Mittwoch,!. November 1989 189. Jahrgang Nr. 256 Erstes Matt Annahme von Anzeige» für die Mitlagsnummer vis 8'/.Uhr des Dormittag« Grundprefte fflr 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzergen von 70mm Brett« 60 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg. 25°/, mehr. Ermäßigte Grundpretfe: Stellen», Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts« o, behördliche Anzeigen 6Rp^ Mengenabschlüsse Staffel B W Gietzener Anzeiger von einzelnen Nummern f General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Sietzev V V 8t mischen. Roosevelt habe am 21. Oktober ein Telegramm an den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets, Kalinin, gerichtet, worin er seine Wünsche für die „Unabhängigkeit" Finnlands bekundet habe. 2n Moskau hat, wie Molotow ironisch bemerkte, die Botschaft Roosevelts umso größeres Befremden erregt, als der amerikanische Präsident offenbar über seinen Sorgen um die „Unabhängigkeit" Finnlands ihm näherliegende Fragen wie die „Unabhängigkeit" Cubas oder der Philippinen vergessen habe! Trotzdem habe Kalinin Herrn Roosevelt geantwortet, die Sowjets können erwidern, daß gerade die Sowjetunion die Unabhängigkeit Finnlands zur Grundlage ihrer Beziehungen zu diesem ihrem Nachbarstaat gemacht habe, und daß nichts anderes als die Festigung der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten zur Sicherheit der Sowjetunion und Finnlands den Gegenstand der gegenwärtigen Verhandlungen bilde. Das Verhältnis zu der Türkei. Nwskaus Vorschlag eines Meerengenpaktes von Ankara abgelehnt. Die ursprüngliche Absicht der Sowjetunion in den letzten Verhandlungen mit der Türkei habe darin bestanden, einen auf das schwarze Aleer und auf die Meerengen begrenzten Beistandspakt mit der Türkei abznschliehen. Da die Sowjetunion, entsprechend ihrer Freundschaftspolitik gegenüber dem Deutschen Reich, in keinem Falle auch nur die Möglichkeit ejnes Konfliktes zulassen wollte, habe sie der Türkei vorgeschlagen, die Meerengen für die Kriegsschiffe aller Staaten, mit Ausnahme der Uferstaaten des Schwarzen Meeres, z u sperren. Die Türkei habe jedoch, angeblich auf Grund ihrer bereits gegenüber den Westmächten übernommenen Verpflichtungen, diese Vorschläge abgelehnt. Dennoch habe der Meinungsaustausch mit der Türkei viel Leigetragen zur Klärung der beiderseitigen politischen Standpunkte. Die Türkei habe freilich dadurch, daß sie die Bindung ihres Schicksals an die Kriegspolitik der Westmächte einer Neutralitätspolitik vorgezogen habe, eine ernste Entscheidung auf sich genommen. Es werde sich noch zeigen, ob die Türkei diesen Schritt nicht später zu bedauern habe. Die Sowsetregierung werde jedenfalls sorgfältig die Ereignisse in dieser Gefahrenzone weiter beobachten und werbe insbesondere im Bereich des Schwarzen Meeres eine Politik verfolgen, die ihren Interessen und den Interessen der ihr befteundeten Völker entspreche. Bessere Beziehungen zu Japan. Molotow glaubte bann eine fühlbare Besserung der sowjetisch - japanischen Beziehungen feststellen zu können. Einer gemischten sowjetisch-japanischen Grenzkommission müsse die Entscheidung einer Reihe von striltMen Fragen übertragen werben. Bei einigem guten Willen müsse dabei ein positives Ergebnis zu erwarten sein In weiterer Perspektive stehe die Neuordnung der japanisch-sowjetischen Handelsbeziehungen, die den Interessen beider Staaten dienen könnten. Freilich sehe man in Moskau noch nicht klar, in welcher Form diese Frage geregelt werden könnte und ob die in Tokio bestehenden politischen Voraussetzungen dafür schon günstig genug seien. Die Moskauer Regierung jedenfalls verhalte sich grundsätzlich positiv zu den mit einer Verbesserung chrer Beziehungen zu Japan zusammenhängenden Fragen. Zum Schluß seiner Rede wies Molotow nachdrücklich auf die Bedeutung der erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Antwort der Sowjetregierung auf die britischen Bann- gut-Bestimmungen hin. Die Sowjetunion könne nicht zulassen, daß der Krieg infolge der völkerrechtswidrigen britischen Konterbande - Bestimmungen auch gegen Frauen, Kinder undGrelse geführt werde. Die Sowjetregierung fei vielmehr im Gegenteil bestrebt, den Krieg abzukürzev und die Schrecken des Krieges von der Zivilbevölkerung fernzuhalten. Der Beschluß des amerikanischen Senats, das Waffenembargo aufzuheben, fei nach Ansicht der Sowjetregierung nicht dazu geeignet, die Beendigung des Krieges herbeizuführen, sondern könne zu einer Verschärfung und weiteren Ausdehnung des europäischen Krieges führen. Damit beschloß Molotow seinen Bericht, der von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die Tatsache, daß Molotow es Überhaupt nicht für nötig fand, die Beziehungen ber Mit dem gleichen Schwung führte General DI» bricht am 9. September einen Handstreich gegen Lowicz durch, um hier die Bzura- brücke in die Hand zu bekommen und dem bereits umfaßten Gegner den Weg nach Süden zu sperren. Nachdem General Olbricht feine Infanterie auf allen irgendwie erreichbaren Fahrzeugen ner Truppe nach Lowicz hinein, wo sein Ueberfall eine tolle Panik auslöste. Auf dem Bahnhof wurden die Besatzungen mehrerer feindlicher Truppentransporte regelrecht „verhaftet". Der schönste Erfolg dieses Ueberfalls aber war die noch die fünf Warthebrücken hätten sprengen können. Befreiung von 2800 verschleppten Volksdeutschen, denen somit das Schicksal ihrer Bromberger Volksgenossen erspart blieb. Bei Lowicz wie bei So- chaczew sperrte die Division Olbricht drei Tage lang weit vor der Masse der Armee hie, Bzura-Uebergänge und hielt sie in ungemein schweren Kämpfen gegen alle polnischen Durchbruchsversuche. An dem beispiellosen Erfolg der De r n i ch t u n g s s ch l a ch t im Weichselbogen hat die Division Olbricht damit einen wesentlichen Anteil. „Das persönliche Verdienst", so äußerte Generalleutnant Olbricht, „tritt völlig zurück hinter den einzigartigen Leistungen meiner Truppenführer und meiner Truppen, die wahrhaft heldenhafte Leistungen vollbracht haben." Mil fünf Bataillonen drei polnische Divisionen znm Stehen gebracht Berlin, 31. Okt. (DNB.) Generalleutnant das für den Gegner zur hartnäckigen Verteidigung wie geschaffen war. Aber Generalleutnant Olbricht war entschlossen, dem Feind keine Zeit zu lassen, um sich zu neuem Widerstand zu setzen. Persönlich eilte er nach vorn, um den Angriff an Ort und Stelle zu leiten. Auf dem Marktplatz in Warta überholte er die vorderste Jnsanteriespitze und fuhr allein mit feinem Ersten Generalstabsoffizier bis zur er ft en Warthebrücke am Ostrand vor, die er unbesetzt und unzer ° stört fand. Unverzüglich schickte der Kommandeur seinen Generalstabsoffizier zurück, um schnell Verstärkung heranzuholen. Im Laufschritt eilten die ersten rasch zusammengerafften Truppen heran, die sofort die erste Brücke nahmen und sicherten und bann unter einem nun einsetzenden heftigen MG.- Feuer unter Führung ihres Divisionskommandeurs mit beispiellosem Schneid an zwei weiteren Stellen den Flußübergang erzwangen. Inzwischen war der Kommandeur des vordersten Regiments mit weiteren Verstärkungen eingetroffen, um auf Befehl des Divisionskommandeurs auch die beiden letzten Flußübergänge im Handstreich zu nehmen. Inzwischen hatte sich der Widerstand der Polen verstärkt, vor allem hinter der letzten Brücke, deren Schutz mehrere feindliche Panzer übernommen hatten. Da sagte unter Führung eines Unteroffi» Ziers in einer tollen Staubfahne ein Pak im 100- Kilomete-rtempo über die Brücke vor, protzte im heftigsten feindlichen Feuer ab und schon fegten seine ersten Granaten mit sichtbarer Wirkung gegen die feindlichen Panzer. Mit dem gleichen Schneid brauste ein deutscher Panzerspähwagen unter Füh- nmg des Wachtmeisters Niefch alk vor, dem sich der Pionier-Leutnant Grelle angeschlossen hatte. Während die Infanterie in der inzwischen herein- gebrochenen Abenddämmerung mehrere polnische Angriffe im Nahkampf abschlug, konnten die Pioniere die an den Brücken bereits angebrachten Sprengkörper unschädlich machen. Durch diesen kühnen Handstreich hatte Genercll Olbricht der Armee den Weg über die Warthe geöffnet und den hier eingesetzten Truppen tagelange und zweifellos sehr verlustreiche Kämpfe erspart, die unausbleiblich gewesen 'wären, wenn die Polen in letzter Stunde M dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet Kühner Handflreich auf die Warthe- und Bzurabrücken. Olbricht hat durch sein blitzschnelles Zupacken und seinen schonungslosen persönlichen Einsatz mehrfach Entscheidungen eingelestet und erzwungen, Die für die Armee des Generaloberst Blaskowitz weitgehende Folgen hatten. Eine infanteristische Glanzleistung war der kühne Hand st reich gegen die Warthebrücken bei dem Städtchen Warta, der so Überfallartig erfolgte, daß , u . den Polen keine Zeit mehr blieb, diese wichtigen; behelfsmäßig motorisiert hatte, brauste er mit fei' Flußübergänge zu sprengen. Am, 4. September ------ —A °—fc:—s- — r-s- hatten sächsische Truppen nach kurzem Kampf das Städtchen Warta genommen. Oestlich von Warta zog sich die mehrere Kilometer breite Nehrung der Warthe mit fünf Flußarmen entlang, ein Gelände, vor sich hat, sieben Kilometer südlich der Stadt zurückziehen, da ihm die Munition ausgeht. Generalleutnant von Briesen hat den Angriff auf 5 Uhr befohlen, da Ueberläufer mit der Nachricht gekommen sind, daß am Vormittag die Polen in Stärke von drei Divisionen angrei- s e n wollen. Er selbst hat dem Geaner n u r f ü n f Bataillone entgegenzustellen. Der deutsche Angriff richtet sich zunächst gegen Westen, er muß jedoch bald abgeblasen werden, da die Division Front nach Norden und Nordwesten machen muß, um hier den weitaus überlegenen Gegner abzuwehren. Generalleutnant von Briesen wird schon zu Beginn des Angriffes durch ein Sprengstück am rechten Unterarm verwundet. Er läßt sich nur einen Notverband anlegen und bleibt bis Mittag 1 Uhr auf dem Kampffeld. Erst als er den Eindruck hat, daß die Schlacht steht, daß die Division den Angriff der überlegenen polnischen Truppen halten wird, bis die notwendige Verstärkung heran- gekommen ist, begibt er sich in ein Lazarett, um sich verbinden zu lassen. Der Führer hat das tapfere Standhalten der Division und das beispielhafte Verhalten des Divisionskommandeurs in seiner Reichstagsrede am 6. Oktober gewürdigt. Generalleutnant von Briesen, der am 3.5.1883 geboren wurde, ist der Sohn des im November 1914 bei Brzezint) gefallenen Generals der Infanterie von Briefen. Er trat 1904 in das Garde- grenadier-Regiment Nr. 2 ein, nahm am Weltkrieg als Adjutant und später in Generalstabsstellungen teil. Am 1. 4.1934 trat er als Oberstleutnant wieder in die Wehrmacht ein, nachdem er 1920 aus dem Heeresdienst ausgeschieden war, sich inzwischen aber um Aufstellung und Ausbildung des Grenzschutzes an der Ostgrenze Pommerns verdient gemacht hatte. Die Armee des Generaloberst Blaskowitz bewegte sich gestaffelt gegen Warschau, um die Flanke der Armee von Reichenau zu decken. Verzweifelt versuchten die Polen sich der drohenden Umzingelung Zum entziehen. Während die deutsche Armeeführung den Gegner auf dem Rückzug vermutete, machten vier polnische Divffionen und mehrere Kavalleriebrigaden plötzlich einen Durckbruchsv ersuch. Er trifft in voller Stärke auf eine einzige Division, die unter dem Befehl des Generalleutnants von Briefen steht. Starke polnische Kräfte, und zwar mehrere Batterien, Schwadronen und Kampfwagenverbände, sind im Baume B:e» tarnt)—Piatek—Leszyca bereits „durchgesickert". Bei Lefzyca befindet sich ein Infanterie-Regiment der Division im schweren Kampf. Zwischen diesem Regiment und der übrigen Division klafft eine Lücke von zehn Mometer Breite, durch die die Polen durchzubrechen versuchen. Hier liegt am 9. September der Schwerpunkt des polnischen Angriffes, der sich im Laufe des Tages bis P i a • t e k ausdehnt, wo sich Generalleutnant von Brie- f e n mit seinem Stabe aufhält. Auch, die Nacht bringt schwere Angriffe des Gegners. Ueberläufer melden, daß sich die Polen bereits in der Flanke und im Rücken der Division befinden. Generalleutnant von Briefen entschließt sich daher zu einem Gegenangriff, um die Teile der Division wieder zu vereinen. Bei Leszyca steht das erwähnte Infanterie-Regiment weiter im schweren Kampf mit dem Gegner, der schon mit starken Kräften die Bzura überschritten hat. Es gelingt dem Regiment, den Feind wieder an den Fluß zurücfzuroerfen, während es in der Stadt Lefzyca selbst zu schweren Straßenkämpfen kommt. Gegen Abend muß sich das Regiment, das mindestens anderthalb Divisionen Sowjetunion zu England und Frankreich Zu erwähnen, fand stärkste Beachtung. Nach der Rede Molotows nahm der Oberste Sowjet, unter Verzicht auf eine Diskussion, folgende Resolutton an: „Der Oberste Sowjet beschließt ahf Grund des Berichtes des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare und Außenkommifsars Molotow über die auswärtige Politik der Sowjettegierung, die auswärtige Politik der Regierung gutzu- heiße n." Um das Waffenausfuhrverbot in USA. Washington, 31. Okt. (DNB.) Angesichts der sehr knappen und auch nicht ganz sicheren Mehrheit, die die amerikanische Regierung im Kongreß für die Aufhebung der Waffensperre zusammenbringen kann, dauern die Bemühungen an, das amerikanische Volk von der Notwendigkeit einer baldigen Annahme der Vorlage zu überzeugen. Op- posittonelle Abgeordnete, wie Hamilton Fish, und objektive Kommentatoren, wie Lindley und Carter, betonen demgegenüber, daß kein amerikanisches Interesse an einem Sieg der Alliierten bestehe. Für die Vereinigten Staaten sei es nicht wesentlich, daß das Dritte Reich zerstört und das britische Empire erhalten werde. Amerika solle sich vielmehr — wie das in Panama beschlossen wurde — ausschließlich um den amerikanischen Erdteil kümmern. Carter mies in einer Rundfunkrede darauf hin, daß die vom Senat beschlossene Fassung des Gesetzes nicht einmal alle Gefahren banne, durch die Amerika in den Krieg verwickelt werden könne, denn amerikanische Dampfer könnten danach weiterhin Kriegsmaterial in neutrale Häfen bringen, ohne daß, wie im geltenden Gesetz, Vorkehrungen dagegen getroffen feien, daß dieses Kriegsmaterial nicht a n t> i e Alliierten verschoben werde. Dieser sehr bezeichnende Mangel im Gesetz öffne Tür und Tor für viele peinliche Zwischenfälle. Sorgen des Empire. Kein australisches Expeditionskorps. Wachsende Protestbewegung in Indien. London, 31. Okt. (Europapreß.) Die von London erwartete ,Lriegsbegeisterung" in den Dominions entpuppt sich täglich mehr zu einer Absage an d i e Londoner Kriegshetzer. Nach der in London sehr unangenehm empfundenen Erklärung des südafrikanischen Generals H e r tz o g über die Haltung Südafrikas kommen jetzt für England unerfreuliche Meldungen aus Australien. Die australische Regierung hat nämlich beschlossen, keine eigenen Expeditionskorps der Luftwaffe nach Europa zu entsenden. An Stelle der ursprünglich zugesagten drei australischen Luftgeschwader für den europäischen Kriegsschauplatz will sich Austtalien jetzt nur auf die Entsendung von Personal für ein Aufklärungs-Geschwader beschränken. Einer Erklärung des australischen Ministerpräsidenten Menzies zufolge beabsichtigt Austtalien, die eigene Landesverteidigung auszubauen. Am meisten Sorge macht den englischen Politikern die inperpolitische Entwicklung in Indien. Der Parole der Indischen Kongreßpartei an sämtliche von ihr aufgestellten Regierungen in Indien: „Los von England!" sind zwei weitere Provinzregierun- gen gefolgt. Bisher waren die Begierunger; von Madras, den Bereinigten Provinzen und Lucknow der Aufforderung der Kongreßpartei nachgekommen. Jetzt haben sich auch die Regierungen von Bombay und Bihar diesem Beispiel angeschlossen. Damit sind insgesamt fünf indische Prooinzregierungen, die mit der englischen Politik unzufrieden sind, zurücfgetreten. „Sei brecherregimenler" terrorisieren dos frSchütze die Abwehr auf die am Mündungsfeuer erkannten MGs. eröffnet. Nur kurz war der Kampf, der Feind ward zum Schwel- deutschen Verluste sich in ' sech'r geringen ber führen England und Frankreich sehr weit- Grenzen halten. Es muß, wie beretts amtlich»gehende Befchrankungsmaßnahmen auf dem Gegen gebracht. Einen Treffer hatte das eigene MG- Nest erhalten, der Schuß war in den Munitionskasten gegangen, hatte zwei Patronen zur Detonation gebracht, ohne jedoch weiteren.Schaden anzurichten." Zwei eingebeulte Ge'schoßh Ülsen konnten als Beweismittel gefunden werden, stumme Zeugen, daß unsere Soldaten Glück gehabt haben. Ein anderer Schütze merkte beim Abendessen, daß in seinem Brotbeutel etwas nicht in Ordnung war, auch ihm war eine Kugel zugedacht, jedoch afogeprallt am Gewehrreinigungsgerät, ohne daß er es gemerkt hätte. „Diese Pioniere" — erzählte uns ein Infanterist, der in der vergangenen Nacht ein Stoßtrupp- unternehmen mitgemacht hatte— „diese Pioniere, toll einfach. Wir hatten den Auftrag, eine feindliche 8-Stelle unschädlich zu machen. Vorsichttg pirschten wir uns durch die Minenfelder, ein Unteroffizier erklomm einen Baum und erkundete den weiteren Vormarsch. Noch war der Gegner völlig ruhig. Bald mußten die ersten MG.-Nester zu sehen sein. Da! — Wir erstorben vor — Freude, der M G.» S t a n d war verlassen, zwei Gewehre und eine Gasmaske lagen umher. Wir nahmen die Beute gern mit, darüber freut sich die Division." Dann hätte man — so meint unser Infanterist — die P i o n i e r c sehen sollen. „Mit erfahrungsreicher Gerissenheit begannen sie den MG.-Stand zu verminen. Das war unser ,2)ant< für die so billig überlassene Beute. Doch nicht genug damit. Ein Schütze rannte 50 Meter nach der Seite, erkannte zwei Franzosen, schoß. Der eine fiel um, wirbelte die Arme durch die Lust — tot. Jetzt aber begann eine wilde Schießerei. Doch gleichzeitig waren die Pioniere wieder am Werk, 150 Meter waren sie inzwischen vorgedrungen, da entdeckten sie einen teeren Graben. Flink, wie Windhunde, drangen sie ein und legten ihre Minen. Sie riskierten alles dabei. In Sekundenschnelle war dies geschehen. Noch zwei Handqranatenladungen wurden in die vorher erkannte 8-Stelle geschleudert, die dürften genügt haben." Trotz aller ^Kühnheit kamen sämtliche Spähtruppteilnebmer unverletzt zurück. „Ich bin mit Stolz Infanterist" — so schloß unser Kamerad seinen Bericht —, „aber hier auf Vorposten lernt man auch die anderen kennen. Und die Pioniere sind Teufelskerle!" Kurt Günther. biete des Nachrichtenverkehrs durch, die sich den übrigen Staaten gegenüber außerordentlich nachteilig auswirkten. Deutschland hat von der Durchführung gleicher Maßnahmen bisher abgesehen. Nachdem sich herausgestellt hat, daß der feindliche Nachrichtendienst den ungehinderten Nachrichtenverkehr zwischen Deutschland und den neutralen Staaten für seine Spionagezwecke weitgehend ausnutzte, sah sich auch Deutschland veranlaßt, in den letzten Tagen Beschränkungsmaßnahmen auf dem Gebiet des Nachrichtenverkehrs durchzuführen. Durch diese Maßnahmen werden sämtliche neutralen Staaten gleichmäßig getroffen. Im Ausland verbreitete Gerüchte über Einschränkung des bisher im Kriege durchgeführten deutschen Eisenbahnverkehrs ins Ausland entbehren jeder Grundlage. Trotz Krieg regelmäßiger Luftverkehr nach allen neutralen Ländern Europas Berlin, 31. Oktober. (DNB.) Am Mittwoch tritt der Winterflugplan der Deutschen Lufthansa in Kraft. Er ermöglicht es, wieder in einem Tage von Deutschland aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Italien, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und die Türkei zu erreichen. Im Norden wird Kopenhagen, Malmö, Stockholm, Gotenburg und Oslo angeflogen. Im Süden Venedig und Rom, im Südosten Budapest, Arad, Bukarest, Sofia, Saloniki, Athen und Istanbul. In zwei Tagen kann der Luftreifende über München — und ab Rom unter Benutzung des italienischen Dolksschädlinge bei versuchtem tätlichen Widerstand erschossen. Berlin, 31. Oktober. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei teilt mit: Wegen Versuches eines tätlichen Widerstandes nach ihrer Festnahme wurden am 30. Oktober erschossen: der wiederholt vorbestrafte 52 Jahre alte Bruno Witte aus Berlin. Er hatte trotz Ermahnungen den Versuch unternommen, seine Ar- beitskameraden zum eigenmächtigen Verlassen ihrer kriegswichtigen Arbeitsstelle aufzuwiegeln; der 37 Jahre alte Paul Spressert aus Hamm, ein wiederholt vorbestraftes asoziales Subjekt. Er hatte Troß aufmerksam geworden. Sie griffen zum Gewehr. Unter dem Befehl eines Feldwebels wurde ein planmäßiges Feuer auf den in etwa 120 Meter Höhe dahinfliegenden Franzosen eröffnet. Es mögen 25 Gewehre gewesen sein, die schossen. Plötzlich ging ein Zittern durch den großen Metallvogel da oben. Der Motor setzte aus, stuckerte, Der Reichsminister des Innern hat mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Regie- rungs Vizepräsidenten in Danzig den Regierungsoizepräsidenten Kühn aus Marienwerder, in Marienwerder den Präsidenten der Hessischen Gemeinde-Rechnungskammer und des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes Peters aus Darmstadt, in Hohensalza den Regierungsdirektor Dr. Pickel aus Düsseldorf, in Posen den Landrat Dr. R i e d i g e r aus Sangerhausen, in Bromberg den Landrat Dr. Mohr aus Oldenburg, in Kattowitz den Landrat Dr. Keßler aus Wandsbek beauftragt. Aus aller Wett. Erweiterung des Reichsforschungsrats. Der Reichsforschungsrat, der 1937 geschaffen wurde, um den planmäßigen und geschloffenen Einsatz der wifsenschaftlichen Forschung zu sichern, ist auf Vorschlag seines Präsidenten General der Artillerie Professor Dr. Becker erweitert worden. In das Präsidium des Reichsforschungsrats wurden berufen: der Generalinspektor für das deutsch« Straßenwesen Professor Dr. Todt, der Generalbevollmächtigte des Ministerpräsidenten General« feldmarschall Goring für Sonderfragen der chemischen Erzeugung Professor Dr. Krauch, der Reichsgesundheitsführer und Staatssekretär im Reichsinnenministerium Dr. Conti und der Leiter der Wissenschaftsabteilung im, Oberkommando der Wehrmacht Ministerialdirigent Professor Dr. S ch u- mann. Ministerialdirektor im Reichserziehungs- Ministerium Professor Dr. Mentzel wurde zum Stellvertreter des Präsidenten unter Führung der Geschäfte des Reichsforschungsrats berufen. Im Reichsforfchungsrat sind neue Fachfparten gebildet, von denen eine der stellvertretende Reichs- gesundheitssührer Dr. B l o m e , eine andere der Heidelberger Institutsdirektor Professor Dr. Richard Kuhn leitet. Die bestehenden Fachsparten führen unter ihren Leitern ihre Arbeit weiter. Reue Germanengräber bei Gotenhafen gefunden. Es ist bekannt, daß die Polen in einer Reihe von Fällen die Auffindung germanischer Gräber oder Siedlungsanzeichen, die auf den völkischen Charakter dieser Gebiete eindeutig hingewiesen, einfach verheimlichten. Bei einer Besichtigung des Kleinen Museums in Gotenhafen stieß man auf Gegenstände eines in den letzten Jahren ausgegrabenen burgundischen Gräberfeldes. Neben zahlreichen Urnen bildeten auch Waffen und Schmucksachen die Ausbeute jenes burgundisch-gotischen Friedhofes in Oxhöft und vieler anderer Fundplätze in Krockof, Bohlschau und Qua- schin. Die wertvollen Funde befanden sich leider in einem sehr beklagenswerten Zustand. Außerdem Luftverkehrsnetzes — nach Spanien und Portugal gelangen; außerdem auch nach Afrika. Hefter bas nordeuropäische Luftverkehrsnetz gelangt man wei- nach Lettland, Sowjetrußland und Finnland. Ebenso verhält es sich mit den englischen Meldungen über Verluste der deutschen Kriegsmarine. Reuter hat bereits am 17. Oktober die läch-rkiche Behauptung verbreitet, daß etwa ein Drittel der deutschen U- Boote versenkt oder doch zum mindesten ernstlich beschädigt worden sei. Inzwischen sind von englischer und französischer Seite mehrfach einzelne Verluste deutscher U-Boote gemeldet worden. Demgegenüber ist die Tatsache festzustellen, daß die rere Schüsse schwer verwundet. Die Infanterie- Kugeln hatten gut getroffen und das Flugzeug durchsiebt, ein Zeichen, wie gut unsere Truppe schietztechnisch ausgebildet ist. Den Verwundeten brachte man sofort zum nächsten Feldlazarett, wo er jede Hilfe bekam, die einem ehrlichen Kämpfer zusteht. Leider vermochte ärztliche Kunst nichts gegen die Auswirkungen feiner schweren Verletzungen, denen er nunmehr erlegen ist Zusammen mit seinem Kamerden erhielt er ein Soldatenbegräbnis, und jene Gewehre, die so gut Der neue Forst- und Landwirtschaftsminister Giuseppe T a s s i n a r i wurde 1891 in Perugia geboren, nahm am Weltkrieg wie am Marsch auf Rom teil und ist ordentlicher Professor für Land- und Forstwissenschaft an der Universität Bologna. Als Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsmini- fterium zeichnete er sich besonders bei dem großen Siedlungswerk in den Ponttnischen Sümpfen und anderen großen kolonisatorischen Aufgaben in Apulien und Sizilien aus. befanntgegefoen worden ist, mit dem Verlust von drei U-Booten aufgrund ihres langen Ausbleibens gerechnet werden. Alles andere ist Lüge. Die britischen Gisigas- lieferanten erneut bloß bestellt. Eine Klarstellung des Baseler Professors Dr. R. Staehelin. Basel, 31. Oft. (Europapreß.) Der Baseler Professor Dr. R. Staehelin, dessen Giftgasuntersuchung in Polen zu irreführenden Auslegungen in ber englischen Presse Anlaß gegeben hat, hat der Baseler Presse eine Erklärung zur Verfügung gestellt, die folgende Klarstellung enthält: „Als mir die Anfrage des Deutschen Auswärtigen Amtes übermittelt wurde, Verletzungen durch Kampfgase in Polen festzustellen, hielt ich mich nicht für berechtigt, ablehnend zu antworten. Ich betrachte es als Pflicht des Bürgers eines neutralen Staates, bei der Feststellung der Wahrheit mitz uh elfen, wenn er von einer kriegführenden Partei in feiner Eigenschaft als Sachverständiger aufgefordert wird. Ich habe deshalb, nachdem ich die nötige Erlaubnis von den zuständigen Stellen erhalten hatte, den Auftrag angenommen und am 20. September in Jaslo bei neun deutschen Soldaten die sicheren Anzeichen von Erkrankung durch Einwirkung eines ©iftes aus d e r Gelbkreuzgruppe fest gestellt. Die mir in Jaslo gemachten Angaben, daß alle Erkrankten und noch einige andere Soldaten zwölf Tage vorher durch die Explosion der gleichen Gasbombe vergiftet wurden, was ich natürlich nicht festgestellt hafte, paßte zur Diagnose der Vergiftung durch Gelbkreuzstoffe im engeren Sinne und zur Diagnose des Alters der Veränderungen an der Haut. Meine Feststellungen sind rein medizinischer Art und ich wurde auch nur damit beauftragt. Weitere Aeußerungen, die ich Presseverttetern gegenüber getan haben soll, find unrichtig." Beschränkungsmaßnatzmen, im Nachricktenverkehr. geboren wurden. Beide sind alte Kämpfer, die nach ihrem Hnioersitätsstudium verschiedene hohe Posten in der Partei bekleideten. Der Unterstaatssekretär für Siedlungswesen Nannini unterstand als Kommissar für innere Kolonisation und Binnenwanderung direkt dem Duce, während sich Lombrassa vor allein auch als Kriegsfreiwilliger m Afrika und Spanien auszeichnete. Das Echo der »reffe. Keine Aenderung des politischen Kurses. Rom, 1. Nov. (Europapreß.) Die römische Abendpresse beschäftigt sich eingehend mit der „Wache-Ablösung". So schreibt das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", die neuen Männer, die zu Beginn eines neuen faschistischen Jahres, in dem Italien einen weiteren Schritt in der Richtung auf das vom Duce vorgezeichnete Ziel machen werde, an die Stelle der ausscheidenden Regierungsmitglieder träten, seien durchweg alte Kämpfer der faschistischen Bewegung und hätten Aufgaben durchzuführen, die ' Begeisterung, Festigkeit und Entschlossenheit erforderten. Auf jedem Posten befänden sich heute die besten Soldaten der Revolution. Die RegierungSinnbildung entspricht, wie im übrigen in Rom unterstrichen wird, einem alten Brauch des faschistischen Regimes, von Zett zu Zeit eine Neubesetzung der leitenden Aemter vorzunehmen, um auf diese Weise alle geeigneten und befähigten Kräfte der Bewegung zu Mitarbeitern heranzuziehen und den Nachwuchs zu schulen. Im Gegensatz zu den Demokratien habe in einem totalitären Staat wie Italien, in dem die Richtlinien auf allen Gebieten vom Duce ausgehen, eine Regierungsumbildung keine große politische Bedeutung. Es fei selbstverständlich, daß der Wechsel in gewissen Aemtern keine Aenderung der bisher befolgten Linie mit sich bringe, eine Tatsache, die, soweit das Gebiet der Außenpolitik in Frage komme, schon rein äußerlich durch bas Verbleiben des Außenministers Graf (Eian o im Palazzo Chigi bekräftigt werde. (PK.) Das Wetter hatte sich verschlechtert. Diese Wolken segelten über die Landschaft hinweg, irgendwo im westdeutschen Grenzfoezirk. Die Spitzen ber bewaldeten Hohen steckten im Regendunst und habet war es schon 18 Uhr geworden. Ein Jnfanterie- troß wollte gerade seinen Dienst beenden. Da schnurrte und surrte der Flieger heran. Ganz deutlich konnte man die blau-weiß-roten Ringe unter feinen Tragflächen und am Schwänzende sehen: ein Franzose. Der Gegner flog mit Geschick und großem Können, nützte jeden Gelände- Zwecklügen! Die deutschen Verluste können nicht verfälscht werden. Berlin, 31. Ott. (DNB.) Die an sich bekannte Unzuverlässigkeit der von London und Paris ausgehenden Nachrichten ist durch die widersprechenden Meldungen über d i e militärischen Ereignisse im Westen in letzter Zeit besonders auffällig in Erscheinung getreten. Diese Falschmeldungen sollten den Schock ausglei» chen, den die französische Oeftentlichkeit durch die im Gegensatz zu früheren prahlerischen Hinweisen erfolgte Zurücknahme der französischen Truppen erhalten hat. Diesem Zweck dienen vor allem die Behauptun- Fen über angeblich große deutsche Ver- uste. Der französische Heeresbericht versteift sich zu der Schätzung, daß die deutschen Verluste an Toten und Verwundeten allein während des In. und 17. Oktober 2000 bis 3000 Mann betragen hätten. Das Oberkommando der Wehrmacht hat in feinem zusammenfassenden Bericht über die Kampfhandlungen an der Westfront festgestellt, daß die deutschenGesamtverluste durch kindliche Einwirkungen an der Westfront seit Krieasbeginn bis zum 17. Oktober 196 Tote, 356 Verwundete, 114 Vermißte sowie insgesamt elf Flugzeuge betrugen. Diese Zahlen haben seit der Veröffentlichung des zusammen- fassenden Berichtes keine nennenswerte Veränderung erfahren. Die , Schätzung" Oes französischen Heeresberichtes ist also reine Phantasie, die der gegnerischen Lügenpropa- ganba den Boden bereitet. Dasselbe gilt für die von der feindlichen Propaganda vorgenommene mehrfache Multtplikatton der deutschen Flugzeug- Finanzverwaltung mit Rücksicht auf die Schwere der Ausgaben, die in diesen Gebieten zur Lösung ftünben, für die Hebergangszeit des Aufbaues gleichfalls in die Behörde des Reichs- ftatty alters eingegliedert werden, so daß es hier neben dem Reichsstatthalter keine gleichgeordnete Behörde geben werde. Der Reichs- gau Danzig werde in die Regierungsbezirke Danzig, Marienwerder und Bromberg eingeteilt. Auch für die Landräte fei angeordnet, daß ihnen alle Behörden derselben Stufe unterstellt feien. Hlinka-Zeier in Nosenberg. Rosenberg, 31. Oft. (DNB.) Die Slowakei stand im Zeichen der mit großen Feierlichkeiten verbundenen endgültigen Beisetzung des großen Slowakenführers Hlinka im neuerbauten Mausoleum in Rosenberg. Zehntausende waren in die Hlinka-Stadt geeilt, um persönlich dem Vorkämpfer der slowakischen Freiheit die letzte Ehre zu erweisen. Auch die Mitglieder des Diplomatischen Korps hatten sich eingefunden. Die Beisetzungsfeier begann mit einem Requiem in Anwesenheit des Staatspräsidenten Dr. Ti so in der Rosenberger Kirche. Slowakische Bauern und Arbeiter trugen dann den Sarg 3um Mausoleum, während im ganzen Lande die Glocken läuteten. 21 Salutschüsse verkündeten, daß Hlinka seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels traf in Lodz ein. In feiner Begleitung befand sich Ministerialdirektor Gutterer, Ministerialrat Fritsche, Ministerialrat G. W. Müller und Kapitänleutnant Hahn. Auf dem Flughafen wurde Reichsminister Dr. Goebbels von Reichsminister Seyß-Jnquart begrübt. Nach einer Unterrebung mit Reichsminister Dr. Frank nahm Reichsminister Dr. Goebbels eine Besichtigung der Stadt vor. Daran schlossen sich Besprechungen mit den in den besetzten Gebieten tätigen Dienststellen des Reichsministeriums für Volks aus klärung und Propaganda. unter der Vorgabe, Beamter der Geheimen Staatspolizei zu fein, an der Familie eines an der Front stehenden Soldaten in schamloser Weise Erpressungen verübt. Oer Reichsgau Oanzig. Einweisung des Reichsstatthalters Forster. Danzig, 31. Oft. (DNB.) In einer Feierstunde wies Reichsminister Dr. F r i ck den Gauleiter und treffsicher bellten, als es galt, einen Gegner aus der Luft zu holen, um deutsches Hoheitsgebiet zu schützen, schossen den beiden tapferen französi- .. v , scheu Offizieren eine letzte Ehrensalve überm offe- ganz Deutschland, dafür zu sorgen, daß nie wieder neu Grab. Hier wurde ritterlich angegriffen, ritter», ein fremdes Dolf feine Hand auf diese deutsche lich abgewehrt. Hub über den Tod hinaus, den Stadt legen könne. zwei Männer für ihr Land starben, peitscht die I Der Reichsgau Danzig sei nach dem Muster des Ehrensalve wie ein Tor des Vergessens, das zu- Sudetengaues und der Reichsgaue der Ostmark schlägt. auf geb aut. Schon das Sudetengau-Gesetz fei davon Ich stand nachdenklich vor den blutbespritzten,' ausgegangen, daß alle Autorität beim durchlöcherten und vorn Sturz abenteuerlich oer- Reichs st atthalter liegen müsse. In diesem bogenen Flugzeugtrümmern, da draußen irgendwo Gebiet, das neu aufgebaut werden müsse, das von im Grenzwald und überschlug die Belohnung einem fremden Volk heruntergewirtschaftet sei, fei dieses Kampfes: Jnfanteriegewehre die Tatkraft eines Mannes besonders erforderlich, brummte dann wieder an. Die Maschine schwankte gegen ein Flugzeug! Man hat das Ge- Deshalb sei hier die Autorität des Reichsstatt- " " " wehr fast schon für überflüssig erklärt in diesen, Halters noch stärker verankert als in dem Zeiten der Maschine. Unb siehe, bas Infanterie-1 Subetengau-Gesetz. Danzig werde Reichsgau, das gewehr hat wieder einmal bewiesen, daß es die heißt dieser Gau werde nicht einem Lande zu- erste, die wichtigste und ritterlichste geteilt, sondern dem Reich und dem Waffe ist, eine Waffe, die sogar dem Adler die Führer unmittelbar unter ft eilt. Die Flügel brach. ~ .Verwaltungsbehörden würden Reichsbehör- " den, die Beamten unmittelbare Reichsbeamte. An der Spitze dieses Reichsgaues stehe der Reichsstatthalter als Repräsentant des Führers und Beauftragter der Reichsregierung. Als Besonderheit für die beiden neuen Gaue Danzig und Posen sei vom Führer angeordnet, daß auch alle Sonderverwaltungen wie die Justtz- und Luftfahrtministerium, wo er durch einen Flug Rom—Tobruk und zurück auf einem Tourenapparat von sich reden machte. Kürzlich war er zum Präsidenten ber neuen italienischen Irans- ozean-Fluggesellschaft ernannt worden. NDB. ... (PK.) „Im Westen schwache Artille- m.» N .rietätigteit — keine Kampfhandlungen", so meldete Luftschiften aus. 1932 wurde er stellvertretender der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht ' ' ' " . schon an vielen Tagen be,r letzten Wochen. Nur von örtlichen Spähtrupps ist dann die Rede, aiv Man. Wenn auch diese Kampfhandlungen für die Gesamt- । di? 1QQ6 führung feine entscheidende Bedeutung haben, so ' - stellen sie doch an jene Truppen, die im Vorfeld liegen und Träger dieser Auseinandersetzungen sind, autzergewöhnliche Anforderungen, die mit den Leistungen unserer Soldaten im Listen sehr wohl verglichen werden können. Zwar ist der Kampf hier anders. Regenschauer haben seit Wochen den Boden durchnäßt, die Wege sind aufgeweicht, fuß- tief sinken die (Stiefel in dem lehmigen Matsch, eintönig grau ist der Tag. Die gegenseitigen Stellungen sind genau bekannt, überall dort, wo der Feind das eigene Gelände ein- sehen kann, muß peinlich auf Deckung und kriegsmäßiges Verhalten geachtet werden; denn stets beob- ächtet der Gegner und feuert, je nach Laune, in kurzen Feuerüberfällen oder einigen Dutzend Arttllerie- gruppen. Aber der Kampfesmut ist unerschütterlich, das beweisen die vielen Spähtruppunternehmungen, die ein hohes Lied der Tapferkeit unserer Soldaten im Westen barfteilen. Aeue ZlilassuiWrichtlinien für Kraftwagen. wurde festgestellt, daß d!e interessantesten Stücke nach Warschau verschleppt worden waren. Die sofort eingeleiteten Maßnahmen dienen der Herbeischaffung des abtransportierten Gutes und seiner Instandsetzung, worauf diese Fundstücke der deutschen Vorgeschichtsforschung zur Verwertung übergeben werden. Schwerer Verkehrsunfall bei Köln. Nachts stieß auf der Frankfurter Straße in der Nahe von Hochkreuz bei Porz ein mit vier Perfo- nen besetzter Kraftwagen mit einem in Richtung Köln fahrenden Auto zusammen. Der Anprall war so heftig, daß der erste Wagen zurückflog und sich dabei überschlug. Ein Mann und eine Frau waren auf der Stelle tot, ein dritter Mitfahrer erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Stunden starb. Brand in einem norwegischen Regierungsgebäude. Wichtige Dokumente und Regierungsakten sind durch einen Brand vernichtet worden, der in den Ministerialbauten in der Osloer Viktoria-Terrasse ausbrach. Der Brand entstand in einem Treppenaufgang. In Mitleidenschaft gezogen wurden Räume der Bibliothek des Landwirtschaftsministeriums, des Forstamts und des Inspektors des Finanzwesens. Das Archiv des Statistischen Zentralbüros ist zum größten Teil ein Opfer der Flammen geworden. Die Verordnung über die Weitenbenutzung von Kraftfahrzeugen hat als Ziel, die Benutzung von Personenkraftwagen und Krafträdern auf 15 v. H. des Bestandes vor Kriegsausbruch zu drosseln, also 85 v. H. stillzulegen. Die Kraftdroschken bleiben dabei außer Betracht. Die Drosselung soll nicht schematisch erfolgen. Sie wird in manchen Bezirken bis auf 10 oder 8 v. H. möglich sein, in anderen mit Rücksicht auf die Verkehrsbedürfnisse nicht bis auf 15 v. H. erfolgen können. Wo ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz vorhanden ist, namentlich in den Großstädten, wird im allgemeinen unter 15 v. H. heruntergegangen werden können. Mit der Drosselung des Personenverkehrs soll eine bessere Versorgung des Güterverkehrs erreicht werden. Lastkraftwagen sollen deshalb in der Regel bewinkelt werden. Bei Verneinung des öffentlichen Interesses für einen bestimmten Betrieb kann gegebenenfalls Verwendung an anderer Stelle in Frage kommen. Ost wird das öffentliche Interesse an der Benutzung eines Lastkraftwagens oder Personenwagens mit Anhänger nur im Betrieb des Antragstellers zu verneinen sein, während für mehrere Betriebe ähnlicher Art die gemeinschaftliche Benutzung anzuerkennen wäre. lieber die Bewinkelung sind die Umstände des Einzelfalles entscheidend. Auch soziale Gesichtspunkte sind dabei zu berücksichtigen. Familienväter, Kriegsbefchädigte und Opfer der Arbeit werden die Entscheidung über die Weiterbenutzung ihres Fahrzeugs oft durch Hinweis auf ihre persönlichen Verhältnisse erleichtern können. Der Mißbrauch eines bewinkelten Fahrzeugs fall rücksichtslos verfolgt werden. Mißbrauch kann auch der betreiben, der den Wagen zur Verfügung gestellt hat oder darin mitgefahren ist. Personenwagen mit Anhänger dürfen in der Regel nur als Einheit weiterbenutzt werden. Aerzte können die roten Winkel bekommen, wenn sie in größerem Umfange Hausbesuche zu machen haben, Landwirte, wenn ihnen Pferd und Wagen nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch bei I a g d - ausübungsberechtigten ist zu prüfen, ob zur Durchführung der Abschußpläne oder zur Hege des Wildes die Benutzung eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Interesse liegt. Hinsichtlich des H u b - rau ms ist mit weiteren Verschärfungen ftn Augenblick nicht zu rechnen, insbesondere sollen Personenwagen über 1,7 Liter nicht allein wegen ihres Hubraums stillgelegt werden. Die ständige scharfe Nachprüfung der Weiterbenutzung der Krafts fahrzeuge ist in Zukunft die Hauptaufgabe der Zulassungsstellen. Dabei sollen sie auch Anregungen aus dem Publikum nachgehen, nicht jedoch anonymen Anzeigen, lieber Beschwerden wegen Versagung der Bewinkelung und über die Bewinkelung von Personenwagen über 2,7 Liter und von Krafträdern zwischen 600 und 750 cbcm entscheidet die höhere Verwaltungsbehörde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Unsere liebe Mutter Margarete Dorfeld, geb. Reuter ist am 28. Oktober gestorben. Karl und Netty Dorfeld. Gießen-Wieseck, den 1. November 1939. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. 6634D im 67. Lebensjahre, Die Beerdigung findet Freitag, den 3. November, nachmittags 2.30 Uhr statt. 6635 D Arbeiter Heute entschlief sanft unsere herzensgute Mutter und Großmutter gesucht. 6631D Gießen (Großer Steinweg 5), den 31. Oktober 1939. 04878 Edith Bernhardt im Alter von 18 Jahren. Gießen, den 1. November 1939. Frankfurt a.M., 31. Oktober 1939. 6627D "C? UHRMACHERMEISTER JUWELIER Betriebsführungund Gefolgschaft der Firma Schade & Füllgrabe AG. im blühenden Alter von 18 Jahren. Wir verlieren in ihm eine treue, pflichteifrige Arbeitskameradin, deren Andenken wir stets in Ehren halten werden ÄüülWeoonz«, 20 v. 6. erhallen Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer 2üuei0f Am Montagabend 6 Uhr verschied nach einer Operation unsere liebe Tochter, Schwester, Nichte und Enkelin Am 31. Oktober entschlief sanft nach langem schweren Leiden in der Klinik zu Gießen mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. November, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt (HESSEN-NEUENWEC4 AM KREUZPIAIZ WkMlWl-IkMiW Für die vielen Beweise der Teilnahme und die lieben Worte des Dekan Sattler herzlichen Dank. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 2. November 1939, um 15.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Familie Georg Bernhardt. Ain 31. Oktober verschied unser Gefolgschaftsmitglied Edith Bernhardt In tiefer Trauer: Frieda Obersberger, geb. Meckel Karl Meckel und Frau Magrit Obersberger. Kochen und dünsten Dann kommen die Speisen vom Herd direkt auf den Tisch. Kein Umfüllen der Speisen, nichts geht verloren. Lassen Sie sich die Back- und Bratschüsspln, Pfannen und Schalen zeigen bei J.B. Häuser Gießen, a.Oewaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145 - 2146 EdlliDkel Bahnhofstr. 8. EliseMeckel, geb. Eißfeller im Alter von 75 Jahren. Wilhelm Philipp Döpp Landwirt und Mineralwasserhändler Schüler sucht Zimmer mit voller Verpflegung. Angebote unter 6629V a.d.G.A. HMM von alleinstehender Beamtenwitwe auf sofort oder später zu mieten gesucht. Angebote mit Preis unt. 04881 andenGietz.Anz. Brautpaar sucht 2-Zimmer- Wohnung mit Küche für sofort. Schr. Ang. unt. 04879 a.d.G.A. | Vermietungen"] 5-3immer- MtzlllW mit Küche, Bad und Mansarde, Heizg.u.Warm- wasseroersorg. sof. z. vermieten Näheres (6637D Friedrichstr.1411 Schöne geräum. 5-MoIb mit Bad zum 1. Dezember zu vermieten. 6632D Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. AW für 3 Stunden täglich gesucht. Neustadt 32 II- Frau oder Mädchen für einige Stunden vormittags gesucht. 04871 Landgrafen- strasre 3 I. 1-2 Simmet und Küche von jungem Ehepaar sofort oder später gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04872 an d. Gieß. Anzeig. Akademiker sucht z. 13. Nov. gut möbliertes Zimmer Nähe Hitlerw all, evtllm. Pension. Schriftl. Angeb. unter 6620V an denGietz.Anzeig. KI eine Anzeig en im (Siebener Anzeiger werden von Tauiendev beachtet und geleie». In tiefer Trauer: Elisabethe Döpp, geb. Schreiner Familie Ludwig Döpp Familie Wilhelm Döpp Familie Heinrich Müller Familie Heinrich Lepper Familie Otto Döpp. Alten-Buseck. den 2. November 1939. Lagerraum im Südviertel f. sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 6636D_a.d.G.A. [Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift !oavern am ßeugntt- abichristen dem Bewerbungsschreiben bellt gen ! — Lichtbilder unoBewerbungsunte» tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten ans der Rückseite R» men und Änschriit oeS Bewerber« trauen! Tüchtiger,solider Amm fttr sofort gesucht. MW Conder Bahnspediteur Und (ecaaD Möbeltransport. | Mietgesuche""| Aelter. Ehepaar (Beamter) sucht für sofort oder später geräum. 4-Zimmerwobnung möglich, m.Bad. Angeb. mitPreis unter 04887 an den Gieß. Anz. Schöne M-Ziimer-Woliii. sofort ob. später von ruh. Mieter gesucht. 2-3imm.-Wohn. wird frei. Schriftl. Angeb. unter 04870 an den Gieß. Anz. 04888 Elfriede Theis Peter ZRoab Verlobte Gießen, Anneröder Weg 14 29. Oktober 1939 8. Z. fm Felde Ä Wegen Erkrankung mein.Mäd- chens suche zu sofortigem Eintritt erfahrenes Hausmädchen Seltersweg 64V. Ordentliches Nädcta zum baldig. Eintritt gesucht, evtl, für halbe Tage. Dr. Garn, Plockstratze 9. Solides selbständiges Mädchen zum 15. Novbr. oder 1. Dez. für 3-Person.-Haus- halt gesucht. «83«v M. Schad Ludwigstraße 24 Ordentliches Mädchen oderFrau täglich für einige Stunden gesucht Seltersweg 5. MW» tägsüber omso zu 2 Personen sofort gesucht. Marburger Straße 32 vart. Wa f. Haus u. Küche gesuchL Gasth. ,Lamm" Horst-W essel- BL.ll 7. (ö621D Fleißig., ehrlich. Mädchen zum 15. Novbr. in kleinen Geschäftshaushalt gesucht. Schriftl. Angeb. u. 04876 an d. Gieß. Anz. Stellengesuche Ml 38 I., alleinst., äußerst zuverl., Erfahrg. r.Hoch- u. Niederdruckkesselanlagen fuiöt fflr Wort Stellung. Schr. Ang. unt. Verkäufe Verkaufe l,2Ltr. Opel-Kabrio m. Anhänger, in bestem Zustand. Preis 750- Mk Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. laiio-Ipparat billigst abzugeb. (Mende Gleichst. Näheres [6823D A.d.Weißerde9 Anzus. zwischen 197* u. 20V* Uhr Meine Wohnung befindet sich ab 1. November 1939 Horst-Wessel-Wall 32 L. Schultheiß vereidigter Bücherrevisor Wirtschaftstreuhänder NSRB __________________1___WL in ruhigem Hause mit Heizung und großem Bad preiswert zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 6625V an den Gießener Anzeiger erbeten. Radio Siemens, Wechselstrom, abzugeben. Anzuseh. 6-8Uhrabd . 04884 Friedrichstr.8111 @05- WWMIlie IJahr gebraucht, billig abzugeben. Ratenzahlung möglich. Anzusehen 6630D Wilhelmstr.41I Kleines Sota mit 2 Sesseln, neu überzogen, billig zu verkauf. S te vb a n ftr. 29 v. I Kaufgesuche Gebrauchtes gut erhaltenes MmMs mit Traht- umzäunung für Auslauf sof. geg. bar zu kauf. ges. Schr.Angeb.mit Preisang. unter 04869 a.d.G.A. GlnNnner- Wnroogen gut erhalten zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote an (6622d Emil Schmal! Biergroßhandl. Empfehlungen I Kinderwagen m großer Auswahl । m««A Fr. Groß Uenenwen 32 AUTO- Klarsichtscneiben alle Größ.a.Lag. ELllthoff,Auto- Licht,Alicenstr.35 Tel 4335 lo48S5 Zuverlässiges Alleinmädchen zum möglichst baldigen Eintritt für gepflegten Haushalt bei gutem Lohn gesucht. Wasch- und Putzfrau vorhanden. 6575D Architekt Balser Frankfurt am Main Bockenheimer Landstraße 115. gefällt den meisten Kindern in Siebold'» Buch*) am besten, und sie wünschen sich — wie auf Grund vieler Zuschriften bekannt wurde — noch mehr derartige Bücher, in denen Freude an allem Lebendigen in Wald und Flur vermittelt wird. *) Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel ent« decken ihre Waldheimat. Eine naturkundliche Jugend Erzählung für (Jungen und Mädel von etwa 9 — 15 Jahren. Mit 135 S. Text und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. 3n Leinen geb. Schutzumschlag RM. 2,85 (Ein schönes Geschenkbuch für Jungen und Mädchen! Werbeblatt.mit Leseprobe kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Hugo Bermühler Verlag Derlin-Lichterselde Verschiedenes Wo und unter welchen Bedingung. kann Fräulein Stunden in Kurzschrift und Maschineschreib. in privater Ausbildung nehm.? Schriftl. Angeb. unter 04885 an d. Gieß. Anzeig. Mehl Wer erteilt Un- terricht in dopp. Buchführung, Englisch,Deutsch Sofortiges Angebot unter An-- gab. näher. Einzelheiten unter 6624V a.d.G.A. Veriotjungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Stadttheater 19.80-22 Uhr 5. Mittwoch- Miete lataiala Preise: RM. 1.20-4.10. 20-23.00 Uhr 6. Freitag- Miete Gasparone Operette von Karl Millöcker. Preise: 66Ud RM. 0.90-8.60. Nr. 256 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch,!. November IYZY Aus -em Reiche der $rau Soziale Frauenberufe Helfen und Führen! 13nn Or. L. Henckel Gießener Stavttheater. Shakespeare: „Das Wintcrmärchcn". Daß das Stadttheater die Reihe seiner „Klassiker"- Aufführungen, an deren Spitze Hebbels Eignes Dernauer" stand, nun mit Shekaspeares „Wmter- märchen" fortsetzt, hat sicher einen tieferen Grund als das Vorliegen einer neuen Ueberfetzung. Wenn die Geschichte von der schönen Augsburger Baderstochter und dem stolzen Bayernherzog wre eine germanische Heldensage klingt, so beschwort Shakespeare mit seinem Zauberstab die Welt des germanischen Märchens. - Dazu gehören auch die antikisierten Namen, die dem Geschmack der Zeit entsprechen und die phantastische Landschaft, über deren geographische Unmöglichkeit man sich übrigens nicht zu alterieren braucht, wie ältere Kritiker es taten, denn wirklich stieß Böhmen einmal unter dem Przemysliden Ottokar II. im 13. Jahrhundert durch den Besitz Istriens ans Meer, so daß die Szenenbezeichnung im 3. Aufzug „Böhmen, eine öde Gegend in der Nähe des Meeres" auch der historischen Prüfung standhält. Dies sei nur für die Gewissenhaften vermerkt, die dem Komödienschreiber und Märchenerzähler diese dichterische Freiheit nicht gestatten wollen. Und das Wintermärchen ist ein wirkliches und echtes Märchen. „Es war einmal", so beginnt es und erzählt dann von dem König, den wie ein böses Fieber aus heiterem Himmel die Eifersucht überfiel, so daß er befahl, seinen königlichen Gastfreund zu toten und seine edle tugendreiche Gemahlin gefangenzusetzen. Frostig und düster, wie ein rechter Winterabend, setzt die Handlung ein, kaum darf man noch auf eine glückliche Wendung des Schicksals hoffen. Der königliche Gast aus Böhmen vermag zwar zu entfliehen, aber Hermione, die Königin, ist, so wird berichtet, nach der Geburt eines Mägdleins im Kerker gestorben, die Tochter, die der König nicht als die femige anerkennt, befiehlt er auszusetzen,' und als Strafe der Götter für die Mißachtung des apollinischen Orakels muß der König auch den Tod feines einzigen Erben hinnehmen. Er steht allein, mit sich und der Welt zerfallen, von nagender Eifersucht gepeinigt, aber fast mehr noch schwer von bohrenden Zweifeln gefoltert, ob sein Verdacht der Treulosigkeit seiner Frau wirklich begründet war. So düster und hoffnungslos scheint eine Tragödie zu enden, wenn nicht ein Lichtstrahl bliebe. Das im Kerker geborene und zur Aussetzung verurteilte Töchterchen des sizilischen Königs wird in Böhmen, dem Lande des einst schwer beleidigten GastfreunDer Aufführung im Stadttheater war zum ersten Mal eine neue Ueberfetzung von Hedwig Schwarz zugrundegelegt worden. Der Versuch, die überlieferten Shakespeare-Uebersetzungen der Romantiker durch freiere Uebertragungen zu ersetzen, die dem modernen Stilgefühl und moderner Auffassung besser entgegenkommen mögen, hat vor einigen Jahren zu lebhaften Debatten geführt, ohne daß damals eine befriedigende Lösung des Problems gefunden wurde. Man wird zugeben müssen, daß die Shakespeare-Uebersetzungen der Romantiker recht ungleichmäßig find, selbst einzelne Partien in denselben Werken sind sehr unterschiedlich getroffen. Man hätte meinen sollen, daß eine Bei der gestrigen Aufführung erwies sich di« neue Ueberfetzung in der Bearbeitung von Dr. Han- nes R a z u m als flüssige und dem Ohr leicht ein» gängliche Bühnensprache. Die Spielleitung Razums hatte die tragischen Akzente der ersten Aufzüge in harter Profilierung scharf herausgearbeitet, wie auch die heiter-grotesken Züge der Schäferszenen und die fast übersinnlich-märchenhafte Stimmung des großen Schlußauftritts sicher getroffen waren, unterstützt von den Bühnenbildern Karl Löfflers, dessen schlicht gegliederte, antik stilisierte Mauer für vielerlei Verwandlungen ein brauchbarer Hintergrund war. Hilmar Manders war der Sizilierkönig, finster brütend über seinem Verdacht, unbeherrscht aufbrausend in seiner Eifersucht, ein rasendes Noch prallt jedes Feindeswort ab. Aber wenn das Schwergewicht einer langen Dauer erst fühlbar wird, dann werden die Schwachen sichtbar werden. Das ist die Zeit des Einsatzes der Heimatfront gegen den allgegenwärtigen Feind der Lüge und Verführung. Dann heißt es die Zweifel vernichten, den Glauben stählen, den Willen steinhart machen. Dann heißt es den Wall der Verteidigung im Innern aufrichten gegen schädigende äußere Macht, und allen Willen und alle Kraft einlenken in jenen einzigen großen Strom, der mit dem Kampf der Männer einig geht, der unseres großen Volkes heiliges Recht erstreiken muß, unser Recht auf Gottes Erde. Auch für die Heimakfront ist es heute eine Ehrensache und Ehrenpflicht, ganz einzustehen, heute, da an dem ersten Platze im Kampfe der Führer steht, und da im Angesicht aller der deutsche Mann unvergleichlich tapfer sein Werk vollbringt. Wie sollten wir in der Heimat da klein sein? des, in einer „öden Gegend am Meer" von Schäfern gefunden und gerettet. Und nun hebt das rechte Märchen an. Wie milde Frühlingssonne erstrahlt das Wunder des Märchens und laue Lüfte eines romantischen Schäferspiels verscheuchen den eisigen Hauch der Tragödie. Eine rechte Märchengestalt, die Zeit, „die Irrtum knüpft und löst im Lauf der Welt, die Gut und Böse wägt in Lust und Schrecken", hilft uns in kühnem Gedankenflug sechzehn Jahre zu überspringen, und gibt „ein neu' Gesicht der Szenerie", als schliefen wir inzwischen. Das sizilische Königstöchterlein ist als Perdita, die Verlorene, bei den böhmischen Schäfern als ihr Kind zur herrlichen Jungfrau erblüht und wird dort eines Tages von Florizel, dem Sohn des Böhmenkönigs, entdeckt. Ganz märchenhaft entfvinnt sich die Liebesgeschichte vom Prinzen und der Schäferstochter. Und nun entrollt der Dichter mit sichtlichem Behagen an ländlich-bäuerlicher Drolerie und närrischem Mummenschanz heitere Bilder vom Fest der Schafschur, das mit allen Requisiten der Komödie, täuschenden Verkleidungen und neckischen Spitzbubenstreichen zu einem wahren Irrgarten wird, der dem Böhmenkönig Gelegenheit gibt, den Liebespfaden seines Sohnes nachzuspüren. Schließlich entführt der Böhmenprinz seine schöne Perdita, die vermeintliche Schäferstochter, nach Sizilien, der königliche Vater eilt hinterdrein und so gibt es am Hof des gealterten, gänzlich zerknirschten und geläuterten Sizilierköniqs ein allgemeines Wiedersehen. Nun kommt alles ans Licht. Der gute Geist des Märchens nimmt Schleier auf Schleier fort von den Geheimnissen, die noch trennend zwischen den zueinanderstrebenden, aber sich noch nicht auskennenden Menschlein stehen. Perdita entpuppt sich als die Königstochter, der der Böhmenprinz nun mit dem Segen des Vaters die Hand reichen kann. Und um das Glück voll zu machen, tritt unter die wieder Vereinten nun auch die edle Königin Hermione, die einst im Kerker vermeintlich Gestorbene. Wie sie, um den Gatten nicht durch ihr plötzliches Erscheinen zu Tode zu erschüttern, als Marmorstatue ihm vorgeführt wird und langsam erst zu Blut und Leben zurückkehrt, das ist vom Dichter im spannenden Zwielicht von Wirklichkeit und Märchenwelt gehalten, auf daß das Wort wahr werde, mit dem er die Betrachter seines Wintermärchens aus dem Zauberreich der Phantasie in den nüchternen Alltag entläßt: „Das Leben scheint dem Märchen hier zu gleichen." August Wilhelm von Schlegel, der den Deutschen erst die Welt des größten Dramatikers germanischen Geistes eröffnet hat, jagt in feinen VorWenn heute unserer weiblichen Jugend ganz besonders nahegelegt wird, sich den sozialen Frauen-, berufen zuzuwenden, so geschieht das in mehrfacher Begründung. Ein Beruf wird uns stärker erfüllen, beglücken und Unsere Leistung steigern, je mehr er unseren Anlagen und Fähigkeiten entspricht, und gerade die Aufgaben in den weiblichen Sozialberufen sind in ihrer Vielseitigkeit abgestimmt auf die natürliche Berufung der Frau wie wohl in keinem anderen Beruf. Durch die erweiterten fürsorgerischen und gesundheitlichen Maßnahmen ist die soziale Hilfstatigkeit nach ganz neuen Gesichtspunkten einer bewußten Erb- und Rassenpslege ausgebaut worden, und der Einsatz der Frau im Pflege- und Fürsorgedienst beschränkt sich nicht mehr allein auf die Hilfeleistung an den kranken oder in soziale Not geratenen Menschen, nein, ihre Tätigkeit ist auch ausgerichtet auf die Erhaltung und Festigung des gefunden Lebens. Nicht nur zu helfen gilt es, sondern H e I f e n u n b Führen kennzeichnen jetzt den weitumfassenden Pslichtenkreis in den sozialen Frauenberufen. Dabei ist von ganz großer Bedeutung der geistig-seelische, von nationalfozialisüschem Denken bestimmte Einfluß der Frau. Der Betreuung und Erziehung unserer Jugend widmet sich die Kindergärtnerin und Hortnerin. In den Kindergärten, die die Kleinen bis zum 6. Lebensjahr umfassen, in den Horten, die die schulpflichtigen Kinder bis zum 14. Lebensjahr auf nehm en, in den Erntekindergärten auf dem Lande und in Kindererholungsheimen bieten sich vielseitige Möglichkeiten zur Betätigung. Gerade durch den ständigen Ausbau der sozialpädagogifchen Erziehungsarbeit der NSV. ist der Bedarf an fachlich und ideell geschulten Kräften ständig gestiegen. Diese Arbeit an unserer Jugend ist eine Quelle der Freude für unsere deutschen Mädel, die vor der verantwortungsvollen Ausgabe stehen, die Heranwachsende Generation in einem entscheidenden Lebensabschnitt geistig und körperlich zu fördern. Hier kann unsere weibliche Jugend ihre mütterlichen Kräfte voll entfalten. Die Kindergärtnerin hat zudem eine nahe Verbindung zum Elternbaus. Durch die Mütterabende steht sie in ständigem Austausch mit den Frauen, gewinnt ihr Vertrauen, darf ihnen Beraterin und Helferin sein in gesundheitlichen und erzieherischen und auch hauswirtschaftlichen Fragen und schöpft aus dieser engen Verbindung mit den Müttern wiederum neue Anregung für die eigene Arbeit. Die Ausbildung der Kindergärtnerin dauert zwei Jahre. Das junge Mädchen muß für die Aufnahme in die Ausbildungsseminare das 17. Lebens- Wir in der Heimat! Don Josefa Berens Totenohl. Im Oktoberheft der Zeitschrift „Heimat und Reich" (F. Kamp-Verlag, Bochum) wendet sich die Dichterin Josefa Berens-Toten- ohl mit folgenden beherzigenswerten Worten an die Heimatfront, die in dieser großen schicksalhaften Zeit ebenso stark und unerschütterlich sein muß wie die Front unserer Soldaten. Es ist Krieg. Unsere Männer, Väter und Söhne stehen im Felde. In Polen haben sie ein Werk getan, wie noch keines getan wurde in der Geschichte. Zu groß ist es und zu kühn, als daß wir von hier aus Worte dazu reden dürften. Das aber ist heute schon sichtbar: in den wenigen Wochen des Kampfes ist über unser Heer ein Ruhm aufgegangen, der fortbauern wird durch die Zeiten. Besitz stirbt, Sippen sterben, du selbst stirbst wie sie. Eines weiß ich, das ewig lebt: der Toten Tatenruhm. So sprachen unsere Vorfahren vom heldischen Mann. Heute ist es in unserem Volke nicht anders. Und mir? Wir in der Heimat? Wir Frauen? Hat an diesem großen Kampfe, an diesem gewalti- gegen Geschehen, das die Neuordnung uer Gesetze der Völker einleitet, nur der Mann seinen 2InbX? Wird einzig an der Front draußen der Kampf geführt? Ist es uns versagt, auch unfern Teil zu leisten am großen Werk? Dann würde das Leben ein ungleich Ding fein, ein Ding ohne Mitte, ein Gesetz ohne Ganzheit, eine Waage mit nur einer Schale. Auch wir haben unfern vollen Teil. Wir wollen ihn auch haben, unfern Teil am Opfer, an der Not und dem Leid, wie auch an dem Stolz und dem Glück des Sieges, anders müßte der deutsche Mann uns verachten. Den ersten und größten Teil leisten die Frauen und Mütter, die ihre Männer und Söhne hergeben zum Kampf. Das ist schwer, denn mit dem Vater ihrer Kinder, mit dem Sohne, der von ihr geht, wandert die Liebe der Frau, der Mutter fort. Alle Wege geht sie mit ihm in dunkler, sorgenvoller Nacht, alle Gefahren durchleidet sie mit ihm und stirbt wohl hundertmal seinen eigenen Tod, wenn es das Schicksal so bestimmt. Wie die Alten unseres Volkes in früherer Zeit, so begreift auch die heutige Frau die Notwendigkeit dieses Kampfes und fügt sich ein, duldend-tapfer. <5o, tapfer wie die Männer sich stellen', so tapfer steht sie nun allein an dem Platze, der Wiederkehr harrend oder zum letzten Opfer sich bereitend. Das ist das eine. Das andere aber ist ihr treues Dienen. Immer haben die germanischen Frauen dem kämpfenden Manne die Stätte seines Lebens erhalten und verwaltet, bis er heimkehrte. ' Im bäuerlichen Leben ist es heute nicht anders als je. Da wird es Kopf für Kopf und Hand für Hand geleistet. Im Leben der Städte, der zusammengeballten Arbeit, tritt eine Gemeinschaft an die Arbeitsplätze der Männer. Auch dort verrichtet die Frau, soweit ihre Kraft es nur vermag, die Arbeit, die notwendig ist, um das Leben des Volkes innen und den kämpfenden Mann draußen mit allem Notwendigen zu versorgen. Wie klein wird da auf einmal alles Persönliche, wo es ums Ganze geht? In diesem Kampfe steht auch unsere Jugend, sie steht in Stadt und besonders auf dem Lande eingereiht in die Front der Arbeit, in die andere Kampffront. Wenn wir von der Front der Heimat sprechen, so setzt dieses Wort allerdings noch etwas anderes voraus als die Hingabe und das fülle Dulden der Frauen und Mütter, noch etwas anderes auch als lesungen über dramatische Kunst und Literatur: „Das Wintermärchen ist eine von jenen Geschichten, die recht dazu gemacht scheinen, die traurige Muße langer Winterabende zu unterhalten; die schon für die Kindheit anziehend und begreiflich sind und die, durch innige Wahrheit in der Schilderung der Charaktere und Leidenschaften beseelt, mit dem Schmuck einer sich gleichsam zur Einfalt des Stoffes herablassenden Poesie ausgestattet, das erwachsene Alter in die goldene Zeit der „Einbildungskraft zurückversetzen." Wer sich diese Charakteristik zu eigen macht, wird im Wintermärchen schwerlich die scharfe psychologische Motivierung vermissen, mit der eins aus dem andern gefolgert wird. Das Wintermärchen erzählt, wie spannende, merkwürdige und rührende Geschichten erzählt werden, ohne die Frage nach Gründen und Ursprüngen aufzuwerfen. Selbst die Eifersucht des Sizilierkönigs, aus der alle Verwirrung entsteht, überkommt ihn wie ein Rausch, wie ein Fieberwahn über Nacht. Sie ist plötzlich da und wird zum Motiv der Handlung, während etwa bei Othello, dem Mohr von Venedig, die Eifersucht selbst, ihr Erwachen, ihr fürchterliches Wuchern, angetrieben von den Einflüsterungen Jagos, zum eigentlichen Gegenstand des Dramas wird. Im Wintermärchen ist nichts derart Pfychologisie- rendes, das keinen Ausweg kennt und den Konflikt zur Katastrophe treibt. Im Bereich des Märchens haben wohl auch Leidenschaft und Schuld ihren Platz wie im Leben, aber die Phantasie weiß Aushilfen genug, um alles zu einem guten Ende zu bringen. So ist das Wintermärchen ein Beitrag für die ungeheure Weite der dramatischen Skala Shakespeares, seines Erfindungsreichtums und feiner Gestaltungskraft, die im Werk des Titanen neben den Hamlet und den Macbeth, neben Richard III. und König Lear, den Sommernachtstraum und das Wintermärchen stellten. Komödie wie das Wintermärchen nach Art und Form in den Romantikern am ehesten ebenbürtige Ueberfetzer gefunden hätte. Doch die gebräuchliche Ueberfetzung von Ludwig und Dorothea T i e ck kann uns heute keineswegs in allem befriedigen. Hedwig Schwarz hält sich — soweit wir durch Stichproben feststellen konnten, ein abschließendes Urteil muß dem Philologen vorbehalten bleiben — im allgemeinen enger an den Wortlaut des englischen Textes. Ihr lag offenbar nicht daran, nun um jeden Preis anders oder gar modern zu sein, sondern Shakespeare für unser Ohr eingängiger zu machen. Daß ihr dies Vorhaben nicht immer gelungen ist, daß man hier und da die Tiecksche Uebersetzung nicht übertroffen finden wird, mag an der Schwierigkeit liegen, die dem Versuch entgegenstehen, dunkle Stellen des englischen Textes aufzuhellen, ohne vom Wortlaut wesentlich abzuweichen. Das ist bei den Versen schon wegen der des Reimes halber vielfach notwendigen Umstellungen am schwierigsten, während die Prosastellen der wortgetreuen Ueberfetzung leichter zugänglich sind. Immerhin sind Wendungen wie „doch betreffs der Außenseite Deiner Ärmseligkeit ..." (IV, 3) für empfindliche Ohren schwer erträglich. — „Shakespeares Schreibart", so sagte A. W. von Schle- g e l von ihr, „bleibt noch jetzt ein unübertroffenes Vorbild sowohl im Starken und Erhabenen, als im Gefälligen und Zarten. Er hat in seiner Sphäre alle Mittel der Sprache erschöpft. Allem ist das Gepräge seines mächügen Geistes aufgedrückt." An diesen Worten mag man die Schwere der Aufgabe ermessen, dem großen Shakespeare ein kongenialer Ueberfetzer zu fein. Diese Ausgabe ist noch nicht gelöst, so sehr alle Ansätze dazu, auch der von Hedwig Schwarz - unternommene Versuch, begrüßt werden müssen. Schwestern und Pflegerinnen, der, ebenfalls in Verbindung mit der NS.-Schwesternschaft, das Ziel verfolgt, alle freien Pflegekräfte zu sammeln und für die Zwecke der Krankenpflege und des Gesundheitsdienstes bereitzustellen. 3. Die Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes mit der Hauptaufgabe der Unterstützung des Sanitätsdienstes der Wehrmacht, des zivilen behördlichen Luftschutzes, des amtlichen Sanitätsdienstes bei besonderen Notständen. Die eigentliche Lehrzeit in einer Krankenpflegeschule dauert IV» die Pflichterfüllung an den Plätzen der Arbeit. Das Wort setzt noch den Kampf gegen einen Feind voraus, und dieser Feind ist in ständigem Angriff da. Wir kennen chn vom Weltkrieg her. Damals stand er tief in der Heimat. Solange hatte er damals seinen Samen ausgesät und sein Gift ausgestreut in die Herzen derer in der Heimat, daß er schließlich dem deutschen Manne an der Front das Schwert zerschlug und seinen Arm lähmte. Dieser Feind muß von denen in der Heimat, bezwungen werden. Er ist unsichtbar, tückisch, geschmeidig und heuchlerisch. Er hat tausend Wege und Mittel zu seinem Ziele; den Glauben zu zerstören, die Treue zu brechen, die Zuversicht des Sieges und das unbedingte Vertrauen in unsere Führung zu unterhöhlen, das sind die Ziele. Noch ist es leicht, beglückt und heißen Herzens die innere Front unangetastet zu halten, denn der Waffenglanz unseres Heeres hält uns zusammen. Hat mein Kind das „Äormalgewicht"? Das Glück der jungen Mutter, die innige Freud« über das kleine Lebewesen, das sie zur Welt brachte, wird häufig durch eine unbegründete Sorge überschattet, die Sorge um das Gewicht des Kindes! Dis Vorstellung ist nun einmal verbreitet, daß große, starke und schwere Kinder mit berechtigter Zukunftshoffnung als gesund und kräftig, leichte Säuglinge aber mit Angst betrachtet werden müssen. Und das Gewicht des Kindes liegt der jungen Mutter so sehr am Herzen, daß wie viele Aerzte bestätigen, meist die erste Frage nach der glücklich verlaufenen Geburt ist: Hat mein Kind auch das Normalgewicht? Der Arzt sieht den Fall mit anderen Augen an und erklärt, daß sogenannte „Prachtkinder" von hohem Gewicht durchaus nicht die Gewähr für gesundes Gedeihen und fortdauernde, prächtige Entwicklung mit ins Leben bringen, und daß sie nicht selten von Säuglingen, die bei der Geburt 4 Pfund mögen, in überraschend kurzer Zeit überflügelt werden. Es gibt also fein sogenanntes „Normalgewicht", weder bei der Geburt noch nachher. Es kommt auf die gesamte körperliche Veranlagung des Kindes an, nicht auf das Gewicht allein. Genau, wie ein Erwachsener von 60 Kilo gesünder fein kann als ein anderer, der um die Hälfte schwerer ist, so können auch Säuglinge von verschiedenem Geburtsgewicht einander gesundheitlich gleichwertig fein oder einander gar, im Gegensatz zu den „Schwere- verhältnissen", an guter Veranlagung übertreffen. Außerdem erleidet jedes Neugeborene zunächst einen Gewichtsverlust von etwa einem halben Pfund durch Abgabe von Flüssigkeit und Unreinlichkeit, sowie durch den Einsatz der Atmung. Auch stellt sich bei einem Fünftel aller Neugeborenen sofort eine leichte, harmlose Gelbsucht ein, so daß manche Mutter zunächst erschrocken vor einem Gewichtsstillstand oder gar Gewichtsverlust steht, der im Grunde nichts anderes bedeutet als den eigentlich kraftvollen Beginn des kleinen Lebens, der aber nicht als beängstigende Erscheinung gewertet werden darf. Erst einige Tage nach der Geburt beginnt das Zunehmen. Wünschenswert ist als Durchschnitt etwa die folgende Gewichtszunahme: im ersten Vierteljahr wöchentlich 170 Gramm, bis zum dritten Vierteljahr wöchentlich 140 Gramm, im vierten Vierteljahr rund 100 Gramm die Woche. Wenn die neuzeitliche Medizin sich im allgemeinen mehr und mehr abgekehrt hat von der früher verbreiteten Ansicht, daß reine Fettablagen am Körper als Zeichen von Gesundheit und Widerstandskraft anzusehen seien, wenn sie heute vielmehr diese vermeintlichen „Kraftteseroen" als eine Belastung für einen kraftvoll arbeitenden Körperhaushalt ansieht, so trifft diese Anschauung auch für das Kleinkind zu. Der kugelrunde Säugling mit Fettröllchen an allen Gelenken muß durchaus nicht gesünder sein als andere Kinder! Es kommt, wenn man die Grundlage für eine widerstandsfähige Gesundheit des Heranwachsenden Menschen legen will, auf die zweckmäßige Ernährung und körperliche Durchbildung des ganzen kleinen Lebewesens, nicht auf die Ansammlung von Fettmassen an! B. L. jahr vollendet haben, den Nachweis einer ab geschloffenen Lyzeal- oder neunklassigen Mittelschulbildung (bzw. Nachweis einer gleichwertigen Ausbildung) erbringen. Weiter ist Vorbedingung eine gefertigte Gesundheit und inniges Verwachsensein mit den Leitgedanken unseres völkischen Gemeinschaftslebens. Jede Kindergärtnerin hat die Möglichkeit, sich in ihrem Beruf weiter ausbilden zu lassen. Ngch dreijähriger praktischer. Arbeit als Kindergärtnerin kann sie nach weiter einjähriger Ausbildungszeit Jugend leiterin werden, die auf verantwortungsreichem Posten, z. B. als Leiterin von großen KindertagesstMen, Erholungsheimen, Jugend- und Mütterheimen, steht oder als Lehrkraft des Mütterdienstes und der fozialpädagogischen Seminare Verwendung finden kann. Ganz neue und vielseitige Betätigungsmöglichkeiten bieten sich der Volkspflegerin. Für die Ausbildung als Volkspsiegerin muß das junge Mädel das 20. Lebensjahr vollendet haben und über gründliche pflegerische und hauswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. (Da die Vorbildungsmöglichkeiten außerordentlich verschieden find, ist Einholung näherer Auskunft unbedingt erforderlich.) Die staatliche Anerkennung als Volkspflegerin wird den Schülerinnen nach zweijähriger Fachausbildung in den sozialen Frauenschulen für Volkspflege und nach Ableistung eines Probejahres, während dem jedoch schon Besoldung möglich ist, erteilt. Volks- pflegerin fein heißt durch umfassende Familienpflege in sozialer, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht „Volkspflege" leisten. Für den praktischen Einsatz kommen in erster Linie die Dienststellen und Einrichtungen der NSV. und die der behördlichen Wohlfahrtspflege in Betracht. (Gesundheits-, Wohlfahrts- und Jugendämter.) Ferner wird im Mütter- dienst, in den Arbeitsämtern und in der Werk- pflege größerer Industriebetriebe der verantwortungsbewußte Einsatz und Einfluß der Volkspflegerin gefordert. Die Werbung für den Schwestern beruf hat bereits erfreuliche Erfolge gezeigt, dennoch ist der Bedarf an jungen Kräften hier noch außerordentlich groß. Hauptaufgabe der Schwestern ist natürlich nach wie vor die Krankenpflege. Darüber hinaus erwachsen der deutschen Schwester im Dienst an der erb gesund en Familie große, lebensnahe Aufgaben; gerade sie ist nunmehr berufen, Helferin und tatkräftige Führerin zu sein. — Durch Umwandlung und Neugründung wurden drei große Schwestern- organrfationen geschaffen. 1. Die NS.-Schwe- st e r n s ch a f t mit dem Hauptziel, in der Gemeindepflege die Aufgaben der Gesundheitsführung zu erfüllen. 2. Der Reichsbund der Freien Lahre, nachdem die Schülerinnen durch (Erwerbung hauswirtschaftlicher Kenntnisse und durch Borschulung in Kindergärten und Heimen usw. die nötige Grundlage für die Fachausbildung erhalten haben. Als Vorschule für einen sozialen Frauenberuf kann für unsere jungen Mädchen auch die Zeit als Haushalthelferin der N SD. angesehen werden. Die Haushalthelferinnen werden als stets hilfsbereite Kräfte eingefetzt, wenn eine Frau und Mutter der Unterstützung bedarf; wenn sie plötzlich erkrankt oder vor der Niederkunst steht, wenn sie in der Zeit des Wochenbettes schonungsbedürftig ist oder xur Erholuna und Heilung verschickt wird. Die Haushalthelserin der NSV. muß über gründliche hauswirtschaftliche Kenntnisse und Erfahrungen in der Kinder- und Säuglingsbetreuung verfügen. Auch sie muß vertraut sein mit den Grundsätzen, die für das Hausfrau- und Muttersein im neuen Reich Bedeutung haben. Dor dem Einsatz in den Familien werden die Haushalthelferinnen von der NSV. in Zusammenarbeit mit dem Mütterdienst gefchult. Dm neuen Reich als Frau in einem sozialen Beruf in schaffender Arbeit stehen heißt, die naturgegebenen Anlagen entwickeln und ihre Kräfte steigern; heißt, das Glück genießen, Helferin zu sein im Ringen um eine blühende deutsche Zukunft. Jetzt machen wir Quitten ein. Diele Hausfrauen wissen noch nicht so reckt, was sie mH der Quitte ansangen sollen, wahrscheinlich, weil sie eine der wenigen Fruchte ist, die man niemals roh genießen kann. Deshalb ist es um so notwendiger, auf den großen Wert der so vielseitig zu verwendenden Frucht yinzuweisen, um unsere Vorratskammern mit ihren Erzeugnissen ansüllen zu können. Die Quitte muß immer gekocht werden, weil das rohe Fleisch zwar köstlich duftet, aber ungenießbar hart ist. Man kocht daher die Frucht in Wasser. Der Säst wird zu dem schon eher bekannten Quittengelee verarbeitet, während das weiche Fruchtfleisch zu Mameladen, zu Pasten oder Süßigkeiten Verwendung findet. Man kann allerdings auch Saft und Schnitze zum Kompott nehmen, das uns aber heute nicht so wefenttich erscheint, als der Brotaufstrich. Die weichgekochte Quitte hat einen sehr starken Dust und Wohlgeschmack, ist aber nicht süß. Wir stellen daher die Quitte mit solchem Obst zusammen, das diesen kleinen Mangel aufwiegt, damit wir nicht allzu viel Zucker brauchen. Nun fällt die Reifezeit der Quitte m die Zeit, in der auch die Birnen reifen. Da nun Liese Fruchtsorte die Eigentümlich- feit aufweist, sehr schnell zu reifen, so daß ein größerer Vorrat an Birnen — vielleicht aus dem eigenen Garten — in wenigen Tagen eigentlich gegessen werden müßte, so ist anzuraten, solche Birnen mit Quitten zusammen zur Marmelade zu nehmen: die Birne gibt ihre Süße, die Quitte den starken Dust und Geschmack. Wir bekommen also eine große Menge wohlschmeckendster Marmelade, zu der wir in dem Maße weniger Zucker brauchen, als wir Birnen zusetzen. Man kocht die geschalten Birnen weich und mischt sie mit den ebenfalls für sich weichgekochten Quitten und kocht alles zusammen zu einer Marmelade. Nun noch einige Hinweise, wie man beim Kochen der Quitte recht rationell vorgeht: In den Schalen Und in den Schichten um das Kernhaus herum befindet sich bei der Quitte das meiste an Stoffen, die das Gelieren Hervorrufen. Es macht aber sehr viel Mühe, die weich gekochten Quitten dann durch ein Haarsieb zu streichen, so daß es viel ratsamer ist, die Früchte erst zu schälen und das Kernhaus herauszuschneiden. Allerdings wäre es ganz falsch, diese Teile ungenutzt zu lassen, im Gegenteil, wegen des Reichstums an Gelierstoffen kochen wir Schalen und Kerngehäuse erst gut in nicht zu viel Wasser aus, seihen die Flüssigkeit ab und kochen dann die geschälten Schnitze in diesem schon stark aromatischen und an Gelierstoffen reichen Wasser. Dann haben wir die Möglichkeit, die weichgekochten Schnitze einfach durch die Fleischmaschine zu geben, und ersparen uns die Mühe, die Masse durch das Haarsieb zu streichen. Wer die Masse sehr fein haben möchte, kann sie auch zweimal durch die Maschine drehen. Der sehr reiche und starke Saft wird schnell ein gutes Gelee geben, und wir brauchen auch nicht so viel Zucker, sondern es genügt, auf 1 Kilo Saft 750 Gramm Zucker zu nehmen. W. „Mcrwmzeln" aus der Erde. Von M. A. v. LüLgendorff. Im zweitältesten deutschen Kochbuch, dem handgeschriebenen, aus dem 15. Jahrhundert stammenden „Tegernseer Kochbüchlein", steht das Rezept einer „Ruebensuppen", die aus „bairisch rueben" gekocht, und über gebähtem hellem Brot angerichtet wurde sowie auch die Anweisung, „ruebenkraut" süß oder sauer zuzubereiten. Aber die Rüben spielten in der kräftigen deutschen Hausmannskost schon viel früher eine bedeutsame Rolle, namentlich vor der Einführung der Kartoffel.- Wie von einer einzigen, zusammengehörigen Familie stammend, wird im Sprachbrauch Rübe genannt, was wie eine Rübe aussieht; genau genommen, sind aber die gelben mtt den roten Rüben botanisch überhaupt nicht verwandt, ebensowenig wie die massige Runkelrübe mit dem zierlichen Teltower Rübchen. Wem seine Rüben schmecken, der kümmert sich freilich nicht um solche Fragen. Und wem schmecken sie nicht? Da sind einmal die gelben Rüben, ange- angen von der zarten Karotte bis zur handelten gelbroten Möhre, alle mit dem würzigen, üßaromatischen Geschmack und alle aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Ihre Kultur reicht denn auch so weit zurück, daß schon der römische Kaiser Tiberius die „Zuckerwurzeln" ständig aus Germanien bezog. Mohrrüben sind ihres reichen Vitamingehaltes wegen auch zu einer beliebten Rohkost geworden und roh verzehrt, eines der wirksamsten Vorbeugungsmittel gegen die Zahnfäule. Dann kommen die feinen weißenSpeise- r ü b e n sowie die echten und rechten Feinschmeckerrüben, die Te ltower, die besonders gut im märkischen Sand reifen und gedünstet in weißer Soße ein Gericht sind, das seinesgleichen sucht. Weiße Rüben lassen sich übrigens auch mit Kartoffeln zu einem gut schmeckenden Kraftessen zusammenkochen, sind aber ebenso schmackhaft süß und braungedünstet oder mit Essig gewürzt wie saueres Gemüse. Während der Befreiungskriege wurde die weiße Rübe in gedörrter Form in Bayern zu Mehl vermahlen, worauf auch der Berliner Magistrat daran ging, ein Rübenbrot Herstellen zu lassen, zu dessen Einführung es aber dann doc^ nicht kam, denn ttotz ihrer nutzbringenden Verwendbarkeit, als Brotfrucht eignet sich die Rübe denn doch nicht. Ein sehr annehmbarer Ersatz für diesen „Verlust" ist, daß sich weiße Rüben, fein geschnitten ober gehobelt und mit Salz und Kümmel bestreut, wie Sauerkraut einstoßen lassen und als Rübenkraut einen ebenso wohlschmeckenden als nährstoffreichen Dauer- oorrat für den Winter liefern. Unter dem Namen „Rübenkraut" wird auch etwas anderes hergestellt, was gleichfalls nicht zu verachten ist: eingedickt, ähnlich wie das bekannte rheinische Apfelkraut, geb^n zuckerreiche Rüben einen vorzüglichen Brotaufstrich. Einen breiten Platz nehmen die roten Rüden ober Beten ein, beren dunkelrotes Fleisch sich für alle möglichen Zubereitungsarbeiten verwenden läßt, fei es, daß man die Rübe als pikant-erfrischen- den Salat anrichtet oder zu einer dicken Suppe verkocht, wie sie in Rußland sehr beliebt ist. Man kann sie sogar — backen, bas heißt, im Bratrohr ober auch in heißer Asche weich werden lassen, eine Zubereitung, die den Geschmack der Rüben sehr verfeinert. Rote Rüben können auch Obst sparen helfen, insofern nämlich, als Rübenmus ein sehr zweckdienliches Streckmittel für Fruchtmus ist und fast jeder Obstsorte beigefügt werden kann, also Aepfeln oder Preißelbeeren so gut wie Stachelbeeren oder Aprikosen. Auch Tomatenmus läßt sich mit Rotrüben- mus „verheiraten". Allerdings muß das Rübenmus für sich gekocht werden, ehe man es mit einer Fruchtmarmelade vermischt, schon deshalb, weil man bann das Ganze besser abschmecken kann. Wenn die Rüben geputzt werden, ist darauf zu achten, daß ihre Oberhaut nicht angeschnitten wird, da sonst der nahrhafte Saft schon während des Kochens aus- fließt. , Neben der gewaltigen volkswirtschafllichen Bedeutung, die der Futterrübe und der aus der Runkelrübe herausn»züchteten Zuckerrübe zukommt, fallen die Speise' en freilich nicht ins Gewicht, wenn ihre Anbaufläche auf deutschem Boden auch ungefähr 6000 bis 8000 Hektar umfaßt. Zuckerrüben bringt Deutschland nämlich bis zu 17 Millionen Tonnen hervor, und zwar mit einem Zuckergehalt, der von etwa 7 v. H. im Jahre 1850 heute bis auf mehr als 20 v. H. gestiegen ist und Futterrüben in einer Menge, die im großdeutfchen Reich 40 Millionen Tonnen überfteigen. Oie Seeschlacht bei Coronel. 3urErinnerung an denSiegdesKrenzergeschwadersGrafSpee aml.11.1914 Beim Ausbruch des Weltkrieges befand sich das Ost asiatische Kreuzergeschwader des Admirals Graf Spee unweit der Carolinen- Jnseln im Stillen Ozean. Diese Tatsache verursachte den Engländern größte Besorgnis, mußten sie doch damit rechnen, daß Gras Spee nach dem Atlantischen Ozean durchbrechen würde, der — wie später der britische Marinefachmann John Irving zugegeben hat — „einem unbesiegten deutschen Geschwader ein unermeßliches Tätigkeitsfeld geboten hätte". Diesem Durchbruchsversuch des Grasen Spee sollte sich der englische Admiral Cradock, dessen Verband bei Pernambuco versammelt war, entgegenstellen. Am 27. Oktober 1914 erreichte Cradock die chilenische Reede Valenar an der Westküste Südamerikas, von wo aus er begann, den deutschen Gegner aufzuspüren. Durch Funksprüche erhielt Graf Spee, der im Begriff stand, seine Kohlenvor- räte zu ergänzen, Nachricht von der Anwesenheit Cradocks. Sofort trifft Graf Spee alle Vorbereitungen, um seinerseits den Gegner zu stellen. So kommt während der gegenseitigen Suche der Sonntag des 1. November 1914 heran, der für die „meer- beherrschende" Flotte Englands eine entscheidende Wendung bringen sollte. Gegen vier Uhr nachmittags erhalten die beiden Gegner, deren Geschwader aus je zwei großen und zwei kleinen Kreuzern bestehen, die erste lose Fühlung. Aus deutscher Seite stehen die Kreuzer „Scharnhorst", „Gneiseirau", „Leipzig" und „Dresden", auf der englischen Seite die Kreuzer „Good Hope", „Monmoitth", „Glasgow" und „Otranto" zum Angriff bereit. Doch noch kommt es zu feiner Kampfhandlung. Graf Spee will den Sonnenuntergang abwarten, damit sich die englischen Kreuzer Kbcn hellen Abendhimmel besser abheben und rutschen Schiffe weniger gute Ziele bieten. Um 6 Uhr 34 Minuten nachmittags, als die Sonne endlich untergangen ist, eröffnet Gras Spee das Feuer. Zwei Minuten später schießen auch die Engländer. Das Wetter ist für ein Seetressen keineswegs günstig. Es herrscht eine sehr starke Dünung und hoch branden die Wasserwogen über die eisernen Leiber der Schifte, die mit qualmender Rauchfahne bas Meer durchpflügen. Nach altem Brauch wehen über den deutschen Schissen die Topp sahnen. Trotz des starken Schlingerns und ttotz der großen Entfernung ist das Flaggschiff „Scharnhorst" bald eingeschossen. Drei Salven genügen, um fortab die schwersten Treffer auf dem englischen Flag- schiff „Good Hope" zu erzielen. Ebenso zielsicher schießt „Dresden" auf „Monmouth", „Leipzigs auf „Glasgow" und „Dresden" auf „Otranto". Um das Wirkungsschießen zu erleichtern, geht Gras Spee auf 12 Seemeilen Fahrt herunter. Und nun wird das englische Geschwader von seinem Schicksal ereilt! Vierzig Treffer zerstören die „Good Hope". Aehnlich geht es der „Monmouth", Brände lodern ■auf. Geschütztürme stürzen ein. Explosionen lassen die Lust erMern. Die Kreuzer „Glasgow" und „Otranto" werden ebenfalls schwer getroffen und beschädigt. Es gelingt ihnen aber, zu entfliehen. Um 7 Uhr 23 Mnuten sinkt die „Godd Hope" und mtt ihr Admiral Cradock in die Fluten des Meeres. Die inzwischen eingetroffene „Nürnberg" stößt im Dunkeln auf die schwer zusammengeschossene „Man- mouth" und versenkt sie. So ist, als die Nacht vollends hereingebrochen ist, bas englische Geschwader völlig geschlagen. Das aber ist die Wendung, die dieser Tag von Coronel der englischen Flotte bringt: sie ist nicht mehr unbesiegbar, wie sie seit über mehr als 100 Jahren, wie sie es seit Nelsons Zeiten gewesen war! Vorüber ist es mit dem Beherrschen des Meeres! Erstaunlich gering sind die deutschen Derluste: kein Toter ist zu beklagen! Nur zwei Verwundete mußten sich in Bchandlung begeben. Die „Scharnhorst" erhielt zwei, die „Gneisenau" im ganzen nur vier Treffer! Welch ein Vergleich mit den schweren Verlusten der Briten! Das Wort von dem ,chamned good shotting of the Germans", von dem „verdammt guten Schießen der Deutschen" wurde an diesem Tage sprichwörtlich. Dieser Geist der unerschrockenen Tapferkeit, der Manneszucht, der vorzüglichen Ausbildung und Schießfichecheit, der sich in der Seeschlacht von Coronel so wunderbar offenbarte, — er erfüllt auch die junge Marine des nationalsozialistischen Deutschlands. Auch jetzt wieder ist das „verdammt gute Schießen der Deutschen" sprichwörtlich gewor- den und wird es bleiben, wann immer es auch heißen mag: Wir fahren gegen Engelland! Abschied von Kreisleiier Lommel. NSG. In Rod an der Weil wurde am Dienstagnachmittag Kreisleiter e.h. und Landrat Hans Lommel, der auf einer Dienstreise in Bad-Nauheim einem UnglürfsfaH erlegen war, unter stärkster Anteilnahme des Führerkorps der Partei und des Staates und vor allem der Bevölkerung des Kreises Ufingen bei gefetzt. Gauleiter Reichsstatt- Halter Sprenger gab dem Toten das Geleit uick verabschiedete sich am Grabe von einem seiner besten Kameraden. Den letzten Gruß der Behörden» dienststellen überbrachten Staatssekretär, Stelloer- tretender Gauleiter e. h. Reiner als Vertreter der Hessischen Landesregierung und Regierungs- Präsident von Pfeffer. Zur Trauerfeier waren die Oauamtsleiter und Kreisleiter sowie die Führer der Gliederungen der Bewegung an getreten, um mit stolzem Gedenken ihren verstorbenen Kameraden zu ehren. Die Geliebte in der Lahn ertränkt. Limburg, 31. Oktober. Seit Freitag, 27. Oktober, wird die 18jährige Anni K. aus Aumenau vermißt. Ein 17jähriger Bursche aus dem gleichen Ort, der mit dem Mädchen ein Verhältnis hatte, das nicht ohne Folgen geblieben war, stand unter dem Verdacht, die K. durch Erttänken in der Lahn umgebracht zu haben. Der Bursche wurde verhaftet und hat bereit vor der Staatsanwaltschaft Limburg und der Mordkommission Frankfurt a. M. ein Geständnis abgelegt. Die Leiche der K. ist bisher noch nicht gefunden worden. Die Untersuchung dauert noch an. Rundfunkprogranim Donnerstag, 2. November. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05 Gymnastik. 8.20: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.35 Musik am Vormittag. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 9.30: Schulfunk. Wir senden für die Landschule. 10: Frohe Weisen. 11: Konzert. Ausführung: Das Strub-Quartett, der Chor des Reichssenders Frankfurt. (Leitung: Günther Bruchhaus.) 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 12.30: bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Achtung! — Aufnahme! Zwei bunte Stunden mit der Tobis-Filmkunst und der NS.-Gemeinschaft „Äraft durch Freude", Gau Sachsen. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.15: Blasmusik. Dazwischen: 18 30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Tyrann, und dann in demütiger Zerknirschung sein sinnloses Wüten beklagend, ein weites Feld der Gefühle, das Manders zu meistern wußte, wenn er auch in den Eingangsszenen nicht immer verständlich blieb. Viktor von Gschmeidler gab Dem Böhmenkönig ruhige Bedächtigkeit und überlegene Reise. Hilde Heinrich war eine Königin von edler Würde, besonders in der großen Gerichtsszene des ersten Aktes und im Schlußauftritt, dessen Schwierigkeiten sie durch weise Zurückhattung überwand. Hilde Kneip war als Paulina eine Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und mit dem rechten Wort im rechten Augenblick auf der Zunge, resolut und mutig auch vor dem Thron eines Wüterichs, klug und verschlagen, sobald es galt, den Dogen nicht zu überspannen und die Versöhnung der Gatten vorzubereiten. Hans Caninenberg spielte den Böhmenprinzen mit schönem jugendlichem Feuer. Jngeborg Riehl war eine liebreizende Perdita, die auf dem Schäferfest mit viel Anmut die Wirtin machte, Karl V o l ck und Walter Edler waren (von einigen leichten Uebertrei- bungen abgesehen) zwei köstlich tölpelhafte Schäfersleute, Siegfried Lowitz ein an Körper und Geist höchst beweglicher Spitzbube voller Anschläge und Pfiffigkeiten, Hans Albert S ch e w e ein würdiger, zuverlässiger Camillo. Als „die Zeit" sprach Rose S t i r l eindrucksvoll den Zwischenprolog. Die Musik von Hermann Zilcker, dem 1881 fn Frankfurt geborenen Komponisten, fühlte sich, an klassischen Formen ausgerichtet, unter der Stabführung Richard D o e ck s dem Charakter der einzelnen Szenen gut ein. Alle Mitwirkenden, von denen hier nur die Sprecher tragender Rollen genannt werden konnten, hatten teil an dem Gelingen dieser Aufführung des Wintermärchens, das sprachlich und szenisch nicht geringe Schwierigkeiten bietet, mit denen aber das Ensemble unter der lebendigen Regie Dr. Razums fertig geworden tft. Ihm und seiner Schar dankte das Publikum mit Blumen und herzlichen Ovationen. Dr. Fr. W. Lange. Aliweiberlotio. Ein eigenartiger Zufall fügte es, daß mit Ent- stchung der einen großen Reichslotterie für alle Deutschen zugleich das österreichische Lotto, das sogenannte „Altweiberlotto", verschwand. Diesen Namen führte es wegen des starken Aberglaubens, der sich in den Spielertteisen breit machte. Das österreichilche Lotto war im großdeittschen Raum das letzte Ueberbseibsel dieses Glückspiels, das mit Recht allmählich der Klasfenlotterie gewichen ist. Zu den vielen Mißständen, die das Lotto mit sich gebracht hatte, gehörte der Aberglaube, der non jeher mtt diesem Spiel verknüpft war. Ausgangs des 18. Jahrhunderts gab es beispielsweise in Wien eine Unzahl okkultistischer Bücher, aus denen man „sicher" erfahren konnte, welche Zahlen beim Lotto gewinnen würden. Aber- gläübische Leute kauften solche Bücher mit Vorliebe, da die Titel schon recht geheimnisvoll klangen, wie etwa: „Neuer, noch nie im Druck erschienener Kabbalistischer Schneck, welcher eine sichere Weisung gibt, die Nummern auf die künftigen Ziehungen zu wählen, und welcher jedem auch Rechnungs- unkundigen sehr leicht begreiflich ist. Don einer glücklichen Lottospielerin". — Es ist kein Verlust, daß solcher alter und neuer Aberglaube samt seiner Ursache verschwunden ist und der in jeder Hinsicht einwandfreieren Reichslotterie Platz gemacht hat. Im Zoo Neue T'erfabeln von Wilhelm Gcharrelmann Der Marabu und der Fischreiher. „Wie kann man nur eine solche Untätigkeit an den Tag legen und sich stundelang allein damit beschäftigen, vor sich hinzustarren?" fragte ein Reiher im Zoo einen Marabu. Aber der Angeredete veränderte auch jetzt feine Haltung nicht und blieb den Kopf zwischen die Schultern gezogen, stehen, als wäre er längst Der- steint und nur noch ein Denkmal seiner selbst. „Einer wie ich ist allerdings nur ein gewöhnlicher Fischreiher", begann der Frager mit merkbarem Spott von neuem. „Immerhin hätte es deinem Ansehen vielleicht keinen allzugroßen Abbruch getan, wenn du mich einer Antwort gewürdigt hättest!" „Du vergißt", geruhte der Marabu sich jetzt zu äußern, „daß ich aus dem dunklen Erdteil komme, dort im Angesicht der Pyramiden gelebt und einen tieferen Einblick in die Dinge getan habe, als du und deinesgleichen!" „D, ausgezeichnet!" lobte der Reiher. „Aber wenn das, was du von der Welt gesehen und erfahren hast, auf dich keine andere Wirkung gehabt hat, als dich zur Untätigfett zu veranlassen und stolz und unfreundlich aeoen andere zu machen, können deine Erlebnisse unmöglich viel wert gewesen fein, mein Freund, fetzte er hinzu und stelzte verächllich davon« Der Adler und der Geier. In einem der großen Flugkäfige für Raubvögel hockte ein junger Adler tagetn, tagaus auf der Spitze des künstlichen Felsens, den man darin errichtet hatte, Trauer und Weltenferne in seinem Blick, und nur der wütendste Hunger vermochte ihn zu bewegen, ein paar der Flettchb rocken in sich hin einz uwürgen, mit denen der Wärter täglich seinen Futtemapf versah. „Was zierst du dich nur so?" rief dem Adler eines Tages ein Geier aus einem der benachbarten Käfige zu. „Fehlt dir vielleicht etwas, das nicht auch uns fehlte? Tragen wir doch alle das gleiche Schicksal! Warum also Vergangenem nachtrauern und Unwiederbringliches besagen?" „Hast du vielleicht eine Klage von mir vernommen?" fragte der Adler zurück, stärker als je von feiner Sehnsucht nach den Gipfeln der Berge ge- kfuält. die feine Heimat gewesen waren- „Aber dein Verhalten ist Nichts anderes als eine Klage, und du wirft dabin siechen und sterb »n, wmn du nicht lernen wirst, dich zu schicken, belehrte Um der (Mer, der sich soeben, gttrcißia wie immer, gesättigt hatte und nun auf feinen Fluabaum zurückkehrte." „Denn auch die Sehnsucht vermag zu töten, mein Freund, wenn es auch Mn kurzer Tod ist, den sie uns bereitet!" „Möglich", gab der Adler zu. „Aber sie zu überwinden, hieße für mich, die eigene Natur vergewaltigen." ..Man muß nur den Willen dcnu in sich entwickeln!" verwies ihn der Geier. „Sieh doch mich an! Habe ich es nicht gleichfalls lernen müssen? Und niemand wird behaupten wollen, daß ich es nicht vermocht hätte!" „Gewiß nicht! Aber dafür warst du auch ein Geier!" entgegnete der Adler und richtete feinen Blick wieder in die Weite. Der Leopard und der Bär. „Womit hat es einer wie du eigentlich verdient, so verschwenderisch gefüttert zu werden?" rief Meister Petz, der soeben wieder in die Dresiurhalle geführt wurde, einem Leoparden zu, dem fein Wärter einen großen Brocken Fleisch durch die Stäbe seines Käfigs schob. „Gibt es doch nicht das kleinste Kunst- stück, das man dir beizubringen vermocht hätte! Alles, was du aufzuweisen hast, ist dein schon geflecktes Fell, unter dem doch nur die Falschheit wohnt!" Der Leopard blinzelte mit den Augen. „Warum nennst du mich falsch?" fragte er. „Jedenfalls bin ich in der Gefangenschaft geblieben, was ich von Geburt an war, während es dir nicht allzuschwer zu fallen scheint, etwas vorzustellen, was du in Wahrheit nicht bist. Wer ist nun ehrlicher, du oder ich?" Der Bär vermochte nichts darauf zu erwidern und nahm brummend seinen Tanz wieder auf, zu dem man ihn abrichtete, um später einmal eine schaulusttge Menge mit ihm zu erheitern. Büchertisch. — Felix Riemkasten: „In Gottes eigenem Land." Roman. In Leinen 5,20 RM. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (272) — In diesem Buch geht es um Amerika, das hochgelobte Land der freien Demokratie. Die Menschen, die Riemkasten uns zeigt, sind kämpfende Menschen mit Fehlern und Schwächen. Insoweit ist das Buch Roman, aber indem es zeigt, wie die privaten Schicksale bestimmt werden von dem viel größeren Schicksal des Volkes, zu dem ein Mensch gehört, wird das Werk zum Gemälde einer Zeit und ihres Jdeenkampfes. James Miller, Sohn eines Deutsch- Amerikaners, leidet schon als Schüler unter dem Schimpf der Klaffe, die ihn als „blutigen Hunnen" verfolgt. Aus diesen Erlebnissen erwacht in dem Jungen der Zwang, näher auf Deutschland bin* Zusehen. Er wird Jouralist und lernt auch Deutschland kennen. Ohne Nationalsozialist zu sein — er fühlt sich ganz als Amerikaner und liebt fein Land — findet er in Amerika statt Demokratie Geldmacht und als Diener der Geldmacht die Presse. Da er diese Erkenntnis offen verkündet und nicht aufzukaufen ist, muß er gewaltsam zum Schweigen gebracht werden. Es ist ein leidenschaftlich geschriebenes Buch voll Zorn und Satire, aber auch voll großer Siebe. — Sophie Fleischhauer: Äonrabin. Verlag von Hase & Koehler, Leivzia CI. 17 Abbildungen. Seinen 2,85 RM. — (285)0 — Die Jünglingsgestalt des letzten Hohenstaufen urtb sein tragisches Ende wurzeln fest im Herzen des deutschen Volkes. Den Weg, den der Jüngling in Begleitung feines Freundes Friedrich von Oesterreich ging, von der heimatlichen Burg in Schwaben, über ben Bodensee nach Oberitalien, von dort hinein in die süditalische Welt, in der sein Großvater Friedrich II. einst unvergängliche Stätten der Kultur errichtet hatte, die Ränke und Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, die glänzenden Siege, die Äon- radin errang, bis er schnödem Verrat zum Opfer fiel, hat eine Dichterin — eng sich an die Geschichte haltend — geschildert. Symbole des geeinten deutschen Volkes. Schwerter und Dolche Ausdruck unserer Verbundenheit mit -er Front. Jagd und Fischerei im November. für seinen Freiheitstarnpf angetreten ift. Wenn wir alle am Samstag und Sonntag die Schwerter und Dolche tragen, dann bringen wir zum Ausdruck, wie stark wir uns mit unseren Kameraden an der Front verbunden fühlen. Durch unser Opfer stärken wir aber auch die Innere Front und damit den Rücken unserer Wehrmacht. Vergesse auch kein Volksgenosse im Gau Hessen-Nassau, zu den Schwertern und Dolchen, die er für. sich erwirbt, noch ein Abzeichen für einen Soldaten an der Front zu kaufen! An der Herstellung der Millionen von Abzeichen für die zweite Reichsstraßensammlung war auch unser Gau in besonderem Maße beteiligt. In Hanau wurden achteinhalb Millionen Schwerter und Dolche geprägt und die Halbedelsteine eingesetzt. Dielen Volksgenossen wurde dadurch lange Zeit Arbeit gegeben. Die Schmucksteinchen stammen wieder aus Jdar-Oberstein, das insgesamt 23 Millionen Steinchen lieferte, von denen neun Millionen echte und daher wertvolle Edelsteine sind. den. Die Schütten für Fasanen und Rebhühner sollen schon regelmäßig zur Gewöhnung des Wildes bespickt werden, denn durch Schneefälle kann unerwartet Notzeit eintreten. In der Fischwaid ist die Sporttätigkeit noch immer sehr vielseitig. Karpfen, Schleien und Brachsen gehen aber nur an schönen und noch warmen Tagen ans Eisen. Rotauge, Barsche und Rotfedern haben sich in wärmere Tiefen zurückgezogen, dagegen gelingt es in diesem Monat, einen oder den andern starken Hecht an den Spinnköder zu be- kommen. Aitel und Nerflinge greifen — wie mir den Fischwaidberichten des „Deutschen Jägers", München, entnehmen — selbst bei stärkster Kälte zum Wurmköder. Mit Spinnködern ist auch noch der Schied zu erbeuten, und in manchem Wasser ist der Zander leichter zu fangen als im Hochsommer. Aus der Stadl Gießen. November. Von allen Monaten des Jahres trägt der November den schwermütiasten Charakter. Zwar sind die Tage noch nicht so kurz und dunkel wie im Dezember, die Kälte noch nicht so empfindlich wie im Januar, aber weder der Dezember, der ganz im Zeichen von Advent und Weihnachten steht, noch der frosttlingende Januar haben eine so trübe Grunostimmung wie der „Nebelmond" mit feinen grau in grau dahinschleichenden Tagen, in denen die letzten freudigen Herbstfarben erlöschen, die schwarzen, kahlen Aeste im Regen schwanken und der Frühling hoffnungslos fern zu fein scheint. In diesem Jahr, in dem uns die Dunkelheit viel spürbarer wird als früher und wir auch sonst manche ungewohnte Einschränkungen hinnehmen müssen, liegt der Gedanke an den beginnenden Winter, der uns im November zu Bewußtsein kommt, besonders lastend auf uns, und wir müssen uns schon auf das Tröstliche und Erfreuliche besinnen, das auch dieser Monat uns zu bieten hat, um uns Nicht von der Schwere überwältigen zu lassen. Die Feiertage des November freilich tragen der ernsten Grundstimmung des ganzen Monats Rechnung. Allerseelen, Bußtag, Totensonntag — alles Tage der Rückschau, des feierlichen Gedenkens und der Selbstbesinnung. Aber grade sie weisen uns darauf hin, was diese Jahreszeit uns zu sagen hat: es ist eine Zeit, in der alles Aeußere ab fällt, in der Die Kraft nicht in äußerer Entfaltung sichtbar wird, sondern nur still im Innern wirkt, so wie der Saft in den Bäumen sich in die inneren Zellen zurückzieht, um hier die Keime für den nächsten Frühling zu bereiten. Das gibt den Blick ins Innere, aber auch ins Jenseitige, auf Tod und Ewig- feit frei, und durch keine Zeit raunen so viele Geisterstimmen wie durch den November. Unsere germanischen Vorfahren glaubten in den wilden, stürmischen Herbstnächten Wodan mit dem Geisterheer durch die Lüfte reiten zu hören, und Erinnerungen an den alten mythischen Glauben haben sich noch bis in manche unserer heutigen Novemberbräuche erhalten. In manchen Gebirgsgegenden z. B. hält das Landvolk hartnäckig an der Vorstellung des Vvrüberziehens der Geister in der Allerseelennacht fest, an chrer Einkehr in den Häusern, und die Bäuerin läßt es sich Nicht nehmen, ein Allerseelenlicht für sie ins Fenster zu stellen, oder in der Nacht im Ofen ein tüchtiges Feuer zu machen, damit die armen Seelen sich wärmen können. Auch in den Gestalten der beiden volkstümlichsten Heiligen des Novembeer, St. Leonhard und St. Martin, wirken gewisse Anklänge an uralte mythische Vorstellungen nach. St. Leonhard, der Schutzpatron des Viehes und der Pferde, genießt vor ollem in Bayern Verehrung, und im „Leonhardi- ritt", der am 6. November alljährlich in Tölz und anderen Gebirgsdörfern gehalten wird, haben wir einen der ältesten und ehrwürdigsten bäuerlichen Festzüge. Ein Gegenstück dazu ist der Martinstag,' der hauptsächlich am Rhein gefeiert wird und in neuerer Zeit m erster Linie ein Fest der Kinder geworden ist, die mit Laternen und Gesang durch die Straßen ziehen. Früher war der Martinstag, der 11. November, also eine Zeit, zu der die landwirtschaftlichen Arbeiten draußen ihren Abschluß gefunden haben und winterliche Ruhe eintritt, ein wichtiger Termin im bäuewichen Leben, Zichtag für das Gesinde und Fälligkeitstermin für Pacht und Zins. Das Einzige, was wir heute noch davon wissen, ist die „Martinsgans", denn da die Pacht' häufig in Form von Geflügel zu zahlen war, so hängt der Brauch, am Martinstag Gänsebraten zu essen, wahrscheinlich damit zusammen. Der Brauch ist schon im frühen Mittelalter urkundlich belegt, uich die Legende, nach der die Gänse den hl. Martin durch ihr Geschnatter verraten haben sollen, als er sich aus Bescheidenheit bei seiner Wahl zum Bischof NSG. Wieder werden am Wochenende in allen Straßen und Gäßchen und auf den Plätzen der Dörfer und Städte des Gaues Hessen-Nassau die roten Opferbüchsen klappern. Und wieder wird sich die Bevölkerung zu einer geschlossenen Opfergemeinschaft zusammenfinden. Diesmal sammeln die Kampfformationen der Partei, die SA., ff, das NSKK. und das NS.-Fliegerkorps am Samstag und Sonntag anläßlich der 2. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk. Diese kampferprobten Männer, deren Einsatz in den Kriegszeiten noch mehr als bisher dem Vaterland gilt, bürgen für den Sieg der Sammelschlacht. Acht verschiedene Nachbildungen von Schwertern und Dolchen aus Funden germanischer Kriegergräber, geschmückt mit einem Halbedelstein aus dem Hunsrück, werden sie zum Kaufe anbieten. In diesen Abzeichen liegt ein besonderes Sinnbild. Waren die Schwerter und Dolche, die das WHW.-Abzeichen des Dritten Kriegsmonats darstellen, früher Abzeichen des freien germanischen Mannes, so sind sie heute Symbole des geeinten deutschen Volkes, das Im November beginnt die Zeit der herbstlichen Waldtreibjagden. Hasen, Kaninchen, Fasanen, aber auch Füchse und die Waldschnepfe zieren die Strecke. Um Mitte des Monats fängt der Fuchsbalg an, „weißlederig", also vollwertig zu werden. Der Damhirsch geht in die Brunft. Im Hochgebirge kommt im letzten Monatsdrittel die Gamsbrunft in Gang und bringt dem Gebirgsjäger die höchsten waidmännifchen Freuden im Jagdjahre. Der Abschuß des weiblichen Schalenwildes soll nach genauestem Anfpvechen nur auf der Pirsch od^r auf dem Ansitz vorgenommen werden. Das Schwarzwild ist im November feist und es lohnt sich darum gerade jetzt der Abschuß. Die hegerifche Tätigkeit soll in diesem Monat schon in den Vordergrund treten. Nach der gerade gegenwärtig so wichtigen Ernte dürfen die Vorsorgen für die Zukunft unserer Wildgattungen nicht außer acht gelassen wer- im Gänsestall versteckte, ist sicher eine spätere Erklärung. Vorchristliche Vorstellungen, die wiederum deutlich auf Wodans Geisterheer Hinweisen, werden wach bei einem Brauch, der noch heute in man- chen Tiroler Dörfern lebendig ist, in dem sogenannten „Martinsgestampfe". Wenn die Almen im Herbst vom Vieh verlassen sind, so zieht nach dem Volksglauben ein großer schwarzer Mann mit seiner schwarzen Herde in die Sennhütten und treibt hier seine gespenstische Almwirtschaft, in her Tiar’ tinsnacht aber zieht er mit ungeheurem Getöse zu Tal. Wehe jedem, der ihm begegnet! Dieser unheimliche Zug nun wird in den Dörfern am Martinstag sinnbildlich aufgeführt, indem Bauernburschen, als zottige Riefen und andere Masken vermummt, das Vieh lärmend durch das Dorf sagen. Schließlich muß noch des letzten Novembertages gedacht werden, des Andreastages. Die Andreas- nacht, die zur Adventszeit hinüberleitet, ist eine richtige Orakel- und Zaube-rnacht. Was man in. dieser Nacht träumt, soll in Erfüllung gehen, die Mädchen blicken um Mitternacht zwischen zwei Lichtern angstvoll und hoffend in den Spiegel, in denen ihnen das Bild ihres zukünftigen Eheliebsten erscheinen soll, sie werfen ihre Pantoffeln hinter sich, deren Fall ihnen anzeigt, ob sie im kommenden Jahr heiraten werden oder nach warten müssen. Aber auch, ob jemand und wer in diesem Jahr im Haufe sterben werde, Krankheit und UnMcks- sälls sollen Träume und Orakel in dieser Nacht verkünden. Als der letzten Nacht des Kirchenjahres haftet der Andreasnacht etwas vom Zauber der Silvesternacht an. C. K. Vornotizen Tageskalender für Mittwoch: Stadtheater: 19.30 bis 22 Uhr: „La Traviata". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Leinen aus Irland." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fasching". Stadttheater Gießen. Heute abend wird die Neueinstudierung von „La Traviata", Oper von Verdi, wiederholt. Die musikalische Leitung hat Heinz Markwardt, die Spielleitung Bernhard Schmitz. Das Bühnenbild stammt von Karl Löffler. Die Chöre sind geleitet von Richard Boeck, die Tänze von Thea Maaß. 5. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Ehrung verdienter Beamter. Der Führer hat dem Justizsekretär Heinrich Metzger in L a u b a ch für 40jährige treue Dienste das Treudienstehrenzeichen in Gold verliehen. Das silberne Treudienstehrenzeichen für über 25jährige Dienste erhielten der Justizwachtmeister Karl D e - prö in Gießen und der Oberwachtmeister Ernst W o r r e t in Butzbach. Die Ehrenzeichen wurden den Beamten im Auftrage des Oberlandesgerichtspräsidenten und des Generalstaatsanwalts durch die zuständigen Behördenleiter in feierlicher Form überreicht. Ermähigung der Höchstpreise für die Abgabe von zerwirktem Wild. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — (Stelle für die Preisbildung) hat eine mit sofortiger Wirkung in Kraft tretende Verordnung erlassen, wonach sich bei der Abgabe von Wild und Wildgeflügel in zerwirktem Zustande unmittelbar an den Verbraucher durch den Jäger, Jagdberechtiqte und Forstbehörden die durch die Bekanntmachung vom 21. Dezember 1937 festgesetzten Verbrauche ^Höchstpreise (Kleinhanüelshöchst- preife) um 15 v. H. ermäßigen. Bruchteile von Pfennigen, die sich bei dem Abschlag ergeben, dürfen von V- Rpf. ab nach oben auf volle Pfennige aufgerundet werden. Wer diese Preise überschreitet, wird bestraft. Aenderung in der Feldpostanschrift. Angabe der Postsammelstelle fällt fort. Mit dem 1. November 1939 fällt in der Feld« Postanschrift die Angabe einer PostsammelsteHe grundsätzlich fort. Die Anschrift enthält demnach nur noch Dienstgrad, Dor- und Zuname und Feldpostnummer. Beispiel: „An den Soldaten (Gefreiten, Leutnant usw.) Fritz Schmidt, Feldpostnummer 13 875" (diese Nummer ist nur ein Beispiel). Die bisherigen Feldpostnummern bleiben weiterhin bestehen, soweit nicht durch den betreffenden Soldaten die Aenderung seiner Feldpostnummer mitgeteilt wird. Einzahlungen auf Postsparbücher durchFeldzahlkarten. Soldaten im Felde können jetzt mit Feldzahl- karte auch Einzahlungen auf Postsparbücher machen. Feldzahlkarten werden von den Feldpostämtern unentgeltlich abgegeben. Es können sowohl Einzahlungen auf das eigene Postsparbuch, als auch auf Postsparbücher von Angehörigen geleistet werden. Wie die Feldzahlkarte auszufüllen ist, ist auf der Rückseite angegeben. Nach der Gutschrift des eingezahtten Betrages auf dem Postsparkonto übersendet das PostsparkaffenanU in Wien dem Inhaber des Postsparbuches eine Gutschriftan- Weisung. Der Betrag der Gutschriftanweisung wird von jedem Postamt, in Ausnahmefällen auch vom Feldpostamt in dem Postsparbuch eingetragen. Um die Eintragungen im Postsparbuch zu beschleunigen, empfiehlt es sich, als Empfänger der Gutschriftanweisung möglichst einen Angehörigen in der Heimat anzugeben, der das Postsparbuch, auf das die Einzahlung geleistet worden ist, im Besitz hat. Willst Du zur Polizei? Auf Befehl des Führers stellt die Schutzpolizei infolge der ihr in Polen neu gestellten Aufgabeneinmalig eine größere Anzahl von ungedienten Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1909 bis 1912 und eine beschränkte Anzahl aus den Geburtsjahrgängen 1918 vis 1920 ein. Die Dienstzeit bei der Schutzpolizei wird nach Maßgabe besonderer Bestimmungen auf die Wehrdienstzeit angerechnet. Bedingungen für die Einstellung: Volle ff» und Polizeitauglichkeit, Mindestgröße 170 cm (in Ausnahmefällen 168 cm), einwandfreie Lebensführung. Auf das Lebensalter wird bei der Besoldung Rücksicht genommen. Merkblätter, die alles weitere enthalten, sind bei der nächsten Dienststelle der Schutzpolizei ober der Gendarmerie, sowie bei jeder ff» Dienststelle erhältlich, wo auch jede Auskunft erteilt wird. Die Einstellungsgesuche können unter mal der (Nachdruck verboten.) 30. Fortsetzung. WMmgec AeLenmquelle Bei Nieren-, Blasen- und Stoffwechselkrankheiten Frequenz 1938: 26800 Haupt-Niederlage In Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6 Tel.3888. Schriften kostenlos 1716V mir das da droben nicht peinlich war", beginnt Friedrich schüchtern. Nikotine, aus ihrem Sichversinnen aufgescheucht, erwidert: SleMMöerMöe Roman Don Walther klvepfer WglMl 6y Carl Duntfcr Verlag / Berlin w 62 „Sie dürfen das nicht so schwer nehmen, Frau- lein Ferber. Sie tun ja gerade, als würde es Sie betreffen. Darf ich Ihnen einen Platz in meinem Wägelchen anbieten? Das Postauto geht erst am Abend zurück. Ich habe zwar nur einen Gaul, aber das ist immer noch besser als zu Fuß gehen. Kommen Sie, Sie zittern ja wie ein Lämmer- schwänzchen." Er nimmt seiner Liesel die Decke ab und faltet sie ordentlich zusammen. Er hilft Nikoline beim Aufsteigen und sagt hüh. Dann vergeht eine halbe Stunde wortlos, und jedes ist in sich gesperrt. iWenn Friedrich mit der Peitsche schnalzt, verfallt ! der alte Gaul in ein bißchen Trab. Das Knallen Friedrich stellen. Zu warten hat keinen Zweck. Wie die Dinge fliegen, kann ich es nicht verantworten, Herrn Friedlich noch länger hinzuhalten. Ich bin gezwungen, die Versteigerung am — heute ist der fünfzehnte —, sagen wir am 20. Juni ausschreiben zu lassen. Diesen Entscheid erhalten die Parteien noch schriftlich zugestellt. Guten Tag, meine Herrschaften." Pas ist das Ende, denkt Nikoline bestürzt. Das bedeutet für Severin den Zusammenbruch, die Vernichtung, das Ende ganz einfach! Diese Ausschreibung ist genau so viel wie die Versteigerung selber. Kredittötung, Schande, Abwürgen der nackten Existenz! Jede Möglichkeit, das Krankenhaus zu einem annehmbaren Preis loszuschlagen, hört damit auf. Das Vermögen Severins fliegt in alle Winde, und was wird mit den Kindern fein? Gerade an die Kinder muh sie sehr stark denken in dieser gottverlassenen Minute. Sie macht eine hilflose Bewegung mit der linken Hand, die an das Aufstiegen eines lahmgeschossenen Vogels gemahnt, um ihren Mund ist ein törichter, nicht verstehender Zug eingegraben, und sie stammelt mit einer ihr fremden, zittrigen Stimme: „Aber, das kann doch nicht sein, das geht doch nicht, Herr Notar..." Eberlein vollführt eine entschuldigende Geste. Sapperlot, haben der seine Worte zugesetzt, wie wenn es um ihr eigenes Geld ginge. „Ich kann nicht anders, Fräulein Ferber; kein Notar an meiner Stelle könnte anders, das müssen Sie einsehen. Guten Tag!" Er geht mtt raschen Schritten zum Aktenschrank, damit er dieses verstörte Gesicht nicht mehr anblicken muß. Nikoline steht mit Friedrich plötzlich auf der Straße. „Drei Inserate! Und alle erfolglos? Dann ist ja wohl nicht anzunehmen, daß das vierte bessere Chancen hat", sagt Notar Eberlein. „Hat Ihr Chef noch anderweitige Einnahmequellen?" „Sie meinen außer der Praxis? Nein, Herr Notar. Ich bin nur davon unterrichtet, daß er jetzt eine gut elmgeführte Münchener Praxis übernehmen könnte, wenn ihm das nötige Kapital zur Verfügung stünde." „Es steht aflfo, präzise ausgedrückt, mit ihm zur Zeit so, daß er die dreitausend Mark nicht beschaffen kann?" Nikoline schweigt. Sie hat tagelang auf Severins Anruf gewatet; denn er wollte sie ja verftän- diaen, sobald er das Geld aufgetrieben hat. Sie hat sich Nicht aus dem Haus getraut, um diesen so wichtigen Anruf nicht zu versäumen; aber immer klingelten andere Leute. „Nun?" „Ich glaube nicht, daß er das Geld momentan zur Stelle schaffen kann, Herr Notar", sagt sie zögernd. „Wie stellen Sie sich zu Ratenzahlungen, Herr Friedrich?" fragt Eberlein und trommelt mit dem Blei stiftende auf den Schreibtisch. „Ratenzahlungen? Der? Das halte ich für aussichtslos, Herr Notar; der Mann hat mir die ganze Zeit über auch nicht eine einzige Abschlagszahlung geleistet. Er redet sich auf fäuniigtf Patienten hinaus; ich möchte bloß wissen, was mi( seinen Kasseneinnahmen ist." „Das kann ich Ihnen schon sagen, Herr Friedrich. Die gehen für die laufenden Ausgaben drauf", erklärte Nikotine, die ihre Position immer schwächer „Weil er ein anständiger Mensch ist! Anständige Kerle sind so selten im Leben, Herr Friedrich. Und weil es mir wehe tut, wenn ich mitansehen muß, wie er immer tiefer und tiefer hineingetunkt wird, anstatt daß man ihm Gelegenheit gibt, sich wieder hochzurappeln. Es geht vorwärts im Land, das kann niemand leugnen. Auch mit Efchelbrunn wird es aufwärts gehen, wenn wir an der Reihe sind. Geduld haben ist alles, Herr Friedrich." „Ich meine, ich höre den Konsul reden. Es soll mich freuen, wenn Sie recht haben, Fräulein Ferber. Anzeichen sind bei uns allerdings noch wenig da. Von der Wasserleitung schwätzen sie schon seit Jähren; aber es geschieht nichts. Und mit dem Moor ist das auch so eine Sache. Es werden Eingaben gemacht, aber es rührt sich nichts. Wann kommen wir dran? Warum kriegen immer die anderen Geld?" Eine Viertelstunde später, als man schon die ersten Häuser von Efchelbrunn sieht, sagt Friedrich zögernd: „Sie haben wohl eine sehr schlechte Meinung von mir, Fräulein Ferber?" ,Zch? Meso? Gar nicht. Nur Ihr Standpunkt gegenüber Severin paßt mir nicht. Im übriaen halte ich Sie für einen ehrenhaften und ordentlichen Menschen." Er faßt sich ein Herz und plaudert weiter: „Mit Ihnen geht es wir ganz merkwürdig. Ich bringe Sie einfach nicht aus dem Kopf, Fräulein Nikoline. Damals, Sie wissen schon, habe ich eine Wut auf Sie gehabt, das stimmt. Aber die ist längst verflogen, und nun denke ich wieder gern an Sie. Manchmal träume ich sogar von Ihnen." „Das ist ja viel Ehre", lächelt Nikoline. „Wollen Sie nicht doch meine Frau werden? Ich komme nicht los von Ihnen, das ist ganz arg mit mir. Jeden Wunsch würde ich Ihnen erfüllen." „Jeden Wunsch? Ist das nicht ein wenig übertrieben?" ,Zch kann mit den Worten nicht so umgehen. Aber was ich sage, daraus können Sie sich verlassen, Fräulein Nikotine. Ich weiß, daß an mir nicht viel dran ist, aber ich bin in Sie halt nun einmal verschossen ..." „Wir reden schönen Unsinn zusammen, wir zwei. Dielen Dank für die Fahrt, Herr Friedrich, ich bin jetzt da. Kann ich gleich hier aussteigen, ich möchte noch zu Schlosser Pütz. Unsere Dachrinne ist schon wieder undicht. Es war sehr nett von Ihnen, .mich mttzunehmen", verabschiedet sich Nikotine hastig. (Fortsetzung folgt.) „Was Sie Leichtsinn nennen, Herr Friedrich, ist Gutherzigkeit. Er kann fremdes Leid nicht lchen. Er hat fünfhundert Mark für Sie hergerichtet gehabt, dann ist der Höfling zu ihm gekommen, dem die zwei Kühe umgestanden sind — man darf zu keinem Menschen gut sein, Herr Friedrich. Man muß es wie Sie machen, nur bann kommt man vorwärts im Leben", sagt sie bitter. „Das soll heißen, ich bin hart. Jetzt hm Sie mir unrecht, Fräulein Ferber." „Sie haben sich mit dieser Versteigerung selbst hineingeritten, Sie werden sehen. Dieser Steinkasten rentiert sich doch höchstens als Krankenbausbetrieb! Wer soll denn steigern? Die Eschelbrunner nicht, das fang ich Ihnen schon jetzt sagen." „Wieder ein Arzt, sehr einfach. „So, ein Arzt? Da sind Sie aber gewaltig auf dem Holzweg. Für die Praxis mag die Gemeinde wieder einen finden, das gebe ich zu; aber wer sagt Ihnen, daß dieser Arzt auch operiert wie Se- oerin und so viel Geld für ein Spital anlegen kann? Ich habe meine Erfahrungen bereits gesammelt, lieber Herr Friedrich. Ich sehe es kommen. Sie werden am Schluß dasitzen mit Ihrem Krankenhaus und können ein Hopfenmagazin daraus machen. Ob sich Ihr Kapital damit verzinst, über- lasse ich Ihrer Beurteilung", sagt Nikotine zornig. „Abwarten", erwidert er gleichgültig, aber zu innerft nagen Bedenken an ihm. Was die Ferber da vorbringt, hat Hand und Fuß. Teufel nochmal, das ist eine Helle. Wie ein Advokat ist sie. Die kann einem richtig Angst machen. „Doktor Severin ist ein Idealist. Er hat euch das Spital hingeftellt, weil es sein muhte, und hat sein ganzes Geld hineingehängt. Ob aber sein Nachfolger gesonnen ist, sich diese Last aufHupacken, wollen wir abwarten, wie Sie ganz richtig bemerft haben." „Warum legen Sie sich für diesen Herrn eigentlich so sehr ins Zeug?" _______________________ werden fühlt. Das Rededuell zwischen den beiden Parteien pen- delt noch eine Zeitlang hin und her, und Notar Eberlein zeichnet inzwischen ein Blumenbukett auf i xvenn yrieuna) nm u«i ycuiw den vor ihm liegenden Bogen Kanzleipapier. Dann.der alte Gaul in ein bißchen Trab. Das Knallen macht er einen abschließenden Strich und steht auf. | und das Hufgeklapper sind die einzigen Geräusche Es ist jetzt genug geredet, meine Herrschaften, auf der Landstraße, nachdem sie die Stadt un unb ich bin vollkommen im Bilde. Fräulein Ferber, Rücken haben. ich muß mich leider auf den Standpunkt des Herrn | „Sie dürfen nicht glauben, Fraulem Ferber, daß „Hätte nicht sein müssen. Sie hätten bloß ein wenig zu warten brauchen..." „Ich bin Geschäftsmann, Fräulein Ferber. Ich muß auf meine Zinsen sehen. Ich kann nun diese verdammte Schlamperei nicht leiden, mit sich gewisse Leute das Leben leicht machen. Ich will ?chrem Doktor nichts wegtun, aber ein leichtsinniges Huhn ist er. Sagen Sie selbst!" Beifügung eines selbstverfaßten Lebenslaufes und zweier Paßbilder bei jeder Polizei- und ^-Dienststelle abgegeben werden. Konzert im lies.-Lazarett I (Gtanftorttazorett) Gießen. Eine angenehme Abwechselung in das Lazarettleben brachte am Sonntagmittag der Gesangverein „Eintracht" Watzenborn-Steinberg für die verwundeten und kranken Soldaten. Unter der Stabführung von Ehrenchormeister G. Harnisch trug der Chor eine Anzahl Lieder so wundervoll und klangrein vor, daß die Zuhörer in dem dichtbesetzten Saal sich durch ihren lebhaften Beifall immer wieder Zugaben erzwangen. Durch die Lavtsprecher- anlagen war es auch den bettlägerigen Patienren möglich, den ausgezeichneten Gesangsvorträgen zu folgen. Zum Schluffe dankte in Vertretung des Chefarztes Oberfeldwebel W a ck w i tz dem Dirigenten und den Sängern mit dem Wunsche, noch oft solche schönen Konzerte zu geben. * ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 15. bis 31. Oktober: 15.10. Hans Amling, Arzt, 26 Jahre, Frankfurter Straße 83; 17. 10. Friedrich Freitag, Ingenieur, 64 Jahre, Wetzlarer Weg 43; 20.10. Otto Schmidt, Reichsbahnsekretär a. D., 65 Jahre, Welckerstr. 10; 20.10. Wilhelm Schuchardt, Hilfsarbeiter, 54 Jahre, Sonnenstraße 11; 20.10. Elisabeth Schwarz, geb. Hengst, o. B., 61 Jahre, Döringstraße 3; 20.10. Wolfgang Schmidt, 1 Monat und 23 Tage, Hinter der Westanlage 11; 21.10. Georg Klein, 3 Monate, An der Kläranlage 92; 21.10. Anna Röhrig, geb. Görlach, o. B., 84 Jahre, Marburger Straße 100; 22.10. Katharine Müller, geb. Leyerer, 68 Jahre, Mittelweg 14; 24.10. Marie Behm, geb. Guntrum, o. B., 60 Jahre, Friedhofs-Alle 43; 25.10. Ottilie Kraus, o. B., 43 Jahre, Stephanstraße 49; 26.10. Johann Brühl, Reichsbahn-Oberinspektor, 55 Jahre, Liebigstraße 71; 27.10. Karoline Nagel, geb. Rössel, o. B.,'78 Jahre, Mittelweg 4; 29.10. Philipp Knoch, o. B., 72 Jahre, Sonnenstraße 29; 30.10. Eduard Herth, Oberpostsekretär a. D., 73 Jahre, Marburger Straße 108; 30.10. Edith Bernhardt, Verkäuferin, 18 Jahre, Schottstraße 27; 31.10. Elise Meckel, geb. Eißfeller, o. B., 75 Jahre, Großer Steinweg 5. Strafkammer Gießen. Der A. F. in Friedberg war beschuldigt, in den Jahren 1935 bis 1939 in Friedberg mit Knaben unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenom- men zu haben. Der Angeklagte bestritt die ihm zur Last gelegten Handlungen, er wurde aber überführt. Nach dem Gutachten des Sachverständigen leidet der Angeklagte an angeborenem Schwachsinn und ist ’ zurechnungsunfähig im Sinne des § 51 StrGB. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer Heil- oder Pflegeanstalt angeordnet. F. K. in W. hatte sich wegen Untreue und Betrug zu verantworten. Er hat in den Jahren 1936 bis 1939 als Vormund eines Kriegsinoaliden von dessen Konto Beträge von insgesamt annähernd 600,— RM. abgehoben und für sich verwandt. Weiterhin wurde er beschuldigt, er habe sich ein Darlehen von 600,— RM. unter dem Versprechen baldiger Rückgabe geben lassen, obgleich er mittellos und nicht in der Lage gewesen wäre, das Darlehen am vereinbarten Tage zurückzuzahlen. Der Angeklagte war hinsichtlich der veruntreuten Mündelgelder geständig, bestritt aber, sich eines weiteren Betrugs schuldig gemacht zu haben. Der Anklagevertreter beantragte wegen Unterschlagung'und Untreue eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten und eine Geldstrafe von 100,— RM., ferner dem Angeklagten die Untersuchungshaft anzurechnen. Wegen des dem Angeklagten zur Last gelegten Betrugs stellte der Anklagevertreter die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Der Angeklagte wurde der Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung schuldig erkannt und unter Freisprechung im übrigen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten, abzüglich eines Monats Untersuchungshaft, sowie zu einer Geldstrafe von 100,— RM. verurteilt. Strafmildernd wurde das Geständnis, sowie der Umstand, daß ein Schaden nicht entstanden ist, berücksichtigt. Sitzung der Ratsherren in Grünberg. 4- Grünberg, 31. Okt. Bürgermeister König wies zu Beginn der Ratsherrensitzung darauf hin, daß dies feit seiner Amtseinführung die erste öffentliche Sitzung sei, die er abhalte. Zunächst fand die Auslosung von 5 Stück Auslosungsrechten oer Anlecheablösungsschuld der Stadt Grllnberg für 1. Oktober 1939 statt. Ausgelost wurden 3 Stück Buchstabe A zu je 25 RM. (die Nummern 2, 69, 71) und 2 Stück Buchstabe B zu je 12,50 RM. (die Nummern 2 und 24). Für die Besetzung der durch die Ruhestandsversetzung des Lehrers Wenzel freigewordene Lehrerstelle hat das Kreisschulamt eine Bewerberliste mit 6 Meldungen übersandt und um Stellungnahme gebeten. Die Besprechung ergab, daß man ohne Kenntnis der Personalakten keine Wahl treffen könne. Bürgermeister König will daher um deren Zusendung nachsuchen, um nach Durchsicht Wünsche äußern zu können. Bürgermeister König machte dann Ausführungen über demnächst zu entscheidende Fragen baulicher Natur. Zunächst handelt es sich um die Weiterführung der Bismarckstraße bis zur Adolf-Hitler- Straße. Diese würde nur 2 bis 3 Bauplätze schaffen, dafür aber die Stadt mit etwa 8000 RM. Straßenbau kosten belasten, was zur Zeit kaum tragbar sei. Man werde daher die Straße zwar vorsehen, aber ihre Ausführung auf spätere Zeit verschieben müssen. Das Hochbauamt wird demnächst einen Plan über ihren Verlauf vorlegen, ebenso auch über ihre Weiterführung, die über die Adolf- Hitler-Straße hinaus in einem Bogen bis auf die Hauptstraße (Neu-Chaussee) führen soll, Ferner gilt es, die Baufluchtlinie in der Bahnhofstraße an der linken Seite (vom Bahnhof aus gesehen) festzulegen. Zum Schüsse wies Bürgermeister König noch aus die das Büropersonal stark in Anspruch nehmende Arbeit mit den Bezugscheinen hin. Er dankte hier den freiwilligen Helfern und bat zugleich aufklärend bei der Bevölkerung zu wirken. plejaden und Hyaden steigen auf. Oer gestirnte Himmel im November. 23on Or. Erwin Koffinna. An den immer länger dauernden Abenden des letzten Herbstmonats hat der Sternfreund Gelegenheit, den Uebergang vom Sommer- zum Winter- Himmel zu verfolgen. Bei Beginn der schon bald nach 17 Uhr einsetzenden Dunkelheit steht das von den Hellen Sternen Deneb, Wega und Atair gebildete Sommerdreieck noch nahe dem Zenit. Im Westen finden wir den Herkules, die Nördliche Krone und schon dicht am Horizont den gelben Rie- scnstern Arkturus, während der Osthimmel gleichzeitig von den Herbststernbildern Wassermann, Fische, Pegasus, Andromeda und Widder eingenommen wird. Im Verlaufe von fünf Stunden verschwinden die Sommersternbilder, während im Osten die für den Winter charakteristischen Gruppen aufsteigen, allen voran der Stier mit den beiden Sternhaufen der Plejaden und Hyaden. Als ein lockerer Schwarm von weißen Lichtpunkten umgeben die Hyaden scheinbar den rötlich gefärbten Aldebaran, den Hauptstern im Stier, der aber von uns kaum halb so weit entfernt ist und physisch nicht zu der Gruppe gehört. Bis zum Aldebaran sind es 55, bis zu den Hyaden jedoch 130 Lichtjahre zu je 9% Billionen Kilometer. Alle Mitglieder dieser Sterngesellschaft wandern parallel durch den Raum, sie bilden einen sogenannten Sternstrom, der sich von der Erde mit einer Geschwindigkeit von 45 Kilometer in der Sekunde entfernt. Viel gedrängter als' die Hyaden erscheinen uns die Plejaden, auch Henne mit Küchlein oder Siebengestirn genannt. Ein normales Auge erkennt jedoch nur sechs Sterne, ein besonders scharfes ater neun ober zehn. Im Feldstecher gewähren sowohl die Hyaden wie die Plejaden einen wunderbaren Anblick. Wir erkennen 30 bis 40 Sterne, sämtlich Lichtriesen im Vergleich zu unserer Sonne. Auch die Plejaden bilden einen Sternstrom, der aber wenigstens viermal so weit entfernt ist wie die Hyaden und rund 200 Sterne umfaßt. Infolge dieser größeren Entfernung bilden die Plejaden einen scheinbar viel geschlosseneren Sternhaufen als die Hyaden. Die sechs mit bloßem Auge sichtbaren Sonnen der Plejaden sind wahre Giganten von höchster Leuchtkraft und 200- bis 600mal so hell wie unsere Sonne. Gegen 22 Uhr sind im Osten auch die Zwillinge Kastor und Pollux, sowie das prächtige Bild des Orion über dem Horizont erschienen, in dem links oben die rote Beteigeuze, rechts unten der blau- weiße Rigel als Sterne erster Größe funkeln. Von den Zwillingen steigt steil die Milchstraße empor durch die Sternbilder des Fuhrmann mit ter hellen Capella und Perseus zur W=formt gen Kassiopeia im Zenit und senkt sich über Kepheus und Schwan zum Adler im Westen. An ihrem Südrande bemerken wir die Andromeda mit dem großen Spiralnebel, rechts anschließend die aus einem Quadrat, dem „Großen Tisch", und einem Sechseck zusammengesetzte Figur des Pegasus. Den südlichen Teil des Himmels erfüllen die vorwiegend aus schwächeren Sternen bestehende Bilder Eridanus, Walfisch, Fische und Wassermann. Der helle Fixstern Fomalhaut im Südlichen Fisch ist am besten um 20 Uhr zu beobachten. Am Nordhimmel befindet sich der große Wagen in feinen tiefsten Stellung, in der er besonders groß erscheint, lieber ihm sehen wir die gewundene Sternreihe des Drachen und den kleinen Wagen mit dem Polarstern. Von den Planeten strahlt Jupiter als weitaus hellster Stern hoch am Südhimmel; er geht Anfang November um 3, Ende des Monats um 1 Uhr unter. Links von Jupiter steht Saturn im Sternbild der Fische, während ter rötliche Mars sich rechtläufig im Wassermann nahe dem südwestlichen Horizont bewegt. Für kurze Zeit erscheint Venus nach Sonnenuntergang tief im Südwesten. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: letztes Viertel am 4., Neumond am 11., erstes Viertel am 19. und Vollmond am 26. November. O.A.-'Sport Bannmeisterschast im Fußball 1939/40. Die Rundenspiele um die Bannmeisterschaft 1939/40 im Fußball werden durchgeführt. Die Spiele beginnen Ende November. Gespielt wird in zwei Hauptgruppen: Gruppe I Kreis Gießen, Gruppe II Kreis Friedberg. Die näheren Einzelheiten werden noch rechtzeitig bekanntgegeben. Der K.-Leiter der Hauptstelle II. a. B. Fiedler. Keine Leichtarhletik-Dereinsmeister 1939. Nach einer Entscheidung des Fachamtes Leichtathletik wird es in diesem Jahre keine Deutschen Leichtathletik-Vereinsmeister geben, da die vorgesehenen Endkämpfe nicht stattfinden konnten. Von einer Bestimmung der Meister am „grünen Tisch" wurde aus sportlichen Gründen abgesehen. In der Rangliste hatte bei den Männern St. Georg Hamburg mit 30 979,80 Punkten die Führung vor München 1860, ASV. Köln, Berliner SC. und DSC. Berlin, während bei den Frauen der SC. Charlotten bürg mit 550,75 Punkten vor dem Dresdner SC. und dem MTV. 79 München an der Spitze stand. Dos Winterprogramm der hessischen Schiläufer. Die Schiläufer des NSRL.-Gaues Hessen haben bereits ihren Winter-Arbeitsplan zusammengestellt. Man ist gewillt, das volle Wettkampfprogramm mit ganz geringfügigen Einschränkungen und bei Verteilung auf mehrere Sonntage durchzuführen. Den Auftakt bilden die Meisterschaften *n den Kreisen. Zum 14. Januar sind die Gaumeisterschaften im Lang- und Sprunglauf in Gersfeld (Rhön) oder auf dem Meißner angesetzt, am 21. Januar folgt die 40-Kilometer-Staffelmeisterschaft in Willingen (Up- land), der 28. Januar bringt den 30-Kilometer- Dauerlauf am gleichen Ort, und zum 4. Februar sind die G aumeisterschaften im Ab fahrts- und Torlauf nach Gersfeld vorgesehen. — Zu diesen amtlichen Veranstaltungen tritt noch eine Reihe von kreis- und gauoffenen bzw. Wettkämpfe mit Vereinen der angrenzenden Gaue. Ein besonderes Augenmerk wird das Fachamt dem Lehrgangsbetrieb in den verschiedenen Wintersportplätzen schenken, für den genügend geprüfte Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Zugendfußball der Sp.-Bg. 1900. Die 1. Jugend der Spieloereinigung hatte sich in Ober-Widdersheim zu Gast geladen. Die Blau- Weißen bestürmten sofort das gegnerische Tor, ohne aber zunächst zu Erfolgen zu kommen. Gefährliche Angriffe der Gastgeber wurden von der Hintermannschaft abgeroiefen." Erst nad) 15 Minuten Spielzeit fiel das Führungstor. Bis zur Pause waren die 1900er noch dreimal erfolgreich. Nach dem Wechsel gelang es den Gastgebern unter energischen Vorstößen, das Ehrentor zu schießen. Dann ergriffen wieder die Blau-Weißen die Initiative und kamen noch dreimal zu Torerfolgen. Die Mannschaft gewann verdient. Das Vorspiel hatte damals mit 5:3 für Ober-Widdersheim geendet. Die 2. Jugend mußte ersatzgeschwächt gegen die 2. Jugend des Lokalgegners antreten. Die Grün- Weißen bestimmten während der erste», Spielhälfte den Kampf und sicherten sich bereits eine 3:0-Führung. Nach der Pause spielten die Blau-Weißen zusehends besser, errangen auch den Ehrentreffer, weitere Erfolge blieben ihnen aber versagt. Das Spiel endete mit 6:1 Toren für VfB.-R. Die deutsche Tenuis-Nangliste. Die amtliche deutsche Tennis-Rangliste, herausgegeben vom Reichsfachamt Tennis, sieht bei den Männern Heinrich Henkel und Roderich Menzel gemeinsam an der Spitze, während bei den Frauen die deutsche Meisterin Anneliese U l l st e i n (Leipzig) an die erste Stelle gesetzt wurde. Im einzelnen hat die Rangliste folgendes Aussehen: . Männer : 1—2. Heinrich Henkel (Berlin) und Roderich Menzel (Berlin); 3. Rolf ©opfert (Berlin): 4. Hans Redl (Hanau a. M.); 5. Engelbert Koch (Münster); 6. Helmut Gulcz (Köln); 7. Georg von Metaxa (Wien); 8. Werner Beuthner (Berlin). Frauen: 1. Anneliese Ullstein (Leipzig); 2. Mimi Müller-Hein (Karlsbad); 3. M. Käppel (Ser- (in); 4. Tilde Dietz-Hamel (Hamburg); 5. Inge Schumann (Berlin). Kurze (Sportnotizen. Schi-Weltmeister Bradl ist wieder für längere Zeit außer Gefecht gesetzt. Beim Aufstteg zum Schitraining am Hochkönig stürzte er schwer und zog sich einen Unterschenkelbruch zu. * Hellas Magdeburg stellte in der 4X200« Meter-Bruststaffel mit einer Zeit von 11:17,3 Minuten einen neuen deutschen Schwimmrekord auf. Die alte Bestleistung hielten die Magdeburger mit 11:28,4 Minuten. Wirtschaft. Gießener (Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt — Schlachtoiehverteilungsmarkt — in der Diehver» steigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 3 Bullen, 29 Kühe, 25 Färsen, 57 Kälber, 154 Schweine und 35 Schafe ausgetrieben. Preise: Ochsen 36 bis 45 Rpf., Bullen 41 bis 42, Kühe 26 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber 40 bis 63, Schafe 25 bis 48 Rpf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse's) (150 Kilogramm und mehr) 1,10 RM. bl) (135 bis 149,3 Kilogramm) 1,10 RM. b2) (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,10 RM. c) (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,08 RM. d) (unter 100 Kilogramm) 1,02 RM. e bis f) (unter 80 Kilogramm) 0,98 RM. gl) (fette Specksauen) 1,10 RM. i) (Altschneider) 1,10 RM. g2) (andere Sauen) l,iO RM. und h) (Eber) 1,06 RM. Marktverlauf: Alles ausuertauft. Rhein-Mainijche Börse. Tendenz: ruhig. Frankfurt a. M., 31. Okt. Die Börse empfing aus Publikums krei sen kei nerle i Belebung, es herrschte weiterhin etwas Zurückhaltung, doch war die Grundstimmung nach wie vor freundlich. Die zunächst in nur kleinem Umfange notierten Aktien- kurse lagen zwar wiederum uneinheitlich, im großen und ganzen wiesen sie aber nur wenig Abweichung auf. Etwas fester lagen u. a. AG. für Verkehr mit 103,75 (102,40), DDM. mit 145 (144), AEG. mit 114,50 (114), Metallgesellschaft mit 110,50 (110) und Verein. Stahl mit 91,25 (91,13), wobei in allen Werten nur Mindestbeträge gehantelt wurden. JG>Farben zunächst ohne Notiz und oa. 158 (158,50), Mannesmann 0>25 v. H. ermäßigt auf 100,75. Unverändert blieben u. a. Gesfürel mit 131,50, Hvesch mit 107, Scheiteanstalt mit 205, Westdeutsche Kaufhof mit 75,25 und Adlerwerke mit 87,50. Auch das Rentengeschäft bewegte sich in engen Grenzen. Das Interesse richtet sich maßgeblich auf die Zeichnung der Reichsbahn-Anleihe, die Nachfrage sei außerordentlich gut, so daß mit einem vollen Erfolg gerechnet wird. Steuergutscheine I gingen nach vorbörslich etwas höheren Kursen wieder auf den Stand von gestern zurück. Don Aus- losungswerten Reichsaltbefitz 134,75 (134,65), Dekofama I 139,75 (140), do. II 158,50 (158,25). Pfandbriefe lagen stiller, auch die übrigen Rentengebiete waren wenig verändert. Von Industrie-Anleihen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 87 (86). Liqui- Pfandbriefe waren überwiegend 0,13 bis 0,40 v. H. höher, während Stadtanleihen behauptet blieben, 4,50 v. H. Wiesbaden jedoch 94 (94,50). Reichsbahn- DA. 0,40 v. H. rückläufig auf 123,65. Auch späterhin war das Geschäft sehr klein und die Kursentwicklung zufällig und daher uneinheitlich. Rheinstahl gaben nach 127,90 wieder auf den Vortagsstand von 126,50 nach, dagegen Daimler weiter erhöht auf 111,75 nach 111,40 (110,75). IG.« Farben kamen schließlich mit 158,13 (158,50) zur Notiz, im übrigen wichen die später festgestellten Kurse bis 1 v. H. ab. । Unnotierte Werte still und behauptet. Tagesgeld 2,50 (2) v. H. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Oktober. Auftrieb: Kol« ber 537 (gegen 441 am 25. 10.), Hümmel und Schafe 291 (214), Schweine 1994 (1104). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 32 bis 40 (33 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2)44 bis 47 (44 bis 48), c) 30 bis 42 (30 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 37 bis 39 (36 bis 38), d) 20 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56(56), c) 55 (55), d) 52(52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber, Schafe und Schweine zu gete ilt. 100 Millionen Mark werden nusgefpiclt! UnD Sie haben noch hem los ? v' UM Jetzt wird es höchste Zeit, daß Sie zur nächsten Staatlichen Eotterie-Einnohme gehen und sich 3hr tos sowie den ausführlichen amtlichen Gewinnplan besorgen. 480 000 Gewinne und 3 Prämien im Gesamtbeträge von HTTl 102 899 760.— werden wieder in 5 Massen ausgespielt. plle Gewinne sind einhommen- steuersrei. 3m günstigsten Zolle s§ 2, III der amtlichen Spieldedingungen) können Sie 3 Millionen Neichsmark gewinnen. Die Ziehung der ersten Riefle beginnt am 7.71oo.1939. kinflchtellos kostet nur N7N 3.—, ein Diedellos nur HTTl 6.— je Moste. Sichern Sie sich ein solches Eos und bedenken Sie: Nur rechtzeitig vor Ziehung bezahlte tose begründen Gewinnanspruch. 2Dcutfchc Rdchslottme 2.Doutscho Reichslottorie Grvtzre Gewinne Fünfte filofie 3.5OOÖOO lifmiltonen 150. 1OOOO 5000 330 420. 4000 3000 900 % Los xjn 3- 31519845047279700 1500000 1650000 1680000 2700000 3600000 5100000 6000000 7200000 1800.2000 5100. 1000 12000. 500 24000. 300 3,500000 liumiltoncn 3.300000 900000 3.200000 600000 6.100000 600000 12.50000 600000 15.40000 600000 21.30000 630000 39.20000 780000 Geste Moste Awette Moste F. looooo 300000 3. 50000 150000 3. 25000 75000 6. 10000 6 0 0 00 12 . 5000 6 0 0 00 15.4000 60000 30. 3000 90000 45 . 2000 9 0 0 00 90. 1000 90000 3*. 100 000 300 000 3. 50000 150000 3 . 25000 7 5 0 0 0 6. 10000 6 0 0 00 12. 5000 60000 15 . 4000 6 0 0 00 30. 3000 90000 45 . 2000 9 0 0 00 90. 1000 90000 Dritte Moste Vierte Klosse 3*. 100*000 3 00*1)00 3 . 50000 150 0 00 3. 25000 75000 6. 10000 60000 12 . 5000 6 0 0 00 15. 4000 60000 30. 3000 90000 45 . 2000 9 0 0 0 0 90. iooo 90000 r.iooooo300000 3. 50000 150000 3 . 25000 7 5 0 0 0 6. 10000 6 0 0 00 12. 5000 60000 15. 4000 60000 30 . 3000 9 0 0QÖ 45. 2000 90000 90. iooo 90000