1 .MW M i der tliche 9 für ckn, gen- tock- reti lmgen g zur )lün* igen, hges, lfeen, rden- April KM- 4 ein* egs- >to\t ibet« bett, cnnfe. mben eine Hörde inzu- ! ein, fchei- imm* tern, Lon- chen- ’orn« usen rtroeg ungs- ^ron 2293D e von O°l, cheiter n; inl 38,A 29>; e Stua ;i-5oo; 19190 , über* i-K len V Nr. 78 Erstes Blatt I89.)ahrgang Samstag, z./8onntag, 2. April 1959 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Vereinbg.25°/^ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Dann konnten sie ruhig schlafen — heute kann man aber sagen, daß von allen Kapitalisten die Gold-Besitzer die „ärmsten" der Reichen geworden sind. Gold ist eine Materie, sie muß aufbewahrt werden — aber wo? Den Verzicht auf die Verzinsung nimmt man hin, wenn man dafür nur die absolute Sicherheit eintauscht. Aber die Gefahren, die dem Goldhort heute drohen, sind zu groß geworden. Wird der Staat, in dessen Banktresors man seine Goldschätze ausbewahrt, morgen in eine kriegerische Verwicklung hin- etngezogen, oder verwirrt sich die Politik dieses Staates — so ist die Sicherheit von gestern für den Goldbesitzer heute zu einer Chimäre geworden. Diese seltsame Wandlung erklärt, daß der Goldbesitzer zu einem Ahasver geworden ist. Das ist das tiefste Moment, das der nüchternen Meldung zugrunde liegt, die wir in diesen Tagen häufig lesen konnten: „30 Millionen Pfund St. sind von der Bank von England nach den USA. verschifft worden." Wer in London aus der Underground-Station „Bank" aussteigt, erreicht in ein paar Schritten den imposanten Gebäudekomplex, der nicht nur symbolisch, sondern rein tatsächlich eine Festung darstellt: „The Bank of Eugland". Aber nicht nur die Krise der letzten Tage, sondern die Goldausweise dieses mächtigen Institutes im vergangenen Fahr zeigen, daß diese Festung wenigstens nach Ansicht der internationalen Goldbesitzer nicht mehr „sicher wie die Bank von England" scheint. Dieses Mißtrauen richtet sich vielleicht gar nicht so sehr gegen die uneinnehmbaren Stahltresors in Londons Citys, wie gegen die englifcye Politik überhaupt. Tatsache ist allerdings, daß seit Monaten England mehr Gold a b g i o t, als in das Land fließt. Ein normaler Grund dafür ist allerdings die Tatsache, daß das reiche England immer mehr in andern Ländern gekauft als dorthin exportiert hat. Aber normalerweise wurde der Ausgleich, richtiger, der Ueberschuß in den Beteiligungen des angelsächsischen Hochkapitals in allen fünf Erdteilen gesunden. Und schließlich wurde seit geraumer Zeit der größte Teil der Goldproduktion nicht mehr in Mexiko, Kalifornien oder Peru gefördert, sondern in Gebieten, die zum britischen Empire gehören. Allein die Goldproduktion Südafrikas kommt auf monatlich fast 8 Millionen Pfund Sterling. Alle oiefe Goldschätze wanderten nach England, ihr traditioneller Käufer war die Bank von England. Nicht eine Veränderung der Besitzverhältnisse an den Goldvorkommen, nicht eine Verschlechterung der Exportbilanz ist es, die seit vielen Monaten die Gold- bilanz der Bank von England passiv stellt — sondern das erschütterte Vertrauen der großen und kleinen Goldbesitzer der Welt, deren Interessen England zu vertreten vorgibt. Bekanntlich wandert der größte Teil dieses aus England abgezogenen Goldes nach den USA., dem Lande, das durch Gesetz gezwungen ist, jedes ihm angebotene Gold zu einem bestimmten Preise zu kaufen. Amerikas Goldbestände sind deshalb im Laufe des verflossenen Jahres ungeheuer gestiegen, zumal es nicht nur Englands Gold ist, das hierin flüchtet. Heute besitzt Amerika über 50 v. H. des gesamten Goldbesitzes der Erde. Ein sehr interessanter Faktor bei dem akuten Problem der Golbverschiebung von Europa nach lieber- see ist S ü d a f r i k a. Man hat in diesem Dominion schon seit langem erwogen, ob es nicht praktischer wäre, das Gold nicht wie bisher erst nach London, sondern direkt nach Amerika zu verkaufen. Die Südafrikanische Centtalbank hat bereits vor einigen Monaten mitgeteilt, daß ausländischen Kapitalisten bei ihr Gold erwerben und horten könnten. Trotzdem ist die Bank von.England nach wie vor als Käufer in Südafrika aufgetreten, aber man behauptet, daß verschiedene der erworbenen Goldvorräte nicht nach London verschifft, sondern i n Südafrika im Depot belassen wurden. Es ist ferner bekannt, daß auch Holland einen großen Teil feiner Goldvorräte nicht mehr m der Verwahrung seiner Nationalbank beließ, sondern an anderen, „sicherer" erscheinenden Plätzen deponierte. Und die Meldung, daß auch die Schweiz und Frankreich sich der Goldslucht aus den Tresors her offiziellen National-Bcmken angefchlossen haben, ist heute kein Bankgeheimnis mehr. Die USA. bieten allerdings nur für das offizielle Gold, nicht für den privaten Goldbesitzer ein Dorado; denn laut Bundesgesetz ist in den Vereinigten Staaten Privatleuten der Besitz blinkender Goldbarren verboten, aber dafür bieten die USA. dem privaten Kapitalisten Anlagemöglichkeiten, die nach heutigen Begriffen nicht weniger sicher sind, als Barrengold. Wer sich aber von seinem „Gold im Strumpf" absolut nicht trennen will, dem bleibt in her Hauptsache Indien und Kanada, wo er neben einer ziemlich freien Goldbesitz-Gesetzgebung, die in Kanada allerdings nicht ganz uneingeschränkt ist, den Vorzug des Gefühls „Fern von Europa" vereint. . „ v Aber auch heute noch gibt es in Londons City ein Bürozimmer, das man als den Goldmarkt der Welt bezeichnen kann. Man kann hier Gold kaufen und verkaufen, wie man will — die Gesetze dieser Goldbörse sind nicht romantischer und verzwickter, als die jedes Gemüse- oder Fleischmarktes. Die Gesetze dieser Goldbürse sind die Gesetze der kapitalistischen Wirtschaftsform: Angebot und Nachfrage bestimmen mit diktatorischer Vollmacht den Preis der Unze Gold. Ein Regulativ ist geschaffen, um nervöse Schwankungen zu verhindern, die auch für die Stabilität der Währung bedenklich sein könnten: der englische Währungsausgleichsfonds. Die Männer, die für die Millionentransaktionen dieses Ausgleichsfonds verantwortlich zeichnen, sind Sir Richard Hopkins, Sir Frederic P h i l i p s, Sir Frederic Light Roß und nicht zuletzt Montagne Norman, der Gewaltige der Bank von England. Wird Gold in übermäßigem Maße angefordert, so daß die Gefahr einer unberechtigten Steigerung des Goldpreises besteht, so verkauft dieser Ausgleichsfonds, wird von der Spekulation Gold in einem zu starkem Maße auf den Markt geworfen, so sind der Ausgleichsfonds und die hinter ihm stehende Bank von England die Käufer, um das notwendige Regulativ zu schaffen, das Währungsschwankungen vermeidet. Die Bedeutung dieses Ausgleichsfonds wird dadurch ersichtlich, daß er in kürzester Zeit Transaktionen von nicht weniger als 400 Millionen Pfund Sterling bewegt ohne mit der Wimper zu zucken. Wer bestimmt nun aber in Wirklichkeit den Kaufpreis dieses gelben Metalles, das die Menschen Tag und Nacht lischt schlafen läßt? An jedem Vormittag um 11 Uhr finden sich die Vertreter des Bankhauses Rothschild, ihrer Konzernfirma Johnson, Matthey & Co. Shapers und Wilkins, Mocatta und Guldsmith, Samuel Montagne & Co., Pickley & Abell in einem Bürozimmer in der City zusammen, sechs Juden und Judengnofsen, die den Goldpreis der Welt bestimmen. Ihr Hauptrequisit ist das Telephon, das jeder dieser sechs Herren auf dem Berlin. 31.März. (DHB.) Die deutsche Luftfahrt konnte am Donnerstagabend einen ihrer stolzesten Erfolge erringen. Ein Jagdflugzeug der heinkelwerke, ein weiterentwickeller Typ des Rekordflugzeuges He-112-U, mit dem Generalleutnant Adel Pfingsten 1938 feinen Geschwindigkeitsrekord über 100 Kilometer aufstellen konnte, hat den absoluten Geschwindigkeits- Weltrekord für Deutschland erobert. Flugführer war der Flugkapitän Hans Diele r l e, der über die vorgefchriebene Drei-Kito- meter-Meßstrecke in der Rahe des Merkflugplahes Oranienburg mit dem einsitzigen Flugzeug 7 4 6,6 6 Stundenkilometer erreichte und damit den feit dem 23. Oktober 1934 von dem Italiener Francesco Agello mit 709,209 Kilometerstunden gehaltenen Weltrekord um rund 37 Kilometer überbot. Das Flugzeug ist ein mit einem Mercedes- Benz-Flugmotor DB 601 von 1175 PS. Leistung ausgerüstetes einmotoriges Jagdflugzeug. Gin stolzer Erfolg der deutschen Luftfahrt. Staatssekretär Generaloberst Milch gab einige Erläuterungen zu dem neuen stolzen Erfolg der deutschen Luftfahrt. Der erst24Jahre alte Flieger Dieterle, der auf Grund seiner hervorragenden Leistungen von Generalfeldmarschall Göring sofort bevorzugt zum Flugkapitän befördert worden ist, hat einen Rekord aufgestellt, der wohl allgemein in her Luftfahrt der Welt als der größte Rekord gilt: den her absoluten G e - schwindigkeit über 3 Kilometer. — Dieser Rekord, her früher mit dem „S ch n e i d e r p o k a l" verbunden war, ist bereits vor dem Weltkriege aus- getragen worden. In den Jahren nach dem Kriege konnte sich Deutschland zunächst an diesem Wettbewerb leider niemals beteiligen, weil es auf Grund des Versailler Diktates so schnelle Flugzeuge nicht bauen durfte. Die Hauptgegner in dem Pokalkampf waren in den letzten Jahren hauptsächlich England und Italien. Während zunächst die Engländer etwas voranlagen, gelang es dem Italiener Agello am 23. Oktober 1934 mit einem Wasserflugzeug auf dem Gardasee mit einer Geschwindigkeit von 709 Kilometer den Rekord für Italien zu sichern. Man wählte zu den Rekordversuchen bisher stets Wasserflugzeuge, weil die hohe Fluggeschwindigkeit eine entsprechend hohe Landegeschwindigkeit und eine lange Startstrecke bedingt. Zum erstenmal ist der Rekord jetzt von einem Landflugzeug auf einem Flugplatz von ganz normalen Ausmaßen aufgestellt worden, und zwar in Oranienburg. Der internationale Rekord für Landflugzeuge wurde von Dr. Wurster auf einer Messerschmitt-Maschine 109 mit 610 Kilometer gehalten. Der absolute Rekord des Italieners Agello ist nunmehr um rund 37 Kilometer auf 746,5 Kilo- meterftunöen verbessert worden, wobei berücksichtigt ist, daß das Wasserflugzeug Agellos hinsichtlich der Start- und Landestrecken keinen Beschränkungen unterworfen war. Trotzdem bleibt der Rekord des Italieners Agello eine ganz außerordentliche Leistung. Der hervorragende italienische Flieger hat bereits 1934 hie gewaltige Geschwindigkeit von 709 Kilo- Schreibtisch hat: per Kabel unb Radio teilen ihnen die Goldinteressenten her Welt ihre Nachfrage und ihr Angebot an hem gelben Metall mit. Der Unterschied zu dem Gemüse- und Fleischmarkt besteht eigentlich nur darin, daß sie die Ware, deren Preis sie bestimmen, nicht sehen. Sie sind zwar keine Dikta- tore des Goldpreises, aber aus den Verkaufsoders unb Kaufanträgen, bie in biefem City-Büro zusammenlaufen, resultiert täglich ein Golbpreis, her für bie Börsen her Welt biktatorische Bebeutung hat. Diesen sechs Männern ist auch bie Politik nur ein Mittel zum Zweck. Auch bas Schicksal Englands ist ihnen letzten Endes gleichgültig, für sie gibt es nur einen Wertmaßstab auf her Welt: Gold, Gold, Gold! Unb sie merken nicht, baß für bie künftige Gestaltung des Schicksals der Welt schon längst nicht mehr das Gold ausschlaggebend ist, sondern daß es nichts mehr ist als das fluchbeladene Gut der deutschen Sagen. Amerika hortet bereits 60 v. H. des Goldbestandes der Welt. Neuyork, 31.März. (DRV.) Die Gold- Iransporle aus England sind am Freilag in Reuyork eingetroffen. In Wirljchafls- freifen wird darauf hingewiesen, daß die „Manhattan", eines der fünf Schiffe, auf denen das Weltkapital fein Geld in Sicherheit brachte, den bisher größten Gotdvorrat befördert habe, der je verschifft worden fei. Es handele sich um 60 Millionen Dollar. Gleichzeitig habe die „Normandie" für 28 Millionen Dollar Gold aus- geladen. Damit ist Amerikas Goldschatz auf über 16 Milliarden Dollar angewachsen, so daß es bereits 60 v. H. der Goldbestände der Welt hortet. meter erzielt unb diesen seinerzeit kaum vorstellbaren Rekord über vier Jahre lang behauptet. Seine Leistung wirb in der Geschichte her Luftfahrt unvergessen bleiben. Zu der Leistung des Flugkapitäns Dieterle betonte Staatssekretär Milch, daß der Rekord über die Meßstrecke m Höhen von über 75 Metern geflogen werden muß unb daß auch beim Wenden nicht über 400 Meter Höhe gegangen werden darf. Dies ist rein fliegerisch eine besondere Leistung, weil Bruchteile von Sekunden für das gute Einhalten der Höhe unb Flugrichtung entscheidend sind. Der Rekord wirb zweifellos i n ber ganzen Welt erhebliches Aufsehen erregen, unb zwar gerade bei den Nationen, die bisher auf diesem Gebiete stark gearbeitet haben: bei Italien, das bei den Gefchwinbigkeits- rekorben ja bisher an der Spitze lag unb fliegerisch überhaupt auf sehr großer Höhe steht, sowie bei England und den Vereinigten Staaten. Deutsch- lanb muß daher natürlich gewappnet sein, den soeben errungenen Rekord zu verteidigen. Die deutsche Luftfahrt hat den festen Willen, ihre führende Position auch in Zukunft beizubehalten. Dafür bürgen das hohe Können und die vorbildliche Einsatzbereitschaft der deutschen Konstrukteure und Piloten. Anschließend machte ein Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums noch einige ergänzende Angaben über das Rekorbflugze u g. Das Flugzeug war mit einem Mercedes-Benz-Flugmotor DB 601 ausgerüstet, der 1175 PS entwickelt. Die Meßgeräte für die Zeitaufnahmen haben bie As- kaniawerke zur Verfügung gestellt, es handelt sich dabei um die Askania-Renn-Meßkamera, bie eine Meßgenauigkeit von lOOOftel Sekunde ermöglicht. Die 3-Kilometer-Meßstrecke mußte viermal, zweimal in jeher Richtung, durchflogen werden. Besonders Ohne Einsicht. Francos Truppen sind in die Hauptstadt Spaniens einmarschiert, als Befreier jubelnd begrüßt von einer Bevölkerung, die länger als zwei Jahre hindurch bie unmenschlichen Qualen eines ebenso raffiniert ersonnenen wie bestialisch burchgeführten roten Terrors hat erbulben müssen. Unb schier ebenso schnell hat unter dem Eindruck der Kapitulation Madrids das rote Restgebiet, vorwiegend die historischen Mittelmeerlandschaften Andalusien, Aturcia unb Valencia unb Teile Neu-Kastiliens, bie bolschewistische Herrschaft abgeschüttelt. Franco hat jenen kompromißlosen Sieg errungen, ben er als Grundlage des Wiederaufbaus eines neuen nationalen, im Innern geeinten und nach außen starken Spaniens anstrebte und von dem er sich auch durch bie Sirenenklänge der auf eine Vermittlung und einen „faulen Frieden" mit den Roten hinarbeitenden Westmächte nach ber Eroberung Kataloniens nicht hat abbringen lassen. Die Entwicklung hat ihm recht- gegeben. Sobalb Madrid energisch in die Zange genommen wurde, kam es im roten Heerlager zu blutiger Selbstzerfleischung zwischen dem von der Hoffnungslosigkeit weiterer Anstrengungen überzeugten und daher zur Uebcrgabe neigenden Verteidigungsrat der Miaja, Cassado, Besceiro unb Prada und den Kommunisten, die es aus einen Verzweiflungskampf ankommen lassen wollten. Franco hat den Ausgang dieses in erbitterten Straßen- schlachten ausgetragenen Zwistes zwischen den roten Gewalthabern gelassen abgewartet unb inzwischen alles für den letzten Sturm auf die Hauptstadt gerüstet. Der Sieg des Verteidigungsrats über bie Kommunisten hat der schwer geprüften Bevölkerung Madrids bie Schrecken eines Bombardements erspart. Miaja unb seine Genossen haben es vorgezogen, mit dem Flugzeug nach Valencia und von dort nach Algerien auf französischen Boden zu fliehen, nachdem Franco es abgelehnt hatte, sich von heroorzuheben ist, daß ber Rekord mit einem i/o r- malen einmotorigen Jagdflugzeug errungen wurde, nicht etwa mit einem besonders konstruierten Renngebilde, das keinerlei praktischen Nutzen hätte. Mit dem Flug Dieterles find zwei Rekorde gebrochen worden: Der absolute Ge- schwindigkeitsweltrekorb des Italieners Agello, bei dem es gleichgültig ist, ob es sich um Landoder Wasserflugzeuge handelt, und der internationale Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge, ber im November 1937 von dem Flugzeugführer Dr. Wurster mit einer Messerschmitt ME 109, einem serienmäßigen Jagdflugzeug, mit 610,950 st/km aufgestellt wurde. Dieterle ist damit ber „schnellste Mann der Welt" geworden. Die Stundenge- schwindigkeit von 746,660, die er bei seinem Rekordflug erreichte, bedeutet eine Geschwindigkeit von 20 7 Metern in ber Sekunde, bie für normale Begriffe beinahe unfaßbar erscheint. — Flugkapitän Dieterle schilderte sympathisch und humorvoll mit einer angesichts seiner hervorragenden Leistung besonders anerkennenswerten Bescheidenheit seine Vorbereitungen unb die Durchführung des Rekordfluges. Die Anerkennung des Führers und marschall Aönnas. Der Führer hat zu ber großartigen Leistung des Heinkel-Jagdflugzeuges Professor Heinkel, Flugkapitän Dieterle und Generaldirektor Kissel der Daimler-Benz-Werke telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt, ebenfalls Generalfeld- marschall Göring, der außerdem Flugzeugführer Dieterle zum Flugkapitän ernannt hat. Flugkapitän Dieterle der schnellste Mann der Welt. Absoluter Geschwindigkeits-Weltrekord mit 746 Stundenkilometer für Deutschland erobert! i - ■ ; Unser Bild zeigt, wie glugtapitän "Dieterle (mit Fliegerkappe) nach dem Rekordflug von feinen Familienangehörigen unb feinen Mitarbeitern ber Heinkel-Werke jubelnb begrüßt wirb. (Scherl-Bilberbienst-M.) Italien und Frankreich ist wakei mobilisiert habe, . eine Falschmeldung, ruitl ^oe. . eine ^asichmelvunq, aus stören. Dieser V b, Ü*.?ann, di- «»echifch- wie zeichnet merben. —vui-ix uic muKuji me iDie we englische Politik nicht mehr zu befreien verjüng, die ängstlichen Gemütern in Paris und Lon Bälde s Von unserer Berliner Sckmffleiiuna. Ev. Berlin, 31. März. Mit seltener Verschlagenheit und Spitzfindigkeit wurde am Donnerstag und Freitag in England ein Lügenfeldzug gestartet, der die öffentliche Meinung Englands außerordentlich erregt hat und der auch unter dem Gesichtswinkel der internationalen Be- Bestrebungen genommen habe, den Mitgliedern der Genfer Liga Freiheit für die Anerkennung der italienischen Souveränität in Abessinien zu geben, seinen guten Willen gegenüber Italien bewie- un-d der heutigen Haltung Italiens darzutun. Vierte Behauptung: Frankreich wolle durch den Anteil, den es im Mai 1938 an den Genfer mochte und aus der schließlich die Katastrophe des Benesch-Staates sich entwickelt hat. Es ist also ein recht gefährliches Spiel, das die britische Politik augenblicklich wieder treibt, und man muß sich nur wundern, in wie geringem Maße das führende England die Lehren der Geschichte zu beherzigen versteht. Eine unverstä'nksiche Erklärung Zehntausende und aber Zehntausende eurer Sin = der die absolute Gewißheit, daß unser Vaterland in den Jahrhunderten fortbestehen wird. Das mögen sich jene gesagt sein lassen, die unter dem verheerenden Einfluß exotischer Methoden und Theorien, die sich in der Praxis als absolut idiotisch er- ker den Kampf nicht fürchtet und Sieges sicher ist. kraftlos werden lassen, bis es schließlich erlischt. StarksindnurdiefruchtbarenVölker, die unfruchtbaren dagegen sind schwach. Wenn diese Völker zu einem elenden Haufen alter Schrecklinge herabgesunken worden sind, werden sie kraftlos zusammensinken. . --------------- in Mitteleuropa nicht sioren. Dieser Versuch kann nur als lächerlich, be- Es ist einigermaßen unverständlich, wie der britische Premierminister zu einer solchen Erklärung aus heiterem Himmel kommt. Im übrigen bietet sie sachlich nichts Neues: denn alle Welt weiß, daß seit vielen Jahren England und Frankreich aufgrund ihres Bündnissystems verpflichtet find, Polen im Falle eines bewaffneten Angriffs zur Seite zu stehen. Man kann daß er ermächtigt fei zu sagen, daß die f r a n - Zösische Regierung die gleiche Haltung wie die britische einnehme. Korsika und Tunis höchstpersönlich an die Spitze einer äußerst lebhaften und aufgeregten Agitation, öie öie Verteidigung jedes Zoll breit französischen ■ooöens und aller französischen Souveränitätsrechte Frankreich zur patriotischen Pflicht machte. Und obwohl man in den spärlichen Auslassungen der italienischen Regierung eine Präzision ihrer Forderungen immer wieder vermißte, steigerte man sich doch m Paris in eine immer entschiedenere Ablehnung ber noch gar nicht bekannten Forderungen hinein. Mussolini hatte es abgelehnt, vor Beendigung des spanischen Krieges in eine Unterhaltung mit ' Frankreich einzutreten. Am 20. Jahrestag der England versucht Unruhe zu stiften. London, 31. März. (DNB) Der englische Fr. W. Lange. Oie Präsidentenwahl in Frankreich. Die Marxisten gegen eine Wiederwahl Lebruns. Paris, 1. April. (DNB. Funkspr.) Aus der Haltung, die die französische Parteipresse zu der bevorstehenden Staatspräsidentenwahl einnimmt, fann man ersehen, daß diesmal nicht wie sonst nur vorwiegend nersönliche, sondern auch v o l i t i s ch e Beweggründe ihr Wort mitzusprechen haben. Im Mittelpunkt dieses Durcheinander steht die Person des bisherigen Präsidenten Lebrun. Während sich der Senat am Donnerstag fast einmütig für eine Wie derwahl Lebruns ausgesprochen hatte, ist die Haltung der Kammer am gestrigen Freitag sehr viel unklarer und auf jeden Fall nicht einstimmig gewesen. Besonders die Manöver, die die Sozialdemokro^n hierbei unternehmen, erregen fast allgemein Mißfallen. Nachdem Blum zunächst angebeutet hatte, daß seine Kammergruppe zumindestens im erste n Mahlgang einen eigenen sozialdemokra- sifchen Kandidaten auffteüen werde, verlautet jetzt, daß die marxistischen Parlamentarier die Order erhalten hab-en. bereits im ersten Wablgang f ü r einen r a d i k a l s o z i a l e n Kandidaten zu stimmen, falls ein solcher ausgestellt werden sollte. Jedenfalls wollen die Sozialdemokraten von einer Wiederwahl Lebruns nichts wissen. Die Haltung der meisten übrigen Kammerqrup- pen ist durchaus unklar. Die Radikaljozia- len werden erst kommenden Mittwoch ihre end- oultigen Stellungen beziehen, doch sollen- dreiviertel aegen eine Wiederwahl Lebruns einaefteUt sein. Sie Unabhängigen Sozialisten vermeiden ebenso wie verschiedene Kruppen der Rechten und der Mitte bisher peinlich jede Stellungnahme. Die bis- berigen Kandidaten Q n e u i l l e, B o u i f f o n und (Bo bart scheinen nicht zurücktreten zu wollen, in rechtsgerichteten Kreisen werden die Namen des früheren Marineministers Piötri und des kürzlich nach Burgos entsandten Sonderbotschafters Senator Berard vorstchtia vorgeschoben. Die .,Evo- aue" behauptet, daß Ministerpräsident Da lädier am Sonntag eine Rede halten werde, in der er sich vielleicht für eine Wiederwahl Lebruns aussprechen würde. Präsident Lebrun wird ebenfalls am Sonntag in der Brovinz eine Rede halten, von der man eine Klarstellung seiner Absichten erwartet. Japan nimmt de Spratlp- Inseln in Besitz. Tokio, 31. März. (Ostasiendienst des DNB) Das Außenamt erklärte, daß die Regierung die Spratly -Inseln östlich der Küste'von Fran- zosisch-Jndochina unter die Verwaltungsoberhoheit des japanischen Generalgouvernements von Formosa gestellt habe. Der französische Botschafter sei in me em Sinne unterrichtet. Die herrenlosen Spratly- Inseln seien seit 1917 von japanischen Staatsangehörigen wirt sch aftlich e n t= roirfelt worden. Die japanische Regierung habe wiederholt durch Entsendung von Kriegsschiffen d i e japanischen Interessen anerkannt. ?as Fehlen einer Verwaltungsoberhoheit zum Schutze des Lebens und Eigentums der Japaner sowie die Vermeidung unnötiger Auseinandersetzungen mit Frankreich habe die japanische Regierung zu diesem Schritte veranlaßt. In Paris wird erklärt, daß sich der Ministerrat mit der japanischen Mitteilung über die Belegung der Spratly-Inseln befassen werde Der ..Temps" meint, obwohl die Inseln wirtschaftlich vollkommen wertlos seien stellten sie eine wichtige strategische Position Gayda zieht folgende Schlußfolgerung: „Die französische Note vom 28. Dezember war kein schlüssiger Gegenbeweis gegen die von Italien in seiner Note vom 17. Dezember vorge- brachten Gründe. Die französische Regierung hat juristisch Unrecht. Ihre politische Haltung unaufrichtig und feindlich." Neues englisches Lügenmanöver Deuischenhehe im Dienst der EinNeiinngspolitik. Forderungen Italiens gegenüber Frankreich als koloniale Probleme bezeichnet und bei Namen genannt: Tunis, Dschibuti, der Suez-Kanal. Wel- . chen Charakter sie im einzelnen haben, haben mir i bereits früher nach der geschichtlichen und wirtschafts- , politischen Seite hin ausführlich dargelegt. Weder Korsika noch Nizza hat der Duce genannt? es ist dachst also der Kreis der italienischen Ansprüche, die ■ die französische Phantasie bereits ins Unermeßliche auszuspinnen begonnen hatte, erheblich enger ge= ^ogen worden und auch die Art dieser Ansprüche ist nicht genauer umschrieben worden. Trotzdem hat Frankreichs Ministerpräsident Dalad ier in feiner großen Rundfunkrede keine andere Antwort gewußt als das alte „Nein, niemals!" Er klammert sicki nach wie vor an das Laval-Abkommen, in des- fen Geist und Rahmen er bei allen künftigen Verhandlungen mit Italien .beharren will, ohne über* Ijaupt 3ur Kenntnis zu nehmen, daß für Italien öies Abkommen als Verhandlungsbasis aus triftigen Gründen überholt ist. Mussolini sprach in feiner Rede von der langen Friedenszeit, die er für notwendig halte, um die Entwicklung der europäischen Kultur zu retten. Es scheint, als ob diese Worte des Duce die Franzosen ermutigt hätten, ihren Widerstand gegen die Einleitung eines Gesprächs mit Rom zu versteifen. Sie sollten nicht überhören, daß Mussolini in gleichem Atemzuge von Italiens heiligen Rechten sprach und des weiteren erklärte, man dürfe sich in Paris nicht beklagen, wenn bei dem immer wieder kategorisch wiederholten „Niemals" der Graben zwischen beiden Nationen so tief werde, daß niemand ihn aus* füllen vermöge. Daladier hat darauf nicht einmal eine Geste des Entgegenkommens gefunden. Frankreich läuft seit einem halben Jahrzehnt, aus den Versailler Schlaraffenträumen unliebsam aufge- sthreckt, atemlos hinter den europäischen Ereignissen her. Seine formalem Denken entstammende sture Beharrung hindert es, die Zeichen der Zeit zu erkennen und im rechten Augenblick von sich aus das stm, was not ist, statt durch sein intransigentes „Nein, niemals!" feine Gesprächspartner auf den Weg der Selbsthilfe 'zu verweisen. Sv hat es dem neuen Deutschland gegenüber keine andere Einstel- lung finden können wie heute gegenüber dem faschistischen Italien. Und wie Deutschland bei der Wiedererlangung feiner Wehrfreiheit und seiner Gebietshoheit im Westen und bei der Schollung hes Großdeutschen Reiches über das französische „Niemals" zur Tagesordnung überging, so läuft Frankreich heute Gefahr, wiederum eine ©eteoenheit zu versäumen, durch eine Geste großzügigen Entgegenkommens den andern großen Nachbarn, an dessen Freundschaft ihm gelegen fein muß, zu befriebiaen. Daß die von Mussolini angebeuteten Probleme Lebensinteressen des italienischen Volkes bedeuten, darüber hat der Duce keinen Zweifel gelassen. Italien kann warten, vielleicht besinnen sich die Franzosen auf die Lehre, die ihnen das letzte Jahrfünft so eindeutig erteilt hat. Volt und Regime find eins. Mussolini sprach in Reggio. Mailand, 31. März. (DNB.) Mussolini traf, von Cosenza kommend, an der Meerenge von Messina ein. In Reggio di Calabria wurde er von der Bevölkerung mit großem Jubel empfangen. In einer Aussprache sagte er: In diesen zwei Tagen habe ich Art und Wesen dieses Volkes von neuem kennengelernt. Es ist aus jenem Metall, aus dem man Staaten und Wehr, Pflug und Gewehr anfertigt. Wer hierher kommt, erhält beim Anblick der 3n 5ranfreid) haben sich die maßgebenden Kreise von der Oeffentlichkeit lebhaft applaudiert, in die Vorstellung verrannt, Italien überhaupt nichts schuldig zu fein. Seitdem vor Monaten in der römi- men Abgeordnetenkammer Rufe laut wurden roie- .Korsika. Tunis, Dschibuti, Suez-Kanal!" hat man „Unaufrichtig und feindlich." Gayda entkräftet französische Behauptungen. Rom, 31. März (Europapreß). Im „Giornale d'Jtalia" beantwortet Gayda die Behauptungen der französischen Regierung in ihrer Antwortnote vom 28. Dezember 1938. Erste Behauptung: Das französische Parlament habe fast einmütig die Lavalverträge gebilligt: sie seien daher als gültig anzusehen. Antwort? Das internationale Recht verlange für das Inkrafttreten von Verträgen Austausch von Ratifikationen. Ein solcher Austausch liege in diesem Falle seitens Italien nicht vor. Zweite Behauptung: In der Abtretung der 2 5 0 0 Aktien der Dschidutibahn habe Frankreich die Durchführung der Verträge begonnen, und zrckar zugunsten Italiens. Antwort: Die Aktien seien nicht abgetreten, sondern von Italien teuer gekauft worden; den Vorteil hätten die französischen Aktionäre gehabt. ihnen noch irgendwelche Bedingunaen für die lieber* gäbe Madrids vorschreiben zu lassen. Spanien ist frei und unter nationaler Führung im Begriff, wieder ein Machtfaktor erster Ordnung im Mittelmeer zu werden. Wenn auch vorerst die ungeheuren innerpolitischen Aufgaben des Aufbaus einer neuen sozialen Ordnung, die allen Ständen ihr Recht werden läßt, einer neuen politischen Einheit, die, ohne die kulturellen Eigenarten der historischen Landschaften zu vernichten, der Nation als Ganzes wieder ein gemeinsames Lebens- Ziel steckt, und schließlich einer nationalen Wirtschaft, die so viele im Bürgerkrieg verschüttete Quellen neu erschließt und auch dem Ackerbau durch eine vernünftige Agrarreform neue Jmpul e gibt — wenn also vorerst auch diese gewaltigen innerpolitischen Aufaaben die ganze Kraft des spanischen Volkes beanspruchen, so wird der Tag nicht fern sein, an dem auch ein neues Spanien, befreit von den Schlacken einer an schweren Versäumnissen imb Mißgriffen reichen Vergangenheit, wieder sein volles Gewicht in die Waagschale der großen Politik werfen wird. Ein starkes, kampferprobtes und modern ausgerüstetes Heer macht Spanien heute schon zu einem nicht leicht übersehbaren Faktor in jeder außenpolitischen Rechnung. Solchen lieber* legungen haben sich auch die Westmächte nicht verschließen können, als sie gerade noch vor Toresschluß die Anerkennung der Regierung Franco aussprachen, um vielleicht in letzter Stunde eine politische Position zurückzuerobern, die Frankreich sowohl wie England durch ihre jahrelange mehr oder weniger offene Unterstützung der spanischen Bolschewisten einst mutwillig preisgegeben haben. Wie einst beide Nationen die Haupterben der zerfallenden spanischen Weltmacht diesseits und jenseits der Meere gewesen waren und Frankreich, nachdem auch in Spanien die Bourbonen zur Herrschaft gekommen waren, dieses immer nur als seinen natürlichen Sekundanten in jedem europäischen Konflikt betrachtet hat, so haben beide auch in den folgenden beiden Jahrhunderten immer nur darauf hingearbeitet, Spanien durch inneren Hader politisch ohnmächtig und abhängig zu erhalten und die spanische Wirtschaft mit ihren reichen Bodenschätzen als willkommenes Ausbeutungsobjekt betrachtet. Der Sturz der Monarchie, die im Weltkrieg allen Lockungen aus Paris und London zum Trotz Spaniens Neutralität bewahrt und nach dem Kriege in der Aera Primo de Riveras sogar eine Annäherung an Italien vollzogen hatte, war in gewissen englischen und französischen Kreisen nicht ungern gesehen worden, und die Erwartungen, die man auf die Willfährigkeit der parlamentarisch-demokratischen Republik gesetzt hafte, sind ja auch nicht enttäuscht worden. Dem damaligen französischen Ministerpräsidenten Herriok^war es gelungen, mit feinen spanischen Volksfrontfreunden, die nach dem ^turz der Monarchie in Madrid ans Ruder gekom- , inen waren, Vereinbarungen über den Durchmarsch französischer Truppen aus Afrika im Falle eines europäischen Konsliks zu treffen, womit Spanien also von vornherein Stellung neben Frankreich bezogen hätte. Es ist gut, an diese Vorgänge zu erinnern, denn auch der Versuch, durch die bolschewistische Revolution Katalonien, und wenn möglich ganz Spanien, zu einer westlichen Filiale Moskaus zu machen, ist von der französischen Volksfront und ihrer Regierung Blum lebhaft unterstützt worden. Nur die energische Haltung der beiden autoritären suchte Deutschland und Italien, die es mit ihren Interessen unvereinbar erklärten, daß sich der Bolschewismus hier in Westeuropa eine neue Angriffs- bafis schaffe und daher dem Kamps Francos um die Freiheit und Unabhängigkeit seines Landes volles Verständnis entgegenbrachten, hat es verhindert, daß das Frankreich der Volksfront von verschleierter Einmischung zum offenen Krieg an der Seite des Bol Chemismus überging. Daß es dabei selber dem Bolschewismus zum Opfer gefallen wäre, wie es ja un Plan Moskaus lag, versteht sich am Rande. Wie sich allerdings das britische Weltreich mit einem bolschewistischen Westeuropa abgefunden hätte, das durch seine Verbindung mit Moskau das Mittelmeer und Nordafrika beherrscht hätte, steht auf einem anderen Blatt. Nichtsdestoweniger ist es nicht Englands Schuld, daß das Empire von bielem Alpdruck bewahrt blieb, vielmehr haben einflußreiche politische Kreise Englands bis weit in das konservative Lager hinein die ganzen Jahre hindurch aus engitirnigem Doktrinarismus ober fturer Ablehnung der autoritären Staaten alles getan, um Dur* einseitige Parteinahme für den spanischen Bolschewismus einen Sieg Francos zu verhindern. Es ist selbstverständlich, daß diese erheblichen Di- vergenzen in den Auffassungen über den spanischen xrieg auf bas Verhältnis zwischen ben autoritären Staaten und ben Demokratien nicht ohne Einfluß 9e8?elen.!?L2?enn ""ch England burch ben Oster- afforb 1938 seine durch die englischen Intrigen der Eben-Aera während des abessinischen Feldzuges erhebNch getrübten Beziehungen zu Italien wieder in normale Bahnen zu lenken vermocht hat, wobei die Anerkennung der Unabhängigkeit und Jntegri- ..atr 6^rlnienfr und die Zurückziehung von 10 0C0 italienischen Freiwilligen eine Rolle gespielt haben, siand der spanische Bürgerkrieg doch nach wie vor nach einem Wort Mussolinis wie eine Barrikade Zwischen Frankreich und Italien. Diese Barrikade ist nun durch den Sieg Francos beseitigt und damit nach italienischer Auffassung auch das letzte Hindernis das einer freimütigen Aussprache zwi- $cn Italien und Frankreich über die Bedingungen Ar Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen zwi- chen beiden Nationen im Wege stand. Seit langem ist bekannt daß das faschistische Italien die Art, wie Frankreich sich um bie Durchführung der in dem Lon- öoner abfommen von 1915 vor Eintritt Italiens in ^^' "neg gemachten Zusicherungen herumzu- drucken versucht hat, mit feiner nationalen Würbe und mit der Anerkennung des Mittelmeeres als Lebensraum des italienischen Volkes für unvereinbar hält ^n dem berühmten Vertrag vom 7. Januar 1935 hatte ?ucrr ^nzostlche Außenminister Laval bei seinem -öe|u* m Rom einen Anlauf genommen, bie Diffe- 3fU die Ratifikationsurkunben über diesen Vertrag sind niemals ausgetauscht worden, und die in ihm vorgesehene Sonberabmachung über em Statut der m dem französischen Protektorat -bums lebenden Italiener, fast 100 000 an der Zahl ist niemals zustande gekommen. Frankreich beruft M.«»ar darauf, daß es durch Uebergabe von 2500 ZIEtien der m französischem Besitz befindlichen und den einzigen Schienenstrang von der Küste ins 3n= nere Abessiniens bildenden Dschibuti-Bahn an Jta- hen an die Durchführung des Vertrages heran- gegangen sei, aber in Rom lehnt man es mit Recht ab, burd) em Trmkgelb abgefunben zu werben. Italien steht vielmehr auf bem Stanbpunkt, baß das Laval-Abkommen, bas von ber Anerkennung Abessiniens als italienische Interessensphäre ausgeganqen war, durch die dem völlig widersprechende Haltung Frankreichs während des Abessinienfeldzuges, namentlich durch seine Teilnahme an den Völker- bundssanktionen. hinfällig geworden ist. Italien hat diese Auffassung in einer soeben in Paris oeröfsent- Sln-171 Dezember vorigen Jahres der sranzolllchen . egterung zur Kenntnis gebracht und darauf hlngcwiefen, daß bas ostafrikanische Impe- rium Italiens ben Ausgangspunkt für Verhanb- lungen mit Frankreich verschoben habe unb Italien Daher neue Vorschläge als Grundlage für eine Ver- ftanbiqung erwarte. Dritte Behauptung: Indem bie italienische Regierung bei gewissen Verhandlungen 1937 Iind im Mai 1938 auf die Laval-Verträge selbst ______ _ ... — ____6._ Bezug genommen habe, hätte sie erkennen1 wiesen haben, das Vaterland zunächst blut- und lassen, daß sie mindestens bis zu diesem Zeitpunkt *- " '• ........ bie Laval-Verträge nicht als verfallen betrachtet habe. Antwort: Der gute Wille, ben Italien bamals bewiesen habe, könne heute nicht bazu Her- Halten, einen Wiberspruch zwischen Der damaligen m n t einer «?*■ nifterpräfibent Daladier auf feinPr Si u „vL,btß ängstlichen Gemütern in Paris unb Lvn- i fuuiwenr ^aiaoier auf seiner Reift nochldon einen Stein vom Herzen fallen ließ, hat er die Wir vergessen nichts! Wir bereiten uns vor! Wir denken in Jahrzehnten unb sinb baher immer bereit, mit ber Sicherheit eines Volkes zu warten, bas starke Waffen unb stahlharte Herzen hat. Kaum sind vier Jahre ins Land gegangen, feit . .. - - ------ bie in Sizilien stehenbe Division mobilisiert würbe, en haben. Antwort: Frankreich vergesse aber die Vier Jahre Kämpfe unb schwerer Opfer, bie jedoch Haltung, bie es wahrenb der gaiVzen ' zur Eroberung Des Imperiums geführt panischen Krise hinsichtlich Italiens aufrecht^- haben, Des Volksimperiums. Ein Volksimpe- erhalten habe. Außerdem könne Italien unmöglich --— ----- m-,e - • v ..... vergessen, Daß Frankreich 1. sich i n Genf Dem Spruch zugesellt habe, Der Italien als Angrei - f e r hinstellte unD Diese Auffassung sogar in einem heftigen Gutachten in Genf vertreten habe; 2. daß es von Anfang an den Sanktionen zuge- t i m m t und sie sogar ganz besonders streng durch- gesührt habe; 3. daß es nur deshalb von einer Ziehungen als ernst und schwerwiegend bezeichnet werden muß. Diese Lügenattacke richtete sich, wie aus Der fast vollkommenen Einhelligkeit der Presseberichte zu erkennen war, auf ein ganz bestimmtes Zi-l d-r brMchen Diplomatie, ein Ziel, das mit ------------ e„„n|mE dem Wort E l n k r e r f u n g s p o l i t i k genügend Premierminister hat es in der Unterhaussitzunq Umrissen ist. Es fehlte und fehlt in dem anti- am Freitag für notwendig gehalten, zu erklären deutschen Urnzingelungssystern Der Briten noch im- daß die britische Regierung sich ver- wer die polnische Republik, deren maß- pflichtet fühlen würde, der polnischen gebende Manner bis zum letzten Augenblick erklärt Regierung alle ihr zur Verfügung stehende ha^n, daß sie der von Marschall PilsuDski vorge- Hilfe zu gewähren für ben Fall, daß die pol- zeichneten Politik der Unabhängigkeit von n i j ch e Unabhängigkeit in einer Form b"- aUen LlockbilDungen treu bleiben würden. l droht sei, bei ber bie polnische Regierung es für Diesen Grunbsatz ber Warschauer Außenpolitik j notwenbig erachte, mit ihren Streitkräften Wi- glaubte man wohl in Lonbon DaDurch beseitigen zu d erstand zu leisten. Chamberlain fügte hinzu können, Daß man in Der gesamten englischen Presse r-: ... c----- < <- von rechts bis links in größter sensationeller Aufmachung Gerüchte über Deutsche Truppenbewegungen an Der polnischen Grenze verbreitete. Gerüchte allerdings. Die dann von den einzelnen Zeitungen am Schlüsse wieder Halbwegs dementiert wurden, Gerüchte, Denen Die britische Regierung keinen Glauben geschenkt hat. Das erhellt bie gestrige Unterhausaussprache, in ber >ch ein bezeichnenbes Frage- und Antwortspiel zwi- sääiäsws Hrssn,«'«"-s ä".ä «ÄS w"i,£: IS" „*;?« ÄV'ä eine Erklärung abzugeben. „Was die Gerüchte", fo M j ft“ r a u e n a e a e n r n „ b i n er li- durchs e N Cbamberlain hat sich damit entgegen (einer amtliche In sormat> anen b e ■ | eigenen Behauptung, daß nicht der geringste Ber- *1 sitch Tn nietnen fanden beftnben. Es dacht für einen bewaffneten Angriff vonseiten dies fü? w7br"bM" Renert,o>?e die Regierung ! Deutschlands oorlieae, bemüßigt gefühlt, die' oön Ministerpräschent^^en?^’ffl rii*" meine’ iib 1 taenX LttÄÄ P”Onh beugen ' nA der' gering Grund n • Tro^bem aber bat das Londoner Kabi- vor, zur Zeit irgendwelche Befürchtungen nir den °uaenscheinli»°m»n''!>r°^ 3 Lugenoffenswe, die Bestand Polens zu hegen Wozu dann also diele n8»t ^nf n Wnr^^M be' s- IErklärung? Die ganze Aktion hat durchaus den mTfi {bat, eine Dip lo- Anschein, als ob England Überhaupt nur die Klei- ä” äsiS'.t-’v1'?'F'"»'»/«" ”? w“,™'s™«1ä »»sä sr&Äts Maa SS ÄS.T SÄS r i u m, das vorn Volk gegen jedermann verteidigt werden wirD! Einige Schwachkopfe von jenseits der Alpen (langanhaltendes Zisch- unb Pfeifkonzert), die die Wirklichkeit mit ihrem Wunsch verwechseln, haben von einer Entfremdung des italienischen Volkes vom Regime gefaselt. Euer Pfeifkonzert beweist ihnen das Gegenteil. Volk u n d R e g i m e ist ein <. • x ~ - - - Y r - "/• ^uziges, geschlossenes Ganzes. Wehrmacht unb Ausbehnung der Sperre auf Petroleum abgesehen : Volk sind ein einziges Ganzes (laute Ja-Rufe) unb bade, weil sich nicht Die ganze Mitglieberliste dieses italienische Volk ist bereit, ben Torni - Der Genfer Liga in der Lage gefühlt habe, einer ist er zu schultern, da es wie alle jungen Maßregel zuzustimmen, welche den europäischen r • - ■ -..... Krieg beDeutet hätte. tm Chinesischen Meer da und tagen von Indochina, den Philippinen und Borneo gleich weit entfernt. Die Spratly-Inseln seien bereits einmal von der französischen Marine besetzt und als französisches Gebiet erklärt worden. Wilhelmshaven zum Gtapellauf gerüstet. Wilhelmshaven, 31. März. (DNB.) Aus Anlaß des Führerbesuchs und des Stapellaufs des neuen Schlachtschiffes „G" sind alle die Straßen, durch die der Führer zur Werft und von da zum Hafengelände fährt, mit Fahnen. Girlanden, Blumen und Transparenten geschmückt. Tausende von Gästen sind schon eingetroffen. Eine ungewöhnliche Belebung hat auch der Hafen erfahren. Aus Anlaß des Stapellaufes ist eine große Zahl von Einheiten der Marine im Reichskriegshafen Wilhelmshaven eingelaufen, u. a. Schlachtschiff „Scharnhorst", das Flottenflaggschiff Panzerschiff „Admiral Graf Spee" mit dem Flottenchef Admiral Boehm an Bord, Panzerschiff „Admiral Scheer", Panzerschiff „Deutschland" mit dem Befehlshaber der Panzerschiffe, Vizeadmiral Marschall, an Bord, Kreuzer „Nürnberg", das Flaggschiff des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte, Vizeadmiral D e n s ch , der Zerstörer .Lebrecht Maaß" mit dem Befehlshaber der Torpedoboote, Konteradmiral L ü t t g e n s an Bord, ferner zwei Zerstörerflottillen, außerdem das neueste Schiff der deutschen Flotte, der Zerstörer „Karl Galster", die vierte und sechste Torpedobootsflottille, die zweite Raumbootsflottille, einige Booten der zweiten und dritten Unterfeebootsflaktille sowie zahlreiche andere Einheiten der deutschen Kriegsmarine. Zu diesen Repräsentanten der deutschen Macht zur See wird sich weiter noch das neueste Schiff des Friedens, der KdF.-Dampfer „Robert Ley", gesellen, der am Samstag auf der Wilhelmshavener Reede eintrifft. — Vorn Stapellauf des Schlachtschiffes „G" berichten alle Reichssender am Samstag im Rahmen ihres Unterhaltungskonzerts, von 19 bis 20 Uhr. Kriegsmarinewerft Kiel. Kiel, 31. März. (DNB.) In den Besitz- und Betriebsverhältnissen der Kieler Werften vollzieht sich feit dem 1. April 1939 eine durchgreifende Wandlung: Rach Verhandlungen mit dem Oberkommando der Kriegsmarine hat der Aufsichtsrat der Howaldt-Werke AG. am 20. März d. I. beschloßen, das Werk Kiel am 1. April 1939 in das um mittelbare Eigentum der Kriegsmarine M übertragen. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine hat verfügt, daß das Werk mit dem Kriegsmarine arfenal Kiel vereinigt wird und der neue gemeinsame Betrieb den Namen „Kriegsmarinewerft Kiel" erhält. Damit hat sich die Kriegsmarine auch in ihrem Hauptstützpunkt Kiel wieder eine r e i ch s - eigene Werft in eigener Verwaltung geschaffen. An die Spitze der neuen Kriegsmarinewerft tritt der bisherige Arsenal-Kommandant, Konteradmiral H o r m e l, als Oberwerftdirrktor. Die Howaldt-Werke AG. wird mit dem gleichen Tage ihren Sitz nach Hamburg verlegen und dort unverändert weitergeführt. Der neue rumänische Gesandte beim Führer. Berlin, 31. März. (DNB.) Der Führer empfing in der neuen Reichskanzlei in Anwesenheit des Reichsaußenministers den neuernannten königlichrumänischen Gesandten Radu Crutzescu zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. In seiner Ansprache ging der Gesandte besonders auf die enge wirtschaftliche Verbindung beider Länder ein, die in der mächtigen Wasserstraße der Donau und in den sich gegenseitig ergänzenden Bedürfnissen ihren natürlichen Ausdruck findet. Der Führer wies in seiner Erwiderung auf die durch das jüngste deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen eingeleitete wirtschaftliche Zusammenarbeit und die guten und ausbaufähigen Beziehungen beider Staaten hin. Bombenanschlag im Londoner Zeitungsviertel. London, 1.Avril. (Europapreß.) Auf das Gebäude des liberalen Morgenblattes „News Chro -- nid e" in der Fleet Street ist kurz nach Mitternacht ein Bombenanschlag verübt worden. In dem Gebäude, auf das der Anschlag ausgeführt wurde, befindet sich die Anzeigen- und Werbeabteiluna d'es Blattes, so daß die Büroräume zur Zeit des Bombenanschlages leer waren. Die Schaufensterfront wurde zertrümmert, ebenso gingen zahlreiche Fensterscheiben in der Umgebung des Anschlagsortes zu Bruch. Obwohl um die kritische Zeit gerade die ersten Morgönblätter von den sämtlich in der Fleetstreet liegenden Druckereien des „Daily Expreß", der „Dnily Mail", des „News Chronicle" und des Oie Parlamentswahlen in Belgien. E. P. Brüssel, 1. April. An den Wahlen, die am Sonntag für Kammer und Senat stattfinden, werden sich 2 667 341 Männer und 7700 Frontkämpferwitwen beteiligen. In Belgien herrscht nämlich Wahlzwang. Im allgemeinen merkt man wenig von einer besonderen Wahlerregung. Der Wahlkampf, den man so lange zu vermeiden bestrebt war, weil man eine Zuspitzung der innerpolitischen Gegensätze befürchtete, hat wider alles Erwarten eher eine Beruhigung mit sich gebracht. Die Katholiken, die bisher mit 63 Sitzen in der Kammer vertreten waren, rechnen damit, daß sie wiedet zur stärksten Partei werden könnten, die sie früher durch viele Jahrzehnte hindurch gewesen sind. Sie rechnen mit einem Stimmenzugang aus dem rexistischen Lager, das bisher 20 'Kammersitze inne hatte. Die Rexisten sind bekanntlich eine aus der katholischen Partei hervorgegangene^Sondergruppe, die jetzt die Beständigkeitsprobe für die Anhänglichkeit ihrer Wähler ableisten muß; sie haben in den letzten Jahren ihren Halt in der flämischen Wählerschaft verloren und sind eine ausgesprochen wallonische Partei geworden. Die Liberalen, welche durch ihre kompromißlose Haltung im Falle Martens die vorzeitige Auflösung des Parlaments erzwungen hatten, hoffen auf eine Belohnung ihrer Haltung und möchten diesmal mehr als 23 Mandate erobern. Die Sozialisten, die bisher mit 70 Sitzen im Parlament vertreten waren, glauben im günstigsten Falle ihre Stellung halten zu können. Ihre Mitwirkung bei der Anerkennung der nationalspanifchen Regierung durch Belgien dürste die radikaleren Elemente aus ihren Reihen zu den K o m m u n i ft e n treiben, die bisher nUr 9 Mandate besaßen. Ein früherer Parteifreund Spaaks, Dr. M a r t e a u x, der zu den Kommunisten übergegangen ist, war für diese denn auch die beste Wahlreklame. Immerhin haben die Sozialisten eine feste Gefolgschaft. Ihre Parole „Keine Deflation!", mit der sie gegen Lohn- und Gehaltskürzungen vorgingen, dürfte ihnen von Vorteil sein. Die den völkischen Gedanken vertretenden Parteien werden es mit Rücksicht auf die letzten innerpolitischen Vorkommnisse, wie man hier meint, nicht leicht haben, ihre Stimmenzahl zu erhöhen. Mit grundsätzlichen und umwälzenden Aen- derungen rechnet man nirgends. Ein Mangel an Wahlvorschlägen war nicht zu verzeichnen. Insgesamt sind nicht weniger als 17 9 Wahllisten im Lande aufgelegt worden. Den Rekord hält Antwerpen. Hier haben die „Technokraten" ihre Augen auf einen „gustaf nagel" namens Frenssen gerichtet, der allen Belgiern neun Monate bezahlten Urlaub zugesichert. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Oktober war es ihm gelungen, nicht weniger als sechs Sitze zu erringen. Diesem pazifistisch gefärbten Technokraten steht ein nationalistischer Technokrat in der Person des van den Broecke gegenüber. Schließlich steht hier dem Wähler auch noch eine Liste der Kosmographen eines gewissen Ver- biest zur Verfügung. Auch dieser, ein Austräger von Geschäftsreklamen, hatte die nötige Popularität, um die zur Listenaufstellung erforderliche Unterschriftenzahl zu erlangen. Oie U: ut des bösen Gewissens. Von unserer berliner Schriffleitung. E. S. Berlin, 31. März. In einer ihrer letzten Sitzungen hat die französische Kammer einstimmig einen Ent- schließungsvorschlag angenommen, der folgenden Worlaut hat: „Die französische Kammer, im Gedenken an den noblen und mutigen Protest der tschechischen Abgeordneten der böhmischen Kammer gegen die Annexion Elsaß-Lothringens und zu Gunsten eines unabhängigen Frankreich, grüßt mit Trauer und Achtung das Volk von Böhmen und Mähren, das ein Opfer-des wiedererstandenen Imperialismus der Kraft und Gewalt geworden ist. Die Kammer richtet an das Volt von Böhmen und Mähren eine Erklärung ihrer treuen Sympathie in diesem Unglück. Das Volk von Böhmen und Mähren wird nicht untergehen. Ungerechtigkeit und Gewalt währen nur eine Zeit." — Der Abgeordnete Pezet, der den Entschließungsvorschlag einbrachte, erinnerte an das „Unrecht", das den Franzosen 1870/71 zugefügt worden sei, und zum Schluß erhob sich noch der Kammerpräsident H e r r i o t, um mit tremolierender Stimme von der heldenhaften tschechischen Nation zu sprechen, die vom „pangermanischen Ozean" verschlungen worden sei. Wir verstehen durchaus, daß man sich rein zu waschen versucht, wenn man ein derart belastetes Gewissen hat, wie es Frankreich gegenüber der ehemaligen Tschechy-Slowakei haben muß. Es war Frankreich, das von 1917/19 am Zustandekommen «dieser Versailler Schwindelkonstruktion maßgeblich beteiligt war. Es war Frankreich, unter dessen Protektorat der Anschluß Prags an das Moskauer Einkreisungssystem erfolgte. Und es war neben Moskau und England in erster Linie Frankreich, das in der Krisenzeit des vergangenen Jahres von Mai bis Oktober das Benefch-System direkt und indirekt in seiner Katastrophenpolitik bestärkte. Wenn jetzt die französische Kammer sich etwas darauf zugute tut, daß sie eine einstimmige Sympathie-Erklärung für die alte Tscheche! abgab, dann ist die Ursache dieses sehr befremdenden Schrittes schon aus den Ausdrücken zu entnehmen, die diese Entschließung begleitet haben. In d iesem Jargon schimpfen nur Leute, die soviel Dreck am Stecken haben wie das mit Moskau verbündete Frankreich, mit oder ohne Volksfront. Französische Politiker stnd bekannt für ihre Abneigung gegen Sachkenntnis. Infolgedessen dürften die Mitglieder der Kammer auch wohl kaum die Bestimmungen über das Reichsprotektorat oder die klaren Ausführungen des Reichsinnenministers Dr. Frick studiert haben. Um so weniger sind sie befugt, die Tschechen gegen eine Regelung aufzuputschen, die die Leitung des früheren tschechischen Staates selbst herbeigefuhrt hat. Da die Demonstration der Kammer unter Führung ihres Präsidenten Herriot zudem eine bewußte Herausforderung gegenüber dem Reich darftellt, wird man sich in Paris nicht wundern dürfen, wenn Deutschland für dergleichen schließlich ein gutes Gedächtnis und zu gegebener Zeit auch eine- gute Antwort hat. „Daily lelegrapl)" zum Versand gebracht wurden und daher ein lebhafter Verkehr herrschte, ist niemand zu Schaden gekommen. Dem Bombenanschlag in der Fleet Street folgen eine Stunde später drei weitere Anschläge auf Londoner Geschäftshäuser. Der erste Anschlag wurde in dem Millionärsviertel von Park Lane durchgeführt. Sämtliche Schaufenster des zwischen dem Dorchester- Hotel und dem Grosvenor-Haus gelegenen Park- Lane-Geschäftsunternehmens wurden gesprengt. Das Mauerwerk im Erdgeschoß wurde an der Stirnseite des Hauses umgelegt. Im Londoner West-Zentrum wurde ein Möbelgeschäft beschädigt. Einem weiteren Attentat fielen sämtliche Schaufenster im Erdgeschoß eines bekannten Londoner Bekleidungsgeschästes im Westen zum Opfer. Die Polizei zweifelt nicht daran, daß es sich um Anschläge irischer Extremisten handelt. Erweiterung der englischen Regierung gescheitert. London, 1. April. (DNB. Funkspruch.) Als einziges Morgenblatt meldet „Daily Mail", daß man in den letzten 24 Stunden vergeblich versucht habe, die Regierung zu erweitern, und zwar auf der Grundlage größter nationaler Einigkeit. Chamberlain habe am Freitag der Opposition drei Sitze in der Regierung angeboten. Die Labourvertreter hätten jedoch abgelebt Oie öffentliche Schuld der Bereinigten Staaten seit 1933 verdoppelt. Washington, 1. April. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund der Erhebungen des Schatzamtes erreichte die öffentliche Schuld der amerikanischen Bundesregierung mit dem 1. April 40 Milliarden Dollar oder 307 Dollar je Kopf der Bevölkerung. Die Verschuldung hat sich damit seitdem Amtsantritt Roosevelts im Jahre 1933 verdoppelt. Oer Stabschef dankt der SA. Berlin, 31. März. (DNB.) Stabschef Lutze hat folgenden Tagesbefehl erlassen: SA.-Männer, bei den jüngsten großen geschichtlichen Ereignissen hat die SA. wie immer ihre Einsatzbereitschaft in vorbildlicher Weise bekräftigt. Rund 60 000 SA.-Männer waren eingesetzt, um für die in Böhmen und Mähren einrückenden Heeressäulen die schneeverwehten und vereisten Straßen frei und passierbar zu machen. Damit ist wiederum die enge kameradschaftliche Zusammenarbeit mit der Wehrmacht sichtbar zum Ausdruck gekommen. Zahlreiche Anerkennungsschreiben seitens höherer Kommandostellen des Heeres bestätigen, daß es dem tatkräftigen und selbstlosen Einsatz der SA. zu verdanken war, daß der Vormarsch trotz anhaltender schlechter Witterung reibungslos von statten gehen konnte. Ich freue mich, allen SA.-Männern diese Anerkennung weitergeben zu können. Auch bei der Rückgliederung des Memellandes hat die SA. ihre Einsatzkraft bewiesen. Durch ihren Glauben an den Führer und durch ihre zielbewußte Vorarbeit hat sie wesentlich dazu beigetragen, daß das Memel- land ohne Reibung vom Führer ins Großdeutsche Reich eingegliedert werden konnte. Alle SA.-Männer und Führer des Memellandes grüße ich nun*, mehr als Teile der großdeutschen SA. und spreche ihnen meine besondere Anerkennung aus. Es lebe der Führer! Es lebe Großdeutschland! Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing den in den Ruhestand tretenden bisherigen tschecho - slowakischen Gesandten Dr. Ma st ny zur Verabschiedung. NDG. Nachdem durch einen Erlaß des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger die Gemeinden Ober - und Nieder-Ingelheim und Frei- Weinheim aus wirtschaftspolitischen Gründen zur Stadt Ingelheim vereint worden sind, verlieh am Freitagabend der Gauleiter der jüngsten Stadt am Rhein in einer Kundgebung in Ingelheim d i e Stadtrechte. Für die Verdienste, die sich der Gauleiter um die Zusammenlegung der Gemeinden erworben hat, wurde er vom Bürgermeister zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Der Reichsbeamtenführer Hermann Neef hat die zweite Reichstagung des Reichsbundes der Deutschen Beamten als Schulungstagung des Hauptamtes für Beamte vom 8. bis 14. Mai nach Frankfurt a. M. einberufen. Frankfurt ist die Wiege der nationalsozialistischen Beamtenbewegung. Auf dem Generalappell der Beamteneinheitsorganisation werden führende Männer von Partei und Staat sprechen. * Mit dem 31. März 1939 scheidet aus dem aktiven Wehrdienst der General der Flieger von Stülp- nagel, Kommandeur der Luftkriegsschule, unter Verleihung des Rechts zum Tragen der Uniform der Luftkriegsakademie, und der Generalleutnant Quade, Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule, mit dem Charakter als General der Flieger und unter Verleihung des Rechts zum Trager s?r bisherigen Uniform. Es wurden ernannt der General der Flieger V o l k m a n n zum Kommandeur der Luftkriegsakademie und der Generalmajor Bieneck zum Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule. * Der von Außenminister Bonnet und dem rumänischen Botschafter in Paris am Quai d'Orsay unterzeichnete französisch-rumänische Handelsvertrag ist das Ergebnis von Verhandlungen, die seit mehreren Monaten mit dem Ziel geführt wurden, den Güteraustausch zwischen den beiden Ländern zu beleben. Der Vertrag enthält Maßnahmen, die die volle Ausnutzung der Kontingente fördern sollen. Weiierbencki Ueber Deutschland hat sich jetzt überall Hochdruck durchgesetzt. Von einzelnen örtlichen Nebelfeldern abgesehen, herrscht meist heiteres Wetter. Von Osten her wird an der Südseite des skandinavischen Hochdruckgebietes kühlere Festlandlust nach Norddeutschland verfrachtet, während in Süddeutschland von dem ostatlantischen Hochdruckgebiet her mildere Meeresluft Einfluß erhält. Dies wird zeitweise zu etwas Bewölkung Anlaß geben, doch find Niederschläge nicht zu erwarten'. Vorhersage für Sonntag: Morgens dunstig, sonst heiter bis roolfjg, trocken, tagsüber warm, Winde um Süd. Vorhersage für Montag: Wechselnd bewölkt, vorwiegend trocken. Lufttemperaturen am 31. März: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 1. April: morgens 2,9 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. März: abends 7,3 Grad: am 1. April: morgens 5,5 Grad. — Sonnenfcheindauer 6,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beuklaubt), i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlfche Universitäts- druckerei R. Lange, K-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. | Vermietungen] Schöne, sonnige 6'3lintnet' WWW mit Zubehör und Etagenheizung, Ecke Horst-Wessel-Wall / Mühl- stratze 34 zu vermieten. [01682 Schöne 6-5lmmer «mm mit Balkon und Zubehör, i.I.St. zum 1.5. zu vermieten. [ 2348 D LudwigsiraßeSS 5Zimmer- Wohnung mit Mansarde u. Speicher, Nähe Hauptbahnhof, preiswert sofort zu vermieten. Schr. Ang. unt. 2319D a.d.GLl. Schöne 6-3inuner- WWW mit Zubehör sofort oder später zu vermiet, oies? Bahnhofstr. 73. Sehr schöne Willig an ruhige Mieterzuvermieten. Alicenstrasre 28. Schöne 5-Zimni.-Wohnung mit eingerichtet. Bad u. all. Zubehör in freier Lage zu veriniet. Schr. Ang. unt. 01642 a.d. G.A. 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Amerika war damals von Europa noch wesentlich abhängiger als heute, wenn es auch, abgesehen von Kanada, nur noch kleinere Kolonien beherbergte Kanada wurde später Dominion. Die Vereinigten Staaten waren erst seit ein paar Jahrzehnten zur Weltmacht geworden. Trotzdem aber geht von USA. der erste Faktor der Entwicklung aus, der einer Europäisierung der Welt Grenzen bot. Zweifellos hat sich nämlich in den Vereinigten Staaten ein Staatsvolk gebildet, das, obwohl es nach verschiedenen Wurzeln europäisch ist, doch so viel spezifischen Eigencharakter aufweist, daß es eben über den Ursprung hinaus ein selbständiges Gepräge zeigt, welches in Lebensform, Wirtschaft und Politik zum Ausdruck kommt, sich in der Welt unbekümmert behauptet und durchsetzt. In Südamerika muß man ähnliche Beobachtungen machen, wobei sicher ist, daß die süd- amerikanischen Staaten in ihrem amerikanischen Selbstgefühl durch das Beispiel in Nordamerika und durch direkte Unterstützung — man denke an Panamerika — außerordentlich bestärkt werden. So eng Amerika, und zwar Gesamtamerika, auch heute noch mit Europa verwachsen ist, einer Europäisierung wurde auf jeden Fall Einhalt geboten. Ob man mehr oder weniger europäisch lebt, spielt keine Rolle. Man will Amerikaner sein. In Mexiko hat sich sogar eine Europa bewußt abgekehrte Entwicklung herausgebildet. Anknüpfend an die Zeit der Azteken, will Mexiko wieder indianisch werden. Vielleicht zeigt heute der Mexikaner schon den ausgeprägtesten Typus eines n e u a m e - rikanischen Volkstums, das hier aus romanischer und indianischer Quelle gespeist, arteigene Gestalt annahm. Daß die indianische Wurzel vom Mexikaner so sehr hervorgehoben wird, liegt wohl an dem Wunsche, sich nur als Amerikaner geben zu wollen. Der zweite wesentliche Umstand, der sozusagen zur „Enteuropäisierung" der Welt beitrug, war der Weltkrieg. Oft genug ist auf die Tatsache des Verlustes an Prestige verwiesen worden, den die europäischen Kolonialmächte dadurch erlitten, daß die Entente Farbige an die Fronten brachte. Auch die Schwierigkeiten, die England und Frankreich mit ihren islamitischen Untertanen haben, sind eine Frucht des Großen Krieges. Uirruhen in Indien und auf den westindischen Inseln sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Der Aufstieg Japans, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet, wäre wohl nicht so rasch vor sich gegangen, hätte sich Europa nicht zerfleischt. Mindestens könnte man dann Zweifel in das Tempo der Entwicklung hegen. Durch den Weltkrieg wurden schließlich auch" die Vereinigten Staaten vom Schuldner- zum Gläubigerstaat, ein Zustand, der bei der bekannten Einstellung in diesem Zusammenhang nicht ohne Folgen bleiben konnte, zumal auch Südamerika sich von Europa wirtschaftlich wesentlich unabhängiger machte. Der dritte und wohl hauptsächlichste Grund dafür, daß die Grenzen der Europäisierung der Welt schon überschritten sind, ist • aber darin zu suchen, daß Europa nicht mehr genügend Menschen zur Durchdringung der Räume zur Verfügung hat. Weder England noch Frankreich noch Portugal vermögen nach ihren eigenen überseeischen Gebieten in so großen Mengen Menschen abzugeben, daß sie völkisch dort in nennenswertem Umfang weiter Wurzel fassen könnten. Die in die Tropen aus- gewanderten Europäer aber pflegen nur in ganz geringem Umfange an Fortpflanzung zu denken, so daß wenigstens in jenen Ländern langsam eine Rückentwicklung zu befürchten ist/ die z. B. in Afrika schon recht bezeichnende Formen annimmt. Den größten Zustrom nach Uebersee stellen gegenwärtig prozentual zur Heimatbevölkerung noch Polen und die Slowakei. Mittelamerika und die nördlichen Staaten Südamerikas verlieren wohl mangels Zuwanderung am ehesten in ihren Oberschichten europäischen Zuschnitt. Für Australien sind für die Entwicklung der Bevölkerung ebenfalls ernsthafte Befürchtungen zu hegen, zumal die Fruchtbarkeit der Bewohner dieses unterbevölkerten Erdteils sehr zu wünschen übrig läßt. Wird der weiße Mann auf diesem Wege Australien noch lange halten können? Hemmend in fast allen überseeischen Ländern wirken sich natürlich die zahlreichesi oft unverständlichen Einwanderungsbeschränkungen aus. Sie sind sozusagen eine Absage an die Europäisierung. Ein Mittel freilich gibt es, bis zu einem gewissen Grade in dem letzten Punkte Wandel zu schaffen: Man gebe Deutschland seine Kolonien wieder! Diese Gebiete würden bann für Europa im Sinne der Vorherrschaft der weißen Rasse gerettet werden. Deutschland hat genug Volkskraft, um koloniale Betätigung tatkräftig durchzuführen. Während in britischen und französischen überseeischen Besitzungen mehr und mehr die Wirtschaftsführung an die Farbigen übergeht, kann allein Deutschland voll und ganz seine Kolonien unter europäische Oberschicht aus eigener Kraft stellen Gerade auch aus diesem Grunde ist die Rückgabe der deutschen überseeischen Besitzungen, die von rechtlichem und wirtschaftlichem Standpunkte objektiv überhaupt nicht bestritten werden kann, im Sinne der Behauptung des europäischen Vorranges in der Welt eine unabweisbare Notwendigkeit, deren Erfüllung nur das Ansehen Eurypas steigern oder — wiederherstellen helfen kann! Dr. Rudolf Albert. (Sturm der Freude in Madrid. Xxfv Eine Szene vor dem Innenministerium in Madrid am Tage des Einzuges der Franco-Truppen. Auf den Barrikaden der Roten jubelten die Falange über den Sieg und die endlich errungene Freiheit. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Durch Italien nach Tripolis. Eindrücke einer Reise von Dr. Paul Rohrbach. IV. Eine Zaubernacht bei Marschall Saldo. Tripolis, März 1939. Wir haben hier in Tripolis den VIII. Internationalen Kongreß f ü r tropische und subtropische Landwirtschaft mitgemacht. Es sprachen Vertreter aus vielen Ländern, aus solchen, die tropischen Kolonialbesitz ihr eigen nennen, und auch aus anderen, die selbst mit einem warmen Klima gesegnet.sind, wie Griechenland oder Argentinien. Ueber die Kongreßarbeit zu berichten, würde hier zu weit führen, auch die wertvollen Ausflüge in die italienischen Siedlungsgebiete von Libyen, die von der Leitung des Kongresses veranstaltet wurden, mögen einem späteren Bericht vorbehalten sein. Was allen Teilnehmern der Tagung großen Eindruck machte, war der imperiale Zuschnitt der amtlichen Repräsentation, vor allem des Generalgouoerneurs von Libyen, Marschall B a l b o. Der Kongreß wurde im Teatro Miramare unter den Fahnen des italienischen Imperiums vom Marschall selbst eröffnet. Auch Deutschland war durch eine Abordnung vertreten. Obwohl wir noch auf die Rückgabe unserer Kolonien warten, genießen unsere wissenschaftlichen Arbeiten über tropischen Land bau, Tropenmedizin, Plantagenkultur usw. ein so hohes Ansehen, daß man einen solchen Kongreß ohne Teilnahme Deutschlands kaum hätte halten können. Der deutsche Vertreter betonte in seiner Ansprache bei der Eröffnung unser koloniales Interesse auch im gegenwärtigen Augenblick und die Fortdauer unseres kolonialen An- s p r u ch s. In ihrer Art bewundernswert war die Leistung der Damen, die als Übersetzerinnen der Reden und Referate fungierten. Die Vielsprachigkeit bei solchen Kongressen ist ja ein stetes, leider unvermeidliches Hindernis. Außer dem Kongreß findet in Tripolis einck Messe mit Ausstellung heimat-italienischer, kolonialer und auch einiger deutscher Erzeugnisse statt. Die italienischen Kolonistenbauern, von denen Hunderte auch auf der Galerie des Teatro Miramare der Eröffnung des Kongresses beiwohnen durften, füllten auch die Pavillons der Messe, besonders solche, in denen landwirtschaftliche Geräte und bunte Stoffe für die Frauen ausgestellt waren. Die Messe- leitung lud auch die Kongreßteilnehmer zum Besuch der Ausstellung ein und gab ihnen ein Diner im Grand Hotel, das neben der Qualität der Genüsse Erwähnung durch die pompöse Aufmachung der Platten mit Langusten, Fasanen und Eisspeisen verdient. Unmittelbar vor der Tafel — es ging schon auf Mitternacht — fuhr man zum Empfang zu Ehren des Kongresses im Palais des Generalgouverneurs. Am Parktor salutterte die SPITZENLEISTUNG OPEL , erste Wache. Der Weg durch den Garten und dis breite Flucht der Marmorstufen hinauf zu den Empfangsräumen war gesäumt von den hohen Gestalten arabischer Spahis in ihreii scharlachroten Mänteln. Jeder Mann stemmte eine fahnengeschmückte Lanze vor sich auf den Boden. Wenn ein Gast passierte, wurden die Hacken zusammengerissen, und der linke Arm legte sich grüßend über die Brust. Oben, vor der Front des Palastes, hielt eins Reihe von roten Reitern, die mit ihren Apfelschimmeln wie aus Stein gehauen schienen, lanzenbewehrte Wacht! In den Sälen wogte eine nach vielen Hunderten zählende Menge von Gästen auf und ab. Gleich im ersten Saal stand Balbo und begrüßte jeden Eintretenden mit liebenswürdigem Lächeln und einem Händedruck. Man hörte Tanzmusik und sah, wie dicht hinter dem Gastgeber die Paare sich nach den Klängen eines Tango bewegten. Alle Uniformen der italienischen Armee und Marine waren neben dem Gesellscha stsanzug der Herren vom Zivil vertreten, ein buntes, glänzendes Bild. Die Damenwelt zeigte großen Toiletten-luxus, so als ob man nicht in Afrika, sondern in Rom oder Paris wäre. Ein unbefangener Besucher hätte vielleicht gewünscht, daß manche Tänzerin die Einsicht gehabt hätte, einen minder schönen Rücken besser bedeckt zu lassen, als ihn bis zur Taille hinab zu zeigen. Man schob sich durch die Menschenfülle, bewunderte einen Prunkraum nach dem andern, die venetianischen Kronleuchter, die Marmortäfelung und Seidenbespannung der Wände, die Gemälde, die Statuen und die kostbaren Möbel. Wir hatten die Reihe der Räume durchschritten, dazwischen einmal in einem der intimen, geschmackvoll eingerichteten Seitengemächer ausgeruht, und traten, ohne zu ahnen/welche Ueberraschung unserer wartete, auf die Terrasse heraus, von der sich der Blick in den rückwärtigen Teil des Parkes öffnet. Was sich da vor uns auf tat, glich einem Bilde aus Tausend, und einer Nacht! Im Vordergrund war ein marmorgefaßtes, großes Wasserbecken mit sprühenden kleinen Fontänen durch in der Tiefe angebrachte Lampen in leuchtendes Grün getaucht. Dies grüne. Lichtgewoge war im Hintergrund von einem roten Halbkreis umgeben, in dem man, sobald das Auge sich gewöhnt hatte. Nie Magnet-Angel. (Sine Erfindung von Karl Valentin. Ein wahrer Triumph ist es zu nennen, was der geniale Erfinder Karl Valentin' erfunden hat. Die Verzweiflung der Angelfischer über jahrelanges Nichtserwischen ist behoben. Jeder Angelftscher ist von nun an Beuteheimträger geworden. Das jahrzehntelange Warten auf den Fischanbiß ist durch das Patent Valentins aus der Welt geschafft. Kein Auslachen der Zuschauer mehr beim Zuschauen des Fischens. Die Anwendung des „EMFAF“ (Magnet- Fisch-Angel-Fix!! Deutsches Armspatent Nr. 141939) ist Knaben und Mädchen leicht. (Kurz gesagt, kinderleicht.) Aus Anglerkreisen wird uns berichtet, daß alte leidenschaftliche Angler, die 40 bis 45 Jahre und darüber hinaus noch nie beim Angeln etwas erwischt haben, aus Freude über die Erfindung haselnußgroße Tränen gemeint haben. Unter den Fischen selbst ist, wie uns ein berühmter Taucher mitteilte, eine große Bestürzung ausgebrochen. Scharenweise schwimmen sie beisammen, und beraten Gegenmaßregeln gegen Emfaf. Sämtliche Verlage von Lustigen Blättern, die feit Bestehen des Angelsportes an den Anglerwitzen Geld verdient haben, haben ihre Verlagshäuser schwarz beflaggt. So schwer die Erfindung des Emfaf zu begreifen ist, so leicht ist sie für den Laien verständlich. Statt dem scheußlichen Mordinstrument, Angelhaken genannt, tritt nun das Angelmagnet. Während der Angelhaken aus Stahl und einen) gebogenem Haken geformt ist, besteht das Magnet aus Mag und net. Der Angelhaken mit Widerhaken mußte stets beim alten System trotz Tierschutzvereine widrigerweise mit einem lebenden Regenwurm geschmückt werden, der als Leckerbissen den zu fangenden Fisch anlocken sollte. Bei Emfaf kommt dies völlig in Hinwegfall, da die Krümmung des Magneten an und Pfirsich schon einem gekrümmten Wurm ähnelt. Der Fisch betrachtet sich nun im Bedarfsfälle das Magnet und denkt sich dabei vielleicht instinkti- fisch... Ja was ist denn das für eine Angel? Er betrachtet sich das Magnet näher (besonders wenn es sich um einen kurzsichtigen Fisch handelt) und schon hat ihn das Magnet erfaßt und warum ... Weil der Fisch Eisen in sich hat, und Eisen wird bekanntlich vom Magnet angezogen. Wie werden aber die Fische eisenhaltig? Diese Frage ist aber ebenfalls von dem feinsinnigen Erfinder gelöst worden. Man geht tags zuvor an die betreffende Stelle, wo der Fischfang stattfinden soll, und füttert die Fische mit den kleinen Patentbrotkügelchen, welche unter dem Namen „Aha" in den Handel gekommen sind. Diese Patentbrotkügelchenmischung ist ebenfalls eine Erfindung von Karl Valentin. Die Mischun'g der Kügelchen besteht aus Mehlteig, Regenwurmblut und Eisenfeilspänen. Die, von den Fischen verschluckten Patentbrotkügelchen sind nun eisenhaltig und damit die Fische auch. Folglich wird der Fisch, falls er sich dem Magnet nähert, von demselben angezogen, der Fischer merkt am Untergehen des Angelkorkes, daß ein Fisch angebissen hat, also in diesem Falle am Magnet haftet. Nach Entfernung des Fisches vom Magnet wird das Magnet abgetrocknet (da es im trockenem Zustande 'mehr Anziehungskraft besitzt), wieder in das Wasser geworfen, und derselbe Vorgang wiederholl sich nach Belieben. Emfaf funktioniert in jedem Wasser, sogar in dem stark salzhaltigen Meereswasser. Nur im schwarzen Meer müssen Pillen mit Radiummischung verwendet werden, da die Fische in dem tiefschwar- zen Wasser nur beleuchtete Kügelchen erkennen können. Allerdings kommt dieses Verfahren ziemlich teuer, aber der Erfinder Karl Valentin hat Mittel und Wege gefunden, die Herstellungskosten bedeutend zu ermäßigen, indem er statt Radiummischung die Pillen mit Glühwürmchensyrup verarbeitet, womit er dieselbe Leuchtkraft erzielt. Aerger macht krank! Von Dr. med. ei. phil. Gerhard Demmer. Das folgende Kapitel entnehmen wir mit freundlicher Erlaubnis der Franckh'fchen Verlagshandlung dem kürzlich erschienenen Buch Dr. Dr. Venzmers „Alt werden und jung bleiben". Es gibt immer noch allzu viele Menschen, die da meinen, der Aerger sei ausschließlich eine Angelegenheit seelischer Art; er könne einen wohl „nervös", keinesfalls aber organisch krank machen. Das ist ein gefährlicher Irrtum; und gerade Untersuchungen aus neuerer Zeit haben auf vielfältige Weife den schlüssigen Beweis dafür geliefert, daß Aerger und Verstimmung, wenn sie häufig wiederkehren, ernste, ja lebensgefährliche Erkrankungen Hervorrufen und den natürlichen Alternsvorgang des Organismus in verhängnisvoller Weife beschleunigen können. In besonders hohem Grade in Mitleidenschaft gezogen wird das Verdauungssystem ; und zwar hat man festgestellt, daß zumal die Drüsen, welche die sog. „Enzyme" bereiten, alsbald ihre absondernde Tätigkeit einstellen, wenn der betreffende Mensch von Aerger geplagt wird. Hört unter der Einwirkung des Aer- gers ihre Absonderung auf, so muß die Verarbeitung der aufgenommenen Speisen und damit die Ernährung der einzelnen Organe mehr oder minder schwere Störungen erleiden. Deutlich macht sich dies z. B. an der Haut bemerkbar. Das Unterhautfettgewebe, das von unten her die Hut schön auspolsterte und dadurch straff erhielt, schwindet; und damit wird die bedeckende Hauthülle gleichsam zu weit. Sie erschlafft, und es bilden sich Falten. Das alte Wort: „Aerger macht häßlich" besteht also durchaus zu recht. Aber auch sonst noch übt der Aerger auf die Tätigkeiten des Verdauungsfystems schädigende Wirkungen aus. Die Absonderung des für die Verdauung der Speisen so unentbehrlichen Magensaftes hört ebenfalls unter dem Einfluß der Verstimmung auf. Schließlich werden durch den Aerger auch die der Weiterbeförderung der Speisen im Verdauungskanal dienenden wurmartig umgreifenden sog. „peristaltischen" Bewegungen des Magens und Darmes gehemmt. Die für Gesundheit und Wohlbefinden so wichtigen Vorgänge der Verdauung erfahren also durch Aerger deutlich nachweisbare Beeinträchtigung; aber wohl jeder Mensch weiß aus eigener Erfahrung, daß durch Gemütserregungen, Verstimmungen, Aerger, Trauer, Angst und Erschrecken auch noch andere Organe und Organsysteme mehr ober weniger in Mitleidenschaft gezogen werden. So ist in hohem Grade auch die Leber und in engem Zusammenhänge damit wieder die Gallenabsonderung der Einwirkung von Gemütserregun- gen unterworfen; und zumal der Aerger übt dabei einen ganz besonderen Einfluß aus. Man hat das auf die Art nachgewiefen, daß man einer Versuchsperson eine Sonde in den Zwölffingerdarm einführte und nun die selbsttätig aus der Sonde ausfließende Galle in Gläschen auffing, die alle fünf Minuten gewechselt wurden. Derweilen wurde die Versuchsperson mit Hilfe der Hypnose bald in Freude, dann wieder in Trauer, Angst und Aerger versetzt und so der Einfluß der vier Grundformen der Gemütsverfassung auf die Gallenabsonderung geprüft. Es zeigte sich, daß Freude, Trauer und Angst den Gallenfluß erhöhen, durch Aerger dagegen der Gallenfluß ganz oder doch fast völlig aufgehoben wird. Auch hier wieder bestätigt sichs, ein wie guter Beobachter der Sprachgebrauch ist, wenn er etwa sagt, daß bei Aerger die „Galle insBluttrete"! Daß im übrigen eine solche, durch Aerger bewirkte Stockung des Gallenflusses zum Darm hin das körperliche Wohlbefinden sehr fühlbar zu beeinträchtigen vermag, leuchtet ohne weiteres ein; denn das Fehlen der für die Verarbeitung der Nahrung wichtigen Galle im Darmfaft behindert natürlich den regelrechten Ablauf der Verdauung; und schließlich kann sogar die Entstehung von Gelbsucht und Gallensteinen somit bis zu einem gewissen Grade mit häufigem Auftreten von Aerger und Verstimmung in Zusammenhang stehen. Auch an den Nieren und der Blase, am Herz und Blutgefäßsystem sowie nicht zuletzt an den inneren Drüsen und der Hormoneinsonderung kann sich der Einfluß des Aergers und überhaupt heftiger Gemütserregungen auswirken. Sie können z. B. eine plötzliche starke Ausschüttung des Nebennierenhor- mones „Adrenalin" zur Folge haben; und dieses übt auf Blutkreislauf und Herz sehr tiefgreifende Wirkungen aus, indem der Herzschlag beschleunigt wird, die Blutgefäße sich zufammenziehen und der Blutdruck steigt. Ist das Herz ohnehin nicht mehr ganz auf der Höhe, so kann ein solcher Zustand, zumal wenn er plötzlich und heftig auftritt, zu bedrohlichen Erscheinungen führen. Die Beispiele zeigen, daß Aerger und Verstimmung durch Schädigung der Verdauungsvorgänge, des Stoffwechsels, des Blutgefäßsystems, der Ein- sonderungsdrüsen usw. schwerwiegende Gesundheitsstörungen und.Erscheinungen vorzeitigen Alterns zur Folge haben können; und diese Tatsachen sollten jedermann veranlassen, sich — wenn er den Aerger herannahen spürt — zuvor die Frage vorlegen, ob die Angelegenheit, die uns verstimmen will, es auch wirklich wert ist, daß wir ihretwegen unsere Gesundheit ernsten Gefahren aussetzen; und weiterhin, ob der Sache selbst durch unseren Aerger ein Dienst erwiesen wird. Noch an einen Kunstgriff, um den Aerger ztt bannen, möge der Leser in diesem Zusammenhang erinnert werden. Jeder weiß, daß der Aerger das allbekannte Mienenspiel der Verstimmung erzeugt; wie denn überhaupt eine bestimmte Gemütsverfassung auf dem Wege über die Nervenbahnen ihren äußeren Ausdruck in der mimischen Muskulatur findet. Daß aber umgekehrt auch ein bestimmtes, etwa gewollt herbeigeführtes Mienenspiel von sich aus die „dazugehörige" Stimmungslage auslösen kann, dürfte weniger bekannt fein'; doch kann jeder an sich selbst unschwer die Richtigkeit dieser Behauptung feststellen. Wer Aerger und Mißmut Heraufziehen spürt, überhaupt, wer schlechter Lauste ist, nehme sich einmal vor, eine Weile lang ein ganz besonders fröhliches Gesicht zu machen. Der Erfolg ist verblüffend: die Wolken verziehen sich, die Sonne bricht durch, gute Laune und Aufgeräumtheit stellen sich gleichsam zwangsmäßig ein; der geheimnisvolle Nervenstrom vom Gehirn zur Gestchtsmuskulatur hat sich durch unser Zutun umgekehrt! zwanzig Mann der arabischen Garde des Marschalls erkannte, die wie brennend rote Pfeiler unbemeglid) standen, jede einzelne Gestalt vom Lichtkegel eines Scheinwerfers beleuchtet. Der Effekt war einzigartig, man konnte sich an dem seltenen Bild nicht fattsehen. Wirklich, dieser Empfang war in einem bewundernswert festlichen Rahmen gespannt und wußte die Phantasie gefangen zu nehmen. Der Italiener ist Künstler, auch wenn er ein Fest dekoriert. Drinnen war alles nur elegantes Europa, draußen sah man ein Stück afrikanisches Imperium. Durch die Säle huschten die Diener, alles gleichmäßig ausgewählte Negergestalten, weiß gekleidet mit roten Schärpen, und boten den Besuchern zu rauchen an. Am Buffet gab es ein diskretes Gedränge um die großen Terrinen, aus denen Sektbowle geschenkt wurde, um die Torten und um die Schalen mit Süßigkeiten — draußen lag das Sterngefunkel der afrikanischen Nacht über den Lichteffekten auf dem Bassin und den statuenhaft verharrenden roten Gestalten. Marschall Balbos Liebe zur Kunst und zu einer dekorativ imperialen Umgebung offenbart sich auch in seinen Arbeitsräumen in dem alten Kastell von Tripolis. Don der Treppe, die man zu ihm hinaufgeht, grüßt oben eine wunderbar erhaltene Statue des römischen Kaisers Claudius, die in Lep- tis Magna gefunden wurde. Die Fußböden sind mit alten römischen Mosaiken ausgelegt; von einer der Wände blickt starr das dämonische Haupt der Medusa. Zur Rechten des riesenhaften Schreibtisches aus kostbarem grünem Marmor steht eine Augenweide des Marschalls, die Venus Genetrix, die mütterliche, aus den Ruinen des tripo lila irischen Sa- bratha. Man muß schon italienischer Generalgou- verneur auf altrömischem Boden in Afrika sein, um sich bei seiner täglichen Arbeit mit solchen Schätzen umgeben zu können! Oie Westfront nach 20 Zähren. Von unserem H. E.-Gonderberichtersiaiier. v. keimatinseln im fremden Land. Gleich zu Beginn unserer Reise lernten wir eins der schönsten und gelungensten Beispiele deutscher Kriegergräbergestaltung kennen. Es war der bereits von den deutschen Truppen im Kriege angeleate, seit 1936 ausgebaute Ehrenplatz des Regiments List in Haubordin bei Lille. Die 995 gefallenen Kameraden des Führers haben hier eine einzigartig schöne, mit höchster künstlerischer Sorgfalt ausgeschmückte Ruhestätte erhalten: ein mit kriechendem Wacholder begründetes Tiefengrab aus rotem Vo- gefensandstein, dahinter aufragend das trutzige, etwa drei Meter hohe Ehrenmal in Form einer steinernen Kapelle. Durch eine schwere, wunderbar gearbeitete schmiedeeiserne Tür tritt man ein. Im Dämmer der Halle leuchtet das Goldmosaik eines Wandbildes, das den Tod unserer Helden versinnbildlicht. Schweigend und ehrfürchtig gehen wir dann an den Gräbern vorbei. Schon die schmale, von wuchtigen Sandsteinblocken flankierte Eingangspforte, die auf jeder fertiggestellten deutschen Ehrenstätte zu finden ist und die nur einem Menschen zur Zeit Durchlaß gewährt, zwingt den Besucher zur seelischen Sammlung. Denn nicht in lauter Gesellschaft, miteinander belanglose Alltagsgespräche führend, sondern in stiller Andacht wollen wir den Ort der Toten betreten. Wir wollen auch ihre Ruhe nicht stören. Deshalb sind alle Wege und Stege mit grünem Rasen bedeckt, nicht etwa mit knirschendem Kies bestreut. Die wirkende und wachsende Natur selber soll sich mit dem Werk aus begnadeter Künftlerhand vereinigen, um eine würdige Gesamtwirkung zu erzielen. So ist eine gärtnerische Architektur entstanden, die freilich erst nach Jahrzehnten die vom Künstler geschaute Endform erreichen wird. Denn die anaepflanzten Bäumchen und Sträucher wachsen natürlich erst langsam in den ihnen vorbestimmten Raum hinein. Artois alleinstehende hochstämmige Baumgruppen ein ziemlich sicheres Merkmal für das Vorhanden- fein eines deutschen Ehrenmals, so hat die abseitige Lage vieler deutscher Begräbnisplätze in den südlich anschließenden Hügel- und Berglandschaften auch dazu geführt, entweder burgartige Formen zu entwickeln oder das Gesicht der Anlage ganz nach innen zu kehren und so Stimmungen und seelische Wirkungen von höchster Eindringlichkeit hervorzurufen. Als ein Beispiel für diese ganz nach innen, in seelische Tiefen gerichtete Bauweise kann vor allem Romagne-sur-Montfaucon nördlich des Argonnerwaldes gelten. Wir mußten im Dorf erst fragen und nach dem Weg suchen, so versteckt liegt dieser kleine deutsche Heldenhain abseits der großen Autostraße. Ein Schritt durch die kleine schwere Bronzepforte, und man ist in einer anderen Welt. Der etwas schwermütige Zauber mancher deutschen Nadelwälder klmfängt überraschend den Besucher. Ernst und steil stehen die Reihen der Tannen, die den schmalen Mittelweg zur Kapelle säumen. Schweigend und hvheitsvoll stehen auch die Fichten über dem dahinterliegenden Gräberfeld und bewachen unter ihren schirmenden Zweigen den Schlaf der Toten. Aber es ist doch nicht so, daß hier eine düstere Stimmung den Menschen zu Boden drücken müßte, denn in wohlabgewogener Wechselwirkung stellen sich auch lieblichere Töne und freundlichere Formen ein: der Fuß tritt auf schwellende Moospolster in den Schneisen des Wäldchens, rotblühendes Heidekraut umwuchert die niedrigen Kiefern- kreuze, und im dichten Fichtengezweig entdeckt man die verlassenen Nester der Waldvögel. Im Frühling wird wieder das Zwitschern der jungen Brut aus dem Dickicht ertönen. So siegt auch hier das Leben, we'.l ihm die Deutschen über den stillen Gräbern der Abgeschiedenen eine Wohnstatt bereitet haben. Denn dieser von heimlichem Leben erfüllte Heldenhain ist ja erst aus einem gleichgültigen, leeren Stück Land neu geschaffen worden. Hören wir, was für die 1432 Toten auf dem kleinen Fleckchen Erde gepflanzt wurde: 355 Fichten, 50 Rottannen, 3000 Wildrosen, 2500 Erika. Hören wir, was dort aus Stein und Metall gesetzt wurde: 800 Schieferkreuze, eine Mauer aus Vogesensand. stein rund um die ganze Anlage, eine Kapelle mit einer künstlerisch höchstvollendeten Pieta aus Marmor und Goldmosaik, Tür- und Fenstergitter sowie sonstiger Schmuck in bester, materialgerechter Ausführung. Bedenken wir weiter, daß dies alles in handwerklicher Einzelarbeit, nicht fabrikmäßig her- gestellt wurde, und zählen wir die langwierigen Vorbereitungen, die künstlerischen Ueberlegungen, die Umdispositionen und mannigfachen AuseinarLer- fetzungen mit Behörden und Unternehmern hinzu, so bekommen wir ein ungefähres Bild von der Leistungssumme, die in einer einzigen kleinen deutschen Kriegergräberstätte enthalten ist. Dies hohe Verantwortungsbewußtsein für deutsche Würde, das keinen einzigen Gegenstand uuj unseren Ehrenstätten aus maschineller, serienmäßiger Arbeit heroorgehen läßt, das auch die kleinste Einzelheit noch zu einem Kunstwerk im Gesamtrahmen der Anlage macht, das denselben Grundgedanken unserer Heldenverehrung in jeder Gräberstätte je nach den Bedingungen des Klimas, der Landschaft, der Bodenbeschasfenheit oder des politisch-militärischen Raumes verschieden abwandelt, — dies hohe Verantwortungsbewußtsein also beherrscht den Ausbau sämtlicher Ehrenmale und Kriegergräber ohne Ausnahme! Ein ungeheures Werk, nicht prahlend und prunkend nach außen hin, sondern unter den schwierigsten Voraussetzungen in der Stille geschaffen und in der Stille wirkend und eben deshalb — unvergänglich. Wie Inseln in einer verwüsteten oder ungepflegten Landschaft, so wirken ost diese baumumstandenen Gräberfelder, in denen das Gefühl heimatlichen Geborgenseins wohnt, in denen die Klarheit und Wahrheit deutschen Wesens regiert, in denen die Stimmen der göttlichen, ewig sich erneuernden Natur, die im heimlichen Wisvern des deutschen Waldes, im Flüstern des Windes und im Gesang der Vögel erklingen, Zwiesprache halten mit den Lebenden und den Toten. Schon sind insgesamt 93 Kriegergräberstätten allein in Frankreich so ausgebaut, daß sie deutsches Empfinden und jene stolze, aufrechte Lebenshaltung widerspiegeln, die unserem Volke heute zu eigen ist. Aber viel bleibt noch Zu tun, unendlich viel. Durch Augenschein konnten wir uns davon überzeugen, wie kläglich und kümmerlich noch der Zustand vieler deutscher Gefallenenstätten ist. Zerbrochene Holzkreuze mit verwaschenen Inschriften stecken im Sand, rostige Drähte bilden die Eingangspforte, und eingefallene Grabhügel zeigen die dürftige Totenstatt an. Mögen recht viele Volksgenossen begreifen, daß es für uns Deutsche kaum eine höhere Pflicht gibt, als diesen unwürdigen Zuständen ein Ende zu bereiten. Das verlangt schon das deutsche Ansehen im fremden Land. Darum gebraucht der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" unser aller Mithilfe. Brief aus der Reichshauptstadt. Geheimnisse einer Berliner Großbank. — Was her April bringt. Von unterer Berliner Schristlettung. Ein paar Kilometer weiter, auf der Straße stach La Baffee, sahen wir schon von weitem eine Gruppe hochaufgeschossener Pappeln aus der Landschaft hervorragen. Es ist die E h r e n st ä t t e von W i c r e s , die sich auf solche Weise ankün- digt. Die Bäume, die zusammen mit einer Wildrosenhecke und einer aus Sandsteinplatten gebildeten niedrigen Mauer die ganze Anlage umgeb *1, können hier glücklicherweise auf ein höheres Alter zurückblicken. Lag Haubourdin etwas versteckt hinter einem französischen Gemeindefriedhof, so ist Wirres mitten in die freie Landschaft hineingestellt. Das Auge schweift von hier aus weithin über Felder und Aecker, stößt sich aber beim Rundblick immer wieder an den dicken Pappelstämmen und wird so zum eigentlichen Gegenstand der Betrachtung zurückgelenkt. Diese freie Wechselwirkung der Sinne, die eine engere Beziehung herstellt zwischen dem engumschlvs- senen Feld, wo die Toten ruhen, und dem weiteren Feld, wo sie gekämpft und geblutet haben, ist bei vielen deutschen Kriegergräberstätten anzutreffen. Ueberall, wo nur das Gelände die Möglichkeit dazu bietet, wurde der Platz an einem Berghang oder j^ügel so angelegt, daß die Gefallenen gewissermaßen im Angesicht der Schlachtfelder ruhen und daß über ihnen auf der Höhe als bekrönender Abschluß eine Totenhalle die ewige Wache hält. Doch sind die Lösungen im einzelnen sehr verschieden. Dilden in der flachen, sonst waldlosen Ebene des Berlin, März 1939. Wohl jeder von uns ist für Neuigkeiten empfänglich. Besonders, wenn es geheimnisvolle Neuigkeiten sind. Handelt es sich aber gar um d i e Geheimnisse einer Berliner Großbank, dann kennt die Neugier keine Grenzen. Aber man darf auch nicht zu neugierig fein. Sonst ergeht es einem wie jenem Berliner, den man just vor einem Jahre fragte: „Haben Sie schon die Sache mit der Berliner Großbank gehört?" ,/Die Sache mit der Berliner Großbank? Nee, keine Ahnung! Was ist denn los mit ihr?" „Na, Sie werden staunen! Tolle Sache!" „Um Himmelswillen! Erzählen Sie doch!" „Wollen Sie sich selbst überzeugen, was mit der Berliner Großbank los ist?" „Aber natürlich! Interessiert mich kolossal!" „Na, dann wollen wir uns morgen Punkt zwölf Uhr im Harry-Andersen-Park in der Gitschiner Straße zwischen Halleschem und Kottbuser Tor treffen. Und dann werden Sie ja selbst sehen!" Gesagt, getan! Pünktlich zur verabredeten Stunde trafen sich die beiden Berliner am nächsten Tage im Harry-Andersen-Park. Und nun konnte sich der neugierige Berliner auch tatsächlich davon überzeugen, daß die Sache mit der Berliner Großbank wirklich „toll" ist. Denn in diesem Park steht eine Bank, die 300 Meter lang ist und auf der 900 Personen zu gleicher Zeit' sitzen können. Ist das eine Berliner Großbank oder nicht? Allerdings saßen an diesem Tage keine 900 Personen auf der Bank. Es war noch reichlich kühl, weil nämlich der ---1. April mar! Na, und die Geheimnisse? Von den Geheimnissen, die man sich auf dieser Berliner Großbank erzählt,, erfährt man leider nichts. Denn, wo 900 Personen beieinander sitzen, da wird zumeist im Flüsterton gesprochen. Tolle Sache mit der Berliner Großbank, nicht wyhr? Aber warum sollten wir nicht unseren Lesern von ihr berichten, zumal jetzt wiederum der 1. April ist? Der Monat, der an diesem Wochenende beginnt, wird für Berlin von besonderer Bedeutung sein: es ist der Monat, in dem der 50. Geburtstag des Führers begangen wird. Begreiflich, daß die Reichshauptstadt emsig am Werke ist. diesen Ehrentag so feierlich und festlich wie irgend möglich auszugestalten. Schon sieht man hier und da das „Rüstzeug" für den 20. April. So zum Beispiel die großen Scheinwerfer, mit denen die Staatsgebäude Unter den Linden angestrahlt werden. Vor allem aber wird die letzte Hand an jene Bauten gelegt, deren Fertigstellung für den April oorausgefägt wurde. Da ist einmal b 'i e Oft —West-Achse mit dem Großen Stern zu nennen. Auf dem Großen Stern sind nunmehr die drei Denkmäler von Bismarck, Roon und Mollke in ihrer alten Wuchtigkeit aufgerichtet. Damit ist im Zusammenhang mit der neuen Siegesallee und der Siegessäule das „Forum" des Zweiten Reiches vollendet. An der Siegessäule, deren obere ,/Stockwerke" seit langem fertiggestellt sind, ist man dabei, am Sockel die Mosaik-Bilder wieder einzufügen, nach- Während der Wechseljahre treten häufig Unpäßlichkeiten auf,wie Blutandrang -um Kopf, fliegende Hitze, und zuweilen macken sich Nervenstörungen unangenehm bemerkbar. Als ein ausgezeichnetes Mittel, das diese Beschwerden und Schmerzen lindert, hat sich feit über einem Jahrhundert Klosterfrau-Melissengeist bewährt, der, regelmäßig angewendet, wie in den Wechseljahren so auch in den kritischen Tagen der Frau wertvolle Dienste leistet. Man nimmt bei Bedarf auf einen Teelöffel Feinzucker etwasKlosterfrau-Meliffengeist oder trinkt einen Teelöffel davon mit einem Eßlöffel Waffer. Schon nach kurzerZeit bemerken die meisten deutlich fühlbare Besserung. Verlangen Sie Klosterfrau-Melissengeist in der nächsten Apotheke oder Drogerie. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen. 2327V dem sie gründlich überholt wurden. Der Fries dieser Mosaikbilder, deren Schöpfer Anton von Werner war, setzt sich aus einer Million buntfarbiger, silberner und goldener Mosaiksteinchen zusammen, von denen rund 400 000 erneuert oder ergänzt werden mußten! Dann sind die Tordenkmäler auf der Charlottenburger Brücke zu nennen, die seinerzeit wegen des Brückenerweiterungsbaues abgebrochen werden mußten und die nun ebenfalls — erneuert und gereinigt — aufgerichtet wurden. Und endlich winkt für den Anfang April die Eröffnung des großen unterirdischen S - Bahnhofes „Potsdamer Platz". Schon prangen die riesengroßen Buchstaben S an den Eingängen zur „Unterwell" und zeigen an, daß jetzt die Nord— Süd-Bahn bis zum Potsdamer Platz vorgeftoßen ist. Wenige Tage also nur noch und man kann, unterhalb der Grundmauern des ehemaligen Palast-Hotels (jetzt Mitteleuropäisches Reisebüro) spazierengehend, auf Bahnsteig 2 feinen S-Bahnzug erwarten. Gewaltiges hat hier deutsche Jngenieur- kunst geleistet, indem sie das Gebäude des ehemaligen Palast-Hotels unterfangen und auf riesige Betonpfähle gesetzt hat. So fügt sich in das Mosaikbild der Neugestaltung Berlins ein „Steinchen" neben das andere, bis eines Tages alles vollendet sein wird und der Besucher der Reichshauptstadt gestehen muß: Welch wundervolles Bild, das geniale und fleißige Hände geschaffen haben! Berlin beherbergt die größte deutsche B ü ch e r fa m m I uh g. Es ist die Preußische Staatsbibliothek, die soeben ein kleines Jubiläum begehen konnte: Es sind dreißig Jahre her, daß die einstmals Königliche Bibliothek von jenseits des Opernplatzes, wo sie im Ostflügel des Palais Kaiser Wilhelm I., in der sogenannten „Kommode", untergebracht war, nach der Nordseite der „Linden" (Ecke Charlottenstraße) übersiedelte. Diese große Bibliothek, die beim Tode ihres Gründers, des Großen Kurfürsten, bereits 20 600 Bücher umfaßte, zählt jetzt rund 3 Millidnen Bände und Handschriften, lieber eine halbe Million Besucher suchten, im letzten Jahre diese Bücherei auf, um in den weiten und behaglichen Lesesälen zu studieren und zu forschen. Man sage nicht, daß an dieser Stätte der Büchergelehrsamkeit der Fortschritt der Zeit vorübergegangen ist. Nein, auch hier ist die Technik als Helferin tätig. Sie hat eigene „Bücherbahnen" zum Befördern der Bücher und eine zweigleisige Rohrpostcmlage für die schnellere Uebermittlung der Bestellzettel geschaffen und vor allem den Film in den Dienst der Bibliothekswissen- chaft gestellt. Wertvolle und unersetzbare Bücher, aber auch viel benutzte und daher oft zerlesens Geschichten aus aller Welt und daß ab- schwister, die Schulkameraden, die Lehrer Freunde haben ihr Zeugnis dahin abgegeben, Robert trotz seiner außergewöhnlichen Größe fohlt ^normal sei. Operation mit der Weinbergschere. Japanerinnen sollen den Hut abnehmen. Ndz. Tokio. Künftig werden die japanischen Frauen, wenn sie europäische Kleidung tragen, den Hut abnehmen müssen in allen den Fällen, wo man das auch von den Männern erwartet. So verlangt cs bas neue Gesetz der Etikette, das kürzlich' von einem besonderen Ausschuß im japanischen Er- zlehungsministerium unter Vorsitz des Marquis Joschitschika Tokugawa ausgearbeitet worden ist. Das Ministerium hat bereits an den Regierungspräsidenten und die Leiter der Mädchenschulen eine Abeisung herausgegeben, dieses neue Gesetz be- fannt zu machen. Die männlichen Schüler und Studenten werden, sobald sie in Uniform erscheinen, durch Anlegen der Hand an den Mützenrand, ol|o in militärischer Weise, grüßen müssen. Diese Verhaltungsmaßregeln beruhen auf den Anordnungen, die für Gottesdienste am kaiserlichen Hof gelten. Der Etikette-Ausschuß des Erziehungsmini- ftenums, der aus über 30 Mitgliedern besteht, hat etwa ein Jahr gebraucht, um die neuen Verhaltungsmaßregeln für Schüler und Schülerinnen auszuarbeiten. 2,66 groß und schwer beleidigt. Ndz. Neuy 0 rk. Robert Pershing Wadlow gilt mit seinen 2,66 Metern als der längste Mann der Welt. Auch sein Gewicht läßt nichts zu wünschen übrig, es beträgt rund 41/2 Zentner. Er macht gegenwärtig durch eine Klage von sich reden, die er gegen Dr. Charles Humberd in Barnard im Staate Montana eingereicht hat, der in einem Artikel behauptet haben soll, daß der junge Riese nicht ganz normal sei. Der Artikel ist in einer medizinischen Zeitschrift in Amerika erschienen, und nun verlangt der Riesensohn von dem Artikelschreiber 100 000 Dollar Schadenersatz und von der Zeitschrift weitere 150 000 Dollar. Harold Wadlow, der Vater des größten Mannes der Welt, hat ausgesagt, daß sein Sohn Robert der gehorsamste und bravste von seinen sechs Kindern sei. Auch die älteren Gedeihen, können die Pinguine offenbar ein freies Leben in Europa nicht vertragen. Dr. Hoel erklärt jetzt, daß sein Versuch nicht geglückt sei. Auf Röst ist kein einziger Pinguin mehr vorhanden und auch auf anderen Lofoten-Inseln hat sich kein Mitglied der Pinguinen-Kolonie eingefunden. Wiedersehen mit dem alten Löwen. Ndz. Kopenhagen. Der kleine Zoo im dänischen Horsens rühmt sich, den ältesten gefangenen Löwen der Welt zu besitzen. Die Zoo-Direktion hat von diesem Rekord erst vor kurzem erfahren, und das geschah auf ganz romantische Weise. Eine deutsche Besucherin, die früher Artistin war, meldete eines Tages dem Direktor freudestrahlend, sie habe im Löwenkäfig ihren allen Freund und Zögling „Leo" wiedererkannt an. ganz bestimmten Kennzeichen. Dor 28 Jahren habe sie als Dompteuse mit dem damals zweijährigen Löwen gearbeitet. Erst durch diese Mitteilung erfuhren die Horsenser das ehrwürdige Alter ihres Löwen, der erst vor wenigen Tagen wieder glücklicher Vater geworden ist. Beschwerliche Hochzeitsreise eines gewichtigen Ehepaares. B. London. Das gewichtigste Ehepaar der Welt ist auf feiner Hochzeitsreise aus Australien in London eingetroffen. Das niedliche junge Paar sind der gutgelaunte Barney Worth, der 26 Jahre alt ist und 311 kg wiegt, und sein graziöses Frauchen Joy, das soeben 27 Jahre all geworden ist und 190 kg wiegt. Am Gürtel mißt er 2,13 Meter, feine Ehehälfte nur 1,83 Meter. Die beiden haben in Sydney, wo Barney einen Schlächterladen besitzt, geheiratet und sich auf die Reise gemacht, die aber nicht ohne verschiedene Schwierigkeiten vor sich ging. Der junge Ehemann konnte, als er an Bord ging und als er vom Schiff wieder herunter wollte, nicht über den gewöhnlichen Laufgang gehen, sondern mußte mit einem Kran herauf- und herabgewunden werden. Während der Ueberfahrt sind nicht weniger als sieben Betten zusammengebrochen. Als die beiden in Tilbury angekommen waren und den Zug nach London nehmen wollten, stellten sie mit Schrecken fest, daß die Waggons der englischen Eisenbahnen zu enge Türen für sie haben. Sie mußten also Ndz. Buenos Aires. Mit Bewunderung vermerken die Blätter aus San Juan eine Operation, die der National-Senator Dr. Cantoni in seiner Eigenschaft als Arzt durchführte, eine Operation, die in der chirurgischen Praxis nicht alltäglich ist. Dr. Cantoni wurde an das Krankenlager eines jungen Patienten gerufen, der sich infolge eines gefährlichen Abzesses unter den Rippen dem Tode nahe befand. Eine sofortige Operation konnte nur noch helfen. Cantoni hatte aber die nötigen Instrumente nicht bei sich. In der Not griff er zu behelfsmäßigen Mitteln. Mit einem gewöhnlichen Messer legte er den Krankheitsherd frei und bediente sich dann einer Schere, wie sie in den Weinbergen zum Stutzen der Weinstöcke Verwendung findet. Mit diesem primitiven Instrument schnitt er dem Patienten eine feiner Rippen heraus, um dadurch die Entfernung des Abzeffes zu ermöglichen. Die Operation ist geglückt, und der Patient ist auf dem Wege der Genesung. Die Pinguine wollten nicht. Ndz. Oslo. Gin interessantes ornithologisches Experiment muß als gescheitert betrachtet werden. Der nor- wegische Dozent Dr. Hoel hatte eine ganze Kolonie von Pinguinen aus ihrer antarktischen Heimat nach Norwegen gebracht und auf der Lofoten- pnlef Rost ausgesetzt in der Hoffnung, daß die spaßigen und in gewisser Hinsicht auch wertvollen Vogel sich in der norwegischen Inselwelt einbiir- gern würden. Die Lebensbedingungen auf den Lo- foten wären für die Pinguine nicht sehr verschieden von denen im füblidjen Eismeer gewesen. Trotz- dem haben die Vogel sich die Umsiedlung nicht ge- sallen (assen. Während sie als Gefangene in vielen europäischen zoologischen Gärten ausgezeichnet ge- die Fahrt im Gepäckwagen machen. Zum Frühstück nehmen die beiden Gatten gewöhnlich zwei Liter Milchkaffee, zehn Butterbrote und drei Kilogramm Wurst nebst einigen tüchtigen Scheiben Schinken und etwas Zwieback. In London haben sie versucht, in einem volkstümlichen Restaurant mit festen Preisen ein Frühstück zu nehmen, das 1,50 Mark kostet; aber nachdem sie schon zweimal eine Wiederholung verlangt hatten, waren sie immer noch hungrig und beschlossen, das ganze als ein einfaches Vorgericht anzusehen und sich in einem ordentlichen Restaurant erst richtig sattzuessen, wofür sie pro Nase zwei Pfund bezahlen mußten. Der junge Barney hatte als Berichterstatter einer Zeitung in Sidney seine Laufbahn begonnen, sehr bald aber den Journalismus wieder verlassen, um einen Schlächterladen zu eröffnen. Er erklärte freimütig, daß er eine große Leidenschaft für das Fleisch habe, und während die Zeitungsphotographen ihn in allen möglichen Posen aufnahmen, verzehrte er friedlich eine ganze Hammelkeule. Geheiratet wird?boch! AS. Warschau. Seit mehreren Jahren führen zwei junge Liebesleute in Lettland einen hartnäckigen Kamps mit dem feindlichen Schicksal/das ihre Ehepläne immer wieder zerstört. Ein junger lettischer Marineoffizier hatte sich vor drei Jahren mit einer Beamtin in Riga verlobt. Obwohl sie bescklossen, sofort zu heiraten, spielte ihnen das Schicksal einen Streid) nach dem anderen. Wenn das junge Mädchen einmal einen schwer erkämpften Urlaub bekam, erlitt das Schiff, auf dem der junge Offizier Dienst versieht, eine Havarie und blieb irgendwo fern vom Heimathafen stecken. Endlich aber schien die Gelegenheit günstig. In Gdingen sollte der Dampfer ^roei Wochen liegen bleiben. Der glückliche Verlobte beschloß sofort, nach Riga zur Hochzeit zu reifen. Aber das Pech wollte es, daß der Kapitän erkrankte und der Offizier ihn oertreten mußte. Entschlossen telegraphierte der junge Seemann an seine Braut: „Komme sofort nach Gdingen. Stop. Hochzeit." Die junge Lettin fuhr in aller Eile nach Gdingen. Hier erwartete sie aber wieder eine Enttäuschung: die jungen Leute hatten keine Beweise für ihr vor drei Jahren in Riga erfolgtes Aufgebot Die verzweifelten Verlobten haben sich nun nach Danzig begeben, um dort ihr Glück zu versuchen. lüre udranc» Indien ar. Als »erben einem btt,her, wahren J«toolle us einen Mgeist -meisten fein? ÄStag ■JlMen > bas IPiel bie gebaut tr «Hem gelegt K bem 1 Senf. n w Dani, ^eges. «Hendef cle” teil « Sockel u, nach. ft in her t m der isrV ■------ ies dieser > Wer. farbiger, lammen, .ergänzt äler auf e seiner-- obgebro» [5 — er< >e_n. 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Da die Aufnahmen billig find (fünf Pfennig je photokopierte Seite) können viele Lesefilme hergestellt werden. Und so kann die Preußische Staatsbibliothek nunmehr auch allen Wünschen auswärtiger Gelehrter und Bücherfreunde gerecht werden, indem man ihnen statt der gehüteten Originalbücher jetzt „Filmbücher" übersendet. Man sieht: die heutige Bibliothekswissenschaft hat nichts mehr mit dem „Spitzweg-Bücherwurm" von einst zu tun. Und wiederum füllten sich die Festsäle des Zoo mit einer freudig erregten Menge, tagten doch am letzten Sonntag an dieser historischen Stätte der Modescl'.auen abermals die „Figaros" des Inlandes und Auslandes. Wer würde auch zu Hause bleiben, wenn die 19.Internationale Frühjahrsveran- staltung des Friseurhandwerks statt- findet? Man will doch wissen, was man künftig zu tragen hat! Und so erfuhr man, daß Locken immer noch die große Mode sind und nur der Farbton des Haares sich gewandelt hat. Denn Trumpf ist fortab: goldbraun! Zehntausend Zuschauer und Zuschauerinnen sind dessen Zeuge. Und so kann man als gewissenhafter Chronist getrost diese Meldung ins Reich schicken: Wenn euch die bösen Buben „locken", Hört auf ihr Wort, ihr lieben Frau'n! Und wählt getrost und unerschrocken Der neuen Mode goldnes Braun! Oie Gaukulturwoche Hessen-Nassau. NSG. Die Gaukulturwoche Hessen-Nassau 1939, die unter dem Leitgedanken „Rasse und Kultur" vom 6. bis 14. Mai stattfindet, stellt in Form einer großen Leistungsschau die kulturpolitische Arbeit der Bewegung und die Aeußerungen des kulturellen und künstlerischen Lebens und Schaffens im Gau Hessen-Nassau umfassend dar. In besonderem Maße sind in diesem Jahre auch die Kreise in die Arbeit einbezogen, die in einer Vielzahl von Veranstaltungen von dem kulturellen Schaffen in Stadt und Land Kunde geben. Aus dem vielseitigen Programm können bereits jetzt die wesentlichen Hauptveranstaltungen genannt werden. Die feierliche Eröffnung der Gaukulturwoche findet am Samstag, dem 6. Mai, im Rahmen einer festlichen Kundgebung im Säalba u zu Frankfurt a. M. statt. Der Gauleiter wird die Gaukulturwoche eröffnen und den Träger des Gaukulturpreifes 1939 verkünden. Ferner spricht Hauptamtsleiter Professor Dr. Groß über das der Gaukullurwoche vorungestellte Thema „Rasse undKultur". Die Umrahmung ider Kundgebung hat der Arbeitsgau XXV übernommen. Am Sonntag, dem 7. Mai, findet i m Kurhaus zu Wiesbaden ein großes HR a t f e ft statt, dessen Gestaltung der HI. übertragen wurde. Die Jugend des Führers wird hier Leigen, daß neue Wege zur Heranbildung eines gesunden gesellschaftlichen Stiles mit Erfolg beschritten werden. Am Mittwoch, 10. Mai, findet im kleinen Saal des Saalbaues zu Frankfurt a. M. eine Kultur- tagungder Partei statt, bei der der Gauleiter die Gauarbeitsgemeinschaft für Fest- und Feiergestaltung gründen wird. Auf dieser Tagung sprechen ferner ein Vertreter der Reichsleitung und Gaukulturwart Conrad. Der Abend des gleichen Tages bringt eine große Kultur- kundgebung im Saalbau zu Frankfurt a. M. Hier sprechen der Gaupropagandaleiter und Landeskulturwalter S t ö h r, sowie der Prästdent der Reichsfilmakademie WilhelmM ü l l e r-S ch e l d. Den musikalischen Höhepunkt bildet ein großes Festkonzert im Kurhaussaal zu Wiesbaden am Freitag, 12. Mai. Unter der Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer. Prof. Dr. Raabe, bringen das Städtische Kurorchester und das Orchester des Deutschen Theaters in Wiesbaden musikalische Meisterwerke zu Gehör. Ein großes D 0 r f- fest in Holzhausen (Kreis Biedenkopf-Dillenburg) mit der festlichen Weihe des Dorfes als Gau-Mu st erdorf durch den Gauleiter steht am Abschluß der Veranstaltungen der Gaukulturwoche. Ferner wird eine große Zahl wichtiger Kulturveranstaltungen in allen Städten des Gaues ourchgeführt. Deutschland weicht in der Zudenfrage keinen Schritt zurück. Eine Bede Alfred Bosenbergs in Beichenberg. R »i ch e n b e r g, 1. April. (DNB.) In einer Kundgebung- in den überfüllten Reichenberger Messehallen sprach Reichsleiter Rosenberg Liber „Programm und Erfüllung". Die Sudeten- Deutschen hätten begriffen, fo betonte er zu Beginn feiner Ausführungen, daß die weltan- li ch auliche Ausrichtung des deutschen Volkes ein wirksames Kampfmittel gegen die Mächte st, die es zu vernichten drohten. Allein die Treue □er Deutschen im Reich und die Treue des Deutschirums in der Ostmark und im Sudetenland habe Die Schaffung eines Großdeutschen Reiches möglich gemacht. Das Emigrantentum, das überzeugt ge- wesen sei, im nationalsozialistischen Deutschland so viel an jüdischer Korruption hinterlassen .311 haben, □aß es daran zerbrechen müsse, sei bitter ent- auscht worden. Heute erleben mir erneut die Tat- ache, fuhr Rosenberg fort, daß eine Hetze gegen Deutschland getrieben werde, wie sie schmutziger und verlogener nicht gedacht werden könne. Wir wissen, das Weltjudentum hat dem Nationalsozia- ismus und dem Reich den Krieg erklärt.. Das wird an unserem Wege nichts ändern, den wir in ter Lösung der Judenfrage beschreiten. Wir sind kr Ueberzeugung: Je grundsätzlicher und je'här- :ier der Kampf zu Ende geführt wird, umso aus- ichtsreicher wird er sein. Wir glauben auch, daß >ie Judenfrage für Deutschland erst dann gelöst »ein wird, wenn es in Deutschland keine Juden mehr gibt. Auch in anderen Staaten und Völkern werde der Wille wach, sich von den jüdischen Pa- lasiten zu befreien. Deutschland rühme sich nicht, bäefe Frage neu gestellt zu haben, aber es sei tolz, Vollstrecker eines Traumes von lausend Jahren zu sein.. Immer hätten Männer aus den gleichen Instinkten ihrer Zeit gehandelt, wie wir, nur mit dem Unterschied, daß sie verlachte Propheten waren und daß mit uns ein Achtzig-Millionen-Volk marschiert. Alfred Rosenberg kam dann auf die zweite Front, die sich gegen den Nationalsozialismus stellte, den politischen Katholizismus zu sprechen. Wir machen, so sagte er, k ei n e n U n te r s chied zwischen Staat und Weltanschauung, auch nicht für die, die unseren Staat anerkennen möchten und nur unsere Weltanschauung ablehnen. Wir haben nicht um einen Polizeistaat gekämpft und um eine welt- anschauungslose Bürokratie, wie haben gekämpft um eine neue Idee, um unser Reich, und wir denken nicht daran, auch nur einen Schritt vor diesen protestierenden Herren zurückzuweichen. Das Dritte Reich behindere niemanden in seinem Bekenntnis zu einer Religion. Die Katholische Kirche habe eine Freiheit, wie sie sie in vielen Staaten nicht besitzt. Die gleiche Toleranz spreche das Reich auch allen übrigen religiösen Gruppen zu. Aber wir können unserer Jugend nicht zumuten, sagte Rosenberg, andächtig zu Füßen jener zu sitzen, die das deutsche Volk verraten haben. Verrat am Volke kann niemals Religion sein, und Opfern für sein Volk kann niemals im Widerspruch zur Religion stehen. Das deutsche Volk habe heute wieder einen Glauben, und dieser Glaube habe ihm die innere Geborgenheit wiedergegeben. Das Größte, was wir tun können, ist, uns in den Dienst der Zukunft zu stellen. Der Weg dahin ist durch unsere Weltanschauung klar vorgezeichnet. Und wir müssen den Mut finden, das Schicksal in dieser neuen Epoche zu beherrschen. Dann haben wir das Recht, uns als Bannerträger der größten Epoche der Geschichte zu fühlen. 200000 Erläuterungen für die Praxis. Nachdem sich im Laufe des letzten Jahres sowohl ine Mädchen und ihre Eltern, wie auch die Betriebe an die Einrichtung des Pflichtjahres gewöhnt und fo.e Arbeitsämter ihre Erfahrungen gesammelt haben, innn das Pflichtjahr jetzt mit größerem Nachdruck ds während der Anlaufzeit durchgeführt werden. L us den Schulentlassungen zu Ostern werden nach Schätzung der Arbeitseinsatzbehörde 200 000 bis 330 000 Mädchen für das Pflichtjahr in Frage kom- ruen, wobei zu bedenken ist, daß die Einführung fir Oesterreich und das Sudetenland bisher nicht erfolgt ist. Wie Frau Oberregierungsrat Dr. Gae - lei in „Arbeitseinsatz und Arbeitslosenhilfe" er- liiuternö ausführt, wird man jetzt von Ausnahmen des Pflichtjahres viel mehr a b f e h e n linnen. Der Werbung bedürfe es heute weniger bei ten Mädchen, die durch den BDM. schon stark für tns Pflichtjahr gewonnen feien, als bei den E l - fern, die ihre Tochter vielfach immer noch für zu föabe hielten, „den Kuhstall zu misten" oder „anderen Leuten den Dreck wegzukehren". Zum Personen kreis sei zu beachten, daß jetzt zwar alle Arbeiterinnen und Angestellten einbezogen sind, acht aber diejenigen, die als Beamte, mithelfende Inmilienangehörige, Selbständige oder in freien berufen tätig fein wollen. Ob das Pflichtjahr vor J3er nach d e r Berufsausbildung abzu- lcästen ist, müsse nach Lage des Einzelfalles entsetzte- i n werden. In den Berufen, in denen starker Andrang herrscht, z. B. den Büroberufen, werde es zweckmäßig fein, das Pflichtjahr vorwegzunehmen. Die Pflichtjahrtätigkeit könne auch in einem Betriebe des Gesundheitsdienstes oder der Wohlfahrtspflege abgeleistet werden. Die Frage, ob z. B. die Tätigkeit von Helferinnen in Erntekindergärten anzuerken- nen ist, hänge davon ab, ob die Tätigkeit überwiegend hauswirtschaftlich ist und ob es sich um ein ordentliches Arbeitsverhältnis und nicht nur um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt. Bei der großen Bedeutung des Erntekindergartens für die Entlastung der Bäuerin empfehle sich eine großzügige Handhabung. Im Vordergrund stehe die Versorgung der L a n d w i r t s ch a f t mit Kräften. Das Pflichtjahr dürfe in keiner Weise der ohnehin überstarken Neigung der Mädchen, vom Lande abzuwandern, Vorschub leisten. Die Mädchen dürften nicht ü b e r l a st e t werden. Nicht immer werde ein vierzehnjähriges Mädchen den Anforderungen eines großen Haushalts gewachsen sein. Vielleicht fei es aber möglich, ältere Pflichtjahrmädchen gerade bet kinderreichen Familien anzusetzen. Allaernein werde es sich empfehlen, die Pflichtjahr- mäochen jedenfalls in Familien mit Kindern an- zusetzen. Ausnahmen vom Pflichtjahr seien auf ein Mindestmaß zu beschränken. Allgemeine Ausnahm"n für bestimmte Betriebe, die staats- und wirtschaftspolitisch wichtige Aufgaben zu erfüllen haben, kämen nicht in Frage. Nach der Durchführungsverordnung könnten die Eltern sich selbst Stellen für ihre Kinder besorgen. Hierbei werde aber darauf zu achten sein, daß es sich wirklich um ordentliche Arbeitsverhältnisse handelt und daß das Pflichtjahrmädchen überwiegend mit Land- oder Hausarbeit beschäftigt wird. Es lägen Anzeichen dafür vor, daß eine bestimmte Gruppe von Eltern offenbar für ihre Kinder Scheinarbeitsverhältnisse suche. In Gastwirtschaften, Pensionen, in der Regel auch in Geschäftshaushalte gehörten keine Pflichtjahrmädchen. Berufsschwache Mädchen seien möglichst im Hauswirtschaftlichen Jahr unterzubringen. Die Bezahlung der Pflichtjahrmädchen richte sich nach den ortsüblichen Löhnen. Weitere 80 Millionen NM. für Kleinsiedlungen und Kleingärten, Berlin, 31. März. (DNB.) Am 18.Juli 1938 hatte der Reichsarbeitsminister die Bereitstellung von weiteren 80 Millionen RM. zur Einleitung des V11. Abschnittes der Kleinsiedlung und zur Förderung der Errichtung von Kleingärten angekündigt, die nunmehr auf die Länder und Verwaltungsbezirke verteilt worden sind. Das Reich hat somit bis jetzt für Kleinsiedlungen und Kleingärten insgesamt 457*/4 Mill. RM. bereitgestellt. Anträge sind wie bisher an die Gemeinden (Gemeindeverbände) oder an die Landesregierungen zu richten. Einzelgefuche an das ReichsarbeitsMinisterium sind zwecklos. Oesterreich und dem Sudetenland werden Mittel besoni ders zugeteilt. Das erste Basthaus der Autobahnen im Gudetenland. Wien, 31. Mörz. (DNB.) Am Freitag wurde im Beisein des Reichsinspektörs für das deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Todt, das Rasthaus Mährisch-Trübau an der Reichsautobahn Breslau—Wien, die durch das mährische Protektoratsgebiet führt, der Oeffentlichkeit übergeben. Neben einem Speisesaal mit 100 Plätzen, einer Bierstube und zwei Konferenzzimmern sind 13 einbettige und vier zweibettige Gastzimmer, ein Früh- stückszimmer und verschiedene Personal- und Büroräume vorhanden. Jedes Zimmer ist mit Telephon, Radio und Rufanlage ausgestattet. Es handelt sich um die Umgestaltung eines alten Franziskaner- klosters. Die Wehrmacht half der Landwirtschaft. B e r l i n, 31. März. (DNB.) Im Jahre 1938 hat die Wehrmacht der Landwirtschaft erhebliche Hilfskräfte während der Erntezeit zur Verfügung gestellt, und zwar wurden zu Zwecken der Erntenothilfe 82 955 Soldaten und 5240 Pferde eingesetzt, obwohl die Wehrmacht im Jahre 1938 durch ihren Einsatz in der Ostmark und im Sudetenland sowie durch die verstärkten Aufbauarbeiten stark beansprucht wurde. Aus aller Wett. Beichskriegertag 4939 in Kassel. Die Unterkunft der Kameraden des NS.-Reichs- kriegerbundes zum diesjährigen Reichskriegertag in Kassel vom 3. bis 5. Juni ist so geregelt, daß für jeden Landeskriegerverband Bürgerquartiere, Matratzen-Ouartiere in Schulen und Sälen und Feldbett-Quartiere in Zelten zur Verfügung gestellt werden. Auch hinsichtlich der Verpflegung ist Vorsorge getroffen. Am Sonntag, nach dem Vorbeimarsch, wird eine gute «und reichliche Verpflegung in Form eines Eintopfgerichts verabreicht. Der Reichskriegertag wird mit dem Empfang des Reichs- kriegerführers vor dem Rathaus am 2. Juni feinen Anfang nehmen. Abends findet eine Festvorstellung im Preußischen Staatstheater und ein Fackelzug statt. Am 3. Juni wird der Reichskriegertag feierlich eröffnet; anschließend werden Kranzniederlegungen stattsinden. Am 4. Juni beginnt der Aufmarsch auf der Karlswiese mit dem anschließenden Vorbeimarsch auf dem Friedrichsplatz. Das Fchfpiel „Ewiges Soldatentum", das am 3. Juni auf der Karlswiese zur Aufführung, gelangt, ist ein Querschnitt aus der Geschichte des deutschen Soldaten. Berlin-Budapest in einer Stunde! Wie steil die Kurve der technischen Entwicklung gerade in den Nachkriegsjahren nach oben führte, geht in einem fast beängstigenden Maße aus der Tabelle der Geschwindigkeits-Weltrekorde für Flugzeuge hervor. 1924 trug sich der französische Leutnant Bonnet mit 448,171 km/st in die Liste der „schnellsten Männer der Welt" ein. Dann schraubte der italienische Major Bernardi die Geschwindigkeit auf 477,867 km/st und 1928 schaffte der gleiche Pilot in Venedig 512,776 km/st. Dann waren die Engländer an der Reihe; in einem Zeitraum von drei Jahren jagten sie den Rekord auf 657,076 km/st. 1933 tat sich erstmals der italienische Flieger Francesco A g e l l o hervor. Die erste Station waren 682,078 km/st, und dann erreichte der Italiener am 24. Oktober 1934 mit einem Wasserflugzeug über dem Gardasee mit 709,202 Stundenkilometern jenen erstaunlichen Rekord, der fast fünf Jahre hindurch allen Angriffen standhielt und nunmehr von dem Deutschen D i e t e r I e auf 746,66 km/st gesteigert wurde. Was bedeutet nun eine derart phantastische Geschwindigkeit? Wenn ein Flugzeug eine Stunden- geschwindigkeit von 746,6 km erreicht, dann braucht es für einen Kilometer nur 4,8 Sekunden! Oder es legt in einer Sekunde 207 Meter zurück. Das würde praktisch besagen, daß man mit einer solchen Maschine beispielsweise von Berlin aus in einer Stunde in Budapest sein kann! Man muß sich das einmal auf dem Atlas anfehen, um eine Vorstellung von Entfernung und Geschwindigkeit zu bekommen. 1910 stand der Weltrekord (Frankreich) auf 110 km, 1922 (Amerika) auf 358 km und 1928 (Italien) auf 512 km. Oer Kampf geaen das Heufieber. Der Heufieberbund teilt in seinem 41. Jahresbericht mit, daß die Wissenschaftliche Zentralstelle bei den kranken Mitgliedern des Heu- fieberbundes eine Rundfrage veranstalten wird, um eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des Bundes durchzuführen. Es wird darauf hingewiefen, daß es für die Forschung jeder Art drei Verfahren gibt, einmal die Erfahrung des Arztes aus der Untersuchung der Kranken, dann das E x - per im ent, in welchem die beim Kranken gefundenen Entstehungsbedingungen weitgehend nachgeahmt werden, um die Krankheit zu erzeugen, und schließlich die st a t i st i s ch e Erhebung. Der Wert dieses Verfahrens steht und fällt mit der Sorgfalt und Offenheit, mit der der Kranke Fragen beantwortet. Der Heufieberbund ist ein einzigartiges Gemeinschaftsverhältnis zwischen Kranken und Arzt, und dieses Verhältnis soll sich auch weiterhin für die Forschung und Betreuung fruchtbringend erweisen. In dem Jahresbericht wird weiter daraus hingewiesen, daß immer wieder mit marktschreierischen Versprechungen neue Präparate zur Heilung des Heufiebers angepriesen werden. Großenteils handele es sich um alte Erkenntnisse, um schon vorhandene Präparate oder wegen Untauglichkeit abgelehnte. Es gebe keine Heilung, wenn nicht der Kranke an seinen Arzt und wenn nicht der Arzt an seine Behandlungsweise glaubt. Die Generalversammlung des Heufieberbundes findet am 19. und 20. Juni wieder auf Helgoland statt. Schwere Mnen-Explosion auf Sardinien. Auf Sardinien hat sich in dem erst kürzlich in Betrieb genommenen Braunkohlengebiet der neu- gegründeten Stadt Carbonia ein schweres Minen- Unglück ereignet. Dabei sind 30 Minenarbeiter mehr oder weniger schwer verletzt worden; ein Teil von ihnen befindet sich in Lebensgefahr. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht sicher festgestellt. Es scheint sich um eine Explosion von Gasen gehandelt zu haben. Die Explosion war so stark, daß sie in der 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Sar- oiniens Cagliari gehört wurde. Der Führer ehr! einen allen Armee-2Nusikmeisler. Der Führer,und Oberste Befehlshaber ernannte den nach nahezu 50 Dienstjahren ausscheidenden Stabsmusikmeister B a u e r f e l d vom Jnf.-Regt. 27 (Rostock) zum Musikinspizienten. Bauerfeld, der auch mit eigenen Kompositionen an die Oeffentlichkeit getreten ist, ist einer der bekanntesten Musikmeister des neuen Volksheeres. Als Musikmeister des RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen___________j 1. Garde-Regiments zu Fuß hat er den Weltkrieg mitgemacht, in dem er eine schwere Verwundung davontrug. Nach dem Kriege wurde Bauerfeld Musikmeister im Jnf.-Regt. 5, und bei der Aufstellung des neuen Volksheeres übernahm er die Regimentsmusik des Jnf.-Regts. 27. Weidmann und Million zum Tode oerurteilL Paris, 1. April. (DNB.) Kurz vor Mitternacht fällte das Versailler Gericht das Urteil im Weidmann-Prozeß. Die Angeklagten Weidmann und Million wurden zum Tode verurteilt, Jean Blanc zu 20 Monaten Gefängnis und Colette T r i c o t wurde freigesprochen. Weidmann nahm das Urteil ruhig hin. Million rief, als ihm das Wort erteilt wurde, mehrfach, er fei unschuldig, was von den Zuhörern im Saale mit >,Huhu!" beantwortet wurde, worauf die Gendarmerie ein- greifen mußte und den Saal gewaltsam räumte. Der Verteidiger Weidmanns, Moro-Giafferi, versuchte zum Schluß noch einen Vorstoß und bemühte sich, Unregelmäßigkeiten bei der Prozeßführung nachzuweisen. Es ist anzunehmen, daß Moro-Giaf- feri im Lause der vom Gesetz vorgeschriebenen dreimal 24 Stunden Frist Berufung gegen das Urteil einlegen wird. 18 Stunden in einer Sandgrube gefangen. Zwei Trierer Jungen im Alter von etwa 14 Jahren begaben sich dieser Tage zu den im Busental befindlichen Sandhöhlen, um diese zu „untersuchen". Sie tasteten sich mit brennenden Kerzen voran und kamen schließlich an ein tiefes Loch, an dem die Wände steil abfielen. Um ihre Neugierde zu befriedigen, sprangen sie mehrere Meter tief hinab, mußten aber bei ihrem Bemühen, die fünf Meter hohe Wand wieder emporzuklettern, feststellen, daß dies nicht möglich war. Sie riesen um Hilfe, aber niemand hörte sie. Inzwischen war der Abend hereingebrochen und der Eltern der beiden Jungen bemächtigte sich erhebliche Sorge über deren Ausbleiben. Sie setzten schließlich die Polizei in Kenntnis, aber auch deren Nachforschungen blieben erfolglos. Am nächsten Morgen wurde die Suche wieder ausgenommen. Mehrere Männer begaben sich zu den Sandgruben. Sie riefen laut, erhielten aber keine Antwort. Sie wollten schon umkehren, als sie aus einem tiefen Loch eine leise Stimme vernahmen. Mit vieler Mühe gelang es schließlich, die Jungen, die hier 18 Stunden zugebracht hatten und vor Aufregung, Hunger und Kälte sehr erschöpft waren, aus ihrer gefahrvollen Lage zu befreien. Unwetter über Jugoslawien fordert acht Todesopfer. Das schwere Unwetter, das in den letzten Tagen über ganz Jugoslawien wütete, hat acht Todesopfer gefordert. Vier Bauernburschen aus dem bosnischen Dorf Schkoljo verirrten sich im Gebirge und e r f r o r e n. In dem Städtchen Ljubischka wurde ein alter Bauer von einem durch Hochwasser angeschwollenen Sturzbach, den er durchqueren wollte, mitgerissen und ertrank. Schließlich kenterte in der oberen Adria ein Fischerboot, von dessen fünfköpfiger Besatzung sich zwei Mann retten konnten, während drei ertranken. Fahrlässigkeit mit dem Tode bezahlt. In der elterlichen Wohnung auf dem Waldhof bei Mannheim wurde ein 18 Jahre alter Elektriker mit einer Schußverletzung in der Brust aufgefunden. Bei Einlieferung ins Krankenhaus mar der Tod bereits eingetreten. Die Feststellungen der Kriminalpolizei ergaben, daß der junge Mann am Abend vorher von einem Freund eine Pistole erhalten hatte, und baß sich beim Hantieren mit der Waffe ein Schuß gelöst hat. Halte am echten alten Erdal fest! Es ist so gut und so billig! Nimm w* i *■ zur täglichen Schuhpflege immer «tiTClcil STADTTHEATER GIESSEN Heute 20 Uhr bis nach 23.30 Uhr: Saftfpiel 3F€ammei fänden Franz 'Scfiufter Bad. Staatstheater Karlsruhe als „Ochs von Lerchenau“ in „3>er fftolenfeavalicr“ Preise 1.20—4.10 Reichsmark 2207R hießen an 0er Wn ISWlilWM WWW JOHANNESKIRCHE GIESSEN Karfreitag, 7. April 1939, 16 Uhr JOHANN SEBASTIAN BACH Matthäus kalston Mitwirkende: M. Nebeling, Sopran; M. Reinhold- Schaefer, Alt; W. Bobei,Tenor; E. Fleischhauer, Baß; E. Buppe, Baß; der Kirchenchor der Gesamtgemeinde ; Mitglieder des Städtischen Orchesters. Leitung: Johannes Nebeling oisss Karten: 0.50,1-, 1.50, 2 -Mk. bei E. Challier, Neuenweg, und Buchhandlung der Pilgermission, Plockstr. Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brand . mm «MW «ZMZMZK MMKZK Hans Hagenauer Lotte Droese Helmuth Mueller-Leutert Dauer der Ausstellung vom 2. bis 23. April Besuchszeiten: Sonntags von 11 bis 13 Uhr werktags (außer Samstags) von 17 bis 18 Uhr Eintritt für Mitglieder frei für Nichtmitglieder 30 Pf. für Studenten, Soldaten und Schüler 10 Pf. 2342D CafeAmend Hans Herbrandt mit seinen Solisten spielt ab 1. April. 2291D VORANZEIGE: Unsere neuen Kurse in Kurzschrift und Maschinens ehr eib en beginnen nach Ostern. Genauer Termin wird noch bekanntgegeben. Mittwoch, 12. 4. 39, beginnt in Großen-Linden im Rest. z. Rebstock, 20 Uhr, ein Aniätgerlehr- rang in Knrzichrdt, ferner am Donnerstag, 13. 4., 20 Uhr, ein Fortbildnncu lehrgang m. Diktat. Anmeld. z.Beginn d.Unterrichts Deutsche Stenografenschaft Ortsverein Giefeen. 2299D Schloßbrauerei Braunfels [ßlser PUSHER SONNTAG f Einspaltige ] Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! Alleinvertretung: IBACH G.Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17 Fernruf 2403 Verkauf u. Vermietung von neuen und gebrauchten Klavieren, Stimmung, u. Reparaturen fachgemäß. Plockftrake 12. F ernruf 2196. jgfWEINlal ISPIRITUOSEN Selber nähen macht viel Freude Natürlich gehört auch die Pfaff- Zick-Zack- Nähmaschine zur Aussteuer Sie sollte in keinem Haushalt fehlen I PFAFF Nähmaschinen- Vertrieb H. Kraft Seitersweg 30 Fernspr. 3369 Hartbrennliolz ä Waaen 5 Mk , Anmachholz ä Wagen 6 Mt , 1 Sack Anmachholz 1 Mt frei Keller a92d J. 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Anläßlich unserer Silberhochzeit sagen wir allen denen, die so liebevoll an uns dachten, auf diesem Wege herzlichen Dank Gastwirt Heinrich Oechert und Frau „Zum fühlen Grund" Gießen, den 1. April 1939 2309D hcrzlühttcn Dank für alle die Selchende, Blumen und 6lü&* wünsche am tage unserer goldenen Nochreil Konrad Lehr und frau Sophie ------- 01W Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Die Dame von gutem Geschmack trägt Dauerwellen von ERicfjard EKocß Damen- und Herren-Friseurmeister Voranmeldung erbeten! Seltersweg 63, Ruf 4026 2356A Gicht Rheuma Jschias BadSalzsMitf Auskunft durch die Kurverwaltung Wissen Sie schon mit was Sie Ostern eine große Freude bereiten ? Kommen Sie bitte- in die Moäcstuvc Körner Gießen, Plockstraße 10, Fernruf Nr. 3410 Sie werden gut beraten! 2347V Entzückende neue Kleiderstoffe: reizende Dirndl-Musseline Zellwoll-Kretonnes Kräusel-Krepps Bemberg-Seiden für Kleider Blusen und Wäsche bieten in schöner Auswahl C. Röhr & Co. Bahnhofstraße 44 2360A l./2. April lyZ9 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 7 8 Drittes Blatt Aus der Stad« Gießen. Langemarckschule erstattet Jahresbericht spielhäus (Bahnhofstraße): ,Lch verweigere die »UN lverem. ums a Aussage-. -NS.-Reichobund für Leibesübungen | »*■ « I“1$ Oswaldsgarten. Geschichte zu Der interessanteste der neuen Fälle ist der Bericht hätte. Hochschulnachrichten. Dem die sich wollen. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Gastspiel Kammersänger Franz Schuster, Karlsruhe. Für die heute abend um 20 Uhr stattfindende Aufführung der Operette „DerRosenkavalier", Oper von Richard Strauß, wurde Kammersänger Franz Schuster vom Staatstheater Karlsruhe für die Partie des Ochs von Lerchenau als Gast verpflichtet. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Paul Walter, Spielleitung: Hans Geißler, Bühnenbilder: fängerin erreichte. Bon zwei Rittergutsbesitzern desselben Landkreises erhält der eine um die Jahrhundertwende auf der Reise ein verstümmeltes Telegramm, dem er den erfolgten Tod seines Nachbarn entnehmen zu müssen glaubt, und bestellt sofort einen Kranz mit Schleife und aufgedrucktem Datum. Der Nachbar lebt aber ganz vergnügt und hängt die Schleife des Freundes über seinen Schreibtisch, wo sie viele Jahre die Wand Ziert. Während des Krieges, 1915, starb er dann wirklich. Nach der Beerdigung seines Vaters fällt dem von der Front beurlaubten Sohne beim abendlichen Zusammensein der Familie ein, daß ja die alte Schleife ein Datum trage. Er holt sie und stellt mit einem leichten Schreck fest: es ist das Bemerkung besonders wichtig ist, daß die Kriminalisten „in einem gewissen Sinne sogar mit eigenartigen Zufällen rechnen und daß ihnen richtig aus- genützte oder verwertete ,Anziehungskraft des Bezüglichen' schon Erfolge gebracht hat". Dies ist der Fall, den er beisteuert: Der Beamte erhält aus Hannover den Auftrag, in Berlin nach einer Täterin zu fahnden. Ihm ist nur der Name der Schuldigen bekannt und daß deren gänzlich unbeteiligter Ehemann, der auch nur weiß, daß seine Frau nach Berlin geflüchtet ist, m Hannover Fritz Peter Buch. Inszenierung Hans Geißler. Dienstag-Miete, 26. Vorstellung. Mittwoch, 5. April, Anfang 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr, zum letzten Male ,^Der fliegende Hollän- der", Oper von Richard Wagner. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Mittwo-Miete, 26. Vorstellung. Freitag, 7. April (Karfreitag), Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, zum letzten Male „Torquato Tasso", Schauspiel von Goethe. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 26. Vorstellung. Straftat ihrer Bekannten nichts wissen, da sie sonst deren Versteck wahrscheinlich nicht ausgeplaudert Billard-Club: 14 Uhr, Rückspiel Kassel — Gießen. — Gießener Konzertverein: 17 Uhr in der Aule der Universität Klavierkonzert Wilhelm Backhaus. — Letzter Tag der Frühjahrsmesse (Schaumesse) auf Fachamt Handball und Basketball: 20 Uhr in der Turnhalle in Heuchelheim, Vorrunde zur Deutschen Basketball-Meisterschaft. — Arttlleristenkamerad- schaft 1895: 20.30 Uhr „Hessischer Hof" Kameradschaftsabend. — Gießener Billard-Club: 16 Uhr Cafe Amend Rückspiel Kassel—Gießen. — Frühjahrsmarkt (Schaumesse) auf Oswaldsgarten. Palast (Seltersweg): „Bel Ami": Früh-Vorstellung 11 Uhr „Tabu". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ich verweigere die Aussage". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung Gießener -..... ~ ' 5 am Brand. — Gießener Tageskalender für Sonntag. NS.-Reichsbund für Leibesübungen, Fachamt Handball und Basketball: 14.30 Uhr in der Turnhalle in Heuchelheim Endrunde zur Deutschen Basketball-Meisterschaft. — Stadttheater: 19 bis gegen 22 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Gloria- 'mH ftellte eben Sie Frage, ob Monatsdatum dieses Beerdigungstages das ihn und den Tisch legem Und schließlich: sie. durste °°« d<- solche Flasche von ganz allein zersplittern seine Geschwister in goldenen Buchstaben amtarrt wohnt. Lange bleibt alles Forschen vergeblich. Dann setzt ein Spiel mehrerer Zufälle ein und führt bald zu vollem Gelingen. Der Fahnder sitzt m einem Cafe. Zwei Damen betreten den Raum, von denen der Beamte die eine kennt, aber schon jahrelang nicht gesehen hat. Es kommt — wohl wegen der Fülle in dem Lokal — dazu, daß sich die Damen an seinen Tisch setzen und er der Begleiterin, die eben von Breslau in Berlin eingetroffen ist, vorgestellt wird. Nach üblichen gleichgültigen Gesprächen trennen sich die Personen wieder, ohne daß der Kriminalist ahnt, daß ihm hier die Losung des Rätsels zugespielt werden soll. Einige Zeit später, während der er das vergebliche Forschen fortgesetzt hatte, trifft der Beamte die Breslauer Dame in dem gleichen Cafe wieder und wird wieder in ein Gespräch mit ihr gezogen. Da bittet sie ihn um die Besorgung einer Marke, indem sie gleichzeitig einen Brief auf den Tisch legt, der, wie der Fahnder mit einem raschen Blick feststellt, an den Ehemann der gesuchten Verbrecherin in Hannover gerichtet ist. „Ach, kennen Sie Herrn soundso? „Jawohl." „Auch die Frau?" „Gewiß. Sie soll übrigens jetzt hier m Berlin in der N.-Straße, ich glaube, Nr. 3E, wohnen." Eine Stunde später ist die Gesuchte aufgefunden und festgestellt. Wieviele Male mußte hktzr der Kobold Zufall richtig arbeiten, damit das Ergebnis erreicht wurde: Am Ankunftstage der Breslauerin mußte der Detektiv das Lokal 'aufsuchen und sie dort durch eine ihm bekannte Dame kennen lernen, mußte sie dann gerade an dem Tage wiedertreffen, als sie den Brief an den Ehemann der Täterin bei sich trug, sie mußte eine Marke erbitten und den Brief auf Zeitschriften. — „Hessenland", Heimatzeitschrift für Kur. Hessen, herausgegeben von Dr. C. Hitzeroth, Marburg (Lahn). — Im letzten Heft (50. Jahrgang, 1/2) lesen wir zu Beginn eine kulturgeschichtlich anziehende und lehrreiche Betrachtung des berühmten Göttinger Germanisten Edward Schröder über den Leumund der Hessen, vor allem über die ,chlinden Hessen". Albrecht Kippenberger berichtet an Hand zahlreicher guter Bildbeigaben über Volkskunst im Museum der Universität Marburg (4. Teil des Berichtes über Neuerwerbungen): es handelt sich diesmal um Schreinerarbeiten, wie Bettstatt-Bekrönungen, Wirtshausschilder, Haustüren, Truhen, Schüsselbänke usw. Ein ebenfalls bebilderter, ausführlicher Beitrag von Karl E. Demandt ist dem spätmittelalterlichen Silberschatze des hessischen Fürstenhauses gewidmet. Die Träger des im vorigen Jahre zum ersten Male verteilten Kurhessischen Kulturpreises werden eingehend gewürdigt. Aus dem übrigen Inhalt feien die Schwälmer Gespenster- Geschichten, die von Bernhard Martin betreuten Anfragen und Berichte zur hessischen Volkskunde, Personalien, Bücherschau und die Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde genannt. Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 11. Vorstellung für den KdF.-Feierabendrmg statt. Ende nach 23.30 Uhr. Spielplan des Sladllhealers vom 2. bis 10. April. Am Sonntag, 2. April, findet die Erstaufführung der Operette „Der Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke statt. Die musikalische Leitung hat Joachim Popelka, die Spielleitung Gert Buchheim. Einstudierung der Tänze: Thea Maaß. Bühnenbild- Karl Löffler. Es wirken mit: Eva Eckert, Hilde Kneip, Lilly Sedina a. G., Gert Buchheim Kurt Haars Walter Kohlermann, Hans Seitz, Ernst August Waltz, Erich Weiland. Die Vorstellung findet außer Miete statt und beginnt um 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Dienstag, 4. April, Anfang 20, Ende nach 22 Uhr, Erstaufführung „Ein ganzer Kerl", Komodie von — Im Deutschen Verlag, Berlin, erschien das „Große Frühjahrsmvden - Heft" der „Moden- weit" mit über hundert meist farbigen Modellen — ein bunter Querschnitt durch die neue Mode. Es gibt darunter auch Vorteilhaftes für Vollschlanke, viel für Kinder, neue Handarbeiten und manches fürs Rad für Reise, Wanderungen, den Strand usw. Außerdem bringt das Heft schneidertechnische Winke, Handarbeits- und Bügel-Bogen und drei Schnittebogen mit „Schatten-Schnitt" für diejenigen, "' ihre Frühlings-Garderobe selber schneidern Die Langemarckschule, Oberschule für Jungen, das i ehemalige Realgymnasium, hat einen umfangreichen ' Jahresbericht herausqebracht, der einen tiefen Ein- blick in das Wesen und in die geleistete Arbeit der -j Schule gestattet. Dem Jahresbericht sei nachstehend das Wesentliche entnommen. Am 15. Mai 1938 betrug die Anzahl der Schüler 567. Im Laufe des Jahres traten 15 ein so daß die Gesamtzahl 582 betrug. Davon waren 531 evangelisch, 29 katholisch, und 6 gehörten anderen Religionsgemeinschaften an. 346 der Schüler waren aus Gießen, 126 aus anderen hessischen Orten und 95 aus nichthessischen deutschen Orten. Die nachstehende Uedersicht läßt erkennen, aus welchen ländlichen hessischen Orten die Schüler stammen: Allendorf (Lahn) 3,.Mendorf a. d. Lda. 4, Annerod 1, Burkhardsfelden 4, Saubringen 1, Dorf-Gill 1, Friedelhausen 1, Garbenteich 4, Großen-Buseck 1, Großen-Linden 9, ©rüningen 2, Harbach 1, Hausen 5, Heuchelheim 4, Hungen 4, Klein-Linden 2, Lang- Göns 7, Leihgestern 5, Lich 14, Lollar 16, Londorf 2, Mainzlar 3, Reiskirchen 2, Rödgen 1, Saasen 3, Staufenberg 1, Steinbach 2, Trais-Horloff. 1, Treis (Lumda) 1, Watzenborn-Steinberg 9 und Wiefeck 12. Das Reifezeugnis erhielten im September 1938 nach einer Wiederholungsprüfung vier Schüler und im Februar 52. Während des Schuljahres gab es im Lehrerkollegium eine Anzahl von Veränderungen, auf die allerdings an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann. Aus wichtigen bevölkerungspolitischen und wirtschaftlichen Gründen wurde die Schuldauer um ein Jahr verkürzt. Seit Ostern 1937 ist das Realgymnasium eine Oberschule mit acht Jahrgängen. Die Grundforderung der Schule ist dabei, die seitherige Bildungshöhe zu wahren, und zwar trotz der verkürzten Schulzeit. Dies muß insbesondere durch erhöhte Anforderungen in den Leistungen geschehen. Die Gesamtarbeit der Schule steht unter dem Gedanken für Volk und Staat, geistige, körperliche und charakterliche Werte der Schüler bestmöglich zu entwickeln. Die Schule nahm in ihrer Gesamtheit am völkischen Leben und an den großen politischen Ereignissen regsten Anteil. Durch eigene Feiern, wie auch durch die Anhörung von Rundfunkübertragungen wurden die bedeutungsvollen Geschehnisse des Jahres 1938 unmittelbar nahegebracht. Die Schule war bemüht, auch im vergangenen Jahr dazu beizutragen, die Schüler zur Volksgemeinschaft hinzu führ en. So wurden z.B. in 386 Arbeitstagen 85 Schüler als Erntehelfer eingesetzt. Auch in den Herbstferien kamen die Schüler zum Einsatz in der Landwirtschaft. Großes Interesse fanden die Ausstellungen des Oberhessischen Kunstvereins, die von den Oberklassen geschlossen besucht wurden. Der Pflege der Gemein- chaft zwischen Schule und Elternhaus diente eine R h e i n f a h r t, an der sich 600 Lehrer und Schuler und 200 Angehörige der Schüler beteiligten. Auch Stadttheater: 20 bis nach 23.30 Uhr „Der Rosenkavalier". — Gloria-Palast (Settersweg): „Bel Ami": Spät-Vorstellung 23 Uhr „Tabu". — Licht- ao. Professor Dr. phil. Walter Grüßet an der Technischen Hochschule Aachen wurde der Lehrstuhl für elektrische Nachrichtentechnik einschließlich Hochfrequenztechnik übertragen. Professor Größer hat sich 1928 in Aachen habilitiert uni) wurde dort 1934 zum ao. Professor ernannt. wurde. Die Leistungen des S chu l o r ch e ste r s bewegen sich auf beachtlicher Höhe, es wäre aber erwünscht, wenn noch mehr Schüler die günstige Ausbildungsmöglichkeit benutzen möchten. Die Schule ist bestrebt, den S p a r s i n n zu fördern. Im Kalenderjahr 1938 wurden 781,60 RM. in die Schulsparkasse embezahlt. Sie jüngeren Schüler bringen ihre Spargroschen eifriger und regelmäßiger als die älteren. Mit Bann und Jungbann 116 wurde fruchtbare Zusammenarbeit gepflegt. Sie Sache des V DA. wird nach Kräften gefördert. Sie Schüler setzten sich bei Sammlungen für den VDA. tatkräftig em. Ser Jugendherbergspfennig wurde von allen Schulern entrichtet. Was den Gesundheitszustand der Schüler anbetrifft, so kann mitgeteilt werden, daß er im allgemeinen befriedigend ist. Sie Schülerunfallversicherung wurde in 51 Fallen in Anspruch genommen. Ser Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums Gießen traten auch im vergangenen Schuljahr alle Abiturienten bei. Ser Schule wurde auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von Geschenken zuteil, die als Lehrmaterial wertvolle Sienfte leisten werden. Ser Jahresbericht schließt mit der Bitte an die Eltern, zur Pflege der dauernden und fruchtbringenden Zusammenarbeit mit den Fachlehrern und der Direktion stets in Verbindung zu bleiben. Der überaus sorgfältig ausgebaute Jahresbericht laßt erkennen, mit welchem Verantwortungsbewußtsein in der Langemarck-Schule an der Ausbildung der Jugend für den Dienst unserer Volksgemeinschaft gearbeitet wird. vier ostmärkische SA.-Kameraden waren dabei. Eine Anzahl Schüler nahm Landheim-Aufenthalt. Große Bedeutung kam auch im vergangenen Jahre der Leibesübung zu. Es wurden Sommerkampfspiele durchgeführt, es wurde Fußschlagball gespielt, das Schwimmen wurde sehr eifrig betrieben, so daß die Anzahl der Nichtschwimmer verschwindend gering ist, während der größte Teil der Schüler auf diesem Gebiet mit ausgezeichneten Leistungen aufzuwarten vermag. Den Grund- bzw. Leistungsschein der Deutschen Lebensrettungs-Gesell- schaft erwarben 36 Schüler. Im Besitze der Reichs- sport-Abzeichen befanden sich am Jahresende elf Schüler. 77 Schüler erwarben das Jugend-Sportabzeichen. Diele Schüler lassen es sich angelegen sein, das Leistungsabzeichen der Hitler-Jugend oder des Jungvolks zu erwerben. Auch die Jugend- bzw. die Leistungsabzeichen für Segelfliegen, Fliegen, Reiten und Radfahren wurden von einigen Schülern erworben. Rudern wurde bei der Gießener Rudergefell- schaft betrieben. Besondere Aufmerksamkeit galt wieder dem Flugzeugmodellbau. Einzelne Schüler erzielten mit ihren Modellen beim Vergleichsfliegen des NSLB. für den Kreis hervorragende Leistungen, so daß die Langemarck-Schule mit acht Siegen als die beste Mannschaft des Wettbewerbs gewertet Launischer April. Wenn man jemanden zum Besten haben will, braucht man ihn nur in den April zu schicken. Er ist dann auf alle Fälle hereingefallen und kann sich nicht einmal beklagen, denn ein wenig Schabernack gehört zum ersten April wie die Veilchen zum März und die Maienblüte zum Wonnemond. Wieso allerdings der April zu dieser besonderen Eigenschaft kommt, ist nicht eindeutig zu sagen. Manche leiten sie von dem römischen Narrenfest der Quirinalien her, andere vom indischen Huli- feft, der Geburtstag des Judas gilt ferner zur Erklärung und schließlich wird auch noch der Zusammenhang mit früheren Jahresanfängen geltend gemacht. Am richtigsten aber dürfte es wohl sein, den launischen und veränderlichen Charakter des April für den in der ganzen indogermanischen Welt gebräuchlichen Schabernack verantwortlich zu machen. Denn launisch ist der April, so viel steht fe|t. „April — tut, was er will" lautet die Parole, unter der er sich in seinen kapriziösen Neigungen ergeht. Er kann mit dem herrlichsten Sonnenschein aufwarten und uns einen südlich blauen Himmel bescheren er bringt es aber auch fertig, plötzlich alle Winde loszulassen und Hagel und Schnee auf die frühlingsfrohe Erde zu schütten, als müßte er Frau Holle noch einmal Gelegenheit geben, ihre Betten wie bei einem Großreinemachen zu klopfen. Wir, die wir an dem Monat März in diesem Jahre schon unsere Enttäuschung erleben mußten, hegen allerdings keinen Drang, die winterlichen Erscheinungen auch noch im April zu genießen. Was mir dieses Mal vom Winter verspürt haben, genügt vollauf, weshalb unsere Hoffnung sich den sruhlingsschonen Tagen zuwendet, um die mir bis jetzt einigermaßen betrogen wurden. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, wird sich jedoch erst noch erweisen müssen. Seit Karl dem Großen wird der April in deutschen Landen auch Ostermonat genannt. Und das österliche Ereignis, das er uns bringt, welches in Wirklichkeit ja nur die festlich frohe Verkündung des Frühlings ist, versöhnt uns auch wieder mit seiner Launenhaftigkeit. Denn mag dieser Monat auch ausgelassen sein und mit ftagel, Blitz und Sonnenschein ein hinterbuntes Spiel treiben — schließlich.gibt er uns doch die Gewißheit, daß alle diese Kapriolen dafür sorgen, daß demnächst der wunderschöne Monat Mai ins Land ziehen kann. Uebrigens liebt die Landbevölkerung im allgemeinen einen stürmischen April: „Wenn der April stößt in sein Horn, so steht es wohl um Heu und Korn." — „April kalt und naß, füllt Scheuer und Faß." — „Trockener April ist nicht des Bauern Will, Aprilregen ist ihm gelegen." Was uns der April aber auch bringen mag: einige schöne Tage sind hoffentlich dabei, damit wir endlich dem Vogelsang glauben können, der uns schon eine ganze Weile von den Wundern des Frühlings erzählt. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Reue merkwürdige Zufälle. ! X>on Wilhelm von Scholz. Ich weiß nicht, wer einst gesagt hat: daß der Zufall im Grunde seines Herzens ein Kobold sei. Bei meinem Sammeln und Erforschen der Zufalle, ' der merkwürdigen Zufälle im menschlichen Leben, ist mir diese Kennzeichnung lange Zeit em wenig zu spielerisch, zu romantisch und zu „poetisch" vor- qekommen neben meiner ernst-wissenschaftlichen „Anziehungskraft des Bezüglichen", wie ich die im Zufall sich betätigende Kraft benannt habe. Aber je mehr dank der freundlichen Mithilfe meiner Leser das „Archiv der Zufälle" bei mir wächst um so mehr scheint mir die Sache mit dem Kobold eine recht treffende Umschreibung der Wesensart des Zufalls zu sein. Seme umspringende Laune, sein Nett- und Häßlichseinkonnen, ja einfach feine Freude daran, „etwas anzustellen , durch komische Kuppelungen auf sich aufmerksam zu machen, einen zwecklosen Ulk zu treiben, bloß um des künstlichen Genusses an der Sache willen, zeigt wirklich Züge eines Kobolds; und ich konnte mir denken, daß die Alten einen seltsamen lachenden, aber nicht ganz ungefährlichen Gott, die Mlttel- atterlichen einen Elementargeist aus ihm gemacht hätten. Einen, dem es das höchste Vergnügen ist, die Menschen in Erstaunen zu versetzen und der dann auch hilfreich ist, wenn er seinen Zweck des Staunenmachens durch Helfen befjer erreicht als durch Schaden. Einen richtigen Rübezahl! Eine ostpreußische Frau und Mutter erzählt mir, daß sie mit etwa zwölf Jahren einmal eins jener lange ungut nachwirkenden Kindheitserlebnisse hatte, an denen törichte Erzieher schuld sind. Da war in der Nacht vor einem sehr ersehnten Schulausflug des Mädchens eine mit Saftwasser gefüllte Flasche geplatzt, deren Scherben man am Morgen fand. An dies Platzen der Flasche ohne äußeren Anstoß wollten die Großettern, bei denen das Kind aufwuchs nicht glauben. Man zwang die Kleine, zu gestehen", sie hätte die Flasche zerbrochen, indem man ihr ohne dies unwahre Geständnis das Mit- fahren zu dem Schulausflug nicht erlauben wollte. An dieser Verlogenheit der ganzen Sache litt das Heranwachsende Mädchen noch lange so daß sich ihr das Erlebnis tief einprägte. Als sie Jahrzehnte nach diesem Vorfall von ihren Kindern einmal gebeten wurde, sie möchte doch etwas aus ihrer Kinderzeit erzählen, wollte ihr nichts als gerade das Erlebnis mit der Flasche einfallen, und sie berichtete es den aufhorchenden Kindern so, wie es damals geschehen war. Sie war kaum mit der Sonntag, 9. April (1. Dfterfeiertag), Anfang 19, Ende nach 22.30 Uhr, zum letzten Male „Der Rosenkavalier", Oper von Richard Strauß. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Gert Buchheim. Außer Miete! Montag, 10. April (2. Djterfeiertag), Anfang 19, Ende gegen 22 Uhr, „Der Vetter aus Dingsda', Operette von Eduard Künneke. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Außer Miete! Oberst z. O. Kock feierte Goldenes Militärdienstjubilcium. Der seit 1926 in Gießen lebende und weit über Hessen-Nassau hinaus bekannte Oberst z. D. Reinhard Kock konnte in diesen Tagen sein 50jähriges Militärdienstjubiläum feiern. Der geschätzte Offizier der alten Armee, aus Danzig gebürtig, trat am 22. März 1889 nach dem Besuch der Kadettenanstalt als Leutnant in das älteste preußische Regiment, das Grenadier-Regiment 4, „König Friedrich der Große", in Danzig ein. 1899 wurde er von Rastenburg aus, wo er in Garnison stand, entgegen dem üblichen Brauch des Besuches der Kriegsakademie zum Dienst im Generalstab kommandiert. Nach kurzer Verwendung in Magdeburg wurde er nach der inzwischen erfolgten Beförderung zum Hauptmann als Kompaniechef zum Jnf.-Rgt. 75 in Bremen versetzt. Infolge seiner militärifchen Fähigkeiten wurde er 1909 zum Konzessionsschulzen beim 4. Garde-Rgt. kommandiert und 1910 zum Major ernannt. Als Kommandeur des Füselier-Batl. des 4. Garde-Rgts. war er gleichzeitig außeretatsmäßiges Mitglied des Reichskriegsgerichtes. Bei Ausbruch des Weltkrieges rückte er als Kommandeur des 3. Batl. des vom 4. Garde-Rgt. aufgestellten Res.-Jnf.-Rgts. 93 nach dem Osten aus und wurde bereits im November desselben Jahres zum ersten Male verwundet. Nach seiner Genesung übernahm er wieder die Führung des 4. Füselier^ Batls des 4. Garde-Rgts., das in der Champagne kämpfte und bei dem er 1916 zum Oberstleutnant befördert wurde. Hierauf wurde er zum Regiments- kommandeur des Jnf.-Rgts. 55 ernannt und über* nahm nach abermaliger Verwundung die Führung der Regimenter 408 und 403. Anschließend wurde er zum Kriegsministerium nach Warschau kommandiert und am 15. 6. 1918 zum Oberst befodert. Infolge einer durch die Verwundungen hervorgerufe- 1 neu längeren Erkrankung nahm er 1920 seinen Ab- , schied und siedelte von Berlin nach Braunfels über. 1 Der im Krieg und Frieden verdiente Offizier, den 1 viele Kriegsauszeichnungen schmücken, nahm von i hier aus sofort den Kampf gegen das System auf. 1 Er beteiligte sich an den Abwehrkämpfen gegen die ' Separatisten, war im amtlichen Auftrag im Nach- ' richtendienst im besetzten Gebiet tätig und arbeitete • innerhalb der „Schwarzen Reichswehr". 1926 muhte er nach Gießen übersiedeln, da seine Tätigkeit auf 1 die Dauer nicht zu verheimlichen war und die Haussuchungen sich häuften. Neben der Ueberführung der Waffen aus den Händen der Marxisten an die , Reichswehr hatte er die Aufgabe, Zeitfreiwillige der wohl eine -----o .... -- ,... könne, als es einen Knall auf dem Kuchenbufett —......~ . . .. qab und eine einfach mit Wasser gefüllte Selters- eines Kriminalbeamten, in dessen Bries mir die flasche, wie es damals die für den Ausflug her- -- - ---- h,<% ®r,m,nnc gerichtete gewesen war, zerbrochen am Boden lag — so die Wahrhaftigkeit der Erzählerin und ihrer Geschichte bezeugend. s „ Ein junges Brautpaar ist m Berlin, wo der Bräutigam beruflich tätig ist, die Braut sich nur kurz aufhält, bei Einkäufen für die Aussteuer Sie haben eigentlich erledigt, was bei diesem Gang angesehen öder angeschafft werden sollte, entschließen sich aber, noch in ein zufällig gerade entdecktes Musikgeschäft einzutreten, um sich Flügel vorfuhren zu lassen. Nachdem sie mehrere Instrumente probiert haben, läßt sich die Dame vom Geschäft aus telephonisch mit ihrer Pension verbinden, um mitzuteilen, daß sie nicht zu Tisch kommen wurde. Kaum hat der Geschäftsführer beim Telephonieren das Nennen ihres Namens gehört, als er einen Brief holt und ihr mit der Bemerkung überreicht: dieser Brief sei vor wenigen Minuten für sie abgegeben worden. Die Braut glaubt an eine Namensaleich- heit und Verwechslung, da ja niemand sie hier vermuten könne; sie hätten das Musikgeschäft bis eben gar nicht gekannt und seien nur zufällig em- getreten! Sie muß dann aber erstaunt erkennen, daß der Brief wirklich an sie selbst gerichtet ist: er lädt sie zum Abendessen bei einer befreundeten Familie ein. — Es ließ sich nachher mit den Gastgebern feststellen, wie dies seltsame Spiel der Anziehungskraft des Bezüglichen zustande gekommen war: Die Freunde wußten den Namen der Pension, aber nicht Straße und Hausnummer; sie schlugen deswegen im Fernsprechbuch nach, notierten aber versehentlich Ptraße und Hausnummer des nächsten Fernsprechteilnehmers, eine Zeile tiefer, eben des Musikgeschäftes, wo der Brief pünktlich die Emp- Reichswehr zuzuführen und gegen die vielerlei Verfallserscheinungen anzukämpfen. Außer dieser politischen Betätigung widmete er sich dem Reitspdrt, dem er als langjähriger „Master" des 4. Garde-Reats. besonders zugetan war. Als Sohn eines Gutsbesitzers war er nicht nur mit dem Umgang mit Pferden vertraut, sondern auch unter Jägern groß gemprden. So galt seine freie Zeit der Jagd, der er heute noch als weidgerechter Jäger huldigt und dem Hundesport. Als Hundezüchter hat er sich viele Auszeichnungen erworben und anerkannte Erfolge errungen Die ehemaligen Angehörigen des 4. Garde-Rgts. verehren Oberst Kock, der Mitbegründer ihres Regimentsverbandes und jetzt Führer des Bezirks Fulda- Werra I des Traditionsverbandes ehem. Angehöriger des 4. Garde-Rgts. im Bereich von Hessen- Nassau und Kurhessen ist. Oberst Kock steht in persönlicher Verbindung mit dem Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhardt, einem Nachbarssohn, mit dem er aufgewachsen ist Dem aufrechten deutschen Manne werden anläßlich seines Ehrentages viele herzliche Glückwünsche zugedacht sein. Gießener Schaufensterwettbewerb im NBWK. 1939. Heber 70 Anmeldungen liegen bereits vor. Zum letztenmal richten wir an alle Einzelhändler den Appell: „Beteiligt Euch am Schaufensterwettbewerb" unter der Parole „Der deutsche Handel dankt durch Leistung", der vom 20. bis 30. April 1939 stattfindet. Letzter Anmeldetermin ist der 1. April 1939. Fs wird erwartet, daß sich der gesamte Einzelhandel restlos daran beteiligt. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß, wer aus Anlgß des Führer- Geburtstages etwas Besonderes tun will, sich deshalb am Schaufensterwettbewerb beteiligt. Aus diesem Ant-aß heraus müssen alle Schaufenster bereits am 20. April fertiggestellt fein. Alle Arbeitskameraden, Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder können am Schaufensterwettbewerb teilnehmen. Der deutsche Einzelhandel wird durch diese Aktion einen weithin sichtbaren Nachweis seiner Ge- „Groß-Gießen." Eine launige Eingemeindungsbetrachtung. Von Hermann Elle, früher in Gießen, jetzt in Halle (Saales. Als ich im Jahre 1875 meinen Fuß auf das harte Straßenpflaster der Stadt Gießen setzte, um in der Brühlschen Druckerei, Ecke Schloßgasse - Kanzleiberg, meitte Arbeitskraft als Schriftsetzer in Gulden und Kreuzer umzumünzen, hatte die Stadt knapp 14 000 Einwohner, einschließlich 1100 Mann Militär (das 116. Regiment hatte damals als einziges im Reiche nur zwei, meist in Bürgerhäusern kasernierte Bataillone). Ob auch die etwa 600 Studenten mit zu den „Einwohnern" zählten, weiß ich nicht, sie spielten aber in der Bürgerschaft und nicht zuletzt bei deren Töchtern eine große Rolle. Große Ansprüche an Vergnügungen stellte die Einwohnerschaft nicht, obwohl der damalige Besitzer von „Wenzels Garten", Wilhelm Wenzel, genannt Aschanti, durch Heranziehung von auswärtigen Militär- und Zivilkapellen, Sommertheater- Gesellschaften, Ballonaufstiegen usw. Leben in die Bude zu bringen wußte. Als Wenzel einmal selbst in einem mit Heißluft gefüllten Ballon aufstieg, landete er unsanft auf einem hinter dem Nahrungsberg gelegenen Kartoffelfelde. Als man ihn darüber frozzelte, antwortete er den Spöttern gewöhnlich mit „Götz von Berlichingen". Wenn Meister Krauße mit seiner 116er-Kapelle sonntäglich Konzerte veranstaltete, gab es „Bier im Glas"; bei den Konzerten auswärtiger Kapellen, darunter sogar ein Neuyorker Militär-Musikkorps, wurde nur Wein aufgetragen. Wer sich diesen Genuß nicht leisten konnte, suchte ein anderes Vergnügungslokal auf, z. B. Lonys Bierkeller (später Gewerkschaftshaus), oder den „Lahnstein" an Oswalds Garten, den Philosophenwald u. a. Wiederholt gab in Lonys Bierkeller die Frankfurter Singspielgesellschaft Simmedinger Gastspiele. Als eines Abends ein Komiker, der gern die Gießener Begebenheiten in den Kreis seiner Couplets einfügte, sang: „Wie wird es in 100 Jahren in Gießen ausschau'n, da werden sie die Häuser bis Wieseck 'naus bau'n" hielten die Zuhörer dies für eine recht gewagte Stunden braucht, um die ganze Welt zu umsegeln und dabei sich in vier Weltteilen neu einkleiden kann, indem man den Rock in Amerika, die Hose in Asien, die Weste in Afrika und die Schuhe in Australien kauft oder pumpt, liegt (vielleicht das Pumpen ausgenommen) nicht mehr weit in der Zukunft (siehe Flugzeuge). „Und wer dann recht pfiffig ist und das Pumpen recht kann, der pumpt gleich vier Weltteile auf einmal an." So saug damals der alte Komiker. Hoffentlich sorgen jetzige und spätere Stadtverwaltungen, auch die Bürgerschaft, dafür, daß die Stadt Nahe an das heranrückt, was sie zu werden beabsichtigt: „Groß-Gießen". Meinem Wunsche, daß es cseschieht, gebe ich in den nachstehenden Zeilen Ausdruck: Man wird in Zukunft unsere Stadt Nur noch als Groß-Gießen finden Weil sie sich eingemeindet hat Wieseck und auch Klein-Linden Auch Schiffenberg wird eingefügt Mit Wirtschaft, Wald und Wiesen Und was sonst noch dahinter liegt Gehört nunmehr zu Groß-Gießen Wer dann einmal durch Gießen geht Wird schwer zurecht sich finden Weil der Nordbahnhof in Wieseck steht Und der Hauptbahnhof in Klein-Linden Auch „Sachsenhausen" rechts der Lahn Wird gewaltig sich ausdehnen Entlang der Bieberlieschenbahn An Heuchelheim anlehnen Auch Heuchelheim wird bald darauf Der Stadt auf die Pelle rücken Zumal wenn man den Unterlauf Der Lahn wird überbrücken Ist erst die Lahn kanalisiert Vertieft und auch verbreitert burtenüberschuß aufweisen können, deren Cetfhings« fähigkeit und Schöpferkraft die Führer in Wirtschaft, Handel, in der Wissenschaft und in der Wehrmacht und in der Staatsführung stellen. Der erbbiologische Aufbau des Volkes nimmt die. Form einer Pyramide an. Die unterste Grenze stellen diejenigen Schichten dar, die gerade noch vegetieren, darüber breiten sich die Lebenstüchtigen aus und so türmen sich die Leistungstüchtigen, die Kulturträger, die Erfinder und schließlich in ganz geringer Zahl die Führer auf allen Lebensc^bieten und erst ganz zum Schluß die Gruppe jener ganz Weniger auf, wie sie einem Volke nur selten beschie- ben sind. Die Ursachen einer solchen Gliederung sind in der Biologie eines Volkes zu suchen. Wenn einem Volke die Führer in Wirtschaft, Kultur und Heer fehlen, dann wäre es um die Zukunn eines solchen Volkes sehr ernst bestellt. Für unser Volk ist es wichtig, daß wir ein gut ausgebautes Schulwesen, eine Berufserziehung und den Reichsberufswettkampf als eine Heerschau der Kräfte haben, aus denen noch solche für verantwortungsvolle Tätigkeiten ausgelesen werden können. In sehr eingehender Weise schilderte Dr. Müller, wie Erziehung und Ausbildung nur in begrenztem Ausmaße einen Menschen fähiger zu' machen vermögen, sondern daß die Summe der erblichen Anlage die entscheidende Rolle spielt. Der Redner begründete diesen Erfahrungssatz von der rein wissenschaftlichen Seite her. An Hand von schematischen Darstellungen machte der Vortragende verständlich, . daß unsere heutige Arbeiterschaft nach der Herkunft und nach der sittlichen und sozialen Bewertung aus zwei verschiedenen, gegensätzlichen Schichten zusammengesetzt ist, aus den ungelernten Arbeitern und den Tagelöhnern auf der einen, und auf der anderen Seite Möbelhaus ßuhl djjjb . 29/30 -ßa&nfafab-. 2/4. Prophezeiung. Heute, nach 63 Jahren, geht diese von dem Komiker besungene Möglichkeit, daß man in hundert Jahren nur noch Halle (Saale). Hermann Elle. Pennalerinnerungen Vor 60 Jahren Mit dem neuen Jahr 1879 hatte der Unterricht im Als Verwirklichung entgegen; die zwischen Wieseck und Gießen dem bezeichneten Jahrhundert Prophezeiung ihrer Gemarkungsgrenzen werden lange vor verschwinden. Auch die weiter hieß, begonnen. Der Umzug war aus dem alten Gymnasium am „Brand" vor Beginn der Weih- Wird Gießen, wie schon projektiert Zur Hafenstadt erweitert Die Eltern werden's dann verstehn Und sich nicht daran stoßen Wenn die Töchter sich im Tanze drehn Mit Pionieren und Matrosen. scheine der Serie F am Dienstag, dem 4. April 1939, 20,30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzu- aes Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und bi? genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem . 4. April 1939 ein gereichte Scheine sind wertlos. Zeichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß jn dem neuen Gymnasium an der „Neuen-" oder Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift „Süd-" oder „Schönen-Anlage", wie sie damals nachtsferien 1879 erfolgt. Das alte Pennal, später umgebaut und erweitert zum Regierungsgebäude am Landgraf-Philipp-Platz, lag bekanntlich der alten Kaserne des damals nur aus zwei Bataillonen bestehenden 2. Hess. Jnf.-Rgt. 116 gegenüber. Vor dem Gymnasium wurde von Morgen bis Abend lebhaft exerziert und kommandiert, und die Unteroffiziere verfügten über eine stärkere Lungenkraft als selbst die stimmbegabtesten Magister, z. B. der hünenhafte Dr. Curschmann, dessen Zorn manchmal die Schulwände erzittern ließ. In der guten Jahreszeit kehrten um 11 Uhr unter schmetternder Musik die Soldaten von ihren Uebungsmärschen zurück. Ein Gaudium der Schüler und 'willkommene Unterbrechung des Unterrichts! Als gelegentlich einmal nach einer Heimkehr der Truppe an einem heißen Sommertag von 11.30 bis 12 Uhr eine einzelne, schrille Klarinette an einem offenen Kasernenfenster ihre Läufe übte und alle Pennäler (damals gab es noch nicht hitzefrei) während des Latein- oder Mathematik- oder Religions-Unterrichts andächtig diesen Tönen lauschten, sagte endlich der kleine, rundliche Professor Hainebach, genannt „Die Katz", indem er den Schweiß von seiner Stirne strich, zu seinen Ober-Sekundanern, die damals noch mit dem biederen „Du" angeredet wurden: „Das sage ich euch. Wenn das der Oberst wüßte ..Darauf ließ er den Livius schließen. Nun wurde der stattliche Neubau bezogen. Jahrelang hatte der Bauplatz dagelegen, gegenüber der alten Turnhalle an der anderen Ecke der Bismarckstraße, in der der alte Rübsamen die Tätigkeit des Turnvaters Jahn mit großem Erfolg fortsetzte, an der Stelle des jetzigen Töpelmannschen Hauses. Bummelte nun der Gymnasiast um die „Schur", so sagte er sich wohl mit Genugtuung: „Da kommt das neue Pennal hin" Endlich war es da! Der Hessische Baumeister, spätere Baurat, Eduard Holzapfel hatte den Bau erstellt. Charakteristisch für die Gesamtkonstruktion ist, und auch in der feinen Front angedeutet, daß der große Fest- fqal, die Aula, nicht, wie sonst meist, im 2. Stock, der sogenannten „Beletage", gelegen ist, sondern im 3. unter dem hochragenden Dach. Aus schultechnischen und schulhygienischen Gründen hätte der Bäu an die Wieseck gehört, an die Stelle, wo dick Dienstwohnung des Direktors und die Turnhalle stehen, aber das damalige ästhetische Gefühl der Stadtverwaltung, auch das des verdienten Baumeisters, ließ nur die in die Augen springende Lage in der Straßenzeile zu. An Störungen durch Straßenverkehr dachte damals niemand! Wie selten fuhr eine Chaise vorbei! Höchstens klingelt- der Milchwagen. D a steht er nun, ein Schmuck des Hindenburg- walls, aber zur Dauergual der unterrichtenden Lehrer bei den oorüdersausenden, mehr oder weniger fürchterlich brummenden, früher sogar hupenden Autos in der Richtung von und nach Frankfurt und auch um die Ecke herum ins lateinische Viertel BOM.-Llntergau 116 Gießen. BDM.-Werk-Gruppe 4 A. unserer Vaterstadt. Fenster müssen selbstverständlich bei diesem Lärm, selbst im Hochsommer, geschlossen bleiben. Trotzdem fallen zur Freude der Schüler, namentlich im großen Eckzimmer des Erdgeschosses, den lieben, langen Vormittag vor dem Straßenspek- takel oft Fragen und Antworten unter den Tisch. Die kleine Pedellenwohnnng in der Bismarckstraße entstand viele Jahre später, als der Wohnraum der Amtsgehilfenfamilie in dem Gymnasium selbst für Schulzwecke gebraucht wurde. So entstand der Zwerg neben dem Riesen: „Hundehütte" nennt ihn die Pennälersprache. Die neue Schule sollte vor den Weihnachtsferien 1878 feierlich eingeweiht werden. Alles war gut vorbereitet. Musikdarbietungen unter der Leitung des Musikdirektors F e l ch n e r und Festreden des Direktors, des bekannten Schulmannes und Professors der Pädagogik, Hermann Schiller, des hochgeschätzten Religionslehrers, Pros. Wilhelm Stamm und eines Ober-Primaners standen in Aussicht. Da ließ die Landestrauer über den Tod der jungen Großherzogin Alice, Mitte Dezember, das ganze Festprogramm ins Wasser fallen. Der Primaner kam um seine Jungfernrede! Einzig wurden die Elternschaft und alle interessierten Einwohner der Stadt eingeladen, an einem freien Tag die neue Schule zu besichtigen, neben der es damals nur noch die in der heutigen Bürgermeisterei an der Ecke der Gartenstraße, gegenüber dem Theater, bis zur Unter-Sekunda reichende Realschule gab. Primaner führten die zahlreichen Besucher und erklärten alles mit der beredten Liebenswürdigkeit „höherer Schüler". Da gab es ganz neue zweisitzige Schulbänke, die sich freilich später als viel zu eng erwiesen. Vor allen Dingen aber staunte man die modernste Heißluftheizung an, später durch ihre Trockenheit für so manche Lehrer der Anlaß zu dauernder Berufskrankheit, dem chronischen Hals-Rachen-Katarrh. Am 2. April 1 879 fand das erste Abitur i e n t e n - E x a m e n , wie man damals die Reifeprüfung des humanistischen Gymnasiums noch meist nannte, in einem kleinen Lehrzimmer der neuen Schule statt. Den Vorsitz führte der „Groß- herzogl. Geh. Oberschulrath" Herr Th. Becker aus Darmstadt. Von sechs Ober-Primanern bestanden vier. 33 Prozent fielen also durch. Schwer ist zu beantworten, was an dieser Katastrophe schuld war, ob zu hohe Anforderungen des Examens (noch mußte in der schriftlichen Reifeprüfung eine Ueder- setzung ins Griechische angefertigt werden, und Befreiung von der mündlichen Prüfung gab es überhaupt nicht), ob die strengen Herren Lehrer und der sonst gar nicht so sehr gefürchtete Darmstädter Vorsitzende oder gar die faulen, vielleicht minder begabten Schüler, wie sie wenigstens von ihren Prüfern wohl taxiert wurden. Von den damaligen Abiturienten sind Otto W i e ß n e r, als Kreisarzt in Schotten, vor vielen Jahrzehnten, und August Zimmermann, als Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt, vor wenigen Jahren, gestorben. Die beiden anderen, Professor Ludwig Hüter und Kommerzienrat Heinrich Schirmer, leben noch, 78jährig, als Mitbürger unserer Stadt. A. B. Wir treten am Sonntag, dem 2. April, 8 Uhr vor- am Ludwigrplatz mit Sportzeug an.. Entschuldigung gelten nur ärztliche Atteste. HZ., Bann und Zungbann 116. Sozialslelle. Es besteht noch Aussicht, einige Kameraden in den Anfang April beginnenden ordentlichen zweijährigen Lehrgang des Reichsseminars der NSV. in Bad Saaxvw em zuweisen. Etwaige Bewerbungen sind schriftlich innerhalb drei Tagen hierherzugeben. Es kommen nu; solche Jg. in Frage, die bereits Arbeitsdienst und Wehrpflicht erfüllt haben und einjährige soziale Dorpraxis nachweisen können. Darauf kann in Anrechnung kommen: Führertätigkeit "" FAD., RAD. und in der HI. schlossenheit und Einsatzbereitschaft für den Kampf um die Freiheit der deutschen Nation liefern. Gez.: E. Steine! Wettbewerbsleiter für den Schaufensterwettbewerb. NSA., Ortsgruppe Mitte. Betr.: Kohlenabrechnung am 4. April 1939. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen- BDIN.-Werk-Gruppe 3 A. Wir treten am Sonntag, dem 2. April, 8 Uhr vormittags, am Universitätssportplatz mit Sportzeug an. Gießener HZ.-Heim-Bau wird begonnen. Wie aus einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters und des Stadtbauamtes hervorgeht, werden gegenwärtig die Erd- und Maurerarbeiten, die Zimmer-, die Dachdecker- und die Spenglerarbeiten für den Neubau eines HJ.-Heimes für die Gießener Hitler-Jugend ausgeschrieben. Die Vordrucke für die Angebote sind vom 3. April ab beim Stadtbauamt abzuholen. Die Pläne können dort eingesehen werden. Wie wir auf Anfrage hören, wird mit dem Bau des Hitler-Jugend-Heimes voraussichtlich schon kurz nach Ostern begonnen werden können. Die Pläne für das Heim stammen von dem Architekten Mül - l e r (Offenbach a. M.), der bei dem Wettbewerb für die Erlangung eines Entwurfs für das HJ.-Heim Gießen mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Das Heim wird auf dem Gelände der ehemaligen „Schönen Aussicht" am Wartweg erstellt. Mit dem Bau des eigenen Heimes der Hitler-Jugend dürfte ein langgehegter Wunsch der Gießener Jugend feiner Erfüllung näherkommen. Neue Arbeiten Giehener Künstler. Der Oberhessische Kun st verein veranstaltet in der Zeit vom 2. bis 23/April in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz eine Schau neuer Arbeiten Gießener Künstler. In der Ausstellung werden insbesondere Arbeiten von Hans Hagenau er, von Lotte D r o e s e und Hellmuth Mu eller-Leutert gezeigt. Äermeffungsämter und -dienststellen der Landesregierung unterstellt. Nach einer Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — werden die Verrnes- sungsämter und Vermessungsdienststellen nach Aufhebung des § 2 der Verordnung, die Kreisvermessungsämter betreffend, vom 23. März 1921 und der Abschnitt IA der 5. Verordnung zur Vereinfachung der Staatsverwaltung auf dem Gebiete des Vermessungswesens vom 30. Dezember 1933 unmittelbar der Landesregierung (Finanzverwaltung) unterstellt. Die Verordnung tritt am 1. April 1939 in Kraft. Mit ihrer Durchführung ist die Landesregierung (Finanzverwaltung) beauftragt. Zndustriearbeiterschast und rassische Erneuerung. Die außerordentlich interessante Vortragsreihe über Gegenwarts- uni) Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft, die die Abteilung für Berufserziehung und Berufsführung der DAF. durchführt, wurde Estrigen Freitag im „Burghof" fortgesetzt. Dr. ™ , .;™Ier vom Sächsischen Ministerium für Volksbildung, Dresden«sprach über das Thema ,Jn- dustriearbeiterschaft und rassische (Erneuerung". Der Vortragende gab einen Ueberblick über die Entwicklungsmöglichkeiten des deutschen Volkes, die geradezu einen Betätigungsdrang jeder einzelnen Kraft uuslösen. Er schilderte die vielfältigen Ausgaben, deren Lösung die Sicherung des Bestandes des Volkes bedeuten und die einer zielbewußten Staatsführung schon heute die Frage nach dem Nachwuchs aufdrängen. Der Vortragende erläuterte, wie nach einer rein schematischen Scheidung der lebenstüchtigen von den lebensuntüchtigen Volksschichten, die Masse der Lebenstüchtigen einen starken Nachwuchs von feiten jener Volksgenossen aufzuweisen hat, die gerade noch den notwendigsten Ansprüchen genügen, um nicht unfruchtbar gemacht zu werden. Wir werden aber erst dann ein Volk der Zukunft sein, wenn jene Volksschichten einen Geben durch die aufkommende Industrie im vorigen Jahrhundert zur Ausgabe ihrer Betriebe gezwungenen Handwerkern und dem.nicht zur Führung des Bauernhofes gekommenen Bauernnachwuchs. An Hand von Tatsachen schilderte er, wie die besten Kräfte unter ihnen ihren Kindern den Aufstieg ermöglichten und damit ihre Selbstbehauptung bewiesen. Unter diesen Schichten hat der Staat von heute einen Bestand von Leistungsmenschen zu sehen, denen er seine Förderung angedeihen lassen muß, um feinen Nachwuchs zu sichern. Die Reichs-. regierung hat für erbpflegerische Maßnahmen volles Verständnis durch die Steuergesetzgebung gezeigt. Nun gilt es, wie der Vortragende sagte, die Reichsregierung zu unterstützen, und zu diesem Zwecke rief er die Betriebsführer auf, durch aufklärende Worte und durch das Vorbild die Gefolgschaft im Entschluß zu beeinflussen, die Zukunft unseres Volkes zu sichern. Der Vortrag fand reichen Beifall. Tödlicher Verkehrsunfall am Windhof. Gestern vormittag gegen 10 Uhr ereignete «sich unmittelbar am Windhof ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Unfall ereignete sich am Abzweig der Straße nach Heuchelheim. Der Lenker eines Lastkraftwagens wollte mit seinem Fahrzeug nach Heuchelheim einbiegen, wobei er im gleichen Augenblick einen Radfahrer überholte, der vom Kasten des Lastkraftwagens angestoßen und vom Rade geschleudert wurde. Der bedauernswerte Mann, der 27jährige Installateur Georg Müller aus Wommelshausen (Kreis Biedenkopf) geriet dabei so unglücklich zu Fall, daß er mit dem Kops unter die Räder kam, überfahren wurde und auf der Stelle tot liegen blieb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Staatsanwaltschaft und Gendarmerie leiteten sofort an Ort und Stelle die Ermittlungen über die Schuldfrage ein. Dabei stellte sich u. a. heraus, daß der' Lenker des Lastkraftwagens erst vor kurzer Zeit die Prüfung für den Führerschein abgelegt und einen Tag vor dem Unglücksfall die Stellung bei dem Jndustriewerk, dem der Lastkrafwagen gehört, angetreten hatte. Der Lastkraftwagenlenker, der aus Waldgirmes stammt, mußte in Haft genommen und dem Amtsgerichtsgefängnis in Gießen zugeführt werden. Gießener Wochenmarktprelfe. * Gießen, 1. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10%, B 10, C 9%, D 8%, (Enteneier 9%, 10%, Wirsing, % kg 20, Weißkraut 13 bis 14, Rotkraut 17 bis 18, Karotten 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, Uifterkohlrabi 9 bis 10, Rosenkohl 45, Feldsalat, Vio 15, Tomaten, % kg 35 bis 45, Zwiebeln 15 bis 16, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Rhabarber 50, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, Rüste, % kg 45 Pf., Hähne 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Salat 25 bis 55, Salatgurken 80 Pf. bis 1,30 Mark, Lauch 5 bis 15 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie, % kg 40 bis 50, Radieschen, das Bündel 20 bis 25 Pf. * ** M i t dem Treudienstehrenzeichen bedacht. Der Führer und Reichskanzler hat dem Justizoberwachtmeister Georg Bormuth in Gießen für 40jährige Dienstzeit das goldene Treudienstehrenzeichen verliehen. ** Treue Mitarbeiterin. Die kaufmännische Angestellte Frau Ottilie Wieder kann am heutigen 1. April auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Groß-Wäscherei „Edelweiß" zurückblicken. ** Der Frühjahrsmarkt auf O s - waldsgarten wurde, wie wir schon berichteten, bis zum morgigen Sonntag verlängert. Heute Samstag und morgen Sonntag ist also noch einmal Gelegenheit gegeben, die Messe zu besuchen. ** Schwere r Sturz vom Fahrrad. Eine 22jährige Hausangestellte aus der Stephan- straße stürzte rtiit ihrem Fahrrad so heftig, daß sie einen Schädelbasisbxuch und eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. Das Mädchen wurde der Chirurgischen Klinik zugeführt und liegt sehr schwer darnieder. beglückwünschen!) wählt. Kreis Vüdmgen q3 * M A 0We° Für den Herrn Für die Dame 1.10 Gießen, Bahnhofstr. 49, Rn! 3941 1.95 1.25 5.90 1.50 4.80 4.50 5.75 4.95 6.70 7.55 Für das Kind . Größe 2 reizendes Jacquardmuster mit Stehbund und Bommel, für 5-6 Jahre passend Apartes Schottenkieid aus strapazierfähigem Baumwollstoff. A kleidsame Form ..............Größe 60 + 0,80 Steigerung öel UchlMUlcn ues Nächste SrangenzistestiW ob 3.4.1939 239GD Frischer Transport Dfortin* Mn ■ ü* g |ul Uu EmdInler-Mcte! Bs 6 Polilennöbel k Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 II frühe und späte. 01680 Packung M 030 -1.15 -/$porpö bis 2/0(> bzw. 2707 bis 3000, in einfacher Höbe der Grundmenge. Jeder hat —r ich möchte wetten, Irgendwo noch alte Ketten, Etuis, Gehäuse, alte Ringe, Und andere unbrauchbare Dinge. Denken Sie mal richtig nach Die Werte liegen doch nur brach! Ich kaufe alles gegen bar, Was aus Gold und Silber war. CarlSchmidt (Heben, Bahnhofstr. 10 /^nk.-Gen. Nr. 11/70 563. fnsap besondere Lehrer Becker zu Ettingshausen (in der Versammlung in Lich auch der Bundesrcdner B a - l i k) bisher über 500 neue Mitglieder geworben und 16 Gruppen gegründet (Bellersheim,Obbornhofen, Beltershain, Birklar, Bettenhausen, Dors-Gill, Ettingshausen, Harbach, Hattenrod, Lauter, Münster, Muschenheim, Nonnenrod, Queckborn, Rein- hardshain, Stangenrod 162 Mitglieder!^ Wetterfeld. Durch die neue Kreiseinteilung sind Laubach und Ruppertsburg zum nunmehrigen ..Unterbezirk Lich" gekommen, so daß er z. B. 23 Gruppen mit an-- nähernd 900 Mitgliedern umfaßt. Leihgestern, 31. März. Der hiesige S p a r - und Vorschußverein hielt am Samstagabend seine 48. ordentliche Hauptversammlung im Saale „3ur Krone" ab. Den Bericht über das Geschäftsjahr 1938, das für die Genossenschaft sehr erfolgreich war, gab der Vorsitzende H. Haas bekannt. Der Stand der Kasse ist gut. Es konnte auf eine Steigerung der wichtigsten Posten hingewiesen werden. Neu eingetreten sind 11 Mitglieder. Der Mitgliederbestand betrug am Jahresende 190. Die Bilang wurde vom Rechner Häuser vorgetragen. Der Jahresumsatz betrug 242116,90 Mark (eine Steigerung gegen das Vorjahr um rund 90 000 Mark)."Die Einlagen beliefen sich auf 137 616 Mark (ein Mehr gegen das Vorjahr um 23 123 Mark). An Kartengeldern gingen ein 12 617 Mark, die Schulsparkasse erbrachte 1883 Mark. 68 Sparbücher wurden neu ausgestellt. Die Auszahlungsgrenze für Aufwertungsguthaben wurde auf 70 Mark festgesetzt. Der Zinssatz wurde wie seither belassen, desgleichen der Dividendensatz. Die Verteilung des Reingewinnes in Höhe von 1727,66 Mark erfolgte in der vorgeschlagenen Weise. Das Guthaben bei der Landesbauernkasse beträgt 13 316 Mark. Allen eingetroffen. 2395D Stephan Dahmen Bad Vilbel - Telephon 444 Kragen oder Jabots für Damen, aus Valencienne Aus der engeren Heimat. Nicht rechtzeitig abqeblendet. Ein Verkehrsunfall als Folge. * Hungen, 1. April. Gestern ' abend gegen >1.30 Uhr ereignete sich hier auf der Straße zwischen Langsdorf und Hungen ein schwerer Verkehrsunfall. Der Zimmermeister einer.hiesigen Firma, der mit dem Personenkraftwagen des Betriebsführers auf der Heimfahrt nach Hungen begriffen war, wurde von den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Personenkraftwagens — dessen Lenker nicht rechtzeitig abgeblendct hatte — so heftig geblendet, daß er den Ueberblick über die Straße verlor und mit seinem Wagen in den Straßengraben geriet. Der Verunglückte erlitt dabei so erhebliche Verletzungen, daß er sofort in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. Der Vorfall beweist erneut, daß sich jeder Kraftfahrer dessen bewußt sein muß, daß rechtzeitiges Abblenden unbedingt nötig ist und unter keinen Umständen vergessen werden oder gar aus Eigennützigkeit unterlassen werden darf. Ccmöfreie Gießen rl. Lich, 31. Mürz. Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland, der Betreuer der 20 Millionen Volksdeutschen außerhalb des Reiches, hat in den letzten 12 Monaten überall im großen Val^r- lande verstärkt geworden, um nach dem Willen des Führers ein wirklicher Volksbund zu werden. Im Bezirk Lich war diese Werbung von erfreulichem Erfolg. Am 1: März 1938 bestanden hier 5. Gruppen mit rund 250 Mitgliedern (Lich, Hungen, Langsdorf, Grünberg, Trais-Horloff). In mehr als 20 Versammlungen haben 4 Bezirksredner, ms-^ WWM mindest. 300 .qm, evtl. m. Wohngebäude mit Wasseranschluß, Kanalisation u. Strom, möglichst in Hessen, sofort zu kaufen geiucht. Eilangeboie an Julius Vogel, Heldenbergen (O.-H )♦ — Rnf 72. c. Mücke, 28. Mär^ Ein Autobesitzer aus Alsfeld unternahm dieser Tage mit seiner sechsköpfigen Familie eine Fahrt nach Laubach. In der Rühe von Mücke erlitt der Wagen einen Achsenbruch, wobei sich das Hinterrad von der Achse trennte und davonrollte. Der Wagen rutschte noch in größter Geschwindigkeit eine Strecke weiter und landete im Straßengraben. Die Insassen blieben glücklicherweise unverletzt und setzten die Reise in einem Mietauto fort. Das beschädigte Auto mußte abgeschleppt werden. Kreis Biedenkopf. ch Nord eck, 29 Mürz. Die hiesige N S.- Fr a u e n s ch a f t beging in der Form eines Familienabends ihr fünfjähriges Bestehen. Die Feier, die im Saal Stelzenbtzch stattfand, wurde mit einem Lied eingeleitet. Ortsgruppenleiter Bauer hielt sodann eine Ansprache über praktischen Nationalsozialismus. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten einige Theaterstücke zur Aufführung, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Bei Kaffee und Kuchen saß man noch geraume Zeit beisammen. Dr. H a m e l r a t h verschönte das Bei- I sammensein mit einigen Liedern. Bad-Nauheim Hotel Malepartus die bekannte Famil.- Gaststätte ab Samstag, den 1. April wieder geöffnet Elektr.gekühlteBiere la Weine Vorzügliche Küche Inhaber: Hans Müller 2316V Wenn vom ersten Ehetage an die Kuchen-Aussteuer vollständig ist, Ist es viel leichter einen Haushalt zu führen. Auch Sie werden, wie schon so viele Brautpaare, bei der Küchen- Aussteuer gut beraten im bekannten Fachgeschäft J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 □ Steinberg, 30. März. Eine rege Baute t i g k e i t machte sich in unserem Dorfe auch . im neuen Jahre bemerkbar. Nachdem im Vorjahre 1 allein drei Neubauten erstellt wurden, wird jetzt ; die Hirzenhainer Straße ausgebaut. Teilweise sind . bereits die Keller ausgeschachtet. Einige Familien ' bauen auch auf dem Siedlungswege in Hirzenhain und Mcrkenfritz. k S ch o t t e n , 30. März. Die N S D A P. O r t s- gruppe Schotten hielt in der Turnhalle eine Kundgebung ab, in der Neichsredner Pg. Sp a n i o l ' (Andernach) in fesselnden Ausführungen sprach. — Die Kriegerkameradschaft Schotten feierte einen sehr harmonisch verlaufenen Familienabend. Dekan Widmann hielt die Begrüßungs- ansprache. — Gutsbesitzer Fischer (Hof Zwiefalten) schoß beim Schnepfenstrich ein Wildschwein. Ein weiteres wurde von dem in der Nähe sitzenden Jagdgenossen zur Strecke gebracht. ftrpi« VVstelt) 4- Höingen, 1. April. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Dietrich Scholl II. kann am morgigen Sonntag, 2. April im Kreise von zwei Kindern, zwei Enkeln und einem Urenkelkinde > Eichen- Parkettböden liefert und verlegt iseiD Parkettfabrik Wellhöf er Gießen - Marburger Straße 24 Osterartikel wie Pralineneier, 5 und 10 Pf. Eier für Wiederverkäufer liefert Ernst Muth "16D Ludwigstraße 42 Fernruf Nr. 2721 TORPEDO fr die maffive mit den auswechselbaren Wagen u. dem Setz-Dezimaltabulator. Mit ihr läßt sich was leisten. Verlangen Sie Prospekt od. unverbindl. 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Deutschlands Automobilrennsport, der seit den Jahren seiner tatkräftigen Wiederbelebung einen unaufhaltsamen -Siegeszug angetreten hat und in der großen Rennwagenklasse heute unbestritten die Vorherrschaft besitzt, wurde 135,50 nach 135, deutsche Kaufhof Buderus auf 107 JG.-Farben 150 Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Aktien sehr fest. Frankfurt a. M., 31. März. Unter dem Einfluß der Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Funk über die neuen Wege der Wirtschaftspolitik, insbesondere die Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen für die Börse, wie Nichtverlängerung des Anleihestockgesetzes und Fallenlassen der Spe- kulationssteuer, erhielten die Aktienmärkte einen starken Auftrieb. Bei lebhafterer Beteiligung der Kundschaft ergaben sich erneut durchschnittliche Steigerungen von 1 bis 2 v. H. Die Umsätze waren teilweise lebhaft, einer stärkeren Ausweitung stand der Mangel an entsprechendem Angebot gegenüber. Nach den ersten Kursen wurde es erheblich ruhiger, auch konnten die höchsten Kyrse infolge kleiner Gewinnmitnahmen nicht überall aufrecht erhalten werden, ohne daß aber die feste Grundtendenz eine Beeinträchtigung erfuhr. Einen gewaltigen Kurs- sprung machten von Anleihestockwerten Conti Gummi auf 220,75 (210). Von stärker gestiegenen Papieren sind u. a. Scheideanstalt mit 205 (201), Rheinbraun mit 217,25 (213), Bemberg mit 134,65 (130), Deutsche Erdöl mit 127,50 (124) und Demag mit 146 (142,50) zu erwähnen. Montanwerke lagen durchweg 1,50 bis 2 v. H., Mannesmann 2,25 v. H. und Rheinstahl 2,75 v. H. fester. JG.-Farben stiegen auf 150,40 (149), ferner AEG. auf 114,25 (112,50), RWE. auf 116,25 114,25), Gesfürel auf 135,50 (133,50), Rheinmetall auf 130,50 (128) und u. a. Daimler auf 135 (133). Unverändert blieben Reichs- bank mit 178. Am Renten m a r k t setzten sich mäßige Anlagekäufe fort, die Kurse zeigten jedoch nur wenig Veränderung. Reichsaltbesitz 130,30 (130,25), Reichs- bahn-VA. 123,50 (123,40), 5 v. H. Gelsenberg 100,40 (100,13) und Kommunal-Umschuldung halbamtlich etwa 93,65 (93,50). Pfandbriefe lagen ruhig und unverändert, auch Liquidationswerte. Stadtanleihen zogen vielfach 0,13 bis 0,25 v. H. an, im gleichen Ausmaß notierten Industrie-Obligationen höher; 6 v. H JG.-Farben 122,25 (121,50), anderseits 5 v. H. Mittelstahl 100 (100,50). In der zweiten Börsenstunde blieb die Haltung fest, die Kurse entwickelten sich etwas uneinheitlich, insgesamt überwogen aber neue Erhöhungen bis 1 o. H. Rheinstahl 136,50 nach 135,50, Daimler1 Oie Gießener Ruderer wieder auf der Lahn. Ruderer opfern für das WhM. Ueberall im Reich wird am kommenden Sonntag vor allen Bootshäusern der Wassersportoereine die Rudersportzeit 1939 eröffnet. Diese Eröffnung der Rudersportzeit findet, wie in den vergangenen drei Jahren, wieder in einer einzigen großen Gemeinschaft aller Rudersportler statt. Zu gleicher Zeit finden sie sich alle an ihren Bootshäusern ein, treten zur Flaggenhissung an, zu der das Kommando durch den Rundfunk gegeben werden wird. Eine Feierstunde wird das Sportjahr einleiten und die große Rudersportgemeinde in gleichem Geiste vereinigen. Dann wird das Kommando zu einer Ruderauffahrt gegeben, die Boote werden zu Wasser gebracht, und die Ruderer werden auf vertrauter Strecke ihre Kräfte und ihr technisches Können überprüfen. Gleichzeitig werden die Rudersportler an diesem Tag auch dem Winterhilfswerk ihren Beitrag leisten, der durch eine Eintopfspende aufgebracht werden wird. Auch unsere hiesigen Vereine, die Gießener Rudergesellschaft, wie auch der Ruderklub Hassia 1906 werden Mitglieder und Mannschaften an ihren Bootshäusern zu Flaggenhissung und Feier vereinigen. Dann wird man auch auf der Lahn nach langer Pause wieder einmal die schnittigen Ruderboote sehen, und wenn das Wetter einigermaßen günstig ist, wird dem Tag der festliche Charakter nicht fehlen. Der Nachmittag wird dann die Mitglieder und die Gäste der Rudervereine kameradschaftlich beisammen sehen. LfB.-ReichSbahn Gießen. VfB.-R. I — Frohnhausen I. Nach dem Sieg über den Meister geht es diesmal im letzten Spiel der Pokalrunde des Bezirks gegen die Dränier aus Frohnhausen. Die Gäste brachten es fertig, die starke Elf des Wetzlarer Sportvereins aus dem Rennen zu werfen und muß nun auf dem Waldsportplatz ihr Können unter Beweis stellen. Die Gäste schlagen eine harte Klinge. Besonders hervorzuheben ist die stabile Hintermannschaft, die wohl zu den besten des Bezirks gehört. Eine starke Läuferreihe unterstützt den sehr schnellen und schuß- gewaltigen Sturm. Die Grünweißen, die in ihren letzten Spielen durch gute Leistungen angenehm auffielen, treten in der Besetzung: Gottschalk, Leutheuser I, Lutz, Krämer, Kramer, Mattern, Berlenbach, Fischer, Heß, Godglück, Schlitz an. Die Aufstellung sollte stark genug sein, den Gästen alles abzuverlangen. Im Falle eines Sieges der Grünweißen dürfte sich dann beim nächsten Gang ein Gauligist hier vorstellen. Fußball der Kreisklaffen. SA.-Kampfspielgemeinfchafl — Garbenteich, SA. II — Staufenberg. Nur zwei Spiele gelangen zum Austrag. Die SA. erwartet Garbenteich zum Rückspiel und hat einen starken Gegner vor sich. Da aber die SA.-Männer am Sonntag hervorragend abschnitten, dürfte dieses Spiel als durchaus offen zu bezeichnen fein. Staufenberg muß gegen die zweite Mannschaft antreten. Hier ist mit einem Siege der Gäste zu rechnen. * Großen-Buseck I — VfB.-R. Gießen II. Am kommenden Sonntag treffen sich in Großen- Buseck VfB.-R. Gießen II und Großen-Buseck I zu dem fälligen Rückspiel. In Gießen konnte Großen- Buseck das Vorspiel, wenn auch knapp, für sich entscheiden. Ob es Gießen gelingen wird, die erlittene Scharte auszuwetzen, ist fraglich. Großen-Buseck tritt mit folgender Mannschaft an: Wagner; Brück, Eisenacher; Gans, Saborowski, Boller; Harbach I, Hochstein, Harbach II, Dambmann, Melior. Veränderung. Obwohl die heimische Erzeugungj durch den letzten Kälterückschlag gehemmt worden war, ging die Verteilung infolge der straffen Er- fassuna im bisherigen Rahmen vor sich, wozu meist südosteuropäische Ware als Ausgleich diente. Aus den bayerischen und kurhessischen sowie olden« burgischen Ueberschußgebieten lag in dieser Woche kein Angebot vor, da die anfallenden Mengen für den erhöhten Verbrauch an den Dfterfeiertagen dort benötigt werden. Ebenso kam und kommt zur Zeit nur wenig Angebot aus Holland und den Nordländern. Für den bevorstehenden Bedarf an Eiern zu den Feiertagen werden die Verteller ausreichend beliefert, wobei bekanntlich die er« mäßigten Preise in Anwendung kommen. Die B u t t e r erzeugung erfuhr in den Hessen« nassauischen Gebieten infolge der steigenden Ättlch« anlieferungen bei einem geringen FnschmMoer« brauch eine Erhöhung, so daß die Versorgung mit Hilfe der Ausgleichsmengen seitens der Reichsstelle im bisherigen' Rahmen' geschehen konnte. Außerdem standen einige Mengen kurhessischer Butter zur Verfügung Amtsgericht Gietzen. Der I. M. aus Gießen erhielt einen Strafbefehl über drei Wochen Haft wegen Uebertretung der Straßenverkehrszulassungsordnung. Er hat am 7. November 1938 gegen 18 Uhr den Lastwagen einer Brauerei gefahren, obwohl er derart unter dem Einfluck von Alkohol stand, daß er sich im Verkehr nicht sicher bewegen konnte. Auch hatte er keine Vorsorge getroffen, daß er andere nicht gefährden konnte. Es handelte sich darum, daß er damals den H. Schr. in Gießen, der mit feinem Fahrrad aus der Krofdorfer Straße kam, zu Fall brachte, wodurch der Radfahrer tödlich verletzt wurde. Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ist bereits mangels ausreichender Schuld des AnBec Optiker am Bahnhof geklagten eingestellt worden. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der Hauptverhandlung wurde er durch den Sachverständigen überführt, daß er übermäßig Alkohol genossen hatte. Der Sachverständige vertrat den Standpunkt, daß der Angeklagte in diesem Zustande ein Kraftfahrzeug nicht mehr fahren durfte. Es blieb bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe, dem Angeklagten wurde aber die erlittene Untersuchungshaft mit elf Tagen auf die Strafe angerechnet. Große Strafkammer Gießen. Der H. M. aus Bad Hornburg wurde beschuldigt, in der Nacht vorn 10./11. Februar 1938 durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht zu haben. Er fuhr mit seinem Personenkraftwagen auf dem erhöhten Bürgersteig der Bahnhofstraße in Ober-Eschbach in schnellem Tempo und hat den ihm entgegenkommenden I. B. aus Ober-Eschbach in einen derartigen Schrecken versetzt, daß dieser etwa zehn bis zwölf Minuten später an einer diesen Schreck ausgelösten Herzlähmung oder Hirnblutung tot zusammenbrach. (Vergehen nach § 222 StGB.) Die Beweisaufnahme ergab nichts Belastendes für den Angeklagten. Die Sachverständigen bekundeten übereinstimmend, daß eine Wahrscheinlichkeit, daß der Tod des I. B. mit dem durch den Angeklagten verursachten Schreck in ursächlichem Zusammenhang stehe, nicht anzunehmen sei. Der Vertreter der Anklage war der Ansicht, daß die Anklage nicht mehr aufrechterhalten werden könne und beantragte Freisprechung. Der Verteidiger beantragte ebenfalls Freisprechung und Belastung der Reichskasse auch mit den dem Angeklagten erwachsenen notwendigen Auslagen, insbesondere den Kosten der Verteidigung. Das Urteil lautete auf Freispruch und Uebernahme der Kosten auf die Reichskasse. llm die deui Gaugruppenkämpfe in Wenn das Reichsfachamt die Gauaruppenmeister- schaften der Gaue Mittelrhein, Niederrhein, Westfalen, Südwest und Hessen dem Kreis 8 übertragen hat, so bedeutet dies eine Auszeichnung, die im Hinblick auf die im Gießener Bezirk geleistete Pionierarbeit, auch vollauf verdient ist. Wenn der Gauobmann als Austragungsort Heuchelheim wählte, so war wohl, rein äußerlich betrachtet, die Hallenfrage maßgebend, da Gießen ge- r- * JE'X i H UM M wJ ‘ WM . • W X? * >':M W> V'- t rode in dieser Beziehung keine Möglichkeit bietet. Im Grunde genommen aber war bestimmend der Dank an den dortigen Turnverein, der eine der lebendig st en Gemeinschaften des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen im Gau Hessen darstellt. Mit großer Rührigkeit haben die Heuchelheimer das Spiel aufgegriffen, in kaum einem Vierteljahr die Halle mit Geräten ausgeftattet, eine Basketballabteilung gegründet und mit Erfolg an den Rund-enfpielen teilgenommen. Die Veranstaltung am 1. und 2. April wird dem Basketball in unserer Gegend neuen Schwung und Auftrieb geben und dem Spiel, das wie kaum ein anderes, Einsatz und blitzschnelles Handeln verlangt, neue Anhänger gewinnen. Wer der Meinung ist, Basketball sei kein Kampfspiel, den werden die Kämpfe am Samstag und Sonntag eines Besseren belehren. Sie bringen die Entscheidung darüber, wer von den beteiligten Mannschaften an den Endspielen um die 1. Deutsche Basketball- meisterschaft teilnehmen darf. Größte Aussichten hat ohne Zweifel Kreuznach, wenn man die bisherigen Erfolge des Vereins betrachtet, doch muß man berücksichtigen, daß die Svielstärke der anderen Vereine sich stark angeglichen hat. Aus diesem Grunde sind dem Meister unseres Heimatgaues, Mtv. Gießen, ebenfalls Chancen eingeräumt, vorausgesetzt, daß das Spiel gegen Mainz, und das hoffen wir, gewonnen wird. Hüttenverein Dortmund muß sich wohl im ersten Spiel dem größeren Können der Kreuznacher beugen. (Es ist zu hoffen, daß das Turnier nicht nur ein spielerisches, sondern auch ein Zuschauererfolg wird, vorausgesetzt, daß die heimischen Sportfreunde dieses Ereignis zu würdigen verstehen. Oer Epielplan. Der Spielplan ist vom Reichsfachamt wie folgt festgelegt: Samstag: 20.15 Tv. 48 Bad Kreuznach gegen Hüttenuerein Dortmund; 21.15: Mtv. Gießen gegen RTSV. Mainz. Sonntag: 15 Uhr Verlierer aus Spiel 1 gegen Verlierer aus Spiel 2; 16 Uhr Sieger aus Spiel 1 gegen Sieger aus Spiel 2. Die Gesamtorganisation liegt in Händen von Gau- obmann Mohr. Als Schiedsrichter sind tätig Reichsbundlehrer Clausen, (Sauobmann Mohr, Dr. Pfeffer, Gießen. Dem übrigen Kampfgericht gehören an: Polizeileutnant Fischer, Dr. Luh, Moll, Leutheuser VfB.-R. Gießen, Beppe r l i n g, Spielvg. 1900, und Stahlhut, To. Heuchelheim. MTV. Gießen im Wettbewerb. Der Gau Hessen stützt sich auf die Meistermannschaft des Mtv. Gießen. Zum ersten Male werden diese Meisterschaften ausgetragen, und schon ist von den 203 Mannschaften, die sich um den stolzen Titel eines Deutschen Meisters bewarben, eine Gießener Mannschaft unter den letzten 16. Seit Herbst 1937 wird im Männerturnoerein Gießen Basketball gespielt. Infolge der tatkräftigen Förderung durch Gauobmann Mohr konnte sich die Mannschaft einem regelmäßigen Training unterziehen. Es fei an dieser Stelle auch erwähnt, daß alle Spieler ihrem litauischen Sportskameraden Vokieteitis, der in Marburg studierte, viel in technischer und taktischer Hinsicht verdanken. Heute abend werden nun folgende Spieler den Gau Hessen vertreten: A. Berkenhoff, K. H. Krausch, R. Krausch, E. Möckel, O. Rau, P. Pfeifer, E. Winter, E. Haas, K. Brenner, K. Strack. Von diesen zehn Spielern, die durchweg auch Handballer sind, stehen die fünf ersten feit Aufnahme des Basketballspiels im Spielbetrieb des Mtv. in der Mannschaft, Pfeifer uyd Winter feit Breslau; die anderen kamen später hinzu. Betrachtet man einmal die bisher erzielten Ergebnisse, dann kann die junge Mannschaft auf eine Reihe schöner Erfolge zurückschauen. Folgende Zahlen mögen den Sportfreunden die Erfolge ihres Gießener Gaumeisters vor Augen führen. Von den bisher ausgetragenen 20 Spielen konnten allein 14 gewonnen werden, nur vier gingen verloren, und zwei endeten unentschieden. Es ist nun zu wünschen, daß unsere Vertretung in Heuchelheim ehrenvoll abschneidet; hoffentlich gibt ihr die heimische Sportgemeinde recht zahlreich das Geleit. Oie Mannschast des Gaues Westfalen Der Gau IX Westfalen, vertreten durch den BSG. Hüttenverein Dortmund, wird mit folgender Mannschaftsaufstellung antreten: Zarnikau, Friederich, Willeke, Rochel, Frieling, Ohlendorf, Kontoreitis, Romlin, Weight, Menz. Die Mitglieder der Mannschaft Waben eine längere leichtathletische Grund- schulung hinter sich. Bei der Auswahl der Mannschaft wurde Wert darauf gelegt, nur solche Kameraden zu berücksichtigen, die sich ganz dem Basketballspiel verschreiben wollen und sich verpflichten, wöchentlich zweimal zu trainieren. Die Mannschaft nahm regelmäßig an den Reihenspielen des Kreises Dortmund teil und zeigte schon hier gutes Können hinsichtlich Spielauffassung und Taktik. Rundfunkprogramm Sonntag, 2. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Die Religion unserer Zeit. 8.20: Deutsche Meister. Johannes Brahms. 9: Morgenfeier der Hitler-Jugend. „Wo die Ehrfurcht fehlt, fehlt alles". 9.30: Bekenntnisse zur Zeit: Bruno Brehm: „lieber die Tapferkeit". 9.45: Chorgesang. 10.15: Wie schon ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten (Jndustrie-Schallplat- ten und Eigenaufnahmen). 11.15: „Herzschlag der Ostmark": Salzburger Land. Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: Das Mikrofon unterwegs. 1315: Musik am Mittag (Fortsetzung).. 14: Für unsere Kinder: „Die Wurzelprinzessin". Ein'Märchensviel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien (Jnduftrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 15.15: Volkstum und Heimat. ,,O wie wunderbar ist das Wandern an der Ahr". Ein fröhlicher ^treifzug. 16: Musik zur Unterhaltung. Einlage 17 bis 17.10: Sportereignisse, des Sonntags. 18: Aus Altweilnau i. Ts.: Dorfsonntag der Jugend. Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König. Unsere Jungen und Mädel in froher Runde mit der Dorfgemeinschaft. 19: Hört mal zu: Sagen wir „Du". Neue Schall- platten werben um Ihre Freundschaft. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Richard-Wagner-Konzert. In der Pause von 21.05 bis 21.20: Richard Wagner: „Bekenntnisse". Montag, 3. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6. Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzug des RAD. Gau 10, Görlitz. 10.30: NSDStB. und die deutsche Hochschule. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert I. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 16: Nachmittagskonzert. Ausführende: Koblenzer Unterhaltungsorchester unter Leitung von Kapellmeister Hans Schuster. Neues für den Bücher- reund. 18: Hier spricht der Jurist: „Was kostet ein Prozeß?" 18.10: Kleines Kapitel vom Lebern 18.20: Bunter Fenster warmer Schein. 18.30: Der Tag der Pferde. Hörbericht um des Bauers treue» te Helfer. 19.15: Tagesspiegel. 19.30. Der fröhliche Lautsprecher (Jnduftrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten — Grenzechn. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabend» mufik. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30 bis 24: Nachtmusik und Tanz. GESCHÄFTS-VERLEGUNG! Nachruf 2331D Frankfurt (Main), den 31. März 1939. Theodor Baumann Karl Egner-Frankf. Str. 9 Gießen (Neuenweg 7), den 31. März 1939. Sanitätsgeschäft 1909 A, 2310D 99 A Herzlichen Dank Prof. Hüter und Töchter. Gießen, im März 1939. 2350A 22900 23131) 8h i. Immer nre£su>crteon Sie können sagen, was V Nervös - Erschiafte S"'ÜS* c___• ii_____ ........ ■ Bahnhofstr. 26 Bahn hot str. 26 0G5CElH£5i DOPPELHERZ Allianz und Stuttgarter Verein Versichprungs-Aktien-Gesellschaft Zweigniederlassung Frankfurt?M. Poppelberi — Ole roilHiora* mene Gabe, Oto öcra Wohlergehen Ölend Von KsttUckem Ge* fchmach — nerocnftählcnö, hräfte« bilöenö, bluterncucrnö — meid) eine Wohltat für ans allel für die liebevolle Anteilnahme bei dem plötzlichen Tod meiner Frau und unserer Mutter. Erd- und Maurerarbeiten. Zimmerarbeiten. Dachdeckerarbeiten. im Alter von nahezu 62 Jahren. Wir sind von dem Verlust schmerzlich berührt. Jahrzehnte hindurch stellte der Verstorbene unserem Unternehmen seine Arbeitskraft zur Verfügung. Mit der Lauterkeit seines Charakters, seinen reichen Kenntnissen und Erfahrungen war er uns menschlich und geschäftlich ein wahrer Freund. Sein Wirken wird für alle Zeit mit der Geschichte unserer Gesellschaft ehrenvoll verbunden sein Am 29. März 1939 verstarb unerwartet nach einem arbeitsreichen Leben unser bewährter Mitarbeiter Die Meine Schreibmaschine , mrt den großen Vorzügen ieneralvertrieb Große Auswahl in allen Preislagen Schuhhaus Bernhardt Inhu Willi* Germann Gießen, Schulstraße 10. 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April, 10 Uhr, wird im Saale von August hisgen in Lich das Wertholz und Auhholz für örtliche Selbstverbraucher und Selbstverarbeiter öffentlich verkauft. Zum Ausgebot kommen: fm Schnittholz: Eiche 50,64, Buche 28,79, Kiefer 38,33, Lärche 5,36, Weymouthskiefer 0,69, Fichte 29,38; Stamm- und Wagnerholz: Eiche 38,45, Esche 1,54, Elsbeere 0,17, Maßholder 0,26, Linde 0,70; Stück DerbflangenFichte 3. 500, 2. 600, 1. 1000; Reis- ftangen: Fichte 4. 800, 3. 50, Bohnenstangen 1500; Gartenpfoften: Eiche 200. 1919D Eine Nummerliste über das Schnittholz übersenden wir auf Anforderung; im übrigen geben die Reviersörster Auskunft. Das Holz liegt in allen Distrikten und ist rot gekreuzt. Die Derb- und Reisstangen sind nicht geschält und liegen im Höhler, Hardt Schmerhütte und Mönchwald, SmmIhk Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse Telephon 3403 +Leibbinden,Bruchbänder,Oniimsiriiinpfe-g- Mtstöhle, Bett-Tische, Verbandkästen ™ sowie sämtl. Artikel für die Krankenpflege Zu allen Krankenkassen zugelassen Sobald es die Witterung erlaubt nehmen Sie eine Aussaat von Frühgemüse vor: Puff- oder Dicke Bohnen Maierbsen, allerfrüheste Frühspinat Gartenmelde Schnittkohl (Mangold) Pflücksalat Schnittsalat (Lattich) Kopfsalat, Maikönig Karotten, frühe, rote Oberkohlrabi, früher Früh wirsing Frühweißkraut Das ganze Sortiment nur RM. 1.75 Bekanntmachung. Aus Grund des § 19 des Wehrgesetzes werden hiermit alle Angehörigen der Reserve I und II zur Teilnahme an Wehrversammlungen einberufen. a) Die Versämmlungen finden für die Wehrpflichtigen nachstehender Gemeinden in Gießen, Laalbau Liebigstraße (Kath. Vereinshaus) statt und zwar am 1'5. April 1939: für Albach, Allendorf/Lahn, Allen- dorf/Lumda, Allertshausen, Alten- Buseck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bersrod, Bettenhausen^ Beuern, Birklar, Burkhardsfelden und Climbach. 17. April 1939: für Daubringen, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Geilshausen, Göbelnrod, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grünberg und Grüningen. 19. April 1939: für Harbach, Hattenrod, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Inheiden, Kef- selbach, Klein-Linden und Lang- Göns. 22. April 1939: für Langsdorf, Lauter, Leihgestern^ Lich, Lindenstruth, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Muschen- heim, Nieder-Bessingen, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Odenhaufen und Oppenrod. 24. April 1939: für Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rödgen, Rüddingshausen, Ruttershausen, Saasen, Stangenrod, Staufenberg, Steinbach, Stockhausen, Trais-Horloff und Treis a. d. Lda. 26. April 1939: für Trohe, Utphe, Watzenborn-Steinberg, Weickartshain, Weitershain, Wieseck und Winnerod. Die Versammlungen für die Wehrpflichtigen nachstehender Gemeinden finden in Laubach, Oberschule, statt und zwar am / 28. April 1939: für Laubach, Hungen, Langd, Münster, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Villingen, Freienfeen, Ruppertsburg, Wetterfeld, Lardenbach und Gonterskirchen. Die Wehrverfammlungen der Wehrpflichtigen der Stadt Gießen finden am 3. Mai 1939 für sämtliche Angehörige der Reserve I und am 6. Mai 1939 für Reserve II statt. Versammlungsort Gießen, Saalbau Liebigstraße. Beginn aller Versammlungen jeweils 15 Uhr, vorauss. Dauer: 3 Stunden. b) Es sind mitzubringen: Wehrpaß mit Kriegsbeorderung oder Wehrpaßnotiz, das Arbeitsbuch sowie etwa erhaltene Dienstbrille, Maskenbrille oder Sondergasmaske. Wird Berichtigung der Militärpapiere (betr. Namensänderung, Familienstand, Glaubensbekenntnis usw.) notwendig, so sind die erforderlichen Urkunden vorzulegen. c) Wer an der Teilnahme verhindert ist, hat eine Bescheinigung der Polizei oder anderen Behörde (Dienststelle), bei Erkrankung die eines Arztes, einzureichen. Tritt die Verhinderung in letzter Stunde ein, ist die Entschuldigung mit den geforderten Bescheinigungen spätestens am Tage nach der Wehrversammlung einzureichen. d) Anspruch auf Ersatz der Reisekosten oder Lohnausfall besteht nicht. e) Einberufung den z. Z. laufenden Musterungen (06 und 07) befreit nicht von der Verpflichtung zur Teilnahme auch an den Wehrversammlungen. Ruf 370M1328A Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 Vereinfachung der Gondergebäudesteuer. Durch öffentliche Bekanntmachung in den Amtsoerkündigungsblättern wurde von der Hessischen Landesregierung angeordnet, daß künftig eine Ge- chäftsvereinfachung bei der Sondergebäudesteuer durchgeführt werde. Auch hier sei auf den Inhalt der neuen Vorschriften hingewiesen. 23430 Für das mit dem Monat März endigende Rechnungsjahr 1938 werden nicht mehr „endgültige" Steuerbescheide — wie seither — ausgefertigt werden. Als „endgültige" Steuerzahlungen für 1938 gelten vielmehr die bisherigen Vorauszahlungen, deren letzte Rate bekanntlich Ende Februar (Anfangs März) fällig gewesen ist. Außerdem werden auch für das Rechnungsjahr 1939, d. h. vom 1. April 1939 an, grundsätzlich keine neuen Steuerbescheide mehr ausgefertigt. Vielmehr ind die Steuerbeträge des Rechnungsjahres 1938 auch für 1939 weiter zu entrichten, und zwar nicht mehr als „Vorauszahlungen", sondern sogleich als „endgültige" Steuerzahlungen. Es gibt zwar auch noch Steuerbescheide für 1939, doch werden solche nur ausgefertigt bei einer Aenderung in der Person des Slenerschuldners (z. B. bei Eigentumswechsel) oder l'-.i Veränderungen des Steuergegenstandes (z. B. I ; «Abreißen eines Gebäudes oder Gebäudeteils) - der beim Wegfall einer Steuerbefreiung, sofern die genannten Aenderungen vor dem 1. April 1939 eingetreten sind. Das sind jedoch Ausnahmen. Die große Mehrzahl der Hausbesitzer wird keine neuen Steuerbescheide für 1939 erhalten. Es fällt also eine nicht unerhebliche Schreibarbeit der Finanzämter weg. Die Hausbesitzer werden gut tun, sich vorzumerken, daß die am 25. April 1939 fällige erste Rate der Sondergebäudesteuer für 1939 in der seitherigen Höhe weiter zu entrichten ist, ohne daß ein neuer Steuerbescheid ahzuwarten ist. Es wird hierauf besonders aufmerksam gemacht, damit unnötige Kosten für Mahnung usw. erspart werden. Im übrigen sei noch auf den Text der Bekanntmachung, namentlich auf die ebenfalls angeordneten Rechtsmittel gegen die Steuerzahlungen für 1938 und für 1939 hingewiesen. Die Finanzämter Gießen, Friedberg, Lauterbach (Oberhessen), Alsfeld, Hungen, Grimberg, Nidda, Büdingen^ Stoffen. denn Erleichterung bB' bringt , die leichte .Reinlag? Graue Haare verschwinden I durch Apotheker Walter Ul brichts. Haarlarhß-Wißdßrhßrslßllßr „Nie-Grau* — In wenigen Tagen Naturfarbe zurück! Ein- iacbe Anwendung! 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Altersvereinigung 1877-1927 Wir betrauern tief das Ableben unseres lieben Alterskameraden Fritz Flimm 2359 01611 ien gehört in jedes Haus! A355 C/39