HUH Erstes Matt 189. Jahrgang Dienstag,!. August 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familtenblätter Heimat im Bild < Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlsurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vruL und Verlag: vrühlsche UniversttSIrdruclerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70 m m Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. 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Wir können getrost die Antwort den bündnissreien Staaten überlassen, die schließlich nicht eines billigen Scherzes wegen sich mehrfach protestierend an London gegen den Versuch des Foreign Office wandten, die Randstaaten zum Handelsobjekt nackter Interessen der britischen Strategie zu machen. Mit dem Familienkrach, dem die leitenden Ausführungen des Premierministers gewidmet waren, wird sich das Empire selbst beschäftigen müssen. Wir erlauben uns nur zu bemerken, daß es für uns den Anschein hat, als fehle es manchmal an der Einheitlichkeit der Auffassungen über die Zweckmäßigkeiten der britischen Außenpolitik zwischen Regierung und Volk. Was nicht besonders verwunderlich wäre, wenn sich der Steuerzahler in England überlegt, daß das Foreign Office gegenwärtig auf dem besten Wege ist, sein Geld in eine Steigerung polnischen Größen w a hnsinns umzusetzen." schossen, die Engländer Kagoschima zerstört, weil ein gewisser Richardson ermordet worden tagung des Parlaments sei. Auch Dalton hielt eine unmittelbare Aussprache zwischen Lord Halifax und Molotow für notwendig. Chamberlain wandte sich dann gegen den Vorwurf der Opposition, daß die britische Regierung an der Verzögerung eines Abkommens mit Sow - jetrußland schuld sei. Es sei kein Geheimnis, daß die Sowjets und die französische und britische Regierung bisher nicht in der Lage gewesen seien, sich auf eine für alle Parteien zufriedenstellende Definition des „indirekten Angriffs" zu einigen. Ferner fei die britische Regierung darauf bedacht, nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie die Un= abhängigkeit anderer Staaten zu beschneiden wünsche. Um dieses Problem handele es sich gerade bereits regelrechte Konsultationen zwischen London, Paris und Washington über Fernostfragen im Gange seien. Indische Truppen für die maiaischen Besitzungen Englands. London, 1. Aug. (DRV. Funkspruch.) Zu dem gestern amtlich bekanntgegebenen Beschluß, die britischen Truppen in den Malaien- Staaten durch indische Kontingente zu verstärken, meldet die „Times" aus Singapur, daß die Verstärkungen wahrschein- lich sehr beträchtlich sein werden. Die ersten Einheiten — es dürfte sich um indische, modern ausgerüstete mobile Truppen handeln — würden etwa in einer Woche eintreffen. Es sei anzunehmen, daß sie für die Dauer der internationalen Spannung dort bleiben, und daß sogar weitere Verstärkung aus Indien hinzugezogen würde. Die gegenwärtige Garnison in den Malaienstaaten setze sich aus drei Jnfanteriebataillonen in Singapur und einem malaischen, sowie einem indischen Bataillon zusammen. Außerdem liege in Singapur ein beträchtliches indisches Artilleriekontingent. im besetzten China, mit Einschluß Hongkongs in Japan Die Verschlechterung des amerikanischen V Handels hat also Japan kaum betroffen. Japan steht in viel intensiveren Beziehungen zu den USA. als Cfjma, es kaufte der USA.-Wirtschaft beträchtliche Mengen Rohstoffe und Halbfabrikate ab, die es cuf) anderswo beziehen kann, denn mit der Besitzung Nord- und Mittelchinas hat es z. B. Banrn- LLÜanbaugebiete usw. unter seine Herrschaft ge- USA -Wirlschastskrieg gegen Japan 3m Dienste des hilfsbedürftigen England. Don unserem E. S.-Äerichierstatier. Englands falsches Spiel gegen Japan „Keineswegs eine Aenderung der britischen Politik in China/' 90,59 Mill. Dollar 46,69 „ 69,76 „ 3,29 „ „ 23,74 „ ten ein und zogen bald, da sie in sich geschlossen blieben, wohlfeile Arbeiter waren und von den Weißen überhaupt nicht verstanden werden konnten, den bittersten amerikanischen Haß auf sich. Landerwerb wurde ihnen verboten, die Einwanderung untersagt, und nicht nur Kalifornien, sondern auch zwölf andere amerikanische Bundesstaaten verboten jede Rassenmischung und untersagten Ehen mit Mongolen, worunter natürlich in erster Linie Japaner und Chinesen zu verstehen sind, wie denn überhaupt in den USA. auf möglichste Trennung der Rassen auch räumlich gesorgt wird, nicht nur bei den Negern. Die Angst der Westamerikaner vor „japanischer Spionage" ist geradezu grotesk, aber sie läßt die letzte Maßnahme des Handelskrieges erklärlich werden, die Amerika selbst am härtesten trifft. „Keinerlei Vereinbarungen." Washington, 1. August. (Europapreß. Funkspruch.) Staatssekretär Hüll hatte am Montag eine fast einstündige Unterredung mit dem japanischen Botschafter Horinouchi. Gegenstand der Besprechungen war die durch die Aufkündigung des japanischen Handelsvertrages entstandene Lage. Der Botschafter bestätigte dies beim Verlassen des Staatsdepartements, machte aber keine näheren Mitteilungen. Die gleiche Zurückhaltung übte Hüll. Er betonte lediglich, daß keinerlei Vereinbarungen über neue Vertragsverhandlungen getroffen worden feien. Berlin 31. IM (DNB.) In beißender Weife behandelt der Deutsche D i e n ft die ' heutigen außenpolitischen Betrachtungen im Unterhaus zu London. Wir geben die dem deutschen Volke aus der Seele gesprochenen Ausführungen des Deutschen Dienstes nachfolgend ungekürzt wieder: „Mit einem immerhin beachtlichen Aufwand an Reklame hatte die Londoner Presse vergeblich versucht, Deutschland angesichts der bevorstehenden grundsätzlichen Ausführungen des englischen Premierministers zur außenpolitischen Lage in Spannung zu versetzen. Herr Chamberlain hat die Londoner Presse Lügen gestraft, aber unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Bei der Lektüre dieses umfangreichen Resümees gibt es nur wenig lichtvolle Darleaun - gen, die einer Antwort bedürften. Wertvoll ist vor allem für uns die Feststellung des Leiters der britischen Außenpolitik zur Lage im Fernen Osten über die Aehnlichkeit der Ziele und Absichten der Vereinigten Staaten und Großbritanniens gegenüber Japan und der gleichzeitige Hinweis daraus, daß in verschiedenen Fällen verschiedene Methoden angebracht seien. wir dürfen dies als eine Beffäfigung unserer Auffassung buchen, daß England und die USA. in ihrer Haltung gegenüber Tokio sich die Bälle zuwerfen und mit verteilten Rollen spielen. Es gibt zahlreiche Beispiele in der Geschichte, vor allem der letzten Jahrzehnte für die für den Frieden der Welt gefährlichen Konseguenzen, zu denen die Doppelgleisigkeit der Diplomatie des Foreign Office fuhrt. Und es ist für uns nicht ohne Interesse, daß gerade am heutigen Tage die „Jswestija" von der Zweideutigkeit der britischen Außenpolitik sprach, die man im Verkehr mit Großbritannien in Rechnung stellen müsse. Don weit geringerem Interesse sind dagegen die Worte, die Herr Chamberlain über das Schicksal von 400 000 Deutschen inDanzigzu sagen wußte, von denen er weder gefragt, geschweige denn darum gebeten wurde. Der englische Premierminister hat London, 31. Juli. (DNB.) Die für heute an- gesetzte außenpolitische Unterhaus- Aus spräche wurde von dem Anführer der Oppositionsliberalen, Sir Archibald Sinclair, eröffnet, der erklärte, das Haus müsse unbedingt Versicherungen über die Verhandlungen mit Sowjetrußland haben und dürfe sich nicht eher vertagen. Sinclair fragte den Premierminister, ob England gegen einen deutschen Angriff in Dan- z i g Widerstand leisten werde und zu welchem Zeitpunkt. Was Japan angehe, so sei eine neutrale Haltung im chinesisch-japanischen Krieg für England gesetzlich und moralisch unmöglich. Für die Labour Party erklärte der Abg. Dalton, daß diese ganz entschieden gegen eine lange Verden vorwiegend deutschen Charakter Danzigs nie bestritten. Wir wollen ihm zusätzlich versichern, daß das deutsche Danzig ungeachtet außenpolitischer Debatten im Unterhaus mit regievollen Anfragen zum Reich zurückkehren wird. In Warschau allerdings wird man mit heiterer Ueberraschung Herrn Chamberlain von der bewundernswerten Ruhe sprechen hören, welche die polnische Regierung an den Tag gelegt habe. Diese bewundernswerte Ruhe dürfte den britischen Söldnertruppen polnischer Staatsangehörigkeit vergehen, sollte Großbritannien sich bereitfinden, für die täglichen kühnen Gedankenflüge der polnischen Chauvinisten nach Berlin bis auf den letzten polnischen Soldaten zu kämpfen. Es übersteigt aber immerhin das Maß des Erträglichen, wenn Herr Chamberlain angesichts ununterbrochener Vergehen gegen Leben und Eigentum deutscher Volksgenossen in Polen, die dem Premierminister selbstredend ebenso bekannt sein müssen, wie den Warschauer Korrespondenten der Londoner Blätter, für ein friedensgefährdendes Verhalten der Polen anerkennende Worte findet. bracht, die amerikanische Baumwolle zum Teil ersetzen könnten, ebenso die Bezüge aus Brasilien. Wenn der amerikanische Staatssekretär Hüll die Kündigung des Handelsvertrages als eine „Warnung" an Japan bezeichnet und der Presse am Freitag erzählte, ein neuer Handelsvertrag könne nicht abgeschlossen werden, ehe die politischen Differenzen nicht bereinigt seien, dann hängt er dem amerikanischen Kater die englisch-liberalistische Schelle um und vergißt völlig, daß der japanische Nationalstolz ganz anders reagieren wird, als es die Judenschaft um Roosevelt überhaupt ahnt. Bereits am 6. Oktober 1938 hatte Washingtons Botschafter in Tokio, Josef C. G r e w, eine Note übergeben, in der sein Land lebhaft Klage darüber führte, daß ihm die „offene Tür" in Mandschukuo verschlossen worden sei — wobei Mandschukuo bezeichnenderweise selbst nicht genannt wurde —, und darüber, daß die Wirtschaftsbeziehungen durch japanische Uebergriffe gestört würden. Japan habe u. a. zwei große Gesellschaften für China ins Leben gerufen, durch die die wirtschaftliche Tätigkeit in weiten Gebieten Nordchinas finanziert und geregelt werden sollte. Diese und ähnliche Erscheinungen, so hieß es in diesem geschichtlichen Dokument, „erläutern die offenbare Tendenz der japanischen Behörden, in den Gebieten, die unter militärischer Besetzung stehen, eine bevorzugte Stellung für japanische Interessen einzuführen", durch japanische Monopole den Einfluß der USA. zu brechen usw. Die Roosevelt-Regierung berief sich auf das Prinzip des „freien Handel s", das 1911 vielleicht noch bestand, seitdem aber so durchlöchert worden ist, daß nichts mehr davon übrigblieb und das die Roosevelt-Regierung gegenüber den autoritären Staaten in Europa selbst verneint. Darauf erklärte Japans Außenminister trocken, das Prinzip der offenen Tür, also der Neunmächtepakt, sei im Wirtschaftsblock Japan- China-Mandschukuo überhaupt nicht mehr anwendbar. Uebrigens hatte Senator Äandenberg die Kündigung des Handelsvertrages mit Japan befürwortet. Dandenberg ist einer der erbittertsten Gegner Roosevelts in der Neutralitätsfrage, er verlangte ein direktes Verbot der Waffenausfuhr nach Japan, und nunmehr hat Roosevelt mit Vandenbergs Wind in seinen Segeln den Kurs gegen Japan genommen, der aber auf ganz anderen Wellen als Van- benberg es will, verläuft, nämlich im Sinne des demokratischen England! Abgesehen von dem inneramerikanischen Streit zwischen Isolationisten und der jüdischen Roosevelt- Clique ist die Kündigung des Handelsvertrages mit Japan sehr wesentlich — einer Rasseabneigung zuzuschreiben. Als 1846 die USA. durch ein Geschwader von Kriegsschiffen und durch einen Aufstand Kalifornien von Mexiko getrennt und sich einverleibt hatten, richtete der USA.-Händlerimperialismus seine Blicke nach dem eben erschlossenen China, und Japan lag auf dem Wege dorthin. Als 1853 der Kommodore der USA. Percy mit einer Flotte vor Jedo erschien und einen Brief des Präsidenten überbrachte, der die Aufnahme von Handelsbeziehungen forderte, fühlte sich der Shogun, der Hausmeier nicht stark genug, den modernen Mächten zu widerstehen. Als Percy im nächsten Jahre wiederkam, wurde Japan dem imperialistischen Handel geöffnet. Im Streit der Anhänger der Abgeschlossenheit und der Deffnung Japans wurde das Shpgunat vernichtet, der Tenno aus seiner Verborgenheit hervor- gezogen und zum alleinigen Herrn Japans gemacht, seit dem 9. November 1867. Vorher, 1863, hatte eine amerikanisch - holländisch - französische Flotte wegen fremdenfeindlicher Ausschreitungen Schimonoseki be- London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" berichtet, daß die britische Regierung der Tschungking-Regierung eine Erklärung über die britische Chinapolitik habe zugehen lassen. Sie besage, daß der britische Versuch, in Nordchina mit Japan eine neue Regelung zu erzielen, keineswegs eine Aenderung ö-er britischen Politik in China bedeute ober offen gesagt, daß man China nicht im Stich lassen werde. In Lonbon sei man sich klar, baß die Verhandlungen in Tokio ein entscheidendes Stadium erreicht hätten. Die japanische Forderung der chinesischen Silberwährung könne von Großbritannien nicht angenommen werden. Andere Mächte, genannt wird Frankreich, würben in gleicher Weise berührt und über alles, was bei den Verhandlungen vor sich gehe, unterrichtet. Welche Maßnahmen Amerika treffe, gehe Amerika allein an. Die britischen und die amerikanischen Probleme verliefen aber im großen und ganzen parallel. „Daily Telegraph" meint, Großbritannien könne nicht ohne Zustimmung anderer Mächte, u. a. Frankreich und USA., mit Japan zu einer Losung kommen. „D aily Heral d" erklärt, daß Der Handel mit den Vereinigten Staaten entwickelte sich in den nächsten Jahrzehnten gut, wenn auch die Briten den Löwenanteil davontrugen, während deutsche Gelehrte mehr Wert auf die Heranbildung des modernen Japaners legten. Neben der aus Ueberbeoölferung erzwungenen japanischen Auswanderung, die mit dem Krieg gegen Rußland zur damaligen Freude Englands, das als erste Macht ein Bündnis mit Japan schloß, verbunden war, drangen die Chinesen, vor allem aber die Japaner, in Kalifornien und den benachbarten Staa- ea der USA. ---- sehr wohl mit jener Ruhe entgegenzusehen, die der Sprecher der japanischen Regierung betonte, während die Franken und Engländer über die Freude, in Roose- Dilt einen Genossen gefunden zu haben, die närrisch- stin Skalpiergesänge gegen Japan anstimmten. Japan ist sehr wohl in der Lage, als Repressalie di n Handel der USA. mit China und mit feinem eigenen Lande glatt z u unterbinden und dadurch Roosevelts einsturz- leifem Wirtschaftsgebäude den letzten Stoß zu 662en. Nach der amerikanischen Statisttk betrug in Millionen Dollar die Die Kündigung des Handelsvertrages zwischen Japan und den Vereinigten Staaten von Nordamerika aus dem Jahre 1911 ist am 26. Juli zum 26. Januar 1940 erfolgt, und zwar ohne Zustimmung der amerikanischen Parlamente durch den Präsidenten Roosevelt. In der dritten Juli-Woche ließ das Staatsdepartement als Roosevelts Auffassung bekanntgeben, es könne keine Aktion billigen, die auf Kündigung dieses Handelsvertrages hinausliefe. Dann kam die Konferenz zwischen dem britischen Botschafter C r a i g i e und dem japanischen Außenminister Arita in Tokio, worüber am 23. Juli jenes Memorandum veröffentlicht wurde, bas geradezu Sensation erregte und England eigenttich aus China ausschaltete. Der amerikanische Staatssekretär Hüll hat darauf erklärt, er fei über die Verhandlungen nicht unter- nchtet worden, und damit fei der Brüsseler Konse- enz von 1937, auf der die Vereinigten Staaten den Versuch machten, eine Front der Mächte des Neunerabkommens über China zustandezubringen, ndgültig das Todeslied gesungen. Gewiß hielt man trie Parallelität mit den europäischen „Demokratien" aufrecht. Immer wieder überreichte man in Tokio getrennte, aber doch gleichlautende Noten über angebliche japanische Uebergriffe. Aber daß das Memorandum von Tokio ohne amerikanisches Zutun zustandekam, wird wohl in Washington als nbgültiger Bruch der sagenhaften „Einheitsfront" )urch Englanb aufgefaßt. So operiert Roosevelt auf eigene Faust nnb dennoch — zuGunstenEnglands. Roosevelt will Japan endgültig ab würgen, --achdem er bislang eine zweifelhafte Asienpolittk : etrieben hatte. England mußte in Tokio der unmißverständlichen Drohung japanischer Militärs reichen, die Vereinigten Staaten aber übernehmen iie Rolle, die eigentlich England zukäme, und ent- ! ecken plötzlich ihre „Rechte" in Ostasien, die sie Klange zu Gunsten der glänzenden Geschäfte ihrer Waffenhändler vergaßen, die mit ihren Lieferungen i ad) Japan Riesenprofite machten. Je mehr dieser ülttestamentarische Erzvater der Demokratien, Roosevelt, nach Europa schaute, um so „patrio- ischer" wurde die Haltung gegenüber Japan. Neue Verträge auf Waffenlieferungen an Japan sind iit einigen Monaten nicht mehr abgeschlossen wor- !en, und nur die früheren Verträge werden noch cusgeführt. In der Hauptsache waren die Waren- I: errungen der Vereinigten Staaten an Japan Rohstoffe und Halbfabrikate, u. a. Baumwolle. Die □SA. lieferten im Vorjahre nach Ostasien insgesamt für 481 Millionen Dollar, davon für rund 250 Milli onen Dollar nach Japan, während Japan für rund 27 Millionen Dollar lieferte. Der Handel der USA. ach Japan schloß also mit einem Saldo von rund '-13 Mllionen Dollar zugunsten von Washington ab. Bei aller Japanfeindlichkeit der Baurnwoll-, Oel- 2nd Kupferproduzenten ist es doch sehr fraglich, ob >e diese plötzliche und rigorose Politik Roosevetts inlligen, da sie z. B. heute schon in unabsetzbarer Baumwolle einfach ersticken. Aber auch die Japaner haben ihre wirtschaftlichen Waffen einzusetzen, läe Roosevelt wohl vergaß. Die direkten Kapital- imlagen der USA. sind schon in Japan verhältnismäßig beträchtlich, darüber hinaus ist aber arne - I i; i kanif ch e s Kapital gerade in den ch i - lesifchenProvinzen investiert, die sich unter japanischer Herrschaft befinden. Nach den Schätzungen des amerikanischen Departement of Commerce sind direkt an amerikanischem Kapital mgetegt: in Niederländisch-Jndien in Fr.-Jndochina und Siam in Britisch-Malay a in den Philippinen 92,15 " fin^u kommen die amerikanischen Anlagen in sern- öGlichen Obligationen, von denen Japan den Lo- nsnanteil, insgesamt 123 Millionen Dollar, ausge- himmen hat. Man sieht, daß Japan im besetzten | 3gina und im eigenen Lande Mittel und Wege ge- mg hat, um einem Handelskrie 1 "" ' aus politischen Gründen s bei der van der sowjetrussischen Regierung befürworteten Formel des indirekten Angriffs. M o l o - t o w habe erklärt, daß, wenn die militärischen Besprechungen, denen er Bedeutung beimesse, eröffnet seien, die politischen Schwierigkeiten nicht unüberwindlich sein dürften. Zu der Frage eines vorläufigen Abkommens zu einem baldigen Zeitpunkt sagte Chamberlain, die Sowjetregierung sei anderer Meinung gewesen und habe es vorgezogen, nicht zu unterzeichnen oder zu paraphieren, so lange man nicht zu einer völligen Uebereinstimmung gelangt sei. Infolgedessen sei die britische Regierung nicht in der Lage gewesen, der Welt, wie er es sehr gerne getan hätte, zu einem früheren Zeitpunkt ein vorläufiges Abkommen zu präsentieren. Zu der von ihm bekanntgegebenen Entsendung einer britischen M i l i t ä r m i s s i o n nach Sowie truß land saate Chamberlain, es sei fast beispiellos in der Geschichte, daß Großbritannien und Frankreich sich damit einverstanden erklärten, vor dem Abschluß eines politischen Abkommens Militärmissionen zu entsenden. Großbritannien beweise sicherlich größtes Vertrauen zu den Sowjets. Die Ansicht Molotows, daß nach der Eröffnung militärischer Besprechungen sich politische Schwierigkeiten nicht als unüberwindlich erweisen würden, habe die britische Regierung stark dazu bestimmt, diesen wirklich ungewöhnlichen Beschluß zu fassen. e . Bezüglich Danzigs sehe die Regierung keinen Grund zu übermäßiger Besorg nie. Polen wurde gelobt als klug und staatsmännisch. Schließlich wandte sich Chamberlain der Lage im Fernen Osten zu und erklärte, die britische Regierung werde ihre Politik nicht auf die Forderung irgendeiner Macht hin ändern, und sie sei von der japanischen Regierung auch nicht darum ersucht worden. Wenn die a n t i b r i t i s ch e Agitation in Rordchina weiter anhalte und die Angriffe aus britische Interessen und Rechte in Nordchina ungehindert weitergingen, würde die britische Regierung gezwungen sein, die Lage als sehr ernst anzusehen. Hinsichtlich der Kündigung des amerikanisch-japanischen Handelsvertrages wies Chamberlain auf die Gemeinsamkeit „der allgemeinen Ziele und Absichten der Vereinigten Staaten und Großbritanniens" hin. (!) Es sei aber nicht nötig, daß jeder von ihnen notwendigerweise genau dasselbe tun müsse, wie der andere. Vielleicht seien verschiedene Methoden in verschiedenen Fällen ungebracht. Das Haus könne aber versichert sein, daß die britische Regierung größten Wert auf Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten lege. Die britische Regierung habe keinerlei britische Interessen in China betrogen und verfolge nt tf) t die Aufgabe von Rechten Dritter. Wenn Sinclair meine, ob die Formel bedeute, daß Großbritannien Japan helfen wolle, das zu behalten, was es habe, und es nicht daran zu hindern, mehr zu erobern, so sei das eine falsche Erklärung. (!) Fragen bezüglich der Uebergabe von Silberbeständen und der Unterstützung der chinesischen Währung gingen nicht nur England an und könnten daher ohne vollste Verständigung mit anderen Ländern, deren Interessen ebenso berührt seien, nicht erörtert werden. Dann befaßte sich Chamberlain noch kurz mit den englisch-polnischen Verhandlungen. Die Schwierigkeiten, so erklärte er, hätten sich nicht im Zusammenhang mit der Frage des Waffenkaufes in anderen Ländern ergeben, vielmehr dadurch, daß die polnische Regierung eine Anleihe in Gold gefordert habe. Abschließend erklärte Chamberlain sein Bedauern über die „Giftpropaganda in der Presse und andere Mittel". Der Ministerpräsident ließ hierbei nicht klar erkennen, ob er die beispiellos leichtfertige englische Presse und Mr. King-Hall meinte. Wirtschaftskrieg polens gegen Danzig. Warschau bricht die Wirtschastsgemeinschast. Danzig, 31. Juli. (DNB.) Die polnische Reme- rung hat Maßnahmen gegen die Einfuhr gewisser Erzeugnisse in Danzig ansässiger Firmen angekündigt, die einen klaren Bruch der Danzigpolnischen Wirtschaftsgemeinschaft darstellen. Man hat polnischerseits versucht, diese rein wirtschaftliche Angelegenheit mit der Frage der polnischen Zollinspektoren in Zusammenhang zu bringen, die angeblich in ihrer Tätigkeit „behindert seien", und hat damit rein wirtschaftliche Fragen mit rein politischen verquickt. Don Danziger Seite wird darauf hingewiesen, daß diese Methode für die Art der Behandlung, die Polen seit dem Bestehender Freien Stadt Danzig den Danziger Wirtschaftsinteressen angedeihen läßt, gerade charakteristisch sei. Man hat polnischerseits die Behauptung aufgestellt, daß die vertraglichen Rechte der polnischen Zollinspektoren durch Beschränkungen geschmälert würden, die im Widerspruch zu den vertraglichen Bestimmungen stünden. Ferner hat die polnische Regierung es für nötig gehalten, die Vorwürfe, die danzigerseits über das dienstliche und außerdienstliche Verhalten der polnischen Zollinspektoren erhoben worden sind, als leere Worte zu bezeichnen. Amtliche Danziger Stellen sind in der Lage, demgegenüber Einzelfälle anzuführen, die geradezu klassische Beispiele für das Verhalten und den wahren Charakter der polnischen Zollinspektoren darstelten. Sie seien hier in knapper Gegenüberstellung wiedergegeben: D e i m e r t militärische Spionage, C z o s k a militärische Spionage, illegale Arbeit in der polnischen Minderheit, Krulikowski-Muszkiet, ehemaliger polnischer oberster Zollinspektor, wirtschaftliche Spionage, Terror und Erpressung, R o u p e r t Wirtschaftsspionage, Mazura, Fadis, Rule w s k i militärische Spionage, Mißbrauch deutscher Mädchen für diesen Zweck, R a d e ck i militärische Spionage, Slawoszewski liederlicher Lebenswandel, Widerstand gegen die Staatsgewalt, P e s z o w s k i dito, Braun unhöfliches Verhalten gegenüber dem Reichsminister Rudolf Heß,, und aus der letzten Zeit: Swida Beteiligung an der Mordtat in Kalthof, Kalinowski und K u r n i k militärische Spionage, Lipinski Spionage, versuchter Menschenraub. Die Namen dieser polnischen Zollinspektoren haben ihren „besonderen Klang". Sie werden nicht so leicht vergessen werden. Die Geduld, die die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig jahrlang diesem Treiben der polnischen Zollinspektoren gegenüber bewiesen hat — das ist auch von der Danziger Regierung unmißverständlich zum Ausdruck gebracht worden — ist nun zu Ende: Selbstverständlich sind die polnischen Zollinspektoren in ihrem Dienst, soweit sie sich dabei im Rahmen der vertraglichen Vorschriften halten, unbehindert und völlig gesichert. Daß diese Sicherung aber nicht als ein Freibrief für Uebergriffe und Verfehlungen innerhalb oder außerhalb des Dienstes betrachtet werden könne, bedarf offenbar eines ausdrücklichen Hinweises. Ein besonderes Kapitel ist die unverhältnismäßig große Zahhder polnischen Zoll- i n s p e k t o r e n. Die polnische Regierung hat gegenüber entsprechenden Vorstellungen der Danziger Regierung die Behauptung aufgestellt, daß diese Zahl „noch unzureichend sei", und dafür Gründe angeführt, die Danzig in der Auffassung bestärken, daß die polnischen Zollinspektoren am allerwenigsten für Zoll zwecke eingesetzt werden, weil diese Gründe nicht eine Vergrößerung, sondern vielmehr eine Verminderung der Zahl der polnischen Zollinspektoren rechtfertigen würden. Diese von polnischer Seite angeführten Gründe sind: 1. Der Umfang des Warenverkehrs über den Danziger Hafeii, 2. der Umfang des Personenverkehrs über die ostpreäßifche Grenze, 3. die Gliederung der Danziger Zollverwaltung und die Zahl der Danziger Zollbeamten. Dazu wird in Danzig festgestellt: 1. Im Jahre 1929 unterhielt Polen 27 Zollinspektoren gegenüber etwa 100 im Jahre 1938. Der Warenumschlag im Danziger Hafen betrug 1929 8,5 Millionen Tonnen, 1938 jedoch nur 1,1 Millionen Tonnen. Der Wert des Hafenumschlages in Danzig sank jedoch von etwa 1,5 Milliarden Zloty im Jahre 1929 auf ungefähr 0,5 Milliarden Zloty im Jahre 1938. Die Entwicklung des Warenverkehrs müßte demnach einen Rückgang der Zolltätigkeit und eine entsprechende Verminderung der Zahl der polnischen Zollinspektoren bedingen. 2. Der Personenverkehr über die ostpreußische Grenze ist infolge der völkisch Verbundenheit Danzigs mit dem Reich auch früher nicht geringer gewesen als jetzt. Die Schmuggelgefahr ist jedoch des hohen Standes der Reichsmark gegenüber dem Danziger Gulden eine viel geringere als früher. 3. Die Organisation des Danziger Zolldienstes ist früher die gleiche gewesen wie heute und besteht aus dem Landeszollamt mit etwa 200 Zoll- ämtern. Auch auf diesem Gebiet sind keinerlei Beweisgründe für die Notwendigkeit der Vermehrung der polnischen Zollinspektoren zu erbringen. Di? Zahl der Beamten des Danziger Zolldienstes hat sich entsprechend dem allgemeinen Rückgang des Verkehrs gegenüber dem Jahre 1929 von 1282 auf 1035 Beamte verringert. Der Zustand, den die polnische Regierenn durch die Vergrößerung der Zahl der polnischen Zollinspektoren herbeigeführt hat, steht in krassem Widerspruch zu dem Wortlaut und dem Sinn der Verträge. Nach Artikel 14 des Pariser Vertrages vom 9.11.1920 soll die Danziger Zollverwaltung ausschließlich in den Händen der Danziger Beamten bleiben. Der Zentralzoll- Verwaltung ist nur das Recht einer generellen Kontrolle der Danziger Zollverwaltung eingeräumt worden. Aus dieser generellen Kontrolle hat Polen allmählich widerrechtlich eine spezielle Kontrolle sämtlicher einzelner Abfertigungshandlungen gemacht. Dies zeigt sich deutlich bei einem Vergleich der Danziger Ober« Kattowitz, 31.Juli. (DNB.) Das Deutsch- turn muß ausgerottet werden. Das ist das Ziel, das sich die Polen gesteckt haben. Vor einiger Zeit war der Volksdeutsche Bruno Burtzik aus Antonienhütte, der dort im Deutschtum eine führende Rolle spielte, von einem polnischen Gericht ohne Beweise au acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Verurteilung erfolgte lediglich auf die Angabe eines übelbeleumdeten polnischen Burschen hin, Burtzik hätte bei einer der bekannten Störaktionen, die polnische Radaubrüder während eines deutschen Gottesdienstes in Antonienhütte veranstalteten, die polnische Horde „provoziert". Nachdem nun der Sohn unschädlich gemacht worden war, richtete fich die Rachsucht der Polen gegen den Vater des unschuldig Verurteilten, den Bäckermeister Anton Burtzik in Antonienhütte. In seinem Betrieb erschien eine der bekannten „Gesundheitskommissio- nen" der Polizei, die die Bäckerei, die weithin als ein vorbildlich eingerichtetes Unternehmen bekannt ist, schloß und versiegelte den Betrieb unter dem Vorwand, „der Betrieb entspreche nicht den sanitären Vorschriften". Durch diese polnische Willkürmaßnahme ist die Familie Burtzik um ihre Existenzgrundlage gebracht und wirtschaftlich vollständig ruiniert worden. In Antonienhütte hoben sich in den letzten Tagen wieder schwere Ausschreitungen polnischer Horden gegenüber wehrlosen Deutschen zu getragen. Der volksdeutsche Ludwig Siewitza wurde kurze Zeit, nachdem er sich von mehreren Kameraden in deutscher Sprache verabschiedet hatte, von einer Horde polnischer Burschen überfallen und mit Knüppeln zusammengeschlagen. Siewitza hat schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen, sowie eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Er wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht. Aus dem gleichen Grunde überfielen polnische Horden Die Funkausftelluna bringt es dem Besucher zum Bewußtsein, daß zum Rundfunkempfänger hochwertige Zubehörteil« gehören und daß auch für den Bastler qualifizierte Hilfsmittel erforderlich sind. Auch ein Hochleistungsempfänger kann nicht seine volle Güte entfalten, wenn er nicht an’ eine ordnungsmäßige Antenne angeschlossen ist. Vergleicht man die Leistung eines Empfängers an einer über den Korridor gespannten Drahtschleife mit der Leistung, die eine über das Dach geführte Rohrantenne hervorbringt, so überzeugt der Unterschied von der Bedeutung der neuzeitlichen Anten- n«n. Da es möglich ist, an eine Rohrantenne 40 bis 50 Teilnehmer anzuschließen, ohne daß einer in der Wahl der Sender beeinträchtigt würde, entsprechen solche Anlagen insofern auch städtebaulichen Gesichtspunkten, als sie das über die Dächer gespannte Gewirr der Antennendrähte verschwinden lassen. Ein« Rohrantenne hat eine Höhe von etwa 7 Meter und steht senkrecht auf dem Dach. Sie besteht aus der Antennenrute und einem Standrohr, öie voneinander durch keramische Massen isoliert sind. Eine Gefährdung der (Empfangsanlagen oder öes Gebäudes durch Blitzschlag ist dadurch vermieden, daß schon in den Isolator ein Blitzschutz eingebaut ist, unabhängig von anderen Sicherungen zwischen Antenne und Empfängern. Unmittelbar hinter der Antenne wird, möglichst auf dem Dachboden, ein Verstärker angebracht, wenn eine grö- here Anzahl von Empfängern angeschlossen werden sollen. Don ihm aus führen abgeschirmte Leitungen zu den Steckdosen in den Stockwerken. Ein Ergänzungsgerät zum Empfänger ist der Plattenspieler. Die modernen Ausführungen besitzen hochwertige Stahlnadeltonabnehmer oder auch Saphir-Tonabnehmer, bei denen sich ein Nadelwechsel erübrigt und der die Platten schont. Fer- ner sind die Plattenspieler mit automatischer Plat- tentellerbeleuchtung ausgerüstet. Während die trag- baren Plattenspieler mit Federantrieb ausgerüstet i'™' ..N"den wir bei den Rundfunkplattenspielern elektrische Laufwerke mit selbsttätigem Ein- und Ausschalter, mit automatischem Nodelgeber und be- leuchteten Plattenschränken für 50 bis 100 Platten Sielen bereitet die Selbstaufnahme von Platten Freude Um sie besprechen zu können, beamten und der polnifchen Zollinspektoren. Den etwa 40 Danziger Oberbeamten stehen jetzt 100 polnische Zollinspektoren gleichen Ranges gegenüber. Das ist eine Verfälschung des vertraglichen Zustandes, die von Danzig nicht widerspruchslos hingenommen werden kann. Die Danziger Regierung hat sich daher entschlossen, zur Wiederherstellung des vertragsmäßigen Zustandes die Danziger Zollverwaltung anzuwelsen, die polnischen sogenannten Grenzer, di« überhaupt keine zolltechnische Ausbildung besitzen, nicht mehr als polnische Zollinspektoren zu behandeln. die Volksdeutschen Miosga, Vater und Sohn, und Hager in Antonienhütte. Offenbar handelt es sich um di« gleiche polnische Horde, die kurze Zeit zuvor den Volksdeutschen Siewitza schwer verletzte. Die drei Ueberfallenen mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Wie aus dem Kreis Könitz gemeldet wird, ist der deutsche Landwirt Paul S ch u l z aus der Grenzzone aus gewiesen worden. Hierzu wird von polnischer Seite erklärt, „daß Paul Schulz, bekannt durch seine nationalsozialistische Ueberzeugung, der Führer der dortigen Deutschen und einer der tätigsten deutschen Funktionäre in Pommerellen sei . Schulz habe die Grenz,zone innerhalb einer Stunde verlassen müssen. Die Ausweisung sei auf Grund der Vorschriften über die ^öffentliche Ruhe und Sicherheit" in der Grenzzone erfolgt Die in der Lodzer Industrie als Fachleute beschäftigten Deutschen sollen scheinbar restlos auf die Straße gesetzt werden. Nachdem bereits in anderen Unternehmungen zahlreiche Entlassungen von Deutschen erfolgt sind, hat jetzt die Leitung der größten Lodzer Zwirnfabrik, die sich im englischen Besitz befindet und auch Betrieb« in Warschau hat, zehn Deutschen, di« als Meister, Obermeister und Abteilungsleiter beschäftigt waren, f r i st l o s gekündigt. Di« Fabrikleitung hat dabei zu verstehen gegeben, daß sie zu dieser Maßnahme auf Druck polnischer behördlicher Stellen genötigt sei. Wie verlautet, sollen bis zum 15. August die letzten Deutschen auch aus den privaten Lodzer Unternehmungen verschwinden. In Baluty bei Lodz wurde ein weiterer Gesangverein von den Behörden geschlossen und das Grundstück, das sich in seinem Besitz befindet, versiegelt. braucht man ein gutes Mikrophon. Neuartig ist ein Kondensator-Mikrophon von hoher Empfindlichkeit in Tischausführung. Eine Neuerung stellt auch ein Sprechtrichter dar, der ein Mikrophon und einen Lautsprecher enthält. Dieses elektrische Megaphon nennt sich Portaphon und stellt eine neuartige Verbindung eines tragbaren Batterieverstärkers mit dem in einem Cellontrichter eingebauten Lautsprechersystem dar. Am Handgriff des Sprechtrichters befindet sich ein Druckschalter, mit dem der Verstärker ein- und ausgeschaltet, wird. Mit diesem Gerät läßt sich mühelos eine Sprechweite von 100 Metern erreichen. Für die Verwendung im Runöfunk ist auch das als Diktiermaschine bereits bekannte Magneto- Phon als Koffermodell entwickelt worden. Hierbei wird die Sprache auf einem mit feinstem Eisenpulver belegten Filmband festgehalten und wieder zu Gehör gebracht. Zahlreich sind di« Geräte, die der Rundfunk- ent ft örung dienen. Zu ihnen gehören Kondensatoren, Drosselspulen und Dorsatzgeräte. Für Kurzwellen und Ultrakurzwellen sind neue Kondensatoren entwickelt worden, die einen störungsfreien Empfang mit empfindlichsten Geräten ermöglichen. Her- vorzuheben sind ferner die Dorsatzgerate, die zur Entstörung kleiner Haushaltsgerät« wie Staubsaugermotoren, Kaffeemühlen und dergleichen bestimmt sind. Großes Interesse wenden die Besucher den Auto- Empfängern zu. Der Aufbau der Apparate ist gedrungener als bisher, für das Gehäuse wird ausschließlich Metall verwendet. Ihre Leistungsfähigkeit läßt sich mit der Groß-Superklasse vergleichen, wenn di« Zubehörteile (Antenne und Entstörungs-Kondensatoren) sachgemäß eingebaut sind. Die Beschaffung eines hock)wertigen Empfängers wird mitunter dadurch in Frage gestellt, daß der Teilnehmer mit einer Umstellung seines Lichtnetzes von Gleichstrom auf Wechselstrom rechnen muß. Für derartige Fälle sind Wechselrichter entwickelt worden, die den Betrieb eines Wechselstromempfängers am Gleichstromnetz ermöglichen, gie werden zwischen Lichtnetz und Empfänger ge» chaltet ^und brauchen beim Uebergang der offen!« lidjen Stromversorgung vom Gleichstrom aus den polens Vernichtungskrieg gegen das Deutschtum. Immer neue Haßausbrüche. Allerlei Zubehör auf der Funkausstellung Antennen. - Plattenspieler. — Auto-Empfänger. Oie Deutschen gewannen Sen Krieg. -bon Franz «Schouwecker. Als wir aus dem Großen Kriege zurückkamen, waren zwei Millionen Tote hinter uns und neben uns, die furchtbarsten Schlachten der Ost- und Westfront, des Balkans, fast aller Meere der Erde in unseren Seelen, war für viele vielleicht nicht nur der Krieg verloren, sondern auch Deutschland. Ich weiß heute nicht mehr, wo es war, aber auf irgendeiner Chaussee des Rückmarsches, in einem Quartier hörte ich jemand sagen: „Finis Germaniae, das Ende Deutschlands". Es lag eine Hoffnung darin, baß diese verzichtenden und trostlosen Worte nicht nur traurig, sondern zugleich erbittert gesprochen wurden. Der Mann, der das sagte, ein Jüngling, der wie ein Mann aussah, war so zornig, so aus- rührerisch, daß er diese Wort« selbst nicht glaubte, sondern sie wie ein Stachel in seine Seele trieb. Er warf die Flinte nicht ins Korn, obwohl es so scheinen mochte, sondern er packte sie um so fester, um sie im geeigneten Augenblick um so nachdrücklicher zu gebrauchen. Allerdings: der Krieg war verloren. Aber das, was uns, die wir aus diesem verlorenen Krieg in di« Heimat zurückmarschierten, eine gewisse düstere Zuversicht gab, war die klare Erkenntnis des Tatbestandes, daß wir an der Front den Krieg nicht verloren hatten, sondern daß die Heimat aufge- qeben hatte. Die Front war nicht schuldig. Und die Fron! das hieß: der entscheidend« Teil des Volkes. Der $trieg war verloren, aber die Front war unbesiegt. Wenn die Franzosen und Engländer und alle übrigen Mächte der Welt sich in der unverschämtesten Form als Sieger aufspielten, so konnten wir ihnen auf dem Rückmarsch gewissermaßen ohne Verachtung den Rücken zukehren und wußten: Untere Siege haben anders ausgesehen. Der Sieg des Siebenjährigen Krieges hatte ein anderes Gesicht und der von 1871 auch. In der Tat zog die siegreiche Entente hinter dem Rücken der deutschen Front einher, als wenn sie ins Schlepptau genommen wären. Sie besetzte deutsche Gebiete, die wir ihr — und das wird heute sehr deutlich — zwar zähneknirschend, aber großmütig überließen. Der Rückzug geschah in einer derartigen Ordnung und Ruhe, daß er den Gegner, der ihn auf unseren Fersen gewahr wurde, erschreckte. Nirgendwo war von einer Flucht die Rede. Ueberall vollzog sich sachlich ein Plan. In der Heimat erst begann die Auflösung, aber was damals in der Heimat war, war das Chaos, mit dem die Front niemals das Geringste zu tun hatte. Die Armee löste sich auf, ging ins Privatleben und verschwand scheinbar. Im Grunde genommen war die Arme heimlich immer da. Der soldatische deutsche Mensch ist nicht auszurotten. Was an der Front geschehen war, war dies: es war das große Beispiel für alle Nachkommenden gegeben. Darauf kommt es selbst in einem verlorenen Krieg an, daß die Menschen, die an der entscheidenden Stelle stehen, das große Beispiel weitergeben, mag der Krieg verloren gehen oder nicht. Aber die Tradition bleibt erhalten. Die Entscheidung wird weitergereicht. Nicht in der Heimat lag die Entscheidung: sie lag in den knochenharten Händen um die Gewehrkolben, sie lag in den ausdruckslosen Augen unterm Helmrand, sie lag in den Zügen um Mund und Kinn, und sie verbarg sich unverlierbar in der Brust des Einzelnen. Auch das Chaos der Heimat rührte daran nicht. Es prallte ab von den großen Schlachten um Verdun und Arras und Baranowitschi und die Somme, um Skagerak und um das nördliche Meer. Das Metall dieser Entscheidung war unangreifbar für jede Zersetzung. Ich entsinne mich einer jener ganz wenigen Szenen, die uns Marschierende bis in das Innerste ergriff: als wir in die westdeutsch« Stadt Hagen marschierten, hörten wir in den ersten Straßen der Stadt ein Geschrei, halb vom Winde verweht, vor uns. Wir näherten uns diesem Geschrei, das uns sonderbar berührte, wir kamen ihm immer näher, und dann bot sich uns plötzlich ein unver- geßliches Bild: vor uns war die ganze Straße schwarz von Menschen. Sie schrien laut, sie drängten sich um uns, sie griffen nach uns, und plötzlich tauchte vor uns ein« alte Frau auf. Mitten im Straßenschmutz si«l sie auf die Knie, erhob die Hände und schrie: „Da seid ihr! Da seid ihr!" Ich glaube, keiner von uns hat diese Frau vergessen. Dann kam der Friede von Versailles und dis ganze Grundsuppe der Gemeinheit von Wortbruch und Niedertracht, die wir auch nicht vergessen haben. Es ist der Druck, der die^ Welle hebt. Man kann sie mit Ocl beruhigen, und die nachfolgende deutsche Demokratie hat das reichlich und bewußt zu tun versucht. Sie hat den Druck zu unterdrücken und die Welle zu glätten sich über ein Jahrzehnt bemüht. Es ist ihr nicht gelungen. Es konnte ihr nicht gelingen. Wäre es ihr gelungen, dann wäre es das Ende Deutschlands gewesen. Ich habe einmal das Wort geschrieben: „Wir mußten den Krieg verlieren, um hie Nation z u gewinnen". Das Wort ist richtig. Als ich es schrieb, sprach eigentlich alles dagegen: der Glaube an eine Sache wird durch den Widerspruch nur verstärkt, und es gilt für den Glauben das Wort: „Der Glaube schafft die Welt." Es scheint mir heute so zu sein, daß es sich immer mehr herausstellt-, nach einer Zeit, in welcher es weder Sieger noch Besiegte gegeben hat, werden hie Deutschen d i e wahren Sieger des Großen Krieges. Wechselstrom nur entfernt zu werden. Außer diesen Zubehörteilen sind auf der Funkausstellung auch neuartige kleine Meßinstrumente für uer» schiedene Meßbereiche, Sondermerkzeuge f ü r Radiobastler, raumsparende Batterien fiK Kofferempfänger, hochwertige Einbaulautsprecher und zahllose Bauteile für die Selbstherstellung kleiner Sender, von Tonaufnahmegeräten und für den Bau von Fernseh-Empfängern zu finden. Aber nicht nur der technisch interessierte Besucher wird hieraus Anregungen schöpfen, auch der Rundfunkteilnehmer, der nur auf eine Erhöhung der Bequemlichkeit des Rundfunkempfangs, auf eine Verbesserung der Ton» Wiedergabe oder auf eine Verschönerung der Cmp' fangs-Apparatur bedacht ist, kommt bei einem Rundgang auf seine Kosten. Joachim Boehmer. Bolle Anerkennung des Feldmarschalls Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat den Junkers» Flugzeug- und Motorenwerken in Dessau anläßlich der drei neuen Rekorde in folgendem Telegramm seine Anerkennung ausgesprochen: „Die Ausstellung ber drek neuen internationalen Geschwindigkeitsbestleistungen durch Ihren serienmäßig hergestellten Bomber ist wieder ein glänzender Beweis des hohen Standes des deutschen Flugzeug -undMotorenbaues. Ich spreche der Besatzung, der Betriebsführung und der gesamten Gefolgschaft zu der außerordentlichen Leistung meine volle Anerkennung verbunden mit den herzlichsten Glückwünschen aus." Eine tschechische Reqierungsiruppe. Prag, 31. Juli. (DNB.) Anläßlich der Errich- tung des Protektorats Böhmen und Mähren hat der Führer die Aufstellung einer tschechischen Regierungstruppe für die Zwecke der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Protektorat genehmigt. Einzelheiten über die Aufstellung und Gliederung dieser Regierungstruppe wird durch eine Verordnung der Protektoratsregierung bekanntgegeben werden, wenn die Vorarbeiten hierfür beendet sein werden. Oberbefehlshaber der tschechischen Regierungstruppe wird der Präsident. Die Verwaltungsangelegenheiten dieser Truppe gehören in den Wirkungskreis des Ministerpräsidenten. Kommandant der Regierungstruppe wird der Generalinspekteur mit dem Sitz in Prag, dem die Inspektorate Prag, Brünn und Königgrätz unterstehen. Den Inspektoren werden gemischte Bataillone in verschiedenen Garnisonen im Gebiet des Protektorats unterstellt. Die Angehörigen der Regierungstruppe, die ausschließlich tschechischer Nationalität sein müssen, sind aus den Reihen der tschechischen Armee auszuwäh- len. Ihre Ergänzung wird durch freiwilligen Eintritt tauglicher Personen aus ollen Volksschichten mit der Verpflichtung zu 25jähriger Dienstzeit er- j folgen. Die Gesamtstärke der Regierungstruppe wird 7000 Mann und 280 Offiziere betragen. Studentischer Ausgleichsdienst im Lustschutz. Berlin, 31.Juli. (DNB.) Der Präsident des Reichslustschutzbundes, General der Flakartillerie non S r ö d e r, hat mit dem Reichsstudentenführer Dr. Scheel eine Vereinbarung über den Aus- gleichsdienst der Studenten getroffen. Es sind zwischen dem Präsidenten des Reichsluft- i chutzbundes und dem Reichsstudentenführer Ver- äindungsführer eingesetzt worden, die folgende Aufgaben haben: Vorbereitung und Durchführung des studentischen Ausgleichsdienstes, Auswahl und Anmeldung der Studenten, weltanschauliche Schulung, disziplinierte und gesundheitliche Betreuung, Bewertung der Leitungen für das Studium, Ueberwachung des meieren Einsatzes beim Reichsluftschutzbund während ner Dauer des Studiums und der Feriendienst- »eistung. Außerdem sollen diese Verbindungssührer "ie Luftschutzausübung des Studenten an den Uni- t «ersitäten, Hoch- und Fachschulen und den Luftschutz- Gedanken beim NS.-Altherrenbund fördern. Zu dieser Vereinbarung bemerkt der Präsident k '>es ^Reichsluftschutzbundes in einem Aufruf folgen- ' es: Nur ein kleiner Kreis von Studenten konnte isher aus gesundheitlichen Gründen keinen Ehren- ienst an Volk und Vaterland leisten. Es mußte -ber auch für diese eine Möglichkeit geschaffen wer- en, damit ihre wertvolle Einsatzfähigkeit nicht ver- Dren geht. Durch die Einführüng einer besonderen Dienstpflicht, den studentischen Ausgleichs- ! i e n st, ist es gelungen/auch diese Studenten allen anderen gleichzustellen. Auch sie leisten Ehrendienst Sanität6ftationen: 1. Kaub £. Vihtorlafiollcn Z. Welfel 4. Bornich 5. Loreley 6. Forftbach 7. St.Goarehaufen (Rathaue) Aufführungen des „Wilhelm Tell" Schiller mi°- V°rk-Hrsr°g°lung für die Äns-llrt in Kraft NSG. Auf der Festspiel- und Feierstätte L o r e - l e y werden am 2. und 3. August die glanzvollen derholt. Da auch zu diesen Aufführungen eine große Besucherzahl erwartet wird, tritt eine besondere Assisi, heilig und profan. Von Wilhelm Boeck. Assisi hat seine entscheidenden Tage zur Zeit jenes erIeb!' bcr ein Nationalheld ist, vor dessen ! wher Menschlichkeit sich alle Bekenntnisse ehrfürchtig verneigen. Es ist nicht nur die Stadt, deren Zukunft I r7 ^ne Gründungen bestimmte, mindestens 'benso sehr auch noch die, in der er geboren wurde L -Mu seine weltlichen Jugendjahre verbrachte. Aber I 1in?e£!)a^ k’fcfe alte Stadt hat nichts Antiquarisches J$Grftaubks an sich, ihre Bewohner nichts weltfernes und Zurückgebliebenes, obwohl man nicht cerabe behaupten kann, daß Assisi eng an den gro- f«n Verkehr angeschlossen sei. Festliche Reinlichkeit mb edle Natürlichkeit geben den Hellen Häusern mb dunkeläugigen, warmblickenden Menschen eine t 'stimmte Haltung. 'Me die meisten umbrischen Bergstädte besitzt r-sisl heute eine Autobusverbindung mit dem im int unweit der Portiuncula-Kirche — gelegenen ^hnhof. Die Fremden, die dieses Fahrzeug auf- lQt und gleich m den engen Straßen hinter der 'Ptta S. Francesco wieder ausspeit, sind nicht bie- 'eben, denen man in den Museen von Florenz und Rom begegnet. Es sind Leute, die irgendwie genau ra ffen, warum sie herherkommen, und sei es nur für einen schmalen Tag. Das kleine Hotel ist von uaer Schlichtheit, die erfrischt wie kühles Wasser, >cs in derben Fayencekannen überall auf den Ti- fen steht. Hier wird man nicht gefragt, ob man in: Zimmer mit zwei Betten, sondern ob man eine camera matrimoniale wünsche. Zieht man klöster- icne Einsamkeit vor, so findet man über harte Treppenstufen oben — auf gleicher Höhe mit einem Herten, steinernen Hinterhöfchen — die Ruhe, die n:n sucht, in einer sauber getünchten Zelle, deren W ausschließliches Mobiliar in der eisernen Bett- fiele besteht. Oie gleiche asketische und dabei so freundlich an- tutige Note zeigt die ganze Stadt. Die Häuser sind lli-blank, obwohl ober gerabe weil sie alle nicht rerputzt, sonbern auch einem prachtvollen Gestein schichtet find, bas uns auf Befragen als „Stein 13■ Assisi" bezeichnet wirb, ein lichtgraues bis rosi- fL. kristallinisches Material, bas sogar vor Mar- rcr ben Vorzug hat, im Sonnenglanz weniger k zu blenben und dabei farbiger zu fein. Wir l’ttunbern ben festen und doch leichten Baustil von . ästen, die schon in den Fresken Giottos porträ- M find, und unfern von diesen die zierliche Kanzel der Oberkirche von S. Francesco, die beweisen will, daß der heimische Stein auch ein tüchtiger Werkstoff für ben Bilbner ist. Ihm verbauten schließlich bie großen Kirchen ihre äußere, zarte Schönheit. So seltsam es klingt, bie Bauart von S. Francesco wirb einem am besten vor S. Chiara klar. Die breit megftrebenben, von großen Bogen burch- brochenen Stützpfeiler, sie sind in der Ünterkirche von S. Francesco zu Trennwänben ber seitlichen Kapellenreihen geworben. Gerabe in bem schmucklosen, einschiffigen Inneren von S. Chiara wirb man sich ber engen Beziehung biefer Bauweise zur Freskomalerei bewußt, ber so bie langen, gut beleuchteten Wände der Oberkirche bargeboten werben konnten. In diesem Sinne war es kein Zufall, daß sich in Assisi bie bebeutendsten Monumentalmaler Italiens, barunter Cimabue, Giotto unb Simone Martini, einfanben, um bas berühmte Gotteshaus mit bem überwältigenden Reichtum ihrer Werke zu schmücken. Es ist kaum zu viel gesagt: S. Francesco ist das gewaltigste Denkmal der Wandmalerei überhaupt, und man könnte viele Wochen mit Optik und Scheinwerfer unter ben hohen Gewölben um- herwanbern, bis man glauben bürste, alles gesehen zu haben. Aber S. Francesco ist kein Museum, sondern eine Kirche, unb zwar eine Kirche von befonberer Würbe bes Kultus. Auch hier im Heiligtum wirkt alles so einfach unb unmittelbar, baß ber Nichtkatholik nichts Befremdliches empfindet, wenn er vor bem Grab bes Mannes steht, ber bem Papst bie Kirche roieber aufbauen mußte. Eine tiefe Höhlung würbe für ben groben Sarg in ben Felsen getrieben und wieder zugeschüttet, um ben Leib vor ber Habgier bes mächtigen Perugia zu schützen. Erst vor hunbert Jahren würbe um ben nicht von ber Stelle bewegten Sarg herum eine Art Krypta gebaut, in ber unlängst auch bie bekanntesten Gefährten bes Heiligen bestattet würben. Ein paar Besucher, sichtlich von ber ernsten, milben Schönheit bes Bauwerks beeinbrueft, trennten sich von uns, als bie Reliquien gezeigt werben sollten; sie taten unrecht baran. Die Andenken an Franziskus — hauptsächlich Kleidungsstücke und andere Gegenstände — bedürfen keiner anderen als der geschichtlichen Empfehlung. Auf dem Rasenplatz vor der Fassade der Oberkirche tummelt sich die Schuljugend. Wir gehen durch stille Straßen, an deren Wänden geschickte Schmiede ihre ansprechenden Kupfertreibarbeiten und Eisen- laternchen ausgehängt haben, über den zu müßigem Verweilen ladenden Marktplatz, wo sich die hübsche Giebelfassade eines antiken Minervatempels geschwisterlich an den mittelalterlichen Rathausturm anlehnt, und freuen uns an bem Brunnen, ber hier wie bei S. Chiara ben Tauben Labung gibt. Keine rauschenden, ftrömenben Anlagen, nur ein großes achteckiges Becken und darin wie ein Pilz eine runde Schale mit einem dünnen, kristallklaren Strahl; sie scheint der Tauben wegen da zu sein, denen sie ben lieblichsten unb sichersten Platz gewährt. Unter Bogen, über Treppen unb steile Gäßchen — es bebarf einiger Hebung, sich zurechtzufinden — führt ber Weg zur Rocca, ber für eine Ruine wahlerhaltenen trotzigen Burg auf ber Höhe. Den letzten Teil bes Pfades springt uns emsig unb bozierend ein behendes, schwarzlockiges Mädchen voran, bem wir ben Wegzoll in Form einer rot- leuchtenben Orange erlegen, um ungestört bie Herrlichkeit ber besonnten umbrischen Landschaft genießen zu können. Auf bem bebürftigen, felsigen Boben sprießen unzählige violette Sternchen, unb bie Stimmen ber Singvögel von allen Seiten erinnern an die nvrbische Heimat. Es sind die Vöglein des hl. Franz, die fleißige Frauenhänbe unten in ber Stabt Zu Tausenben auf feines Linnen stickten. Von bem weit vorgeschobenen, über einen langen Gang zu betretenben Wartturm ober ber sonnigen Steinbank über bem Steilhang schweift ber Blick zum heute burch einsichtige Derkehrsvereine eng verbundenen Perugia und umfaßt alle Orte ber Geschichte unb ßegenbe bes Heiligen, vor allem S. Francesco selbst mit seinem großen, von Arkaben gefaßten, im Lichte glühenben Vorplatz unb ben großen Zypressen, deren Spitzen aus ber Kreuzgangarchitektur bes einstigen Friedhofs herausragen. Da oben steht die Zeit still. Der gütigen Sonne Umbriens, bie Berge und Hügel in hauchzarten Dunst hüllt, gesellt sich ein sanfter, würziger Winb unb bläst alle stickigen Gebauten fort, macht die Seele frei für die ewigen Geheimnisse. Und wieder taucht die riesige Hand auf, bie mit ihren ausbrucks- ftarEen ©liebem einen Dienst über jener Kanzel ber Oberkirche faßt unb deren sinnbildliche Bebeutung ber funbige Führer leugnete. Gewiß, ber Himmel ist hier zum Greifen nahe, näher als auf manchem Bergriefen. Assisi ist einer ber seltenen Orte, wo Gott zu ben Kindern der Welt in ihrer Sprache spricht, so wie Franziskus sich mit den Tieren unterhielt. Sochschulnachrichlen. Professor Dr. Werner Jansen, Ordinarius für Hydrotherapie an der Universität Berlin, ist auf feinen Antrag in ben Ruhestand versetzt worden. Vor 25 Zähren ... Erinnerungen an ben Weltkrieg, ber vor 25 Jahren nad) einer langen europäischen Friebenszeit aus» brach, veröffentlicht der hervorragende Ge chichts- forscher Professor Dr. Karl Alexander von M ü l l e r im August-Heft von Velhagen & Klasings Monatsheften in einem Beitrag, der in meisterhafter Weise die große Zeitwende vor 25 Jahren, Voraussetzung und ihre Folgen zufammenfaßt. In diesem Aufsatz des Historikers schwingt bei aller Klarheit und Wissenschaftlichkeit der Darstellung etwas von dem zum Heldenlied drängenden Pathos jener Zeit, unb gleich einem sinnvollen Abschluß unerhörter Taten unb Leiden wirkt es, wenn der Historiker in ber Erscheinung bes Führers ben Retter erblickt, ber bie Schande von Versailles tilgte. „Niemand vermag", so endet Müller seine Ausführungen, „mit Sicherheit zu sagen, welche Züge die Welt am Ende ber erdumspannenden Krise tragen wird, die mit bem Weltkrieg begann. Immer noch werben in ihr bie einzelnen Völker für biese neue Zukunft gewogen Immer noch ist jedes von ihnen aufgeboten, feine Kraft, wie feit einem Vierteljahr- bunbert ohne Unterlaß zu steigern unb täglich neu ZU erproben. Immer noch stehen bei uns gleich ben kastilischen Rittern währenb bes großen Befreiungskampfes gegen bie Mauren unsere Rosse allnächtlich gewappnet im Schlafgemach, bomit jebe Gefahr uns gerüstet finbet. Unser beutsches Volk aber mag biefen 25. Gebenktag bes großen Krieges 1939 mit Zuversicht unb in ruhiger Stille begehen: Es denkt an ihm seiner Toten, und es dankt feinem Führer." Zeitschriffen. — Londoner Zeitungen berichteten in Schlagzeilen von einer sensationellen Erfindung: einer Drüsen- Vitamin-Pille, bie Englanbs Zivilbevölkerung im Kriegsfall angeblich vor Panik bewahren soll. Äerzte und Chemiker im Dienste des Gefunbheitsministe- riums wollen die Wirkung dieses neuartigen „Ner- ven-Beruhigungsmittels" genau studiert und in zahlreichen Experimenten beobachtet haben. Im spanischen Krieg soll bas Präparat schon mit Erfolg ausprobiert worben fein! Das neue Heft ber „S i - rene" bringt neben biefem Bericht einen interessanten Bilderartikel von einem Lehrgang auf ber Lanbesgruppen-Luftschutzschule Thüringen, außerbem weitere Aufsätze unb Mitteilungen bes Reichslus^ schutzbundes. Oie Jagd im August von von fol° zwei Rädern lief, irgendwo draußen war, dann fühlte man den Sonntag. Ging man durch die langen Gänge der Garage, so sah man l zeugen müssen, ob der Fahrer, dem Sie das Steuer anvertrauen, einen Führerschein hat?" „Aber deswegen kann man mich doch nicht verhaften!" „Darum handelt es sich auch nicht. Nur um eine Auskunft, Herr Schramm. Sie werden doch der Polizei bestimmt behilflich sein wollen? Ihr Wagen wird übrigens aus dem Verkehr gezogen; er ist nicht betriebssicher Es wird ein Wagen vom Alexander- platz geschickt." Schmal blickte zur Decke und fuhr sich mit der langen Hand über den Kopf. „Die ,Grüne Minnas Schramm! Ich hätte nicht geglaubt, daß ich sie so bald von innen wiedersähe — und dazu noch in Ihrer Begleitung! Wahrscheinlich haben sie den James schon, und der hat uns verpfiffen." Er flüsterte es Schramm zu, denn der Oberwachtmeister war an seinen Platz zurückgekehrt. Wie gut, daß er erst bei der Kriminalpolizei an- gefragt hatte, ob gegen Schmal etwas vorliege! dachte der Beamte zuftieden. Vielleicht hatte man da einen guten Fang gemocht ... Hellmuth, der heute Dienst hatte, meinte, man könne es mit den Händen greifen, daß Sonntag war. Stand man vorn an der Tankstelle, die man kaum zu bedienen brauchte, weil alles, was auf vier oder Ein Oberwachtmeister kam an den Tisch, vor dem sie standen. „Sie heißen?" „Möbius — Ernst Möbius." Schmal verbeugte sich. Verflixt — das Gesicht des Oberwachtmeisters kannte er doch? Er wurde änastlich; seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln. „Warum geben Sie einen falschen Namen an, Schmal? Wir kennen uns doch! Wissen Sie noch? Ist noch gar nicht so lange her ... Und nun fahren Sie also ohne Führerschein?" Der Oberwachtmeister schüttelte den Kopf. „Ach, stimmt: Der Führerschem wurde Ihnen ja damals abgenommen!" „Eben, Herr Wachtmeister. Es war 'ne Dummheit. Ich fahre doch so sicher. Mein Freund bat mich auf der Chaussee, er fühlte sich nicht ganz wohl ..." „Warten Sie mal 'nen kleinen Augenblick! Ich will mal hören." Erschöpft sank Schmal auf einen Stuhl. Dieser Schramm! Er hätte ihn vergiften können .. Bloß, weil der für den Wagen was hatte rausschlagen wollen — für diese elende Karre! Der Oberwachtmeister kam zurück. „Ja, Schmal, Herr Kriminalrat Doktor Gräupner möchte sich gern ein bißchen mit Ihnen unterhalten." Er wandte sich an Schramm. „Auch mit Ihnen. Er erwartet Sie beide auf seinem Dienstzimmer am Alexanderplatz." Schramm begehrte auf. „Was soll das heißen? Ich habe doch meine Papiere!" „Sie wissen doch, daß Sie sich immer davon über- Wagen!" Vallendar schlenderte auf und ob, die Hände in der Manteltasche. Er sah-sehr unentschlossen aus, gar nicht wie sonst. „Na ja, Hellmuth — aber so allein? Bißchen langweilig ..." „Aber, Herr Vallendar: Am Steuer sitzen — und dann Langeweile?" Hellmuth konnte den Schauspieler nicht verstehen. Fetzt wandte der sich um und ging langsam in die Garage hinein. Er schnippte dabei mit den Fingern. Blödsinnige Stimmung! Er hatte sich so sehr auf den Sonntag gefreut. Aber als er bei Charly ankam, hatte Preetz ihm gesagt, Fräulein Sandner sei mit Römer ausgefahren. Mit Dr. Römer! Na ja. Eigentlich hatte sie sich doch mit ihm verabredet? Wagen stand. Kein Mensch war um diese Mittags- tunde im Tunnel zu sehen. Wer fortfahren wollte, hatte seinen Wagen schon abgeholt, und jetzt kam doch niemand zurück. Es war richtig langweilig. Das Büro war geschlossen. Es wäre wenigstens ein bißchen Abwechslung gewesen, wenn Mühsam mal den Kopf aus dem Fenster herausgestreckt hatte, um irgendeinen Befehl zu erteilen oder in seiner polterischen Art einen Tadel ausgesprochen, der doch nicht böse gemeint war. Was sollte man anfangen? Am gescheitesten war s, man nahm sich einen Hocker aus dem Chauffeurzimmer und setzte sich vorn am Eingang ein bißchen in die Sonne. Las ein Buch. Auf dem Pull der Chauffeurbude lagen immer Bücher aus Hilde Webers Leihbücherei, die irgendein Wäscher oder Fahrer entliehen hatte, um die Wartestunden zu verkürzen. .. Wann der Lastwagen wohl abgeholt würde? Ob sich nun noch irgend etwas ereignete, oder ob der Spitzbube gewarnt war? Hellmuth konnte ganz gut lesen und dabei doch die Gedanken spazierengehen lassen. Dann und wann hob er den Kopf und sah einem Mann nach, der um die Ecke fuhr. Stellte unwillkürlich Marke und Bauart fest und versenkte sich dann wieder in die Geschichte ... „Tag, Hellmuth!" „Tag, Herr Vallendar!" Ganz plötzlich war der Schauspieler aufgetaucht. „Wollen Sie Ihren Wagen holen?" Vallendar blieb neben Hellmuth stehen. „Vielleicht. Ich weiß selbst noch nicht recht. Wo soll man denn hin?" . Hellmuth lachte. Er hätte schon gewußt, wohm er führe, wenn er freigehabt hätte und einen solchen Wagen besäße wie der Herr Vallendar, und wenn er überhaupt der Herr Vallendar wäre. „Fahren Sie doch mal die Autostraße nach Maade- bürg — da können Sie ordentlich aufdrehen! Das muß doch eine.Wonne sein, mit solch einem Schneider. _, .. 5 .Klingende Ostmark", Potpourri von Schneider. 6. '„Gewehr über!", Marsch von Thiele. Ehefrauen können Westwallarbeiter besuchen. Der Reichsverkehrsminister hat in einem Bescheid vom 22. Juni d. I. mitgeteilt, daß die Arbeiter, die bei den Westwallarbeiten beschäftigt sind, zugunsten ihrer Cheirauen auf die ihnen zustehenden kostenlosen Wochenendheimfahrten verzichten können Die kostenlose Rückfahrkarte kann m der Zeit vom 1. Juli bis 15. Oktober d.J. von der Ehefrau benutzt werden. Auf Entfernungen unter 150 Kilometer und im Verkehr mit Ostpreußen werden keine Rückfahrkarten ausgegeben. Damit hat der Reichsverkehrsminister einem seit längerer Zeit im Einverständnis mit dem Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen vom Sozialamt der DAF. vorgebrachten Wunsch entsprochen, für Angehörige von Westwallarbeitern zu Besuchsfahrten nach dem Westen eine Fahrpreisermäßigung zu gewähren. Gießener wochenmarktpreise. * Gießen, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 8 bis 11, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 17 bis 22, Erbsen 15 bis 25, Tomaten, deutsche, 35 bis 50, italienische 20 bis 22, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 7 Rpf., 5 kg 60 bis 70 Rpf., 50 kg 5,25 bis 6 RM., Frühäpfel, % kg 28 bis 35 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 35 bis 50, Him- beeren 35, Birnen 20 bi- 27 K-rsch-n 25 b - 35, Heidelbeeren 36 bi- 41, Stachelbeeren 10 6 s 20, Johannisbeeren 15 bis 18, Pflaumen 23 bis 2o, Zwetschen 38, Mirabellen 38 bis 46, Renekloden 33, Blummkohl 5 bis 50, Salat 5 bis A Salatgurken 10 bis 30 Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabi o bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. * ** Artillerie von der Hebung zurück Di- III Abt Artillerie-Regiment 9 ist am Samstag non einer größeren Hebung in die Kasernen an der Grünberger Straße zurückgekehrt. ** 50 Jahre Buchbindermeister und Schreibwarenhändler. Am heutigen ersten August kann der Duchbindermeister und Schreib - warenbändler Paul Richter, Bismarckstraße 9, auf ein 50jähriges Bestehen seines Geschäfts zuruck- blicken Im Jahre 1889 kam er von Görlitz nach Gießen machte sich hier ansässig und begründete an der' Ecke Kaplansgasse und Bahnhofstraße eine Buchbinderei, die er dort bis 1901 betrieb. Dann siedelte er in die Bismarckstraße über und gliederte seinem Geschäft eine Schreibwarenhandlung an Das Geschäft besteht heute noch als Schreibwarenhandlung. kann der gute Hund seinemHerrn so 3.^, was in ihm steckt, wie bei der Hühnerjagd. Ist der Hund in Ordnung und das Pulver nicht yar zu krumm, dann ist die Hühnerjagd ein weldnmnn cher Hoch oenufc Daß sie manchmal in der Wirklichkeit das Gegenteil wird, hat Gründe fur die m der Haupt' fache der Jäger selbst verantwortlich ist. Zwar kann er allein den Rückgang der Huhnerbestunde nicht aufhalten, obschon er durch Verbesserung der Deckungsverhältnisse manches tun kann, um den Schaden kleiner zu halten. Aber einen brauchbaren Hund muß man im Besitze eines Lagers verlangen, der ein Jagdrevier selbst betagt, also Eigentümer oder Pächter ist. Hühnerjagd ohne Hund rst eine weidmännische Geschmacklosigkeit und von weidgerechtem Jagen weit entfernt. An den Hund aber stellt'die Hühnerjagd ganz erhebliche körperliche Anforderungen. Wer nicht nach einer Stunde das Jagen beenden will, weil der Hund nicht mehr kann der „trainiere" vor Jagdaufgang langsam den Hund und - sich selbst Er wird dann am 25 August auch wissen, wo die Ketten liegen, und wissen daß er abends mit einem Galgen voll Hühner heimkehrt, weil er nicht erst Stunden mit Fehlsuchen verliert. . Das Fuchs geheck läuft nun auseinander. Wer Heberfluß an Füchsen hat, kann jetzt noch am Mut- terbau den Abschuß mit Aussicht auf Erfolg Der« suchen. Denn gern kommen die Jungen noch zur Heimat zurück. Wichttger erscheint es, sich dem Dachs zu widmen, der im Sommer gern auf kleinen, leicht zu grabenden Bauen liegt, wahrend er im Herbst die tiefen, oft im Fels verlaufenden Mutterbaue annimmt und damit seine Beiagung sehr erschwert. Auch der Abschuß am Bau ist noch leichter, weil Grimbart meist bei gutem Licht über die Erde kommt. , ,v Wenn das Einfahren des Getreides beginnt, brummt im Dorf auch wieder die Dreschmaschine Das sollte den Jäger daran erinnern, daß er bald sich um Hinterkorn umtut, das bei der Maschine abfällt und bei feinem hohen Gehalt an Untraut« famen der verschiedensten Arten ein hervorragendes Winterfutter für Hühner, Fasanen und Kleinvogel darstellt und damit auch noch einen wirtschaftlichen Wert bekommt. Wer besorgt ist um sein Wild, der nutzt diese Wochen, um einen gewißen Vorrat davon zurechtzulegen. Ein Terl davon kann bereits unter die Dauerfütterungen kommen, um als Lockmittel zu dienen. Wirft man die Sämereien in Spreu, die als Grundlage unter die Fütterung kommt, dann gewöhnen sich Huhn und Fasan daran, darin zu scharren. Sie wissen dann später, wenn plötzlich der Winter hereinbricht, wo sie etwas finden werden. Damit aber hat die Fütterung erst ihre Aufgabe erfüllt. Eine wirkliche Notzeit darf in eurem gepflegten Revier nicht auf kommen. Wer erst, wenn es draußen Stein und Bein friert und der Schnee hoch liegt, auf die Suche nach Futtermitteln geht, füttert zu spät, zu teuer und hat Verluste. Nur wer hegt, soll auch jagen. Hubertus. Loreley kann von allen Richtungen bequem erreicht werden. Es bestehen gute Zufahrtsstraßen von Mainz am Rheinufer entlang, vom Taunusgebiet, von Frankfurt a. M. über Nastätten und von Oberlahnstein. Große Parkplätze sichern die Abstellung der Kraftwagen und Motorräder. Umfangreiche Maßnahmen sorgen dafür, daß sich der Verkehr rep bungslos und schnell abwickelt. Für den Aufmarsch zur Festspiel- und Feierstätte ist die Straße von St. Goarshausen über Forstbach für den Autoverkehr gesperrt. Für den Besuch der Loreley bestehen auch günstige Zugverbindungen. Großer Zapfenstreich am 2. August. überziehen lassen, wollen wir nicht vergessen, daß Großdeutschland heute das Land Europas mit dem tärksten Bestand an Gamswild darstellt. Ist auch der Wintergams, der „Bartbock", das Ideal des Jägers, so machen Hegeabschuß, Geländeschwie- rigkeiten im Winter u. ä. oft auch bereits die Sommerjagd auf das Krickelwild nötig. Nicht übersehen wollen wir auch die guten Musel w i l d b e st ä n d e des Sudetengaues und anderer deutscher Wildbahnen, in denen der Abschuß Begleitung!" Er winkte einen Motorradfahrer heran. „Begleiten Sie den Wagen zum ersten Polizeirevier! Der Fahrer hat weder Ausweis noch Führerschein. Die Personalien müssen festgestellt werden... Bitte, der Herr mit dem Führerschein ans Steuer!" Schramm setzte sich ans Steuer. Der Wagen fuhr an. Hinter ihnen knatterte das Motorrad. Es gab keine Möglichkeit mehr, zu entwifchen. Das wußte Schramm. Aber was konnte geschehen? Ihm bestimmt nichts. Seine Papiere waren in Ordnung. Schmal würde eine Strafe bezahlen müssen wegen Fahrens ohne Führerschein. Das was alles! Jetzt fuhren sie auf der Heerstraße. Sie waren in einer endlosen Kette von Wagen. Trotzdem hörten sie ununterbrochen das Rattern des Motorrades hinter sich. Nun tauchte der Fahrer neben ihnen auf. „Rechts abbiegen!" Es ging in eine stille Straße hinein Eine Lampe leuchtete auf. Ein Schild: Polizeirevier. „Bitte, aussteigen!" Sie gehorchten. Schmal hatte bereits hundert Ausreden erwogen. Der Motorradfahrer machte Meldung. Wie wir in unserer Ausgäbe vom vorigen Samstag bereits meldeten, findet am 2. August aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages des Wettkriegs- fceginns in Gießen abends Großer Zapfenftteich statt. Der Zapfenftteich wird von der II./Kamps- geschwader 55 gestellt. Beginn des Großen Zapsen- srreichs auf dem Hose der Zeughaus-Kaserne um 21 30 Hhr. Die Truppe" marschiert vom Fliegerhorit aus über die Grünberger Straße durch die Kaiser- allee Ludwigsplatz, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz, Landgraf-Philipp-Platz zur: Zeughaus- kaseme. Dorthin haben alle übrigen Truppenteile Abordnungen zu entsenden. Um 21.30 Uhr trifft der Große Zapfenstreich auf dem Hofe der 3^9W5' fajerne ein. Nach Meldung an den Standortattesten spielt das Musikkorps drei Musikstücke anschließend den Großen Z°ps°nstreich. Die S^tunbc firiKt mit einem Vorbeimarsch vor dem 6tanhortalte|ten ihren Abschluß. Der Rückmarsch der Truppe er^o.gt von der Zeughauskaserne aus durch dre Landgrafenstraße, Hitlerwall, Moltkestraße und Kmserallee. 3. Platzkonzert in Steins Garten. Für das Platzkonzert, das am morgigen Mittwoch in der Zeit von 18 bis 17 Uhr stattsmdet und vorn Musikkorps des Fliegerhorstes unter Leitung Musikmeister Pfarre ausgeführt wird, sind gende Darbietungen vorgesehen: 1 Trauermarsch „Eroica von Beethoven. (Dem Andenken eines Helden gewidmet.) 2 Rakoczy-Ouvertüre" von Keler-Bela. 3. Slawische Rhapsodie" von Friedemann. 4. ''Ball bei Ziehrer", Walzer-Potpourri Nun liegt die Sommersonne über den Feldern, auf denen Tausende fleißiger Hände sich regen, den Segen der Ernte zu bergen. Die Sensen klingen, die Maschinen rattern, Wagen knarren und Menschen sind überall: da wird es dem Rehwild, bas bereits im Juni seinen Einstand in den weiten Kornfeldern nahm, in der Feldflur zu unruhig. Ueberall wird es gestört. Darum wechselt es zurück in seine Heimat, den Wald. Wie ausgeblasen erschien dieser dem Jäger oft in den letzten Wochen. Nun aber wird er wieder mehr Aussicht auf guten Anblick haben. Denn die Brunst des'Rehwildes, die im Juli einsetzte, erreicht in der ersten Augusthalste ihren Höhepunkt. Im Juli war das kalte, regnerische Wetter offenbar von Einfluß auf ihren Verlauf. Was in diesen ersten Brunfttagen zur Strecke kam — und gerade geringe Abschußböcke sollten da fallen — war gering an Zahl. Um so eifriger wird der Weidmann die kommenden vierzehn Tage aus- nutzen, um seinen Abschuß an Rehböcken durchs führen. Zwar werden es in der Hauptsache auch unerwünschte Vererb er sein, die seiner Kugel verfallen; doch kommt hinzu, daß er vom 1. August ab auch diesen oder jenen starken Bock als besondere Beute strecken darf. Je später das geschieht, um so besser ist es für die Zukunft des Reviers. Denn mir wissen, wie spärlich wirklich gutes Erbgut bei unserem Rehwild vertreten ist. Für den Jäger, der die Blattjagd liebt, kommen jetzt die schönsten Tage des Jagdjahres. Aber auch die Pirsch- und Anstandsjäger kommen auf ihre Rechnung, wenn sie recht viel in ihrem Revier sind. Denn das Rehwild ist fast während des ganzen Tages auf den Läufen. Gegen Monatsmitte flaut die Brunft ab, eine kurze Zeit der Ruhe folgt, in der die Böcke sehr heimlich sind, um dann gegen Monatsende einem Bilde Platz zu machen, wie wir es vom Mai her kennen. Regelmäßig und sicher hätt der Bock wieder seinen Wechsel und erleichtert dadurch seine Bejagung. Während im Rehrevier hohe Zeit herrscht, hat im Hochwildrevier die Jagd auf den Feisthirsch begonnen. Damit hat das Jagen begonnen, das für viele Weidmänner als die Krone des Jagens überhaupt gilt. In feiner Heimlichkeit, die ihn als „Nachtgespenst" verschrien hat, stellt der Feisthirsch an Geduld und Ausdauer des Jägers die höchsten Anforderungen. Um so höher wertet der Weidmann daher auch die jetzt erbeutete Trophäe. Wie beim Rehwild, so soll auch beim Rotwild des Jägers Streben vor allem dahin gehen, den schlecht veranlagten Hirsch zu strecken und den Guten bis in die Brunft leben zu lassen. * • 30 J-hre im Dienste der T'-ßener P o l i z e i. Am heutigen 1. August kann der Pollzel- meister Gustav Holz igel aus "ne. Wahr-g- Ta- tiakeit bei der Gießener Polizei zuruckblicken Polt- zeimeister H 0 l z i g e l dürfte einer der dienstaltesten Beamten der Gießener Polizei sein. Wir beglückwünschen den allseits beliebten Beamten zu seinem Jubiläum. , „ . * * Vorbildliche Hausgemeinschaft. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, daß die Tele- qraphenassistentin Frl. Frieda Köchlin als Mieterin im Hause des Wiefenmeisters W. Bellos, Wolfstraße 25, wohnt. Freud und Leid haben m diesem bewegten Vierteljahrhundert die beiden Familien als treue Hausgenossen miteinander getragen. Frl. Köchlin und Wiesenmeister Bellos gehören seit Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. * * Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zett vom 21. bis 27. Juli ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 13 Anzeigen und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige FchttZeug- sichrer mit 6 Anzeigen; gegen Radfahrer nnt 4 Anzeigen und 20 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 3 Anzeigen und 1 gebührenpflichtigen Verwarnung. weisen?" „Ich habe nur ’ne kleine Landpartie — — ich dachte doch nicht — ich wollte auch gar nicht fahren ... Meinem Freund war nicht ganz gut — da bat er mich, ich sollte mal ’n Stückchen —" „Wenn Sie sich nicht ausweisen können, müssen Sie auf die nächste Wache!" Der Ton des Beamten verlor jede Spur von höflichem Entgegenkommen. Der Mann benahm sich auffällig. „Sie bekommen der Widder nun einfetzt. In unseren heimischen Revieren aber gesellt sich zum Jagen auf das Schalenwild die Niederjagd hinzu, die immer vielseitiger wird, je mehr wir uns dem Herbst nähern. Schon Mitte Juli hatte die Jagd auf Enten eingesetzt. Hnd es scheint so, als wenn erfreulich viele' Jungenten hochgekommen wären. Waren auch manche bei Jagdbeginn vielleicht noch nicht schußbar, so werden die sehr rasch wachsenden Entchen nun bald alle jagdbar sein. Dann lohnt es wieder, an buschbestandenen Bachufern zu suchen, oder im Schilf von Teich und Fluß den Hund stöbern zu lassen. Wird dabei auch die Bekassine vor ihm hoch und steigt pfeilgeschwind im Zickzack zum Himmel auf, so kann der Jäger sein Können im Schießen an ihr erproben; denn alle Sumpfschnepfen können wieder besagt werden. Zu dem Federwild, das zweifellos erheblich zu- genommen hat, gehören unsere Wildtauben, von denen nur die große, die „Ringeltaube", besagt werden darf, während die beiden anderen „Bauchredner", Hohl- und Turtellaube, ganzjährigen Schutz genießen. Aber die Ringeltauben stellen ein Wild dar, das von vielen Jägern vollkommen verkannt wird. Wenn der Roggen auf Haufen steht, bann lohnt sich der Ansitz auf dies leckere Wild schon,<»befonder5 wenn man zum Schuß sich Jung- tauben auswählt, die auf Hals und Flügel die weißen Kennzeichen noch nicht tragen. Auch der Ansitz um die Mittagsstunde am Tränkplatz ist erfolgversprechend, genau so wie ein Pirschgang am Bachlauf, in dessen Erlen und Weiden die Tauben gern Mittagsruhe halten. Die Vorliebe der Tauben für Salz, Kümmel, Anis u. ä. begründet die Jagd an Sulzen, die man besonders zur Taubenjagd anlegen kann und die sehr gern angenommen werden. Aus feine andere Jagd aber wartet beim Federwildabschuß der Jäger mehr als auf die Hühnerjagd, die am 25. August beginnt. Sie ist reich an Mühen und Anstrengungen, aber auch für viele Jäger die liebste Jagd. Das mag vor allem in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund Er ging weiter. Bißchen sehr dunkel war es heute nachmittag hier; man sparte sonntags wohl mit dem Licht. Er pfiff leise vor sich hin. Nein, bei Margit war es zu langweilig gewesen! Pernau war zum Kaffee gekommen und hatte geredet, wie eben nur ein Filmmann reden konnte, der sich in eine neue Arbeit verbiß. Hnd Margit war sehr verändert ge» wesen. Die neue Rolle hatte sie so völlig erfüllt, daß es schien, als sei der Mensch Margit Larsen ganz in der Künstlerin aufgegangen ... Pernau war losgebraust wie ein Rennpferd nach dem Start. Worte, Worte! Lieber Gott — man füllte doch die ganze Woche mit dem Beruf aus, man konnte doch am Sonntag mal an etwas anderes denken? Merkwürdig: Auf solche Gedanken wäre ich früher nicht gekommen! fühlte Vallendar. Na, den Lastwagen würden sie morgen abholen. War es denn nun der Zornack gewesen? Wenn ja, würde der nicht wieder kommen. Warum aber nur? Gestohlen war ja nichts. Was gab es denn schon zu stehlen? Wie jedoch mochte der Zornack in die Garage gekommen fein? Der Bomemann hatte ihn doch nicht bemerkt. Charlys Wagen! Charlys kleiner Zweisitzer! Er stand ganz verlassen in der großen Sammel- gar age C und wirkte darum doppelt klein. Sein Verdeck war hochgeschlagen. Charly! Vallendar schüttelte den Kopf. Etwas war mit ihm los. Etwas stimmte nicht. Ganz weh« leidig war üjm zumute. Schön würde das werden, wenn er in solcher Stimmung den neuen FÜin drehte! Um Gottes willen! Das Publikum würde es merken. Was ist mit Vallendar los? würde es fragen. Man soll das Publikum nicht unterschätzen;, es hat ein sehr sicheres Gefühl für Echtes und Falsches... Nein, so ging es nicht weiter? Daß auch Charly weggefahren war! Wie sie ihm fehlte! Ja, sie fehlte ihm. Er brauchte sie, er wollte sie sehen... Charlys kleiner Wagen zog ihn wie ein Maanet an. Er aing in die dunkle Sammel'' garage hinein und öffnete den Schlag. Der Wagen war nicht verschlossen. Es hätte auch keinen Sinn gehabt; das ganze Perdeck war ja nur ein lächerliches Dingchen. Der hat Charly nun glücklich gemacht? Der kleine gebrauchte Wagen, der gewiß nur aus Mucken bestand? Ja, so etwas kann Charly glücklich machen. Wie hübsch das ist! Das ift lebensechter als alle überwältigende Großartig' feit. Setzen wir uns mal in den Wagen! Ach, ganz nett! Hundert Kilometer zeigt der Geschwindigkeitsmesser an. Er wird froh sein, wenn er siebzig schafft... Das Steuerrad ist griffig es ist wie ein Spielzeug. Sicher hat Charly ihre Hände so auf das Rad gelegt und barm gedreht? Er probierte. Ja: So hielt sie ihre Hände. Nein, 1 die Linke etwas höher. So etwa! i (Fortsetzung folgt.) Amtsgericht Gießen. Durch Strafbefehl hatte die Ehefrau W. St. in Gießen wegen gefährlicher Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von einem Monat erhalten. Gegen diesen Strafbefehl hatte sie Einspruch eingelegt. odt die Kameraden und Kameradinnen des '" hrgangs 1889, um gemeinsam die Feier