PERPSMAN FIGUERAS' CEROKA*' PALAMOS BARCELONA - puiuCEkDA^r ^z//////x >F URGEL jT7/>| ^zZ BERGA LE PE^jür^ScERKRE = ^r^Xv^PORT BOU GLANES GROLLERS —-■■ ^AiATARO =: •MANRE^J Nr. 28 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 2.8ebruar 1939 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsftelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite LORpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Famjlienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags un- Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantsurt am Main 11686 Die „weißen Sklaven" in USA. Die hungernde Armee der „Sortner ohne Land". Von unserem Sonderberichterstatter Phil. A. Gilbert. (Nachdruck verboten!) Washington, im Januar. „Las gigantische Rüstungsprogramm der USA." — „Stop für die Diktaturstaaten" — „Wallstreet prophezeit neue Prosperity" — „Roosevelts Wirtschaftsprogramm vor der großen Probe" — das find ein paar Headlines aus der U S A. = Presse, die sich mit anderen Worten fast täglich wiederholen. Aber c i n Thema wird peinlichst vermieden, ein Thema, um das keiner, der die große politische und wirtschaftliche ftrifc der USA. verstehen und heilen will, in Wirklichkeit herumkommen kann: es handelt sich um jene Armee von rund 9 Millionen Menschen, die im freien Amerika von heute, im Jahre 1939, ein Leben fristen, das einer „Leibeigenschaft" völlig gleichkommt. Das sind die Millionen von Farmern, die ihr Land verkaufen mußten, jene Bewohner der Südstaaten, die zu „weißen Sklaven" geworden sind ... Die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind zwar ein geeinter Bundesstaat — aber in Wirklichkeit sind sie auch heute noch nicht vereinigt. Quer über das Land hinweg, südlich von Washington beginnend beim. Atlantischen Ozean und endend in Texas am Golf von Mexiko, zieht sich — symbolisch — ein weißer Baumwollfaden, der den Süden vom Norden scheidet. Dieser Baumwollfaden ist eine unzerreißbare Trennungslinie-, jeder Versuch, sie hinwegzudiskutieren, ist vergeblich. Der „Pankee", der Amerikaner der Nordstaaten, ist vom Bewohner der Südstaaten verschieden wie Feuer und Wasser. Das Aussehen ist anders — die Mentalität verschieden. Hier in den Südstaaten, in Georgia und den beiden Carolina, in Tennessee, Arkansas usw. herrscht eine Macht, die stärker als das Weiße Haus ist: die Baumwolle. Hier entstand Amerikas erste Rassenfrage, hier wurden der erste Neger als Arbeiter verwandt. Um diese schwarzen Sklaven kam es zum Krieg zwischen den Nord- und den Südstaaten. Hier ist der erste amerikanische Roman entstanden, der eine Welt erschütterte: der Sklavenroman „Onkel Toms Hütte", der nicht nur die neue, sondern auch die alte Welt revolutionierte, obwohl er die Dinge primitiv und einseitig tendenziös darstellte. „Nun, diese „armen" schwarzen Sklaven von damals sind heute von „weißen Sklaven" ab- gelöst worden, nur mit dem einen Unterschied, daß es den Negersklaven zur Zeit der Harriet Beecher? Stowe noch bedeutend besser ging als den „weißen Sklaven" von heute. Diese weißen Sklaven sind ein brennendes Problem der Aera Roosevelt, — aber sie wurden zu „Sklaven" durch die Aufhebung der Negersklaoerei. Die Schwarzen, die auch heute noch zu niedrigsten Lohnsätzen auf den Plantagen arbeiten, haben das Lohnniveau der weißen Plantagenarbeiter so gedrückt, feaß deren Dasein einer „Leibeigenschaft" des Mittelalters völlig gleichkommt. Börsenkatastrophen, r,schwarze Freitage" in Wallstreet verschärften die Entwicklung. Sobald eine wirtschaftliche Baisse ein- Hetzte, waren Tausende von kleinen Farmern gezwungen, die verschuldeten Farmen aufzugeben und glatt Arbeitgeber — Arbeitnehmer oder — noch ffchlimmer — Par zellen-Pächter zu werden. 1 Was dieses Wort in den Südstaaten bedeutet, (weiß nur der, der sie besucht hat. Die offiziellen /Lohnstatistiken prunken mit den guten Tarifen in (jben Terpentin-Fabriken, den Holzsägewerken oder feer aufblühenden Papierindustrie — aber von den Löhnen, die die Baumwollplantagenbesitzer zahlen, spricht man nicht gerne — das sind Neger- fTarife! Man fragt sich, warum diese „Farmer )ohne Land" dann nicht lieber in die Fabriken Uehen. Einfach darum, weil diese Menschen, die ihr Keben lang, und seit Generationen, nichts anderes -getan haben als Baumwolle zu pflanzen, sich auf »andere Arbeit nicht umstellen können oder -'wollen. t r r \ Die Farmer, die nach einem der diversen Borsen- jKrache ihre verschuldete Farm den unerbittlichen Kreditoren überlassen mußten und ohne Betriebskapital dastanden, sahen den einzigen Ausweg dann, daß sie eine winzig kleine Parzelle von einem der großen Latifundienbesitzer pachteten. Auf dieser Parzelle sieht man eine baufällige Bretterhütte, die von Schmutz starrt, früher hat.hier einmal eine Negerfamilie gewohnt. Die Hütte besteht uus einem einzigen Raum, in dem sich alles abspielt. Hier wohnt die kinderreiche Familie so primitiv, wie man in Deutschland kaum das Vieh unterbringen würde. Auf dem Stückchen Land wird Baumwolle angebaut, nach der Ernte wird die Baumwolle dem Großgrundbesitzer abgeliefert und der kleine Anteil ausbezahlt. Ausbezahlt? Bis zur Ernte mußte der Pächter mit seiner Familie ja ltzben — er konnte es nur a u f K r e d i t. Er hat Barschulden beim Verpächter, Warenschulden beim Kaufmann, beim Apotheker usw. Die Schulden wachsen zur Lawine: wenn der Ernteanteil abgerechnet worden ist, bleibt als Ergebnis noch ein großer Rest Schulden zurück. Es ist diesen Menschen faktisch unmöglich, aus diesem Schuldenberg herauszukommen. Das will der Verpächter auch gar nicht, denn durch dieses System hat er im Sinne des Wortes „Leibeigene", die nur durch ihre Schuldenlast an die Scholle gefesselt sind. Die Armee der „Farmer ohne Land" ist unheimlich gewachsen. 1920 schätzte man nur 200 000 Menschen, 1930 schon über eine Million, 1938 rechnet man die Zahl dieser ausgehungerten, beinahe vertierten „weißen Sklaven" auf über 9 Millionen. Wie ein drohendes Gespenst reckt sich diese Zahl im Weißen Hans, m Washington bei dexl Finanzdebatte empor. Aber diese Menschen sind ja keine Arbeitslosen — sie fallen nicht unter die Arbeitslosen-Gesetze. Im Gegenteil, die schuften Tag und Nacht — aber das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein kläglicheres Leben als es die bedauernswerten Sklaven in „Onkel Toms Hütte" führten. Bei ihnen hatte der Besitzer selbst Interesse daran, daß sie wenigstens nicht verhungerten. Die „weißen «klaven" haben keinerlei Schutz, sie können als „freie Menschen" — krepieren. Eine zerfallene Bretterhütte ist ihre Wohnung, Lumpen, die man sich irgendwo aus Abfalleimern zusammensammelte, die Kleidung. Das Kochgeschirr sind zerbeulte Benzinkannen und alte Konservendosen.. In diesen „Töpfen" brodelt Tag für Tag eine muffige Maisgrütze. Keinerlei Gemüse, kein Obst, vielleicht, wenn es hoch hergeht, mal Büchsenfleisch und Büchsenfisch. Die meisten Kinder haben aufgetriebene Bäuche und von der englischen Krankheit verkrümmte Gliedmaßen. Paris, 1. $ebr. (Europapreß) Der Kampf um die Ernennung eines Botschafters Frankreichs bei der nationalfpanifchen Regierung in Burgos scheint jetzt auf der ganzen Linie zu entbrennen. Man erwartet schon für die nächsten Tage, unter Umständen schon in der am Miltwochnachmittag stattfindenden Sitzung des außenpolitischen Ausschusses der Kammer, einen Vorstoß der am Dienstag gebildeten französisch-spanischen Vereinigung in der Kammer, deren Vorsitzender der frühere Ministerpräsident Flandin ist. Dieser hat beim Ministerpräsidenten D a t a d i e r vorgesprochen. „Ordre" berichtet, daß Daladier erklärt haben soll, „die Angelegenheit mache Fortschritte", die Regierung werde über die Frage einer Botschaft bei der Franco-Regierung „zur gegebenen Stunde" eine Entscheidung fällen. Das Blatt schließt daraus, daß die Idee der Entsendung eines diplomatischen Vertreters nach Burgos beim französischen Ministerpräsidenten Anklang gefunden habe. Ls sei nur noch die Frage, ob es zweckmäßig sei, gleich einen Botschafter oder zunächst für einige Zeit einen Vertreter mit besonderer Mission zu Franco zu schicken. Reu york, 1. Februar. (DRB.) Roosevelt, der Präsident der vereinigten Staaten von Amerika, hat gestern in einer vertraulichen Sitzung des Militärausschusses des Senats Ausführungen gemacht, die selbst in Amerika höchst sensationell empfunden werden. Es ging in dieser Aussprache vor dem Militärausschuß um die Kritik, die in weitesten Kreisen der amerikanischen Oeffentlichkeit an der Regierung wegen der Preisgabe militärischer Geheimnisse an Frankreich durch Lieferung amerikanischer Militärflugzeuge an Frankreich geübt wird. Roosevelts Erklärungen gehen über die Zurückweisungen dieser Kritik weit hinaus, wenn das, was in den amerikanischen Zeitungen über die Beratungen vor dem Militärausschuß veröffentlicht wird, den Tatsachen entspricht. Rach der Darstellung der heutigen Morgenblätter entwickelte Roosevelt vor dem Ausschuß in großen Zügen die Grundsätze der amerikanischen Außenpolitik. Dabei soll er erklärt haben, die Vereinigten Staaten von Amerika sollten bereit sein, England und Frankreich im Falle eines Krieges jede nur mögliche Unterstützung zu gewähren. Rach dem Bericht der republikanischen „Herald Tribüne" gewannen die Mitglieder des Ausschusses den Eindruck, daß nicht nur eine endgültige ver- ständigung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den europäischen Demokratien erfolgt sei, sondern bereits positive Verpflichtungen Amerikas vorliegen. Roosevelts einzige Einschränkung zur Bereitwilligkeit, gegen die Verlin-Rom-Tokio-Achse Kriegsdienste zu leisten, sei der Hinweis auf die Tatsache gewesen, daß für diese Hilfe bezahlt werden müsse. Auf die verständliche Frage eines Senators, wie sich ein solches Versprechen zur Kriegshilfe mit der Reutralitätspolitik der Vereinigten Staaten vereinbaren lasse, erwiderte Präsident Roosevelt: „Wir werden die Brücke überschreiten, sobald sie erreicht wird". Roosevelt malte in dieser Aussprache vor dem Ausschuß die augenblickliche internationale Lage in den düstersten Farben und Verflieg sich schließlich zu der Behauptung, daß Sie gehen nicht in die Schule — die Not ist stärker als Amerikas Schulpflichtgesetz. Hier gibt es noch heute die meisten Analphabeten der USA., hier — nicht etwa im Neger- oder Chinesenviertel Neuyorks! Aus dieser Millionenarmee der „Farmer ohne Land" findet die amerikanische Unterwelt auch im besonderen Maße ihren Nachwuchs, nicht nur in den Death-End-Ltraßen der Weltstädte. Die Kinder dieser Farmer, die nichts gelernt haben, die nur Elend und Mundraub kennen, werden schnell gelehrige Schüler der Unterwelt, wenn sie in die Großstadt kommen. Diese neun Millionen Menschen sind ein Geschwür am Körper der USA., eine drohende Gefahr, die man nicht verschweigen kann, so ungern man auch darüber redet. Reformmaßnahmen Roosevelts haben auch hier völlig versagt. Hier nützen feine kleinen Notstandsaktionen — hier müßte das System von Grund auf geändert werden. Spricht man zu einem der großen Plantagenbesitzer über die „weißen Sklaven", so antwortet er erstaunt und beleidigt: „Sklaven? — Aber ich bitte Sie, es sind doch völlig freie Menschen ..." — Ja, Millionen völlig freie weiße Menschen, die durch ihre unverschuldete Schuldenlast zu „Leibeigenen" wurden. Die gewöhnlich gut unterrichtete rechtsstehende Epogue sagt, da an die Ernennung eines Botschafters erst für spätere Zeit gedacht werde — man nenne hierfür die Ramey des Abgeordneten Mal- v y, des ehemaligen Ministers F r o f f a r d und des Senators Fourcate (Departement Bas Pyre- nees) —, fei zunächst an eine „zeitlich begrenzte Mission" bei der nationalspanischen Regierung gedacht, die dem General L a t r o u x anoertraut werden soll. General Latroux ist Kommandant des XIX. Armeekorps in Algier und war früher Kommandant in Marokko, wo er seinerzeit ausgezeichnete Beziehungen mit General Franco, der damals Gouverneur von Spanisch- Marokko war, unterhielt. Reben zahlreichen Wirtschaftsvertretungen — wie u. a. der Handelskammer von Marseille — soll besonders lebhaft der zum rechten Flügel der Radikalsozialisten gehörende Abgeordnete M a l v y für die Schaffung eines Botschafterpostens in Burgos cintreten. Man sagt, daß Malvy, der seit seinem früheren langjährigen Aufenthalt in Spanien engere Verbindungen mit zahlreichen Persönlichkeiten in Rationalspanien unterhält, selbst be n Wunsch hätte, B o l s cha f- ter in Burgos zu werden. Südamerika und Rordamerika die nächsten Angriffsziele der autoritären Länder fein würden, wenn es ihnen gelungen fei, die europäischen Demokratien militärisch niederzuzwingen. Diese höchst ungewöhnliche Ausschuhberatung im Weißen Haus dauerte V/< Stunde. Ein Konferenzteilnehmer meinte, Roosevelt habe offenbar versucht, die Mitglieder des Ausschusses mit dem vermeintlichen Ernst der internationalen Lage zu beschwichtigen, um sie davon abzuhalten, sich mit „kleinlichen Fragen", wie der Erlaubnis für französische Luflfahrl- verlreler, in modernen amerikanischen Bombern mitzufliegen, zu befassen. Präsident Roosevelt hat die Mitglieder des Militärausschusses des Senats zusammengerufen, um ihnen „Aufklärungen" über die Preisgabe militärischer Geheimnisse an Frankreich zu geben. Es sollen nach amerikanischen Meldungen bereits 1 000 Heeres f l ugzeuge an das Ausland zu bisher unbekannten Zahlungsbedingungen verkauft worden fein. Darum ist es sehr verständlich, wenn die amerikanische Oeffentlichkeit, die amerikanischen Militärs und die amerikanischen Parlamentarier in dieser Handlungsweise Roosevelts nicht nur ein Vergehen gegen die militärische Sicherheit des Landes erblicken, sondern eine geradezu ungeheuerliche Umgehung der Kontrollinstanzen des Parlaments und der Militärbehörden. Der Flugzeugskandal ist dadurch herausgekommen, daß sich beim Unfall eines Bombers der Douglaswerke in Los Angeles ein Vertreter des französischen Luftfahrtministeriums, Paul Chemidlin, allein zu retten vermochte. Es rourtie dabei festgestellt: 1. Generalstab und Admiralität der USA. hatten sich gegen einen Plan Roosevelt-Morgenthau-Bullitt (Bullitt ist Botschafter Roosevelts in Paris) ausgesprochen, amerikanische Flugzeuge, die für das Heer bestimmt find, an Frankreich zu verkaufen. Das ist bisher gesetzlich verboten. 2. Trotzdem hat die Regierung Roosevelt ohne Befragung der betreffenden Instanzen, entgegen den klaren Bestimmungen des Gesetzes und ohne das amerikanische Kriegsministerium in Kenntnis zu setzen, geheime Konstruktionen der Flugzeugindustrie dem Vertrauensmann des französischen Kriegsministeriums bekanntgegeben. Das hat der Chef des Luftkorps der USA., Generalmajor Einnahme von Vich. Poris, 2. Febr. (Europapreß.) Die national- spanischen Truppen haben am Mittwochabend dis wichtige Stadt V i ch in Katalonien besetzt. Sie sind jetzt nur noch wenige Kilometer von der Mündung des Gurru-Flusses in den Ter-Fluß entfernt und vermögen nunmehr auf der Straß«' Barcelona— Gerona gegen Gero na vorzudringen und auch in das Tal des Ter-Flusses vorzustoßen, in dem Gerona liegt. Mittwochnachmittag wurde auch das ganze Gebiet von Seo de Urgel durch dio 60LS0NA nationalen Divisionen besetzt. Das Maestrazgo * Korps, das von Manresa aus auf die Stadt Berga, am Oberlauf des Llobregat-Flusses, vor-- rückt, erreichte das Dorf Gironella, das nur! noch neun Kilometer von Berga entfernt ist. Bei Granges, einem Dorf sechs Kilometer von Berga, wartet eine starke Abteilung des Maestrazgo-Korps auf das Anrücken der von Gironella vorstoßenden Einheiten. Auf der Küsten st raße setzten dis Legionärtruppen, die am Dienstagabend mit der Besetzung von Gualba in die Provinz Geronck eingedrungen sind, ihren Vormarsch zwölf Kilometer tief fort. Der Frontberichterstatter des DNB. hebt die Be-i deutung der Eroberung der Stadt V i ch durch das Armeekorps Maestrazgo besonders hervor. Vich zählt 15 000 Einwohner und besitzt eine bedeutende Textil- und Eisenindustrie. Nördlich von Vich erstreckt sich eine fruchtbare Ebene. Bekannt ist die aus dem 13. Jahrhundert stammende« Kathedrale von Vich mit berühmten Fresken, die wie so viele unersetzliche Kunstschätze Spaniens von den Bolschewisten zerstört worden sind. Vich hat jahrelang unter der wildesten Terrorherrschaft der Anarchisten gestanden, die Untaten aller Art verübt haben. Die Stadt liegt an der Hauptstraße und Eisenbahnstrecke von Barcelona über Puigcerda nach Frankreich. Die Entfernung zur französischen Grenze beträgt 55 Kilometer. Die Front von Benave bis Vich verläuft etwa auf 70 Kilometer Länge geradlinig parallel der französischen grenze. Arnod, vor dem Militärausschuß des Senats in einem Kreuzverhör bestätigt. Außerdem ist es erwiesen, daß Chemidlin ohne Wissen der Offiziere der amerikanischen Armee oder des Kriegsministeriums oder der Admiralität die Erlaubnis erteilt wurde, mit dem Bomber zu fliegen, der mit den neue ft en technischen Geheüm» nissen ausgerüstet ist. Hierdurch ist die Angelegenheit spruchreif geroort den. Nicht ob Roosevelt gegen die Schutzgesetze seines Staates gehandelt hat — das mögen die Nordamerikaner unter sich selbst ausmachen —, sondern ob die berühmte und viel umstrittene N e u t r a l i tätsgesetzgebung der Vereinigten Staaten überhaupt noch b e st e h t, ist für uns von Interesse. Ja, die Beantwortung dieser Frage ist unzweifelhaft von geradezu internationaler Bedeutung. Kurz vor Ausbruch des abessinischen Krieges wurde am 31. August 1935 das erste Neutralitätsgesetz verabschiedet, durch das die Waffenausfuhr verboten wurde. Ferner wurde den Bürgern der USA. eröffnet, daß die Benutzung von Schiffen kriegführender Nationen auf eigene Gefahr erfolge. Am 29. Februar 1936 wurde dieses Gesetz dahin ergänzt, daß Kriegführenden keine Anleihen gewährt werden könnten, ausgenonv men den Staaten des amerikanischen Festlandes. Am 9. Januar 1937 wurde dieses Neutralitätsgesetz auf den spanischen Bürgerkrieg ausgedehnt, nachdem am 1. Januar des gleichen Jahres die in beiden Häusern angenommenen Gesetze von Roosevelt selbst unterzeichnet worden und damit rechtskräftig geworden waxen. Mit dem Verbot der Reisen auf Schiffen der kriegführenden Staaten wurde übrigens eine amerikanische Untat wieder gut gemacht, denn während des Weltkrieges wurde der Umstand, daß amerikanische Bürger auf der „Lusita- nia", der „Sussex" und anderen Munitionsschifsen der Entente ums Leben kamen, an den Haaren herbeigezogen, um Wilsons Kriegswillen gegen Deutschland zur Tat werden zu lassen und das amerikanische Volk gegen Deutschland zu entflammen, obgleich sich die reisenden Bürger wissentlich selbst in die Gefahr begeben hatten. Im Jahre 1937 wurden die Neutralitätsgesetze auch von den Isolationisten in den USA. deshalb besonders begrüßt, weil sie die Washingtoner Regierung aus den Händeln der Welt herauszuhalten geeignet waren. Aber gerade diese Rooseoeltregierunq hak immer wieder g eg endie eigenen Ges eße verstoßen. Roosevelt hielt in Chikagy im Herbst 1937 {eine be- Nimmt Frankreich Beziehungen zu Franco aus? Bereits Kandidaten für den Botschafterposten in Burgos genannt. Roosevelt an der Spitze der Kriegshetzer in USA. Ist die amerikanische Regierung bereits bestimmte Verpflichtungen eingegangen? Pressefreiheit ihren Lesern unterschlägt. Es ist aber nichtsdestoweniger Tatsache, daß die Worte Adolf Hitlers auch im Washingtoner Staatsdepartement ihre Wirkung ausgeübt haben und wohl nicht die Neutralitätsnöte erleichtern werden, in denen sich Roosevelt dank der hellhörig gewordenen Bürgerschaft seines Landes befindet. E. Schröder. Sind Vir ans dem Wege zum Kriege?^ // Senatoren fordern volle Oeffentlichkeit. — Hoover warnt vor den Folgen der Kriegspolitik Roosevelts. ruchtigte Quarantäne-Rede, in der er olle „demokratischen" Staaten aufforderte, die autoritären, volksregierten Staaten zu bekämpfen. Die erfolglose Neun-Mächte-Konferenz in Brüssel Ende 1937 zeigte den ersten Schritt zur Loslösung Roosevelts von den Neutralitätsgesetzen. Der amerikanische Botschafter in London, Kennedy, erklärte am 19. März 1938, Amerika würde selbst bestimmen, ob es in einen Krieg eintreten und ob es, ohne angegriffen zu fein, einer Macht oder einer Mächtegruppe gegen die andere zu Hilfe kommen werde. Die Rooseoelt- politik befürwortet nun also auch, abgesehen von der Haltung des Staatssekretärs Hüll, der auf der Konferenz in Lima Südamerika vergeblich in einen Gegensatz au den autoritären Staaten zu bringen versuchte, daß Frankreich und England Luftfahrzeuge erhalten könnten, um sich gegen Deutschland und Italien zu bewaffnen. Damit würde direkt das Neutralitätsgesetz gebrochen. In seiner Rede am 30. Januar 1939 hat nun der Führer programmatisch erklärt, unser Handel mit Südamerika unterliege lediglich der Beurteilung durch uns und durch die südamerikanischen Staatsmänner. „Die Völker", so sagte er, „werden in kurzer Zeit erkennen, daß das nationalsozialistische Deutschland keine Feindschaft mit anderen Völkern will, daß alle die Behauptun- aen über Angriffsabsichten unseres Volkes auf fremde Völker entweder aus krankhafter Hysterie geborene oder aus der persönlichen Selbfterhaltungs- fucht einzelner Politiker entstandene Lügen sind, daß diese Lügen aber in gewissen Staaten gewissenlosen Geschäftemachern zur Rettung ihrer Finanzen dienen sollen. Daß vor allem das internationale Judentum damit eine Befriedigung seiner Rachsucht und Profitgier erreichen zu hoffen mag, daß sie ober die ungeheuerlichste Verleumdung darstellen, die man einem großen und friedliebenden Volk antun kann. Denn immerhin haben z. B. niemals deutsche Soldaten auf amerikanischem Boden gekämpft, außer im Dienste amerikanischer Selbständisskeits- und Freiheitsbestrebungen, wohl aber hat man amerikanische Soldaten nach Europa geholt, um eine große, um ihre Freiheit ringende Nation mit a b w ü r g e n zu helfen. Nicht Deutschland hat Amerika angegriffen, sondern Amerika Deutschland, und wie die Untersuchungskommission des amerikanischen Repräsentantenhauses festgestellt hat: ohne jede zwingende Veranlassung, nur aus kapitalistischen Gründen." Es ist bezeichnend, daß die jüdisch geleitete amerikanische Presse diese Aeußerungen im Namen der Washington, 2. Febr. (DNB. Funkspruch) Die durch Indiskretionen bekannt gewordenen Ausführungen Roosevelts vor dem Militärausschuß haben in Senatskreisen und in der Oeffentlichkeit sehr geteilte Aufnahme gefunden. Zahlreiche Teilnehmer an der Konferenz machten aus ihrem Unmut über die ihnen auferlegte Schweigepflicht in einer für die Vereinigten Staaten lebenswichtigen Frage keinen Hehl. Insbesondere die republikanischen Senatoren verlangen Veröffentlichung der Begründung Roosevelts für die amtlicherseits ostentativ geförderten Kriegslieferungen. Mehrere Bundessenatoren, die dem Militärausschuß nicht angehören, verhehlen nicht ihre Besorgnis über die gefährlichen Folgen einer Politik nach den Wünschen Roosevelts. Der republikanische Senator I o h n - s o n fragte: „Sind wir auf dem Wege zum Kriege?" Das amerikanische Volk stabe ein Recht zu wissen, ob Feindseligkeiten aus den Kriegslieferungen an Frankreich entstehen könnten. Einem Senatsausschuß unter Auferlegung der Schweigepflicht etwas mitzuteilen, was nicht nur den Senat, sondern das gesamte Volk angehe, komme einem Versuch zur Entstellung von Tatsachen gleich. In der Senatsdebatte über die Waffenlieferung wies Senator Reynolds auf das verderbliche Treiben der Kommunisten in den Vereinigten Staaten hin. Sie täten ihr Möglichstes, Amerika in einen Krieg hineinzutreiben. Senator Walsh erklärte, die Regierung solle sich um inneramerikanische Dinge bekümmern, ehe sie sich als Weltrichter über Gut und Böse einsetze. Senator L o d g e verlangte, sämtliche Akten und die Korrespondenz über sie vermutete geheime Verwendung des Stabilisierungsfonds für Waffenlieferungen an Frankreich zu veröffentlichen. Gleichzeitig stellte Senator Austin die Forderung, die Verhöre vor dem Militärausschuß künftig in aller Oef- f e n t l i ch k e i t abzuhalten. Senator N y e erklärte, er werde an den Verhören nicht mehr teilnehmen, solange sie geheim seien und nicht sämtliche Akten über die Waffenlieferungen veröffentlicht mürben. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, beschuldigt in einer Rundfunkrede seinen Amtsnachfolger Roosevelt, eine Außenpolitik zu betreiben, die Amerika unweigerlich in den Krieg hineinziehe. Jede vernünftige lieber* legung, jede Erfahrung der Geschichte lasse klar erkennen, daß die Anwendung, von Gewalt, von Drohungen, von wirtschaftlichen Sanktionen^oder gar Krieg Unrecht niemals gutmachen und fremden Nationen niemals einen dauerhaften Frieden bringen könne. Die Außenpolitik, die Roosevelt jetzt anstrebe, müsse bei der Schwere ihrer Folgen vom amerikanischen V o l k und vom Kongreß bestimmt werden und nicht allein vom Präsidenten. Schließlich sei es das Volk der Vereinigten Staaten, das in einem Krieg arm werde und fein Leben opfern müsse. Hoover wirst Roosevelt vor, daß er sich anmaßt, festzustellen, wer die sogenannten Angreifernationen sind. Er sagt: „Sollen wir über jahrhundertalte Streitigkeiten zu Gericht sitzen, begannen lange bevor unsere Nation überhaupt geboren wurde? Ein großer Teil der Vereinigten Staaten von Amerika i st das Ergebnis von Angriffskriegen ebenso wie Teile des britischen oder französischen Weltreiches. Durch eine solche Politik machten sich die Vereinigten Staaten von Amerika in der ganzen Welt verdächtig und ihre Folge wäre unzweifelhaft die, daß sich Mächtekombinationen gegen ein solches Land bilden, ganz gleich wie schön die Phrasen von „guter Nachbarpolitik" erklängen. Hoover schloß seine Ansprache mit der Frage an die Rundfunkhörer: „Sollen wir uns zu einem Angriffskrieg rüsten? Sollen wir die Polizisten der Welt sein?" 3tolien feiert den 16. Jahrestag der Faschistischen Miliz. Stabschef Lutze als Ehrengast des Duce bei der großen Parade. Rom, 1. Febr. (DNB.) Die italienische Hauptstadt steht im Zeichen des 16. Jahrestages der Gründung der Faschistischen Miliz. Alle Straßen prangen im Flaagenschmuck. Vor dem Nationaldenkmol, dem „Altar des Vaterlandes", hatten etwa 20 000 Mann der Miliz Aufftellung genommen. Der große Platz bildete ein einziges Meer von graugrünen und schwarzen Stahlhelmen. Zu beiden Seiten der mächtigen Denkmals-Treppe standen Abteilungen« der Miliz, die an dem Feldzug in Abessinien oder als Legionäre am spanischen Krieg teilgenom- men haben. Auf den Plattformen des Denkmals hatten die Regierung, die Marschälle, Senat, Kammer, Partei und Behörden sowie das Diplomatische Korps, darunter der deutsche Botschafter v. Mackensen, Platz gefunden. Deutschland war außerdem durch d-n Stabschef der SA., Lutze, und seine Begleitung vertreten. Trompetenstöße, Kanonendonner und Maschinengewehrsalven, die von der das Denkmal krönenden Säulenhalle abgefeuert wurden, kündeten die Ankunft des Duce an, der auf der Freitreppe den Stabschef Lutze herzlich begrüßte und ihn einlud, während der Feier an seiner Seite zu bleiben. Mussolini legte zunächst einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder Dann überreichte er den Angehörigen von etwa 60 in Abessinien und Spanien gefallenen Miliz-Freiwilligen die Tapferkeitsmedaillen, die de n(Befallenen verliehen worden sind. An die Feier schloß sich' eine eindrucksvolle P a - rode der 20 000 Milizsoldaten an. Dor dem Gebäude der Kunstausstellung waren Tribünen für die Ehrengäste errichtet worden. Mussolini stand auf einem vorspringenden Podium, umgeben von den Marschällen Italiens. An seiner Seite hatte er wieder Stabschef Lutze, mit dem er sich während des Vorbeimarsches der Truppen in herzlicher Weise unterhielt. Zunächst marschierten die Schüler der Sport-Akademie der Faschistischen Jugend-Organisation in ihren verschiedenfarbigen Uniformen im strammen römischen Schritt vorüber. Mit lautem Beifall begrüßte die Menge dann mehrere Abteilungen der unlängst aus Spanien zurück- gekehrten Legionäre in Khaki-Uniform, in deren ersten Reihe zahlreiche Verwundete marschierten. Die Legionäre, deren Brust das Pfeilbündel der spanischen Falange und zahlreiche Krieasauszeich- nungen schmückte, führten riesige Feldzeichen nach römischen Vorbildern mit sich, auf deren Feldern die Schlachten verzeichnet standen, an denen sie in Abessinien und Spanien siegreich teilgenommen haben. Besonders stürmischen Jubel löste das Erscheinen einer Abteilung von Mädchen aller Altersklassen in Khaki-Uniformen aus. Es waren die Waisen der Gefallenen der Miliz. Ihnen folgten die Knaben, ebenfalls in Khaki-Uniform, aber in voller Kriegsausrüstung und in musterhaftem römischen Schritt. Dann zog die Leibgarde des Duce in ihren schwarzen mit silbernen Schnüren verzierten Uniformen vorüber. Mehrere Stunden lang dauerte dann der Vorbeimarsch der Miliz •n Stahlhelmen und feldgrüner Uniform. Die Menge zollte den Abteilungen, die sich durch einen besam bers guten Passo Romano auszeichneten, lebhaften Erfolge der ©Weiter. Hervorragende Erfolge der SA.-Reiter in Rom. — Mussolini und Stabschef Lutze bei den deutsch-italienischen Wettkämpfen. Eine weitere Veranstaltung am 16. Jahrestag der faschistischen Miliz bildeten die militärischen Wettkämpfe in der großen Reitbahn her Villa Borghese, wo sich in den Meister- idjaften für Offiziersreiterordonnanzen der faschistischen Miliz einige der besten italienischen Reiteroffiziere und eine Reiterabordnung der S A. in sportlichem Wettbewerb gegenüberftanben. Punkt 15 Uhr erschien der Duce, zusammen mit Stabschef Lutze und dem Parteisekretär, Minister S t a r a c e. Im Mittelpunkt der Wettkämpfe stand die dritte M e i st e r s ch a f t für Reiter- ordonnanzen, die dank ausgezeichneter Leistungen der 19 Offizierspatrouillen besonderen Anklang fand. Den Doppeloffiziersordonnanzen war die Aufgabe gestellt, unter erschwerter Bedingung einen wichtigen Befehl zu überbringen. Während des Ritts wurde die Patrouille angegriffen, wobei einer der Reiter abfteigen und das Feuer erwidern mußte, bevor der über eine Hindernisstrecke von insgesamt 500 Meter führende Ritt zu Ende gebracht werden konnte. Bewertet wurden fehlerfreies Springen, die Zahl der Treffer bei fünf Schuß und schließlich die Gesamtzahl der Zweierpatrouillen. Die SA.-Reiter, die Pferde der römischen Carabinieri ritten, schnitten bei der Meisterschaft ausgezeichnet ab. Die einzige rein deutsche Mannschaft — SA.-Obertruppführer Boldt und SA.- Scharführer Brennecke — erreichte die Höch st - Punktzahl von 5 07 Punkten, auf die auch die deutsche-italienische Vertretung der Zone VI der Schwarzhemden (Triest) mit Sturmführer v. Kottwitz-Brunetti kam, die bei vollkommener Gleichheit: als beste Schützen (fünf Treffer) und schnellste Reiter (1:45 Minuten) gemeinsam auf den ersten Platz gelangten. Zum Schluß der Wettkämpfe, die bei den vielen Tausenden größten Beifall auslösten, verabschiedete sich Mussolini überaus herzlich von Stabschef Lutze und kehrte unter dem Jubel der Masten wieder in den Palast Venezia zurück.. Die Tagung der Gauleiter der faschistischen Partei hat einen Tagesbefehl zum 6. Jahrestag der Machtergreifung durch Adolf Hitler angenommen. In dem Befehl wird den Braunhemden, der starken und entschlossenen Führung des neuerstandenen deu/hen Volkes, der aufrichtige und begeisterte Gruß entboten. Ferner wird betont, daß „d i e tiefe und bewußte Freundschaft der beiden großen Natione n", überreich an Ruhmestaten aus der Vergangenheit und in der Gegenwart, stark in den Waffen und im Geistesleben und solidarisch in der Kraft der Achse Rom— Berlin, eine unfehlbare Sicherheit für den Triumph des von den beiden Führern gewollten neuen Europas bildet. Der Führer beim „Kanonenspringen" auf dem Berliner Reitturnier. Ein festlicher Abend zu Gunsten des Winterhilfswerks in der Oeutfchlandhalle. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Auf dem Internationalen Reit- und Fahrturnier in der Deutschlandhalle fand in Gegenwart des Führers das außerordentlich schwierige Kanonenspnngen statt, ein Jagdspringen um den Preis des Generalfeldmarschalls Göring. Tausende grüßten den Führer, als er gegen 9 Uhr in der Deutschlandhalle eintraf. Neben Adolf Hitler hatten der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, und Reichsernährungsminister D ä r r 6 Platz genommen. In der Loge des Führers sah man weiterhin die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels, Generaloberst Keitel, die Reichsleiter Bouh- l e r und Bormann, Generaloberst von Bock, ferner als Vertreter des Winterhilfswerkes Hauptamtsleiter Hilgenfeldt. Zu dem Kanonenspringen waren 68 Bewerber erschienen. Erst im zweiten Stechen fiel die Entscheidung: „Nordland" unter - Hauptsturmführer Temme gewann mit 0 Fehlern den Preis des Generalfeldmarschalls Göring. Zweiter wurde Rittmeister Brinkmann auf „Erle", Dritter Oblt. Huck auf „Artur" und Vierter Kpt. G o n z e (Belgien) auf „Bimbus". Die anderen Plätze waren im ersten Stechen entschieden worden. — In der Dressurprüfung Klasse S errang der schwedische Oberstleutnant C o l l i a n d e r auf ,Kal" den Preis des Oberbefehlshabers des Heeres. Major P o d h a j f k y (Deutschland) auf ,Mero" wurde Zweiter. In atemloser Spannung waren die Tausende den einzelnen Ritten dieser schwersten Prüfung gefolgt, die im Rahmen dieser an hohen Anforderungen eichen Tage die höchste Leistung von Mann und Roß verlangt. Stürmischer Beifall erfüllte die Halle, wenn die einzelnen Reiter der neun Nationen mit gesammelter Energie und vollendeter Schönheit die Hürden meisterten. Adolf Hitler empfing ^-Haupt- sturmführer Temme anschließend in seiner Loge und sprach ihm persönlich seine Glückwünsche für seine außerordentliche sportliche Leistung aus. Der Führer begrüßte ferner den Gewinner der großen Dressur um den Preis des Oberbefehlshabers des Heeres, den schwedischen Oberstleutnant Collian- d e r ferner Frau Friedel Schumann, der er für ihren selbstlosen Einsatz im Dienste des Winter- hilfswerkes durch ihre Ritte durch die deutschen Gaue feinen besonderen Dank aussprach. Anschließend überreichte Generalmajor Bodenschatz ' Hauptsturmführer Temme im Auftrage des Generalfeldmarschalls Göring den vom Ministerpräsidenten gestifteten Ehrenpreis mit herzlichen anerkennenden Worten. Den zweiten Teil des.Abends füllten Schaubilder aus. Den Anfang bildete eine schöne Vorführung der französischen Reitschule Saumur. In historischen Trachten gaben die französischen Reiter einen ausgezeichneten Einblick in die hohe Schule ihrer Reitkunst von bester Tradition. In einer weiteren Folge von Darbietungen ließ die junge deutsche Wehrmacht vor den Zuschauern erkennen, wieweit das Pferd auch heute noch in dem Zeitalter der Motorisierung bei der Truppe Verwendung findet. Immer wieder brandeten Iubelstürme durch die Halle, wenn unsere Soldaten hoch zu Roß oder vielspännig vor den Fahrzeugen iyre Kreise ritten. Als der Führer, umjubelt von den vielen Tausenden, die Veranstaltung verließ, durfte man gewiß fein, daß der Abend wohl die interessanteste Veranstaltung des diesjährigen Internationalen Reit- und Fahrturniers gebracht hat. Frühjahrsstellenbesehungen in der Kriegsmarine. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Konteradmiral Großmann zum Amtschef im Oberkommando der Kriegsmarine ernannt. Außerdem sind ernannt: die Kapitäne z. S. von der Marwitz zum Marineattachä in Ankara, zugleich Athen, Bukarest und Sofia, Nordmann zum Kommandanten des Kreuzers „Leipzig", Lange zum Kommandanten des Kreuzers „Emden", L ö w i f ch zum Marineattachä im Rom, Kieferitzky zum Chef des Stabes der Nachrichteninfpektion, L i n d e n a u zum Kommandeur der Torpedoschule, U t k e zum Kommandanten des Linienschiffes „Schlesien", Leißner zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, K l e i k a m p zum Kommandanten des Linienschiffes „Schleswig-Holstein", Plath 3um Abteilungschef im Oberkommando der Kriegsmarine, die Fregattenkapitäne Henning zum Marineattachä in Paris, Heye zum Kommandanten des Kreuzers „Admiral Hipper". „Das zeitlose Ziel." „Was wir sind, ist nichts. Was wir suchen, ist alles. ' Hölderlin. Wieder sind Millionen und aber Millionen Deutsche nach einer großen Führerrede zurück an ihre Werkbänke und Arbeitspulte gegangen, von neuer Zuversicht und Arbeitsfreude erfüllt, getragen von dem Stolz, Deutsche zu sein, und gehoben von dem Bewußtsein, Zeugen und Mitgestalter feiner Epoche der deutschen Geschichte zu werden, die zu den ruhmvollsten im tausendjährigen Werdegang der deutschen Nation gehören wird. Sie alle haben am Lautsprecher gesessen, Bauern und Arbeiter, Gelehrte und Künstler, Soldaten und Männer im braunen Rock, Frauen nicht zuletzt, und haben diese Stimme auf sich wirken lassen, die jeder von ihnen aus Hunderten von Stimmen sofort herauskennen würde. Diese Stimme hat ihnen, wie so oft schon — mit unbestechlicher Klarheit Rechenschaft abgelegt von dem politischen Ablauf eines großartigen Jahres, sie ließ in knappen, lebendigen Bildern das Geschehen abrollen, das die Welt 1938 in Atem hielt, und sie zog die Schlußfolgerungen aus diesem Geschehen mit der Unerbittlichkeit, die das Geheimnis des Erfolges Adolf Hitlers ist. Und während sie alle dasaßen, felbftnergeffen und dem Strom der Worte hingegeben, trat ihnen nicht hinter dem dramatischen Bild der politischen Geschehnisse, der Tatsachen, die diese Worte schilderten, plötzlich etwas Größeres, Weiteres, Gewaltigeres hervor und schlug sie in Bann? Oder wie war es sonst möglich, daß jeder, auch der politisch Unerfahrene, im Innersten ergriffen und mitgeriffen dieser Rede lauschte? Wie kam es, daß alle, waren sie auch nicht unmittelbar beteiligt, s i ch ganz persönlich angerufen fühlten, als würden sie heute und wieder von dieser Stimme verpflichtet und auf unbedingte Gefolgschaft vereidigt? Im Ausland werden die großen Reden des Führers ausschließlich auf ihren politischen Gehalt hin gewertet. Man hört den Staatsmann Adolf Hitler und fürchtet oder achtet ihn, je nachdem. In Großdeutschland spricht für den überwiegenden Teil aller Hörer der Mensch Adolf Hitler, der zuerst die Herzen bezwang und bann, als Millionen Herzen ihm entgegenschlugen, das Steuer in- die Faust nahm. Jeder einzelne hört ihn auf seine Art; aber wie auch seine Einstellung sein mag, hier spricht das Deutsche schlechthin zu ihm, hier wird eine Lebens- und Weltauffassung wieder und wieder verkündet, wie sie sich seit Jahrhunderten nur in den besten Söhnen unseres Vaterlandes verkörpert hat. Man kann nur als Deutscher fassen, wie deutsch der Führer ist, wenn er von dem „zeitlosen Ziel" spricht, das der Nationalsozialismus in der Idee der Volksgemeinschaft aufgerichtet hat. Die Lebensgeschichte des deutschen Volkes ist von Urbeginn ein Wandern und Suchen nach einem zeitlosen Ziel, nach einer, fernen Idee gewesen, und Hitler, als sein Künder, reiht sich ein — nicht nur in die Reihe der größten Staatsmänner unserer Geschichte — sondern unter die Größten unserer Denker. Immer in Zeiten des Aufbruchs zu großen deutschen Entwicklungen sind Künder dieses Zieles auf- gestanden, es schimmerte am Horizont, erkennbar nur für Begnadete, erahnt von vielen, ersehnt von allen, die deutsches Blut in den Adern hatten. Es war das Ziel, von dem Goethe sagte: „... wir müssen nichts sein, sondern alles werden wollen", und es spricht aus Hölderlins Worten: „Was wir sind, ist nichts. Was wir suchen, ist alles." Um diese urdeutsche Sehnsucht weiß, auf sie baut der Führer, wenn er von dem fernen, zeitlosen Ziel spricht, das sich ihm in einer idealen Volksgemeinschaft aller Deutscher auf der Welt verkörpert. Aber er weiß auch, wie sehr der Deutsche von jeher dazu neigt, dies Ziel über den Wolken zu suchen. Und deshalb zwingt jede seiner Reden auch jeden Zuhörer in die Sachlichkeit unmittelbaren Geschehens zurück. Nicht so wollen wir feine Verheißung eines zeitlosen Zieles verstehen, daß wir genug daran täten, ihm wie einem Traum nach- zuhängen; ein jeder von uns kann das Seine dazu tun, ihm näher zu rücken, sein Gestalt-werden mit zu erwirken. Es mögen Jahrzehnte und Menschenleben darüber hingehen, wie ein Magnet von übermächtiger Gewalt wird dies Ziel uns anziehen, wenn wir bereit sind, uns unbedingt dafür einzusetzen. Und die Kraft, die von dem gemeinsamen Streben aller nach diesem Ziel ausströmt, sehen wir schon heute gewaltig wirken. Die Welt um uns ist geneigt, von einem deutschen Wunder zu sprechen. Der Deutsche Adolf Hitler weiß es besser: für ihn war Glaube und Gewißheit eins, als er den Kampf begann; denn er hätte keine Patentlösung in der Tasche, er war weder Demagoge noch Zauberkünstler. Er war begnadet mit der Einsicht, daß es in diesem Volk der Deutschen auf eine Gleichrichtung der Weltanschauung in erster Linie ankommt und daß ein deutsches Wunder, wenn ein solches anerkannt werden soll, eben darin besteht, immer von neuem die Gedanken und damit auch den Willen aller deutschen Menschen auf ein Ziel auszurichten, das deutscher Wesensart entspricht. Und wenn die anderen Nationen immer wieder staunend stehen vor der Wirkung, die von den Reden des Führers stets von neuem ausgeht, obgleich er mit unermüdlicher Zähigkeit immer bas Gleiche fordert und verheißt, dann haben sie eben noch nicht begriffen, daß die Deutschen in diesem Mann, den sie mit Ueberzeugung ihren Führer nennen, das Beste verkörpert sehen, was in ihnen ist, das Deutsche an jich. B. R. Forschung im Dienst der DolkSernährung. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Am Schluß der vom Reichsnährstand veranstalteten Wintertagung machte der Reichsbauernführer grundsätzliche Ausführungen über die Aufgaben der Forschung im Dienste der Volksernährung. Er stellte fest, daß sich alle Sonderarbeiten auf den einzelnen Gebieten der Forschung zum Wohle der gesamten Landwirtschaft nur dann auswirken könnten, wenn die gesamte Forfchungstätigkeit auf einheitliche große Ziele ausgerichtet sei. Aus dieser Aufgabenstellung ergibt sich heute für die Tierzucht ebenso wie für die T e ch n i k eine klare Ausrichtung der Arbeit. Der Reichsbauernführer unterstrich besonders die Verdienste der Vererbungswissenschaft, die es immer verstanden habe, ihre Arbeit auch in den Dien st des Bauernhofes zu stellen. Zum Schluß beschäftigte sich der Reichs* bauernführer mit den Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes, an deren Lösung auch Wissen- jchaft und Technik mitzuwirken hätten. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der bisherige stellvertretende Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Ministerialrat Professor Dr. Heinrich Hunke, der schon an den Vorarbeiten zur Errichtung des Werberates und an der Reorganisation des gesamten Werbewesens maßgebend beteiligt war und als ein hervorragender Fachmann auf diesem Gebiete gilt, ist nach dem Ausscheiden von Ministerialdirektor i. e. R. Reichard zum Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft ernannt worden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bei der Uebernahme der spanischen Gesandtschaft in Prag durch den nationalspanischen Geschäftsträger wurde festgestellt, daß sämtliche Einrichtungsgegenstände von der bisherigen rotspanischen Vertretung weggeschafft worden waren. Der Abtransport muß bereits vor längerer Zeit erfolgt fein. Wie geht's den Kindern? Im Sommer haben sie Sonne, Luft und Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie doch etwas mitgenommen aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind die deutlichen Merkmale der Stubenluft. Geben Sie Ihren Kindern das blutbildende Bio- ferrin, damit sie kräftig und widerstandsfähig werden. /a \ (BAYER) \ E / XRV Neuer Präsident des Werberates der deutschenWirtschast P r e s s e b a l l 1939 als letzten Schrei der Mode den — — Unterrock brachte. Große Ereignisse werden ihren Schatten voraus. So auch der Unterrock! Als man im Dezember 1938 auf einem vom Deutschen Werberat veranstalteten Tee-Empfang im Hotel Espanade erfuhr, daß unter anderem auch das Fremdwort „Supon" modeamtlich mit „Unterrock" verdeutscht worden sei, fragte man sich etwas erstaunt: Warum eigentlich? Wer trägt noch einen Unterrock? Jetzt wissen wir es, warum es geschah: man trägt wieder Unterrock! Und so sah man denn auch aus dem Presseball einen Jupon — Verzeihung! — einen Unterrock in Fuchsiarot zu einem elfcnbeinfarbigen Seidenkleid; sah man Unterröcke mit Plissee und Volants in Rot zu Schwarz und Lila zu Altrosa! Mehr, mein verehrter Herr Leser, der du doch weitergelesen hast, wollen wir nicht verraten. Denn ein mit Plissee und Volants behafteter Unterrock ist nicht dazu da, in der Öffentlichkeit besprochen oder beschrieben zu werden, sondern er ist nur dazu da, um durch sein bezauberndes Frou- Frou zu wirken. Indessen: was heißt Frou-Frou? Die Jugend eines unterrocklosen Zeitalters wird dieses Wort im Sprach-Brockhaus von 1926 vergebens suchen. Rur in den älteren Jahrgängen des Brock- kaum übersehbare „Literatur" von „Frou-Frou"- „Knittern, Rauschen von Seide usw"! Wie armselig, wo es doch um die Jahrhundertwende eine kaum übersehbare „Literatur" von „Foru-Frou"- Schlagern gab! Aber wie das Rauschen seidener Unterröcke wiederkam, wird auch der Schlager wiederkommen, der von „Supons voller Plis" zu erzählen weiß, wie einstmals der Metropoltheater- Schlager: „Es war in der Leipziger Straße, in einem Modewarengeschäft ..." Am Vorabend der Konstituierung des Großdeutschen Reichstages hatte Reichsminister Dr. Frick sämtliche Abgeordneten zu einem Kameradschaftsabend in das Haus der Flieger eingeladen, vor dem auch um die Mitternachtsstunde der Große Zapfenstreich anläßlich des „Tages der Deutschen Polizei" stattfand. Viele Gndanken wanderten an diesem Abend in die Vergangenheit zurück, ist doch das in der Prinz-Albrecht- Straße gelegene „Haus der Flieger" einst das Preußische Abgeordnetenhaus gerne« en, in dem sich zumal im Frühsommer 1932 die heftigsten Kämpfe abspielten, als die Fraktion der NSDAP, zur stärksten Fraktion dieses Hauses angewachsen war. Welch anderer Geist herrscht heute in diesem Hause! Wer die „Preußische Schwatzbude" noch miterlebt hat und nun mitunter Gelegenheit nehmen kann, im „Haus der Flieger" 3U weilen, dem wird diese Wandlung ganz besonders bewußt. Sowohl die Fassade als auch die Säle, Wandelgänge, die großen und kleinen Räume wurden von allem überladenen Stückwerk befreit, so daß sich jetzt das Haus, auch dank der künstlerischen Inneneinrichtung, als ein wahrhaft würdiges Heim der Flieger darbietet. Die größte und schönste Wandlung vollzog sich aber wohl auf der Galerie, die das breitausladende, in weißem Marmor schimmernde Treppenhaus umläuft: ihre Wände sind geschmückt mit den Bildern der deutschen Flieger, die im Weltkrieg den Heldentod starben. Steht man sinnend vor diesen Bildern, in deren Mitte sich die fast lebensgroßen Porträts Boelckes, Jmmelmanns und des Freiherrn von Richthofen befinden, so kann man kaum noch verstehen, daß es einmal eine Zeit in Deutschland gegeben hat, in der das Wort mehr gegolten hat als die Tat. In aller Stille und Abgeschiedenheit wächst in Berlin ein Wald von 1OOOO Bäumen heran. Es ist ein wundervoller Wald, in dem die besten und schönsten Linden, Platanen, Kastanien und Ahorne stehen. Wer im vergangenen Winter diesen Wald hätte aufsuchen wollen, hätte ihn nirgendswo in Berlin gefunden. Und auch heute noch bedarf es mancher Wanderung zu den verschiedensten Berliner — — Baumschulen, um diesen „Wald" zu finden. Was hat es mit diesem „Wald" auf sich? Diese 10 000 Bäume, die im Frühjahr 1938 aus dem Reich, ja, wie die 1000 holländischen Linden, sogar aus dem Auslande nach Berlin „einwanderten", sollen in sechs bis acht Jahren die neuen Pracht st raß en der Reichshauptstadt zieren. Begreiflich daher, daß auch wahre Prachtbäume ausgesucht wurden. Die Bäume, deren Stammumfang in 1 Meter Höhe jetzt 12 bis 14 Zentimeter beträgt, werden beim Verlassen der Baumschulen, in denen sie für das „Berliner Leben" erzogen werden, einen Stammumfang von ungefähr 40 Zentimeter haben. Dann sind sie also schon ganz stattliche Bäume, die sogar etwas Schatten spenden können. Wer alsdann noch bemängeln will, daß Berlin keinen Wald besitzt, dem kann geantwortet werden: sogar mitten in der Stadt, nur — —* man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht! ’ * Was im folgenden an Neuestem aus Berlin berichtet wird, ist nur fürdie verehrtenLese- rinnen bestimmt! Die Herren Leser mögen diesen Abschnitt getrost überschlagen, denn es wird sie kaum interessieren, daß der soeben verklungene Frankreich will seine Handelsflotte modernisieren. Paris, 1. Febr. (Europapreß). Der französische Handelsminister de Chappedelaine erklärte Pressevertretern, die französische Handels- flotte sei gegenüber den Flotten anderer Länder überaltert. Sie sei vom fünften auf den siebenten Platz zurückgefallen. Von der französischen Regierung werde jedoch nichts unterlassen, um diesen Zustand zu beseiti- Jla» men und Änschrttt des Bewerbers trauen l liiiT (flotter Rechner) zur Aushilfe sofort gesucht. GtESSEN*MÄUSß UR G1C 3ft® 'Dcitrauen dem 1 / (Fadi&cfdmft (iietie Tausende bringen es ihm bereits entgegen aus der Erkenntnis heraus, daß hier wirklich eine besonders reiche Auswahl in soliden Stammqualitäten geboten und jeder Kunde persönlich bedient wird. — Kaufen Sie Ihre Textilwaren im Fach - Geschäft 740 A Ihre genauen können Sie mit dem „Ergo" in 3 Minuten leicht selbst feststellen. Auskunft kostenlos. J. Pfeiffer, Amorbach 278/Bay. •Generalvertreter gesucht Konkurrenz!. Artikel. Lfde. Nachbestell. garant. Danerexistenz. Herren, welche Bauern, Landwirte und Viehhalter mit Erfolg besucht haben od. durch Vertreter besuchen lassen, "werden bevorz. Es können nur Herren berücksichtigt werden, welche sehr ausführliche Angaben, machen über bisherige Tätigkeit, Erfolg, Alter, Refer. usw. Schriftl. Angeb, unt. 718 D an d. Gieß. Anz. Wm Mm als Ausfahrer u. Hausdiener bei angemessenem Lohn und freier Station sofort gesucht. (Kein Landarbeiter.) Eilt! 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Schriftliche Angebote unter 742 D an den Gießener Anzeiger. großhandlung A.Heümann,Gießen Betr.: Die Prüfung des Elektrizitöts-, Gas- und Wasserwerks sowie der Strätzenbahn der Stadt Gießen für 1936. Bekanntmachung. Gemäß § 12 der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über die Prüfungspflicht der Wirtschaftsbetriebe der öffentlichen Hand vom 30. März 1933 wird nachstehend das Prüfungsergebnis öffentlich bekanntgemacht. 739C Gießen, den 31. Januar 1939. Der Oberbürgermeister: Ritter. Aestftellungsvermerk: Es wird festgestellt, daß nach pflichtgemäßer Prüfung durch den von der Gemeinderechnungskammer beauftragten Wirtschaftsprüfer Hermann Will, Gießen, Hitlerwall 43, auf Grund der Schriften, Bücher und sonstigen Unterlagen der Betriebe sowie der erteilten Aufklärungen und Nachweise, die Buchführung und der Jahresabschluß den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, und daß im übrigen auch die wirtschaftlichen P^rhältnisse der Betriebe wesentliche Beanstandungen nicht ergeben haben. Darmstadt, den 20. Januar 1939. (L. S.) Gemeinderechnungskammer. (gez.) Peters, (gez.) Schäfer. Schriftliche Angebote u. 0722D an den Gießener Anzeiger erbet. Mehrere Schreiner sof. gesucht. 0515 Louis Vetter Kaiserallee 19. Tücht., ehrlicher Kraftwagenführer stadtkundig, sofort gesucht. A. Lyncker Bahnsvedition undMöbcltranS- port, Gießen. Weihzeugnäherin gesucht. 72iD Vogt Liebigstraße 34. lauifflaons- Lehrling gesucht. Joh. Müller 8 Co. Farbenhrebhandlung Gießen, (723O Neivierlel- kWlniiWn gesucht. losis Frau Zimmer Bahnhofstr. 79 I Vorzustellen zw. 18-19 Uhr. Junges, gewandtes Mn für zahnärztliche Praxis u. Haushalt zum 1. ober 15. 3. 1939 ges. Schriftl. Angeb. unter 744D an den Gieß. Anz. Zebrüarplakelle ües tüfiW. 1938/39 Sie o Lichtspielhaus tragende Zucht-Ltuten. 750O Stephan Dahmen Bad Vilbel, Telefon 444. Wer Moral sieht ohne ein herzliches und befreiendes Lachen, hat keine Moral! Wer hilft Wbimker ein paar Stund, wöchentlich b. d. BiMrnng in den Abendstunden? Schr. 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Wenn die „normale" Kälte wie im Januar völlig ousbleibt und genau die entgegengesetzte Entwicklung sich einstellt, so kann man gewiß sein, daß dieses Ausrutschen nach der Plusseite durch ein baldiges Ausrutschen nach der Minusseite wieder ausgeglichen wird. Von diesem Gesichtspunkt aus ist -anzunehmen, daß die kommenden Spätwinterwochen — wozu nicht nur der Februar, sondern auch die erste Hälfte des März zu rechnen ist —, die voreiligen Frühlingslüfte des Januar wieder ausgleichen und für einige Kältewellen sorgen werden. Es wäre also völlig falsch, auf Grund des milden Verlaufs des Mittwinters und Hauptwintermonats, des Januar, anzunehmen, der Winter fei zu Ende. Klimatisch gesehen ist es bekannt, daß die strenge Kälte nicht mit dem Tiefstand der Sonne, also dem 21. Dezember, zusammenfällt, sondern daß die Auswirkungen des Abschnitts niedrigsten Sonnenstandes erst einige Wochen nachher sich cinstellen. Damit ergibt sich rechnerisch ein terminmäßiger Höhepunkt des Winters für die Zeit von Mitte Januar bis etwa Mitte Februar. Die zweite Hälfte des Januar hat keinen Frost in Deutschland gebracht, jedenfalls keine Kälte, die man als regelrecht winterlich bezeichnen könnte. So liegt die Vermutung nahe, daß die erste Februarhälfte einen Wetterumschlag nach der kalten Richtung bringt. Der Sonnenstand und damit die Länge der Tage geben im Februar schnell, man möchte sagen, stürmisch aufwärts. W'enn es auch im Februar noch zu ( niedrigen Temperaturen kommt, so ist die äußere Wirkung bei weitem nicht mehr so kraß, wie in der zweiten Dezemberhälfte, oder in der ersten Januarhälfte. Man kann also auch sagen, daß die unangenehmste Zeit des Winters mit dem Beginn des Februar überstanden ist, daß wir zwar nicht unmittelbar, aber doch immerhin nahe an der Schwelle zum Frühling stehen. Entsprechend zeigen die Mittelwerte der Temperaturen des Februar in Deutschland einen deutlich zu beobachtenden Anstieg von Südwesten und Westen her,'indem nämlich aus den winterklimatisch sowieso begünstigten Gegenden West- und Südeuropas nun wieder warme Luftwellen vorzudringen versuchen. In der zweiten Februarhälfte kann es bei solchen Warmluftvorstößen schon regelrechte Frühlingstage geben, allerdings nur in der westlichen Hälfte Großdeutschlands, während der ostdeutsche Raum, von der Ostmark Über Sudetenland bis nach Ostpreußen, während des ganzen Februar noch im Banne des Winters steht. Aus der Stadl Gießen. Spätwinter im Februar? Man war zweifellos angenehm überrascht, als der Januar, der Hauptwintermonat, nicht das strenge Regiment seines Vorgängers Dezember fortsetzte. Meteorologisch gesehen brachte der Januar allerdings eine extreme Gestaltung. Es blieb nicht bei dem normalen winterlichen Tauwetter, das Temperaturen von 5 bis 10 Grad Wärme aufwies, sondern es brach Über ganz Mitteleuropa eine ausgesprochen vorfrühlingshafte Wärme hinein, die in diesem Umfange und in dieser Zeitdauer sehr ungewöhnlich war. Durch derartig langanhaltende und ausgeprägte Wärmewellen mitten im Winter erfährt die Vegetation einen Auftrieb, der mit Rücksicht darauf, daß der Winter in Wirklichkeit doch noch lange nicht beendet ist, nur nachteilig wirken kann. Wir müssen berücksichtigen — und haben wiederholt bewiesen erhalten — daß die Natur nach dem Gesetz des Ausgleichs verfährt. Es ist keine Oie Volkshalle soll rein städtischer Besitz werden. Oer Oberbürgermeister schlägt die Auflösung des Bolkshalle-Vereins und Barabfindung der Anteilscheinbesitzer vor. „Ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" — diese Inschrift an unserem Stadttheater könnte man auch an der D o l k s h a l l e anbringen. Denn die Volkshalle entstand im Jahre 1925, dank einer Anregung aus der Gießener Bevölkerung, mi Hinblick auf das damalige große Kreisturnfest unter Einsatz erheblicher finanzieller Opferbereitschaft weiter Beoölke- rungskreise. Durch Zeichnung von Anteilscheinen wurden damals von den im Volkshallenverein organisatorisch zusammengeschlossenen Kaufleuten, Handwerksmeistern, Jndustriekreisen und von anderen Mitbürgern, deren Gemeinsinn schon oft erprobt war, über 8 0 0 0 0 Mark a l s Darlehen für die Errichtung der Volkshalle aufgebracht, zu denen die Stadt aus ihren Mitteln weitere 50 0 00 Mark als Anteilzeichnung zur Verfügung stellte. Auf dieser finanziellen Grundlage wurde der Bau begonnen, wobei von vornherein klar war, daß die zunächst nur gewissermaßen im Rohbau geschaffene Volkshalle im Laufe der Jahre weiter ausgebaut werden müßte. Das geschah denn auch, allerdings nun ohne weitere finanzielle Förderung durch private Anteilzeichnungen, allein auf Kosten der Stadt. Während von 1928 ab auS städtischen Mitteln alljährlich große Zuschüsse für Ausbauten und Verbesserungen in der Volkshalle geleistet wurden, die sich bis Ende 1937 auf rund 1 37 000 Mark bezifferten, ging die bei der Gründung des Volkshalle-Vereins in den Satzungen vorgesehene alljährliche Auslosung und Rückzahlung von je 50 Anteilscheinen planmäßig vor sich, so daß von der ursprünglichen Anteilsumme in jedem Jahre 5000 Mark (50 Anteile je 100 Mark) zurückgezahlt wurden. Die Gefamtbaukosten der Volkshalle beliefen sich Ende 1937 auf rund 38 3 00 0 Mark, so daß es — unter Berücksichtigung der ursprünglichen privaten Anteilzeichnung ich Höhe van über 80 000 Mark und der inzwischen durch Auslosung erfolgten Rückzahlung ansehnlicher Beträge — für jedermann ohne weiteres klar ist, daß die Volkshalle mittlerweile zum weit überwiegenden Teile städtischer Besitz geworden ist. Mit dieser Tatsache stimmen aber — je länger, je mehr — die rechtlichen Grundlagen der Eigentumsverhältnisse nicht mehr überein. Zu beachten ist hierbei, daß die Stadt für die zu Volkshallebauzwecken bei Hypothekenbanken usw. im Laufe der Jahre aufgenommenen Darlehen die Bürgschaft übernommen hat. Das Verhältnis zwischen der Stadt und dem Volkshalle-Verein ist stets hdrmonisch gewesen, und es besteht auch heute noch in angenehmer Form. Es sind also nicht etwa Reibereien, oder Verstimmungen, die zu der jetzt vorgeschlagenen Neuordnung der Besitzgrundlage geführt hätten. Wenn man sich vor Augen hält, daß zu den vorerwähnten 137 000 Mark Betriebszuschüisen der Stadt für die Volkshalle weitere 14 000 Mark im Rahmen des Haushaltsplanes für 1938 hinzukommen, die Stadt außerdem für die. in den jüngsten Wochen vorgenommene Einrichtung einer modernen Heizungsanlage in der Volkshalle weitere erhebliche Mittel — u. W. rund 35 000 Mark — aufwenden mußte, anderseits auch in diesem Jahre wieder durch Anteilscheinauslosung 5000 Mark der ursprünglichen Zeichnungssumme zurückgezahlt werden, so kann man ohne weiteres das Bestreben der Stadtverwaltung nach einer den tatsächlichen Finanzverhältnissen entsprechenden Neuordnung der Befißgrundlage verstehen. Auf diesen unanfechtbaren Erwägungen des Oberbürgermeisters baut sich der von ihm gemachte Vorschlag an die Anteilscheinbesitzer auf, den Volkshalle-Verein aufzulösen und die jetzt noch im Privatbesitz befindlichen Ante lisch eine durch Ablösung in städtisches Eigentum zu überführen, damit die Volks- Halle durch diese Regelung, entsprechend der tatsächlichen Lage der Dinge, zum rein städtischen Besitz wird. Der Vorschlag des Oberbürgermeisters an die jetzt noch vorhandenen Anteilscheinbesitzer sieht vor, für jeden Anteilschein im Nennwert von 100 Reichsmark einen Betrag vor: 70 Reichsmark sofort bar auszuzahlen. Nach den Berechnungen der Stadt wird diese 70- prozentige Barabfindung im Durchschnitt ausreichen, um für den Anteilscheinbesitzer den gleichen Effekt zu erzielen, als wenn die Auslosung in der bisherigen Weife bis zur Rückzahlung aller Anteilscheine fortgesetzt würde. Falls nämlich die Auslosung wie bisher weiterginge, würde es noch etwa 17 bis 18 Jahre dauern, bis sämtliche Anteilscheine in den Besitz der Stadt übergegangen wären. Wer sich als Anteilscheinbesitzer vor Augen hält, daß er bei der Zustimmung zu dem Vorschlag des Oberbürgermeisters für jeden Anteil heute schock 70 Mark bar in die Hand bekommt, im anderen Falle aber die Möglichkeit in Rechnung stellen muß, daß sein Anteilscheinbesitz unter Umständen erst in 17 oder 18 Jahren durch die Laune des Zufalls zur Auslosung und Rückzahlung kommen kann, der wird sich wohl darüber klar sein, daß er mit der Zustimmung zu dem Ablösungsvorschlag des Oberbürgermeisters eine Regelung gut- heißen wird, die auch für ihn als Anteilbesitzer durchaus annehmbar ist. Geleitet von diesen Erwägungen hat sich denn auch schon der weitaus größte Teil aller restlichen Anteilbesitzer mit der vom Oberbürgermeister vorgeschlagenen sofortigen Barabfin- dung auf der Grundlage von 70 v. H. einverst a n d e n erklärt. Es sind eigentlich nur noch einige wenige Personen, deren Erklärung bis jetzt noch nicht vorliegt, bei denen es sich wohl nur um eine gewisse Saumseligkeit handelt, nicht aber um eine grundsätzliche Verneinung. Es darf daher der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß der vom Oberbürgermeister im beiderseitigen Interesse auf der Grundlage von Recht und Billigkeit unterbreitete Ablösungsvorschlag nun auch von den paar einzelnen „Restanten" alsbald gutgeheißen wird, damit die Neuregelung umgehend tforgenommen werden kann. B. Alles für Küpreß, Windstärke 13! Der Klub am Vormittag sieht merkwürdigerweise ganz anders aus als der Klub am Abend. Vormittags kennen ihn die wenigsten. Aber es lohnt sich, einmal einen Blick durch die Räume zu werfen im nüchternen Morgenlicht. Man merkt bald, daß sich etwas vorbereitet. Große Dinge werfen beachtliche Schatten voraus. In zwei Tagen wird hier das Künstler- und Pressefest vom Stapxl laufen, das sich bereits eine Tradition geschaffen hat als das Fest von Gießen, das Fest des Winters. Sehen wir uns ein wenig um, lustwandeln wir, im Vorgeschmack naher Freuden, durch Säle und Galerien. Unten wuchert der Urwald — oben wütet der Seesturm in der bereits ? , ", V populär gewordenen, offiziell nicht mehr verzeichneten Windstärke 13. Im großen Saale herrscht vorerst noch das wilde Chaos, aber Gerüste und farbige Soffitten lassen schon etwas von der Märchenpracht ahnen, die sich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag hier entfalten wird im Wirbel des Lichtes, des Tanzes, der Festesfreude. Nebenan, im kleinen Saal, haben die Dinge schon greifbare Gestalt gewonnen. Da tut sich eine in jeder Hinsicht üppige, exotische Landschaft auf mit braunen Insulanerinnen, mit Elefanten und Löwen, mit Schildkröten, Schlangen und überaus anzüglichen Affen... Oben geht es mehr seemännisch zu; oben riecht es nach Oelfarbe, oben raschelt Papier, klappert die Schere, trieft der Pinsel: hier sind die Maler emsig am Werk. Bedeutende Gemälde, große, anregende, feuchtfröhliche, stürmische, sind unter ihren fleißigen Händen entstanden. Hier rauscht das blaue Meer, hier spielen Delphine, hier wohnen Seejungfern und> Seebären, Landratten, Lustreisende und Hafenkneipengäste. Macht euch auf allerhand gefaßt: es weht ein scharfes und lustiges Lüftchen, und wenn es so weiterweht, bann wird Küpreß 1939 ein großartiges, feiner beiden Vorgänger würdiges Fest. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger') Gießener Gtadttheater. Paul Helwig: „Flitterwochen". Paul Helwig servierte uns die offenbar aus dem Leben gegriffene Geschichte von den geheimnisvollen Flitterwochen. Ein junges Fräulein Sabine und ein junger Mann namens Willi sind entschlossen, einander zu heiraten — gegen den Willen von Sabines Mutter, die Willi bei der ersten unfreiwilligen Begegnung gräßlich fand. Was kann man da tun? Sabine hat eine Freundin Ulla, die lernt einen Herrn namens Erich kennen, der ist wirklich nett und ansehnlich, und also setzen sich Sabine, Ulla und Erich zusammen und machen ein Komplott. Erich wird photographiert, erst ohne Sabine, dann mit Sabine, die Bilder werden an Mutti geschickt, Mutti, die zum Glück wo anders wohnt, ist von diesem Schwiegersohn begeistert, und Sabine und Willi fahren getrost in die Flitterwochen. Natürlich kann diese Geschichte nicht gut gehen. Als Sabine von der Hochzeitsreise kommt (Willi hat ein bißchen Verspätung), erscheint Mutti überraschend zu Besuch, um sich am jungen Glück der Kinder zu sonnen. Gut, daß Erich gerade zum Abendbrot da ist. Erich muß also so tun, als ob er Willi wäre. Nach dem ersten Schrecken tut er cs so gründlich, daß die Schwiegermutter ganz entzückt ist. Als es Zeit ist, zu Bett zu gehen, wird das in der Zweieinhalbzimmerwohnung einigermaßen peinlich, und Erich bezieht für allzu selbstverständlich angemaßte Hausherrnrechte mehrere Ohrfeigen. * Das ist noch nicht alles, denn natürlich lieben sich Erich und Ulla, die beide eine schlimme Nacht verbringen. Der dritte Akt spielt nach bewährten Mustern am andern Morgen, und es braucht nicht ausgemalt zu werden, was sich ferner ereignet, als Willi rechtmäßig nach Hause kommt ... Immerhin wird mittlerweile soviel klar geworden fein, daß es sich um einen Schwank handelt, der mit einer unbekümmerten Einbildungskraft konstruiert ist und mit einer beneidenswerten Beredsamkeit durch drei Akte gesteuert wird bis zum allgemeinen Versöh- nungsfest beim Frühstück. Dann beginnen Erichs und Ullas Flitterwochen. * Herr Winkel führte Regie und ließ die Geschichte mit unbeschwerter Munterkeit vvrüberplät- schern. Die ergiebigste und komischste Rolle hatte Herr E r I e r (Erich), der seine Frechheiten gelegentlich mit der lustlosen Wurschtigkeit anbrachte, die wir aus manchen Rühmann-Filmen kennen. Anneliese Schloeder war die einfallsreiche Sabine, Anneliese Garbe die temperamentvoll verliebte Ulla. Herr Weiland (Willi) erstarrte in gedämpften Eifersüchten, Frau Stirl erging sich in den natürlichsten Schwiegermuttergefühlen, Margot Eickhoff machte sehr drollig das rotbackige Hausmädchen aus der Gegend von Worpswede bei Bremen. Außerdem spielte ein niedlicher Foxterrier namens Anton mit. * Das Publikum unterhielt sich glänzend und spendete stürmischen Applaus. Hans Thyriot. Chiles Erdbebenkatastrophe. Don Professor Or. G. Nienieier. Drei Minuten nur bebte in einzelnen Stößen die Erde in Mittelchile. Nur drei Minuten genügten, um Städte, Dörfer und Höfe in einem Landstrich von mehreren 1000 Quadratkilometer in Trümmer zu legen, die Brandfackel zu entzünden und dis Arbeit einiger Geschlechterfolgen schwer zu schädigen. Noch weiß man nicht genau, wie viele Menschenleben vernichtet sind, wieviele vielleicht noch aus den Trümmern geborgen werden; Straßen und Eisenbahnen und Nachrichtenmittel sind zerstört. Fieberhafte Arbeit sucht zu retten, was noch zu retten ist. Immer wieder aber tauchen bei solchen Naturkatastrophen dieselben Fragen auf: Wie kommt es zu solchem Unheil? Steht der Mensch ihm machtlos gegenüber? Sind Verwandte, Freunde oder Volksgenossen von dem Unglück mitbetroffen worden? Wir wollen versuchen, hier, soweit es schon möglich ist, Antwort zu geben. Das jetzige chilenische Erdbebengebiet ist ein nur kleiner Abschnitt in dem riesigen Bruch- und Vulkanbogen, der den größten Teil des Pazifischen Ozeans umgibt. Es ist ein Stück jener labilen Zonen der Erdkruste, in denen die Bewegungen seit dem Ende der Kreide- und besonders der Tertiärzeit noch nichtzurRuhe gekommen sind, wo die Völker durch Vulkanausbrüche und Erdbeben immer wieder aufgeschreckt werden. Das Erdbeben von San Franzisko 1906 und das große japanische Beben von 1923, das 150 000 Menschenleben vernichtete, stehen ja heute im Schulbuch. Solche katastrophalen Beben sind glücklicherweise selten; kleinere Beben gehören in vielen der genannten Gebiete sozusagen zum täglichen Leben; treten doch im Jahre durchschnittlich in Japan 1461 Beben auf, aber nur etwa alle 6 bis 7 Jahre ein größeres. In Chile rechnet man damit, daß etwa alle zehn Jahre verheerende Erdbeben einen Landesteil Heimsuchen, während kleinere, oft ganz schadenlos verlaufende auch dort sehr oft den Boden leicht erzittern lassen. Die Volksmeinung glaubt, daß die Vulkans Ursache aller Erdbeben seien. Wenn auch Vulkanausbrüche oft von Erdbeben begleitet sind, wofür die große Bruchzone des europäischen Mittelmeergebietes ja Beispiele gebracht hat, so besteht dies Verhältnis von Ursache und Wirkung meist jedoch nicht. Zwar hat auch Chile nicht weniger als 30 noch tätige Vulkane, doch haben ihre Ausbrüche selten Schaden angerichtet, da sie den Wohngebieten meist fern liegen. Die chilenischen Erdbeben sind nach Aussage der Wissenschaft bisher durchweg „tektonische Beben" gewesen. Einfach ausgedrückt, besagt diese Bezeichnung, daß sich Spannungen in der Erdkruste ausgleichen, die als Nachbewegungen der großen gebirgsbildenden Vorgänge und der großen Bruchbewegungen aufzufasicn' sind. Man muß sich vor Augen halten — ober besser auf einer Atlaskarte ansehen —, daß vor der langen Gebirgsfront der geologisch jungen Anden mit ihren Gipfelhöhen bis über 7000 Meter eine Zone von Tiefseegräben liegt, die 4000 bis über 7000 Meter unter den Meeresspiegel reicht. Solche Relief- u nie r sch jede, die auf verhältnismäßig engem Raum 10 000 bis 14 000 Mete* Überspannen, sind sozusagen Nahtstellen in der Erdkruste, an denen sich die Erde hin und wieder „setzt", sich gleichsam von Zeit zu Zeit zurechtrücken muß. So können Erdbeben und Vulkanausbrüche Folgen derselben Ursache sein. Auch bas jetzige Beben, bas so verheerende Folgen gehabt hat, weil es eine der wichtigsten Lebenskammern Chiles betraf, scheint ein solches tektonisches Beben zu sein. Es weist die Merkmale früherer auf: ihr „Epizentrum", d. h. das Stück Erdoberfläche, das über dem Bebenherd in der Tiefe liegt und deshalb die stärksten Stöße ejnpfängt, liegt an der Küste bei Concepcion und am Rand des chilenischen Längstales bei Chillan. Durch beide Punkte aber verlaufen Bruchzonen. Das etwa 40 Kilometer breite Längstal stellt als ganzes eine hinter den beiderseitigen Gebirgszonen — der Kü- stenkorhillere und den Anden — bei der Heoung zurückgebliebenen Graben dar. Ostsüdöstlich der Stadt Chillon erhebt sich über 2900 Meter hoch der Vulkan gleichen Namens. Knapp 200 Kilometer nördlich wurde 1926 die Provinzhauptstadt Talca durch ein Erdbeben zerstört. Der Trümmerhaufen, der die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Concepcion bildet, wurde nicht durch das erste und einzige Erdbeben hervor- gerufen; wurde doch die 1550 von den Spaniern gegründete Stadt 1751 nach einem starken Beben an ihre heutige Stelle verlegt. Mit fast 80 000 Einwohnern zählte sie fast doppelt so viel Bewohner wie die Hauptstadt der Provinz Nuble, das jetzt gleichfalls zerstörte Chillan. Leider müssen wir annehmen, daß auch deutsches Blut durch das Erdbeben vernichtet worden ist, wenn auch die großen bäuerlichen Siedlungsgebiete der Deutschen weiter im Süden des Landes liegen. Wie in fast allen größeren Städten Chiles, spielte das Deutschtum auch in den freien Berufen und im Handel der Stadt Concepcion eine große Rolle. Von den rund 30 000 bis 35 000 Deutschen und Deutschstämmigen Chiles saßen etwa 1500 im Gebiet von Concepcion; sie haben hier rund 94 hihi Hektar Landbesitz, das find fast 5 v. H. der gesamten, dort landwirtschaftlich genutzten Fläche. Concepcion mit seinem Hafen Talcahuano war der Vorort der sogenannten Frontera-Region, eines südöstlich der Stadt mehrere hundert Kilometer sich hinziehenden alten Indio nerlandes der Araukaner, das unter wesentlicher Mithilfe der Deutschen feit der Mitte des vorigen Jahrhunderts erschlossen worden ist. In der Provinz Concepcion und im anschließenden Araukanerland war rund 1 v. H. dcr Bevölkerung deutschblütig (1933: rund 4900 Seelen): außerdem aber leben dort noch rund 3000, meist dcutschblütige Schweizer, die sich den Deutschen eng angeschlossen haben und sich großenteils zu ihnen rechnen. Wenn diese südlicheren Siedlungsgebiete auch nid)t oder wenig von Erdbeben betroffen zu sein scheinen, so muß doch in ihrem Vorort die wirtschaftlich und geistig führende deutsche Schicht Verluste erlitten haben. Ebenso müssen wir mit Verlusten in und bei Chillan rechnen: in der Stadt lebten und arbeiteten über 300 Deutsche und auch in der Umgebung hat es deutsche Bauern gegeben; sind dort doch noch um 1930 deutsche Bauern an- fiedelt worden. Wenn wir daher in dieser bisher wohl fürchterlichsten Erdbebenkatastrophe Chiles dem befreundeten Land unsere Anteilnahme zum Ausdruck bringen, so ist diese Anteilnahme gemischt mit dem Schmerz um den Verlust deutschen Blutes. Hochschulnachrichten. Am 2. Februar begeht Professor Dr. Gustav Frölich, Direktor des Instituts für Tierzucht und Molkereiwefen an der Universität Halle, feinen 6 0. Geburtstag. Professor Frölich hat es hervorragend verstanden, der Praxis Anregungen zu geben. Die Auswertung der Mendeljchen Vererbungsregeln für die Tierzucht, die Wichtigkeit der Blutlinien, die Herausstellung der Bedeutung leistungsfähiger Stämme in allen Tierzuchtzweigen hat er veranlaßt und gefördert. Besondere Muhe widmete er der Zucht des Karakulschafes. Seine wissenschaftlichen Arbeiten zeichnet die Verbindung umfassenden biologischen Wissens mit landwirtschaftlichem Können aus. Die Deutsche Akademie der Naturforscher ernannte Professor Frölich zu ihrem Mitglied. 1925 wurde ihm die silberne Eyth-Medaille der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, 1930 die silberne Plakette des Reichsverbandes für deutsche Schafzucht und 1934 der silberne Ehrenschild des Reichsernährungsministers für Verdienste um die Landwirtschaft verliehen. Aus Anlaß des 60. Geburtstages ist eine Festschrift erschienen, in der Reichsernährungsminister R. Walther Darre, als ehemaliger Schüler Frölichs, dessen Verdienste als Lehrer und Wissenschaftler würdigt. Geh. Forstrat Trautwein 1*. Im 87. Lebensjahre ist Ende Januar der in Gießen im Ruhestand'lebende Oberforstmeister. Geh. Forstrat Eduard Trautwein verstorben. Als junger Forstmeister war der nunmehr Verewigte von 1885 bis 1905 in Eichelsdorf tätig, dann wirkte er zwei Jahrzehnte. als Leiter des Forftamtes Schiffenberg in Gießen. Im 74. Lebensjahre zog er sich 1925 in den Ruhestand zurück. Der in seinem früheren Wirkungskreis Eichelsdorf und auch in Gießen und Umgegend weithin bekannte und geschätzte Forstmann war aus seiner Tätigkeit im Forstamt Eichelsdorf bekannt geworden durch die besondere Methode seiner Eichenwirtschaft, die Begründung von Mischbeständen der Hauptholzart Eiche mit Buche, edlen Laub- und Nadelhölzern, durch den fog. „Hieb ins Volle" und die ebenfalls besondere Art der Pflegehiebe, die von ihm „Aufmunterung" der Iungeichen genannt wurden. Durch diese forstliche Neuerung ist Trautwein um die Jahrhundertwende weit über die Grenzen des Hessenlandes hinaus in der forstlichen Welt bekannt geworden. Anläßlich seines Uebertritts in den Ruhe- stand im Jahre 1925 wurde ihm zu Ehren sein besonderes Leibgehege im Eichelsdorfer Bezirk, der Distrikt Tiefstruth, in dessen Innern auch die sog. „Dicke Eiche", das Wahrzeichen des Eicheltales, steht, in die Bezeichnung „Trautweins-Eichen" umbenannt. Zu seinem 80. Geburtstage wurde ihm zu Ehren dort auch eine „Trautweins Eiche" gepflanzt. Im Kreise der Männer von der grünen Farbe und auch bei allen, die ihn kennenlernten, wird das Andenken an den verdienstvollen Forstmann in Ehren sortleben. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSD.-Dozentenbund und Dolksbildungsstätte Gießen: 20.30 Uhr im Hörsaal des Tierseuchenmstituts, Frankfurter Straße 85, Vortrag Prof. Dr. S t a n d- f u ß „Ein Gang mit dem Tierarzt über den Lebensmittelmarkt". — NS.-Bund Deutscher Tedinif: 2015 Uhr im großen Saale des „Burghof" Vortrag mit Lichtbildern Pg. Dipl.-Jng. Schaffner „Leistungssteigerung durch technisch bestimmte Wirt- cha ft". — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Filmvortrag P. C. E t t i g h o f f e r : „So sah ich Afrika". Meine Afrikareise 1938. — Gießener Konzertverein: 20 Uhr in der Stadtkirche Orgelkonzert Prof. Günther Ramin. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Sergeant Berry". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „13 Mann und eine Kanone". Aronldichier Ettighoffer im Vorlragssaal. Im Sommer 1938 bereiste der durch seine (auch im Gießener Anzeiger wiederholt besprochenen) Kriegsbücher bekannte Frontdichter P. C. Ettighoffer unsere ehemaligen Kolonien in Afrika. Ueber seine Erlebnisse und Eindrücke auf dieser großen Fahrt wird er am heutigen Donnerstagabend in einem Vortrag in der Neuen Aula berichten. Wer die Bücher Ettighoffers kennt, weiß, daß sein Vortrag ein interessantes Erlebnis sein wird. Unser Bild zeigt Ettighoffer auf der Heimkehr von seiner Fahrt an Bord des Dampfers „Ufombara". (Aufname: Privat.) Ausgaben derErziehersürGegenwartund Zukunft Kreisversammlung im NSLB. In der Turnhalle der neuen Pestalozzischule fand am gestrigen Nachmittag eine Kreisversammlung aller Mitglieder des NSLB. des Stadt- und Landkreises Gießen statt. Von feiten der Kreiswal- tung wurden zunächst einige geschäftliche Mitteilungen verlesen, Werke empfohlen usw. Die eigentliche Versammlung wurde eingeleitet mit einer Feierstunde, die in der Hauptsache von Mitgliedern des Kreisabschnittes „Gießen-- L a n d" (unter Leitung von Rektor Siegfried, Großen-Linden) gestaltet wurde. In stimmungsvoller Form wechselten Gesang von Liedern der Bewegung und vorgetragene Aussprüche des Führers, des allzu früh verstorbenen Reichswalters des NSLB., Hans Schemm u. a. Die Begleitung der Lieder hatte Lehrer Rau (Klein-Linden) übernommen. So schufen Kernsprüche, Erinnerungen an die Kampfzeit, geschichtliche Rückblicke und einzelne Losungsworte, vereint mit dem Gesang, die rechte einfühlende Stimmung bei den Zuhörern. Nachdem das letzte Lied von allen Mitgliedern gesungen wor- den war, ergriff der Kreiswalter des NSLB., Kreisschulrat Nebeling, Gieken das Wort zu seiner Ansprache. Er begrüßte die Mitglieder vom Stadt- und Landkreis Gießen zur ersten Versammlung im neuen Jahre und erklärte, daß die Zusammenkünfte des NSLB. nicht einfache Vereinsversammlungen wären wie früher, sondern sie sollten Stunden sein, die die Menschen aufrüttelten und wieder neu ausrichteten auf die Arbeit an der deutschen Jugend und im Dienste der Volksgemeinschaft. In seinen weiteren Darlegungen ging dann Kreiswalter Nebelinq von der letzten großen Rede unseres Führers aus und betonte, daß hier eigentlich schon alles gesagt worden sei, was zur Zeit die deutschen Herzen erfülle. Was alle unbewußt empfänden, das habe der Führer klar und anschaulich ausgesprochen. Wenn heute ein SA.-Mann, der im Kampfe um Deutschlands Errettung sein Leben ließ, oder ein Mensch, der in der Inflationszeit oder später an allem verzweifelnd das Leben von sich warf, weil es nach seiner Ansicht keinen Wert mehr hatte, wenn einer jener Männer heute auferstehen würde und könnte sehen, wie überall in Deutschland gearbeitet wird, welche gigantischen Bauwerke im Entstehen sind, wie Deutschland wieder von einer starken Wehrmacht geschützt wird, und so vieles andere, dann würde dieser Mann sagen: „Wahrlich, ein Wunder ist geschehen!" Unsere heutige Jugend durchlebt diese große Zeit — der Redner erinnerte an die stolzen Erfolge des Jahres 1938 — als etwas Selbstverständliches! Deshalb ist es Pflicht jedes Nationalsozialisten und besonders die der Erzieher, die Jugend von Zeit zu Zeit zurückzuführen in die Vergangenheit und ihr zu zeigen, wie unser deutsches Volk im Laufe der Jahrhunderte erst wuchs, wie es arbeitete, kämpfte und litt, wie es sich sehnte nach einem großen, einigen Vaterland, und wie immer alles vereitelt wurde, weil die Führer fehlten. In großen Ueberblicken gab sodann der Redner ein Bild der Entwicklung der nationalsozialistischen Weltanschauung und ihrer Erfolge, wies auf die Schwächen des Liberalismus hin, der zwangsläufig zum Marxismus und Bolschewismus führen müßte, und stellte demgeaenüber die Stetigkeit und die Stärke des nationalsozialistischen Staates fest, der unabhängig von Mehrheitsbeschlüssen seinem Volke dienen könnte. Weiter wies Kreisschulrat Nebeling darauf hin, wie es der Führer verstanden habe, überall auf wichtige Posten den richtigen Mann zu stellen. Er erinnerte hier an Generalfeldmarschall Hermann Göring und Generalinspektor Dr. Todt. Diese Führerauslese garantiere eine ruhige und unaufhaltsame Entwicklung, sie sei die Voraussetzung gewesen bei dem großartigen Bau der Autobahnen, bei den Westbefestigungen, bei dem Bau der Reichskanzlei, die alle rechtzeitig begonnen und auf den Tag vollendet wurden. Alle Erfolge, die erzielt wurden, waren nur möglich durch den bedingungslosen Glauben an den Führer und durch den kämpferischen Geist, der die Parteimitglieder beseelte. Wir Deutschen würden ja das Volk der „Denker und Dichter" genannt. Wir müßten aber verhindern, daß wir wieder ins Träu- men kämen. Der kämpferische Geist müsse erhalten und gestärkt werden. Der Redner verlas dann einen Teil der Rede unseres Führers bei der Neugründung der NSDAP, im Jahre 1925. Nur glaubensstarke, kampfesfrohe Menschen, die in unbedingtem Glauben an die Zukunft Deutschlands sich zusammenfanden, konnten die Rettung vollbringen. Das soll der Jugend immer wieder vor Augen gestellt werden. Die Versammlungen im NSLB. aber sollten zu einer Feierstunde werden, sollten aufrütteln zu neuem Glauben und aufrufen zur Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft. Mit dem Gruß an unfern Führer, an Großdeutschland und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes wurde die Versammlung geschlossen. Handwerk soll werben! Die Kreishandwerkerschaft Gießen hatte für gestern abend die Handwerker zu einer Zusammenkunft in das neue Schulungsheim des Gießener Handwerks (Goethestraße) eingeladen, um ihnen dort einen interessanten Vortrag zu vermitteln. Viele Handwerksmeister fanden sich dazu ein. Kreishandwerksmeister S t ü h l e r hieß die Kameraden willkommen. Dann sprach der Vertreter des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Schumann (Berlin), über das Thema: „Die wirksame Werbung des Handwerksmeisters." Der Redner ging von dem alten Wort aus: „Klappern gehört zum Handwerk" und übertrug den Gedanken dieses Sprichwortes auf die Notwendigkeit der Werbung des Handwerks. Wenn es gegenwärtig auch so scheine, daß Werbung nicht notwendig sei, weil das Handwerk eben stark beschäftigt ist, so sei der Handwerker doch verpflichtet, um der Erfüllung seiner Aufgaben auf dem Gebiet kulturellen Schaffens und auf dem Gebiet der ständigen Lehrlingsausbildung willen, einen sicheren Auftragsbestand über größere Zeiträume zu haben. Diesem Zwecke müsse die Werbung dienen! In weiteren Darlegungen und an Hand eines sehr interessanten Zahlenmaterials kennzeichnete der Redner die Bedeutung des Handwerks innerhalb der deutschen Volkswirtschaft, und gab dabei interessante Vergleichszahlen zur Industrie. Diel verbreitet sei die Meinung, daß das Handwerk etwas verteidige, wenn es zu Werbemitteln greife. Sich vielleicht gegen die Industrie verteidige! Dem fei entgegenzuhalten, daß die Aufgabengebiete beider ganz, verschiedenartige seien. Das Handwerk sei die Wirtschaftsform der Persönlichkeit, der Handwerker sei Hersteller und Mittler gleichzeitig, stehe in unmittelbarem Kontakt mit dem Kunden und habe hier große Möglichkeiten des Schaffens, die der Industrie niemals gegeben seien. Hierin liege auch die Stärke des Handwerks. In temperamentvollen Ausführungen forderte der Redner auf, mitzuhelfen, daß jene gefährlichen Verallgemeinerungen, die das ganze Handwerk treffen, wenn einmal ein Meister eine wenig gute Arbeit geliefert, aus der Welt geschafft werden. Jeder Handwerksmeister müsse darauf bedacht sein, sorg- fällige und pünktliche Arbeit zu liefern, um damit allen jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die glauben, bei jeder Gelegenheit und gegenüber jedermann davon zu sprechen, daß „auf die Handwerker kein Verlaß sei". Sorgfältige und pünktliche Arbeit sei ein wesentlicher Werbefaktor. Darüber hinaus aber gebe es viele Möglichkeiten, einen werbenden Eindruck zu machen. Da sei es das gure. saubere, zweckmäßige und originelle Aushange« schild, der blitzblanke Laden, das geschmackvoll und mit verhältnismäßig einfachen Mitteln ausgestattete Schaufenster, da feien es höfliche und umgängliche Gehilfen und Lehrlinge, die aufgeräumte und im Rahmen des Möglichen saubere Werkstatt, die wohlüberlegte und stets beibehaltene gute Ausstattung der Drucksache, aber auch die Anzeige in der Zeitung, die in ihrer textlichen Gestaltung und typographischen Ausstattung wohlüberlegt sein solle. Der Redner wies besonders darauf hin, daß zwischen dem Reichsstand des deutschen Handwerks und den Zeitungsverlegern ein Abkommen geschlossen worden sei, nach dem jedem Handwerksmeister kostenlose Beratung für die Abfassung und Gestaltung seiner Anzeigen durch die zuständigen Beauftragten der Zeitungen zuteil werde. Als besondere Forderung stellte der Vortragende heraus, daß es bei allen Werbemaßnahmen wesentlich darauf ankomme, daß es sich um Dauermaßnahmen handle. Im weiteren Verlaufe des Abends vermittelte der Redner eine Fülle von guten und schlechten Beispielen, die durchweg und unmittelbar aus der Praxis heraus gewonnen wurden und eine Fülle von Anregungen dafür gaben, wie man es machen und wie man es nicht machen soll. Zahlreiche Lichtbilder unterstützten das gesprochene Wort. Die Zuhörer folgten dem Vortragenden mit großer Aufmerksamkeit und dankten mit lebhaftem Beifall. Kreishandwerksmeister Stühler schloß dann in üblicher Weise den anregenden Abend. Lichtmeß. LPD. „So an Lichtmeß (2. Februar) der Dachs seinen Schatten sieht, bleibt es noch vier Wochen Winter", will ein alter Volksglaube im Maingau und im Taunus wissen, wenn ihn die wärmer werdenden Sonnenstrahlen aus seinem Bau herauslocken. Ein Volksglaube im Odenwald sagt, daß an Lichtmeß der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat. Das Tageslicht, das am Dreikönigstag „nur einen Hahnschrei" zugenommen hatte, macht nun „einen Hirschsprung", und man merkt es auch deutlich, daß der Tag um eine volle Stunde gegenüber dem Jahresanfang länger geworden ist. „An Lichtmeffen können die Bauern bei Tag essen", heißt es deshalb im Lahntal, und „Garn gibt's Gärnchen" sagt man im Vogelsberg, denn die Frauen spinnen jetzt weniger, da der länger gewordene Tag andere Arbeiten notwendig macht. „Weiße Lichtmeß bringt grüne Ostern" lautet eine alte Wetterregel im Rheingau, dagegen sagt man im Odenwald „Lichtmeß warm, daß Gott erbarm!** Wenn früher am Lichtmeßtag die Knechte und Mägde ihre neue Stelle bei den Bauern antraten, so hatte das feinen guten Grund, denn „für den Bauern beginnt an Lichtmeß der Frühling". Uebrigens schließen die Spinnstuben im Vogelsberg an Lichtmeß, wobei mitunter die letzte Gans ihr Leben lassen muß, denn nach Lichtmeß fanaen die schmackhaften Vögel mit Eierlegen an. Nur „zu früh darf man nicht Lichtmeß machen", denn wer das tut, hat nach dem Volksglauben im Westerwald und an der oberen Lahn eine große Dummheit begangen. Die Dermöaenssteuerveranlagung. Der Reichsfinanzminister teilt folgendes mit: „Die Hauptfeststellung der Einhellswerie für gewerbliche Betriebe und die Hauptveranlagung ’ur Vermögenssteuer und Aufbringungsumlage, die nach der Verordnung vom 27. Dezember 1937 auf den 1. Januar 1939 oorgenommen werden müßten, werden nach dem Stand vom 1. Januar 1940 vorgenommen werden. Die Verordnung hierüber wird demnächst ergehen. Wie wir hierzu erfahren, entfällt keinesfalls durch das Hinausschieben der Abgabe der Vermö- gensfteuerertlärung die Verpflichtung, die Inventur, die auf den 31. Dezember 1938 vorzunehmen war, durchzuführen. Es wird geraten, unter allen Umständen die Jnventurarbeiten (Ausrechnen des Wertes des Warenbestandes usw.) zu Ende zu führen, da die aus der Inventur ermittelten Werte bei der Einkommensteuererklärung benötigt werden. Weiteren Vernehmen nach ist damit zu rechnen, daß hie am 31. Dezember 1938 ermittelten Werte Schuß im Funkhaus. Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Nein, nein!" sagt sie müde. „Nichts besonderes --Meine Müdigkeit, weiß du ..." „Ach so ... ja, höre, Ev, gehst du erst zu der Dame, sie wartete schon so lange ..." „Ja, ja", sagt Evelyn mechanisch. „Natürlich ... ja ..." Aus dem grünen Sessel erhebt sich eine kleine rundliche Frauengestalt, sagt schüchtern: „Made- moiselle?" Evelyn gleitet glättend über das braune sich wirr kräuselnde Haar, sieht in das runde, gutmütige, bleiche Gesicht. „Josephine?" sagt sie dann langsam. „Tatsächlich --Josephine Beranger?" Sie tritt rasch auf die ein ibenig provinziell gekleidete Frau zu. „Mutters Josephine--nett, daß Sie mal zu mir kommen!" Die kleine Frau räuspert sich ein wenig unbehaglich. „Setzen Sie sich doch wieder, Josephine!" sagt Evelyn herzlich. „Sie haben so lange gewartet-- es tut mir leid ..." „Ich wollte Mademoiselle unbebingt sprechen ... Und ich habe nicht viel Zeit!" sagt die kleine Frau. „Ich hab viel Arbeit ..." „Was machen Sie denn jetzt, Josephine? Wo leben Sie?" „In Soissons!" sagt die kleine Frau mit dem glattgescheitelten Haar. Ihr Blick war etwas unruhig. „Madame hat mich immer so reich beschenkt ... Ich konnte mir einen Gasthof da kaufen ... hab auch geheiratet, einen Jugendfreund aus meinem Dorf ../ „Es geht Ihnen also gut, Josephine?" Die kleine Frau nickt. Sie spricht ein flüssiges, fast akzentloses Deutsch. „Die Wirtschaft geht! Mein Mann ist fleißig. Wir konnten ja auch ohne Schulden beginnen ..." Evelyn sieht an der Frau vorbei. Wenn ein Vorhang von längst vergessenen Bildern niedergleitet, sieht sie sie immer in Begleitung der Mutter, immer ergeben, last demütig, fleißig, verschwiegen Reich beschenkt hat die Mutter ihre Dienerin? ©Sie Mutter, liebel „Zwei Jahre sind das jetzt her, Josephine!" Sie stockt. Die kleine Frau blickt zu Boden. „Madame wollte nicht mehr leben!" sagt sie scheu und fast ausweichend. „Wir konnten sie nicht hindern ..." „Zwei Jahre!" sagt Evelyn sinnend. „Und alles ist wie damals, Josephine!" In die gutmütigen grauen Augen der Frau kommt bei diesen Worten leises Erschrecken. Sie schweigt einen Moment unentschlossen und sieht auf ihre zierlichen, derb beschuhten Füße nieder. „Die Zeit heilt doch manches, Mademoiselle!" meint sie schließlich tastend und fragend. Evelyn schüttelt den Kopf. „Mutters jäher Tod ist für mich unvergeßlich — nie kann ich vergessen--nie! Aber — wie ifts mit Ihnen, Josephine? Wo wohnen Sie denn hier? Besuchen Sie Verwandte?" Die kleine Frau schluckt. „Ich kam nur Ihretwegen, Mademoiselle. Ich muß schnell wieder heim, ich werde gebraucht. Aber — ich muß mit Ihnen sprechen ..." Evelyn sieht die kleine Frau überrascht an. „Mademoiselle", sagt sie heiser. „Sie sind einundzwanzig geworden, nicht wahr? Und Sie haben das Testament Ihrer Mutter?" Evelyn ist aufgesprungen. „Sie mißen, Josephine? Sie kennen den Inhalt?" Die kleine Frau atmet schwer. „Ja", sagt sie. „Madame hatte nie ein Geheimnis vor mir. Sie sprach über alles — sie sagte, was sie schreiben würde und auch, daß der Mr. Bortefeld ..." Sie bricht ab. Evelyne ist totenblaß geworden. „Bortefeld", sagt sie heiser. „Ja, ja ... wenn Sie wissen, Josephine --ich hab's erst heute erfahren, daß Kay gar nicht mein Vater ist--es ist furchtbar, ich ..." Sie schlägt die Hände vors Gesicht und verharrt eine Weile mit bebenden Schultern. Die bekümmerten Blicke der Frau liegen schwer auf ihr. Schließlich erhebt sie sich und streicht leise über die bebenden Schultern. „Mademoiselle"; sagt sie stockend. „Ich muß Ihnen erklären — — — Sie müssen begreifen ..." Sie jucht angstvoll und vorsichtig nach Worten und findet sie nicht. „Sprechen Sie doch, Josephine ... Sie waren ja immer bei Mama .. was wissen Sie, ihr Brief ist nicht ganz klar für mich--sprechen Sie doch!" „Deswegen kam ich heute, Mademoiselle ... ich wußte genau, heute wird Mademoiselle Evelyn einundzwanzig, heut mußt du reifen und sprechen und alles sagen, auch der Herr 2lbb6 meint, es wäre meine Pflicht, unbedingt die Wahrheit zu sagen, schon viel zu lange hätte ich geschwiegen ..." Evelyn starrt die Frau an. Ein wildes Angstgefühl überkommt sie plötzlich. „Die Wahrheit?" Wiederholt sie mechanisch. „Was ist denn, Josephine?" Die Dienerin sieht flüchtig an dem Mädchen vorbei. „Der letzte Brief an Sie--Er ist ein Lüge --Er ist nicht wahr ... Sie dürfen ihm nicht glauben!" Evelyn wird totenbleich. „Ich versteh nicht, Josephine!" meint sie hilflos und fühlt das wild pochende Herz ganz stark. „Madame war--" die Dienerin bricht ab ... „in der letzten Zeit ..." fährt sie fort, als suche sie nach Worten, dann entschließt sie sich und sagt: „Madame war in letzter Zeit krank. Sie wußte nicht mehr, was sie schrieb ... Sie war nicht mehr gut ... damals ..." „Nicht mehr gut? Was heißt das, Josephine?" „Vielleicht, daß Madames Beruf sie nicht glücklich machte--sie war so nervös in der letzten Zeit und tat manches, was nicht hätte sein sollen. Sie schrieb diesen Brief, um einen Mann aufs tiefste zu verwunden und zu treffen, sie war nicht Herr ihrer Sinne, als sie schrieb, sie dachte nur daran, sich an ihm zu rächen. Auch--mit einer Lüge — —" „Erzählen Sie, Josephine--ich bitte Sie!" „Ja, es gibt nicht viel zu sagen, Mademoiselle. Ich kam sehr früh zu Madame, sie war damals noch als Sängerin in der Provinzhauptstadt und gerade mit dem Mr. Bortefeld verheiratet.. " Wieder fühlt Evelyn ganz stark chr pochendes Herz. „Es ging nicht gut in dieser Ehe!" sagt die kleine Frau scheu. Evelyn hebt den Kopf. „Warum? War er schlecht zu ihr?" Die kleine Frau schüttelt abwehrend den Kopf. „Nicht er", sagt sie sehr leise. Evelyn starrt die Frau an. Ihre Lippen murmeln: „Sie?" Die kleine Frau nickt scheu. Evelyns Gesicht wird weiß und sehr hart. Ein scharfer Zug hat sich um den sckongefchnittenen Mund gegraben, sie greift einen Augenblick wie haltsuchend nach der Lehne des Stuhls, läßt sich schwer niederfallen. „Die Ehe wurde bald getrennt. Es handelte sich um einen Mr. von Trittwitz, einen jungen Offizier, er verkehrte viel mit Madame, und Mr. Bortefeld trennte sich bann von ihr ... Mr. von Trittwitz ist im Großen Krieg geblieben", sagt die Frau noch behutsam. „Gleich 1914..." Evelyns Herz pochte in harten klapsenden Stößen. „Und?" fragt sie hastig. „3d) blieb auch nach der Trennung bei Madame, ihre Stimme wurde immer schöner. 1914 wurde sie nach Südamerika engagiert, bald war sie gefeiert und verwöhnt... Drüben kamen Sie zur Welt... Mademoiselle..." „Ja, ich weiß..." „Den Krieg über blieben wir beide drüben, Mademoiselle, das wissen Sie ja. M.idgmc lernte zwei Jahre später Mr. Kay kennen, er war während des Krieges dort interniert, konnte aber frei über fein Leben entscheiden, auch Mr. Thomas wurde drüben geboren ..." „Ja, ja, ich weiß das ja alles, Josephine... f Mama ist bann noch einige Jahrs drüben geblieben, hat ihre Gastspielreisen weitergeführt, ist auch in Deutschland wieder aufgetreten und war immer nur wenig bei uns... Warum hat sie mir nie etwas gesagt, daß ich nicht Kays Tochter bin? Ich hatte doch ein Recht darauf, zu wissen, wer mein Vater ist.. „Mr. Kay hatte Sie doch gleich adoptiert", sagt die Frau still. „Aber Bortefeld! Daß er sich nie um mich gekümmert, daß er nie nach mir gefragt hat!" Die kleine Frau atmet schwer. Dann sagt sie leise, aber unheimlich deutlich: „Mr. Bortefeld ist nicht Ihr Vater, Mademoiselle!" Evelyn wird ganz grau im Gesicht. „Nicht?" stammelt sie, „Nicht?" Und mitten in der fürchterlichen Erschütterung bricht sich ein flutendheißes befreiendes Gefühl Bahn — trotz allem — trotz allem... Sie greift nach der Hand der Frau ,Aber wer — wer?" kommt es in zuckenden Stößen aus ihrem Munde. „Mr. von Trittwitz--" sagt die stille Stimme behutsam. Evelyn schlägt die Hände vors Gesicht. Ihre reinen, klaren Augen sehen die Frau zu- tiefft entsetzt an. „Sie nannten den Namen ja eben, aber ich dachte nicht--Ehebruch?" Sie stoßt das Wort sehr heftig vor sich her. Die Ehe hat sie gebrod>en ..." Und plötzlich sinkt sie zusammen, ein wildes Weinen erschüttert den schlanken Körper. Die kleine Frau ist aufgesprungen, begütigend streicht sie über die zuckenden Hände „Mademoiselle, bitte beruhigen Sie sich doch, bitte, Mademoiselle ... !" (Fortsetzung folgt!) AlleRuhestandsbeamten sind aufgerufen! e es ihnen nicht vergessen und Sondergericht in Gießen Her- Aus der engeren Heimat Kl ** Der Sieben Gegen spröde Gant die die Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen» Dann trotzt sie Wind und Wet» Vaterlandsliebe ihre Pflicht erfüllten und später dafür Dom System abgebaut worden waren. Der Nationalsozialismus hab, ", "/ '' es ihnen belohnt durch die Angliederung "ihrer Gemeinschaft an den Reichsbund deutscher Beamten. Wl Der Kreisabschnitt Gießen der Gemeinschaft der Ruhestandsbeamten und Beamtenhinterbliebenen trat am gestrigen Mittwochnachmittag mit einem Bortrage an die Öffentlichkeit, der im „Aquarium" stattfand. Der Kreisvorsitzende, Oberamtsrichter a. D. Th. Iost (Gießen), erläuterte eingangs die Zuständigkeit der Gemeinschaft für Ruhestandsbeamte aller Kategorien, des Staats, der Stadt, der Post, Reichsbahn, Polizei, Lehrer usw. und vor allem für die Beamtenhinterbliebenen. Der Hauptstellenleiter des Amtes der Beamte und Vertreter des Reichsbundes deutscher Beamten, Pg. Lorenz Eifert, begrüßte die Ruhestandsbeamten als die Schrittmacher für das Beamtentum des Dritten Reiches, die in schwieriger Zeit aus 500 Mark Belohnung für die Ergreifung des Mörders Dörr. LPD. Frankfurt ä. M., 1. Febr. Zu dem Verbrechen an der Witwe Minna Kirchner in Eschborn wird weiter mitgeteilt, daß der Mörder Dörr von einem zuverlässigen Zeugen am 31.Januar gegen 9 Uhr auf dem Waldweg, der von Schwanheim nach Kelsterbach führt, gesehen worden ist. Dörr fuhr auf einem alten Damen-Fahrrad in schnellem Tempo in Richtung Kelsterbach, ist dann in Richtung Fahrstraße Frankfurt—Schwanheim— Kelsterbach abgebogen und fuhr, nachdem er die Straße überquert hatte, auf dem Pfad, der zur Höchster Mainfähre führt, weiter. Dorr war verstört, sehr aufgeregt, und die Haare hingen ihm wild ins Gesicht. Er trug einen halblangen Winterrock, der ihm nach Angaben des Zeugen zu groß war. Weiter trug er einen grauen Schal, also nicht mehr den blauen mit roten Streifen wie bisher. An alle Eigentümer von alleinstehenden Schuppen und Gebäuden ergeht die dringende Bitte, in denselben nach Dörr zu fahnden, da mit hoher Wahrscheinlich- feit anzunehmen ist, daß er in derartigen Gebäuden nächtigt bzw. sich auch am Tage aufhält. Die Krimi- nalpolizei-Leitstelle Frankfurt a. M. hat im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft für die Ergreifung des Täters oder für Angaben und Hinweise, die zur Ergreifung des Mörders führen, eine Belohnung von 500 Mark ausgefetzt. Die Belohnung ist ausschließlich für Personen aus der Bevölkerung bestimmt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jede Polizeidienststelle und die Mordkommission im Polizei- Präsidium Frankfurt a. M., Zimmer 401, entgegen. Lokale Geflügelausstellung in Klein-Linden. Es liege nun an jedem Ruhestandsbeamten und den Beamtenhinterbliebenen, sich in die große Front einzureihen und mitzumarschieren für ein großes, starkes und glückliches Deutschland. pg. Gläßner, Frankfurt a. M. als Gauvorsitzender, sprach dann über Zweck und Ziel der Gemeinschaft, die auf eine Anregung des Führers durch den Reichsbeamtenführer Neef geschaffen wurde. Durch die Gemeinschaft soll das große Ziel der einheitlichen Zusammenfassung der Ruhestandsbeamten und Beamtenhinterbliebenen Großdeutschlands unter der Schirmherrschaft des Reichsbeamtensührers gefördert werden. Besonders ür die Beamtenhinterbliebenen bedeutet die Gemein- chaft die einzige Stelle, die ihre Belange vertreten kann. Die Ruhestandsbeamten müßten dem Führer ihre Dankbarkeit dafür, daß er die rechtlichen Ansprüche auf ein Ruhegehalt festgelegt hat, nachdem mungen erwartet. In Zweifelsfällen erhalten Handwerker kostenlos nähere Auskunft durch Deutsche Arbeitsfront. Son seinen Kameraden zur letzten Ruhe geleitet. kann. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 20. bis 26. Januar ein: gegen Kraft- fahrzeugsuhrer mit 8 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung. Gedentt der hungernden Vögel. Am Dienstag wurde auf dem Friedhof zu born der unter tragischen Umständen verstorbene Hellmuth Opitz, Student der Gießener Universität, beigesetzt. Eine Kameradschaft des NSD.- Studentenbundes und die Ortsgruppe des Reichs- NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" ein-Linden, 30. Jan. Nachdem einige Mitglieder des „Geflügelzüchtervereins Klein-Linden 1931" in den verflossenen kriegerbundes, zusammen mit einer großen Trauergemeinde, gaben dem Toten das letzte Geleit. Nach den Worten des Geistlichen am Grabe widmete Studentenschaftsführer Frank im Namen der Gießener Studentenschaft dem toten Kameraden einen letzten Gruß. Im Auftrage des Rektors der Universität Gießen und als Dekan der medizinischen Fakultät sprach Professor Elze und schilderte den Entschlafenen als pflichttreuen und befähigten Studenten, dessen Verlust die Professoren- und Studentenschaft aufs tiefste bewegt. Kameradschaftsführer H u n s i ck e r hob hervor, daß der 'Tote als Vorbild treuer Bereitschaft und echten Gemeinschaftsgeistes bei seinen Kameraden unvergessen bleiben werde. Für die medizinische Fachschaft legte Fachschaftsleiter Stumpf- einen Kranz nieder, Dr. König tat dies im Namen des Hochfchulinstituts für Leibesübungen. Als letzter gedachte der Vertreter des Reichskriegerbundes des jung Verschiedenen. Gießener wochenmarttpreise. * Gießen, 2. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 7 bis-8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40, Feldsalat, 1/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 35, Nüffe 45 bis 50, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Ehrung in der gewerblichen Berufsschule. Den Berufsschullehrern Heinrich G ö r z und Friedrich O st wurde heute das vom Führer verliehene goldene Treudienstehrenzeichen für 40jährige treue Dienstzeit an der Volks- und Berufsschule durch Schulrat N e b e l i n g im Beisein sämtlicher Lehrkräfte feierlich überreicht. ** Eine Zweiundachtzigjährige. Am heutigen Donnerstag, 2. Februar, kann Frau Klara Glas, Mühlstraße 5, in geistiger und körperlicher Frische ihren 82. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau, aus der Pfalz gebürtig, hat sich Mundart und Humor unverfälscht erhalten. Sie gehört feit vielen sie vom System beseitigt worden waren, dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie nun, seinem Wunsche entsprechend, dem Ruf der Sammlung und des Zusammenschlusses folgen. Die Gemeinschaft ist dem Hauptamt für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, unterstellt und arbeitet mit den Dienststellen des RDB. zusammen. Ihr wichtigstes Ziel ist die Durchdringung der Mitglieder mit nationalsozialistischem Gedankengut, sie verfolgt aber auch den Zweck der Pflege der Kameradschaft, der Beratung und der sozialen Betreuung der Mitglieder. Der Vortragende unterstrich auch die Bedeutung der Mitarbeit der Hinterbliebenenfrauen und gab dann einen Ueberblick über den Aufbau der Gemeinschaft und die sozialen Einrichtungen und Vergünstigungen, die den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Als ein Verdienst der Gemeinschaft bezeichnete er die Zurückerstattung der Beträge aus der sog. „Zwangssparkasse" des Systems an die Ruhestandsbeamten und nannte einige der Erfolge, die durch die Vermittlung der Gemeinschaft bei den Behörden und durch Zusammenarbeit mit dem RDB. erreicht werden konnten. Pg. L. Eifert unterstrich die Bedeutung der Teilnahme der Mitglieder an den Einrichtungen und Vorträgen der NSG. „Kraft durch Freude", die in Gießen sehr vielseitig und gerade dem Ruhestandsbeamten willkommen sind. Gauvorsitzender Gläßner ergänzte diesen Hinweis durch die Bekanntgabe, daß z. B. Gießener Ruhestandsbeamten auch die Vorzüge in anderen Städten in Anspruch nehmen können. Kreisvorsitzender Jost betonte, wie manchem Beamten die Kameradschaft mit einem Berufskamera- den erwünscht sei, die er hier finde, und wie viele, die nicht als Eigenbrödler angesehen sein möchten, hier Gelegenheit fänden, in der Volksgemeinschaft aufzugehen. hetzende und verleumderische Aeuherungen gegen das Reich und seine führenden Persönlichkeiten getan zu haben. (Vergehen gegen § 2 Abs. 1 und 2 des Heimtückengesetzes vom 20.12. 34.) Der Angeklagte war früher Vorsitzender der SPD. in Schotten und Mitglied des Reichsbanners. Nach feinen Angaben ist er 1932 aus beiden Organisationen ausgetreten. Die ihm zur Last gelegten Aeßerungen, die er nicht bestreitet, will er nicht in böser Absicht getan haben. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Der Verteidiger beantragte mit Rücksicht auf das einwandfreie Verhalten des Angeklagten feit 1933 auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen. Der Angeklagte wird zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Monaten auf einer Anzahl führender Ausstellungen mit ihren Tieren sehr gute Ergebnisse erzielen konnten, wurde am Samstag und am Sonntag unserer Einwohnerschaft die Gelegenheit geboten, sich selbst von der Arbeit der hiesigen Geflügelzüchter zu überzeugen. In dem Saale der Wirtschaft „Zllr Burg" hatten die Mitglieder des Vereins eine örtliche Geflügelschau veranstaltet, um auch den andern Volksgenossen einen Einblick in die Wirtschaftlichkeit einer hochstehenden Rasse-Geflügelzucht zu geben und sie dazu anzuregen, wenn nicht gerade Züchter, so doch wenigstens Geflügelhalter zu werden. Die Beschickung der Ausstellung mit 72 Nummern, bei kaum mehr als 20 Mitgliedern, bewies, mit welchem Eifer sich die Klein-Lindener Geflügelzüchter befleißigten, am Gelingen des zweiten Vier- jahresplanes mitzuarbeiten. Auch die Gemeindeverwaltung hatte ihr Interesse an der wichtigen Sache bekundet und dem Verein einen Geldbetrag für Auszeichnung der Tiere überwiesen Als Richter nahm Heinrich Jäger II. (Ober-Hörgern), em erfahrener Fachmann, die Bewertung der Tiere vor. Nach feiner Ansicht war das ausgestellte Material von guter Qualität. Die höchste Auszeichnung errang die Rasse Weiße Leghorn des Mitgliedes H. Rau, nämlich den Reichsfachgruppen-Ehrenpreis. Die beste Gesamtleistung zeigte der Dereinsführer August Lenz, der mit zehn ausgestellten Tieren 51 Punkte erzielte und dem somit der Leistungspreis des Vereins gebührt. Nachstehend ist das weitere Ergebnis der Bewertung aufgeführt: (Es bedeuten sgZ = sehr gut, Zu- satzpreis; sgl --- sehr gut 1. Preis; fg2 = febr gut, 2. Preis; fg3 = sehr gut, 3. Preis; g = gut; RFE — Reichsfachgruppenehrenpreis.) Abteilung Hühner. Italiener, silberfarbig: Wilhelm Schlosser, auf einen Stamm sgl, Z, auf Einzeltiere sgl, Z, zweimal fgl, fg2, dreimal g. Lachshühner, lachsfarbig: Joseph Grosser, sgl, Z, sgl, sg2 dreimal g. Rhodelimder: August Lenz, fgl, Rheinländer: des Vereins. Der bisherige Vereinsführer Wilhelm Will wurde einstimmig wiedergewählt. Auch feinee Mitarbeiter bleiben weiterhin im Amt. Mit einem Liede wurde der Abend beschlossen. )— ( Ruppertsburg, 30. Jan. Zu einer schö« nen Feierstunde gestaltete sich die Einweihung des neuen Gerätehauses der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Die Wehr war vollzählig angetreten und hörte zunächst die Ansprache des Reichsführers ff Himmler zum „Tag der deutschen Polizei". Dann folgte die Flaggenparade. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter W. Lind hielt anschließend die Ansprache zur Uebergabe des Gerätehauses. Er wies darauf hin, wie notwendig schon lange der nun vollendete Neubau war und dankte allen, die mithalfen, dieses schöne, prakttsch und neuzeitlich eingerichtete Gerätehaus zu erbauen. Er wandte sich mit Worten herzlichen Dankes an die Wehr, die wiederholt ihre Schlagkraft und ihren Opfermut im Dienste der Gemeinde gezeigt habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Geist der Disziplin und Kameradschaft in der Wehr stets erhalten bleiben möge, Nachdem er den Führer als leuchtendes Beispiel vor Augen gestellt hatte, übergab er das Haus der Wehr, deren Führer, Oberbrandmeister Aug. Stein, es mit dankenden Worten übernahm. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer war die Feier am Gerätehaus beendet. Ein Kameradschaftsabend in der Gastwirtschaft Wagner schloß sich an. Der Karl Haas aus Lollar wurde beschuldigt, am 15. September 1938 in Alsfeld verhetzende und verleumderische Aeußerungen gegen Führer und politische Einrichtungen des Reicks getan zu haben. (Vergehen gegen § 2 Abs. 1 und 2 des Heimtückengesetzes vom 20.12.34). Der Angeklagte ist bereits wegen Vergehen gegen das Heimtückengesetz mit 3 Monaten Gefängnis vorbestraft und wegen polittscher Aeßerungen durch die Staatspolizei verwarnt. In 1933 war er auch einige Zeit im Konzentrationslager. In der Hauptverhandlung sagten sämtliche Zeugen belastend aus. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rück- sich auf das seitherige Verhalten des Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. Der Verteidiger beantragte für den Fall, daß der Angeklagte für schuldig befunden würde, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen unter Belastung der Reichskasse mit den Kosten. Schifahrer! Achtung! Sonntag, den 5. Februar, fährt die NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" mit Omnibussen nach dem hoherodskopf. Fahrpreis bis zum Klubhaus 3,— RM. Anmeldungen müssen umgehend auf der Geschäftsstelle, Seltersweg 60, erfolgen. 753D Oie Beitragshöhe in der Altersversorgung der Handwerker. NSG. Durch das Gesetz vom 31. Dezember 1938 über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk sind die selbständigen Handwerker der Angestelltenversicherung angeschlossen worden. Dabei sind die Bestimmungen liber die Beitragshöhe für die Handwerkerversicherung von entscheidender Bedeutung. Während sonst nur das Einkommen aus der versicherungspflichtigen Tätigkeit der Sozialversicherung unterliegt, bestimmt das Gesetz für die Versicherungspflicht der selbständigen Handwerker, daß das Jahreseinkommen erfaßt werden soll. Es ist somit für die selbständigen Handwerker auch das Einkommen aus Handel, landwirtschaftlicher Betätigung, Kapitalbesitz usw. versicherungspflich- tig. Wie das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, soll mit diesen Bestimmungen erreicht werden, daß die Renten, die sich nach den eingezahlten Beiträgen richten, der Lebenshaltung des Versicherten entsprechen sollen. Da das Einkommen der Handwerker teilweise erheblichen Schwankungen unterliegt, taucht die Frage auf, welche Marken monatlich geklebt werden müssen. Hierüber werden demnächst besondere Durchführungsbestim- Gestern standen vor dem Sondergericht drei Fälle zur Aburteilung. Der Wilhelm Ortmüller aus Gießen, seit 3. Dezember 1938 in Untersuchungshaft, ist beschuldigt, am 20. November 1938 in Gießen gehässige, hetzerische, von niedriger Gesinnung zeugende Aeußerungen gegen das Reich und seine führenden Persönlichkeiten getan zu haben. (Vergehen gegen § 2, Absatz 1 des Heimtückengesetzes vom 20.12.34.) Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Aeußerungen getan und stets in der unflätigsten Weife gegen die nationalsozialistische Regierung, ihre Einrichtungen (SA. usw.) und die Beamten geschimpft hat. Der Angeklagte ist mehrmals wegen Vergehens gegen das Heimtückengefetz (zuletzt mit neun Monaten Gefängnis), außerdem wegen anderer politischer und sonstiger Vergehen vorbestraft und war auch einen Monat im Konzentrationslager. Die Familienver- hältniffe des Angeklagten waren die denkbar schlechtesten, weshalb auch die Kinder in Fürsorgeerziehung tarnen. Der Anklagevertreter führte aus, daß es sich hier um einen asozialen, arbeitsscheuen Menschen handle, auf den auch die zuletzt verbüßte neunmonatige Gefängnisstrafe wegen des gleichen Vergehens nicht im geringsten gewirkt habe, und beantragte, um dem ÄngeklaAen noch einmal Gelegenheit zu geben, auf eine andere Bahn zu kommen, eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren, die Untersuchungshaft aber wegen bes lügnerischen und heuchlerischen Verhaltens des Angeklagten nicht anzurechnen. Der Verteidiger beantragte, auf eim wesentlich geringere Strafe zu erkennen, dem Angeklagten auch die Untersuchungshaft anzurechnen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren unter Belastung des Angeklagten mit den Kosten. * Der Heinrich Kniese aus Schotten wird beschuldigt, am 9. November 1938 in Ober-Gleen ver- Iahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. (Unseren Glückwunsch zum Geburtstag!) ** Zugestellte Steuerbescheide Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß als Termin für die Zustellung aller Steuerbescheide der 1. Februar 1939 festgesetzt ist. ** Spielplanänderung im Stadttheater. Aus technischen Gründen kann die für Freitag, 10. Februar, angefetzte Erstaufführung der Oper „Der Rosenkavalier" an diesem Tage nicht stattfinden. Es gelangt dafür „Berenize", Tragödie von Jean Racine, zur Aufführung. Die Erstaufführung der großen Oper „Der Rosenkavalier" findet nunmehr am Dienstag, 14. Februar, statt. 2 -. 2'---..fchläfer gehört zu den geschützten Tieren! Zu der Auskunft über den Siebenschläfer (in unserem Briefkasten vom vorigen Samstag) wird uns von dem Kreisbeauftragten für Naturschutz mitgeteilt, daß der Siebenschläfer zu den in ganz Deutschland geschützten Tieren gehört, deren Fang mit Strafe bedroht ist. Es kann dem Fragesteller vom Samstag nur dringend geraten werden, das Tier sobald als möglich dort in Freiheit zu setzen, wo er es fand. Er setzt sich der Bestrafung aus, wenn er das Tier zurückhält. Da im Hangelstein auch Siebenschläfer vorkommen, ist der Kreisbeauftragte für Naturschutz, Studienrat Hölzel in Gießen, Hitlerwall 29, Fernsprecher 4336, bereit, das Aussetzen jenes Siebenschläfers zu übernehmen, damit das Tier so untergebracht wird daß es seinen unterbrochenen Winterschlaf fortfetzen aus der Inventur der nunmehr am 1. Januar 1940 obzugebenden Vermögenssteuererklärung zugrunde gelegt werden, so daß eine nochmalige Inventaraufnahme Ende dieses Jahres nicht erforderlich fein wird. gis. Großen-Bufeck, 31.Ian. Hier sprach vor den Mitgliedern der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede (Gießen). Der Abend wurde mit einer kleinen Feierstunde eröffnet. Frau Wrede gab einen Ueberblick über dis großen Taten des Führers im vorigen Jahre. Sie sprach vom rechten Nationalsozialismus der Frau und rief alle Frauen, auch die oes Deutschen Roten Kreuzes, zur Mitarbeit auf. Sie bat die Frauen, recht eifrig zu fein in der Werbung neuer Mitglieder für das Deutsche Frauenwerk. = Leihgestern, 30.Jan. Der Turnver- ein „Frischauf" Leihgestern hielt im Der« einslokal „Zum Löwen" feine Generalversammlung ab. Vereinsführer Will gab einen Ueberblick über die Ereignisse des Jahres 1938 und betonte, daß die dem Verein gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit erfüllt wurden. In weiteren Darlegungen sprach er über den Zweck und die Ziele des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen. Er erinnerte ferner an die Beteilung an den großen Turnver- anftaüungen innerhalb unserer Heimat, bei denen mancher schöne Sieg errungen werden konnte. Der Kassenbericht, durch Kassenwart Jung gegeben, zeigte einen günstigen Stand der Geldverhältnisse schwarz: Friedrich Allendörfer, sgl, Z, sgl, sg2, g. Italiener, rebhuhnfarbig: Fritz Weller, g. Italiener, schwarzscheckig: Ernst Jünger, g. Italiener, schwarz: Otto Lippert, sgl, fg2, g. Italiener, braun: Friedrich Klingelhöfer, fgl, Z, sg2, sg, g Leghorn, weiß: Hermann Rau, fgl, RFE, fgl, fg. Altstelerer, braun: fgl, Z, fg3, zweimal g; August Lenz, fg2, g; Georg Lutz, g. Abteilung Tauben. Hessische Kröpfer, schwarz: August Lenz, sgl, Z, fg2; Karl Hinterlang, sg3; Wilhelm Schlosser, zweimal g. Hessische Kröpfer, riefelköpfig: August Lenz, sgl. Hessische Kröpfer, getigert: Karl Hinterlang, fgl, Z, dreimal g. Englische Zwergkröpfer, fchwarz gehämmert: Otto Lippert, fgl, Z, viermal g. Straffer, blau: August Bierau, fgl, Z, g. Schautauben, hell mit roten Schwingen: Georg Lutz, fgl, fg2, fg3, viermal g. Schautauben, gelb mit hellen Schwingen: August Lenz, fgl, Z, sgl, sg2, g. Thüringer Flügeltauben, blau: Reinhold Weigel, sgl, sg2, zweimal g. Thüringer Schwalben, fchwarz: Reinhold Weigel, sgl, Z, g. Tödlicher Sturz vom Fahrrad. * Launsbach, 2. Febr. Heute morgen gegen 7 Uhr ereignete sich an einer abschüssigen Stell- auf der Straße zwischen unserem Orte und der Krof- dorfer Straße ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der hiesige, etwa 60 Jahre alte, verheiratete Lagerist Wilhelm P f a f f, der in einem Gießener Geschäftshaus tätig war, kam, als er sich mit feinem Fahrrad unterwegs zu feiner Arbeitsstätte befand, aus irgendeinem, bisher noch nicht festgestellten Grund zu Fall und stürzte so schwer, daß er auf der Stelle tot liegen blieb. Arbeitskameraden, die ihm folgten, fanden den bedauernswerten Mann bereits entseelt vor. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buf eck, 1. Febr. Am heutigen Mittwoch kann der Landwirt Christoph Kimmel, der zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde, seinen 91. Geburtstag begehen. Der Hochbetagte, der zuletzt Wilhelmstraße 4 wohnte, ist gegenwärtig in der Landespflegeanstalt zu Gießen untergebracht. Leider ist sein Gesundheitszustand nicht mehr der beste. (Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!) 2RunÖfunfprogromm Frellag. 3. Februar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Steckenpferd und Reitersmann. 10: Schulfunk. Wir rufen zum Reichsberufswettkampf 1939. 10.30: Sport in den Adolf-Hitler- Schulen. Ein Ryndfunkbericht von der Ordensburg Sonthofen. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Die große Over. Szenen aus „Aida", von Giuseppe Verdi. 15: Kleines Konzert. 15.30: Männer machen uns das Leben leicht. Eine Plauderei von Einrisse Kahlenberg. 16: Nachmittagskonzert. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Volksmusik. Dazwischen plaudert Erwin Bolt. 19.15: „27 Millionen WHW.-Abzeichen aus Jdar- Dberftein". Bericht aus der Jdar-Obersteiner Edel-- steinfchleifindustrie. 19.25: Tagesspiegel. 19.30: Der sröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unterhaltungsmusik. 20.45: Aus der Cafa d'Italia: Kammermusik von Robert Schumann. 22: Nachrichten. 22.20: Deutsche und Wehrmacht-Schimeisterschaften. 18-Kilometer-Langlauf. 22.40: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 6. TB., Lollar. Ihre Beanstandung besteht zu Recht. In dem Artikel „Laßt die Anwartschaft nicht verfallen!" muß es richtig heißen: „Die fteiwilligö Höherversicherung ist zulässig." Sprechstunden der Deduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen. Eine schöne Archiv- -s I I (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) '+! Grünberg, 31. Ian. Unser Archiv enthält seit dem vorigen Jahre die hier abgebildete Truhe. Entwurf und Ausführung stammt von dem hiesigen Malermeister Johannes Bocher. Für die im vorigen Frühjahr in der Turnhalle veralistottete Werbeausstellung der Grünberger Truhe in Grünberg Werbegemeinschaft lGWG.) der hiesigen Kaufleute und Handwerker ließ es sich von Schreinermeister Fritz Gehringer die Truhe aus Tannenholz in der Größe 120 ; 0,60 : 0.69 m anfertigen, um an ihr seine handwerkliche Kunst der Malerei zu zeigen Die fertiggestellte Truhe fand bei jener Veranstaltung in der Turnhalle allgemeine Beachtung, und die Stadt erwarb sie für das Archiv Das Sockelstück ist in dunkel-olivem Tone gehalten, die Rahmenhölzer sind vergoldet und mit Lasur behandelt. Der Grund der Füllungen ist oliv, diese sind aus Spachtelkitt plastisch aufgetragen und vergoldet. Ihre seine Ausführung stellt der Kunst des Herstellers ein ehrendes Zeugnis aus Als Hauptfigur erscheint in der Mitte der Vorderseite das Grünberger Stadtwappen (Wappenreiter). während zu beiden Seiten stilisierte Lotosblumen angebracht sind Die Rückseite enthält nochmals die gleichen Figuren Auch die Figuren des Deckels sind plastisch aufgearbeitet Sie stellen dar: mitten das Firmenschild des Herstellers, links das Zeichen der Grünberger-Wexbe-Gemeinschaft lGWG. mit Silhouette des Diebsturmes), rechts den Reichsadler im Wappenschild mit eingeschlossenem Malerwappen Die Inschrift des Deckels auf vergoldetem Grund und in dunkelbrauner Lackfarbe aufgemalt lautet: „Geschickte Hand — In Stadt und Land — Begehrt — Bekannt." Im Mittelstück des Deckels befindet sich, ebenfalls in plastischer Form, die Jahreszahl 1938. Kreis-Gchiwettkämpfe auf dem Hoherodskopf. Am kommenden Sonntag werden auf dem Hohe- rohskopf die von allen zünftigen Schiläufern lang erwarteten Kreis-Schiwettkämpfe durcbgeführt. Das Programm bringt einen 16-Kilometer-Lan tz- lau f und einen Abfahrtslauf. Der 16-Kilo- meter-Lauf führt vom Klubhaus hinunter zu den Forellen- und Eisteichen, hinauf zum Taufstein, die lange Schneise hinab zur Lauterbacher Hütte und dann unterhalb der Rennwiese entlang zum Mangoldhaus. Das Ziel liegt diesmal am Mangoldhaus des Schiklubs Gießen. Der Langlauf wird vom Kreis 11 organisatorisch vorbereitet. Im Anschluß an den Langlauf folgt dann der Abfahrtslauf über eine Länge von zwei Kilometer, mit etwa 120 Meter Höhenunterschied. Die Strecke wird am Hana nach Breungeshain abgesteckt. Um eine nordische Kombination werten zu können, wird auf der kleinen Sprungschanze auch gesprungen werden: allerdings wird dieser Sprunglauf selbst nicht als Meisterschaft betrachtet. Für die Wettkämpfe werden außer dem stattlichen Aufgebot der Gießener Schiläufer auch Wettkämpfer aus Wetzlar, Friedberg und Bad- Nauheim erwartet. Man erhofft eine stattliche Beteiligung. Die Schneeverhältnisse sind gegenwärlig im hohen Vogelsberg sehr günstig. Es liegt 20 Zentimeter guter führiger Pulverschnee, ohne jegliche Verhanchung oder Verwehung. Wenn unsere heimischen Schiläufer Glück haben, dann hält das Wetter bis zum Sonntag an. Bngadestob 141 gegen Gtandartenstab 14:2. Der gestrige Mittwochnachmittag brachte in Nidda ein interessantes Handballspiel zwischen den Mannschaften des SA.-Brigadestabes 147 und des Standartenstabes 145 (Büdingen). Das Spiels endete mit 14:2 Toren zugunsten der Gießener Mannschaft. Die Standarte 145 hatte diesmal eine Mannschaft ins Feld gestellt, die die Hoffnung trug, ein günstigeres Ergebnis zu erzielen, als es im Vorspiel der Fall war. Sie wollte die Scharte des Vorspieles auswetzen. Die Mannen um den Brigadeführer Schwarz machten aber diese Hoffnung zunichte. Der Gegner wurde wieder mit hohem Ergebnis überfahren! Das Spiel trug dabei werbenden Charakter, da sich sämtliche 22 Spieler eines überaus fairen Svieles befleißigten Schiedsrichter war Sturmführer Vetter, der Sportreferent der Standarte 145. Das Spiel verlief sehr abwechslungsreich und brachte viele schöne Kampfszenen. Der Sturm der Gießener Elf war gleich im Bilde, wurde sehr angriffslustig, und schon nach wenigen Minuten lautete das Ergebnis 3:0. So sehr sich der Gegner auch bemühte, den Vorsprung auszugleichen, es gelang ihm nicht, denn die Verteidigung der Brigade stand eisern und was die Verteidigung nicht abhalten konnte, hielt der Tormann Deuker. Nachdem der Mittelstürmer Blankenburg noch ein Tor erzielt hatte, war Halbzeit. Nach der Pause gelang es der Standartenelf — lebhaft angefeuert durch ihre zahlreichen Anhänger — auf 4:1 zu verkürzen. Dann aber zog die Brigadeelf wieder los und ging in kurzen Abständen mit viel Elan immer wieder vor das gegnerische Tor. Das Schlußergebnis lautete dann 14:2 Tore. Großer Erfolg der NSKK. — Motorstandarte 147 bei der Nachtsuchfahrt. Die Motorstandarte 147 kontne bei der am 28. und 29. Januar durchgeführten Nachtsuchfahrt einen überragenden Erfolg verzeichnen. Von 43 gestarteten Fahrern (4 Mannschaften und 31 Einzelfahrern) waren trotz der Schwierigkeiten, die sich auf der Strecke boten, 39 Fahrer (4 Mannschaften, 27 Einzelfahrer) am Ziel. Diese 39 Fahrer errangen insgesamt 21 Goldmedaillen und 18 Silbermedaillen. Dabei konnte die Motorstandarte 147 in 5 Wertungsgruppen absolut die b e st e Mannschaft bzw. den b e st e n E i n z e l f a h r e r stellen. Insgesamt war die Motorstandarte 147 die erfolgreichste Einheit der gesamten Veranstaltung. Erfreulich ist, daß auch die von der NSKK - Standarte betreute Motor - HI. eine Gold, und zwei Silbermedaillen erringen konnten. Die Zahl der Medaillen verteilte sich auf die einzelnen Stürme wie folgt (g = goldene, s = silberne): Sturm 1/M 147 5 g; 2/M 147 4 f; 3/M 147 2 q, 2 f; 5/M147 1 s; 12/M147 6 g, 4 s: 13/M 147 2 f; 21 M 147 1 g; 22/M 147 4 g, 2 s; 23/M 147 1 g, 1 f; 24/M147 2 j und 25/M147 2 g. Kleinkaliber-Wettkämpfe 1939 im NG.-Reichsknegerbund. Der NS.-Reichskriegerbund gibt die Ausschreibung zu den Kleinkaliber-Wettkämpfen 1939 bekannt, die sich in Mannschaftswettkämpfe und in die Wertung der Einzelleistungen der Schützen gliedern. Die Kleinkallber-Wettkämpfe 1939, die um die Reinhard-Ehrenpreise des Reichskriegerführers ausgefochten werden, sind für alle Kriegskameradschaften des Bundes offen. Die aus den Entscheidungskämpfen der Kriegerkameradschaften, Kreiskriegeroerbände und Landeskriegerverbände als Meistermannschaften und Meisterschützen hervorgehenden Kameraden werden Oktoher 1939 zum Entscheidungskampf um die Reinhard-Ehrenpreise und um die Wanderehrenpreise des NS.-Reichskriegerbundes zusammengezogen. Der Schießdienst ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben des NS.-Reichskriegerbundes gerne« fen. lieber 500 000 Kameraden des Bundes nehmen auf eigenen Schießständen an den Wettkämpfen teil. Das Internationale Berliner Reitturnier. hoher Leistungsstand der deutschen Pferdezucht. Das Internationale Reit- und Fahrturnier, das anläßlich der „Grünen Woche" in Berlin veranstaltet wird, geht in feiner Bedeutung weit über den Rahmen einer nur sportlichen Veranstaltung hinaus. Bei der großen Bedeutung der Pferdezucht für die Landwirtschaft und die Wehrmacht zur Erfüllung ihrer Aufgaben gilt es, die Leistungen des deutschen Reiters und Pferdes an den Spitzenleistungen des Auslandes zu messen und durch gesunden Wettstreit innerhalb der deutschen Pferdezucht zu steigern. Aus diesem Grunde sind die Züchter-Wettbewerbe des Internationalen Reit- und Fahrturniers in Berlin im'Mannfchafts- fpringen der Zuchtbetriebe (Preis des Reichsbauernführers) vermehrt, Zahl und Höhe der Züchter- preife für Eignungs- und Materialprüfungen, für Reitpferde und Gsfpanne vör allem von Seiten des Reichsernährungsministers verstärkt worden Darüber hinaus sind fast alle Dressur- und Springprüfungen mit Züchterpreisen bedacht worden. Ausländer unter sich ... Um den Preis des Reichsministers des Auswärtigen kämpften am Dienstagabend beim Internationalen Berliner Reitturnier in der Deutschlandhalle die ausländischen Teilnehmer. Zu einem Sa-Jagdspringen wurden 66 Pferde gesattelt. Unter den fehlerfreien Startern fiel die Entscheidung nicht, wie am Nachmittag beim Jagdspringen für Inländer, durch die beste Zeit, sondern in einem Stechen wurden die schnellsten Pferde ermittelt. In die Entscheidung hatten Italien und Polen je vier Pferde gebracht, Frankreich war noch dreimal vertreten, Schweden, Belgien und Dänemark je einmal. Beim Stechen tarnen nur noch drei Teilnehmer über die sechs erhöhten Hindernisse. Zunächst erreichte „Skatt- man" unter dem schwedischen Oblt. Graf S. Bielke 19,2 Sekunden. Aber auch der Italiener „Torno" unter Kapt. Gutierrez legte den Kurs in der gleichen Zeit zurück, so daß der erste Platz an Schweden und Italien gemeinsam fiel. Auf den dritten Rang kam „Clair de Lune" (Lt. Broussaud, Frankreich) mit 20,6 Sekunden. Zwei-Pferde-Zpingen in der Deutschlandhalle. Mit zu den interessantesten Wettbewerben eines Reitturniers gehört jeweils das Zwei-Pferde-Sprin- gen, das am Mittwochnachmittag vor zahlreichen Zuschauern in der Berliner Deutschlandhalle mit der 1 Abteilung begonnen wurde. Jeder Reiter steuerte zwei verschiedene Pferde unmittelbar hintereinander über den wieder ideenreich aufgebauten und dabei keineswegs leichten Kurs. 21 Reiter traten an, von denen der französische Leutnant Broussaud seine beiden Tiere „Houlette" und „Pyrenees" ohne Fehler über den Kurs brachte. Er hatte aber dabei das Tempo zu sehr vernachlässigt, und so reichte LS nur für den fünften Platz. Am besten schnitten „Artur" und „Aeolus" unter Oblt. Huck ab. Dann gab es noch eine mittlere Dressur um den Gustav-Stens- beck-Preis. Zwei Materialsprüfungen, in denen nur fünfjährige herauskamen, sowie das Schaubild „Das Pferd im Dienste der Infanterie" beschlossen den Nachmittag. Fußball Der Kreisklaffen. Heuchelheim I — Steinbach I 3:1 (2:0). Nach einer Spielpause von 7 Wochen hatten sich die Heuchelheimer die Mannschaft von Steinbach zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste begannen das Spiel mit forschen Vorstößen, denen jedoch die Sicherheit fehlte. Die Einheimischen machten sich langsam frei, und schon in der 7. Minute verwandelte der blaue Mittelstürmer eine vom Linksaußen gut in die Mitte gegebene Flanke. Wenige Minuten später kamen die Heuchelheimer durch einen feinen Kombinationszug zum zweiten Tor. Der Halblinke erhielt den Ball auf dem Elfmeterpunkt und jagte ihn entschlossen unter dem sich werfenden Torhüter ins Netz. Die Blauen, die bis dahin ganz gut ins Spiel gekommen waren, wurden jetzt von dem hohen planlosen Spiel der Gäste angesteckt Es wurde meist im Mittelfelde herumgekickt, ohne daß beide Tore dabei ernstlich in Gefahr kamen. Erst gegen Schluß des Spieles zeigten die Emhermifchen noch etwas mehr Kampf und Einsatz, nachdem kurz vorher die Steinbacher bei einem Durchbruch den Heuchelheimer Torhüter schlagen konnten Der blaue Jnnensturm belagerte das Heiligtum der Gäste, bis ihnen dann endlich auch der dritte Treffer gelang Das Spiel wurde sehr kameradschaftlich ausgetragen Kurze Sportnotizen. Zum Davispokal-Wettbewerb 19 3 9 habn 27 Länder gemeldet, dazu kommen noch die Vereinigten Staaten als Pokalverteidiger. In der Europazone werden 20 und in der Amerikazone sieben Länder spielen. Dem Maserati-Renn st all gehören in diesem Jahre die vier italienischen Fahrer Graf Trosfi, Villoresi, Cortese und Rocco an. Sie werden auf dem Formelwagen und dem 1500-ccm-Rennwagen eingesetzt. Der Deutsche Pietsch befindet sich nicht mehr in der Mannschaft. Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Hel > ing. Bestrafter Figurenraub. 8 8 6 6 5 5 4 3 3 2 2 a b e d e f g h In einer kürzlich zwischen zwei Berliner Schachfreunden gespielten Partie kam es zur abgebildeten Stellung. Schwarz hatte zuletzt mit Df7Xb3 einen weißen Turm genommen. Wie spielt Weiß jetzt am stärksten? Zu oft mit den Bauern gezogen. 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 abcdefgh abcdefgh iim*i In einer Partie zwischen Schmitt (Weiß) und Grüner (Schwarz) aus einem Breslauer Turnier kam es nach den Zügen 1. d4, Sf6. 2. Sf3, e6. 3. Sbd2, d5. 4. e.3, c5. 5. c3, Sbd7. 6. Ld3, Le7. 7. Se5, Se5: 8. de5: Sd7. 9. f4, 0—0. 10. Dc2, f5. 11.. b3, g5. 12. Lb2, a6. 13. 0—0—0, b5. 14. c4, bc4: 15. Sc4:I dc4: 16. Lc4: Db6 zur abgebildeten Stellung. Da Schwarz den Königsflügel durch feine Bauernzüge sehr gelockert hat, kann Weiß durch eine hübsche Wendung seine starke Läuferstellung zur Geltung bringen. Auf welche Weise? Lösung der Schachaufgabe „Zusammenwirken aller Figuren". Weiß: Kgl, De2, Tel, Tfl, Ld3, Sa5, Bb2, b3, e4, f2, g2, H2 (12). Schwarz: Ke8, Df4, Td8, Tg8, Lc5, Lb7, Ba6, e6, f6, f7, H7 (11). Schwarz gewinnt— 1. .... Td8Xd3! (Das Qualitätsopfer beseitigt den Schutz des Bauern e4.) 2. TclXc5. (Auf 2. Sa5Xb7 gewinnt 2. ..., Td3—H3! 3. g2—g3, Ig8Xg3+. — Nach 2. De2Xd3 ist sowohl 2. ..., Lb7Xe4 als auch 2. ..., Ig8Xg2+ nebst 3.....ßb7X^4+ möglich.) 2 Td3—d2. 3. De2—H5. (Auf 3. De2—c4 folgt 3. ..., Ig8Xg2+. 4. KglXg2, 2)f4—g4+. 5. KH1 —hl. 5. ßb7Xe4+.) 3. Df4Xe4, und Schwarz bringt auf g2 ein. Lösung der Schachaufgabe „Angriff und Gegenangriff". Weiß: Kgl, Ddl, Tal, Tfl, Lb3, Lb2, Sc3, Sf3, Ba2, e4, f2, g2 (12). Schwarz: Ke8, Dd8, Ta8, TH8, Lf8, Sd4, Sg8, Ba7, b7, d6, e5, f7, g7, g4 (14). Weiß gewinnt. — 12. Dd1Xd4! (Dieses Überraschende Damenopfer beseitigt den Schutz gegen das Läuferschach von a4 aus.) 12. ..., e5Xd4. (Nach 12. ..., g4Xf3. 12. 2)b4—a4+ behält Weiß entscheibenbes Uebergewicht.) 13. Lb3—a4+, Ke8—e7. (Danach wirb ber schwarze König über bas ganze Brett geholt unb im feinblichen Lager mattgesetzt. Mit 13. Db8—b7 könnte Weiß länger Wiberstanb leisten.) 14. (5c3—b5+, Ke7—e6. 15. <5f3Xb4+, Ke6—e5. 16 (5b4—f5 + , Ke5Xe4. (Aus 5. ..., Ke5— e6 folgt 6. Sb5—f4 matt.) 17. Sb5—e3! (Die weißen Figuren schneiben bem König jebe Rückzugsmöglichteit ab. Es broht La4—c2 matt.) 17. ..., Ta8—c8. 18. f2 —f3 + , g4Xf3. 19. g2Xf3+, Ke4—b3. 20. Tal—bl4-, Kb3—e2. 21. Tfl—f2 matt. — Eine luftige Treibjagd! Die Narrenkappe. Unter Brüdern. Lehrer: „Du spielst mit deinen Brüdern aut Schwanenteich. Da kommt ein Fremder und fragt euch nach dem Wege zum Schützenhaus. Ihr zeigt ihm den Weg. Der Fremde gibt euch zehn Pfennige Was werdet ihr da sagest?" Schüler: „Haben sie nicht zwei Fünfer? Sonst wird Keilerei!" Das Löwenabenteuer. Der Afrikaforscher Carl Peters konnte es nicht leiden, wenn man seine Bemühungen um den dunklen Erdteil allzu abenteuerlich auffaßte, und ganz zuwider war es ihm, wenn man ihn nach Jagdgeschichten und Löwenerlebnissen fragte. Gern erzählte er bann folgende Geschichte: „Ich habe selten Löwen in Afrika gesehen, lleberhaupt bin ich nur ausnahmsweise diesen Raubtieren dicht unter die Augen gekommen. Einmal gab es allerdings eine Begegnung, wo wir uns ungefähr nur einen Meter entfernt gegenüber» standen. Ich war ganz ahnungslos ohne eine Waffe durchs Gebüsch geschleudert, dachte an nichts Böses, b-obacht-ste dabei ein Känauruh, das in langen Sätzen hin und her flitzte, da höre ich ein heiseres Knurren, unb als ich mich umsehe, bemerke ich, baß ich dicht vor einem Löwen stehe, ber gerabe ein Stück Fleisch zerriß, sich aber, gereizt durch meine Annäherung aufrichtete, zum Sprunge duckte unb auf mich losflog —" Regelmäßig schrie nun ein Teil ber Zuhörer gespannt: „Weiter! Was würbe weiter?" Der anbere Teil bes Publikums bagegen geriet in Zwiespalt unb fragte erstaunt: „Ein Känguruh in afrikanischer Wilbnis ...?" Worauf ber Forscher lächelnb entgegnete: ^,Jn afrikanischer Wilbnis? Bewahre! Im Zoologischen Garten!" E. S. Wirtschaft. Bhein-Mainische Börse. IHitfagebörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 1. tfebr. Die Börse war auch heute ohne Anregung, insbesonbere hielt sich bie Kundschaft weiterhin stark zurück. Geschäftserschwerend kam hinzu, daß zum Monatsbeginn die Limite vielfach noch nicht erneuert worden sind. Die Grundtendenz blieb jedoch nicht unfreundlich. Am Aktienmarkt war die Zahl der Erstnotierungen sehr klein. Sie erwiesen sich dabei als uneinheitlich bei im ganzen kleinen Veränderungen.» Etwas fester setzten Daimler mit 138 (137,75), Junghans mit 97,75 (97), Berger Tiefbau mit 145,50 (144,50), Conti Gummi mit 218 (217), Westdeutsche Kaufhof mit 106,13 (105,75) und Metallgesellschaft mit 121 (120,75) ein. Montanwerte waren fast ohne Geschäft, Hoesch 0,65 v. H. niedriger mit 109,40, Mannesmann gehalten mit 112, Vereinigte Stahl vorläufig ohne Notiz. IG. Farben blieben bei kleinsten Umsätzen mit 150 (150,25) behauptet, ebenso Reichsbank mit 182. Am Elektromarkt erfuhren Schuckert, die mit 177 (177,50) einsetzten, kleine Anregung durch die Dwidendenerhöhung, auch die übrigen Elektropapiere schwächten sich etwas ab, Gesfürel 137,75 (138,25), Mainkraft 89,50 (90). Der Renten markt lag wieder sehr ruhig und ziemlich unverändert. Neichsaltbesitz 128,60 (128,65), Reichsbahn-Vorzugsaktien 123 (123), ebenso im Freiverkehr Kommunal - Umschuldung unverändert mit 93,20. Goldpfandbriefe und Kommunal-Odliga- tionen weiterhin unverändert, von Liquidationswerten Rheinische. 101,25 (101,10), Frankfurter Pfand- briefbant 101,20 )101,13). Von Stadtanleihen lagen die beiden Darmstädter bis 0,25 v. H. höher. Jn- dustris-Obligationen schwankten bis 0,25 v. H. Im übrigen lagen Rentenwerte still. Kommunal-Um- schuldung auf 93,15 nach 93,20 nachgedend. Der Freiverkehr war gefr ,.slos, Dingler knapp behauptet mit 103,50 bis 105,50. Tagesgeld nach dem Ultimo wieder leichter mit 2,50 (2,75) o. H. Abendbörse ruhig, uneinheitlich. Auch an der Abendbörse fanden infolge der geringen Kundschaftsbeteiligung nur kleine Umsätze statt. Die Kursentwicklung für Aktien blieb dabei unregelmäßig. Die Veränderungen hielten sich meist unter 1 v. H. Gesfürel allerdings gingen unter den Berliner Schluß von 136,75 auf 136 (137,75) zurück, von anderen Elektrowerten Lahmeyer dagegen 0,75 v. H. höher mit 116,50. Montanpapiere zogen leicht an, Vereinigte Stahl 109,75 (109,65), Buderus 107,50 (107), Ilse Genuß 133 (132,50), Hoesch 109,50 (109,40), Mannesmann unverändert 112, aber Rheinstahl 138,50 (138,25). Für Autowerte blieb das Interesse im Nachgang zum Mittagsschluß- verkehr etwas reger, BMW. 151 (150), Adlerwerks unverändert 107,50, hingegen Daimler 137,75 (138). IG. Farben weiterhin gut behauptet mit 150, ferner Metallgefellfchaft mit |21, Bemberg mit 138,25, Demag 149,25, Holzmann 149, Moenus mit 125. AG. für Verkehr blieben höher beachtet mit 122,50 (122), andererseits bröckelten Reichsbank auf 181,75 (182), Deutsche Linoleum auf 158 (159), Rheinmetall auf 134,25 (134,50), Conti Gummi auf 217,50 usw. ab. Am R e n t e n in a r f t notierten Mainzer Aktien-Bier nach Pause mit 91,50 (91). Renten waren still, 6 v. H. IG. Farben 119,25, Reichsbahn- Dorzugsaktien 123, im Freiverkehr Kommunal-Um- fchuldung ebenfalls unverändert mit 93,15. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Febr. Es notierten je Tonne in RM.: Weizen W 9 208 (gegen 206 am 30. Jan.), W 11 210 (208), W 12 211 '(209), W 13 212 (210), W16 215 (213), W 18 217 (215), W 19 219 (217), W 20 221 (219). Rogqen RH 194 (191), R 12 195 (192), R 14 197 (194), R 15 198 (195), R 16 200 (197), R 17 201 (198), R18 202 (199), R 19 204 (201) Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futter- Hafer —. Die Preise für Weizen- unb Roggenmehl sowie für sämtliche Futtermittel einschl. Rauhfutter blieben unverändert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 1. Febr. Der Pferdemarkt war reichlich befahren, es standen etwa 100 Pferde mehr als beim letzten Markt zum Verkauf. Ebenso war auch der Besuch diesmal zahlreicher. Es kosteten: norddeutsche Rassepferde 900 bis 1000 RM.; volljährige mittelschwere Arbeitspferde 1100 bis 1200 RM.: Zuchtstuten, tragend 1300 bis 1400 RM; schwerste Belgier Stuten und Wallache 1500 dis 1700 RM.; Schlachttiere I. Qualität 27 bis 28 RM., II Qualität 21 bis 22 RM. je 50 kg Schlachtgewicht. Der Markt wurde bis auf einige Tiere geräumt. Frankfurter Schtachtviebmarkt. Frankfurt a. M., 2. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgnde Marktlage: Dorauftrieb 1144 Rinder (342 Ochsen, 139 Bullen, 469 Kühe, 194 Färsen), 398 Kälber, 48 Hämmel, 39 Schafe und 224 Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 Mark, Bullen 39,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. —- Marktverlauf: Kälber, Rinder und Schweine zu4 geteilt, Hammel unb Schafe mittelmäßig.