Nr. 125 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, l.)unil9Z9 Metzener Anzeiger Auf deutschem Boden. Herzlicher Empfang in Rosenbach. Rosenbach, 31. Mai. (DNB.) Aus ihrer Fahrt nach der Reichshauptstadt trafen nm Mittwoch um 20 Uhr von Belgrad kommend- Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinzessin Olga in Rosenbach ein. Der kleine Bahnhof am Ausgang des großen Karawanken-Tunnels prangte im Schmuck der Fahnen Jugoslawiens und des Dritten Reiches. Schwere Nebelschwaden jagten über die Hänge des Mittagskogels, hier und da fegte der Wind die Hänge rein und dann wurden die tief ins Tal, reichenden Schneefelder sichtbar. Auf dem Bahnhof hatten sich die aus Berlin gekommenen Herren des Ehrengeleites sowie in Vertretung des Reichsführers ^-Obergruppenführer Dr. Ka lt e n b r u n n e r mit dem Inspekteur der Ord- nungspolizei, Generalmajor Meißner und dem Jefpekteur der Sicherheitspolizei, Dr. S t a h l e ck e r, der Kommandeur des XVIII. AK. General der Infanterie Bayer, der jugoslawische Generalkonsul in Klagenfurt, M o v a n o v i c, der italienische Generalkonsul in Kärnten, Zappi, der Landesltatt- hakter, der Oberbürgermeister von Klagenfurt, sämtliche Kreisleiter von Kärnten, di-e Führer aller Gliederungen der Partei in Kärnten und viele andere Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht eingefunden. Neben einer Ehrenkompanie des Gebirgsjägerregiments 139 hatte auch eine Trachtengruppe, in der die Hellen roten Jacken der Männer und die schweren Goldhauben der Frauen ein prächtiges Bild ergaben, Aufstellung genommen. Auf den Berghängen, die steil über dem Bahnhof aufragen, hatten sich die Einwohner von Rosenbach und viele Bauern von den Berggehöften versammelt. Generalmajor o. Richthofen erstattet an der Ueberseebrücke dem Generalfeldmarschall Göring Meldung von der Rückkehr der Legion Condor. — (Bildtelegramm Scherl-Äilderdienst-M.) fahrt auftauchen. Schlagartig setzen die Sirenen aller im Hafen liegenden Schiffe zur Begrüßung der deutschen Spänienfreiwilligen ein, deren rotgoldenes Banner am Mast der „Stuttgart" flattert. Auf dem Dock und den Helligen der Werften haben Tausende von Werft- und Hafen- arbeite™ Aufstellung genommen. Unaufhörlich geht das Grüßen und Winken hin und her. Während die „Stuttgart" zum Kuhwärder Vorhafen verholt wird, um mit der Ausschiffung der Spanienkämpfer zu beginnen, naht, von einer Welle beg-eifierten Jubels begleitet, die „Sierra Cordoba" und in qe- ringem Abstand der KdF.-Riese „Wilhelm Gust- loff". Vom Hinteren Mast wehen fast bis an die Wasserfläche niederrcichcnd die Heimatwimpel. Berlin erwartet heute nachmittag Vas Prinzregentenpaar. Der deutsch-dänische Nichtangriffspakt. Feierliche Unterzeichnung in Berlin. Berlin, 31.2Nai. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Königlich- Dänischen Regierung über den Abschluß eines Richl- angriffsverlrages sind zum Abschluß gekommen. Am Mittwoch wurde im Auswärtigen Amt der Richt- ongriffsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark durch den Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und dem Königlich-Dänischen Gesandten in Berlin, Kammer- Herrn herluf Zahle, unterzeichnet. Der Vertrag, der aus zwei Artikeln und einem Zeichnungsprotokoll besteht, stellt einen wichtigen Bei- krag zur Sicherung des Friedens in Europa dar. Aus Anlaß der Unterzeichnung gab der Reichsminister des Auswärtigen ein Frühstück im Hotel Adlon, an dem neben dem dänischen Gesandten, Kammerherrn herluf Zahle, der Presseattache an der Gesandtschaft, per Faber, Legationsrat Steenfen-Lelh und Attache Eollftrop, Reichsminister Graf Schwerin -Krosigk, Staatssekretär von w e i z s ä.ck e r, die Ünter- staatssekretäre Woermann und Gauß und weitere Vertreter des Auswärtigen Amtes teil- nahmen. Ministeriums bekanntgegeben. Der Vertrag wird vom Außenminister Dr. Munch in einem für morgen Vormittag einberufenen Staatsrat vor- gelegt werden, zu dem der König aus feiner Sommerresidenz bei Stagen nach Kopenhagen kommt. Zum Zweck seiner Ratifikation wird das Berliner Abkommen im Anschluß daran dem Folk eting, das morgen Mittag Zusammentritt, unterbreitet und dann dem Landtag zur Verabschiedung überwiesen werden. Im Hinblick auf die beifällige Aufnahme, die schon der Gedanke eines Nichtangriffspaktes mit Deutschland in der Presse fast aller Parteien gefunden hat, ist die Annahme des Berliner Vertrages im dänischen Reichstag mit großer Mehrheit sicher zu erwarten. denen Pfeile trägt, der dem Generalfeldmarschall bereits vor Jahresfrist von General Franco verliehen wurde, und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in lebhaftem Gespräch. Die KdF.-Flotte nimmt Kurs auf die Ueberseebrücke. Die Jacht „Hamburg" legt gegen 12.30 Uhr an den Landungsbrücken in Neumühlen an, wo Generalfeldmarschall Göring ich an Land begibt, um im Kraftwagen zur Ueberseebrücke zu fahren. Begciflerter Empfang im Hasen. Jetzt hallen die Salutschüsse der Flakbatterien vom Neumühlener Ufer den Strom herauf, und nicht lange währt es, bis die großen Schornsteine des KdF.-Schiffes „Stuttgart" über der Hafenein- Aimahme voa Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u* behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Festlicher Empfang der Legion Eondor. Generalfeldmarschall Göring entbietet den Spanien-Freiwilligen den Willkommgruß der Heimat. gliedschaft in Genf zu verzichten. Zu derselben Ueberzeugung scheint auch der schwedische Außenminister Sandler nach seinen letzten Erfahrungen in Genf gekommen zu sein, jedenfalls hat er sehr eindringlich auf die Schwierigkeit der Lage der nordischen Völker in ihrem Verhältnis zur Genfer Liga aufmerksam gemacht. Kr. Die Ratifizierung in Kopenhagen Kopenhagen, 31. Mai. (DNB.) Die Beendigung der deutsch-dänischen Verhandlungen in Berlin mit der Unterzeichnung eines gegenseitigen Nichtangriffspaktes wurde der dänischen Oeffent- lichkeit durch eine Mitteilung des dänischen Außen- Erschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postschecktonto: Frankfurt am Main 11688 Wehrmacht zugegen. Jlad) Abschreiten des vor bet Bahnhofshalle angetretenen Ehrenbataillons bet gleitet der Führer die jugoslawischer! Gäste zum Schloß Bellevue. An den Zufahrtsstraßen bildet die Wehrmacht Ehrenspalier. Gegen 16 Uhr treffen die hohen. Gäste im Schloß Bellevue ein, wo sich der Führer mit seiner Be^ gleitung von ihnen verabschiedet. Um 17 Uhr empfängt der Führerden prinzregen» len in der Reuen Reichskanzlei. Um 17.45 Uhc siattet der Führer dem Prinzregenten und prin« zessin Olga im Schloß Bellevue seinen Gegenbesuch ab. Um 20.30 Uhr veranstaltet der Führer zu Ehren seiner jugoslawischen Gäste eine Abendtafel im „Haus des Führers". Die Aeichshauptstadt im Festschmuck. Der Führer hat das neue fertiggestellte Gästehaus des Reiches, Schloß Bellevue, besichtigt. Geleitet von Staatsminister Dr. Meißner und dem Architekten Professor Baumgarten, der den ehrwürdigen Historischen Bau innerhalb kürzester Zeit zu einem wahren Schmuckkästchen ausgestaltet hat, ließ er sich besonders die Repräsentations- und Wohnräume zeigen, in denen die Königlichen Hoheiten während ihres Staatsbesuches Aufenthalt nehmen werden. Besonders reichen Fest sch muck haben die Innenstadt mit dem Regierungsviertel, die Anfahrtstraßen vom Lehrter Bahnhof zum Schloß Bellevue und die Ost-West-Achse erhalten. Von Häuserfronten und hohen Bannermasten leuchtet neben den Hakenkreuzflaggen immer wieder in dichter Folge das Blauweißrot der jugoslawischen Fahne. An der Ost-West-Achse sind die Aufbauten der Adlerwände und Flammensäulen zum Teil durch vergoldete Wappen Jugoslawiens ersetzt worden. Sie tragen nun abwechselnd das Hoheitszeichen des Reiches und die jugoslawische Königskrone mit dem Doppeladler. Die zwei ersten " gewaltigen Fahnentürme auf dem Pariser Platz sind gleichfalls mit den Farben Jugoslawiens blauweißrot verkleidet worden und zeigen, gekrönt von dem goldenen jugoslawischen Wappen, im dichten Kranz die Flaggen der beiden befreundeten Nationen. Für die Abendstunden ist eine bunte Festbeleuchtung der Innenstadt vorgesehen. Dom, Universität, Staatsoper und die umliegenden historischen Baulichkeiten, aber auch der Wilhelmplatz und die Wilhelmstraße werden von ungezählten Scheinwerfern a n g e- st r a h l t. Ebenso wird das Schloß Bellevue in Hells Lichtfluten getaucht fein. Als besondere Ehrung für die Gäste ist gegenüber dem Schloßportal eine riesige Wand mit den jugoslawischen Bannern und der Königskrone errichtet worden, die bei Einbruch der Dunkelheit gleichfalls angestrahlt wird. Göring fährt den Freiwilligen entgegen. An Bord der Jacht „Hamburg", 31.Mai, (DNB.) Der freundliche Hamburger Vorort Neumühlen mit seinen grünen Hügeln und mit den chmucken Wohnhäuschen trägt reichen Festschmuck. An der Landungsbrücke steht eine Ehrenkompanie der Luftwaffe, eine Ehrenhundertschaft Schutzpolizei und Ehrenabordnungen aller Parteigliederungen. Am rechten Elbufer 'ist auch eine Flakbatterie auf- gebaut. Der Nebel hat sich heute morgen erst spät gelichtet, und die Fahrt der Schiffe mit den deutschen Spanienfreiwilligen elbaufwärts hat sich dadurch um rund drei Stunden verzögert. Nun liegt Heller warmer Sonnenschein über Strom und Land. Um 10.20 Uhr trifft der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, mit feiner Begleitung an den Landungsbrücken Neumühlen ein. Der Generalfeldmarschall besteigt die Jacht. Nach knapp zehn Minuten Fahrt passiert die Jacht die in Kiellinie fahrende 6. Torpedoslottille. Kurz nach Blankenese wird das erste der KdF.- Schifse passiert. Es ist die „Stuttgart". Das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", das der „Stuttgart" folgt, feuert 19 Salutschüsse. Die Flakbatterie antwortet vom Lande her. Generalfeldmarschall Göring und seine Begleiter erwidern die Grüße der deutschen Spanienkämpfer und der Kriegsschiffbesatzung. Im Abstand von einigen hundert Metern folgt die „Sierra Cordoba". In etwa 500 Meter Abstand kommt dann das Riesenschiff „Wilhelm Gustlosf" vorbei. Alle Decks sind mit den deutschen Spanien- freiwilligen besetzt. Die Offiziere salutieren, die Mannschaft steht in straffer Haltung. Auf der Höhe des Sülberges passiert als nächstes Schiff „Der Deutsche" die Jacht. Es naht das Flaggschiff der KdF.-Flotte „Robert Ley", das den Kommandeur der Legion Condor, Generalmajor von Richthofen, und die spanischen Generale an Bord hat. Auch hier füllen Offiziere und Mannschaften alle fünf Decks des großen Schiffes. Unbeschreiblich ist der Jubel. Von Bord des „Robert Ley" hört man die Klänge der deutschen Hymnen. Die „Hamburg" wendet nun und folgt der KdF.-Flotte auf ihrer Fahrt zum Hamburger Hafen. An Bord der Jacht sind Generalfeldmarschall Göring, der heute die große Kette vom Großkreuz des Ordens der Gol- Der Nichtangriffspakt zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark, der jetzt unterzeichnet wurde, ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Für die dänische Seite war der Ausgangspunkt zu diesem diplomatischen We>rk die Neutralitätspolitik der nordischen Länder, die in immer stärkerem Maße ihre Unabhängigkeit und ihre Unantastbar- k e i t unterstreichen, um sich in keinerlei Mächtekombinationen, die gerade den Kleinen gefährlich werden könnten, hineingezogen zu werden. Diese Haltung wird gerade den nordischen Staaten nicht leicht gemacht von jenen politischen Faktoren, die ein Interesse daran haben, Gefühle des Mißtrauens und der Unverträglichkeit gegenüber den autoritären Staaten zu nähren, um die auf diese Weise Ein geschüchterten zu veranlassen, sich vielleicht doch noch in die englische Friedensfrontverwirrung verstricken zu lassen. Deutscherseits war der Anlaß zu dein Paktangebot an Dänemark der Wunsch, auch in sichtbarer Form zu dokumentieren, daß das Reich gar nicht den Wunsch hat, andere Staaten zu irgendwelchen dunklen Zwecken an sich hercmzu- ziehen oder auch ihre Selbständigkeit in irgendeiner Form in Frage zu stellen. Wenn von den skandinavischen Staaten gerade in letzter Zeit wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde, daß man alles tun müsse, um seine Entschlußfreiheit zu behalten, dann hat diese Einstellung vollauf Verständnis auf der deutschen Seite gefunden. Das Zustandekommen des Paktes zwischen Berlin und Kopenhagen ist also einerseits ein Beweis dafür, daß Deutschland auch mit seinem dänischen Nachbarn auf der Basis bester nachbarlicher Beziehungen zu leben wünscht und daß jede Verdächtigung Deutschlands, als habe es irgendwelche Absichten, in die Verhältnisse der kleineren Nachbarn einzugreifen, als ein übles Manöver entlarvt ist. Andererseits hat Dänemark durch seine Unterschrift zu erkennen gegeben, daß es sich auch weiterhin aus seiner Neutralitätspolitik nicht herauslvcken lassen will, und damit stillschweigend die Verpflichtung übernommen, dänisches Gebiet und dänische Einrichtungen niemals für irgendeine Aktion gegen Deutschland mißbrauchen zu lassen. Eine solche Klarstellung war vielleicht um so notwendiger, da die Westmächte nicht ruhen, alles an sich heranzuziehen, was zur Durchsetzung ihrer politischen Bestrebungen als notwendig erkannt ist. Hierzu rechnen sie in erster Linie Diejenigen kleinen Staaten, von denen sie annehmen, daß sie in Fragen ihrer Unabhängigkeit und Neutralität, noch nicht auf festen Füßen stehen, und die nicht hinreichende Beweise geliefert haben, daß sie zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit ihre ganze- Kraft einsetzen. Im Zusammenhang mit diesen grundsätzlichen Fragen macht sich bei den skandinavischen Staaten eine deutliche Genfmüdigkeit, um nicht zu sagen eine Genfkrise, bemerkbar. Aus vielen Anzeichen, nicht zuletzt aus der Behandlung der Aalandsfrage, glaubt man im Norden den Schluß ziehen zu können, daß die Genfer Institution eigentlich nur noch dazu dient, dunkle Gelüste zu verbergen und ihnen einen Mantel der Legitimität umzuhängen. Die aufdringliche Art, wie man kleinen Staaten Hilfeleistung verspricht, hat ja auch andernorts schon den Verdacht groß werden lassen, daß diese Art von Hilfeleistung nur dem Zwecke diente, den Einkreisungsmächten für kommende Fälle das Glacis für ihren Aufmarsch zu sichern. Das Schlagwort von der Präventivaggression, das unvorsichtigerweise in die Diskussion geworfen worden ist, hat die kleinen Staaten ganz erheblich auf- horchen lassen. Gerade auch aus Norwegen hört man jetzt wiederholt warnende Stimmen vor den Gefahren der Genfer Liga. Hier werde der Versuch unternommen, die Mitgliedsstaaten unter Einschaltung des Genfer Statuts zu stillschweigenden Komplicen einer Politik zu machen, die darauf gerichtet ist, die Lebensinteresftn Deutschlands und Italiens einzuengen und zu schädigen. So ist es kein Wunder, daß man sich allen Ernstes vor die Alternative gestellt sieht, entweder sich das Recht auf strikte Neutralität zu erhalten oder auf die Mit- General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfifätsdruckerei «.Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Um punkt 20 Uhr rollte, aus dem Karawcmken- Tunnel kommend, der Sonderzug mit dem Prinzregentenpaar in den Bahnhof. Der Musikzug intonierte den Präsentiermarsch. Prinzregent Paul stieg unter dem Jubel der Bevölkerung aus seinem Wagen und wurde zuerst vom Chef des Protokolls, Gesandten Freiherrn v. Dörnberg, begrüßt. Der Jubel steigerte sich noch, als auch Prinzessin Olga den Wagen verließ und sich zur Kärntner Trachtengruppe begab. Erst überreichte ihr ein Mädchen einen Blumenstrauß, dann ein zweites, dann ein drittes und bald wurde die Prinzessin von Blumen überschüttet. Unter nicht endenwollenden Sieg-Heil-Rufen begab sich das Prinzregentenpaar in den Wagen zurück. Um 20.30 Uhr verließ, unter den Klängen der jugoslawischen Hymne, der Sonderzug den Bahnhof Rosenbach, um über die Tauernstrecke Berlin zu erreichen. Das Programm des ersten Besuchstages. DerFührer bcgrützt dasPrinzregentenpaar am Lehrter Bahnhof. Berlin, 1. Juni. (DRV.) Heule um 15.30 Ufjr treffen Prinzregent Paul und Prinzessin Olga auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein, wo der Führer, begleitet von Generalfeldmarschall Döring und Frau Göring sowie vom Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop die jugoslawischen Gäste begrüßt. Bei dem Empfang sind zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter sowie führende Persönlichkeiten von Staat, Partei und 77777, 1 d M \ 44; -> 4<<-; M! schen Legion, geführt Generalmajor F r e i h IS Am Englands Russenpakt der Weiter^ richtete der Generalfeldmarschall an alle ausgezeichneten Freiwilligen noch einige persönliche Worte der Anerkennung und teilte mit, daß das Flakre giment Fürth und die Luftnachrichten-Abteilung in München heute be- reits am rechten Unterarn das blaue Band mit der silbernen Inschrift und der Bezeichnung „Legion i Tondor" trage. Der Befehlshaber der Legion, Gene- ralrnajor Freiherr von Richthofen, dankte dem Generalfeldmarschall für seine Worte der Am erkennung. Alle Freiwilligen seien stolz, aber auch beschämt durch diese Worte. Beschämt, weil manche An der Westküste der Vereinigten Staaten betrage beispielsweise der jüdische Prozentsatz oft bis zu Der Vorbeimarsch der Legion Condor vor Generalfeldmarschall ©bring auf dem Karl-Muck-Platz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) die Blockade hielt ihn ab, in der eigentlichen Heimat den Kampf aufzunehmen. Es waren damals zu-1 nächst die einsatzbereiten und kühnen F l u g k a v i • täne unserer Lufthansa, die sofort bemI Befehl Folge leisteten und hinüberellten, um mit! ihren Maschinen die Freiheitsarmee Spaniens auf heimatlichen Boden über» zuführen. Es war dies ein schwerer, aber entscheidender Transport. So begann der große gewaltige Freiheitskampf des Generalissimus gegen den roten Feind. Bald aber zeigte sich, daß in diesem Kampfe eine Einmischung der Dem o k r a - tien und der Sowjets erfolgte. Sie standen von Anfang an gesinnungsgemäß an der Seite der roten Anarchie und leisteten reichliche Hilfe. Es zeigte sich vor allem, daß ohne die Luftherrschaft der Kampf nicht zu gewinnen war. So sprang Deutschland auch hier ein und sandte dem befreundeten Spanien seine Flieger. Kampfflieger, Sturzflieger, Aufklärungs- und Jagdflieger, schwere und leichte Flak, Luftnachrichten- abteilungen eilten hinüber, an ihrer Seite Freiwillige aus Heer und Marine. Wo immer Grohkampf war, wo immer es Brennpunkte des Kampfes gab, dort wurde die Legion Condor vom Generalissimus Judentum und Kommunismus die wahren Feinde Amerikas. Die Schiffe bei der Einfahrt in den Hamburger Hafen. 2m Dordergruno ,,- 0ie vcyisse „Sierra Cordoba". - (Scherl-Bilderd.enst-M.) stattfand. Feierliche Begrüßung aus der Morweide. er erklärte: Görings Ansprache Partner knüpften jedoch an diesen Punkt Darbe« halte, die befürchten ließen, daß der Beistandspakt unter Umständen nur a u f dem Papier stehen würde. Was die Garantie der o st europäischen Staaten anbelangt, so müsse die Sowjetregierung unbedingt fordern, daß alle diese Nachbarstaaten ausnahmslos eine solche Garantie von Paris, London und Moskau erhalten müßten, darunter auch vor allem die baltischen Staaten. Enttäuschung in London. London, 1. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach der Rede Molotows ist die Londoner Moraenpresse wie vor den Kopf geschlagen. Man hatte allzu sicher damit gerechnet, daß er die Annahme der britischen Vorschläge durch die Sowjetunion bekanntgeben würde, und kann daher jetzt Verstimmung und Aerger über die Einwendungen Moskaus nicht verheimlichen „Times" schreibt, der Sowjetaußenkom- missar habe nicht gesagt, was den Abschluß eines Abkommens unmöglich mache. An den Einwendungen und Vorbehalten Molotows gebe es nichts, was nicht durch weitere Derhandlunaen ausgeräumt werden könnte. „Daily Telegraph" betont, die ernsthaften Schwierigkeiten dürften nicht unüberwindlich sein. England sei fest entschlossen, jede Verpflichtung bis zum i-Punkt zu erfüllen. Es wäre ein böses Mißgeschick, wenn der Erfolg der dreiseitigen Verhandlungen im Endstadium an dem Mangel an gegenseitigem Vertrauen oder an einem unzulänglichen Wissen von den Absichten des anderen scheitern sollte. Eine Losung, so meint „News Chronicle", könne jetzt nur noch ein per-. ein Geschwader, ein Flakregiment und eine Nachrichtenabteilung vorn Führer den Namen „Legion Condor" verliehen bekommt. Ihr kehrt zurück, reich an Erleben und reich an Ruhm, umjubelt von eurem ganzen Volk, das euch rmt Sehnsucht erwartet. Wir sind stolz auf euch. Das Volk hat an eurer Haltung und an eurer Leistung erkannt, daß es sich auf seine Wehrmacht verlassen kann. Mag kommen, was kommen will. Ihr habt bewiesen, daß wir unbesiegbar sind und blet= ben werden. In wenigen Tagen erwartet eurt) der Führer. Ihr durst an ihm vorbeimarschieren, ihm in die Augen blicken. Sein Lob und sein Dank wird euer schönster Lohn sein für alles das, was ihr für euer Volk und euer Vaterland in der Ferne Meine Kameraden von der Legion Condor! Im Spätsommer und im Herbst 1936 drohte Spanien, dieses stolze, freiheitsliebende Land in einem Blut- rausch bolschewistischer Anarchie unterzugehen. Da klang d e r H i l f e r u f j e n e r M ä n n e r, die sich gegen dieses Verderben stemmen wollten, auch nach Deutschland. Es war schon damals der tapfere kom wende Führer Spaniens, General F r a nc o der sich an unseren Führer wandte mit der Bitte, i h m beizustehen im Abwehrkampf gegen den roten Feind Es war für uns selbstverständlich, daß wir die erbetene Hilfe hinübersandten und in diesen Abwehrkampf mit eintraten. Am Anfang war diese Hilfe noch nicht groß, trotzdem aber von entschei- dender Bedeutung. Denn noch stand der kommende Retter Spaniens mit seiner stolzen Marokkanischen Kameraden nicht hier stehen konnten, die auch ihrer- seits ihr Bestes gegeben hätten. Beschämt auch, weil jeder wisse, daß er nicht mehr getan habe als feine Psticht als deutscher Soldat dem Daterlande gegenüber und gegenüber dem Volk. Empfang im Rathaus. Noch dem Festakt auf der Moorweide fand im Hamburger Rathaus auf Einladung des Reichsstatthalters Kaufmann em Empfang statt, der durch die Teilnahme von Generalfeldmarschall Goring, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und des Kommandeurs der Legion Condor, Generalmajor Freiherr von Richthofen, sein besonderes Gepräge erhielt Auch die früheren Kommandeure der Legion, General der Flieger Sperrte und General der Flieger Volkmann, waren mit den nach Deutschland gekommenen spanischen und italienischen Generalen erschienen. Noch einmal hieß der Reichsstatthalter die Legion Condor in Hamburg willkommen und begrüßte sodann die Vertreter des befreundeten Spaniens und Italiens. Ganz besondere Freude aber empfinde Hamburg darüber, daß der Führer den Ehrenbürger der Hansestadt, Generalfeldmarschall Göring, ausersehen habe, der Legion seinen Gruß und seinen Willkomm zu entbieten. In einem Rechteck nahmen die Mitglieder Legion Aufstellung. Außerhalb des Rechtecks waren zwei Batterien schwere Flakgeschütze aufgefahren. Viele Zehntausende säumten die Moarweide. Zwi° | schen den deutschen Offizieren sah man auf der Tribüne zahlreiche spanische und italienische Offiziere. Die spanischen Generale erschienen in Begleitung der beiden früheren Befehlshaber der Legion (Eonbor, Sperrte und Dolkmann. Um 16.30 Uhr erschien Generalfeldmarschall Göring. Die Legion präsentierte das Gewehr, der Präsentiermarsch der Fliegertruppe erklang. Generalfeldmarschatt Göring schritt, begleitet von dem Befehlshaber der Legion, Generalmajor Freiherr von Richthofen, die lange Front der Legion ab und begab sich bann auf die (Ehrentribüne. Don hier aus richtete der General- feldmarschall eine Ansprache an Die Legion, in der „Amerika", so fuhr Moseley fort, „steht heute mehreren dringenden Problemen gegenüber. Eines der dringendsten ist die Bekämpfung der Agitation, die von Küste zu Küste geht, um die Vereinigten Staaten in einen Krieg zu verwickeln. Em anderes ist die Notwendigkeit, daß der USA.=$ra« frbent alle Juden und Kommunisten frist- los aus dem Staatsdienst entlaßt. Mofe- ley kritisierte sodann die amerikanische Presse, die überwiegend unter fremden Einflüssen stehe und ein unzutreffendes Bild der internationalen Lage gebe. Während des Banketts in Atlanta (Georgia) habe er, so erklärte Moseley weiter, neben dem Rabbiner Da- vid Marx gesessen, der die 08A.-Flagge als ein wertloses Stück Baumwolle bezeichnete und unverblümt erklärte, jeder Jude sei zuerst Internationalist und bann „Patriot"! Die Behauptung des amerikanischen Kommuniftenhäupttinar Browder, die kommunistische Partei Amerikas habe nur 100 000 Mitglieder, bezeichnete Moseley als erlogen. Im Gegenteil hielten sich in den Vereinigten Staaten sechs Millionen Kommu- n i ft e n auf. Dazu kämen noch weitere sechs Millionen ungesetzlich eingeschmuggelte Ausländer, die bereit seien, mit den ^Kommunist en gemeinsame Sache zu machen. Nach seinen Feststellungen würden sämtliche kommunistische Orga» nisattonen völlig von Juden kontrolliert. Kaum hat der „Wilhelm Gustloss" vor der lieber» seebrücke verholt, als der riesige Leid des KdF.- Flaggschiftes „Robert Ley" sich nähert. Auf dem Sonnendeck und dem Promenadendeck sind die deutschen Freiwilligen, Gewehr bei Fuß, an getreten. Schnell und reibungslos gehen die Anlegemanöver vonstatten, und bald liegen die beiden mächtigen Schiffskolosse fest vertäut an der geschmückten Ueberseedrücke, während das KdF.-Schiff „Der Deutsche" an der St.-Pauli-Brücke festmacht. Als Generalfeldmarschall Göring vor der Ueberfee» brücke eintrifft, schreitet er die Fronten des Ehren- bataillons der Luftwaffe und der Ehrenkompanie der Kriegsmarine ab und begibt sich sodann zum Anlegeponton der Ueberfeebrürfe. Der Kommandeur der deutschen Legion, Generalmajor Freiherr von Richthofen erstattet dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe Meldung. Der Generalfeldmarschall Ein Zwischenbescheid Bolotows Moskau, 31. Mai. (DNB.) Heute trat der Oberste Sowjet wieder zusammen. Der Sitzungssaal im großen Kreml-Palais war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Volkskommissare ur.b Parteigewaltigen, mit Stalin an der Spitze, waren anwesend, ebenso die Leiter fast aller Auslandsvertretungen in Moskau, darunter der brittfche Botschafter Sir William S e e d s und der gestern eiligst nach Moskau zurückgekehrte Botschafter Frankreichs, N a g g i a r d. Nach der raschen Erledigung einiger Fragen zum letzten Punkt der Tagesordnung bestieg der Regierungschef und Außenkommissar Molotow die Rednertribüne zu einer außenpolitischen Erklärung. Molotow gab eine im allgemeinen zurückhaltende Uebersicht über den Stand der auswärtigen Beziehungen der Sowjetunion. Die mancherorts gehegte Hoftnung, daß mit der Rede Molotows bereits das „letzte Wort" Moskaus in den gegenwärtigen Paktverhandlungen gesprochen werde, durfte sich nicht erfüllt haben. Im Gegenteil, der Außenkommissar äußerte unverblümt, Daß in den miditigften Punkten der zwischen Moskau, London und Paris schwebenden Bündnisverhandlungen noch nicht die Ergebnisie erzielt worden seien, welche den Wünschen der Sowjetregierung entsprächen. Er bemerkte, daß sich die Westmächte nach längerem Hin und Her zwar entschloßen hätten, den Standpunkt der Moskauer Regierung anzunehmen, daß der Frieden aber nur durch ein „effektives Beistandsbündnis" zwischen der Sowjetunion, England und Frankreich gesichert werden könne. Die westeuropäischen Verhandlungseingesetzt. Unter der entschlossenen und tapferen Führung der von mir hinübergesandte Befehlshaber, zunächst I des Obersten Warlimont, dann des Generals Sperrte, des Generals V o l k m a n n und des Generals von Richthofen leistete die Legion Unerhörtes an Einsatz, Tapferkeit und Vorbild. Die j junge, neugeschaffene deutsche Luftwaffe brannte darauf, beweisen zu können, daß sie dem F e i n o wieder gewachsen war, zeigen zu können, daß der Geist eines Richthofen, Boelcke und 3mmeb | mann in ihr lebte wie einst in der ruhmreichen Flie-1 gerei des Weltkrieges. Wo immer die Flieger der Legion auftauchten, da packten sie den Feind, schlugen ihn zu Boden und vernichteten ihn. Es ist unsere und des ganzen deutschen Volkes und auch der Legion höchste Pflicht, in diesem glückhaften Augenblick der toten Helden der Legion zu ge» denken. Die Namen sollen uns allen unvergeßlich bleiben. Den Angehörigen möge es ein Trost fein, daß das ganze deutsche Volk Anteil an ihren schweren Verlusten nimmt. Der Dank des Führers. heißt chn und die deutsche Legion im Namen des Führers und des Vaterlandes aufs herzlichste in der Heimat willkommen: „Die Legion , so sagt D Generalfeldmarschall, „hat hervorragend und mtt tiefer Hingabe getämpft. Ich bin sehr ftoU aut Euch!" Auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wechselt Händedrücke mit bem Kommandeur der deutschen Legion, der ihm den Dank für bte über aus gute und fürsorgliche Aufnahn^ der beutle Freiwilligen an Bord der KbF.'Sch^ffe au^sp ch- Generalfeldmarschall Göring begibt sich fobann 311m Hamburger Zoo, um die Ausstellung „S e gen de s Meere s", die das besondere Interesse Her- mann Görings als Beauftragten für ben Vier jahresplan findet, zu besichtigeni. Nachfernem «einen Frühstück begab sich Generalfeldmarschall Gorma Le7 ° °bzunehmen. em Generaiseldmarschall Lange hat das Volk von euch nichts gewußt. Ganz im Stillen habt ihr eure schwere Arbeit vollbracht, ganz ohne Ruhmredigkeit. Nirgends wurde von euren Heldentaten gesprochen. Heute aber bekennt sich das ganze deufiche Volk zu seinen kühnen Kämpfern im spanischen Frecheitskampf. Heute steht ihr, die ihr zuletzt die Kämpfe miterlebt habt, hier, und in wenigen Tagen stehen an eurer Seite weitere Tausende, die ihr abaelöst habt und die vor euch in Spanien ihre Pflicht erfüllten. Ihnen lallen gilt unserDank, der Dank des Dater- 4Ul. lanbes, Der Dank des Führers. Der Führer, euer der Oberster Befehlshaber, hat dieser Dankbarkeit auch äußerlich Ausdruck gegeben, indem er einen Or- Den gestiftet hat, der in drei Klaffen verliehen werden soll: alle Teilnehmer erhalten das bronzene Kreuz mit Schwertern. Diejenigen, die mit dem Feind in Berührung kamen, die ge- kämpft und gefochten haben, das gleiche Kreuz i n Silber. Diejenigen, die sich hervorgetan haben an Kühnheit, Mut und Tapferkett das Kreuz i n G o l d. Diejenigen aber, die in ungewöhnlicher Art, beispielhaft hinausragend über alle anderen Leistungen vollbrachten, erhalten das goldene Kreuzmit I B r i 11 a n t e n. So hat der Führer ein Zeichen feines Dankes gegeben für eure Leistungen, für eueren Mut und eure Tapferkeit. Wenn ihr, Kameraden, nun in euere Truppenteile zurückkehrt, wenn I in wenigen Tagen die Legion Condor aufgelöst wird, weil sie mit Stolz melden konnte, daß ihr Auftrag erfüllt sei, dann soll doch der Name in der deutschen Luftwaffe fortleben als unvergang- ! sicher Ruhmeskranz dieser Legion dadurch, daß Washington, l.Juni (DNB.) Der Kongreh- ausschuß zur Untersuchung umstürzlerischer Umtriebe verhörte den in den Ruhestand versetzten Generalmajor van Horn-Moseley, der wich- tige Enthüllungen über bie Revolutions - plane der Juden und der in ihrem Kielwasser schwimmenden Kommunisten angekündigt hatte. Der Vorsitzende Healey untersagte dem General die Verlesung einer vorbereiteten Erklärung und verlangte dafür die Beantwortung beftiifmiter Fragen. Moseley schlug mit der Faust auf den Tisch und fragte, ob dem Ausschuß nichts an der Bloßlegung der unamerikanischen Methoden bestimmter Kreise gelegen sei. Er werde d"m amerikanischen Volk Gelegenheit geben, seist d i - Lage * u beurteilen, wenn der Ausschuß Dies verhindern wolle. Er habe den Generalstabschef Craig wiederholt vor jüdischen Umsturzkomplotten gewarnt, von denen er auf Grund von Jnformgttonen des Reserveoffiziers James Campbell Kenntnis echalten habe. Campbell fei fein Verbindungsmann in den exklusiven Neuyorker „Harmoniehubs" gewesen und habe zahlreiche Gespräche maßgebender Juden übethört. Auch der Spionagedienst der Armee habe seinen Berichten die größte Bedeutung beigemessen. Moseley erhärte, Roosevelt solle die amerikanische Armee lieber zur Bekämpfung des Kommunismus benutzen, als ihr zu erlauben, Pläne zur Bekämpfung Deutschlands zu schmieden. Die kommunistische Krankheit, die heute die Vereinigten Staaten heim- suche, könne in fünf Minuten geheilt werden. Roose-1 beispiels velt brauche die Armee nur zu ermächtigen, die 90 v. H. umstürzlerischen Umtriebe der Juden zu untersuchen. | 3W„be I ibn in' °i7°nM°ch°n W von den Bannern der beiden befreunDeten Stationen i festlich umrahmt ift Als Generalfeldmarschall ! G ö r i n g mit Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und i Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann sowie Vertre- l lern der Generalität und Admiralität erscheint, dran- den ihm die Jubelrufe der Hamburger entgegen. Man i sieht auch die früheren Kommandeure der deutschen Legion, General der Flieger Sperrte und General der Flieger Dolkmann, sowie den deutschen Militärbeauftragten, Oberst d. G. v. Warlimont. Ungeheurer Jubel erklingt, als die Spitze der deut- schen Legion, geführt von ihrem Kommandeur, Generalmajor Freiherr von Richthofen, vom Zeughausmarkt her den Holstenwall entlang in Sicht kommt. Die Freiwilligen werden mit einem wahren Blumenregen überschüttet. Mit Begeisterungsstürmen wird Generalmajor Freiherr von Richthofen gefeiert, als er mit gesenktem Degen an Generalfeldmarschall Göring vorbeimarschiert, um sodann an der Seite des Oberbefehlshabers der deutschen Luftwaffe Ausstellung zu nehmen Nach den Stabsoffizieren folgt das rotgoldene Feld- zeichen der deutschen Legion mit den Hakenkreuzen des neuen Deutschlands und den Symbolen der spanischen Falange geschmückt. Dann eröffnen die Kampfflieger den Vorbeimarsch. In glänzender Haltung, umtost vom Jubel der Massen, marschieren | sie an ihrem Oberbefehlshaber vorbei, der immer I wieder den Marschallstab zum Gruß erhebt. Die Jagdflieger und die AufNärer schließen sich an, gefolgt von den Aufklärern zur See, auch sie alle mit brausenden Begeisterungsstürmen überschüttet. Mit aufgepflanztem Seitengewehr folgen Flakabteilungen, Luftnachrichtentruppe, Sanitätsabteilungen. Begeistert von den Zehntausenden gefeiert, verlaßt Generalfeldmarschall Göring schließlich den Karl- Muck-Platz, um sich zum Hause des Reichsstatt- Halters zü begeben. Die Männer der deutschen Legion marschieren durch das jubelnde Spalier zur Moorweide, wo der festliche Begrüßungsakt In Hörsaal und Fabrik. Zum Abschluß des Deutschen Studententages. Von unserem O. S.-Sonderberichierstaiter. Würzburg, 30. Mai. Fast eine Woche hat ter Deutsche Studententag ter mainfränkischen Gcnchanptstadt seinen Stempel ausgedrückt, haben die Studenten das StraßenbiÜ) Würzburgs beherrscht. Auch wer an den zahlreichen Veranstaltungen nicht teilgenommen hat, mußte in diesen Tagen feststellen, eine wie tiefgehende innere und äußere Wandlung das deutsche Studententum durchgemacht hat. Diese jungen Männer im schlichten Braunhemd stellen — das sah jeder mit Freude — den deutschen Akademiker von heute dar: Aufgeschlossen, frei und offen die Gesichter, straff die Haltung — das war der Eindruck, den man immer wieder von neuem gewann. Unwillkürlich mußte man an die Worte Alfred Rosenbergs denken, die er auf der Großkundgebung auf dem Residenzplatz gesprochen hat: „3n eure Hande, Studenten, ist es mit gelegt, die Zukunft zu gestalten!" „Student sein verpflichtet!" Unter diesem Leitgedanken stand der Deutsche Studententag, der angefüllt war mit ernster, zielbewußter und von hoher Verantwortung getragener Arbeit. Der Student von heute, der mitten im Volk steht, weiß, daß gerade im Dritten Reich Adolf Hitlers die Aufgaben, die seiner harren, besonders zahlreich sind, und daß chre Erfüllung den Einsatz der ganzen Kraft verlangt. Niemand wird dieser Jugend das Recht nehmen wollen, fröhlich zu sein, denn die Arbeit befriedigt erst dann, wenn sie die Freude und den Frohsinn zum Partner hat. Ein für allemal vorbei sind jedoch die Zeiten jener rührseligen Alt-Heidelberg-RomanM, die zudem den deutschen Studenten mehr und mehr dem Volke entfremdet hatte. Das weiß niemand so gut wie der junge Akademiker selbst, und deshalb hat er — unter der zielbewußten Leitung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel — den Weg eingeschlagen, ter ihn vom Hörsaal unmittelbar zum deutschen Volk hinführt, der ihn mit seinen Sorgen und Röten bekannt und' vertraut macht. Der Student und ebenso die Studentin, die heute ihre freie Zeit opfern und in Fabrik oder Büro für Wochen den Platz eines Arbeitskameraden einnehmen, um diesem eine Urlaubsreise zu ermöglichen, stellen heute keine Aus- nahmeerscheinung mehr dar. So ist es — fast un- merklich — im Laufe ter Jahre dahin gekommen, daß die gesamte Nation wieder mit Stolz und Vertrauen auf die Studenten blickt, von denen sie weiß, daß ihre Arbeit nur dem ganzen Volke dient. Man muß dabei an den Refrain des alten Studentenliedes „0 quae mutatio rerum" denken. Diese Verbundenheit des jungen Studenten mit der Nation fand auch ihren sichtbaren Ausdruck in den Kundgebungen und Arbeitstagungen, auf denen führende Männer des Dritten Reiches das Wort ergriffen. Wir erwähnten schon die grundsätzlichen Darlegungen Alfred Rosenbergs, der in der neuen Erforschung des Lebens, der Natur und der Geschichte so bahnbrechende Arbeit geleistet hat. Hauptamtsleiter Claus S e l z n e r, der unter stürmischer Zustimmung betonte, daß an die Stelle der Besitz-Aristokratie die Leistungs-Aristokratie gesetzt werden muß, traf so recht den Kern der Dinge. Und wenn der Chef der schnellen Truppen, General Guderian, zum Ausdruck brachte, daß Wehrhaftigkeit und Studentenschaft, wie auch die Geschichte lehre, eng zusammengehörten, dann fand er damit den gleichen Beifall wie der bayerische Ministerpräsident Siebert, der zum Ausdruck brachte, daß er im Geist Student geblieben sei und die Studenten daher als Kamerad unter Kameraden begrüßen könne. Ob wir nun weiter an die Ausführungen Konrad Henleins, der Reichsfrauenführerin Scholz-Klink und anderer mehr denken, überall mußten wir die Feftstellung treffen, daß der feste Wille der jungen Akademiker, auf dem Platz, auf den sie gestellt sind, das Höchste zu leisten, das hervorstechendste Merkmal war. Es war — eine Tatsache, die besonders hervor- gchoben zu werden verdient — nicht zuletzt auch der kulturelle Wille der Studentenführung, der bei den verschiedenen Veranstaltungen seinen sichtbaren Ausdruck fand. Das Symphoniekonzert unter Hermann Abend roth, der Bruckners VII. Symphonie dirigierte, die Uraufführung eines Werkes eines Studenten, die Veranstaltung „Würzburg singt und musiziert" und nicht zuletzt die den Auftakt bildende eiiÄrrucksvolle Totenehrung kennzeichneten die innere Ausrichtung des Stärenten- tums, das sich auf diesem Gebiet seiner hohen Verantwortung bewußt ist und Wege einschlägt, von denen wir gewiß sind, daß sie allseitig starken Anklang finden werden. Die Tatsache, daß die Studentenabordnungen des Auslandes — an ter Spitze Italien — so zahlreich vertreten waren, beweist deutlich, wie sehr auch die studentische Jugend anderer Länder an diesem Treffen ihrer deutschen Kameraden Anteil genommen yat. Es kam hierin auch zum Ausdruck, welche Brücken in der wissenschaftlichen Arbeit von Volk zu Volk geschlagen werden können. Wir zweifeln nicht, daß diese Zu- sammenarbeit in Zukunft reiche Früchte tragen wird. Der Deutsche Studententag ist zu Ende. Die 3000 Studentenführer und 400 Altherrenführer, die aus dem ganzen Reich nach Würzburg geeilt waren, kehren, um ein starkes und eindrucksvolles Erlebnis bereichert, wieder in ihre Heimat zurück. Wir wissen, daß das Ziel, das uns vorschwebt, noch nicht erreicht ist und daß es auch weiterhin harter und schwerer Arbeit bedarf, rnn die Aufgaben zu erfüllen, die den deutschen Studenten von heute und morgen gestellt sind. Auf diesem Wege ist der Deutsche Studententag in Würzburg ein Markstein gewesen, hier sind die Richtlinien für die zukünftige Arbeit festgelegt worden. Das Erlebnis der Tage von Würzburg wird in allen, die an ihnen teil» genommen haben, noch lange nachwirken und ihnen die Kraft geben, die Arbeit zu leisten, die Führer und Volk von ihnen erwarten. sönlicher Besuch von Halifax in Moskau bringen. „Daily Mail" rechnet noch mit einem hartnäckigen Feilschen vor dem Abschluß eines Abkommens. Verlegenheit in Paris. Paris, I.Juni. (DNB. Funkspruch.) Nachdem die Blätter sämtlicher politischer Richtungen schon Wochen hindurch velffucht hatten, glauben zu machen, daß das Dreierabkommen England-Frankreich- Sowjetrußland kurz vor dem Abschluß stehe und daß in besonderem die letzten britischen Vorschläge voll und ganz den Wünschen Moskaus entsprächen, hat die gestrige Rede Molotows hier eine Reihe von Illusionen zunichte gemacht. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit P a r i s i e n " schreibt, Molotows Rede sei zwar von dem Wunsch beseelt gewesen, mit England und Frankreich zusammen eine gemeinsame Front zu bilden, aber in „seiner bolschewistischen Rauheit" übertreibe er die Meinungsverschiedenheiten, die in keiner Weise grundsätzlich seien, und erwecke den Eindruck, als ob noch große Schwierigkeiten zu überbrücken seien. Mit dieser Haltung habe Molotow die Verhandlungen wohl nicht zunichte machen, sondern im Gegenteil eher in dem von Moskau gewünschten Sinne vorwärtstreiben wollen. Immerhin aber sei es zweifelhaft, ob ein solches Druckmittel in London und Paris geschätzt werde. Man könne ruhig offen sagen, daß die Regierungen von England und Frankreich eine derartige Haltung von einem Lande, mit dem sie sich durch einen Defensiopakt zu hinten beabsichtigten, nicht erwartet hätten. — Der „Jour" schreibt, die Rede Äkolotows stelle einen Versuch der Erpressung dar und rechtfertige durchaus das Mißtrauen, mit dem die Ansprüche Moskaus beurteilt werden müßten. Nach der Rede Molotows wisse man nun, daß Stalin nicht damit zufrieden gestellt sei, Frankreich mit der übrigen Welt zu entzweien, sondern daß er es auf einen Weg zu ziehen versuche, an dessen Ende nur der Krieg stehe, der Krieg aus zweideutigen Gründen, kurz gesagt sein Krieg. — Die rechtsradikale ..Action Fran^aise" meint, wenn man den neuen Moskauer Forderungen nachgebe, werde Moskau weitere Forderungen stellen. Die Komödie müsse ein Ende haben. Man sei schon weit genug von den ersten Vorschlägen Chamberlains abgewichen, nur der englischen Labourpartei entgegenzukommen. In Frankreich suche Bonnet die Verzeihung der Leute, die eine Rückkehr der Volksfront verlangten. Englands Geerüstnngen. London, 31. Mai. (DNB.) Das Ausmaß der englischen Seerüstungen geht aus einer im „Daily Telegraph" veröffentlichten Uebersicht hervor, die feststellt, daß in den letzten zwei Jahren allein an die bekannten Schiffsbauwerften am Clyde Aufträge für den Bau von 75 Schiffen im Werte von 52 Millionen Pfund vergeben worden sind. Zur Zeit seien neun Schlachtschiffe im Bau oder vergeben, und zwar fünf mit je 35000 Tonnen und zehn 14-Zoll-Geschützen, und vier mit 40 000 Tonnen und neun oder zehn 16-Zoll-Geschüt- zen. Der Bau weiterer Schlachtschiffe sei geplant, um die Flotte so stark zu machen, wie es die Regierung „zur Sicherung der imperialen Grenzen" und besonders „in Erfüllung der der australischen Regierung gegebenen Versprechen", eine Schlachtschiff-Flotte für den Pazifik aufzustellen, für notwendig halte. Insbesondere werde die Fertigstellung der fünf Schlachtschiffe der König- Georg-V.-Klasse beschleunigt. Unter den noch nicht vergebenen Aufträgen seien zu nennen: vier 8000- Tonnen-Kreuzer der Fidschi,Klasse, ein Flugzeugträger von 23 000 Tonnen, acht schwere Zerstörer, vier U-Boote, zwei Begleitschiffe, zehn Minenwerfer und mehrere Hilfsschiffe. Auf der Clyde-Werft von John Brown & Co. wurde am Mittwoch ein Schiff einer bisher noch nicht gebauten Klasse vom Stapel gelassen. Es hantelt sich um den 8000-Tonnen-Kreuzer „Fidschi", ter dieser neuen Klasse den Namen geben wird. Sie soll aus neun Einheiten bestehen, die die Namen: „Fidschi", „Kenya", „Mauritius", „Nigeria", „Trinidad", „Ceylon", „Gambia", Jamaica" und „Uganda" tragen. Die „Fidschi" wurde am 30. März 1938 auf Kiel gelegt und soll im Jahre 1940 fertig sein, lieber die Einzelheiten ter Bauart ist von der englischen Admiralität noch nichts mitgeteilt worden, jedoch will das Nachschlagewerk Jane's Fighting Ships (1938) wissen, daß die Bestückung aus zwölf 6-Zoll-Geschützen (15 Zentimeter) und acht 4-Zoll-Luftabwehrgeschützen (10 Zentimeter) bestehen wird. Als Höchstgeschwindigkeit werden 33 Knoten in ter Stunde angegeben. England ernennt Arineeinspettoren. London, 31. Mai. (Europapreß.) Vom Kriegsministerium wird am Mittwoch eine Verordnung be- fanntgegeben, die den Zweck hat, die äußerste Bereitschaft der Armee zu gewährleisten. Vom 1. Juli ab werden wieder Generalinspektoren für die Armee ernannt. Dor dem Weltkrieg bestand bereits eine ähnliche Einrichtung. Zum Generalinspektor der englischen Ueberfeeftreitträfte ist der bisherige Gouverneur von Gibraltar, Sir- Edmund I r o n s i d e, vorgesehen. Gouverneur von Gibraltar wird Generalleutnant Sir Clive Liddell. Zum Generalinspektor der H e i m a t st r e i t - k r ä f t e ist General Sir Walter Kirke ausersehen. Vom Generalinspektor für die Ueberseestreitkräfte werden auch die Generalstabsbesprechungen sowie die Zusammenarbeit mit den befreundeten Nationen wahrzunehmey fein, ihm sind die gesamten Vorbereitungen für eine etwaige Entsendung eines Expedittonskorps anvertraut. Rumänien wählt. Bukarest, 31. Mai. (Europapreß.) Am 1. Juni geht das rumänische Volk zur Wahlurne, um die neuen Volksvertreter zum Parlament zu wählen. Wahlkämpfe haben nicht stattgefunden. Die technische Abwicklung der Wahlen wird eine in der Geschichte des Parlamentarismus einzig dastehende Neuerung aufweisen. Die Wähler erhalten nämlich Photographien sämtlicher Kandidaten. Der Abstimmende muß nun die Lichtbilder jener Kandidaten, für die er sich entscheidet, in einen Umschlag legen und diesen dann zukleben. Die anderen Photoara- phien muß er in der Wahlzelle vernichten. Selbstverständlich tragen die Photographien auch die Namen des betreffenden Kandidaten, und die Abstimmung erfolgt auf Grund des Namens und nicht des Lichtbildes. Zur Wahl sind nur diejenigen Bürger zugelassen, die des Lesens und Schreibens kundig sind. Die Wahlen erfolgen provinzweise. Durch die Neueinteilung der Provinzen sind die fremden Volksgruppen überall in der Minderheit. Die Aussichten der Vertreter der fremten Volksgruppen, für das Parlament gewählt zu werden, werden daher als wenig günfttg beurteilt. e Der Streit bei den französischen Sozialdemokraten. Paris, 1. Juni. (Europapreß.) Die Uneinigkeit innerhalb der Sozialistischen Partei, die auch durch die Schluß ab stimmung auf dem Partei kon- greß tn Nantes nicht verdeckt werden konnte, ist bereits zwölf Stunden später erneut in Erscheinung getreten. Zwei der eng ft en Mitarbeiter L 6 on Slums, ter auf dem Kongreß mehrere Niederlagen hinnehmen mußte, fein früherer Ka- binettsckef Andre Blümel und Louis Levy, der Revakteur in dem von Blum geleiteten „Po- pulaire" ist, haben ihren Rücktritt als Mitglieder des Verwaltungsausschusses ter Partei gegeben. Damit wollen sie gegen die Kritik protestieren, die insbesondere der Parteisekretär Paul Faure gegen Blum und seine Freunde gerichtet hat. Neuer Weltpostvertrag von Deutschland nicht unterzeichnet. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der am 1.April 1939 in Buenos Aires zusammengetretene Weltpostkongreß hat seine Arbeiten beendet. Seine Aufgabe war, den Weltpostvertrag auf Grund praktischer Erfahrungen zu ergänzen. In dem neuen Der- tragstext ist unverständlicher weise die „Tschecho- Slowakei" als vertragchließend er Staat ausgenommen und ein Raum für die Unterzeichnung ter Urkunde durch die Tschecho-Slowakei vorgesehen worden. Bei dieser Sachlage kam eine Unterzeichnung des neuen Wortlautes des Vertrages durch Deutschland selbstverständlich nicht in B e- tracht. Auch Italien, Ungarn, Spanien und der Vatikan haben den neuen Vertrag nicht unterzeichnet. Deutsch-mandschurisches Handelsabkommen verlängert. Berlin, 31. Mai. (DNB.) Arn 31. Mai wurde in Hsinking durch den deutschen Gesandten Dr. Wagner und den Chef des Außenamtes von Mandschukuo eine Vereinbarung unterzeichnet, durch die die Durchführung des Handelsabkommens auch für das am 1. Juni beginnende Abkommensjahr sichergestellt wird. Wie im Jahre 1938/39 haben deutsche Banken der Yokohama Specie Bank Ltd. einen Überbrückungskredit von 45 Millionen RM. zur Verfügung gestellt, und ebenso wird sich auch die deutsche Dertragseinfuhr mandschurischer Erzeugnisse auf 115 Millionen RM., die mandschurische Dertragseinfuhr deutscher Waren auf 62,5 Millionen RM. stellen. Für die deutschen Waren des allgemeinen Handels ist das mandschurische Einfuhrkontingent von 7 auf 8,75 Millionen RM. erhöht worden. Eine Neichszentrale zur , Bekämpfung der Jugendkriminalität. Der Reichsminister des Innern hat beim Reichs- kriminal-Polizeiamt in Berlin eine „ReichsZentralstelle zur Bekämpfung der Jugendkriminalität" eingerichtet zur kriminal- polizeilichen Ueberwachung von Kindern und. Jugendlichen, die erheblich kriminell belastet erscheinen. Zu erfassen sind in erster Linie die Nachkommen ter der Polizen als Berufs- und Gewohnheitsverbrecher betannten Personen. Als Maßnahmen kommen in Betracht: die laufende Prüfung der Lebens- Verhältnisse erblich kriminell belasteter Kinder und Jugendlicher, die Herbeiführung der Unterbringung in geeigneten Familien oder in Fürsorgeerziehung durch die Jugendämter bei drohender Verwahrlosung und gegebenenfalls die Anwendung polizeilicher Zwangsmittel, wenn die Erziehungsmaßnahmen versagen. Die Maßnahmen find im engsten Einvernehmen mit den Jugendämtern zu treffen. Es muß gewährleistet bleiben, daß die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, die nicht gefährdet erscheinen, sich ungestört vollziehen kann. Dem Wesen des Aufgabengebietes entsprechend ist mit der Durchführung in besonderem Maße die weibliche Kriminalpolizei zu beauftragen. Der Versicherungsschutz der 63. In den Durchführungsbestimmungen des Führers über die Dienstpflicht der deutschen Jugerck» wird auch verfügt, daß alle Angelegenheiten der Unfall- und Haftpflichtversicherung im Interesse ter Jugendpflege auf den Geschäftsbereich des Jugendführers des Deutschen Reichs übergehen. Aus den Erläuterungen, die Hauptbannführer Günter Kaufmann hierzu im .Zungen Deutschland" gibt, geht hervor, daß ter Reichsfchatzmeister der NSDAP, bereits vor längerer Zeit für die gesamte HI. des Reiches mit einer großen Versicherungsgesellschaft einen neuen Unfall- und Haftpflicht-Schadens schutzvertrag ab- aeschlossen hat, wofür die Prämie aus dem Organi- sattonsbeittag der Mitglieder der HI. abgezweigt wird. Gleichzeitig erfolgte eine Erhöhung der Entschädrgungs betrüge. Bei einer vollen JnvaWität wurde die Summe von 5000 Mark auf 30 000 Mark erhöht, die tägliche Entschädigung bei Derdienstausfall von 80 Pf. auf 1 Mark heraufgesetzt. Um etwa, entstehende Härten auszugleichen, sind außerdem Sonderfonds geschaffen worden, die zusätzliche Zahlungen leisten können. Heroorzuheben ist ferner, daß die Leistungen für Heilungskosten von 90 v. H. auf 100 v. H. erhöht werden konnten. Ebenfalls erhöht wurden die Todesfallentschädigungen, vor allem bei über 18jährigen Angehörigen der HI., die als Führer tätig firti). Für verheiratete HI.-Führer wurde bei Dienstunfällen die ursprüngliche Todes fallsumme von 1000 auf 10 000 Mark erhöht, wozu dann noch gegebenenfalls Kinderzulagen kommen. Nur 0,50 v. H. aller HJ.-Mitglieder wurden im Jahresdurchschnitt von Unfällen betroffen; und hiervon wiederum erlitt nach den stattstsichen Ermittlungen der größte Teil nur leichtere Schäden. 52,5 v. H. aller Unfälle waren Verstauchungen, Verrenkungen, Zerrungen oder Quetschungen. Die Unfallziffer bei den Mädchen ist noch wesentlich niedriger. Die Mutmaßung, daß Fahrten, Lager und Myrsche eine besondere Unfallgefahr mit sich bringen, hat sich also nicht stichhalttg erwiesen, denn gerade bei diesen Anlässen kommen prozentual weniger Unfälle vor als im Sportdienst und im allgemeinen HJ.-Dienst. Ein statisttscher Ueberblick ergab, daß 49 v. H. Sportunfälle, 12 v. H. Verkehrsunfälle waren. Lehrmittel für Volksschulen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß die Schulunterhaltungsträger für die planmäßige Beschaffung der erforderlichen Lehrmittel im Laufe der nächsten Jahre Sorge tragen sollen. Die Neugestaltung des Volksschulunterrichts Jugoslawiens Wehrmacht. Jugoslawien hat von jeher den Ruhm, mit über das beste Soldatentum zu verfügen, das es überhaupt auf der Erde gibt. Serbische Infanterie hat sich nicht nur im Großen Kriege ausgezeichnet, sie hat auch in den Balkankriegen durch ihre militärischen Qualitäten Bewunderung erregt. Die Serben sind ein altes Soldatenoolk, das sich der türkischen Oberhoheit erst dann beugte, als seine männliche Bevölkerung fast vernichtet war. Zu dev größten Erinnerung in der serbischen Geschichte gehört die Schlacht auf dem Amselfeld, die von der Legende umrankt wird, gerate so wie in Westeuropa die Schlacht auf den katalauniscben Feldern. Im Rahmen Jugoslawiens sind zu den Ser, ben die Kroaten und Slowenen gestoßen, Dölkergruppen also, deren Geschichte fast nur 8 2 SOLIDOX PASJA Kriegsgeschichte ist. Das gebirgige Jugoslawien ist das Land, dessen Bevölkerung in- gesundheitlicher Hinsicht in Europa mit an erster Stelle steht. Abgehärtet von jung auf, bedürfnislos, aber von nationaler Energie beseelt, bilden die Männer und Jünglinge Jugoslawiens eine Phalanx, deren Zertrümmerung dem Gegner furchtbare Opfer kosten würde. Bei einer Größe von 250 000 Quadratkilometer, einer Gesamtgrenze von knapp 4000 Kilometer und nmb 15 Millionen Einwohnern verfügt Jugoslawien, über eine Wehrmacht von 125 000 Mann im Frieden, zu denen noch etwa 20 000 Mann Gendarmerie und Grenztruppen kommen. Die wehrgeographische Lage ist trotz der langen Grenze nicht ungünstig insofern, als sie durch vielseitige Verträge und Freundschaftspakte gesichert ist. Das Königreich hat die allgemeine Wehrpflicht, wobei der Mann beim Heer 18 Monate und bei der Marine sowie in der Luftwaffe zwei Jahre dient. Im allgemeinen verwendet Jugoslawien etwa 20 v. H. seines Staatshaushaltes für die Wehrmacht. Diese gliedert sich in 16 Jnfanteriedivisionen, 2 Kavallerie« divisionen, 1 Gebirgsdivision, 41 Artillerieregimenter, worin drei Flakregimenter enthalten sind; die Marine besitzt außer einem Flugzeugmutterschiff von 1870 Tonnen einen Kreuzer von 2400 Tonnen (die frühere „Niobe"). Ferner 2 Zerstörer, 6 Torpedoboote und 4 U-Boote; dazu kommen 10 Schnellboote, 6 Minenleger, 6 Minensucher, 4 Flußmoni- tote und eine Reihe von Hilfsfahrzeugen. Im Bau begriffen sind außerdem 1 Torpedokreuzer von 2800 Tonnen, 2 Zerstörer, 2 U-Boote, 6 Schnellboote, 1 Tankschiff und 1 Küstenwachschrff. Außerdem sind im Verbände der Kriegsmarine 3 See« fliegerkommandos mit rund 120 (Äeflugzeugen vor- hamien. Aus der Bewaffnung des Heeres wären u. a. zU nennen etwa 60 Panzerkampfwagen, 180 schwere Geschütze, 830 leichte Geschütze, 3000 schwere und 6000 leichte Maschinengewehre. Infolge der viel- feiligen anderen Bedürfnisse hat Jugoslawien seine Wehrmacht zwar noch nicht auf den allermodernsten Stand der Bewaffnungstechnik bringen können. Jedoch ist schon in der Person des sehr energischen Prinzregenten Paul die Gewähr dafür gegeben, daß das fortlaufend nachgeholt wird. Tatsächlich werden anerkennenswerte Anstrengungen gemacht, um das Heer in allen Einzelheiten so zu vervollkommnen, daß es bis ins letzte den heutigen Anforderungen entspricht. Man darf dabei nicht übersehen, daß Jugoslawien noch lange Jahre nach denk Kriege überhaupt keine eigene Rüstungsindustrie besaß und daß diese größtenteils erst im Ausbau begriffen ist. Infolgedessen ist das Land noch fast ganz darauf angewiesen, sein Rüstungsmaterial aus dem Auslande zu beziehen. erfordert, daß entsprechende Lehrmittel vorhanden sind. Besonders auf dem Lande ist das vielfach nicht der Fall. Zunächst soll der Bestand an Wandkarten soweit erneuert und ergänzt werten, daß die Erteilung eines gedeihlichen Uitterrichts sichergestellt ist. Leder Manu auf den richtigen platz. Der Kampf gegen Verlustquellen in den Betrieben. Der Leiter des Reichsausschusses für Leistungssteigerung, Diplomingenieur Geebauer, erklärt in der Zeitschrift für Organisation, der Rtichsaus«. schuß werde es sich angelegen fein lassen, das Verständnis eines jeden Betriebsführers für die Notwendigkeit der Leistungssteigerung zu wecken und die Betriebe bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu unterstützen. Insbesondere die zahlreichen kleinen und mittleren Betriebe sollen nicht ohne die notwendige Hilfe bleiben. Jeder Betriebsführer wird veranlaßt, selbstoerantwortlich seinen ^Betrieb auf Verlustquellen zu. überprüfen. Er kann sich dabei auch erprobter Fachleute außerhalb des Be- triebes bedienen. Die Rationalisierungsmittel roers den in B r a n ch e n b ü ch e r n zusammengefaßt tert Bettieben zur Verfügung gestellt. Die Branchenbücher werden auch Beispiele für Leistungssteigerung enthalten. Nicht nur die Maschinen und Arbeitsverfahren, sondern auch die schaffenden Menschen sollen in ihrem Leistungsvermögen gehoben werden. Diese Mehrleistung soll aber nicht auf Kosten der Gesundheit gehen, sondern das Ergebnis besserer Arbeitsmethoden sein. Nachdem der gewalttge Massenlehrlauf der sieben Millionen Arbeitslosen überwunden ist, so erklärt Geebauer, muß jetzt der Kamps gegen den Einzellehrlauf beginnen, gegen den falschen Einsatz derjenigen Arbeitskräfte, die, ohne es selbst zu wissen, zu zehn, 20 oder 30 Prozent arbeitslos sind. Jeder deutsche Betrieb muß heute gewissere maßen ein Arbeitsamt in sich selbst bilden, um den richtigen Mann auf den richtiges Platz zu bringen, Ein Ozeanriese fährt über Land. Zn den Schleusen des Vanamakanals. - Zwischen Atlantik und Pazifik. Bon der Jieberhölle Das südliche Kreuz begann zu verblassen, als wir nach einer traumhaften Fahrt durch das nächtliche Tropenmeer in den Hafen von Cristobal einliefev. Doch Cristobal-Colon ist eine tropische Stadt. Außerhalb des Hafens wiegen sich schlanke Kokospalmen im Passatwind, und über den bunten Blumenhecken schwirren winzige Kolibris von Blüte zu Blüte. Am merkwürdigsten sieht es jedoch aus, wenn sich die Schiffsmasten und Schornsteine eines Ozean- nesen hinter den Hausdächern und Palmwipfeln vorbeischieben. Man hat dann den Eindruck, als dampften die Schiffe geradewegs über Land, und im Grunde ist dos gar nicht so falsch. Dort hinten ist nämlich die Einfahrt zum Panamakanal. Moskitos brachten den gelben Tod. Täglich werden Dutzende von Schiffen aller Nationalitäten in riesenhaften Schleusenkammern über die trennende Landenge gehoben, und doch hat es viele Jahrzehnte gedauert, bis das Riesenwerk vollendet war. Im Jahre 1880 gab der ruhmreiche Erbauer des Suezkanals, Ferdinand von L e s f e p s, feine neuen Pläne bekannt. In allen Schiffahrts- krersen horchte man begeistert auf. Denn plötzlich ergaben sich ungeahnte Möglichkeiten für Handel und Verkehr. Der Weg von Europa nach der Westküste Amerikas wurde durch den Panamakanal fast um die Hälfte verkürzt! zum Tropenparadies. Ein phantastischer plan. Nicht ohne Erschütterung blicken mir heute aus den versumpften Wassergraben, der unweit der atlantischen Einfahrt den neuen, breiten Kanallauf kreuzt. Jahrzehnte sind vergangen, und das gefürchtete Gelbsieber ist inzwischen zur Legende geworden. Auf der ganzen Fahrt durch den Panamakanol haben wir kaum Moskitos gesehen. In verhältnismäßig kurzer Zeit hat sich die gefürchtete Fieberhölle in ein künstliches T r o p e n p a r a d l e s verwandelt. Der amerikanische Oberst Goethals, der um die Jahrhundertwende noch einmal mit phantastischen Geldmitteln den Kanalbau versuchte, packte das Uebel von der richtigen Seite an. Er bemühte sich, vor allem die Gesundheitsverhältnisse zu verbessern. Alle Seen und Tümpel ließ er mit Petroleum übergießen, damit die Brut der gefährlichen Fiebermücken, die man inzwischen als Krankheitserreger erkannt hatte, vernichtet wurde. Sümpfe wurden trockengelegt und der Dschungel gelichtet. Bald war die Kanalzone so gesund, wie es ein feuchtes Tropenland überhaupt sein kann. Erst jetzt gingen die Ingenieure an die Lösung der technischen Ausgaben. Das Kanalbett wurde an eine neue und vorteilhaftere Stelle verlegt, und schließlich bei Gatun mit den ersten Schleusen versehen. In einer Sitzung meinte der Bauleiter zu seinen Mitarbeitern und Geldgebern: „Meine Herren es sind da einige Schwierigkeiten zu überwinden. Durch Panama läuft nämlich das Rückgrat der Kordilleren. Nicht sehr hoch, aber immerhin störend. Kein Dynamit wird ausreichen, um eine genügend tiefe Bresche in die Hügelmauern zu sprengen. Wir müssen die Ozeanriesen also zwingen, über die Berge hinwegzusteigen!" . Gelassen holte er den Bauplan hervor und zeigte auf ein ungeheures Staubecken, das von einem großen Bergfluß, dem Rio Chagres, mit Regenwasser versorgt werden sollte. Zum Atlantischen und Stillen Ozean führten gewaltige Schleusentreppen hinunter. Der Wasserspiegel des künstlichen Bergsees lag hoch genug, daß auch die größten Ozeandampfer unbeschadet über die Kordillerenausläufer Hinwegsteuern konnten. Ein wahrhaft kühn erdachter Plan, der mit dem gewaltigen Dollarreichtum der USA. verwirklicht werden konnte. - Heute kommt es uns fast selbstverständlich vor, wie unser Frachtschiff in drei mächtigen Schleusenkammern weit über Meereshohe gehoben wird und zwischen durchbrochenen Bergen und ertrunkenen Urwäldern über die tiefsten Felsgrate der Kordilleren hinwegsteuert, bis es nach achtstündiger Fahrt durch die Dschungel wieder in drei Schleusenstufen zum Meeresspiegel herabsinkt, wo zur Abwechslung die Fluten des Stillen Ozeans den Schiffsbug umspülen. Niemand denkt darüber nach, daß durch die 80 Kilometer lange Kanalfahrt der monatelange Umweg um die Eisregionen von Kap Horn erspart wird. Die allerwenigsten machen sich jedoch eine Vorstellung von den unglaublichen Mühen und Opfern, mit denen dieses gigantische Bauwerk erkauft wurde. Die traurigen Tage sind längst vergessen. Rudolf Jacobs. Mit Spannung sah die ganze Welt nach Frankreich, wo das Projekt erörtert wurde. Es fehlte Nicht an Unterstützung, und Tausende von ftan- zösischen Kleinbürgern stellten ihre Sparguthaben in den Dienst der nationalen Sache. In schweren Tresoren lagen die Konstruktionsgeheimnisse verborgen, alle technischen Einzelheiten waren bis ins kleinste ausgeklügelt — ein wahres Wunderwerk moderner Jngenieurkunst. Nur etwas hatten die Baumeister im Eifer vergessen. Sie kannten noch nicht die Schrecken des tropischen Klimas und hatten feine Vorstellung von den sintflutartigen Wolkenbrüchen, den plötzlichen Erdrutschen und schleichenden Fiebergefahren des Dschungels, die ihre kühnen Berechnungen bald über den Haufen werfen sollten. Mehrere tausend Arbeiter und Ingenieure aus allen Teilen der Welt hatten zuversichtlich die Arbeit begonnen, aber nach wenigen Jahren war kaum die Hälfte von ihnen am Leben. Wie ein Verhängnis lastete ein unerklärliches Massensterben über den Kanaldörfern. Die Menschen fielen auf den Straßen um oder fielen am Arbeitsplatz zusammen. Die besten Aerzte standen der Seuche machtlos gegenüber. Sie wußten um diese Zeit noch nicht, daß es die winzigen Moskitos waren, die das Gelbe Fieber übertrugen und damit Siechtum und Tod in alle menschlichen Lager verschleppten. Die Fiebermücken haben schließlich dazu beigetragen, daß das großartige Unternehmen schmählich Rn sich zusammenbrach. Nach achtjähriger Bauzeit 'erklärte die Kanalgesellschaft ihren Bankrott. Erst ein Drittel der geplanten Wasserstraße war vollendet, aber mehr als eine MilliardeMark hatten die Fiebersümpfe verschluckt. 30 000 Arbeiter lagen im Schlamm der Kanalufer begraben. Kleine politische Nachrichten. Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r hat das vom Faschismus aus den früheren Pontinischen Sümpfen gewonnene große Siedlungsgebiet der Provinz Lit- toria besichtigt. An der Besichtigung nahmen auch die deutschen Dollzugsbeamten teil, die eine Studienfahrt durch Italien gemacht haben und am Mittwochabend nach Deutschland zurückgereist sind. Der König und Kaiser Viktor Emanuel III. hat dem Reichsarbeitsführer Hier! das Großkreuz des Italienischen Kronenordens verliehen. Auch Generalarbeitsführer Th o l e n s , der Inspekteur für Arbeitsleitung in der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes, sowie die übrigen Herren der Begleitung des Reichsarbeitsführers sind ausgezeichnet worden. Im Auftrag des Reichsarbeitsministers Seldte führte Ministerialdirektor Engel den neuen Leiter des R e i ch s v e r b a n d e s der Ortskrankenkassen, Direktor Zimmermann, Kreisleiter der Stadt der Reichsparteitage und Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse Nürnberg, in sein Amt ein. * Im Park des L o ck st e d t e r Lagers bei Hamburg wurde ein Denkmal des ehemaligen Preußischen Jäger-Bataillons 27 eingeweiht, das während des Weltkrieges aus finnischen Freiwilli- l i g e n zusammengestellt wurde. 238 finnische Frontkämpfer und zahlreiche deutsche Ehrengäste waren erschienen, an ihrer Spitze ein Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres, der Präsident der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände Herzog von Coburg, der Reichskriegerführer, ferner ein Vertreter des Reichskriegsopferführers, sowie der letzte Kommandeur des Jägerbataillons 27, Oberregierungsrat a. D. Ausfeld und der Chef der finnischen 'Marine und Küstenverteidigung General Valve. * Der JnternationaleHotelbesitzerver- ein, der 1869 von einem Deutschen gegründet wurde und dem die Hotelbesitzer der führenden Hotels von 42 Staaten ongehören, wird in diesem Jahre vom 3. bis 7. Oktober inFrankfurtamMain seine 70. Jahrestagung abhalten. Nach einem Gesetzentwurf über die staatlichen Hoheitszeichen der Slowakei wird die S t a a t s- flagge aus drei gleichlaufenden rechteckigen Feldern in weißer, hellblauer und roter Farbe bestehen, das Staatswappen aus einem roten, unten zugespitzten Schilde, in dem sich drei hellblaue Bergspitzen befinden, aus deren mittlerer ein silbernes Patriarchenkreuz aufragt. Das arabische Hochkomitee hat in einer öffentlichen Erklärung das englische Palä- stina-Weißbuch'verworfen. Das Komitee stellte die Gegenforderung nach einem unabhängigen Staatswesen innerhalb eines arabischen Bundes auf. Der geistige Führer dieses arabischen Körperschaft ist der Großmufti von 3eru=« salem. * In Schanghai befürchtet man, daß der eng« lische Militärattache in China, Dberftt leutnant Spear, durch die Japaner verhafte^ worden ist. Spear befindet sich an der Grenze der Inneren Mongolei. Ein Bericht von dort spricht von der Festnahme eines „Ausländers, unbekannter Nationalität, der sich als„ Militärs attache einer gewissen Botschaft ausgab". Oberst-, leutnant Spear soll verhaftet worden sein, als eti die japanischen Frontbefestigungen betrat. Aus aller Wett. Hier jugendliche Paddler auf der Pfingsifahrl \ ertrunken. Bei dem starken Wellengang auf dem Ammerseck am Pfingstmontag sind zwei Münchener Paddler,: Paul Weber und Paula Schober, in der Nähe von Diessen ertrunken. Das leere Boot wurde! im Schilf aufgefunden, dagegen konnten die Lei-- chen der beiden Achtzehnjährigen noch nicht geborgen werden. Am Pfingstmontag unternahmen von Immens staad aus der 17 Jahre alte Widukind Gmelini aus Friedrichshafen und sein 18 Jahre alter Freund-' Hans Moor mit einem Paddelboot eine Fahrt auf dem Bodensee in Richtung Romanshorn. Dal die jungen Leute gegen Abend noch nicht zurück- gekehrt waren, wurde die Wasserschutzpolizei alor« miert, die zusammen mit einem Zollboot die Suche! nach den Vermißten aufnahm. Die Nachforschung gen blieben ergebnislos. Im Laufe des Dienstag wurde am Schweizer Ufer ein Paddelboot in stark beschädigtem Zustande aufgefunden, das, wie die Feststellungen ergaben, das Unglücksboot war. Es ist somit nicht mehr daran zu zweifeln, daß dick beiden Freunde den Tod gefunden haben. Skagerrak-Gedenkfahrt des Deutschen Automobilklubs. Dom 27. bis 31. Mai führt der Deutsche Automobilklub, Gau 19, seine schon zur Tradition ge* wordene Skagerrak-Gedenkfahrt durch/ die auch in diesem Jahre wieder Wilhelmshaven zum Ziel hat. Bereits an den Pfingsttagen trafen zahlreiche Kraftfahrer aus dem ganzen Reich inl Wilhelmshaven ein. Fünf Tote bei einem Autounglück in Argentinien/ In der nordargentinischen Provinz Salta stürztck ein Kraftwagen, als er eine Brücke passieren wollte, in den Fluß. Dabei ertranken sämtliche fünf Insassen. Unter den Opfern befindet sich auch dev reichsdeutsche Kaufmann Heinrich Hollmann. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Derantworllich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Derantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts« druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen/ Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. inhet&i da» beliebte Bade-Taschen 3989 D Die trauernden Hinterbliebenen, Gießen, den 1. Juni 1939. 02709 Pumps obgesehei Schaufenster des Schuh Großen-Buseck, den 1. Juni 1939. 02710 Elostocorn wäre sie ihre Hühneraugen Drogerien 50 Pfennig erhältlich geworden. In Apothek. geschähen ist Elastocor i längst los- nd Sanitäts- Anna Apel, geb. Wehrmann, und Angehörige. bis dosfHühnerauge .locker.ist!. Angestellter sucht 2-3-Zimnier-Wohn. gegen pünktliche Mietzahlung. Schriftliche Angebote u. 02721 an den Gießener Anzeiger erbet. Ein Hühnerauge macht einen Strich durch die Rechnung. Die junge Frau hatte es auf die entzückenden blauen Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen, wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Geschäftes ausgestellt waren. Aber als sie den linken Schuh onprobierte,protestierte ihr Hühnerauge. „Nein, das geht nicht", sagte sie, „das Hühnerauge tut mir zu weh. Schade, sonst paßt der Schuh ausgezeichnet". Mußte das sein? Nein, das mußte nicht sein! Mit Gesucht wird nach Marburg zum 1'5. Juni oder 1. Juli perfekter Verkäufer oder SerSaußeritt der Lebensmittel- und Delikateß- warenbranche. lGute Schaufenster-' dekoration Bedingung). Schrift!. Angebote bitte unter 3993D an den Gießener Anzeiger zu richten. Jüngere Dame perfekt in Stenographie und Maschinenschreiben, für Berkaufsbüro einer Großfirma ;um 1. August d. I. gesucht. Schriftliche Angebote unt. 02708 allden Gießener Anzeiger-erbeten. Für einen von auswärts zu- zicbendcn Angestellten (verheiratet, 1 Kind) suchen wir chic Z-MUl-WllM für sofort oder l.Juli 1939. Schriftliche Angebote unt. 3980D müden Gießener Anzeiger. Infolge eines Unglücksfalles verschied am 30. Mai mein lieber Mann und guter Vater, unser lieber Sohn und Bruder Heinrich Gans im 54. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Greta Gans Philipp Gans und Frau Karl Heinz Gans nebst allen Angehörigen. Gießen, den 1. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 2. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Blumenspenden dankend verbeten. | Mietgesuche | Beamter sucht 2-3-3lmmet- MllW Schr.Angeb.unt. 02711 a.d.G.A. Allen, die während der langen Krankheit unseres lieben Entschlafenen Paul Hennig hilfreich zur Seite standen und beim Heimgänge ihre Teilnahme bezeugten, sagen wir herzlichen Dank. __ Ganz besonderen Dank Herrn Pfarrer Schmidt für die tröstenden Worte, der Altersvereinigung 1869 und der Freiwilligen Feuerwehr für die ehrenden Nachrufe am Grabe und die prachtvollen Kränze. Zusammenlegbare, gummierte Einkaufs-Taschen Schilf-Taschen Leder-Becker Bahnhofstraße 16. 3999 a Sommersprossen Bleich-Creme ELASTOCORN v s SZimmerund Küche oder 1 Zimmer mit Küche zu miet, gesucht. Miete kann im Voraus bezahlt werden. Schriftl. An geb. u. 02722 an 0. Gieß. 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Sie erhalten es echt im Reformhaus, Kreuzplatz 5. 3755V Betrifft: Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden. Bekanntmachung. Auf Grund des § 12 des Gesetzes über die Mietverhältnisse mit Juden vom 30. April 1939 und deck Verordnung des R.A.M. und des R.M.d.J. vom 4. 5, 1939 werden hiermit alle Vermieter aufgefordert, den von Juden benutzten Wohnraum bis zum 1. Juli 1939 auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 28, anzumelden. Die Anzeige hat auf einem Vordrucks der im Stadthaus abgeholt werden kann, zu erfolgen. Anmeldepflichtig sind: a) alle nichtjüdischen Hauseigentümer und Wohnungsinhaber, die an Juden vermietet haben; - b) jüdische Hauseigentümer haben anzumeldenr 1. den an Nichtjuden vermieteten Wohn* raum; 2. den an Juden vermieteten Wohnraum; 3. den eigenen Wohnraum; 4. evtl, leerstehende Räume, 5. die nach Inkrafttreten des vorstehenden: Gesetzes freiwerdenden Wohnräume. Gießen, den 26. Mai 1939. 388IG Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Vogt. 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Schriftliche Angebote u. 02727 an den Gießeneck Anzeiger erbet.r Familiendrucksacheii VerlobunasanzelgM Vermähl ungeanzelfl-JS Geburtsanzeigen bei Brühl, SchutytfrW Nr. 125 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, l.Zuni 1939 Ausbildungsappelle in allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau NSG. Im Gau Hessen-Nassau finden zur Zeit die Kreisausbildungsappelle, die einen Ueberblick über den Ausbildungsstand und die Uniformierung der Politischen Leiter geben sollen, statt. Verbunden damit wird das Pistolenschießen um den Gauwanderpreis durchgeführt. Von April bis -August finden im gesamten Gau Hessen-Nassau Kressausbildungsappelle statt, an denen rund 30 000 Politische Leiter teilnehmen. Der Sinn der Appelle, die vom Rcichsorgani- sationsleiter angeordnet sind, ist, den Staüd der Ausbildung und Uniformierung in den einzelnen Kreisen und Gauen festzustellen. Der Politische Leiter ist als politischer Soldat des Führers, wie Dr. Ley bei der Besichtigung im März dieses Jahres in Frankfurt a. M. ausführte, zu einer vorbildlichen, disziplinierten Haltung verpflichtet. Seine Ausbildung, die in ihrem letzten Zweck der körperlichen Ertüchtigung dient, erhält er in dem monatlichen Dienst in den Bereitschaften und Marschblocks. Wie weit die Ausbildung vorgeschritten ist, sollen nach dieser gründlichen Ausbildung die Kreisausbildungsappelle, an denen jeweils sämtliche Politische Leiter eines Kreises teilnehmen, zeigen. Neben der Ausbildung wird die Uniformierung, bei der auf vorschriftsmäßige Anfertigung und Einheitlichkeit gesehen wird, eingehend überprüft. Die Kreisausbildungsappelle stellen die erste Vorbereitung für den Reichsparteitag dar, da sie auch dazu dienen, das Bild der Politischen Leiter »in Nürnberg immer mehr zu vereinheitlichen. Mit den Kreisausbildungsappellen ist auch das Pistolenschießen um den Gauwander- preis, das als Mannschaftskampf der zehn besten Schützen ausgetragen wird, verbunden. Aus den hier ermittelten besten Pistolenschützen des Gaues wird die G a u m a n n s ch a f t für die NS.-Kampfspiele in Nürnberg bestimmt. In diesem Jahr ist auch das Kleinkaliberschießen neu ausgenommen worden. Die bisher durchgeführten sechs Kreisausbildungsappelle haben bereits gezeigt, daß sich die Uniformierung und die Ausbildung gegenüber dem vergangenen Jahr bedeutend gebessert haben. Reichhaltiges KdF.-Luni-programm. Zahlreiche Betriebsfahrten und Kameradschastsausflüge. Im Juni tritt die Vortragstätigkeit hinter dem Wandern und den Ausflügen etwas zurück. Vielen Betriebsangehörigen wird die Möglichkeit geboten, mit Hilfe von KdF. die nähere und weitere Heimat kennen zu lernen. Bisher haben etwa 50 Betriebe derartige Betriebsfahrten organisiert, die im Juni zur Ausführung gelangen. Auf diese Weise wird es gelingen, etwa 2000 Gefolgschaftsmitglieder und deren Angehörige in die verschiedenen Landschaften zu führen und ihnen Abwechslung und Entspannung zu bereiten. Die Betriebsfahrten haben sich in erster Linie den Rhein und eine Dampferfahrt als Ziel gesetzt, es werden aber auch der Odenwald, das Hessische Hinterland mit Biedenkopf und Winterberg, Kassel-Wilhelmshöhe, Strandbad Hillersbach, Büdingen, sogar Schwetzingen und das Nahetal aufgesucht. Eine Sonderfahrt führt in die Erbhöfedörfer Riederode und Almenrode; die Gießener Feuerlöschpolizei fährt am 18. Juni nach Neu-Isenburg zum Landesfeuerwehrtag. Die NSG „KdF." hat sich auch dafür eingesetzt, daß Oberhessen, vor allem der Vogelsberg und in unserem Kreis besonders die Lau- bacher Ecke, von KdF.-Urlaubern aufgesucht wird. Vor allem ist in Baden und im Ruhrgebiet für Oberhessen geworben worden. In diesem Monat werden von den KdF.-Urlauberzügen aus diesen Gauen je 200 Teilnehmer nach Laubach kommen. Weiterhin fällt der Kreiswaltung von KdF. die Aufgabe zu, für die Zwischenverpflegung einer Reihe von KdF.-Urlauberzügen zu sorgen, die aus den Gauen Thüringen und Westfalen-Süd Gießen berühren. Schließlich werden einige Sonderzüge durchgeführt. Es handelt sich dabei um größere Werke, wie die Butzbacher Werke, die mit 2000 Gefolgschaftsmitgliedern und Angehörigen eine Fahrt in zwei Sonderzügen nach Heidelberg planen, und die Didier-Werke, die mit 1000 Betriebsangehörigen und deren Familien in einem Sonderzug nach Wiesbaden fahren. Die Gießener Kameradschaft der NS.-Kriegsopfer- verforgung ‘ unternimmt innerhalb dieser KdF.- Fahrten am 11. Juni einen Ausflug nach Eisenach und der Wartburg, an der sich rund 2000 Kriegsopfer und Hinterbliebene, die in zwei Sonderzügen fahren, beteiligen werden Für Mitte Juni ist ein Gastspiel einer Reitertruppe, der „Djiguiten Don-Kosaken" unter Atamann Nicolaus Dalaeff, vorgesehen. Die Truppe, die sich „die beste Reitertruppe der Welt" nennt, befindet sich zum ersten Male in Deutschland und wird auf Oswaldsgarten oder auf dem Trieb ihre Zelte auf- fchlagen. Sie bringt in 21 verschiedenen Vorführungen die waghalsigsten Reiter-Kunststücke, die von den Kosaken bekannt sind. Kriegsopfer fahren zur Wartburg und in den Schwarzwald. Die NS.-Kriegsopferversorgung hat es sich bisher stets angelegen fein lassen, ihren Mitgliedern nicht nur helfend zur Seite zu stehen, sondern sich auch darum bemüht, zur Unterhaltung, Erholung und Freizeitgestaltung beizutragen. Manche Theateraufführung, zu kleinem Eintrittspreis ermöglicht, vereinigte die Kriegsopfer und ihre Angehörigen im Gießener Stadttheater, manch schöne Fahrt wurde in der gemeinsamen Organisation von NSKOV., KdF. und DDAC. unternommen. Diese Arbeit wird nun fortgesetzt, und zwar sind — wie es der Jahreszeit der Ausflüge und der Urlaubsreife entspricht — einige größere Fahrten vorgesehen, bei denen die Kriegsopfer wieder einmal ein Stück deutsches Vaterland kennenlernen sollen. So ist ein großer Sommerausflug geplant, der schon am Sonntag, 11. Juni, stattfinden wird. Der Ausflug führt nach Eisenach — und damit auch zur Wartburg — in das herrliche waldreiche Thüringer Land. Aus dem Landkreis Gießen beteiligen sich sehr viele Kameraden und deren Angehörige. Man rechnet mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 2000 Personen, so daß zwei Sonderzüge notwendig werden. Die Durchführung der Aus der Stadt Gießen. „Der Juli nimmts oder bringts!" „Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestahn!" So lautet ein berechtigter und allgemein verständlicher Bauernreim, der für unseren kurzen deutschen Sommer wohl überall Geltung hat. Denn der Juni liegt am Ende des Frühlings und am Beginn des Sommers. Und da er auch in klimatisch kritischer Zeit liegt, oft heiß, manchmal feucht, meist aber gewitterreich ist, so hat der Bauer allen Grund, auf alte Wetterbeobachtungen zu schauen und nach ihnen seine Maßnahmen zu treffen. Zwar treffen die schlichten, sachlich-knappen Bauernorakel nicht immer ein, ober das ist ja bei der Buntheit des irdischen Geschehens selbstverständlich; und es müssen sich naturgemäß auch die Bauernweisheiten manchmal widersprechen, da an der Waterkant und im Alpenland andere Winde pfeifen und Frühzeiten gegen Spätreifen stehen! Aber im großen und ganzen stst der Juni in unserem Daterlande derjenige Monat, der, zwischen Blüte und Frucht stehend, in Nord, Süd, Ost und West gleich schicksalhaft vom Landmann empfunden wird: „Der Juni nimmt's oder bringt's!" Gewiß ist folgende Bauernregel, die auch nicht einzelne Gegenden gebunden ist, zutreffend: . „Juni feucht und warm macht den Bauern nicht arm?" Der Winzer hat ebenfalls recht, wenn er im Hinblick auf feine Reben, ihren Ertrag und ihre Güte sagt: „Bringt der Juni trockne Glut, dann gerät der Wein uns gut!" Keineswegs widerspricht dieser Erfahrung die Meinung des Viehbauern und Aelplers, der an Wiese und Alm denkt: „Juni naß — viel Bodengras!" Und in Schwaben sagt man — mit Rücksicht auf die geographische Lage dieses Binnenlandes im Alpenvorraürne — seit alters: „Nordwind im Juni weht Korn ins Land!" Aber man fügt hinzu: „Geht er zu lang, weht er's Korn wieder naus!" Im Jahre 1939 fällt Trinitatis oder Dreifaltigkeitstag auf den 4. Juni. Da spielt die Zahl „Drei" eine abergläubige Rolle: „Regnet's an Trinitatis, so regnet's drei Sonntage Hinterweg." Oder man jagt: „Regnet's am Dreifaltigkeitstage, fo verdirbt ein Drittel der Frucht!" Auch heißt es: „Wenn's Trinitatis regnet, so nimmt das Unkraut überhand", man meint, „es verdreifache sich". Ungern hat der Winzer am Medardustage, 8.Juni, Naßwetter, weil er nun Sonne braucht, in rheinischen Gauen „reimt" man: „Wann et op Medardus rän’t (regnet), jik de W'mgboer (Weinbauer) befän’t (bekreuzt und segnet)?" Das tut er, weil es dann schlimm um den Heurigen steht? In diesem Jahre fällt auch der Fronleichnam auf den 8. Juni; da heißt es nicht eben trostreich: „Wenn es Fronleichnam regnet, so dauert's vier Wochen lang!" Und bann fomrfit schon bald der Johannistag, der 24. Juni. Da sagt der Bauernspruch: „Am St. Johannismorgen, da steht der Hafer noch in Sorgen!" Das bedeutet: noch ist Krisenzeit! Und das empfindet man allerorts, fo zum Beispiel, wenn man in Mitteldeutschland reimt: „Vor Johannistag — man Gerste und Hafer nicht loden mag!" Und dann kommt der ominöse Siebenschläfertag, der 27. Juni. In Niedersachsen heißt es — und überall in deutschen Landen heißt es ähnlich: „Wenn et up Sebensläper rägent, denn rägent et feben Weken (Wochen), unn wenn ok man alle Dag en paar (paar) Droppen fallet." Und schließlich wollen wir noch des 29. Juni gedenken; der ist Peter und Paul geweiht! Weil alte und junge Leute mit Recht sich auf die 'reifen Kirschen freuen, so sagt man in alemannischen Gegenden fröhlich und poetisch: „An Peter und Paul geheient (gehören) d'Kirschle ins Maul!" Gruß und Kuß. Von Werner Lenz. Der Gruß ist ursprünglich ein Zeichen gewesen, mit dem sich Menschen einander als gutgesinnt zu erkennen gaben. Darum drücken auch die Grußgesten häufig freiwillige Wehrlosigkeit aus. Viele Naturvölker schicken ihre Abgesandten ohne Waffen zum Besuch anderer Stämme aus, bei anderen nähert sich der fremde Ankömmling auf eine gemessene Entfernung und legt dann feine Waffen nieder, um jeine friedliche Gesinnung darzutun. Dem entspricht eine Art von „Selbstfesselung", die sich symbolisch äußert, indem man die beiden Hände fest ineinander legt, sie also damit „außer Gebrauch setzt"; häufig ist bei exotischen Stämmen eine Grußzere- monie, die freiwillige Wehrlosigkeit symbolisiert: das Einhaken der Mittelfinger ineinander. Alle diese Friedensgrüße sind zumal in den heißen Ländern der Erde üblich. Mehr zum Abendlande hin findet man die Grußgeste des ausgestreckten Armes mit erhobener Hand; da deren Innenfläche dem Gegner zugekehrt ist, fo kann dieser die Waffenlosigkeit schon von weitem erkennen. Der altgermanische Gruß scheint in dem grüßenden Erheben der Handwaffe — verbunden mit dem Zuruf „Heilo" — bestanden zu haben. Das militärische Salutieren durch Anlegen der gestreckten Hand an die Kopfbedeckung ist zweifellos auf diese Urgrußformen zurückzuführen. Charakteristisch für b Reichsluftfahrtministerium. Anschließend war er Höherer Kommandeur der Flakartillerie in Braun- schweig und seit Juni 1938 Höherer Kommandeur der Festungsflakartillerie in Wiesbaden. Ehrung der Helden vom Skagerrak. Peter schien es gar nicht zu bemerken, daß es dem jungen Mann binnen drei Minuten ungemütlich wurde. Worauf Alphonse sich vor dem Hausherrn knapp, aber korrekt verbeugte. Don der Dame des Hauses verabschiedete er sich mit einem Blick in die dunklen Augen und einem weichen „Liebe Madeleine, wenn du dir deine Freunde unter den widerlichsten Schnöseln an der ganzen Cote d'azur aussuchst, darfst du dich nicht wundern ... Das ist mein Heimkommen! So werde ich empfangen! Madame flirtet aufs Schamloseste mit einem Bengel, der nichts Glänzendes aufweist — außer seinen lackierten Fingernägel ... Ich bekomme nichts zu essen — und Marie zerbricht ein Glas vor Schrecken, weil ich wieder daheim bin!" „Ich habe nicht geflirtet, ich habe getanzt!" ver- teidgte sich Madeleine wütend. „Du fährst fort, du gehst, wenn du da bist, fischen — oder legst Patiencen. — Ja, hast du geglaubt, daß ich in den ganzen drei Wochen mit keinem Menschen außer Marie ein Wort reden werde? Und daß Marie ein Trampel ist, das ist weder für mich noch für dich eine Neuigkeit. Sei froh, daß sie keinen Kristallkrug in der Hand gehabt hat, als sie dich erblickte. Sie läßt prinzipiell alles fallen was sie in der Hand hat, wenn sie sich wundert. Madeleine machte mit raschen Griffen im Zimmer Ordnung. Das Grammophon verschwand in dem Schrankfach. Der Teppich wurde zurechtge- schoben. Die leere Flasche und die Gläser weggestellt. Ein kleiner Tisch bekam ein weißes. Spitzen- mißtrauischer. „Nein — nicht so, wie du denkst! Ich bin durch einen Zufall auf den Gedanken gekommen Peter erzählt« ihr in kurzen Worten von der Rettung des Bankiers Doigt. „Da habe ich wieder gespürt, daß ich wirklich in dieser Richtung besonders begabt bin. Und mich freuen solche Arbeiten. Für einen tüchtigen Mechaniker, der Ideen hat, ist überall Platz. Damit läßt sich auf eine Art, die mir l ll'UCIl. Es ist höchste Zeit, wenn die Krähen am Horst kurz gehalten werden sollen. Denn die Jungen sind bald flügge. Auch dann ist eine Krähenfamilie gewöhnlich noch eine Zeit zusammen und macht den Abschuß leichter. Hubertus. ** Zum Obergärtner ernannt. Der mit der Stelle eines Obergärtners bei der Universitätsverwaltung beauftragte Gärtner Heinrich Binz wurde mit Wirkung ab 6. Mai 1939 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Obergärtner ernannt. _ _ ** Silberhochzeit. Am morgigen Frettag, 2. Juni, können Herr Emil Beck und Frau Elsa, geb. Gläser, Bahnhofstraße 56, bei bester Gesundheit das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir beglückwünschen! ihres Berufes Unrecht zu tun. Bankiers, Börsenleute und alle jene, die ausschließlich mit Geld zu tun haben, die haben es schon viel schwerer. Es gibt Geschäfte, die dem einen erlaubt, dem andern unerlaubt dünken. In solchen Fällen entscheidet teils das Gewissen, — teils ein erfahrener, sehr tüchtiger Rechtsanwalt, der sich überzeugt, daß das Gesetz nichts Ernstliches dagegen einwenden kann. Menschen, die eine lockere Auffassung in bezug auf diese Grenze haben, pflegen im Privalleben besonders korrekt zu sein. Wenn es sich um Leute handelt, die im Grund anständig sind! Denn daß ein schlechter Mensch in jedem Beruf die Möglichkeit findet, sich schlecht zu benehmen, muß nicht eigens hervorgehoben werden. Dann gibt es noch eine Reihe von Berufen, oder nennen wir sie lieber Betätigungen, die deutlich jen- sen trennt. Das sind solche, bei denen der sich Betätigende erbarmungslos eingesperrt wird, wenn er erwischt wird. Für die zahlreiche Gruppe der Unternehmungslustigen, die sich trotzdem von derlei Betätigungen nicht abhalten lassen, gibt es nur einen Grundsatz: Du darfst dich nicht erwischen lassen! Ansonsten können sie durchaus liebenswerte und äußerlich ordentliche Leute sein... Peter Jlke zum Beispiel wäre es niemals im Traum eingefallen, einen Kellner um seine Zeche zu prellen. Seine Frau schlecht zu behandeln. Oder schwarz zu fahren... Obwohl Nachforschungen nach dem Ursprung des netten Vermögens, das er dem Crädit Lyonnais anvertraut hatte, einer gründlichen Prüfung schwerlich standgehalten hätten, war Peters Leben bis auf ein paar Unannehmlichkeiten glatt abgerollt. Er war nicht einmal sehr schlecht beleumundet gewesen. Nur ein' paar sehr kluge Herren von der Gegenpartei hatten ihn mit mißtrauischen Blicken gemustert. Und die klugen Herren mußten ein ausgezeichnetes Personengedächtnis haben, um ihn nach so langer Zett tugendhaften Bürgerlebens wiederzuerkennen. Fünf Jahre fischen, schwimmen und Tennis spielen machen aus einem blassen, jungen Mann nut einem müden Zug um den Mund und unruhtgen Augen einen breitschultrigen, sonnenbraunen Herrn, der gern lacht und die Welt wohlwollend und zufrieden betrachtet. Dieses schöne Leben wollte Peter aufgeben, weil kein Mann eine Ewigkeit^von Feiertagen verträgt. Und weil Madeleine zu gern mit Alphonse Tango Am 30. Mai fand unter Leitung des Kreisjägermeisters die diesjährige Prüfung zur Erlangung des ersten Jagdscheines statt. Sämtliche Prüflinge hatten an dem Vorbereitungskurs teilgenommen, der während der letzten vier Monate lief und die zukünf- Spaß macht, und gegen die du nichts einzuwenden haft, schönes Geld verdienen." „Warum willst du nicht hier bleiben? Was spricht dagegen, daß du in dieser Gegend deine Erzeugung versuchst?" . „An der Riviera bekäme ich nicht einmal die Er° l-aübnis, eine Industrie einzurichten. Und in den Städten — da kennen mich doch einige ... Nein, in Deutschland ist der bessere Boden." „Ich trenne mich nur ungern von unserem Heim", seufzte Madelaine. „Und von dem schönen, blondlockigen Alphonse", fuhr Pierre fort. Er hatte völlig vergessen, daß er vor einer knappen Stunde ein schweres Herz gehabt hatte, als er an eine Trennung von dem guten Daheim zu denken versuchte. „Ich will unser Haus nicht hergeben!" meuterte Madeleine. „Daran denke ich gar nicht, Bvb6. Mr können es vermieten oder einfach zusperren. Ich will auch nicht unser ganzes Geld in die neue Sache stecken. Ich stelle Mir vor, daß hunderttausend Francs genügen. Und Voigt gewährt mir sicher einen Kredit. Du könntest mir im Geschäft helfen. Bei der Buchführung. Und so überhaupt. Ein nettes Haus, womöglich mit einem Garten, können wir uns auch in Neukirchen mieten ..." Peter schilderte in blühenden Farben das neue Leben und das neue Glück. ♦ Mr ist nun Peter Jlke? nehmen. , t . Peter schob einen schönen Bissen M den Mund und schenkte zwei Gläser herrlich kühlen Chablts revoir, Madeleine". Das Ehepaar schwieg, bis sich knarrend das Gartentor hinter dem Gast geschlossen hatte. Dann brach der Sturm los. „Pierre, ich möchte dich darauf aufmerksam machen, daß ich nicht gesonnen bin, zuzusehen, wie du meine Freunde beleidigst ..." tiefen t „Au Roman von Kvnraö Trani ikvpgrlght by Carl Ouncker Verlag, Berlin W35 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Kaltes Fleisch, eine Dose Sardinen und ein paar Oliven dürften sich finden. Und Marie soll mir eine Omelette machen. Kühlen Sie eine Flasche Chablin Clos ein! Und vor allem — bringen Sie mir noch Dermouth und Sodawasser mit Eis!" Peter warf einen mißbilligenden Blick auf die leere Dermouthflasche, die auf dem silbernen Tablett neben zwei Gläsern stand. die Mldverwertung und das i^^^en^efne einführen sollte. Alle Jungiager (zwölf Herren eine Dame) konnten für „bestanden erklärt werden. NSKK.-Standartenführer Noael verabschiedet sich. Standartenführer Nagel von der Motor^tan. barte 147 ist, wie wir von Zuständiger Stelle Horen, zum Führer der Motorstandarte 48 Ttarburg, b - stimmt worden. Im Rahmen einer kurzen Feier wird er sich heute abend im Sturmheun des von den Führern der Einheiten der Standarte 14/ verabschiedeii. Schützenschnur am Oienstanzug des AS.-Aeichslriegerbundes. Ndz. Das Oberkommando des Heeres hat verfügt, daß Soldaten, die in Ehren aus dem aktiven Wehrdienst entlassen worden und Mitglieder des NS- Reichskriegerbundes sind, die von ihnen erworbenen Schützenabzeichen (Schützenschnur) außer zu der ihnen rechtmäßig verliehenen Heeresunisorm auch bei allen Veranstaltungen des NS.-Reicks- kriegerbundes tragen dürfen. Oie Heffen-Naffau-Fahrt des DOM.-Obergaues abgeschlossen. In besonderer Weise wurde gestern des Tages der für die deutsche Kriegsmarine so ruhmreichen Seeschlacht vom Skagerrak gedacht. Am Skagerrak- Ehrenmal in den Eichgärten zog um 8 Uhr eine u vu9 —v ...^------ Ehrenwache auf, die von der Marine-Hltler-Jugend b , in ^sen paar Tagen eine ganze Anzahl von in ihrer schmucken Uniform gestellt und, bei ein- abschußnottoendigen Böcken, die vor der itünbiaer Ablösung bis in die Abendstunden ge- fQi(en sollten, zur Strecke gebracht. Diesen A us Ämu” ebenfaas in den WW «s«°b| Es gibt Berufe, die so weit von der Grenze entfernt sind, die die guten Bürger von den weniger guten trennt, daß es nicht schwer ist, ein dem Gesetz wohlgefälliges Leben zu führen. Ein Tierarzt, ein Glasermeister, ein Hand weder müssen schon eine ausschweifende Phantasie haben, um im Rahmen 3. bis 5. Juni entsendet der des NS.-Reichskriegerbundes eine Abordnung von 40 Fahnen und 140 Mann. Diese Kameraden benutzen den Sonderzug, während eine Anzah weiterer Kameraden mit dem Auto nach Kassel fahren und nur den Sonntag über dort bleiben. Die Kameraden des Kreisverbandes Gießen werden in Gießen zusammengezogen und treten am Samstag, 3. Juni, um 17.15 Uhr, unter Führung des Kreis- geschäftsführers ©lebe am Bahnhofs platz an. Der Kreiskriegerführer, Oberoeterinärrat Dr. Manna r d , hält dort einen kurzen Appell ab. Um 17-.48 Uhr fährt der Sonderzug, dem sie sich anschließen, in Gießen, um 18 Uhr 'N Lollar.ab. Der Sonderzug trifft um 20.25 Uhr in Kassel em. Dort finden nach dem Auftuchen der Quartiere Kameradschaftsabende im Zelt am Friednchsplatz statt. Am Sonntag, 4. Juni, findet nach der grotzen Kund- aebung der Vorbeimarsch statt. Wahrend der Fest- tage kommt das von Karl Schulz-Luckau geschriebene Festspiel „Ewiges Soldatentum zur Aufführung, an dem sechstausend Personen mitwirken. Die Gießener Kameraden haben am Montag noch Gelegenheit zu einer Besichtigung von Kassel. Sie treten ihre Rückfahrt in der Nacht zum 6. Ium um 1.25 Uhr vom Kasseler Hauptbahnhof aus an und treffen um 3.45 Uhr in Lollar und um 3.55 Uhr m Gießen wieder ein. NSG. Die in zwei Fahrtetappen vom 12.. bis 22. Mai und vom 22. bis 31. Mai durchgeführte Hessen-Nasfau-Fahrt des DDM., nut der. der BDM.° Obergau 13 Hessen-Nassau 5000 Mädel nn Odenwald, Vogelsberg, und Spessart, Rheingau, Taunus, Lahntal und Westerwald emsetzte, ihnen die landschaftliche Schönheit unseres Gaues erschloß und sie im Rahmen des Landeinsatzdienstes nut der bäuerlichen Bevölkerung bekannt machte, wurde am Mittwoch mit einer Sonderdampferfahrt abgeschlossen. 600 Mädel aus dem Rheingau und Lahn- tat fuhren von Niederlahnstein bis Mainz. Die Obergauführerin des BDM., Else R i e s e, begleitete den Dampfer von St. Goarshausen bis Rüdesheim und überzeugte sich persönlich von dem vorzüglichen Aussehen und der ftöhlichen Stimmung ihrer Fahrt- gruppen. Damit ist der erste Teil der Fahrtaktton des hessen-nasfauischen BDM. abgeschlossen. Die Vorbereitungen für die Großfahrten im Jun beginnen bereits in den nächsten Wochen. Gießener Wochenmarttpreise. * G i e ß e n, 1. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klaffe ^10/-, Klasse B 10, Klasse C 9/<, Wirsing, grün, % kg 20 bis 25, Gelberüben, neue, Bündel 25 bis 30, alte, Vi kg 15 bis 18, Spinat 20 bis 25, Spargel, 1. Sorte 58 bis 60, 2. Sorte 52 bis 54 3. Sorte 48 bis 50, 4. Sorte 30, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 16 bis 18, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4,— Mark, neue, % kg 18 Pf., Aepfel 35 bis 40 Pf., Erdbeeren 1Mark, Salat, das Stück 15 bis 20 Pf., Salatgurken 50, Oberkohlrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 15, Rettich, Bündel 12 bis 25, Stuck 10 bis 20, Radieschen, Bund 10 bis 15 Pf. Ein funger Mann ging suchend die enge Gaffe hinab, warf forschende Blicke in die finsteren, winkeligen Höfe, las aufmerksam alle die ßabenfdyifc der und Täfelchen neben den Haustoren. Ein paar Gassenjungen, die sich für den eleganten Herrn interessierten, hielten sich in respektvoller Entfernung, aber sie folgten ihm mit unbeirrbarer Ge- duld. (Der Herr hatte ihnen, ein paar kräftige Ohrfeigen angetragen für den Fall, daß sie sich nicht schleunigst verkrümelten.) Eine scheußliche Gegend, dachte der Herr unb seufzte. Er bemerkte nicht, daß cs schöne alte Häu- jer waren, daß hier und da ein edles geschnitztes Eichentor sich unter abblätternder Farbe verbarg, daß schmiedeeiserne Gitter ihr seines Rankenwerk vor die Fenster schoben. Er sah nur, daß die Fenster mangelhaft geputzt waren, daß der Fassaden- verputz abbröckelte und daß die Gasse — bis auf die Gassenjungen — still und ausgeftorben schirm notwendig. , s „1 Eine Zeit der Sorge ist es immer, wenn der Grasschnitt beginnt. Denn leider wird noch immer viel zu viel 3ungoiü>, rncrbrn nod) »u viele brütende Hennen und Gelege vermaht. Auf Grund guter praktischer Erfahrungen sei geraten, für jebes Gelege, das durch irgendwelche Schutzmaßnahmen vor dem Dermähen geschützt wurde — bas der -ve- Snerstütf SkeQbarum steh-n^tteß, bÄ'die 3W» |iige'n Jäzer'"iÜ THe°rie und Praxis der s°ndtzab«n« ausoesallen warm — eine Bell-Hnung öffentlich der Jagdwaffen des Erkennens uns^e.hennifchen auMU oben Dabei wäre es falsch, zu glauben, datz Wildes, feiner tzege und Pflege, ine Äiundgedanken nur dadurch verlockt ein Gmnbbesitzer sich zur des Naturfchutzes, die Jagdgefetzeslunde, die $u£ Schonu^veranlaßt sähe. Wir Jager kennen bas'rung und Haltung des Gebrauchshundes und endlich ,Zch habe nicht gewußt, daß du hier so unglücklich bist, D6b6", sagte er bedauernd. . „Ich bin gar Nicht unglücklich, aber ich langweile mich eben", seufzte Madeleine. „Ich viel mehr als du", nickte Peter und vertiefte sich ernsllich in die Omelette. (Marie mochte eine Menge schlechter Eigenschaften haben, aber kochen konnte sie!) „Du hast die Arbeit im Haus und im Garten. Du hast Alphonse in verschiedenster Aus- führung ... Was soll ich tun? Ich bin ein Mann in den besten Jahren. Ich kann doch hier nicht ver- chimmeln. Da ist mir eine gute Idee gekommen — „Nichts zu machen, Pierre!" sagte Madelaine sehr energisch. „Du hast mir versprochen, in die Hand versprochen, daß wir uns auf keine Abenteuer ein- lassen werden. Daß wir als gutsituierte Burger hier von unseren Renten leben werben. Ich will keine Angst mehr haben!" Weil du mich nicht zu Wort kommen laßt, Böb6!" stöhnte Peter. „Ich denke nicht daran, auch nur einen Schritt vom rechten Weg abzuirren. Wir wollen gute Bürger sein, aber dabei muß man ja nicht hier verschimmeln. Ich muß wieder arbeiten und etwas Rechtschaffenes zu tun haben!" „Was verstehst du unter rechtschaffen?" erkundigte sich Madeleine mißttauisch und reichte dem Gatten bie Schüssel mit Käse und Butter. „Ich möchte mir in Deutschland einen kleinen Betrieb kaufen und Präzisionsmaschinen, Kassen- , schränke und solches Zeug herstellen ..." , Madelaines Augen wurden immer erstaunter und Mithelfende in der Landwirtschaft. |cu ------ ------.... - |lu, -......... ... Ni» snri>ffpftplle des Landesarbeitsamts Hes- ammenhängenden „Dickungen der Getreidefelder man am besten im ganzen Jahre letzt — ist ßpb. Die ^reneljelle^öesI un-tersutau stark zu Schoben geht Es ist damit b-itswel^n lättoen unb®bie Rechtsanwälte) arbeit-, schon noch Möglichkeit zu merken um dies« 'M L Oberhessen wesentlich besser geworben, aber trotz- hSfiAtio aemorbm Die Arbeitsämter im Bezirk cheobst ober Winter unter allen Umstanden mt dem L können bie Verhältnisse m eng begrenzten Ge- be?^anbe5arbeitsamts^S)eS(en beginnen mit 'der »schuß zu v»schonem Denn sie sind er w» ollste einmal ein stärkeres Durchgreifen recht- Ausstellung ber Arbeitsbücher am E 2um, unb und Ästigste. Nachwuchs purste ran U f.^ zwar werden zunächst die Selbständigen und rnit- helfenden Familienangehörigen in der Landwirt s ch a f t zur Einreichung ihrer Arbeitsbuch- anträge aufgerufen. Die Ausstellung der Arbeitsbücher für die übrigen' Perfonenkrelfe erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Alle Einzecheiten ber | Durchführung sind aus den Bekanntmachungen der örtlich zuständigen Arbeitsämter zu entnehmen, die insbesondere auch mitteilen werden, roo bie An- traasvordrucke erhältlich sind und zu welchen Zelten und an welchen Stellen die ausgefüllten Anträge entgegengenommen werden. Es liegt im eigenen Interesse aller in der Landwirtschaft tätigen Volksgenossen, soweit sie bisher noch kein Arbeits- buch erhalten haben, die Bekanntmachungen ber Arbeitsämter in der Presse und bei den örtlichen Behörden genau zu beachten, damit unnötige Gäng? und Zeitverlust vermieden werden. tuch und eine kleine Vase mit einer bunteiroten Thrysantheme. Frische Gläser, Teller unb thnne appetitliche Schüsseln erschienen mit zauberhafter Schnelligkeit. Und während all dieser Arbeiten fand Madeleine Zeit, dem geliebten Mann einmal gründlich die Meinung zu sagen. Peter war sehr schweigsam. Teils weil ihn die Meinung der Frau interessierte, teils weil er eifrig taute. Aber als bie dampfende Omelette auf dem Tisch stand, hatte Madeleine sich müde geredet. Und er war bereit, zu den Vorwürfen Stellung zu Daß in einem Revier, in dem überall 3unmmIL steckt, Ruhe herrschen muß, versteht sich von selbst. Darum ist Schutz d e r Ja g d v o r z w e i - unb vierbeinigem Raubzeug letzt besonders Der Mot mit feinem naßkolt«n Wetter unb fei. | ^chkitzes' d"r* oft'grouen- nen Regentagen war für alle eine i Nerstümmeluna einer brütenden Henne ver- die sich auf Sonnenschein und leuchtende Farben- ^er mit den Schutzmaßnahmen ist oft pracht gefreut hatten. Auch dem Fager, der am _ Zeitverlust durch Benachrichtigung 16. Mai die Jagd auf ben Freiherrn des deutschen Mehrarbeit, > ^ - ^imter Unkosten für Fern- Waldes, ben Rehbock, eröffnete,^ware er an-1^ViMn ^akm die Belohnung, ders lieber gewesen. Aber Änem rechten Weidmann g W 3) ftreube macht, wenn sie in die M°cht bas schli-tz-ich LUchmcht- Sauern w-mb°rll Es H ber Äottz-it auch falsch, ein Geletz-,^,^00 von ber ch-rme nuh ..... , mehr angenommen wird, ober auf halten" würbe. Ebenfalls in ben Movgenftunben 11« f« abschuß veriiarrr vu^zaMren, tst-ne wn u ) 'n eTir vertragen mebertegungen zum Ausdruck zu bnngm boß bi I a toe5jijf)rige Abfchuß auf em« S-wiffe stchl k«-^ nut Jung chanen ftb^t auch ohne Selben ber beutfd)en Snegsmarine, bie ficlben m>m stößt, bie sich auf bem erfreulichen b-m Die Aufzucht 'Schwierigkeiten. An- Skagerrak, unoergeffep sind. Für bie Manne->vA. Bestreben gründet, eine möglichst fehlerfteie Au - H ' Feldhühnern. Die meiste Auserschienen Sturmbannführer Mettenheimer ^se 3U treffen. Es zeigt sich, daß dies m» a 2uf hat man, wenn es gelingt, eine unb Sturmführ-r ch - ß, die Marine-Kam-radschaft schlechten s-homiahr wie «• » ^-ientllch stcht 'das Brutgefchäft zu Ende fuhren zu Di-«-'»-!-»"•***”*' KSVS.Ä'iw Äw»; Äg.-ys**^er bald folgen die Jungen der Fähe ins deren Jahren um diese Zeit zu sein pflegen. Doch unt> ^elfach ist dann das Geheck dem »ager muß der Jäger damit rechnen, daß m der ersten längere Zeit entzogen, ober es lauft au-em- Hälfte des Juni ein Gutteil feiner Bocke auswech- anl>er uüberall, wo ber Fuchs in der 'Geflugelhal- I seit in die Feldmark, um dort in den großen, zu- tu rid) unangenehm bemerkbar macht — das Aus der engeren Heimat. PL.-Gefolgschast 8/116 Watzenborn-Steinberg. Garbenteich. Am kommenden Freitag, 2. Juni, hat der Standort Garbenteich geländesportliche Schulung. Die Jgg. treten hierzu 20.30 Uhr beim Heim an. Mitzubringen ist außer Schreibzeug noch Schulungsmaterial für Geländesport, soweit vorhanden. Hausen. Der Standort Hausen hat am kommenden Freitag, 2. Juni, geländesportlichen Unterricht. Zu diesem Dienst treten sämtliche Jgg. mit Schreibzeug und Schulungsmaterial für Geländesport, z. B. Karte, Kompaß. Meldeblock, um 21 Uhr an. Großfeuer in Tlidda. 8 Nidda, 31. Mai. Heute gegen 11 Uhr entstand in der vor den Toren der Stadt gelegenen Holzschneiderei der Firma August Pfaff & Söhne innerhalb weniger Minuten ein gewaltiges Feuer, das sich bei dem starken Sturmwind mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Die Flammen zerstörten dieWerk statt, den Maschinenraumund den Motorenraum samt allen Maschinen voll st ä n - d i g. Der rasch hevbeigeeilten Feuerwehr gelang es nur noch, die in der Nähe des Brandherdes lagernden H o l z v o r r ä t e , die zum Teil ebenfalls schon brannten, zu retten. Die Löscharbeiten wurden durch starken Nordwind sehr erschwert, ferner hatte die Feuerwehr reichlich viel Arbeit durch die Notwendigkeit langer Schlauchleitungen zu der ziemlich weit entfernten Nidda bzw. dem Eis- und Fischweiher. Bis gegen 14 Uhr hatte die Feuerwehr angestrengt zu tun, um des Brandes Herr zu werden. Der Schaden wird auf 12 000 R M. beziffert. Ueber die Brandursache hören wir von unterrichteter Seite, daß das Feuer durch Funkenflug beim Anlassen des Oelmotors entstanden ist. Die Tür zum Motorenraum war durch den Wind in dem Augenblick aufgeflvgen, als der Oelmotor augelasseu werden sollte. Durch den Funkenflug entstand an der offenen Erwärmelampe des Oelmotors eine Flamme, die zu Boden schoß und dabei in die Sägespäne kam, die bei dem starken Luftzug sofort Feuer fingen, das sich bei dem Sturmwind in wenigen Augenblicken zum verheerenden und unaufhaltsamen Brand ausbreitete. Veteranen des Schulamtes. -Friedberg, 31. Mai. Ein Wiedersehens- trsfsen führte gestern in unserer alten oberhessischen Seminarstadt die hessischen Lehrer zusammen, die 189 3 das hiesige Lehrerseminar verlassen haben und ins Schulamt eintraten. Bon den 38 Abiturienten des Jahres 1893 sind 14 schon verstorben. Die andern stehen 46 Jahre ununterbrochen im Schulamt und werden, soweit es nicht schon geschehen, nun in den wohlverdienten Ruhestand treten, da sie in diesem Jahre die gesetzliche Altersgrenze erreichen. Mit dem Motorrad gegen ein Auto. * Atzbach (Kreis Wetzlar), 1. Ium. Am gestrigen Mittwochabend fuhr auf der Landstraße bei Atzbach in einer scharfen Kurve der Drogistenlehrling Willy Keller aus Atzbach mit einem Motorrad, über das er die Herrschaft verloren hatte, gegen ein Auto. Dabei stürzte der junge Mann so unglücklich, daß er einen Oberschenkelbruch er- likk und von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Bei dem heftigen Anprall wurde der vordere Teil des Motorrades zertrümmert. Auf Urlaub 1000 Mark gewonnen. Lpd. M a r b u r g, 31. Mai. Ein bei einem Frankfurter Truppenteil dienender Soldat aus W a l l a u, der gelegentlich seines Pfingsturlaubes in einem hiesigen Kaffeehaus einkehrte, hatte dort das Glück, bei einem Loeoerkäufer der Arbeitsbeschaffungslotterie einen 1000-Mark-Gewinn zu ziehen. Raubüberfall im Taunus. Einen 74jahrigen Mann niedergeschlagen und seiner Barschaft beraubt. LPD. Frankfurt a. M., 31. Mai. Am Dienstagnachmittag wurde auf dem Fußweg, der von der Saalburg zum Herzberg - Sandplacken führt, von einem Unbekannten auf einen 74 jährigen Mann aus Frankfurt ein R a u b ü b e r f a l l verübt. Auf der Saalburg hatte der alte Mann den ihn Unbekannten angesprochen und um Auskunft über die einzuschlagende Wegrichtung nach Oberstedten gebeten. Der Unbekannte erklärte sich bereit, dem alten Mann den Weg zu zeigen und ging mit. Eine halbe Wegstunde von der Saalburg entfernt erreichten beide einen Tannenschlag. Hier versetzte der Unbekannte dem alten Mann plötzlich einen Stoß gegen den Oberkörper, daß er in das dichte Unterholz fiel, würgte den Ueberfallenen und schleifte ihn in das Unterholz hinein. Dort bearbeitete er sein Opfer so lange mit Faustschlägen und Fußtritten ins Gesicht, bis der alte Mann das Bewußtsein verlor. Blutüberströmt wurde der Ueber- fallene später von Spaziergängern aufgefunden: glücklicherweise sind die Verletzungen nicht lebensgefährlicher Natur. Der Täter, es handelt sich um einen etwa 30jährigen Mann, hatte seinem Opfer die Geldtasche mit etwa 30 Mark Inhalt geraubt. Der Täter ist etwa 1,70 Meter groß un£) spricht schwäbischen Dialekt. Auffallend an ihm ist die starke natürliche Gesichtsbräune. Er hat dunkles, wahrscheinlich schwarzes, gescheiteltes Haar, schmales längliches Gesicht, spitze Nase und spitzes Kinn Bekleidet war er mit dunklem Jakett und dunkler Hose. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Spinale Kinderlähmung. Lpd. Biblis, 31. Mai. In Biblis wurde bei einigen Kindern spinale Kinderlähmung festgestellt. Aus diesem Grunde bleibt der Kindergarten für die nächsten vierzehn Tage geschlossen. Ebenso fällt die Säuglingsberatungsstunde bis auf weiteres aus. Landkreis Gießen. Leihgestern, 1. Juni. Ihre silberne Hochzeit können am Donnerstag, 1. Juni, der Schuhmachermeister Karl Binz und Ehefrau Marie, geb. Dern, Bahnhofstraße 57 dahier wohnhaft, begehen. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. △ Willingen, 1. Juni. Am heutigen Tage feiern die Eheleute Otto Zimmer IV. und Frau Marie, geb. Schneider, das Fest der silbernen Hochzeit. Unseren herzlichen Glückwunsch. Kreis Büdingen. $ Nidda, 31. Mai. Dem Herkommen gemäß gaben sich am Pfingstmontag die Fünfzigjährigen des Kirchspiels Nidda, wozu außer Nidda noch die Orte Bad Salzhausen, Michelnau, Kohden und Unter-Schmitten gehören, hier ein Stelldichein. Nach dem Kirchgang besuchte man die Grabstätten von Kameraden und einstigen Lehrern, deren Andenken man durch Kranzniederlegung ehrte, und machte einen Rundgang durch das Heimatstädtchen, woran sich ein gemeinsames Mittagsmahl schloß. Die offizielle Feier mit Angehörigen und geladenen Gästen wurde durch Ansprachen, Gesänge und Unterhaltungsvorträge unter Austausch von heiteren Erlebnissen aus der Jugendzeit bis in weit vorgerückte Stunde ausgedehnt. CRunbfunfprogramtn Freitag, 2. Juni: 5 Uhr: Frühmusik. Ausführung: Musitkorps des Jnf.-Regts. 36, Friedberg. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps der leichten Flak-Abt. 71. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Frau Schwalbe ist 'ne Schwätzerin. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt Leo Eysoldt mit seinem Orchester. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. Bollwerk in der Mark. Hörbilder aus der Geschichte der Jugendburg Storkow. 10.30: Jugend im Kamps. Der Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend 1939. 11.40: Ruf ms Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... (Eigenaufnahmen des deutschen Rundfunks). 16: Vom Landessender Danzig: Nach- Der Stand arten-Sporttag, der am kommenden Samstag und Sonntag stattfindet, bringt ein reichhaltiges Programm. Nach der Vereidigungsfeier am Samstagabend ist der Sonntagoormittag den Wettkämpfen gewidmet. Bereits um 5 Uhr werden die Wettkämpfer, die geschloffen in der Bergkaserne untergebracht werden (sämtliche Sturmführer der Standarte 116 verbringen ebenfalls die Nacht in der Kaserne) geweckt. Die Bergkaserne wurde als Standquartier für die teilnehmenden aktiven Wettkämpfer deshalb gewählt, weil von der Kaserne aus in ganz kurzer Zeit die verschiedenen Wettkampfstätten erreicht werden können. Die Verpflegung wird ebenfalls in der Kaserne stattfinden. Die Wettkämpfe des Gonntagvormittags. Den Auftakt der Wettkämpfe bildet um 6.15 Uhr er Start der Mannschaften zum 20-Kilometer- Gepäckmarsch und zur 25-Kilometer- R a d f a h r st r e i f e. Die Mannschaften starten vom Hof der Standarte, bzw. von der Bergkaserne aus. Der Gepäckmarsch wie auch die Radfahrstreife werden an alle Teilnehmer höchste Anforderungen stellen. Für beide Wettbewerbe ist es vordringliche Aufgabe, nach der Beroältigung der Strecken immer noch e i n s a tz f ä h i g und in guter Verfassung anzukommen. Die Strecken selbst sind durchsetzt mit einer Reihe natürlicher Hindernisse. Arn Schlüsse des 20-Kilometer-Gepäckrnarsches haben die Mannschaften, die mit einem Führer und 36 Mann teilnehmen, noch einen drei Meter breiten Wassergraben, ein 80 Zentimeter hohes Drahthindernis, ein 8 Meter langes und 60 Zentimeter hohes Kriechhindernis zu überwinden: außerdem sollen sie noch eine sichere Hand im Schießen auf Kopftallscheiben und eine gute Leistung im Handgranatenwurf beweisen können. Für die 25-Kilometer-Radfahrstreise ist eine schwierige Aufgabe insofern gegeben, als 10 Kilometer als Orientierungsfahrt zurückzulegen find, bei der verschiedene Kontrollstellen angefahren werden müsien. Außerdem muß ein einen Meter hohes Hindernis mitsamt den Rädern überwunden werden. Äm Schluß wird noch ein Handgranatenwurf verlangt. Für die leichtathletischen Wettkämpfe sind folgende Disziplinen vorgesehen: 100-, 200-, 400-, 1500-, 3000- und 10 000-Meterlauf, ferner Weit- und Hochsprung, Kugel- und Steinstoßen, sowie Speer- und Diskuswerfen. Um 8 Uhr beginnen dann die einzelnen Wettkämpfe für den Mannschafts-Fünfkampf. Der Mannschafts-Fünfkampf stellt ebenfalls hohe Anforderungen. Es wird ein 400-Meter-Hindernis- Es kann heute kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die internationale Großdeutschland- Radrundfahrt als das wirksamste Propagandamittel des deutschen Radsports angesehen werden muß. In der kurzen Anlaufzeit seit ihrer Wiederbelebung brach sich diese Prüfung allen Zweifeln zum Trotz in einer so stürmischen Art Bahn, daß selbst die Fachleute ins Staunen gerieten. Nicht nur die Anteilnahme des deutschen Radsportpublikums wuchs in den letzten Jahren ständig, auch das Ausland erkannte die Bedeutung dieser Fahitt immer mehr. Und in diesem Jahre, wenn in den Tagen vom 1. bis 24. Juni zum ersten Male auch die Gebiete des Sudetenlandes in den Streckenplan einbezogen sind, rückt das Ausland schon mit einer so starken Streitmacht an, daß man für 1939 eine Voraussage auf einen neuen deutschen Sieg keineswegs so vertrauensvoll treffen kann wie bisher. 24 Ausländer streiten sich mit den 44 besten deutschen Berufsstraßenfahrern, die den schweren Kampf über die 5000 Kilometer in 20 Etappen (bei vier Ruhetagen in Reichenberg, Wien, Stuttgart und Bielefeld) wohlvorbereitet aufnehmen und gerade ifi diesem Jahre den Ehrgeiz haben werden, sich der sehr starken ausländischen Gegnerschaft überlegen zu zeigen. So erscheint aus Belgien mit Frans Bonduel ein bewährter Mann. Ihm zur Seite stehen als tüchtigste Gefährten Wierinckx und mittagskonzert. CMage 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: „Käthe Dorsch". 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Ernste und heitere Chorgesänge. Der Chor des Reichssenders Frankfurt. 19.15: Tagesspiegel. 19.25: „Maximilian Harden — der ewige Isidor". Es spricht Professor Walter Frank, Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands. 19.45: Der fröhliche Lautsprecher (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau.. 20.15: Aus Wiesbaden: Internationale Konzerte Sommer 1939. Rumänien — Jugoslawien. 22: Nachrichten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Unterhaltungskonzert. Samstag, 3. Juni: 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das Rundfunkorchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Posttudium von Eric H. Thiman — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Hanns Kallies. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: Dein Kind braucht Spielgefährten. Ein Zwiegespräch für die Mütter. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausgeführt vom Musikkorps der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Wiesbaden brennt — Zum Todestag von Gorch Fock am 31.5. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung Mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Men. 14: Nachrichten. 14.10: Sommer-Modenschau. Vorführung leichtgeschürzter Juni-Schallplatten. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Dagebuchblätter unserer Jungmädel. Wir singen und erzählen. 16. Ueber- tragung nach Berlin und Wien: Unterhaltungskonzert. 18: „Als sie 1914 hinauszogen..." Erinnerungsklänge an große Tage. Ein Militärkonzert zum Großdeutschen Reichskriegertag 1939. 19.15: Tagesspiegel. 19.30 Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Die Wett ist schön! Der Himmel blau! Wir spielen auf der Reichsgarten- schau! 22: Nachrichten. 22.30 bis 24: Wir tanzen in den Sonntag. Meter-Lauf, ein Handgranaten-Weitwurs, eine SHwirnmstaffel und Kleinkaliberschießen verlangt. Auf dem Schießstand an der Hardt wird ebenfalls um 8 Uhr mit dem Klein-Kaliber- und dem Pistolenschießen begonnen. Um 8.30 Uhr werden die Vorkämpfe für die Leichtathletik-Wettbewerbe auf dem Universitätssportplatz ausgenommen. Mit einer interessanten Hebung werden die Pionier» ftürme au smarten. Um 10 Uhr werden sie am Schwanenteich an der Schlageter-Allee antreten und die Verschiedensten Einsatzübungen zeigen. U. a. wird auch ein Steg über den Teich gebaut werden. Um 10.40 Uhr wird eine 6X100-Meter- Staffel für Pioniere, Nachrichten-, Marine- und Reiter-SA. auf dem Universttätssportplatz gestartet. Anschließend treten die Mannschaften der Reservestürme zum Tauziehen an. Schauvorführungen am Sonntagnachmittag. Der Sonntagnachmittag, für den ein besonders anregendes sportliches Programm vorgesehen ist, wird vor allem die Endkämpfe in den Läusen und in den Staffeln bringen. Um 14.15 Uhr wird zum Handgranatenweitwurf im Kampf um die Entscheidung angetreten. 10 Minuten später wird der 100-Meter-End- 1 au f gestartet, anschließend der 1500-Meter- Lauf. Mit besonderem Interesse darf man einem Fußb allspiel entgegensetzen, das eine Auswahlmannschaft der 15900 000 Emil Noll, Friseurmeister, Lieber Str. 31 02717 Geschäfts-Uebernahme Am 1. Juni 1939 übernehme ich von Herrn Gust. Markowiak den Damen-und Herrensalon Lieber Straße 31 Mein Bestreben wird e*s sein, durch gute Fach arbeit meine Kundschaft in jeder Weise zufriedenzustellen. Zugleich empfehle ich mein Lager in Toiletteartikeln. | Verkäufe | Gut erhaltener MMM ofen zu verkauf. 3990d Kaiserallee 7vt. 3700 M MM zu verkauf. 02713 Liebigstraße 49. 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