Nr. 51 Erstes Matt 189. Jahrgang Mittwoch, I.Mrz 1939 Grfchemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Betlogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Siehe«. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B Argentinien und USA. Von unserem as.-Korrespondenien. Buenos Aires, im Februar 1939. Wenn der Präsident der argentinischen Republik innerhalb weniger Tage zwei großen nordamerikanischen Nachrichtenagenturen Interviews gibt, in denen er über die argentinisch-nordamerikanischen Beziehungen spricht, so möchte man zunächst daraus schließen, daß die H a n d.e l s o e r t r a g s v e r- Handlungen zwischen beiden Ländern an einem entscheidenden Punkt angekommen seien. Daß es sich dabei doch um eine Situation handelt, die nicht auf einen baldigen günstigen Abschluß der Verhandlungen hoffen, sondern eher das Gegenteil erwarten läßt, geht schon aus den pessimistischen Betrachtungen hervor, an denen die argentinische Presse in diesen Tagen reich ist und in denen sogar von einem Handelskrieg zwischen beiden Staaten gesprochen wird. Zeitlich füllt das etwa mit dem Abschluß der Tätigkeit besonderer amerikanischer Wirtschaftssachverständiger in Buenos Aires und mit ihrer Rückkehr nach Washington zusammen. Die Aeußerungen des Präsidenten Ortiz unterstrichen lediglich den bisherigen argentinischen Standpunkt, daß die Vereinigten Staaten Zugeständnisse in der Frage des Fleischbezuges aus Argentinien machen müßten, wenn es zu einem Handelsvertrag kommen sollte. Da hierfür jedoch die Aussichten nach allen Berichten gleich null sind, schließt das die Feststellung ein, daß in der Abschnürung der amerikanischen Importe durch Argentinien, über die stets stärkere Klagen aus USA. kommen, vorläufig keine Aende- rung zu erwarten fei. Bekanntlich bewilligen die Argentinier nur noch Devisen für 30 v. H. der amerikanischen Automobilimporte — gemessen an den Zahlen des Jahres 1938 — und für viele andere amerikanische Importartikel werden überhaupt keine Devisen oder erst mit großer Verspätung zugeteilt. Lediglich landwirtschaftliche Maschinen, auf deren Import die argentinische Landwirtschaft angewiesen ist, sind von den Restriktionsmaßnahmen ausgenommen. Die Hoffnungen auf einen Vertragsabschluß müssen also als verschwindend gering bezeichnet werden. Politisch dürften die Interviews von Ortiz in Nordamerika namentlich deswegen verstimmt haben, weil der argentinische Präsident ausdrücklich die nordamerikanischen Befürchtungen hinsichtlich eines „U e b e r g r e i f e n s" europäischer „fafchi -- stischer Mächte" auf. Argentinien in das Reich der Fabel verwies, und beim zweiten Interview auf eine diesbezügliche Frage hin „nur vielsagend lächelte". Hinzu kommt noch, daß Ortiz in seinem ersten Interview den Nordamerikanern, die nur in Argentinien verkaufen, nicht aber auch die argentinischen Produkte abnehmen wollten, die Deutschen geradezu als Muster hin- stellte, denn die Deutschen wollten nicht nur ihre Waren absetzen, sondern kauften auch argentinisches Fleisch (und viele andere Produkte), ohne lange um den Preis zu feilschen. Solche und ähnliche Feststellungen sicherten den Erklärungen Ortiz' in Deutschland eine ebenso freundliche Aufnahme, wie die Reaktion der Nordamerikaner un- fremÄlich war. Eine recht heftig klingende Erwiderung haben die Ausführungen von Ortiz nun in diesen Tagen, wenn auch nicht von amtlicher, so doch von recht wichtiger nordamerikanischer Seite gefunden. Herr A b b i n k, der Präsident der Busineß Publishers Intern. Co. gab bei einer Veranstaltung der Nordamerikanischen Handelskammer in Buenos Aires Erklärungen ab, die an Deutlichkeit kaum etwas zu wünschen übrig lassen. Ihr Inhalt vermittelt zum mindesten ein Bild von der in der nordamerikanischen Geschäftswelt gegenüber Argentinien herrschenden Gereiztheit. Abbink meinte, es fei jetzt an der Zeit, offen und frei zu sprechen. Die in Argentinien verbreitete Ansicht, daß sich die nordamerikanischen veterinär- polizeilichen Bestimmungen lediglich gegen die Einfuhr argentinischen Fleisches richteten, und daß USA. zu wenig in Argentinien kaufe, sei irrig. Was den Export Argentiniens nach USA. angeht, so ließ Abbink Zahlen der Handelsstatistik aufmarschieren. Er kam zu dem Schluß, daß sein Land durchschnittlich an zweiter Stelle der Abnehmerstaaten Argentiniens steht. Argentinien entfalte demgegenüber eine Praxis, die nur Schwierigkeiten heraufbeschwören könne. Man könne sie sich nicht unbefristet gefallen lassen, zumal solche Praktiken sonst nur gegenüber gelegentlichen und zahlungsunfähigen oder -schwachen Käufern angewendet zu werden pflegten. Argentiniens These vom angeblichen Devisenmangel könne nicht überzeugen; denn die argentinischen Devisenreserven, vermehrt um die 25-Mil- lionen-Dollar-Anleihe des Jahres 1938, müßten genügen, um der Republik auch über mehrere ungünstige Jahre hinwegzuhelfen. Außerdem würden durch die argentinische Jmportpolitik auch nicht alle Länder gleichmäßig betroffen, sondern in erster Linie die Vereinigten Staaten. Die Politik Argentiniens werde maßgeblich durch die Interessen der Viehzüchter beeinflußt. Rechne man aber zusammen, was die Nordamerikaner an Wolle, Häuten, Nebenprodukten der Viehzucht und an Büchsenfleisch tauf» ton, so sei das mehr, als der Wett der Fleischaus- juhr, und wenn die Amerikaner diese Käufe einstellten, so könne der argentinische Fleischproduzent nur noch zu Preisen exportieren, die für feinen Absatz ruinös hoch sein würden. Er spreche nicht in amtlicher Eigenschaft, aber als Geschäftsmann könne er wohl feststellen, daß die nordamerikanische Industrie auf die Dauer keine Politik unterstützen werde, die zu einer Unterwerfung unter diskriminierende Bedingungen führe, mögen diese nun bewußt geschaffen worden ober unbeabsichtigt entstanden sein. Es komme der Augenblick, da Geduld aufhöre, eine Tugend zu fein. Würden die Strafsätze des amerikanischen Tarifes auf Argentinien angewandt — wie das während des Handelskrieges mit Australien geschehen sei —, fo würde der Nachteil für die Nordamerikaner jedenfalls durchaus erträglich fein. Er wisse auch, daß in Washington Einflüsse im Vordringen feien, die sich gegen Fortsetzung der Handelsvertrags-Vorverhandlungen mit Argentinien aussprächen, so lange der Handel von USA. in Argentinien diskriminiert werde. Andererseits könne er versichern, daß Araentinien, wenn es nur wolle, einen Vertrag mit USA. haben könne, der den argentinischen Handel mit Nordamerika, der sonst leicht verloren gehen könne, schütze. Ein solcher Vertrag lasse sich fchnell und mit sofortigen Vorteilen erreichen. Voraussetzung sei aufrichtiger Wille und Anerkennung der Realitäten (was wohl bedeuten soll, daß man sich nicht auf die unlösbare Fleischfrage versteifen dürfe). Amerika könne Zollherabfetzungen gewähren, die eine sofortige Erhöhung der argentinischen Exporte nach USA? um 40 bis 50 Millionen Dollar voraussehen ließen. Das bedeutet wohl, daß die bereits früher in Buenos Aires verbreitete Meinung bestätigt wird, als biete Nordamerika den Argentiniern handelsvertragliche Vorteile auf anderen Gebieten als auf R. G. Rom, 28. Februar. Die italienische Presse berichtet aus Tunis, daß dort militärische Vorkehrungen, die sich vor allem in Trupen - und Kriegsmaterialtransporten an die libysche Grenze und Maßnahmen gegen etwaige Luftangriffe äußerten, lebhafte Beunruhigung hervor- gerufen hätten. Offenbar solle durch diese Zurschaustellung militärischer Vorkehrungen und durch den Lügenfeldzug der jüdisch-marxistischen -Presse über angebliche Eingeborenenunruhen in Libyen eine kriegerische Atmosphäre gegen Italien geschaffen werden. Seit Tagen, so stellt der Vertreter des Mes - saggero in Tunis fest, begegne man nur noch Truppen- und Kriegsmaterialtransporten. Aus Tunis selbst sei das Militär fast völlig verschwunden und nach Süden zur libyschen Grenze abtransportiert worden. Jede Nacht träfen mehrere mit Kriegsmaterial, Zugtieren und Vorräten beladene Dampfer im Hafen ein, durchführen Truppen- und Kriegsmaterialzüge aus Algier den Bahnhof, während die Stadt in aller Eile in Verteidigungszustand versetzt werde. Neue Luftabwehrgeschützte würden im Hafen aufgestellt. Die Eisenbahnbrücken und Benzintanks ständen unter militärischer Bewachung. Schützengräben würden ausgehoben und Luftschutzzufluchtstätten eingerichtet. Die Folge dieser überstürzten Maßnahmen sei eine allgemeine Panikstimmung der Bevölkerung und eine schwere Störung des Handels und der Industrie. Die Hauptstadt von Tunis gleiche, wie der Vertreter des Po- polo di Roma berichtet, einem großen militärischen Zentrum in Kr i e gs z e i t e n. Dampfer und Züge brächten immer neue Truppen und ungezähltes Kriegsmaterial. Das italienische Eisenbahnpersonal sei durch naturalisierte Juden und auch einige Franzosen ersetzt worden. Die Spekulation der Juden sei bereits in voller Blüte. Gleichzeitig meldet der Pariser Vertreter des „Giornale d'Jtalia", auch in Frankreich s e l b ft lebe die italienfeindliche Pressehetze wieder auf. Die Inspektionsreise des — gegenwärtig auf London, 28. Febr. (Europapreß.) England erhöht seine Flottenausgaben um fast zwanzig Prozent. Der am Dienstag veröffentlichte Voranschlag für den Haushalt öer Marine sieht Gesamt-Ausgaben von rund 153,5 Millionen Pfund (rund 1840 Millionen RM.) im Rechnungsjahr 1938/39 vor. Von dieser Summe werden rund 148 Millionen Pfund gegen 125 Millionen im Vorjahre, nach der mit den Haushaltsziffern zusammen veröffentlichten Erläuterung des Marineministers Lord Stanhope für die unmittelbaren Zwecke der Flotte verausgabt. Der Rest entfällt auf Pensionszahlungen und dergleichen. 80 Millionen Pfund von den Gesamtausgaben sollen auf dem Anleihewege gedeckt werden. (Im vergangenen Jahr war der Anleihebetrag 30 Millionen.) Die Erhöhung der Flottenausgaben ist nach der Mitteilung des Marineministers in erster Linie dem großen Neubauprogramm zuzuschreiben, für das nicht weniger als 60,5 Millionen Pfund vorgesehen sind. Das Programm umfaßt den Bau von zwei Großkampfschiffen, einem Flugzeugträger, vier Kreuzern, 16 Zerstörern, vier Unterseebooten und einer ganzen Reihe kleinerer Fahrzeuge, dem des Fleischexportes. Sollte Argentinien jedoch nicht auf diese Basis treten und an den Devisenrestriktionen feschalten, so drohe ein Handelskrieg. Es fragt sich nun allerdings, ob die öffentliche Bekanntgabe solcher Drohungen das beste Mittel ist, um Argentinien zu einem oerhandlungstaktischen Rückzug zu veranlassen, oder ob nicht vielmehr die Argentinier aus Prestigegründen sich nunmehr gezwungen sehen, noch stärker als bisher an der, zudem zweimal durch Präsident Ortiz bekräftigten, Position festzuhalten. Es wäre nicht das erstemal, daß die Nordamerikaner gegenüber Argentinien schwere psychologische Fehler begehen. Andererseits darf man nicht übersehen, daß es auch in Argentinien eine starke Strömung gibt, bie für ein handelspolitisches Einvernehmen mit USA., auch unter Aufgabe bisheriger Derhand- lungspofitionen, und für die Vermeidung eines Handelskrieges eintritt. So macht neuerdings ein Mitglied der früheren argentinischen Delegation, die mit den USA. den — bisher noch nicht ratifizierten — Sanitätsvertrag von 1935 abschloß, dafür Propaganda, daß Argentinien den Wunsch auf Export von Gefrier- oder Kühlfleisch nach USA. vollständig aufgebe und sich darauf beschränke, lediglich Büchsenfleisch in größeren Mengen nach Nordamerika auszuführen. Angesichts der zweifachen Bestätigung der argentinischen Forderung, daß USA. argentinisches Gefrierfleisch kaufen müsse, in den kürzlich veröffentlichen Interviews des Präsidenten Ortiz, ist jedoch kaum damit zu rechnen, daß Argentinien diese Wünsche tatsächlich nicht aufgeben wird. der Rückfahrt nach Italien befindlichen — General- stabschefs Marschall B a d o g l i o und die Verstärkung der italienischen Garnison in Libyen — die nach italienischer Darstellung nur tine Antwort auf die französischen Truppenzusammenziehungen ist — würden von den Pariser Blättern als Einschüchterungsversuche oder Drohung gegen Frankreich hin- gestellt. Demgegenüber verweist der Berichterstatter auf die Inspektionsreisen französischer Militärs, auf die neuerlichen französischen Truppentransporte nach Dschibuti und Tunis, die französischen Flugzeugankäufe in den Vereinigten Staaten und auf die Pläne, die in Frankreich lebenden A u Ständer und die geflüchteten s o w j e t s p a - nischen Milizen zum Dienst im französischen Heer zu zwingen. Auch die sich mehrenden Erklärungen französischer Politiker erwähnt der Berichterstatter, die man dahin zusammenfassen könne, jeder Quadratmeter Land, wo auch immer er sich befinde, sei lebenswichtig für Frankreich. Die ständig wiederkehrende Versicherung, Frankreich sei „friedliebend", veranlaßt den Berichterstatter zu der ironischen Feststellung, Frankreich habe allen Grund zur Friedensliebe, da es ja nur seinen Besitz festhalten wolle, während es Deutschland und Italien als kriegerisch und raubsüchtig hinzustellen versuche. Wie man1 sehe, befinde sich Frankreich tatsächlich „auf dem Wege des Verständnisses und der Versöhnung" schließt der Bericht ironisch. Labonne besichtigt Südtunesien. Paris, 1. März. (Europapreß.) DerGeneral- resident von Tunis, Labonne, hat angekündigt, daß er in den nächsten Tagen eine Besichtigungsreise durch Süd- und Mitteltunis unternehmen würde. In der französischen Oesfentlichkeit werden die großen nächtlichen Luftübungen über dem Gebiet von G a b e s sehr beachtet, die gegenwärtig von Flugzeugen des Mittelmeergeschwaders durchgeführt werden. darunter sechs Motortorpedobooten. Außerdem soll ein Ersatzbau für die königliche Jacht „Victoria and Albert" begonnen werden. Durch die neugeforderten zwei Großkampfschiffe wird sich die Zahl der in Bau befindlichen Schiffe dieses Typs auf neun erhöhen. Abgesehen von dem neuen Bauprogramm sind nach der Mitteilung des Marineministers gesteigerte Ausgaben besonders für die Marineluft- wasfe, die W e rf t e n und das erhöhte Personal zu verzeichnen. Der Bericht des Marineministers beschäftigt sich auch mit dem Schutz der Handelsschiffahrt im Kriegsfall. Die Bewaffnung der Handelsschiffe kann nach den Angaben des Ministers rasch durchgeführt werden. Mit Bezug auf die Rekrutierung spricht sich der Bericht befriedigt aus. Nur bei dem technischen Personal sollen Nachwuchsschwierigkeiten besteyen. Der Mannschaftsbestand der Flotte für das kommende Jahr wird auf 133 000 geschätzt. Im vorigen Jahr erreichte er 146 500. Darin ist aber ein Teil der während der Krisenmonate mobilisierten Bestände einbegriffen. Einen besseren Vergleich gibt die Zahl für 1937/38, die sich auf 107 000 Mann belief. Tag her deutschen Luftwaffe. „Volk, lerne fliegen. und du wirst wieder Sieger fein " Seitdem es diesem Jahrhundert vergönnt war, den Ikarus-Traum der Menschheit erfüllt zu sehen, hat sich die deutsche Jugend zur Fliegerei gedrängt. Mit großen Opfern erkämpfte sie sich ihren Anteil an der Erringung eines der größten Fortschritte der Weltgeschichte. Es ist selbstverständlich, daß sich das Flugwesen auch in den Dienst der Landesverteidigung stellte und daß junge Flieger sich hier erprobten und schließlich zu Leistungen emporwuchsen, mit denen sie ihre Namen in die Tafeln der Geschichte eintrugen. Der Krieg ist gewiß ein grausames Handwerk, aber zur Entwicklung der Fliegerei hat er beigetragen wie nichts anderes zuvor. Es war eine der brutalsten Bestimmungen des Versailler Diktats, die unserem Volke das Recht nehmen wollte, ein eigenes militärisches Flugwesen zu unterhalten oder die Jugend dafür zu schulen. Das wagte man den Mitkämpfern und Zeitgenossen Boelckes und Richthofens zuzumuten, aus der blassen Furcht heraus, daß dieses Deutschland noch einmal den Höhenflug wagen könnte? Der letzte Kommandeur des Geschwaders Richthofen, der Hauptmann Göring, warf damals im November 1918 beim Abschied von den Kameraden in Aschaffenburg seinen Becher an die Wand: wir wollen nicht aufhören, bis sich ein neuer Kampf erhebe, und dann werden auch die Flieger wieder zu ihrer Sache stehen. Wir vergessen nicht, wie in den folgenden Jahren der Entwaffnung unsere Jugend auf die Wasserkuppe zog, um ihre Kunst und ihre Sehnsucht am Segelfluge zu erproben, nachdem das Motorflugzeug ihr verschlossen fein sollte. Es war der Ausdruck des höchsten Idealismus, der hier zum Volke sprach. Auch dieser Weg ist von Opfern begleitet gewesen, aber der Drang der Besten setzte sich auch hier siegreich durch: der Segelflug eroberte sich die Lust, Deutschland stand an erster Stelle. Aber weit war der Weg bis zur Wiedererrichtung einer neuen Luftwaffe. Welche Schwierigkeiten und Opfer ihn begleiteten, das wird aus einer Veröffentlichung des Generals der Flieger Wachenfeld klar, die in dem großen Werke „Die deutsche Wehrmacht 1914 bis 39" erschienen ist. General Wachenfeld erinnert daran, daß nach dem Versailler Diktat 15 000 Jagd- und Bombenflugzeuge und über 27 000 Motoren vernichtet werden mußten, dazu viele Hallen und sonstige Anlagen. Das Volk selbst war durch die Entbehrungen des Krieges zermürbt und allen pazifistischen Phrasen .zugängig. Versailles machte unsere prachtvollen Kriegsflieger brotlos, denn dem deutschen Volke blieb die militärische Luftfahrt verboten. Nur ein verschwindend kleiner Teil konnte im Uebergangsheer Aufnahme finden. Hauptmann Wilberg hatte im damaligen Reichswehrministerium eine „Fliegerzentrale" von drei (!) aktiven Offizieren. Diese „Zentrale" bearbeitete alle Fragen der Fliegerei in- und außerhalb des Heeres. General von Seeckt erkannte bald, daß das nicht genügte, er schuf bei den Wehrkreisen besondere Stellen in Form von Flieger-Referenten. Seine weitergehenden Pläne scheiterten an der pazifistischen Einstellung der Regierungen. Immerhin befanden sich im Rumpfheere 180 Fliegeroffiziere. Alle technischen Neuerungen wurden sorgfältig verfolgt, das ehemalige Fliegerkorps wurde durch Hauptmann Wilberg im „Ring der Flieger" zusammengefaßt. Im Verkehrsministerium wurde eine Luftfahrtabteilung unter dem bekannten Kriegsflieger Hauptmann Brandenburg geschaffen. Es konnten größere Summen für den Aufbau der zivilen Luftfahrt bewilligt werden. Im ganzen wurde innerhalb der Wehrmacht ein festgegliederter Unterbau erreicht. General Wachenfeld saßt zusammen: „Es ist dies ein großes Verdienst des Generals von Seeckt und feines Gehilfen, des jetzigen Generals Wilberg." Am 1. Januar 1923 war Deutschland wieder Herr über seinen eigenen Luftraum. 1926 erhielt es zwar die Genehmigung, zu bauen, was es wolle, aber wieder blieb die militärische Betätigung ausgeschlossen. Im gleichen Jahre erfolgte die bedeutsame Zusammenfassung aller deutschen Luftverkehrsunternehmungen in der Deutschen Lufthansa. Sie übernahm unter der zielsicheren Leitung des Direktors M i l ch die Aufgaben für den Luftverkehr und wurde bald führend in der ganzen Welt. Verkehrsfliegerschulen und Segelflughochschulen wurden gegründet. Der Geist der Flieger wurde im Volke lebendig gehalten und besonders in der Jugend gepflegt. Es fehlte aber die zentrale Regelung und Führung; immer klarer wurde, daß nur die Zerreißung der Versailler Fesseln ein wirkliches Vorwärtskommen ermöglichen werde. Von Anfang an war es der Wille des Führers, eine der Weltgeltung Deutschlands entsprechende Luftwaffe zu schaffen. Er gab nach der Machtüber nähme den Auftrag zur Gründung der Luftwaffe seinem Freunde und Mitkämpfer Hermann Göring. Zu seinem Stellvertreter und Organisator des neu zu schaffenden Ministeriums erwählte sich Göring den Leiter der Lufthansa, Direktor Milch, einen Kriegsflieger, der zunächst die zuständigen Abteilungen des Verkehrsministeriums dem neuen Luftfahrtministerium zuführte. Das Heer gab eine große Anzahl von Offizieren ab, die schon im Kriege der Luftwaffe angehört hatten. An erster Stelle ist der inzwischen dem Fliegertod erlegene General Wever zu nennen. Es wurde emsig und energisch gearbeitet. Aufstellungen und Anlagen mußten zunächst getarnt bleiben, die neue Uniform der Luftwaffe durfte nicht gezeigt werden. Am 1. März 1935 fiel die Tarnung für die Luft roaffe. Das Jagdgeschwader in Döberitz erhielt am gleichen Tage den Namen des großen Fliegerhelden „Richthofen". Zur Erinnerung an diesen Tag hat Hermann Göring den 1. März zum Tag der Luftwaffe b-eftimmt. Am 16. März folgte die Verkündung Frankreichs militärische Vorbereitungen in Tunis. Lebhafter Widerhall in Italien. England erhöht die Flottenausgaben um zwanzig Prozent. Zwei weitere Großkampfschiffe im neuen Bauprogramm. der Wehrfreiheit, auch Heer und Flotte gingen einer neuen Zeit entgegen. Die Flak-Artillerie, die bis dahin dem Heere zugeteilt war, trat zur Luftwaffe über. Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnach- richtentruppe bilden seitdem die Bestandteile der Luftwaffe. Wenn deutschen Jungen heute in das Berliner Zeughaus kommen, so ist ihr erster Blick und ihr erster Gang zu jenen alten Flugzeugen, mit denen die Flieger des großen Krieges flogen, kämpften, siegten und starben. Es ist in der Tat etwas Eigenartiges, diese alten Apparate zu betrachten, insbesondere sie mit den hochwertigen Maschinen, über die unsere Luftwaffe heute verfügt, zu vergleichen. Die Maschinen haben sich verwandelt. Was wir heute an Kampfflugzeugen, Aufklärern und Jagdflugzeugen besitzen, das ist mit den Himmelskisten vor zwanzig Jahren nicht in einem Atem zu nennen. Eines aber ist gleich geblieben, ober besser, ist wieder erstanden: der G e i st. der die Männer der Luftwaffe beseelt. Es ist der gleiche Geist der strengsten Pflichterfüllung, der auch in Richthofen, Boelcke und Jmmelmann, um nur diese zu nennen, lebte. Weil es dem Generalfeldmarschall Hermann Göring gelungen ist, mit Hilfe seiner alten Kameraden in einer neuen Jugend diesen Geist wieder zu erwecken, darum ist es auch in so kurzer Zeit gelungen, eine Luftwaffe zu schaffen, die heute den deutschen Raum vor allen Angreifern schützen kann. Am 1. März 1939 sind nun vier Jahre verflossen seit dem Tage, an dem der Führer die Aufstellung der jungen Luftwaffe als dritten Wehrmachtsteil befohlen hatte. Wer Gelegenheit gehabt hat, in diesem Jahr die Luftwaffe in ihren verschiedenen Aufgabengebieten zu sehen und kennenzulernen, der weiß, was geleistet worden ist. Unsere Gegner glaubten, uns mit dem Versailler Diktat Fesseln an« legen zu können, die uns für immer am Erdboden festhalten sollten. Sie haben aber nicht mit dem deutschen Geist gerechnet. Jene unwürdigen Bedingungen, die uns auferlegt wurden, haben sich im Grunde nur als ein Vorteil für uns erwiesen. Als wir daran gehen konnten, leistungsfähige Flugzeuge zu konstruieren und zu bauen, da hatten wir schon eigene wertvolle Erfahrungen gemacht, und wir brauchten nicht erst in die Fehler zu verfallen, die unsere Gegner von einst fünfzehn Jahre lang gemacht haben. Deutscher Erfindergeist und die Leistungen unserer hochqualifizierten Arbeiterschaft haben dazu geführt, daß wir heute im Besitze von Flugzeugen sind, die unbestreitbar als die besten der Welt angesprochen werden können. Das ist kein Selbstlob, sondern diese Tatsache wird auch von unseren Nachbarn anerkannt, wenn auch nicht gerade neidlos. Als die Luftwaffe im verflossenen Jahr beim Einmarsch in die Ostmark und beim Einmarsch in das Sudetengebiet eingesetzt wurde, da hat sie sich als voll leistungsfähig erwiesen. Der Führer selbst hat wiederholt seine Bewunderung über den schlagartigen Einsatz zum Ausdruck gebracht. Es ist erfreulicherweise nicht nötig gewesen, die Angriffskraft Der Luftwaffe zur Geltung zu bringen. Die beiden Einmärsche waren Angelegenheiten des Friedens und der Freude. Aber wenn es anders gekommen wäre, so hätte die Luftwaffe auch dann bis zum Letzten ihren Mann gestanden. Die Umorganisation, die im Laufe des letzten Jahres vorgenommen worden ist, hat mit dazu beigetragen, die Schlagkraft zu verstärken. Aufbau und Ausbildung haben weitere erhebliche Fortschritte gemacht. Erst in den letzten Tagen ist bekannt geworden, daß auch für den Schutz der großen Städte Ballonsperren eingerichtet werden, die durchaus in der Lage sind, fliegerische Angriffe abzuwehren. Ein Beispiel dafür, wie mannigfaltig heute der Aufbau der Luftwaffe geworden ist. Auch das neu aufgestellte Fallschirmjäger-Regiment hat taktische Aufgaben besonderer Art zu erfüllen. Am 1. März, am Tage der Luftwaffe, gedenken wir dankbar des Führers, der den Befehl zum Aufbau der Luftwaffe gegeben hat, des Generalfeldmarschalls Hermann Göring, der diesen Befehl mit der ihm eigenen Energie in kürzester Frist ausfuhrte, wir gedenken der alten Flieger von einst, die ihrem Kriegskameraden Göring geholfen haben, das Ausbauwerk zu vollenden, und wir gedenken aller Angehörigen der Luftwaffe, die durchdrungen sind von ihrer Aufgabe, das Reich gegen jeden Angriff, woher er auch kommen möge, zu jeder stunde zu schützen. Iahten zum Tag Oer Luftwaffe Während des Krieges wurden für die deutsche Armee und Marine rund 17 000 Offiziere und Mannschaften im Fliegerberuf ausgebildet. Die Gesamtzahl der Verluste innerhalb der Fliegertruppe betrug an Toten, Vermißten und Verwundeten rund 13 000 l Mann. Don diesen fanden 4053 Kameraden des fliegenden Personals den Heldentod; 4644 wurden | schwer verwundet. In dem erfolgreichsten deutschen Jagdgeschwader Rr. 1 „Freiherr von Richthofen" betrugen die Verluste 108 Offiziere und Flugzeugführer (56 Tote) und 13 Mannschaften (6 Tote). Mit dem höchsten Kriegsorden, dem Pou r le merite, sind ausgezeichnet worden außer dem Kommandierenden General und seinem Stabschef 59 Jagdflieger, 5 Kommandeure der Bombengeschwader, 8 Beobachter, ein Segelflieger, 2 Marinelandflieger, 2 Marineluftschiffer und ein Ballonbeobachter. Von Unteroffizieren erhielten das Preußische Goldene Militäroerdien st kreuz, die höchste Auszeichnung für Unteroffiziere und Mannschaften, 69, darunter der später als Kunstflieger und Konstrukteur bekannt gewordene Welt- tunftflugmeifter Gerhard Fieseler. Von 72 Rittern des Pour le merite unter den Fliegern fanden 27 den Heldentod. * Insgesamt wurden im Kriege von den Deutschen 8401 Flugzeuge abgeschossen. Unsere Flieger schossen davon 6811, unsere Flak 1590 feindliche Flugzeuge ab. 2500 deutsche Flugzeuge wurden von den Franzosen abgeschosfen, davon durch Flieger 2000, durch Flak 500 Flugzeuge. Während des Krieges wurden durch Flak rund 1600 Flugzeuge abgeschossen und die Abschüsse gemäß den erlassenen Bedingungen bestätigt. Run geben die wachsenden Abschußzahlen der einzelnen Jahre: 1914/15 rund 50, 1916 rund 330, 1917 rund 470 und in den Monaten bis Anfang November 1918 rund 750 insofern kein völlig klares Bild, als die Anzahl der feindlichen Flieger in ständigem Anwachsen war. Wohl aber können die der Jahre 1914 bis 1917 als höchst beachtlich mit Rücksicht auf den damals erreichten Stand der Flaktechnik bezeichnet werden. Erst um die Mitte des Jahres 1918 kamen aber moderne Flak mit entsprechenden Hilfsgeräten in beträchtlicher Zahl an die Front. Ihre Wirkung machte sich im September und Oktober 1918 mit über 120 Flakabschüssen je Monat gegen 81 im August geltend. Nun erst war man auf dem Wege zu den Leistungen, zu denen die heutigen Flak nach weiterer Ausbildung des Kommandogeräts befähigt sind. In seiner Reichstagsrede vom 20. Februar 1938 teilte der Führer mit, daß im Dienst der Flugertüchtigung bis zu diesem Tage 55 000 Angehörige des Jungvolkes im ©egelflugroefen zur Gemeinschaftsarbeit ausgebildet wurden. 74 000 Hitler- jungen sind in den Fliegerorganisationen der HI. 15 000 Jungen bestanden allein im Jahre 1937 ihre Gleit- und Segelflugprüfung. Im Jahre 1938 hat sich diese Zahl noch bedeutend erhöht. Hier hat das deutsche Volk in der deutschen Jugend den Nachwuchs, den Deutschlands junge Luftwaffe braucht. Eine Ausstellung „Alljapanische Kunst" in Berlin. Oer Führer bei der Eröffnung im Deutschen Museum zugegen. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Zu einem großen Ereignis in den deutsch-japanischen Kulturbeziehungen gestaltete sich durch die Anwesenheit des Führers die Eröffnungsfeier der Ausstellung „A11 - japanische Kun st", die unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring mit Unterstützung der Kaiserlich-Japanischen Regierung von der Gesellschaft für ostafiatische Kunst und dem staatlichen Museum in den Räumen des Deutschen Museums veranstaltet wird. Der Führer wurde vor dem Ehrenhof des Pergamon-Museums von Generalfeldmarschall G ö - ring, dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, Reichsminister R u st und dem Generaldirektor der Staatlichen Museen, Professor Dr. Kümmel, begrüßt. An der Feier nahm auch der japanische Botschafter Generalleutnant O s h i m a teil, ferner der Leiter der Sonderdelegation der javanischen Regierung Marquis Jnouye, Reichs« minifter Dr. Frick, Reichsführer ff Himmler, Reichsleiter Alfred Rosenberg, Staatsminister Professor Dr. P o p i tz und Vertreter von Partei, Staat und Diplomatischem Korps. Generaldirektor Professor Dr. Kümmel verlas die Begrüßungsansprache des durch plötzliche Erkrankung am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden der Gesellschaft für ostasiatische Kunst, Botschafter von D i r k s e n. Botschafter O s h i m a gab bann seiner großen Freude Ausdruck, daß die Eröffnung dieser Ausstellung durch die Anwesenheit des Führers eine hohe Auszeichnung erfahren habe. Der Botschafter fuhr dann u. a. fort: Die Kunst hat im Dritten Reich ein wunderbares Aufblühen erfahren. Wir Japaner haben diese beispiellose Entwicklung voller Bewunderung verfolgt, denn wir sind überzeugt, daß ein Kunstwerk, welches den wahren Dolks- charakter wiedergibt, für die Ewigkeit geschaffen ist. Völker, welche von paralleler Weltanschauung beseelt sind, können durch die Kunst am ehesten zu- sammengeführt werden. Die alte japanische Kunst, beregn Schätze hier gezeigt werden, kann man nicht treffender charakterisieren, als daß man in ihr Kristallisationspunkte uralter japanischer Tradition und des ebenso uralten wie ewigen japänischen Geistes sieht. Wir freuen uns daher, daß wir unseren deutschen Freunden diese Kunstwerke, in denen unser altes und doch auch ewiges Wesen gewissermaßen verkörpert und sichtbar in die Erscheinung tritt, nunmehr zeigen können. So werden die engen kulturellen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland durch diese Ausstellung eine wesentliche Vertiefung erfahren. Sodann nahm der Leiter der japanischen Kultur- mission, Marquis Jnouye, das Wort. Zum erstenmal seit fast 30 Jahren werde Europa wieder die Gelegenheit geboten, wertvolle japanische Kunstwerke japanischen Besitzes, darunter Leihgaben des Kaisers, und in der Mehrzahl Werke, die unter Denkmalsschutz ständen, kennenzulernen. Es sei kein Zufall, daß diese Ausstellung in der Hauptstadt des von Adolf Hitler geschaffenen Groß- deutschen Reiches stattfinde. Deutschland sei in einem noch ganz anderen Sinne als früher das Herz Europas geworden, von dem kraftvolle Blut ftröme in alle Teile des Kontinents gingen. Die Ausstellung gehöre also hierher, selbst wenn sie nicht bas äußere Zeichen ber inneren Verbundenheit wäre, die beibe Volker in frieblichem Ringen um ver- roanbte Jbeale und im bitteren Kampfe gegen den gemeinsamen Feind menschlicher Gesittung eine. Zum Schluß sprach Reichsminister R u st. Seit Jahrzehnten, so sagte er, habe in Europa keine repräsentative Ausstellung altsapanischer Kunst statt- gesunden; weder die letzte in London 1910, noch die vorletzte in Paris 1900 könne sich an Wert und Bedeutung mit der heute zu eröffnenden messen Anderseits aber habe auch keine japanische Kunstausstellung im Ausland auf eine so herzliche Aufnahmebereitschaft rechnen können wie diese hier. Fühlten doch das deutsche und das japanische Volk sich auf Grund einer verwandten Lebensauffassung und auf dem Boden eines gleichen Willens heroischer Lebensgestaltung zu gemeinsamen Aufgaben verbunden. Deutschland habe den Schätzen japanischer Kunst in den Sälen, die sonst seine alten deutschen Meister chmückten, eine würdige Stätte bereitet. Es erhoffe. von ber Ausstellung eine Bereicherung unb Vertiefung ber Beziehungen zwischen beiben Völkern auf bem Gebiete bes wahrsten Ausbruckes völkischen Wesens, ber Kunst. In biefem Sinne erklärte Reichsminister Rust bie Ausstellung für eröffnet. Lin Gang durch dir Ausstellung. Von unserer Berliner Schriftleitung. Deutschlanb ist seit je bas Lanb, bas — in ben Berliner unb Kölner Sammlungen — bie hervorragendsten Stücke japanischen Kunstschaffens in Europa besitzt. Allerdings vorwiegend Kunstgewerbe und einige Skulpturen, aber nur ganz wenige Werke ber altjapanischen Malerei. So war es von vornherein wesentlich, vor allem Beispiele ber alt- japanischen Malkunst unb ber Plastik zu zeigen. Den Stamm gleichsam hüben bie religiösen buddhi- stischen Skulpturen und Malereien; Buddhadarstellungen, Bodhisattva (Pilger zu Buddha) und Kwan- nons (unseren Madonnen entsprechende Gnadengestalten) aus den Tempeln Heryudi, Rokubara Unsere Aufnahme zeigt eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Holzplastik aus dem Tempel Daikakuji Kyoto. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 'y. WW ' * ■ Mitsuji, Kyoogokokuji unb anderen viele jahrhundertealten Pilgerstätten. Wenn ein Teil anderer solcher Heiligenfiguren heute auch im Besitz von japanischen Privatsammlern anzutreffen ist, so stammt diese Sitte doch erst aus dem letzten Jahrhundert; nach urtümlichem japanischen Gefühl gehören die Buddhabildnisse, die Figuren der Heiligen, Mönche und Pilger gen Nirvana in die Tempel. Damit ist nun aber keineswegs gesagt, daß die Trennung von kultischen und profanen Darstellun- gen besonders streng sei. Eine Derartige Gegen- ftanbsmertung wie bei uns ist im Osten, sowohl in ber altchinesischen wie in ber aus ihr verfeinert fortentwickelten altjapanischen Kunst, nicht anzu- treffen. lleberaU sind fließende llebergänge. Selbst die Götter befinden sich in ständiger Metamorphose, je nach ihrem jeweiligen 2(ufgaben» unb Leben- tungsgehalt. So erscheint sogar der allgütige Buddha selbst in manchen Darstellungen als böser Dämon, freilich nur als Widerspiegel des „Bösen" ober noch Unoollenbeten im Menschen. In bem Holzbildnis bes „Eubo Myoo" aus bem 12. Jahrhunbert, bas im ersten Raum ber Ausstellung zu sehen ist, erscheint er als sechsarmige, sechsbeinige unb sechs- köpfige Wesenheit. Bodhisattva als Tempelwächter — bald drohend, bald verheißend — treten als Zeugen der seelischen Wanderschaft aus dem unerschöpflichen Reichtum assoziativ hinströmender Gedankenbilder in plastische Erscheinung. Ebenso greift Das Religiöse ungehemmt in das Tägliche über, bas somit nie ganz ein „Alltägliches" wirb. Großformatige Wandschirme, bie — teils auf Golb- ober Sildergrund — bie hohe malerische Lei- Ö Japans auf Dieser Ausstellung zeigen, geben ich zu erkennen, wie ber buddhistische Mythos roieberum üderfließenb in alles Jrbische, Diesseitige bie Natur, Die Landschaft, Tier- unb Pflanzenwelt beseelt. Auch wo kein eigentlich religiöses Motiv mehr offensichtlich ist, liegt Doch immanent bie gleiche allumfassende Schau auch ber Darstellung von Naturausschnitten zugrunDe, ben herbstlichen Ahornbäumen, den buftigen Pflaumenblüten, Herbstgräsern unb Herbstblättern an einem Bach ober jenem wunderbaren „Bambus im Schnee", einem Werk des berühmten Ogata Korin, der von 1657 bis 1716 lebte. Dabei ist Die Darstellungsweise an sich „naturalistisch", Den Gegenstand selbst minutiös umreißend, nirgends vermißt man jedoch die Zartheit des Gefühls. Heber Die Naturstudien der Maru- yama- und Shijo-Schule geht der Weg bis zu den Frauenbildnissen ber Ukiyo-e, unb hier finben wir nun schon Die — uns aus bem japanischen Farben- Holzschnitt bekannten Namen — wie Kitagawa Utamaro („Frau beim Umkleiben") oder Ka- tsushika Hokusai („Frau im Schnee"). Das ist bas Japan, bas sich im 19. Jahrhunbert mit unserer westeuropäischen Kunst zuerst berührte, das Manet, Degas und Den anderen großen französischen Impressionisten Anregung und teilweise Vorbild wurde. Vom Anfang des 7. bis zum 19. Jahrhundert unserer Zeitrechnung geht ber historische Weg dieser eigen-, ja einzigartigen Ueberschau des künstlerischen Lebens Nippons, bie einen Monat lang in Berlin zu sehen ist. Ihre Aufgabe besteht vor allem barm, die Einfühlung in das Wesen zu vertiefen, aus Dem der nationale Geist, bie Kultur unb bie opferbereite Schaffenskraft ber Japaner geworden ist. Rudolf Adrian Dietrich. Oie Heicksfrauenführerin vom Ouce empfangen. Rom, 28. Febr. (DNB.) Die Reichsfrauenführerin S ch o 1 tz « K l i n k legte am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Lorbeerkranz nieder Dabei bildeten faschistische Abordnungen, vor allem Der weiblichen Organisationen, Spalier. Anschließend wurde Frau Scholz-Klink im Quirinal von ber Köni« gin unb Kaiserin empfangen, die sich leb- haft für bie Einrichtungen ber NS-Frauenschaft unb ihrer Olieberungen interessierte. Nach Besichtigung verschiebener Einrichtungen Des italienischen Mutterschutzes nahm Die Reichsfrauenführerin an einem ihr zu Ehren vom Staatssekretär im Außenministerium Bastianini gegebenen Frühstück teil und wurde Dienstag nachmittag im Palazzo Venezia v o m Duce in Audienz empfangen. Er ließ sich über bie Reichsfrauenorganisation berichten unb bat Frau Scholtz-Klink, bem Führer, dem beutschen Volk unb im befonberen ben deutschen Frauen seinen Gruß zu übermitteln. Frau Scholtz-Klink wurde auch vom Parteisekretär Minister Starace im Parteihaus empfangen, wo sie in Der Gebächt- niskapelle für Die Gefallenen Der faschistischen Revolution einen Kranz nieberlegte. Anschließend stattete Frau Scholtz-Klink ber ßanbesgruppenlei« tung ber 21 0. der NSDAP, einen Besuch ab. ßanbesgruppenleiter Gesanbtschaftsrat Ettel berichtete über bie Organisation Der Frauenschaft in Italien. Am Dienstagabend würbe zu Ehren ber Reichsfrauenführerin von Botschafter v. Macken- s e n und Frau ein Empfang veranstaltet. Die Anerkennung Francos. Bon 24 Staaten vollzogen. Weitere Anerkennungen in Vorbereitung. Burgos, 28. Febr. (DNB.) Der englische Vertreter in Burgos, Sir Robert H o b g s o n, stattete Außenminister General Jorbana einen Besuch ab unb gab ihm bavon Kenntnis, baß die britische Regierung die Regierung des Generals Franco als bie einzige für Spanien zustänbige Regierung a n - erkenne. Nachdem sich bie beiben Westmächte zur Anerkennung ber Regierung Franco entschlossen haben, ist bie nationalspanische Regierung nun« mehr von 24 Nationen de jure an» erkannt worben. Es sinb bies in zeitlicher Reihenfolge: Deutschland unb Italien, die diesen Schritt am 18. Nov. 1936 taten; es folgten dann Guatemala, San Salvador, Albanien, Nicaragua, ber Vatikan, Japan, Manbschukuo, Ungarn, Portugal unb bie Tschecho-Slowakei, ferner Irland, die Schweiz, Uruguay, Polen, Peru, die Türkei, Holland, Bolivien, Venezuela, Argentinien sowie Frankreich und England. Die jugoslawische Regierung hat am Dienstag die nationalspanische Regierung anerkannt und zu den roten Machthabern alle Beziehungen abgebrochen. Ebenso hat die litauische Regierung beschlossen, die Regierung Franco anzuerkennen im Einvernehmen mit den Außenministerien Lettlands und Estlands. Die Anerkennung Francos durch Schweden und die übrigen Nordländer dürfte voraussichtlich Anfang März erfolgen. Man erwartet, daß Südafrika, ebenso wie die übrigen britischen Dominien, bald einen ähnlichen Schritt unternehmen. Für die australische Regierung wird Ministerpräsident Lyons wahrscheinlich heute die Anerkennung Francos bekanntgeben. Azana feilt feinenZHürffnfl mit Die Sowjetspanier räumten das Pariser Botschaftsgebäude. Paris, 28. Febr. (DNB.) Der bisherige Präsident Der rotspanischen Republik, Azana, ist zu- rückgetreten. Der Protokollchef Azanas hat in Eollonges-sous-Salöoe Pressevertretern das Rücktrittsschreiben Azanas an ben Präsibenten ber Cortes, Martinez Barrio, verlesen, das das Datum trägt: Collonges-sous-Saleve, 27. 2.1939. In feinem Schreiben sagt Azana, der verantwortliche Leiter der militärischen Operationen habe ihm in Gegenwart des Ministerpräsidenten am 27. 2. wissen lassen, daß der Krieg unweigerlich für Rot- spanien verloren sei. Noch bevor die rot- spanische Regierung als Folge Der NieDerlage seine Abreise aus Spanien empfohlen unb organisiert habe, habe er seine Pflicht erfüllt, inbem er der Regierung in der Person ihres Chefs ben sofortigen Abschluß eines Friebens unter menschlichen Vorbedingungen nahegelegt unb vor- aeschlagen habe, um ben Verteidigern des rotspanischen Regimes und dem ganzen Lande neue nutzlose Opfer zu ersparen. Persönlich habe er in diesem Sinne gearbeitet, soweit feine „beschränkten Aktionsmittel" es ihm gestattet hätten. Er habe aber nichts Positives erreicht. Durch die Anerkennung einer legalen Regierung in Burgos durch d i e Mächte, insbesondere durch Frankreich und England, sei ihm die notwendige internationale juristische Vertretung genommen, den ausländischen Regierungen offiziell seine Entschlüsse mitzuteilen. „Da der politische Apparat des Staates — Parlament, oberste Vertretung der Parteien usw. — verschwunden ist, fehlen mir sowohl innerhalb als außerhalb Spaniens Die notroenbigen beratenden und beschließenden Organe für die Funktion eines Staatspräsidenten, damit ich die Regierungstätigkeit in die Wege leiten kann. Unter diesen Bedingungen ist es m i r u n m ö g 1 l ch, selb st dem Namen nach noch einen Posten zu behalten, auf ben ich auch nicht am Tage meiner Abreise aus Spanien verzichtet habe." Aus biefen Gründen, so erklärt Azana am Schlüsse seines Schreibens, gebe er dem „Cortespräsidenten" seinen Rücktritt. In französischen Kreisen, soweit sie nicht ber links- extremistischen Richtung angehören, bie auf eine Verlängerung bes spanischen Bürgerkrieges hin« arbeitet, hat ber Rücktritt Azanas sehr befriedigt. Da er eine längst unhaltbar geworbene Lage beseitigt hat. In ber Presse wirb unterstrichen, baß Azana eine entscheibende Rolle beim Entstehen ber spanischen Republik spielte unb einen aktiven Anteil an Der Errichtung ber spanischen Volksfront hatte. Die spanische Botschaft in Paris in der Avenue George V. ist am Dienstagnachmittag von dem sowjetspanischen Personal geräumt worden. In den Mittagsstunden verabschiedete sich der bisherige sowjetspanische Vertreter in Frankreich Martinez y Pascua von seinen Mitarbeitern. Kurz Darauf traf bezeichnenderweise der sowjetrusst- sche Botschafter S u r i tz im Botschaftsgebäude ein, um von Pascua Abschied zu nehmen. Nach Dem Auszug des Personals verließ dann aus Pascua das Botschaftsgebäude. In den Nachmittaqsstunden trafen Beamte des französischen Außen- minifteriums im Botschaftsgebäude ein, um von diesem für kurz Zeit Besitz zu nehmen. Diese Regelung war auf Wunsch der Sowjetspanier getroffen worden, um eine unmittelbare Fühlungnahme mit den Nationalspaniern zu vermeiden. Am Dienstagabend wird der Vertreter ber nationalem« nischen Regierung, Quinones be Leon, ber lange Jahre vor bem Sturz ber Monarchie bereits spanischer Botschafter in Paris gewesen ist, von bem Botschaftsgebäube Besitz ergreifen. Ebenso werben bas spanische Konsulat, bas Verkehrsbüro sowie das spanische Hospital in Paris in die Hänbe der Na- iionalfpanier übergehen. Gerechte Steuern! Von unserer berliner Schriffleiiung. Die großen finanziellen Aufgaben des Reiches erfordern gebieterisch die feinste und gerechteste Erfassung aller Steuerpflichtigen, und zwar, gemäß der nationalsozialistischen Weltanschauung, unter weitestgehender Schonung der Volksmassen, die ihre bevölkerungspolitische Pflicht gegenüber dem Staat und der Allgemeinheit erfüllen. Dieser Grundsatz wird in dem „Gesetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom 17. Februar 1939" durchgeführt. Und zwar werden im wesentlichen die bisherigen Steuerprivilegien, die in der Zeit einer Riesenarbeitslosigkeit ihren Sinn hatten, beseitigt. Es sollen also künftighin die steuerlichen Begünstigungen für Hausgehilfinnen fortfallen. Ferner ist die Kirchensteuer nicht mehr abzugsfähig, da die Aufwendungen des einzelnen Steuerzahlers für die Konfessionen unzweifelhaft eine Personensteuer sind, die daher nicht einkommensteuerfrei bleiben darf, wie es bisher der Fall war. Schließlich werden die Pauschbeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben in Höhe von 200 Mark beseitigt, dagegen bleiben sie in der Lohnsteuertabelle, womit sich also der Angestellte und Arbeiter, die keine Veranlagung erfahren, besser stehen als die Veranlagten, und endlich wird eine Erhöhung der Abgabe der Aufsichtsratsmitglieder um das Doppelte einem Gebot der sozialen Gerechtigkeit entsprechen. Wie der nationalsozialistische Staat im einzelnen dieses Vorgehen begründet, zeigt sich am bemerkenswertesten in den Aenderurgen der Einkommensteuern der einzelnen Gruppen. Der Staat geht von der Notwendigkeit aus, die Lebenskraft unseres Volkes zu fördern, und hat demgemäß schon ein Einkommensteuergesetz vom 16. Oktober 1934 die kinderreichen Familien gegenüber den Unverheirateten und den kinderlosen Ehen steuerlich durch die Kinderermäßigungen besser gestellt. Wir werden künftighin vier E i n k o m - mensteuergruppen zählen, die je nach der Struktur der einzelnen Steuerträger verschieden hoch sind. In die Gruppe I kommen alle Unverheirateten, in die Gruppe II die kinderlos Verheirateten, wenn die Ehe fünf Jahre b e st a n d e n hat und ihr keine Kinder entsprossen sind, in die Gruppe III kommen die kinderlos Verheirateten bis zum fünften Ehejahre und in die Gruppe IV alle Verheirateten mit Kindern. Dabei ist wesentlich, daß der Unverheiratete, der 65 Jahre alt geworden ist, aus der Gruppe I in die Gruppe III, die unverheiratete Frau, die 50 Jahre alt geworden ist, in die Gruppe II, und wenn sie das 65. Lebensjahr vollendet hat, in die Gruppe III kommt. Hierbei hat die unverheiratete Frau einen Vorzug, da der unverheiratete Mann 15 Jahre länger in der Gruppe I bleiben muß. Die unverheirateten Steuerzahler werden also besonders scharf angefaßt, und zwar wird ihre Einkommensteuer um 12,5 v. H. erhöht, darf aber nicht mehr als 55 v. H. des Einkommens betragen. Für die Gruppe II, also die kinderlosen Ehepaare, die länger als fünf Jahre verheiratet sind und die unverheirateten Frauen ab 50 bis 65 Jahre, wird eine Einkommensteuer porgeschrieben, die um rund 22 v. H. unter dem höchsten Satz, dem der Gruppe I, liegt, aber höher ist als die der Gruppe III. Diese Einkommensteuer gilt für Einkommen bis zu 1800 Mark. Sie darf 45 v. H. des Gesamteinkommens aber nicht übersteigen. Wichtig ist die Gruppe III, die Gruppe für unverheiratete Ehepaare, die noch kein Kind haben, sowie für Personen, die unter bestimmten Umständen ebenfalls dieser Gruppe zugezählt werden. Das Ehepaar ohne Kinder hat bis zum fünften Ehejahre 44 v. H. weniger Steuer zu zahlen als die Unverheirateten der Gruppe I und 22 v. H. weniger als die der Gruppe II Angehörenden. Sobald ein Kind kommt, werden sie der Gruppe IV überwiesen, also den Personen, die Kinderermäßigung erhalten. Die Sätze für die Kinderermäßigung sind die gleichen geblieben, aber der Kreis der Kinder, für die Ermäßigung gewährt wird, ist wesentlich erweitert worden, denn künftighin wird die Ermäßigung auch dann gewährt, wenn die eigenen Kinder, die Adoptiv- und Pflegekinder nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören, jedoch „im Deranlagungszeitraum überwiegend auf Kosten des Steuerpflichtigen unterhalten und erzogen worden find". Die Beseitigung der Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer, die nicht rückwirkend geschieht, erfolgt deshalb, weil sie als Personensteuer bisher die einzige Ausnahme von der Regel bildete. Richt abzugsfähig find, wie bisher, die Beiträge zur NSDAP., die Spenden zum Winterhilfswerk, zur NSV. usw. Dagegen sind nach wie vor abzugsfähig die nachgewiesenen Schuldzinsen, Versicherungsprämien, Beiträge zu Bausparkassen, die Werbungskosten wie die Beiträge zu Berufsverbänden und die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Für die Lohnsteuerpflichtigen ist bereits ein Pauschbetrag vorgesehen gewesen, der dadurch nicht berührt wird, dagegen wird für die Deranlagungspflichtigen der Pauschbetrag für Sonderausgaben und Werbungs- kosten nach Der Veranlagung, die im Frühjahr 1940 für 1939 erfolgt, fortfallen. Der Fortfall der steuerlichen Vergünstigung für Hausgehilfinnen ist schon deshalb notwendig, weil diese Vergünstigung nur für die Zeit galt, in der wir zu viel Arbeitskräfte hatten, während wir heute zu wenig haben. Wo in kinderreichen und nicht wohlhabenden Familien Haushaltsgehilfinnen durchaus erforderlich find, können auf Antrag Ausnahmen gestattet werden. Die geschilderten Bestimmungen lassen erkennen, daß es sich bei den Einkommensteueränderungen nicht um eine allgemeine Erhöhung, sondern um einen Ausgleich .von Unebenheiten handelt, die durch die nationalwirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre hervorgerufen wurden.^ Darum find selbstverständlich auch alle jene Vermutungen, die von einer Vermögensabgabe wissen wollten, ins Reich der Fabel zu verweisen. Ebensowenig ist, schon im Interesse der Erhaltung der allgemeinen Finanzkraft, an eine Erhöhung der Körperschaftssteuer gedacht. Der jährliche Ertrag dieser Einkommensteueränderungen, der 1940 erstmalig in Erscheinung tritt, wird aus 300 bis 320 Millionen RM. geschätzt. Er ist also, gemessen am Gesamtaufkommen, ziemlich gering, aber diese Aenderung wird 'das Gefühl für die steuerliche Gerech- tigkeitz mit der der nationalsozialistische Staat vorgeht, nur noch erhöhen. D. S. Deutsch-tschecho-slowakische Sonderkommission. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Die auf Grund des Münchener Abkommens über die Räumung des ab- Mtretenden sudetendeutschen Gebietes ohne Zerstörung oder Beschädigung irgendwUchex Einrich tung eingesetzte deutsch-tschecho-slowakische Sonder- kommission trat unter dem deutschen Vorsitzenden usammen. Die ständigen deutschen Mitglieder sind: Regierungspräsident z. D. Dr. B r e s g e n als Dor- itzender, Dr. jur. Alfred Rosche, MdR., Vertreter des Reichskommissars der sudetendeutschen Gebiete, Ministerialrat Dr. W e i ß e r vom Reichsministerium ür Ernährung und Landwirtschaft und Regierungsrat Dr. A s ch e n a u e r vom Reichswirtschaftsmini- terium. Die ständigen tsche cho-slowakischen Mitglie- )er sind: Ministerialrat Dr. Ludwig als Vor- itzender, Ingenieur Oskar C e r m a k, Generaldirektor-Stellvertreter der staatlichen Forsten und Güter, Obersektionsrat Dr. Josef Netik und Ingenieur Georg Kamenizek. Nach Festlegung einer Ge- chäftsordnung trat die Sonderkommission in die Behandlung von Einzelfällen ein. Leiflungsreserven im Handwerk. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichswirt- chaftsminister hat eine Verordnung erlassen, um üne möglichst große Ausnutzung vorhandener Leitungsreserven, insbesondere in den übersetzten Handwerkszweigen, sicherzustellen. Da eine Durchkämmung dieser Handwerkszweige notwendig ist, sieht die Verordnung vor, daß die nicht am richtigen Arbeitsplatz stehenden oder nur unvoll- tändig mit ihrer Arbeitskraft in Anspruch genommenen Handwerker für einen zweckvolleren Arbeitseinsatz herangezogen werden. Zwei Gruppen von Handwerkern sind es vor allem, die beim Vorhandensein der Arbeitseinsatzfähigkeit zum Einsatz als Facharbeiter gelangen ollen: Die erste Gruppe umfaßt alle diejenigen Handwerker, die persönlich oder betrieblich insbesondere den fachlichen Voraussetzungen, die zur Führung eines selbständigen Handwerksbetriebes erforderlich find, nicht genügen, es fei denn, daß die Aufrechterhaltung eines derartigen Betriebes volkswirtschaftlich notwendig ist. Weiterhin wird die Gruppe derjenigen Handwerker erfaßt, bei denen ein v o l k s w i rt sch a f t l i ch gerechtfertigtes Bedürfnis für die Aufrechterhaltung ihres Betriebes nicht b e st e h t. Die Verordnung, bei deren Durchführung staatliche und Parteidienststellen Zusammenwirken, ist befristet bis zum 31. Dez. 1942. Das Verbot des Abwerbens von Gefotgschastsmitgliedern 6000 Mark Geldstrafe für Nebertretung der Anordnungen des Meichstreuhänders der Arbeit. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau teilt mit: Die unzulässigen Abwerbungen und Lohnsteigerungen haben solche Ausmaße angenommen, daß die verantwortlichen Staatsstellen, nachdem alle Hinweise und Ermahnungen unbeachtet geblieben sind, zu energischen Abwehrmaßnahmen schreiten mußten. Der Reichstreuhänder der Arbeit sür das Wirtschaftsgebiet Hessen hat in seiner Anordnung zur Sicherstellung einer stetigen Lohnentwicklung vom 10. November 1938 das Abwerben von in ungekündigtem Arbeitsverhältnis stehenden Gefolgschaftsmitgliedern durch Anbieten besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen verboten und mit Strafe bedroht. Am 24. Februar 1939 hat nun das Bezirksschöffengericht Darmstadt eine grundsätzliche Entscheidung über die Abwerbung von Arbeitskräften getroffen. Angeklagt war der Betriebsführer einer Jnstalla- tionsfirma in Darmstadt, der in mehreren Fällen Gefolgschastsmitglieder einer anderen Bausirma durch Anbieten besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen zu sich herangezogen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten auf Grund der angeführten Anordnung des Reichstreuhänders zu einer Geldstrafe von 6000 RM. Von der Verhängung einer an sich ebenfalls vom Staatsanwalt beantragten Gefängnisstrafe wurde abgesehen, weil durch die Inhaftierung des Angeklagten die Existenz des Betriebes bedroht ist und damit die Arbeitsmöglichkeit einer rund 300 Mann starken Gefolgschaft gefährdet erscheinen. Mörder Grünspan voll verantwortlich. Die ärztliche Untersuchung abgeschlossen. Paris, 28. Febr. (DNB.) Das ärztliche Gutachten über den Mörder Herschel Grünspan liegt nunmehr im Wortlaut vor. Die vom Untersuchungsrichter bestellten französischen Aerzte Dr. Genil-Perrin, Ceillier und Heuyer sind zu dem Ergebnis gekommen, daß Grünspan in keiner Weise in einem Zustand der Störung seiner Geistestätigkeit gehandelt habe, auch nicht unter einem unwiderstehlichen Zwang. Auch die Behauptung, daß Grünspan die Tat in einem Zustand von Hypnose durch- aeführt und die Beschaffung des Revolvers in einer Art von Automatismus vorgenommen habe, findet durch das Unterfuchungsergebnis keinerlei Bestätigung. Nach Meinung der Aerzte ist auch die Aussage des Mörders, er habe zunächst Selbstmord verüben wollen, vollständig unbegründet. Nach den ärztlichen Feststellungen verfügt Grünspan auch über die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht. Er ist also in vollem Umfange für fein mit Vorsatz und Ueberlegung durchgeführtes Verbrechen strafrechtlich verantwortlich. Aus dem Bericht der Aerzte geht hervor, daß der Mörder nicht unmittelbar von Hannover nach Paris gekommen ist, sondern sich in der Zwischenzeit etwa sechs Wochen bei einem Verwandten i n Brüssel aufgehalten habe will. In Brüssel soll ihm auch der Rat gegeben worden fein, die französisch-belgische Grenze ohne Visum zu überschreiten. lieber seinen Pariser Aufenthalt hat der Mörder angegeben, daß er mit verschiedenen jungen Mitgliedern eines jüdischen Sportklubs, in dem auch Politik getrieben worden sei, ständige Verbindung unterhalten habe. Mit diesem Gutachten ist ein wesentlicher Abschnitt der Voruntersuchung abgeschlossen. Andererseits machen die zahlreichen Widersprüche, in die Grünspan und seine Verwandten sich verwickelt haben, noch weitere Erhebungen notwendig. Nähere Angaben über den Termin der Hauptoerhandlung sind daher noch nicht möglich. Marschall petain wird bei Oaladier vorstellig. Paris, 1. März. (Europapreß.) Der französische Heerführer aus dem Weltkrieg, Marschall P 6 t a i n, suchte am Dienstagabend den französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r im Kriegsministerium auf. Der Marschall brachte seine Bedenken darüber zum ..usdruck, daß trotz aller bisherigen Anstrengungen die französische Flugzeugindustrie die ihr gestellten Produktionsziffern noch nicht zu erreichen vermocht habe. Arabischer Generalstreik in Jerusalem. Jerusalem, 28. Febr. (Europapreß.) Die jüdischen Bomben- und Minenanschläge vom Montag wurden am Dienstag von arabischer Seite durch die Ausrufung eines Generalstreiks in Jerusalem beantwortet. Die arabischen Läden blieben geschlossen. Die Besitzer von Kraftfahrzeugen und anderen Verkehrsmitteln nahmen ihre Arbeit nicht auf. Die Lage ist sehr gespannt. Die britischen Truppen sind im ganzen Lande in Alarmzustand versetzt worden. Man befürchtet, daß die Juden weitere Anschläge ausführen werden, um damit auf die Regierung in London einen Druck auszuüben. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die arabischen Nationalisten, die allein am Montag z w e i u n d - dreißig Anhänger verloren haben, zu Gegenmaßnahmen greifen werden. Bei Zusammenstößen zwischen englischen Truppen und Arabern zwischen Akre und Safed wurden sechzehn Araber erschossen. Zwei Araber, die sich in der Nähe von Nablus ihrer Verhaftung entziehen wollten, wurden ebenfalls von englischen Soldaten erschossen. In der Nähe von Rehoboth wurden eine Frau und zwei Kinder getötet und ein Mann verwundet. Die Täter sollen angeblich arabische Nationalisten sein. In Sanur will die Polizei größere Waffen- und Munitionsvorräte beschlagnahmt haben. Zahlreiche führende Männer jüdischer Organisationen sind in Jerusalem verhaftet worden. Jhney wird vorgeworfen, durch aufrührerische Tätigkeit die Anschläge des Wochenendes zu einem großen Teil verschuldet zu haben. Englands Vefefligmigen im Indischen Ozean. London, 1. März. (Europapreß.) Aus dem am Dienstag veröffentlichten Flottenhaushalt teilt der „Daily Expreß" diejenigen Voranschläge mit, die sich auf den Ausbau der „Befestigungs- fette Singapu r—T r i n c o m a 11 e e—21 den beziehen. Die Aufwendungen für diese drei Marinestützpunkte werden nicht weniger als fünf Millionen Pfund (etwa 60 Millionen RM.) betragen. Singapur, das neuzeitlich ausgebaut ist und bereits sieben Millionen Pfund erfordert hat, macht eine weitere Summe von insgesamt 2,6 Millionen Pfund notwendig. Neben diesen Befestigungsanlagen werden die in und bei Singapur in Bau befindlichen Militär- und Marineflughäfen noch einmal eine Million Pfund verschlingen. Trincomallee auf Ceylon soll so stark befestigt werden, daß es an Schlagkraft nur hinter Singapur stehen wird. Der Flughafen, der eine halbe Million Pfund kosten wird, ist bereits im Bau. Dieser Hafen wurde mit Geschützen modernster Art be- Versäumen Sie nicht! 1457° Verdi« Requiem Donnerstag, den 2. März, in der Stadtkirche. festigt. In militärischen Kreisen gilt daher Trincomallee als uneinnehmbar. Es beherrscht die Wasser- und Luftstraßen des Indischen Ozeans, der Bucht von Bengalen und des Persischen Golfs und besitzt Munitions-, Betriebsstoff- und andere für die Kriegführung zur See erforderlichen Lager. Dazu soll noch eine Sendestation kommen, die 150 000 Pfund kosten wird. — Aden am Einaana zum Roten Meer wird ebenfalls stärkere Hafenbefestigungen erhalten, deren Kosten auf 600 000 Pfund geschätzt werden. Das Ende der amerikanischen Flottenmanöver. R e u y o r k, 28. Febr. (DNB.) Die amerikanischen Flottenmanöver, die am Montag in einer großen Seeschlacht 100 Seemeilen östlich von Portorico gipfelten, bei der die gesamten Luftstreitkräfte eingesetzt wurden, sind am Dienstag beendet worden. Obwohl das Ergebnis der Manöver streng geheim gehalten wird, verlautet doch, daß es der angreifenden schwarzen Flotte gelungen sei, die um die Karibischen Inseln, dem Panamakanal und an der Atlantikküste gelegte Verteidigungslinie der weißen Flotte zu durchbrechen. Präsident Roosevelt begibt sich an Bord des Kreuzers „Houston" nach der Insel C u l e b r a m i n , um an der Kritik teilzunehmen, die der Oberkommandierende der Flotte, Admiral Bloch, und der Chef der Mariineleitung, Admiral Leahy, halten werden. Am Donnerstag wird Roosevelt in Miami (Florida) zurückerwartet. Aus aller Welt. „Seefalke^ wieder in der Heimat. Am Dienstag, um 19.42 Uhr, traf das Lufthansa- Flugboot Do 26 ,, Oeefalte" von Lissabon kommend in Travemünde ein, wo die aus Flugkapitän Graf Schack, Flugkapitän Blume, Funker- maschinist D i e 1 e w i c z und Oberflugzeugfunker Wittrock bestehende Besatzung herzlich willkommen geheißen wurde. Damit hat das eigens für den Nord- und Südatlantikdienst entwickelte viermotorige Atlantikflugboot einen Flug beendet, der in aller Welt Aufsehen erregt hat. „Seefalke" startete am 14. Februar in Travemünde, um die von der Reichsregierung dem von dem Erdbeben betroffenen chilenischen Volk geschenkten Medikamente nach Südamerika zu bringen. Der 10 722 Kilometer lange Flug von Travemünde nach der brasilianischen Hauptstadt war in 36 Stunden 11 Minuten reiner Flugzeit durchmessen worden, d. h. die Do 26 hat eine Fluggeschwindigkeit von fast 300 Kilometer in der Stunde erreicht. Vollstreckung von Todesurteilen. Berlin, 28. Febr. Am 28. Februar ist der am 22. August 1906 geborene Josef Mayer hingerichtet worden, der am 26. Januar 1939 vom Sondergericht Köln wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens, ferner wegen Mordversuches und versuchten schweren Raubes zum Tode, zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt woroen ist. — Mayer, ein schwer vorbestrafter Verbrecher, hat am Abend des 11. Januar 1939 in Alsdorf-Kellersberg bei Aachen einen Raubüberfall auf den Inhaber einer Trinkhalle unternommen und ihn durch einen Pistolenschuß schwer verletzt. Bei feiner am 13. Januar 1939 durch zwei Polizeibeamte erfolgten Festnahme setzte er sich zur Wehr, zog eine Pistole und drückte auf einen Polizeibeamten ab. Da die Schußwaffe versagte, blieb der Beamte glücklicherweise unverletzt. ♦ Am 28. Februar ist der am 28. Juni 1912 geborene Wilhelm Busch aus Wülfrath hingerich - t e t worden, der am 12. Januar 1939 vom Sonder- gericht in Düsseldorf wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. — Busch hat in der Nacht vom 31. Dezember 1938 seine Eyefrau erdrosselt, weil sie der von ihm beabsichtigten Eheschließung mit seiner Geliebten im Wege stand. Todesurteil im walchower wuttermordprozeß. Prenzlau, 28. Febr. (DNB.) In dem grauenhaften Prozeß gegen das Mörderehepaar P o r a t h, das die Witwe Anna Schulz, die Mutter der Ehefrau Poraths in furchtbarer Weife ermordete, wurde das Urteil gefällt: Der Angeklagte Alfred Porath wird wegen Mordes zum Tode und dauerndem Ehrverlust und wegen Blutschande, Kuppelei in Tateinheit mit Zuhälterei und wegen Diebstahls in vier Fällen zusätzlich zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wird gegen ihn als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher die Sicherungsverwahrung und Polizeiaufsicht angeordnet. Die angeklagte Ehefrau Elise Porath wird wegen Muttertotschlages zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Angeklagten nahmen das Urteil mit stumpfsinniger Kälte auf. Dreizehn Jahre Zuchthaus für einen jüdischen Rassenfchänder. Das Hamburger Landgericht verurteilte den 38 Jahre alten Dolljuden Oswald Israel Behrens zu 13 Jahren Zuchthaus wegen zweier Fälle der Vornahme unzüchtiger Handlungen zwischen Lehrer und minderjährigen Schülern und in fünf Fällen wegen Rassenschande. Außerdem wurde ihm die Berufsausübung auf fünf Jahre untersagt. Der Jude Behrens war bei einem Hamburger Konservatorium als Lehrer tätig und leitete auch einen Frauenchor. Er verging sich an minderjährigen Schülerinnen, die teilweise erst 14 Jahre alt waren. 1925 bis 1933 war Behrens mit einer deutschblütigen Frau verheiratet gewesen, aber auch nach der Scheidung kam es noch einmal zu intimen Beziehungen. die nunmehr Rassenschande darstelltep. Mit welcher Frechheit dieser Jude vorging, ergibt sich aus einer Aeußerung, als ihm Vorhalte gemacht wurden, ob ihm nicht Bedenken gekommen seien über seine frivole Mißachtung der Nürnberger Gesetze: „Ich dachte, daß ich nicht geschnappt werden würde". Sieben australische Flugzeuge durch Feuer vernichtet. Auf dem Flugplatz von Melbourne, Essendon, gerieten sieben große Passagierflugzeuge aus noch unbekannter Ursache in Brand und wurden völlig vernichtet. Schweres Grubenunglück in der Türkei. In einem Kohlenbergwerk von Songuldak an der Küste des Schwarzen Meeres ereignete sich ein schweres Grubenunglück. Bei einer Explosion von Grubengas, das aus unbekannter Ursache zur Entzündung kam, wurden mehrere Stollen eingedrückt, wodurch 23 Bergleute getötet wurden, 10 weitere konnten schwer verletzt aus den Trümmern gerettet werden. Bad Wildlingen erhält ein neues Kurhaus. Staatssekretär Dr. Landfried vom Preußischen Finanzministerium besichtiate Bad Wildungen und seine Anlagen. Im Anschluß daran nahm er an einer Sitzung des Aufsichtsrates der Fürstlichen Wildunger Mineralquellen AG. teil und erklärte, daß der Preußische Staat die seit längerer Zeit bestehende Absicht, in Bad Wildungen 'staatlicherseits ein ne u e s Kurhaus zu errichten, nunmehr verwirklichen werde. Die Jnangrifnahme des Baues werde erfolgen, sobald die Lage auf dem Arbeitsund Baustoffmarkt es gestatte. Der Staatssekretär knüpfte an diese Erklärung die Hoffnung, daß mit dem Kurhausneubau die Entwicklung des Bades Wildungen eine wirksame Förderung erfahren werde zum Wohle der leidenden Volksgenossen. Waler Zeno Diemer f. In München ist der Maler Professor Michael Zeno Diemer aus Oberammergau im Alter von 72 Jahren verschieden. Diemer hat sich auf ausgedehnten Studienreisen gebildet und wurde bald ein bekannter und geschätzter Landschafts- und Marinemaler. Seine Bekanntschaft mit Graf Zeppelin ließ ihn zum ersten künstlerischen Darsteller der Luftschiffe werden. Zeno Diemer schuf auch zahlreiche Reliefgemälde. Wetterbericht Durch eine schnelle OftroärtsDerlagerung einer xtep druckstörung über der Nordsee hat In Westdeutschland wieder schnell wechselndes Wetter Schauerwetter mit lebhaften westlichen Winden eingesetzt, wobei in den Gebirgen leichte Schneefälle eintreten. Eine Aenderung des schnellwechselnden, unbeständigen Wetters ist vorläufig nicht zu erwarten. Vorhersage für Donnerstag: Unbeständiges Wetter mit wieder zunehmender Niederschlagsneigung, Temperaturen wenig geändert. Leb- hafte westliche Winde. Vorhersage für Freitag: Fortdauer des herrschenden Wetters. Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 2,9 Grad Celsius, abends 3,7 Grad: am 1. März: morgens 4,2 Grad. Maximum 4,2 Grad, Minimum heute nacht 3,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 3,4 Grad: am 1. März: morgens 3,7 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 3,1 Stunden. Hauptfchrtftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. HansThyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. 21.1. 39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pi und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. Nachruf. Am 27. Februar 1939 ist unser lieb. Gardekamerad ',c3Lv3pC|/&3’i’_ und Ehrenmitglied Wilhelm Kutzschrad ”• nach schwerem Leiden aus dem Leben geschieden. Die Gardekameradschaft verliert in ihm einen treuen Kameraden. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. msiD Gardekameradscbaft Gießen im NS.R. Kriefiertmnd. Heute nachmittag P/2 Uhr entschlief nach kurzem Kranksein unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Wilhelm Rühl im 88. Lebensjahre. In tiefer Trauer; Wilhelm Lorenz Rühl u. Frau, geb. Bonarius Christian Rumpf und Frau, geb. Rühl Heinrich Wagner III. und Frau, geb. Rühl Karl Rühl II. und Frau, geb. Scheid Karl Wagner III. und Frau, geb. Rühl Heinrich Rühl und Frau, geb, Schulze 14 Enkel und 11 Urenkel. Großen-Buseck, Frankfurt a. M„ Wittenberg (Bez. Halle), den 28. Februar 1939. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 2. März, nachmittags 2% Uhr, vom Trauerhause Alten-Busecker Weg aus statt —--- ------------1470L> Größeres Lager Nähe Seltersweg per 1. April zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote uni. 14G3D an den Gießener Anzeiger. Anständige Krau oder Mädchen für Freitags u. Samstags je einen halben Tag z. Putzen gesucht. i467D MeWlWlMgerSkr.l Vermietungen 3 Zimmer und Küche in Heuchelheim an ruhige Mieter alsbald zu vermieten. Schriftl. Angeb.unt.0994 an d. 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Tor BARBERINA 4 Uhr Tanz-Tee. - 8.30 Uhr Ge- sellsch.-Tanz m. Kabarett-Einl. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goetheitraße 82, Ruf 2486. 4O7A Schmach von 1918/19 gezogen. Er hat ein scharfes Schwert geschmiedet, damit das deutsche Volk seine unveräußerliche vitale Lebenskraft von jetzt ab selbst zu wahren vermag. Seif jenem denkwürdigen Tage habe ich, der Absicht des Führers folgend, mit meinen Mitarbeitern d i e modern ft e Luftwaffe, die eine Ration besitzen kann, in beschleunigtem Tempo aufgebaut. 3n enger Verbundenheit mit den anderen Wehrmachls- teilen haben wir Männer der Luftwaffe den Ehrenschild geschaffen, unter dessen Schuh sich jetzt die deutsche Arbeit ungestört entfalten und entwickeln kann. Und wie wär es dem Führer möglich gewesen, die deutsche DftmarE trotz der Mißgunst weiter Kreise des Auslandes ins Reich heimzuführen und mit der Gründung Großdeutschlands den Traum vieler Generationen zu erfüllen? Wie hätten ohne Schwertstreich die sudetendeutschen Volksgenossen aus Unterdrückung und Terror befreit werden können, wenn er nicht zuvor in seiner genialen staatsmännischen Voraussicht die Kraft der Nation für den Aufbau einer u m - fassenden Reichs Verteidigung eingesetzt (SdiommTpflanjcrv l btnjra a haften i In tiefer Trauer: Wilhelmine Mandler, geb. Ludwig und Töchterchen. für Geschäftsräume sofort gesucht. (E.Hau.BronODlafr durd BUdrtüttgunsfl*urc 18005m. gey. gute Sicherheit auszuleihen. Schriftliche Angebote u. 01004 an den Gießener Anzeiger erbet, i Nirgendswo bietet sich in einem höheren Grade die ersehnte Gelegenheit, die Tugenden des Mannes zu üben, opferbereiter Nationalsozialist zu sein und in Pflichterfüllung bestes deutsches Soldatentum zu entwickeln und zu wahren. Ich bin glücklich darüber, daß d i e B e ff e n aus der jungen Mannschaft des Volkes immer wieder zu den Formationen meiner Luftwaffe streben. Ich kann und will nur Freiwillige haben. Sie ist so groß, sehr viel größer, diese Sehnsucht, als die ältere Generation vielleicht ahnt. Ich habe diese Sehnsucht stets gehabt. Sie hat die deutsche Jugend zur Segelfliegerei getrieben selbst in den Jahren der deutschen Schmach und Schande, als Materialismus und eitle Gewinnsucht sich ausbreiteten. Wie oft habe ich die deutsche Jugend in ihrer frischen Begeisterung bei Segelfliegen beobachtet, auf der Insel Sylt, in der herrlichen Landschaft der Rhön oder über den weiten Dünen der kurischen Nehrung. Man spricht mir von Gefahren und von Opfern, die der Fliegerdienst in der Luftwaffe fordert. Gewiß, Gefahren sind vorhanden, wo aber wären sie im Zeitalter der Technik nicht? Man denke nur an den starken Verkehr unserer Großstädte. Gesunde Jugend trotzt solchen Gefahren und der Umfang der Gefahr wird ja auch sehr oft übertrieben. Führernachwuchs und Führerauslese sind für die Luftwaffe besonders wichtig. Flieger werden ist nicht das Vorrecht irgendeiner Gesellschaftsschicht. Ich habe besonderen werf darauf gelegt, ein Offizierkorps zu haben, das sich in die nationalsozialistische Volksgemeinschaft einfügt und in enger Tuchfühlung mit den Volksgenossen bleibt Darum ist die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe dem Nachwuchs aller Volksschichten gleichermaßen offen, besonders aber denen, die sich durch Kühnheit und Einsatzbereitschaft auszeichnen, und damit wettmachen, was fie da und dort auf der Schulbank vielleicht nicht mitbekommen haben. Bei mir entscheidet nicht das Wissen, sondern der Kerl allein. Entscheidend ist, ob der junge Mann ein ganzer Kerl ist. Kann er etwas leisten, besitzt er Charakter? Das sind die Fragen, wie wir sie stellen werHeinrich Mandler Lehrer i. R. Nähe Bahn nwbL Zimmer SU vermiet, soioos Crednerstr. 181. »□immer mit 2 Betten zu vermieten. 01002 Marktstr. 30 III. II. 5000 auf gut rentables Geschäftshaus zwecks Ablösung bald gesucht. Schrifl. Angeb. unt. 1459D a. d. Gieß. Anz. erbet. „Dem Starken raubt man nicht so leicht den Frieden!" Generalfeldmarschall Göring zum ersten „Tag der Luftwaffe" in Großdeutschland. Preise: Preise: 1468D KM. U.60—3.10 1 HM. 0.60—.3.10 Suche zum 15.4. bzw. 1.5. für meine 17 ßaßre alteTochter,1Jahr Haushaltungsschule Haitslochlerslelle fchen Volk und aller Welt: Der Führer hat in kühner Entschlossenheit den wehrpolitischen Schlußstrich unter d i e politische Vom 1.-15. März, täglich 8.15 Internationale Seltenheiten vom Variete 1478v den. Menn dann noch die notwendigen gesundheitlichen vora nssehnngen selbstverständlich gegeben sind, steht seiner Aufnahme nichts mehr im Wege. Nirgends gibt es eine frohere und engere Ka« meradschaft als in den Standorten der Luftwaffe. Die Aufstiegsmöglichkeiten sind für Offiziersanwärter, wie ich eben schon sagte, und für junge Offiziere außerordentliche. Die Fliegerei bringt es mit sich, daß hier das Vorwärtskommen schneller ist als in anderen Waffen. Technisch Interessierte oder Veranlagte können besonders vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen der Luftwaffe finden. Wenn ich heute vergleiche die Werbungen, wie sie in so manchem anderen Lande für die Luftwaffe geschehen, und wenn ich lese, wie immer nur von materiellen Dingen die Rede ist und wie hier dem Einzelnen alles mögliche an irdischen Gütern versprochen wird, so kann ich mich nicht auf diese Plattform begeben. Bei uns entscheiden nicht die irdischen Güter, sondern bei uns entscheiden allein d i e Ehre und der Ruhm und der Dienst für das Vaterland. Unsere schöne stolze Waffe wird stets die Begeisterung unserer wehrfähigen Iungmann- schaft entfachen. Wieviel Gesuche von Jungen erhalte ich an jedem einzelnen Termin, die bei ihrem kühnen Streben, Flieger zu werden, auf irgend welche Schwierigkeiten oder auf Unverständnis und unnütze Befürchtungen im Elternhaus stoßen. Ich lasse solche Gesuche stets genauestens prüfen. Ich bin bereit, zu helfen, wo hier geholfen werden kann. Auf die jungen freiwilligen Mannschaften meiner Formationen bin ich stets besonders stolz. Das Schicksal jedes einzelnen liegt mir am Herzen. Für eine soldatische Laufbahn wird bestens gesorgt. Denn ich brauche die tüchtigsten Kräfte, die die Aufgaben der Luftwaffe erfüllen können. Und darum möchte ich mich heute mit einem glühenden Appell an die deutsche Ju« gend wenden, an euch, ihr Jungens, die ihr Flieger werden wollt, an euch, ihr Jungens, die ihr noch zögert und überlegt: Raus aus den Stuben! Kommt z u uns! Bedenkt, daß ihr damit der stolzesten Waffe angehören dürft, die es gibt. Bedenkt, daß diese deutsche Luftwaffe heute schon der Schrecken unserer Gegner ist und es immer bleiben muß. Wir werden den Vorsprung zu halten und zu wahren wissen. Und darum, weil dieser Vorsprung gewahrt werden muß, und darum, weil es der Mensch ist, der die Leistungen auch hier entscheidet, rufe ich euch auf. Die Ehre der Nation und eure eigene verlangt es, dort zu stehen, wo stets der Dienst für das Vaterland am schwersten, damit aber auch am st0 1 zesten und am schönsten ist. Das Ende der Rede lag bei Redaktlonsschluß noch nicht vor. Spielplanänderung infolge Erkrankung I 22 Fr(- . 19.30-21.30 MieteP 21.Mittw -Miete „ . - ZumletztenMal | D(i!l8lE(iu6IlU HollVWOnd d-Tanzfirupne Reformhaus am Kreuzp.atz Telephon 2130 1460d Tüchtiges MW» wegen Verheiratung d. jetzigen zum 1.4. gesucht._________________ I haushaltV ohne gegensestige"Ver- Gg.-Bhtl.-Garl- gutung. Schriftl. Angebote unter Straße 9* [uaoD11449D an den Gießener Anzeiger. [Stellenangebote leine Zeugnisse in Urschrift lonöem nm tfeugntl- obidirfften Dem Be- werbungSichreiben bei» legen. - Lichtbilder unoBewerbunqSunter- ^gen müffen zur Bei- aetDung von Berlösten au| der Rückseite R» men und ülnichrist Del Bewerbers trauen! Saubere i4?8D Berlin, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Aus Anlaß des Tages der Luftwaffe sprach der Schöpfer dieses jüngsten der drei Wehriyachtsteile, Generalfeldmarschall Göring, über alle deutschen Sender. Seine Ansprache wurde im Gemeinschaftsempfang in allen Standorten der Luftwaffe und in allen deutschen Schulen gehört. — Generalfeldmarschall Göring führte aus: Der 1. März ist ein Ehrentag der deutschen Luftwaffe. Er ist ein Gedenktag für die ganze deutsche Nation, denn heute vor vier Jahren kreisten d i e ersten deutschen Flugzeuge unserer neugeschaffenen Luftwaffe über unser Land, jubelnd begrüßt von dem Volk, das in langer Knechtschaft aufs bitterste gespürt hat, was es bedeutet, inmitten einer hochgerüsteten Welt wehrlos zu fein. Arbeitslosigkeit, Verelendung der Massen, unermeßliche Tributzahlungen. Kein Kulturvolk hat in feiner Geschichte je eine härtere Lehrzeit erlebt und durchschritten als das unsere. Der 1. März 1934 verkündete dem deut- hätte? Die Stärke Deutschlands vor allem aber in der Luft, hat jene Angriffslustigen in den schicksalsschweren Tagen der Vorjahre zur äußersten Vorsicht gemahnt. Ich bin stolz darauf, daß die deutsche Luftwaffe der schöpferischen Staatskunst des Führers als schlagkräftiges Instrument gedient hat. Ich weiß auch, daß gerade unsere herrliche Waffe bei allen Ueberlegungen kriegslüsterner Auslandsdemagogen eine sehr bemerkenswerte Rolle gespielt hat und weiterhin spielen wird. Dem Starken raubt man nicht so leicht den Frieden, wie einst dem Schwachen. Es wäre daher falsch, sich mit den erreichten Erfolgen zufrieden zu geben. Das würde Rückschritt bedeuten: denn wir dürfen uns darüber nicht täuschen, die weltpolitische Lage ist verworren und reich an Spannungen. Die jüdischen Hetzer und profitgierigen Kriegstreiber ziehen über Ozeane und Kontinente und verwirren den Sinn der Völker. Es vergeht in der letzten Zeit kaum eine Woche, ohne daß wir durch gehässige Verleumdungen irgendeines ausländischen Politikers daran erinnert werden, wie häufig unsere friedliche Arbeit und gerechtes Streben auf sachliche und moralisch unbegründete Feindschaft stößt. Zu alledem hat ein Rüstungsfieber die großen Staaten erfaßt. Einst, als Deutschland noch waffenlos war, lehnten sie die ehrlich gemeinten Vorschläge des Führers zur Rüstungsbegrenzung ab. Jetzt aber bemühen sie sich, uns Deutsche für ihre ungeheure Rüstungsaufgabe verantwortlich zu machen. Der notwendige weitere Ausbau unserer Luftwaffe erstreckt sich nicht allein auf die B e scha f- f u n g zusätzlichen Materials. Diese Frage läßt sich leichter lösen, zumal wir über sehr große Werkstä11en verfügen, die uns mit erstklassigen Geräten und Maschinen versorgen, die heute in der ganzen Welt einen großen Ruf haben. Die vielen Rekorde und Bestleistungen sprechen für die Qualität unseres Materials. Entscheidend ist und bleibt auch hier allein der Einsatz des Menschen. Noch so gutes Material, noch so hervorragende Flugzeuge sind wertlos, wenn fie nicht von Männern von unerschrockenen Herzen und fester Hand bedient werden. Das gilt besonders für die Luftwaffe, keine Waffe braucht Kühnheit, Begeisterungsfähigkeit und Stärke des Charakters notwendiger als die unsere. Sie erfordert ganze Kerle. Unsere Waffe ist jung, und sie b raucht Jugend. Zweiitiinfie Handelsklasse für Schulentlassene m. acht- j ähr. Schulbil düng. Fü rM äd eben auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren.Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Anfnahmeprflfnng am 2. ItiÄrz statttindet und eine spätere Aufnahme in die 2jahrige Handelsschule nicht mehr vorgenommen werden kann Ein-n.balbi&lirige Handels- lachklassen fuvroÄ"ä und höherer Schulbildung, bei Sekunda- oder Mittel- schulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schul geld RM. 19.-, keine Nebengebühren. in Pension sucht Vertraueosposleo. 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Wir werden im März also vor der Tatsache stehen, daß die Vorräte der typischen Wintergemüse der Ernte des vergangenen Jahres zu Ende gehen und anderseits die ersten Vorboten des Frühlings zunächst in Form von Frühgemüse aus den Treibhäusern zur Verfügung stehen werden. Von dem Wintergemüse werden die Vorräte an den verschiedenen Kohlarten am ehesten zur Neige gehen, dagegen sind die Bestände an Kohlrüben noch so umfangreich, daß hier auch bei starkem Anwachsen des Verbrauchs der Bedarf befriedigt werden kann. Auf die Versorgung wird sich außerdem die Tatsache auswirken, daß die harten Fröste um die Jahreswende die Frühgemüsekulturen nicht nur in Westdeutschland, sondern auch in Holland geschädigt haben. Dies hat zu einer «Steigerung der Preise in Holland geführt. Die Folge ist die Beeinträchtigung unserer Gemüseeinfuhr aus Holland, weil wir im Rahmen des Handelsverkehrs die festgelegten Zahlungskontingente nicht überschreiten können. Bei höheren Preisen können wir «also nur geringere Mengen importieren. Insgesamt avird demnach unsere Hausfrau im März nicht allzu wiele Möglichkeiten bei der Auswahl des Gemüses Haben. Wir werden mit dem vorlieb nehmen, was «an den Märkten zur Verfügung steht und uns dabei ibewußt bleiben, daß eben der März ein Monat des lUebergangs in der Gemüseversorgung ist. Es wird won dem Verlauf des Frühlings abhängen, in wel- »chem Umfang Frühgemüse zur Verfügung stehen Wird. Es ist selbstverständlich, daß mit dem Ausgang | Les Winters auch die Ob st Versorgung nicht «gerade reichlicher wird, da die alte Ernte verbraucht ßst und die Versorgung so gut wie vollständig durch Die gegebenen begrenzten Einfuhrmöglichkeiten be-, | stimmt wird. Es muß abgewartet werden, ob die | OErfolge Francos in Spanien eine schnelle Rückwirkung auf die Apfelsinen Versorgung Haben werden oder nicht. Welche Bedeutung der fipanische Bürgerkrieg für unsere Apfelsinenversor- gung in den letzten Jahren gehabt hat, wird klar, wenn man feststellt, daß im Durchschnitt der Jahre N933 bis 1936 jährlich rund 260 bis 270 000 Tonnen Apfelsinen eingeführt wurden und in den Jahren 1937 und 1938 dagegen nur 85 bis 95 000 Tonnen ßur Einfuhr gelangten. Im Januar 1939 war die Apfelsineneinfuhr zwar um ein Drittel größer als m Januar 1938. Die Monate Februar und März bringen jedoch nur eine Apfelsineneinfuhr etwa in Der Höhe des vergangenen Jahres. Bei den Bananen ist die Einfuhr im Gegensatz zu den Apfelsinen in den letzten Jahren ständig gestiegen: während 1937 97 000 Tonnen Bananen zur Einfuhr gelangten, wurden 1938 163 000 Tonnen ein- geführt. Die Bananeneinfuhr im Januar 1939 war twas höher als im Januar 1938. Dem steht aller- )«ings ein Rückgang bei der Februareinfuhr gegenüber. Im März dürfte die Bananeneinfuhr den Umfang des vergangenen Jahres erreichen. Aep- e l werden im März weder aus eigener Erzeugung 2och aus der Einfuhr in größerem Umfange zur Verfügung stehen. Während uns demnach der März bei Obst und Bernüse der Jahreszeit entsprechend keine besonders leichliche Versorgung bringen kann, werden wir da- egen in den nächsten Wochen in ganz besonders roßem Umfang frische Seefische zur Verfügung iahen, wenn nicht außergewöhnliche Stürme etwa Litweise die Anlandungen verzögern. Die Fang- eriode des Ostseedorsches ist zwar beendet; auch die roße Ernte, die wir in diesem Jahre bei den ICarpfen zu verzeichnen hatten, kann im großen und langen erfreulicherweise jetzt als verbraucht gelten. In Stelle des Ostseedorsches wird aber nunmehr m März der Schellfisch in größerem Umfang iir Verfügung stehen. Daneben werden auch große Wengen von Kabeljau, Seelachs und Rotbarsch auf den Märkten vorhanden sein. Der ööeefisch sollte deshalb im März auch als Ausgleich iir die weniger reichliche Gemüseversorgung in ganz lLsonders großem Umfange für die Ernährung in unseren Haushaltungen herangezogen werden. Hin- (U kommt, daß wir zwar beim Fleisch auch v'eiterhin, insgesamt gesehen, keine Unterversorgung fnben werden, aber doch mit Schweinefleisch und l.albfleisch weiter im Interesse der Schonung unserer 5 estände haushalten sollten. Bei Rindfleisch und Hammelfleisch ist ein gleichbleibender Verbrauch r.öglich, jedoch sollen auch hier Verbrauchssteigerungen vermieden werden. In diesem Zusammenhang verdient beachtet zu nierben, daß im Jahre 1938 in Deutschland rund 23 Millionen kg Fleisch mehr verbraucht worden snd als im Jahre 1937. Pro Kopf der Bevölkerung mürben im Jahre 1938 in Deutschlanb 57,8 kg heisch verbraucht gegen nur 54.6 kg im Jahre 1937. s*f)on im Jahre 1937 hatte ber Fleischverbrauch ji Kopf der Bevölkerung ein ungewöhnliches Ausmaß erreicht. Da im Jahre 1938 eine weitere Stei- g. rung des Fleischverbrauchs eingetreten ist, brachte uns dieses Jahr einen Rekord-Fleischverbrauch. Diese intfadje ist besonders bemerkenswert, wenn man b-denkt, daß wir im Jahre 1938 wiederholt gewisse tipannungen in der Fleischversorgung beobachten k nnten. Es kann also nachträglich festgestellt wer- b n, daß diese Spannungen niemals Zeichen einer Üirterversorgung der Bevölkerung waren, sondern töiglid) eine Folge des außerordentlichen Ansteigens dir Kaufkraft und infolgedessen der Nachfrage. Die Nachfrage nach Fleisch stieg 1938 so stark, daß trotz st-igender Erzeugung im Inland und trotz steigender ($ nfuhr die Nachfrage nicht immer in vollem Um- fcuge befriedigt werden konnte. Es ist aber möglich amieten dem einzelnen Verbraucher im Jahre 1938 zZ kg Fleisch mehr im Laufe des Jahres zur Ver- ; finung zu stellen als im Jahre 1937 Diese Tatsache Illlte allen denen, vor allem im Auslande, zu ihmfen geben, die manchmal glaubten, von einer z.eischknappheit reden zu müssen. Im Interesse i getarnten Volkswirtschaft und Volksernährung if es allerdings notwendig, daß diese Entwicklung K3 Fleischverbrauchs gehemmt wird. Bei weiterem Unwachsen der Nachfrage nach Fleisch ist es nicht gilt r schwierig, diese voll zu befriedigen: es tauchen [liirf) Probleme der Gefundheitsführung auf, denn -l undheitlich ist eine weitere Zunahme des Fleischverbrauchs mindestens in keiner Weife erforderlich, wenn nicht sogar schädlich. Die Verbraucherschaft sollte sich deshalb mehr denn je der Tatsache erinnern, daß Fisch auch Fleisch ist. Der Fisch sollte als das leichter verdauliche Fleisch noch in viel stärkerem Maße als bisher an Stelle des Fleisches verzehrt werden. Neven dem Fisch und vor allem Seefisch können zur Deckung des Eiweißbedarfs für einen verstärkten Verbrauch nach wie vor aber auch Käse, Quarg, Buttermilch und Trockenmilch- pulver empfohlen werden. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß wir selbstoerstänblich auch weiterhin mit Fett sehr sparsam umgehen müssen. Unsere Fettversorgung ist noch immer in starkem Maße von ber Entwicklung unserer Ausfuhr unb von bem Anfall von Devisen abhängig. Es ist bekannt, mit welchen Schwierigkeiten unsere Ausfuhr zu kämpfen hat. Darum muß neben ber Parole, mit Fett zu sparen, auch immer wieder daran erinnert werden, daß der menschliche Körper seinen Fettbedarf auch durch verstärkten Verzehr von Kohlehydraten decken kann. Als solche stehen reichlich für einen verstärkten Verbrauch zur Verfügung: Zucker, zuckerhaltige Aufstrichmittel (Marmelade, Kunsthonig), Kartoffeln, Haferflocken, Sago, Graupen und Kartoffelmehl. Wir haben, insgesamt gesehen, also auch im März noch eine erhebliche Zahl von Nahrungsmitteln, bei denen ein verstärkter Verzehr nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht ist, um dadurch die Märkte zu entlasten, auf denen aus strukturellen oder jahreszeitlichen Gründen die Versorgung nicht so sein kann, daß jeder Wunsch der Verbraucher erfüllt werden kann. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Im Frühjahr 1939 wird das kombinierte Jackenkleid bevorzugt fein, und zwar besonders das aus kariert-einfarbig und aus gestreift-einfarbig zusammengestelltem Material. Die Skizze links zeigt ein flottes Kostüm, dessen blaßgelbe Jacke mit hellbraunem Streifen in klassischer Form auf einen Knopf geschlossen wird. Der Rock aus hellbraunem, rauhem Cheviot hat borne zwei scharf eingebügelte Brüche. Die hochgeschlossene Weste ist wie der Hut aus hellgrünem Wildleder. Aus hellgrauem Flanell mit roter Lederumfassuna ist die Jacke rechts mit den kleinen, nah am Halse anschließenden Aufschlägen. Die Taschenklappen und die Aerrnelaufschläge sind ebenfalls mit Leder eingefaßt. Der schräg in Falten gelegte Rock ist aus hellgrauem Flanell m i t r o t e m und naturfarbenem Uebertaro. Grau ist auch ber kleine Filzhut. H. Sippenpslege. Eine Ausgabe unserer Mütter. NSG. „Was sollen wir Frauen mit der Ahnenforschung anfangen" — das ist ein Einwand, ber einem immer wieder begegnet. Man stößt auf die irrige Ansicht, die Sippenforschung sei weiter nichts als eine Anhäufung trockener Zahlen mit statistischem Beiwerk — unb bas liegt der Frau eben nicht. Hier stehen wir vor der falschen Vorstellung vom „Ahnennachweis", den leider auch heute noch 90 von 100 eben nur für den vorschriftsmäßig durchgeführten Nachweis anfehen, daß man „arisch" sei, und der doch in Wahrheit erst der Schlüssel zu dem Tor ist, hinter dem das Geheimnis unserer Zukunft liegt. Unsere Herkunft und unsere Zukunft find aber ein und dasselbe, denn was unsere Kinder von uns ! erben, ist nichts anderes, als was wir selbst von ! unseren Ahnen ererbt haben. Dieses Geheimnis der ! Vergangenheit zu ergründen und daraus Lehren ' für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, das ist der eigentliche Sinn der Sippenkunde. Sache des Mannes ist, „zu wirken und streben". So mag auch die aktive Sippenforschung ihm über- ! lassen bleiben oder sogar den Kindern, die in der Schule an diese Frage herangeführt werden. Der j Frau aber fällt die große verantwortungsvolle Aus- I gäbe zu, was die Kunde von der Sippe bringt, in .der Familie in bewußte Tat - umzufetzen. Eine Slutter, die es versteht, ihren Kindern m vielen kleinen Erzählungen und Hinweisen einen Schatz lebendiger und beispielgebender Erinnerungen an ihre Ahnen mitzugeben, hat damit für den Sippen- gedanken mehr getan als hundert Forscher aus Urkunden herauslesen können. Die Mutter soll ihre Kinder nicht nur „lehren", sondern ihnen auch „wehren". Diejenige Frau, der die Sippenkunde mehr ist als einige Jahreszahlen, kennt die Vorfahren ihrer Kinder, weiß um die Vorzüge und Fehler der Verstorbenen, sieht aus Ahnen- und Sippschaftstafel, wie sich dieses Erbe ringsum in ber Verwandtschaft geäußert hat und weiß darum auch, welche guten und schlechten Anlagen vielleicht noch im Verborgenen in ihren Kindern wirksam sind. Sie kann bewußt und rechtzeitig durch ihre Erziehung manchen Charakterfehler, manche Ver- , anlagung zügeln und zum Guten lenken. Wenn wir auch wissen, daß wir unser ganzes Wesen aus dem Blute unserer Vorfahren erhalten haben, so sind wir doch auch von jedem „Fatalismus des Blutes" । weit entfernt und können abschätzen, was eine rich- ! tige Erziehung auszurichten vermag. Auch ihren „ordnenden Sinn" kann die Frau in ! den Dienst der Sache stellen. Wer weiß besser als sie darum Bescheid, was das Haus aller in sich birgt und wo! Sie wird zu allererst berufen fein, die Aufzeichnungen, Urkunden und Briefe hereinzuholen, i mit deren Sichtung nun einmal jede Suche nach den Ahnen anfängt. Sie wird wertvolle, wenn auch oft unscheinbare Erbstücke aus dem Besitz der Vorfahren aufbewahren, Bilder und Andenken sammeln, m alten Briefen das Wichtige vom Unwich- , tigen trennen und überhaupt darauf achten, daß nichts verloren geht, was verdient, den kommenden ' Geschlechtern erhalten zu bleiben. | Unsere Gegenwart wird einmal Vergangenheit fein. Darum sollte die Frau stets daran denken, : ein Familienbuch zu führen, in dem sie alle erinnernswerten Ereignisse in der Familie und Verwandtschaft aufzeichnet: vielleicht auch das, was sie selbst von Eltern und Großeltern weiß oder von älteren Angehörigen erfragen kann. Dies ist ein guter Brauch, der in unserer schnellebigen Zeit wieder zu Ehren kommen sollte. Wir können außerdem noch Lichtbilder sammeln, ordnen oder beschreiben. Was eine Frau vom Frühling träumt... Bon Carmen Glebsattel Meine Damen — hören Sie gut zu: Der Frühling ist da! Aber wir haben doch erst Februar, meinen Sie, und der Schnee ...? Na, über den Schnee wollen wir lieber nicht reden. Der hat uns treulos im Stich gelassen. Dies ist jedoch nicht der Grund, weshalb ich behaupte, daß ber Frühling ba sei, das hat bedeutend reizendere Gründe. Ich traf den Frühling nämlich höchstpersönlich beim Fünf-Uhr-Tee von Frau Mode. Sie hatte ihn zu sich gebeten, weil sic seine Ansicht über ihre neuen Frühiahrskleider und Sommerkomplets hören wollte. Ich will sein Urteil oorwegnehmen: die neuen Sachen sind wirklich entzückend! Für den Vormittag nehme man ein Kostüm; denn Kostüme sind Trumps im Frühjahr. Das Kostüm ist meist klassisch, hat ein kurzes enges Röckchen und einen kleinen Schlitz oder eine'Faltenpartie, damit die Schrittweite herauskommt. Wer neben dem Kostüm noch etwas Besonderes haben möchte, schafft sich ein kleiderlanges Cape an. Besonders schick ist es mit angeschnittener Kapuze, farbig abweichend gefüttert. Da wir gerade von den Farben reden, Frau Mode will uns bunt kleiden und überschüttet uns mit Blumen. Wir tragen sie im Haar, auf dem Hut, am Ausschnitt und in der Taille und — nicht zu vergessen — natürlich auf dem Stoff. Schöne Farbenkombinationen sind schwarz-mais, das alte und ewig neue schwarz-weiß, marine-rose, sehr beliebt ist weiß-marine, dann braun-türkis und besonders anspruchsvoll und apart himbeer-jade. An neuen Farben wären fenf und rost zu nennen, sowie fuchsia und geranienrot; grün tritt diesmal in den Hintergrund. Aber zurück zur K a p u z e. Sie hat uns im Winter gute Dienste geleistet, und so zeigen wir uns nicht undankbar und nehmen sie mit hinein in den Frühling, vor allem in den Frühlingsregen, vor dem sie unsere hübschen Locken schützen soll. Wir tragen sie daher besonders gern eben am Cape und am Regenmantel, der sehr fesch aussehen kann, wenn er aus Juwelseide und glockig gearbeitet ist. Da der Frühling jedoch versprochen hat, daß es diesmal sehr wenig Regen geben wird, können wir uns getrost den Kleidchen fiir den warmen, sonnigen Nachmittag zuwenden. Nachmittagskleid ist eigentlich zu wenig gesagt. Besser und genauer wäre: Nachmittagskomplet; denn kaum eines dieser zarten, duftigen Gebilde enbehrt eines passenden Üeberrourfs, sei er als Cape oder als Mantel gearbeitet. Beim Nachmittagskomplet werden wir nun ganz und gar weiblich. Wir tragen weiche Seide, die sich gut anschmiegt und schön fällt, und die man plissieren, ziehen, raffen, falten und rüschen kann. Wir tragen weite Röcke, richtiger kurze Röckchen, die plissiert ober mit angeschnittener Glocke versehen, in graziöser Weite um unsere Beine wippen. Schäferhütchen und halblange Handschuhe sind letzter Schrei fürs neue Jahr. Außerdem — da wir nun mal bei der Kopfbedeckung sind —, winzig kleine Hütchen ganz aus Blüten, hinten mit Samtbändern gehalten, und große Hüte aus seinem Strohgeflecht, streng in der Linie mit flachem Kopf und breitem Rand, werden in diesem Jahr besonders getragen. Zum Schluß einen Blick auf den Mantel. Der Sportmantel ist schlicht und schön aus Ledervelour ober Kamelhaar, meist maube und eierschalenfarben, der Sommermantel hat immer wieder Taschen oder Aerrnelaufschläge aus Pelz, was ihm eine elegante Note gibt. Hiermit beendet Frau Mode ihre Frühjahrs- und Sommerschau. Und nun an die Arbeit, meine Damen, schneidern, schneidern... mnütfeiten, groß geschrieben. Im Haushalt und in ber Küche muß auf Schonung und Instandhaltung aller Gebrauchsgegenstände geachtet werden. Ohne große Kosten und Mühe haben wir dazu vielerlei Möglichkeiten. Wer ahnt, daß die gewöhnlich achtlos fortgeworfene Zigarren- unb Zigarettenasche ein gutes Silberputzmittel ist? Gegenstände aus Silber. Alpaka, metallene Griffe an Türen und Fenstern, Schränken, Messern usw. erhalten, mit Zigarrenasche kräftig geputzt unb nachpoliert, ein glänzenbes Aussehen, und sogar die kleinen Schrammen verschwinden ganz. Das Tischsilber reinigt man mit Holzasche, und zwar wird diese dazu mit kaltem Wasser auf bas Feuer gesetzt, zum Kochen gebracht unb danach burchgeseiht. In dieser heißen Flüssigkeit wird das Silber gewaschen, in recht heißem Wasser nächgespült und mit Tüchern getrocknet und poliert. Auf diese Weise erzielt man Hochglanz und fügt dem Silber damit vor allem keinen Schaden zu. Salzwasser dient zum Reinigen von schmutzig und hart gewordenem Fensterleder, das man einige Stunden in die Flüssigkeit legt. Keineswegs darf Soda verwendet werden. Mehrmaliges Reiben während des nachfolgenden Trocknens macht das Leder weich. Schwämme reinigt man auf die gleiche Weife. Die salzlose Kochbrühe von weißen Bohnen entfernt schnell Bierflecke aus allen Stoffen. Tintenflecke verschwinden, wenn man sie mit geschnittenem Rhabarber oder einem Begonienblatt kräftig einreibt unb mit kaltem Wasser nachspült. Hartnäckige Tintenflecke werben in saure Milch gelegt unb liegen darin einige Minuten. Man spült die Stelle mit Wasser nach. Schwarze Kleider und dunkle Anzüge erhalten ein frisches Aussehen, wenn sie mit kaltem schwarzem Kaffee abgebürstet werden. Unansehnlich gewordenes Aluminiumgeschirr wird wie neu durch Auskochen mit Spinatabfällen oder Rhabarber- schalen. G'estrichene Fußböden reinigt man mühelos mit dem abgegossenen Kartoffelwasser. Will man seine Stahlwaren rostfrei machen, reibt man sie mit einer Zwiebelscheibe ein und putzt am folgenden Tag mit Oel unb Schmirgelpulver.Einem nochmaligem Reinigen mit feiner Schlämmkreide folgt schließlich das Polieren mit Paraffin. Schuhzeug kann man sparen, wenn man die Sohlen mit lauwarmem Wasser reinigt und sie nach dem Trocknen mit Holzteer oder Schreinerleim, dem man einige Körnchen chromsaures Kali zufügt, bestreicht. Zweimal in dieser Weise behandelte Sohlen und Absätze sind bedeutend haltbarer. M. L. 0 oi ol dl ZU 17 m 6 G fr ar he p M oi sc! ,.c ml 5, fr he S V. in lo> also nur, welche beklagenswerten Folgen Ihr Lob haben konnte! Aber seien Sie nur ruhig: es ist eine Versuchung, die überwunden werden soll wie so viele andere. Ich liebe keine Ueberflüssigkeiten, und Totenmessen gibt es so viele ... unnötig, noch eine mehr zu komponieren." Und doch schon zwei Jahre später war der Plan reif. Am 22. Mai 1873 stirbt der italienische Dichter Manzoni. Die Nachricht ergreift Verdi so, daß er dem Leichenbegängnis nicht beizuwohnen vermag: dem Dahingegangenen aber hat er die größte persönliche Ehrung zugedacht, das große Requiem. Als nach dem Bekanntwerden der Absicht, eine Totenmesse zu schreiben, der Bürgermeister von Mailand ihm seinen besonderen Dank dafür ausspricht, weist Verdi diesen in seiner bescheidenen Art zurück. „Es war einfach ein Impuls, besser gesagt, ein Herzensbedürfnis, was mich trieb, nach besten Kräften diesem Großen Ehre zu erweisen, einem Mann, den ich als Schriftsteller so sehr geschätzt, als Mensch verehrt habe, dem Musterbild patriotischer Tugend." So wuchs die Totenmesse als ein persönliches Dokument heran. Am Jahrestage des Todes Manzo n i s (22. Mai 1874) wurde die Seelenmesse in der Marcuskirche zu Mailand uraufgeführt, aber sehr bald darauf in der Mailänder Scala wiederholt: ja, hier wurde das Werk Gegenstand begeisterter Beifallskundgebungen, und selbst die sonst nur bei Opernaufführungen üblichen Dacapos fehlten nicht. Unter Verdi selbst gelangte dann das Requiem in Paris zu Gehör, in London unter seiner Leitung mit einem Chor von 1200 Stimmen. Die Wiener Aufführung in Verdis Gegenwart wurde ein- besonderer Triumph. Das Berliner Opernhaus feierte den Karfreitag 1876 mit diesem Werk, und auf dem Deutschen Musikfest in Köln (im Mai 1877) stand das Requiem unter Verdis persönlicher Führung im Zentrum der Aufführungen. Es ist eigenartig, daß dieses italienische Werk in der Folgezeit gerade in Deutschland besondere Pflege erfuhr. Um die Wesenseigenheit dieser Derdischen Totenmesse voll zu erfassen, muß man bedenken, daß hier der italienische, südländische Geist seinen vollendetsten Ausdruck in einem kirchlichen Werk gefunden hat. Im Gegensatz zum Nordischen ist das religiöse Erleben des Südländers leichter, froher und unbeschwerter. Schon allein die sakralen Bauten kennzeichnen die Gegensätzlichkeit und lassen erkennen, wie die äußere Haltung sich im Erleben des Heiligen, im Verhältnis zum Uebersinnlichen widerspiegelt: im Süden Aufgeschlossenheit, im Norden mystische Versunkenheit. Im Süden ein Unterordnen des Begrifflichen im Worte unter das Musika- Kunst und Wissenschaft. Neuerscheinungen im Verlag Engelhorn. I. Engelhorns Nachf. Adolf Spemann, Verlag in Stuttgart, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Ell Wendt: Sommergäste in Sophien- l u st. Ein heiterer Roman. — Stijn S t r e u v e l s : DasheißeLeben. — Margarete Spemann: Stunden mit Hans Thoma. — Einsamkeit und Gemeinschaft. 10 Vorträge der 5. Arbeitstagung des Amtes Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung und Schulung der NSDAP. Herausgegeben von Hans Hagemeyer. — Unioersttätsprofesfor Dr. Norbert Krebs: Vorderindien und Ceylon. Eine Landeskunde. Frühjahrsneuerscheinungen des Lolta-verlagrs. Nche Versuche wurde festgestellk, daß etwa zehn 1 schiedene Aschenbestandteile für ein normales Wachs» tum notwendig, hingegen die meisten übrigen in der Asche enthaltenen und durch die chemische Analyse sestgestellten Mineralstoffe für das Wachstum der Pflanzen entbehrlich sind. Nach neuesten For- Ichungen gibt es jedoch noch Mineralstoffe, im ( Boden, denen besondere noch nicht vollkommen geklärte Aufgaben zukommen und welche nur in Spuren auftreten und in kleinsten Mengen wirksam sind, und welche man daher mit dem Sammelnamen „Spurenelemente" bezeichnet hat. Der Aschegehalt der Pflanze wird beeinflußt durch die Art des Bodens, durch die Düngung, aber auch durch die Pflanzenzüchtung. Die Aschestoffe sind in den verschiedenen Pflanzengattungen in verschiedener Menge enthalten, aber auch in ein und derselben Pflanze sind diese Mineralstoffe in verschiedenen Mengen je nach der Wachstumszeit gefunden worden. Je nährstoffreicher ein Boden von Haus aus ist und je stärker er gedüngt wurde, desto höher ist auch der Ascheqehalt der Pflanzen. Für die Be- einflussung des Äschegehaltes durch die Pflanzen- Züchtung bietet die Zuckerrübe ein lehrreiches Beispiel. Während In den früheren Jahren der Aschegehalt der Zuckerrübe in der Trockensubstanz im Durchschnitt noch 3,8 v. H. betrug, ist derselbe durch sorfältige Auslese fast um 1,5 v. H. zurück - gegangen, so daß er etwa 2,3 v. H. beträgt. Für die Züchtung zuckerreicher Rüben muhten selbstverständlich Ruben mit einem hohen Zuckergehalt ausgewählt werden. Diese Rüben weisen jedoch stets einen niedrigeren Aschegehalt auf, wodurch ein langsames Zurückgehen des Aschegehaltes der Zuckerrübe ein- trat. Von den in der Pflanzenasche enthaltenen Mine- ralstoffen ist der Stickstoff, die Phosphorsäure, das Kalium und der Kalk für ein normales Wachstum der Pflanzen besonders wichtig, und zwar deshalb, weil sie vielfach in zu geringer Menge im Boden vorhanden sind und deshalb künstlich dem Boden durch Düngung zugeführt werden müssen. Um diese vier wichtigen Nährstoffe, die man auch Haupt oder Kernnährstoffe heißt, dreht sich die ganze Düngerlehre, sie bilden das A und O der Düngung der Kulturpflanzen. Wenn also mit Frühlingsanfang allüberall sich neues Leben in der Natur zeigt, dann wissen wir, daß die Natur bereits reichliche Arbeit geleistet hat, um all das hervorzubringen, was der Mensch als selbstverständlich hinnimmt. Dann vollziehen sich im Organismus der Pflanzen all die nur kurz angc-, deuteten vielseitigen Prozesse, dann erwacht unsere Heimat zu neuem Leben und bietet dem menschlichen Auge all die vielen schönen Bilder, welche wir im Frühling so schätzen und lieben gelernt haben. pk U: Ul L. Der Verlag Cotta in Stuttgart kündigt folgende Neuerscheinungen an: Agnes Miegel: Frühe Gesichte. — Walter Pegel: Ohne Befehl, eine Novelle aus den napoleonischen Kriegen. — Hans Leip: Die Bergung, eine Erzählung. — Wanda Friese: Boote am Ufer, ein psychologischer und Landschafts-Roman aus Masuren. — Johannes Buchholtz: Gute kleine Stadt!, ein heiterer Familien- und Gesellschafts-Roman. — Der wissenschaftliche Verlag brachte den neuen Band von Johannes Hallers großem Werk „Das Papst- hei an t|« (n öl e tn 8 d- l ei so T gt tjei N io w dämpften Deklamation des Chores zur Bestimmtheit des „Te decet Hymnus (a cappella). Im „Kyrie" einen sich Solostimmen in inniger Verknüpfung mit dem Chor. — Das „Dies irae“ mit seinem Schrecken und seiner furchtbaren Erregung wird zum dramatischen Höhepunkt mit der abgleitenden dissonanten Chromatik und den scharfen Chorakzenten: das jüngste Gericht wird in farbkräftigster Realität des Orchesterklanges (Trompeten!) zu erschütternder Unmittelbarkeit. In das „Liber scriptus“ (Mezzosopran solo) klingt das düstere, erschreckte Stammeln des Chors hinein (ursprünglich hatte Verdi diese Stelle als eine große Chorfuge entworfen). In dem „Quid sum miser“ finden sich die beiden Soprane mit dem Tenor zu schönstem Wohllaut zusammen. Das „Rex tremendae“ wird in seinem Verlauf durch ein markantes Baßmotiv bestimmt. Im stärksten Kontrast mischt sich das „Salva me“ dazu mit höchster Entfaltung des Soloquartetts in Verbindung mit dem Chor. Das „Recordare“ wird zu einem Duett der beiden Frauenstimmen. Der Solo- Tenor übernimmt in inniger Ergebenheit bas „Qui Mariam“. Das ausdrucksreiche „Confutatis“ ist dem Solobaß vorbehalten. Das „Lacrymosa"-Thema zieht sich durch die klangschönen Entwicklungen von Chor und Soloquartett, das im „pie Jesu“ Töne von verhaltener Feierlichkeit anschlägt. Das „Offertorium“ wird sowohl durch den Anteil des Orchesters wie durch das Soloquartett zum ergreifenden Erleben; das „Sanctus“ führt Verdi mit einer machtvollen achtstimmigen Doppelfuge für den Chor durch, dabei Reinheit der Satztechnik mit Klanglichkeit des Ausdrucks verknüpfend. Das ..Agnus Dei“ leiten die in Oktaven gehenden Frauensolostimmen ein, das choralartige Thema nimmt der Chor im Unisono unter Hinzutreten des sich im Einklang bewegenden Orchesters auf. Das „Lux aeterna“ wächst aus der Verhaltenheit des Alt-Rezitativs zu verinnerlichtem Klangausdruck. Im „Li- bera me“ führt der rezitierende Solosopran, vom Chor beantwortet, hin zur Wiederaufnahme des „Dies "lrae“-Themas. Ein dramatisches Rezitativ des Soprans wird der Ausgangspunkt für die große Chorfuge, die als ein Meisterstück vokaler Satzkunst in ihrer mannigfachen Verarbeitung des Themas gelten kann. Mit einer Vergrößerung dieses Themas tritt der Solosopran dazu und in der Zusammenfassung des „Libera me“ schwingt er sich mit auf- steigender Linie bis zum hohen C empor. Der Ausklang: ein Rezitieren des Chores, das sich bis zum vierfachen Pianiffimo verliert in heiligem, ergriffenem Erschauern. Dr. Hermann Hering. al. in !ü be SH ui au bc L fd u 8 di ' fö Da« Erwachen des Frühlings, landwirtschaftlich betrachtet. Don Dr. K Schreiber, Agrikulturchemilches Institut der Universität Gießen. Verdis „Requiem". Zum bevorstehenden Konzert des Gietzener Konzertvereins. Als Rossini am 13. November 1868 gestorben war, wandte sich der durch die Todesbotschaft innerlich stark bewegte Giuseppe Verdi wenige Tage darauf an seinen Verleger Ricordi mit folgendem Vorschläge: Um das Andenken des berühmten Toten zu ehren, sollten die angesehensten italienischen Komponisten aufgefordert werden, jeder zu seinem Teil ein Stück einer Totenmesse zu komponieren, die dann am Jahrestage des Todes aufzuführen wäre. Dieses Totengedenken für Rossini sollte nur durch die Künstler selbst ermöglicht werden. Die Hilfe fremder Hände, die mit Kunst nichts zu tun hatten, sollte grundsätzlich abgelehnt werden: die Messe sollte in S. Petronio zu Bologna aufgeführt werden als der Stadt, die die rechte Heimat Rossinis war. Diese Messe durfte durchaus nichts für Neugierige und Händler fein. Man mußte sie sogleich nach der Ausführung versiegelt im Archiv des Konservatoriums dieser Stadt hinterlegen, und sie dürfte von dort nie weggebracht werden. Vielleicht könnte man für Gedenktage des großen Mannes eine Ausnahme machen, wenn ein späteres Geschlecht sie noch feiern sollte." Dreizehn führende musikalische Persönlichkeiten folgten der an sie ergangenen Aufforderung; Verdi selbst hatte den Schlußsatz „Libera me“ übernommen. Die Aufführung des geplanten Werkes ließ sich aus mancherlei Gründen nicht ermöglichen. In einem Briefe an Angelo Mariani rechnet Verdi mit denen ab, die dem Vorhaben hindernd im Wege stehen (die Freundschaft mit Mariani zerbrach übrigens auch bei dieser Angelegenheit). „Wenn aber unsere Persönlichkeit hinter einer Idee zu verschwinden hat, hinter einer edlen, schenkenden Tat, dann verziehen mir uns und schützen ich-süchtige Gleichgültigkeit vor, die die Geißel, das Verderben unseres Landes ist." Mazzucato, Professor am Konservatorium in Mailand, hatte sich begeistert über das „Libera me“ Verdis ausgesprochen. Verdi ist durch dieses Urteil innerlich stark beeindruckt. Er antwortet dem Mailänder Professor (Februar 1871): „Diese Ihre Worte haben in mir fast den Wunsch rege gemacht, später einmal die ganze Messe zu schreiben; um so mehr, als sich bei weiterer Ausarbeitung ergebe, daß ich bas Requiem und das Dies irae eigentlich schon fertig hätte, dessen Wiederaufnahme in dem schon komponierten „Libera“ enthalten ist. Denken Sie säure P erst ziemlich spät erkannt und aufgeklärt worden. Zahlreiche Forscher von Ruf und Namen haben sich mit diesem Problem beschäftigt, unter ihnen auch der Altmeister der Agrikulturchemle, der berühmte Gießener Professor Justus v o n ß i e b i g. Daß die Kohlensäure tatsächlich die einzige Kohlen- ftoffquelle der Pflanze darstellt, erkennt man aus Sand- und Wasserkulturoersuchen, welche vollkom- men frei von Kohlenstoffoerbindunaen durchgefuhrt wurden, so daß den Pflanzen tatsächlich nur der Kohlenstoff der Luft zur Verfügung steht, vorausgesetzt, daß die anderen zum Aufbau notwendigen Nährstoffe vorhanden sind. Es sei aber nochmals und nachdrücklichst betont, daß dieser Prozeß der Bildung organischer Substanz, der Stärke, aus Kohlensäure und Wasser, die sog Kohlensäure- Assimilation, nur unter der Mitwirkung der Sonnenstrahlen und eines eigentümlichen grünen, in der Pflanze enthaltenen Farbstoffes, des Chlorophylls, vor sich geht, so daß dem Sonnenlicht eine äußerst wichtige Funktion zukommt. Die sich gebildete Stärke vermehrt sich, sie ver- wandelt sich in Zucker, der in löslicher Form durch alle Pflanzenzellen wandert und welcher wiederum zu Stärke bei Bedarf zurückgebildet werden kann. Die Stärke kann aber auch in Fett, in Zellstoff und noch in andere Verbindungen übergeführt werden. All die erwähnten stickstofffreien Substanzen sind in der Lage, sich mit den stickstoffhaltigen Stoffen, welche aus den Wurzeln durch die Stengel und Blätter zugeführt werden können, zu vereinigen und die so überaus wichtigen Eiweißstoffe zu bilden, die sich in jeder lebenden Pflanze vor- finden und ohne welche kein Pflanzenleben möglich ist. Der pflanzliche Organismus stellt also e i n großes chemisches Laboratorium dar, das die kompliziertesten Synthesen und Analysen auszuführen in der Lage ist. Wie weise es in der Natur eingerichtet ist, erhellt, nur um ein Beispiel zu nennen, aus der Tatsache, daß bas. erwähnte Chlorophyll, biefer grüne Farbstoff unserer Pflanzen, nicht in Wasser löslich ist, fonbern beispielsweise nur in Alkohol. Wäre dieser grüne Farbstoff wasserlöslich, so mürbe es ja grün von ben Bäumen regnen. . Da burch bas Wachstum ber Pflanzen ber Atmosphäre bauernb Kohlensäure entzogen wird und die Mengen Kohlensäure in der Luft ohnedies als gering anzusprechen sind, so könnte immerhin der Fall eintreten, daß den Pflanzen zu ihrem Wachstum nicht genügend Kohlensäure aus der Luft zur Verfügung gestellt wirb. Doch die fürsorgliche Natur sorgt für einen entsprechenben Ersatz. Dieser erfolgt durch die Zersetzung organischer Substanz im Boden, durch ben Atmungsprozeß, bei dem Sauerstoff ausgenommen und Kohlensäure abgegeben wird, ferner durch die verschiedensten Verbrennungsprozesse, wodurch erreicht wird, daß sich der Kohlensäuregehalt der Luft stets nahezu konstant erhalten kann. Es war naheliegend, daß man versuchte, durch eine künstliche Kohlensäureanreicherung eine erhöhte Pflanzenmasseproduktion zu erzielen. Alle diese Versuche ergaben die Tatsache, daß es möglich ist, durch Steigerung der Kohlensäuremenge in der Luft auch mehr Pflanzenmasse zu erzeugen. Es entspringt also dieses Problem der Anreicherung von Kohlensäure und dadurch die Steige mg ber Erzeugung an Pflanzenmasse keineswegs bloß der menschlichen Phantasie, sondern es liegen diesem Problem bereits tatsächliche, wenn auch bescheidene Erfolge zugrunde, allein die rationelle Durchführung einer 'Kohlensäureanreicherung stößt noch auf verschiedene technische Schwierigkeiten. Vielleicht wird das höhere spezifische Gewicht ber Kohlensäure gegenüber ber atmosphärischen Luft dazu beitragen, dieses Problem einer entsprechenden Lösung zuzuführen. Keimling gelangen kann. Da die Luftzirkulation in den oberen Schichten rascher vor sich geht, als in den tieferen, sind ber Aussaattiefe bereits Grenzen vor- gezeichnet. Die Aussaattiefe muß zwischen dem Was- er- und Luftbedürfnis der betreffenden Pflanze liegen. Man muß daher den Samen in schwerem Boden flacher als in leichtem Boden unterbringen. Liegt der Samen zu tief, so keimt er zwar, aber die Keimlinge sterben ab und verfaulen. Die Getreidekörner sind aus diesen Gründen bis auf höchstens 15 Zentimeter unterzubringen. Im allgemeinen liegen die günstigsten Tiefen der kleinen Samen bei 2 Zentimeter. Was den eigentlichen Anstoß zum Keimungsbeginn gibt, darüber wissen wir nichts. Die Natur hat dieses Geheimnis nicht preisgegeben. Bei der Keimung selbst spielen sich verschiedene chemisch-physiologische Prozesse ab, welche alle ben Zweck haben, die aufgespeicherten Reservestoffe (Stärke, Fett, Eiweiß) in lösliche, für die Pflanzen aufnehmbare Formen zu überführen. Diese Löslichmachung geschieht durch besondere chemische Sub- tanzen, die vom Keimling bzw. auch von der grünen Pflanze ausgeschieden werden und welche die Fähigkeit haben, die verwickelt aufgebauten chemischen Verbindungen der Reservestoffe in einfachere chemische Verbindungen abzubauen. Die wichtigsten Reservestoffe sind die stickstofffreien Substanzen mit ihrem wichtigsten Vertreter, dem Stärkemehl, wel- ches mehr als die Hälfte des Gewichtes des Getreidekornes ausmacht. Die Stärke ist in kaltem Wasser unlöslich, sie wird aber durch chemische Substanzen, von denen bereits gesprochen wurde, und welche man Enzyme heißt, gelöst. Das Enzym, welches die Stärke löslich macht und schließlich in Zucker um» wandelt, heißt die Diastase. Es gibt ferner Enzyme, welche das Eiweiß und auch die Fette abbauen, so daß also alle Reservestoffe durch Enzyme zerleat werden können. Durch den Zerfall ber Eiweißstoffe entsteht ein Stickstofffreier und ein stickstoffhaltiaer Rest. Die stickstofffreien Stoffe werden durch die Atmung verbrannt, während die stickstoffhaltigen Reste zu einfachen Eiweihbausteinen abgebaut und diese dann zu arteigenem Eiweiß der betreffenden Pflanze aufgebaut werden. Wenn der Keimling nun die Erde durchstößt und in die Wirkung des Sonnenlichtes gelangt, so nimmt das Pflänzchen unter normalen Wachstumsbedingungen stets an Gewicht zu. Dieses Wachstum und Gewichtszunahme ist bedingt durch die Tätigkeit der grünen Pflanze, wodurch Kohlenstoffverbindungen, in der Hauptsache Stärke, gebildet werden. Der hierfür notwendige Kohlenstoff wird ausschließlich der Luft entnommen. Es ist allgemein bekannt, daß die Luft, welche auch wir Menschen zur Atmung brauchten, aus 78 v. H. Stickstoff, 21 v. H. Sauerstoff und nur aus 0,03 bis 0,04 v. H. Kohlensäure besteht. Diese Menge an Kohlensäure ist gewiß als sehr gering zu bezeichnen, und dennoch genügt sie, um das Wachstum auf der ganzen Erde zu gewährleisten. Das junge Pflänzchen, welches ben Erbboben durchbrochen hat und an das Licht der Sonne gelangt, hat die Fähigheit, mit Hilfe von Spaltöffnungen die gasförmige Kohlensäure aus der Luft aufzunehmen und weiterzuverarbeiten. Diese Spaltöffnungen finden sich in einer überaus großen Zahl vor und stellen die Atmungsorgane, also die Lungen der Pflanzen dar. Jede Spaltöffnung besteht aus zwei halbmondförmigen Schließzellen, die ihre Gestalt verändern können, indem sich der Spalt öffnet ober schließt unb baburd) in ber Lage ist, bie Lust- als auch bie Wasseraufnahme zu regeln. Im Sonnenlicht öffnen sich bie Spalte, und die kohlensäure- haltige Luft kann ungehindert eintreten und durchlüftet das ganze Blatt. Bei geöffneten Spaltöffnungen kann durch den Eintritt der Kohlensäure Stärke erzeugt werden. Mit Eintritt der Nacht verengen sich diese Schließzellen, da ja die Stärkebildung infolge Mangel an Sonnenlicht aufhört, und es tritt lediglich die geringe Luftmenge zur Unterhaltung der Atmung ein. Diese interessante Nährstoffaufnahme der Kohlen- lische, im Norden ein Durchstoßen auf den geistigen Hintergrund des Textes, ein Ringen um bie letzte Wahrheit bes wortbebingten Ausdrucks. Und keinem andern in seinem Zeitalter wäre es möglich gewesen, so aus dem Wesen und Geist des italienischen Volkes heraus zu schaffen wie Verdi. Auf letzter Höhe seines Künstlerkönnens im ausgereiften Menschentum, voll tiefer Schicksalsgebundenheit und schwerstem Schicksalserleben, wurde das Requiem zum Ausdruck persönlichen Bekennens. In innerlicher Verbundenheit zu dem, dem das Andenken galt, wurde das Werk zum persönlichen Dokument, das nicht allein nur eine gottesdienstliche Feier ist, sondern sich über liturgische und dogmatische Bindungen zum ureigensten Ausdruck eines überragenden künstlerischen Geistes erhebt, zum Edelsten, Reinsten, Tiefsten und Schönsten, was der Mensch Verdi der Welt offenbaren konnte. Verdi steht, ähnlich wie Hector Berlioz in seinem Requiem, auf einem anderen Fundament als unsere nordische Kirchenmusik. Er ist eben vom Grund seines Wesens her Dramatiker, ber von die- sem persönlichen Zentrum her erlebt unb kraftvoll gestaltet, in der Erregtheit des lebendig gesteigerten Affektes wie in dem feinfühligen Durchleben und Erschöpfen zarter lyrischer Stimmungsnachgiebigkeit. Was die langjährige Erfahrung an Durchgeftaltung unb Ausnutzung ber Mittel ihm in bie Hand gibt, baut er auch hier in feine Ausdruckswelt ein. Unü mag diese nicht immer dem traditionellen Kirchenstil entsprechen, so überzeugt er doch durcy bie Echtheit; seine kontrapunktische Kunst entscheidet sich für Die Klangnähe, Plastik, Durchsichtigkeit und Unmittelbarkeit, aus innerem Erfülltsein heraus. So werden auch in den Momenten des Deklamatorischen die Elemente des gregorianischen Chorals zum intensivsten Ausdrucksmittel. Das Orchester erhebt sich zu eindringlicher Eigensprache; besonders in der Gewinnung der Uebergänge zeigt Verdi eine nicht zu übertreffende Mannigfaltigkeit. Da aber, wo die menschliche Stimme zum bewußten Träger des Leitgedankens wirb, gewährt ihr Verbi durch die Zurückhaltung des Orchesters volle Entfaltung und weiß auch ben unbegleiteten Dokalklang zu besonderer Wirkung zu nutzen. Wie Verdi in dem oben angeführten Briefe an Mazzucato schon andeutete, ist das „Libera me“ aus ber Rossini-Messe tatsächlich zur Keimzelle bes ganzen Werkes geworben, und zwar so, baß wir in bem jetzt Dorliegenben bie Zitate aus vorangegange- nen Sätzen im „Libera me“ als wirkliche rück- erinnernbe Zusammenfassung empfinben. Disionsgleich führt der Eingangssatz aus der gebe! er £a: icti Ers teil 2S- lich Uni ver ben uni mal W ang iU3 Qtai (erfi fein« Va> tere fllei aus Wenn in großen Umrissen über bas Erwachen bes Frühlings, ober, mit anderen Worten, ein Thema behandelt werden soll, welches das Wachstum und die Ernährung der Pflanzen zum Gegenstände hat, jo geschieht dies aus der Tatsache heraus, weil geraoe in dieser Hinsicht die unglaublichsten Anschauungen verbreitet sind. Und doch ist es die Umwelt, welche der Heimat das ihr eigentümliche Gepräae verleiht, die grünen Wiesen mit ihren farbenprächtigen Blumen, die rauschenden Wälder mit ihren stolzen Tannen und herrlichen Buchen, das gelbe Getreidefeld mit seinen wogen- ben Aehren, alles bies find Bilber, bie ein jeber von uns tagtäglich sieht unb immer wieder bewundern muß. Dieses wundersame Spiel der Natur birgt noch viele ungelöste Rätsel. Viele Faktoren und die mannigfachsten Bedingungen müssen Zusammenwirken, um das Wachstum einzuleiten, um die Pflanzen zu ihrer Pracht, zu ihrer Schönheit oder auch zu ihrer Nützlichkeit für den Menschen ersprießen zu lassen. „Dem dunklen Schoß ber Mutter Erbe vertraut der Sämann seine Saat und hofft, daß sie entkeimen werde." Wer kennt nicht diese herrlichen Worte Schillers aus der „Glocke^? Der Landmann hofft also, daß bie Saat, welche unserer Mutter, ber (Erbe, anvertraut würbe, auch tatsächlich keimt. Es ist also nicht sicher, baß ber Samen immer aufgehen unb keimen muß. . Unb in ber Tat — Schiller hat Recht. Denn nicht immer unb unbedingt entwickelt sich das Samenkorn zur Pflanze. Es sind verschiedene Bedingungen notwendig, die erfüllt sein müssen. Der Keim ist bie erste Entwicklungsperiobe ber Pflanze, welche sich aus bem Samenkorn im Boden vollzieht, und von ben im Keimling vorhanbenen Reseroestoffen, Fett, Eiweiß, Zucker, welcher aus ber Stärke umgeroan« beit wirb, unb aus den Mineralstoffen, zehrt das junge Pflänzchen, bis die Weiterentwicklung außerhalb des Bodens im Sonnenlichte durch die Pflanze selbst stattfinden kann. Jeder Samen bekommt von Haus aus eine gewisse Wegzehrung mit auf seinen Lebensweg, und diese Menge reicht selbst unter den schlechtesten Verhältnissen aus, den Keimling solange zu ernähren, bis er in der Lage ist, seine Nahrung selbst zu suchen. Jedoch durch die Nährstoffe allein läßt sich eine Keimung noch nicht erzielen. Dor allem muß genügend Wasser vorhanden sein, welches die Nährstoffe lost, soweit sie natürlich im Wasser löslich sind. Dieses Wasser dient aber gleichzeitig dazu, die gelösten Stoffe überall dorthin zu befördern, wo sie zur Neubildung gebraucht werden. Das Wasser hat ferner den Zweck, den jungen noch wasserreichen Geweben durch ben Zellbruck bie äußere Form unb bie notwendige Gewebespannung zu geben. Die Wasseraufnahme geschieht durch Quellung, und diese wiederum ist bedingt durch Unterschöbe in ber Aufnahme von verschiebenen hohen Wassermengen burch die einzelnen Pflanzengattungen. In biefer Hinsicht sind bie stärkemehlhaltigen Samen ben eiweißhaltigen naturgemäß überlegen. Gequollene Oelsamen enthalten nur 50 bis 60 v. H. Wasser, hingegen bie stärkemehlhaltigen Samen burch Quellung bis zu 100 v. H. an Gewicht zunehmen. Die Nährstoffe und das aufgenommene Wasser allein würden noch keineswegs imstande sein, die Keimung hervorzurufen. Es ist als weiterer Faktor die Wärme notwendig, um die notwendigen chemischen Umsetzungen einzuleiten und zu erzielen. Die Keimung ist von der Temperatur in ber Weise abhängig, baß sie nur zwischen ganz bestimmten, genau ermittelten Temperaturgrenzen vor sich geht. Zwischen biesen beiben Zahlen liegt eine Temperatur, bei welcher die Keimung am raschesten verläuft, das ist das Temperatur-Optimum. Zu den bis jetzt erwähnten Wachstumfaktoren kommt als weiterer, sehr wichtiger Faktor, ber Sauerstoff, also bie L u f t. Zu einer lebhaften Keimung ist daher Luftzutritt unbebingt notroenbig, d. h. ber Boden muß locker sein, damit die Luft zum Durch die Pflanzenwurzeln und deren Tätigkeit werden den Pflanzen die im Bodenwasser gelösten Mineralstoffe zugesührt, denn aus Kohlensäure und Wasser allein bildet sich keine organische Substanz. Was nun diese Mineralstoffe der jungen Bflanze anbelangt, welche aus unverbrennlichen Stoffen bestehen (unverbrennlich deshalb, weil sie bei der Verbrennung als Asche, Pflanzenasche, zurückbleiben), so gilt als erwiesen, daß ein Teil dieser Pflanzenasche für ein normales Wachstum der Pflanzen unentbehrlich ist. Recht lange glaubte man, daß diese Aschenstoffe wegen des geringen prozentischen Gehaltes nur zu- ~ ..... fällig in der Pflanze sind. Durch exakte Wissenschaft- turn': „Die Vollendung (2. Band, 2 Hälfte). °b. MM ■ • V' 'M LU A W W Mtz Mittwoch,!. März 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 51 Drittes Blatt halb e er wis nd els inn hilft upb W ag i c ung te e m die a§ )er das iem nmt. ne“ in iqen 'one en; lität iber oder t? von von st' li n"> r W ' tnii Da- bt$ Ult-1 mit seiner Abreise. Da Benedikt Schutzheiliger des 21. März ist, i.alls in Süddeutschland —: „Benedikt hat's Licht abzwickt; aber Michele, der Herbstmann, zünd'ts wieder an." In den Donaulanden beachtet man den 25. März »ls Tag „Mariae Verkündigung" — wie die meisten Marientage — sehr genau: „Zu Maria Ver- Imndigung — kemant d'Schwalm (Schwalben) wiederum." Und in Schwaben reimt man: „Vor Maria Verkündigung schadet Wasser der Saat nicht sehr, — am so mehr aber nachher!" Und schließlich gilt auch vielerorts diese höchst ange- mehme Prophezeihung als wohlbewährt: „Ist es an Mariae Verkündigung vor Sonnenaufgang sternhell, b gibt es zu allen Feldarbeiten gutes Wetter." Bauernorakel besagen: „Nasser März ist wenig begehrt, Märzenstaub ist Goldes wert" ich 1 flOlf tiO st- t,V' SBer gm w Set1 chz» 5Dlt>- „Qui „Glaube es mir: ein staubiger März bringt Roggen und Weizen allerwärts!" Dem» Staub führt der März zumal dann, wenn es frostig und trocken ist. Und wiederum dazu passen «andere Aeußerungen der bäuerlichen Wetterprophetie: „Märzenregen hat selten Segen" und „Märzregen verkündet allerwegen — auch für den Juni Regen!" Es entspricht dem ganzen Gedankengang, daß der dritte Jahresmonat noch einen winterlichen Charakter zu wahren habe, wenn man warnt: „Säst du im März zu früh, ist es oft vergebene Müh'!" Der 10. März trägt die Kalenderbezeichnung „Vierzig Märtyrer". Kommen sie kalt daher, so heißt es: „40 Märthrer — 40 Morgenfröste." Und am Lechrain, an der bayerisch-österreichischen Grenze, heißt es: „Wie die 40 Ritter eingehen, so halten sie's (mit dem Wetter) 40 Tage." Sind die 40 Heiligen aber mild, so gilt — ebenfalls am Lechrain — für den Gregorstag, den 12. März, der Anbruch der milden Zeit als gewiß; „Sankt Gregor steckt den Brand in den Boden", sagt man; und man meint damit, daß die Erde nun allmählich auftaue und sich srwärme. In milden Gegenden Schwabens sagt man sogar: „St. Gregor — läßt de Imme (Bienen) vors Tor." — Aber das ist doch wohl örtlich begrenzt. Hingegen Paßt es zu den bäuerlichen Gewohnheiten in lveiten Gegenden Deutschlands, wenn der bayerische Hauskalender verkündet: „Wenn Gregori fällt, heißt's: die Saat bestellt!" Der 17. März ist St. Gertraudis geweiht, da iagt man: „Friert's an Gertrud, der Winter noch jo bald nicht ruht!" Anderseits ist es nichts Ungewöhnliches, wenn dieser Tag schon im Zeichen des Frühlings steht. Man reimt sogar: „Gertrud bringt die Störche her, und Barthel (24. Aug.) macht ihre Nester leer" ober „St. Gertraud heißt die Störch' Willkomm'; mit Jakob ziehen sie davon." Da der Jakobslag aber auf den 25. Juli fällt, kann oiese Bauernregel nur in rauher Gegend entstanden le in; denn anderwärts hat Gevatter Adebar — „odebaro" heißt Glücksbringer — es nicht so eilig Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. „Tag der Luftwaffe" im Standort Gießen: 16 bis H Uhr Platzkonzert am Stadttheater; 20 Uhr: Ka- neradschaftsabende (siehe heutigen Bericht). — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Hollywood". — Bloria-Palast, Seltersweg: „Das unsterbliche Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dschungel- Prinzessin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis llhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — 16 Uhr mb 20 Uhr im Cafe Leib: Vortrag von FrcM Edina Oettinger-Vogel: „Das Reich der Frau". WWeder der Deutschen Arbeitsfront herhören! Am kommenden Samstag, 4.Wär;, und Sonntag, L März 1939, finden in allen Orten des Groß- Irreifes Welterau öffentliche Versammlungen der ISDAP. statt. „Wir greifen an“ teifjt die Parole. Alle schaffenden Volksgenossen in 5 tadt und Land nehmen an ihrem Wohnort an den Versammlungen teil und stellen damit ihre Treue unserem Führer Adolf Hitler und zu Grohdeutsch- t:nb unter Beweis. Die Deutsche Arbeitsfront, als die vom Führer oogeftellte Organisation aller schaffenden deutschen Aus der Stadl Gießen. Märzensonne — kurze Wonne. In Oberösterreich gilt eine alte Bauernregel, die besagt: „Geht der März ein wie ein Stier, so geht er aus wie ein Lamp! (Lamm); geht er ein wie ein Lampl, so geht er aus wie ein Stier." Dieses Wit- terungsorake! verkündet nach alter, viel bestätigter Erfahrung, daß mildes Wetter zum Märzbeginn keinen Bestand zu haben Pflegt, sondern rauhen Wochen ums Monatende seicht, während winterlicher Märzanfang ein allmähliches Einsetzen ftüh- lingshafter Witterung beim Ablauf des Monates verheißt. Darum wünscht der Landmann in allen deutschen Gauen, daß diese Wochen um die Tag- und Nachtgleiche nur mit gemessener Stetigkeit allmählich sich mildern und die Sonne sich zwar sehen läßt — was ja zumal bei leichtem Frostwetter sehr angenehm ist —, aber doch noch nicht zuviel Wärme zur Erde sendet. In der Gegend von Iserlohn sagt man: „Mürte- graün dat doch (taugt) nitt, wann et nitt verfrüset (erfriert), dann verdröget et." Das Jahr 1938 mit seinen warmen Märztagen kann als Zeugnis der Wahrheit solcher Bauernregel gelten, denn die späteren Fröste waren mancherorts katastrophal. In gleichem Sinn äußert sich auch ein anderer Vers aus dem Schatz unserer deutschen Volksweisheit: „Sonniger Märzenschein läßt noch nichts gedeihn." Ja, es soll ein Märzmonat, der allzu lenzlich einhergeht, sogar einen bösen Erntesommer verkünden: „März mit Blüten gibt Sommer ohne Tau, trocknet die Felder, dörret die Au." Es ist kein Widerspruch, wenn weitverbreitete «uf den oft — auch 1939 wieder — der Frühlings- Beginn fällt, so wendet ihm natürlich der deutsche Qandmaun besondere Beachtung zu. In alemanni- ll|W, »chen Gegenden heißt es: „Benedikt stellt de Imme bä« nfs Britt", nämlich er ermuntert durch sein mildes Wesen, die Bienenstöcke ins Freie zu bringen. Und Na nun Tag- und Nachtgleiche ist, sagt man — eben- „Tag der Lustwaffe" in Gießen. Marsch der Flieger durch die Stadt. — Appell vor dem Geschwader-Kommodore. Am heutigen 1. März 1939 begeht unsere Luftwaffe die 5. Wiederkehr des Tages, an dem sie auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, Adolf Hitler, als dritter Teil unserer Wehrmacht erstand. Damit hatte die deutsche Kriegsfliegerei, nach langen Jahren des deutschen Niedergangs, durch die Großtat des Führers ihre Wiederauferstehung erfahren. Diesen 5. Gedenktag begeht heute die junge deutsche Luftwaffe in allen Standorten der Fliegertruppe mit Gedenkfeiern im Nahmen eines „Tages der Luftwaffe". Auch für den Fliegerhorst Gießen, dessen Angehörige bei ihrem Einzug in unsere Stadt als neue Garnison von allen Volksgenossen mit herzlicher Freude willkommen geheißen wurden, ist der heutige Tag ein festliches Ereignis, an dem die Gießener Bevölkerung in enger Verbundenheit mit ihren Fliegern starken Anteil nimmt. Die Veranstaltungen des Fliegerhorstes Gießen fanden am heutigen Mittwochmorgen um 7.30 Uhr ihren Auftakt mit der feierlichen Flaggen- Parade. Anschließend traten sämtliche Einheiten des Fliegerhorstes zum Morsch durch die Stadt an, der Punkt 8 Uhr vorn Horst aus im Paradeanzug angetreten wurde. Das Mufikkorps des Fliegerhorsts trat dabei zum ersten Male in die Oeffentlichkeit. Hinter dem Musikkorps marschierte zunächst der Gruppenstab, dann folgten die oer- ftatt. Dazu waren als Ehrengäste die Spitzen der Partei, der Wehrmacht, des Staates, der Stadt und zahlreicher weiterer Behörden erschienen. U. a. sah man Kreisleiter Backhaus, den Standort- ältesten Generalleutnant von Apell, Landrat Dr. Lotz und Professor Dr. Eger als Vertreter der Universität. Nach der Meldung der Paradeaufstellung schritt der Geschwaderkommodore, Generalmajor Süß- mann, zunächst mit dem Stand ortältesten, Generalleutnant von Apell, und Kreislöfter Backhaus als Hoheitsträger der Partei die Front ab. Dann richtete er an seine Männer folgende Ansprache: Soldaten, Arbeiter des Fliegerhorstes Gießen! Zum 5. Male feiern wir heute den Geburtstag der jungen deutschen Luftwaffe. Am 1. März 1935 wurde durch unseren Oberbefehlshaber, Generalfeldmarschall Göring, die deutsche Luftwaffe als dritter Wehrmachtteil proklamiert. Aus kleinen Anfängen hat sich die Luftwaffe in dem kurzen Zeitraum von vier Jahren zu einem machtvollen Instrument entwickelt, überlegen der Luftwaffe jedes unserer Nachbarn, vorzüglich in feinem Material, hervorragend an Geist und Haltung seiner Offiziere und Mannschaften, fußend auf der Tradition unserer stolzen Fliegertruppe im Kriege. Wir gedenken dabei in dieser Feierstunde unserer Vorbilder: der ruhmreichen Fliegerhelden, deren schiedenen Einheiten des Fliegerhorsts. Der Marsch, unter dem Befehl von Major Behrendt, führte durch folgende Straßen: Kaiserallee, Lud- wigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Marktplatz, Seltersweg, Horst - Wessel - Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Gartenstraße, Kaiserallee zum Fliegerhorst zurück. Auf diesem Marsche wurde der Truppe die Zuneigung unserer Bevölkerung vielfach bekundet. Die lange Marschkolonne wurde zu beiden Seiten der Straßen von zahlreichen Volksgenossen begleitet. Aus den Geschäften, Büros usw. traten die Männer und Frauen heraus auf die Straße ober an die Fenster der Häuser, um den vorbeimarschierenden Fliegern ihren Gruß zu entbieten. In Seltersweg wurden Blumen in die Reihen der Soldaten gereicht, die mit frohem Gesicht diesen Blumengruß entgegennahmen. Alt und jung, die letzteren weitaus in der Mehrzahl, zogen unermüdlich mit der Truppe durch die Marschstraßen dahin, wobei die schneidige Musik des Flieger-Musikkorps ein ausgezeichneter Schrittmacher war. Gegen 9.15 Uhr befand sich die Truppe bereits wieder in der Kaiserallee in Richtung zum Fliegerhorst. Der Marsch hatte überall, auch dank der sorgfältigen Tätigkeit der absperrenden Polizei, einen glatten Verlauf genommen. Nach der Rückkehr der Truppe zum Horst fand dort eine Paradeaufstellung der Einheiten und der Zivilbelegschaft zum Namen unsterblich geworden sind, eines Manfred von Richthofen, Jmmelmann und Boelcke, wir gedenken jedoch auch der Gefallenen der jungen deutschen Luftwaffe, in Sonderheit der im letzten Jahr Gefallenen aus den Reihen unseres eigenen Geschwaders. Während die Truppe das Gewehr präsentierte und das Mufikkorps die Weife des Liedes vorn guten Kameraden spielte, wurde der gefallenen Kameraden gedacht. Dann sagte Generalmajor Süß - mann weiter: Wir wollen aber nicht trauern heute, wir wollen stolz sein auf unsere Kameraden, denen wir in Pflichttreue nacheisern wollen, ein jeder an den Platz, auf den ihn seine Aufgabe gestellt hat. Wir gedenken rückschauend auf das letzte Jahr der Heimkehr Oesterreichs ins Reich, der Befreiung unserer sudetendeutschen Brüder aus der tschechischen Willkürherrschaft. Daß beide Großtaten unseres geliebten Führers ohne Krieg und Blutvergießen gelangen, ist zum entscheidenden Teil dem Bestehen unserer starken Luftwaffe zu danken. Wir geloben an dieser Stelle weiterhin in unwandelbarer Treue unserem Führer und Obersten Befehlshaber A d o l s H i t l e r und seinem gdteuen Paladin, unserem Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Göring, zu folgen und unsere Fahne, wenn es sein muß, auch mit dem Tode zu besiegeln. Während die Truppe jetzt das Gewehr präsentierte, sagte der Geschwaderkommodore roeiter: Wir bekräftigen dies mit dem Ruf: Der Oberste Befehls- Blick auf den Marsch durch die Stadt. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Haber der Wehrmacht, unser Führer Adolf Hitler, Sieg-Heil! Brausend erklang das Sieg-Heil auf den Führer über den weiten Platz. Anschließend folgte der Vorbeimarsch der Truppe vor dem Geschwader-Kommodore. Oer weitereVerlauf des heutigen Tages Von 16 bis 17 Uhr veranstaltet das Mufikkorps des Fliegerhorstes unter Leitung von Musikmeister Pfarre auf dem Platze vor dem Stadttheater ein Platzkonzert, auf das unsere Volksgenossen noch einmal hingewiesen seien. Von 20 Uhr ab finden Kameradschaftsabende mit Tanz der Einheiten des Fliegerhorstes statt. ’ Zu diesen kameradschaflsabenden haben alle Volksgenofsen Zutritt. Insbesondere hoffen unsere Flieger, daß sie bei dieser geselligen Feier mit Tanz auch viele Tänzerinnen als Festteilnehmer begrüßen können. Die gestrige Mitteilung, daß wegen Raummangels die Einwohnerschaft zu dem Kameradschaftsabend nicht eingeladen werden könne, beruht leider auf einer mißverständlichen Information. Im Gegenteil wünschen unsere Flieger die ganze Bevölkerung bei dieser kameradschaftlichen Feier zu Gast zu haben, da sich die Truppe mit der Zivilbevölkerung eng verbunden weiß und diese Gelegenheit einiger festlich-froher Stunden benutzen möchte, um in gemeinsamer Feier mit der Bevölkerung die Bande der herzlichen Freundschaft noch enger gestalten zu können. Also: Besuchen wir alle, insbesondere natürlich die tanzfrohen jungen Mädchen, am heutigen Abend die Kameradschaftsabende unserer Flieger! Diese Veranstaltungen finden statt im Gesellschaftsverein (Klub), Studentenheim, ©aalb^u Liebigstraße, Schützenhaus, Turnhalle am Oswalds- garten und im „Kühlen Grund" in Wiefeck. Appell vor dem Geschwader-Kommodore Generalmajor Süßmann Menschen, erwartet restlose Teilnahme aller Mitglieder! Ihr bekennt euch damit zur großen deutschen Volks- und Leistungsgemeinschaft ! heil Hitler! Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswattung Wetterau: kahenmeler. Kreisobmann. Oie Plakette. Das nebenstehende Bild stellt die Plakette dar, die von der Kreisleitung zum Frühjahrsfeldzug der NSDAP., Kreis Wetterau, herausgegeben wurde. Dieser Frühjahrsfeldzug erfolgt am kommenden Samstag und Sonntag mit einer großen Versammlungswelle in allen Orten des Kreises Wetterau. Aufruf! Amtsträger und Mitglieder des Reichsluftschutzbundes! Am kommenden Samstag, 4. März, und Sonntag, 5. März, finden in allen Orten der NSDAP. Kreisleitung Wetterau öffentliche Versammlungen statt. Die Parole zu diesen Kundgebungen heißt: „Wir greifen an!“ Die Orts-, Kreisgruppe erwartet von allen Amtsträgern und Mitgliedern des Reichslustschuhbundes, daß sie sich restlos an den Kundgebungen der Partei beteiligen. Sie beweisen damit erneut ihre enge Verbundenheit zu unserem Führer Adolf Hitler, Staat, Volk und Partei. heil Hitler! Reichsluftschuhbund. Orts-, Kreisgruppe Gießen. Der Orts-, Kreisgruppenführer. (5 loh, LS.-Oberführer. Frauen der NS.-Zrauenschast und des Deutschen Frauenwerkes! Alle deutschen Frauen reihen sich ein in den Frühjahrsfeldzug der NSDAP.: „wir greifen an!". Am Samstag, 4.3., und am Sonntag, 5.3., finden überall Kundgebungen statt, die in den Zeitungen bekanntgegeben sind. Jede Frau wird es möglich machen, die Versammlung ihrer Ortsgruppe zu be- gl .d ein liege Ergebnis aus ungeklärten Gründen von Jahr 511’ Jahr bei uns jedenfalls dürftiger ausfallen. So vrd die Schnepfe bei uns zum Kennzeichen der 5rgb hn März. Daneben ist es die Ringeltaube, die sich, 'oweit sie nicht durch die Bucheckern gehalten über- hcupt im Winter hier geblieben ist. nun wieder die Gefahren erkennen, die vom Kartoffelkäfer unserer Volksernährung drohen können. > Frankenbach, 28. Februar. Am heutigen Dienstag, 28. Februar, kann die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Margarethe Oehler W w e., bei verhältnismäßig guter Gesundheit ihren 9 0. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!) Am Sonntag fanden in Friedberg-Fauerbach die Kreismeisterschaften der Radfahrer im Saalfahren statt. Nach der Aufhebung der Bezirke trugen die Kreise des früheren,Bezirks Gießen und zwar Gießen, Friedberg, Limburg und Hanau ihre Meisterschaften gemeinsam aus. Den Hauptteil des sportlichen Programms des Tages bildeten wieder die Radballkämpfe. Insgesamt 14 Mannschaften waren am Start um den Titel eines Kreismeisters oder Kreissiegers 1939 zu kämpfen. Durch die Teilnahme des Kreises Hanau, der einen würdigen Vertreter im Reichsbahn-Turn- und Sportverein Hanau gesandt hatte, gab es schöne Kämpfe. Auch die Gießener Radfahrer-Vereinigung war mit der kampferprobten Mannschaft Stommel- Baum erschienen. Außerdem waren Mannschaften aus Krofdorf, Wetzlar, Ansbach, Wölfersheim, Aßlar und Gambach am Start, gro- her zu des irts, Isen. die ihis= lvur« richt, eine lerab »Der« den, hen. urch nxt= wenn der Waldkauz das Frühjahr wachruft, die Schnepfe „streicht". Diese kurze Spanne Zeit im Lnufe des Märztages mag der Jäger in seinem Ja hreslauf nicht missen, mag auch leider das jagd- k ä f e r s und dessen Bekämpfung. Der Fi gänzte das gesprochene Wort und ließ jedermann Vom Schiklub Gießen wird uns geschrieben: Als wir am vorigen Wochenende mit viel Stimmung und Hoffnung in die Rhön fuhren, hatte der Wetterbericht soviel vom herrlichen Schnee erzählt, daß wir bei unserer Ankunft durch den einsetzenden Witterungsumschlag heftig enttäuscht wurden. Am Fuße des Reßberg, dem Austragungsort der Abfahrt nahmen wir bei den freundlichen Bauern Quartier. Als erstes überprüften wir die Abfahrtstrecke, die von der Spitze des 980 Meter hohen Reßberges nach einem verwehten Steilhang durch den Wald führte und schließlich in einen schnellen und schwierigen Hang auslief. Der Schnee war schwer und in der Spur außerordentlich schnell. Die wechselnden Vorbedingungen, stundenweise veränderter Schnee, stellten sowohl die Fahr- als auch die Wachskunst auf eine harte Probe. Besonders hatte die vorher abgesteckte 40-Kilometer-Strecke durch das einsetzende Tauwetter gelitten. Der Gießener Kreismeister im 18-Kilometer-Lang- lauf Kato Zörnsch (Fliegerhorst) vom Schiklub Gießen konnte die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen, da er nicht starten durste, weil er das vom Reichsfachamt vorgeschriebene Mindestalter von 23 Jahren nicht aufweisen konnte. So nahm als einziger Gießener Hans Peters (ff Gießen) für den Schiklub teil. Trotz seines mutigen und unverdrossenen Einsatzes war er den ausgeruhten und vor allen Dingen mit der Strecke gut vertrauten ausgezeichneten Läufern der Rhön doch nicht gewachsen. Schon zu Beginn des 4^stündigen Ringens lieferten sie sich erbitterte Kämpfe, aus denen schließlich der Rhöner Erbhofbauer Emil Schleiher nut einer Viertelstunde Vorsprung als Sieger hervorging. Am Sonntagmorgen stellte sich ein halbes Hundert Abfahrtsläufer dem Starter. Tie 1200 Meter lange Strecke war durch die Witterungsumstände noch schwieriger und schneller geworden, so daß selbst die Spitzenklasse nicht sturzfrei über die Strecke kam. Trotzdem man durch einige Pflichttore die größten Gefahrenmomente nehmen wollte, blieben reihenweise Stürze nicht aus. Besonders zeichneten sich hierbei zwei Bodenwellen kurz vor dem Ziel aus, denen beinahe sämtliche Läufer und eine allzugroße Anzahl von (Stiern zum Opfer fielen. Der zweimalige Gaumeister Burgsteiner vom Schiklub Gießen (6. J.R. 116), der trotz des mangelnden Traiyings einen ausgezeichneten zweiten Platz im Torlauf und Kombination belegte, brachte wieder einmal den Schiklub Gießen in Front. Sieger wurde der ausgezeichnete Villinger Volke. Ebenso verstanden es Friedel Eidmann und Jtzo Werner sich gegen die starke Konkurrenz durch schneidiges Fahren durchzusetzen. In der Altersklasse I siegte wie erwartet Karl Althaus vom Schiklub Gießen in Abfahrt, Torlauf und Kombination überlegen. Dasselbe Kunststück, drei Meisterschaften zu erringen, vollbrachte Frl. Elsi Kukuczka (vom Schiklub Gießen), die somit einen weiteren hervorragenden Erfolg für den Schiklub Gießen errang. Interessant ist, daß z. B. die Durchschnittsgeschwindigkeit der Spitzenfahrer 60-Kllometerftunden betrug, woraus man sich ein Bild von dem Tempo auf den schnellen Hängen und der Wucht der Stürze machen kann. Im großen ganzen waren die Anforderungen in jeder Beziehung sehr groß, besonders noch für Gießener Verhältnisse, so daß wir um so mehr mit unfern Erfolgen zufrieden sein können. letrid) lfe- n Dr. mborf Ver- erfor« ib bic ir Der» is zu» eiet ) bem lanbie eine Ranft nächst igien Dant ilten öen dir twen M- 1 über ttfmb- Mä liier zur im ein» ete ben enb im ach fts. im Hrt 2er kr. eis- von im in |( n, tsn jagen. r bet diese Dinge und viele andere aber nimmt Hier« l^r Jäger still in sich auf. Denn er weiß, wenn i°'1 nun noch der Wildgänse und der Kraniche Keile rifenb und trompetend gen Norden ziehen, dann oarst du auch sein Frühjahrsbote, der „Vogel mit dem Schnepfe harrt. Dieser Geruch des Waldbodens wird für ihn zum Frühjahrsverkünder wie die kleinen erünen Blättchen des schlingenden Geißblattes oder lie süß duftenden Blüten des Seidelbastes. Die gol- Mag es auch nachts noch frieren oder bei Tag mit Schnee fahren, so liegt trotzdem schon, wenn icr Abend kommt, ein Erdruch in der Luft, den Die Vorspiele wurden am Vormittag ausgetragen. Es konnten sich durchweg die Favoriten für die Endspiele am Nachmittag durchsetzen. In der Kreisklasse (früher OKlasse) waren die beiden Wetzlarer Nachwuchsspieler Roll-Schäfer überlegene Sieger vor Hanau und Krofdorf. Die Wetzlarer Mannschaft sollte sich später auch in den höheren Klassen behaupten können. In der Gauklasse (früher 6-Klasse) stellten die beiden Hanauer Heinze-Methe den Sieger vor den Anspachern Fleischhauer-Eisert, die in diesem Jahre gut gefallen konnten. In der Reichsklasse (früher ^-Klasse) standen sich im Entscheidungsspiel Lukan-Becker (Hanau) und die beiden Gießener Stammel-Baum gegenüber. Beide Mannschaften lieferten sich ein prächtiges Spiel. Sowohl die Hanauer als auch die Gießener zeigten hier eine erstklassige Leistung. Es war ein harter, aöel Saasen , 27. Febr. Die hiesige M i l ch a b - satzgenossenschaft hielt im Gasthause „Zur Traube" ihre letzte Generalversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Münch wurden der Geschäfts- und der Kassenbericht erstattet. Sodann wurde beschlossen, die Genossenschaft aufzulösen. Den Mitgliedern wurden ihre Geschäftsanteile zurückbezahlt. In Zukunft wird der seitherige Rechner der Genossenschaft August B i e d e n k a p p , der als Vertrauensmann der Milchzentrale Gießen gewählt wurde, alle weiteren Geschäfte übernehmen. B 0 llnbach , 27. Febr. Die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Elisabethe Wagner feierte am Sonntag in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 3. Geburtstag. Die hochbetagte Frau nimmt noch regsten Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit. CO E 0 erstadt, 27. Febr. Im Gasthaus „Zum deutschen Haus" sand die Generalversammlung der Bezugs - und Absatzgenossenschaft statt. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, E. v. D i e m a r, hielt Kontrollassistent L i p s (Lich) einen Dortraa über Milchleistungs- )teigerung. Den Geschäftsbericht erstattete der Rechner W. Schneider. Der Gesamtumsatz betrug im Vergangenen Geschäftsjahr 66 390 Mark. An die hiesigen Bauern wurden 6510 Zentner Düngemittel im Werte Gießener Schiklub bei den Gaurneisterschasten in der Rhön Ausgezeichnete Leistungen der heimischen Schiläufer. In der zweiten Halbzeit gestaltete sich das Spiel ausgeglichener, wenn auch Großen-Buseck noch einmal ein Tor für sich verbuchen konnte. Die letzte Viertelstunde spielte sich, mit wenigen Ausnahmen, fast ganz vor dem Gästetor ab. Nieder-Ohmen verliert in Harbach 0:1! Leider mußte Nieder-Ohmen durch die Unentschlossenheit seines Sturmes in Harbach eine unverdiente Niederlage hinnehmen. Durch Verwandlung eines zweifelhaften Elfmeters konnte der Gastgeber einen febr glücklichen Sieg erringen. War Nieder- Ohmen schon in der ersten Hälfte tonangebend, so mußte sich der Platzbefitzer in der zweiten Halbzeit ganz auf die Verteidigung seines Tores beschränken Wie drückend die Ueberlegenheit der Gäste war, geht daraus hervor, daß ihr Tormann in der zweiten Hälfte nur zwei Bälle zu halten bekam. Mit dieser Niederlage dürften die Meisterschaftshoffnungen endgültig begraben sein. OZ. Hallenkämpfe. Dieser Tage trafen sich die Sportdienstgruppen der Fähnlein 10/116 und 3/116 zu ihrem Hallen- sportfest. Während die Heuchelheimer Pimpfe in den Hand- und Basketballspielen den Sieger stellten, waren den Gießenern große Erfolge in den leichtathletischen Konkurrenzen vergönnt. Der glänzend veranlagte Pimpf Parr (3/116) gewann den 30- Meter-Lauf in der guten Zeit von 3,8 Sekunden und den Hochsprung mit 1,45 Meter. Der noch stark verbesserungsfahige Pimpf Stimm (3/116) siegte im Weitsprung mit der für einen Pimpfen erstaunlichen Weite von 5,20 Meter. Die Ergebnisse: 30-Meter-Lauf: 1. Parr (3/116), 3,8 Sek.: 2. Stimm (3/116), 3,9 Sek.; 3. Schmandt (10/116), 3,9 Sekunden. Weitsprung: 1. Stimm (3/116). 5,20 Meter: 2. Menges (10/116), 5,00 Meter: 3. Parr (3/116), 4,82 Meter. Medizinball st oßen: 1. Stimm (3/116), 13,93 Meter; 2. Rinn (10/116), 12,20 Meter; 3. Parr (3/116), 11,95 Meter. Hochsprung: 1. Parr (3/116), 1,45 Meter; 2. Menges (10/110), 1,40 Meter; 3. Rinn, Stimm, Gernandt, je 1,30 Meter. Vierkampf (30-Meter-Lauf, Weitsprung, Slo. ßen, Hochsprung): 1. Stimm (3/116), 509 Punkte; 2. Parr (3/116), 493 Punkte; 3. Menges (10/116), 481 Punkte. terV' OhrM' ial hat J o zum Teil schlimmsten Folgen gehen auf Nachlässig» feit auf diesem Gebiete zurück! Pirschpfade müssen gerecht werden, die Salzlecken sind zu erneuern. Nicht vergessen dürfen wir darüber, daß der letzte Monat des Jagdjahres begonnen hat. Am 31. März läuft der Jagd chein ab. Ihn rechtzeitig zu erneuern, ist vor allem Pflicht jedes Jagdausübungsberechtig- ten. Denn ihm macht das Gesetz den Jagdschutz zur Pflicht und stellt ihn nicht in sein Belieben. Er kann ihn aber nur mit Jagdschein ausüben. Hinzu kommt, daß die Jagdhaftpflichtversicherung mit jenem Tage abläuft und erst mit dem Tage des Lösens des neuen Jagdscheines wieder auflebt. Wer also 3. B. einen Hund hat, setzt sich der Gefahr einer Unterbrechung des Versicherungsschutzes aus, wenn er nicht noch im März seinen Jagdschein erneuert. Es hat auch keinen Sinn, damit bis zum letzten Tage zu warten. Denn der Kreisjägermeister hat auch noch andere Dinge zu tun. Daß die Jagdscheine der Jagdaufseher am 1. April erneuert fein müssen, sollte selbstverständlich sein, weil diese Jagdschutzorgane sonst ihrer Aufgabe nicht nachgehen können. Hubertus. Futtermittel im Werte von 14 000 Mark geliefert. An die Genossenschaft wurden 1200 Doppelzentner Weizen und 300 Doppelzentner Kartoffeln zum Absatz abgeliefert. Des weiteren wurde eine Dämpfkolonne angeschafft, die 2360 Mark kostete. CSebämpft wurden damit bisher 5188 Zentner Kartoffel. Don dem der Genossenschaft crnge- chlossenen Konsumverein wurden im Einzelhandel Waren im Werte von 19 455 Mark umge- etzt. Die Rechnung schließt mit einem Ueberschuß ab. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Der Reingewinn wurde dem Reservefonds und der Be- iriebsrücklage zugeschrieben. Der Vorsitzende G. Koch wurde einstimmig wiedergewählt. Für die lusscheidenden Aufsichtsratsmitglieder E. v. Die« n a r und Wilhelm Schmandt wurden Ferdinand Holler und Ph. Herbert gewählt. Die Genof- enschast zählt gegenwärtig 112 Mitglieder. — Die- er Tage fand hier eine Block- und Luftschutz- warteschulung statt. Gemeindegruppenführer Meckel (Lich) und Schulungsleiter H i l d (Lich) »ahmen daran teil. Im Verlaufe des Abends wurde c»ie ausgezeichnete Arbeit des Untergruppenführers W e h r u m in den vergangenen fünf Jahren gewürdigt. Ihm wurde die Festschrift „Fünf Jahre leichsluftschutzbund" überreicht. — Gegenwärtig Don sonstigem Wild aber gibt das Gesetz dem Seger eigentlich nur noch Sauen, Kaninchen, sfüchs und Iltis frei. Doch bald wird die Bache fct um ihre Frischlinge sorgen müssen, werden im tlisn Mutterbau kleine, blinde Jungfüchse liegen cd r die Jltisfähe für ihren Nachwuchs zu sorgen fa»en. Elend verhungern müßte all dies junge Volk, penn nicht in dieser Zeit auch die Mütter von der logd verschont blieben. Drum beginnt am 16. des Ebnats eine Schonzeit für führende weibliche Stücke la Schwarzwildes, von Fuchs und Iltis. Wenn man daher auch nicht gerade behaupten mm, daß das Jagen als solches den Weidmann im U:.rz hinauslocken müßte in sein Revier, so ist doch jr. Draußensein gerade jetzt wichtiger als oft sonst m Jahre. Denn vieles gibt es für ihn zu tun. Die Trat- und Satzzeit künden sich an, und von ihrem le: lauf wird ausschlaggebend der Ausfall des Jagd- jch7es bedingt. Leider fehlt unserem Niederwild ge- zustellen und damit den Umfang der Seuche beurteilen zu können, weil davon die Frage abhängt, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichend sind. Nur wenn alle Jäger ihre Pflicht tun, kann die Gefahr gebannt werden! Füchse sind zu schonen, Hunde können befallene Hasen leicht greifen. Davon sollte man bei Reviergängen Gebrauch machen. Im Waldrevier gesellt sich zu diesen Maßnahmen des Jägers im Felde die Schalenwildzählung hinzu, die, nur mit Gründlichkeit durchgeführt, eine brauchbare Grundlage für den neuen Abschußplan gibt. Je mehr man sich Zeit nimmt und sich gründlich die Sprünge ansieht, in denen das Rehwild jetzt noch zusammensteht, sie nach Zahl und Geschlecht sich einprägt, am besten zu Papier bringt, um so richtiger wird die Zählung und um so näher kommt sie dem wirklichen Bestände. Diese Zählung kann durchgeführt werden, während andere dringliche Frühjahrsarbeiten den Jäger ins Revier führen. Da gibt es Kanzeln und Leitern nachzusehen und auszubessern. Wieviele Unfälle mit rabe das, was für das Hochkommen feiner Jugend unentbehrlich ist, die Deckung. Die Folge davon, ist, daß vor allem Krähen und Elstern in erschreckend hohem Maße das Jungwild, die ersten Häschen und die frühen Gelege, 3. B. der Enten, zehnten. Eine einfache Ueberlegung, die sich darauf gründet, daß die Häsin drei- bis viermal im Jahre zwei bis drei, ja vier bis fünf Junge setzt, führt dazu, wie hoch die Verluste fein müssen, wenn wir die möglichen Strecken mit den wirklichen vergleichen. Dgran sind aber vor allem die Verluste durch Witterungs- einflüsse und tierische Feinde schuld. Drum ist es nötig, den Schwarzen mit allen Mitteln Aubbruch zu tun. Dabei sei besonders daraus verwiesen, daß die Zahl der Elstern gerade in der Gießener Gegend in einer Zunahme begriffen ist, die dringende Abhilfe erfordert. Denn sie ist als Heckenräuber ein Schädling für Jagd und Vogelwelt, der seinesgleichen sucht. Zu diesen gefieberten Räubern gesellt sich bas Großwiesel, bas gerabe die Deckungen absucht und hier nach Marderart rücksichtslos raubt. Seiner sich mit Hilfe kleiner in Reisighaufen, Durchlässe und Steinhaufen eingebauter Kastenfallen erwehren, heißt die Niederjagdstrecken erhöhen. Auch die Katzen beginnen wieder zu feldern, und jagende Hunde gibt es leider immer wieder, mögen auch noch so viele- ihr Räuberdasein durch „Bleivergiftung" beendet haben. Des Nebels Wurzel aber ist der Deckungsmangel. Nur wenn wir ihn beseitigen, so gut dies irgend möglich ist, schaffen wir die Grundlage für eine gute Nieoerjagd. Das ist aber möglich, wenn wir uns bemühen, jedes Stückchen Oedland in Deckung zu verwandeln, sei es durch Anpflanzung oder Aussäen deckungspendender Pflanzen oder durch Pflege und Verbesserung vorhandener Hecken. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß durch die sog. Naturschutzoerordnung vom 18. März 1936 das Roden, Schneiden oder Ausbrennen von Hecken sowie das Absengen von Rainen und Oedland ab 16. März bei Androhung empfindlicher Strafe verboten ist. Durch den Herrn Landrat des Kreises Gießen ist diese Bestimmung erneut in Erinnerung gebracht unö zugleich dem Feldschutzpersonal un- nachsichtliches Einschreiten zur Pflicht gemacht worden. Der Jäger hat also eine Handhabe, um sich gegen einen Unfug zu wehren, der niemand nützt, empfindlichen Schaden tun kann und dessen Urheber in vielen Fällen noch nicht einmal die Grundeigentümer sind. Leider hat sich der Kreisjägermeister des Kreises Gießen genötigt gesehen, die Iägerschast darauf hinzuweisen, daß die Nagerseuche (auch Pseudo- tuberkulose genannt) als Folgeerscheinung feuchter Witterung wieber verstärkt auftritt. Diese Seuche, die wohl schon seit Jahren in unseren Revieren herrscht, aber oft stark zurückgeht, gehört zu den aefürchtetsten Erkrankungen des Hasen, weil sie Mas- senoerluste nach sich ziehen kann. Es ist deswegen bringen!) nötig und den Jägern zur Pflicht gemacht, ihre Reviere auf Fallwild zu überwachen. Der Erreger lebt im Boden, wirb mit der Aefung ausgenommen, mit ber Losung abgeschieben unb tritt bort natürlich verstärkt auf, wo burch Verlubern eines Stückes Fallwilb ober durch Verschleppen von Fallwildteilen die Erreger geradezu „ausqesät" werden. Erste Pflicht muß daher sein, jedes Stück Fallwild, das bereits anbrüchig ist, zu verbrennen oder auch tief zu vergraben. Die Stelle des Vergrabens muß verwittert werden, damit Raubwild oder Hunde sie nicht aufscharren. Auch der Boden muß dort, wo das Fallwild lag, irgendwie desinfiziert und verwittert werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Jedes noch frische Fallwild aber ist an das Veteri- ist Schwester Josephine Englert vom Reichsmütterdienst. * Lich, 26. Febr. Gestern abend hielt der hiesige Zweigverein des DHE. im „Holländischen Hof" seine Hauptversammlung ab. Der stellv. Vereinsführer Pappe gedachte zunächst der im verflossenen Jahre verstorbenen Wanderbrüder, insbesondere des kürzlich plötzlich dahinaegangenen Vereinsführers Erb, der bei keiner Wanderung gefehlt hat. Der Jahresbericht stellte fest, daß Zahl und Umfang der Wanderungen auf der alten ansehnlichen Höhe geblieben sind, die Zahl der Wanderer jedoch leicht zurückgegangen ist. Dreizehn Wanderer konnten ausgezeichnet werben. Rechnungsführung und Kassenbestand sind erfreulich. Für die Herstellung eines Filmes der Jahreswanderungen konnte ein hinreichender Betrag zur Verfügung gestellt werden. Die Dereinsführung wurde dem Wan- oerbruber Schnierle übertragen. H L i ch, 28. Febr. Dieser Tage konnte unser Mitbürger, Schreinermeister Heinrich B a r 3, bei verhältnismäßig guter Gesundheit seinen 71. Geburtstag feiern. Noch heute übt der Meister neben seinem Sohn das Handwerk aus. Schon feit dem Jahre 1885 steht er im Dienst des deutschen Männergesangs. Seit 1892 gehört er der Sängeroereinigung „Cäcilia" an. — Die NS.-Kriegsopferversorgung, Kameradschaft Lich, 3U der auch die Kameradschaften Langsdorf, Bettenhausen, Birklar, Muschenheim, Eberstadt, Albach, Steinbach, Nieder- und Ober-Bessingen gehören, hielt im „Holländischen Hof" eine Mitglieder-Dersammlung ab. Der neuernannte Kameradschaftsführer Jakob Schmidt dankte dem bisherigen Kamerabschafts- führer Heinrich Schmidt für feine eifrige Arbeit im Dienste der NSKOV. Als neuer Rechner wurde der Kamerad S i e j k 0 w s k i an Stelle der bisherigen Rechnerin, Frau Fischer, bestimmt. Stellvertretender K-assenführer wurde Kamerad Lotz, während zum stellvertretenden Kameradschaftsführer Kamerad Steul ernannt wurde. Die weiteren Besprechungen galten der Gestaltung des Heldengedenktages am 12. März, der Urlaubsfahrt in den Schwarzwald, der Bildung einer Gewehrgruppe, der Anlage eines Wohlfahrtsfonds, der künftigen Versammlungstätigkeit und der Form der Beerdigung verstorbener Kameraden. Kreis Wetzlar. # Dutenhofen, 27. Febr. Im Saal der Gastwirtschaft „Zum Adler" fand im Rahmen einer Pflichtoersammlung ein Schulungsoortrag mit einer Filmvorführung statt. Dr. Hahn vom Kartoffelkäfer-Abwehrdienst in Gießen sprach eingehend über die Schädlichkeit des Kartoffel- Hat. Das Andenken an einen auf tragische Weise tödlich verunglückten Sangesbruder, sowie das Ableben eines Sängers unb eines Ehrenmitgliebes würbe geehrt. Den Rechnungsbericht verlaß Kassenwart Lubwig K r i e b. Nach Prüfung unb Genehmigung ber Rechnung sprach ber Vereinsführer bem Kassenwart für seine gute Kassenführung ben Dank bes Vereins aus. Im Geschäftsjahre legte ber Dirigent, Lehrer Schmibt (Kesselbach), auf Anraten bes Arztes ben Dirigentenstab nieber. Der Verein verpflichtete nunmehr Musiklehrer Rubolf Nicolai (Großen-Buseck) als Dirigent. — Im Jahre 1939 soll bas Wertungssingen in Weitershain besucht werden. Rennen »Rund um Schotten". NSG. Das große motorsportliche Ereignis im Gau Hessen-Nassau, das Rennen „Rund um Schotten" wirb auch in diesem Jahr wieder ausgetragen, den Umfang des vorjährigen Rennens aber noch weit übertreffen. Als Renntag wurde der 7. Juli festgesetzt. Diese Jahreszeit ist für das Rennen wesentlich günstiger. Im Motorrad-Rennen werden feine Meisterschaftsläufe durchgeführt, sondern Nachwuchsfahrerläufe, die bestimmt sind, den Firmen das Können der Männer zu zeigen, die sie in ihren Nachwuchs einreihen. Das Sportwagenrennen ist ein Rennen um die deutsche Meisterschaft. Es wird voraussichtlich ihr vorletzter Lauf sein. An der Rennstrecke selbst wird die doppelte Anzahl an Parkplätzen bereit gehalten. Bei den meisten dieser Plätze besteht ununterbrochen die Möglichkeit freier An- und Abfahrt. Waren es im Jahre 1937 bei gutem Wetter 25000, im Jahre 1938 bei schlechtem Wetter 32000 Besucher des Rennens „Rund um Schotten", so werden in diesem Jahr in Anbetracht der Tatsache, daß das Sportwagenrennen Meisterschaftsrennen ist und daß der Tag in wesentlich günstigerer Jahreszeit liegt, 45000 bis 60000 Besucher erwartet. Die Organisation und Durchführung des Nennens liegt Wieder in Händen des NSKK. In der Heranführung der Besucher arbeitet es dabei engstens mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zusammen. Der Einsatz beider Organisationen wird auch in diesem Jahr den Erfolg bringen, den das von Gauleiter Sprenger stärkstens geförderte Rennen verdient. Fußball der Kreisklassen. Klein-Linden — Großen-Buseck 2:6 (1:5). Klein-Linden trat mit nur zehn Mann an unb konnte, trotzbem es sich anstrengte, in ber ersten Halbzeit nur wenig gegen ben kämpferischen Geist ber Gäste ausrichten. In ber 25. Minute fiel ber erste Treffer für Großen-Buseck, zwei Minuten später ber zweite. Klein-Linben, bas inzwischen seine Mannschaft auf 11 erhöht hatte, erzielte eine Minute später bas erste Tor. Die Elf zeigte jetzt ein schönes Spiel, konnte aber nicht verhinbem, baß bie Gäste noch zwei...al einfenben konnten. [engen Gesicht", bie Walds chnepfe, nicht mehr PS odel |