unterdrückt ist, wie sie es glauben, könnte niemals solche Leistungen vollbringen, denn mit Bajonetten kann man keinen Westwall, keine gigantischen Fabriken Der Führer spricht: Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Meine deutschen Arbeiter! Der 1. Mai war seit jeher ein Fest und ein Feiertag unseres Volkes. Es hing dies zusammen mit unserer langen Winterszeit. Dieser Winter erscheint uns heute nicht mehr als das, was er einst war. Die Welt von jetzt treibt Sport, in unseren Städten strahlt das elektrische Licht, die Wohnungen sind durch unsere moderne Wärmetechnik zu heizen, mit anderen Worten: der Winter zeigt sich uns nicht mehr so, wie ihn unsere Vorfahren wohl durch Tausende von Jahren erlebten. Man muß sich in diese Zeit zurückdenken, um zu verstehen, was damals der Frühling bedeutete. Und am 1 Mai feierte man den Frühlingsanfang — das große Frühlingsfest des Volkes Alle Menschen haben an diesem Fest teilgenommen, weil sich dieser Frühling allen gleichmäßig offenbarte — so lange, bis ein Parasit in unter Volk eindrang und in ihm vorhandene und künstlich noch verstärkte Schwächen benutzte, um eine neue Lehre des Hasses und des inneren Kampfes zu konstruieren und ihr den 1. Mai, gerade den Tag des Frühlings und der Freude, als Festtag zu weihen So wurde das Fest des Frühlings zum Tag des Kampfes des Klassenkampfes! Freilich: auch hier zeigte sich die ganze Unfähigkeit der damaligen Machthaber Denn obwohl sie die Macht in Deutschland hatten, konnten sie doch nicht einmal ihren Festtag zum nationalen Feiertag proklamieren Das haben erst wir Nationalsozialisten getan. Dir taten es in der Neberzeugung, daß dieser lag wieder zum Festtag des Frühlings werden muß. eines wirklichen deutschen Frühlings, zum Festtag damit all der Menschen, die durch ihre Arbeit teilnehmen an der Erhaltung und Sicherung des Volkes, zum Festtag der Schaffenden und damit Festtag der deutschen Volksgemeinschaft. Besonders heuer, meine Volksgenossen, müssen wir das empfinden. Denn wir erleben nicht nur einen Frühlingsanfang in der Natur, wir erleben den Früh- llngfianfang in unserem Volke. Es und keine Wirtschaft neu aufbauen, sondern dazu muß man freiwillige Menschen haben." Langanhaltender Beifall beweist, daß Dr. Ley den Massen aus dem Herzen gesprochen hat. Und begeisterten Widerhall findet auch das von dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront im Namen aller Deutschen dem Führer abgelegte Gelöbnis zum Einsatz aller Kräfte für Volk und Reich. Zum Orkan aber steigert sich der Jubel, als jetzt der Führer spricht. ist schöner, heller und lichter geworden bei uns. und wenn auch die einen oder die anderen an diesem Licht noch keinen Anteil haben oder vielleicht nicht teilhaben wollen — so werden sie doch diese aufgehende Sonne nicht mehr verdüstern können, Heber haß und Zwietracht erhebt sich die neue deutsche Volksgemeinschaft! Was uns diesen 1. Mai besonders feiern läßt, ift das Bewußtsein, daß nunmehr seit einem Jahr aufs neue Millionen deutscher Volksgenos - sen zum Reichzurückgekehrt sind. Was das bedeutet, können die gar nicht ermessen, die immer das Glück hatten, in einer großen, national gesicherten Gemeinschaft leben zu dürfen. Das wissen aber die, die in jahrelanger Qual das Ende ihres Volkstums kommen sahen, aber sich diesem Ende mit Fanatismus widersetzten. Es gibt kein schöneres Symbol für dieses Fest als den Baum, den Sie hier in unserer Mitte sehen, diese gewaltige Tanne, die aus dem Sudetenland stammt, von jenen Deutschen geschickt, die diesen 1. Mai zum ersten Male offen und frei mit ihren anderen Volksgenossen feiern dürfen. (Brausende Heilrufe.) Daß nun das neue Deutschland diesen 1. Mai anders feiert als einst, ist schon wunderbar. Daß ihn Großdeutschland feiern kann, muß uns alle glücklich machen; daß ihn aber die deutsche Volksgemeinschaft heute feiert, ift wohl das Entscheidendste; denn darin, meine Volksgenossen, liegt eine Revolution, eine gewaltige Revolution! Wer kann noch zweifeln, daß mir uns im gewaltigsten Umbruch aller Zeiten befinden! Welch eine Revolution der Gedanken, daß wir bei uns eine Welt von Auffassungen beseitigten nicht dadurch, daß wir sagen: Eine Klasse wird vernichtet, um eine andere an ihre Stelle zu setzen, sondern dadurch, daß wir propagieren: Die Klassen werden überhaupt beseitigt, um an ihre Stelle das Volk, d i e V o lksgerneinschaftzu setzen! (Wieder brausender Beifall.) Als ich im Jahre 1933 die Macht übernahm, da zeigte sich unser Deutschland noch als der in einzelne Staaten aufgelöste und nur halb zusammengehaltene Stammesstaat. Heute gibt es keine dieser Erscheinungen mehr: Ein Volks- r e i cf) ist an dessen Stelle getreten, einheitlich organisiert, einheitlich ausgerichtet, und das Wort: „Ein Volk, ein Reich und eine Führung" bedeutet schon wirklich eine Revolution in deutschen Landen. (Aufs neue tosender Beifall.) Aber auch in der Arbeit selbst haben wir eine Revolution der Auffassungen herbeige- führt. Wir haben zu dem Dienst mit der Waffe noch einen zweiten Dienst geschaffen, den der nationalen Arbeit: wir haben den Spaten neben das Gewehr gesetzt und ihn genau so geadelt. Eine Erziehung wird hier begonnen, die. wenn sie erst einmal 50 oder 100 Jahre andauert, die letzten Reste von Vorurteil aus unserem Volk herausgerissen haben wird. Das ist auch eine Revolution. Wir haben einige Erkenntnisse allmählich in Fleisch und Blut übernommen, die so einfach und natürlich sind, daß sie vielleicht gerade deshalb bisher nicht erkannt worden sind. Wir haben gelernt, unser Leben und seine Ansprüche im wesentlichen durch die Produktion gesichert zu sehen, das heißt, an die Spitze unserer Wirtschaftserkenntnisse ist der Grundsatz vertreten, daß ein Volk nur das verzehren kann, was es sich erarbeitet. Es ist dies kein Geldproblem, sondern ausschließlich ein Produktionsproblem. Die Lebensgrundlage eines Volkes liegt nicht in Doktrinen'und Theorien, sondern im eigenen Lebensraum, d. h. in dem, was ihm die Erde zum Leben gibt! Daher ist der Lebensraum nicht zu trennen von der Lebenshöhe eines Volkes. Zu diesem Lebensraum aber muß — und auch das wieder ist ein revolutionäres Bekenntnis — noch dazu kommen der Fleiß, die Energie und die Fähigkeit, mit der ein Volk auf feinem Lebensraum das heraus- wirtschaftet, was es herauswirtschaften kann. Und dann die größte Erkenntnis: Denn durch sie ist die Notwendigkeit einer Volksgemeinschaft gegeben, selbst wenn das Blut allein nicht genügend dafür zeugen sollte. Weine Volksgenossen! kein Führer kann mehr an Kraft einsehen als seine Gefolgschaft ihm an Kraft gibt! Was bin ich ohne euch! Das ihr mir nicht gebt, kann ich niemals zu euerem Vorteil zum Einsatz bringen? Ein Blick vorn Berliner Schloß auf den Lustgarten zu Beginn des Staatsaktes. Im Hintergrund die Straße Unter den Linden mit dem Zeughaus rechts. — (Scherl-Bilderdienst.) V^yv-* l /fr» ' WAM.,E ■ EN K'v’: ~ ry a KL"- -? **■ ' •' *$*-?;* Frühlingsanfang des deutschen Volkes. Ä- Er x / i M Der Führer bet seiner Rede im Berliner Lustgarten. — (Scherl-Bilderdienst.) Denn ihr mir euere einmütige Geschlossenheit verweigert, was wollte ich tun? Ich bin ein einzelner Dann. 3d) kann den besten willen besitzen — er ist nicht mehr wert für euch als euer Wille wert ist für mich! Wie klein sind demgegenüber all die sonstigen Differenzen des Lebens! Wie wichtig tun sich doch die einzelnen Menschen, meine Volksgenossen. Der eine bildet sich auf das etwas ein, der andere wieder auf etwas anderes. Der eine ist schon stolz, weil er vielleicht 10 Zentimeter größer ist als der andere. (Stürmische Heiterkeit.) Der andere wieder freut sich, weil sein Kopf, wie er glaubt, besser aussieht, weil schon seine Vorfahren einen besseren gehabt haben sollen. Es ist nicht erwiesen. Wieder ein anderer sieht einen Vorzug darin, daß momentan seine Geldbörse etwas voller ist — ich sage momentan, denn erfahrungsgemäß kommt so etwas und vergeht wieder. Wieder ein anderer sagt: „Ich habe ein paar Klassen mehr studiert als Sie. Haben Sie die Zeugnisse, die ich habe? Nein! Folglich bin ich mehr wert als Sie. Ich habe es durch Zeugnisse bestätigt!" usw. (Brausender Beifall.) So hat jeder ganz wichtige Unterlagen und Grundlagen für seine persönliche Ueberheblichkeit. Aber wie lächerlich ist das doch alles gegenüber dem gemeinsamen Schicksal, das sich gebieterisch über uns erhebt, was bedeutet das alles gegenüber der Tatsache, daß wir entweder gemeinsam unseren Lebenskampf beginnen oder alle zufammen zugrunde gehen — auch der mit feiner fo- genannten größeren Geldbörse oder seinem alteren Namen oder seinen Vorfahren oder feiner vermeintlichen Bildung. (Wieder stürmische Zustimmung.) Wir sind aus Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Und wenn es einer noch nicht begreifen sollte — ich weiß nicht wo er steckt — (erneute Heiterkeit), dann müßte er es erkennen an der Einstellung der übrigen Welt. Wie steht sie uns gegen- über? Was haben wir von ihr überhaupt zu er* warten? Sind nicht wieder die alten Einkrei- fungspolitiker tätig, zum Teil Leute, die schon im Jahre 1914 nur Haß kannten? (Die Massen brechen in stürmische Entrüstungsrufe aus.) Es ist dieselbe internationale Clique von Kriegshetzern, die schon damals ihr Unwesen getrieben hat. Was können wir von denen erwarten, meine Volksgenossen? Ich glaube, es ist notwendig, daß alle Deutschen diese lächerlichen Vorurteile, soweit sie noch vorhanden sein sollten, weit von sich wegwerfen und fe st aneinanderrücken in der Ueberzeugung, daß wir gemeinsam und geschlossen jeder Gesahx gewachsen sind, getrennt ihr ober erliegen werden. (Die Hunderttausende stimmen erneut dem Führer zu.) Und daher wollen wir auch nufer Volk indemSi n n e erziehen. Und wenn mich manchesmal vielleicht so ein alter bornierter Knopf zur Verzweiflung bringt, da brauche ich ja bloß seinen Jungen anzuschauen, und dann kriege ich schon wieder die Hoffnung. (Wieder stürmischer Beifall.) Das, was an diesen alten Stänkern nicht mehr zu reparieren ist, das hat die Jugend, Gott fei Lob und Dank, schon l ä n g st ü b e r w u n d e n. In ihr wächst ein neues Geschlecht heran, ein Geschlecht, so wie wir es uns einmal für die Zukunft vorstellen. Wir tun alles, was man überhaupt tun kann, um diese Erziehung durchzufetzen. Manchmal gehen wir dabei allerdings über die sog. Freiheit des einzelnen hinweg. Ich kann mir vorftellen, daß es den einen oder anderen gibt, der sogt — oder sagen würde, denn er kann es jetzt nicht sagen —: ,Lch sehe nicht ein, warum mein Sohn jetzt zum Arbeitsdienst soll. Er ist doch zu etwas Besserem geboren. Warum soll er jetzt mit einem Spaten herum gehen? Könnte man ihn nicht irgendwie geistig beschäftigen, ihm geistige Arbeit geben?" — Was du, mein lieber Freund, schon unter Geist verstehst! (Wieder stürmische Heiterkeit.) Wenn dein Junge jetzt sechs Monate im Westen mit dem Spaten für Deutschland gearbeitet hat, dann hat er praktisch mehr geleistet a\s vielleicht dein ganzer Geist Zeit seines Lebens für Deutschland leisten könnte. (Brausender Beifall.) Und vor allem: er hat ja mitgeholfen, eine der schlimmsten geistigen Verirrungen zu beseitigen, die es gibt, nämlich di e innere Zerrissen- heit eines Volkes. Wir können natürlich nicht sagen: „Wenn er nicht will, braucht er nicht zu arbeiten." Bildet man sich vielleicht ein, daß die Arbeit, sagen wir in einer chemischen Fabrik, mit einem ganz üblen Geruch in einer Demokratie so etwas Wunderbares sei, so etwas Herrliches? Man sage mir doch nicht: „Ja, das ist der 3auber der Arbeit, der hier duftet." (Wieder stürmische Heiterkeit.) Durchaus nicht! Das ist ein Gestank, meine verehrten Herrschaften! Aber es müssen hunderttausend Arbeiter das eben dann mitnehmen, und sie nehmen es auch mit. Folglich kann der andere auch den Spaten auf sich nehmen! Und er wird i h n auf s i ch nehmen. Und damit komme ich zum Problem der Frei- heit überhaupt. Freiheit? Jawohl! Soweit das Interesse der Volksgemeinschaft dem einzelnen Freiheit gibt, ist sie ihm gegeben. Dort, wo seine Freiheit die Interessen der Volksgemeinschaft beeinträchtigt, hört die Frei- heit des einzelnen auf. Dann tritt die $ r e i - heit des Volkes an die Stelle der Freiheit des einzelnen. (Brausender Beifall). Im übrigen wjrd in keinem Staat die geistige Leistung mehr geschäht als bei uns. Ich glaube, das sieht man schon an der Führung. (Beifall und Heiterkeit). Wir bilden uns ein. daß in Deutfchalnd immerhin Leute an der Spitze des Staates stehen, die es geistig mit den Vertretern der anderen Staaten schon aufnehmen können. (Wieder brausende Heiterkeit). Ueber aller Freiheit des einzelnen steht aber die Freiheit unseres Volkes, steht die Freiheit unseres Reiches. Die Sicherung des deutschen Lebensraumes ist für uns das höchste Gebot. Daß wir den Frieden lieben, brauche ich dabei nicht zu betonen. Ich weiß, daß eine gewisse internationale Journaille Tag für Tag lügt, uns ver- dächtigt und uns verleumdet. Mich wundert das nicht, denn ich kenne diese Kreaturen ja zum Teil noch von hier. Sie sind auch ein Exportartikel, aber nur als Ausschußware der deutschen Nation! (Stürmische Zustimmung). In der Amerikanischen Union hat man eine Boykotthetze gegen den deut- schen Export organisiert. Es wäre, glaube ich, vernünftiger gewesen, man hätte die deutschen Waren statt die minderwertigsten deutschen Subjekte importiert. Wir können allerdings froh sein, daß wir diese Ware los sind! Wie die anderen damit fertig werden, ist ihre Sache. Daß sie uns nicht gefährlich werden, dafür werden wir sorgen. Und dafür habe ich vorgesorgt! (Stürmische Heilrufe). Ich kenne ja doch meine politischen „Freunde" von der Zeit vor der Machtübernahme, die Leute, die damals immer aussprachen, daß sie kein Vaterland kennen. Das stimmt ja auch, weil sie ja Juden sind und daher mit uns nichts zu tun haben. Diese Leute bestätigen natürlich jetzt ihre Auffassung und ihr altes Bekenntnis, das heißt: Sie Hetzen gegen Deutschland mit allen Mitteln. Und ich — ich rüste mit allen Mitteln! (Begeisterte Ovationen der Massen). Daß ich den Frieden liebe, geht vielleicht am meisten ans meiner Arbeit her- vor. In ihr legt der Unterschied zwischen mir und diesen Kriegshetzern. Das schasse ich, und was tun diese Elemente? Ich habe hier ein großes Volk und trage dafür die Verantwortung. Ich versuche, dieses Volk groß und glücklich zu machen, ungeheuere werke werden hier geschaffen, gewaltige Industrien entstehen, große Bauten für die Volksertüchti- gung werden ins Leben gerufen, gewaltige Dokumente unserer Kultur find im Bau begonnen worden — nicht nur hier in Berlin, sondern auch in einer großen Anzahl weiterer deutscher Städte. Das haben wir nicht alles in diesem Jahre geschaffen! Was ist in diesem Jahre alles begonnen worden! Und wie oirie dieser Werke brauchen zehn und zwanzig Jahre, bis sie fertig werden! Ich habe also Grund genug, den Frie- Oie Sieger im Reichsberufswettkampf. Die Verkündung der Deichssieger in der Kölner Messehalle. Köln, 29. April. (DNB.) Mit der Verkündung der Reichssieger in der Osthalle der Kölner Messe fand der diesjährige Reichsberufswettkampf am samstagmittag seinen festlichen Ausklang. Der Reich? jugendführer sagte: Wenn wir heute totebtt stark geworden seien, so verdanken wir dies nicht den Waffen an sich, sondern dem Umstand, daß wir in Deutschland den Grundsatz der Leistung überall durchg^etzt haben. Der Mann, der als Führer der Nation vor uns stehe, führe das Volk, weil er in ihm d i e größte Leistung vollbracht habe. Alle Teilnehmer am Reichsentscheid des Reichsberufswettkampfes feien auch ein Gleichnis für den Durchbruch des Leistungsgedonkens. Wie sehr der Reichsberufswettkampf ein sozialistisches Gesicht habe, sei ihm besonders an diesem Tage wieder klar geworden, als er erfahren habe, daß jeder zweite Gausieger der Sohn eines Arbeiters und jeder achte der Sohn eines Hilfsarbeiters fei. 50 Prozent der Sieger hätten keine eigenen Mittel zur Berufsausbildung besessen, und ein Fünftel von ihnen habe ursprünglich einen anderen Beruf ergreifen wollen. Diese Tatsachen sollten uns Ansporn fein, die Fehler der Berufslenkung in der Vergangenheit zu überwinden und eine neue, bessere auszubauen, durch die wir jedem deutschen Jungen und Mädel die Gewähr bieten könnten, daß der Berus erlernt werden könnte, der feinen Fähigkeiten und Neigungen am meisten entspreche. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sagte dann: Der Weg, den Deutschland gehen müsse, sei schwer. Darum müsse jeder, wenn wir unser Ziel erreichen wollten, sich mühen und plagen. Er müsse Opfer bringen und Mut und Tapferkeit beweisen. Der Reichsberufswettkampf solle vor allem dazu dienen, die tüchtigsten Menschen herauszufinden, damit durch ihre Förderung eine Leistungssteigerung erreicht werde, die wiederum zur Sicherung unserer Freiheit beitragen werde. Wenn wir in diesem Bewußtsein alle Energie zusammennehmen, dann werde dem deutschen Volk der Sieg nicht versagt bleiben und sein Bestand für alle Ewigkeiten gesichert sein. Zum Schluß nahmen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer von Schirach die Verkündung der rund 600 Reichssieger vor, wobei sie jeden einzelnen zu seinem Erfolg beglückwünschten und ihnen das Reichsdiplom überreichten. Unter den Reichssiegern im Berufswettkampf 1939, die dem Führer vorgestellt wurden, befinden sich u. a.: Josef Trippe, Frankfurt a. M., Chemiearbeiter; Else Schmidt, Rüdesheim, Kinderpflegerin; Otto Ruth, Langenselbold, Verkäufer; Kurt Hecker, Kassel, Kreditgenossenschaften; Ludwig Engel, Frankfurt a. M., Telegr.-Baulehrling. Unter den Arbeitsgemeinschaften deutscher Hochschulen errangen im 4. Reichs- berusswettkampf der deutschen Studenten u. a. den Titel Reichssieger: In der Sparte „Erziehung": Studentenführung Universität Marburgs Thema: „Beiträge zum Aufbau neuer Jugendpsychologie"; in der Sparte „Studentinnen": Studentenführung Universität Heidelberg; Thema: „Mutterschaft und Frauenarbeit im Tabakgewerbe". Unter den Reichssiegern befinden sich ferner noch: Gertrude Breth, Worms a. Rh., Verkäuferin; Sir sind. Drt Jüngere aber hat es im> Don diesem Standpunkt aus behaftet, gewinnt die ftonehtur von grauem Fjoot auch für den Nlpnn ein andere» öesicht. Denn Beruf und auch im Leben leichter. Mit fileinol fjesha Simpler ist e» einfach, dem Fioar die Jorbe feiner Jugend jurüdrjugeben. Die Wirkung ist verblüffend — obfolut naturecht k KLEIN 01 KLEINOl BERLIN -NEUKÖLLN Verte*gen Sie ee* Ihrem Prieeur eine Heer#6*wngl Hesha Simplex Adam Kellner, Santa, Zigarrenmacher; Walter Fuhrmann, Frankfurt a. M., Stoffdrucker; Karl Bender, Berghausen H.-N., Handschuhmacher; Johann Schneider, Jssel/Trier, Modellschlosser; Gotthold Schönwandt, Kassel, Silberschmied; Hans Wagner, Offenbach a. M., Chromolirho- graph; Ludwig Graf, Frankfurt a. M., Positiv- Retuscheur ; Erika Raa sch, Ob e rsch m i 11 e n /H - N., Sortiererin; Paul Kurth, Dillenburg, Maschi- nensetzer; Karl Bederer, Frankfurt a. M., Kontobuchbinder; Irene Uickel, Wetzlar, Postangestellte; Heinrich Geiger, Frankfurt a. M., Uns.-Vers.; Johann Anstatt, Mainz-Weisenau, Zementarbeiter; Margrit Linz, Frankfurt a. M., Küchenmädchen; Karl Koch, Frankfurt a. M., Allg. Großhandel; Willi Berndt, Kassel, Hand- lungsgehilfe. den zu wollen, aber diese Hetzer brauchen den Frieden ja nicht, weil sie für den Frieden nichts schassen und nicht für ihn arbeiten. Ich brauche die einzelnen Figuren gar nicht zu nennen. Das sind die unbekannten internationalen Schreiberlinge. Sie sind so maßlos gescheit! Sie wissen überhaupt alles. Nur eines haben sie nicht gewußt, nämlich daß ich z u r Macht komme. (Wieder stürmische Heiterkeit.) Das haben sie noch nicht einmal gewußt im Januar 1933. Sie haben auch nicht gewußt, daß ich a n d e r Macht bleibe, das glaubten sie noch nicht einmal im Februar 1933. Sie haben nicht gewußt, daß ich Deutschland frei machen werde, das haben sie noch nicht einmal 1935 oder 1936 geglaubt. Sie haben auch nicht gewußt, daß ich die deutschen Volksgenossen befreien und in die Heimat zurückfuhren werde, das haben sie noch nicht einmal 1937 und 1938 gewußt. Daß ich auch den letzten Re st frei machen werde, haben sie noch nicht einmal im Februar des heurigen Jahres gewußt. Sie haben nicht gewußt, daß ich sieben Millionen Erwerbslose beseitige, noch vor drei Jahren wußten sie es nicht, noch vor zwei Jahren glaubten sie es nicht. Daß ich in Deutschland einen Dierjahresplan durchsetzen werde, haben sie auch nicht gewußt. Gar nichts haben sie gewußt! Aber sonst wissen sie alles! (Stürmische Heiterkeit.) Ich weiß nicht, die Leute sind ja immer Parasiten gewesen, aber manchesmal kommt es einem doch vor, als ob sie eine besondere Art von Gehirnparasiten wären. Was ich in der Rede z. B., die ich jetzt vor Ihnen halte, sage, das haben sie schon gestern genau gewußt. Auch wenn ich es selbst noch nicht gewußt haben würde — aber sie wußten es schon, diese Gesäße der Weisheit. (Erneute stürmische Heiterkeit.) Es gibt überhaupt nichts, das diese Art von Kreaturen nicht wissen. Wobei sie die eiserne Stirn haben, dann, wenn ihre Behauptungen Lügen gestraft werden, sofort neue Behauptungen aufzustellen. Ein alter Judentrick! Dadurch kommen die Menschen nicht zum Nachdenken. Wenn diese nämlich Nachdenken würden, was die alles schon prophezeit haben, und was dann ganz anders gekommen ist, bann würden sie für ihre Lügenmeldungen nicht einmal mehr einen blanken Sechser erhalten. Aber es ist gerade ihre Taktik und ihr Trick, daß sie, kaum daß eine Prophezeiung widerlegt ist, sofort drei weitere bringen. So lügen sie sich nach einem Schneeballensystem eben weiter — von heute auf morgen, von morgen auf übermorgen. Die augenblicklich letzte Lüge ist, daß die 20 000 Deutschen, die seinerzeit in Marokko hätten gelandet werden Gießener Gtadttheater. 14. Morgenveranstaltung: Kammer-Orchester-Konzert. Peter Tschaikowsky ist für viele die ver- bindende Brücke zur slawisch-russischen Musik geworden. Die vermittelnde Stellung, die er zwischen den ost- und westeuropäischen Musikempsinden und Musikerleben einnahm, hat namentlich bei uns für die urtümlich-russische Musik nachhaltig den Weg geebnet. Diese Sondermission Tschaikowskys war blutmäßig durch die einer französischen Refugis- samilie entstammende Mutter bedingt. Ein gewisser Sinn für Klarheit und Geschliffenheit der Form ließ russisches Volksgut in einer dem Westeuropäer naheliegenden Fassung unmittelbar werden. Daß besonders Mozart von Jugend her für Tschaikowsky von bestimmendes Einfluß wurde, hat seiner Schreibweise ein besonderes Gesicht gegeben. Es ist beispielsweise für ihn bezeichnend, daß er von Mozart förmlich schwärmt, während er den Werken Beethovens mehr mit Ehrfurcht begegnet. In feinen Entwicklungsjahren ließ Schumann manches in ihm wach werden. Wenn wir die fast elegante Flüssigkeit seines Stiles betrachten, so möchte man annehmen, daß er auch von Johann Strauß, dem Walzerkönig, der u. a. bei einem Gastspiel in Petersburg (1865) eine frühe Orchesterkomposition Tschaikowskys der Oeffentlichkeit vermittelte, beeindruckt wurde. Die im Winter 1880/81 entstandene Serenade für Streichorchester op. 48 läßt deutlich die westeuropäischen und vornehmlich deutsche Einflüsse erkennen. Bewußt folgt er in dem Kopfsatz Pezzo in forma di Sonatina der üblichen, traditionell festgelegten Sonatenform. Mit dem Walzer durchbricht er die in der deutschen Musik streng inne- gehaltene Scheidung zwischen sogenannter ernster und unterhaltender Kunst. Das leicht Schwingende dieses anmutigen Satzes bindet sich hier mit duftiger Klangsinnlichkeit. In der Elegie aber bricht die slawische Eigenart in ihrer versunkenen Verhaltenheit durch, während das Finale sowohl in der An- dante-Einleitung als auch im Hauptthema originales russisches Volksgut übermittelt. Wenn dann vor Eintritt der letzten Coda die Kopfeinleitung des ganzen Werkes wieder erklingt, so möchte man doch zwischen dieser und dem Finalthema eine mehr als äußerliche, ja eine organisch bedingte Verwandtschaft erkennen. Es war geradezu überraschend, wie volltönend der immerhin nicht sehr stark besetzte Streichkörper sich unter Joachim Popelkas Leitung entfaltete. Das Andante der Einleitung mit seiner wuchtigen Akzentschwere und der Uebergang zum Allegro mit seinen differenzierten dynamischen Abstufungen führten den Hauptsatz ein und ließen ihn sich in klanglicher Unmittelbarkeit und durchsichtigem Gefüge der lebhaften Figuration entwickeln; in seinem Hüpfenden, Graziösen steigerte sich das Seitenthema im Wechsellicht seiner feinen» Thematik stark auf. Der Walzer mit seiner galant gefühlvollen Linienführung, seinen in Terzen seufzenden Geigen und seinen prickelnden, spritzigen Figurationen wurde so seiner Wirkung sicher. Die innere Schwere des Klanges, gebunden durch ausdrucksstarke Zurückhaltung, ließ das Eingangsthema der Elegie zu zwingendem Eindruck werden. Die Verwobenheit des Gesangsthemas trat in den einzelnen Streichergruppen mit tiefem Empfinden und klanglicher Schönheit hervor; besonders aber in den Bratschen und Celli; das klangliche Entschwinden des Schlusses war äußerst sauber und schwebend in seinen Flageolettönen. Das Finale wurde zur beherrschten, impulsiv durchglühten realistischen Tanzszene. Der zweite Teil der Dortragsfolge gab mit der „Musik für Klavier und Kammer- o r ch e st e r" einen interessanten Einblick in das Schaffen Joachim P o p e l k a s ; zu dem Streichkörper traten hier Trompete, Saxophon, Flöte, Oboe und Klarinette hinzu. In der Gegenüberstellung des Soloinstrumentes und in der Verknüpfung desselben mit den Einzelstimmen des Orchesters ergaben sich so mannigfaltige reizvolle Klangkombi- Nationen, die P o p e l k a mit feinsinnigem Klangempfinden und werkbewußtem Geschick zu nützen versteht und sie in ihrer bedingten Eigenheit als innere Triebkräfte in die Organik des Ganzen einbezieht. Das Werk ist von einem gesunden freudigen Musizierwillen getragen, der die Energiequelle für das Geschehen ab gibt. In feiner thematischen Erfindung geht Popelka eigene Wege; feine Einfälle zeugen stellenweise von vitaler musikalischer Kraft. Der Gesamtstruktur des Werkes nach zu urteilen, legt er hier mehr Gewicht auf das augenblickliche Musiziererlebnis als auf weit gespannte architektonische Verankerung; ein Zug, der übrigens sich allgemein in dem Schaffen unserer jüngeren Generation bemerkbar macht. Einzelne Klangepisoden sind von gewinnendem, ja bestehendem Reiz. Den zweiten Satz gestaltet er als „Dumta" (böhmische Bauernballade), eine Form, der wir kürzlich gelegentlich des Es-dur-Quartetts von Dvorak begegneten; hier fängt er die Grundstimmung mit lyrischer Ausbreitung ein. Im Finale greift er den tschechischen Nationaltanz, den „Furiant" auf; ein Tanzrhythmus, der Smetanas „Verkaufter Braut" charakteristisches Gepräg gibt. Vom Flügel aus leitete der Komponist unter Einsatz beachtungsvollen pianistischen Könnens mit ausgeglichener Technik und farbiger Nachgiebigkeit der Anschlagsmodulation das Werk. Die Energiegebundenheit des Eingangssatzes wirkte sich ebenso mit Bannung aus wie das empfindungsvolle Verweilen der Dumka mit ihrem Verweben der Stimmen. Das Scherzo (Prestissimo) geisterte spukhaft (gestopfte Trompete) bei feinem Kontrast des Triosatzes in klanglicher Ausgesuchtheit. Jrn Finale wurde der rhythmische Akzent bestimmend in der Gegenüberstellung des Hauptgedankens (Streicher) und der Seitenepisoden im wechselnden Lichte der instrumentalen Träger. — Starker impulsiver Beifall war nicht nur Tschaikowsky gewiß, ebenso anerkennend zeigte sich das Haus dem Komponisten und feinen bereiten Mithelfern gegenüber. Dr. Hermann Hering. Gloria-Palast: .Ein hoffnungsloser $611." Der hoffnungslose Fall ist ein junges, sehr wohlsituiertes, sehr verwöhntes, anspruchsvolles, anmaßendes und eigensinniges Mädchen, das es sich in den Kopf gesetzt hat, Medizin zu studieren, und war aus reinem Trotz, um den Leuten, die ihm feine unsympathischen Eigenschaften vorhalten, zu beweisen, daß es gar nicht so hoffnungslos und unmöglich ist, wie es sich zuerst anstellt. Da am Ende aus dem hoffnungslosen ein immerhin vielversprechender Fall geworden ist, hatte der Film hier die Aufgabe, eine innere Wandlung ober Menschwerdung darzustellen: an sich ein dankbares, obwohl nicht ausgeprägt filmisches Thema; dbcr es ist einem beim Zusehen doch nicht immer ganz wohl, denn erstens ist dieses Geschöpf namens Jenny von Anfang an so angelegt, daß man den Endeffekt in seiner Wahrscheinlichkeit ein wenig bezweifeln muß; zweitens geht die Entwicklung, wie sie hier beschrieben wird, doch manchmal bis an die Grenze des Schwankes, manchmal sogar bis zu einer gewissen Peinlichkeit, obwohl man das Gefühl hat, daß der Spielleiter Erich Engel sich bemühte, die Dinge im Grunde sachlich und ernst zu nehmen; und drittens würde das Thema des Medizinstudiums wahrscheinlich ergiebiger auch für den Film gewesen fein, wenn man sich nicht einen hoffnungslosen, sondern einen normalen Fall ausgesucht hätte, um eines der mancherlei wissenschaftlichen, sozialen ober rein menschlichen Probleme anzupacken, die sich in diesem Zusammenhänge ergeben können. Man denke beispielsweise an den „Spiegel des Lebens". Jochen Huth, der das Drehbuch lieferte, war übrigens in den „Vier Gesellen", die wir hier auf dem Theater und im Film gesehen haben, dem täglichen Leben, der Jugend unserer Zeit und ihren Sorgen um Zukunft und Existenz näher als hier, wo es sich um ein Lustspiel mit seriösen Hintergründen handeln sollte. Der Spielleiter Erich Engel bringt eine ganze Reihe heiterer Szenen und war auch merklich bemüht, eine sachliche akademische Atmosphäre zu erzeugen, aber darin stören einen bann wieder ein paar wirklich verschollene Studententypen, wie sie heute Gott sei Dank aus- gestorben sind, und die wohl als Kontrastfiguren gedacht waren, obwohl ja die unmögliche Jenny selber ausreichend Kontraste liefert. Jenny ist Jenny I u g o, und es ist keine leichte Aufgabe, die man ihr da zugedacht hat; das Mädchen, bas sie spielt, ist so beschaffen, baß man bauernd darauf wartet, ob sich nicht endlich jemand aufrafft und ihr die Hose stramm zieht; Jenny Jugo ihrerseits tat ihr Möglichstes, die Wandlung glaubhaft zu machen. Karl Ludwig Diehl ist ein eleganter und überaus verständnisvoller Professor, Hannes Stelzer, angenehm trocken und sachlich, sein Famulus, kurz vor dem Examen. Theodor Danegger und Jose- fine Dora liefern als Pedell und Studentenwirtin zwei volkstümliche Figuren; Leo Peukert ist der kraftlose Lustspiel-Papa der hoffnungslosen Jenny. — (Märkische - Panorama • Schneider - Südost.) * Im Beiprogramm: die Tobis-Wochenschau mit einem Bericht von der großen Parade in Berlin; als kleine Bühnenschau ein Steptänzer-Paar; und ein hübscher Kulturfilm von der Arbeit der Töpfer, Glasbläser, Drechsler und Kunstschlosser. Hans Thyriot Zeitschriften. — Schon lange arbeitet man an einem wirksamen Gasschutzgerät für Säuglinge und Kleinkinder; denn es hat sich erwiesen, daß Gasmasken nicht geeignet sind. Wie der Schutzbehälter für Säuglinge aussieht, wie er arbeitet, wie man größere Kinder schützt, warum „Gasschutzkinderwagen" unpraktisch sind und viele andere wichtige Fragen beantwortet ein auf* schlußreicher Bilderartikel in der neuen „Siren e". Die illustrierte Luftschutz-Zeitschrift bringt noch andere interessante Bildberichte und Aufsätze, z. B. über Luftschutz für Tiere, Selbstschutz bei Stadtbränden, zivilen Luftschutz in Mandschukuo und vieles andere. sollen, überhaupt gar nicht In Marokko sind, sondern daß sie jetzt in Liberia gelandet wären. (Wieder stürmische Heiterkeit.) Damals sollten diese Deutschen zum Teil durch Flugzeuge gelandet werden. Offenbar haben diese sich bis jetzt die ganze Zeit in der Luft herumgetrieben und find soeben endgültig ist Liberia niedergegangen. (Erneute Heiterkeit.) Nach acht Tagen wird natürlich kein Deutscher in Liberia fein, dann werden sie sagen: Es war nicht Liberia, sondern M a d a g a s k a r , wo sie hinwollten! (Stürmische Heiterkeitsausbrüche.) Und wenn es das nicht ist, dann ist es — ja, ich habe ja neulich aufgezählt, was alles bedroht ist. Sie haben das im Reichstag gehört. (Tosende Heiterkeit.) Diese Kriegshetzer, die nichts leisten und in keinem Falle vor die well treten und sagen können: „Ich habe das und das geschaffen" — die sind es, die die Völker wieder in das Verderben hineinpeitschen wollen. Und Sie werden verstehen, wenn ich mich da nicht auf irgendwelche Erklärungen oder Zusicherungen von Leuten verlasse, die selber im Dienst dieser Kriegshetzer stehen, sondern ausschließlich auf mein deutsches Volk, auf Luch! (Minutenlange Kundgebungen der Massen.) Und sicher ist sicher! Line Völkerbundserklärung in allen Ehren, aber die deutsche westbefesti- g u ng ist für mich doch noch ein etwas zuverlässiger Garant unsere Freiheit. (Wieder brausende Heilrufe.) Und das ist das Ergebnis des Schaffensderdeutschen Arbeit, genau so wie die innere Haltung unseres Volkes das Ergebnis des Fleißes und der Arbeit Millionen seiner tätigen Menschen ist! Das ist der deutsche Bauer, der treu und brav, ehrlich und fleißig seinen Acker bebaut und damit das Brot gibt. Und das ist der deutsche Arbeiter, der treu und brav, redlich und fleißig in seinem Betrieb seiner Arbeit nachgeht und uns damit die anderen Lebensgüter sichert. Das ist die Grundlage unseres Daseins! Und wenn wir nun auf eine so gewaltige Arbeit in diesen sechs Jahren zurückblicken können, dann, glaube ich, haben wir ein Recht, einen Tag im Jahr zu bestimmen, an dem wir diese Arbeit und unsere Volksgemeinschaft feiern. Denn das ist der Sinn des 1. Mai: Der Feiertag zu sein der deutschen Arbeit in Stadt und Land, der Feiertag all der schaffenden Menschen und das Fest der deutschen Volksgemeinschaft. Gerade an einem solchen Tage sehe ich mit einer unbändigen Zuversicht in die deutsche Zukunft! Dafür, daß unser Volk richtig erzogen wird, bürgt meine Bewegung! Dafür, daß es tapfer verteidigt wird, bürgt mir die deutsche Wehrmacht! Dafür, daß es niemals mehr im Innern zerfällt, find mir Garant die deutsche Volksgemeinschaft und in ihr alle die Millionen deutscher Menschen in Stadt und Land, die ich in diesem Augenblick begrüße! Unser Großdeut- sches Reich und unser Volk von Ost und West und Nord und Süd — Sieg Heil! * Als der Führer endet, schlägt ihm ein Orkan von Jubel und Begeisterung entgegen. Die Massen feiern mit immer erneuten Heilrufen und brausenden Kundgebungen den Führer. Hunderttausende von Händen strecken sich ihm entgegen. Die Jubelrufe wiederholten sich, als der stellvertretende Gauleiter von Berlin, Görlitz er, das Sieg-Heil auf den Führer ausbrachte und die Lieder der Nation die Kundgebung abschloffen. Erneut umfing den Führer der Jubel der Massen, als er durch den Mittelweg den Lustgarten verließ, um durch ein dichtes Spalier festlich gestimmter Menschen zum Wilhelmplatz zurückkehren. (Sin Denkmal der Arbeitskameradschast am Westwall. Koblenz, 1. Mai. (DNB.) Mit allen ihren Arbeitskameraden im Großdeutschen Reich haben auch die am Defestigungsgürtel im Westen schaffenden Volksgenossen den Nationalen Feiertag festlich und freudig begangen. Als ein fdwnes Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem Führet und dem deutschen Volk haben sie, die an einem so großen Werk zur Sicherung des Reiches arbeiten, an Adolf Hitler folgendes T e l e g r am m gesandt: „6000 Westwallarbeiter aus allen Gauen des Reiches grüßen ihren Führer von dem Dolksfest am Westwall in Pronsfeld, Gau Koblenz-Trier und geloben treue Gefolgschaft und stärkste Einsatzbereitschaft. Aus Dankbarkeit bietet dieSchicksalsgemein- schäft vom Westwall dem Führer den Grund st ock für einen Bunker an. Zu diesem Grundstock stellt jeder Arbeitskamerad den Lohn von zwei Arbeitsstunden zur Verfügung. Dieser Bunker soll ein lebendiges Denkmal der Arbeitskameradschaft vom Westwall sein." „Großkreuz des Ordens vom deutschen Adler in Gold." Berlin, 30. April (DNB.) Der Führer hat die Bestimmungen über den zur Verleihung an Ausländer vorgesehenen Verdienstorden vom deutschen Adler erweitert. Neben dem Groß- kreuz des Ordens vom deutschen iAdler wurde als Sonder stufe das „Großkreuz des Ordens vom deutschen Adler in Gold" geschaffen, das i n besonderen Fällen verliehen werden und auf die Zahl von jeweils sechzehn Inhabern 'beschränkt bleiben soll. Es unterscheidet sich von dem bisherigen Groß» Ikreuz dadurch, daß sowohl das Kreuz am Ordens- Iband als auch der Bruststern größer und in den Metallteilen in echtem Gold ausgeführt ist. Das Band des neuen Großkreuzes ist dunkler als das ggewöhnliche Ordensband, der schwarze Randstreifen aetroas breiter. Der Reichsminister des Auswärtigen und der Reichsprotektor in Böhmen und Mähren tragen bei besonderen Anlässen die Sonderstufe des Ordens. Zugleich hat der Führer angeordnet, daß für militärische (Kampf)-Verdienste der Verdienstorden vom deutschen Adler in Zukunft mit Schwertern verliehen werden kann. Generalkonsul Marschall von Bieberstein und seine Gattin tödlich verunglückt. Der deutsche Generalkonsul in Tunis, Mar- chall von Bieberstein und seine Gattin wurden das Opfer eines schweren Autounfalls, )»em beide schon wenige Stunden später erlagen. Der Kraftwagen, in dem der Generalkonsul, seine Frau und ein Begleiter Platz genommen hatten, stieß etwa zehn Kilometer von Tunis entfernt mit einem anderen Kraftwagen zusammen, in dem zwei Reservisten saßen. Der Generalkonsul und seine Gattin wurden in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus übergeführt, wo sie bald darauf ihren Verletzungen erlagen. Der Begleiter hat nur un- wesentliche Verletzungen daoongetragen. Ebenso haben die anderen Insassen nur einige Hautabschürfungen erlitten. Ein Vertreter der Generalresidenz in Tunis begab sich sofort nach Bekanntwerden des Unfalls in das Krankenhaus, wo er sich vor den sterblichen Hüllen der Verschiedenen verneigte. Der Chef des Militärkabinetts des Generalresidenten, Major Allais, sprach dem Kanzler des deutschen Generalkonsulats das Beileid des französischen Ge- neralresidenten in Tunis, Laboune, aus. Amerika und die Kührerrede. Wachsende Opposition gegen Roosevelt. Neuyork, 1. Mai. (Europapreß.) Nach den ersten hastigen Kommentaren über die Rede des Führers veröffentlichen die amerikanischen Blätter Leitartikel und Kommentare, die klar zeigen, daß die Rede des Führers für die Entwicklung der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten von erheblicher Wirkung war. Die „New Port Sun" erklärt, es könne kein Zweifel bestehen, daß Roosevelt eine schwere Niederla ge er- litten habe. „Dor einer Woche noch", so fährt das Blatt fort, „haben Republikaner und Demokraten Roosevelts Botschaft begrüßt, heute aber sind s o - aar begeifterte Demo traten der Auffassung, daß Roosevelt dem stärkeren und ge- chickteren Gegner unterlegen ist. Hitler hat Roosevelt in überragender Weise ab- gefertigt und dabei einen den Washingtoner Kreisen überraschend kommenden sarkastischen Humor entwickelt." Abschließend weist das Blatt au die äußerst geschickte und sarkastische Bemerkung Hitlers hin, daß Roosevelt anscheinend alle in* n e r p o l i t i s ch e n Probleme gelöst habe, weil er Zeit finde, sich um das Schicksal der Welt zu kümmern. Hierdurch sei die Aufmerksamkeit der amerikanischen öffentlichen Meinung auf innerpolitische Fragen, wie die Arbeitslosig- keit und das fiskalische Chaos gelenkt worden. Diese Fragen aber seien für die amerikanische Oeffentlichkeit von viel größerer Bedeutung, als das Schicksal Danzigs ober des polnischen Kor» ridors. Die „New Port Post" fordert die Abkehr Roosevelts von feiner bisherigen Jnterventionspolitik. — Das Hinfälligwerden des polnischen Vertrages habe Hitler völlig plausibel begründet, schreibt die „New Parker Staatszeitung". Wenn Roosevelt weiter au der Friedensstifter-Rolle beharre, möge er dem von Hitler angedeuteten Plan auf dem Gebiet der Roh - stoffversorgung praktische Gestalt geben. Zunehmende Kriegspsychose in Polen. Warschau, 1. Mai. (DNB.) Polen wird in immer stärkerem Maße von einer nervösen Kriegspsychose erfaßt. Hat das Militärblatt „Polska Z b r o j n a" bereits zu verstehen gegeben, daß es an keine friedliche Regelung der offenen Fragen zwischen Polen und Deutschland glaube, so hat nun Landwirtschastsminister Poniatowski auf einer Bauernoersammlung erklärt, man wisse nicht, wann Polen mit dem Schwerte die Gesamtheit seines Gebietes und seiner Rechte werde verteidigen müssen. Polen müsse jedenfalls i n ständiger Kriegsbereitschaft leben und Polen sei bereit! Auch der Vorsitzende der Nationalpartei, Kowalski, äußerte auf einer Parteioersammlung in Warschau, heute sei klar, daß man unaufhaltsam einem Kriege zutreibe. Die Hoffnung, ihn aushalten zu können, werde immer geringer. Kowalski sprach weiter davon, daß es zu einer „Auseinandersetzung mit der Waffe in der Hand" kommen müsse, da Kompromisse zu nichts führen würden. Derartige Kompromisse habe die Welt und auch Polen mit Deutschland bereits in zu großer Anzahl abgeschlossen! — Auf einer Flug- Veranstaltung in Warschau wurden Luftkämpfe und die Abwehr von Flugzeugangriffen gezeigt, um zur Zeichnung der Luftabwehr-Anleihe zu ermuntern. London prüft Moskaus Vorschläge. L o n do n, 1. Mai. (Europapreß.) Die Moskauer Vorschläge, die der Sowjetboffchaster Maiski am Samstag dem englischen Außenminister Lord Hali- f a x unterbreitete, waren am Montagvormittag Gegenstand von Erörterungen des englischen Kabinetts. Nach dem „Daily Telegraph" tragen die Moskauer Vorschläge den Charakter eines militärischen Bündnisses zwischen England, Frank- reich und der Sowjetunion. Sowjetrußland würde ich zu militärischer Hilfeleistung gegenüber einer Reihe von Staaten verpflichten, auf die die gemeinsamen Garantteerklärungen ausgedehnt werden sollen. Die Morgenpresse am Montag beschäftigte sich mit den Schwierigkeiten und Widerständen, denen die englisch-französischen Pakt- und Einkreisungsoerhandlungen begegnen. Der „Daily Telegraph" vermißt in dem Wirrwarr der „Garantteberatun» gen" die notwendige Klarheit und stellt die Frage, ob England in gewissen Fällen seinen Gm-antte- oersprechungen nachkommen könne. Daily Ex- ?reß meldet aus Genf, daß am 15. Mai zwi - chen Litwinow, Bonnet und Halifax wichtige Besprechungen stattfinden würden, die sich hauptsächlich um die Mitarbeit Sowjet rußlands in der neuen Einkreisungsliga drehen werden. Moskauer Kriegshetze am 1. Mi Moskau, 1. Mai (DNB.) Am 1. Mai fand in Moskau auf dem Roten Platz die Übliche Militär- parade vor Kriegskommissar Woroschilow statt. Don der Tribüne des Lenin-Mausoleums aus wohnten die meisten Regierungsmitglieder und Par- teigewalttaen mit Stalin an der Spitze der Parade bei. Dor Beginn der Parade hielt Woroschilow die übliche Ansprache, die diesmal vollkommen im Zeichen der Kriegsdrohungen an die Welt t a n d. Woroschilow erklärte, das Land, das den Kommunismus aufbaue, fürchte sich vor keinem ausländischen Angriff unb fei bereit, „bis zuletzt für den Frieden in der ganzen Welt (!) zu kämpfen". Dec zweite imperialistische Weltkrieg ei im Gange. Im Westen und im Osten habe sich die Lage verschlechtert. Die Rote Armee könne nicht nur, nein, s i e liebe auch das K r i e g f ü h r e n. Sie sei unbesiegbar und werde cw (von H Mren dieser Men Siebentens: Die bevorzugten Provenienzen Mazedoniens erkennt der Fachmann an der gleichmäßig goldbraunen Fermentations - Färbung. Tabakblätter anderer Klassen werden durch eine unregelmäßige, teilweise fleckige Tönung gekennzeichnet. Auch der Kenner vermag die Gute der verwandten Tabaksorten an der gleichmäßigen warmen Tönung des Schniitfadens festzustellen, . .OScppaßf- t\\X. t es ewig bleiben. Sie sei die Kriegsmacht des Inter» nationalen Proletariats. An der Truppenparade nahmen alle Waffengattungen der Roten Armee teil sowie einzelne Abteilungen der Kriegsmarine und der GPU- Truppen. Während des zweistündigen Vorbeimarsches wurden auch schwere Geschütze fast aller Kaliber und Bombenflugzeuge in großer Zahl gezeigt. Darunter jedoch keine neuen Modelle. An die Militärparade schloß sich die übliche Volksdemon- st r a t i o n an. Die Moskauer Presse ist am 1. Mai überschwemmt von den geschwollenen Phrasen der bolschewistischen Agitation. Die „Prawda" enthält einen langen Artikel des Kominternhäuptlings D i m i t r o f f, der wiederum nur ein einziges wütendes Pamphlet gegen die autoritären Staaten darstellt. Er rühmt sich im besonderen der Erfolge der Dolksftontpolifik in den „demokratischen" Staaten. Don selbst werde der „Faschismus" nicht fallen. Es sei vielmehr erforderlich, daß in allen Ländern eine neue Welle der a n ti s a s ch i sti s ch e n Agitation einsetze. Das englische Wehrpslichtgesetz. Um die Dienstpflicht Nordirlands. London, 2. Mai. (DNB.) Das Gesetz über die Einführung der Wehrpflicht in England sowie das Gesetz über die Reserve- und Hilfsstreitkräfte wurde am Montagab-erck veröffentlicht, nachdem die beiden Gesetze im Unterhaus von der Regierung formell eingebracht worden waren. Das Wehrpflichtgesetz sieht vor, daß jeder männliche britische Untertan im Alter von 20 Jahren für den Militärdienst registriert wird, sofern er nicht untauglich oder aus „Gewissensgründen gegen den Wehrdienst ist". Der letztere Grund ist vor „einem Tribunal zu erhärten". In diesem Falle tritt an die Stelle des Wehrdienstes eine im nationalen Interesse liegende Arbeitsleistung. Die Dienstzeit beläuft sich auf sechs Monate. Anschließend werden die Ausgebildeten auf die Dauer von dreieinhalb Jah- r e n dem Reservekorps der Hilfsstreitträfte oder der Territorialarmee zugeteilt. Dsr König kann durch Kabinettorder das Gesetz auf Rordirland und die Insel Man ausdehnen. Man rechnet m ch t damit, daß eine Ausdehnung des Gesetzes auf Nordirland vor Eintritt eines Kriegsfalles vorgenommen werden wird. Dagegen werden vermutlich alle in England lebenden Iren, auch Süd-Iren, von dem Gesetz erfaßt. Befreiung erfolgt nur dann, wenn ein Süd-Ire in die Armee von Eire eintritt. Die nordirischen römisch-katholischen Bischöfe haben der Presse erklärt, daß jeder Versuch, das britische Wehrpflichtgesetz auf Nordirl»nd auszudehnen, katastrophale Folgen haben würde. Unser Volk, so heißt es in der Erklärung, hat bereits schwerstes Unrecht erdulden müssen, indem es von einer der ältesten Nationen Europas losgerissen und seines fundamentalsten Rechtes, Bürger im eigenen Land zu sein, beraubt worden ist. Unter diesen Umständen würde jeder Versuch, es zum Kampf für den Unterdrücker zu zwingen, Entrüstung und Widerstand hervorgerufen. Ein solcher Versuch würde von allen Iren und der ganzen Welt als ein Verbrechen Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop feierte am Sonntag feinen 46. G e - b u r t s t a g. Am Nachmittag überbrachte der Reichsführer fi Himmler die Glückwünsche der Schutzstaffel. Weiter suchten der italienische Botschafter Attolico und Frau den Reicksminister in seinem Heim auf, um ihre Glückwünsche auszusprechen. Am (Sonntag empfing der Reichsminister seine engsten Mitarbeiter. Telegraphisch haben ihre Glückwünsche übermittelt: Generalfeldmarschall Göring, der Stellvertreter des Führers und zahlreiche Reichsminister, Gauleiter sowie weitere Persönlichkeiten aus Staat, Partei, Wehrmacht und Wirtschaft. Staatsminister Dr. Wacker widmet sich auf seinen Wunsch nach über 2jähriger kommissarischer Tätigkeit als Leiter des Amtes Wissenschaft im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wieder ganz seinem Amt als K u l - tusminister in Baden. Reichserziehungsminister Rust hat ihm aus diesem Anlaß seinen besonderen Dank für seinen erfolgreichen Einsatz ausgesprochen und mit der Leitung des Amtes Wissenschaft den bereits seit 6 Jahren in seinem Ministerium und seit längerem als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Geschäftsführer des Reichsforschungsrates tätigen Professor Mentzel beauftragt. Durch das im Zuge der organisatorischen Gestaltung des Landes Oesterreich erlassene Gesetz über den Ausbau der Verwaltung in der Ostmark hat das Amt des Reichsstatthalters in Oesterreich seine Erledigung gefunden. Der Führer hat Dr. Seyß- I n q u a r t, vorbehaltlich der Zuweisung eines besonderen Aufgabenkreises, zum Reichsmini st er ernannt und ihm für die als Reichsstatthalter geleisteten Dienste seinen Dank ausgesprochen. am Nationalempfinden und als ein Angriff auf ihre nationalen Rechte angesehen werden. Aus oller Welt. Ministerialdirektor Kunz tödlich verunglückt. Auf der Staatsstraße Dresden—Klotzsche ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Infolge unsichtigen und nebligen Wetters stießen zwei Personenkraftwagen zusammen. Dabei wurde der Ministerialdirektor im sächsischen Ministerium des Innern Gauamtsleiter Erich Kunz sowie seine neben ihm sitzende Schwägerin schwer verletzt. .Sie starben noch während des Transportes ins Krankenhaus. Kunz, der vor wenigen Tagen vom Führer zum Ministerialdirektor befördert worben war, war eine der bekanntesten politischen Persönlichkeiten in Sachsen. 13 Tote bei Boolsunfällen in Schweden. Ein schweres Bootsunglück, das zehn Todesopfer forderte, ereignete sich bei Oskarshamn (an der Südoftküste von Schweden). Eine Barkasse mit vierzehn vom Urlaub heimkehrenden Matrosen des Torpedokreuzers „Jakob Bagge" kenterte etwa Durch das Gesetz über den Aufbau der Verwaltung im Reichsgau Sudetenland ist der Reichsgau Sudetenland ein staatlicher Verwaltungsbezirk und eine Selbstoerwallungskörperschaft geworden. An der Spitze steht ein Reichs statthalt er, der seinen Dienstsitz in Reichenberg hat. Der Führer hat den bisherigen Reichskommissar, Gauleiter Konrad H e n l e i n , zum Reichsstatthalter ernannt und ihm für die bisher geleisteten Dienste seinen Dank ausgesprochen. Generaloberst von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, hat am Sonntagmittag im Haufe von Staatssekretär General P a - r i a n i, dem Oberbefehlshaber des itulienischen Heeres, an einem Frühstück in kleinem Kreise teil- genommen. Montagoormittag wird er sich zu einer fünftägigen Besichtigung der militärischen Einrichtungen in Lybien im Flugzeug nach Tripolis begebrtn. 3u Ehren des in Rom weilenden Reichsarbeitsministers Seldte veranstaltete der italienische Minister für öffentliche Arbeiten Cobelli-Gigli ein Essen im Wehrmachtsklub, zu dem außer zahlreichen italienischen Persönlichkeiten von Staat und Partei Mitglieder der deutschen Botschaft geladen waren. * Der ehemalige französische Generalstabschef, General W e y g a n d , der an den Empfangsfeierlichen für das neuverwählte iranische Kronprinzenpaar in Teheran teilgenommen hatte, traf am Montag auf der Rückreise in Ankara ein. Wahrscheinlich wird eine Begegnung mit dem gegen- roartig in Ankara weilenden stellvertretenden sow- jetrusstschen Außenkommissar P o t e m k i n stattfinden. vierhundert Meter vom Ufer entfernt. Nur vier Matrosen konnten gerettet werden. — Ein weiteres Bootsunglück ereignete sich auf einem Fluß in der Nähe von Lindesberg in Mittelschweden, westlich des Mälar-Sees. Drei Personen fanden dabei den Tod. Zwei Kinder fanden den Flammentod. In dem Dorf Breselenz (Kreis Dannenberg) brach in dem Wohnhaus des Zimmermanns Schulz Feuer aus, als der Besitzer sich auf seiner auswärtigen Arbeitsstätte befand und seine Ehefrau das Haus gleichfalls verlassen hatte. Das Feuer griff rasch um sich und legte das Gebäude in kurzer Zeit in Asche. Dabei kamen die beiden Kinder, ein zwei- unb ein vierjähriges Mäbchen, indenFlammen um. Bei ben Aufräumungsarbeiten fand man die verkohlten Leichen. Sowjetfpanifcher Massenmörder dingfest gemacht. Die Polizei in Barcelona konnte einen gewissen Manuel S u a r e z verhaften, der sich unter der roten Herrschaft zum Chef der Marinestation Ma- hon auf ben Balearen gemocht hatte, indem er den rechtmäßigen Chef und Admiral nebst allen Offi-1 zieren, die national gesinnt waren, ermorden ließ. Insgesamt ließ der Unmensch auf Mahon 936 Personen umbringen. Er flüchtete dann nach Frankreich und kehrte später unter falschem Namen nach Barcelona zurück, wo die Polizei seine Spur den- noch fand. Die Madrider Zeitung „ABC" veröffent- licht eine Lifte, aus der hervorgeht, daß 17 ihrer Schriftleiter und Angestellten von den Roten ermordet wurden. Unglaubliche Leichtsinn. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Koblenzer Altstadt. Eine Frau benutzte zum Waschen ihrer Haare Benzin und zündete sich dabei noch unglaublicherweise eine Zigarette an. In wenigen Augenblicken entzündeten sich die Benzindämpfe, so daß die Frau in Hellen Flammen stand. Ihr Mann, der ihr zur Hilfe kommen wollte, ergriff zum Unglück auch noch das Handtuch, mit dem die Frau ihr Haar abgetrocknet hatte, nm die Flamme zu ersticken. Das benzingetränkte Tuch entzündete sich sofort, wobei ber Mann schwere Brandwunden an den Händen und am Arm erlitt. Die Frau mußte mit schweren Gesichts- und Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. 32 Todesopfer einer Feuersbrunst in Aegypten. Wie Reuter meldet, brachen in zwei benachbarten Dörfern in der Nähe von Mahallet-el-Kebir (Unterägypten) Großfeuer aus. Bisher sind 3 2 Tote und 30 0 Verletztezu beklagen. iBetferbmrht ! Während am Montag noch in Nord- und Mitteldeutschland neue Wetterverschlechterung einsetzte, brachte das sich von Süddeutschland nordostwärts verlagernde flache Hoch unserem Bezirk zunehmende Aufheiterung. Diese gab wiederum in der Nacht zum Dienstag Anlaß zu kräftiger Abkühlung, die stellenweise bis zu leichtem Frost führte. Die Entwicklung der Gesamtlagen läßt noch keineswegs beständiges oder wesentlich wärmeres Wetter erwarten. Vorhersage für Mittwoch: Wolkig, zeitweise bedeckt und Neigung zu Regenfällen, ausge- gllchener, aber immer für die Jahreszeit zu kühle Temperatur, veränderliche, meist nördliche und östliche Winde. Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 7,9 Grad: am 2. Mai. morgens 5 Grad. Maximum 9,5 Grad, Minimum heute nacht 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 9,5 Grad: am 2. Mai: morgens 8 Grad. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Hauptschrtftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot- für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 39: 10200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- brutferei R. Lange, K »G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. ' Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., 1 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied heute im Alter von 5 Jahren unser liebes Töchterchen, Schwesterchen und Enkelchen Elfriede. In tiefer Trauen Familie Ludwig Forbach. Gjeßen-Wieseck, den 1. Mai 1939. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Mai, nachm. 3 30 Uhr, vom Trauerhaus, Gießen. Str. 33 aus statt __3215D Am 30. April entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, herzensgute Mutter Luise Reeh im 55. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Rudolf Reeh Emilie Kreiling, geb. Reeh Otto Kreiling. Rodheim (Bieber). Heuchelheim, den 2. Mai 1939. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem > 3. Mai. nachmittags 3 Uhr. _________________________02212 Heber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Verlin- Lichlerfelde. Bitte verlangen Sie noch beute von Ihrem Gießener Buchhändler dra ausführliche bebilderte Werbeblatt ..freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" durch Venus B verstärkt oder B extra verstärkt Ueberraschendes Ergebnis Versuchen Sie noch heute Venus, es hilft wirklich! Venus-Gesichtswasser beschleunigt den Erfolg, ab 70 Rpf Vollendete Schönheit d Venus-Tage$‘Greme. Tubetvzu 5öohd 80 Rpf Fri^fe^^Achgeschaften. 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Mai entbot dem Führer das junge Deutschland den Fest- aruß. Es war ein beglückender Beginn des großen Freudentages des Volkes, als die mehr als 130 000 Berliner Jungen und Mädchen als Repräsentanten der ganzen deutschen Jugend im Olympiastadion vor den Führer traten. In riesigen 'Blocks teilte sich eine bunte Farbenskala, das Braun der HJ.-Hemden, das Blau des Jungvolkes und die weißen Blusen des BDM. Den Stadionbau. umschloß auf seiner oberen Mauer ein Ring von Fahnen. Im Jnnenrund hatten die Sonderformationen Ver HI. Aufstellung genommen: die Marine-HI., Vie Flieger-HI. und die Motor-HI. mit ihren Fahrzeugen. Sechs schmucke Segelflugzeuge flankierten das imponierende Bild auf der weiten Rasenfläche, den der Ehrentribüne gegenüberliegenden Mittelpunkt nahmen die Fanfarenzüge der HI. ein. Unter den Klängen des Liedes „Auf hebt unsere Fahnen" werden die Banner in das Stadion getragen. Fanfaren künden das Eintreffen des Reichsjugend- nührers und des Gauleiters Reichsministers Dr. Goebbels, die von brausenden Heilrufen empfangen werden. Beide richten kurze Ansprachen an die Jugend. Dann richten sich aller Augen auf das Marachontor, durch dessen Tunnel der Führer n feinem Wagen stehend in das Stadion einfährt. Aus hunderttausend Kehlen hallt über das weite Stadion der hellstimmige Begeisterungschor der Jungen und Mädchen. Minutenlang umtost Adolf Hitler die Begeisterung der Jungen und Mädchen, ils er über die Aschenbahn langsam vor die Ehren- nibüne fährt, wo in diesem Augenblick die Standarte des Führers an dem schlanrenn Mast empor- tteigt. Rach der Begrüßung durch den Reichsjugend- Ährer grüßt Adolf Hitler'seine Jugend, und in hunderttaufendstimmige^ „Heil, mein Führer!" antwortet ihm. Der Dhor „Deutschland, heiliges Wort" verklingt. Der Reichsjugendführer tritt vor nd verkündet: „Es spricht jetzt der Führer!" Im Zeichen Augenblick legen auf der der Führertribüne ^genüberliegenden Seite schlagartig Zehntausende non BDM.-Mädel ihre Jacken ab und bilden mit hren weißen Blusen in leuchtenden Buchstaben Zruß und Gelöbnis an Adolf Hitler: „W i r g e - 1 ören Dir!" Der Führer spricht: Meine deutsche Jugend!, so sagte der Führer in ! iner Ansprache, 1933 konnte ich euch jm Berliner Lustgarten an der Seite des verewigten Herrn Ge- sgeralfeldmarschalls von Hindenburg zum er- fien Mal begrüßen und in euch, meine Berliner Ju- (snb, zugleich die Jugend des damaligen Deutschland! Seitdem sind sechs Jahre vergangen, Jahre tner für unser Volk gewaltigen geschichtlichen Ent- r-icklung. Aus dem damals zertretenen ohnmächtigen f eich ist jetzt Großdeutschland entstanden, en Nationalfeiertag. Das deutsche Volk selbst ist >iaen die internationale Hetze und Kriegs- tlfterie, die durch die Lügenpresse in London, kris und Neuyork systematisch betrieben und ent» leit wird, gänzlich immun. Es ruht sicher und fest ; ii feiner eigenen Kraft. Zwar sagt das Sprichwort, cejin die Waffen das Wort ergreifen, haben die Asten zu schweigen. Aber das ist nur bedingt riehst Denn es kann nicht bezweifelt werden, daß Mtifche und militärische Blütezeiten auch fast TTter kulturelle Blütezeiten in ihrem leDlge nach sich ziehen. 2 er Neuaufbau eines Volkes muß die Nation Der Führer auf der Festsitzung der Reichskulturkammer, neben ihm die Reichsminister Funk und Dr. Goebbels, ferner Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Staatssekretär Hanke. In der rechten Nebenloge Stabschef Lutze und General der Polizei D a l u e g e. — M IV I> y * - ♦ v i U F - *• W . ff, in allen ihren verschiedenen Lebensäußerungen total umfassen. Hier haben Politik, Kultur, militärischer Aufbau und Wirtschaft Hand in Hand zu gehen. Allerdings hat dann die Staatsführung die besonders wichtige und ausschlaggebende Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Gesetze des Jnein- anderwirkens dieser verschiedenen Funktionen des öffentlichen Lebens klar und präzise auch ihr Funktionieren garantieren. Der nationalsozialistische Staat hat es sich deshalb besonders angelegen sein lassen, die Fragen des öffentlichen Lebens insgesamt dem Wohl des Volkes und den Bedürfnissen der nationalen Gemeinschaft unterzuordnen. Und hier gerade setzt die demokratische Kritik, besonders unserer westlichen Nachbarn ein. Sie behaupten mit viel Pathos, daß es ihre besondere Aufgabe sei, die Kultur, die sie in Erbpacht genommen zu haben vorgeben, gegen die autoritären Staaten in Schutz zu nehmen. Wenn beispielsweise amerikanische Publizisten die deutsche Kultur gegen den Nationalsozialismus in Schutz nehmen zu müssen behaupten, so ist das so ungefähr die arroganteste Frechheit, die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Amerika besitzt bis zum heutigen Tage nur in gewissem Umfange ein eigenes, artgebundenes Kulturleben. Es hat weder auf musikalischem noch auf dichterischem noch auf dem Gebiete der bildnerischen Kunst nennenswerte Beiträge zum Kulturbesitz des Abendlandes beigesteuert, von denen man voraussagen könnte, daß sie Jahrhunderte überdauern werden. Seine Zivilisation ist zum größten Teil das Ergebnis der durch die Jahrhunderte geleisteten Vorarbeit der europäischen Völker. Wenn also Amerika behauptet, gegen Deutschland oder Italien die europäische Kultur in Schutz nehmen zu müssen, so ist doch wohl Carl Froelich. ■ i , > die Frage erlaubt, ob es nicht angebrachter wäre, wenn Amerika sich befleißige, vorerst selbst einmal eine Kultur zu schaffen, die zu beschützen dann allerdings feine nationale Pflicht und feine nationales Vorrecht wäre. Auch die Behauptung der Demokratie, daß in den autoritären Staaten die Freiheit des Geistes unterdrückt fei, vermag im nationalsozialistischen Deutschland keinerlei Eindruck mehr zu machen. Die Freiheit des Geistes hat gewiß in den autoritären Staaten da eine Begrenzung gefunden, wo sie sich mit den nationalen Interessen stößt. Wenn sie in der Demokratie an diesem Punkte nicht begrenzt wird, so doch dort, wo sie sich mit den kapitalistischen Interessen in Widerspruch setzt. Und es sei hier die Frage erlaubt, was für den geistigen Arbeiter angenehmer und ehrenvoller ist: seine geistige Arbeit dem nationalen Wohl eines ganzen Volkes oder dem kapitalistischen Interesse einer kleinen anonymen Geldclique unterzuordnen. Das bezieht sich vor allem . auf die Arbeit der Presse. Wenn der Journalist im nationalsozialistischen Deutschland dem Staate, dem Volke und seinen Interessen dient, so ist das eine ehrenvolle Aufgabe, die ihn dem Soldaten oder dem Beamten berufsmäßig gleichsetzt. Da der Journalist in demokratischen Staaten gewissermaßen nur der Schreibkuli anonymer Kapitalmächte ist, kann hier von einer ehrenvollen Aufgabe überhaupt nicht mehr die Rede fein. Er muß das schreiben, was von ihm verlangt wird, und er weiß nicht einmal, Bruno Brehm. M MMv wer es von ihm verlangt. Eine Freiheit der Presse existiert also in der Demokratie nur auf dem Papier. Ich glaube, was den Erfolg betrifft, brauchen wir uns auch in unserer kulturellen Leistung vor der Demokratie nicht nur nicht zu verstecken, sondern wir haben ihr gegenüber einen Vorsprung errungen, der gar nicht mehr einzuholen ist. Ein blühendes deutsches Theaterleben, ein kühn aufstrebender deutscher Film, eine Großmacht Presse, die den nationalen Interessen dient, ein über das ganze Dolk verbreiteter deutscher Rundfunk, eine schöpferische Musik, die aus den Ursprüngen großer Meister hervorgegangen ist und sich wiederum auf den Urbegriff der Musikalität, auf die Melodie, zurückbesonnen hat, ein reiches, aufstrebendes deutsches Schrifttum, eine der Schönheit und der Harmonie dienende deutsche Malere i, eine junge köpferische Plastik und vor allem eine Architektur, die mit ihren monumentalen Bauten, Projekten und Entwürfen bereits ein ganzes Volk in Atem hält, das sind die sichtbaren Zeichen eines kulturellen Aufbauwerkes, das einzigartig in der Welt des 20. Jahrhunderts ist. Was haben im Ernst unsere demokratischen Kritiker dem gegenüber aufzuweisen? Und dabei muß betont werden, daß das, was bisher auf diesem Gebiet in Deutschland geleistet wurde, lediglich ein Anfang mar. Während die Demokratie nur schwätzte, hoben der Film „P o u r le m e r i f e" unter der Regie von Professor Karl Ritter. Er zeichnet sich durch eine starke nationalpolitische Tendenz, durch die sichere Erfassung eines Themas -aus unserer modernen Geschichte und durch eine kluge und überlegene Darstellungs- und Menschenführung aus. Karl Ritter hat mit diesem Film ein neues Ruhmesblatt in das Buch seiner großen Erfolge eingefügt. Er wurde in Anerkennung seiner künstlerischen Arbeit am 20. April vom Führer zuni Profes- s o r ernannt. Es ist mir ein Bedürfnis, beiden Preisträgern, die bei dieser Gelegenheit vor der ganzen Nation ehrend ausgezeichnet werden die herzlichsten Glückwünsche des Führers und des ganzen deutschen Volkes zum Au^ruck zu bringen. Damit verbinde ich meinen und den Dank aller deutschen Kulturschaffenden an Sie, mein Führer. Sie haben im vergangenen Jahr wiederum das Reich größer und stärker gemacht. Mr können in diesem Jahre den 1. Mai in einem Frieden und in einem Glück ohnegleichen feiern. Als wir an Ihrem 50. Geburtstag bei der großen Parade Ihre Soldaten mit ihren neuen Waffen an Ihnen vorbeimarschieren sahen, da ist es uns warm ums Herz geworden. Da wußten wir: Auch unsere deutsche Kultur, blühend und groß geworden in vielhundertjähriger Geschichte, bracht Nicht von Pariser, Lon- doner oder Neuyorker Demokraten und Juden beschützt zu werden; die beschützt das deutsche Volk selbst, und zwar mit den Waffen seiner Wehrmacht, nicht mit dem Zeitunaspapier, das durch tote Rotationsmaschinen läuft. Und stolz sind wir wieder geworden: stolz darauf, daß über dem Reich, seiner Wirtschaft, seiner Politik und auch seiner Kultur wieder diese starke Wehrmacht steht und den Eingang zu unseren Grenzen ein scharfes Schwert beschützt. So können Sie denn jetzt wie immerdar freudig erhobenen Hauptes unter dieses Volk treten. Wenn Sie jetzt durch die Millionen- massen der Reichshauptstadt fahren, die Sie an den Straßen voll Ungeduld erwarten, dann können Sie mit Stolz sagen: Dolk, du gabst mir die Macht, und ich gab dir dafür wieder dein Recht!" Die Ausführungen des Ministers wurden immer wieder von lebhaftem Beifall unterbrochen. Die Verkündung des nationalen Buch- und Filmpreises rief begeisterte Zustimmung hervor. Nach dem Siegheil auf den Kihrer beschlossen die Nationalhymnen den Festakt. Die Nationalpreisträger den. Allen Deutschen wäre es zu wünschen, daß sie die Werke des Preisträgers Bruno Brehm kennenlernen würden, um die geschichtliche Größe unserer Zeit würdigen zu können. Prof. Carl Froelich. Am 5. September 1875 in Berlin geboren, gehört er zu den ersten deutschen Filmregisseuren und -Produzenten. Seit 1902 arbeitete er volle 16 Jahre lang mit Oskar M e ß t e r, einem der deutschen Filmpioniere zusammen. Dabei beschäftigte er sich in der Hauptsache mit der Verbesserung des „Biophons", dem Vorläufer des Tonfilms. Mit der gleichen Zielstrebigkeit wandte er sich der künstlerischen Verbesserung des,Filmes zu. So hat er als einer der Ersten wichtige aktuelle Begebnisse im Filmstreifen festgehalten und so unbewußt die Grundlagen zu den filmischen Wochenschauen geschaffen. Auch im Kriege blieb er beim Fach und machte als Beobachtungsflieger Reihenbilder der Frontabschnitte noch dem Meßterschen Verfahren. Später war er bei der Inspektion für Lichtbildwesen im Generalstab tätig. Schon die ersten unter seiner Spielleitung gedrehten Großfilme der Nachkriegszeit hatten besonderes künstlerisches Format. Sie schöpften nicht nur alle von Froelich bis ins Letzte beherrschten technischen, sondekn auch alle künstlerischen Möglichkeiten aus. In der mit Henny Porten begründeten eigenen Mlmproduktion erschienen eine ganze Anzahl von Filmen, die als Spitzenleistungen des deutschen Stummfi lms zu bezeichnen sind. Aber erst der Tonfilm gab Earl Froelich Gelegenheit, sein technisches Wissen, seine vielseitige und reiche Erfahrung und sein sicheres künstlerisches Wollen auf das Zelluloidband zu übertragen. Seine hervorragenden Regieleistungen, die Höhe der künstlerischen Darstellungen und die technische Vollkommenheit verhalfen dem deutschen Tonfilm zum Siege. Seine Arbeiten waren wirklich, um das abgenutzte Wort zu gebrauchen, richtungweisend. Aber nicht nur die deutschen Filme, auch zahllose deutsche und ausländische Darstellungen hoben der meisterhaften Führung durch Earl Froelich ihren Weltruf mitzuverdanken. Don seinen Stummfilmen seien „Tirol in Waffen", „Die Brüder Karamasoff", „Der Taugenichts", „Kabale und Liebe", von den Tonfilmen der erste „Die Nacht gehört uns"; „Königin Luise", „Der Choral von Leuthen", „Liselotte von der Pfalz", „Mädchen in Uniform", „Traumulus", „Die Umwege des schönen Karl", „Wenn wir alle Engel wären" und vor allem „Heimat" genannt. Der letztgenannte Film mit Zarah Leander ist zum größten bisher erlebten deutschen Filmerfolg auch in finanzieller Hinsicht geworden. Carl Froelich hat bereits am 1. Mai 1936 für seine großen Verdienste um das deutsche Filmschaffen den Filmpreis erhalten. Der Führer hat seine schöpferische Gesamtleistung durch die Ernennung Bruno Brehm Mit Bruno Brehm, dem sudete-ndeutschen Dichter, wurde ein Mann mit dem deutschen Buchpreis 1939 ausgezeichnet, dessen Schaffen und Leben aleich vorbildlich ist. Gin aufrechter und kämpferischer Mensch, ein seinem Volkstum aufs tiefste verbundener Dichter, erfährt damit eine Ehrung, die In ganz Großdeutschland freudige Genugtuung aus- löfen wird. Bruno Brehm erhielt den deutschen Buchpreis für seine Trilogie über den Weltkrieg „Apis und Este", „Das war das E n d eYi und „Weder Kaiser, nöch König". Bruno Brehm, Soldat und Dichter, wurde als Sohn sudetendeutscher Eltern 1932 zu Laibach in Krain geboren. Er, dessen Vater K. u. K.-Hauptmann war, wuchs so inmitten der Dolkstumskämpfe der alten Doppelmonarchie auf. So stand sein ganzes Leben im Zeichen des Kampfes für das deutsche Volkstum. Ursprünglich wollte Brehm auf die Kadettenschule, um Offizier zu werden. Er mußte jedoch das Gymnasium besuchen und kam dann als Einjähriger zu einem Wiener Artillerie-Regiment. Er selbst bezeichnete seine Soldatenzett als die schönste Zeit seines Lebens. „Die ftrenge Form und Ord- nun war es", so schreibt er, „der ich mich mit ganzem Herzen hingab." Im Weltkrieg wurde er schon in den ersten Monaten verwundet und kam dann in russische Gefangenschaft. Nachdem er im Jahre 1916 ausaetauscht wurde, meldete er sich sofort wieder an die Front, wo er in Italien abermals eine schwere Verwundung erlitt. Nach seiner Wiederherstellung ging er wieder an die italienische Front. In seinem Buch „Das gelbe Ahornblatt" schilderte Bruno Brehm seine Kriegserlebnisse. Der tragische Aus- gana des Weltkrieges, der Zusammenbruch unt> der Zerfall des alten Oesterreich, das bittere Schicksal, das den von der Front zurückkehrenden Offizieren zuteil wurde, alles dieses war für Bruno Brehm von entscheidender Auswirkung. Ein zunächst begonnenes Univerfitätsstudium gab er bald auf, da er die damalige Atmosphäre in den Hörsälen nicht ertragen konnte. Er finH in jener Zeit zu schreiben an, und nach einigen ihn weniger befriedigenden Versuchen entstand eins seiner schönsten Bücher „Susanne und Marie". Sein weiteres Schaffen wandte sich dann den großen historischen Fragen zü, die in der Trilogie vom Weltkrieg eine großartige Darstellung erfuhr. Der Aufbruch des südslawischen Nationalismus, der Zusammenbruch der Mittelmächte und der Untergang der habsburgischen Monarchie werden in die- em Werk von Brehm in einer einzigartigen Ge- chlossenheit mit bewunderungswürdiger historischer Treue und wirklichem kämpferischen Geist dichterisch ausgezeichnet. Mit der geschichtlichen Tat des Führers, der Schaffung Großdeuffchlands, ist dem kämpferischen Willen und Schaffen des Dichters Bruno Brehm in herrlicher Weife Erfüllung gewor- unfere Theater gespielt und die Massen durch ihre festlichen Darbietungen unterhalten, erbaut und erhoben, haben wir Filme produziert, deren Welt- geltung nicht mehr bestyitten werden kann, wurde in Deutschland gedichtet und musiziert, gemalt und gebaut. Es liegt uns nichts ferner, als der Demokratte, die sich zum ungerufenen Splitterrichter über uns aufwirft, etwa gute Ratschläge zu erteilen. Aber ebenso erwarten und akzeptieren wir solche von ihr. Wir sind in unserem ganzen Geschmacks-, Sttl- und Kulturempfinden längst über sie hinaus. Wir sind jung, unsere Aufbauwerke sind stark und einer impulsiven Schaffenskraft entsprungen. Mr haben zwar hier und da Fehler gemacht und Rückschläge erlitten, aber wir sind doch nicht selbstgenügsam gemeßen und haben uns nicht in unserer Eigengefällig- feit gesonnt. Wir haben die kulturellen Probleme, die unsere geistige Welt und vor allem unser Dolk betreffen, mit Mut und Tatkraft angepakt. Mr haben Kultur gewollt, aber wir haben auch Kultur geschasfen. Damit komme ich zur Der- kündung der Träger des diesjährigen Nationalen Buch- und Filmpreises. Der Nationalevuchpreis 1939 wird dem Dichter Bruno Brehm zuerteill. Seine Oesterreich-Trilogie ist einer der beachtlichsten Leistungen der modernen deutschen Literatur. Die nationalpolitische Bedeutung dieses Werkes beruht vor allem in seiner scharfen Kritik an der Donaumonarchie, die dem altreichsdeutschen Leser den Blick für die Gesamt- Problematik des Südostraums geschärft hat und damit einen wesentlichen Beitrag zur Vorbereitung der großdeuffchen Lösung in diesem Raume zusteuerte. Auch ist die stilistisch-künstlerische Leistung dieses Mrkes besonders hervorncheben, die die einprägsame Lebendigkeit der Geschichtsgestaltung Bruno Brehms bedingt. Bruno Brehm ist über seine literarische Leistung hinaus auch als Mensch eine der soldatischsten Erscheinungen des deutschen Schrifttums. In Laibach geboren, war er Hauptmann im ehemaligen österreichisch-ungarischen Heer und hat später studiert und promoviert. Da er im Vorjahr als damaliger tschecho-slowakffcher Staatsangehöriger aus der Debatte über den Staatspreis ausscheiden mußte, ist seine diesjährige Auszeichnung um so sinnvoller, als er als Sudetendeutscher auch zum deutschen Ost raum gehört,' der seine endgülttge Heimkehr zum Reich in den jüngst vergangenen krisen- und spannungsreichen Monaten vollzogen hat. Der Rationale Filmpreis dieses Jahres wird dem Filmregisseur Prof. Carl Froelich für seinen Film „Heimat"" zuerteilt. Professor Froelich ist einer der ältesten Pioniere des deutschen Films. Jedes Werk, das aus seiner Hand hervorgegangen ist, trägt seinen besonderen Stempel. Niemals hat er sich zu einer rein handwerklichen Arbeit degradieren lassen. In den vielen Jahren seiner filmschopferischen Tätigkeit wahrte et immer ein hohes künstlerisches Niveau, das er mit einer souveränen Beherrschung aller technischen Mittel des Films auf das glücklichste zu vereinen wußte. Im abgelaufenen Jahr beschenkte er die deutsche Filmkunst in seinem Film „Heimat" mit seiner reifsten Leistung. Dieser Film wurde auf der letzt- jährigen Biennale in Venedig mit einem Pokal ausgezeichnet; er errang damit den Titel eines der besten Filme der weltproduklion des Jahres. Und das mit Recht. In diesem Film vereint sich eine starke, tiefschürfende deutsche Problematik mit einer weisen und überlegenen Menschenführung und einer überragenden schauspielerischen Leistung zu einem einzigartigen Ausdruck deutscher Filmkunst. Professor Carl Froelich wird damit zum zweiten Mal, nachdem er im Jahre 1936 für seinen Film „Traumulus" mit dem Nationalen Filmpreis ausgezeichnet wurde, diese hohe Ehrung zuteil. Er krönt damit ein künstlerisches Leben, das feine höchste Erfüllung in fanatischer Arbeit und selbstsicherem künstlerischen Wirken findet. Besonders lobend erwähnt werden muß daneben Eine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 16 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie schluckte ein paarmal schwer, dieser gräßliche Druck in der Kehle wollte nicht weichen, aber trotzdem gelang es ihr, in einigermaßen natürlichem Ton zu fragen: „Wie kommst du hierher?" „Ich sviele doch vom ersten Februar ab im Cla- ridge", sagte er, als sei es die selbstverständlichste Sache von der Welt, „hast du die Ankündigung nicht gelesen?" „Nein, ich komme wenig ins Dorf. Ich wohne oben im Kulm." „Auch sehr hübsch, und wenn man Schi laufen will, natürlich am bequemsten." „Ja, sicher." Sie erhob sich ziemlich unvermittelt. „Ich muß gehen, ich will den Schlitten abpassen, der von der Bahn heraukommt." „Ich habe mich aufrichtig gefreut, dich zu sehen, und hoffe, daß wir uns hier öfter begegnen", seine Stimme hatte einen bestrickenden Klang. „Wir sind doch schließlich keine Feinde." „Nein, und ich wünsche dir viel Erfolg." Sie zwang ihr Gesicht m einem Lächeln, das sie krampfhaft festhielt, bis sie aus der Tür war. Draußen lehnte sie sich völlig erschöpft gegen die Wand. Die Hitze drin, sie war klatschnaß am ganzen Körper — ober war es nur die Aufregung? — und nun stürzte plötzlich die Kälte über sie her und ließ ihre Zähne wie im Schüttelftost zusammenschlagen. „Hallo! Schi-Heil, Frau Wegner! Fehlt Ihnen was?" Der Berliner Doktor aus dem Schikursus, der im Begriff war, die Konditorei zu betreten, hatte sie bemerkt und kam hilfsbereit näher. Dina mühte sich wieder um ein Lächeln. „Nein, gar nicht, nur — brinnen war es so heiß und hier mit einem Male Kälte, da wurde mir etwas schwindelig." „Vielleicht eine Grippe geholt? Bleiben Sie nicht hier stehen", sagte der Doktor vernünftia. Kommen Sie noch mal mit hinein, wir trinken einen ordentlichen Grog." „Um Gottes willen, nein!" Dinas Entsetzen stand in keinem Verhältnis zu dem harmlosen Vorschlag. Sie scheint tatsächlich krank zu sein, dachte der Doktor. „Dann ist es am besten, ich pfeife einem Schlitten, und Sie fahren ins Hotel und legen sich hin", schlug er vor. „Wenn Sie das tun würden", tagte Dina dankbar. „Ich wollt« auf den Hotelschlitten warten, aber das dauert wohl noch einige Seit." „Und ob." Mit einem Blick auf die Uhr sagte er dann: „Der Zug kommt ja erst in einer Viertelstunde. Aber hier um die Ecke stehen ja meistens ein paar Schlitten — einen Augenblick." Es dauerte kaum eine Minute, da war er zurück. „Äommt schon", meldete er, und da klingelte es bereits heran. Sorgfältig zog er die Decke über sie. „Recht gute Besserung." Eigentlich eine nette Frau, dachte Dr. Baumgart, während er das Cafe betrat, macht sonst solch gesunden Eindruck. Ob sie tatsächlich eine Grippe in den Knochen hat — irgenbmas stimmt jedenfalls nicht mit ihr. „Nein, danke, Fräulein, jetzt keinen Kaffee mehr. Bringen Sie mir einen Viertel Roten." Es war kurz vor dem Abendessen und das Caft war ziemlich leer. Der Doktor musterte die Gesichter; er war lange genug hier oben, vom Sehen kannte er die meisten. Der Herr zwei Tische weiter, der so nachdenklich vor sich hinsah, war bestimmt ein Neuer, das sah man schon an der blassen Gesichtsfarbe. Uebrigens ein hübscher Kerl, alles was recht ist! So aussehen und doch nicht feminin wirken, das gibt es nicht oft, dachte Dr. Baumgart noch. Dann widmete er sich seinem Roten. Woher hätte er wissen sollen, daß gerade dieser hübsche Mensch die nette Frau Wegner dermaßen beunruhigt hatte? Mikeny war der Sohn eines ungarischen Vaters — der als Primas einer Zigeunerkapelle in den Kaffeehäusern Budapests einen ausgezeichneten Ruf hatte — und einer österreichischen Operettensängerin. Eine Mischung, die für fein Talent ein Vorzug, für feinen Charakter ein Nachteil war. Er erbte die Musikalität beider Eltern, das Temperament des Vaters und den bezaubernden Scharm der Mutter. Aber er erbte zugleich von ihr den Leichffinn, das verantwortungslose Hinwegsetzen über Menschen und Dinge, die unbequem wurden, und von feinem Bater den unseligen Hang zum Spiel und die Flatterhaftigkeit, die ihn verhinderte, jemals an irgend etwas, fei es ein Mensch, ein Ort ober auch nur ein Gegenstand, wirklich zu hängen. Er ergriff alles, was neu war, alles, was ihm gefiel, mit einem Ungestüm, dem kaum zu widerstehen war, und ebenso rasch ließ er das gleichgültig Gewordene wieder aus den Händen gleiten. Die Ehe der Eltern Mikenys war sehr leidenschaftlich und sehr kurz gewesen; die Scheidung war im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt. Leidttagen- ber war allein der Junge gewesen, der nun zwischen den Eltern hin und her gependelt, gelegenllich auch einmal in ein Institut gekommen war, wenn sie beide ihn nicht hatten brauchen können; zeitweise war er wie ein Prinz gehalten worden — wenn der Vater gerade im Spiel gewonnen hatte —, zeitweise hatte er sich von den Mitgliedern der Kapelle ober einem gutmütigen Oberkellner bas Abendbrot erbetteln müssen. Bei einer vernünftigen Erziehung in einem geordneten Elternhaus wäre vielleicht etwas ganz Großes aus ihm geworden, denn feine musikalische Begabung war taffächlich ungewöhnlich. So aber verflachte sie durch mangelnde Schulung, mangelnde Selbstdisziplin und durch den ebenfalls mangelnden Ehrgeiz. Es hatte dem Heranwachsenden durchaus genügt, sich in der Kapelle des Vaters sehr bald in die vorderste Reihe zu spielen und als der schöne „Joschi" angeschwärmt und umschmeichelt zu werden. Als er achtzehn Jahre alt war, verlor er kurz hintereinander die Eltern. Merkwürdigerweise einte die im Leben Getrennten die gleiche Krankheit: sie fielen beide einer sonst nicht besonders stark auf- tretenden Grippe zum Opfer. Die Kgpelle des alten Mikeny löste sich auf, und der Junge begann ein Wanderleben, das ihn in alle möglichen Länder führte und aus dem „Joschi" einen „Joe" werden ließ. Er lernte fast alle Orte von internationalem Ruf in Europa kennen, Engagementsschwierigkeiten gab es für ihn nicht, denn der Ruf feines Könnens ging ihm rasch voraus. Im Späffommer Dreißig kam er nach Berlin und lernte kurz darauf Dina Wagner kennen. Sie gefiel ihm, fit war ganz anders als die anderen Frauen, und er begriff sofort, daß hier eine andere Bindung als durch Heirat nicht in Bettacht kam. Aber schließlich, warum nicht? Er war inzwischen achtundzwanzig Jahre alt geworden, und außerdem schmeichelte es feiner Eitelkeit, ein Mädchen aus erstklassiger Familie zur Frau zu bekommen. Also heiratete er. Vorher ließ er sich in Deutschland ein» bürgern, was im Jahre Dreißig ziemlich einfach war unb außerdem von Dinas Vater ebenso wie von ihr als selbstverständliche Voraussetzung der Heirat angesehen wurde. Der Reiz, den die Ehe auf ihn ausübte, hielt immerhin ein ganzes halbes Jahr vor; bann nahm er mit der Unbekümmertheit, die bas Erbteil feiner Mutter mar, fein gewohntes Leben wieder auf. Er begriff nie und würde es auch nie begreifen, wie sehr er sich an feiner jungen Frau versündigte. Er war ehrlich erstaunt, daß sie seine Leidenschaft für die Tänzerin so ttagisch nahm, machte aber weiter keine Schwierigkeiten bei der Scheidung, und wenn ec in den nächsten Jahren zum Professor anerkannt und nun ist ihm auf der Festsitzung der Reichskulturkammer am National, feiertag des deutschen Volkes zum zweiten Male der Filmpreis zugesprochen worden. Fürwahr eine stolze künstlerische Bilanz! Ehrengäste des Führers. DieArbeitnehrnerabordnungenundReichs- wettkamPfsiegerinderNeuenReichskanzlei Berlin, 1. Mai. (DNB.) Die zum 1. Mai. in der Reichshauptstadt weilenden Ehrenabord- n u n g e n der deutschen Arbeiterschaft wurden gemeinsam mit 141 Reichssiegern des Reichsberufswettkampfes heute nachmittag in der Reichskanzlei empfangen. In dem Mosaiksaal hatten sie im offenen Viereck, nach Gauen geordnet, Aufftellung genommen, als der Führer in Begleitung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsmini- fter Funk, Reichsjugendführer Baldur von Schirach unb dem stellvertretenden Gauleiter Staatsrat Gör- litzer erschien und jedem einzelnen die Hand schüttelte. Für jeden fand er ein herzliches, anerkennendes Wort; da und dort verweilte er in kurzem Gespräch unb ließ sich über berufliche oder persönliche Dinge unterrichten. In einer Ansprache umriß er den tieferen Sinn des Leistungsbedankens. Alle Arbeit fei Arbeit für unsere Volksgemeinschaft. Alles, was wir haben, beruhe auch Leistung. Ständige intensive Leistungssteigerung aber solle bazu dienen, auch unser Leben immer befriedigender unb immer schöner zu gestalten. Begeisterte Sieg- Heilrufe dankten dem Führer, als er sich bann mit herzlichem Gruß verabschiedete und die V>renab- ordnungen der deuffchen Arbeiterschaft zusammen mit den Reichsberufswettkampffiegern einlud, nun noch als seine Gäste einige frohe Stunden an der gemeinsamen Kaffeetafel im Gartensaal der Neuen Reichskanzlei zu verleben. Erhebender Ausklang. Göring sprich, am Abend im Lustgarten. B erlin, 1. Mai. (DNB) Den Auftakt zu der großen AbendkundgebiWg im Lustgarten, mit der ebenso wie in den vergangenen Jahren die feierlichen Veranstaltungen am 1. Mai ihren Abschluß fanden, bildete ein Fackelzug, an dem über 15 000 Mann teilnahmen. Um 20 Uhr setzte sich die Spitze des gewaltigen Zuges von der Frankfurter Allee aus in Bewegung und nahm den Mg über den Alexanderplatz zum Lustgarten. Wenige Minuten vor 22 Uhr, dem Beginn der Abendkund- gebung im Lu st garten, war mit militärischer Pünktlichkeit der Aufmarsch der 15 000 beendet. Der Lustgarten bietet im Sttahlenglanz der Scheinwerfer unb lodernden Fackeln ein einzigartiges, festlich belebtes Bild. Auf der Frettreppe des Alten Museums leuchtet von der blumenumkränzten Rednertribüne eine große Hakenkreuzfahne. Goldgelbes Licht durchflutet die Säulengänge. Im mustergültig ausgerichteten Block stehen die Formationen der Wehrmacht, der Partei unb ihrer Gliederungen. Vorn je zwei Ehrenkompanien der Luftwaffe und des Heeres, ein Ehrenbataillon der Leibstandarde „Adolf Hitler", die Ehenkompanien der SA.-Standarte „Feldherrnhalle", der Schutzpolizei, des Reichsarbeitsdienstes und der Feuerlöschpolizei, dann SA., jf, NSKK., NSFK., Politische Leiter, weiter Luftschutz, Technische Nothilfe, Bahn- und Postschutz, Kyffhäuserbund, NSKOV., Rotes Kreuz, NSDStB. unb die Werkscharen. Tausende von Berlinern füllten die Tribünenbauten und umsäumten den Festplatz. Kurz nach 22 Uhr künden brausende Heilrufe das Nahen des Generalfeldmarschalls Göring, als sein Wagen am Lustgarten vorfährt, ertönt der Präsentiermarsch. Dor dem Museumsbau schrottet der Generalfeldmarschall die Ehrenkompanien ab, um dann die Rednertribüne zu betreten. Wieder schlagen ihm jubelnde Heilrufe entgegen, bann klingt hart unb metallisch feine Stimme über den Platz. Nach seiner aufrüttelnben Ansprache Intoniert das Musikkorps des Regiments „Groß- deutschland" den Großen Zapfen st re ich. Dann bietet das mächtige Höhenfeuer der Bevölkerung noch einmal ein prächtiges Schauspiel. überhaupt noch mal an sie dachte, bann fragte er sich höchstens, was aus dem „armen Hascherl geworden sein mag". Daß sie nach dem Tode des Vaters mittellos zurückblieb, wußte er im übrigen' nicht. Er glaubte, der Oberstleutnant fei wohlhabend genug gewesen, um die dreißigtausend Mark oer- fpielter Mitgift verschmerzen zu können, unb fühlte sich dadurch nicht weiter belastet. Es war inzwischen allerhand aus ihm geworden. Ein (streit mit seinem Kapellmeister gab den Anstoß zur Gründung einer eigenen Kapelle, unb damit war er erst richtig in seinem Element: hier konnte sich feine überragende Begabung voll auswirken. Die Kapelle Mikeny stand bald in dem Rufe, eine der besten Tanzkapellen der Welt au sein. Joe verdiente Unsummssn. aber Joe verspielte auch Unsummen? Als Dinas Mann hatte er auch Margit von Roeder kennengelernt und natürlich sofort einen heftigen Flirt mit ihr begonnen, ©ie hatte eine Schwäche für diesen Menschen gehabt und nie begriffen, wie er auf ein so simples Wesen wie ihre Cousine Dina hatte hereinfallen können. Allerdings hatten zwischen Margit o. Roeder unb Mikeny niemals engere Beziehungen bestanden. Margit flirtet zwar ziemlich hemmungslos mit V* dem Manne, der in ihren Gesichtskreis kam, weil sie die Bewunderung als Bestätigung ihrer Schon» heit vor sich selber brauchte; innerlich aber war sie eiskalt und wohl kaum jemals geneigt, ihr sicheres unb angenehmes Leben an Friedrich v. Roeders Seite aufs Spiel zu fetzen. Sie wußte genau, daß hier die Grenze feiner Anbetung war, diese Grenze hatte sie einzuhalten, ein Gebot, das sie unbedingt befolgte. Immerhin blieb auch Dinas Scheidung eine lose Bindung zwischen Margit unb Mikeny, die Zwar hauptsächlich aus gelegentlichen Postkarten bestand, sie aber doch im großen und ganzen über seinen wechselnden Aufenthalt auf dem laufenden hielt. So hatte sie auch von seinem Gastspiel im Palast« Hotel erfahren und war, als sie kurz nach Dinas Abreise wieder zur Anprobe nach Berlin gekom« men, natürlich sofort hingegangen. Teils aus per« sonlichem Interesse — keiner ihrer Bekannten hafte eine so bezaubernde Art, Komplimente zu machen-7, teils aber auch aus Neuaierde, wie er wohl die Nachricht von Dinas Erbschaft aufnehmen würde. Margit liebte es, Ueberbringerin sensationeller Nachrichten zu fein, ganz gleich, ob sie heiter oder traurig waren. Sie gaben ihrem Dasein eine angenehme Abwechlung, denn sie langweilte sich ost, weil sie nur äußerliche Zerstreuungen und Anre« gungen kannte. (Fortsetzung folgt) rutsche 9. A.Spott 1900 aus dem zweiten Platz 1900 — Naunheim 4:1 (2:1). Der Mehr als 100 Millionen Reichsmark vom man Dereinsführer-Wechsel im Schiklub Gießen. Schon für RM 3.— je Klaffe erhalten Sie em Achtellos. kaffen Sie sich noch heute den Gewinnplan der ersten Deutschen Reichslotterie vorlegen. Sie werden dann feststellen, welch harmonisches und glückliches Verhältnis Zwischen großen, mittleren und kleineren Gewinnen hier gefunden wurde. Den Gewinnplan sowie Lose erhalten Sie überall dort, wo Sie bisher Ihr Klaffenlos kauften. Sie erkeuuen Überall» wo Ste dieses Zeichen am Schaufenster sehen, erhalten Sie die Lose zur ersten Deutsche« ReichSlotteri«. wenn man bedenkt, daß fünf Spieler der 1. Mannschaft ersetzt werden mußten. Die Grünweißen hatten folgende Vertretung entsandt: Heeg, Heß, Leutheuser II., Berlebach, Kramer, Leutheuser IV., Schmitt, Fischer, Möhl, Godgliick, Frei. Der Spielverlauf in Kürze: int)altbar ins Netz. Für kurze Zeit gelang es den ©Lften sich aus der Umklammerung frei zu machen. bee Staatlichen Lotterie-Einnahmen Verkaufsstellen außerdem an eine» runden, grün- weiß-roten Schild. Die Ziehung der ersten «affe beginnt am 16. Mai 1939. Spielen Sie mit! stehen i und ihn: ipanien du tioillon k nkMPM ' Schutzs!' uerlM tische Lei!" Bahn- ir! totes Kiü « von ft um/ä im t bttusk Ms 6 m oorfät Rufeunisfr Erste Vorentscheidung um die deutsche Fußballmeisterschaft Der Verlauf der beiden Derbandsspiele, an denen msere heimischen Vertreter beteiligt waren, brachten Lrgebmsse, die etwas überraschen. Denn während die Äau-Weißen gegen Naunheim einen glatten Sieg e rangen, mußten die Grün-Weißen in Frohnhausen eite hohe Niederlage einstecken. 1900 — Naunheim 4:1. Frohnhausen — DfB.-R. 9:3. stgari» E zu d« l, mit bti die feier- WM dem ubtt e fid) bu ankfurter Letz über tze Nnu- ibtunb. Märischl eenbef. Dtr Scheimr« % feN aittn Tlu. en Nm- nn fragte - Hascherlk m To de ee im übrif wohlhab^ n, und M Handball-Großkamps iu Hörnsheim. Tv. Hörnsheim bezwingt den MSV. »Barbara- Gießen 13:5 (5:3). L i 'M ,,e9etr Äs bf. ipnsieiie, ei5W 1 Schktzj 'schüttest, ■‘ennenbf: ’ ®eiptöj >che Dint 'k den fo Arbeij i, "schall N stuiu aber g ftebigenbf. erte Ty dann nr ChreU ZusailM! mtub, ng en an t. der M Pause auf 5:3. Das Spiel war noch nicht enb schieden. Erst die zweite Halbzeit brachte die Entscheidung zu Gunsten der Hörnsheimer. Sie eröffneten noch der Pause das Spiel mit wuchtigen, schnellen Angriffen und drängten die Soldaten in die Verteidigung zurück. Durch wohlplazierte Schüsse erweiterten sie ihren Vorsprung auf 9 :3. Erst dann gelang es den Gästen aufzukommen und das Spiel wieder ausgeglichen zu gestalten. Aber die sichere Hintermannschaft der Gastgeber war auf dem Posten und zerstörte die schönsten Angriffe. Nur durch zwei schöne Einzelleiftungen kamen die Gießener zu ihren zwei letzten Toren. Dagegen konnte sich der Sturm der Hörnsheimer nach der Herausstellung von Marx immer besser entfalten, und oft genug stand ein Stürmer frei am Schußkreis. Frese im Tor der Schwarz-Weißen hielt einige sehr schöne Schüsse, konnte ober nicht verhindern, daß die Gastgeber das Ergebnis auf 13:5 erweiterten. Beim Sieger waren der Torwart und der Mittelläufer die herausragenden Kräfte. Die Mannschaft kombinierte sehr schön, und die Stürmer verfügten auch übet einen guten Torschuß. Alle Posten der Elf waren gut besetzt, und man konnte keinen Ausfall verzeichnen. Dagegen merkte man beim MSV. den Ersatz sehr, das Zusammenspiel klappte nie richtig. Der beste Mann war Torwart Frese. Die Verteidigung arbeitete zufriedenstellend. Im Sturm fehlte Winden an allen Ecken. Kreis VIII-Kreis X 14:1 (5:0). Wenn auch das Wetter nicht gerade einladend war, so hatten sich trotzdem auch diesmal wieder zahlreiche Zuschauer eingefunden, die ihre Spieler erneut, und diesmal sogar eine „Nachwuchself", in hervorragender Verfassung antrafen. Es mag sein, daß man die Gäste lieber gleichwertiger gesehen hätte. Immerhin zeigten sie ein recht gefälliges Spiel, dem nur der letzte Schliff fehlte. Dazu kam noch, daß sie das vorgelegte Tempo nicht durchhalten konnten und so zum Schluß etwas abfielen. — Das Torergebnis entspricht durchaus dem Spielverlauf, hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn nicht der Torhüter eine Klasse für sich und zeitweilig ganz überragend gehalten hätte. Zunächst dauert es geraume Zeit, bis sich die „Einheimischen" gefunden hatten. Als aber dann die Kombinationsmaschine einmal eingelaufen war, gab es keinen Halt mehr. Selbst das aufopferungs- volle Spiel der Gäste konnte hieran nichts ändern, es trug höchstens dazu bei, die Niederlage wenigstens einigermaßen erträglich zu gestalten. Den Anklang, den gerade die drei Spiele der Kreismannschaften gebracht haben, beweist, daß die Kreisspielleitung auf dem besten Wege ist, um dem Handball neue Freunde zuzuführen. Es wäre nur wünschenswert, wenn zwischendurch auch wieder einmal ein starker Gegner verpflichtet würde, um so das spielerische Können weiter auszubauen. Kreis Gießen trat diesmal in folgender Aufstellung an: Altmann, Mehl und Hepp (alle Dutenhofen), Klee und Sann (Holzheim), Philipp und Allendörfer (Lützellinden), Müller und Jakobi (Hörnsheim), Lang und Weber (Hochelheim). b den W > und W ' hier tt ausllM m * » [«". 3« [te auch y sofort i- ft ■ und n" esen uüe - ien. > Nordes ■n b-iA gslo- » >h---Ä °d"L 'S sie mW Ä 1» ’m ki '”Vy •I 1 U-L ->L- rt frfl shrentoH zu betrdr fe entgcf Stimme iK Insprache j rnts ,N enftrej ier der» Schauspiel letzten Mnter geleistete Arbeit. Sodann vermittelte er den Haushaltvoranschlag für das Geschäftsjahr 1939, der von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Nachdem im vergangenen September der seicherige Dereinsführer, Kamerad Karl Alt Haus, infolge geschäftlicher Inanspruchnahme sein Amt niedergelegt hatte, stand nunmehr als nächster und wichtigster Punkt der Tagesordnung die Wahl eines neuen Dereinsführers bevor. Kamerad Mangold dantte nochmals dem früheren Dereinsführer für feine geleistete Arbeit und be- bauerte es sehr, daß er sich nicht mehr zur Verfügung stellen konnte. Ferner dantte Kamerad Mangold auch den anderen Mitarbeitern des Führerrats, insbesondere dem Schrift- und Kassenwart Dörsner, für ihre vorbildliche Mitarbeit. 9n der darauffolgenden Aussprache wurde als neuer Vereinsführer von den Mitgliedern der Karne- rab Fritz Dörfner vorgefchlaaen und einstimmig gewcchlt. Dörfner ist schon 15 Fahre Mitglied des Schiklub Gießen und arbeitet schon jahrelang als Schrift- und Kassenwart im Führerrat des Vereins. Außerdem war er einige Jahre Kreisfachwart des Fachamtes Schilauf im NfL., Gau 12, Kreis 8 (Gießen), wo er heute noch als Stellvertreter tätig ist. Durch seine jahrelange Arbeit hat er reiche Erfahrungen sammeln können, die er nunmehr zum Nutzen des ganzer Vereins verwenden kann. Der neue Dereinsführer dantte der Generalversammlung für bas in ihn gesetzte" Vertrauen und versprach, es xu rechtfertigen. Seine Mitarbeiter wird er demnächst bestimmen. Schiklub Gießen hatte seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung in den „Burghof" Gießen einberufen. Der stellvertretende Dereinsführer, Baurat Mangold, gab ihnen einen kurzen Uederblick über die vom Verein im Teutonia Steinberg I. - Wirges I. 2:2 (1:1). Das erste Aufstiegsspiel zur Gauklasse gehört der Vergangenheit an! Ueberrascht wurden die zahl- leichen Zuschauer die sich trotz der schlechten Witte- illngsoerhältnisse eingefunden hatten, durch das Können der Gäste. Wirges stellte eine starke, aus» geglichene Elf! Sie war von einem Siegeseifer (»füllt, der volle Anerkennung abzwang. Wohl niemand hätte erwartet, daß Wirges meist tonangebend aar. Stellt man nun in der Betrachtung die Teu- onen den Gästen gegenüber, so kann man nur die Feststellung machen: Steinberg war nicht in der >orm, wie fie für Aufstiegsspiele notwendig ist. Unter der Leitung von Schiedsrichter W i n g e n - leib (Fulda) stellten sich die Teutonen mit sol- jenber Besetzung zum Kampf: Happel, Fett, schmandt K., Naumann (7/116), Hederich, Heinze- nann, (13/116), Buß, Haas, Schmidt, Däublin (11/116), Lang (11/116). Vom Anstoß weg übernahm Steinberg zuerst die Führung des Kampfes. Däublin spielte tadellos (ine Nebenleute frei, ohne jedoch vorerst Glück mit (inen Aktionen zu haben. Der Gegner war auf der jut. Sofort erwies sich der Mittelläufer als Be- 'rrscher des Mittelfeldes, der immer wieder seinen 6 türm einsetzte. Aber Steinbergs Abwehr war auch p. Fett gebührt hier ein Lob, der manchmal Retter h höchster Not war und auch das erste Tor ein- litete. Einen seiner gefährlichen Sttasstöße ließ der find zu gewinnen! GRÖSSTE GEWINNE le gäntHglai gelt (§ t, in btt ewti^tn Sptewedtn-nng—» 3Millionen RMi auf ein dreifaches Los, 2 Millionen RMl auf ein Doppeilo-, A Million RM“!^^ InSgefautt werden auf 1200000 Lose in 5 Klassen 480000 Gewinne und 3 Prämien im Gesamtbeträge von 102899760.— NM auSgespieft. • ‘/s Los kostet nur KM 3.— je Klasse e In den ersten Spielminuten lies das Spiel der Grünweißen wider Erwarten sehr gut, doch fielen Tore vorerst nicht. Die Gastgeber machten sich frei und konnten bis zum Wechsel viermal einsenden. Nach der Pause erhöhten die Platzherren auf 6H, erst bann kamen die Grünweißen zu ihrem ersten Gegentreffer. Wieder wurde durch den Mittelstür- wer die alte Tordifferenz hergestellt, doch brachten die Grünweißen ebenfalls zwei Gegentreffer an. Zum Schlüsse mußte sich die Mannschaft noch zweimal geschlagen bekennen. Heuchelheim I — Leihgestern I 0:4 (0:0). Das Freundschaftsspiel in Heuchelheim bot schönsten und ritterlichen Fußball. Die Leihgesterner warteten mit einer in allen Punkten gut besetzten, eifrigen Mannschaft auf, die den Sieg, wenn auch nicht in dieser Höhe, durchaus verdient errang. Der quecksilbrige Torhüter der Gäste vereitelte jede Torgelegenheit der Einheimischen. Die Heuchelheimer zeigten ein wunderbares, flüssiges Kombinationsspiel im Sturm, wobei jedoch der krönende Torschuß ausblieb. Don Anfana an zeiaten sich die Gäste durch ihre steilen Angriffe von ihrer gefährlichsten Seite. Im Feldspiel machte sich jedoch langsam die spielerische Ueberlegenheit der Heuchelheimer bemerkbar. Ein kurz vor der Halbzeit erzieltes Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Nach der Pause lagen die Blauen weiterhin im Angriff. Die sichersten Chancen landeten aber stets in den Händen des Gästetorhüters. Die Einheimischen, die mit aller Macht nach Torerfolgen strebten, wurden das Opfer ihrer Taktik. Jedesmal, wenn die Blauen sich mit allen Mannen in der Hälfte ihrer Gegner festgesetzt hatten, gelang es den eifrigen Gästen, durch blitzschnelle Angriffe die auseinandergezogene, verdutzte Abwehr der Heuchelheimer zu schlagen. So mußte der Torhüter der Blauen dreimal das Leder aus den Maschen holen. Trotz alledem gab die Mannschaft den Kampf nicht auf. In wundervollem, vollendeten Kreiselspiel zogen sie immer wieder in gefährliche Nähe des Gästeheiligtums. Eine Anzahl Bälle wurde verknallt aber der befreiende Torschuß blieb aus. Ein erneuter, unverhoffter Angriff der Gäste verhalf ihnen durch Eigentor zum vierten Treffer. Noch einmal setzte Heuchelheim alles auf eine Karte. Jedoch alle gutgemeinten Anstrengungen erschöpften sich in einem schönen, aber unproduktiven Kreiselspiel. die katastrophalen Platzverhältnisse, mit denen sich der MSV. gar nicht abfand. Aber alle diese Umstände entschuldigen nicht das unlustige Spiel einiger Soldaten. Den Gastgebern, die ihre vollständige Mannschaft zur Verfügung hatten, stellten die Gäste folgende Elf gegenüber: Frese; Eckrich, Marx: Jllmann, Ollhoff, Hammel; Niedenthal, Grund, Richter, Hof- mann, Heimann. Das Spiel begann lebhaft und war vorerst ausgeglichen. Die Soldaten gingen durch einen Weitschuß in Führung und behaupteten sie eine Weile. Dem Ausgleich der Hörnsheimer folgte sofort wieder das Führungstor der Gießener. Durch zwei schöne Einzelakttonen zogen die Turner auf 3 :2 davon und erweiterten diese Führung nach vorübergehendem Ausholen der Artilleristen bis zur tnmesen und die ttotz des früheren Beginns recht Mreichen Besucher waren recht zufrieden. :Der Beginn iah die Gäste leicht im Vorteil. In br Hälfte der Blau-Weißen wird stark in der Ab- ushr gehandelt. Erst als die Naunheimer auf einen keinen Schnitzer der Verteidigung in Führung gehen hnnten, änderte sich dies. Auf einmal waren die L au-Weißen da. In planmäßigen Angriffen wur- bm die Gäste mehr und mehr in ihre Hälfte zu- nickgedrängt. In der 20.Minute fiel bereits der Ausstich. Auf Flanke von Heuser umging Rensina die &rteü>tgung und schoß aufs Tor. Der Gästehüter timnte durch Fausten abwehren, gegen den Nachlaß war er jedoch machtlos. Wenig später hieß es 121. Eine Handabwehr kurz vor der Strafraumlinie hittte einen Strafstoß zur Folge, der von Hormel |t wuchtig geschossen wurde, daß er trotzdem noch im I>r landete, obwohl der Ball vorher von zwei (Spielern berührt wurde. Nach dem Wechsel wurde die Ueberlegenheit der Potzbesitzer noch deutlicher. In der 60. Minute kam bi: 5 denn auch durch einen weiteren Treffer zum Usdruck. Löbsack hatte sich auf dem rechten Flügel enolgreid) durchgesetzt und seine vorbildliche Flanke nchm fteufer auf, ließ den angreifenden Verteidi- ikrer ins Leere laufen und beförderte das Leder Gästetormann abprallen, und schon hatte Däublin mit größter Sicherheit verwandelt. 1 :0 stand die Partie, und in der Folge war das Gästetor vielfach in höchster Gefahr. Eme glänzende und zugleich gefährliche LePung bot der Torhüter, als er sich dem frei durchgekommenen Schmidt auf den Fuß warf. Aber kurze Zeit danach schien doch das zweite Tor fällig zu sein, als wiederum Schmidt durch- gebrochen war, aber ein unglücklicher Umstand brachte ihn um diese Chance. In den noch restlichen Minuten der ersten Hälfte waren die Gäste tonangebend, und kurz vor dem Pausenpsiff glich der Mittelstürmer durch unhaltbaren Schuß aus. Nacy dem Wechsel waren weiterhin die Gäste überlegen. Bange Minuten entstanden nun vor Happels Heiligtum. Den Verteidigern merkte man auch immer mehr das harte Ringen an, und so ging es denn auch vollkommen in Ordnung, daß Die Gäste durch ihren Mittelstürmer Drebing in Führung gingen. Viele Anhänger gaben nun den Kampf verloren, aber wenige Minuten später glich nochrn Däublin durch eine fabelhafte Leistung aus. N i begann ein harter Kampf um den Sieg, jedoch war er keiner Mannschaft vergönnt. Schließ- lich trennte der Schlußpfiff von Wingenfeld die beiden Mannschaften, die sich mit dem erzielten Resultat vollkommen zufrieden gaben. Teutonia Jugend — Lollar Jugend 2:2 (1:2). Auch die Jugendmannschaft erreichte ein Unentschieden, obwohl dem Spielverlauf nach ein Sieg verdient gewesen wäre. auch sonst viel Schußpech hatten. Nun liegen die Kickers dank dem wieder in ganz vorzügliche Form gekommenen-Edmund Conen allein in Front, aber die Entscheidung ist, wie gesagt, noch nicht gefallen. DfR. und Admira können es auch noch schaffen, wenn auch Stuttgart jetzt der erste Anwärter auf den Gruppensieg ist. In der Gruppe 1 ist am Endsieg des Hamburger SD. nicht mehr zu zweifeln. Rudi Noack war diesmal im HSD.-Sturm der Vollstrecker, und mit 5:2 (2:1) mußten die Allen st ein er Sol- baten wiederum eine glatte Niederlage hinnehmen. Der Vorsprung des HSV. hat sich noch dadurch vergrößert, daß Osnabrück und B l a u • Weiß Berlin in Bremen die Punkte teilten. Blau-Weiß war besser, hätte eigentlich tlar gewinnen müssen, kam aber erst in der Schlußminute zum Ausgleich. In der Gruppe 4 endlich ging die erste Aus- einandersetzung zwischen Gl^iwitz und Schalke In Breslau unter den Augen von 45 000 Besuchern in Szene. Die „Knappen" fuhren schärfstes Geschütz auf (Szepan und Kuzorra waren dabei!) und siegten nach prächttger Gegenwehr der Schlesier knapp mit 2:1 (0:1) Toren. Nach diesem Erfolg der Westfalen ist an ihrem Gruppensieg nicht mehr zu zweifeln. Wormatia Worms der Südwestmeister, schlug Kassel 0 3 mit 3:1 uno kam damit zu den ersten Punkten. Eine Umstellung im Wormser Sturm wirkte sich recht günsttg aus; bei den Kasselern fehlten einige bewahrte Kräfte. As jedoch im Anschluß an eine seine Kombination k- Blau-Weißen der vierte Erfolg durch Rensina ^irtanbe kam, ging das Geschehen wieder voll uno ocnz von den Platzbesitzern aus. Daß es zu keinen unteren Torerfolgen kam, verdanken die Naunhei- mir ihrem Schlußmann, der sich jetzt durch die best- qctieinteften Schüsse nicht mehr bezwingen ließ. Naunheim, das seine Mannschaft stark verjüngt «, die alten Kämpen Hattert I, Keusch, Lcmdenfelo, liseb usw. sind durch junge Kräfte ersetzt worden, it wieder stark im Kommen, das deutet die bereinige Leistung jetzt schon an. Die Blau-Weißen, die (t der angefünbigten Aufstellung antraten, haben lu d) den Erfolg bewiesen, daß ihr Sieg im Lokal- fjri-l kein Zufall war und sich die spielerische Ent- DiElung weiter vervollkommnet hat, was die Zu- tt'ft wieder aussichtsreicher erhoffen läßt. Schieos- tic ter war Kaietsch, Wetzlar. Dränten Frohnhausen I — DfB.-R. I 9:3 (4:0). 2ßie erwartet, mußten die Grünweißen beim letzter Meisterschaftsspiel in Frohnhausen eine deutliche W^erlage emstecken. Die Gastgeber fpielten auf» tpiernb und konnten als sicherer Sieger das Spiel- j’14 verlassen. Die Niederlage wird verständlich, Die erste Vorentscheidung bei den Endrundenspielen um die deutsche Fußballmeisterschaft ist gefallen: Fortuna Düsseldorf, der Niederrhein- meister, hat sich in der unterteilten Gruppe 2 den Sieg in der Abteilung A gesichert, da ihm auch im* Rückspiel gegen den Mittelrheinmeister Sülz 07 ein, wenn auch sehr knapper, Sieg gelang. Die Düsseldorfer buben nun um den Gruppensieg und damit den (Eintritt in die Vorschlußrunde mit Dresdener SC. oder 1. FC. 05 Schweinfurt zu kämpfen, die sich am kommenden Sonntag in Chemnitz den entscheidenden Gang in der Abteilung B liefern werden. Die Schweinfurter aeroannen auch das zweite Spiel gegen Warnsdorf, aber das Ergebnis von 4:2 wird sie wohl nicht ganz befriedigt haben. Wenn die Schweinfurter weiterkommen wollen, müssen sie gegen den DSC. mindestens unentschieden spielen. Bei einer knappen Niederlage hat der DSC. das bessere Torverhältnis! In den übrigen Gruppen steht die Entscheidung noch aus, aber ganz ungewiß ist die Lage lediglich noch in der Gruppe 3. Der V f R. Mannheim ließ sich in heimischer Umgebung vor 30 000 Zuschauern von den Stuttgarter Kickers mit 1:4 schlagen, während Admira Wien zu Haufe gegen Dessau 05 mit 5:1 siegreich blieb. In Mannheim gab die gewaltige Durchschlagskraft von Edmund Conen, der alle vier Treffer buchte, den Ausschlag, aber es sei nicht verschwiegen, daß die Mannheimer schon Mitte der ersten Halbzeit ihren vorzüglichen Stürmer durch Verletzung verloren und Auch bas zweite Auffttegsspiel ber Gießener Artilleristen brachte für die Anhänger des Vereins eine große Enttäuschung. Man fuhr zwar nicht sehr siegeszuoersichtlich nach Hörnsheim, denn schließlich haben am letzten Sonntag die Hörnsheimer Hanau besiegt, während ber MSB. fein erstes Spiel daheim gegen Hanau glatt verloren hat, aber man hatte ein besseres Abschneiben erhofft und erwartet. Die verschiedensten Gründe führten zu der unerwartet hohen Niederlage ber Soldaten. Durch bie frühe Ansetzung des Spieles, das mit Rücksicht auf die Auswahlspiele unseres Kreises bereits vormittags ausgetragen wurde, war es leider für die Gießener unmöglich, komplett anzutreten. Der hervorragende Dertewiger Weller und gefährliche Durchreißer :m Sturm, Winden, mußten ersetzt werden Dazu kamen Mach der guten Leistung der Blau-Weißen fbrfonntag im Spiel gegen den DfB.-R. war dgemein gespannt, ob die Elf auch diesmal die Stiftung aufbringen würde, um über die Naun- himer erfolgreich zu bleiben. Der Verlauf hat es Aufgaben des Fleischers im ~ Arbeitstagung der Kreisfachschast Die Kreisfachschast Fleischer in der Deutschen Arbeitsfront hielt am Sonntnagnachmittag im Saale des Gesellschaftsoereins eine Arbeitstagung ab. M^isfachschaftswalter und Innunasobermeister Pirr hieß Meister. Gesellen und Lehrlinge herzlich willkommen, begrüßte insbesondere die Redner der Tagung und gab dann das Arbeitsprogramm bekannt. Als erster Referent sprach der Gaufach- schaftswalter Beetz (Frankfurt a. M.) über das Thema „Betriebstechnische Beratung .* Er ging von den Notwendigkeiten aus, die im Rahmen des Vierjahresplanes für das Fleischerhandwerk gegeben sind und die in erster Linie die o o l l- kommene Ausnützung allen an die Hand gegebenen Materials erfordern. So gelte es vor allem, die Eiweißreste im Blute (über das Hilfsmittel der Zentrifugierung) der Dolksernährung zu erhalten und dienstbar zu machen. Das Fleischerhandwerk müsse sich heute, so führte der Redner u. a. aus, aller technischer Hilfsmittel bedienen, die dazu beitragen können, jegliches Schlachtgut bis zum letzten auszuwerten. Es gehe heute nicht mehr an, eine Arbeitsweise zu pflegen, die noch der des Großvaters entspricht. Im Interesse der Devisenersparnis gelte es, genaue Gewürzdasierungen vorzunehmen, mit deren Hilfe die Qualität der Wurst auf einer gleichbleibenden Höhe gehalten werden könne. Der Knochenentfettung mit Hilfe der „Autoenklave" müsse nähergetreten werden, denn auch hier könne der Volkswirtschaft und der Volksernährung ein wertvoller Dienst geleistet werden. Mit welchem Ernte die Arbeit um die Erhaltung aller Werte betrieben werde, gehe schon daraus hervor, daß durch den Reichsstand des deutschen Handwerks ein Forschungsinstitut für Fleischverwertung geschaffen worden sei. Kreisamtswalter Stein (Gießen) sprach anschließend über die Notwendigkeit der Leistungssteigerung im Handwerk. Er sprach von den verschiedenen Maßnahmen, durch die eine Leistungssteigerung erreichbar sei. Das Gesellenwandern solle dem jungen Gehilfen den Gesichtskreis erweitern, der gewerbliche Nachwuchs solle zur Sparsamkeit angehalten werden, damit er eines Taaes kreditwürdig sei. Die Jugend müsse sich darüber hinaus der Aufgaben bewußt sein, die ihr für die Zukunft gestellt sind. Handwerksarbeit sei nicht nur eine Arbeit der Faust, sondern des ganzen inneren Menschen! Die Lehre im Handwerk müsse hart und gesund sein, wenn das Handwerk auch in Zukunft gute und tüchtige Meister haben wolle. Der Geselle seinerseits müsse seinen Arbeitsplatz im Betrieb so ansehen, als sei es der eigene Betrieb. Wahre Arbeitsgemeinschaft im Betrieb sei die Voraussetzung für jegliche Aufwärtsentwicklung. Pflichlbewußtsein müsse jeder, als selbstverständliches Gesetz in sich tragen. Im weiteren Verlauf der Arbeitstagung sprach Kreisamtswalter H e ß (Gießen) über „Weltanschauliche Ausrichtung/' Er sprach zunächst von der großen Freude, den diesjährigen 1. Mai im Großdeutschen Reich feiern zu können. In unserem Vaterlande habe sich, so fuhr er fort, eine tiefgreifende Aenderung vollzogen. Ein Volk, das sich auseinandergelebt hatte, habe sich wieder in einer großen Gemeinschaft gefunden. Viel Trennendes sei vergessen und innere Stärke und damit Recht auf dieser Welt gewonnen worden. Bei oll dem dürfe aber nicht vergessen werden, wie es zu Zeiten des Niederganges in Deutschland aus- aesehen habe. Das deutsche Volk, das leistungsfähigste Volk der Erde, habe aber auch ein Recht auf einen gehobenen Lebensstandard, der seiner Leistungsfähigkeit entspreche. Daß die Ansprüche in dieser Hinsicht noch nicht in vollem Umfange erfüllt werden könnten, liege daran, daß unserem 80-Mil- lionen-Dolk nur ein viel zu kleiner Roum zur Verfügung stehe. In seinen weiteren Darlegungen wies der Redner auf unsere unlösliche Schicksalsverbun- denheit hin, er sprach von den Pflichten eines jeden einzelnen Volksgenossen, die jeder zu erfüllen habe, wenn er Rechte für sich in Anspruch nehmen wolle. Die Gemeinschaft könne, so betonte er, nicht geben, was der Einzelne zu geben sich nicht bereitfinde. Jeder müsse sich in Beruf und Betrieb bewähren, weil jeder Betrieb die Aufgabe habe, der Volksgemeinschaft zu dienen. Das bedeute aber auch, daß jeher an dem Platz stehen solle, den er aus eigenen Kräften heraus am besten aus fülle. Die deutsche Wirtschaft fei nicht ,Ding an sich", sondern sie stehe ausschließlich im Dienste der Gemeinschaft. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit habe die Notwendigkeit der Gemeinschaft verstanden. So stehe auch der 1. Mai 1939 im Zeichen des Geistes der Gemeinschaft und der Freude, deren Glanz über das ganze Jahr hinweg Kraft hoben solle. Kreis- fachschaftswalter Pirr' (Gießen) dankte den Rednern, deren Vorträge mit herzlichem Beifall aufgenommen wurden. Er forderte dazu auf, sich stets dessen eingedenk zu sein, was ihnen durch die Redner vor das geistige Auge gestellt worden war. Festlicher Abeno. Aus Anlaß der Arbeitstagung und gleichzeitig als Maifeier für die Fleischer innerhalb der Kreisfachschaft fand im Anschluß an die Vorträge ein festlicher Abend statt, der ganz im Zeichen der Ka- merafchaft stand und einige sehr unterhaltsame Stunden brachte. Die Kapelle Ärengel unterhielt mit guter Musik aus besten deutschen Opern und Operetten. Frau A s s i o n und Herr E. A. Waltz (Stabtheater Gießen) trugen durch ausgezeichnete gesangliche Vorträge zur Verschönerung des Abends und zur Erhöhung der festlichen Stimmung erheblich und mit viel Geschick bei Das Ballett des Gießener Stadttheaters unter der Leitung von Frl. Thea Maaß forderte durch eine Walzerfantasie und den „Radetzkymarsch" zu lebhaftem Beifall heraus. Schließlich trugen noch die Herren Kehrmann (Flöte) und Schwarzlofe (Trompete) mit virtuosen Solovorträgen zur allgemeinen Freude bei. Jnungsobermeister Pirr sprach in kurzer Rede von dem tieferen Sinn dieses festlichen Abends, Kreisamtswalter Heß überbrachte die Grüße des Kreisleiters und Bezirksinnungsmeisters Zobel (Mainz) sprach in längeren Darlegungen und aus reicher praktischer Kenntnis heraus über mancherlei fragen, bie bas Fleischerhanbwerk in der Gegenwart bewegen. Herzliche Worte des Dankes widmete er dem Jnnungs- obermeifter Pirr für feine unermüdliche und wertvolle Arbeit, die er im Dienste des Handwerks leistet. Dank wurde auch Frau Pirr gesagt für das Verständnis, bas sie ber vielseitigen Beanspruchung bes Obermeisters entgegenbringt, Obermeister Pirr übertrug ben Dank für feine Frau an alle Gattinnen ber Kameraden im Handwerk. Schlachthofbirektor Dr. Keller fanb herzliche Worte ber Ver- bunbenheit mit bem Fleischerhanbwerk. Zu mitternächtlicher Stunde hielt Kreishandwerksmeister S t ü h l e r eine Ansprache, in ber er in begeifternben Worten von ben Leistungen unseres Führers Abolf Hitler sprach, ber es bem beutschen Volke ermöglichte, ben Nationalen Feiertag, ben 1. Mai, in Ruhe Frie- ben unb Sicherheit unter dem Schutze ber beutschen Wehrmacht zu feiern. Im Verlauf bes Abends wurde noch manches gemeinsame Lied gesungen. Nicht zu vertrauensselig! Ndz. Angesichts der bevorstehenden Reisezeit sind Hinweise über die Sicherheit in den Zügen von Interesse, die in der Reichsbahn-Beamten-Zeitung gegeben werden. Um die Reisenden während der Fahrt, besonders nachts, vor Belästigungen ober Beraubungen zu schützen, hat die Deutsche Reichs« .bahn seinerzeit umfassende Sicherheitsmaßnahmen angeorbnet, bie auch heute noch in Kraft sind unb streng burchgeführt werden. So haben bie Zug« beamten in ben O-Zügen nach ber Fahrkartenpru« fung wieberholt Revisionsgänge burch bie einzelnen Wagen zu machen und alle Abteile zu berücksichti. gen. In ben Personen- unb Eilzügen, die nur aus Abteilwagen bestehen, haben sich die Schaffner wäh. renb der Fahrt möglichst oft besonders in den schwach besetzten Abteilen aufzuhalten und ihr be. sonderes Augenmerk Einzelreisenden zuzuwenden. Die Zugbegleitbeamten haben alle freie Zeit- zur Ausübung dieses Sicherheitsdienstes zu verwenden. Die Kinberlanbverfchickung braucht pflegefteUen für unsere Jugend! In dieser Ueberwachungstätigkeit werden sie durch die Bahnschutzpolizei und den Fahndungsdienst so, wie durch Reoisioren und Kontrolleure wirksam un« terstützt. Die Bestrebungen der Reichsbahn werden aber nur Erfolg haben können, wenn auch die Rei» senden selbst sich weniger vertrauensselig als bisher ihren Mitreisenden gegenüber verhalten unb vor allem nicht jebern Unbekannten ihr Gepäck im Ab« teil zur Aufsicht anoertrauen. Wahrnehmungen über verbächtige Fahrgäste nehmen jederzeit die Zugbe» gleitbeamten entgegen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochen» markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Weißkraut, % kg 15 Pf., Rotkraut 18, gelbe Rüben 15 bis 16, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, To, maten 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20, Kartoffeln, alte, kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Blumenkohl, bas Stuck 30 bis 35, Salat 25 bis 30, Salatgurken 60 bis 80, Lauch 5 bis 15, Rettich, neue, bas Bünbel 30, Ra» bieschen 15, Sellerie, bas Stück 20 bis 60 Pf. * * * Golbene Hochzeit. Am morgigen Mitt» woch, 3. Mai, feiern bie Eheleute Wilhelm Kett» n e r unb Frau Barbara, geb. Lemmer, Stein» straße 48 III, bas Fest ber golbenen Hochzeit. Herr Kellner hat über 40 Jahre lang im Dienst der Eisenbahn gestanden und trat im Jahre 1925 als Lokomotivführer in den Ruhestand. Er ist jetzt 76, seine Ehefrau 74 Jahre alt. Beide erfreuen sich noch guter Gesundheit. Das Jubelpaar zählt auch seit seiner Verheiratung zu ben treuen Beziehern bes „Gießener Anzeigers". (Wir beglückwünschen herzlich zur goldenen Hochzeit!) Mit und ohne Mdstck. . ÄrrvrÄÜ«?«! IW U N •"MM . Ä . . M M, rei gute Gründel“ Wer „ >••«« aromatisch, leicht unb frischI" Serr Lerbert Kettenbeil aus Berlin- Buchholz, Parksiedlung Id, hak sein heutiges Tagewerk beendigt (3.4.39). Die Steigeisen in der Land, sagt er zwischen langsamen Zügen: »Wirklich eine seine Cigarette, die »Astra": aromatisch, leicht und frisch! Das find drei gute Gründe! Schon nach der ersten Schachtel dachte ich mir: Dabei bleibe ich! flnb bei der „Astra" bin ich geblieben." . < $//. X/-. „y ■>-' 1 ' $ W ■$ ; Hierfindet der Wunsch des modernen Rauchers Erfüllung: Reiches Aroma und natürlich gewachsene Leichtigkeit in einer Cigarette vereint. Darum greifen täglich mehr und mehr genießerische und überlegende Raucher zur „Astra". Besondere Kenntnis der Mischkunst und der Provenienzen ist das ganze Geheimnis. Sm Lause Kyriazi lebt sie nun, vom Großvater auf den Enkel vererbt, in dritter Geschlechterfolge als die erste und vornehmste Pflicht deS Inhabers. — Rauchen Sie „Astra" eine Woche lang. Dann werden Sie bestätigt finden, daß sie aromatisch und leicht ist. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel „Astra". ,WaS ich empfehle? - Die,21ftra"I" Äerr Laos Lübbe, Inhaber des Zigarrengeschäftes Glockengießerwall 25 Ecke Ferdinandstraße in Siamburg, äußerte sich am 4. April 1939: „Ich habe schon früher als langjähriger Filialleiter eines größeren Tabakwa- ren-Einzelhandelsgeschäftes immer be- sonders viele „Astra"- Cigaretten verkaufen können - und heute in meinem eigenen Geschäft ist es genau so. Wenn ich gefragt werde, empfehle ich die „Astra". Wer eine aromatische, leichte und stets frische Cigarette rauchen will, kommt mit ihr^-auf feine Rechnung." -• y -f - - ii ..... immer unverändert die gleiche!" ^-^Das war ja mal wieder allerhand Betrieb heute", meinte Lerr Wilhelm Klotz, der Inhaber der ältesten Wiesbade- ner Bierstube, der „Bayrischen Bierhalle" in der Adolf- straße 3, als er am 8. März 1939 Feierabend geboten hatte. „Jetzt kann ich auch mal an mich selber denken: ein schöneS Glas Baba-Bräu unb dazu die leichte und aromatische Elstra"! Sie ist immer die gleiche, sie hat mich noch nie enttäuscht." „Wie oft ist man beim Entziffern schwieriger Textstellen aus der alleren Literatur Japans dazu geneigt—wenn sich durchaus lei- neLösuna finden will-„den ganzenKram"hinzuwerfen.Ichfür meinen Teil sammle mich beim Genuß einer leichten Cigarette. Das ist für unch die aromatische und wohlschmeckende ,Astra'l" Dr. Lrltz Rumpf. OrtrntaHfL Drrllu 71®, SrikfenaUee IN 3apan«3nfhL 11. HptÜSQ. Tabak- Erfahrung von Kindesbeinen an. <-Rur 1,8ha groß istdie berühmte Weinbergslage „Bemcaste- ler Doctor" - gegenüber einer Gesamt-Weinanbaufläche von etwa 75000 ha im Altreich. Beim Tabak ist es das Gleiche: Unzählige Ballen edelster Iaka- und Djebel-Tabake werden in den berühmten S>öhenlagen Smyrna und Samsun geerntet Und doch sind nur wenige davon für die „Astra" geeignet Um aus 100 oder 150 Provenienzen 5 oder 10 herauszufinden, die den Forderungen der „Astra" - Aroma und Leichtigkeit — entsprechen, dazu gehört ein besonderes Können. Technik der Organisation nnd familiengebundenes Wiffen um den Tabak — beides vereinigt sich im S>ause Kyriazi. Born Großvater auf den Enkel vererbt, ist es Tradition schon seit Jahrzehnten in dritter Geschlechterfolge. Dienstag, 2. Mai 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ar. 101 Drittes Blatt Oer 1. Mai in Gießen. Die Stadt hatte schon am Samstag reichen Flagzenschmuck angelegt. Die öffentlichen Gebäude und ;ahlreiche Privathäuser wären mit Girlanden ge- chmückt. Um 16 Uhr erfolgte die Einholung des Mibaumes 7>om Bahnübergang am Schiffenberger Tal aus. Der Musikzug der Kreisleitung und der Spiel- mannszug traten an die Spitze, Vertreter der Partei und der DAF. begleiteten den Zug, und vor dem Znd neben dem Maibaum schritten die Holzfäller «nd Zimmerleute in ihren Berufstrachten und mit chren Handwerksgeräten. Der etwa 30 Meter lange Zaum war mit Waldesgrün geschmückt. Dem Gewann folgten HI., BDM.-Mädel in Viedermeier- iracht, Jungmädel und das Jungvolk. (Schon lange vorher hatten Gießener Handwerker titf dem Trieb den großen Maienkranz mit bunten Zündern geschmückt. Kaum war dann der Baum :uf dem Trieb vom Wagen gehoben, machten sich He Handwerker schon an das Änbringen des Maien- !ranzes. Der Musikzug begleitete die Arbeit der Holzfäller und Zimmerleute mit frohen Weisen, und rts die Tanne hoch ausgerichtet war, begannen die Iungmädel mit ihren Liedern an den Frühling und Ne Freude. Von der Tribüne vor der sesllich ge- chmückten Volkshalle aus hielt Kreisleiter Backhaus lSnä Ansprache, in der er die Bedeutung des nationalen Feiertags des deutschen Volkes würdigte. Er etonte dann, wie auch hier durch das Cinholen »nes großen Maibaumes, der im Schiffenberger Salb gewachsen ist, ein alter Brauch aufleben soll, !>er seit Jahrhunderten in den verschiedenen Gelenden des Vaterlandes gefeiert worden ist und der Lirückgeht auf die Auffassung unserer Vorsähren, !,aß dann, wenn die Sonne wieder aufsteigt und die tiatur zu neuem Leben erwacht, auch der Mensch ch der Freude hingeben soll. Es soll damit, wie te'i so manchen anderen alten Bräuchen, die innige Aerbundenheit mit der Natur bezeugt werden, deren Lebensrhythmus eine Gesetzmäißgkeit ist. Der Kreisleiter dankte dann den Holzfällern und i !tcn Handwerkern, die diese schöne Fichte hierher- • ^bracht und aufgerichtet haben. Er sprach die Hoffnung aus, daß wir diesen Feiertag auch hier l ufs Beste begehen, denn wir-hätten mehr denn je I gründ, uns zu freuen und zu feiern. Die Rede des Führers habe uns gezeigt, daß Adolf Hitler nicht tut die Geschicke Deutschlands bestimmt, sondern r| DWD daß seine Taten über Europa hinaus maßgeblichen Einfluß auf das Werden in der ganzen Welt gewinnen. In dem Dank an den Führer vereinte er alle Volksgenossen zu einem erneuten Treuegelöbnis. Nach der Ansprache wurde den Schaubuden, die einen großen Teil des Platzes einnahmen, ein Besuch abgestattet. Am Montagmorgen marschierten die langen Kolonnen der HI. und des BdM. zur Zugendkundgebung auf dem Trieb auf. In einem großen Rechteck umstanden die Jungen und Mädel den Maibaum. Vor der Volkshalle flankierten die Fahnen und Wimpel, der Musikzug und der Spielmannszug die Rednertribüne. Standortführer der HI. Dr. Schneider eröffnete die Kundgebung mit einer kurzen Ansprache. Dann hörte die Jugend die Uebertragung der Feier aus dem Reichssportfeld in Berlin. Das Kinderfest aas dem Trieb. Es ist merkwürdig: Erwachsene verlieren bei Regenwetter sofort ihre gute Stimmung, der Kinderjubel aber ist durch nichts zu unterdrücken. So war es auch am Sonntag auf dem Trieb. Als wir vor Beginn des Festes die reizenden Vorbereitungen durch die Untergaujungmädelführerin Gertrud Samper sahen und uns Nebel und rieselnder Regen immer mehr einhüllten, hatten wir starke Bedenken ob der Beteiligung. Aber pünktlich um 15 Uhr erschienen die ersten Neugierigen, und eine Viertelstunde später konnte Frl. Samper mit ihren tüchtigen Helferinnen ihres Amtes walten: das Fest begann mit wohl 200 Kindern. Die Jungmädels begrüßten Eltern und Kinder mit dem lustigen Gesang: „Guten Tag auf diesem Fest". Unter den Klängen der Ziehharnwnika- Kapelle, die mit Begeisterung Frühlings- und Kinderlieber spielte, begann dann ein lustiger Umzug mit den Kindern,, der in einem Reigen ausklang. Schon war die Stimmung unter den Kindern da, und nun teilten sie sich in einzelne Gruppen und die reizend ausgedachten Kinderspiele konnten beginnen. Da war zuerst der Kasperle im Kasperletheater. Er erklärte sich erst selbst noch für müde und unausgeschlafen, ober dann kam er in Fahrt, und es kam die Wechselwirkung zwischen Kasperle und seinem lustigen kleinen Publikum, und die Stimmung von beiden schwoll immer höher an. Es gab dann nur ein einziges Bedauern, daß der Kasperle und seine Mitspieler auch wieder einmal aufhören wollten. Aber es gab ja noch so viel anderes Schöne für die Kinder. Ein ganzer Berg von Würstchen wartete darauf, von kleinen Mündchen weggeschnappt zu werden, und es war ein Riesenhallo, wenn so ein kleiner Mann oder ein kleines Mädelchen die Jungmädels, die immer wieder die Wurst in die Höhe zogen, überlisteten und sie doch wegschnappten. Der Stolz der Kleinsten, wenn sie das Würstchen ergattert hatten, war unbeschreiblich. Und wie das schmeckte — wie wohl niemals das schönste Essen bei Mutti zu Hause. Lautes Gelächter tönte auch von der Gruppe des Sacklaufens her, und die Freude, wenn ein Sieger einen Preis bekam, war groß. Durch KdF. waren entzückende kleine Preise gestiftet worden, Schokoladezigaretten, Schokoladetierchen, Eakes, Täfelchen aus Schokolade, Stangen zum Lutschen, Bonbons usw. Man hörte immer wieder, die lustige Stimme von Fräulein Samper: die Zigaretten für die Männer, worauf die Blicke der betroffenen Jungen noch etwas stolzer wurden. Es bekam wohl jedes Kind einen Preis; bei so vielen Spielen konnte man gewinnen! Da wurde Tops geschlagen, und es war großer Jubel unter den, Zuschauern und Beteiligten, wenn die Aller- kleinsten selbst unter freundlicher Mithilfe der Jung- mädels immer wieder vorbeischlugen. Aber dann gelang es doch, den Topf zu treffen und oft kam ein schöner Schokolademaikäfer darunter herausgekrochen. Ganz reizend waren auch die Sing- und Kreisspiele, die die Jungmädels mit den Kindern spielten. Von den hellen und vergnügten Stimmen der jungen Mädels wurden die Kleinen bald angesteckt, sie stimmten ein mit fröhlichem Gesang, und es drängte sich den Zuschauern der Gedanke aus: was müssen diese jungen Mädels einmal für gute Mütter werden, tue jetzt schon so gut mit den Kindern umgehen können und die in so jungen Jahren Gelegenheit haben, praktisch sich darin üben zu dürfen. fchiißf pflegt diiiM . -.23 -45 Den Abschluß und Höhepunkt des Festes bildete das Märchenspiel „Schneewittchen". Unbeschreiblich war das Interesse der Kinder. Das Mitleid mit der armen Königstochter, die nun sterben sollte, stand auf all den kleinen Gesichtchen geschrieben, und heftiges Aufatmen ging durch die Reihen, als der Jäger Schneewittchen verschonte. Die niedlichen Heinen Zwerge riefen auch helle Begeisterung hervor. Die Jungmädels brachten das Märchen aber auch mit einer großen Natürlichkeit und z. T. sehr beachtlichem schauspielerischen Talent zur Ausführung. Die Königin schien sich ganz in ihrem Element zu fühlen. Mit dem Liedchen: „Spiel ist aus, Tanz ist aus, heim wollen wir gehen", wurden die Kleinen verabschiedet. Sie schieden wohl mit großem Dank im Herzen für Veranstalter und Heiser dieses vergnügten Festes. Die Zahl der Kinder war im Laufe des Festes wohl um das Doppelte gestiegen. >: i V z VZ z z 5 z Z Ä Zz- NU <>?• ,1*-. Neu belebtes Volkstum und Brauchtum Feierstunde und Äundsunküberlragung wie Stu- als gerade jetzt. n j2j: aus n. Volksfest gefeiert werden, denn der Tag solle im Zeichen der Freude stehen. Werde doch die Arbeit im deutschen Vaterland nicht mehr als ein Fluch angesehen, sondern als etwas Heiliges, denn sie schließe eine tiefe Befriedigung in sich. An den Volksfesten 311m 1. Mai solle auch die Jugend , teil- haben und dadurch hineinwachsen iu die Volksgemeinschaft. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich Kreisleiter Backhaus in grundsätzlichen Worten mit den Unterschieden in der geistigen Haltung der Schaffenden in den Betrieben von einst und von heute. In wirkungsvollen Gegenüberstelluiigen schilderte er die falschen Auffassungen von Wirtschaft, die Zwiespalte innerhalb der Betriebe, die Arbeitslosigkeit usw. in der Zeit vor der Machtergreifung, und stellte dem die überragenden Erfolge des Führers Adolf Hitler gegenüber, dem es gelungen sei, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und einen neuen Geist auch in der Wirtschaft auf den Plan zu rufen. Er erinnerte ferner an die Schaffung des Großdeutschen Reiches, an die Wiedergewinnung der deutschen Ehre, der Freiheit und der Gleichberechtigung. Noch nie habe das deutsche Volk so froh und so glücklich Die gemeinsame Arbeit des NSD.-Studentenbun- des Gießen und des Reichsamtes „Feierabendwerk" der NSG. „Kraft durch Freude" (Abteilung „Volkstum und Brauchtum") wurde am Samstag in der Form eines Gemeinschaftsabends fortgesetzt. Auch diese Stunden waren wieder der praktischen Arbeit gewidmet, denn es galt, den Gießener Studentinnen und Studenten, die der Sache des Volkstums und Brauchtums dienen wollen, möglichst umfangreiche Kenntnisse darüber zu vermitteln, 1 * diese Arbeit geleistet werden kann. Der Sonntagvormittag brachte dann im Äff den i. Mai feiern können, Deshalb sei es angebracht, gerade in dieser Stunde der Vorsehung zu danken, daß sie uns im rechten Augenblick den Führer gesandt hat. Zu danken haben wir aber auch dem Führer, der sich Tag und Nacht einsetzt für die «pchicksals- gemeinschast des deutschen Volkes. Deshalb fei auch jetzt die Stunde, dem Führer zu versprechen, daß wir alles tun wollten, um die Einheit und die Stärke des deutschen Volkes mit aufbauen zu helfen, die Einheit und Stärke unseres Volkes dadurch zu garantieren, indem wir geschloffen hinter dem Führer stehen. Mit Worten, die das Deutschlandlied einleiten, schloß Kreisleiter Backhaus seine Ansprache. Die Ausführungen des Kreisleiters wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Nach einer kurzen Schaltpause hörte man, dann mit gespannter Aufmerksamkeit die Uebertragung der Feier aus dem Berliner Lustgarten. Man scharte sich um die Lautsprecher, die in gleichmäßigen Abständen aus- aeftetit waren und jedes Wort der Ansprachen ausgezeichnet Wiedergaben. Mit großer Freude hörte man den Führer. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer, den Liedern der Nation und mit dem Abmarsch der Fahnengruppen und Formationen wurde die Feier dentenhaus am Leihgesterner Weg eine Moroenfeier. zu der sich Kreisleiter Backhaus, Landrat Dr. Lotz, Vertreter der Wehrmacht und andere Gäste eingefunben hatten. Musik und Gesang aller Teilnehmer der Arbeitstagung leiteten die Feierstunde ein. Schon aus Musik und Liedern war zu erkennen, mit welchem Ernst die Arbeit um die Erneuerung und Belebung des deutschen Volkstums aufgesaßt wird. Sodann hielt der Reichsreferent für Dorfkultur in der NSG. „KdF.", Hirschfeld, eine 2111= - In den Vormittagsstunden sammelten sich dann ; Überall auf den Straßen und auf den Plätzen die gaffenden Menschen unserer Stadt, scharten sich um die Fahne ihres Betriebes oder um Schilder, |ie die Aufschrift des Betriebes trugen. Gegen 10 i hr wurde in langen Kolonnen zum Trieb marschiert. Dabei wurde manches Lied gesungen. Man- ö.en größeren Kolonnen zogen Musikzüge voraus. Marschkolonne um Marschkolonne bewegte sich nach jem Trieb. Die Formationen der Bewegung be- 1 bien durch ihre Uniform das Straßenbild. Auf illen Gesichtern war die Freude über den Feiertag ■p lesen. Als der Aufmarsch beendet war, bot sich auf dem trieb und vor der Volkshalle ein eindrucksvolles ß.ild. Der mit rotem Fahnentuch verkleidete Portal- ■ t aft der Volkshalle, der mit den Zeichen der Ar- i Htsfront geschmückt war, bot sich schön und repra- ntabel dar. Die mit frischem Grün verkleideten Obrigen Flächen der Volkshalle nahmen sich eben- iills gut Su5 und boten einen glücklichen Hmter- crund für die aufmarschierten Formationen. Alle Formationen der Partei waren vertreten. Die Wehrnacht hatte starke Ehrenabordnungen gestellt, das lstfizierskorps unseres Standortes nahm zahlreich til. Kreisleiter Backhaus wurde die Meldung der fiormationen der Partei erstattet. Generalmajor E ü ß m a n n nahm die Meldung der Ehrenabord- rmngen der Wehrmacht entgegen. Der Kreismusikzug der NSDAP. leitete die Feier cm. Die Werkscharmänner, die das Rednerpult um- nben, sangen ein Lied, und einer ihrer Kameraden rach in einem dichterisch beschwingten Vorspruch ton dem Ethos der Arbeit, wie es unsere Gegen- t.art geschaffen hat. Im Mittelpunkt der festlichen Litunde, die der Uebertragung der Feier aus dem berliner Lustgarten vorausging, stand eine An- s'rsche von Kreisleiter Backhaus. Er sprach einleitend von der Freude dieser gemein- cmen Feier unter dem schönen Maibaum, die niederum die Schaffenden der Stirn und der Faust » reinige. Er führte dann die Gedanken zurück in eine Zeit, in der die Schaffenden, insbesondere die rachaftenden der Hand, mit Mißtrauen den 1 Mai begingen, und stellte dem die Tatsache gegenüber, diiß dieses Mißtrauen geschwunden sei. Zwar, so »flhr der Redner fort, sei noch nicht alles erreicht, roas erstrebt werde, aber fest stehe doch, daß man auf dem besten Wege zur wahrhaften Betriebs- g meinschaft sei. Niemand werde bestreiten können, büß der unbändige Wille vorhanden fei, alles das ir die Tat umzufetzen, was der Nationalsozialismus as deutschen Sozialismus herausgestellt habe. Das t$fte solle in den Betrieben für unser deutsches Volk gKeiftet werden. In den meisten Betrieben fei fest- ;/stellen, daß man sich bemühe, die sozialen Ein- rchtungen auszubauen. Ein Leistungswettkamp iDischen den einzelnen Betrieben habe eingesetzt. ■Hber Betrieb sei bemüht, die besten Einrichtungen y schaffen. Ihre Anerkennung finde diese Schaf- Msfreudigkeit in Urkunden, die besonders solchen ’laetrieben verliehen werden, die sich in außerordentlicher Weise um das Wohl ihrer Gefolgschaften be= muhen. Während heute überall im Ausland die Lrbeiterfdjaft aufmarfchiere, um sich dort in klassen- k-mipferischen Demonstrationen für das internationale Judentum zu zerfleischen, sei in Deutschland b'E breite Front aller Schaffenden in einer geflossenen Einheit unter dem Hakenkreuzbanner »meint in dem Willen, zu zeigen, daß wir alle Inreit seien, in der Werkstatt, im Büro und wo mir trimer stehen mögen, das Höchste für die Volks- p «neinschaft herzug-ben! Jrn Bewußtsein der Lei- jijng für die Volksgemeinschaft könne auch ein Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Meine Schwester und ich". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ein hoffnungsloser Fall". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Seekadetten". Stadttheater Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des Lustspiels „Meine Schwester und ich" von R. Benatzky statt. Spielleitung Gert Buchheim, am Flügel Joachim Popelka. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 30. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Einmaliges Gastspiel Carola höhn, Charlolt Dauderk im Stadttheater. Das Stadttheater Gießen hat zu einem einmaligen Gastspiel am Donnerstag, 4. Mai, die Berliner Film- und Bühnenschauspielerinnen Carola Hohn und Charlott Daudert verpflichtet. Zur Aufführung gelangt das Lustspiel „Intimitäten" von Noel Coward. Ferner wirken mit: Kurt Daebn, Hans Helfer und Erik Ode. Dieses Gastspiel findet außer Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Heute Beginn des Maienblasens. Am heutigen Dienstag, 2. 5., von 19 bis 20 Uhr, beginnt das bekannte Maienfpielen vom Turm der Johanneskirche. Vortragsfolge: „Lobet den Herrn", „Schäfers Sonntagslied", „Der Mai ist gekommen". spräche, in der er einen Weg wies, der entsprechend unserer deutschen und völkischen Eigenart zu einem Gottbewußtsein verhelfen kann. Der Redner stützte sich dabei auf Worte Karl Böhmes (um 1500) und des Meisters Ekkehart (um 1200), die ihr Gott- bewußtsein in klaren Sätzen niedergelegt hatten, die auch für unsere deutsche Gegenwart wegweisend fein können. Musik und feierlicher Gesang beschlossen die Feierstunde. Volkstumsnachmitiag. Arn Sonntaanachmittag fand dann vor zahlreichen Gästen eine Vorführung statt, in der nach kurzen Einleitungsworten gezeigt wurde, wie in Zukunft Gemeinschaftsoeranstaltungen aller Art durchgeführt werden können. In bewußter Abkehr von bisherigen Gepflogenheiten — nach der Abwicklung des sogenannten offiziellen Teiles, beispielsweise eines Kameradschaftsabends, zu den Klängen einer Jazzkapelle zu tanzen, oder einem von auswärts bestellten Künstler zuzuhören, wobei der einzelne mehr oder weniger unbeteiligt bleiben kann — wurden hier die Besucher zu praktischer, Anteilnahme an Gesang und Tanz von Volksliedern und Volkstänzen gebracht. Nach gesanglichen und musikalischen Darbietüngen der an der Arbeitstagung Beteiligten tanzte die Hüt- jfnberger Volkstumsgruppe unter Leitung von Georg. Heß einen ihrer kraftvollen und markigen Bauerntänze in Hüttenberger Tracht, und unmittelbar darauf führten die Kursteilnehmer einen neuen Volkstanz mit Gesang vor, der von allen Besuchern sogleich mitgetanzt und mitgesungen wurde, zur sicht- iichen Freude aller Beteiligten. Im weiteren Verlauf des Nachmittags wechselten Musik, Gesang und Tanz in bunter Folge. Neben alten und neuen Volksliedern und Tänzen wurden insbesondere Volkstänze unserer deutschen Grenzgaue im Osten getanzt, aus dem Sudetenland und von der deutsch-polnischen Grenze, und damit gezeigt, welchen Umfang und welche kulturpolitische Bedeutung die Arbeit des Reichsamtes „Feierabend" hat in ihrem Bestreben, altes deutsches Volkstum und Brauchtum zu erhalten und zu pflegen, neue Formen volkstümlicher Geselligkeit zu entwickeln und mit deutscher Art und deutschem Sinn zu erfüllen. Unsere Bilder zeigen: Oben: Kreisleiter Back- Balkon der J . - haus während seiner Ansprache. — Unten: Ein Neuner, Gießener Anzeiger.) Blick über die Kundgebung auf dem Trieb, vom ------- Erfolgreiches erstes Zahnradrennen 1039. Wieder einmal trat die Gießener Radfahrer-Vereinigung mit einer großen Radsportveranstaltun^n die OefserMchkeit. Las erste Rennen dieser Saison bildete das am Sonntag gestartete Eröffnungs-Bahnradrennen auf der Aschenbahn des Waldsportplatzes. Es wurde wieder zu einem schönen Erfolg. Trotz der unfreundlichen Witterung hatten sich etwa 1000 Zuschauer eingefunden, um Zeuge herrlicher Kämpfe zu werden. Das Programm des Tages hielt sich in der Form der seitherigen Rennen. Man muß es dem Veranstalter, der Gießener Radfahrer-Vereinigung, zugute halten, daß sie keine Unkosten scheut, erstklassige Fahrer zu verpflichten. U. a. waren als Vertreter der deutschen Nationalmannschaft der deutsche Meister Jean Schorn (Köln) und der Bonner Matthias Kneller am Start. Aber auch die anderen Fahrer stellten beste deutsche Amateurklaffe dar. Die Startliste verzeichnete folgende Fahrer: Schorn, Weiler, Kleinsorg, Schneider, Paduscheck, Huppertz, Schweitzer, Mandelartz, Franosch, Dünne- bei (alle Köln), Kneller (Bonn), Schwiers (Dülken), Matthies, Schröder (beide Solingen), Ho mann, Krimme (beide Ludwigshafen), Beckel, Ruhland, Noll, Rehmer (alle Frankfurt a. M.), Gassenmeyer und Speckhardt (beide Offenbach). Den Austakt der Veranstaltung bildete die Auffahrt sämtlicher beteiligter Fahrer, der die Begrüßung des deutschen Meisters Jean Schorn (Köln) durch den sportlichen Leiter der Veranstaltung, August Derbei, verbunden mit der Ueberreichung eines Blumengebindes, folgte. Deibel betonte in feiner Ansprache, daß man Schorn nicht mit Unrecht als Gießener Fahrer bezeichnen könne, da er hier seine ersten Rennen fuhr, und damit der Anfang seiner Laufbahn mit Gießen aufs engste verknüpft ist. Als erstes Rennen wurden die vier Dorläufe für das Flieger-Hauptfahren gestartet, in denen sich die Fahrer Schwiers, Kneller, Matthies, Mandelartz, Schneider, Schröder, Kleinsorg und Schorn für die Zwischenläufe qualifizierten, in denen sich wiederum die beiden Natto- nalfahrer Schorn und Kneller für die Entscheidung um den ersten und zweiten Platz sowie Schwiers und Schneider für den dritten und vierten Platz durchsetzten. Ueberraschenderweise wurde hier der deutsche Meister Schorn mit etwa 20 Zentimeter Abstand von dem wähl ebenso guten Rivalen Kneller geschlagen. Den dritten Platz holte sich Schneider mit einer halben Radlänge vor Schwiers. Ais Einlage wurde ein Jugend-Fliegerrennen ausgetragen, das den zur Zeit besten deutschen Jugendfahrer Kurt Kleinhaus (Dülken) vor Becker (Gießen) und L ö b e r (Frankfurt) als Sieger sah. Das Omnium, das erstmals in Gießen ausgefahren wurde, bestand aus drei verschiedenen Arten von Rennen: dem Runden-Zeitfahren, dem Punktefahren und dem Fliegerlauf. Als schnellster Fahrer des Runden-Zeitfahrens erwies sich Schorn, der eine Bahnrunde (400 Meter) in 34,5 Sekunden bei fliegendem Start zurücklegte, vor Kneller (35,3), Null (35,4) und Krimme (36,0 Sekunden). Das Punktefahren, das über 10 Runden mit 5 Wertungen führte, sah Schorn wiederum als den Besten mit 18 Punkten vor Kneller (15 P.), Noll (12 P.) und Krimme (10 P.). Trotzdem der Vierer lauf von Kneller vor Krimme, Schorn und Noll gewonnen wurde, stellte Schorn den Gesamtsieger mit 12 Punkten in diesem überaus interessanten Rennen vor Kneller (11 P.), Krimme und Noll mit je 5 Punkten. Zum Vorgaberennen starteten alle Fahrer, außer den vier am Omnium Beteiligten. Dieses Rennen sah den Solinger Matthies als Sieger, der in der am weitesten zurückgesetzten Gruppe startete und sich allmählich in famoser Technik nach vorne arbeitete. An zweiter Stelle kam Schneider (Köln) vor Rehmer (Frankfurt) ein. Den Höhepunkt des Rennens bildete wieder das 40 - km-Mannschaftsfahren. In Anbetracht dessen, daß der deutsche Meister Jean Schorn am kommenden Wochenende die deutschen Farben in Kopenhagen vertreten muß, sah er von einem Start in diesem Rennen, das infolge der schlechten Witterung besonders große Anforderungen an die Fahrer stellte, ab. Obwohl dies allgemein bedauert wurde, billigte das Publikum diese sportliche Einstellung. Nichts destoweniger wurde dieses Rennen durch die Gleichwertigkeit fast aller Mannschaften sehr interessant. Das Paar Schneider- Kl e i n s o r g (Köln) landete einen hart umkämpften Sieg. Don sieben Wertungen konnten sie drei gewinnen und je zweimal den zweiten bzw. den dritten Platz belegen. Sie errangen dadurch eine Gesamtpunktzahl von 25 Punkten. Am streitigsten machte ihnen den Sieg die Mannschaft Kneller (Bonn)-Sw i e r s (Dülken), die 19 Punkte erreichten. Auf dem dritten Platz folgte das Paar H o - mann (Ludwigshasen)-K r i mme (z. Z. 10./JR. 118), das ebenfalls sehr gut führ. Gut gefallen konnten außerdem die Mannschaften Matthies- Schröder (Solingen), Gassenmeyer-Speck- Hardt (Offenbach) und Rehmer-Noll (Frankfurt). Gegen Ende des Rennens werden die Fahrer .Matthies und Speckhardt in einen bösen Sturz verwickelt, der infolge Kettenbruches entstand und der die beiden Fahrer zur Aufgabe des Rennens zwang. Durch die Ausgeglichenheit der Mannschaften gab es bei den Wertungsspurts immer erbitterte Kämpfe, die oft nur durch Dorüerradbreite entschieden wurden. Zu einer Ueberrunbung des Gesamtfeldes kam es nicht, obwohl während des Rennens von der Mannschaft Gassenmeyer-Speck- hardt wiederholt der Versuch gemacht wurde. Außer den Wertungsspurts wurde noch eine Prämienwertung ausgefahren, die von Schneider-Kleinsorg gewonnen wurde. Die Organisation des Rennens sowie die Beschaffenheit der Bahn ließen einen reibungslosen Ablauf der Rennen zu. Die Ergebnisse. Fliegerhauptfahren: 1. Kneller (Bonn), 2. Schorn (Köln). 3. Schneider (Köln), 4. Schwiers (Dülken). Omnium. 1. Schorn (Köln), 12 P.; 2. Kneller (Bonn), 11 P., 3. Krimme (10./IR. 118), 5 P., 4. Noll (Frankfurt), 5 Punkte. Vorgaberennen: 1. Matthies. (Solingen), 2. Schneider (Köln), 3. Rehmer (Frankfurt), 4. Kleinsorg (Köln). 40-km-Mannschaftsrennen: 1. Klem- sorg - Schneider (Köln), 2-5 P.; 2. Kneller - Schwiers (Bonn-Dülken), 19 P.; 3. Homann - Krimme (Ludwigshafen), 11 P.; 4. Gassenmeyer - Speckhart (Of- fenbach), 7 P.: 5. Rehmer-Noll (Frankfurt), 7 P. Mische Turner im Mnnschafiskamps. In der alten Turnerstadt Lauterbach, dem Geburtsorte von Adolf Spieß, trafen sich am Sonntag die in den Dorkämpfen ermittelten besten Turner-Mannschaften der Gau- und der Kreisklasse des NSRL.-Gaues Hessen zur Entscheidung im Dereins- Mannschaftskampfe. In der Gauklasse waren vier, in der Kreisklasse zwei Mannschaften zugelassen. Unter Leitung des Gauobmanns für Männerturnen, Richard Becker (Kassel), wickelten sich die spannenden Kämpfe reibungslos ab. In der Gau klasse wurde die Mannschaft des ACT. Kassel Gaumeister. Als gaubeste Mannschaft der Kreisklasse wurde Tv. Erbach (Westerwald) ermittelt. Sehr gut schlug sich in der Gauklasse die W i e s e ck e r Mannschaft (Kurt -Lepper, Hans M a n k, Karl B e 11 i n und Emst Schöffmann), die für den eigentlich zum Start berechtigten Turnverein Sinn angetreten war. Obwohl Wiesecks Turner am Samstagabend noch in Hungen geturnt hatten und im Sonntag in aller Frühe die lange Autofahrt nach Lauterbach antreten mußten, erwiesen sie sich im ganzen Kampfverlaus der Kasseler Mannschaft ebenbürtig. Erst das Ausscheiden Schöffmanns, der sich eine Hand Verletzung bei der letzten Hebung (Reck) zugezogen hatte, brachte Wieseck um wertvolle Punkte, . blieb aber immer noch auf dem zweiten Platz. Bei den Schlußkämpfen am Nachmittag konnte Gaufachwart Hermann Schäfer (Kassel) Kreisleiter Zürtz (Lauterbach), Bürgermeister Thiele (Lauterbach) und zahlreiche Vertreter der Parteigliederungen begrüßen, auch im Namen des Gau- führers Brigadeführer Schmidt (Kassel). Die Ergebnisse. G a u k l a s s e: 1. ACT. Kassel 567,5 ; 2. To. Wieseck 540,5; 3. Tv. Kirdorf-Bad Homburg 537; 4. Turnerschast Fulda 512 Punkte. Beste Einzelturner waren: 1. Krack, Tv. Kirdorf, 157,5; 2. Etzel, ACT. Kassel, 154,5; 3. Lettin, Tv. Wieseck, 151,5 Punkte. Kreis klasse: 1. To. Erbach (Westerwald) 460,5; 2. Tuspo, Henschelwerke Kassel 440 Punkte. Beste Einzelturner waren: 1. Schöneich, Tv. Erbach, 121; 2. Anthes, Henschelwerke, und Henpel, Tv. Erbach, 118; 3. Kläcken, Henschelwerke, 111,5 P. Rundfunkprogramm Mittwoch, 3. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk aus! 6: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.30: Von Breslau: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Die Kantate. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester des Reichssenders Stuttgart. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist: „Betrachten Sie sich als geohrfeigt." 18.15: Auf gut deutsch ... 18.30: Frauen der Vergangenheit. Johanna von Puttkammer, Bismarcks Frau. 19: Fliegendes Deutschland: „Flieger — Funker." 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. In» dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen. 20: Nachrichten. 20.15: Meister deutscher Unterhaltungs- musik: Nico Dostal. 22: Nachrichten. 22.15: Kammermusik. 23: Musik aus Wien. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen PALASTGiessenJ In weiteren RoUen ui $ ' ■ HANNES STELZER / GUSTAV WALDAU HANS RICHTER / HEINZ SALFNER Spielleitung: Erich Engel JENNY J U GO spielt in diesem entzückenden Film mit HANNES STE LZ ER u. 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