Nr. 52 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag. 2. März 1939 Erlchemi rügltch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bießener Familienblättsr Heimat im Dlld Die Scholle Monatt-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben Postscheckkonto. Zrantfurt am Main 11688 Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universllattdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.250/^ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Kroaten und das Kabinett Zlvetkowitsch. Von unserem v. M.-Korrespondenten. Belgrad, Ende Februar 1939. Die Erklärung der Regierung Zwetkowitsch über die Dringlichkeit der Lösung der k r o a t i - schen Frage hat unter den Kroaten Genugtuung hervorgerufen. Sie heben hervor, in der Erklärung der Regierung werde die von kroatischer Seite seit zwanzig Jahren ständig wiederholte Tatsache eingestanden, daß ohne Zufriedenstellung der Kroaten die innere Festigung des jugoslawischen Staates nicht durchgeführt werden könne. Trotzdem aber nehmen die Kroaten gegenüber der Regierung Zwetkowitsch noch immer eine reservierte Haltung ein. Sie rechtfertigen diese Haltung mit der Behauptung, auch bisher hätten verschiedene Regierungen in Jugoslawien die Berechtigung der kroatischen Forderungen anerkannt. Diesen Feststellungen seien aber nicht entsprechende Handlungen gefolgt und keine Regierung sei bisher wirklich den Wünschen der Kroaten entgegengekommen. Deshalb seien die Kroaten gezwungen, auch gegenüber der neuen Regierung reserviert zu bleiben, bis diese durch entsprechende Maßnahmen und Handlungen ihren in der Erklärung bezeugten Willen bestätige. Die Kroaten fordern vor allem persönliche und materielle „Re p a r a t i o n e n". Unter persönlichen Reparationen verstehen sie eine Besetzung der Staatsämter und der staatlichen wirtschaftlichen Unternehmen mit Beamten und Angestellten kroatischer Herkunft in gerechtem Verhältnis zur Zahl der kroatischen Bevölkerung. Kroatische Zeitungen veröffentlichen statistische Angaben, um zu beweisen, daß die Kroaten in der Staatsverwaltung, insbesondere in leitenden Stellungen, fast gar nicht vertreten seien. Dasselbe sei der Fall auch bei den staatlichen finanziellen Anstalten und wirtschaftlichen Unternehmungen, die im jugoslawischen Wirtschaftsleben eine ausschlaggebende Rolle spielen. Niemals sei ein Kroate an die Spitze solcher Unternehmen gestellt worden, und das Verhältnis zwischen serbischen und kroatischen Beamten in ihnen habe ost 1:75 betragen, während das Verhältnis zwischen der Zahl der serbischen und kroatischen Bevölkerung in Jugoslawien auf rund 1:3 geschätzt werde. Unter materiellen Reparationen verstehen die Kroaten die Schäden, die die kroatische Wirtschaft durch die gesamte staatliche Kredit- und Wirtschaftspolitik erlitten haben will, die, nach Behauptungen der Kroaten, die serbische Wirtschaft zum Nachteil der kroatischen bevorzugt habe. Eine besondere Gruppe stellen die kroatischen politischen Forderungen dar, deren Erfüllung die Kroaten als Vorbedingung für eine dauerhafte Lösung der kroatischen Frage betrachten. In diese Gruppe gehört ein neues Wahlgesetz, das nicht die stärkste Gruppe begünstigen und die politische Stärke der Kroaten auch in der Zahl der Abgeordneten zum Ausdruck bringen würde. Außerdem verlangen sie eine Reform des Pressegesetzes, welche die freie Erörterung der kroatischen Frage gestatten würde, und ein neues Vereinsgesetz, das die gesetzliche Verankerung der kroatischen B.a u e r n p a r t e i, der heute einzigen, aber nach 'dem Gesetze illegalen, politischen Organisation der Kroaten, ermöglichen würde. Nach der Reform dieser Gesetze sollen sofort Neuwahlen durchgeführt werden, damit das neue Parlament die Frage der Reform der Staatsverwaltung und die Vorbereitung der Revision der Verfassung in Angriff nehmen könne. Der außenpolitische Teil der Erklärung der neuen jugoslawischen Regierung brachte nichts neues. Er unterstrich, daß die neue Regierung außenpolitisch ohne irgendwelche Abweichungen die bisherige Politik fortsetzen werde. Diese Außenpolitik findet die volle Unterstützung aller jugoslawischen Dolksteile und aller politischen Gruppen im Lande. 3n der Belgrader SkvpWina Die Regierungspartei zur kroatischen Frage Belgrad, 1. März. (Europapreß.) In der Skupschtina begann die Aussprache über den Haushaltsvoranschlag. Der Berichterstatter des Finanzausschusses, Abg. Gabrielowitsch, erklärte im Namen der Regierungspartei, daß die Regierung sofort die Pressefreiheit einführen müsse. Für Auswüchse müßten strenge Strafen vorgesehen werden. Auf politischem Gebiet sei weiter die sofortige Einführung einer lokalen Selb st Verwaltung notwendig. Die Staatsverwaltung müßte weitgehend dezentralisiert werden. Die kroatische Frage müßte durch Nachgiebigkeit beider Teile, der Serben wie der Kroaten, g e l ö st werden. Das Gefühl der Kroaten, daß sie im Lande nicht gleichberechtigt seien, müsse verschwinden. — Die Aussprache wird etwa zehn Tage dauern. Ministerpräsident Zwetkowitsch wird einen Plan darüber vorlegen, wie sich die Regierung die Lösung der kroatischen Frage denkt. Graf Cianos Besuch in polen Politische Feststellungen. Warschau, 1. März. (Europapreß.) Am Mitt- wochvormittag traf der italienische Außenminister mit dem polnischen Außenminister, Oberst Beck, i n Krakau ein, wo Graf Ciano das Andenken Marschall Pilsudskis durch die Niederlegung eines Kranzes an der Grabstätte des Schöpfers des polnischen Staates ehrte. Mittags war er Gast des Außenministers Beck im Wawel-Schloß. Mittwochabend verließ der italienische Außenminister Krakau, um sich über Oderberg—Wien zurück nach Italien zu begeben. Eine amtliche Verlautbarung stellt fest, daß die polnisch-italienischen Besprechungen Gelegenheit gaben, festzustellen, daß in den gegenseitigen Beziehungen der Geist der Freundschaft und vollkommenen Aufrichtigkeit maßgebend ist. Ordnung und Gerechtigkeit seien die wesentlichen Ziele der Politik Italiens und Polens. Der polnische Außenminister erklärte italienischen Pressevertretern, es gäbe zwei Grundlinien, die beiden Völkern gemeinsam seien. Das Verantwortungsgefühl, das darin feinen Ausdruck finde, daß sich beide Staaten über die bestehenden Tatsachen Rechenschaft ablegten, und das Vertrauen zum Verhandlungspartner. „Ich kann versichern", so erklärte der Minister, „daß sich unsere Erwartungen von Rom erfüllt haben. Wir schreiten weiter auf dem von den Leitern unserer beiden Staaten vorgezeichneten Wege Wir leben in einem sehr interessanten Zeitabschnitt. So mancherlei Doktrin ist verschwunden, da sich ihre Fruchtlosigkeit offenbart hat. Alle diejenigen, die an verschiedene Doktrinen und Institutionen glaubten und sich über die bestehenden Verhältnisse nunmehr volle Rechenschaft ablegen, haben ihre Ansichten ändern müssen." In politischen Kreisen Warschaus wird erklärt, es seien keine besonderen Abmachungen getroffen worden. Es könne aber mit Befriedigung festgestellt werden, daß man italienischerseits volles Verst ä n d n i s für die polnische Außenpolitik an den Tag gelegt habe und daher an Polen nicht mit be- E. F. Paris, 1. März. Die französische Oeffentlichkeit hat durch eine aus Hanoi datierte Meldung erfahren, daß der Kolonialminister Mandel einen Vertrag unterzeichnet hat, wonach in der französischen Kolonie Jndo- china eine Fabrik für die Herstellung von Flugzeugen errichtet werden soll. Diese Fabrik soll jährlich 150 Militärflugzeuge und 400 Flugzeugmotoren herstellen. Mit der Errichtung des Werkes soll sofort begonnen werden. Im Sommer 1938 hatte Mandel einen größeren Kredit zur Anwerbung von 20 000 eingeborenen Soldaten in Jndochina erlangt. Bis dahin hatten die militärischen Streitkräfte von Jndochina, das immerhin eine Bevölkerung von 20 Millionen besitzt und an einer exponierten Stelle des französischen Kolonialreichs liegt, nur 18 000 Mann betragen, davon nur etwa 8000 Mann weiße Truppen. Trotz des an sich geringen Interesses, das zu jenem Zeitpunkt für Kolonialfragen in der französischen Oeffentlichkeit herrschte, hatten damals verschiedene Politiker mahnend ihre Stimme erhoben und eine Verstärkung der militärischen Schutzmaßnahmen für Jndochina verlangt, so der nationalistische Abgeordnete Taittinger und der zur Linken zu rechnende frühere Generalgouverneur V a r e n n e. Von einem Fachorgan war darauf hingewiesen worden, daß das benachbarte Siam, von dem man wegen der zwischen Siam und Japan bestehenden Freundschaft unter Untständen eine Gefährdung Jndochinas P a ri-s, 1. März. (DRV.) In gut unterrichteten Kreisen ging das Gerücht um, daß Daladier in seiner Unterhaltung mit Marschall Pöt-ain diesem den Botschafterposten in Burgos angeboten habe. Petain soll dieses Angebot für eine begrenzte Zeitdauer angenommen haben. Trotz feines hohen Alters von 83 Jahren. Die Pariser Presse benutzt diese Gelegenheit, um ihrer Genugtuung über diese Wahl Ausdruck zu geben und noch einmal die Laufbahn Petains in Erinnerung zu bringen. Der „Figaro" schreibt: Vor Marschall Pe- tain, dieser geschichtlichen Gestalt, beuge sich alles. Die „Epoque" ist der Ansicht, daß die französische Regierung den künftigen Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien einen besonderen Glanz habe verleihen wollen, indem sie Marschall Petam zum Vertreter Frankreichs ernannte. Der „Jour" schreibt, ganz Frankreich beglückwünsche sich zu einer solchen Wahl. Das Ansehen dieses großen Soldaten sei bei Franco und seinen ausgezeichneten Soldaten ebenso wie bei den spanischen Diplomaten ohnegleichen. Der „Petit Parisien" bewundert das vaterländische Pflichtgefühl, das den greifen Marschall dazu veranlaßt habe, sich noch einmal in den Dienst seines Landes zu stellen. Das .Journal" schreibt, niemand anders als Marschall Petain könne sich angesichts des italienischen und deutschen Einflusses mehr Achtung verschaffen. Petain habe General Franco in Marokko kennengelernt, die Ernennung Marschall Petains könne für beide Länder nur glückliche Auswirkungen haben. Es fei gut, daß Frankreich für die Bestätigung der nationalen Wiedergeburt Spaniens die glorreichste noch lebende Persönlichkeit aus der schicksalsschweren Zeit gewährt habe. Der Sitz der neuen französischen Vertretung in Spanien ist noch nicht festgelegt. Angesichts des Platzmangels in Burgos rechnet man damit, daß die französische Vertretung sich ebenso wie die deutsche, italienische und zahlreiche andere in San Sebastian niederlassen werde. sonderen Vorschlägen herangetreten sei. In Polen bewahre man den moralischen Rückhalt in guter Erinnerung, den Polen während der Krisen im Verhältnis zu Litauen und der Tschecho-Slowakei im vorigen Jahre an Italien gesunden habe. Diese moralische Unterstützung werde sich auch in Zukunft fruchtbar für die weitere Entwicklung der italienisch- polnischen Freundschaft auswirken. Neues Bombenattentat in London. Der Union-Kanal schwer beschädigt. London, 2. März. (DNB. Funkspruch.) In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch kam es aufs neue zu einem geheimnisvollen Bombenanschlag. Gegen 3 Uhr morgens wurden die Bewohner im Norden Londons durch eine heftige Detonation aus dem Schlaf gerissen, da durch die Explosion einer Bombe der sog. Union-Kanal, eine Wasser- Überführung, die über eine der Hauptausfallstraßen Londons führt, schwer beschädigt wurde. Wie durch ein Wunder blieb jedoch der letzte Stahlmantel der Ueberführung unversehrt, so daß eszukeiner Ueberschwemmung kam, die gerade in den dicht bevölkerten Nordbezirken Londons zu den schlimmsten Folgen hätte führen können. Ein Teil des Steinunterbaues der Ueberführung wurde jedoch schwer beschädigt und die darunter führende Straße durch die Steinmassen versperrt. Bisher ist es noch nicht gelungen, den Tätern aus die Spur zu kommen. fürchtet, über etwa 10 0 erstklassige amerikanische Flugzeuge, darunter auch Bombenflugzeuge, verfüge, während damals in Jndochina nur fünf Geschwader zweitklassiger Militärflugzeuge vorhanden waren. Auch die Flottenstreitkräfte Frankreichs in Jndochina waren damals als ungenügend empfunden worden. Wenn letzt Frankreich zur Errichtung einer großen Flugzeug- und Motorenfabrik in Jndochina üb ergeht, so beweist das, daß die französische Verwaltung nicht glaubt, Flugzeuge in nennenswerter Anzahl an seine exponierte Kolonie Jndochina abgeben zu können. Weiter geht aus dieser Maßnahme hervor, daß die Tendenz, Jndochina zu industrialisieren und dieser Kolonie eine gewisse „Autarkie" im militärischen Sinne zu sichern, weiter im Vormarsch ist. So war schon früher davon die Rede, daß man in Jndochina auch Fabriken für die Waffen- und Munitionsherstellung für das neue Ein- geborenen-Kontingent einrichten müsse. Verstärkt worden sind biefe Tendenzen sicherlich durch die jüngsten Vorgänge, die die Rivalität mit Japan bezeugen, so die Besetzung der Paracel-Inseln im vergangenen Juli durch Frankreich und sodann die Besetzung der wichtigen Insel Hainan im Golf von Tongking durch Japan vor etwa vier Wochen, wohin Frankreich soeben ähnlich wie die Vereinigten Staaten ein Kriegsschiff entsandt hat. Was geht in Madrid vor sich. Miaja legt nun auch sein letztes Kommando nieder. Paris, 1. März. (Europapreß.) Die Lage in Rest-Sowjetspanien wird nach den aus Madrid eingetroffenen Meldungen immer verworrener. „General" Miaja, der von Negrin seines Postens als Oberbefehlshaber der fowjetfpanischen Streitkräfte wegen seiner Forderung nach einem sofortigen Abschluß eines Waffenstillstandes enthoben und durch „General" C a s s a d o ersetzt worden war, hat nun auch das ihm noch verbliebene Amt eines Befehlshabers von Madrid n i e d e r g e l e g t. Als Begründung wird angegeben, Miaja sehe jeden weiteren Wider st and für aussichts - los an. Dem Rücktritt Azanas ist damit der des bekanntesten sowjetspanischen militärischen Befehlshabers gefolgt. Havas berichtet aus den Wandelgängen der Kammer, die Teilnehmer an der Sitzung des auswärtigen Ausschusses hätten aus den Berichten, die Außenminister Bonnet ihnen über die Laae in Rotspanien zur Kenntnis brachte, den Eindruck gewonnen, daß der Widerstand der Bolsche- 'mitten nicht mehr lange dauern könnte. Cassado, der jetzt das Kommando in Zentralspanien ' habe, sei einer der unbedingtesten Befürworter so- ' fertiger Einstellung d e r Feindseligkei- 11 e n. Er habe bereits Schritte unternommen, um seine Abreise nach Frankreich zu sichern, | von wo er sich nach Amerika begeben werde. . 2er sowjetspanische „Ministerrat" vom Dienstag- 1 abend soll beschlossen haben, die vierundvierzig und ! fünfundvierzig Jahre alten Männer von der Front zurück zu ziehen und sie nur noch zu militärischen Arbeiten im Hinterlande zu verwenden. Ob diese Maßnahme einen ersten Schritt zur Aufgabe des militärischen Widerstandes darstellen soll, läßt sich noch nicht beurteilen. Französische FlottensiMik. Von Konteradmiral a. O. Gadow Der ehemalige Ministerpräsident der französischen Volksfront, Leon Blum, vertrat vor einiger Zeit, entsprechend den Einflüsterungen Churchills, die Ansicht, Frankreich solle den Bau der großen Schlachtschiffe aufgeben und vom Schiffs- dauprogramm nur die Flugzeugträger fertigstellen, dagegen seine Mittel und Kräfte hauptsächlich der Luftwaffe und Luftverteidigung zuwenden. Dies ist durchaus nicht die Meinung maßgebender Sachverständiger, beweist aber von neuem, daß in einem mehr kontinental als maritim bestimmten Lande die Bedeutung der Seemacht immer wieder in Vergessenheit geraten kann, selbst wenn stärkste Ereignisse wie der Weltkrieg 1914/18 ihre Lehre hinterlassen haben sollten. Vielleicht schwebte dem Führer der französischen Linken jene merkwürdige Behauptung einer sowjetrussischen Zeitschrift vor: „Die Seeherrschast ist ein bürgerlicher Gedanke." Der französische Admiral Cast ex hat über diesen Zwiespalt der Erkenntnis einige treffende Anmerkungen gemacht. Er findet, daß Festlandsvölker weniger durch Instinkt und praktische Anschauung — wie Jnselvölker — als durch reifliches Nachdenken zum Verständnis für Seemacht gelangen. Das habe sich deutlich an Deutschland bewiesen, dessen militärische Führung erst um 1916/17 anfing, nach der Marine zu rufen, um die Landkriegführung „zu entlasten". Daß nur zur See ein vollständiges Abschütteln des Gegners einen tragbaren Frieden ergeben konnte, habe man bis 1918 kaum, teilweise heute noch nicht verstanden. Immerhin sei es für ein Festlandvolk nicht leicht, die Bedeutung feiner Waffen und damit die Verteilung der nötigen Mittel richtig zu bemessen. Denn für einen kurzen schnellen Krieg greife die Seemackst mit Ihrer Blockadegewalt und ihrem äußeren Druck offenbar nicht schnell genug ein, einen langen dagegen entscheide sie. Niemand aber wisse, ob ein Krieg kurz ober lang sein wird. Im Falle Frankreich wäre dem noch hinzu- zufügen, daß seine Marine im Schatten der britischen und infolge anderweitiger Beanspruchung aller technischen und materiellen Mittel im Weltkrieg ein etwas unscheinbares Dasein geführt hat und ihre Bedeutung dem allgemeinen Empfinden nicht gerade tief einprägen konnte. Daß auch in allen vorstell- baren künftigen Verwicklungen durch die britische Waffenhilfe zur See — und nach Roosevelts Enthüllungen im Militärausschuß am 31. Januar auch auf die amerikanische — gerechnet werden kann, ist gleichfalls aügemeine Ueberzeugung. Aber Admiral Caster läßt durchblicken, daß solche politischen Voraussetzungen ungewiß und veränderlich sind und nicht von der eigenen Verpflichtung zur Selbsthilfe zur See entbinden können. Höchstens sei zu sagen, daß im Augenblick vielleicht die Luftwaffe als die am vielseitigsten verwendbare den Vorzug bei der Mittelzumessung verdiene, ohne die anderen zu vergessen. Die amtliche französische Marinepolitik hat sich seit dem tüchtigen Minister Leygues von Zweifeln nur wenig beeinflussen lassen. Sie hat zwar mit Auffüllung des Schlachtschiffbestandes gezögert, bis sich die taktische Bewertung dieser Schiffsklasse klärte, dafür aber kräftig für die Ausfüllung aller übrigen Seestreitkräfte gesorgt; schwere Kreuzer, leichte Kreuzer, Flottillensührer, Zerstörer, U-Boote, Avisos, Schnellboote, Minensucher usw. Außenpolitische Richtlinie war dabei, seit man in der Flottenkonferenz von 1922 mit Italien auf gleichen Fuß gesetzt worden war und dieses gleichfalls anfing, sich zur See wieder zu verstärken, niemals den Vorsprung aufzugeben, mit dem man in das Rennen mit der zuerst vergeblich umworbenen, dann bitter gefürchteten „lateinischen Schwester" gegangen war. Als Deutschland seine ersten neuen Schiffe baute, verstärkte sich das ahnungsvoll zu der Forderung, stets beiden Mächten zusammen überlegen zu bleiben, und als die „Achse" perfekt wurde, konnte das den Entschluß nur verstärken. Heute, wo die Außenpolitik sich ganz konkret der Sicherung des überseeischen Besitzes zugewandt und die M i t t e I in e e r f r a g e in französischen Augen erst jetzt ihre höchste Zuspitzung erfahren hat, besteht kaum noch ein Zweifel an der Bedeutung der Seestärke, die daher auch ohne Widerspruch und trotz angestrengtester Finanzlage die nötigen Mittel erhält. Als vordringliches strategisches Problem erscheint .rnmer die gesicherte Verbindung mit Nordafrika im westlichen Mittelmeer zum Zweck militärischer Transporte. Es erscheint fast wie eine Frucht der neuen Lage auf dem Kontinent, die einen Angriff oder offensiven Druck über die doppelt versperrte Westgrenze hinweg auf Deutschland ebenso ausschließt wie in umgekehrter Richtung, wenn heute schon die Rede ist von militärischen Transporten in umgekehrter Richtung, von Frankreich nach Tunis oder Algier. Der neueste Vorschlag ging dahin, diese Ueberführung einer Luftflotte von 200 großen Transportmaschinen zu übertragen, an beiden Enden Waffen- und Munitionslager bereitzuhalten und die „2 bis 3 Divisionen" nur mit leichtem Gepäck zu betör« dem. Die nicht zu beruhigende Ungewißheit über Italiens Absichten auf die Balearen oder sonstigen spanischen Boden und über die Sicherheit auf See hat bei diesem kleinmütigen Vorschlag offenbar PatK gestanden. Inzwischen läßt sich die Marineleitung des Ministers C a m p i n ch i nicht anfechten. Sie hat sich mit einem Haushalt von insgesamt 8,2 Milliarden Franken (zu 5,6 Pfennig) für laufende Ausgaben und Neubauten hinreichend eingedeckt, um ein impo* Frankreichs Rüstung in Jndochina. Errichtung von Flugzeugfabriken und Verstärkung der Garnison. Mrschall petain als Frankreichs Volschaster in Vurgos in Aussicht genommen. nierendes Programm durchzufüyren, dos für 1938 und 1939 allein fast 340 000 Tonnen und 13 0 neue Schiffe enthält, womit man bis 1942 auf 700000 Tonnen zu kommen hofft Darunter befinden sich 4 Schlachtschiffe. 2 Flugzeugträger, 3 Kreuzer 18 Zerstörer und Torpedoboote. 5 große und 15 kleine U-Boote usw. Nicht ohne Beoenken wird dabei auf die Leistungsfähigkeit der Industrie und Werke geblickt, bei denen bisher über schleppende Arbeit und fehlendes Fachpersonal viel zu klagen war, ferner auf die noch steigenden Baukosten, die für ein Schlachtschiff bereits 120 Millionen RM. betragen Die Streitkräfte sind auf Atlantik und Mittelmeer verteilt, mit zunehmendem Uebsrgewicht der schweren Kampfschifte im Atlantik- geschwader. Große Aufmerksamkeit wird auch dem Aufbau der Stützpunkte zugewandt: dazu gehört der Hafen von Beirut (epr-cn), der See' sliegerhorst Ajaccio auf Korsika, ferner Algier, Mers el Kebir (bet Oran), Casablanca, Dakar (Sene- gambten) u. a. Auch Hintermdten mit dem Flotten, stützpunkt Camranh-Bucht (von der aus die russische Flotte 1905 unter Rojestwenski ihre Todesfahrt nach Tsuschima antrat) ist nicht vergessen Im ganzen steht fest, daß Frankreich kinen Rang als zweite Seemacht Europas und vierte Seemacht der Welt zu verteidigen beabsichtigt, seine Stellung jedoch besonders seit Francos Siegen in Katalonien als zusehends beengt empfindet und daher wohl eines Tages reif sein wird für Verhandlungen über das was Chamberlain „die Befriedigung vernünftiger Aspirationen" nannte und die „nicht stillstehende Entwicklung" bezeichnete. Steigende Ausgaben auch für das britische Landheer. London, 1. März. (Europapreß.) Der Haushaltsvoranschlag des Heeres zeigt eine Gesamtsumme von 161 133 000 Pfund (rund zwei Milliarden Reichsmark). Davon entfallen nach Abzug von Anleihezinsen, Pensionen usw. auf reine Heeres- ausaaben 148 000 000 Pfund, was gegenüber dem Doriahr eine Steigerung um 4 6 7 1 4 00 0 Pfund bedeutet. Auf dem Anlethewege sollen 'M kommenden Jahr 66 Millionen Pfund (1938/39 21 Millionen) aufgebracht werden. Aus der begleitenden Denkschrift des Kriegsmini- sters ergibt sich, daß der neue Voranschlaa die Sollstärke des stehenden Heeres Mit Ausschluß der in Indien und Burma stationierten Truppen auf 185 700 Mann festsetzt, was einer Vermehrung um 1 5 700 Mann gegenüber dem laufenden Jahr gleichkommt. Allerdings wird gleichzeitig festgestellt, daß voraussichtlich am 31. Marz bes Jahres die I st - S t ä r k e um 900 Offiziere und 16 000 Mann hinter der Sollstärke Zurückbleiben wird. Trotzdem glaubt der Minister, daß die Rekrutierungsergebnisse im ablaufenden Jahr befriedigend gewesen seien, denn am 31. Marz 1931 habe der Unterschied zwischen Soll- und Ist-Bestand noch 1200 Offiziere und 24 000 Mann betragen. Die Gesamtzahl der im ablaufenden Jahr neu ein« gestellten Rekruten wird auf 40000 geschätzt gegenüber 29 000 im Rechnungsjahr 1937/38. Die Stärke der Territorialarmee betrug am 1. Januar dieses Jahres 10 800 Offiziere und 193 000 Mann, sie hat also im Laufe des Jahres 1938 um 1750 Offiziere und 43 000 Mann z u - genommen. Der Zustrom an Zeitfreiwilligen zur Territorialarmee betrug 77 000 Mann im Jahre 1938 gegenüber 45 000 im Vorjahre lieber die Herstellung von Kriegs- matsrial enthält die Denkschrift des Krieas- Ministers keine Einzelangaben, doch läßt sich die Steigerung der Erzeugung aus den Haushaltsposten für Kriegsmaterial erkennen. Für die letzten vier Jahre ergeben sich folgende Beträge: 1936 9 Millionen Pfund; 1937 25 Millionen Pfund; 1938 38 Millionen Pfund und 1939 55,5 Millionen Pfund. Die Mechanisierung des Heeres bat weitere Fortschritte gemacht. Diese Tatsache findet auch darin ihren Ausdruck, daß die Zahl der Pferde im Heer von 5200 weiter zurückgegangen ist auf 4450. Die „Time s" schreibt, zum erstenmal in einer Generation gebe England für bas Landheer mehr aus als für die Flotte. Darin liege eine Art von Warnung für diejenigen, die auf Einführung der Wehrpflicht drängten bzw. die Schaffung eines großen Heeres für eine mögliche Intervention auf dem Festlande. Man könne aber feststellen, daß die Summen des Haushaltes gewisse, auch im Auslande gehegte Ansichten, wie klein das britische Landheer sei, zerstören müßten. England habe jetzt annähernd 6 0 0 0 00 Mann aU3° gebildeteTruppenin ständigem Heer oder in den Hilfsdiensten. Dazu kämen die kolonialen Truppen, die Inder und die verschiedenen anderen Eingeborenen-Streitkräfte. Darüber hinaus habe England eine Reserve in den ausgesuchten Männern der sog. Territorialarmee sowie der ehemaligen Kriegsteilnehmer. Für ein Land, das die stärkste Flotte der Welt habe und eine der stärksten Luftwaffen hat, sei das keine kleine Anstrengung und auch kein geringes Abschreckungsmittel vor einem Angriff. Englands LMchnHmoßnahmen. London, 1. März. (DNB.) Der Minister für zivile Verteidigung, Sir John A n d e r s o n , gab im Unterhaus einen Ueberblick über das bisher auf dem Gebiete der zivilen Verteidiguna Geleistete. Sir John Anderson versicherte, daß alle Vorbereitungen jetzt äußerst beschleunigt würden. Was die Evakuierung der Zivilbevölkerung anlange, so bleibe es nach wie vor wünschenswert, alle nicht für wichtige Arbeiten benötigten Zivilisten aus Gebieten herauszubringen, die als Angriffsziele gelten könnten. Die Unterbringung »n Hausern werde man durch die Anlage v o n L a g e r n unterstützen. Aber man werde im Ernstfälle doch zum Mittel der Einquartierung greifen. Man verfüge jetzt über 50 Millionen Gasmasken. Außerdem seien 12 7 Millionen Sand- säcke erzeugt. Im Laufe einer Woche konnten drei bis vier Millionen Sandsäcke geliefert werden Ein Auftrag für 200 Millionen Sandsäcke sei nach Indien gegeben. 1,4 Millionen Gasmasken für Säuglinge stünden zur Verfügung und 1,3 Millionen für Kleinkinder. Die jetzt zur Verteilung gelangenden Stahlunter st ände stellten einen wertvollen Schutz gegen Splitter dar. Weiter prüfe die Regie- rung die Möglichkeit einer Verstärkung der Keller in Privathäusern. Mit Nachdruck verwahrte sich Anderson dagegen, daß die Appelle an die Bevölkerung, sich für den nationalen Hilfsdienst zur Verfügung zu stellen, sich als Fehlschlag herausgestellt hätten In einigen Fällen seien Untergruppen bereits voll besetzt, in anderen hätten sich mehr Freiwillige geckaltes Wetter häufige Erip: Die Erkältusß sehr leidÄ allgemM 0ei andern. ias Fieber. ng verttW diese Ui Manche wei Ue| Mc (5| eiil Ansteckung * iibemie ^er nd en en tyanflavirt'Ä meldet, als man brauchen könne. Für die zivile Verteidigung verfüge man mindestens über 1,25 Millionen Freiwillige. Daily Mail" hält die Lieferung von Stahl- qeh'äusen für keinen Ersatz gegenüber dem tiefen, bombensicheren Gewölbe. — „Daily C x P r eh wirft der Regierung Kopflosigkeit und Unbeständigkeit in ihren Luftschutzmaßnahmen vor. Einmal hätte es geheißen: „Macht eure Häuser gasdicht und klebt braunes Papier über die Fenster!" Ein anderes Mal seien Stahlhütten geliefert worden; bald werde wieder etwas anderes kommen. — „News Chro- nicle" schreibt, es fei kein Argument zu sagen, daß Fliegerbomben abgeworfen werden könnten, die schwerer als 500 Pfund seien. Dann müßten eben unterirdische Zufluchtsräume geschaffen werden in einer Tiefe, die eine 500-Pfund-Bombe nicht erreichen könnte. Die Frage des ausreichenden Luftschutzes dürfte noch zu heftigen innerpolitischen Auseinandersetzungen führen. I# l ■ 'WUU I i- * wr 0' '! s • WM- :: I E x 5 "‘^1$: * ■ /' - - S „Ohne das scharfe Schwert zerbricht der Friede." Generalfeldmarschall Gorina spricht in der Feierstunde am Tage der Luftwaffe. Berlin, 1. März. (DNB.) Feierliche Flaggen- paraden verbunden mit Appellen, leiteten in den Standorten diesen ersten Tag der Luftwaffe im Großdeutschen Reich ein. Auch die Bevölkerung der Reichshauptstadt zeigte ihre enge Verbundenheit mit unseren Fliegern. Ein prächtiges Bild boten die zur Parade angetretenen Ehrenformationen mit Front zum Luftfahrtministerium. Das Musikkorps des Regiments General Göring bildete den rechten Flügel an der Ecke Leipziger Straße / Wilhelmstraße, an den sich die Fahnenabordnung, zwei Kompanien des Regiments General Göring, eine Kompanie der Luftkriegsschule Gatow, zwei Fliegerkompanien, zwei Flakbatterien, zwei Nachrichtenkompanien und eine Kompanie des Wachbataillons der Luftwaffe an» schloffen. Unter den Klängen des Präsentiermarsches der Flieger schritt Generalfeldmarschall Göring, gefolgt von den Generalen Stumpfs, Kesselring und Weise, die Front ab und begab sich sodann durch den Ehrenhof des Luftfahrtministeriums zum Ehrensaal. , „ Mit den Vertretern aller Wehrmachtsteile waren hier zahlreiche Reichsminister und Staatssekretäre, die Führer der Formationen der Bewegung und zahlreiche andere Ehrengäste zur Feierstunde versammelt. Man sah den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, und den Befehlshaber der Heeresgruppe I, Generaloberst von Bock, die R e i ch s m i n i st e r Gürtnsr, Rust, Graf Schwerin-Krosigk, Dr. Dorpmüller und Ohnesorge, ferner Öle Reichsleiter Dr. Ley, Reichsführer ff Himmler, Bormann, Douhler, den Stabschef der SA. Lutze, NSKK.-Korpsführer Hühnlein, Reichs- fugendführer von Schirach und vom NS.-Flieger- korps Gruppenführer Saucke, die Chefs der Luft- flottenkommandos, die Kommandieren Generale der Luftwaffenkommandos, die Kommandeure der Fliegerdivisionen und der Luftwaffenlehrdivision, die Luftgaukommandeure, die Abteilungschefs im Reichsluftfahrtministerium sowie je einen Offizier der höheren Stäbe der Geschwaderregimenter, Fliegerersatz- übteilungen Und Schulen der gesamten Luftwaffe. Der Chef der Zentralabteilung im Reichslust- sahrtministerium, General der Flieger von Witze n d o r f, meldete dem Generalfeldmarschall, der, begleitet von dem Ches der Luftwehr, General der Flieger Stumpfs, dem Ches des Generalstabes der Luftwaffe, Oberst Jefchonnek, dem Chef der Luftflotte I, General der Flieger Keffel- ring, und Generalmajor Bodenschatz den Festsaal betrat. Klänge des Musikkorps des Flieger- Horstes Staaken leiteten die Feier ein. Dann nahm Generalfeldmarschall Göring das Wort. Göring spricht. In seiner Ansprache führte Generalfeldmarschall Göring aus: Wir feiern heute erneut den Tag der deutschen Luftwaffe. Dieser Tag soll nicht nur ein Festtag für uns allein fein, sondern auch für das ganze Volk und das ganze Reich Denn er ist ein Tag großer Tradition, ein Tag aber auch des Gedenkens und eine Paroleausgabe für die Zukunft. Es ist unsere Pflicht, am heutigen Tage uns vor allem öerqx zu erinnern, die in' den vergangenen Jahren jur Führer und Reich ihr Leben gelassen haben in freudiger Hingabe. In allen Gauen des Deutschen Reiches aber auch fern der Heimat haben blutjunge deutsche Flieger ihr Leben eingesetzt ver- loren und zum Opfer gebracht, auf daß die Luftwaffe dieses Reiches größer und stärker und das Reich selbst herrlicher werde. An einem solchen Gedenktage müssen wir uns einmal vor Augn führen, wie ungeheuerlich stark sich die Welt draußen und drinnen geändert hat. Kein Tag wäre dazu besser geeignet als der heutige, der so viel Glanz, strahlenden Glanz, verbreitet. Da vergißt man leicht, daß es einmal um Deutschland finstere Nacht war. Wenn Sie sich an die Zeit vor 20 Jahren zurückerinnern, ein zerrissenes, ohnmächtiges, ausgeblutetes Deutschland, ein Deutschland in Fieberzuckungen, von dem damals am 1. März 19)9 niemand wußte, ob es überhaupt bestehen blieb oder ob deutsch nicht wieder nur ein Begriff werden würde, wie einst In früheren Jahrhunderten. Wir muhten damals die deutsche Luftwaffe 3 e r ft ö r e n , und es beteiligten sich viele Hände ehr fleißig an diesem Zerstörungswerk in dem alschen Wahn, dadurch für sich selbst bessere Aus- ichten schaffen zu können. So versank die deutsche Luftwaffe in allem, was materiell war. Nur den Gei st, den konnten sie nicht töten! Und dieser Geist wurde gehütet von nicht wenigen. Es waren tapfere und kühne Männer, die noch an Deutschland und seine Zukunft glaubten. Sie fühlten und wußten, daß dies nicht das Ende der deutschen Luftwaffe sein dürfte und fein konnte. Die Dor- ehung des Allmächtigen war für Deutschland. Und so kam die Machtergreifung und damit ein Aufstieg, wie er wohl in der Geschichte niemals seinesgleichen finden wird. Nun erwies sich die Kraft und Genialität unseres Führers, der ein neues Deutschland schuf. Wir in der Luftwaffe bekamen g e - maltlge Aufgaben gestellt, die für jeden von uns die schönsten und größten seines Lebens waren. Wir durften eine neue deutsche Luftwaffe aufbauen. Dann kam der Tag, an dem wir auch nicht mehr zu schweigen brauchten, und das war der 1. März 1935. Und wir können es wirklich sagen: Wie aus der Asche einst der Vogel Phönix emporstieg, so stieg die neue deutsche Luftwaffe empor. Wenn auch damals noch in bescheidenen Grenzen, war sie doch schon stark genug, um als Risikoflotte den weiteren Aufbau zu sichern und die Verkündung der allgemeinen Wehrpflicht durch den Führer norjubeteUen. heule nun feiern wir wieder den lag der Luftwaffe. Ganz, ganz anders stehl es fehl in Deutschland aus: (Ein freies Volk stehl auf freiem Grund. Dieses Land gehört wirklich uns. Die Ströme sind wieder unser geworden. Die deutsche Ehre ist wiederhergeslellt. Und das Gewaltigste ist, der Traum der Deutschen ist erfüllt: Großdeutschland ist gegründett 80 Millionen eines einheitlich geschlossenen Volkes füllen heute den deutschen Raum. Generalfeldmarschall Göring betritt, begleitet vom Ches des Ministeramts, Generalmajor Bodenschatz, den Ehrensaal des Ministeriums. In der Reihe der Ehrengäste (von rechts) Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk, Generaloberst Keitel, Generaladmiral Dr h. c. Roeder, Generaloberst von Bock, Reichsjustizminister Dr. Gärtner, Reichsoerkehrsminister Dr. Dorpmüller (halb verdeckt), Reichsleiter Dr. Ley und Stabschef Lutze. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das deutsche Volk ist, daran wird die Welt wohl nicht zweifeln, eine der hervorragendsten Nationen, die jemals die Erde bevölkert haben. Wenn auch chließlich durch Umstände besonderer Art besiegt, zeigte dieses deutsche Volk im Weltkrieg eine Wider- tandskrast wie kein Volk der Erde. Abgeschnitten von allen Rohstoffgrundlagen kämpfte Deutschland über vier Jahre lang den heroischsten und gewaltia- ften aller Kämpfe. Wenn es schließlich erlag, so nicht der Waffengewalt der Gegner. Das ist heute zur geschichtlichen Tatsache geworden. Ich war immer überzeugt, daß wir durch Waffengewalt unbesiegbar sind. Wenn dann unser Volk durch die richtige Führungdie notwendige Konzentration aller Kräfte erhält, dann ist es überhaupt unüberwindlich. Das hat dieses letzte Jahr 1938 wieder herrlicher denn je gezeigt! 80 Millionen eines einigen Volkes! Daß hier nicht verschiedene Rassen durcheinandergewürfelt sind, ist allein schon ein ungeheurer Quell der Kraft. Durch die Maßnahmen der Partei mit allen ihren Gliederungen, durch unermüdliche Arbeit auf allen Gebieten der Dolkserziehung und der Dolksschaffung, durch Hygiene und Dvlksgesund- heitspflege, durch die Betreuung von Mutter und Kind wird aber dieses Volk noch stärker und ft ä r t e r werden, es wird von Jahr zu Jahr wachsen. Wir werden mit ganzer Kraft dafür sorgen, daß der Gesundheitszustand des deutschen Volkes die Bürgschaft für zweierlei ist: Erstens: Daß aus diesen 80 Millionen 100 Millionen werden und zweitens, daß die körperliche Widerstandskraft des deutschen Menschen jeder Anstrengung und Strapaze gewachsen ist. Dafür ist die Partei vom Führer eingesetzt. Meine Herren! Sie können nicht bestreiten, daß die Partei alle ihre Aufgaben, für die sie eingesetzt war, gelöst hat. Ich bin überzeugt, sie wird auch diese Ziele erreichen und uns damit in jedem Jahrgang, den wir zum Wehrdienst einziehen, gesunde und gestählte Menschen geben. Und wir wissen, daß nach den schwächeren Jahrgängen der Kriegszeit wieder Jahrgänge von doppelter und dreifacher Stärke in unsere Kasernen, strömen werden. Aber: Mögen die Jahrgänge der jungen Mannschaft später einmal auch noch so stark sein, dienen will jeder junge Deutsche, dieser Ehre will jeder teilhaftig fein. wir können heule schon erkennen, wie groß der Rahmen zu spannen Ist, um Deutschlands Wehrkraft in Zukunft bis zum letzten auszuschöpfen. Und es ist die Wehrkraft des deutschen Menschen! hier liegt ja das unendliche Uebergewichl, das wir gegenüber unseren sogenannten Gegnern besitzen. Den deutschen Menschen können sie nicht nachmachen. 3n Charakter und Fähigkeiten des deutschen Menschen müssen wir die entscheidende Kraft sehen. Wir müssen davon abkommen, nur zahlenmäßige Betrachtungen anzustellen. Ich weigere mich, einen deutschen Soldaten einem Soldaten dieser oder jener Rasse gleichzusehen: denn es gibt Rassen, die in ihrer militärischen Veranlagung so unterlegen sind, dah hier ein Deutscher ein Vielfaches aufwiegt, wir müssen in Betracht ziehen: 3m einzelnen deutschen Menschen, in seiner Ausbildung, in seiner Gesinnung und in seiner Elnsahkrast liegt die Quelle für eine gewaltige Stärkung unserer militärischen Macht. Selbstverständlich muh man ihn auch mit dem erforderlichen Material und den besten Waffen ausrüsten. Das vergangene Jahr war auch für uns ein Jahr der Bewährung. Als der Führer zur Befreiung der Ostmark rief, waren es die Geschwader unserer Luftflotte, die zuerst Hoffnung, Zuversicht und Glauben in die Ostmark getragen haben. Sie kündeten: Der Führer kommt, und mit ihm kommen die deutschen Soldaten, kommt die deutsche Wehrmacht! Die Stunde der Befreiung schlägt. Und dann kamen schwere Tage, kam die Sorge, ob Krieg oder Frieden. Und hier hat sich wieder die Erkenntnis bestätigt: Der Friede wird nur durch ein scharses Schwert gesichert! Ohne das scharfe Schwert zerbricht der Friede! Wenn in jenen Septembertagen der Friede gewahrt wurde und Deutschland sein Recht erhielt, bann nicht etwa deshalb, weil das gesamte Ausland Deutschlands Recht anerkennen wollte — das hätte es ja schon früher gekonnt —, sondern weil es wußte: Wenn die Frage nicht auf friedlichem Wege S wird, dann wird der Befehl an die deutsche macht gegeben, die Frage mit anderen Mitteln zu lösen. Und man wußte im Auslande, daß wir hier nicht blufften! Ihr Kameraden wißt es am besten: In jenen Tagen ftanben mir bereit. Ein Befehl: Und eine Hölle, ein Inferno wäre dem Gegner bereitet worden, ein kurzer Schlag, aber feine Vernichtung wäre vollständig gewesen. Wir danken heute mit dem ganzen Volke dem Allmächtigen, daß er Europa vor den Schrecken des Krieges bewahrt hat. Der Friede blieb erhalten, weil in Deutschland ein eiserner Wille herrschte und hinter diesem eisernen Willen Geschwader, Divisionen und Schiffe bereit standen. Was in den wenigen 3ahren seit dem denkwürdigen 1. März 1935, dem Befehl des Führers gemäß, auf dem Gebiet der Luftverteidigung geschaffen wurde, ist nicht zuletzt auch der freiwilligen Mitarbeit des ganzen Volkes zu danken. Wir wollen es nie vergessen, daß dieses Volk ungeheure Opfer an Gut und Arbeitskraft gebracht hat und weiter bringen muh, um eine so herrliche und schlagkräftige Waffe aufbauen zu können, sie stets auf dem neuesten Stand zu halten und weiter zu entwickeln. Am heutigen Tage und in dieser Stunde bewegt mich ein Gefühl heißen und tiefen Dankes für alle, die mich bei bei Lösung der vielseitigen und gewaltigen Aufgabe tatkräftig unterstützen. Jeder Soldat der Luftwaffe und namentlich jeder Offizier soll die Mitarbeit auch des einfachsten Volks- genossen nicht gering achten. Sein Stolz sei es, Sohn dieses großen und opferbereiten Volkes zu sein. Auch der ärmste Volksgenosse hat sein gerüttelt Maß an Opfern für diesen Aufbau gebracht. Wir alle wollen stets eingedenk fein, daß wir ein Teil dieser Volk sge- m e i n s ch a f t sind und bleiben wollen. Die Offiziere sind dafür verantwortlich, daß die Truppe stets von nationalsozialistischem Geist erfüllt ist. Das bedeutet vor allem unbedingte Treue und heiße Liebe zum Führer, dem wir alles verdanken, und blinden Gehorsam seinen Befehlen! Ferner Opferbereitschaft, Pflichterfüllung und Kameradschaft — das sind uns selbstverständliche Tugenden. Nur auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung ist es auch mög« lief), die Einheit zu erhalten, die stets und überall erforderlich ist, um Freiheit und Unabhängigkeit des Volkes allezeit zu bewahren. Glauben Sir mir, die Einigkeit ist das Fundament der Nation. Neue große Aufgaben liegen vor uns. Auf keinem Gebiet, weder bei den Fliegern, noch bei der Flak oder bei der Nachrichtentruppe, auch nicht im zivilen Luftschutz darf gerastet werden. Dies erfordert gebieterisch die gesamt weltpolitische Lage. Ein Blick über die Grenzen hinaus zeigt, daß große Staaten, die sich in nicht mehr zu überbietender Anmaßung als Hüter der Kultur betrachten, von einem Rüstungsfieber ohnegleichen erfaßt worden find. Während die Reden mancher ihrer Politiker von Friedensphrasen triefen und mit dem Del christlicher Nächstenliebe und demokratischer Unfehlbarkeit gesalbt sind, stellen sie alle verfügbaren Kräfte in den Dienst ihrer großen Aufrüstung. Und wenn sich dann im eigenen Lande Stimmen gegen diese übersteigerte Aufrüstung melden, dann ist es immer Deutschland, das hier als Sünde nbock herhalten muß. Man vergißt, daß der Führer immer wieder Vorschläge gemacht hat, die allein eine vernünftige Rüstungsbeschränkung hätten herbeiführen können. An uns ist es, den 7) orf prung in der Luftwaffe, den wir unweigerlich haben, der uns sogar vom Ausland zugegegeben wird, nicht nur zu halten, sondern weiterauszu- bauen. Die verantwortlichen für die Pro- duktionswerksiätten haben alles daranzufehen, die Leistung aufs äußerste zu steigern. wir müssen Flugzeuge in Zahl und Tiefe herausbringen, wie es unvorstellbar scheint, wie es aber im Reiche Adolf Hitlers, im Reiche der Autoritä durchaus möglich ist, wenn die Zusammenarbeit aller Stellen reibungslos und zielbewußt erfolgt, wie müssen weiter dafür sorgen, daß wir uns von Rohstoffen, die uns das Ausland unter keinen Umständen in ausreichender Wenge liefert, unabhängig machen. Ferner müssen wir dafür sorgen, daß wir immer wieder d i e n e u z e i t - lich sten und besten Konstruktionen bereitstellen. Die Flieger müssen unablässig üben im Zusammenhalt, im Zusammenflug, im Zusammenarbeiten mit Flak und Rachrichtentruppe. Aber ich kann noch so viel Flugzeuge Herstellen, ich kann die Produktion aufs Aeußerste steigern, es ist doch immer wieder der M e n s ch, der den Ausschlag gibt mit seinen Fähigkeiten und seinem Charakter allein. Darum habe ich mich heute Morgen an die deutsche Jugend gewandt und wende mich jetzt an die ganze deutsche Nation: Die Besten unseres Volkes gehören in meine Luftwaffe! hier müssen die kühnsten Menschen eingesetzt werden. Vom Flieger wird ein Höchstmaß an innerer Haltung gefordert. So lange es deutsche Jungen gibt, haben sie immer kühne Ideale. Und wo ist ein kühneres Ideal als i» der Luftwaffe, bei der Fliegerei? Ich bin überzeugt und weiß es: Die deutsche Jugend wird nach wie vor in Massen zu uns strömen, so daß wir die Möglichkeit haben, die Menschen zu stellen, die wir für unsere gewaltige Luftwaffe gebrauchen. Der Ausbau der deutschen Luftwaffe den die Weltlage gebieterisch von uns fordert, darf sich nicht allein auf die Zusammenballung von Material, auf die Ausweitung der Produktionsstätten und aus die Ausbildung der Menschen erstrecken, es müssen gleichzeitig überlegene Führung und straffste Organisation dazukommen. Ich verlange, daß an dieser Organisation auch im kommenden Jahr weiter gefeilt und gefeilt wird. Die einfachste Organisation wird auch hier die beste sein. So gebe Id) denn für 1939 die Parole: Die Luftwaffe erfordert in diesem Jahr noch eine gigantische und gewaltige Anstrengung. Ich verlange daher von jedem die letzte Hingabe an die Arbeit und an das Ziel. In diesem Jahre sollen wie nur daran denken, endgültig und für alle Zeiten der deut- schen Luftwaffe den Vorsprung zu sichern, der nie wieder eingeholt werden kann, mag kommen, was kommen will. Und darum schließe ich mit den Dorten, die ich heute Morgen der deutschen Jugend sagte: Ich. glaube an die sieghafte Äraft der deutschen Jugend und an die Unüberwindbarkeit unserer herrlichen Waffe, wir gedenken des Führers: Der Führer, unser Oberster Befehlshaber, dem in dieser Stunde der einzige Gedanke der Luftfahrt gehört: Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-heil! Mit den Liedern der Nation klang die eindrucksvolle Stunde der Erinnerung an die Erringung der Freiheit unserer Luftwaffe aus. Kurz nach 13 Uhr erschien der Generalfeldmarschall im Ehrenhof des Ministeriums an der Wilhelmstraße, von Tausenden, die Kopf an Kopf die gegenüberliegende Straßenseite, alle Balkons und Fenster besetzt hielten, mit tosenden Heilrufen empfangen. Als erste marschierte dann die Fahnenabordnung der Ehrenformationen vorüber, gefolgt von zwei Kompanien des Regiments Hermann Göring, unter dem alten Marschlied „Der Jäger aus Kurpfalz". Es folgte eine Kompanie der Luftkriegsschule Gatow, eine Kompanie Flieger, die Mannschaften zweier Flakbatterien und zwei Nachrichtenkompanien. Den Beschluß machten zwei Kompanien des Wachbataillons der Luftwaffe. Oer 9 November staatlicher Feiertag. Ein Erlah des Führers. Berlin. 1. März. (DRV.) Der Führer hat in einem im Reichsgefehbtatt veröffentlichten Erlaß den 9.Rovember, den Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung, zum staatlichen Feiertag erklärt. Gleichzeitig hat der Führer verfügt, daß der Heldengedenktag als Tag der Wehrfreiheit künftig am IS. März, und wenn dieser Tag ein Wochentag ist, am vorhergehenden Sonntag, in diesem Jahr also am 12. März, begangen werden soll. Line Verordnung über den Schuh des hel- dengedenklages wird ebenso wie über den Schuh des 9. Rovember demnächst ergehen. „Ich glaube an die sieghafte Kraft unserer Jugend." Görings Rundfunkansprache am Tage der Luftwaffe. In seiner Rundfunkansprache am Tage der Luftwaffe, die wir zum größten Teil bereits gestern veröffentlichten, führte Generalfeldmarschall G ö - ring zum Schluß aus: Die Elite o e r N a t i o n soll in unseren Reihen tehen, nur die Starken im Charakter, mr die, die sich höchsten Ruhm erwerben, denn höch- ter Ruhm winkt Ihnen. Denkt an die Namen eines llichthofen, eines Boelcke und wie sie heißen, all die ugendlichen Helden, einst und heute der Stolz der Nation. Wie jung waren sie mit ihren 17, 18, 20 Jahren, und doch, was galten sie schon ihrem Volke. Was für kühne Taten vollbrachten sie schon damals. Und das, meine Jungens, könnt i h r genau so, wenn das Vaterland euch rufen wird. Es ist noch ein ritterlicherKampf dort oben in den Wolken, an der Sonne. Man muß aber d i e Kühnheit im Herzen tragen. Wenn man diese Kühnheit irn Herzen trägt und verbindet mit Können und in einem unermüdlichen Eifer fleißig lernt und wieder lernt, jeden einzelnen Hebel am Flugzeug zu bedienen und das nötige Verständnis für las Fliegen aufbringt, dann weiß ich nicht, was es Schöneres geben kann als fliegen. Es ist ein königliches Gefühl, wenn ihr durch die Lüfte dahinbrauft und wißt: Unter euch liegt Deutschland, das ihr schützt. Und auf euren Schutz, auf eure tarfe Seele kommt es an, daß diesem Deutschland las kostbarste Gut bewahrt bleibt: der Friede. Und darum wende ich mich heute auch an die Eltern. Seid nicht zaghaft! So viele Volksgenossen haben ihre Söhne dieser Waffe geaeben, und wenn auch dieser und jener geblieben Ist, so wußten die Eltern: Es hat sein müssen! Sie gaben ihr Bestes dem Daterlande. Und so ist es zu allen Zeiten gewesen. Und wenn Deutschland aus dieser tiefen Nacht von Not und Elend, Schmach und Schande wieder emporgestiegen ist zur Höhe, dann darum, weil wir jetzt endlich wieder Deutsche geworden sind und jene Tugenden wieder als die höchsten achten, die uns zu allen Zeiten so stark gemacht haben. Hemmt nicht eure Kinder und eure Jungens, sondern glaubt daran, daß es für sie und für euch das Schönste ist, diese tausendjährige Sehnsucht der Menschen, fliegen zu können, wahrmachen zu dürfen Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß ich mich auch in Zukunft bei dem weiteren Aufbau und Ausbau der Luftwaffe auf die volle Begeisterungsfähigkeit unserer Jugend verlassen kann, wie ebenso auf das Verständnis der Eltern. Junge deutsche Mannschaft hat einst in schwerster Zeit aus eigenem Antrieb für des Vaterlandes Größe gekämpft und keine Opfer gescheut. Diese heroische Tradition lebt in dem nationalsozialistisch erzogenen deutschen Nachwuchs stärker und bewußter denn je zuvor. In ihren Adern fließt das gleiche Blut, in ihren Herzen wohnt der gleiche Geist. Ich glaube an die sieghafte Kraft unserer Jugend. Ich glaube o" die Unüber- windlichkeit der deutschen Luftwaffe. Aulofallensteller und Wegelagerer haben den Kopf verwirkt. Oie Straßen des Führers kein Tummelplatz für Banditen. — Noch niemand blieb unentdeckt. Autofallenrauber Gose hingerichlel. Berlin, 2. März. (DRV. Funkspruch.) Die Justizpresfestelle Berlin teilt mit: Heule ist der am 13. Februar 1920 geborene Arthur Gose hingerichlel worden, der am 27. Februar 1939 vom Sondergericht in Berlin wegen Stellens von Autofallen zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Gose hatte am Abend des 23. Februar 1939 auf der Landstraße Marzahn — Hönow bei Berlin vier Autofallen g e st e l l t, den In- fassen eines Wagens auch beraubt. Durch die wenige Tage nach Begehung des Verbrechens erfolgte Vollstreckung des Todesurteils haben feine Untaten, die in der Oeffentlichkeit großes Aufsehen und berechtigte Empörung hervorgerufen haben, ihre schnelle und gerechte Sühne gefunden. Das Stellen von Autofallen wird immer mit dem Tode beftraft. — Es kostet den Kopf. Der nationalsozialistische Staat, der allen Schädlingen am Volkskörper den Kampf anfagte, hat insbesondere mit der gnadenlosen Ausrottung der Autofallen st eller, der Straßenräuber und der Wegelagerer begonnen. Unter dem Landfrieden, den der Führer in Großdeutschland stiftete, ist kein Platz mehr sÜr den gewissenlosen Verbrecher, der um der persönlichen Bereicherung willen das Leben eines andern vernichtet ober auch nur gefährdet. Auf den Straßen des Führers soll und muß jeder auch in der Einsamkeit bei Taa und Nacht so sicher sein wie zu Hause. Wer als Autofallensteller ober als Straßenräuber den deutschen Verkehr behindert, begeht eine Tat vtm solcher Gemeinheit, daß er den Kops verwirkt hat. Deshalb wurde am 22.Juli 1938 Das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen (RGB. 651) erlassen. Es sieht die Todes- ft r a f e vor. Das Gesey sand bisher in folgenden Fällen Anwendung: 1. Heinrich Ianys , Hamburg, stellte am 9. und 16. September 1938 zwei Autofallen. Am 19. September wurde er wegen Einbruches feftgenommen. Am 21. September wurde er als Täter der Autofallen erkannt. Am 17. Dezember wurde die Anklage erhoben. Am 20. Dezember sprach das Sondergericht in Hamburg das Todesurteil aus. Am 22. Dezember erfolgte die Hinrichtung. Janys hatte sich in zwei Fällen in der Dunkelheit durch Miet-Kraftwagen in einsame Straßen fahren lassen, um die Kraftwagen- sÜhrer zu berauben. Am Ziel überfiel er die Fahrer, wobei er den einen niederschoß und schwer verletzte, dem anderen Pfeffer in die Augen streute. Er glaubte nicht, daß man ihn entdeckte. 98 Tage nach der Tat waltete der Scharfrichter seines Amtes. 2. Hans Hahn, Erfurt, erschoß am 12. Oktober 1938 den Kraftdroschkensahrer Taubel in der Nähe des Wannsees bei Berlin in heimtückischer und brutaler Weise, um ihn zu berauben. Am 16. November wurde er von der Polizei festgenommen. Am 21. November wurde die Anklage erhoben. Am 23. November sprach das Sondergericht Berlin das Todesurteil. Am 24.November, allo bereits am nächsten Tage, wurde Hans Hahn hingerichtet. 42 Tage nach seiner gemeinen Tat fiel fein Kopf. 3. Herbert Reif und Hans Horn, beide aus Eisenach, hielten am 13.November 1938 auf der Neichsautobahn bei Heidelberg den Bäckermeister Müller mit feinem Wagen durch Winke an und baten ihn um Mitnahme, wie sie es schon an den Vortagen in vier Fällen mit anderen Kraftwagenfahrern getan hatten. Während der Fahrt schlug Reif verabredungsgemäß von dem hinteren Sitz aus mit einem versteckt gehaltenen schweren Eisenhammer dem Kraftwagenfahrer mehrmals auf den Kopf und verletzte ihn schwer. Bereits am 15. November wurde Anklage erhoben. Am 29. November sprach das Sondergericht Mannheim das Todesurteil. Am 1. Dezember wurden Herbert Reif und Hans Horn hingerichtet. Bereits nach 17 Tagen wurde die Tat gesühnt. 4. Wolfgang Htoklossa, Hamburg, mietete sich in der Nacht vom 28. zum 29. November 1938 eine Autodroschke, ließ sich In eine einsame Gegend fahren, zwang dort den Fahrer mittels vorgehaltener Pistole zum Aussteigen und zur Herausgabe feines Geldes und floh dann mit dem Kraftwagen. Am 4. Dezember erfolgte die Festnahme. Am 19. Dezember wurde die Anklage erhoben. Am 21. Dezember sprach das Sonderaericht Hamburg das Todesurteil. Am 23. Dezember wurde das Urteil vollstreckt. 24 Tage nach der Tat! 5. Willi Heller, Schwarzenbach (Saale) brachte am 13. Dezember 1938 auf der Fahrt von Nürnberg nach Fischbach dem Fahrer des von ihm gemieteten Kraftwagens, Josef Weidner, hinterrücks einen Schuß unterhalb der rechten Schläfe bei, In der Absicht, ihn zu töten und zu berauben. Als er später auf der Flucht von Polizeibeamten gestellt wurde, gab er mehrere Schüsse ab und verletzte zwei Beamte. Am 14. Dezember wurde die Anklage erhoben. Am 16. Dezember sprach das Sondergericht Nürnberg das Todesurteil. Am gleichen Tage noch erfolgte die Hinrichtung! Drei Tage nach der Tat! Diese Fälle beweisen, daß keiner sich einbilden darf, es werde gerade ihm gelingen, unentdeckt zu bleiben. Die deutsche Polizei, die sich auf die Mitarbeit der Oeffentlichkeit verlassen kann, erwischt jeden! Keiner der Banditen hätte seine Tat begangen, wenn er nicht geglaubt hatte, er werde entwischen können. Es ist keiner von ihnen entwischt! Irgendeine, vielleicht noch so kleine Spur führte zur Entdeckung. Ist eine solche Tat begangen, dann folgt ihr, früher oder später — meist aber früh! —, hie Todesstrafe. Es gibt keine Gnade für Autofallenräuber. Ob jung oder alt, ob reich, ob arm, Kopf ab. Pardon wird nicht gegeben. Die Straßen des Führers dienen dem schaffenden Volk, sie sind kein Tummelplatz für Banditen. Neuer Letter des Gauamtes für Kommunalpolitik. NSG. Arn Mittwochabend führte Gauleiter Sprenger den Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Mix als Leiter des (3 a u a m i e s für Kommunalpolitik ein, das bisher der Stellvertretende (Bauleiter Linder geleitet hatte, der dieses Amt infolge feiner Berufung zum Stellver- tretenden Gauleiter nach einer Verfügung des Stellvertreters des Führers abgeben muß. Der Stellvertretende Gauleiter ab einen Rückblick auf die Entwicklung des Kommunalpolitischen Amtes. Das Amt hat die Verantwortung für eine nationalsozialistische Gemeindepolitik zu tragen, wobei es sich in erster Linie an die Menschen wendet. Diese Arbeit wird wesentlich durch die kommunalpolitische Schule unterstützt, die seit 1934 in 86 Lehrgängen 3400 Bürgermeister, Beigeordnete usw. geschult hat. Der neue Gauamtsleiter Dr. Mix, Der im 40. Lebensjahr steht, ist im ehemaligen Westpreußen geboren. Nach Ablegung des Kriegsabiturs tarn er zur Infanterie, später ging er zur Luftwaffe über, bei der er mehrere Luftsiege zu verzeichnen hatte. Nach dem juristischen Studium legte er 1921 die Referendarprüsung und das Doktorexamen ab, 1924 roure er Regierungsassessor. Von 1927 bis 1931 war er besoldeter Stadtrat in Mühlhausen in Thüringen, 1931 bis 1933 zweiter Bürgermeister in Stolp, 1933 bis 1934 zweiter Bürgermeister in Stettin und 1934 bis 1937 Oberbürgermeister in Tilsit. Am 1. April 1937 wurde er als Oberbürgermeister nach Wiesbaden berufen. In die NSDAP., in der er Kreis- und Gaurichter, zuletzt Kreisamtsleiter war, ist er Im Frühjahr 1932 eingetreten. Kleine politische Nachrichten. Beim Führer fand zu Ehren des Diplomatischen Korps eine Abendtafel statt, an der sämtliche in Berlin beglaubigten Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger sowie die Reichsmini- fter, mehrere Reichsleiter und leitende Beamte des auswärtigen Dienstes des Reiches mit ihren Damen teilnahmen. Der Führer empfing in der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsminifters des Auswärtigen zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben den litauischen, den bolivianischen und den siamesischen Gesandten, die kürzlich als Vertreter ihrer Länder in Berlin ernannt worden sind. * Mit dem 28. Februar 1939 scheidet aus dem aktiven Wehrdienst unter Verleihung des Rechtes zum Tragen der bisherigen Uniform aus der General der Flieger Zander, Kommandierender (Benerat der Luftwaffe See. Mit Wirkung vom 1. März 1030 wird ernannt der Generalmajor Schubert zum Inspekteur der Wehrwirtschaftsinspektion. Die Reichsfrauenführerin Frau S ch o l tz - K1 i n k ist von der italienischen Kronprinzessin empfangen worden, die sich über die Aufgaben der Reichsfrauenführung und deren Organisation berichten ließ. Die Neichsfrauensührerin hat die Frauenakademie für Leibesübungen in Orvieto besichtigt, ferner zwei Frauenschulen der Faschistischen Partei und die Autarkie-Ausstellung. In Stuttgart fand dieser Tage eine Arbeitstagung der Reichs st udentenführu na und aller Gaustudentenführer unter Leitung des Reichs- ftudentenführers Dr. Scheel statt. Die Tagung befaßte sich mit allen Fragen, die zur Zeit Im Brennpunkt des studentischen Lebens stehen. In Frankfurt a. M. trat Oberlandesgerichts- präfibent Otto Stadelmann nach Erreichung her Altersgrenze in ben Ruhestand. Er wurde 1901 Ge° Vor dem Einseifen die Haut mit NIVEA geschmeidig machen, dann Ist das Rasieren ebenso schmerzlos wie ein Haarschnitt richtsaffeffor, war bann Landrichter in Saarbrücken, Landsgerichtsdirektor in Potsdam, feit 1925 Senats* Präsident am Oberlandesgericht Frankfurt a. M. und am 1. Juni 1933 zum Oberlandesgerichtspräsibenten berufen. Der chinesische Botschafter in London erklärte, gegenwärtig würden in China über 2,4 Millionen Mann ausgebildet, von denen je ein Drittel in den vonJapan besetzten Gebieten zur regulären Kriegführung und zum Guerillakrieg verwendet werden sollten. Insbesondere dieser solle erheblich verstärkt werben. * König Boris von Bulgarien ift. auf der Rückreise von Italien in Belgrad eingetroffen. Er hatte eine Unterredung mit Prinzregent Paul von Jugoslawien. Erhöhung der Preisaufschläge für Weizen in Kraft gesetzt. Die vor einigen Tagen angefünbigte Erhöhung der Preisaufschläge für Weizen ist nunmehr durch Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft mit Wirkung vom 1. März 19 39 in Kraft gesetzt worden. Wie früher dargelegt worden ist, soll diese Maßnahme dazu dienen, denjenigen Erzeugern und Verteilern, deren Getreide aus technischen Gründen in den nächsten Wochen noch nicht abgenommen werden kann, die Möglichkeit späterer Ablieferung oder Einlagerung zu geben, ohne daß sie dabei Verluste erleiden. Das Konklave zusammengetreten. R o m, 1. März. (Europapreß.) Nachdem alle Kar- dinäle in Rom eingetroffen sind, ist das Konklave am Mittwochnachmittag, genau 18 Tage nach dem Tode Pius' XL, zufammengetreten. Die Kardinäle leisteten in der Sixtinischen Kapelle den Eid, die Bestimmungen der apostolischen Verfassung über die Papstwahl zu achten und über alle Vorgänge im Konklave Schweigen zu bewahren. Darauf folgte die Vereidigung der Marschalls und des Gouverneurs des Konklave. Die erste Abstimmung wird amDonnerstagmorgen nach her Messe erfolgen. Aus aller Welt. RSKOV.-Heim zur Behandlung encephalitis- kranker Frontsoldaten in Kassel. Die großen Erfolge, die die K o n i g i n - Elena- Klinik in Kafsel-Herlishausen bisher mit der Behandlung der Encephalitis (Gehirnentzündung) aufzuweisen hat, haben den Reichskriegs- opferführer Oberlindober veranlaßt, über die behördliche Heilfürsorge hinaus die Mittel der Nationalsozialistischen Kriegsopferoersorgung auch dafür einzusetzen, encephalitiskranken Frontsoldaten aus dem ganzen Reich Heilung ober Besserung ihres Leidens zu verschaffen. Die Reichsdienststelle her NSKOD. wird daher ein Heim der NSKOD. errichten, das pachtweise der Konigin-Elena-Klinik überlassen werden soll. Dieses Heim wird 35 Krankenbetten Platz bieten, so baß nach Fertigstellung rund 140 Patienten in her Klinik und bem Heim her NSKOV. Aufnahme finden werden. Das Heim, mit dessen Bau am 1. April begonnen werden (oll, wird noch in diesem Jahre seiner Bestimmung übergeben werden. Ein Massenmörder in Lyon verhaftet. Die Polizei in Lyon verhaftete nach einem heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf mehrere Beamte verletzt wurden, zwei Schwerverbrecher, von denen der eine, Charles Philip, nach eigenem Geständnis nicht wenige als zehn Morde auf bem Gewissen hat. Die polizeiliche Vernehmung dieses Massenmörders ist noch nicht beendet, doch scheint es, daß seine Aussagen den Tatsachen entsprechen. Die ,/Bremen“ in der Magellan Strahe. Der Ozeandampfer „Breme n" traf am Dienstag in Punta Arenas, der südlichsten Stadt des Erdballs, ein, nachdem er dem Hafen Puerto Montt einen kurzen Besuch abgeplattet hatte. In Puerto Montt besuchten 1000 Personen aus allen Teilen Südchiles die „Bremen", darunter viele deutsche Siedler. In Punta Arenas veranstaltete die deutsche Kolonie einen Kameradschaftsabend zusammen mit der Besatzung her „Bremen". Wetterbericht Der Hochdruckeinfluß über dem Festlande hat sich wesentlich verstärkt, so daß die atlantische Störungstätigkeit wieder zurückgedrängt worden ist. Bei nur schwacher ßuftberoeaung herrscht teilweise auf geheitertes und niederschlagsfreies Wetter mit leichten Frosten. Vorhersage für Freitag: Heiter bis wolkig, trocken, nachts leichte Fröste. Tagestemperaturen etwas ansteigend, schwache Winde. Lufttemperaturen am 1. März: mittags 6 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 2. März: morgens 1,1 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum heute nacht —1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abends 4,1 Grad: am 2. März: morgens 2,9 Grad. Sonnenscheinhauer 1,5 Stunden. Ä 1489D Gießen, den 1. März 1939, 1487V F.21 14850 Klein-Linden, den 1. März 1939. 01019 Sabinen cinci KM !■ KN WW W> W» öl QHi Die Beerdigung findet Freitag, den 3. März, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerbaus Brauhausstraße 12 aus statt S)auptfd)rmieiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. Geräumige 5-3lmmer- wohnung Nähe Universität wird gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unter 01028 an den Gieß. Anz. In tiefer Trauer: Margrit Cordier, geb. Mühlhäufier und Kinder Heinrich Cordier in Landau Elisabeth Mühlhäußer-Weydmann. Ebem. jüngerer Polizeibeamter sucht Vertrauensposten Schriftliche Angebote u. 01035 an den Gießener Anzeiger erbet. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. März, 11V* Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. In stiller Trauert Marie Fink, geb. Hofmann Familie Otto Keil II. Familie Otto Fink Emma Fink Otto Neidei. Heuchelheim, den 28. Februar 1939. Statt Karten! Heute morgen 8 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treuer Vater, Sohn und Schwiegersohn Bruchbänder Senkfußeinlagen Anfertigung in eigen. Werkstätte Kurt Kling, vormals Heger Nachf. Bandagistenmeister, Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen. Dam.-Bedien. Aeltere h86d selbständige Hausangestellte zum 15. März o. 1. Avril gesucht. BöüetelBenöe Crednerstratze 34 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem frühen Hinscheiden meines teuren, unvergeßlichen Gatten und unseres lieben Vaters, für die Kranzspenden und vielen Beileidsbezeugungen in Worten und Taten sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Frau Tilly Gümbel und Kinder, Baue gut.... mit Abermann Myelin sucht Beschäftigung für Monat März,auch stundenweise. Sckr. Ang. unt. 01026 a.d.G.A. D. Dr. Leopold Cordier Universitätsprofessor Fünf blonde Schwestern - weltberühmt Glück und Ende der „Barrison Sisters“. Interpress Copyright=Seud)t von Isabel. Nundsunkprogramm Freitag, 3. INärz. 5 45 Uhr: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Aus der Rollschuhbahn. 10: Schulfunk: Aus dem Tagebuch der Schwester Gertrud. 10.30: Kampfsport in der Hitler-Jugend. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Erna Sack — Karl Schmitt-Walter und das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 16: Fidele „Saitensprünge". Das kleine Orchester in froher Laune. Einlage 17 bis 17.10: Bilderbuch der Woche. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Im Erbbiologischen Institut Gießen. 18.30: Allerlei Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Musikalischer Wunschzettel zugunsten des WHW. 20.45: Kammermusik von Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. Samstag, 4. INärz. 5.45 Uhr: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland: „Aber ich kann die Kinder doch nicht allein lassen". 10: Schulfunk: Spione! Verräter! Saboteure! Eine Hörfolge. 12: Aus Neuwied Platzkonzert. 13: Nachrichten' 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Startbereit! Die neuesten Schallplatten stellen sich vor! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: So lösen wir das Pfand. Unsere Jungmädel bei fröhlichem Spiel. 16: Wunschkonzert. Gibt's Schöneres im Leben als andern Freude geben? Sie spenden — wir senden fürs WHW. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19 30- Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Wunschkonzert. 22; Nachrichten. 22.30 bis 24: Wunschkonzert. . WM! 17jährig. Mädel sucht Stelle zum 1. Avril in gut. -Hause. Angebote unter 01022 a.d.G.A. KleineAnzetgev im ffliefienet Anzeiger werden von Tarnenden beachtet unD geleiert. restlos beseitigt! Für Mk2.io. ober nur in Apotheken! Universitätsapotheke z. goldener Engel, Pelikanapotheke. 1009V ZemsimStnimpse auck seidene, werden schnell, fast wie neu, wieder hergeftellt. Füßlinge nicht abfchneiden. i-vev Strickerei Beck Neustadt 45 Kein Laden Eine Offenbarung für jeden Tierfreund! 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Offiziere wollten auf ihre Karriere verzichten, Familienväter schrieben die glühendsten Liebesbriefe, die jungen Männer um 1910 trugen in der Brieftasche das Bild der Schwestern und den Text von „Linger- Longer-Lou". Vergeblich appellierten Tausende von Ehefrauen an den häuslichen Frieden: die „Fünf Barrisons" stellten die Männerwelt auf den Kopf. Instinktiv wehrten sie sich gegen alle Heiratsanträge, vielleicht fühlten die Schwestern voraus, daß die Karriere zu Ende war, wenn sie sich trennten. Aber kurz vor dem Kriege wurde Lona, die tänzerische Leiterin der Truppe, die schönste und begabteste der fünf Schwestern, als erste diesem Prinzip untreu: sie heiratete den dänischen Redakteur Feron. Aber sie blieb ihrem Beruf treu, sie blieb die Leiterin, auch als Frau Feron. Aber sie hatte Schule gemacht: Inger folgte als Zweite dem Ruf ihres Herzens: ein steinreicher englischer Großgrundbesitzer heiratete diese Barrison-Sister vom Fleck weg — aber er stellte die Bedingung, daß Inger nicht mehr auftrat. Drei Jahre später ereilte Inger ein trauriges Schicksal: 1915, bei einem Zeppelin-Bombardement auf London kam die Zweitjüngste der Barrison- Sisters um! Die zurückgebliebenen Schwestern versuchten noch eine Zeitlang weiter aufzutreten — aber man wollte nicht zwei, drei oder auch vier Sisters sehen — man wollte alle fünf — oder keine! Zwei Schwestern heirateten nach Amerika, die jüngste, Gertrude, versuchte als Solo-Tänzerin zunächst in Wien ihr Glück. Aber der Erfolg blieb aus. Dann wandte sie sich der Astrologie zu, zuerst in Berlin und seit den letzten Jahren in der alten Heimat Kopenhagen. Auch Lona kehrte nach Kopenhagen zurück. Das riesige Vermögen der Barrissons zerflatterte in alle Winde... Nun starb L o n a, die schönste und begabtere, die Leiterin der „Fünf Barrisons". Noch einmal taucht die Erinnerung auf an diese fünf blonden Mädels, die ältere Generation hat noch einmal geschmunzelt und leise gesummt: „Linger-Longer-Lou". Man hat sie in der ganzen Variete-Welt gekannt: süß waren sie, blond waren sie — und ein ganz klein bißchen gewagt, aber eine ganze Generation hat sie oer göttert ...________________' Saus in Gießen, evtl. Vorort zu kaufen gesucht, gut rentier, als Kapital- Anlage, für 15 000—20 000 RM. Schriftliche Angebote unter 01015 an den Gießener Anzeiger. Zchremer und jg. Hilfsarbeiter in Dauerstellung gesucht. Vorstellungen bei vüromöbelfabrik H. 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Aber dieses Auftreten schien mit einer Katastrophe zu enden. Die fünf vergaßen völlig, was sie sollten: sie purzelten auf der Bühne herum, sie hopsten und sprangen, sie brachten sämtliche Schauspieler durcheinander. Der Manager fiel hinter den Kulissen in Ohnmacht, Vater Bareisen raufte sich die Haare, aber das Publikum schrie vor Begeisterung: „Barrisons — Barrisons — Barrisons!" Neuyork hatte seine Variete-Sensation, die „Fünf Sisters Barrisons" waren geboren. Und dann begann der märchenhafte Aufstieg dieser ersten „Sisters-Truppe". Die fünf Barrison - Mädels — den Namen Bareisen ließ man in der Versenkung verschwinden— waren nun jahrelang die ungekrönten Königinnen der amerikanischen Varietes. Die Revuedichter rissen sich darum, ihnen die Schlager zu schreiben, ihre Kostüme wurden weltberühmt. Sie traten auf in der gewagtesten Aufmachung, die der Männerwelt den Kopf verdrehte. Hochhackige schwarze Lackschuhe, Seidenstrümpfe mit pompösen Strumpfbändern, dann ein eng geschnürtes schwarzweiß-gestreiftes Seidenkorselet und als Glanzpunkt des Raffinements ein Strohhut in der typischen Kiepenform der „Heils- Armee"! Dazu sangen sie den Schlager „Linger- Longer-Lou", der der erste wirkliche „Welt"-Schla- ger geworden ist. Berlin war die erste europäische Station der Bar- rison-Sisters. Sie sprangen vom Broadway gleich auf die Bühne des Berliner Wintergartens. Uno der blaue Sternenhimmel dieses Varietes hat seine vorkriegszeitliche Glanzzeit und feinen europäischen Ruf mit den „Barrisons" zu verdanken. Noch heute hängt an der „Ehrenwand" des Wintergartens das Bild der fünf blonden Schwestern. Sie waren die erste — und vielleicht einzige Truppe, denen der Wintergarten einen vielmonatigen Kontrakt anbot. Die Schwestern kreierten hier einen neuen Schlager: sie traten auf, als Babys verkleidet, jede mit einem lebenden weißen Kätzchen auf dem Arm. Es war Kopenhagen, im Februar. Im St. Josephs Hospital in Kopenhagen starb in diesen Tagen Lona, die schönste und begabteste der weltberühmten „F ü n f S i st e r s B a r r 1 s 0 n , die Führerin dieser Tanzgruppe, die um die Jahrhundertwende eine Weltsensation war. „Die Barrisons, ach ja, die Barrisons! Lang, lang ist's her ..." Ein Schmunzeln geht über das Gesicht her älteren Herren, unsere Mütter kräuseln ironisch die Lippen. Ja, die Barrisons — das waren „dunkle Punkte" in ihrem Eheleben — aus die war man einmal als ganz junge Frau sehr eifersüchtig gewesen! Diese fünf blonden Schwestern hatten die ganze Männerwelt verhext, sie waren über sämtliche Variete-Bühnen der alten und der neuen Welt gewirbelt, sie waren die „tänzerischen Mutter" sämtlicher Sisters- und Girls-Truppen der Nachkriegszeit Die „Dolly-Sisters“, die „Tiller-Girls“ und wie sie alle heißen mögen: ihr Vorbild waren die fünf Schwestern Barrison! „Mein einziges Kapital: meine fünf Mädels!'' Die fünf Schwestern Barrison waren wirkliche Schwestern! Und das haben sie voraus vor fast sämtlichen „Sisters-Trupps". Ende des vorigen Jahrhunderts faßte der dänische Kaufmann Bar- eisen, dessen Vorfahren Deutsche waren, den schweren Entschluß, von Kopenhagen aus nach Amerika auszuwandern. Geld hatte er nicht, aber dafür fünf süße blonde Mädels, die älteste 19 und hie jüngste 9 Jahre alt. Die fünf Bareisen-Mädels, alle bildhübsch, alle gut gewachsen und mit einem unbändigen Temperament gesegnet, hatten schon in Kopenhagen Aufsehen erregt: bei einem Wohltätigkeitsfest waren sie zusammen aufgetreten und hatten Kinderlieder gesungen. Der donnernde Applaus gab Bareisen die Idee, mit seinen Kindern nach Amerika zu gehen, im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten konnte man vielleicht mit dem Talent der fünf Mädels etwas anfangen. Geld habe ich nicht, mein einziges Kapital sind die fünf Mädels." Mit diesen Worten präsentierte Vater Bareisen seine Kinder in Neuyork dem Mana- qer eines großen Broadway-Varietes. „Wir haben hier keinen Kindergarten!" lehnte der Manager entrüstet ab. Aber Marie, Lona, Gerda, Inger und Anlländ., ruhig. Mieterlkl.Farn.) sucht äM-Ziuw- Wolmaog mit all. Zubehör, mögt, mit Bad, zum 1. 4. oder später. Schriftl. Angebote erbet, unter 1486D an den Gieß. Anz. Tauermieter sucht schöne 2-3-3iminet- Mnung möglichst m.Rad für April, Mai. Schriftliche Angebote u. 01031 an d. Gieß. Anz. Telegraphenarbeiter, pünktlich. Mietzahler, sucht 2 Zimmer mit Küche zum 1. April. Schr. Ang. unt. 01027 a. d. G. A. Nachlässe von z bi, . 20 v. 6. erhalten Sie 1 bei wiederholten Aut. Wir suchen für Gießen jung, branchekundige(n) Verkäufer(innen) zum baldigenEintritt Angeb. mit Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen an Schade&Füllgrabe Frankfurt a. Main / Osthafen 1493V AM'F.u.S.MÄRÄ^ Rr.52 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag. 2. März 1959 Aus der Stadl Gießen. Der erste Frühlingsmonat. Der März ist der erste Frühlingsmonat. Während bisher nur die schnell zunehmende Tageslänge und der steigende Sonnenstand aufzeigten, daß der Höhepunkt des Winters überschritten war, werden jetzt der allgemeine Wetterzustand, die Luftwärme und auch die Vegetation darauf hinweifen, daß es nunmehr Frühling wird. Die Temperatur steigt im Laufe des März in der gesamten westlichen Neichshälftc von 2 Grad Wärme auf 5 Grad Wärme Tagesdurchschnitt an, d. h. wir können in den Mittagsstunden immerhin schon mit 6 bis 10 Grad Wärme in der ersten Monatshälfte und bis zu 15 Grad in der zweiten Monatshälfte rechnen. Die Fröste beschränken sich im März für die westdeutschen Gaue im wesentlichen auf die Nächte. Die extremen Höchsttemperaturen, die der März bringen kann — sofern wir die Erfahrungen der letzten 25 Jahre zur Grundlage nehmen — bewegen sich zwischen 15 bis 20 Grad, in vereinzelten Fällen im Rheinland sogar bis zu 23 Grad Wärme. Diese vorsommerlichen Wärmegrade werden allerdings ausschließlich in der zweiten Monatshälfte erreicht und sind, wie gesagt, Ausnahmeerscheinungen, mit denen nur ganz selten zu rechnen ist, ebenso wie Märzgewitter viel seltener sind, als man durchweg glaubt. Eine völlig andere Wetterform müssen wir für den größten Teil des März in der östlichen Reichshälfte einsetzen. Dieser Raum Deutschlands neigt wesentlich zum osteuropäischen Kontinentalklima. Das Kontinentalklima hat auch im März noch sehr scharfe Frostperioden. So errechnet man für Polen noch 15 Grad unter Null, für Jnnerrußland noch 25 Grad unter Null. Es ist daher verständlich, daß die im März verhältnismäßig häufig auftretenden südöstlichen und östlichen Winde nach dem Osten des Reiches noch ausgesprochene Frostluft tragen, die auch durch die stärker zunehmende Sonnenkraft nicht über Null Grad erwärmt wird. Dementsprechend sind für die östliche Reichshälfte Tage möglich, an denen die Temperaturen dauernd unter Null bleiben bzw. sich eine zusammenhängende Schneedecke bildet. Allerdings sind diese extremen Fälle größtenteils auf die erste Monatshälfte beschränkt. Die Grenze zwischen dem wesentlich milderen Märzklima West- und Norddeutschlands und dem kälteren Märzwetter Ostdeutschlands verläuft etwa von München über Dresden- Berlin nach Danzig. Entsprechend dieser unterschiedlichen Gestaltung des Märzwetters in Deutschland sind auch die vegetationsmäßigen Entwicklungsvorgänge gegensätzlicher Art. Im Osten des Reiches ist im Laufe des März kaum ein nennenswerter Beginn der Knospenbildung und des „Grünwerdens" der Wiesen und Fluren zu erwarten. Die dort auftretenden schärferen Nachtfröste heben die erwärmenden Einflüsse der Mittagsstunden wieder auf, die Vegetation hält sich instinktiv zurück. Dagegen tritt im äußersten Westen des Reiches, insbesondere im Rheintal, im Rhein-Maingau und nicht zuletzt auch in der Niederrheinischen Bucht, im Münsterland und im Küstengebiet der Nordsee der Frühling schon mit schwellenden Knospen, mit den ersten Blümchen und zarten Blättchen in Erscheinung. Die niederdeutschen Wiesen sind im März allgemein schon sommerlich grün, wenn auch das Wachstum des Grases zunächst nur langsam einsetzt. Wettermäßig bringt der März gern eine unruhige Gestaltung. Während seiner Herrschaft stoßen polare Kaltluftmassen, sonnenwarme Luftmassen Mitteleuropas und subtropische Luftfrontcn aus Süden manchmal zu schweren Sturmwirbeln zusammen. Man tut nicht unrecht, diese Orkanwirbel, die im März namentlich auf der See eine berüchtigte Rolle spielen, als ausgesprochene Frühlingsstürme zu bezeichnen, denn auch der schwerste Orkanwirbel, der Kaltluftmassen aus dem hohen Norden mit Schneeschauern südwärts vorbrechen läßt, ist nicht mehr in der Lage, diese Kaltluft zum restlosen Siege zu verhelfen. Sie wird sich höchstens in einigen Nachtfrösten auswirken, doch mittags siegt die Frühlingssonne, wie überhaupt der März trotz aller gelegentlichen Rauheiten der unverkennbare Frühlingsmonat ist, der sein wahres Gesicht nicht verstecken kann. Der Tag der Luftwaffe in Gießen. Platzkonzert vor dem Gtadttheater. — Kameradschastsabende. Links: Geschwaderkommodore Generalmajor S ü ß m a n n (rechts) mit Kreisleiter Backhaus (links) beim Abschreiten der Front. — Rechts: Borbeimarsch der Fliegerttuppe vor dem Geschwaderkommodore Generalmajor Süßmann. — (Aufnahmen [2]: Photo-Halbroth, Gießen.) wwwm lii* s-r * ' Nach dem militärischen Höhepunkt des gestrigen Tages der Luftwaffe in Gießen, dem Appell und Vorbeimarsch der Truppe vor dem Geschwaderkommodore Generalmajor Süßmann — worüber wir in unserer gestrigen Ausgabe bereits berichteten und heute in Bildern zwei Ausschnitte der Feier bringen —, fand am gestrigen Nachmittag auf dem Platze vor dem Stadttheater ein Konzert des Musikkorps unserer Fliegertruppe unter Leitung von Musikmeister Pfarre statt. Das Musikkorps, das sich bereits am Vormittag bei dem Marsch durch die Stadt in guter Weise der Oeffentlichkeit vorgestellt hatte, konnte bei dem Nachmittagskonzert durch seine ausgezeichneten musikalischen Darbietungen den hervorragenden Eindruck noch vertiefen. Neben einigen Märschen brachte das Musikkorps auch beste Konzertmusik, und es sicherte sich durch seine Darbietungen den dankbaren Beifall der vielen Zuhörer, die sich zu dieser schönen Darbietung eingefunden hatten. Wie bereits am Vormittag bei dem Marsch durch die Stadt, so wurde auch bei dem Konzert am Nachmittag erneut bekundet, welch große Wertschätzung unsere Fliegertruppe bei unserer Bevölkerung genießt. Ferner konnte das Musikkorps erkennen, welch dankbares Publikum die Gießener bei den Militärkonzerten sind. Man darf wohl der Hoffnung Ausdruck geben, unser Flieyer-Musikkorps bald wieder einmal konzertieren zu hören. Der festliche Tag unserer Luftwaffe fand seinen Abschluß mit Kameradschaftsabenden in mehreren Sälen unserer Stadt, wobei unsere Flieger in Gemeinschaft mit vielen Besuchern aus der Bevölkerung bei froher Unterhaltung und Tanz schöne Stunden verleben konnten. Gruppe Nährstand im Reichsberufsweiikamps. Auslese der Besten wird fortgesetzt. NSG. Am 2. März wird im Gau Hessen- Nassau, ebenso wie im ganzen Reich, der Kreiszwischenentscheid der Gruppe Nähr st and im Reichsberufswettkampf durchgeführt und damit die Auslese der Besten der jungen Generation im Landvolk fortgesetzt. Die hierbei ermittelten Kreissieger tragen dann in der Zeit vom 24. bis 28. März den Gauwettkampf aus. Wir haben bei der Durchführung des Ortsentschei- des feststellen können, daß im Berufswettkampf der Landjugend, auch wenn er im vergangenen Jahre wegen der Maul- und Klauenseuche nicht durchgeführt werden konnte, unverkennbar ein Le i st u n gs- a n st i e g festzustellen ist. Nun zeigt es sich von Jahr zu Jahr mehr, wie die Einführung der L a n d - arbeitslehre Früchte bringt. Die Landarbeit ist ein gelernter Beruf, bei dem „gelernt" mit wirklichem Können gleichgesetzt werden kann. An dieser Berufserziehung unserer Landjugend muß auch, das wird immer deutlicher klar, bereits in der Vorbereitung die Landschule ihren Anteil haben. Es soll damit nicht etwa gesagt werden, der deutsche Bauer habe früher nichts gekonnt. Denn er ist schon ein tüchtiger Fachmann gewesen und seine Arbeit hat überall Anerkennung gefunden. Heute aber geht es darum, daß wir die fachliche Leistung unserer Väter noch übertreffen. Wir müssen unser Volk aus der eigenen Scholle ernähren. Das ist nur möglich durch eine Steigerung der beruflichen Leistungsfähigkeit, der fachlichen Kenntnisse. Der Reichsberufswettkampf führt unsere Landjugend mit auf diesen Weg. Die Aufgabenstellung für den Berufswettkampf der Gruppe Nährstand ist ganz auf dieses Ziel gerichtet. Sie erfolgt für den Orts- und Gauwettkampf, sowie für den Reichskampf durch die Reichswettkampfleistung. Für den Kreiszwischenentscheid wer- -den die Aufgaben durch die Gauwettkampfleitung gestellt. Am Kreiszwischenentscheid nehmen nur d i e Berufsgruppen teil, bei denen im Ortsentscheid vier und mehr Wettkampforte innerhalb eines Wettkampfkreises, der in diesem Jahr mit dem Gebiet einer Kreisbauernschaft übereinstimmte, vorhanden waren. Wenn dies nicht der Fall war, kommen die Sieger der betreffenden Berufsgruppe unmittelbar zum Gauentscheid. Es gibt auch in unserem Gebiet einige Berufsgruppen, die zu klein und deren Angehörigenzahlen zu gering waren, um am Ortsentscheid teilnehmen zu können. Diese beteiligen sich nun unmittelbar am Kreiszwischenentscheid. Die Aufgaben umfassen im Orts-, Gau- und Reichswettkampf bei unseren Landjungen und Landmädel Berufspraxis, Berufstheorie, Hauswirtschaft und Weltanschauung. Die Prüfung im Kreiszwischen- entscheid beschränkt sich auf die Berufspraxis, wozu noch der Sport kommt. Auch die Leistungen in den Leibesübungen sind für unsere Landjugend im RBWK. besonders wichtig, denn sie soll ja besonders kräftig, gesund und auch körperlich leistungsstark sein. Wenn mir hierbei noch gegen die Folgen der Sünden des liberalistischen Systems am deutschen Landvolk anzukämpfen haben, so wird gerade dieser Sportkampf der Landjugend alljährlich zeigen, wie die Jugend unseres Bauerntums sich im nationalsozialistischen Staat wieder mehr und mehr vott den Schäden der Vergangenheit freimacht. Die Teilnehmer der Gruppe Nährstand sind im ganzen Berufswettkampf in drei bzw. vier Leistungsklassen eingeteilt. Außerdem wird noch eine Unterscheidung hinsichtlich des Besuches oder Nichtbesuches der Landwirtschaftsschulen gemacht. Die Aufgabenstellung erfährt natürlich während der Wettkämpfe im Orts-, Kreis- und Gauentscheid und zuletzt auch im Reichskampf selbst eine gewisse Steigerung. An die Auslese, die sich in immer kleinerer Zahl herausbildet, können auch höhere An- SPITZENLE1STUNG OPEL <3$^*®* 1 foröerungen gestellt werden. Ebenso unterschiedlich ist auch die Schwierigkeit der Aufgaben in den verschiedenen Leistungsklassen. Greifen wir einige Beispiele heraus, die uns zugleich ein Bild geben, welche Anforderungen im diesjährigen Berufswettkampf an unsere Landjugend gestellt werden, wobei natürlich nur wenige Aufgaben aus der großen Zahl der 32 Berufsgruppen genannt werden können. In der weltanschaulichen Prüfung für männliche und weibliche Teilnehmer im Ortswettkampf ist zum Beispiel in der Leistungsklasse 1 (Jahrgang 1924/23) nach dem Zweck der Ahnenforschung ge- Dreimal Schabernack. Bon 3- H. Rösler. Wenn ein Engel durch das Zimmer fliegt, wenn die Gespräche fad werden wie eine abgestandene Limonade, wenn man leise gähnt und heimlich auf die Uhr schaut, dann, liebe Freunde, ist die Stunde der lustigen Wetten gekommen. Kommt her und vernehmet 'sie, geht hin und verbreitet sie: „Ich zahle jedem zehn Mark", erklärte Hippe, „der sich unter den Tisch setzt, den Kopf oben an die Tischkante stemmt und es dort aushält, bis man dreimal mit der flachen Hand auf den Tisch geschlagen hat." „Gilt das?" „Es gilt!" Ein Dicker kriecht unter den Tisch. Der Dicke zwängt sich durch die Tischbeine, stöhnt und ächzt. Endlich hat er den Kopf an der Platte. „Fertig?" „Fertig", stöhnt der Dicke. - Hippe holt mächtig aus. Hippe läßt nut aller Kraft die Faust auf den Tisch prallen. Dem Dicken dröhnt der Schädel. ,L>as war der erste Schlag", ruft Hippe. „Jetzt kommt der zweite Schlag!" Hippe haut wieder zu. Er schlägt noch gewaltiger. „Das war der zweite Schlag", ächzt her Mann unter dem Tisch. ,La, das war der zweite Schlag", bestätigt Hippe. Dann sagt Hippe nichts mehr. Dann geht Hippe vom Tisch weg, erzählt Witze, spielt Karten. Dem Dicken unter dem Tisch wird es zu dumm. „Hallo!" ruft er ärgerlich, „wann kommt denn endlich der dritte Schlag?" Da wendet sich Hippe um und ruft vergnügt: „Morgen früh, mein Lieber! Wenn Sie bis dahin unter dem Tisch sitzen bleiben, haben Sie die Wette gewonnen." „Meine Damen und Herren!" erklärt Hippe mit gehobener Stimme bei einem Familienfest- „ich bin imstande, innerhalb einer Minute einem Herrn vom Anzug zehn Knöpfe abzuschneiden und wieder anzunähen. Wer hat Lust, die Wette zu halten?" „5n einer Minute zehn Knöpfe?" „Ja." „Abzuschneiden und anzunähen?" „Ja." „Wie hoch gilt die Wette?" „Zwanzig Pfennige! Ich will euch nicht aus- raubcn." Es finden sich etliche, die die Wette halten wollen. Und Hippe wählt mit Bedacht einen korrekten Herrn im schwarzen Anzug, einen Herrn, der den ganzen Abend mit steifem Gesicht gelangweilt dagesessen ist, einen Herrn, der sich besonders vornehm dünkt, der nur im Keller lacht, wenn ihn keiner sieht — mit diesem Herrn schließt Hippe die Wette ab. Der Herr im schwarzen Anzug setzt sich auf einen Stuhl. Hippe, mit eingefädelter Nadel, bekommt die Uhr und befiehlt: „Jetzt los!" Hippe säbelt mit der Schere dem Vornehmen die drei Rockknöpfe ab, Hippe schneidet ihm fünf Westenknöpfe herunter, Hippe fetzt noch die beiden Hosenknöpfe ab, die hinten die Hose am Hosenträger halten. Die Knöpfe springen weit und kullern im Zimmer herum. Dann ergreift Hippe Nadel und Zwirn und fingert aufgeregt nach dem ersten Knopf. „Wie spät?" stöhnt Hippe verzweifelt. Triumphierend verkündet der Vornehme: „Noch dreißig Sekunden!" „Da läßt Hippe entmutigt die Nadel sinken, wirft den Knopf weg, erhebt sich und sagt: „In dreißig Sekunden werde ich niemals fertig! Schade, ich habe die Wette verloren. Hier sind Ihre zwanzig Pfennige. Das war mir der Spaß wert." Der Herr mit dem steifen Gehaben rennt jetzt fuchswütend den ganzen Abend ohne Knöpfe herum. Man hat noch viel Spaß an ihm. .Lieber Herr Otterbein", begann jetzt Hippe und wandte sich an einen verdutzt dreinschauenden, unverheirateten Mann, „wollen Sie den Namen Ihrer zukünftigen Frau wissen?" „Da wäre ich wirklich neugierig!" „Ihre Neugierde wird sofort befriedigt. In einer Minute sage ich Ihnen, wie Ihre Frau heißen wird. Sie müssen mir nur einige Daten nennen und ein wenig rechnen. Wollen Sie?" Herr Dtterbein will. Und Hippe beginnt: „Wann sind Sie geboren?" „Am siebten April 1899." „Und Ihr Herr Vater?" „Am 23. März 1863." „Schön", sägt Hippe, „bann multiplizieren Sie erst Ihren Geburtstag mit dem Geburtsmonat und dann nochmals mit Ihrem Geburtsjahr, machen dasselbe mit den Geburtsdaten Ihres Vaters, zählen dann noch das Geburtsjahr Ihrer Frau Mutter dazu und teilen das Ganze durch die Zahl Siebzehn. Und wenn Sie mir die Zahl dann nennen, sage ich Ihnen den Namen Ihrer zukünftigen Frau." Otterbein rechnet und rechnet. Ihm perlt der Schweiß von der Stirn. Ihm zittert die Hand vor Ansttengung. Aber endlich hat er es. Und stolz und außer Atem kündet er die gefundene Zahl 12,511 Komma 11. Hippe nickt zufrieden. „Prächtig, prächtig." „Und jetzt —" „Was?" fragt Hippe. , „Jetzt können Sie mir sagen, wie meine Frau heißen wird?" „Freilich." „Wie?" Hippe sagt freundlich: „Ihre. Frau, Herr Otterbein, wird Frau Otterbein heißen." „November-Ballade 1632" von Müiler-Scheld. Das erst vor wenigen Wochen nach anderthalbjähriger Arbeit beendete jüngste Werk des Dramatikers Wilhelm Müller-Scheld erlebte seine erfolgreiche Uraufführung am Frankfurter Schauspielhaus. Das Stück bedient sich einer völlig unhistorischen Handlung. Es will die Sinnlosigkeit des Brudermordens deutlich werden lassen. Grauenhafte Wirklichkeit wurde zur Dichtung und Dichtung wieder zur Wahrheit. Das Einzelschicksal des Prinzen Karl aus dem Heere Wallensteins, das sich nach der Schlacht von Lützen 1632 zurückzieht, eine verwüstete Landschaft des 30jahrigen Krieges, Katjan, der Repräsentant des zertretenen Bauerntums, der Kaiser und sein Beichtvater Lamormain bilden das allgemeine Fundament dieser Ballade, die seelische und menschliche Erschütterungen reproduziert. Das Werk führt eine rauhe Sprache. Es will nur einen balladesken Bericht geben. Herbert Wählens Inszenierung ist bemüht, diesem Eindruck zu entsprechen. Gesten und Sprachen bilden ein Element zum Verständnis dieser „Vision des Grauens" Dem gedanklichen Element der Dichtung war in der Frage nach Sinn und Auftrag dieses Krieges fein stärkster Ausdruck gegeben. Wolfgang Büttner als Prinz Karl, S ch o mb e r g als Bauer Katjan, Noack als Kaiser Ferdinand II. und Mitulsky als Pater Lamormain boten überzeugende Leistungen. Die Uraufführung, der auch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger beiwohnte, hinterließ einen guten Eindruck Autor und Darsteller konnten reichen Beifall entgegennehmen. Dr. Hans Will. Zeitschriften. — „Das Innere Reich" (Herausgebers Paul Alverdes. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München.) Die Februar-Nummer ist aus Anlaß des deutsch-französischen Abkommens im Dezember Frankreich gewidmet; sie sucht die politische Verständigung zu einer persönlichen und herzlichen dadurch zu verfestigen, daß sie die Möglichkeit bietet, einmal unvoreingenommen, ohne ideologische Stellungnahme französischen Geist, französische Seele, französisches Volk und französische Kultur kennen zu lernen, wie sich Geist, Seele, Volk und Kultur in Werken der Malerei und Dichtung in hervorragenden Vertretern Frankreichs ausnehmen. Charles Peguy, Jules Supervielle, Henry de Mont- herlant kommen im Gedicht zu Wort Paul Valöry vermittelt einen eigenartigen und höchst typischen Einblick in die Werkstatt eines geistig Schaffenden im heutigen Frankreich. Jules Romains beschreibt in „Frankreichs Schritt in die Geschichte (Juli 1914)" — einem Ausschnitt aus dem deutsch noch nicht erschienenen 14. Band des gewaltigen Romanmonuments „Die guten' Willens sind" — die Gesamtsituation Frankreichs in den Tagen vor Kriegsausbruch. Die Fülle und Bedeuttmg der Aufschlüsse, die wir hier über das französische Wesen erhalten, sind überwältigend. Friedrich Ernst Peters bringt uns mit dem „Blick auf die Sternenbahn feines Geistes" den großen Naturforscher und religiösen Denker Blaise Pascal nahe. Karl Epting berichtet über das „Werk Henry de Montherlants", des Soldaten unter den Dichtern des heutigen Frankreichs. Walter Bauer begreift das Schaffen Stendhals als „Heimweh nach der Jugend" und erzählt von den „Reisen Flauberts". Die weltanschaulichen Hintergründe der neueren französischen Malerei legt Hans Reetz dar: „Vom Ursprung des Impressionismus und des Expressionismus in Frankreich". Sechs Wiedergaben altfranzösischer Malerei führen uns in eine wenig bekannte aber reiche Zeit der altfranzösischen Kunst und schmücken das reichhaltige Heft, das Paul Alverdes mit einem Erlebnisbericht eingeleitet hat, aufs schönste. — Einen vorzüglichen Eindruck von der Frühjahrsmode gewinnt man aus der neuen „M oben» w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin), lieber 100 Beispiele darin zeigen, wie man sich nach der neuen Mode kleiden kann, wenn man blond, braun oder schwarz ist, zu den Vollschlanken zählt oder zu den allzu Ranken, wenn man Strickkleidung liebt ober Smockstickerei. Außerdem bringt das bunte Heft Kin, Verkleidung und für die felberschneidernde Frau vielschneidertechnische Winke. Glücksbringer am Wochenende frohes, gesundes und zuchtvolles raktischen Aufgaben werden im Nicht nur du, auch deine Eltern sollen dies wissen. So wie die Bewegung ihre Kraft erhielt aus der Freiwilligkeit ihrer Mitstreiter um die Macht und den Sieg, so muß auch der Nachwuchs mit gleicher Freiwilligkeit sich in den Dienst der Idee unseres Führers Adolf Hitler stellen! Jahrgang 28/29, wir rufen dich in unsere Reihen. Zum 50. Geburtstag des Führers wirst du, mit dem ersten Jahrgang Pimpfe und Jung- möbel des Grohdeutschen Reiches ausgenommen, in die Grundschule der Bewegung gehen. Auch dein Ziel muh es sein, gerade an diesem Tage dem Führer die Freude zu bereiten, dah auch die Zehnjährigen ihm freudig folgen. Alle, die zu uns kommen, werden Treue und Kameradschaft finden und daraus für ihr weiteres Leben die Kraft, als einsatzbereite Glieder im Dienste unseres Volkes stehen zu können. Wir werben um dich und rufen dich in unsere Einheiten. Dort wirst du mitmarschieren können in der großen nationalsozialistischen Kampfgemeinschaft und wirst mit zu den Menschen gehören, die einmal das Werk des Führers weiterzutragen haben. Willst du nicht an der Straße stehen, wenn Deutschlands Jugend, seine Fahnen und Wimpeln vorantragend, durch diese marschiert, dann sage j a und komme zu uns, komme in das Deutsche Jungvolk, komme in den Jungmädelbund. Die Hitler-Jugend Hessen-Nassaus. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gießener Konzertverein: Stadtkirche 20 Uhr Requiem von Verdi. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das unsterbliche Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dschungelprinzessin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Verdis Requiem in der Gtadtkirche. Heute abend gelangt in der Stadtkirche Verdis Requiem zur Aufführung. Als Solisten wurden verpflichtet Tilla Briem (Berlin), Trägerin des Berliner Musikpreises 1938, Lore Fischer, Willy Lorscheider, Gustav Bley. Die Leitung hat Professor Stefan Temesvary. Es wirken mit: der Akademische Gesangverein, der Sängerkranz Gießen, der Offenbacher Sängerverein und das Städtische Orchester. Das Konzert findet gleichzeitig als 6. Plgtzmiete-Konzert des Gießener Konzertvereins statt und beginnt um 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116. Betr.: Lehrgang der Deutschen Lebens-Rettungs- gefellschaft. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft führt im Monat März einen Lehrgang zur Erlangung des Grund- und Leistungsscheines DLRG. durch. Der Lehrgang findet jeweils Mittwochs von 20 bis 22 Uhr statt und erstreckt sich auf fünf Abende. Der Unkostenbeitrag beträgt 1,— RM. Die Igg. des Stammes 1/116 werden aufgefordert, sich zahlreich an diesem Lehrgang zu beteiligen und sich bis spätestens 4. März an der Kasse des Städtischen Bolksbades zu melden. Die Teilnehmer für die Grundscheinprüfung müssen das 13. Lebensjahr, die Teilnehmer für die Leistungsscheinprüfung das 17. Lebensjahr vollendet haben. Letztere müssen außerdem den Grundschein besitzen und Mitglied der DLRG. sein. BDM.-!lntergau 116 Gießen. Ellern bet Gießener VDIN.-lNäbel herhören! Wir laden euch Eltern aller BDM.-Mädel zu einer Besprechung zum „Jahr der Gesundheit" am Freitag, 3. März, um 20.15 Uhr, im Dich erwartet ein s , . „ . Leben, die ersten praktischen Aufgaben . Jungvolk oder Jungmädelbund an dich gestellt, der du dann zur größten Jugendorganisation der Welt gehören wirst. Nicht durch gesetzliche Maßnahmen wirst du in unsere Reihen gestellt, wir verzichten auf einen Nachwuchs, der nur kommt, weil es üblich geworden ist, der Hitler-Jugend anzugehören. Im Gesetz des selbstlosen Einsatzes liegt die Kraft unseres neuen Deutschlands. Wir wissen, daß bein* junges Herz dich ohne jeden Zwang in unsere Reihen führen wird. Denn auch du willst die Auszeichnung erhalten, dich Pimpf oder Jungmädel nennen zu dürfen und willst nicht zu denen gehören, die sich ausschließen aus der großen Jugendgemeinschaft und einen zweitrangigen Weg als Einzelgänger gehen. Große Strafkammer Gießen. Die M. D. in Hainchen wurde beschuldigt, in den Jahren 1934 bis 1936 in vier selbständigen Fällen die Abtreibung versucht zu haben (Vergehen gegen § 218 Abs. 2 StGB.). Die Angeklagte legte am Schluß der Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Der Vertreter der Anklage betonte, daß die Angeklagte nahe an der gewerbsmäßigen Abtreibung vorbeigekommen wäre, und beantragte, sie zu einer Gesamt- ' gefängnisstrafe von sieben Monaten zu verurteilen, ihr aber, da sie sich erst am Schluß der Verhandlung zu einem Geständnis bequemt habe, die Untersuchungshaft nicht anzurechnen. Der Verteidiger trat für milde Beurteilung und volle Anrechnung der Untersuchungshaft ein. Die Angeklagte wurde zu einer Gefamtgefängnisstrafe von sechs Monaten, abzüglich 86 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Der A. K. in Ober-Rosbach wurde beschuldigt^ im Jahre 1936 als Pflegevater mit seiner Stieftochter unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben (Verbrechen gegen § 174 Abs. 1 Z. 1 StGB.). Der Angeklagte war geständig, behauptet aber, seins Stieftochter sei feiner Fürsorge nicht unterstellt gewesen. Der Vertreter der Anklage beantragte, den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umständs zur gesetzlichen Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis zu verurteilen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Aus der engeren Heimat. „Sängervereinigung- Lollar. 5 Lollar, 1. März. Die hiesige Sängervereini- gung hielt in ihrem Vereinslolal „Zur Linde" ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Versammlung war sehr gut besucht. Nach Begrüßung der Mitglieder und der Ehrung der verstorbenen Kameraden erstattete Vereinsführer Espich einen umfangreichen Geschäftsbericht für das Jahr 1938. Er gab Rechenschaft über den Stand des Chorgesangs und die Pflege des deutschen Liedes in unserem Orte und gleichzeitig einen Rückblick auf die Geschichte der Sängerbewegung in Lollar, die nach der Vereinigung des Turn- und Gesangvereins und der Sängervereinigung in treuen Händen der Sängervereinigung liegt. Die Sängervereinigung übernahm damit eine um so größere Verpflichtung dem deutschen Liede gegenüber. Der Vereinsführer sagte allen Mitarbeitern Dank für dis Arbeit an der edlen Sache. Besonders gedachte er derjenigen Kameraden, die seit Jahrzehnten im Dienste der Sängerbewegung stehen. Für 50jährige Sangestätigkeit ehrte er den Ehrenvorsitzenden Peter Freudenberger und das Ehrenvorstandsmitglied Heinrich Espich, für 40jährige Sängertätigkeit wurden.Ehren- Jm Volksglauben gelten Schornsteinfeger und Briefträger als Glücksboten. Wenn Der schwarze Gesell am frühen Morgen dem jungen Mädel begegnet, fo hat das (nach ihrer Meinung) sicher etwas Gutes zu bedeuten. Vielleicht bringt ihr dann der Briefträger den schon längst erwarteten Brief oder dem dünnen Geldbeutel des Studenten eine nette Postanweisung. Es ist daher ein guter Gedanke, bie Reichs- straßensammlung vom 4. und 5. März mit den Darstellungen schaffender Menschen, darunter auch der Figuren der Briefträger und der Schornsteinfeger, zu bestreiten. Sie sind zwar aus Porzellan, aber sie können trotzdem Glück bringen. Mindestens sorgen sie dafür, daß das große Werk des WHW. des deutschen Volkes wieder reichlich Geldmittel erhält. Diesmal stammen die kleinen Figuren aus der Ostmark und aus dem Sude- tenlande. Tausende deutscher Arbeiter haben damit wochenlange Beschäftigung gefunden. Im Deutscher Junge! Deutsches Mädel! Am Geburtstag des Führers werden wiederum über eine Million Jungen und Mädel in die nationalsozialistische Jugendbewegung Grohdeutschlands eintreten. Auch du wirst von uns aufgefordert, an diesem Tage den ersten selbständigen Schritt deines jungen Lebens zu tun. Du wirst nicht nein sagen, denn du kannst es ja nicht. Dein Herz hat schon lange ja gesagt, und du erwartest schon lange die Stunde, da du inmitten der anderen Kameraden in die Gemeinschaft der Jugend als Pimpf oder Jungmädel ausgenommen wirst. Eines sollst du aber vorher wissen: Du mußt freiwillig zu uns kommen! fragt worden, weiter welche Gebiete der Führer seit 1933 dem Reich zuvückgewonnen hat, woher der Name Lanaemarck bekannt ist, warum der 9. November allfährlich in München feierlich begangen wird und weshalb der Prüfling Landarbeit verrichtet? Hier überwiegt also die Wiedergabe des i wissensmäßig Gelernten den Ausdruck der eigenen \ Meinungsbildung. Anders ist das Bild dagegen, ■ nachdem es sich in den weiteren Leistungsklassen I auf dieser Linie langsam steigert, in der Leistung-- i klasse 4 (Jahrgang 1914 und älter). In dieser Klasse ; wurde nach der Bedeutung der Familie im nationalsozialistischen Staat gefragt, warum wir eine Erweiterung des deutschen Lebensraumes erstreben, ' inwiefern das Deutschland Adolf Hitlers das Dritte Reich ist, weshalb wir die konfessionelle Schule ab» lehnen und demgegenüber die Gemeinschaftsschule wollen, und wie der Prüfling an seinem Platz an der Verwirklichung des zweiten Dierjahresplanes arbeitet. Dabei stand also neben der Ergründung der rein wissensmäßigen Voraussetzungen des Jun- gen oder Mädel schon ihre Erfassung vom weltanschaulichen Ideengut des Nationalsozialismus im Vordergrund. Sie mußten zeigen, wie weit sie nationalsozialistisch denken und fühlen, wie tief unsere Weltanschauung schon in sie gedrungen ist, und wie weit sie in der Lage sind, eigene Meinungen und Ideen zu bilden. Demgegenüber ein Beispiel aus der Praxis der Jungen wobei zu bemerken ist, daß bei den diesjährigen Aufgaben die Berührung mit Tieren möglichst vermieden wurde, um eine Ansteckung mit der Maul- und Klauenseuche zu verhüten. Während m der Berufsgruppe der Bauern (einfchl. Landwirte und Landarbeiter) im Fachgebiet Ackerbau in der Leistungsklasse 1 der Junge 25 kg Kartoffel nach Saat-, Speise- und Futterkartoffeln sortierte, einen Sack band und einem Zugtier das Ackergefchirr anlegte bzw. als Erfatzaufgabe eine Senfe dengelte und anschlug, mußte in der Leistungsklasse 3 das Alter und Gewicht eines Rindes geschätzt und dieses mit selbstgemachtem Halfter vorgeführt werden, eine Sämaschine war auf eine bestimmte Saatmenge einzustellen, und am Grasmäher mußte ein Mähmesser eingezogen und die Maschine dann abgeschmiert werden. Auch bei den Mädchen steigerte sich die Aufgabenstellung sinnvoll mit jeder Leistungsklasse. Die Jungen wurden in der Berufspraxis mit drei praktischen Aufgaben, in der Berufstheorie mit einem Aufsatz, fünf Berufsrechnungen, fünf berufs- kundlichen Fragen und in der Weltanschauung mit fünf weltanschaulichen Fragen geprüft. Bei den Mädels erstreckte sich die Prüfung bei der Berufspraxis auf drei praktische Aufgaben, in der Berufstheorie auf einen Aufsatz, zwei Berufsrechnungen und zwei berufskundliche Fragen, in der Weltanschauung auf fünf Fragen und in der Hauswirtschaft auf eine Aufgabe. Auch der Kreiszwischenentscheid des nährständischen Berufswettkampfes in Hessen-Nassau wird zeigen, daß der Reichsberufswettkampf im Kreislauf der Erziehung unserer Landjugend ein unentbehrlicher Prüfstein für die Auswahl und Förderung der Besten unter unseren Jungen und Mädel der hessen- nassauischen Dörfer ist; zu einer Förderung, wie sie vor allem durch die „Förderungsgemeinschaft für die Landjugend e. 23." gepflegt wird. Ihr Ziel ist es, die Besten der Jugend, auch wenn sie nicht von einem Bauernhof kommen, zu Neubauern werden zu lassen oder überhaupt den Weg der Entwicklung des jungen Menschen zu erleichtern. In Zukunft darf es in Hessen keinen Landjungen und kein Landmädel mehr geben, das nicht am Berufswettkampf teilnimmt. Gießener Wochenmorktpreife. * Gießen, 2. Mörz. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, >4 l'(50 JDiarr, Matte 20 bis 25 Pf-, Käse das Stuck4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse C II^Wirsing, % kg 18 bis 20, Weißkraut 11 bis 13, Rotkraut 14 bis 16, gelbe Rüben 12 bis 14, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 30 bis 40, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 25, Rosenkohl 45 Pf., Feldsalat 1 bis 1,10 Mark, J/io 15 Pf., Tomaten, % kg 30 bis 45, Zwiebeln 13 bis 16, Meerrettich 40 bis 70, Schwarz- wurzeln 20 bis 40, Rhabarber (Treibhaus) 70, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,60 bis 3,95 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 40 Pf-, Blumew kohl, das Stück 20 bis 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 35, % kg 30 Pf. ** Der VH C. - Zweigoerein „Bufecker- Tal" hielt am Sonntag bei Gastwirt Gerlach in Großen-Buseck feine Hauptversammlung ab, die mit der Auszeichnung verbunden war. Lehrer Jung als Leiter des Zweigvereins erstattete den Jahresbericht über das abgelaufene Dereinsjahr. Ein Teil der Wanderer konnte wieder ausgezeichnet werden; so konnte der Vereinsführer den Wandermeister Wehrum von Gießen für 125 zurückgelegt Wanderungen auszeichnen. Von den übrigen Wanderern erhielten vom Wandermeister die Mitglieder Friedrich Hahn für feine 100., Frau Berta Roth (Gießen) für ihre 100. und Frau Frieda W e h r u m (Gießen) für ihre 75. Wanderung eine Auszeichnung. Außerdem erhielt Karl Ortwein die goldene Nadel. *♦ Sterbe fälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 27. Februar verstorben in unserer Stadt: 15. Februar Leonhard Kräcker, Modell- schreiner,82 Jahre, Landmannstraße 8; Inge Fischer, 9 Monate, Schottstraße 35; 16. Februar Karl Röhr, 80 Jahre, Bahnhofstraße 44; Elisabeth Helm, geb. Schmidt, ohne Beruf, 54 Jahre, Frankfurter Str. 20; Heinrich Bohn, Verw.-AMent, 34 Jahre, Am Kugelberg 63; Heinrich Engelbach, Rb.-Zugführer a. D., ,78 Jahre, Weserstraße 27; 18. Februar Katharine Klingelhöfer, ohne 23eruf, 88 Jahre, Bleichstraße 37; 20. Februar Ernst Laucht, Weißbindermeister, 43 Jahre, Ludwigstraße 52; Johann Weber, Amtsobergehilfe, 59 Jahre, Gnauthstraße 34; 23. Februar Erasmus Bögel, ohne Beruf, 75 Jahre, Licher Straße 74; Karl Seid, ahne Beruf, 65 Jahre, Licher Straße 74; Konrad Oehler, Schneidermeister, 86 Jahre Neustadt 8; 24. Februar Karl Sellheim, 77 Jahre, Bismarckstraße 38; Friedrich Reineke, 64 Jahre, Druckereibefitzer, Roonstraße 28; Hermann Kaak, Oberzollsekretär i. R., 78 Jahre, Goethestr. 36; Adele Kempff, geb. Boetel, ohne Beruf, 68 Jahre, Marburger Straße 65; 26. Februar Elisabeth Berta Hainer, ohne Beruf, 54 Jahre, Seltersweg 83; Katharine Elisabeth Johanna Karoline Schmidt, geb. Bertram, ohne Beruf, 72 Jahre, Moltkestr. 32; Klaus-Dieter Herbert, 9 Tage, Asterweg 62; Karl Weller, Rb.-Sekr. i.R^ 78 Jahre, Wolkengasse 21; 27. Februar Friedrich Kaiser, Uhrmachermeister, 30 Jahre, Bismarckstraße 44; Wilhelm Kutzschrad, Tapezierer, 84 Jahre, Weidengasse 1. Vorjahre brachte das WHW. bunte Trachtengruppen, Soldaten und andere schöne Darstellungen unter die Leute, diesmal soll der s ch a f f e n d e d e u t sch e Mensch in der Sammlung der Figuren im Vordergrund stehen. Dieser Grundgedanke entspricht unterer Zeit, Die wie keine andere zuvor die Arbeit zum beherrschenden Faktor des Lebens gemacht hat. Der Berg- mann, der Bauer, der Handwerker, der Fahrdienstleiter und andere Berufe teilen sich mit dem Schornsteinfeger und dem Briefträger in die Ehre des Taaes. Dementsprechend haben Beamte, Handwerker und Mitglieder des Reichsluftschutzbundes die Sammlung übernommen. Wer am 4. März einige der neuen Porzellanfiguren erworben hat, der hat am Sonntag, 5. März, die Möglichkeit, die zur Serie noch fehlenden Exemplare zu kaufen. Damit wird der Erfolg der beiden Sammeltage gesichert fein. Neben seinem Amt in der theologischen Fakultät unserer Universität widmete er seine Kraft noch in reger Weise wissenschaftlichen Arbeiten. Er war Mitbegründer und Bundesleiter des im Jahre 1921 in Herborn begründeten Christdeutschen Bundes, der die Jugendburg mit Volkshochschule und Jugendherberge in Hohensolms schuf und unterhielt. Seit 1921 war er Herausgeber der „Christdeutschen Stimmen" in Herborn. Bei vielen Volksgenossen unserer Stadt genoß Professor Cordier hohes Ansehen, das nicht nur auf sein Wirken als Hochschullehrer, sondern auch auf seine schätzenswerten Eigenschaften als Mensch begründet war. Neuer GendanneneführerinOberheffen Mit Wirkung vom 1. März 1939 wurde der Hauptmann der Gendarmerie Petznick von Nauen bei Berlin nach Gießen als Führer des Gendarmeriedistrikts Oberhefsen versetzt. Gendarmerie-Hauptmann Petznick hat fein Amt mit Sitz in Gießen bereits übernommen. Unsere Feuerwache - Mädchen für alles Arn gestrigen Mittwochnachmittag wurde unsere Feuerwache zu einem Grundstück am Horst-Wessel- Wall gerufen, wo ein Pferd in eine etwa 1,5 Meter tiefe und etwa H Meter lange Grube derart eingebrochen war, daß das arme Tier vollständig in der Grube verschwand und sich obendrein noch von einer wenig erfreulich riechenden Flüssigkeit umgeben sah. Da die Grubenwände senkrecht waren, konnte das Tier zum Herauskommen keinen rechten Stand gewinnen, so daß unsere wackeren Feuerwehrmännern, denen noch einige Soldaten zu Hilfe gekommen waren, schließlich nichts anderes übrig blieb, als an der Grube den Erdboden etwas abzuschrägen, damit das Tier nach dem Heben mit Hilfe eines Hebebaumes festen Grund gewinnen und dann unter gleichzeitigem Anfetzen von Ziehtauen herausgeholt werden konnte. Es war ein schweres Stück Arbeit, das unsere Feuerwehrmänner hier zu bewältigen hatten. Am gestrigen Abend nach 19 Uhr wurde die Feuerwache nach einem Hause in der Goethestraße geruufen, wo sich, von der Zentralheizungsanlage ausgehend, im ganzen Haufe Gafe bemerkbar machten, vermutlich Kohlenoxyd. Die Feuerwehrmänner sorgten sachgemäß für die Säuberung des Zentralheizungsofens und für umfassende Lüftung aller Wohnungen und des Treppenhauses. Nach etwa halbstündiger Arbeit konnten die wackeren Helfer auch hier wieder abrücken. Uebrigens ist vor etwa 2 Jahren in diesem Hause schon einmal ein Unglück durch Kohlenoxydgase aus der Zentralheizung entstanden, bei dem damals leider ein Mann den Tod fand. Studentenheim herzlich ein. Hier habt ihr Gelegenheit, euch über alle gesundheitlichen Fragen mit unserer Untergau-Aerztin auszusprechen. Wir erwarten, daß ihr zahlreich zu diesem Abend kommt! An die Lttern unserer Mädel und Jungmädel! Seit Beginn dieses Jahres ist in Presse und Rundfunk schon mancherlei über den Gesundheitsdienst in Hitler-Jugend und BDM. berichtet wor- den. Unser Bestreben ist, die Eltern und Jugenderzieher in viel größerem Maße als bisher für unsere Arbeit an der Gesundheit unserer Jugend zu interessieren und sie zur Mitarbeit zu gewinnen. Wir wollen ihnen die Möglichkeiten zeigen, wie sie uns in unserer Gesundheitsdienstarbeit helfen und wirksam unterstützen können. Diesem Zweck sollen auch die Elternabende dienen, an denen die BDM.- Aerztinnen der Eltern von ihrer Arbeit und ihren Aufgaben berichten und ihnen die Gelegenheit geben, sich über diejenigen Fragen auszusprechen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Am Freitag, 3. März, 20.15 Uhr, findet in Gießen im Studentenheim, Leih- gefterner Weg, ein solcher Elternabend statt. Wir hoffen, daß die Eltern unserer Mädel und Jungmädel an diesem Abend recht zahlreich erscheinen und uns dadurch beweisen, daß sie gewillt sind, fick in unsere Arbeit an der Gesundheit unserer Jugend einzuschalten. Professor D. Or. Cordier t- Am gestrigen Mittwoch vormittag ist in der Chirurgischen Klinik der Professor Dr. Leopold Cordier an den Folgen einer Halsentzündung im Alter von nahezu 52 Jahren verstorben. Professor Dr. Cordier, Ordinarius für praktische Theologie an der Ludwigsuniversität Gießen, wurde am 14. Juli 1887 in Landau (Pfalz) geboren. Nachdem er im Jahre 1906 in seiner Vaterstadt das Gymnasial-Abitur bestanden hatte, widmete er sich dem theologischen und philosophischen Studium an den Universitäten Halle, Leipzig, Berlin und Heidelberg. In den Jahren 1909 und 1910 bestand er in Karlsruhe das 1. und 2. theologische Examen. Im Jahre 1910 promovierte er an der Universität Halle zum Dr. phil., im Jahre 1915 erwarb er in Heidelberg den Lizentiatengrad. Die Universität Bonn verlieh ihm im Jahre 1926 die Würde eines D. theol. h. c. Cordier war von 1911 bis 1913 Garnisonvikar in Karlsruhe, von 1914 bis 1917 wirkte er als Pfarrer in Eschelbronn bei Heidelberg, von 1917 bis 1922 amtierte er als Pfarrer in Frankfurt am Main, dann bis 1926 als Pfarrer in Elberfeld. Ferner war er von 1923 ab Dozent am Predigerseminar in Elberfeld und von 1925 ab Privatdozent der Theologie in Bonn. Im April 1926 leistete er einem Ruse der Ludwigsuniversität Gießen als ordentlicher Professor für praktische Theologie Folge. Seitdem wirkte er bis jetzt als Hochschullehrer an unserer Universität. 7417.74984^299 ^14098 2 Gewinne zu 30 000 RM. 134669 2 Gewinne zu 10 000 RM. 307780 4 Gewinne zu 5000 RM. 80451 393485 2 Gewinne zu 3000 RM. 283456 12 Gewinne zu 2000 RM. 23844 114486 133582 154156 182905 197085 212305 234711 277081 289526 303955 328788 349178 377485 397863 würben 4628 Gewinne zu je Mitgliedcrbcwcgung: Anfang 1938: 1118 Mitglieder mit 1270 Geschäftsanteilen und J?Jt 1270000,— Haftsumme. Zugang 1938: 98 Mitglieder mit 114 Anteilen; Abgang durch Tod, Kündigung u. Ausschluß: 74 Mitglieder mit 84 Anteilen. Bestand Ende 1938:1142 Mitglieder mit 1300 Anteilen und Ji.il 1300000,— Haftsumme. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich um JiM 3514,50, die Haftsumme um JlJt 30000,—. Die ausstehenden Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile betragen Jl-W 44285,02. maD Gießen, den 2. Mürz 1939. Ön der heutigen Vormittogsziehung wurden 4 Gewinne zu 10 000 RM. 79372 307400 2 Gewinne zu 5000 RM. 90786 6 Gewinne zu 3000 RM. 64417 292244 16 Gewinne zu 2000 RM. 57043 67876 22102.2 316990 374611 374695 377672 Manderscheid (Eifel), am 4. März 1939 Tochter des Herrn Forstmeisters Sdgar Schmidt und seiner Frau Gemahlin Garlotta, geb. Habenicht, beehre ich mich anzuzeigen Die Verlobung ihrer Tochter ßrifd mit Herrn L)r. med. dent. ®Ün(CV 31 oft geben hiermit bekannt 168 Gewinne zu 300 RM. ~ 13071 20379 20516 21788 24693 30791 31701 32466 34085 36374 36646 39457 63933,58095 83105.97626 103212 122277 130457 Iddytib Wasdi masdime für Gasanschluß Umstände halber zu verkauf, oiois Mühlstraste 3 I. Assistent an der llnlv.-poliklinik f.Zahn-, Mund- u.Kiefererkrankungen Freiburg (Äreisgau) 210 Gewinne zu 300 RM. -----.. . ._ 28960 30364 39248 46103 48855 54684 59406 69892 71624 73673 74819 76445 86927 90719 92713 93089 94024 94680 ---------------- 124787 376824 391484 395630 84 Gewinne zu 500 RM. 21640 30831 35156 50011 52332 67479 94104 99174 100743 128321 161218 164828 - 219214 255636 291183 341882 390622 Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus bcm Leben der nie» deren Tierwelt mit erläuternden Dildunter- schriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profels. Dr. Deegener, Universität Berlin Dieses Werk bringt erstaunlich vielseittge und trefflich gelungene Einzelbilder und ®Mb- folgen aus dem reichen toben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschicht- liches Urkunüenbuch geworden, das hervor- ragend geeignet ist. die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblatter! Dar Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehens HugoDermühler Verlag Berlin »Lichterj elde Opel: Olympia (Cabriolet) in sehr gepflegt. Zustand sofort zu verkaufen. Wilhelm Höß Neuen Bäue 10 im Laden. 01034 fiX Fi Ei 7M \ sQS. i D ti 1, 1 JB I^Eonfirmation. Hemdchen u. 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(Pfandbriefe u. .............. (494150 rl (^.nnftinr Wertvaviere........... !»»■*!,ov 245742,20 In ber Gesamtsumme 3. enthalten: jtjt 234741,20 Wertpapiere, bie bie Reichsbank beleihen darf. 4' fU1 c^iner 1 (tfeit bS« 3 Mon.: aa) Bei genostemchaftl. Zentral- krebitinstituten JlJl 424690,18 bb) Bei sonstigen aaaark aa Qrphitinititufßn „ 194/o,23_ 444165,41 Bon ber Gesamtsumme a) ftnb ft 244165,41 täglich fällig (Nostroguthaoen). • . b) Längerfristige Guthaben bei genos- senschaftl Zentralkrebltmstituten .. _______—> 444165,41 a* 'aMtrebiMtitute in laufender Rechng vt vH J.ll/wv b) Sonst. Schuldner in lauib. Rechng. „ 2204443,1^ 6. Hypotheken, Grund- und Renten- schulden, ftmifflclbcr u. dql. ...... . 7. Dauernde Beteiligungen emschl. ber 0. Beteiligung bestimmten Wertpapiere. 8. Grundstücke und Gebäude; a) Unbebaute Grundstücke.......... bgJXV— b) Bebaute Grundstücke ........... 348500, 2206654,32 313171,64 8000,— 355000,— " aa) Dem Geschäftsbetrieb der Ge- nossensch. bien. Jl Jt 253000, bb) Sonstige .... „ 95500,— 9 Betriebs- und Geschäftsausstattung,________ 1,- Summe der Aktiva _______ 4549789,65 10. In den Aktiven und in denZndossa- mentsverbindlichkeit. sind enthalten: a) Forderungen an Vorstands- u. Aut- sichtSratsmitgl. ( 8 33 6 Abs. 4 bev Genossenschaftsgesetzes) ......... b) Forderungen an Mitglieder ...... c) Forderungen an abhängige Unternehmen u. Konzernunternehmen d) Anlagen nach § 17 Abs. 2 d. Relchs- gesetzes über das Kreditwesen (Ak- liva 7 und 8)................... Passiva: 99420,61 3324959,44 20226,10 363000,— 1 .Gläubiger: _ ... a) Aufgenommene Gelder u. Kredite l Nostroverpflichtungen) aa) Bei genossenschaftlich. Zentral- kreditinstituten JlJt —,— bb) Bei sonst. Stell. „ 200,—_ 200, b) Einlagen deutscher Kreditinstitute . 207559,69 c) Sonstige Gläubiger............. 2423085,16 JtJt 2630844,85 Von der Summe b) + c) entfallen: aa) JlJt 1484538,20 auf jederzeit fällige Gelder ,, „ , bb) 1146106,65 auf feste Gelder u. Gelder auf Kündigung. 2. Spareinlagen: r a) Mit gesetzlicher Kündigungsfrist . . . 414174,— b) Mit besonders vereinbarter Kündl- gungsfrist..................... 630360,87 1044534,87 3. Langfristige Anleihen, Hypotheken-, Grund- und Rentenschulden....... 4. Geschäftsguthaben: . .oo_n rn a) Der verbleibenden Mitglieder .... 443250,01 b) Der uusscheidenden Atitglieder.... 14748,02 175500,— 457998,03 5. Reserven nach § 11 des Reichsgesctzes über das 51reditlvescn: Gesetzliche Reserven............... 6. Ruhegehaltsrücklage.............. 7. Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen.......................... 8. Reingewinn: r ,ono/1„ Gewinnvortrag aus dem Vorjahr.... 4898,66 Gewinn 1938 .................... 30789,/3 190408,— 10000,— 4815,51 35688,39 Summe der Passiva __ 4549789,65 9. Verbindlichkeiten ans Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürqschaften sowie ans Garantieverträgen ...... 10. Zndossamcntsverbindlichkestcn aus weiterbegebenen Wechseln........ 11. Hn den Passiven sind enthalten: a) Verbindlichkeiten gegenüber abhängig. Unternehmen u. Konzern- unteruebmen l einschl. Jndossa- mentSverbindlichkeiten) ........ b) Gesamtvervflichtungen nach § 11 Abs. 1 des Reichsgesetzes über daS Kreditwesen.................. 463040,— 1316,— 3675379,72 124593 124638 134613 141583 159770 167107 183678 187309 203078 203222 217679 221098 238993 239571 280989 281620 290624 295363 303993 317589 338622 339132 359596 364113 378059 379236 1. Ausgaben f.Zinsen und Provisionen . 2. Persönlichen.sachliche Unkosten ... 3. Gesetzliche soziale JtJt. 123652,53 107065,04 Abgaben ....... 3589,— 4. Steuern (einschl. JUM, 6149,51 auf Immobilien) .... 5. Abschreibungen u. Zuweisungen an Wertberichtigungs- posten: a) Anf Anlagevermögen J?3t 18180,55 b) Auf sonstige Aktiva J?./t 24938,49 c) Auf Beteiliggn. Jl.ft. 2507,— 12591,50 45626,04 6. Zuweisung an Ruhegebaltsrückl. 10000,— 7. Soust.Aufwenbgn. 7704,67 8. Reingewinn: Gewiunvortrag auS dem Vorjaln JlJt 4898,66 Gewinn 1938 JL« 30789,73 35688,39 Summe der Auf- ivendungen __ 345917,17