ttr.t Erste? Blatt 189. Zahrgmg Montag, 2. Januar 1939 Erlchemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giep-ener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle wonatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Sieben. Zchristleitung und GeschSstrftelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8ft,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Text- anzeigenvon70mm Breite 50 Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/n mehr. ErmShigte Grundpreife: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B an Neujahrserlasse au die Wehrmacht iruckgezogen nar, mcyr meyr zu uem «ulu juyi au3 man seit 1912 als „modernes China" Grundsatz der offenen Tur festzuhalten. Sa gehören, was nem a l s Berlin, 1. Jan. (DNB.) Mit einer hervorragenden Flugleistung hat die deutsche Luftfahrt noch am letzten Tage -ihr erfolgreiches Schaffensjahr 1938 abgeschlossen. Das mit der Besatzung Oberleutnant P U l k o w s k y und Leutnant I e n n e t auf einem Langstreckenflug nach 2l u st r a l i e n befindliche zweisitzige Kabinenreiseflugzeug „Arado 79" stellte äuf seiner vierten Etappe einen neuen internationalen Langstreckenrekord für Leichtflugzeuge auf. Das mit 105-PS-Hirth-Motor ausgerüstete Flugzeug war von seinem Startplatz in Brandenburg-Havel in drei Tagesetappen nach Bengasi (Nordafrika) geflogen, wobei die Besatzung mit der Ueberfliegung der Alpen und der 1000 km langen Mittelmeerstrecke in Anbetracht der überaus schlechten Wetterlage bereits eine ausgezeichnete fliegerische Leistung vollbracht hatte. So mußte ste über das Mittelmeer in 5 Meter Höhe fliegen, da schon dicht über der Wasseroberfläche Nebel und Wolken jede Sicht nahmen. Ohne Funkgerät fand das deutsche Reiseflugzeug seinen Weg, während ein viermotoriges Verkehrsflugzeug der Afrika- Linie auf dem gleichen Flugweg seinen Flug unterbrechen mußte. Eine weitere Schwierigkeit bot d e r Start der für den Langstteckenrekordflug schwer beladenen Maschine in Bengasi, der jedoch ebenfalls ohne Zwischenfall glatt vonstatten ging. Das Flugzeug landete nach einem Ohnehaltflug von 6400 Kilometer — eine Entfernung, die der Flug- Rekordstrecke mußte die Besatzung mit ihrem leicht- motorigen Flugzeug zwei Nachte hindurch ohne Orientierungsmöglichkeit über der Erde fliegen und die 4000 Kilometer hohen Ausläufer des Himalaja-Gebirges überqueren. Gegenwinde und Sandstürme erschwerten den Flug über zum Teil unbewohnte Gegenden. Die „Arado 79" hat während ihres Rekordfluges 9 Liter Brennstoff je 100 Kilometer, also nicht mehr als ein kleiner Kraftwagen, verbraucht, eine Tatsache, die die Ueberlegenheit des deutschen Lelcht- flugzeugbaues erneut beweist. In vier Etappen ist die Maschine über drei Erdteile von Mitteleuropa nach Indien geflogen. „Arado 79" ist am Neujahrstag zu ihrer nächsten Etappe noch dem 2000 Kilometer entfernten Bangkok, der Hauptstadt von Siam, gestartet. Mit diesem Rekordflug wird sich die neugeschaffene deutsche Luftfahrt zum 3 5. M al'e im Verlaufe eines Jahres in die Liste der internationalen Rekorde eintragen. Diese Tatsache verdient um so mehr Beachtung, als bis zum Jahre 1933 überhaupt nur sechs Flugrekorde in deutschen Händen waren. Nach unerwartet kurzer Aufbauzeit hat sich Deutschlands Fliegerei also wieder in die führende Gruppe emporgearbeitet und besonders im vergangenen Jahr 1938 ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Angehörige der Luftwaffe, des Luftverkehrs und des im NSFK. zufqmmengeschlos- senen Luftsportes haben sich an diesen überragenden Weltbestleistungen beteiligt. Schulter an Schulter werden sie sich auch im kommenden Jahr, gestützt auf die Erzeugnisse der deutschen Flugzeug- und Motorenindustrie in friedlichem Wettstreit weiter für Deutschlands Weltgeltung zur Luft einsetzen. zwei Gründen: Erstens ist eine solche Haltung nach englischer Ansicht eine Prestigefrage, und zweitens hängt von ihr in weitem Maße das Sein oder Nichtsein Englands im Fernen Osten ab. Ein Vertreter der Regierung hat diese Einstellung mit den Worten Umrissen: „Die Wahrung englischer Interessen ist einer der Kardinalpunkte der englischen Politik im Fernen Osten." Wang Tsching-Wet aus der Kuomintang ausgeschlossen. Shanghai, 2. Jan. (Europapreß.) Der Zen- tralvoll zugsausschuß der Kuomintang hat sich mit der Haltung seines bisherigen Vorsitzenden Wang Tsching-wei auseinandergesetzt, der in der vergangenen Woche von Hongkong aus eine Aufforderung an , Tschiangkaischek gerichtet hatte, über Friedensmöglichkeiten mit Japan Besprechungen einzuleiten. Der Ausschuß faßte den Beschluß, Wang Tsching-wei aus der -Kuomintang auszuschließen mit dem Hinwicklungen. Abseits vom großen Weltgeschehen ging der arabische Freiheitska m p f in Palä - st i n a weiter und mündete im allgemeinen Dolks- aufstand gegen England, durch den England zu stärkstem Krafteinsatz gezwungen wurde. Daß es diesen Kräfteeinsatz seit Monaten in erster Linie gegen die Zivilbevölkerung richtet und sich dabei Härten und Grausamkeiten schlimmster Art zuschulden kommen läßt, ist das besonders dunkle Stigma dieses Volksaustandes, her England schon viel Prestige gekostet hat. So reifte unter diesem Eindruck in London endlich die Erkenntnis, die als Voraussetzung erscheint für die Lösung der Palästina- Frage: Daß London nicht unchin kann, den A r a - bernzu geben, w g s derAraber ist. Was auszufechten bleibt, ist ein Endkampf zwischen dem gesunden Menschenverstand der verantwortlichen Politiker Englands und den verderblichen jüdischen Einflüsterungen, die die englische Nahost-Politik *“ den Rand der Katastrophe gebracht haben.« strecke Berlin—Neuyork entspricht — am Samstag- srüh in Gaja (Britisch-Jndien). Damit ist der bisher stets vom Auslands verteidigte Rekord mit sei- letzten Stand von 4175 Kilometer um mehr die Hälfte Überbote n^worden. Auf der Deutsches Leichtflugzeug stellt neuen internationalen Langstreckenrekord aus „Arado 19" fliegt ohne Halt 6400 km. z weis darauf, Wang Tsching-wei habe seinen Posten als Vorsitzender des Zentralvollzugsausschufses verlassen und sich in Gegensatz zur amtlichen chme- sischen Polittk gestellt. — Aus Hongkong roiri) gemeldet, der japanische General D o i h a r a , der erfolgreichste politische Offizier des Kaiserreiches, habe Wang Tsching-wei einen Posten in der von Japan unterstützten Peking-Regierung angeboten. Amerika schlägt Ostasien-Konferenz vor Tokio, 31. Dez. (Europapreß.) Die amerikanische Regierung hat den japailischen Plan, im Fernen Osten eine „neue Ordnung" zu schaffen, mit einer Note beantwortet, in der sie behauptet, Japan diskriminiere den amerikanischen Handel in China auf unfaire Art und Weise. Durch Gewalt reiße Japan Machtbefugnisse der souveränen chinesischen Regierung an sich und lasse bestehende Verträge unbeachtet. Diese Verträge garantierten die Unabhängigkeit Chinas und die Rechte ausländischer Mächte in China. Amerika könne die Beeinträchtigung dieser Rechte nicht dulden. Schließlich wird der Vorschlag zur Einberufung einer Konferenz gemacht, auf der Mischen Japaü und den anderen beteiligten und interessierten Mächten die Frage der fremden Rechte und Interessen erörtert werden soll. Oer Führer an die Wehrmacht. Soldaten! Im Jahre 1938 ging der Traum von Jahrhunderten in Erfüllung. G r'o h d e u t s ch l a n d ist erstanden. Ihr habt hierbei entscheidend mrtge- ^Jch danke Euch für Euere treue Pflichterfüllung. Ich bin gewiß, daß Ihr auch in Zukunft stets bereit sein werdet, die Lebensrechte der Nation gegen jedermann zu schützen. Adolf Hitler! Generaloberst von Brauchitsch an das Heer! Mit Stolz sehen wir auf das vergangene, mit Zuversicht dem neuen Jahr entgegen. Mag es noch so große Ausgaben uns stellen, wir werden sie meistern; denn vom Aeltesten bis zum Jüngsten wird jeder sein Bestes einsetzen. Von den Vorgesetzten aller Dienstgrade verlange ich den zähen unbeugsamen Willen, die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der ihnen unterstellten Truppe auf das höchste zu steigern. Möge so der Arbeit jedes einzelnen voller Erfolg beschieden sein. / m Das wünsche ich dem Heere zum Neuen Jahr. Der Oberfehlshaber des Heeres, von Brauchitsch, Generaloberst. GeneralferdmarschaU Göring an die Luftwaffe. Kameraden der Luftwaffe! Die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich und die Befreiung unserer suedetendeutschen Brüder sind geschichtliche Ereignisse, die das Jahr 1938 zu einem entscheidenden Jahr der deutschen Geschichte gemacht haben. Durch die geniale Lenkung und die einmalige Tatkraft unseres Führers ist der Traum Nie „neue Ordnung" im Fernen Osten Japans Chinapläne und die englische Neaktion. der Deutschen Tat geworden: Großdeutsch« land! Auch die Luftwaffechat ihr gerüttelt Maß an den Erfolges dieses Jahres. Voll ruhiger Entschlossenheit und unerschütterlicher Siegesgewißheit stand die Luftwaffe bereit, für Führer und Reich den höch sten Einsatz zu wagen. Ich weiß, daß jeder einzelne von Euch, Offizier wie Mann, Flieger, Fallschirmjäger, Kanonier und Funker, seine äußer st e Pflicht getan hat. Euch allen hierfür zu danken, ist mir ein stolzes Bedürfnis. Die Leistungen des vergangenen Jahres sollen uns Ansporn sein für das kommende. Wir werden alle Anforderungen mit letzter Hingabe erfüllen in treuer Gefolgschaft unseres Führers und Obersten Befehlshabers und im Glauben an die Größe unseres ewigen Deutschlands. Hermann Göring, Generalfeldmarschall. Generaladmiral Or. h. c. Meder: An die Kriegsmarine! In zäher Arbeit hat die Kriegsmarine im Aufbaujahr 1938 ihre Pflicht getan. Das neue Jahr erfordert weiterhin den Entsatz aller Kräfte. Großdeutschland zur See stark zu machen, ist das Ziel unserer Arbeit. Der Oberbehlshaber der Kriegsmarine. R a e d e r, Generaladmiral, Dr. h. c. An die politischen Leiter. Berlin, 31. Dez. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat an bi e Politischen Leiter fol genden Neujahrsaufruf gerichtet: „Allen Politischen Leitern und Mitarbeitern in der NSDAP, und in der Deutschen Arbeitsfront sage ich für die unermüd liche treue Arbeit im Jahre 1938 meinen herzlichen Dank. Es war ein Jahr seltener Größe bezeichnet. Das Recht zu einer politischen Neuordnung ' leitet Japan somit aus seinen strategischen Erfolgen und seinem z. B. in Schanghai bereits eingeleiteten wirtschaftlichen Wiederaufbauwerk ab. Die Proklamierung der „neuen Ordnung" durch die japanische Regierung hat in London den seit Ausbruch der Feindseligkeiten immer wieder gezeigten Widerstand gegen die japanischen Ziele in China zu neuen, fast krassen Formen wachsen lassen. Fünf Tage nach den ersten hier aus Tokio eingetroffenen Meldungen wandte sich Lord Plymouth als Vertreter des Außenministers im Oberhaus gegen Tokio und stellte zur Frage der Bildung eines Dreierblocks im Fernen Osten fest: „Die Regierung Seiner Majestät kann solche Plane unmöglich unterschreiben." Diese englische Einstellung basiert aus dem Grundsatz der „offenen Tür", der offensichtlich von Japan anders ausgelegt wird als von England. Tokio will ihn aus der Auffassung verstehen, die erstmalig um die Jahrhundertwende von dem amerikanischen Staatssekretär Hay dargelegt und damals allen interessierten Mächten in Form einer Erklärung zuqeleitet wurde, nämlich rein wirtschaftlich, während London 'n diesem Grundsatz ein politisches Instrument zur Wahrung nicht nur wirtschaftlicher Belange sieht. London hat immer wieder versucht, seine Interessen in China nicht nur durch unzählige Proteste in Tokio, sondern — und das hat Japan besonders übelqenommen — durch eine moralische und zum Teil auch materielle Unterstützung des Gene r a l s T s ch i a n g k a i s ch e k s zu wahren Kürzlich gaben zuständige Stellen bekannt, London erwäge zur Zeit die Frage, ob und auf welche Weise man China einen Exportkredit gewahren könne. Eine solche Haltung sieht Tokio als Einmischung zugunsten Chinas an und hat das auch an verschiedenen Stellen offen ausgesprochen und bei vielen Gelegenheiten danach gehandelt. Wiederholt ist versucht worden, auf diplomatischem Wege die vorhandenen Schwierigkeiten zu beseitigen. Erfolgreich sind diese Versuche noch nicht gewesen. Als Außenminister Arita vor noch nicht allzulanger <5eit sein neues Amt antrat, hat er zum erstenmal den Botschaftern in Tokio keine der bislang üblichen Versicherungen abgegeben, wonach Japan an der Politik der offenen Tür festhalten werde, wahrend im gleichen Augenblick die japanische Presse den Neunmächtevertrag von Washington.für lot erklärt. In London hat man das mit peinlicher Heber- raschung vermerkt und ist nach den Andeutungen Lord Plymouths nach wie vor entschlossen, an dem Nahöstliche Bilanz. S. K. Kairo, Ende Dezember 1938. Dieses zu Ende gehende Jahr stand i m Z e i - chen Europas.. Aber die Wolken, die über Europa lasteten, wurden auch im Nahen Osten sichtbar und warfen hier ihre beängstigenden Schatten. Unb' es offenbarte sich auch dem Unbefangenen mit erschreckender Deutlichkeit, wie sehr der Nahe Osten, obschon unmittelbar völlig unbeteiligt, in jeden Konflikt der europäischen Mächte verwickelt ist. Das wurde während der Tage der Tschechen^ krise vor allem in Aegypten sichtbar, im Bannkreis desSuezkanals. Hier vollzog England, dank der Vorrechte, die ihm im ägyptischen Unabhängig- keitsvertrag garantiert sind, eine MobilisierunH, durch die das Land am Nil nicht nur in Verteidi- gungs-, sondern ebensosehr in Angriffsbereitschaft versetzt wurde, während es gleichzeitig möglich wurde, durch eine trommelfeuerartige Propaganda die Aegypter selbst in einen Erregungszustand zu manövrieren, aus ' dein heraus sie aus eigenen Kräften diese Mobilisierung mitmachten. Und das alles geschah trotz wiederholter Versicherungen Roms, daß es nicht an einen Angriff auf Aegypten denke, solange Aegypten nicht eine Haltung einnehme, die eine Bedrohung römischer Interessen im Mittelmeer und in Nordafrika darstelle. Diese römischen Erklärungen wurden in den Wind geschlagen, obschon es nicht an nachdenklichen Stimmen fehlte, die zur Zurückhaltung mahnten und rieten, den allzuscharfen und -bereitwilligen anglo- phjlen Kurs abzustoppen, um dem Land seine natürliche Neutralität zu bewahren. Die Reaktion auf diese politische Haltung Aegyptens in den Krisenlagen ist nicht ausgeblieben. Nachdem sich die Wogen der Erregung gelegt haben, hat man in Aegypten erkannt, an welchen Abgrund man das Land durch die Politik der Panik und der voraussetzungslosen Parteinahme für England heranmanövriert hatte. Das Pendel der Stimmung beginnt nun nach der entgegengesetzten Seite hin auszuschlagen. Das bedeutet nicht Uebergang zu betont deutschfreundlicher oder italophiler Stimmung, das bedeutet vielmehr entschiedenen Willen zur Neutralität. Damit Hal die ägyptische .Politik einen neuen außenpolitischen Kurs eingeschlagen, der darauf ausgeht, Aegypten — und damit vermutlich weithin den gefamten Nahen Osten — aus Verwicklungen herauszuha.lten, die diese Gebiete n'cht unmittelbar berühren. Dieser neue Kurs wird in zwei Symptomen sichtbar. Einmal in dem betonten Willen, mit Rom zu Die Jahreswende im Nahen und Kernen Osten Die Auslandskorrespondenien des Gießener Anzeigers berichten. einem italienisch - ägyptischen Nichtangriffspakt zu kommen, zum andern aber in dem ägyptischerfeits in London geäußerten Wunsch, über Abänderungen des anglo-ägyptischen Allianzvertrages zu verhandeln. Diese Abänderungsverhandlungen können sich nur im Sinne ein^r Lockerung der ägyptischen Bündnisverpflichtung vollziehen und zielen von dieser Seite auf die nun als notwendig empfundene Neutralisierung des Landes, denn Aegypten soll nicht Korn zwischen Mühlsteinen werden. Aber die europäischen Verwicklungen wurden keineswegs nur in Aegypten gespürt; ebensosehr empfand man sie in S y r i e n, wo der französische Generalstab die gleiche Mobilmachung vollzog, wie der englische sie in Aegypten betrieben hatte. Auch hier spürte man die Gefahr, in Interessen fremde Verwicklungen verstrickt zu werden. Und diese Sorge wird jetzt um so stärker empfunden, als Frankreich für die Entlassung Syriens aus dem Mandatsverhältnis Bedingungen gestellt hat, die in erster Linie auf eine Stärkung d e r französischen Position im Nahen Osten zielen und im Ernstfall für Syrien äußerst gefährlich werden können. Man kann also nicht überrascht sein, wenn sich die syrischen Nationalisten im Kampf um den Unabhängigkeitsvertrag in erster Linie gegen die sogenannten Militärklauseln wenden werden. Und wie in Aegypten, so ist auch hier die politische Etappenfolge schon jetzt gekennzeichnet durch die Stichworte: erst frei von europäischer Bevormundung, und dann — frei von europäischen Verdi. T-s. London, im Dezember 1938. Um die Jahreswende 1937/38 leitete Japan nach dem Fall Schanghais neue Maßnahmen zur weiteren militärischen Durchdringung Chinas ein; an der Schwelle zum Jahre 1939 kündigt Tokio Schritte an, die nach einer seit 18 Monaten erfolgreich geführten militärischen Aktion dem Fernem Osten durch die Schaffung einer „neuen Ordnung" ein neues Gesicht geben sollen. Japan, Mandschukuo und China werden nach dem von Ministerpräsident Fürst K o n o y e entwickelten Plan einen Block bilden, „der abgestimmt ist auf gegenseitige Hilfe politischer, wirtschaftlicher und kultureller Natur". Japan sieht sich zu der Ankündigung dieser Neuordnung in der Lage, nachdem die militärischen Erfolge Platz für eine neue Politik geschaffen haben. Die Gebiete Chinas, die bis zum Ausbruch der Feindseligkeiten der unterrichteten europäischen Oef- fentlichkeit als „modernes China" bekannt waren, befinden sich heute in japanischen Händen. Heber allen wichtigen Städten, wie Peking, Tientsin, Schanghai, Nanking, Hankau, Kanton usw. weht die japanische Flagge. Neun Zehntel des gesamten chinesischen Eisenbahnnetzes stehen unter der Regie Tokios; trotz eines anhaltenden Guerillakrieges wickelt sich der Verkehr regelmäßig ab. China hat nur noch drei (bekannte und offizielle) Verbindungen mit der Außenwelt: eine Schmalspur-Eisenbahn nach Jndochina, eine noch nicht ganz vollendete Sttaße nach Burma und einen in der letzten Zeit auch von Kraftwagen stark benutzten Karawanenweg nach Russisch-Turkestan. Der Derkehrsvorterl Japans geht weiter aus Der Tatsache hervor, daß alle H ä f e n an ber stufte, angefangen bei Tientsin bis hinunter nach Äanton, ebenso in japanischen Händen sind wie die Küste selber. Etwa 900 Kilometer des Jangtse werden von japanischen Kriegsschiffen kontrolliert, obwohl die Ufersicherung durch das Landheer zwangsläufig noch große Lücken ausweist. Die bereits in den Flußzonen errichteten Garnisonen konnten sich trotz der „Politik der verbrannten Erde" Tschiangkaischeks halten. Weder der Raum noch die Zeit haben wider Erwarten vieler ausländischer Militärfachleute Japan an der Besetzung und dem Halten all der Schlüsselstellungen hindern können, in denen bisher der Lebensnerv eines Volkes pulsierte, das ein Fünftel der Gesamtbevölkerung der Welt stellt. Tokio vertritt nunmehr die Ansicht, daß alle wichtigen Teile Chinas unter seinem Schutze stehen, und daß die wesllichen Gebiete, in die Tschiang- kaischek sich zurückgezogen hat, nicht mehr zu dem und eines einzigartigen Erfolges. Auch Ihr, meine Kameraden, habt durch Eure Zähigkeit und Euren unerschütterlichen Glauben Euren Anteil daran. Ist es nicht wunderbar und einmalig, in dieser Zeit leben und einem Manne wie unserem Führer in Treue dienen zu können? Wir danken dem Schicksal für dieses Glück, und wir bitten den Himmel, daß er uns den Führer auch im neuen Jahre gesund und stark erhalten möge! Es lebe der Führer! Es lebe unser herrliches Volk! „Es kommt auf jeden einzelnen an." Generalfeldmarschall Görings Parole für 1939» Berlin, 31. Dez. (DRB.) Generalfeldmarschall Göring hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf erlassen: An der Jahreswende schaul das deutsche Volk mit Stolz auf das vergangene Jahr zurück. 80 Millionen deutsche Menschen danken aufrichtigen herzens dem Führer, der im sechsten Jahr der nationalsozialistischen Staatsführung mit schöpferischer Tat und mit kühnem Einsatz das Großdeulsche Reich errichtet hat. 3m gläubigen Vertrauen hat sich das ganze Volk hinter ihn gestellt. Als ein granitener Obelisk ragt das Jahr 1938 aus Jahrhunderten hervor, wie eine gewaltige Eiche überschattet es alle Geschehnisse der deutschen Geschichte. Fest st e h t Grohdeutfchland gegründet, und aus dem gläubigen Vertrauen zum Führer wurde neu dgs deutsche Selbstbewußtsein geboren. Dieses deutsche Selbstbewußtsein ist die Wurzel unserer völkischen Kraft. Aus ihm schöpfen wir das unbegrenzte Vertrauen an die ewige Zukunft des Reiches, das unter der Führung Adolf Hitlers unsere Generation aufzurichten hat. Auch 1939 wird wieder ein Jahr harter Arbeit fein. Das dritte Jahr des Vierjahresplanes erfordert den Einsatz der gesamten Volks- kraft, denn die Stärke der Ration beruht allezeit auf dem Leistungswillen und der Opferbe - reitfchaft jedes einzelnen. Es soll niemand glauben, daß er viel zu weit unten stünde, daß fein Amt oder seine Berufung nicht ausschlaggebend sei. Es kommt auf jeden einzelnen an, das ist die Parole für 1939. Hermann Göring. Rationelle Wirtschaftsordnung. Die Aufgabe der Wirtschaftspolitik des Jahres 1939. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Reichswirtschasts- Ininister Funk hat einen Aufruf zum Jahreswechsel erlaffiy, in dem er die im kommenden Jahre vordringlichen Arbeiten der deutschen Wirtschafts- politik aufzeigt. „Im vergangenen Jahre", so heißt es in dem Aufruf, ,chatte die deutsche Wirtschaftspolitik, be- ,herrscht von dem politischen Geschehen, alle Kräfte und Energien bis zum letzten zur Durchsetzung der politischen Ziele des Führers bereitzustellen. Dies geschah mit einer gewaltigen Kraftanstrengung unter der zentralen Leitung der im Dierjahresplan zusammengefaßten Wirtschaftsführung unter dem Generalkommando des Generalfeldmarschalls Hermann Göring, hier münden olle Einzelkommandos von Wirtschaft und Arbeit, Ernährung und Rüstung, Finanzen, Verkehr und Verwaltung ein. Die zentrale Aufgabe des Vierjahresplanes erfaßt heute nicht nur dos wirtschaftliche Tun und Denken, sondern sie geht weit darüber hinaus in die Breite und Tiefe aller Lebensäußerungen des deutschen Volkes nach Innen und nach Außen. Unsertz Wirtschaft läuft auf hohen, zum Teil auf höchsten Touren; unsere Arbeitskraft ist im allgemeinen auf das stärkste angespannt. Aber dieser volle Einsatz von Menschen und Material darf nicht das Endziel, darf nicht Stftlstand in einer grandiosen Aufwärtsentwicklung sein, weil dies schließlich Rückgang bedeuten müßte. Etz kommt jetzt nicht mehr allein darauf an, daß Arbeitskraft und Material bis zum letzten eingesetzt werden, sondern wie sie eingesetzt werden. Ueberanspannung der Arbeitskräfte führt zum Rückgang der Leistungen, einseitige Forcierung des einzelnen Bedarfs geht auf Kosten der volksivirt- fck>aftlichen Ordnung und damit auf Kosten der wirtschaftlichen Gesamtleistung. Die naturgegebenen und gesunden wirtschaftlichen Proportionen, die sich in sich selbst ergänzen und erhalten, müssen gewahrt bleiben. Aus dem Stadium der Vollbeschäftigung erwächst gebieterisch die neue Aufgabe: Rationelle Wirtschaftsordnung. Diese herbeizuführen, d. h. durch Verbesserung der Betriebsanlagen, Produktionsmittel und Produktionsmethoden und durch eine rationellere Ausnutzung der Arbeitskraft eine Steigerung der Leistung zu erreichen, ist Zweck und Ziel des am Ende des Jahres von Generalfeldmarschall Göring mir erteilten Auftrages. Dieser Auftrag bedingt einen gewissen Totalitätsanspruch. Er erfaßt nicht nur die Betriebsordnung und die Betriebstechnik, den Arbeitsvorgang und Maschinengebrauch, die Berufsaus- bildung und -lenkuna, den geregelten Menscheneinsatz im großen und die Umschulung im besonderen, sondern auch die Materialzuteilung, die Jn- vestitionslenkung, die Kapitalmarktaufticht, bie richtige Abgrenzung des öffentlichen und privaten Finanzbedarfs, die Beseitigung überflüssiger Verwaltungsstellen und unnötiger Reglementierungen in der Wirtschaft, die Herstellung gesunder Relationen zwischen der Erzeugung von Produktions- und Konsumgütern und den notwendigen Anteil des Exports und Imports. Bei alledem muß diese rationelle Wirtschaftsordnung soweit als irgend möglich eine freie Entwicklung der gesunden, unentbehrlichen Jnitiativkräfte in.der Wirtschaft und der Selbstverantwortung und Selbstverwaltung der wirtschaftlich schaffenden Menschen zulassen." Der Führer am Jahreswechsel auf dem Obersalzberg. Berchtesgaden, 1. Januar. (DNB.) Die Berchtesgadener Weihnachtsschützen veranstalteten zu Ehren des Führers in der Sil- v e st e r n a ch t vor dem Berghof auf dem Obersalzberg wieder ihr traditionelles Böllerschießen- Sie überbrachten damit dem Führer als erste Angehörige des Großdeutschen Reiches ihre Wünsche zum neuen Jahr. Heber eine halbe Stunde lang ließen sie im Schneegestöber das Salven- und Schnellfeuer der Böller über das Berchtesgadener Land erdröhnen. Mit einer krachenden Salve und den Liedern der Ration grüßten die wackeren Schützen um Punkt Mitternacht den Führer, der anschließend jedem einzelnen mit einem Händedruck dankte und ihnen alles Gute zum neuen Jahre wünschte. An den AE.-Reichsknegerbund. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Dem Führer und Reichskanzler hat der Reichskriegerführer, ^-Gruppenführet Generalmajor a. D. Reinhard, zum Jahreswechsel die treukameradschaftlichen Wünsche aller im NS.-Reichskriegerbund vereinigten ehemaligen Soldaten der früheren und der heutigen Wehrmacht übermittelt. In einer Neujahrskundgebung des Reichskriegerführers an die Mitglieder des NS.-Reichskriegerbundes heißt es: Im vergangenen Jahre wurde durch die Tatkraft des Führers Großdeutschland Wirklichkeit. Zum Berlin, 31. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Silvesterabend über alle deutschen Sender zum Jahresabschluß: Wir stehen nun am Abschluß des erfolgreichsten Jahres des nationalsozialistischen Regimes. Und sonderbar: Trotzdem fällt es fast schwer, für die historischen Vorgänge dieses Jahres die richtigen Worte zu finden. Unsere Alltagssprache reicht mcht hin, alles das zum Ausdruck zu bringen, was wir in dieser festlich-wehmütigen Stunde fühlen und was uns alle so tief bewegt. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Jahr 1938 unvergänglich in die deutsche Geschichte eingehen wird. Denn in ihm erfüllte sich ein Jahrtausende alter Traum der deutschen Nation. Das Großdeutsche Reich ist Wirklichkeit geworden. Vor dieser historischen Tatsache verblassen alle übrigen politischen Vorgänge dieses Jahres. So wichtig sie im einzelnen auch sein mögen, gegenüber der Größe dieses Ereignisses sind sie doch zumeist nur zeitbedingt. Die Heimkehr von über zehn Millionen Deutschen ins Reich aber ist in der Tat ein wahrhaft geschichtlicher Vorgang, der weit über die Bedeutung eines Jahres reicht und m die fernste Zukunft hineinwirken wird. Wir leben in' dieser bewegten Zeit alle viel zu chnell. Die Jahre sind angefüllt mit dramatischen Spannungsstoffen. Sie wirken auf uns manchmal o erregend und intensiv, daß wir sie im einzelnen gar nicht voll auszuleben und zu durchkosten vermögen. Kaum ist eine geschichtliche Aufgabe gelöst, gleich wartet auf uns schon eine andere. Und darum gerade werden wir auch vielfach undankbar gegen unsere Zeit und auch gegen uns s e l b st. Angesichts der manchmal geradezu abrupten Schnelligkeit, mit der sich die geschichtlichen Vorgänge um uns abspielen und einander ablösen, ind wir oft geneigt, allzu leicht die Schwierigkeiten zu vergessen, die mit ihnen verbunden waren. Wir nehmen dann die Erfolge des Regimes fast als 1 elbstverftändlich hin und meinen gar, das müßte alles so sein. Bringt das Reich im Laufe eines Jahres eine geschichtliche Ernte von ungeahnten Ausmaßen in die deutschen Scheuern ein, dann ertappen wir uns dabei, zu glauben, das sei nur das Ergebnis von politischem Glück oder so eine Art von geschichtlichem Wunder. Es kann nun zwar keinem Zweifel unterliegen, daß selbstverständlich auch Glück dazu gehört, um geschichtliche Erfolge zu erreichen, und in seiner Ge- amtheit muß das Werk des Führers auch wie ein Wunder auf die Mitwelt wirken. Aber hier handelt es sich um jene Art von Glück, von der Moltke einmal sagte, daß es auf die Dauer nur d i e Tüchtigen haben; und das geschichtliche Wunder, das wir erleben, gehört zu den Wundern, die in ihrer Gesamtheit zwar geheimnisvoll und fast unverständlich, in ihren einzelnen Zügen aber durchaus klar und einleuchtend erscheinen. Und wenn dabei nun schon einmal von Wundern die Rede sein soll, so lohnt es sich doch; die Frage aufzuwerfen, warum denn gerade das national- sozialistische Regime so mit Wundern gesegnet wird und warum seine Vorgänger solche Wunder in keiner Weise zu verzeichnen hatten. In den Regierungen, die dem Regime des Nationalsozialismus oorangingen, saß doch meistens eine Partei, die nicht müde wurde, zu behaupten, daß sie besonders enge Beziehungen zu Gott besitze. Aber trotzdem blieb auch ihnen das Wunder versagt. Sie warteten zwar auf ein Wunder, aber es ereignete sich nichts. Das ist nämlich das eigentlich Wunderbare am Wunder, daß es immer dann kommt, wenn man nicht nur darauf wartet, sondern wenn man dafür auch arbeitet und kämpft. Und so ist es hier. Der Führer hat im Jahre 1938, an dessen glücklichem Ende wir jetzt stehen, nicht auf das geschichtliche Wunder gewartet. Er hat die Kraft der Ration gesammelt, organisiert und sie bei den großen historischen Entscheidungen dieses Jahres mutig eingesetzt. Und der Einsatz hat sich gelohnt. Gewiß war damit auch immer ein Risiko verbunden. Aber ohne großes Risiko gibt es in der Geschichte keinen großen Erfolg, hier bewahrheitet sich wieder einmal die Richtigkeit des Sprichwortes, daß dem Wütigen die Welt gehört. Es tft nun ein charakteristischer Wesenszug auch des geschichtlichen Wunders, daß es fast unerfüllbar erscheint, bevor es Wirklichkeit geworden ist, und daß, wenn es Wirklichkeit ist, es manchmal geradezu kinderleicht anmutet. Deshalb ist es auch kein Verdienst ein vollzogenes, geschichtliches Wun- dex lediglich anzuerkennen. Es ist nur ein Verdienst an em kommendes geschichtliches Wunder zu glauben. Und gerade darum ist es auch in der Hauptsache bei den großen historischen Entscheidungen des eben abgelaufenen Jahres gegangen. Das ■öolf hat bei den schweren Spannungszuständen, die damit unvermeidlich verbunden waren und verbunden sein mußten, nicht versagl. Denn das Volk in seinen breiten Massen besitzt noch jene primitive, unverdorbene Glaubensfähiqkeit die alles für möglich und erreichbar hält, dem man sich mit voller Seele hingibt und worum man mit starkem und mutigem Herzen kämpft. Leider ist diese Glaubensfähigkeit in gewissen Kreisen manchmal etwas abgestumpft vor allem bei jenen Menschen von Besitz und Bildung", die sich mehr den Kräften des reinen und kalten Verstandes als den Kräften ersten Male stehen damit die Kameraden aus der O st mark und dem Sudetenland in unsren Reihen, mit denen uns die alte Frontkameradschaft des Weltkrieges verbindet. Zum ersten Male traten auch die ehemaligen Soldaten der neuen Wehrmacht im November 1938 in unseren Bund ein. Z u einerEinheitverschmol- z e n, marschieren Schulter an Schulter die Frontsoldaten des Weltkrieges zusammen mit den jungen Soldaten von heute, ein lebendiger Beweis für die Kraft und Stärke des NS.-Reichskriegerbundes. Das Jahr 1939 soll durch den Reichskriegertag in Kassel die innere Geschlossenheit des NS..- Reichskriegerbundes nach außen unter Beweis stellen. Kameraden! Unsere alte Parole: „Soldatentum und Nationalsozialismus" 'gilt auch für das neue Jahr. Unter dieser Parole und im Zeichen der Einheit zwischen jungen und alten Soldaten wollen wir im kommenden Jahr unsere Pflicht für Führer, Volk und Reich tun. eines glühenden und idealistischen Herzens anvertrauen. Das wollen zwar unsere sog. Intellektuellen nicht gerne wahrhaben; aber trotzdem ist dem so. Sie wissen so viel, daß sie am Ende vor lauter Wissen nichts Rechtes mehr mit ihrem Wis- scm anzufangen wissen. Sie sehen meistens nur bie Vergangenheit, weniger die Gegenwart und fast gar nichts von der Zukunft. Ihre Phantasie reicht nicht aus, sich ein großes Ziel, das noch in der Ferne liegt, so plastisch vorzustellen, daß sie es im Geiste schon als verwirklicht erkennen. Sie konnten deshalb auch in den Zeiten, als die nationalsozialistische Bewegung noch um die Macht kämpfte, nicht an den Sieg des Nationalsozialismus glauben. Ebensowenig aber bringen sie heute selbstverständlich die Kraft auf, an die Größe un- erer nationalen deutschen Zukunft zu glauben. Sie erkennen nur das an, was ist, sehen aber nicht das, was wird, und das, was kommt. Und hier liegt auch der Grund, warum sie sich in ihrer mäkelnden Kritiksucht meistens selbst an den lächerlichsten Kleinigkeiten stoßen. Treten irgendwo im öffentlichen Leben einmal unvermeidliche und immer wieder auftauchende Schwierigkeiten auf, so sind sie gleich geneigt, an allem zu zweifeln und die Flinte ins Korn zu werfen. Schwierigkeiten sind für sie nicht dazu da, daß man sie überwindet, sondern vielmehr, daß man vor ihnen kapituliert. Mit solchen wankelmütigen Elementen kann man allerdings keine Geschichte machen. Sie sind nur Spreu vor dem Atem Gottes. Glücklicherweise aber stellen sie in jedem und vor allem im deutschen Volke nur eine hauchdünne i n - tellektuelle oder gesellschaftliche Oberschicht dar. Sie sind auch nicht etwa eine Oberschicht in dem Sinne, daß sie die Nation führten; sie haben sie nie geführt und sie werden sie nie führen. Sie sind Oberschicht nur in dem Sinne, alsxfie nach einem Naturgesetz gleich wie die Fettbläschen immer an der Oberfläche der Dinge schwimmen. Heute versuchen sie, dem nationalsozialistischen Deutschland vom Auslande her gute Ratschläge zu erteilen. Ungefragt üben sie an uns ihre Kritik. Sie klammern sich mit allen Kräften an kleine, immer wieder auftauchende Schwierigkeiten, bauschen sie über Gebühr auf und glauben aus ihnen auf kommende Krisen oder unvermeidlich gewordene Spannungen schließen zu können. Es sind jene demokratischen Kritikaster, die nicht müde werden, bas nationalsozialistische Deutschland vor den Richterstuhl des sog. We 11gewis - s e n s zu ziehen. Früher fanden sie auch bei uns immer willfährige und bankbare Nachbeter. Heute allerdings werfen sie mit ihrer Kritik nur noch ein paar zurückgebliebenen intellektuellen Spießern im Lande bie Stichworte zu. Das Volk hat damit gar nichts z u tun. Jene Spießer stellen nur den 0,8 Prozentsatz der deutschen Nation bar, ber immer Nein gesagt hat, immer nein sagt immer nein sagen wird. Er ist für uns nicht zu gewinnen, und wir wollen ihn auch gar nicht gewinnen. Er sagt Nein, wen,n bas beutsche Oesterreich dem Reich angeschlossen wird; er sagt Nein, wenn das Sudetenland zu Deutschland zurückkehrt. Er sagt überhaupt und immer Nein, und zwar aus Grundsatz. Aber man braucht das nicht allzu ernst zu nehmen. Es handelt sich dabei um jene Elemente, die nicht nur uns, sondern die sich auch sewst nicht leiden mögen. Warum soll man noch viele Worte an sie verschwenden? Es sind dieEwig-Gestri- g e n, bie an ben Erfolg erst glauben können, wenn er Wirklichkeit geworben ist und dann allerdings keine Minute zögern, ihn auf ihrem eigenen Konto zu verbuchen. Das Volk will von diesen intellektuellen Rörglern nichts wissen. Es hat das eben abgelaufene Jahr 1938 zwar in einer großen und manchmal auch fast entnervenden Spannung durchlebt. Aber es freut sich jetzt am Ende dieses Jahres auch der überragenden geschichtlichen Erfolge, die der Führer in ihm erreicht hat. Dieses Volk ist seines Lebens wieder froh geworden. Roch niemals hat es ein so glückliches Weihnachten verlebt wie vor einer Woche» und noch niemals hat es einem anbrechenden Jahr so mutig und so vertrauensvoll entgegengeschaut wie dem Jahre 1939. Es fällt immer schwer, von einem abgelaufenen Jahr Abschied zu nehmen. Denn jedes Jahr birgt in sich eine Unsumme von Freuden und eine Unsumme von Leiden. In ihm sind eingeschlossen unsere Sorgen und unsere Erhebungen, und deshalb möchten wir kein Jahr in unserem Leben missen. Niemals aber ist uns der Abschied von einem Jahr so schwer gefallen wie ber vom Jahre 1938. Es war ein herrliches Jahr, siegbekränzt und erfolggekrönt wie keines zuvor. Das empfinden in biejer Stunbe vor allem wohl die zehn Millionen Deutsch e n , bie im Verlaufe dieses Jahres zum Reich zurückgekehrt sind und nun zum ersten Male zusammen mit uns allen in einem einigen Groß- beutschband den 'Jahreswechsel erleben. Vor einem Jahr noch versammelten sie sich in dunklen Kellern und abgeblendeten Hinterstuben und drehten die Rundfunkapparate an, wenn vom Reiche aus der politische Schlußbericht des Jahres gegeben wurde, wenn die Stimme der Nation über den Aetherwel- Icn auch bis zu ihnen drang; ober sie saßen in den Anhalte- unb Konzentrationslagern, bie ber österreichische Klerikalismus aus purer christlicher Nächstenliebe für sie errichtet hatte, und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als nur ihre Sehnsucht ins Reich zu schicken. Jetzt sind sie alle mit uns i n unserem gemeinsamen großen deut- An ff und Polizei. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef ber deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern richtete- folgenden Neujahrsaufruf an alle ff-Männer unb Angehörigen ber beutschen Polizei: Ein Jahr großer Erfolge ist beendet. Durch seine Tatkraft unb seinen Willen hat ber Führer in diesem Jahr 10 Millionen Deutschen die Heimat gegeben. Wir Männer der ff unb Polizei bürsten zu unserem bescheibenen Teil an biefen geschichtlichen Taten mithelfen. Ich erwarte, daß Ihr Euren Dank an ben Führer durch nimmermübe Pflichterfüllung, burch einen niemals zu brechenden Mut und durch tatenfrohe, der ewigen Zukunft unseres Volkes bewußte Einsatzbereitschaft an jedem Tag des neuen Jahres abstattet. In diesem Sinne wünsche ich allen Männern der ff und Polizei und ihren Familien ein gutes Jahr 1939. schen Vaterhause vereint. In ihren Stuben und Wohnungen sitzen sie um diese Stunde versammelt. Die wohlige Wärme der häuslichen Gemütlichkeit umgibt sie, und überall verbreitet sich reinste und hellste Freude. Sie sind nun alle mit uns vereint. 80 Millionen Deutsche im großen deutschen Mutterlande erleben zum erstenMale in ihrer Geschichte einen gemeinsamen Jahreswechsel. Es ist darum für mich ein ergreifendes Gefühl, in dieser festlichen Stunde den letzten Gruß des scheidenden Jahres an alle Deutschen in Stadt und Land richten, meine Stimme über die Aetherwellen senden zu dürfen, so daß sie vernehmbar wird von Flensburg bis Klagenfurt und von Aachen bis Tilsit. In diesem großen Reich der europäischen Mitte wohnen wir nun, wir 80 Millionen Deutsche, sind wir vereint in einem gemeinsamen Daterlande und dienen einer gemeinsamen großen nationalen Aufgabe. So möchte ich denn in dieser letzten Stunde des ablaufenden Jahres noch einmal alle Deutschen in Staadt und Land grüßen. 3d) grüße die Deutschen im Reich. Ich grüße die Deutschen in aller Welt, in fremden Ländern und auf fernen Kontinenten, ich grüße die Deutschen auf hoher See. And im Hamen all der ungezählten Millionen Deutschen richte ich unseren gemeinsamen Gruß an ben Führer. Riemals waren unsere Wünsche für ihn herzlicher und inniger als In dieser Stunde. Ihm verdanken wir das Großdeutsche Reich, das nun Wirklichkeit geworden ist. Rur sein Mut, seine Beständigkeit, seine Tatkraft und seine Rervensiärke haben das große Wunder möglich gemacht. Es ist jetzt gerade sechs Jahre her, da standen mir am Silvesterabend des Jahres 1932 in ber schwersten Zeit des nationalsozialistischen Kampfes um die Macht auf dem Obersalzberg um ihn versammelt. Die Bewegung hatte eine deprimierende Wahlniederlage erlebt, unb viele begannen schon an ihrem endgültigen Sieg zu zweifeln. Damals beeilten sich die ewiggestrigen Spießer zu erklären, baß Hitlers Stern im Sinken sei. Gerade aber in biefer Zeit haben wir an ihn und an die geschichtliche Größe seines Werkes geglaubt. Und weil wir mit ihm so fest unb unerschütterlich daran glaubten, deshalb ist bas nationalsozialistische Großdeutsche Reich Wirklichkeit geworden. heute wiederum vereinigen wir uns um ihn und mit ihm in diesem festen und unbeirrbaren Gauben an die Große des Reiches und an die historische Zukunft der deutschen Ration. Treu und unerschütterlich vertrauen wir auf diesen Rlann und auf seine geschichtliche Sendung und wollen dafür sorgen, daß die Größe seiner Aufgabe auch immer ein dafür bereites und entschlossenes Volk finden wird. Und so richten wir denn in dieser letzten Stunde des ablaufenden Jahres, da wir Deutsche uns alle zum ersten Male in einer großen nationalen Gemeinsamkeit vereinigen, unseren heißen und demütigen Dank an den Allmächtigen, der unser Land auch im vergangenen Iahre so sichtbar gesegnet hat. Wir bitten ihn um Kraft und Gesundheit für den Führer. Möge er ihn immerdar in seinen gnädigen Schuh nehmen. Dem Führer aber versprechen wir, auch in Zukunft seine gehorsamsten und getreuesten Gefolgsleute zu sein. So soll denn bas Jahr 1938 als bas glücklichste aller deutschen Jahre abgeschlossen werden. Möge es nun von einem neuen abgelöst werden, und möge auch diesem Erfolg und Sieg beschert sein! Möge es unserem Lande und unserem Volke Segen und reichstes Glück bringen! Ich grüße alle Deutschen im Lande, vor allem bie, die auch im vergangenen Jahre wiederum am meisten an Last, Entbehrung, Sorge unb Verantwortung zu tragen hatten. Ihnen ist der Dank des Vaterlandes gewiß. Möge Gott auch in Zukunft feine segnende Hand über Deutschland halten. Und so vereinigen wir uns beim Abschluß dieses Jahres in einer einzigen großen Bitte aller Deutschen an den Allmächtigen: Unser Volk und Reich sollen unvergänglich sein und lange lebe der Führer!" Das Bauprogramm der Reichshauptffadi. Berlin, 31. Dez. (DNB.) Die ©eneralbauin- spektion für die Reichshauptstadt gibt in ber NSK. einen Ueberblick über bie baulichen Maßnahmen, die im Jahre 1939 abgeschlossen, fortgeführt und begonnen werden sollen. Der Erweiterungsbau der Reichskanzlei ist nach der kurzen Zeit von neun Monaten fertiggestellt und kann bereits anläßlich der Neujahrsempfänge des Diplomatischen Korps benutzt werden. Im großen Umfange wird weiter an der Ost - W e st - A ch s e gearbeitet. Die Siegessäule hat am Großen Stern Aufstellung gefunden. Das ntue diplomatische Viertel wird sich am südwestlichen Rand des Tiergartens in neuer Form erheben. Dos Verwaltungsgebäude und die Institute ber deutschen V e r k e h r s l u f t s a h r t am Zentralflughafen werden ebenfalls 1939 fertiggestellt. Die Bebauung des Schöneberger Südgeländes, wo 2 4 0 0 Wohnungen in fünfgeschossigen Baublöcken entstehen und große Wohnungsanlagen in den Bezirken Prenzlauer Berg, Tem- pelhof, Köpenicks Reinickendorf und Pankow werden „Das glücklichste aller deutschen Fahre." Oie Gilvester-Rundfunkansprache des Reichspropagandaministers Nr. Goebbels. Saladiers Sieg über die marMische Obstruktion. Oer Haushali nach einem Vertrauensvotum von 345 gegen 246 Stimmen von der Kammer verabschiedet. - Oer Ministerpräsident nach Korsika abgefahren. Weiterhin schielten Ordensauszeichnungen hohe! Offiziere aller Wehrmachtsteile, darunter der Füh-I rer der soeben aus Berlin zurückgekehrten Flotten-1 abordnung, Diceadmiral 21, Cunningham.! Unter den Ausgezeichneten befinden sich auch der! ständige Unterstaatssekretär im Foreign Office, Siri Alexander Cadogan, und der englische Bot-I schafter in Berlin, Sir Neville Henderson. Englischer Polizeioffizier in Palästina erschossen. Trotz starker polizeilicher Bedeckung von arabischen Freiheitskämpfern angegriffen. Jerusalem, 1. Ian. (DNB.) Am Silvester-1 abend wurde der zum Stabe des Generalinspekteurs I der Polizei in Palästina gehörige englische Polizei-1 offizier Sanderson von arabischen Freiheits-1 kämpfern erschossen. Auf der Straße Haifa— I Jerusalem hatten die Freiheitskämpfer an einer! Stelle, wo beiderseits der Straße sich Anhöhen erheben, eine Straßensperre errichtet. Sander-1 son befand sich zusammen mit dem durch die Errichtung des Zauns längs der Grenze zwischen Palästina und Libanon bekanntgewordenen Sir Edward T e g a r t und einem englischen Major auf der Rückfahrt nach Jerusalem, als der Wagen durch die Straßensperre angehalten wurde. Trotzdem der! Kraftwagen Sandersons durch zwei Maschinengewehr-Kraftwagen der Polizei gedeckt wurde, eröffneten arabische Freiheitskämpfer von den umliegenden Höhrn das Feuer auf die schwerbewaffnete Wagenkolonne, wobei Sanderson tödlich getroffen wurde, die übrigen Insassen jedoch unverletzt blieben. Die Londoner Presse teilt mit, daß der | Angriff Sir Charles T e g a r t gegolten hat, dem I Leiter der gesamten militärischen und polizeilichen Maßnahmen gegen die arabischen Freiheitskämpfer. Die Blätter heben hervor, daß sich Tegart vor seiner Versetzung nach Palästina bereits in Indien in der Niederwerfung von Eingeborenenunruhen einen „Ruf" erworben hatte. Englische Arbeitslosen-Kundgebung am Silvester-Abend. London, 1. Jan. (Europapreß.) Die englischen Arbeitslosen, die während der letzten Wochen verschiedentlich durch auffallende Kundgebungen die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf ihre Notlage zu lenken versuchten, benutzten den Silvester-Abend zu einem neuen Umzug. Während die Straßen des! Londoner Westends regen Silvestertrubel zeigten ' und die Menschen in althergebrachter Weise den Jahreswechsel unter freiem Himmel begingen, erschien plötzlich am Strand von Trafalgar Square ein „Leichenzug". Voran schritten einige Ar- beitslose in schwarzer Kleidung, und dann folgte ein schwarzverhangener Sarg, auf dem in weißer Schrift zu lesen stand: „Er erhielt keine , Winterhilfe!". Hinter dem „Sarg" folgte ein langer Zug von „Leidtragenden", darunter viele Frauen mit Kindern auf den Armen. . Die Menschenmenge sah sich diese unerwartete ’ Kundgebung zumeist schweigend an, die Polizei - sorgte dafür, daß sich keinerlei Zwischenfälle er* i eigneten. In der Nähe der St.-Pauls-Kathedrale • löste sich dann, der Demonstrationszug auf. E. F. Paris, 1. Januar. Die Linksopposition hat dem Ministerpräsidenten Daladier einen bösen Streich gespielt. Am Vormittag des Neujahrstages war der Haushalt für das Jahr 1939 noch immer nicht durch das Parlament verabschiedet worden. Was man in Frankreich diesesmal nicht nur erhofft, sondern sogar als selbstverständlich gehalten hatte, war nicht einge« treten. Dabei hatte Daladier in der vergangenen Woche verschiedentlich erklärt, er könne nur bann seine Tunis-Reise antreten, wenn der Haushalt noch in der Nacht zum Neusahrstag verabschiedet werden würde. Die Opposition sollte keine Möglichkeit haben, der Regierung während seiner Abwesenheit parlamentarische Schwierigkeiten zu bereiten. Die sozialistischen und kommunistischen Abgeordneten aber trieben gegen den Ministerpräsidenten eine bewußte Obstruktionspoli- t i k. Sie benutzten die zahlreichen, aber nicht sehr tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Senat und Kammer wegen des Haushaltes für 1939, um immer wieder neue Gesichtspunkte in die Aussprache werfen zu können und neue Lesungen des Haushaltsvoranschlages als notwendig erscheinen zu lassen. Da Daladier, der auf jeden Fall am Sonntagvormittag zur vorgesehenen Zeit nach Marseille abreisen wollte, entschlossen war, in der Kammer über die Gesamtannahme des Haushalts nunmehr "-le Vertrauensfrage zu stellen, gaben sich die Marxisten die größte Mühe, eine Hinausschiebung der Beratungen in der Kammer zu erreichen. Ehe die Kammer in die 3. Lesung des Haushalts für 1939 eintreten könnte, mußte der Haushaltsvoranschlag entsprechend den parlamentarischen Gepflogenheiten noch einmal demFinanzaus- schuß der Kammer zur Beratung vorgelegt werden. Hier ergriffen nun in erster Linie die Kommunisten zu endlosen Aussprachen in den frühen Morgenstunden des Sonntags das Wort. Um 7.45 Uhr morgens wurde dieses Verhalten aber der Mehrzahl der Abgeordneten, die sich bereits eine Stunde zur Untätigkeit verurteilt in der Kammer aufhielten, zu bunt. Eine Abordnung von dreißig Abgeordneten, unter denen sich auch der Sozialist Paulin befand, riefen den Präsidenten des Finanz- ausschusses, Valliöre, aus d-em Sitzungssaal und legten ihm die Frage vor, wann die Beratungen des Ausschusses zu Ende gehen würden. Balliere erklärte, dies sei nicht vor einer Stunde möglich- Um 8 Uhr erschien dann Ministerpräsident Daladier in Begleitung des Finanzministers Paul R e y n a u d in der Kammer; sie begaben sich sofort zum Kammerpräsidenten H e r r i o t, um mit diesem über die eingetretene schwierige Lage zu beraten. Danach rief Daladier die Abgeordneten seiner eigenen Partei zu einer Sitzung zusammen. Er wies darauf hin, es gehe nicht mehr um einzelne Haushaltsfragen, sondern um das Ansehen Frankreichs, wenn es der Opposition gelingen sollte, in dem Augenblick, da er seine Reise nach Korsika und Tunis aritreten wolle, eine Regierungskrise zu entfesseln. Die Radikalsozialisten faßten daraufhin den Beschluß, sich bei der 3. Lesung des Haushalts einstimmig für dessen A n - Kahme auszusprechen. Daraufhin entschloß sich im kommenden Jahr bezugsfertig. Unver- ! mindert gehen die Arbeiten für den Spree- l durchstich am Königsplatz, für den Vorplatz des i Flughafens, für die Tu n n e l kr e u z u n g am । Treffpunkt der beiden großen Achsen fort, ; Hinzu kommen umfangreiche Neubau-Maßnahmen j der Reichsbahn und der städtischen U-Bahn. An ' vielen Plätzen der Reichshauptstadt werden im 1 kommenden Jahre Bauunternehmungen begonnen werden, die zu den repräsentativsten Bauten Berlins gehören werden, so am Runden Platz der Neubau des Oberkommandos der Wehrmacht mit dem Bürogebäude der Allianz, mit dem Uraufführungstheater der Deutschen Lichtspielbau G. m. b. H, mit dem Gebäude der Kameradschaft der Deutschen Künstler, mit dem Thüringen-Haus und dem Kasino des Oberkommandos der Wehrmacht. Abschluß der deutsch-englischen Flottenbesprechungen. Berlin, 31.Dez. (DltB.) Die am 29.Dezember in Berlin eingetroffenen Vertreter der britischen Admiralität haben die vorgesehenen Besprechungen über Fragen der deutsch-englischen Flottenabkommen vom 18. Juni 1935 und 17. Juli 1937 mit Vertretern der deutschen Marine abgehalten. Die Aussprache sand in einem sehr freundschaftlichen (Beiffe statt. Die Vertreter der zwei Regierungen legten die gegenseitigen Erfahrungen über die in Rede stehenden Punkte dar. Eine abschließende Mitteilung der deutschen Regierung wird der britischen Regierung auf schriftlichem Wege zugeleitet werden. Die britischen Vertreter sind nach London zurückgereist. Englische Auszeichnungen am Neujahrstage. > London, 1. Jan. (Europapreß). Die alljährlich am Neujahrstage üblichen Verleihungen von Orden und Adelstiteln brachten auch in diesem Iahte eine Anzahl von Rangerhöhungen für verdiente Männer des öffentlichen Lebens. Die Liste der Ausgezeichneten war diesmal jedoch kleiner als sonst, und vor allem sind entgegen den Erwartungen nur wenige von den während der ^eptemberkrise hervorgetretenen Männern ausgezeichnet worden. Es wurden zu Baronen erhoben: Sir Arthur Greer, der bis vor kurzem Richter am Appellationsgericht war; der im Sommer dieses Jahres aus dem Amt geschiedene langjährige Kabinettssekretär Sir Morris H a n k e y ; Cecil H a r m s w o r t h, ein Neffe des Pressemagnaten Lord Rothermere und Sir Laurence Philips, der sich besonders in Wales große Verdienste erworben hat. Zwei der Junior-Minister sind in den Geheimen Staatsrat berufen worden, der Staatssekretär im Foreign Office R. A. B u t l e r und der Bergwerksminister Hauptmann H. F. C. Crookshank. Unter den mit Orden ausgezeichneten befinden sich der Chef des Kabinettssekretariats, E. E. Bridges; der ständige Staatssekretär im Innenministerium Sir Alexander Maxwell, sowie der Begleiter Lord Runoimans auf der Reise nach Prag, Minffterialratrat Ashton-Gwatkin. — Daladier, seine Abreise nicht länger hinauszuzögern und begab sich um 12 Uhr mittags nach Marseille, um sich von dort zu der Reise nach Korsika und Tunis einzuschiffen. Auf dem Bahnsteig hatte er noch eine halbstündige Aussprache mit Außenminister Bonnet. In der Zwischenzeit hatten auch Beratungen des! Finanzausschusses der Kammer ein Ende gefunden. Die Kammer trat schort in die 3. Lesung des Haushalts für 1939 ein und nahm ihn wenige Minuten nach der Abreise Daladiers von Paris nach Marseille m i t 3 7 2 gegen229 Stimmen an. Der Haushaltsvoranschlag wurde dann dem Senat zur weiteren Beratung zugeleitet. Kurz vor 21 Uhr hat die Kammer dann endlich die 4. Lesung des Haushalts beendet, nachdem die Regierung gegen! einen Antrag eines kommunistischen Abgeordneten wieder einmal die Vertrauensfrage hatte stellen müssen, die mit 345 gegen 246 Stimmen bejaht wurde. Der Senat fand sich zur 4. Lesung erst nach Mitternacht zusammen und nahm ohne Abänderung den von der Kammer verabschiedeten Text mit 281 gegen 16 Stimmen an. Kurz vor 1 Uhr nachts konnte der stellvertretende Ministerpräsident Chautemps das Schlußdekret im Senat verlesen. In der Kammer brachte Finanzminister Paul R e y n a u d das Schlußdekret zur Kenntnis, womit die zweite außerordentliche Sitzung des Parlaments des Jahres 1938 ihren Abschluß fand. Scharfe Kritik der presse. Paris, 2. Jan. (DNB. Funkspruch). Die Pariser Presse der Rechten spart nicht mit scharfen Worten an die Adresse der zweiten und dritten Internationale. So schreibt das „Journal", dieses Jahr habe in der Kammer eine regelrechte Verschwörung der Sozialdemokraten und Kommunisten gegen eine Regierung gebracht, die die Fehler ihrer Vorgänger wieder gut zu machens suche und das Land daran hindern wolle, von lag; zu Tag tiefer in den Sumpf des Niederganges abgleiten zu lasten. Ministerpräsident Daladier habe über diese Verschwörer einen neuen Sieg davongetragen. Fünfmal habe sich die sozialdemokratisch-kommunistische Demagogie beugen müssen, fünfmal habe eine massive Mehrheit den schlechten Hirten des französischen Volkes gezeigt, daß die Zeiten vorüber sind, wo sie eine Rolle svielten. Die Angriffe der zweiten und dritten Internationale seien um so verdammenswerter gewesen, als sie zum Ziel hatten, die Abreise des Regierungschefs zu verzögern und auf diese Weise im Ausland den Eindruck zu erwecken, daß das Kabinett nur kurzen Bestand und ungenügende Autorität habe. Hier zeige sich erneut die paradoxe Haltung dieser Kreise, die auf der einen Seite das Land in eine kriegerische und abenteuerliche 2lußenpo- litik stürzen wollten und sich gleichzeitig bemühten, das Ansehen der französischen Regierung in den Augen der anderen Nationen herabzu- setzen. Der „Matin" schreibt ebenfalls, die Zwischenfälle in der Silvesternacht und am 1. Januar seien das Sparen bei der Deutschen Reichspost vornehmen» rage können ei» Reichspost Lr ÜBERALL IN GROSSDEUTSCHLAND amt die ausführliche Anleitung für sicher vor Diebstahl, Unterschlagung oder Feuer — sie werden darüber hinaus mit z®E°L verzinst. 80000 Postämter und Amtsstellen (Postagentufefl, Poststellen, Post- Postsparer“ und lassen Sit Postsparbuch aus stellen* O Bei jedem Postamt und feder Amtsstelle können Sie sich Ihr Postsparbuch ausstellen lassen, bei allen 80000 Ämtern und Amtsstel- können ohne Kündigung vorg> nommen werden, insgesamt bis zu. RM x oooz— in einem MonaS, Werk der sozialdemokratisch-kommunistischen Min- derheit, die sich geschworen habe, den Ministerpräsidenten in seiner nationalen Aufgabe nicht zur festgesetzten Stunde nach Korsika und Tunis abreifen zu lassen. Diese Minderheit, die sich aus Kriegshetzern zusammensetze, die man im Falle eines Krieges nicht a uf den Schlacht- feldern sehen würde, die aber im Palais Bourbon den Grabenkampf auf das genaueste zu kennen schienen, hätten einen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Daladier habe seinen Zug nicht um 10 Uhr nehmen können, sondern erst am Mittag. Nur wenig hätte daran gefehlt, daß er ihn gar nicht bekommen hätte. Lleberraschende Volkszählung in der Slowakei. Einspruch der deutschen Volksgruppe. P r e ß b u r g , 31. Dez. (Europapreß.) lieber die Durchführung einer für den 31. Dezember überraschend angesetzten Volkszählung in der Slowakei liegen vorerst nur vereinzelte Nachrichten vor. Die Bevölkerung wurde zumeist erst in den frühen Morgenstunden des Samstags durch Maueranschläge der Regieruna von dieser Maßnahme in Kenntnis gesetzt. Als in der Z i p s die angeordnete Maßnahme bekannt wurde, kam es zu Kundgebungen der deutschen Bevölkerung, die erst dann ein Ende fanden, als die lokalen Verwaltungsbehörden auch die Z u« ziehung deutscher Zählkommissare zuliehen. In Preßburg kamen bereits in den frühen Morgenstunden Beamte der slowakischen Lairdesverwaltung und Hlinkagardisten in die Käufer, um die Registrierung der Hausbewohner vorzunehmen. Dabei wurden neben den Personalien auch die Religion und Volkszugehörigkeit festgestellt. Die Eintragungen wurden vielfach nicht auf Grund direkter Befragung, sondern nach Angaben der Hausbesitzer und Hausverwalter gemacht. Eine Kontrolle über die Eintragungen soll der Bevölkerung nur in Ausnahmefällen möglich fein. Der Staatssekretär für die deutsche Volksgruppe in der Slowakei, Ingenieur Karmasin, hat beim Ministerpräsidenten Dr. Tiso Einspruch gegen die überraschende Ausschreibung der Volkszählung eingelegt. Er lehnt das Ergebnis dieser Volkszählung für die deutsche Volksgruppe als vollkommen unerheblich ab und weift auch die Anwendung der Ergebnisse dieser Volkszählung auf irgendwelche etwa beabsichtigte, die deutsche Volksgruppe betreffenden Maßnahmen auf das entschiedenste zurück. Aeujahrsgrüße der deutschen Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei. Prag, 31. Dez. (Europapreß.) Der Führer der deutschen Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei, Abgeordneter Ernst Kundt, hat an den Führer und Reichskanzler aus Anlaß des Jahreswechsels ein Glückwunschtelegramm gesandt. An den Präsidenten der- Republik, Dr. Hacha richtete Abgeordneter Kundt folgendes Glückwunschtelegramm: „Im Namen des Klubs der deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten und Senatoren und der Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit bringe ich Ihnen zum neuen Jahr die besten Wünsche für Gesundheit und Arbeit zum Ausdruck. Möge es Ihnen als dem ersten Präsidenten der zweiten tschecho-slowakischen Republik im Jahre 1939 gelin-1 gen, in diesem an Kulturgeschichte und Naturschätzen reichen Lande in engster Verbundenheit! mit dem Dritten Reich einen wahren Dölkerfrieden in brüderlicher Zusam- m e n a r b e i t zu verwirklichen und so einen tra- gischen Geschichtsabschnitt auch zum Wohle des Ische» chischen und slowakischen Volkes für alle Zeiten abschließen zu helfen." Das Echo oes deutschen Protestes . in USA. Neu york, 31. Dez. (Europapreß.) Die Feststellungen der Reichsregierung, wonach angesichts der Haltung der Vereinigten Staaten zu dem deutschen Protest gegen die Rede des Ministers Ickes eine Besserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses bis auf weiteres unmöglich fei, wurden von den großen Blättern unter großen Ueberfchriften ausführlich wiedergegeben, jedoch vorläufig nicht kommentiert. Nach Meldungen aus Wchhington verweigert das Staatsdepartement noch jede Stellungnahme hierzu. Nichtsdestoweniger ist offenbar, daß die Antwort des Reiches eine Unterstützung ständig wachsender Kreise bedeutet, die die durch die Rede Ickes und ähnliche Aeußerungen ausgelösten Spannungen aufrichtig bedauern und die Bildung eines vor wenigen Tagen von einem Neuyorker Blatt angeregten „Mundhalte-Klubs" für dringend erforderlich halten. Die Presse veröffentlicht in steigendem Maße Zuschriften aus Leserkreisen, worin Verwicklungen in europäische Angelegenheiten abgelehnt werden. Oer Sowjet-Geheimsender meldet sich wieder. Riga, 31. Dez. (Europapreß.) Kurz nach 24 Uhr Rigarer Zeit konnte in der Nacht zum Freitag der seinerzeit sehr beachtete Sowjet-Geheimsender, der längere Zeit hindurch'nicht mehr empfangen wurde, wieder gehört werden. Der Geheimsender arbeitet nun aus zwei neuen Wellen — etwa 9350 und 10 250 kHz. Die von früher her bekannte Stimme der Sprecherin erklärte in russischer Sprache, daß der Sender nun weiter nach dem Osten der Swjetunion verlegt worden sei. Die Sprecherin schloß ihre Propagandarede mit den Rufen: „Nieder mit dem Bluthund Stalin und den roten Machthabern! Es lebe der Verband der Befteier des Vaterlandes!" Die Sendung wurde — wie auch früher schon — durch die verschiedenartigsten Geräuschsendungen gestört. Die Verhinderung des Empfangs gelang jedoch nur zum Teil, da der Geheimsender anscheinend mit großer Kapazität arbeitet. Die Sendung schloß gegen 0.30 Uhr Rigaer Zeit, nachdem die Sprecherin angekündigt hatte, daß nunmehr wieder regelmäßige Propagandasendungen durchgeführt werden würden. ' Oie russischen Kronjuwelen in den Besitz des polnischen Staates übergegangen. Warschau, 31. Dez. (Europapreß.) Die ehemaligen russischen Kronjuwelen sind nunmehr endgültig in den Besitz des polnischen Staates übergegangen. Auf Grund des Friedensvertrages von Riga vom Jahre 1921 ist von Sowjetrußland die Verpflichtung zur Rückerstattung des vom Zarenregime während des letzten polnischen Freiheitsaufstandes vom Jahre 1863 beschlag nah m- t e n Edelmetall-Depots der polnischen Staatsbank in Warschau übernommen worden. Im Sinne dieser Verpflichtung hat Sowjetrußland im Jahre 1923 d i e Kronjuwelen des Hauses R o m a n o w bei der Bank Polski in Warschau a l s Pfand hinterlegt, unter Vorbehalt des Rückkaufrechts innerhalb von 15 Jahren. Diese Frist ist nun abgelaufen, ohne daß die Sowjetregierung trotz mehrfacher Mahnungen vom Rückkaufsrecht Gebrauch gemacht hätte. Die Kronjuwelen, deren Wert dreißig Millionen Goldrubel beträgt, gehen somit in den Besitz des polnischen Staates über. Es handelt sich um die Krone Nikolaus I., einem aus drei Perlenschnüren und Diamanten bestehenden Kollier der Zarin Maria Feodorowna, dem Krönungsapfel der russischen Zaren, das Krönungszepter des Hauses Romanow aus purem Gold mit Brillantenkreuz, die Krone des Zaren Alexanders II. sowie eine Anzahl anderer goldener und brillantener Schmuckgegenstände. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Deutschen Rundfunk in Anerkennung feiner politischen Leistungen im abgelaufenen Jahr die Bezeichnung „Der Großdeutsche Rundfunk" verliehen. Am 30. Dezember hat das Linienschaff „Schlesien" den Hafen von Cartagena (Columbien) mit dem Ziel Kingston (Jamaica) und das Linienschiff „Schleswig-Holstein" den Hafen von Santiago au Prince (Haiti) verlassen. Beide Schiffe werden am 2. Januar die neuen Häfen erreichen. Die ehemalige Landwirtschaftliche Abteilung der Prager deutschen Technischen Hochschule in T et- sch e n - L i e b w e r t hat die Bezeichnung Landwirtschaftliche Hochschule erhalten. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Rektors wurde der bisherige Dekan Professor Dr. I a k o w a tz beauftragt. Der englische Kriegsminister Hore-Belisha ist am Sonntag auf dem Luftwege nach London zurück- gekehrt. Er hatte seinen Weihnachtsurlaub in Frankreich verbracht und auch wichtige Besprechungen in Paris gehabt. Kunst und Wissenschaft. Zur Jleugeffalfung der deutschen Akademien der Wissenschaften. Im Zuge der Neugestaltung der deutschen Akademien der Wissenschaften hat die Preußische Akademie der Wissenschaften nm 15. Dezember 1938 eine neue Akadernie-Satzung einstimmig beschlossen und dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Genehmigung vorgelegt. Nachdem die bisherigen beständigen Sekretäre ihr Amt mit dem 22. Dezember 1938 zur Verfügung gestellt haben, hat auf Grund der Akademie-Satzung Reichsminister Rust zum kommissarischen Präsidenten der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin das ordentliche Mitglied in der Physikalisch-machematischen Klasse ^-Oberführer Ministerialdirektor a. D. Professor Dr. Theodor V a h l e n , zum kommissarischen Vizepräsidenten der Akademie das ordentliche Mitglied in der Philosophisch-historischen Klasse Geh. Justtz- rat Profesior Dr. Ernst H e y m a n n und zum kommissarischen „Direktor bei der Akademie und Professor" den wissenschaftlichen Beamten und Professor der Akademie Dr. Helmuth Scheel ernannt. Aus aller Wett. Der Tod in der Lawine. Am letzten Taae des alten Jahres wurde ein Bre- grenzer das Opfer einer Staublawine. Der 34 Jahre alte Finanzrevident Karl Watzik aus Bregenz geriet während der Abfahrt von der Ulmer I Hütte nach St. Anton im Steißbahntal in eine Staublawine und wurde verschüttet. Ein Begleiter Watziks holte sofort Hilfe und es gelang einer acht- köpfigen Suchexpedition, den Verunglückten zwei Meter unter dem Schnee zu bergen. Alle Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos. Die Leiche des Verunglückten wurde in feine Heimat übergeführt. Im Feldberggebiet (Schwarzwald) hat sich ein Unglück zugetragen. Durch eine riesige Lawine, die am Felsenweg niederging, wurden mehrere Personen fortgerissen. Der bekannte badische Schiläufer „Leni" Wagner (Freiburg) wurde dabei getötet, eine Frau erlitt eine schwere Beinverletzung, während die übrigen Personen mit dem Schrecken davonkamen. Der DRL.-Gauführer Ministerialrat Herbert Kraft gibt aus diesem Anlaß folgendes bekannt: Im Feldberggebiet gibt es drei lawinengefährliche Stellen: 1. Den Felsenweg der Seebuchwächte, 2. den Zastler und 3. die Herzogen- hornwächte. Vor Begehen dieser Gebiete werden alle Schiläufer dringend gewarnt. Begnadigung durch den Führer. Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Dresden gegen den am 14. September 1881 geborenen Emil Franz aus Dresden wegen Mordes an feiner geschiedenen Ehefrau erkannte Todesstrafe in 15 jährige Zuchthausstrafe umgewandelt. Wetterbericht Ein neuer Warmluftvorstoß aus West hat die Erwärmung in Deutschland weiter getrieben und den Niederungen meist volles Tauwetter gebracht, das sich zum Teil auch auf die Gebirge übertragen hat. Gleichzeitig kam es am Sonntag zu verbreiteten und meist ergiebigen Niederschlägen, die in den Niederungen allgemein in Regen übergingen. Bei wechselhafter Bewölkung bleibt die unbeständige Witterung erhalten. Die Temperaturen gehen wieder etwas zurück. Vorhersage für Dienstag: Wechselnde Bewölkung mit einzelnen, meist schauerartigen Niederschlägen (im Gebirge meist Schnee und Graupeln). Tagestemperaturen in den Niederungen meist über Null, vielerorts Frost, im Gebirge wieder Dauerfrost, Winde aus West bis Nord. Vorhersage für Mittwoch: Unbeständig mit Neigung zu Niederschlägen, zumindest nachts Frost. Winlerfport-Wekterbericht. Vogelsberg, Hoherodskopf: Pappschnee, Schi und Rodel mäßig. Sauerland, Langerberg: Regen — 1 Grad, Gesamtschneehöhe 50 an, Pappschnee, Schi und Rodel mäßig-. Jyi Gebirge wird es wieder kälter, weitere Niederschläge (Schnee und Graupeln) sind zu erwarten. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Haushaltssatzung der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1938 Auf Grund des § 86 Abs. 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (RGBl. I S. 49) wird für das Rechnungsjahr 1938 folgende Haushaltssatzung bekanntgemacht. I. §1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1938 wird im ordentlichen Haushaltsplan in den Einnahmen auf 6 729 521,77 RM. in den Ausgaben auf . . 6 729 521,77 RM. und im außerordentlichen Haushaltsplan in den Einnahmen auf 1 654 993,— RM. in den Ausgaben auf 1 654 993,— RM. festgesetzt. §2. Die Steuersätze (Hebesätze) für die Gemeindesteuern, die für jedes Rechnungsjahr neu festzusetzen sind, werden wie folgt festgesetzt: 1. Grundsteuer a) für Land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf 280 v. H. I der Steuermeß- b) für Grundstücke auf 135 ö. fr. f betrage. Für steuerbegünstigte Wohngebäude in land- und sorstwirtschast- lichen Getrieben ist die Grundsteuer nur mit 50 v. H. der sich hiernach errechnenden Steuerschuldigkeit zu entrichten. 2. Gewerbesteuer a) vom Gewerbekapita'l l - OOA w r b) vom Gewerbeertraa J au| 280 H- ber ^teuermefobetrage. c) Zweigstellensteuer 1 d) Warenhaussteuer f = 360 v- der Steuermeßbetrage. 3. Burgersteuer 600 v. fr. des Reichssatzes. §3. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im laufenden Rechnungsjahr zur Auftrechterhaltung des Betriebes der Stadtkasse in Anspruch genommen werden dürfen, wird auf 600 000,— RM. festgesetzt ^n d^sem Höchstbetrag sind 400 000,- RM. Kassenkredite enthalten, die auf Grund früherer Ermächtigung ausgenommen und noch nicht zurück- §4. <$er ^eiaIntbicla9 der Darlehen, die zur Bestreitung von Ausgaben ? ™»a™6er-r™nttu5en Haushaltsplanes bestimmt find, wird auf 1 -28 337,85 RM. festgesetzt. Er soll nach dem Haushaltsplan für folgende Emzelzwecke verwendet werden: 1. Umänderungen in der neuen Pestalozzifchule zur Erreichung größerer Klassenräume 2. Ankauf eines Kostümlagers mit Zubehör zur Ergänzung der Fundusbestände des Stadttheaters 3. Schaffung eines Sportfeldes und Sportplatzanlagen, Stadion usw. 4. Für Zwecke der Altstadtsanierung 5. Erbauen von Straßen, Wegen und Anlagen . 6. Ausführung der Kanalisation in zum Ausbau vorgesehenen Straßen und Herstellung von Hausanschlüssen ............. . 7. Fortführung der Geländeregulierung' usw. auf dem neu angekauften Tsil zur Erweiterung des neuen Friedhofs 8. Für den Erwerb von Grundstücken * 13 220,— RM. 12 000,— RM. 250 000,— RM 100 000,— RM. 464 038,— RM. 143 500,— RM. 2 500,— RM. 243 079,85 RM. äufammen 1228 337,85 RM. II. Die nach § 86 der Deutschen Gemeindeordnung erforderlichen Genehmigungen der Aufsichtsbehörde zu den §§ 2, 3 und 4 sind unter dem 28. Dezember 1938 erteilt. III. 6 7 6 7 8 9 2 3 5 8 9 Nr. des' Einzel- plans Bezeichnung des Einzelplans Sonderhaushaltsplan der Gewerbeschule . Sonderhaushaltsplan des Zweckverbande Arbeitsdienstabteilung 5/222 in Gießen Sonderhaushaltsplan der Plockischen Stif A. Ordentlicher Haushalt: Allgemeine Verwaltung Polizei Schulwesen . ......... Kultur- und Gemeinschaftspflege . . Fürsorgewesen und Jugendhilfe . . Gesundheitswesen, Volks- u. Jugendertüchtigung Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen . . . . Oeffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung Wirtschaftliche Unternehmen . . u . Finanz- und Steuerverwaltung . . . B. Außerordentlicher Haushalt: Schulwesen Kultur- und Gemeinschaftspflege . . Gesundheitswesen, Volks- u. Jugendertüchtigung Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen ...........< .. Die Einzelpläne des Haushaltsplanes schließen in Einnahme und Ausgabe mit folgenden Beträgen ab: 0 1 2 3 4 5 Oeffentliche Einrichtungen und Wirt- fchaftsförderung Wirtschaftliche Unternehmen .... Finanz- und Steuerverwaltung ... ______T ______, Die Wirtschaftspläne und Sonderhaushaltspläne schließen in Einnahme und Ausgabe mit folgenden Betrügen ab, die in ihrem Endergebnis im Haushaltsplan der Stadt gewahrt sind. Wirtschaftsplan der städt. Elektrizitätswerke . Wirtschaftsplan des städt. Gaswerks . . . Wirtschaftsplan des städt. Wasserwerks . . Wirtschaftsplan des städt. Biohumwerks . Wirtschaftsplan der städt. Straßenbahn. . Sonderhaushaltsplan der Oberschule fü Mädchen............. IV. Haushaltsplan liegt gemäh § 86 Ab?. Z der Deutschen Ge- T 3-.3anuar 1939 bis zum 9. Januar 1939 im «tadthaus Bergstraße, Zimmer Nr. 10, öffentlich aus. 4C Gießen, den 31. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister. Ritter. Einnahme Ausgabe RM. RM. 24508,70 314034,11 8665,— 206957,24 44148,54 728515,41 359418,66 670574,11 331095,25 1168960,94 22666,74 76659,— 141989,20 637897,30 658515,71 980692,78 777 370,— 204090,88 4361143,97 1741040,— 13220,— 13220,— 12000,— 12000,— 430000,— 430000,— 584038,— 584038,— 196000,— 196000,— 85000,— 84000,— 334735,— 335735,— 3280178,33 903970,— 660590,— 37802,— 386500,— 3280178,33 903970,— 660590,— 37802,— 386500,— 215956,16 215956,16 29690,40 29690,40 3000,— 7557,50 2825,60 2825,60 DAMENMKNTIL DAM EN KO STU Ml HERRENMÄNTEL ohne Futter u. halbgef. jeder Art Damenmäntel m. Futter Reichswerbewochen CHEMISCHE REINIGUNGSWERKI f ARBEREI GEBR. 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Seibel, Frankfurter Str. 39. In Laubach: Solms- Laubacher Drog. K. Klein. «471V Nr. \ Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2. Januar 1939 Das größere Gießen Pflicht Einsatz land." das geschehen soll, irgendeines, das den Anstoß gibt/ die zweite Formel in Kraft treten zu lassen. Danach nimmt man sich nun ernstlich vor, seinen- Vorsatz durchzuführen. Vielleicht, daß man sich nochj eine schmale Frist gibt und erst „von morgen an' zur Praxis übergeht — aber da fängt man nun, wirklich an. Man nimmt sich einen Kalender her- sieht sich den regelmäßigen Ablauf der Zukunft an.' die so hübsch in Abschnitte aufgeteilt ist, und rech-^ net seine Pläne hinein. Am glaubwürdigsten roer^ den einem immer, wie gesagt, jene Vorsätze bleibens die man zahlenmäßig auf zwei Stellen Hinterm' Komma errechnen kann. Die Zukunft geht wunderbar auf, wenn man sie' dividiert, und dann fängt man an. Manchem gelingt die Wirklichkeit nach dem Muster der Vorsätze, wenigstens zum Teil schon, narir dem zweiten Vorsatz „Ich habe mir nun ernstlich^ vorgenommen..." Gelingt sie nicht, dann tritt an! irgendeinem Tag die dritte und letzte Formel in Kraft. Die Zahl 3 ist nicht umsonst von mystischer Bedeutung: hier entscheidet sichs. Es gibt gewiß, wenw man so will, noch eine vierte, fünfte, womöglich eine zehnte Formel, aber sie alle, die nach der dritten kommen, sind eigentlich keine mehr, es sind nur Nachlänge, die keinen eigenen inneren Gehalt mehr haben. Echos des bösen Gewissens sind sie allenfalls. Ganz selten wird nun allerdings überhaupt ein guter Vorsatz rund und ganz durchgeführt, auch nicht' nach der dritten Formel. Aber man könnte beirkah sagen: Dazu sind gute Vorsätze auch nicht da. Sie' sind dazu da, zu einem Drittel verwirklicht zu wer-- den. Wenn uns nur das gelingt, dann ist es out Denn — das war noch vergesien — gute Vorsätze schlagen von vorneherein schon 200 Prozent aus, sie? wissen, was sie wert sind (ein Drittel nämlich). Aber leben wir nur weiter mit unseren Vorsätzen, dieses Drittel von ihnen ist gut und taugt. Wie mit guten Freunden wollen wir mit unseren guten Vorsätzen umgehen, wollen mit ihnen leben, mit ihnen hoffen, mit ihnen verzweifeln und wieder glauben —■< bis zum letzten guten Drittel. unb dank des Einsatzes des Personals klappte auch hier alles! „Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten." Dies gilt auch für den diesjährigen Weihnachtspaketverkehr. Die grimmige Kälte und der Schneefall brachten Stockungen •im gesamten Eisenbahnverkehr. Dadurch bedingt, begann sich der Paketeingang zu verzögern, die eingehenden Paketkarten schwollen zu immer größeren Bunden an. Es war vorauszusehen, daß ein Teil der Pakete zum 1. Feiertag nicht vorliegen würde. Die Sonderzustellung, die nur für den 1. Feiertag vorgesehen war, wurde auf den 2. Feiertag und die folgenden Tage ausgedehnt. Den Paketzustellern war es allerdings dadurch nicht möglich, einen Feiertag im Kreise ihrer Familie zu verleben. Unermüdlich t(U jeder seine Pflicht bis ^um äußersten. Die Statistik ergibt vom 14. bis 27. Dezember an eingegangenen Paketen und Päckchen 1935: 28 112 Stück, 1936: 30650 Stück, 1937: 33 686 Stück, 1938: 35 510 Stück. Eingeliefert wurden vom 14. bis 24. Dezember: 1935: 32 869 Stück, 1936: 38 309 Stück, 1937:: 40 190 Stück und 1938: 40 895 Stück. Der paFeteinganq ist also gegen das Vorjahr u m rund 1 900 Sendungen gestiegen. Auch die Einlieferung Hal eine erhebliche Zunahme erfahren. Wurden doch rund 500 Sendungen mehr eingeliefert als im Vorjahr. Ach, ich habe private „Etats" gesehen, die mit sauber errechneten Treppenstufen schnurgerade in die Höhe führten, in denen sogar der unberechenbare Zufall rechnerisch erfaßt war. Ein Posten hieß vorsichtig: „Unvorhergesehenes ... 30 RM." Aber dann kommt etwas, das ganz unvorhergesehen ist. Irgendwann einmal kommt eines Tages ein Tag, ein Abend vielleicht, an dem man guter Dinge ist und plötzlich erkennt, daß man dieses große wunderbare Leben niemals nach einer korrekten Rechnung leben darf, daß es Rasenflächen genug gibt, deren Betreten ohnehin verboten ist, daß man sich nicht mit eigener Hand noch Verbotstafeln aufrichten soll. Da streicht man alle Berechnungen durch, streicht, streicht und will von keinem Vorsatz etwas wissen. Und solche Begeisterung ist in diesem Augenblick tatsächlich mehr wert als alle Berechnung. Ja, wer im Leben kein Zweimarkstück mehr riskiert, weil er seinen ängstlichen Etat umstürzen könnte, der hat schon verloren, so ist es. Trotzdem braucht man kein Pedant zu sein, wenn man sich nach einem Vierteljahr wieder plötzlich hinsetzt, um sich ein neues Leben mit neuen guten Vorsätzen auszurechnen. Wir glauben ja noch, das ist es. Der Pedant glaubt nicht mehr: er rechnet- Und es ist sein Fehler, daß er seinen Additionen bedingungslos und dem Leben gar nicht glaubt. Der chronologische Verlauf der Wirklichkeit nach gefaßten Vorsätzen ist in drei Formeln enthalten, die wir olle kennen. Die erste Formel heißt: „Ich habe mir nun vorgenommen .. Die zweite: „Ich habe mir nun ernstlich vorgenommen ... Die dritte: „Ich habe mir nun wirklich ernstlich vor- genommen..." Die erste Formel ist noch nicht viel mehr als der Versuch, sich mit einem bestimmten Gedanken zunächst einmal vertraut zu machen. Man weiß ausgezeichnet gut, daß man diesen ersten Vorsatz noch nicht Wirklichkeit werden lassen braucht, daß er kaum mehr als der Anfang zu der zweiten und, wenn es sein soll, zu der dritten Formel ist. Man geht nur so herum und nährt seinen guten Vorsatz mit ein paar freundlichen Gedanken und stellt sich gelegentlich auch einmal vor, wie es sein wird, wenn er erst einmal Wirklichkeit geworden ist — man wartet. Sonderbar, man geht und wartet. Ich sagte schon, gute Vorsätze faßt man nicht so überlegt wie andere Beschlüsse, sie» kommen einem plötzlich wie von selbst. Und auch der zweite Vorsatz kommt von außen her. Man geht und wartet auf ein Ereignis, Der Weihnachspäckereiverkehr hat in den letzten Jahren im Betrieb der beiden Postämter in Gießen eine erhebliche Steigerung erfahren. Es war vorauszusehen, daß der Umschlag sich für Weihnachten 1938 noch bedeutend verstärken würde. Mit den Vorarbeiten zur Bewältigung des zu erwartenden Andrangs wurde daher rechtzeitig begonnen. Sonderdienstpläne wurden aufgestellt, alles verfügbare Personal in Doppel schichten eingesetzt und Sonder zu st ellfahrten eingerichtet. Die fehlenden Arbeitskräfte stellte das Arbeitsamt. der fehlende Wagenpark wurde aus Heeresdeständen geholt. Bereits im November begann der Paketumschlag erheblich anzuschwellen. Die Geschäftswelt füllte die Warenlager auf, um für den Weihnachtsverkauf gerüstet zu sein. Am Sonntag, 11. Dezember, wurde die 1. Paketsonderzustellung durchgeführt. Die 2. Sonderzustel- lung erfolgte am 18. Dezember. Vom 20. bis einschließlich 24. Dezember wurden täglich Zwei Zustellungen vorgenommen. Hochbeladen verließen die Wagen den Posthof-, sie kehrten erst in den Nachmittagsstunden zurück, um sofort von einer anderen Arbeitsgruppe beladen und wieder fahrbereit gemacht zu werden. Manche Familie wird noch in den späten Abendstunden die ersehnte ©ans oder das Paket „Frischgeschlachtetes" erhalten haben. Erfahrungsgemäß und bedauerlicherweise fehle die Privallieferung erst am 19. ein und steigerte sich bis zum 23. Die Schaltervorräume konnten manchmal die Einlieferer kaum fassen und die Beamten hatten alle Hände voll zu tun, um diesem Ansturm gerecht zu werden. In unermüdlicher Arbeit wurden die Sendungen gewogen, beklebt, freigemacht und zur Absendung bereit gelegt. Wagen auf Wagen rollte zur Paketumschlagstelle am Bahnhof, um hier auf die einzelnen Richtungen verteilt und an die Züge gebracht zu werden. Tag und Nacht wurde gearbeitet und, nachdem der Eingang immer stärker wurde, sah es manchmal aus, als wenn die Arbeit nicht zu bewältigen wäre. Doch täglich wurde aufgearbeitet Aus Oer Stadl Gießen. „Januar kalt — das gefallt!" Der Bauer achtet auf den „Charakter" des Tages im Jahr und des ersten Iahresmonats im besonderen, um daraus die Art des ganzen Jahres voraussehen zu können. Und weil er weiß, daß ein kerniger Winter meist einen heißen, fruchtreifenden Sommer bringt, so will er im besondern, daß der Januar durchaus seinem alten Namen „Eismond" Ehre mache. So heißt es denn in Württemberg: „Der Januar soll mit Strenge walten, sonst wird der Frühling sich nicht gut halten." Uebereinstimmend dazu sagt ein Bauernorakel aus der Gegend um Koblenz: „Ist der Januar hell und weiß, wird gewiß der Sommer heiß!" Und das'gibt gute Ernten, so daß man weithin nsit Recht reimt: Jänner, je kälter und Heller, Scheuern und Faß desto voller." Auch unsere Landsleute und Landleute in Steier- markt sind der gleichen Meinung, man sagt dortzulande: „Knärrt im Jänner Eis und Schnee, gibt's zur Ernt' viel Korn und Klee!" Auch gilt diese Baernweisheit fast überall in deutschen Gauen: „Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rauh." Also soll es lieber so kommen, wie es sich die Schwaben und Badener mit Hinsicht auf das ländliche Wirtschaftsjahr wünschen: „Ist der Jänner von Anfang bis Ende gut, so hat das ganze Jahr einen guten Mut!" Der 1. Januar ist nicht nur des Monats, sondern des gesamten Jahres Spitze, und es ist begreiflich, wenn man ihn freundlich nahen sehen will: „Kommt des Tages Helle am Neujahrsmorgen sschnelle, so bedeutet das fürwahr ein besonders fruchtsbar Jahr!" Dreikönigstag ist am 6. Januar. In Thüringen prophezeit man: „Scheint am Heiligdreikönigstag die Sonne, so bedeutet es ein friedliches Jahr!" Und mit Hinblick auf die Entwicklung der Witterung sagt man: „Friert's in der Dreikönigsnacht, das Eis noch mindest 6 Wochen kracht." Wie sich schon im Herbst der Winter und damit das „Absterben" der Bäume — man sollte lieber „Ausruhen" sagen — kenntlich macht, so ersieht der Landmann auch an den Eigenschaften der Rinde und des Bastes, daß die Bäume allmählich wieder „innerlich zu arbeiten" anfangen, um sich auf das Hochschulnachrichten. Am 1. Januar feierte der Reichsdozentenführer, H-Brigad-eführer Ministerialdirektor Professor Dr. Walther Schultze seinen 45. Geburtstag. Pg. Schultze nahm als Offizier des Freikorps Evp der Befreiung von München teil. Bereits 1919 trat er der NSDAP, bei und nahm als Chef des San-• tätswesens der SA. unter Hermann Göring ans Marsch des 9. November 1923 teil. Frühjahr umzustellen: „An Fabian und Sebastian t bricht sich der Saft in den Bäumen Bahn', beißt es auf Hochdeutsch für den 20. Januar, der St. Fabian und St. Sebastian als Kalenderhell,ge verzeichnet. In Schleswig-Holstein heißt's: „Fabian und Sebastian let den Saft int Holt gähn." Der 22. Januar trägt den Namen St. Vinzenz'. Der Name klingt gar sehr an das lateinische Wort „vinum“, d. h. Wein, an, und überdies sagt man mirh in Süddeutschland für die edle Gottesgabe „Win" oder „Wi". Da ist ein aller Winzerglaube verständlich, der orakelt: „Hat St: Vinzenz Sonnenschein, füllt uns das Jahr die Fässer mit Wein!" Sei's drum! Aber es darf auch ein guter Tropfen sein, drum reimen die wackeren Schwaben hoffnungsvoll: „Scheinet die Sonn auf Vinzenti baß, so füllt's mit feinem Wein uns das Faß!" Der 25. Januar ist dem Tag geweiht, da aus einem Saulus ein Paulus ward, und heißt „Pauli Bekehrung". Das soll ein lichter, heiterer Tag fern, wenn sich der Bauer freuen soll, weil er nämlich aus alter Erfahrung prophezeit: „St. Paulus klar — verspricht ein gutes Jahr. Kommt aber Regen oder Schnee — o weh!" turereignisse hingewiesen werden. Unter Anspannung; aller Kräfte, in manchmal 12- bis 14ftiinMger ununterbrochener Dienstfolge, hat die Gefolgschaft ihrs ' getan, getreu dem Diensteid: „Persönlicher) bis zum äußersten für Führer und Vater-- Jn ihren Aufsätzen zum Jahresschluh 1938 haben Oberbürgermeister Ritter als Leiter der Stadt Gießen und Landrat Dr. Lotz als Leiter des Landkreises Gießen im „Gießener Anzeiger" vom 31. Dezember 1938 auf die bevorstehende Eingemeindung von Wieseck und Klein-Linden in die Stadt Gießen hingewiesen. Diese beiden Aeußerungen von maßgebender Seite lenken die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die ansehnliche Vergrößerung des Gießener Stadtgebietes hin, die mit dem 1. April 1939 in Kraft treten wird. Die Einwohnerzahl von Gießen, die sich nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1933 auf 35 913 belief, wird sich durch die Eingemeindung um 5922 erhöhen (Klein-Linden 2090, Wieseck 3832), so daß Gießen also — immer nach dem Ergebnis der Volkszählung von 1933 gerechnet — vom 1. April ab annähernd 42 000 Einwohner haben wird. Nach dem Ergebnis der statistischen Ermittlungen vom Juni 1933 wird Gießen in Zukunft 2665 Gewerbebetriebe aufweisen (Gießen 2326, Klein-Linden 127, Wieseck 212). von 1934 — auf 5711 Hektar Gesamtfläche erhöhen (Gießen 4175, Klein-Linden 294, Wieseck 1242); davon sind 1383 Hektar Ackerland (Gießen 845, Klein-Linden 155, Wieseck 383); 1010 Hektar Wiesen und Weiden (Gießen 606, Klein-Linden 67, Wieseck 337); 2227 Hektar Wald (Gießen 1838, Klein-Linden 1, Wieseck 388). Die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe bis % ha Gesamtfläche wird sich künftig auf 4092 belaufen (Gießen 3222, Klein-Linden 314, Wieseck 556); die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe über ha Gesamtfläche wird 388 betragen (Gießen 99, Klein-Linden 108, Wieseck 181). Die Beamten und Angestellten der Gemeinden Wiefeck und KleiwLinden werden in die Dienste der Stadt Gießen übernommen, lieber die künftige Gliederung des Verwaltungsdienstes, d. h. welche Dienststellen in den beiden Vororten verbleiben bzw, dort neugeschaffen werden, und über die Verwendung der 'Mitarbeiter in den einzelnen Dienststellen kann Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Pour le merite“ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tanz auf dem 23u(< kan". Spielplan des Stadttheaters vom 3. bis 8. Januar. Dienstag, 3. Januar, Anfang 20, Ende gegen? 23 Uhr, „Die lustige Witwe", Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag-Miete, 14. Vorstellung. Mittwoch, 4. Januar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr, zum letzten Mal, „Der Hochverräter" Schauspiel von Curt Langenbeck. Spielleitung: Han-? nes Razum. Mittwoch-Miete, 14. Vorstellung. Donnerstag, 5. Januar, Anfang 20 Uhr, EndÄ 22 Uhr, einmaliges Gastspiel „Meister-Sextett' (Comedian Harmonists), außer Miete! Freitag," 6. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.3'X Uhr, „Läuter Lügen", Komödie von Hans Schweif fort. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim." 75000 Weihnachtspakete passierten das Postamt Gießen, pofete, wie sie nicht sein sollen. — post im Dienst der Weihnachtsfreude. mit der Aufschrift: Lieber Karl! Als Unterschrift^ Deine Minna? Einziger Anhaltspunkt im Briefs Nachbar Schars ch hatdiese Woche f r i f dj* geschlachtet. Der Postagent in K. wird beaufi tragt, auf Grund dieser Tatsachen näheres festzu-t stellen. Eines Tages kommt die Nachricht: Ded Empfänger der Sendung ist Karl Schmidt im Ar-t bcitslager H. Die Sendung kann nun dem Emp4 fänger, allerdings ganz erheblich verzögert, zuge^ stellt werden. Wieviel mag aber in der Zwischenzeit) über die Post geschimpft worden sein?! Ein großes Schmerzenskind sind die vielen a u fa schriftslosen Koffer unserer Arbeits 4 männer und © ol baten. Die auf geflehte ii< Adressen fallen ab, die Anhänger reißen ab, übrid bleibt ein Koffer ohne Anschrift, in welchem audj das Doppel der Anschrift fehlt. Läßt sich der Emp? fänger nicht ermitteln, so werden die Sendungen der Postmeldestelle Frankfurt a. M. 9 zugeführt. In vielen Fällen gelingt es'erst nach Monaten, bei^ Empfänger zu ermitteln. Ergebnis: Viel unnötige Schreibarbeit, viel Merger! Darum: Doppel bed Anschrift im Paket nicht vergessen. 3n ähnlicher Meise verursachen die „kranken", . bas sind die beschädigten Pakete, viel Arbeit > und Zeitverlust. Die Pakete sollen zu Weihnachten besonders halt5 bar verpackt sein. Da wird ein durchnäßtes Pakets vorgelegt. Der Empfänger erscheint: Verpackum, äußerlich ein dünner Pappkarton, Inhalt einq Flasche Wein, eine Flasche Kognak unb vieles an? bere. Beide Flaschen ganz dünn mit Holzwolle um=* wickelt! Die Flasche Kognak zerdrückt, die Ginlagei^* des Pakets durchtränkt und vielleicht unbrauchbar^ weil der Absender es verabsäumt hatte, für Glas^ wie vorgeschrieben, eine besonders haltbare 23er Packung zu wählen! Ergebnis: Statt Weihnachts^ freube — Aerger. Schadenersatz kann in den mei* ften Fällen nicht geleistet werden. Der verzögerte Paketeingang verursachte die Beantwortung einer Unmenge fernmündlicher Anrufe) Einige dieser Anrufe waren recht unfreundlich ge* halten. Menschlich verständlich, konnte der Anrufes nur immer wieder auf die unverhergesehenen Naim rheinischen Dialekt war der Angeklagte Bätes des Herrn Haars. Ihm assistierte mundartlich Herr Schorn, der sich leider darstellerisch eine grobe Geschmacklosigkeit leistete; so geht das nicht, auch nicht zu Silvester, und es wäre Sache der Regie gewesen, derartige Entgleisungen zu verhindern, welche, zumal wenn sie sich wiederholen, das Publikum aus dem Theater treiben. Vom übrigen Ensemble, das angeregt bei der Sache war, seien die Damen Vollert, Garbe, Schloe- d e r und Kneip und die Herren v. Gschmeid - ler und Schlick genannt. * Es gab lebhaften Beifall, stellenweise sogar bei offener Szene. Hans Thyriot. Die kleine Philosophie der guten Vorsätze. Von Christian Bock. Eines unserer Haupt- und Gala-Sprichwörter behauptet, daß der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert sei. Aber sagt was ihr wollt, es spaziert sich besser darauf als auf barem Nichts, unb es ist nicht so ausgemacht, daß man geradeswegs zur Hölle spaziert: solche Sprichwor^r sind oft eher von Pädagogen gemacht als von Philosophen, sie sind eher Warnungen als Wahrheiten. Gute Vorsätze sind, alles in allem, besser alß das Sprichwort sie macht. Sie haben übrigens eine wunderliche Eigenart. Wir fassen sie eigentlich nicht mit Bedacht unb langsamer Umsicht — sie kommen über einen. Unerwartet, beinahe wie ein Regenschauer ober ein Gewitter mitten im Winter: Plötzlich will man nun grünblid) anders werden, besser, hilfreicher, arbeitsamer, sparsamer, freundlicher zu seinen Mitmenschen — es sind ganz biblische Kardinal-Tugenden, die man sich vornimmt. Die Vorsätze mögen heißen, wie sie wollen, sie lassen sich olle auf einige drei, vier Grundtugenden zurückführen, deren „Ausführungsbestimmungen sie sind. Dom verwegensten Männerentschluß „nicht mehr so viel zu rauchen" bis zum guten Vorsatz, von nun an über fein leibliches unb inwendiges Leben pedantisch Buch zu führen, mit Daten, Rerchs- markbeträgen und allen Möglichkeiten, die es rechnerisch gibt.'Denn es ist sonderbar genug, aber e_s ist so: Des Menschen Glaube ist noch viel mehr sein Himmelreich, wenn er diesen Glauben in ein Dezimalsystem bringen kann. Durch alljährliche Bekanntgabe in der Presse hat die Deutsche Reichspost immer darauf hingewiesen, die Sendungen während des Weihnachtsverkehrs besonders sorgfältig zu verpacken. Ein Doppel der Aufschrift im Paket ist ja eine Bestimmung für postordnungsmäßige Einlieferung. Einige größere Aemter im Bereich der Reichspostdirektion Frankfurt a. M. (darunter auch Gießen), sind berechtigt, aufschriftslose Pakete zu öff- n e n und weiter zu behandeln. Die Gießen berührenden Bahnposten weisen derartige Sendungen hierher ab. Beim Oeffnen wird oft festgestellt, daß das Doppel der Anschrift fehlt und nun beginnt ein Suchen nach einem Anhaltspunkt. Da liegt z B. ein Paket aus K. vor. Inhalt: mit | viel Liebe gepackte Weihnachtsgeschenke! Ein Brief 1 Spielleitung Außer Miete. Sonntag, 8. Januar, Anfang 19 Uhr, Ende gegem 22 Uhr, ,',Die lustige Witwe", Operette von Franzi Lehar. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt) 1 Spielleitung: Gert Buchheim. Außer Miete!_______ Freitag-Miete, 14. Vorstellung. Samstag, 7. Januar, Anfang 15 Uhr, Ende 17.3f> Uhr, zum' letztenmal „Frau Holle", Märchen von/ Walter Osterspey. Spielleitung: Hermann Schultzes Griesheim. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt.' heute noch nichts gesagt werden, da die Erwägungen über den Aufbau und die Gliederung der neuen Verwaltung noch nicht abgeschlossen sind. Die Eingemeindung bedarf der Verfügung durch Die Gemeinde fläche des größeren Gießen I den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger als wird sich — nad) dem Stand der Erhebungen > Führer der Landesregierung. Gießener Stadttheater. Heinrich SPocrl: „Der Maulkorb." Als Silvestervorstellung servierte bas Stadttheater bas heitere Spiel vom Maulkorb. Das ist, mit kurzen Worten, die Geschichte vom Staatsanwalt, der es selber war. „Es" geschieht, wie manches, was nicht passieren sollte, unter dem Einfluß allzu reichlichen Alkoholgenusses. Ein schwer bezechter Mann hängt dem Denkmal des Landesherrn m einer Kleinstadt (lange vor dem Kriege) einen Hundemaulkorb um. Es gibt natürlich einen Volks- ouflauf und regelrechten Skandal. Der Witz dabei ist tzaß der Staatsanwalt, der sich in jener Nacht die Nase begossen hat und sich am anderen Morgen an nichts mehr erinnern kann, mit der Untersuchung des Falles beauftragt wird und sich mit ahnungslosem Eifer an die Entlarvung seiner selbst begibt. * Staatsanwalt und Täter in ejner Perlon das ist das Kuriosum, an dem Spoerls Phantasie stch entzündet. Unbestreitbar, daß er dem Fall allerlei komische Pointen abgewinnt, daß er bas Abenteuer sogar zu einem überraschenden, lustspielhaft harmlosen Enbe steuert; ebenso unbestreitbar daß dies mit einigem Umstand vor sich geht, und daß der Zuschauer ziemlich von Anfang an über den Urheber des Skandals Bescheid weiß, womit, kriminalistisch gesehen, ein gewisser Spannungsreiz verloren geht. Uebrigens war es Spoerl offenbar nicht um eine bissige Satire zu tun, sondern um den Ulk eines Sturmes im Wasserglase, der die Leute zum Lachen bringen soll. * Dieser löbliche Zweck wurde erreicht. Herr Löffler als Bühnenbildner hatte das Denkmal als den Tatort als ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht' und als Vertikalachse auf die Drehbühne gestellt auf der sich die Schauplätze vor einem winterlichen Kleinstadtprospekt lustig verwandelten. Die Spielleitung — Hannes Razum — mar auf eine umständlich-präzise Aufklärung des Tatbestandes und Betonung der mehr oder minder überraschenden komischen Pointen bedacht. Den Staatsanwalt' spielte, an Stelle von Herrn Geißler, Herr Erich Eschert vorn Städtischen Theater Heidelberg: scharf, schneidig, amtsestrig, cklmung^los — als einen Würdenträger vom Kaliber des Herrn von Wehrhahn. Sehr hübsch mit überlegenem Humor, gab Herr Erl er den Tat- zeugen Rabanus. Eine volkstümlich komische Figur Wiedereinstellung in die Luftwaffe. Das Reicksluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Bei der Luftwaffe bestehen zur Zeit besonders günstige Aussichten für in Ehren entlassene Soldaten, die ihre Wiedereinstellung in den aktiven Wehrdienst erstreben. 2. Gesuche um Wiedereinstellung und Anfragen sind an das nächste Luft-Gaukom- rnando zu richten. Die Anschrift des für den Bewerber zuständigen Luftaaukommandos ist bei jedem Wehrbezirkskommando zu erfahren. Krastpostverkehr im Kampf mit Schnee und Eis. Die Kraftpoststellen unserer Reichsbahn haben in den vergangenen Tagen keinen leichten Dienst gehabt. Die schweren Schneefälle haben den Verkehr ■aud) bei der Post sehr erschwert. Ueberall hinderten große Schneeverwehungen die Fahrt, und der Einsatzbereitschaft und der Energie der Fahrer war es zu danken, daß der Kraftpost- wie auch der Personenverkehr in Omnibussen auf allen Linien aüf- rechterhalten werden konnte. Allerdings waren Verspätungen manchmal nicht zu vermeiden, wenn es galt, da und dort einen Wagen erst.freizuschaufeln oder darauf zu warten, bis eine schwere Schneeverwehung beseitigt war. In vielen Gemeinden wurde Verständnis für die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Verkehr gezeigt, und die Straßen wurden so weit schneefrei gehalten, daß der Verkehr möglich war. Mit größeren Schwierigkeiten hatten die Land- kraftposten zu rechnen, die morgen zu früher Stunde ihre Fahrt in das Hinterland, in das Biebertal, nach Grünberg usw. anzutreten hatten und dabei selbstverständlich noch keine geräumten Straßen vorfanden. Was den Schneemassen nicht gelungen war — nämlich den Kraftpostverkehr lahmzulegen —, das vermochte nunmehr das Glatteis, das sich nach dem gestrigen Regen auf den Straßen bildete. Im Interesse der Sicherheit von Menschenleben und um der Erhaltung der Werte in den Kraftwagen willen, wurde heute morgen der Kraftpostverkehr einae- stellt, da bei den gegenwärtigen Straßenverhältnissen mit ziemlicher Sicherheit mit Unfällen gerechnet werden müßte. ** A r b e i t s j u b i l ä u m. Am heutigen 2. Januar feiert der Arbeiter Wilhelm Hillaärtner aus Hausen bei den Gailschen Tonwerken fein 25jäh- riges Arbeitsjubiläum. Herr Hillaärtner ist in diesem Betriebe als Handformer beschäftigt. Er hat sich während dieser Zeit die Zufriedenheit und Achtung der Betriebsführung erworben, und mit allen Mitarbeitern pflegt er gute Kameradschaft. Durch die Firma und seine Arbeitskameraden wurde der Jubilar an seinem Ehrentage entsprechend gefeiert. ** Unterrichtsbeginn. Wie das Stadtschul- amt heute bekanntgibt, beginnt der Unterricht in der gewerblichen und in der Mädchenberufsschule am Mittwoch, 4. Januar. Der Jahresanfang in Gießen. Mit viel Krach und frohen Zurufen von Fußgänger zu Fußgänger, von Haus zu Haus nahm unter dem feierlichen Geläut der Glocken das Jahr 1939 feinen Anfang. Es war eine angenehme Winternacht, die es den Nachtschwärmern ermöglichte, 'ihren Straßenbummel um die Mitternachtsstunde in ausgelassener Stimmung zu machen, die auch den Daheimgebliebenen das längere Offenhalten der Wohnungsfenster zwecks Umschau über den Sil- vester-^Kriegsschauplatz" ohne die Gefahr von Erkältungen gestattete. Und so konnte man denn als Straßenbummler, wie als Beobachter am Fenster, die Wahrnehmung machen, daß das nächtliche Sil- vesterfeuerwerk an Stärke, Vielseitigkeit und Dauer nichts zu wünschen übrig ließ. Es begann eigentlich schon am Samstagnachmittag mit mancherlei „Ka- nonenschlägen", Krach von Fröschen usw. Im Verlaufe des Abends wurde es allmählich stärker, um dann zur Mitternachtsstunde natürlich seinen Höhepunkt zu erreichen. Da zischten Raketen in die Luft, stiegen Leuchtkugeln empor, leuchteten bengalische Feuer und grell-weiße Sonnen, krachten Frösche und Kanonenschläge, kurzum, es herrschte ein Mords- detrieb. Aus den Wohnungen riefen frohgestimmte Menschen herzliche Neujahr^grüße einander zu, die Lichter an den Weihnachtsbäumen erfreuten noch einmal mit ihrem Kerzenschein und riefen die Erinnerung an die Weihnachtsfeier wach, kleinere Buben und Mädels brannten unter der Aufsicht des Vaters oder der Mutter bescheidenes Feuerwerk aus den Wohnungsfenstern ab, während aus den Straßen die „älteren Semester" unserer Jugend sich mit Eifer den „schweren" Dingern der Feuerwerkskunst widmeten. Glücklicherweise nahm die ganze Feuerwerkerei einen guten Verlauf, wenigstens wurde die Sanitätsbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes im Verlaufe der Silvesternacht nicht in Anspruch genommen. Auch für die Polizei lag kein Anlaß zum Einschreiten vor, so daß sich der Jahreswechsel also in guter Form vollzog. Der erste Tag des neuen Jahres führte sich allerdings herzlich schlecht bei uns ein. Vom Vormittag ab herrschte erst langsames, dann gegen Mittag immer stärker werdendes Schneetreiben, das im Verlaufe des Nachmittags in Regen überging, der von zunehmendem Tauwetter begleitet war. Es war, kurz gesagt, ein Sudelwetter übelster Art, bei dem niemand ohne zwingenden Anlaß auf die Straße ging. Wer dennoch zum Ausgehen gezwungen war, bemühte sich um möglichste Abkürzung seines Weges, denn es war wirklich keine Freude, in dem auf den Bürgersteigen vielfach noch bis zur Kiio- chelhöhe liegenden nassen Schnee herumzustapfen oder auf den hartgetretenen und fast zu Eis gewordenen Schneehuckeln herumzuschlittern und dabei von oben und von unten noch „bewässert" zu werden. Der Pegen und das Tauwetter hielten während der Nacht an und machten sich auch am heutigen Montag schon in früher Morgenstunde bemerkbar. Mit der Schneeherrlichkeit in den Straßen ist es jedenfalls bis auf weiteres zu Ende. Und damit beginnt in der Stadt das neue Jahr nicht in dem prächtigen Kleide des Winters, sondern in dem weit weniger erfreulichen Gewand von Matsch und Nässe in den Straßen. Aus der engeren Heimat. Hütiengebühr auf dem Hoherodskopf. LPD. Schotten, 1. Jan. Da die Klubhäuser des Vogelsberger Höhen-Clubs (VHC.) ■auf dem Hoherodskopf alljährlich beträchtliche Summen für die Unterhaltung notwendig machen, wird nach einem Beschluß des Gesamtvorstandes des VHC. mit sofortiger Wirkung von allen Nichtmitgliedern des VHC. eine Hütten- gebühr von 10 Pfennig erhoben. Die Gebühr wird nicht erhoben bei KdF.-Fährten, Betriebsausflügen, Schulausflügen, von ‘ Forstmännern 'und von Mietkraftfahrern. Bei Familien wird die Gebühr nur einmal mit 10 Pfennig erhoben. VHC. er und deren Angehörige, die sich als solche ausweisen, haben nichts zu zahlen. Auf der Landstraße tot aufgefunden. LPD. Nidda, 1. Jan. Ein etwa 50 Jahre alter Mann, angeblich ein Reisender namens Schmidt aus Frankfurt a. M., wurde auf der Landstraße in der Nähe von Echzell tot im Schnee liegend ausgefunden. Anscheinend ist der Mann gefallen und dann erfroren, es soll aber auch ein Herzschlag nicht ausgeschlossen sein. Landkreis (Bidteiu * Garbenteich, 30. Dez. Der Gesangverein „F r o h s i n n" hatte seine Mitglieder und deren schulpflichtige Kinder zu einer Abendunterhaltung eingeladen. Musik, von Kindern gespielt, und Liedvorträge leiteten den Abend stimmungsvoll ein. Die Kinder brachten außerdem ein Spiel zur Aufführung, das große Freude auslöfte und lebhaften Beifall fand. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden die Kinder mit Geschenken bedacht. Die Kinder dankten für die schönen Gaben mit fröhlichen Gesichtern. Gedichtvorträge der Kinder und gemeinsam gesungene Lieder beschlossen den schönen Abend. <£ Leihgestern, 30. Dez. Die Bautäti^- k e i t in unserer Gemeinde war in diesem Jahre nicht besonders rege. Außer An- und Umbauten an landwirtschaftlichen Gebäuden werden jetzt auch Silos in den landwirtschaftlichen Hofreiten errichtet. Wohngebäude wurden in der Hindenburgstraße zwei, in der Bahnhofstraße und im Ortsteil am Mühlberg fe eines errichtet. cxd Holzheim, 31. Dez. Am Donnerstag verstarb hier der Zweitälteste männliche Einwohner unserer Gemeinde, der Schneidermeister Jakob Schneider ITI. im fast vollendeten 86. Lebensjahr. Der Dahingeschiedene wirkte 25 Jahre lang im Amt des Kirchendieners. — Nach den weiteren Schneefällen mußte die hiesige Freiwillige Feuerwehr abermals zum Schneeräumen eingesetzt werden, denn der Verkehr war durch die Schneemassen völlig lahmgelegt worden. * Londorf, 29. Dezember. Der Turnverein Londorf veranstaltete in der vollbesetzten Volkshalle einen Unterhaltungsabend. Vereinsführer Pfeiff hieß die Erschienenen willkommen. Wohl- gelungene turnerische Vorführungen und ein Theaterstück füllten den Abend aus. Die Musikkapelle umrahmte das Programm mit guten Vorträgen. Brand in der Silvesternacht. Die Nacht des Jahreswechsels 1937/38 brachte ein großes Feuer in Holtheim, das durch Leichtfertigkeit beim Neujahrsschießen entstanden war und mehrere Gebäude vollständig einäscherte. Genau ein Jahr später, nämlich in der jetzigen Silvesternacht 1938/1939, mußten wiederum viele Feuerwehrmänner zu ihrem schweren Dienst im Kampf gegen Feuersnot ausrücken, die diesmal am Silvesterabend gegen 21 Uhr in Hattenrod (Kreis Gießen) entstanden war. Gegen 21 Uhr am Samstag ertönten in Hattenrod die Turmglocken. Es brannte in der Scheune der Heinrich Stumpf Witwe. Die Pflichtfeuerwehr von Hattenrod war bereits wenige Minuten später an der Brandstätte und nahm den Kampf gegen das entfesselte Element mit mehreren Schlauchleitungen auf. Da man mit Schwierigkeiten bei der Wasserzufuhr rechnen mußte und mehrere Wohnhäuser in unmittelbarster Nähe der brennenden Scheune gefährdet waren, wurden von dem sofort benachrichtigten Kreisfeuerwehrdezernenten, Regierungsrat Dr. F u h-r, außer der zuständigen Bezirksmotorspritze L i ch noch die Bezirksmotorspritzen von G r ü n b e r g und Lollar alarmiert. Trotz der durch hohen Schnee und durch Eis- .bilduna sehr erschwerten Wegeverhältnisse trafen die Motorspritzen schon nach kurzer Zeit an der Brandstelle ein. In außerordentlich knapper Zeit wurde von den Männern der Motorspritzen die schwierige Aufgabe bewältigt, etwa 500 Meter Schlauchleitung auszulegen und damit an den in Richtung Harbach gelegenen Brandweiher anzuschließen. Nunmehr gelang es, den von der Pflichtfeuerwehr Hattenrod in vorbildlicher Tatkraft bereits auf seinen Herd beschränkten Brand in kurzer Zeit restlos niederzukämpfen. Mit der Scheune verbrannten die darin geborgenen Erntevorräte und landwirtschaftlichen Geräte. Dagegen gelang es erfreulicherweise, die gefährdeten und vorsichtshalber geräumten Nachbargebäude, sowie die Stallungen und den Viehbestand zu retten. Der Feuerwehrdezernent beim Kreisamt Gießen, Neaierungsrat Dr. Fuhr, der stellv. Kreisfeuerwehrführer, Hauptbrandmeister Schelm (Lollar), und Gendarmerieobermeister Schumacher trafen bereits kurz nach Brandausbruch an der Brandstätte ein. Regierungsrat Dr. Fuhr verweilte inmitten der Feuerwehren, bis der Brand völlig niederge- kämpft war, die technische Leitung der Feuerwehren hatte der stellv. Kreisfeuerwehrführer Schelm, bis zu dessen Eintreffen der Leiter der Pflichtfeuerwehr von Hattenrod die Löschmaßnahmen in anerkennenswerter Weise geleitet hatte. Nach etwa zweistündiger angestrengter Arbeit, die durch große Glätte auf den Straßen und durch die Winterkälte sehr erschwert war, konnten die auswärtigen Feuerwehren gegen 23.30 Uhr nach Hause entlassen werden. Der Kreisfeuerwehrdezernent Regierungsrat Dr. Fuhr sprach den vor der Heimfahrt angetretenen Mannschaften der Feuerwehren den Dank und die Anerkennung des Kreisamts für ihren tatkräftigen Einsatz aus und wünschte den Feuerwehrmännern, die zum größten Teile ihre zur Feier der Jahreswende versammelten Familien in pflichttreuer Weise zum Dienst für die Gemeinschaft im Stiche lassen mußten, um Not und Gefahr von anderen Menschen abzuwenden bzw. zu beseitigen, ein gutes neues Jahr. Der gleiche Dank konnte an Ort und Stelle den Männern der Pflichtfeuerwehr Hattenrod nicht ausgesprochen werden, da sie im Interesse ihrer auswärtigen Kameraden, denen sie die Ankunft daheim noch vor dem Jahreswechsel ermöglichen wollten, die weitere Bekämpfung der Flammen allein übernahmen und dadurch unter vollster Anspannung aller Kräfte zu arbeiten hatten. Aber auch ihnen gebührt für ihren vollen Einsatz Dank und Anerkennung, die ihnen von der Aufsichtsbehörde noch zum Ausdruck gebracht werden. Die von der Gendarmerie sofort an Ort und Stelle aufgenommenen Ermittlungen nach der Ursache des Brandes ergaben einwandfrei, daß das Feuer auf leichtfertiges Umgehen mit Feuerwerkskörpern durch einen 13jährigen Jungen zurückzn- führen ist. Der Junge spielte mit sog. „Wunderkerzen", deren eine, feine letzte, er in die Höhe warf. Die glühende Kerze verfing sich dabei in Heu und Stroh, das aus der Ladeluke der Scheune heraushing, und fetzte es in Brand. Rundfunkprogramm Dienstag. 3. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 2.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musica. 15: Kleines Konzert. Klavierwerke von Fritz von Bose. 15.30: Frauen der Vergangenheit. Charlotte von Kalb. 16: Nachmittagskonzert. Zeitgenössische Unterhaltungsmusik. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Wie wurde die Arbeitsbeschaffung finanziert? 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: Klang der Landschaft. Täler im Schnee. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Das Jahr beginnt mit frohem Mut. Kleines Konzert der Jugend zum neuen Jahr. 20: Nachrichten. 20.15: Kammermusik. 21: Der junge Goethe (VI. Abend). Sturm und Drang. Frankfurt a. M. 1771/72. 22: Übertragung auf den Landessender Danzig: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. Z. Laut gesetzlicher Bestimmung hat der Vermieter während der Metzeit die Mietsache in einem zum vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Sie können von Ihrem Hausherrn also das Setzen eines den modernen Anforderungen entsprechenden Herdes verlangen. Haden Sie sich nun sogar bereit erklärt, selbst einen neuen Herd zu kaufen und ihn auf eigene Kosten setzen zu lassen, so hat der Vermieter kein gesetzlich begründetes Recht, Ihnen die Aufftellung des Herdes zu verbieten, falls Sie Vorsorge tragen, daß die Wohnung unter den nötig werdenden Herdsetzungsarbeiten nicht leidet. Will MU MMN Roman von Hubert Rausse. Copyright by Albert Cangen/Oeorg Müller, München. £0. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Gestern hab ich aus der Straße gehört: Daß du mir aber nicht langsam läufst. Das scheint so eine neue Übersetzung zu fein von unferm alten »Eile mit Weile!'" „©an,5 ehrlich gesagt: Mir is Wien schon lieber!" 3a, aber das Tempo und die Lebenskraft! Jetzt sei gerade eine neue Flugverbindung nach Ostasien m siebzig Stunden fertig geworden! Da hatte Jte die klassische Antwort gegeben: „Schön! Aber wenn man sich so überlegt, was die Seute in den siebzig Stunden alles nicht sehen — »direkt leid können s' einem tun!" '-Berlin arbeitete. Berlin arbeitete härter und verbissener, als Jte erkennen konnte. Berlin hatte den Glauben an sich und seine Kraft. Die Arbeit der Millionen in Stuben und Fabriken, an Hebeln unh Feuern, mit Faust und Hirn — dieses tägliche Schaffen der unendlich vielen stand unsichtbar wie ein Elmsfeuer über der Stadt. Brasky gab Jte Elisabeths Brief. ( „Wundervoll", sagte sie. „Elisabeth und ich, das muß ein Bombenerfolg werden!" „Du freust dich wirklich?" „Frag nicht so töricht, Elisabeth ist meine Freundin! । "Aber seit München hat sich vieles geändert!" „Nicht in unserer Freundschaft!" „Vielleicht zwischen den Menschen nicht — Brasky bob eine Achseln —, zwischen den Schauspielerinnen sicher. Damals war Elisabeth der große Stern um den du als der kleine kreistest, jetzt bist du selbst ein Stern. Das kann leicht auch auf das menschliche Verhältnis abfarben." „Das befürchte ich gar nicht Elisabeth und ich sind zwei ganz verschiedene Naturen. Auch damals in München habe ich mich in vielen Dingen überlegen gefühlt. Ich kenne das Leben, und'ich kenne die Menschen, Elisabeth sieht alles mit ihren Vor- urteilßn. Sie glaubt, der Mensch sei gut, und ich bin vorn Gegenteil überzeugt. Wir Ottakringer glauben an die Erbsünde, und das gibt uns in der praktischen Welt einen gewaltigen Vorsprung." Brasky lachte. Er schätzte auch als Direktor Jtes praktischen Verstand. „Elisabeth scheint auf diesem Gebiet auch gelernt zu haben." Er machte die Bewegung des Geldzählens. „In dieser Zeit kein Wunder!" Jte zuckte die Achseln. „Nein, ich bin wirklich der Ueberzeugung, daß wir beide zu Freundinnen geschaffen sind. Wir find völlig verschieden und ergänzen uns deshalb so ausgezeichnet. Um die gleiche Rolle gibt es doch keine Konkurrenz! Ich habe oft Sehnsucht nach ihr gehabt in diesem männlichen Berlin!" Das hatte Brasky im Grunde hören wollen. Er versprach sich selbst von der Schauspielerin Hellfahr einen weiteren Erfolg, aber er war froh, daß er von Jte zu diesem Engagement förmlich gedrängt wurde. „Also gut", sagte Brasky, „ich schreibe ihr, daß sie zu einer Aussprache hierher kommen soll. Auf meine Kosten natürlich!" Er stand auf. „Tu das", sagte Jte, „und schreib ihr, daß ich mich irrsinnig freue, sie wiederzusehen und ihr meine .Kunstreiterin' vorzuführen." Brasky beugte sich zu einem Kuß. „Eifersüchtig scheinst du gar nicht zu sein?" „Eifersüchtig?" „Nun ja, Elisabeth ist eine schöne Frau, für bereu künstlerische und menschliche Qualitäten ich mich schließlich beruflich interessieren muß." „Aber nur beruflich, bitte!" Sie gab ihm ihre Lippen und legte ihre Hand für einen Augenblick Örtlich auf seine Schultern. „Und dann ist blond doch gar nicht dein Typ!" Er zuckte die Achsel, fragend. ^,.Und Jago ist ein gefährlicher Gegner!" sagte Brasky verschwand lachend durch die Tür. hatte oft Sehnsucht nach den Münchener Zeiten. Auf die ersten anstrengenden Berliner Probentage, auf das erste Erleben dieser gewaltigen Stadt, auf die ersten Erfolge war ein gewisser Rück- 'chlag erfolgt. „Die Tochter des Kunstreiters" lief nun schon einen Monat lang und brachte immer noch volle Häuser. Jte hatte viel Zeit Sie, die berühmte Jte Fall, die an allen Plakatsäulen hing, fühlte sich allein in dieser großen, von den Kämpfen der Zeit geschüttelten Stadt Die fünfzigste Wiederholung der „Tochter des Kunstreiters" wollte Brasky mit einer besonderen Aufmachung feiern. Die Zirkusszene sollte durch Einlagen von Artisten einen neuen Glanz empfanden. Girls und Tänzerinnen waren verpflichtet. Jte stürzte sich mit freudigem Eifer in die wichtige und finanziell wesentliche Kostümierungsfrage. Sie saß in der kleinen überheizten Schneiderei des Theaters, zwischen roten und blauen und grünen Seidenstoffen und probierte gerade an einer gut gewachsenen Elevin die neuen Girlkostüme, als es klopfte. „Herein!" Im Rahmen der Tür, die er gerade ausfüllte, stand Jago. „Nanu!" sagte er und schaute verwundert auf den mit Nadeln besteckten grauen Schneider und die junge errötende Elevin. Aber da fiel ihm Jte, die er hinter der Tür doch gar nicht bemerkt hatte, bereits um den Hals. „Eine komische Garderobe!" lachte Jago und hielt Jte fest. Brasky sei nicht zu finden —, und auf die Frage nach Jte Fall habe man ihn hier die Hühnerleiter hinaufgewiesen. „Das ist die Schneiderei, Jago, ich kümmere mich nämlich auch um praktische Dinge. Schon, damit sich deine Peseten verzinsen!" Sie hob sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen Kuß auf die Nase. „Weil du nur da bist, Jago! Ich habe so viel Sehnsucht nach dir und Elisabeth und unseren Münchener Abenden. Aber jetzt laß los, mir bleibt sonst der Atem weg!" „Wirklich? Und Sehnsucht hast du? Ich komme eben von Trebbin! Sie läßt dich grüßen!" „Danke, Jago!" „Aber könnt ihr hier Elisabeth gebrauchen?" Jte, als Braskys Freundin, genoß im Hause das Ansehen einer Prinzipalin. Sie raffte sich also wieder zu einer würdigen Haltung zusammen und sagte: „Das ist Braskys Sache. Aber ich glaube: Ja! Und schließlich wirst du als Geldgeber auch ein Wort mitzusprechen haben!" Ein wenig später saßen sie in einer kleinen Gaststätte in der Kantstraße, in der Brasky und Jte vor der Aufführung oft eine Kleinigkeit zu essen pflegten. Es war noch früh. Der lange schmale Raum war leer. Jte und Jago saßen ganz allein in der äußersten Nische. „Also, man darf dich beglückwünschen, Jte! Die Presse ist begeistert, an allen Plakatsäulen klebt dein Bild, und sogar der lordähnliche Oberkellner erweist dir die Ehren eines bevorzugten Gastes." Jte lächelte. „Ja, du darfst es! Alles Aeußere ist in schönster Ordnung: aber im Innern ist mir zumute wie damals Elisabeth in München. Ich habe Sehnsucht und weiß nicht wonach — ich ginge am liebsten- laufen, aber ich weiß nicht recht wohin." „Aber Jte!" sagte Jago. „Dann müssen wir einen Burgunder trinken! Heimweh? Heimweh kann ein Herz zum Zerspringen bringen!" „Was heißt bei mir Heimweh? Meinen Vater hab ich nicht gekannt, meine Mutter ist gestorben. Wir Kinder sind alle in die Welt zerstreut. Ja, ich denke oft an die grünen Hügel und Wälder vor den Toren von Wien, aber ich bin keine Elisabeth, die in Mutters Arme und in eine alte Kinderstube fliehen kann," Der feierliche Oberkellner brachte den im Körbchen liegenden Wein und schenkte die bauchigen Gläser voll. „Weißt du, alles dies — und sie zeigte mit ihren schwarzen Augen auf den Wein, der in den Gläsern dunkelrot funkelte, und zu den Bildern an den Wänden —, alles dies hab ich mir in meinem Leben nie erträumt. Ich bin unabhängig davon, ich nehme es mit, deinetwegen ober Braskys wegen, aber es bedeutet mir nichts!" „Und deine Arbeit?" „Das ist es eben! Ich habe zu wenig Arbeit. In München hatten wir einen wechselnden Spiel- plan, hier läuft Abend für Abend das gleiche Stück. Ich habe keine Proben und fühle mich leer und lau." „Und Brasky?" „Ist mir ein guter und ehrlicher Freund. Ich will nicht klagen, aber er ist mir nicht mehr." Sie sah still vor sich hin. Ihr Mund brannte rot in dem blassen Gesicht. Sie hob ihr Glas: „Ich freue mich. Jago, daß du hier bist. Und ich hoffe sehr, daß du ganz in Berlin bleibst und daß wir bald in unserem alten Kreis wieder froh und vergnügt sind." „Weißt du, was dir fehlt, Jte?" Sie sah ihn an, unter Tränen lächelnd. „Ja?" Da sagte Jago: „Die Liebe!" Jte zuckte die schmalen Achseln. „Du kannst recht haben! lieber Freund! Aber auf die werde ich wohl in Demut und Geduld weiter warten müssen." Sie tupfte mit einem Tüchlein ein paar dumme Tränen weg. „Und das alles bist du in Schuld. Ich schäme mich direkt vor dir. Eine sentimentale Heulziege bin ich eigentlich nie gewesen, aber diese Zeit und diese Stadt und jetzt dein Kommen...! Doch lassen wir das. Erzähl' von dir und erzähl' von Elisabeth!" Jago erzählte. Er wurde warm dabei, und die Sonne dieser letzten Tage in Plöhne und Trebbin, sprach aus feinen Worten und Augen. Jte hörte zu und freute sich mit ihm. „Du hast es gut, Jago; du hast ein verliebtes Herz in der Brust, und rechte Liebe macht halt glücklich!" (Fortsetzung folgt!) ich, daß sie nur erreichbar waren, indem wir in un- SJ.-fpori Jahreswechsel im Zeichen des Wintersports treten ist. wenige Meter Entfernung sicher abgesteckt, an der sich die Fort- die für eine Viertelstunde die Kapelle und die Wäl- wie vorher. Reichlich durchnäßt kam man dann der fast den Augen entzogen. Und der Nebelwand zu Hause an, ohne jedoch die auf der Hohe des folgte der Regen ... Schiffenbergs verbrachten Stunden zu bereuen. Auf dem Hang wurde fleißig geübt. Bald rief s Man weiß ,a nicht, wann es wieder einmal Schl- der Kreisfachamtsleiter Dorf»? er zum Schikurs > sportmögtichkeit so nahe der Stadt geben wird Schispringen von vielen Schanzen fahrt, um unten Fahrt heraus auf zu stehen. den Torlauf in 44 Sekund - Gesamtwettbcwerl' ini; de>- '? Seiten waren also bess i w n.n. ci'ine von He!imrtz Kaiser-Stöckli eine ^iadball-Hoffnung' Beim internationalen Radballturnier in Zürich vertraten die früheren Weltmeister Schreiber- Bl e r s ch (Frankfurt a. M.) und Kaiser - Stöckli (Konstanz) die deutschen Farben. Von ihnen spielten die jungen Konstanzer in der Endrunde, die von üier Mannschaften bestritten wurde, eine ganz vorzügliche Rolle. Sie schlugen die Franzosen Ferrand - Doell (VC. Cronenburg) und dann auch die Ex-Weltn»eister Schreiber - Blersch jeweils mit zwei Toren Unterschied. Im Endkampf unterlagen sie allerdings nach einer guten ersten Halbzeit dem starken schweizerischen Paar Osterwalder- Gabler (St. Gallen) mit 5:11 (5:7) Toren. Die Bobmeisterschaften in Schierke. Für die Deutschen Bobmeisterschaften im Zweier und Vierer am 21. und 22. Januar in Schierke sind jetzt die Ausschreibungen erschienen. Gefahren wird in je einem Vorlauf und zwei bzw. vier Rennläu- fen, über deren Zahl die Rennleitung entscheidet. Die Meisterschaften sind international ausgeschrieben, so daß auch mit ausländischer Beteiligung gerechnet werden kann. Die Durchführung hat die NSKK.-Motorgrupp'e Niedersachsen übernommen, Es schien gestern nachmittag so, als wollten die Gießener Wintersportler, insbesondere die Schiläufer, so kurz vor Schluß der gegenwärtigen winterlichen Pracht noch einmal energisch die letzte Möglichkeit benützen, um Schier und Schlitten spazieren zu führen. Wenn auch nicht gerade eine Völkerwanderung zum Schiften berg ein setzte, so fanden sich doch auf, dem prächtigen Hang etwa 70 Schiläuferinnen und Schiläufer ein, die sich mit großem Eifer daranmachten, ben Hang zu bügeln. Der Aufstieg durch den winterlichen Wald, während es noch schneite (wenngleich reichlich feucht), war ein feines Vergnügen. Die Aeste der Tanne»» und Fichten hingen tief herab, alle Bäume trugen schwer an der Last des Schnees und boten ein fast ideales winterliches Bild Nach ging schier unaufhörlich der Schnee hernieder. In den Wipfeln rauschte der Wind. Aber beim Verlasse»» des Waldes am Hang und dicht unterhalb des Schiffen- berges blies der Wind heftig über die freien Flachen und machte den Aufenthalt nicht sonderlich angenehm. Die zünftige»» Schiläufer ließen sich da- voi» aber nicht anfechten, auch nicht, als der Schneefall in einen Eisregen überging, der, fast wagrecht und wie mit tausend Nadeln in das Gesicht peitschte. Bald jedoch hatte sich das Bild wieder gewandelt, und von Osten her zogen Nebel herauf, Es wird einziehen in die Lettern der großen deutsche»» Geschichte. Es ist geworden das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers! Der Traum der besten Deutschen ist Wahrheit geworden. 1939 soll uns weiter am Werk wissen. Wir wollen uns im Einsatz für unser Volk und seine Zukunft nicht übertreffe»» lassen, wir wollen nicht müde werden. Auch für die NSV. des Gaues Hessen-Nassau heißt die Parole: Weiter am Werk, nicht ruhen und rasten, denn es gilt auch im kom- Bayerische Eiskunstlauf-Meisterschaften In Oberammergau wurden am Wochenende die darierischen Eiskunstlaufmeisterschaften durchgeführt! Am Samstag standen im Einzel der Männer und Frauen die Pflichtläuse auf dem Programm. Wie erwartet, setzte sich bei den Männern der Münchner Horst F a b e r an die Spitze, der mit 238,64 Punkten nicht weniger als 15 Punkte Vorsprung gegenüber Händel (Nürnberg) und den» Titelverteidiger Franzl Loichinger (München) herausholte. Ain Sonntag ließ Horst Faber noch eine ausgezeichnete Kür folgen, sodaß ihm der Titel mit 401,3 Punkte»» und Platzziffer 5 nicht zu nehmen war. Bei den Frauen fehlte die Titelverteidigerin Muschi Schmidt (München). In ihrer Abwesenheit übernahm nach dem Pflichtlaufen am ersten Wettkampftage die Müncheneril» Grimminger die Führung vor der Europameisterin im Rollschuhlaufen, Lydia Wahl (Nürnberg), die bann am Neujahrstage in der Kür so gut abschnitt, baß ihr ber Titel mit 370,1 Punkten und Platzziffer 4 zufiel, während Gerda Grimminger auf den zweiten Platz kam. (Sprüngen knapp vor dein Partenkirchener E i s - grub er, der dafür mit 58 Meter ben weiteste»» Sprung bes Tages erledigte. werk soll nicht etwa notleidenden Künstlern, sondern dem ganzen deutschen Kunstschaffen helfen und es fördern. Bei der um die Mitte dieses Monats abgeschlossenen Kunstausstellung in Frankfurt a. M. mürben im Werte von 20 000 Mark Bilber unb Plastiken verkauft. Welchen bebeutenben Aufschwung bas Ernährungshilfswerk ber NSV. gerade im Jahre 1938 genommen hat, beweist der Umstand, daß von dei» bis jetzt bestehenden 56 Groß- und Kleinmäste- reien allein 46 in diesem Jahre in Betrieb genommen wurden. 1937 wiesen sämtliche bis dahin bestehende»» Mastbetriebe erst eine Aufnahmefähigkeit von 2000 Tieren auf. Heute ist ber Gau Hessen- Nassau bereits in der Lage, 16 000 Tiere jährlich zu mästen. Ji» absehbarer Zeit werden 25 000 Schweine durch bas EHW. gemästet werben können, wozu eine Ackerbaufläche von 2399 Hektar benötigt würbe. Diese Fläche entspricht dem Grund und Boden voi» 320 Erbhöfen. Das EHW. ist im Gau Hessen-Nassau fein Problem mehr, es ist praktisch gewordene Selbst- serem Gauleiter zu jeder Stunde ben Freund unserer Arbeit erblicken durften, ber es an keiner Unterstützung hat fehlen lassen; ich weiß aber auch, daß sie nur zu erreiche»» waren durch die Mitarbeit all der unbekannte»» Helfer unb Volksgenossen, bie in Stille und Aufopferung zum Einsatz für Führer und Volk bereit waren. Ich weiß, baß ber Glaube an ben Führer und sein Werk sie alle beseelt, unb baß keiner unter uns beshalb mübe werbe»» wirb, bei den Arbeiten das große Ziel zu erreichen, das uns der Führer gesteckt hat. 1938 war ein Jahr reich an Ernte unb Erfolg. einsetzte, machte man sich auf ben Heimweg. Nun sah ber Wald schor» nicht mehr so festlich aus wie vorher. Reichlich durchnäßt kam man dann — ebenfalls einmal das erste dieser Art im Reichsgebiet — eine Lücke in ber Müttererholungsfürsorge ber NS.-Volkswohlfahrt schließt. Insgesamt würben 1938 = 2157 Müttern unseres Gaues in NSV.-Heimen Erholung bereifet. Wir haben es gegenüber 1937 mit 250 NSV.-Kindergärten in diesen» Jahre auf 357 Dauer- unb (Erntefinberg arten gebracht. Betreut wurden 13 500 Kinber durch 301 Fach- und 42 Hilfskräfte. 121 Ge meindefchwe st ernst at io- nen find bis jetzt mit NS.-Schwestern unb zwölf Krankenhäuser teils mit NS.-Schwestern und teils mit Schwestern des Reichsbunbes ber freien Schwestern und Pflegerinnen besetzt. Wichtig ist für bie Ausbildung des Schwesternnachwuchfes, baß es uns gelungen ist, 1938 zweiJungschwestern- Heime im Gau einzurichten. Ich betrachte es als meine besondere Aufgabe, der Parole des Gauleiters: „äeber Gemeinde eine NS.-Schwefter und ein NSD.-Kindergarten", im neuen Jahr wieder ein Stück näherzukommen. Die Jugenberholungspflege wird im' gleichen Umfange wie- früher durchgeführt, teilweise hat sie sogar in diesem Jahre eine Steigerung erfahren, einmal dadurch, daß die Kinderlandver- schickung gegenüber dem Vorjahre durch die Aufnahme von Kindern aus der Ostinark ertoeiterf wurde und anderseits durch den Ausbau der Kinder- erholungsfürforge in NSV.-ei gen en Heimen. Im Rahmen der Kinderlandoerschickung mürben 16 017 Kinder im Gau Hessen-Nassau ausgenommen, dagegen 8375 Kinder aus dem Gau in andere Gaue verschickt. I»» NSV.-eigene Erholungsheime wurden außerdem noch 2727 Klein- und Schulkinder ein- geroiefen. Die Hikler-Freiplatzspende vermittelte 8783 verdienten Partei- und Volksgenossen einen Erho- auf, an dem sich eine stattliche Anzahl ber Schiläuferinnen unb -läufer beteiligte. So war beim jebem Gelegenheit geboten, sein Können auf den Brettern zu vervollständigen, Stemmbogen immer noch einmal zu üben, in immer schmälerer Spur zu fahren unb was dergleichen Kunststücke mehr sind. Unb während von den meisten auf mehr oder weniger schlichte Art der Hang ii» Schußfahrt abgefahren wurde, gab es auch hochentwickelte Schitechnik zu bewundern. Burg st einer und A l t h a u s Hilfe unserer Nation. I» - , Wem» ich am Jahresende auf alle diese (Erfolge menben Jahre, 1939, ein beträchtliches Stück vorander NSV. in unserem Gau zurückschaue, so weiß zukommen auf diesem Wege zum Ziele? Vom 22. bis 26. Februar finden in Kitzbühel (Tirol) die alpinen Wettbewerbe ber Deutschen Wehrmacht- unb Schimeisterschaste»» statt. Unser Bild zeigt bie Abfahrtsstrecke von Hahnenkamm nach Kitzbühel. — Kurze Sportnotizen. Die in bischen Hockey-Studenten spielten an Silvester in Schweinfurt und siegten durch zwei Treffer ihres Mittelstürmers mit 2:0 (1:0) über ben 1. FC. 05 Schweinfurt. Das Spiel zwischen bem HC. Hcibelberg unb ben Indern, das an» Neujahrstag ftattfinben sollte, wurde um 24 Stunden verschoben. Am Neujahrsspringen auf der Ostmarkschanze in Lam (Bayer. Wald) beteiligten sich 30 Springer. Sieger wurde der Jungmanne Plötz (WSV. Lam) mit Sprüngen von 25,28 unb 28 Meter unb der Note 205,2.' Gerstner (SC. Deggendorf) siegte in Klasse 2 mit 27,32 und 32 Meter (198,9) unb Nagel (Deggendorf) als Sieger ber Klasse 3 stand den weitesten Sprung des Tages mit 35 Meter durch. Zum Abschluß des in Oberwiesenthal durchgesühr- ten Reichs-Schilehrganges, der unter Leitung des Norwegers S ch i e f l ö unb Innsbruckers Aschen- w a l d stand, wurde an» Neujahrstage auf der Martin-Mutschmann-Schanze ein Schispringen durchae- führt. Nachdem Aschenwald am Vortage 76 Meter! erreicht hatte, kamen die Springer nm Sonntag nur an die 70-Meter-Grenze heran. Lediglich der Ernst- thaler Eichhorn erreichte 71 Meter. Gesamtsieger wurde Finger (Oberschreiberbau) mit Note 213,9 unb Sprüngen von 61 und 68 Meter. Abfahrls- unb Torlauf in Seefeld. In Seefeld (Tirol) würben am Neujahrstag Abfahrts- und Torläufe durchgeführt, die auch als Kombination gewertet wurden. In der Hauptklasfü siegte im Abfahrtslauf Toni Nägele (Brannenburg) in 4:03 vor Helmut Lantschner (Innsbruck) mit 4:05 und E. Kneißl (Gebirgsjäger-Negi» ment 136) mit 4:16,4 Minuten. Helmut Lanftch- ner gewann dann aber den Torlauf in 44,2 Sek. vor Toni Sailer (Bregenz) in 45,9 Sek. unb wurde damit auch Sieger in der Kombination mit" der Note 99,5. Auf dem zweiten Platz folgte (Eber* Hard Kneißl mit Note 94,2 vor Peter JenneweiiL mit 92,9. hingsurlaub. Äi» ber Durchführung von Zeltlagern ber Hitler-Jugend unb Lagern des BDM. ist bie NSV. nicht unerheblich beteiligt. Van ber Gauamtsleitung würbe die Durchführung von sechs HJ.-Zeltlagern unb elf BDM.-Sommerlagern ermöglicht. Dazu kommen vier Großlager in anderen Gauen, solche ber Marine-Hitler-Jugend unb bas Hochlandlager bes BDM. Die vorerwähnten Arbeitsgebiete befassen sich im allgemeinen mit ber Gesunderhaltung unb Kräftigung alles Gesunden. Die NSV. hat aber in. ihrer Hauptstelle „Volksgesundheit" bie Möglichkeit, auch bort tatkräftig sich einzuschalten, wo es gilt, gesundheitliche Schädigungen, die das Volksganze empfindlich bedrohen, zu bekämpfen. Das Arbeitsgebiet ber allgemeinen H e i l v e r f ch i ck u n g erstreckt sich auf Verhandlungen mit anderen Stellen zur teilweise»» Uebernahme von Kosten. Bearbeitet wurden rund 1000 Anträge, wovon 50 v. H. durch von der NSV. bestrittene Kuren ihre Erledigung fanden. 1938 wurde auch das Tuberkulös e h i l f s w e r k, statt wie früher zentral durch das Hauptamt in Berlin, der Gauamtsleitung als entscheidungsberechtigte Stelle abgegeben. Es wurden annähernd 300 Anträge bearbeitet unb 129 Heilverfahren burchgeführt. Zahnfchaben, Rachitis sowie der allgemeine Gesundheitszustand ber Bevölkerung findet eine stetige Ueberwachung durch die NS.-Volkswohlfahrt. Ebenfalls eine Neueinrichtung bes Jahres 1938 ist bie Schaffung ber Dienststelle Darmstadt der Reichsaboptionsstelle, bie für die Gaue Kurhessen, Hessen-Nassau und Saarpfalz zuständig ist. Die Bedeutung dieser Arbeit roirb bemietugen klar, der in diesen Tagen eine Meldung in ben deutschen Zeitungen über die ungeheuren Mißstände »»» dem Adoptivwesen in England lesen konnte, das keineswegs immer zum Glück der aboptierten Kmber führt, fonbern bie Möglichkeit offen läßt, diese hilflosen Kleinen i»» ben weitaus meisten Falle»» zu einem nieberträchtigei» Handel zu mißbrauchen. Erfreulich ist es feftzuftellen, daß ber Eingang von Bittgesuchen als Ausbruck ber besseren wirtschaftliche»» Verhältnisse einen erheblichen Rückgang erfahren hot. Noch im Monat Mai 1938 waren es 227 Bittgesuche, im November dagegen nur noch 109. Auch die Mitgliederbewegung ber NSV. zeigte im Jahre 1938 eine»» erfreulichen Anstieg. Währenb sie im Gau Hessen-Nassau am 1. September 1937 noch 361 107 Mitglieder gufwies, verrat ber Mitgliederstand vom 1. November 1938 mit 474 191 einen Zugang von 113 084. Neu war auch in dem verflossenen Jahre bie Durchführung einer Ausstellung bes „Hilfswerk für deutsche bildende Kunst in der NSV. e. V.". Dieses von ber NS.-Volkswohlfahrt durchgeführte Hilfs- Im Laufe des Nachmittags wurde dann j»od) eine Slalornstrecke abgesteckt, an der sich die Fortgeschrittenen prüfen konnten. Erst mit einbrechender Dunkelheit unb als der Rege»» immer heftiger waren ba unb zeigten, bis zu welcher Vollkommenheit ber Schilauf und bie Beherrschung der langen Bretter entwickelt worden ist. In herrliche»» unb unbeschreiblich eleganten Temposchwüngen brauften sie den Hang hinab, kamen selbst auf dem kurzen Hang zu einer erstaunlichen Schuß- im Christiania aus schnellster Die besten Leistungen des Tages bot aber ber Jungmann Beppi Jenneweii» (Ordensburg Sont- pofen), der den Abfahrtslauf in 4:00.2 Minuten, auch beit 3m Hochgebirge. Oberammergau — Olympiafchanze. (Einen eindrucksvollen schisportliche»» Jahresabschluß aab es am Samstag in Oberammergau, wo die dortige Schiabteilung des TSV. 1861 Oberammergau auf ber Schneckenbergfchanze einen lstiernatwnal ausgeschriebenen Sprunglauf ä«r Durchführung brachte. Es beteiligten sich Zwar tatsächlich nur deutsche Springer, aber hier war die Garde der Tuchtig- ten vertreten, so daß man auf ber gut gepflegten Anlage schöne Leistungen und spannende Kampfe zu sehen bekam. Sieger wurde Paul Krauß II. (Johann-Georgenstabt) mit zwei gleichmäßig schonen Schikurs und Slalom aus dem Schiffenberg Tieujahrs-Jiachmittag beim Wintersport. dafür die Bestnote des Tages. Den weitesten Sprung schaffte Toni Eisgruber (Partenkirchen) mit 69 Meter. 3n Mittelgebirgen. Schwarzwald — Thüringen — Riefengebirge. Infolge der ungünstigen Schneeverhältnisse mußten schon die Abfahrtsläufe im Rahmen der Hochfirst-Schneewettkämpfe bei Neustadt im Schwarzwald abgesagt werden. Aber auch die Sprungläufe standen im Zeichen eines wenig guten Wetters. In» ganzen Schwarzwald gab es am Neujahrstage einen plötzlichen Föhneinbruch, der die Temperatur auf 3 bis 4 Grad über Null steigen ließ. Die Sprungläufe um den Wanderpreis der Stadt Neustadt wurden dadurch noch nicht gefährdet, aber durch den vor der Veranstaltung niebergegangenen starken Regen, der während des Springens etwas nachließ, konnte»» keine so großen Weiten wie üblich erzielt werden. Am besten hielt sich der St. Märge- ner Oskar Hä11ich mit Sprüngen von 44, 42, und 43,5 Meter, wobei er mit seinen ersten Sprung die Tagesbestleistung erreichte. Die im Hinblick auf die deutschen Schi-Meisterschaften 1939 umgebaute Hindenburg-Schanze in Oberhof (Thüringen) wurde am Neujahrstag im Beisein von Reichsfachamtsleiter Räther einge- weiht. Sturm und Schneetreiben beeinträchtigte die Leistungen der Springer und nur ber Einheimische Hans Marr kam über bie 50-Meter-Marke. Die Schanze selbst hat sich durchaus bewährt. Der deutsche und Heeres-Schimeister 1938, Günther Meergans von d-en Hirschberger Jägern, beteiligte sich am Silvester-Springen auf der Koppenschanze in Krummhübel. Er erwies sich erwartungsgemäß allen Mitbewerbern überlegen und siegte mit Note 232,3 und Sprüngen von 46 unb 48 Meter vor Kurt Linke (Krummhübel) mit Note 149,9 (43, 44 Meter). Eine gute Leistung vollbrachte der 14jährige PimpfNudi Häring, dessen Sprünge von 40 und 40,5 Meter mit 131,6 Punkten bewertet wurden. NSG. 1938, für Deutschland ein Jahr unvergleichlicher geschichtlicher Größe, geht zu Ende. Deutsch- lanb ist größer, geschlossener unb machtvoller geworben, als es je in feiner ruhmreichen Geschichte war. Gegenüber biesen große»» weltgeschichtlichen Vorgängen, bie sogar — man kann es ruhig sage»» — alle anderen politischen Ereignisse auf biefeiu Erdball in ihrer Bedeutung weit überragen, treten die Interessen von uns allen für andere Dinge weit zurück. Aber mir wollen nicht vergessen, daß die großen außenpolitischen Taten unseres Führers nur dadurch ihre Verwirklichung sinder» konnten, daß er innenpolitisch für fein Volk zunächst einmal bie Einlösung seiner Versprechungen gebracht hatte, nämlich die Verwirklichung und Tatwerdung des Nationalsozialismus als Idee und Programm. Die Aufrichtung des neuen sozialistischen Gedankens brachte auch bie Schaffung einer neuer» Organisation mit sich, die in ber NS.-V o l k s w o hl- fahr t unb dem Winterhilfswerk ihren lebendigen Ausdruck gefunden hat. Es ist durchaus nicht gleichgültig, was in ben Jahren feit der Machtergreifung durch sie geschaffen wurde, denn wenn schon durch die Maßnahmen des Führers die soziale Befriedung unserer Nation erreicht wurde, bann sind alle auf diesem Gebiete geleisteten Arbeiten von ausschlaggebender Bedeutung unb garantierten die Voraussetzung für bes Führers außenpolitische (Erfolge. Die NS.-Volkswohfahri im Gau Hessen-Nassau ist zwar nur ein Teil ber bas ganze Reich umspannenden, aber auch bis in bie kleinsten örtlichen Zellen ausstrahlenden Organisation, doch war es stets unser glühendster Wille, in unserem Gau nicht nur Schritt zu halten, sondern voran zu stürmen und alles nur Erreichbare zu verwirklichen. Alle deutschen Gaue haben an der Hilfsaktion für die Ostmark und das Sudetenland mitgeholfen. Wir standen mit dem Gau Hessen-Nassau in der ersten Linie unb haben bas uns zur Pflicht gemachte Opfer überstiegen. Wir haben 1938 mehrere neue NSV.-, eigene Müttererholungs- unb Kinderheime eingerichtet. Hervorgehoben sei hier besonders bas erste durch bie NSV. geschaffene und geleitete Erholungsheim für werdende Mütter, bas neben ben bereits bestehenden Müttererholungsheimen, sowie dem Mutter- und Kindheim in Lindenfels i. O. — ‘TVtiHrfK* I die unter der schon jetzt sehr zahlreich angemeldeten Ajeunaye tnopoaei? NSKK.-Mannfchasten mit Altmeister Wiese (Han- Für die Zwischenrunde zur deutschen Eishockey- nover) und Pfaue (Schierke) sehr aussichtsreich ver- Meisterschaft ist nunmehr alles klar. Nur ein Spiel, das zwischen Rotweiß unb Preußen Berlin, muß noch ausgetragen werden, damit der dritte Vertreter der Gruppe Nord genannt werden kann. Dieser Stampf steigt am 15. Januar im Berliner Sportpalast. In der Zwischenrunde spielen je fünf Vereine in zwei Gruppen. Die beiden Besten > jeder Gruppe bestreiten die Endrunde. Die Teilnehmer: Gruppe Nord: Berliner Schlittschuhclub, Zehlendorfer Wespen, Rotweiß Berlin oder Preußen Berlin; Gruppe Süd: SC. Rießerfee (Titelvert.), EV. Füssen; Ostmark: (ESt Engelmann Wien, Klagenfurter AC.; Gruppe West: EG. Düsseldorf, Krefelder EV.; Gruppe Ost: Rastenburger EV. Ausgezeichnete Leistungen gab es am Neujahrstage auf ber Olympiaschanze in Garmisch-Parte»»- kirche. Dabei waren bie äußeren Umstände nicht einmal besonders günstig, da ständiges Schneetreiben die Sicht behinderte. Mit viel Schneid sprangen vor allem bie Subetendeutschen. Sieger des schweren Springens wurde ber Salzburger Josef B r a b I. Der Salzburger, ber ebenso wie Krauß II. in diesem Jahre in Klasse I aufgerückt ist, stand zwei schöne Sprünge von 67 unb 68 Meter durch unb erhiest Lautjchneü Schweizer wurden damit Gewinner des „Großen Preises von Zürich" vor den Konstanzern. Schreiber - Blersch, bie gegen Osterwalber - Gabler 5:5 spielten, retteten burch einen 12:/- Sieg über Ferrand - Doell ben britten Platz. Das belgische Paar Devos-Rogghe war nicht in die Endrunde gekommen. Erhard Weiß Ooppelsieger in Innsbruck. In Innsbruck fand am Freitagabend als Abschluß eines unter Leitung von Reichstrainer Keser stehenden Schwimmer-Lehrganges für Springer und Springerinnen ein Springwettbewerb statt, Oie 7IGV. im Gau Hessen-Nassau im Jahre 1938. Von Gauamisleiter Haug, Darmstadt. bem auch Reichsfachamtsleiter Georg H a x (Berlin) beiwohnte. Europameister Erharb Weiß siegte sowohl im Kunstspringen als auch im lurmjprinaen überlegen, während bei den Frauen die deutsche Meisterin Suse Heinze in Front endete. Nach schwerem Leiden entschlief sanft am 31. Dezember 1938 mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater im 47. Lebensjahr. Herr Wilhelm Beuchert Hotelier im fast vollendeten 70. Lebensjahr. Gießen (Landgraf-Philfpp-Platz 9), den 2. Januar 1939. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Januar, nachmittags 2 Uhr, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: auf dem Neuen Friedhof statt 05 Rosa Beuchert, geb. Hüfner Gießen (Seltersweg 40), den 2. Januar 1939. Ofil Wieseck, den 2. Januar 1939. gesucht. 03 07 Die trauernden Hinterbliebenen: Wieseck, Launsbach, den 1. Januar 1939. 8D 5 Berstadt, am 31. Dezember 1938. Kranfahrer Lil UHIUUlül unö f[ejne Beno gelernter Autogelernter Auto- sorgungen wird SÄ M& Nittergasse 23 Walltorstr. 21 (Laden). Wochen-übersicht Montabaur, den 30. Dezember 1938. Die Einäscherung und Beisetzung findet in aller Stille statt. 04 Stadttheater Familie Ludwig Keller Familie Ludwig Rudolf Familie Wilhelm Weller Familie Otto Schäfer I. Familie Karl Hofmann. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied atfi 31. Dez. 1938 nach kurzem schweren Leiden mein liebet Mann und treuer Vater, unser gutet Schwiegersohn, Bruder. Schwager. Onkel, Neffe und Vetter Ernst Günther Schäfer Anna Scheid, geb. Kurz Kurt Steiger und Familie Irni I IV» M KleineAnzeigen 'M Giestener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aeleiea auf den Uebertritt zur Deutschen Turnerschaft. In der ersten Spielrunde des Gaues Hessen konnte dabei die Großen-Busecker Mannschaft den Handball- meister stellen und an Aufstiegsspielen tcilnehmen. Im Jahre 1933 erfolgte die Gleichschaltung des Vereins und im Folgenden seine Ausnahme in den jetzigen Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen. Zum Schluß seiner Ausführungen stellte Turnbruder Schneider den Antrag, die veraltete Ehrentafel für die im Weltkrieg gefallenen Turnbrüder in schlichter und würdiger Form neu gestalten zu lassen und ihr in der Turnhalle den schönsten Platz zu geben. Seinem Antrag wurde stattgegeben und ihm aufgetragen, die Ausführung selbst in die Wege zu leiten. Rechner Schmidt gab sodann den Kassenbericht bekannt, der von den Revisoren in bester Ordnung befunden worden war. Sodann wurde noch der Beschluß gefaßt, nach der Vereinigung mit dem Fußballklub, gemeinsam einen Unterhaltungsabend zu begehen. Heute morgen gegen 7 Uhr entschlief plötzlich unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Am 30. Dezember 1938 entschlief nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kulimann, Pfarrer i. R. In tiefer Trauer: Christine Lieh nebst Kind und Angehörigen. Der Turnverein 1899 Großen-Buseck hielt im Gasthaus „Zum Hahnen" seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Karl Henß eröffnete die Versammlung. Der 1. Turnwart Karl Rühl erstattete den Hmrnbericht für das abgelaufene Jahr, dem zu entnehmen war, daß eine rege turnerische Tätigkeit entfaltet worden war. Sämtliche Teilnehmer des Vereins am Hoherodskopf-Bergfeft konnten preisgekrönt zurückkehren. Obwohl satzungsgemäß der Vorstand mit dem Ablauf des Vereinsjahres ausscheiden mußte, wurde von einer Neubesetzung abgesehen, da als wichtigster Punkt des Abends die Vereinigung des Turnvereins mit dem Fußballklub zur Aussprache stand. Die Generalversammlung hieß die Vereinigung e i n st i m m i g gut! Aus diesem Grunde gab Turnbruder Schnei- d e r einen größeren Bericht über die Geschichte des Vereins von der Gründung bis zur Gegenwart. Der Verein wurde im Jahre 1892 gegründet (unter der Leitung von Dr. Pitz), ruhte aber wegen mangelnder Beteiligung bis zum Jahre 1899. Dann wurde eine aktive Tätigkeit ausgenommen, und der Verein trat unter die Führung von Lehrer Lulle i. Im Jahre 1900 wurden dann sämtliche Turngeräte angeschafft, nachdem man sick) bis d^hin mit Bodenübungen und volkstümlichen Turnübungen begnügt hatte. Im Jahre 1900 trat der Verein der Deutschen Turnerfchaft bei. Gleichzeitig wurde Dr. Geng- nagel Führer des Vereins. Im Jahre 1905 wurde ein Spielmannszug gegründet. Bis zum Jahr 1905 hatte der Verein einen stetigen Aufstieg zu verMein-Mmnische Börse. AUtlagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 31. Dez. Auch zum Jahresschluß bot die Börse an fast allen Marktgebieten ein überaus stilles Bild. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse nicht ganz einheitlich, da neben mäßigen Anlagekäufen noch Abgaben vor- genomwen wurden. Im allgemeinen gingen die Abweichungen jedoch nicht über Bruchteile eines Prozentes hinaus. In den ineiften Fällen erfolgten die Festsetzungen ohne Umsatz. Von den Standardwerten blieben IG. Farben und Verein. Stahl während der ersten Börsenstunde mangels Interesse ohne Notiz. AEG. setzten 0,65 v. H. schwächer ein mit 113,13. Ferner notierten zunächst: Reichsbank 187 (186,50), Mannesmann 108,13 (108,40), BMW. 144 (144,50), Moenns Maschinen 121 (122), Rheins metall 129,75 (129,50), Zement Heidelberg 147, (146,50), Feldmühle Papier 117 (117,50), Metall- gesellschast 117,75 (117,90) und Scheideanstalt 200, Auch der Rentenmarkt hatte nur vereinzelt! etwas mehr Geschäft, doch erhielt fick) hier eine feste Grundtendenz. Reichsaltbesitz stiegen auf 127,93 (127,60), Reichsbahn-VA. unverändert 125. Jnr Freiverkehr befestigten sich 4,50 v. H. RWE. um fast 1 v. H. aus 95,90, Kommunäl-Umschuldung etwa 92,50, (92,40). Für Liquidationspfandbriese erhielt sich Interesse bei weiter leicht erhöhten Kursen, Rhein. Liquid. 100,75 (100,50), Meininger 100,90 (100,50). Stadtanleihen zogen ebenfalls z. T, 0,25 bis 0,50 v. H. an, während bei Industrie-Obligationen die Entwicklung uneinheitlich blieb. Von! Länderanleihen 1929er Hessen 100 (99,50). Im Verlause kamen weitere Abschlüsse kaum noch zustande, so daß die Börse sehr still schloß. IG. Farben gelangten schließlich mit 150,25 (150,75) und Verein. Stahl mit 104,75 (104,50) zur Notiz. Bei den übrigen, erst später notierten Werten hielten sich die Schwankungen meist unter 1 v. H. Höher u. a. Bekula mit 157,50 (156,90), Eßlinger Maschinen mit 107 (106), Salzdetfurth mit 136,50 (135b Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 3. Januar, 15V2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Dammstraße ist nach langem Leiden aus dem Leben geschieden Beerdigung Montag, den 2. Jan. 1939, 15.30 Uhr, Neuer Friedhof. Wir bit- zeichnen. 1908 wurde die Vereinsfahne gestiftet und gleichzeitig auch eine Frauenriege aufgestellt. 1909 wurde der Uebertritt zum Lahn-Dünsberg-Gau beschlossen. Bis zum Jahre 1914 bewegte sich der Turnbetrieb in normalen Bahnen. Durch den Weltkrieg erfuhr der Verein eine schwere Beeinträchtigung. Die besten Turner folgten dem Rufe des Vaterlandes, 17 starben den Heldentod. Ihr Andenken wurde von der Versammlung in würdiger Weise geehrt. Turnbruder Schneider verlas die Namen der Gefallenen. Nach Kriegsschluß übernahm der Turner Balthasar Dort die Führung des Vereins. Dort wurde in Anbetracht seiner überragenden turnerischen Leistungen im Jahr 1919 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In der Folge erfuhr der Verein eine Beeinträchtigung durch die Gründung eines Arbeiter-Turn- und Sportvereins. Es fehlte dabei nickst an Kräften, die den Verein in den neuen Verein überführen wollten. Aber deutschgesinnte Männer traten diesen Versuchen energisch entgegen. Der Verein arbeitete zielbewußt weiter. In der Folge übernahmen Weißbindermeister Größer und Lehrer Ortwein die Vereinsgeschäfte. — Im Jahre 1921 konnte.trotz mancher Schwierigkeiten eine Schülerriege aufgestellt werden. 1924 übernahm der Verein die Durchführung eines Gausportfestes. Eine Handballmannschaft wurde 1926 ins Leben gerufen und sie griff auch bald in die Rundenspiele des Lahn-Dünsberg- Bnndes ein. Da aber für die Handballelf kein gleichwertiger Gegner vorhanden war, einigte man sich Die Einäscherung firmet auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. In tiefer Trauer: Auguste Synofzik und Kinder. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 3. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Wieseck, Gießener Straße 12, aus statt. Unser treues Ehrenmitglied Christian Weidig Bekanntmachung. Der Unterricht in der gewerblichen und Mädchenberufsschule beginnt, wie vereinbart, am Mittwoch, dem 4. JanAar 1939. 3D Stadtschulamt. Nebeling, Schulrat. Wilhelm Lieh Kaufmann Gott, dem Herrn über Leben und Tod, hat es in seinem uner- forschlichen Ratschlüsse gefallen, meine liebe, gute Frau und unsre treue Mutter Dienstag,3. Jan.,20 b.geg.23Uhr Oie lustige Witwe. Mittwoch, 4. Jan., 19.30-21.30 Zum letzten Mal: 7D Der Hochverräter. Donnerstag, 5. Jan., 20-22 Uhr Einmaliges Gastspiel : Meister-Sextett Comediau-Harmonists. Freitag, 6. Jan., 20-22.30 Uhr I auter Lügen. Samstag, 7. Jan., 15-17.30 Uhr Zum letzten Mal: Frau Holle. Sonntag,8. Jan., 19 b.geg.22 Uhr Die lustige Witwe. Aelt.,zuverlässig. Mann für leichte Arbeiten und Besorgungen einige Stunden täglich ten die Kameraden, dem Entschlafenen zahlreich das letzte Geleit zu geben. sD Die Führerschaft. Herr Karl Synofzik im 54. Lebensjahre. Telef. 2668. s"» Emil Schäfer Dreschmaschinenbesitzer im Alter von 79 Jahren. Turnverein Großen-Vuseck W letzte Rückschau Vereinigung von Turnverein und Kußballklub steht bevor. Sroangsoetneigecnng. Dienstag, d. 3.1.39, nadnn.LUhr, sotten im Verkaurslokal 6?art- metr, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg. in obig. Lokal) zwangsw. gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromobel aller Art, 1 Uhr, 1 Bild, 1 Nähmaschine, Anzugstoff, 1 Album m. Briefmarken, 1 Schaufensteraus- stcllungseinrichtung. 12D Bestimmt werden versteigert: 1 Damenfahrrad. Schavmamr Gerichtsvollzieher in Gießen. Wielen straßs 2« Telefon ULVL. Elisabeth Kullmann, geb. Strack heute vormittag durch einen Unfall plötzlich in die Ewigkeit abzurufen. Aul weg 102. Durchaus selbst. Hausangestellte für frauenlosen Haushalt (1 Ter- son) per sofort gejucht. Schrift!. Angeb. mit. 9D an d. Gien. Anz, Vermietungen I Freitag nachmittag entschlief sanft meine innigstgeliebte, treusorgende Großmutter, meine liebe Schwester und Tante Frau Christine Schäfer, geb. Kurz im Alter von 76 Jahren. WM und Me zu aermieien. o, Meseck Eichenröderweg Nr. 18. Kaufgesuche | 2 gut erhaltens Kinderwagen (für Zwillinge) zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote m. Preis-» angabe unt. 6 D an d. Gieß. Anz. 1 SiiQ Ahersvereinigiing 1919 Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere M it«! leder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Wilhelm Beuchert geziemend in Kenntnis zu setzen. wir werden ihm em ehrendes Andenken bewahren. , f Her Vorstand. Gießen, den 2. Januar 1939. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Januar, nachmittags 3'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. nD Todesopfer des Erdbacher Eisenbahnunfalls. Lpd. Herborn, 31. Dez. Der Eisenbahnunfall in Erdbach, der sich am 2. Weihnachtstage ereignete, hat jetzt ein Todesopfer gefordert. Die 20 Jahre alte Gertrud Werner aus Erdbach, eine der fünf Verletzten, ist im Herborner Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.