Kr.282 Erstes vlatt 8reitag,l. Dezember 1939 189. Jahrgang * w t OH; Ort; er t bet inbit lidjcn Versprechens । N V10UCH ES lexandrowsk Boden von SCHWEDENS M Besten Brita Ibach Kriegsende kr indischen Bevö ^l/asa auf Leningrad Stockholm i die die des ungb 3nh och if: ) au-: alb r: ht, He Por iotj WEST- KARE LIEN Raili «I er 1: 1939: t m 5 B Sfr ie Q irfli SJitto: >o m utwofi an. japanische Regierung im Falle ablehnender Antworten Englands und Frankreichs auf den japanischen Protest Gegenmaßnahmen antündi- gen werde. „Tokio Nitschi Nitschi" schreibt: Die Regierung erwäge Beschlagnahme britischer Frachten in japanischen Gewässern, als Vergeltung für die Schäden der japanischen Handelsflotte in Europa. Am 24. November hätten die japanischen Botschafter in London und Paris protestiert, worauf am 28. November den no ch die verschärfte Blockade durch Frankreich und England ausgesprochen wor- H! Landenge beim Dorfe Termolowo einen Angriff, wurde jedoch von Sorojdtruppen mit 2Na- schinengewehrfeuer zurückgelrieben. 3n Anbetracht dieser neuen Provokationen mit bewaffnetem Ueberfall der finnischen Truppen erteilte das Oberkommando der Roten Armee den Truppen den Befehl, am 30. November um 8 Uhr morgens die fowjetifch-finnifche Grenze zu überschreiten. Abteilungen der Roten Armee rückten sofort an mehreren Punkten der Grenze vor, und zwar auf der karelischen Lanüenge um 10 bis 15 Kilometer westlich der Grenze und von Petrosawodsk aus bis zum See Suojarwy. Auf der karelischen Landenge wurden non den Sowjetkruppen mehrere Dörfer und Eisenbahnstationen beseht; die Stadt Talioki ist bereits erreicht worden. Beim Vormarsch wurden von den Sowjettruppen einige Dutzend Gefangene gemacht. Gleichzeitig unternahm die sowjetische Luftwaffe trotz ungünstiger Witterung L r k n n - dungsflüge über das Territorium Finnlands lau >bd OSTKARELIEN $1 er DiB rW ie Yt- m ar.' ragt' W den fei Wie die Zeitung weiter erfährt, hält japanische Regierung an ihrer Ansicht fest, daß verstärkte englische Blockade eine Verletzung internationalen Rechts darstellt. Britanniens aufzubringen. » erlaubte man zwar 1 bis 3 v. H. lilnliche Scheinräte in fünf Provinzen war alles, ms 30 Jahre lang zur Durchführung des könig- ~ ' geschah. 1892 wurde das Versprechen, Inder zur Verwaltung ihrer eigenen An- piiifter, und man hat nie wieder etwas von kn Versprechen gehört. Aus drei Konferenzen mit Mischer Beteiligung, die in jenen Jahren in Lon- »U abgehalten wurden, und den Berichten verschie- kr-er Kommissionen kristallisierten sich schließlich Uermols. Freiheitsversp.re chen für Moskau, 1. Dez. (DRV.) Um 0.45 Uhr Mos- fauer Zeit (22.45 Uhr MEZ.) wurde über sämtliche sowjetischen Sender eine amtliche Mitteilung verbreitet, worin nunmehr auch von Sow- jetseike der Beginn der Kampfhandlungen gegen Finnland bekanntgegeben wird. In der Rächt vom 29. auf den 30. Rovember haben sich an der sowjetisch-finnischen Grenze mehrere neue Zwischenfälle ereignet. Um 2 Uhr nachts, so heißt es in der amtlichen Mitteilung, überschritt beim Dorfe Kowaine nördlich des Ladoga-Sees eine Gruppe finnischer Soldaten die Grenze und griff die sowjetische Grenzwache an. Die finnischen Abteilungen wurden mit starken Verlusten zurückgeschla- aen. Um 3.15 Uhr eröffnete eine weitere starke Abteilung finnischer Truppen beim Dorfe Raasuli auf der karelischen Landenge Maschinengewehrfeuer auf die Sowjettruppen. Die Angreifer wurden gleichfalls zurückgeschla- g e n. Dabei wurden von den Sowjettruppen in der Rähe des Dorfes Kormianki zehn finnische Soldaten und ein Unteroffizier gefangen genommen. Um 4 Uhr morgens versuchte eine weitere Abteilung finnischer Truppen auf der karelischen Qh gllögenheit hinzuziehen und die öffentliche Meinung 3: biens zu berücksichtigen, erneuert. Curzon ver- jp'ach den Indern eigene Abgeordnete. Das Gesetz, dcs daraufhin erging, tat aber nichts weiter, als bi: Zahl jener erwähnten machtlosen Vertreter etivas zu erhöhen. Der englische König feTbft erklärte 1908: „Das Astern von Abgeordnetenkammern wird in weiser Bit ausgedehnt werden!" Endlich, so hofften die 3rber damals, würde man ihnen Autonomie Japan hat kein Verständnis für den britischen Bölkerrechtsbruch Britischer Beschwichtigungsversuch in Tokio fehlgeschlagen. Gegenmaßnahmen angekündigt. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8*/.Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabjchlüfse Staffel B ranft[ bevs: nch it al! r uni ig. dttd ; itsbnf ; ii e und lergj ; W 1 iei« £ j 12,- ’ Mh^' n er* ille^ der f#J eine J X und bombardierte d i e Flugplätze Viborg und Helsinki. Zwischen Halbinsel Kola und Ladoga-See. Jldien während des Krieges Kolonie bleibt, lieber den Wert der für die Nachkriegszeit ge- Englands Verrat an Indien. Eine ununterbrochene Kette von Wortbrüchen.—Indien im Aufruhr gegen seine Unterdrücker schon alt. Millionen Flüche steigen auf gegen die erbarmungslosen Unterdrücker fremder Völker in der ganzen Welt, die in der Londoner City sitzen und sich an dem Elend mästen. Sie werden nicht verstummen, bis die englische Weltherrschaft fällt, die eine einzige Schande für die Zivilisation ist. England verstärkt indische Garnisonen. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Mit welcher Besorgnis England die Entwicklung in Indien betrachtet, geht aus der Tatsache hervor, daß Großbritannien von einem Abkommen mitNepal Gebrauch macht und Gurkhatruppen aus diesem Lande angefordert hat. Wie in London mitgeteilt wird, werden insgesamt 8 Bataillone eingeborene Truppen aus dem Lande Nepal nach Indien transportiert werden, um hier Dienst zu tun. ür % Ä 4 holt die Idee erörtert worden ist, durch diesen schmalen finnischen Korridor an das nördliche Eismeer eine Straße oder sogar Eisenbahnverbindung zu bauen, um der finnischen Ausfuhr nach. England nach der Beherrschung der Ostsee durch Deutschland eine zusätzliche Möglichkeit zu geben. Der La do ga- Se e ist der größte Binnensee Europas und dadurch bekannt, daß die Newa seinen Abfluß bildet. Leningrad, das frühere St. Petersburg, ist von Peter dem Großen auf dem Sumpfgebiet der Newa vor fast 240 Jahren erbaut worden. Die russisch-finnische Grenze zieht sich quer durch den Ladoga-See. hier handelt es sich um die fogenannte karelische Landenge oder — wie die Sowjetrussen sagen — um die karelische Nase zwischen Ladoga-See und finnischem Meerbusen. Sie ist an ihrer breitesten Stelle knapp 100 Kilometer breit und vielfach von großen und kleinen Binnenseen durchsetzt. Die Moskauer presse zur Verschärfung des Konflikts. M o s k a u , 30. Nov. (DNB.) Die Moskauer Blätter bringen zahlreiche neue Resolutionen und Kundgebungen von Massendemonstrationen. Die Resolutionen sind durchweg noch erheblich schärfer gehalten als bisher. In einem Berich der „T a ß" aus Helsinki wird die starke Polemik gegen das Verhalten der finnischen Regierung fortgesetzt, wobei insonderheit die neuen Truppenkonzentrationen in Finnland erwähnt sind. Die „I s w e st i j a" bringt neue heftige Angriffe gegen die finnischen Regierungsparteien. Jetzt hätten die finnischen Chauvinisten endgültig ihre Maske fallen lassen und bereiteten endgültig den Krieg gegen die Sowjetunion vor. Am 26. sei das erste Blut der Sowjetsoldaten geflossen, die einem räuberischen Ueberfall ausgesetzt waren. Die finnische Regierung habe die gerechten Forderungen der Sowjetunion abgelehnt und die Spannung bis ins Extreme gesteigert. Die Tausende von Versammlungen, die in der ganzen Sowjetunion stattfinden, würden davon. Zeugnis ablegen, daß die Geduld des Sowjetvolkes erschöpft sei. Neue finnische Note in Moskau überreicht. H e l s i n k i, 30. Nov. (DNB.) Die staatlich« Infor- mationszentrale veröffentlich eine Meldung, wonach der finnische Ge sandte in Moskau nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen dem sowjetrussischen Außenkommijsariat eine neue Note zugestellt habe. Schweden und der Konflikt. Stockholm, 30. Nov. (DNB.) Ueber die Haltung Schwedens zum finnisch-russischen Konflikt liegen bisher noch keine Mitteilungen vor. „Afton- bladet" meldet, daß bis auf weiteres keine schwedischen Maßnahmen erfolgen würden; gleichzeitig betont das Blatt jedoch, daß die Lage sich sehr schnell ändern könne. Das fahrplanmäßige Flugzeug S t o ck h o l m — H e ls i n k i ist heute morgen von Stockholm planmäßig abgeflogen. Es mußte jedoch in A b ö landen, wo es bis auf weiteres bleiben wird. Die Flugverbindungen von - indischen Bevölkerung P r o v i n z i a l p a r l a - ttinte zu wählen, denen man die nebensächlichsten Kigierungsfunktionen übertrug, aber gleichzeitig j virden die indischen Nationalisten durch eine Straf- !i terjtsform mit gemeinen Verbrechern auf eine Stufe i stellt und wie Hunde gejagt, Gandhi und feine F'sunde ins Zuchthaus geworfen, die Salzsteuer, die Aerrnsten betraf, verdoppelt, und, damit nicht tnfebem noch Freiheitsillusionen in Indien lebendig Hieben, hat General Dyer im Pundschab, wo die i SfDÖtterung durch Zwangsrekrutierungen und skan- iaöses Kriegsgewinnlerturn aufs äußerste erschöpft fcr, so lange auf eine eingeschlossene betende indische ^rfammlung schießen lassen, bis 3 7 9 Tote und 1208 Verwund ete in ihrem Blut lagen. 5m Juli 1928 erklärte Ramsay Macdonald, ianals Führer der Opposition, er hoffe, daß in tilgen Monaten schon ein neues Dominion *; also ein souveräner Bundesstaat — dem Briti- wn Reich hinzu gefügt werden würde, nämlich Jn- lie-i. Im Juni 1929 wurde Macdonald Premier- di'chen Freiheitskampfes kennt. Sie ist gekennzeich- mt durch eine Kette gebrochener briti- jO e r Versprechen. Als Königin Victoria selbst bie Regierung Indiens in die Hand nahm, erklärte fu, die indischen Untertanen würden, welchen Glau- bms und welcher Religion sie auch angehörten, frei chd unvoreingenommen zu Aemtern zugelassen wer- bm. In Ausführung dieses Versprechens wurden otn 300 Millionen Indern ganze fünf Personen zi Mitgliedern eines Ratss ernannt mit der Be- ftgnis, den Vizekönig unverbindlich und auf dessen Lunsch bei der Gesetzgebung zu beraten. Das und Kriegslasten. Der englische Schatzkanzler, Sir John (Simon, hat kürzlich die bisherigen Kriegskosten Englands auf täglich 6 Millionen Pfund angegeben. Das würde also für den Zeitraum eines Jahres eine Summe von 2,2 Milliarden Pfund oder 22 Milliarden RM., rund gerechnet, ergeben. Nun sind englische Angaben, gerade wenn sie von amtlicher Seite gemacht werden, auf Grund der besonderen Erfahrungen aus diesem Kriege als überwiegend unwahr, d. h. als zu günstig frisiert, anzusehen. Tatsächlich werden denn auch die bisherigen Kriegskosten Englands von gut unterrichteter neutraler Seite nicht auf täglich 6, sondern auf 20 bis 30 Millionen Pfund oder 2—300 Millionen RM. pro Tag veranschlagt. Nach diesen Schätzungen würden also die englischen Kriegskosten auf jährlich 73 bis 109 Milliarden RM. zu veranschlagen sein. Der Leitartikler des Pariser „Jour" erinnert nun gerade jetzt daran, daß einer der Vorgänger des jetzigen französischen Finanzministers die Kriegskosten Frankreichs in einem etwaigen Kriege mit 330 Milliarden Franks jährlich oder rund 18 Milliarden RM. veranschlagt habe. Diese Schätzung liegt aber schon mehrere Jahre zurück, die tatsächlichen Kosten müssen sich also wesentlich erhöht haben. Erfahrungsgemäß sind sämtliche Ausgaben parlamentarisch-demokratischer Staaten ungleich höher als in autoritär regierten Staaten, zumal dann, wenn ein Krieg aus rein imperialistischen Beweggründen geführt wird. Die Schilderungen aus den Mängeln der gesamten Kriegsbewirtschaftung einschließlich der Heeresverordnung, die aus den Feindländern bekannt geworden find, lassen ferner darauf schließen, daß die wirklichen Ausgaben weit oberhalb der von offiziellen Kreisen Englands und Frankreichs genannten Zahlen liegen. Wir führen als Vergleich an, daß die eigentlichen Konten für den Weltkrieg sich auf englischer Seite aus 1,6 Milliarden Pfund im Jahre beliefen. Die beiden Westmächte haben naturgemäß stärktes Interesse daran, dem Steuerzahler die wirklichen Kosten für einen Krieg vorläufig um so mehr ge- Die ersten Kämpfe an -er russisch-finnischen Grenze. Finnische Abteilungen zurückgetrieben. — Truppen der Noten Armee die Grenze überschritten. - Die Flugplätze von Wiborg und Helsinki bombardiert. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvkk und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Siehe«. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstratze 7 Erjchetm tügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilogen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11688 Indien heraus. Das Ergebnis war die berühmte indische Verfassung von 1935. In England nannte man sie „eines der größten Gesetzgebungswerke aller Zeiten", in Indien nannte man sie „ein verfluchtes Stück britischer Schurkerei". Wer in Indien noch Zweifel daran gehabt hat, daß diese Verfassung ein bloßes Täuschungs- und Aufschubrnanöver war, dem werden die Augen durch die autokratische Verordnung aufgegangen sein, die den Kriegs ein- tritt Indiens befahl. So sieht die Kette britischer Wortbrüche aus. An ihr klebt Blut, das Blut des indischen Volkes. Die Versprechen Englands an Indien sind ein bloßer Schein. Grausame Wirklichkeit aber bleiben die Armut, das Elend, die Krankheit, die Ungewißheit der indischen Millionen. Tag für Tag sterben Tausende von jungen Hindus und Hindufrauen, von der Not erschöpft, von Krankheit zerfressen, jung und doch rtnjr Ebenen Versprechungen wird sich aber niemand etüti eher Illusion hingeben, der die Geschichte des in- Der Zufall will es, daß das Konfliktsgebiet der Kola-Halbinsel im äußersten Norden und das Kcmfliktsgebiet am Ladoga-See, im äußersten Süd-Osten Finnlands liegt. Die Halbinsel Kola gehört zu dem weitaus größten Teil zu Sowjetrußland. Sie trennt das Weiße Meer mit der Hafenstadt Archangelsk von dem nördlichen Eismeer. Die Halbinsel Kola selbst ist bekannt geworden durch die Ende 1916 eröffnete Murmansk-Bahn, die den sehr nördlichen, aber unter dem Einfluß des Golf-Stromes noch immer eisfreien Hafen von Murmansk mit Leningrad und damit auch mit ganz Rußland verbindet. Im russisch-finnischen Frieden von Dorpat trat Rußland am 7. Oktober 1920 einen schmalen Landstreifen im äußersten Nordwesten der Halbinsel Kola an Finnland ab. Damit gewann Finnland ebenfalls einen eisfreien Hafen in Petsamo (auch Petschenga genannt) am nördlichen Eismeer. Dieser finnische Korridor zum nördlichen Eismeer ist an seiner schmälsten Stelle nur fünfzig Kilometer breit Westlich von ihm beginnt bereits das norwegische Gebiet um den -------- ~ .. Varanger-Fjord. Im Vorbeigehen sei noch | Helsinki nach Stockholm sind et n g e ft e 111 erwähnt, daß gerade in den letzten Wochen wieder* » Berlin, 30. Nov. (DNB.) Der Deutsche I i e n ft meldet: Wie aus zahllosen Meldungen der tzten Wochen hervorgeht, sind die Kämpfe in D a z i r i st a n im Nordwesten Indiens wieder auf« «flammt; die von der indischen Kongreßpartei ge- hldeten Regierungen der Provinzen find zurück- }treten, der heilige Führer der indischen Massen, a n d h i, hat erklärt, die Forderungen des Volks würden nicht eher befriedigt sein, als bis der britische Imperialismus aus Indien gewichen fei. Aach einem Bericht des „Manchester Guardian" aus Aeu-Delhi hat Gandhi sogar gedroht, daß Nicht- annahme des Vorschlages der indischen Kongreßpartei, eine Verfassunggebende Versammlung einzu- birufen, die über Indiens künftige Verfassung Beschluß zu fassen habe, eine sofortige Aktion der Inder unvermeidlich mache. Schließlich hat der Kongreß den Beschluß gefaßt, nicht mehr mit England zusammenzuarbeiten, bis Indien seine Freiheit erhalten hat. Indien befindet sich im Aufruhr gegen seine britischen Herren und Unterdrücker. 2e britische Regierung hat aber den Kriegseintritt Indiens gegen den ausdrücklichen Willi n des indischen Volkes verordnet, so wie jan Kolonialvölker, so wie man von jeher Sklaven gizwungen hat, im Dienst ihrer Herren zu bluten Md zu bezahlen. In einem Weißbuch hat die dri- Üche Regierung versprochen, nach dem Kriege mit tun Indern in Beratungen über etwaige Aende- nngen in der indischen Bundesverfassung einzutre- tm. Nach dem Kriege — damit ist klar gesagt, daß Tokio, 30. November (DNB.) Der britische Botschafter C r a i g i e übermittelte dem Außenminister Nomura die Antwort der englischen Reg>ie- rung auf den japanischen Protest vom 24. November wegen der englischen Blockade deutscher Exportgüter. Cräigie ersuchte die japanische Regierung „um Verständnis" für die Blockade und erklärte „die englische Regierung habe Maßnahmen getroffen, um Schädigungen Neutraler möglichst zu vermeiden." Demgegenüber betonte Nomura nachdrücklich, daß Japan — wie bereits im Protest angeführt fei — der englischen Blockade nicht zu stimmen könne, da lebenswichtige Interessen Japans berührt würden. Halbamtlich wird in Tokio mitgeteilt, daß die Mähren. Statt dessen ergingen unter eifrigem Achren der britischen Propagandatrommel die Ao rley-Minto- Re formen. Wiederum blieb ts dabei, daß die sogenannten Abgeordneten keine Bischlüsse fassen durften, die Regierung in keiner Reise binden konnten und nicht einmal Antwort Aif chre Fragen erwarten dursten. Die Inder berechneten diesen Bruch des zweiten königlichen Bb o" (1796). Beethoven folgte hier ber Form nach iem Zeitbrauch, aber die Vertiefung, mit ber er icm menschlichen Empfinden nach geht, weist in ihrer lohen Ausbruckskrast schon auf Kommendes vor- cus. Mit diesem Werk hatte sich A n n i Assion eine Aufgabe gestellt, die sich mit ihrem Bühnenfach aufs ngste berührte. Sie vermochte darum an den Höhepunkten des Affektes ein ausladendes Forte fHenzusetzen und diese Momente in ihrem brama- ijdjen Akzent zu verstärken. Ebenso aber war sie Mlrebt, den rein ariosen Teil mit Innigkeit und Weichheit zu füllen. Nur hätte man sich hier der ^eelenlage entsprechend, noch eingehendere dynamische Abstufungen gewünscht. Da, wo die rnelo- d'sche Linie an sich als reine Afsektkurve zum ele- Nentarsten Ausdruck drängt, wie im letzten Allegro ! ^sai („ ... se in tanfo affanno“), vermochte sie die iir durch Persönlichkeit und Typus gesetzten Grenon nicht völlig zu überwinden. Dies erste Erscheine Anni Assions auf dem Konzertpodium begegnete allseitiger ehrender Anerkennung. * , Robert Schumann fanff in Byron s„M a n- s' ed" einen Stoff, ber ihn bis ins Innerste er= (Fiff. „Noch nie habe ich mich mit der Liebe unb m Aufwand von Kraft einer Komposition hingegen, als ber zu Manfreb." Es scheint fast, als hc-be Schumann in ber schreckhaft zerguälten Man- ü-b-Gestalt sein eigenes ihm bevorstehendes Schickis geahnt. Die im Oktober 1848 entstandene Ouver- 'tire zu „Manfred" läßt bie Schwere der leiden- (äaftsvollen Erregung Gestalt gewinnen. Die Pole dir vorliegenden Dichtung geben auch ber Musik •b“e Richtung. Zum Schwermütigen, zum erregten dimonischen hin; die Schauer ber Geisterwelt wer- 11 hn ebenso wach wie das Schicksalhafte der Tobes- , ’hnbe des Helben. Mit ihrer tragischen Kraft tritt diese Ouvertüre in ben Kreis des Besten, was Schumann für bas Orchester geschrieben hat. Professor Dr. Stefan Temesväry leitete mit diesem Werk ben Abenb ein unb erhob sich zu machttollen Steigerungen und eindringlichen Entwicklungen. In scharfer Akzentuierung, mit leidenschaftlichem Impuls profilierte er die Themen und erfüllte sie im inneren Ausweiten. Jedoch erscheint dem Schumannschen Melos gegenüber noch mehr nachgiebiges Eingehen geboten. Die ausgesprochen romantische Grundlage seiner Themen kann nicht genug von ber Seite des Gefühlshaften her durchdrungen werden. Damit würde sich auch eine reichere Skala an dynamischen Kontrasten ergeben, und der Aufschwung des Gefühls würde noch plastischer unb unmittelbarer zum Hörer sprechen. Das Ersterben zum Schluß hin wäre bann mit noch anschaulicherer Kraft einbrucksvoll geworben. Das Orchester folgte mit weicher Ton gäbe in den Bläsern, ganz besonbers auch in den Trompeten, von denen hier beispielsweise ungewöhnlich tiefe Töne verlangt werden, die auch ohne jede Rauhigkeit erklangen. ♦ Das symphonische Werk Tschaikowskys ist für uns ein Weg zur russischen Volksseele geworden. Dadurch, daß er sich an die westeuropäischen symphonischen Formen anschlieht, wird er zum Mittler des spezifisch Russischen, indem durch die Glättung ber Form das Fremdartige des Ostens eingängiger erscheint. Tschaikowsky gibt in seiner 5. Symphonie mit dem einleitenden Andantethema voll Moll-Schwermut das Mottt für das ganze Werk. In allen vier Sätzen kehrt es wieder; meist erscheint es da, wo der geistige Gehalt des Satzes zu einer besonderen Entwicklung hindrängt, unb mit seiner entschiedenen Haltung stellt er immer wieder die Beziehung zur Grundibee des Werkes her. Das bestätigte die Wiedergabe. Professor Temesvary ließ das einleitende Andante-Thema in ber ihm eigens zustehenden Gefühlsfarbe sich aus- breiten und legte damit die Grundsphäre des Ganzen eindeutig ausgerichtet fest. Mit individueller Prägung ließ er die Themen des Kopfsatzes in ihrer vielfältigen Gegensätzlichkeit sich entfalten bei intensivster Ausdruckskraft der gesanglichen Linie. Die Durchführung wurde zu realem, elementaren Erleben; der Hebergang zur Reprise bezeugte letztes Aufgehen in dem Werk. — Innerlich reich an Stimmungssätttgung unb klanglicher Schwellung entfaltete sich das Andante mit seiner durch das Horn weich tönend und modulationsreich eingeführ- ten Kanttlene und dem Zwiegesang zwischen Oboe unb Horn. Das war ein Ausbreiten unb klang- seliges Erschließen, dem bas Erscheinen des Motto- chemas beschwörend drohte. Mit Feinaeistigkeit, graziös innig, zog ber Walzer, den Tschaikowsky an die Stelle des üblichen Scherzos setzt, vorüber. Das Finale wurde in großem Zuge mit machtvoller Eindringlichkeit gestaltet; das verschiedentliche Erscheinen des Mottothemas, geweitet bis zur klanglichen Apotheose, ließ das Finale in letzter Hnmit- telbarkeit den Hörer packen und ihn ergreifen. Begeistert ausbrechender Beifall am Schluß des Konzerts war das Zeichen des Dankes der Hörer; er ehrte alle am Werke Beteiligten. Dr. Hermann Hering. „D III 88." Wenn dem Film die Möglichkeit gegeben ist, unsere Luftwaffe einmal in ihren Horsten aufzusuchen unb sie zum Thema eines abenbfüllenben Filmstreifens zu machen, bann barf das Ergebnis ber Bemühungen ber lebhaftesten Aufmerksamkeit aller gewiß fein. Das gilt in mehr als einer Beziehung von bem Film, ber feit gestern im Glo- ria - Palast gezeigt wirb. Der Titel ist bie Bezeichnung eines Kampfbreibeckers aus bem Weltkrieg, einer Maschine, die in vielen Luftkämpfen bestand. Der Geist, der bie Flieger biefer Maschine beseelte, ist, bas schilbert ber Film klar unb eindringlich, in gerader Linie auf die Flieger unserer modernen Luftwaffe übergegangen. Dieser Geist der Flieger des Weltkrieges ist von den Fliegern der Gegenwart inzwischen auch nachdrücklich bewiesen worden. Der Film „D III 88" führt in faszinierenden Bildern ganz nahe heran an ben Dienftbetrieb in einem Fliegerhorst, läßt bie Form ber Zusammenarbeit von Fliegern unb Seestreitkräften erkennen unb bringt dabei doch eine geschickt eingefügte, regelrechte Handlung, die von vielen menschlichen Wesenszügen durchpulst ist. Die Handlung will, es, baß zwei hoffnungsvolle, befreundete Flieger aus ben Motiven eblen Ehrgeizes hintereinanbergeraten, sich verfeinben, dienstlich aber in einem Flugzeug weiter Zusammenarbeiten müssen. Dabei lassen sie sich zu Handlungen hinreißen, die unterblieben wären, wenn die Voraussetzungen zwischen beiden andere gewesen wären. Es kommt zu einer Bruchlandung, unb später müssen sie sich vor versammelter Mannschaft heftige Worte sagen lassen und erhalten außerdem Startverbot. Erst durch den „guten Geist" im Fliegerhorst, den biederen Oberwerkmeister Bonicke, wird für sie ein gutes Wort eingelegt, sie erhalten eine große Chance unb stellen burch eine bravouröse fliegerische Tat ihr Ansehen roieber her. Daß dabei der alte DreideckeL aus dem Weltkrieg und ber bewährte Oberwerk* meister noch einmal eine letzte ehrenvolle Aufgabe erhalten — bas schließt den Ring der großen Ge* meinschast ber Helben ber Luft von 1914/18 und 1939«, Der Film wurde geschaffen nach Gedanken Dort Hans Bertram, Alfred Stöger und Heinz O r l o v i u s. Die Spielleitung hatte Herberg Maisch. Als militärischer Berater wirkte General z. V. Wilberg und als Marineberater Oberleutnant z. S. a. D. Vogt mit. In ber Darstellung, (in der das weibliche Element diesmal im wahrsten Sinne des Wortes keine Rolls spielt) begegnet man einer Reihe krafttoller und sympathischer Gestalten. Christian Kayßler als Oberstleutnant Mitthof erscheint in jeder Bewegung als Soldat mit aller inneren unb äußeren Disziplin« Unmittelbar neben ihm steht Otto Wernicke als Oberwerkmeister Bonicke, ber sich mit aller Gewalt bagegen wehrt, in Urlaub zu gehen unb etwas fütf seine Gesundheit zu tun, fonbem vielmehr mit berrt Opfer seines Lebens bie Rettung zweier junger Ka* meraden ermöglicht. Heinz Welzel unb Hermanrt Braun verkörpern die beiden befreundeten, ver* feinbeten unb roieber versöhnten Fliegergesreitert Paulsen unb Eckert und verhelfen bem Film befon« bers in ben kritischen Szenen in ben Flugzeugen zu! einer unerhörten Spannung. Karl Martell bringt als Jagbflieger Becker in temperamentvoller Weiss bie letzten Tage bes Weltkrieges in bie Erinnerung^ Der Film, ber mit bem Präbikat „Staatspolittfch besonbers wertvoll" ausgezeichnet wurde, ist in seines Gesamtheit nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein militärisches Dokument, das eindringlich Zeugnis von ber Kraft unserer Luftwaffe unb unserer Ma* rine ablegt. Heinrich Ludwig Neuner. Goll der Klügere nachgeben? Maria von Ebner-Eschenbach hatte einst einen Prozeß, bei bem sie zwar im Recht war« aber wenig Aussicht hatte, dies Recht ersol-greich durchzusetzen. Der Richter beraumte auch einen Termin zu Vergleichsverhandlungen an und suchte bie! Dichterin dadurch versöhnlich zu stimmen, indem eS sagte: „... schließlich gibt der Klügere nach." ,^Ja, und damit ist bann bie Weltherrschaft bet Dummen eröffnet!" erwiderte die berichmte Dichi, terin. -—r- 15 Gebote für die Verdunkelungszeit. (Sorgfältige Beachtung bewahrt vor (Schaden. Ein beleuchtetes Fenster kann einen ganzen Ort in größte Gefahr bringen. Alle Volksgenossen, die Wert darauf legen, in der Volksgemeinschaft als gute Deutsche zu gelten, handeln während der Verdunkelungszeit nach folgenden Grundsätzen: 1. Dom Beginn der Dämmerung ab jede Wohnung und alle Geschäfte sorgfältig verdunkeln. 2. Die Verdunkelung muß sich auch auf die Fenster der Speisekammern, Klosett- und Kellerräume erstrecken. 3. In Zimmern ohne Derdunkelungseinrichtung fmter keinen Umständen Licht einschalten. 4. Wer in der Dunkelheit durch das Fenster Umschau halten will, darf nicht vorher oder während des Hinausschauens das Zimmer beleuchten. 5. Bei Fliegeralarm unter keinen Umständen Licht in den Zimmern einschalten. 6. In den verdunkelten Straßen möglichst geringe Lichtquellen anwenden. Taschenlampen nur dann benützen, wenn deren Licht nach oben gut vbaeblendet ist. 7. Taschenlampenlicht in den dunklen Straßen stets nach unten richten, niemals geradeaus, da fünft entgegenkommende Personen geblendet werden. 8. An den Fahrzeugen vorn und hinten vorschriftsmäßige Lampen mttführen. Es ist sorgfältig daraus zu achten, daß das Licht der Borderlampen nicht nach oben sttlchlt und auch keinen weithin leuchtenden Schein wirst. Kraftfahrzeuge dürfen in den Ortschaften nicht mit ausblendetem Licht fahren. 9. Fußgänger stets nur aus der rechten Straßenseite gehen. Nicht mit Stöcken und Schirmen in der Lust herumhantieren, damit andere Personen nicht gefährdet werden. 10. Fahrbahnen sind von Fußgängern möglichst nur an den durch Lampen gekennzeichneten lieber« gütigen und in jedem Falle nur im rechten Winkel zu überqueren. 11. Kinder und Jugendliche gehören vom Beginn der Dämmerung ab nicht mehr auf die Straße, sondern müssen im Hause behalten werden. 12. Bei Fliegeralarm Ruhe und Besonnenheit bewahren und den Luftschutzkeller aufsuchen. Wer auf der Straße ist, begibt sich in die nächste Deckungs- Möglichkeit. 13. Luftschutzkeller ober Deckungen nicht vor der Entwarnung verlassen. 14. Beim Schießen der Flakartillerie nicht auf die Straßen laufen und neugierig zuschauen, sondern in den Wohnungen bleiben, oder von der Straße weg sofort in Deckung gehen. Wer anders handelt, ist durch Splitter der explodierenden Granaten gefährdet. 15. Bei Fliegeralarm und Flakschießen alle Lichtquellen in den Häusern und in den Straßen mit besonderer Sorgfalt vermeiden, um dem Feind keinen Anhaltspunkt für Bombenwürfe zu geben. Aus der engeren Heimat. Arbeitstagung des Sängerkreises „Ehattia- in Hungen. * Hungen, 30. Nov. In Anwesenheit der Ab- drdnungen von 14 Vereinen wurde die Herbstoersammlung des S ä n g e r k r e i s'e s „C h a 11 i a" im „Darmstädter Hof" zu Hungen abgehalten. Mit dem Sängergruß und zwei Liedern, vom Chor des Gesangvereins ,Liederkranz" Hunaen unter der Stabführung des Chorleiters W. Lenz gesungen, wurde die Tagung eröffnet. Vereinsführer Kam- beitz vom Gesangverein „Eintracht" Hungen ent- hot den Sängern herzlichen Willkommgruß. Nachdem Kreisführer Rinker der durch den Tod abgerufenen Sänger gedacht hatte, gab er hie Parole aus, daß trotz mancher Schwierigkeit roeitergefungen werden solle. Obwohl nahezu die Hälfte der aktiven Sänger unter den Fahnen stehe, müsse die Sängersache hochgehalten und das bewahrt werden, was von den Kameraden an der Front in langen Jahren der Arbeit mit aufgebaut wurde. Die Aufforderung zum ^Beiterfingen wurde von den Dereinsvertretern in bejahendem Sinne ausgenommen, und die meisten Vereine erklärten sich bereit, die regelmäßigen Gesangsstunden wieder aufzu- Mhmen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab Kreischorleiter Stein (Lich) aufschlußreiche Erläuterungen über das letzte Sängertreffen in Laubach uni) verband damit Anregungen für die weitere Gestaltung des Gesanges in unserer engeren Heimat. Kreisrechner Wagner (Birklar) erstattete den Kassenbericht. Für seine gewissenhafte Arbeit wurde ßhm alle Anerkennung zuteil. Herzlich wurde der im Felde stehenden Kameraden gedacht, denen durch Liebesgaben eine Aufmerksamkeit erwiesen werden soll. Den Soldaten soll bewußt werden, daß sie von den Kameraden im Verein nicht vergessen sind. Mit zwei Liedern fand die (Sängertagung ihren Abschluß. kreis Bübingen. f. Schotten, 30. Nov. Das hiesige Rote Kreuz, weibliche Abteilung, hatte einen Ausbil- dunaskursus durchgeführt, an dem sich 30 weibliche Personen beteiligten. Die Ausbildung geschah unter Leitung des hiesigen Assistenzarztes vom Städttschen Krankenhaus, Dr. W e i s s i g , der die Teilnehme- rinnen in allen Zweigen des Hilfsdienstes und der Krankenpflege unterrichtet hatte. Gestern abend fand die Abschlußprüfung statt, zu der Kreisftauenfchasts- leiterin Kn auß, Büdingen, DRK.-Hauptführerin Becker und viele andere Gäste erschienen waren. Die Führerin des hiesigen weiblichen RK., Frau dengel, begrüßte alle Erschienenen und sprach dem ausbildenden Arzt besonderen Dank aus. Die Prüfung gab einen Beweis für die gute Ausbildung, die Die neuen DRK.-Anwärterinnen während des Kursus erfahren haben. Auch die früher schon ausgebildeten Helferinnen beteiligten sich an der Prüfung. Die DRK.-Hauptführerin Frau Becker richtete alsdann beherzigenswerte Worte an die neuen Anwärterinnen und nahm sie in das Rote Kreuz auf. Die hiesige Abteilung des Roten Kreuzes hat damit eine Stärke von über 50 Mitgliedern^ Schwerer Verkehrsunfall bei Groß-Gerau. Lpd. Groß-Gerau, 30.Nov. Abends ereignete sich in einer durch Unfälle bekanntgewordenen Kurve an der Bahnunterführung Groß-Gerau— Dornberg ein neuer schwerer Verkehrs- Unfall. Ein aus Darmstadt kommender Motorradfahrer mit Beiwagen stieß mit einem aus entgegengesetzter Richtung herankommenden Personenwagen zusammen. Der Motorradfahrer war sofort t o t; der Beiwagenfahrer wurde schwerverletzt abtransportiert und liegt in bedenklichem Zustand im Darmstädter Krankenhaus. Rundfurrkprogramm Samstag, 2. Dezember. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rhein- Mainische Landesorchester. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Deutschland — Kinderland: Weibnachtswünsche — so ober so! 9.30: Frohe Weisen. 10.30: Konzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Konzert. Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 14: Nachrichten. 14.15: Beliebte Melodien. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 17 bis 17.10: Nachrichten. 17.10 bis 17.20: Bühne und Film im Rundfunk. 17.45: Frohsinn zum Wochenende. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. SJL-’fpont Letzter Fußball-Länverkamps 1939. Deutschland —Slowakei in Chemnitz. Mit einem Ländertreffen gegen die Slowakei beschließt der deutsche Fußballsport die Reihe seiner internationalen Kämpfe im Kalenderjahr 1939. Unser östlicher Nachbar hat seit dem Erlangen der Selbständigkeit schon wiederholt Beweise seiner sportlichen Tüchtigkeit gegeben; mit besonderem Stolz aber weift er auf den 2:0-Sieg feiner Fußballer im ersten Länderkampf gegen Deutschland Ende August in Preßburg hin. Äuf deutscher Seite hatte man eine Nachwuchsmannschaft für ausreichend und stark genug gehalten, die Slowaken zu schlagen, aber die Gastgeber wuchsen in heimischer Umgebung über sich selbst hinaus und trugen einen in jeder Hinsicht verdienten Sieg davon. Es war zu erwarten, daß zum Rückspiel, das nun am kommenden Sonntagnachmittag in Chemnitz ausgetragen wird, von Deutschland eine wesentlich schlagkräftigere Elf aufgeboten würde, um die Preß- burger Schlappe wettzumachen. Zwar find auch diesmal mit dem Berliner Torhüter Jahn, dem Gleiwitzer Verteidiger Kubus und dem Berliner Gießener Schützen im Der Schützenverein Gießen führte dieser Tage den vom Deutschen Schützenverband ausgeschriebenen Vereins-Femwettkampf durch, und zwar wurden Mannschaften in der aktiven Schützenklasse für Schützen über 18 Jahre und der Alters- schützenklasse für Schützen über 50 Jahre gestellt. Die Mannschaften schossen in der Gruppe der Städte bis zu 100 000 Einwohnern. Jede Mannschaft bestand infolgedessen aus lh Schützen. Es wurden verhältnismäßig gute Resultate erzielt. Besonders die Schützen, welche sonst nicht den Kampfmann- fchaften angehören, hielten sich gut. Folgende Ringzahlen wurden erreicht: Aktive Schützen, Kleinkaliber (Militärische Anschlagsform, 15 Schuß, je 5 Stück liegend, kniend und stehend-freihändig, Entfernung 50 Meter): 1. Heinrich Appel 155 Ringe; 2. Willy Schilling 152 R.; 3. Josef Krumpen 148 R.; 4. Hans Schmal! 147 R.; 5. Karl Mootz 146 R.; 6. Willy Horn 144 R.; 7. Hans Wessels 135 R.; 8. Karl Nonnenbroich 130 R.; 9. Emil Müller 130 R.; 10. Wilhelm Schwinn 130 R.; 11. Heinrich Ruckstuhl 128 R.; 12. Georg Schwan 120 .R.; 13. Wilhelm Bach 113 R.; 14. Emst Wieth 112 R.; 15. Julius Funk 105 R. — Gesamt- ringzahl 1995 Ringe. Außenläufer Goede drei Spieler eingesetzt, die erst, mals in einem offiziellen Länderkampf mitwirken, aber in ihrer Umgebung findet man so bewährte Kräfte wie Lehner, Schön, Conen, Rohde, Kitzinger, Billmann usw., daß man von einer recht starken deutschen Vertretung sprechen darf. Sehr vertrauenerweckend sieht vor allem die Fünferreihe aus, in die auch der talentierte Fürther Hans Fiederer, der seine internationale Feuertaufe im Kampf gegen Luxemburg erhielt. Eingang gefunden hat. Wenn sich diese deutsche Elf schnell zu einer Einheit zusammenfindet. Dann werden unsere Gäste ihre Schlagkraft zu spüren bekommen. In der Slowakei hat man sich auf den Chemnitzer Kampf recht sorgfältig vorbereitet. 13 Spieler wurden einem Sondertraining unterzogen, und zwei Uebungsspiele am Dienstag und Donnerstag fielen zur vollsten Zufriedenheit aus. Auch diesmal werden wieder die Spieler des SK. Bratislava Preßburg den Stamm der Mannschaft bilden. Vereins-Fernwettkamps. Aktive Schützen, Wehrmannbüchse (175 Meter Entfernung, je 5 Schuß liegend, kniend und stehend-freihändig): 1. Heinrich Appel 222 Ringe; 2. Karl Mootz 206 R.; 3. Hans Schmal! 204 R.; 4. Hans Wessels 204 R.; Willy Horn 203 R.; 6. Joses Krumpen 202 R.; 7. Wilhelm Schwinn 197 R.; 8. Willy Schilling 185 R.; 9. Fritz Linker 183 R.; 10. Ernst Wieth 178 R.; 11. Karl Nonnen- broich 170 R.; 12. Georg Schwan 168 R.; 13. Heinrich Ruckstuhl 152 R.; 14. August Trebbe 142 R.; 15. Julius Funk 135 R. Gesamtringzahl 2751 Ringe. Altersschützen, Scheibenbüchse (175 Meter Entfernung, stehend-aufgelegt): 1. Georg Schilling 239 Ringe; 2. Willy Georg 234 R.; 3. Hermann Sauer 225 R.; 4. Carl Peter 223 R.; 5. Conrad Dreyer 210 R.; 6. Otto Schönau 201 R.; 7. Adolf Möhl 198 R.; 8. Theo Nauheimer 197 R.; 9. Rudolf Weyl 191 R.; 10. Hans Mangelsdorff 191 R.; 11. Wilhelm Scheid 188 R.; 12. Ernst Wagner 181 R.; 13. Fritz Klotz 172 R.; 14. Heinrich Beck. 153 R.; 15. Carl Allendörfer 147 R. Ge- samtringzahl 2950 Ringe. Der errungene Platz innerhalb der betreffenden Gruppe ist erst im Laufe des Dezember zu erfahren. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Ueberroiegenb fest. Frankfurt a.M., 30.Nov. In Anbetracht der flüssigen Geldmarktlage setzten sich an der Börse kleine Kurckischaftskäufe fort. Das Geschäft bewegte sich jedoch in engen Grenzen, da einmal wegen des heutigen Ultimos feine stärkere Unternehmungslust bestand und zum andern vielfach der herrschende Materialmangel einen entsprechenden Ausgleich aufhob. An den Aktienmärkten lauteten die ersten Kurse überwiegend 0,50 bis 1 v. H. höher, einzelne Spezialpapiere zogen darüber hinaus an. Besonders fest lagen nach Pause Vereinigte Deutsche Metall mit 158,50 (153,50), außerdem stiegen Ilse Genuß auf 153,50 (151), Deutsche Erdöl auf 139,50 (137,75) und Siemens auf etwa 215 (211,25). Von den führenden Werten gewannen Mannesmann 1,13 v. H. auf 107,75, AEG. 1 v. H. auf 118,50, dagegen bröckelten Vereinigte Stahl auf 101,13 (101,50) und IG. Farben auf 159,13 (159,25) ab. Auto- und Maschinenaktien lagen bis 1 v. H./Rheinmetall 1,25 v. H. höher. Der Rentenmarkt lag ruhig. Nachfrage verblieb in Steuergutscheinen und Pfandbriefen. Gesucht waren ferner Liquadatianspfandbriefe, die zumeist 0,25 v. H. anstiegen, darüber hinaus nach Pause Nass. Landesbank um 1 v. H. auf 101,75 rat. .Industrie-Obligationen und Stadtanleihen schwankten bis 0,25 v. H., während Reichsanleihen wenig verändert waren. Reichsaltbesitz jedoch 0,40 v. H. ermäßigt auf 136,75, auch Dekosarna I metter nach- gebend auf 140,13 (140,40). Im Verlaufe herrschte ausgesprochene Geschäfts- stille, und die Kurse lagen etwas uneinheitlich, der feste Grundton blieb aber vorherrschend. IG. Farben 0,40 v. H. höher mit 159,50, Bekula plus 0,50 v. H. auf 161, dagegen Stahlverein 101 nach 101,13, AEG. 118,25 nach 118,50. Die später notierten Papiere zogen zumeist 0,50 bis 1,50 v. H. an. Scheideanstalt gewannen 3 v. H. auf 224, MAN. 2 v. H. auf 156, Deutsche Linoleum nach Pause 4 v. H. auf 129. Auch der Einheitsmarkt war überwiegend fest. Im Freiverkehr nannte man Dinglerwerke mit 81,50 bis 83,50 (zuletzt 80). Tagesgeld 2,25 (2) v.H. Roman von Meta Brix CARL DUNCKER VERLAG•BERLIN 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie hatte eine Vision ... da war ein Gerichts- faal ... eine Verhandlung gegen einen Schlaf- rvagendieb Der Mann war ein früherer Filmschau« fpieler ... also ein interessanter Fall. Auch seine damalige Spielpartnerin war verdächtig. Sie sah sich selbst auf der Anklagebank ... Mit einem wehen Aufschluchzen sank sie auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch. Sie stützte den Kopf tn beide Hände. Moravitzky bat: „Beruhige dich doch, Muschi. Höre mir erst weiter zu." „Was, weiter ...?" sagte Luise. Sie hob ihr Gesicht, es war feucht von Tränen. „Sie werden dich natürlich anzeigen!" „Im Gegenteil. Sie wollen ein Geschäft mit mir machen. Eine private Wiedergutmachung ... wie dieser Herr Zaduk sich auszudrücken beliebte." Luise atmete auf. Vielleicht wurde doch alles gut. Sie fragte: „Und was wollte er?" Zch soll ihm das Geheimrezept von dem Heit- femfd^n Parfüm .Inkognito' verschaffen. Durch dich!" Luise schnellte van ihrem Stuhl hach. „Und weiter wünscht Zaduk nichts?" Ein heißer Zorn schüttelte sie. Mit ihrer Beihilfe! Eine Lumperei sollte der anderen folgen! Moravitzky nickte zu ihrer Empörung: „Dasselbe habe ich Herrn Zaduk auch gefragt: Ob er sonst noch Wünsche habe!" Er faßte ihren Arm und zog sie dicht an sich. Er zeigte auf das Bild auf ihrem Schreibtisch, seine Stimme war dunkel, bittend: „Luise, denke an die Zeit zurück, da wir beide uns da herumgebalgt haben ... zwei übermütige Kinder ..." „Ach", sagte Luise. „Beschwöre nur nicht die alten Zeiten heraus! Damit erreichst du bet mir gar nichts! Mein guter Vater würde sich im Grabe umdrehen, wüßte er, was aus mir geworden ift Du hast mir noch immer Unglück gebracht! Du hast mich hineingerissen in dein Leben! Du hast mich zur Mitwisserin eines Diebstahls gemacht, und mm---" Nun wurde auch er ärgerlich und unbeherrscht. „Besinne dich doch, Luise! Vor uns beiden lag eine glänzende Filmlaufbahn. Du aber gingst auf und davon!" Luise sah den einstigen Partner an, sehr ernst und sehr hart. Sie sagte: „Du verstehst es, dich immer ins rechte Licht zu setzen. Ich habe aber alle deine Absprünge vom geraden Weg sehr gut im Gedächtnis. Immer brauchtest du Geld. Immer hattest du Schulden. Und immer fandest du auch Wege, wieder 3U Geld zu kommen." „Luise ... als Kinder auf dem Gut da ... bei unseren Ritten über die weite Heide ... da haben wir tausend Streiche verübt und uns noch immer wieder rausgefunden!" Luise hatte jetzt übergenug. Sie fragte: „Was also soll jetzt werden?" „Das eben wollte ich mit dir gemeinsam überlegen." „Sehr fteundlich", sagte Luise spöttisch. „Aber daran, daß ich — wenn diese Leute dich der Polizei übergeben — dann auch mit hineingezogen werde, daran hast du nicht gedacht! Bin ich erst in einen solchen Prozeß verwickelt, kann ich keine Ansprüche mehr an mein Kind erheben!" „Daran eben habe ich gedacht, Luise!" „Lüge doch nicht! Ich glaube dir nicht!" „Glaube mir nicht. Aber sei endlich vernünftig. Ueberlege mit mir, was wir tun können." „Hast du das Ansinnen denn nicht sofort abgelehnt?" „Wir mußten doch erst Zeit gewinnen ..." Ein Zug der alten, leichtfertigen Liederlichkeit flog über sein Gesicht: „Glaube mir, Luise, wir kommen auch aus dieser Patsche wieder heraus!" Die Frau klopfte ungeduldig auf den Tisch. „Patsche", wiederholte sie verächtlich. „Auch jetzt hast du nichts als leichtfertige Redensarten bei der Hand. Auf dich war noch nie Verlaß. Nach dem Tode deiner Eltern hast du deinen Besitz vertan ... das schöne, große Gut, das der Stolz'einer alten Familie war. Du hast gespielt, betrogen ... und dann hast du gestohlen!" Moravitzky hob die Schultern: „Du hast recht... das alles habe ich mir selbst gesagt. Ich war gestern übend nahe daran, diesem verpfuschten Leben, das du eben so großartig und durchaus wahrheitsgemäß zeichnetest, eine Ende zu machen. Aber ich dachte an dich. Denn ... darauf können wir uns heilig verlassen ... kriegen die Zaduks mich nicht für ihren Plan, so werden sich diese Erpresser an dich halten!" „Und du mußt mich also beschützen!" „Ja. Daraus erwiderte Luise nichts. Das Schweigen stand zwischen ihnen. Luise sprach zuerst. Ihre Stimme klang müde: „Du mußt jetzt gehen. Ich will alles durchdenken. Vielleicht läßt sich ein Weg finden ..." Luise war so blaß und nervös, daß Doktor Mainz besorgt fragte, ob sie krank wäre. Nein, ihr fehlte nichts ... Aber dann sah sie in den Spiegel und sah ein müdes Gesicht ... müde und blaß ... und das Haar leuchtete um dieses blasse Gesicht schimmernd als je. Sie hatte sich ein paar Tage und Nächte den Kopf um einen Ausweg zergrübelt. Dazwischen hatte sie ihre Arbeit zu erledigen, reichlich Arbeit. Matthias Heitfeld war abgereift. Der Juniorchef steckte beinahe zu jeder Zeit drüben bei Doktor Mainz und arbeitete da wie ein Besessener. Ja, es war immer wieder vorgekommen, daß er bis spät in die Nacht hinein im Labor blieb. An diesem Morgen hielt ihn Luise fest. Es waren wichtige Fragen zu besprechen. Da war vor allem der Brief von dem Neuyorker Haus. „Tja", meinte Heitfeld. „Ich glaube schon, daß sie drüben noch ein oder zwei tüchtige Leute brauchen. Die müßte man aber eigentlich auch dort finden. Ich weiß im Augenblick nicht, wo ich hier geeignete Vertreter für Amerika finden sollte." In Luise fprang ein Gedanke auf. Sie handelte ganz impulsiv: „Wenn Sie einen Versuch machen wollten, Herr Doktor ..." Heitfeld sah auf: „Ja ... wissen Sie jemand, der sich für den Verkauf drüben eignet?" Luise nickte. Sie sagte: „Aus der Branche ist er zwar nicht. Aber das war ich ja auch nicht." „Ich hätte Sie auch auf keinen Fall engagiert", lackte der Doktor. ,Zch war sogar Dagegen. Das Haos ich dem Jäckel in Wien damals gleich gesagt." „Oh ..meinte Luise. „Das habe ich gar nicht gewußt." „Sie müssen nicht so ein entsetztes Gesicht machen, Frau Domkat. Meinem Vater haben ©ie ja gleich gefallen. Und mich haben Sie inzwischen auch davon überzeugt, daß man lieber keine Vorurteile haben soll." „Vorurteile ...?" fragte Luise. Sie erschrack. Was meinte er denn mit Vorurteilen? Waldemar Heitfeld fuhr freimütig fort: „Natürlich. Ich hörte doch, Sie waren Filmschauspielerin. Und aus irgendwelchen Gründen, die ja auch wohl heute noch so ziemlich Geheimnis sind, wollten Sie plötzlich die ganze Filmerei sein lassen und tn einen kaufmännischen Beruf gehen. Ich hörte auch — entschuldigen Sie, daß ich ganz offen btn —> daß Sie geschieden warenNa, Hand auss Herz, Frau Domkat ... so ein Philister von Kaufmann überlegt dann doch erst mal." Er reichte ihr herzlich Die Hand herüber: „Nichts für ungut. Ich bin inzwischen gänzlich bekehrt. Jetzt geben wir Sie auch gar nicht mehr her, Frau Domtat!" Ein Lächeln glitt über Das blasse Gesicht brühen. Luise sagte: „Für einen Philister habe ich Sie mm nicht gehalten!" Er hielt noch ihre Hand: „Nicht ...?" Er hielt mit seinem Mick die braunen Augen fest. Diese Augen ... das Haar über Der blassen Stirn ... mein Gott, diese Frau war gefährlich schön... Er gab ihre nun schon widerstrebende Hand frei und sagte: „Also erzählen Sie mal von Ihrem Bekannten, Den Sie empfehlen wollen. Was ist er denn? Etwa auch Filmschauspieler?" „Ja", sagte Luise. „Und ein Windhund. Nun schreibt er an einem Filmmanuskript. Ob er Damit Erfolg hat ... es ist fraglich. Aber er ist ein sehr gewandter Mensch. Ich könnte mir denken, baß er als Verkäufer gute Erfolge erzielen müßte. Die englische Sprache beherrscht er vollkommen. Ebenso natürlch Französisch. Und auch Portugiesisch und ^Spanisch, falls er nach Südamerika müßte/ „Sie geben gute Empfehlungen, Frau Domkat. Also gut . .*. lassen Sie Ihren Bekannten Herkommen. Wie heißt er Denn?" „Franz von Moravitzky." Heitfeld machte ein verdutztes Gesicht. Er stand auf und blieb vor Luise stehen. „Da fällt mir etwas ein ... Sagen Sie, sind Sie etwa Die »Muschtt...?" Luise Domkat sah Den Doktor sprachlos an, so maßlos erstaunt, daß er lachen mußte. „Sie können das ruhig zugeben", redete er ihr zu. „Ihr habt doch wohl beim Film alle solche Spitznamen^ Hören Sie zu: ich habe damals vor Jahren in Wien eine .Lustige Nacht der Künstlett mitgemacht. Und sah dort einen Mann, der mich interessierte. Und meine Begleiterin damals ... übrigens eine entzückende kleine Tänzerin ... erzählte mir, daß der Betreffende ein Filmschauspieler wäre und ausnahmsweise ohne feine Filmpartnerin — eben Diese »Muschfl — auf Dem Fest sei." „Ja", sagte Luise, „Franz von Moravitzky war bei einigen Filmen mein Partner." „Na sehen Sie ... es stimmt also! Komisch, dieser Zufall. Recht von Jynen, Frau Domkat, daß Sie einem alten Kameraden helfen wollen. Sagen Sie also Dem Herrn, Daß er hier vorbei kommt. Dann werden wir wettersehen." Fortsetzung folgte