Nr. 27 Erstes Matt 189. Jahrgang Mittwoch, l.Abruar 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: Zrantfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätrdruckerei «.Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Brette 50Npf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25O/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlusse Staffel B Unter -em Eindruck der Führerrede. nach seiner Auffassung den verhängnisvollen Fehler begangen, als sie aus der Panamerikanischen Konferenz in Lima Haß predigte, anstatt auf eine internationale Zusammenarbeit hinzuwirken. Beruhigende und festigende Wirkung. Die Auffassung in London. London, 1. Fabr. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenprefse mißt die Tragweite der Regierungserklärung des Führers an der lebhaften Urn- satztätigkeit und den rapiden Anstiegen der Preise nicht nur an der Londoner, sondern auch an der Neuyorker Börse. Man erblickt hierin das sicherste Anzeichen dafür, daß die Rede des Führers in der ganzen Welt eine beruhigende und festigende Wirkung ausgelöst und die künstlich genährte Kriegsfurcht gebannt hat. Chamber- Pilgerfahrt nach Mekka. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. SK. z. Z. Djedda, Ende Januar 1939. Die islamische Pilgerzeit hat begönnen. Aus allen Weltgegenden treffen Pilgerschiffe in Djedda, der Hafenstadt Mekkas, ein. Die „Kiswa", der prächtig gearbeitete Teppich, der während der Pilgertage über den Riesenblock der Kaaba gedeckt wird, ein alljährliches Geschenk des ägyptischen Königs, ist, feierlich geleitet, in Kairo abgesandt worden, und die Bairamtage, der Höhepunkt der islamischen Pilgerzeit, stehen unmittelbar bevor. Mekka ist wieder einmal zum lebendigen Mittelpunkt der islamischen Welt geworden, Mekka, jene Stadt, die man einmal richtig als „Herz des Islams" bezeichnete, während man Kairo „Kopf" und Konstantinopel „Hand" nannte. Wenigstens einmal im Leben soll jeder Mohammedaner nach Mekka pilgern, die „Hadsch", die Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten der islamischen Religion unternehmen7 Und Tie Sehnsucht zahlloser Menschen geht diesem Gebot nach, bis sie gefüllt ist. Diese Sehnsucht nach Mekka, diese Pilgerfahrt, für die man oft höchste persönliche Opfer bringt und jahrelang spart, diese Reise der Seele, die keineswges nur vom „Volk" unternommen wird, sondern ebensosehr von den Emanzipierten und Aufgeklärten — all das scheint Beweis für die Lebendigkeit des Geistes, mit dem der Islam auch heute noch seine Anhänger und Gläubigen erfüllt. Das Mekka-Erlebnis, das sich alljährlich und in immer großartiger Weise wiederholt, ist Zeugnis für die Einheit des Geistes, die alle islamischen Länder, bewohnt von den verschiedenen Rassen und Völkern, umklammert hält mit lebendiger Fessel. Seit Jahren geht eine Welle der geistigen Erneuerung durch die islamische Welt. Und in dem Maß, in dem diese Erneuerung Gewalt über die Seelen gewinnt, wächst die Zahl der Pilger nach Mekcki. Und heute ist schon alljährlich aus allen Weltteilen eine Zahl von Menschen unterwegs zur Pilgerfahrt, die an vergangene Glanzzeiten des Islams erinnert. Der Stern Mekkas ist im Steigen, seit hier der Herr Arabiens, Ibn Saud, König des Hedfchas und Nedsch, seinen Einzug hielt und Sicherheit für die Pilgernden garantierte, während früher die Pilgerwege nach Mekka von Wegelagerern bedroht waren, die die Pilgerfahrt zu einem Wagnis werden ließen. Ibn Sauds strenges Regiment hat hier Wandel geschaffen. In Mekka selbst wurden großzügige Modernisierungen durchgeführt, in deren Zug 'Unterkunftsmöglichkeiten neugeschaf- Chamberlain begrüßt die Friedensrede des Führers. Das Ergebnis der römischen Besprechungen. — England hält an der Nichteinmischung in Spanien fest. l a i n s Feststellung im Unterhaus, daß die Erklärung des Führers nicht die Rede eines Mannes fei, der die Welt in eine neue Krise stürzen wolle, findet in der Presse einen starken Niederschlag. Times wendet sich gegen die Opposition, die Zweifel in die Aufrichtigkeit der Erklärungen der totalitären Regierungen zu säen bemüht sei, das Vorurteil, ein ausländischer Staatsmann halte fein Wort doch nicht, fei der sicherste Weg, ihn geradezu zum Bruch seiner Versicherung zu ermutigen und heiße beinahe, diesen Bruch rechtfertigen. „Daily Telegraph" empfiehlt seinen Lesern klugen Optimismus, da man vom Führer die Versicherung habe, daß er mit England und Frankreich in Frieden leben wolle, und daß es mit Ausnahme der Kolonialfrage keine Streitfrage mehr gebe. — „Daily Mail" bezeichnet die E i n st e l - lung des Rüstungswettlaufes als notwendige Vorstufe der Befriedung. Die Tatsache, daß unter den vier Mächten Friede herrsche und ihre Staatsmänner ihre Absicht betont hätten, für die Versöhnung zu arbeiten, sei ein echter Beweis für den Erfolg der Politik Chamberlains. fen und die sanitären Verhältnisse, die früher oft grauenerregend waren und gefährliche Seuchen im Gefolge hatten, geordnet wurden. Der Erfolg blieb nicht aus. Die Zahl der Pilger steigt von Jahr zu Jahr. Hinter dem für Ungläubige verbotenen Mekka und den sich alljährlich wiederholenden Pilgerfahrten zur Kaaba hat eine Welt, die gern hinter allem, was sich ihrem Blick entzieht, etwas Außerordentliches wittert, dunkle Verschwörungen und Anschläge vermutet, die gegen jene gesponnen werden, denen das Betreten Mekkas verboten ist. Man wähnte, daß in der Abgeschlossenheit dieser Stadt von „Menschen hinter den Kulissen" große politische Ränke gesponnen würden, so daß der Pilger neben der religiösen auch seine politische Inspiration erhält. Dem ist keinesfalls fo. Und wenn von Mekka her politische antiabendländische Einflüsse in die islamische Welt strahlen, so strömen sie aus dem religiösen Erlebnis, das sich hier vollzieht und das in seinen Grundelementen eben doch antiabendländisch ist. Hier in Mekka sind alle Moslemin einmal im Jahre zur Zeit der großen Pilgerfahrt wirklich „unter sich" — allen fremden Einflüssen entzogen, ganz dem Erlebnis des Islams ausgeliefert. Kein Wunder, daß von hier aus Impulse ausgehen, die für die Außenstehenden schwer zu fassen sind, aber auf allen Lebensgebieten spürbar werden, die in eine Welt getragen werden, in der mehr als 250 Millionen Menschen leben: In die Welt des Islams. Mekka ist der Raum, in dem ein bedeutsames persönliches Kennenlernen und Begegnen führender Persönlichkeiten aus allen islamischen Ländern ermöglicht wird. Pläne werden hier entworfen, die zu anderer Zeit und zu anderer Gelegenheit weiter entwickelt werden, damit trägt ein Begegnen in Mekka auch seine Früchte jenseits des religiösen Be- zirks, der eben beim Islam ni'e scharf abzugrenzen ist. So ist die Heimatstadt des Islams zwar nicht politischer Mittelpunkt der in Wandlung und Aufstieg befindlichen islamischen Welt, aber doch der Ort, von dem aus das Bewußtsein islamischer Schicksalsgemeinschaft hinousge- tragen wird in alle Welt, um tausendfältige Frucht zu traaen im Bezirk des Alltags. Daß dem fo ist, ist Verdienst des Mannes, den man vielfach als den größten Mohammedaner der Gegenwart bezeichnet hat, bleibt Verdienst Ibn Sauds. Als er den Frieden in Mekka herstellte und mit starker Hand bewahrte, schuf er allen Moslemin den Raum friedvoller Begegnung. Die Solidarität der Achft. Höchste Befriedigung in Rom. Rom, 31. Jan. (Europapreß.) Die Reichstagsrede des Führers beherrscht das Bild der römischen Presse. Der „Messaggero" sagt, der Führer des neuen Deutschlands habe die volle, totale und ewige Solidarität der beiden Länder erneut bekräftigt. Vier Monate, nachdem der Duce in Triest vor aller Welt verkündet habe, daß Italien wisse, wo sein Platz in einem allgemeinen Konflikt sei, habe jetzt der Führer festgestellt, daß Deutschland, falls gegen Italien unter irgendeinem Vorwand ein ideologischer Krieg aeführt werde, an der Seite seines Freundes zu finden fei. In Italien wiße man feit den Zeiten des Tacitus, was der Begriff Ehre für Deutschland bedeute. Die Festigkeit der Achse Berlin—Rom erweise sich täglich mehr als eine wirkungsvolle Bekräftigung für den Frieden und die Gerechtigkeit. Es fei' vorauszusehen, daß die Feinde des Nationalsozialismus und des Faschismus den Ton etwas senken würden. „Popolo di Roma" schreibt, die harte und offene Rede des Führers habe klärend gewirkt, wie ein reinigender Blitz. Die Achse sei wirkungsvoll als eine in ständiger Bereitschaft befindliche Kraft erschienen, die sich ihres Zieles und ihrer Verantwortung, ihrer Mittel und ihres Zweckes voll bewußt sei. Hitler und Mussolini, Nationalsozialismus und Faschismus, das deutsche Volk und das italienische Volk seien eins, bedeuteten einen einzigen Block. Dieser Block stütze sich auf die militärische Macht, was die hartnäckigsten Bösgesinnten zum Nachdenken veranlassen werde. Deutschland und Italien wollten den Frieden, aber einen Frieden der Gerechtigkeit und der Ehre. Hitlers Rede habe die Welt vor das Problem gestellt, die ernsteste Krise, in die Europa seit 1919 verstrickt sei, in letzter Stunde zu lösen. Er habe die Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Sache der anderen fei es jetzt, deren endgültigen Wert zu begreifen. Prag sieht Zeichen der Entspannung. Prag, 31. Jan. (Europapreß.) Die tschechische Presse sieht in der Rede des Führers einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen Entspannung. Alle Blätter, gleichgültig, ob sie vor den Oktober-Ereignissen links- oder rechtsgerichtet waren, sehen in der Rede starke Möglichkeiten, das Verhältnis zwischen Prag und Berlin positiv zu gestalten. So schreibt das ehemals volkssozialistische „C e s k e S l 0 0 0" nach der Feststellung, daß Großdeutschland nicht durch die Macht des Schwertes, sondern durch die Macht der Idee geschaffen worden sei: „Wenn der Reichskanzler die Gesichter jener gesehen hätte, die seiner Rede in der Tschecho-Slo- wakei zuhörten, hätte er erkennen können, welch weiten Weg unser Volk in der Richtung einer Zusammenarbeit mit Deutschland bereits gegan» g e n ist. Das tschechische Volk hörte die Worte des Kanzlers in der Erwartung an, daß sie auch ihm einen Weg aus demWirrsal derGegen- w a r t ro e i f e n." Der ehemals agrarische „V e n k 0 v" erklärt: „Die Tschechen wurden durch die Rede dazu aufgemun- tcrt, die Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschecho-slowakischen Politikern und Staatsmännern zur gegenseitigen Verständigung beider Nationen auf dem Wege zu friedlichen Zielen auszuweiten. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Grundlage zu einer Zusammenarbeit mit Deutschland, das heißt der gute Wille, nicht nur auf unserer, sondern auch auf deutscher Seite besteht, so ist dieser Beweis in der Rede vor dem Reichstag erbracht worden." In den dem Ministerpräsidenten nahestehenden „N ar o dn i L i st y" schreibt der führende tschechische Publizist Rudolf Prohaszka, nachdem er die Fehlerhaftigkeit der Außenpolitik der Benesch-Aera noch einmal betont hat: „Es ist notwendig, unverhüllt zu sagen, daß das, was über die Tschecho-Slo- wakei gesagt wurde, loyale Worte waren. Gegenseitige Loyalität ist aber die gesunde Grundlage, auf der die Tschecho-Slowakei ihre Beziehungen zum Reich in Zukunft ersprießlich aufbauen kann." Der Eindruck in USA. Washington, 31. Jan. (Europapreß.) Die mit ungeheurer Spannung in den Vereinigten Staaten erwartete Rede des Führers vor dem Großdeutschen Reichstag hat in der amerikanischen Öffentlichkeit einen großen Eindruck hinterlassen. Die Zeitungen unterstreichen besonders das Unterstützungsversprechen des Führers für Italien und die Zurückweisung der amerikanischen Angriffe und Verdächtigungen sowie die Feststellung, daß die Vereinigten Staaten keinerlei Recht zur Einmischung in Deutschlands Freundschaften zu den südamerikanischen Staaten haben. Als erster Politiker erklärte das Mitglied des Außenausschusses des Repräsentantenhauses, Hamilton Fish, daß er des Führers Auffassung, wonach die Vereinigten Staaten kein Recht hatten, sich in Deutschlands Wirtschaftsbeziehungen zu den mtttel- und südamerikanischen Staaten einzumischen, 1 n jeder Beziehung teile. Deutschland befinde sich vollkommen im Recht, wenn es Handel treibe, mit wem es wolle. Wenn die Vereinigten Staaten die deutsche Propaganda in Südamerika als unangenehm empfänden, stünde es ihnen frei, ebenfalls Propaganda zu betreiben, anstatt die Kriegstrommel zu rühren. Die gegenroärtige Regierung habe abs. London, 31. Januar. Ministerpräsident Chamberlain äußerte sich im Unterhaus noch während der Fragezeit zu der großen Rede des Führers. Er erklärte: „Ich begrüße die Stellen in der Hitler- Rede, die seinen Wunsch nach gegenseitigem Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern betreffen. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, die Gefühle zu erwidern. Sie werden in vollem Umfange von der Regierung und von der Bevölkerung dieses Landes g e t e i lt. Ich bin froh, feststellen zu können, daß kürzlich Besprechungen über verschiedene industrielle Angelegenheiten zwischen Vertretern der Industrien beider Staaten stattgefunden haben.- Chamberlain beschränkte sich dann in seiner Erklärung vor dem Unterhaus über seinen Besuch in Rom unter Berufung auf den zwanglosen und vertraulichen Charakter seiner Besprechungen auf die Wiedergabe des allgemeinen Eindrucks. Er erklärte, „Musiollni machte an erster und hervorragender Stelle klar, daß die Politik Italiens eine Politik des Friedens ist, und daß er freudig feinen Einfluß zugunsten des Friedens einsetzen würde, wenn sich die Notwendigkeit hierzu zu irgendeiner Zeit ergeben sollte. Italien wünscht den Frieden von jedem Gesichtspunkt aus und nicht zuletzt im Interesse der allgemeinen Stabilität Europas." Chamberlain verwies darauf, daß Mussolini seine Bereitwilligkeit und seine Fähigkeit, zugunsten der Aufrechterhaltung des Friedens einzugreifen, im September 1 9 3 8 bewiesen habe. Mussolini habe ihm klargemacht, daß die Achse Berlin — Rom ein wesentlicher Punkt der italienischen Außenpolitik sei. Das bedeute aber nicht, daß es für Italien unmöglich wäre, freundschaftliche- Beziehungen mit Großbritannien und d en anderen Mächten zu unterhalten, wenn die Umstände günstig seien. Ebensowenig bedeute es, daß gute Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich unmöglich seien. Italien beabsichtige, loyal zu seinen Verpflichtungen aus dem englisch-italienischen Abkommen zu stehen. Ein bedeutsamer Schritt Die Kongoakte. Der Führer wies in seiner Rede vom 30. Januar darauf hin, daß Deutschland in der Vorkriegszeit als einziger Staat keine koloniale Armee unterhalten habe, im Vertrauen auf die von den Alliierten später gebrochenen Abmachungen der K 0 n g 0 a k t e. Die Kongoakte geht zurück auf die Kongo-Konferenz, die vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 in Berlin unter der /Leitung Bismarcks stattgefunden hat. An ihren Verhandlungen nahmen alle führenden Kolonialmächte teil. Der Kongo-Staat, über dessen Zukunft hier verhandelt wurde, ist die ureigenste Schöpfung des Königs Leopold II. von Belgien (1865 bis 1909). Der König hatte 1876 die Internationale Afrikanische Assoziation in Brüssel gegründet, mit der er unter dem Deckmantel wissenschaftlicher und philantropischer Bestrebungen rein imperialistische Ziele verfolgte. Nach der erfolgreichen Erforschung des Kongo-Gebietes durch den berühmten englischamerikanischen Afrikareisenden Stanley (1876 bis 1878), der weite Gebiete im Kongo-Becken durch Verträge mit den eingeborenen Häuptlingen für den König erworben hatte, gründete dieser die Assoziation Internationale du (Tonga 1882. Als nun Frankreich und das von England unterstützte Portugal ebenfalls in das Kongo-Gebiet einzudringen begannen, berief Bismarck im Einvernehmen mit Frankreich eine Konferenz aller in Afrika inter« effierten Mächte, um zu verhüten, daß die Aufteilung Afrikas unter die Kulturvölker zu schweren Zusammenstößen führte. Die damals beschlossene K 0 n g 0 a 11 e sah unbeschränkte Handelsfreiheit für alle Völker im ganzen Kongobecken vor und bestimmte in ihrem Artikel 11, „daß die in der interfoiToentionellen Freihandelszone liegenden Besitzungen der Signatarmächte neutralisiert werden sollen, wenn das betreffende Mutterland in einen Krieg verwickelt wird". Bei Ausbruch des Weltkrieges schlug nun die belgische Regierung am 7. August 1914 der französischen und der englischen Regierung vor, das gesamte Kongogebietsür neutral zu erklären. Während Frankreich dem zustimmte, lehnte England ab und eröffnete gleichzeitig die Feindseligkeiten in Afrika mit der Begründung, es gälte, Deutschland überall da zu treffen, wo es nur immer zu erreichen sei. Frankreich schloß sich nun diesem Vorgehen an. Deutschland, das von diesen Verhandlungen nichts wußte, schlug am 23. März 1915 durch Vermittlung der Vereinigten Staaten dir Neutralisation der afrikanischen Gebiete vor.' Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt. Durch die Uebertragung der Kriegshandlunqen auf die Kolonialgebiete Afrikas hat England bewußt gegen den Geist der Kongoakte und die ausdrücklichen Bestimmungen des Artikels 11 verstoßen. Baldwins Vermächtnis. London, 31. Jan. (Europapreß.) In einer Rede vor einer Frauenverfammlung in Worcester, in der der Freiwillige Hilfsdienst auf der Tagesordnung stand, machte Lord B a l d w i n , der frühere Ministerpräsident, die Eröffnung, daß die Diplomatie der persönlichen Fühlungnahme zwischen den europäischen Staatsmännern v 0 n i h m selber ausgegangen sei. Als er die Ministerpräsidentschaft niedergelegt habe, habe er feinem Nachfolger Chamberlain am Ende einer langen Unterredung diesen Vorschlag als Vermächtnis hinterlassen. Sie hätten diesen Gedanken durch Handschlag bekräftigt. Zur englischen Bereitschaft im Kriegsfall stellte Baldwin fest: „Es gibt in Teilen Europas zwei sehr gefährliche Illusionen über uns. Die eine lautet, daß wir uns vor einem Kriege fürchten, und die zweite, unser Volk würde niemals die Opfer bringen, die notwendig wären, um uns für den Kriegsfall zu organisieren." Beide Anschauungen seien üicht nur irrig, sondern auch gefährlich. Baldwin schloß seine Rede mit dem Hinweis, die Befürchtungen seien noch nicht vorüber. Daher dürfe kein Nachlassen der Ansttengungen eintreten. zur Durchführung dieses Abkommens fei am Vorabend des römischen Besuches durch den vorgesehenen Austausch militärischer Informationen eingeleitet worden. England habe sich daraufhin bereit erklärt, unverzüglich die Aussprache über die Berichtigung der Grenzen zwischen Jtalienisch-Ostafrika, dem Sudan und den angrenzenden britischen Gebieten zu eröffnen, wie sie im Osterabkommen in Aussicht genommen worden sei. Soweit die Grenzberichtigungen den Sudan beträfen, würde die ägyptische Regierung an den Verhandlungen teilnehmen. Chamberlain kam dann darauf zu sprechen, daß er und Lord halifar in Rom ihrem Bedauern über die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Italien und Frankreich Ausdruck verliehen hatten. Er habe sich jedoch überzeugen müssen, daß d i e spanische Frage das große hinder- n i s zwischen Frankreich und Italien darstelle. Verhandlungen zwischen den beiden Ländern könnten daher solange nicht zu Ergebnissen füh- ____ ______ _ // um Ausdruck. Auf feine Bemerkungen zweite Tank Francos ein eroberter sowjetrussi- fcher Tank sei? Die Nationalen hätten 1500 Flug» zeuge im Laufe des Bürgerkrieges abgeschossen. Sie alle seien nichtspanischer Herkunft gewesen. Dann verwies Croft auf die Tatsache, daß die ganze wehleidige und verlogene Agitation für Rotspanien von Moskau organisiert sei. Der Konservative S o u t h b y meinte, früher 7!eue Träger des Golden»» (phrenreicbens. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Anläßlich des 6. Jahrestages der Machtübernahme durch den National- sozialismus hat der Führer 233 Parteigenossen das Goldene Ehrenzeichen verliehen, darunter befinden sich: Axmann, Artur, Obergebietsführer: Börger, Willi, Ministerialdirektor: Christiansen Kor^eführer des NSFK; Daßler, Herbert, Präsident der Reichsstelle für Getreide: Decker, Dr. Wilhelm, Generalarbeitsführer: Faatz, Wilhelm, Gauamtsleiter und ehrenamtlicher Oberftarbeitsfüh- Deutfchland eine Verpflichtung zur Ueber- nahme dieser Schulden zwar nicht anerkenne, daß es indessen bereit sei, über die Schadloshaltung amerikanischer Gläubiger österreichischer Anleihen unter gewissen Modalitäten in Verhandlungen einzutreten. Die Berliner Botschaft der Vereinigten Staaten hat die grundsätzliche Rechtsauffassung der deutschen Regierung zwar nicht anerkannt, den deutschen Verhandlungsvorschlag aber angenommen und auch der Meinung Ausdruck gegeben, daß die amerikanischen Gläubiger mit einer Anpassung der Sätze des Anleihedienstes an die veränderten Verhältnisse ein-, verstanden sein würden. Der deutschen Regierung wird vorgeschlagen, die Verhandlungen hierüber mit den amerikanischen Gläubigern unmittelbar aufzunehmen. Die „Internationale Kameradschaft Touristik". Berlin, 31. Jan. (DNB.) Im Propagandaministerium wurde das Gründungsprotokoll der Internationalen Kameradschaft Touristik" (JKT.) e. V. von den Vertretern Deutschlands, Italiens und Japans unterzeichnet. Der Leiter des deutschen Fremdenverkehrs, Staatssekretär Esser, der japanische Dize-Eisenbahnminister, Kenjiro Kiyasu, und der Leiter des italienischen Fremdenverkehrs, Probo-Magrini, bilden das Ehrenpräsidium der „Internationalen Kameradschaft Touristik". Zu ihrem Präsidenten wurde Direktor Winter von der Reichsdahnzen- trale für den deutschen Reiseverkehr, zu Vizepräsidenten der Leiter des Fremdenverkehrsamtes im japanischen Eisenbahnministerium, Ministerialdirektor Den, und der Generalinspektor der Eni-t, Men- g o n i, ernannt. Andere Länder haben bereits ihr Interesse an diesem Zusammenschluß bekundet und werden ihm in absehbarer Zeit beitreten. Staatssekretär Esser wies daraufhin, daß die Männer, die an der Gestaltung des Fremdenverkehrs über die Ländergrenzen hinweg arbeiten, Brücken von Volk zu "Volk zu schlagen, daher unter sich freundschaftliche Beziehungen pltegen müssen. Da in dem Skal-Club politische Kräfte des Judentums und der Freimaurer wirksam geworden seien, habe Deutschland nicht weiter Mitglied dieses internationalen Verbandes bleiben können. Deutschland habe daher die internationale Kameradschaft gebildet und sei glücklich, daß sein Vorgehen in den befreundeten Staaten Italien und Japan Verständnis gefunden habe. Als Vertreter Italiens erklärte Direktor Men- g o n i, die faschistischen Behörden des Fremdenverkehrs hätten sehr gern der glücklichen Initiative Deutschlands zugestistmmt, eine Stätte der Kameradschaft des Fremdenverkehrs zu schaffen. Der Vertreter der japanischen Eisenbahn in Berlin. Dr. S h i k a m a , erklärte, Japan sei es eine große Freude, durch die „Internationale Kameradschaft Touristik" aufs engste mit dem deutschen und italienischen Fremdenverkehr verbunden zu sein. rer: Frank, Karl Hermann, stellvertr. Gauleiter: F a b r l c i u s , Dr. Hans, Reichsamtsleiter: G l e s - (er, Prof. Hermann, Generalbauinspekteur München: Globocnik, Odilo, Gauleiter: Goebbels, Konrad, Amtsleiter: Gohdes, Otto, Reichshauptamtsleiter: Gragger, Filbert, Leiter des Dolksbildunqsheims: Hagemeyer, Amtsleiter: Henlein, Konrad, Gauleiter: v. H e s s e n . Prinz Philipp, SA. - Obergruppenführer: Hcydrich, Reinhardt, ^-Gruppenführer: Hofer, Franz. Gauleiter: H u p f a u e r , Dr. Theodor, Reichsamtrleiter: Jürgensen. NSKK.-Oberarup- ReichsjugendführerAaldur v Schirach teilte mit, daß der Führer Obergebietsführer Axmann für seine Verdienste um den Reichsberuss- wettkampf das goldene Parteiabzeichen verliehen habe. Den Reichsberufswettkamps könne man geradezu als organisierten Dolksauistauo gegen die Bequemlichkeit bezeichnen. Der Spießbürger unterscheide sich vom nationalsoziattsti- schen Kämpfer dadurch, daß er die Bequemlichkeit, der andere die Beharrlichkeit zum Grundsatz seines Wirkens und Daseins gemacht habe. Der Reichsberufswettkampf sei zugleich einer der bedeutendsten A u s l e s e p r o z e s s e, die wir in unserem Volke besitzen. Hier kämen durch die Tüchtigkeit des Kopfes und der Hände, aber auch durch charakterliche Leistung junge Menschen aus allen Berufen in die Führung der deutschen Nation. Der Reichsjugendführer wies darauf hin, daß in bisherigen Berufswettkämpfen jeder zweite Gausieger der Sohn eines Arbeiters fei. 34 v. H. aller Sieger des Berufswettkampfes stammten aus Familien mit vier oder mehr Kindern, 52 v. H. der Gausieger seien in Familien ausgewachsen, die selbst keinerlei Mittel aufbringen können, um für die berufliche Fortbildung ihrer Kinder etwas zu tun. Sie alle hätten unter den schwierigsten Bedingungen sich aus eigener Kraft in die Spitzenklasse der beruflichen Leistungen unseres Volkes emporgearbeitet und würden jetzt von der Gemeinschaft gefördert Der Reichsjugendführer sprach dann über die G e s u n d h e i t s p f l i ch t. Die Parole des Jahres 1939 solle für alle kommenden Jahre ihres Lebens Geltung behalten. Die Jugend soll auf den Führer, aber auch auf Mussolini und Franco schauen, bte alle drei Nichtraucher seien und deren Werk mehr bedeute als eine „neue Rauchepoche". Wer mehr als ein Raucher in seinem Leben werden wolle, der solle auf diese Männer schauen. Hier fände er die wahren Ideale seiner Jugend. Was könnte man mit 2,5 Milliarden, die das deutsche Volk im meldet, hat die deutsche Regierung der Botschaft der Verein'gten Staaten über die Bedienung der ................. ... - . österreichischen Auslandsschulden mitgeteilt, daß > penführer; Jury, Dr. Hugo, Gauleiter; Kal Hafen in Katalonien. Landeinwärts wurde der bedeutsame Knotenpunkt Tordera erobert, der an der Straße von Barcelona nach Gerona, 33 Kilometer südlich von Gerona, in der Nähe der Provinzgrenze liegt. Ueberdies wurde das ganze Gebiet innerhalb des Dreiecks Blanes, Granollers und Arenys del Mar vom Feinde gesäubert und sämtliche Ortschaften, darunter auch Arenys del Munt, besetzt. Hierbei geriet eine rote Heeresabteilung in Gefangenschaft. Vier Panzerwagen, vier Tanks sowie 20 Maschinengewehre, die einer roten motorisierten MG.- Kompanie gehörten, wurden erbeutet. Wesentlich schwieriger ist das Vorgehen der i m Nord abschnitt kämpfenden Truppen. Außerordentlich schwieriges Gelände und anhaltende Regengüsse verzögern den Vormarsch. Doch gelang es, die Höhe Puig Rodos zu erobern, die die Stadt Bich beherrscht. An der Estremadura-Front und an der Front von Madrid gelang es, die nationalen Stellungen vorzuverlegen und eine Anzahl von Gefangenen zu machen. $ür eine wahre Volksgemeinschaft in Holland Ein Aufruf der Königin Wilhelmina. Amsterdam, 31. Jan. (Europapreß). In einer über alle niederländischen Sender verbreiteten Ansprache forderte die Königin ihr Volk erneut zur geistigen und moralischen Aufrüstung auf. Das Gebot der Stunde sei die Pflege des Gemeinschaftsgedankens, des nationalen Sinns und der nationalen Eintracht. Voraussetzung hierfür sei wiederum die Pflege einer neuen geistigen Haltung gegenüber der vielseitigen, ständig wachsenden Not sowohl materieller als auch geistiger Art. Diese Not komme sinnfällig in dem Schicksal der ' Arbeitslosen zum Ausdruck, für dessen Milderung unbedingt alle Kräfte des Volkes eingesetzt werden müßten. Die Stärkung des Gemeinfchaftsgedankens verlange auch die Hebung von Geduld und vorzugsweise gegenüber den vielfachen Beschränkungen der persönlichen Freiheit, die im Zuge des Wiederaufbaues der wahren Volksgemeinschaft in dieser Zeit unentbehrlich geworden seien. Um den zahlreichen, überall in der Welt sichtbar werdenden Verfallserscheinungen entgegenzutreten, sei für das niederländische Volk die freiwillige und aus eigener , Ueberzeugung kommende Zusammenarbeit innerhalb der Staatsgemeinschaft unerläßlich. t Die österreichischen Auslandsschulden . Berlin, 25. Jan. (DNB) Wie seinerzeit ge- Oer Reichsberufswettkampf hat begonnen. 3 6 M tonen schaffende Deutsche stehen im „volksawstand gegen die Bequemlichkeit Jahr für Tabak ausgebe, olles bewirken! Was könnte Hermann Göring dafür schaffen. -^as könnte es bedeuten, würden wir diese ungeheure Summe nicht gegen die Gesundheit, sondern für die Gesundheit unseres Volkes einsetzen. Wenn Die deutsche Jugend diesen Feldzug für die Lebenskraft, Gesundheit und Wehrhaftigkeit unseres Volkes, den der Führer wünsche, erfolgreich durchführe, dann könne sie mit Recht von sich sagen, daß sie des Fuy- B e r l i n, 31. Januar. (DNB.) Der Reichsberufswettkamps aller schaffenden Deutschen 1939 wurde mit einer großen Kundgebung imBer l i n e r Sportpalast in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, an ihrer Spitze der Reichsführer jj Himmler und Reichspostminister Ohnesorge sowie der Berliner Wettkampfleiter und von mehr als 15 00U Wettkampfteilnehmern, in der Hauptsache Angehörigen der Werkscharen, der HI. und des BDM., eröffnet Mit dem Lied der Hitler-Jugend „Auf hebt unsere Fahne in den frischen Morgenwind! zogen die Fahnen der HI. und der DAF. em. Die Spielschar der Reichsjugendführer und des Gebietes Berlin unter Leitung von Hauptbannführer Blumensaat gaben der Kundgebung mit Chor und Orchester den feierlichen Auftakt. Obergebietsführer Dxmam, erklärte dann: Zum diesjährigen Wettkampf haben sich 3'540 815 Teilnehmer freiwillig gemeldet, und zwar 2 432 188 Jugendliche und 1 108 627 Erwach- ene. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um nahezu 800 000 Teilnehmer. In diesem Jahre werden zum ersten Male auch Jugendliche der O st m a r k erfaßt, außerdem 6 3 OOOHandwerker. Allein in der Wettkampfgruppe Nähr st and beteiligen sich mehr als 400 000 Jugendliche. Zum ersten Male haben sich mit einer Teilnehmerzahl von 2500 auch Deutsche jenseits der Reichsgrenzen zur Idee des Reichsberufswettkampfes bekannt. Obergebietsführer Axmann verwies darauf, daß nach den Erfahrungen der bisherigen Wettkämpfe die Auslese in berufsfachlicher und charakterlicher Hinsicht absolut zuverlässig ist. Das Wort vom Genie, das sich selbst die Bahn breche, gelte nicht für die Vielzahl von Begabungen und Talenten, die nicht verwärts gekommen wären. Doch hätten DAF. und HI. über den Reichsberufswettkampf die materiellen Fesseln ihres Aufstieges gesprengt. Beförderungen im Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wirkung vom 1. Februar 1939 befördert: Im Heer: Zu Generalmajoren: die Obersten Schmid-Dankward, Wetzel, Auleb; zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Kühl (Georg); zu Obersten: die Oberstleutnante von As-muth, von Bismarck, Muhl, von Geyso, von Randow, Medern, Herrmann (Paul), Wolff; zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte Dr. Smend, Dr. Stahrn, Dr. Schrode. In der Luftwaffe: Zum General der Flieger den charakterisierten General der Flieger von Witzendorff; zu Generalmajoren: die Obersten Steude- mann, Heilbrunner, von Arnauld de la Perriere, Putzier, Triendl; zu Obersten: die Oberstleutnante von Chaulin-Egersberg, Dipl.-Jng. Burchard, Dr. Dr. Dipl.-Jng. Seidel, Eibenstein, von Axtheim, Hempel, Heydenreich, Dietrich, Negenborn, Kern, Dr. Roos. In der Kriegsmarine: Zu Kapitänen zur See: die Fregattenkapitäne Rüge, Führer der Minensuchboote, Henning vom Oberkommando der Wehrmacht, Müller (Erich) vom Oberkommando der Kriegsmarine; zum Flottenarzt: den Geschwaderarzt Dr. Greul, Chefarzt des Marinelazarettes Cuxhaven. Titelverleihungen zum 30. Zanuar. Berlin, 30. Januar. (DNB.) Der F ü h r e r hat mit Erlaß vom heutigen Tage eine Reihe namhafter Männer der Wisfenfchaft durch Verleihung des Titels „Professor" ausgezeichnet, und zwar wurde dieser Titel u. a. verliehen: dem Direktor des Tuberkulose-Krankenhauses Dr. med. Herrn. Brunning in Hohenkrug bei Stettin, dem Hochschullehrer an der Chilenischen Staatsuniversität Dr. Johs. Brüggen in Santiago de Chile, dem Gruppenleiter der Forschungsabteilung des Heereswaffen- omtes Oberregierungsrat Dr. Wolfram Eschenbach in Berlin-Wilmersdorf, dem Astronomen Phil. Fauth in Grünwald bei München, dem Direktor und Inhaber des Chemischen Laboratoriums Dr. Remigius Fresenius in Wiesbaden, dem Direktor der Staatsbibliothek Dr. phil. Heinrich K n i tter- meyer in Bremen, dem Direktor des Städtischen Chemischen Hntersuchungsamtes Dr. Walter Petri in Koblenz, dem Bruckenbaureferenten bei der Direktion der Reichsautobahnen Geh. Baurat Ministerialrat Dr.-Jng. Gottwald Schaper in Berlin- Lichterfelde. Ferner verlieh der Führer den Titel „Baurat" dem Architekten Alois D e g a n o in Gmund am Tegernsee und dem Regierungsbaumeister a. D. Oskar Ha- bild in Berlin-Zehlendorf. Der Titel ustizrat" wurde vom Führer u. a. folgenden Rechtsanwälten und Notaren verliehen: Dr. Rüdiger Graf von der Goltz in Berlin-Zehlendorf, Professor Dr. Friedrich Grimm in Berlin- Dahlem. Dr. M-irimilian Leuchs-Mack in Front furt a. M., Dr. Erich P u n g s in Düsseldorf und Dr. Hugo R e i ch a r d in Frankfurt a. M. nalen Schimpfereien ein Ende zu setzen, bevor es zu spät sei. Abg. Sandman (Konservativ) sagte, er wisse nicht, warum die Presse verzerrte Nachrichten über Spanien bringe. Im Gebiet Francos herr- che völlige Ruhe, während man genau wisse, wie viele Unschuldige von der sogenannten „spani- chen Regierung" m Massen hingeschlachtet worden seien. „Ihr" — so rief er der Opposition zu — „sprecht von einer Revolution in Spanien! Ich aber nenne das Ordnung schaffen!" Unter- taatssekretär Butler beschloß im Namen der Regierung die Aussprache. Oer nationale Vormarsch auf Gerona. Barcelona, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Vormarsch an der Katalonien-Front geht besonders im K ü st e n a b s ch n i t t in stürmischem Tempo weiter. Die Kolonnen des Generals Yague stießen an der Küstenstraße über Malgrat hinaus, überschritten den Vado-Fluß und besetzten den wichtigen Küstenort Blanes, der 68 Kilometer von Barcelona entfernt ist und bereits in der Provinz Gerona liegt. Damit haben also auch die Truppen des Generals Pague die Provinz Gerona erreicht. Der Ort Blanes besitzt 5000 Einwohner und ist ein bekannter Fischereihafen. Die Roten errichteten hier eine wichtige Kriegsmaterialfabrik. Nach dem Fall von Blanes bleibt den Roten nur noch Palamos als einziger größerer pa In eine neue Krise zu stürzen. Es schien mir, daß in der Rede viele Absätze waren, die die Notwendigkeit des Friedens für Deutschland sowohl wie für die anderen Länder andeuten." Alte Länder hätten, so fuhr Chamberlain fort, ihre inneren Probleme wirtschaftlicher ober finanzieller Art, wie z. V. die Frage der Arbeitslosigkeit. Rian könnte der Idee nicht unsympathisch gegenüberstehen, wonach die Staatsmänner der verschiedenen Länder sich eine Zeit- lang derVerbesserungderLebensbe- bingungen ihrer eigenen Völker widmen sollen. Nach seiner Ueberzeugung habe es keinen Zweck, in Unterhaltungen über eine allgemeine Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zur Befriedigung von Wünschen und Beseitigung von Beschwerden einzutreten, wenn nicht die Atmosphäre günstig sei und wenn nicht die Teilnehmer überzeugt seien, daß alle, die um den Tisch säßen, eine friedliche Lösuna wünschten und keine Hintergedanken hätten. Nach einer langen Periode der Ungewißheit und der Sorge in Europa sei das Vertrauen nicht leicht und schnell wieder herzustellen. Er gab dann dem Wunsche nach tätigen Beweisen für den Friedenswillen der europäischen Völker Ausdruck, ehe man an endgültige Reae'ungen herantreten könnte. Dabei erwähnte der Ministerpräsident, wenn nicht die Abrüstung, so doch eine Begrenzung der R Ü - st u n g e n. „Wenn einmal jene Zeit kommt, wo wir in anderen Ländern einen Geist finden können, der unserem eigenen entspricht, dann weiß ich, daß wir bereit sein würden, unseren Beitrag zur allge- meinen Befriedung Europas zu leisten." Die Rede Chamberlains wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Im Anschluß an die Ausführungen Chamberlains trat das Unterhaus in die Aussprache ein. Der Liberale Sir Archibald Sinclair brachte aufs neue ein Mißtrauen gegenüber den Absichten der autoritären Staaten und der Außenpolitik Cham- ren, als nicht ber spanische Bürgerkrieg beendet sei. INussolini habe aber betont, daß nach Beendigung des Krieges Italien von Spanien nichts 3 u fordern habe, und Graf Ciano habe Lord Halifax die bereits früher gegebene Zusicherung bekräftigt, wonach Italien keine territorialen Ansprüche auf irgendeinen Teil spanischen Gebietes erhebe. TNussolini habe die Auffassung ausgedrückt, daß dem General Franco sofort die Rechte kriegführender zugebilligt werden sollten. Er habe aber zugleich seine Bereitwilligkeit erklärt, sich an den im Richteinmischungsausschuh angenommenen britischen Plan zu halten. Hinsichtlich der G a r a n t i e f ü r d i e T s ch e ch o- Slowakei habe Mussolini angedeutet, er sei im Prinzip bereit, den Gedanken einer Garantie der tschechischen Grenze gegen einen unprovozierten Angriff anzunehmen. Er halte es aber für notwendig, vorher drei Fragen zu klären, nämlich die innere Verfassung der Tschecho-Slowakei, ihre Neutralisierung und die Festsetzung ihrer Grenzen. Schließlich wurde in Rom auch die A b r Ü st u n g besprochen. Mussolini begünstige, so führte Chamberlain aus, ein Vorgehen auf dem Wege der qualitativen Begrenzung, sobald geeignete Vorbedingungen für eine solche Aussprache gegeben seien. Es sei vereinbart worden, daß Rom und London in dieser Frage in Fühlung blieben. Nach der Erklärung des Ministerpräsidenten trat das Unterhaus in die Aussprache über die spanische Frage ein. Der Vorsitzende der Arbeiterfraktion, Attlee, wiederholte im wesentlichen die in zahlreichen Entschließungen und Reden der Opposition während der letzten Wochen gegen die Spanienpolitik der englischen Regierung gerichteten Angriffe, mußte aber zugeben, daß zu Gunsten Sowjetspaniens eine „Einmischung" statt- qefunden hat. Er versuchte jedoch, diese als geringfügig hinzustellen und wiederholte die Forderung nach Aufhebung des Waffenausfuhr- Verbotes nach Sowjetspanien. Ministerpräsident Chamberlain erhob sich sofort, von Beifall begrüßt, um zu antworten. Die englische Regierung beteilige sich nach Kräften an der Hilfeleistung für die Flüchtlinge. Es seien Bemühungen im Gange, die Zivilbevölkerung in Katalonien in einem Gebiet außerhalb der Kampfzone zusammenzuziehen. Die englische Regierung sei nach rote vor von der Richtigkeit der Nichteinmtschungs- politik überzeugt. Sie glaube nicht, daß die Lage in Spanien den Frieden Europas bedrohe, dieser Friede wäre aber gefährdet worden, wenn man die Nichteinrnischungspölitik aufgegeben hätte. Chamberlain wandte sich in scharfem Wortwechsel mit Attlee gegen dessen Versuch, die Glaubwürdigkeit von Erklärungen des Führers und des Duce in Frage zu ziehen, und gegen Behauptungen der Opposition, daß die Beziehungen Englands zu Frankreich geschwächtworden seien. Chamberlain erklärte: „Unsere Beziehungen mit Frankreich sind vielleicht enger und intimer, als sie je in unserer Erinnerung gewesen sind, und sie sind fest begründet auf einem gegenseitigen Vertrauen, das um ein vielfaches verstärkt worden ist. Wir beide (England und Frankreich) können nicht nur mit Ruhe, sondern mit Ge- nungtuung auf die Freundschaften blicken, die der andere abschließt. Wir sahen mit der größten Befriedigung den Abschluß der Erklärungen zwischen Deutschland und Frankreich." Chamberlain bezeichnete dann die Rede des Führers als ein weiteres Beispiel für die übertriebenen Befürchtungen und falschen Prophezeiungen in einem Teile der Presse. Es sei eine lange Rede gewesen, die viele Punkte berührt und ein so weites Feld betroffen habe, daß es ihm noch nicht möglich gewesen sei, jeden einzelnen Sah sorgfältig tu prüfen. Das aber könne er sagen: „Ich erl' chr entschieden den Eindruck, daß es nid Rede eines TNannes war, der sich darauf v ceitet, Euro- berfains zum Ausdruck. Auf feine Bemerkungen über die Lage in Spanien erteilte ihm der konfer- vattve Abgeordnete Sir Henry Cr o, ft sofort die gebührende Abfuhr. Wer habe denn die ersten Tanks nach Spanien geschickt? — so fragte er Sinclair. Wisse Sinclair denn nicht, daß jeder tenbrunner, Dr. Ernst, ^-Gruppenführer; Klausner, Hubert, Gauleiter; Koch, Emil, Richter am Obersten Parteigericht: Kraus, NSKK.- Obergruppenführer; Krüger, Friedrich Wilhelm, ^-Obergruppenführer; Kutschern, Franz, stcllvertt. Gauleiter: Loeffelholz von Cölbe r g, Generalarbeitsführer: L u d i n , Hans, SA.- Obergruppenführer; Luyken, Max, SA.-Obergruppenführer: Offermann, NSKK.-Obergruppenführer; Oppermann, NSKK.-Gruppenfuh- rer- Paul, Else, Stellvertreterin der Reichsfrauenführerin; v. Preußen, Prinz August Wilhelm, SA.-Obergruppenführer; Reisch le, Dr. Hermann, Reichshauptstellenleiter; Seydel, NSKK.-Obergruppensührer; Seyß-Jnquart, Reichsstatthalter; Sünder mann, Helmut; Dr. Scheel, Gustav-Adolf, Leiter des NS.-Studenten- bundes; Sch mauser, Heinrich, ^-Obergruppenführer; von Schorlemer, Wilhelm, SA.-Obergruppenführer: Stang, Dr., Amtsleiter; Stuk- f art, Dr. Wilhelm, Staatssekretär; Uiberrei- ther, Dr. Siegfried, Gauleiter; Volkmann, Dr. Ernst, Richter am Obersten Parteigericht; zu Waldeck und Pyrmont, Erbprinz Josias, ^-Gruppenführer; Wolff, Karl, ^-Gruppenführer und Chef des persönlichen Stabes RFSS.; Wulff, Ernst, Referent im Hauptamt für Volkswohlfahrt; Schwebet, Kreisleiter. rers wert fei. He'chsorganisationsleiier Or. Ley sagte, wir hätten die Aufgaben, daran zu arbeiten, nicht nur jedem Deutschen einen Arbeitsplatz zu geben, sondern ihm darüber hinaus den Arbeitsplatz zuzuweisen, derfeinenKräftenundFähig^ k e i t e n a m m e i st e n e n t s p r i ch t. Die gewaltige Produktionssteigerung in den letzten sechs Jahren sei nicht das Ergebnis der Technik allein, auch nicht das Ergebnis irgendwelcher Wirtschaftsführer oder Bankiers sondern die Frucht unserer Weltanschauung, unseres Glaubens, unseres Willens und unseres Könnens. Wenn der Führer in seiner Reichstagsrede die Zuversicht auf eine lange Friedensperiode ausgesprochen habe, so glaube er, daß der Kampf um die deutsche Freiheit bereits von dem deutschen Arbeiter in der Fabrik gewonnen worden ist. Das deutsche Volk gleiche dem Bergsteiger, der eine steile, jäh aufsteigende Felswand zu erklimmen sucht. Große Männer und stolze Taten künden von diesem ewigen Kampf. Immer stürzte unser Volk von mühsam errungener Höhe in den Abgrund. Nun hat es wieder diesen Weg zur Höhe angetreten, und vor UNS marschiert einer, den wir den Größten aller Deutschen nennen. Er bahnt uns den Weg in die Zukunft, und wie eine einzige Schicksals- gemeinschaft, gleichsam angeseilt, folgen wir ihm bedingungslos und treu. Nun gibt es kein Zu ruck mehr und keine Kompromisse! Diesmal, so schloß Dr. Ley unter tosendem Beifall, werden wir es schaffen! oder später werde England doch die Zukunft der früheren deutschen Kolonien erörtern müssen. Mussolini und Hitler hätten erklärt, daß sie den Frieden wünschen. Er bitte daher die Mitglieder aller Parteien, den internatio-i zu In Berlin, 31. Jan. (DNB.) Auf der Wintertagung des Reichsnährstandes anläßlich der „Grünen, Woche 1939" sagte der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer Behrens: Infolge des qc-1 wattigen Aufschwunges der deutschen Wirtschaft i hatten. Oer Seist der Wehrhaftigkeit muß stets wachgehalten werden. Dresden, 31.Jan. (DRB.) Der Oberbefehls- Geheimrat Golther ist ein hervorragender Vertreter der germanistischen Wissenschaft. Seine Arbeiten befassen sich vor allem mit altdeutscher Literatur, deutscher Heldensage und deutschem Götterglauben, mit dem Nibelungenliede und dem Schaffen Richard Wagners. Sehr bekannt wurde auch die Sammlung „Deutsche Liederdichter" (Bartsch-Gol- ther). — Professor Zahn hat zahlreiche bedeutende Arbeiten zur Statistik und Sozialpolitik geliefert, die ich u. a. mit dem Kinde in der Statistik, mit Säuglingsfürsorge, Geburtenrückgang und Familienpoli» tik beschäftigen. bare Lyrik bekannt geworden, trat aber auch als Dramatiker und mit Essaysammlungen an die Oeffentlichkeit. Die Gaelhemedaille für die Professoren Wolfgang Golther und Friedrich Zahn. Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Geheimen Hofrat Dr. Wolfgang Golther in R o st o ck und dem Präsidenten des Bayerischen Statistischen Landesamts und Honorarprofessor an der Universität München, Dr. Friedrich Zahn in München in Anerkennung ihrer Verdienste um die deutsche Wissenschaft die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Aus aller Wett. Hinrichtung eines Landesverräters. Berlin, 1. Februar. (DRV. Funkspruch.) Die 3u st lzpresse stelle beimVolksgerichtS' h o f teilt mit: Der am 18. November 1938 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Heinrich Schäffner aus Gie - ; e n ist am Wittwochmorgen h i n g e r i ch t e t worden. Schäffner war um einer drohenden Bestrafung zu entgehen, ins Ausland geflüchtet. Dort ist er in den Nachrichtendienst einer remdenWachteingetreken. In dessen Auftrag hat Schäffner Ausspähungsreisen nach Deutschland unternommen. Für den schimpflichen Verrat an seinem Vaterland hat ihn jetzt die verdiente Strafe erreicht. Brieftaubenzüchterkongreß in Bad Godesberg. Die Delegierten der 14 Nationen, die an der Zweiten Internationalen Brieftaubenausstellung in Köln teilgenommen hatten, begaben sich nach Bad Godesberg zum Internationalen Brief« taubenzüchterkongreß. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten des Internationalen Komitees, Henri Martens (Brüssel), wies der Referent für Brieftaubenhaltung beim Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei im Neichsinnenmini- sterium, Dr. W e i s m a n t e l, auf den großen Er- olg der Kölner Ausstellung hin. Es folgten dann die fachlichen Beratungen. Präsident Martens sprach die Hoffnung aus, daß die Festigung der Freundschaft unter den europäischen Brieftaubenzüchtern das dauernde Ergebnis dieser Tagung sein möge. Gauwirlschaflsberater Staalsrat Eberhardt tödlich verunglückt. Die Partei und die thüringische Landesregierung haben einen schweren, Verlust zu beklagen. Gauwirtschaftsberater Staatsrat E b e r h a r d t ist bei einem Kraftwagenunfall tödlich verunglückt. Der Verschiedene war Vorsitzender des Verwaltungsrates der Wilhelm-Gustloff-Stiftung und der Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke G. m. b. H. Er stammt aus Halle, wo er 1890 geboren wurde. 1933 wurde er Mitarbeiter des thüringischen Ministerpräsidenten. Im folgenden Jahr erhielt er eine Berufung nach Berlin. Gleichzeitig wurde er Gauwirtschaftsberater. 1936 wurde er als Staatsrat Mitglied der thüringischen Regierung. Vier Eifenbahnräuber verhaftet. Der R a u b ü b e r f a l l, der am 27. Januar in Halle auf den Postwagen eines Eilgüterzuges verübt wurde, hat rasch seine Aufklärung gefunden. Der Polizei ist es dank der Mitarbeit der Bevölkerung gelungen, vier der Täter zu verhaften. Es handelt sich um Burschen im Alter vqn 26 bis 27 Jahren. Der fünfte, ein aus Steinhude bei Hannover stammender Heinrich Edel hoff, ist noch flüchtig. Die Verhafteten haben sich bereits in den nächsten Tagen vor dem Halleschen Sondergericht zu verantworten. Hierl, Reichssportführer von Tschammer und Osten, die Staatssekretäre Pfundtner und Stuckart. Nach Abschluß der organisatorischen Aenderungen in der Re ich s k u l t u r k a m m e r ist üun auch Reichskulturwalter M o r a l l e r ausgeschieden. Er ist für eine anderweitige Verwendung im Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vorgesehen. — Reichsminister Dr. Goebbels hat zum Hauptgeschäftsführer der Reichskulturkammer den bisherigen Leiter des Reichspropagandaamtes Hamburg, Pg. Erich Schmidt, bestellt. * Abgeordneter F a rinacci wendet sich im „Regime Fascista" gegen die Italienerinnen, die mit Vorliebe Pariser Modelle tragen. Man müsse sich wohl merken, daß Frankreich von allen Italienern in jeder Hinsicht ignoriert werden müsse, es sei denn, um es zu bekämpfen. Wer nicht aus mehr als gerechtfertigten Gründen nach Frankreich reise, müsse erbarmungslos an den Pranger gestellt werden. arum noch Gegelschulschiffe? Oie seemännische Ausbildung in der deutschen Kriegsmarine Haber des Heeres, Generaloberst von B r auch i t s ch , besichtigte die Truppenteile des Standortes Dresden auf dem Alaumplatz, wobei er an die Truppen eine Ansprache richtete. Die Aufgabe der deutschen Soldaten sei, die Ehre, die Freiheit und den Lebensraum des deutschen Volkes zu schützen und zu sichern. Der Führer habe erneut erklärt, daß das Deutsche Reich mit allen seinen Nachbarn in Frieden leben will. Indes könne es das nur, wenn es über eine sta.rke Macht verfüge. Das deutsche Heer solle das beste Heer der Welt sein, und der deutsche Soldat der b e st e Soldat der Welt. So sei es notwendig, den Geist der Wehrhaftigkeit über die aktive Dienstzeithinaus stets wach zuhalten. Mit dieser Aufgabe habe der Führer nunmehr die SA. und das NSKK. betraut. Damit sei das Heer mit der SA. und dem NSKK. und durch diese mit der Partei noch kameradschaftlicher und enger verbunden. Kleine politische Nachrichten. Zum 6. Jahrestag der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus überreichte der Trupp III der Marine-SA. (AO.) dem Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, eine schlichte Gedenktafel, auf der die Namen der acht Blutzeugen der AO. verewigt sind. Vorjahr um rund 16 o. H. gestiegen ist und 52 000 beträgt. — Diese Ziffern, die der Bericht der Reichsanstalt für das vergangene Jahr geliefert hat, sind inzwischen noch weiter gestiegen. Besonders die Landwirtschaft braucht weitere Kräfte, wie die soeben mit Italien und Ungarn abgeschlossenen Verträge beweisen. Anderseits werden viele Ostmärker und Sudetendeutsche, die 1937/38 noch als „Ausländer" in der Statistik erschienen sind, nun als mungen schwerster Art entgegengestellt. Der Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande ei zu einer fast unüberwindlichen Schwierigkeit geworden. Der deutsche Bauer dürfe aber nicht mutlos die Flinte ins Korn werfen, sondern er müsse Ausschau hatten nach Mitteln und Wegen, um auch diese Schwierigkeiten zu überwinden. Aus diesem Grunde sei die Möglichkeit zur Arbeitsentlastung im Bauernbetrieb durch den Einsatz der Technik in den Mittelpunkt dieser Tagung gestellt worden. Da es in den meisten Fällen den Bauern aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sei, die notwendigen und wünschenswerten Maschinen zur Arbeitsentlastung anzuschaffen, bleibe nur der Weg der gemeinschaftlichen Anschaffung dieser Geräte übrig. Die Hauptlast im Betriebe ruhe auf den Schultern der Bäuerin, auch hier gelte es, nach Mitteln und Wegen zur Arbeitsentlastung Ausschau Der irisch-englische Dichter William Butler P e a t ist im Akter von 73 Jahren g e st o r b e n. Er war 1865 in Sandymount bei Dublin geboren. Von Blake, Shelley und Maeterlinck beeinflußt, begründete er die sog. Irische Renaissancebewegung, welche das irische Keltentum erneuern und seine kulturellen Werte der englisch sprechenden Welt vermitteln wollte. Zcat, der 1923 mit dem Nobelp'eise ausgezeichnet wie wichttg die Aufgabe ist, die unsere Segelschulschiffe zu erfüllen haben. Sie stellen die beste Schule für den späteren Vorgesetzten dar, auf ihnen wachsen die Seeoffiziere heran, denen später, wenn sie einmal Kriegsschiffe führen, das Leben von Hunderten, ja auf einem Schlachtschiff von über tausend Seeleuten anvertraut ist. . Unsere Kriegsmarine besitzt zur Zeit drei Segel s ch u l s ch i f f e, die alle erst in den letzten Jahren vom Stapel gelaufen find. Sie tragen die Namen deutscher Helden, die für ihr Vaterland im Krieg und in den Jahren danach ihr Leben gelassen haben. Das erste Segelschulschiff „G o r ch F o ck" hält die Erinnerung wach an den Dichter der Seefahrt, der in der Schlacht vor dem Ska- gerak als Freiwilliger auf dem kleinen Kreuzer „Wiesbaden" den Heldentod starb. „Horst Wes- s e l" lautet der Name des zweiten Segelschulschiffes. Der Sturmführer der SA., der Student und Arbeiter in einer Person, in der kommunistischen Hochburg der Reichshauptstadt bisher verhetzte Volksgenossen um die Fahne Adolf Hitlers scharte, ist zum Inbegriff nationalsozialistischen Kämpfergeistes überhaupt geworden. Das dritte Segelschülschiff schließlich trägt den Namen eines deutschen Soldaten und Offiziers, der, als der Weltkrieg zu Ende war, im Balttkum, in Oberschlesien und im Ruhrgebiet weiter kämpfte für sein Volk, bis er von den Franzosen in der Golzheimer Heide erschossen wurde: „Albert Leo Sch läge ter". Sein Opfertod machte damals Zehntausende von deutschen Menschen sehend und gab mit den Anstoß zur weiteren Erstarkung der deutschen Freiheitsbewegung. Wie ist nun der Dienst auf einem Segelschulschiff? Aus dem Gefügten geht bereits hervor, daß die Ansprüche, die an jeden einzelnen gestellt werden, nicht gering sind und daß der junge Seemann aus diesem Schiff Mit den Elementen des fee« männischen Lebens vertraut gemacht wird. Es liegt naturgemäß auf der Hand, daß die Tage auf See lang, die Hafenaufenthalte dagegen kurz bemessen sind. Wenn eine gewisse Zeit verstrichen fft, dann tritt das Segelschulschiff seine e r st e Auslandsreise mit der neuen Mannschaft an. Gerade auf diese Fahrten, die oft in fernste Länder führen, wird von der Führung der Kriegsmarine ganz besonderer Wert gelegt, weil so die beste Gelegenheit gegeben wird, sich ein eigenes Urteil zu bilden über frembe Länder und Völker und sie mit den gewohnten Verhältnissen der Heimat zu vergleichen. Don besonderer Bedeutung sind diese Auslandsreisen auch noch für die Stärkung des deutschen Auschens in der Welt. Immer wieder können wir von neuem die Feststellung machen, daß die deutschen Seeoffiziere und Matrosen, die von Bord ihres Schulschiffs an Land gehen, um eine fremde Stadt zu besichtigen oder einer der an sie ergangenen Einladung Folge zu leisten, ob ihres geschlossenen und disziplinierten Auftretens und ihrer tadellosen Haltung schnell im Mittelpunkt des Allgemeininteresses stehen. Jeder deutsche Seemann weiß, daß er als Vertreter seines Volkes im Ausland aufklärend zu wirken hat und daß von feinem Auftreten Rückschlüsse auf das ganze Völk gezogen werden, das er mit zu repräsentieren hat. So sind diese Auslandsreisen unserer Segelschulschiffe besonders dazu angetan, Deutschland in der Welt neue Freunde zu schaffen und bisher bestehende falsche Urteile, die durch die Lügenhetze der internationalen jüdischen Presse hervorgerufen wor- . den waren, zu revidieren. der Hauswirtschaft, in der Textilwirtschaft und in der Bekleidungsindustrie handelt es sich zumeist um ausländische Kräfte. Ausfallend ist, daß auch die Zahl der ausländischen Angestellten gegenüber dem Vorjahr um rund 16 d. f Gerade jetzt, da der Wiederaufbau unserer Kriegsmarine außerordentliche Fortschritte macht, legt sich mancher die Frage vor, warum unsere Kriegsmarine überhaupt noch Segelschulschiffe benötigt. Man kann öfter den Standpunkt vertreten hören, daß seemännische Tradition ja gewiß etwas sehr chönes fei und daß man es nur begrüßen könne, wenn die Erinnerung an die glorreichen Waffentaten unserer alten Marine wachgehalten würden, aber ob es nun wirklich erforderlich sei, diese Schul- chiffe, die doch keinerlei Gefechtswert besäßen, weiter im Dienst zu belassen, das ist eine Frage, auf die oft eine verneinende Antwort gegeben wird. Es ist durchaus nicht lediglich die Wahrung der Tradition, die die leitenden Männer der Kriegs- marine veranlaßt hat, die Segelschulfchiffe nicht nur beizubehalten, sondern sogar neue zu bauen, vielmehr sind es reine Zweckmäßigkeitserwägungen, die den Anlaß dazu gaben, unseren Schulschiffen ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Gerade angesichts des Wiederaufbaues un= erer Kriegsmarine ist die Ausbildung und Schulung >es Nachwuchses, der später einmal verantwortliche Posten einnehmen soll, von vordringlicher^ Wichtigkeit. Und diese Ausbildung kann in ihren Grundzügen nirgends besser und gewissenhafter erfolgen als auf einem Segelschulschiff, weil hier der zukünftige Seemann überhaupt erst einmal mit den Grundbegriffen des seemännischen Lebens vertraut gemacht wird, weil er hier zum ersten Mal lernt, was es heißt, mit Wind, Wetter und See ferttgzuwerden. Auf einem Kreuzer sind die selbstverständlichen handwerksmäßigen Grundlagen des Seemannsberufes genau f o wichtig wie auf dem Segelfahrzeug. Für das Erlernen dieser Grundbegriffe des Seemannslebens ist aber auf einem modernen Kriegsschiff keine Zeit mehr, denn hier ist die gefechtsmäßige Ausbildung der Mannschaft die wichtigste Aufgabe, hinter der alles andere zurücktritt. Auf dem Segelschulschi ff wird der junge Seemann am besten für seine künftige Stellung als Vorgesetzter erzogen, hier wird ihm der erste Begriff vom Bordleben überhaupt vermittelt. Er lernt, was es heißt, auf dem engen Raum eines Schiffes auf die bisher gewohnten häuslichen Bequemlichkeiten verzichten, er kann hier beweisen, ob er ein guter Kamerad ist, er kann zeigen, ob er der charakterlichen Bewährungsprobe, die gerade auf einem Segelfchul- schiff die höchsten Anforderungen an einen jeden einzelnen stellt, vollauf gewachsen ist. Es gehört schon eine Portion Mut dazu, bei schlechtem Wetter und rollendem Schiff in die Takelage zu gehen und die Segel festzumachen. Wer hier, im Anfang, versagt, der ist nicht geeignet, später auf einem Kriegsschiff, ganz gleich, ob es sich um ein U-Boot, einen Zerstörer oder Kreuzer handelt, eine leitende und verantwortliche Stellung einzunehmen. Die Erfahrung hat jedoch erfreulicherweise gezeigt, daß die Fälle, da die jungen Menschen den an sie gestellten Ansprüchen nicht gerecht werden, zu den ganz großen Ausnahmen gehören. Wenn die erste innere Scheu überwunden ist und der zukünftige Seeoffizier mit seinem Schiff aufs engste verbunden ist, wenn er bis zum letzten davon durchdrungen ist, daß alle die vielen Kleinigkeiten, auf die er zuerst manchmal nicht schlecht geflucht hat, wirklich notwendig sind, bann bildet sich rasch jene feste und unzerstörbare Kameradschaft, die gerade auf einem Schiff, auf dem jeder auf den nächsten angewiesen ist, so vorbildliche Formen annimmt. Aus diesen Ueberlegungen ist bereits ersichtlich. Oas Ermächtigungsgesetz. Am 30. Januar hat der Reichstag beschlossen, das Ermächtigungsgesetz bis zum 10. Mai 1943 zu verlängern. Aus der kurzen Begründung des Fraktionssührers und Reichsinnenministers Dr. Frick geht hervor, daß diese Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes eine Parallelhandlung zu der inzwischen gesetzlich bestimmten Verlängerung der Wahlperiode des gegenwärtigen Reichstages darstellt. Diese Wahlperiode ist bis zum 30. Januar 1943 erstreckt worden. Und da der nächste Reichstag nicht sofort nach Erlöschen der Mandate im gegenwärtigen Reichstag zusammentreten kann, so ist eben ein etwas längerer Termin — nämlich der 10. Mai 1943 — für die Gültigkeit des Ermächtigungsgesetzes beschlossen worden. Was ist nun das Ermächtigungsgesetz? Das jeweils immer befristete Ermächtigungsgesetz, das eigentlich „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" heißt, wurde von dem am 5. März 1933 gewählten Reichstag kurz nach dem „Tag von Potsdam" angenommen. Aus der damaligen Führerrede zu seiner Begründung zitteren wir nur den Satz: „Es ist aber die Pflicht einer überlegenen Staatsführung, die geistige und willensmäßige Einheit der Führung dep Nation und damit des Reichsgedankens an sich über jeden Zweifel zu erheben." Das Gesetz bestimmt, daß Reichsgesetze außer dem in der Reichsversassung vorgesehenen Verfahren auch durch die Reichsregierung beschlossen werden können. Die von der Reichsregierung als solcher beschlossenen Gesetze können auch von der Reichs- verfassüng ab weiche n. Dieses Ermächtigungsgesetz wurde dann durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 ergänzt, das der Reichstag auf Grund der Volksabstimmung und der Neichstagswahl vom 12. November 1933 beschlossen hat. Das Neuaufbau- Gesetz bestimmt, daß die Volksvertretungen der Länder aufgehoben werden, die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich über« gehen, die Landesregierungen der Reichsregierung, die Reichsstatthalter dem Reich smini- ster des Inneren unterstehen und daß die Reichsregierung neues Verfaffungs ° recht fetzen kann. Ausländische Arbeiter in Deutschland. Der wirtschaftliche Aufstieg in Deutschland hat nicht nur zur Ueberminbung der Arbeitslosigkeit geführt, sondern auch ein Ansteigen der Zahl ausländischer Arbeitskräfte im Gefolge gehabt. Unsere Devisenwirtschaft bringt es mit sich, daß ausländische Arbeiter nicht wahllos hereinkommen können, sondern daß dieser Zuwachs auf Grund vertragsmäßiger Regelungen der deutschen Wirtschaft zugeführt wird. Daß dabei die Rücksichten auf den A r» deitseinsatz in der Landwirtschaft vor- -angestellt wurden, versteht sich von selbst. So stieg die Zahl ausländischer Landarbeiter feit 1936/37 um rund 87 v. H. und erreichte im Jahre 1937/38 die Ziffer von 121 000. Wenn man bedenkt, daß in früheren Jahren guter Konjunktur die drei- bis vierfache Zahl fremder Landarbeiter in Deutschland tätig waren, so ist dieser Zuwachs noch nicht einmal übermäßig groß. Industrielle ausländische Arbeiter wuroen im Jahre 1937/38 207 000 gezählt, rund 26 v. H. mehr als im Vorjahre. Sie waren in der Hauptsache beschäftigt in der Eisen- imd Metallindustrie (25 000), im Baugewerbe (21 000), im Bergbau (19 000), im Spinnstoffgewerbe (17 000), in Steinbrüchen (11 000), im Verkehrsgewerbe (11000) und im Bekleidungsgewerbe (ebenfalls 11 000). In der Gruppe häusliche Dienste wurden 30 700 ausländische Personen gezählt. In Wetterbericht Die über Mitteleuropa bestehende Nordostströ- mung hat den Ausläufer eines schweren Störungsgebiets über Mitteldeutschland nach West vordringen lassen und damit wieder zu Bewölkungszunahme geführt. Da im ganzen aber Hochdruckanstieg weiter bestimmend bleibt, wird sich wieder zeitweise Aufheiterung durchsetzen. Vorhersage für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, trocken, leichter Frost, westliche Winde. Vorhersage für Freitag: Fortdauer des leichten Frostwetters mit veränderlicher Bewölkung. Lufttemperaturen am 31. Januar: mittags 2,5 Grad Celsius, abends —2 Grad; am 1. Februar: morgens —4,3 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini« mum heute nacht —4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Januar: abends 2,3 Grad; am 1. Februar: morgens 1,6 Grad. — Sonnenscheindauer 7,1 Stunden. Vogelsberg (Hoherodskopf): Bewölkt, — 9 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Rhön (Wasserkuppe): Nebel, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Pulverschnee, Schi und Rode! sehr gut. Sauerland (Winterberg): Bedeckt, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 18 cm, Rauhreifschnee, Schi und Rodel gut. Schwarzwald (Feldberg): Heiter,—4 Grad, Gesamtschneehöhe 100 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder.-' Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigenTeittErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 rSML. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung des Films „Das unsterbliche Herz". Anwesenheit des Gauleiters Streicher Reichsdeutsche gezählt werden können. Vom Lande zugezogen. Der Bauer, der vor 500 Jahren mit seinem getreidebeladenen Wagen zum Markt in die Stadt kam, etwa nach dem alten Berlin oder nach Frankfurt a. M., würde, wenn ihm jemand die Entwicklung dieser Städte vorausahnend geschildert hätte, nur ungläubig den Kopf geschüttelt haben. Wie hätte er auch glauben können, daß aus den etwa 9000 Einwohnern, die Frankfurt im 14. Jahrhundert zählte, nach fünf Jahrhunderten über 550 000 werden sollten. Dabei aber ha gerade das Landvolk diese Entwicklung er ermöglicht. Schon die im 14. und 15. Jahrhundert nach Frankfurt Zugezoaenen stammen zu zwei Dritteln vom Lande. Aehnliche Beispiele bieten auch andere Städte und andere Zeiten. Eine 1907 in Berlin getroffene Feststellung führte zu dem Ergebnis, daß von 1,9 Millionen Einwohnern nur 812 000 inBerlin geboren waren, 1,1 Millionen aber außerhalb Berlins. Heute ist nur jeder dritte Berliner in Berlin geboren. Diese Beispiele erweisen, daß die Städte nur deshalb in diesem Ausmaß wachsen konnten, weil das Bauerntum stets der Blutsquell des Volkes gewesen ist, aus dem auch alle biologischen Verluste immer wieder ergänzt worden sind. Ganz besonders deullich trat diese Erscheinung in den letzten 60 Jahren hervor, in denen sich der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Menschen sehr erheblich, von zwei auf ein Drittel der Gesamtbevölkerung, verminderte. Die „Grüne Woche" zeigt in ihren Darstellungen nicht nur diese Entwicklung und die besonders in den letzten Jahren ständig gestiegene Landflucht, sondern auch ihre Folgen, die uns alle treffen. Nur wenn diese Erkenntnisse Allgemeingut werden, wird jeder Verständnis zeigen für die Maßnahmen, die hier Abhilfe schaffen sollen und wird auch an seinem Platz selbst an einer Änderung mitschafsen. Arbritsenttastung durch Einsatz der Technik in der Landwirtschast. fand in Nürnberg die Welturaufführung des Tobis- Filmes „Das ün st erbliche Herz" statt. Mit Absicht war Nürnberg zum Start dieses Filmes gewählt worden, der einem großen Sohne der Stadt, Peter Henlein, dem Erfinder der pendel- losen Uhr, ein Denkmal setzt. Harlan hat dem Film das Drama feines Vaters, Walter Harlan, „Das Nürnbergisch Ei", zugrunde gelegt. Er schildert das tragische Schicksal des Meisters Henlein, der dem Seefahrer Martin Behaim einen von Gewicht und Pendel unabhängigen Zeitmesser schaffen will. Um diese Erfindung zu vollenden, schlägt er das Wagnis einer vielleicht fein Leben rettenden Operation aus. Als er das Werk vollbracht hat, hört fein Herz auf zu schlagen. Das unsterbliche Herz aber, die Taschenuhr, schlägt weiter in alle Ewigkeit. Das große Thema hat eine würdige Darstellung gefunden. Mit Heinrich George als Peter Henlein, Kristina Soederbaum, Paul Henckels, Paul Wegener und Michael Bohnen hatten das herrliche Orchester der Berliner Philharmoniker, die Regensburger Domspatzen und Bruno Mondi an der Kamera Anteil an dem schönen Erfolg. Der irische Dichter D. V. Deal f. In den Kroll-Festsälen versammelte sich die G e - folgschaftdes Reichsmini st eriums des Inneren zu einem Kameradschastsabend. Man sah Vertreter der Polizei, des Reichsarbeitsdienstes, des Reichssportamtes, der Reichsstelle für Sippenforschung und der Technischen Nothilfe, neben dem Minister, den Beamten und Offizieren auch die Angestellten, Boten und Putzfrauen. Mit Dr. Frick waren u. a. erschienen Reichsführer Himmler, rvamgen Aufschwunges Der Deutschen AriNschasr. ^-Obergruppenführer Heydrich, der Chef der Ord hätten sich der Erzeugungsschlacht immer mehr Hem-1 nungspolizei General Daluege, Reichsarbettssuhrer 1 wurde, tft vor allem durch seine volkstümlich fang Aus der engeren Heimat. Kleinkind in Abwesenheit der Mutter erstickt. LPD. Marburg, 31. Jan. Im nahegelegenen Dorfe Bauerbach fiel ein Kleinkind, während die Mutter die Wohnung für kurze Zeit ver- lasfen hatte, aus seinem Kinderwagen. Dabei klemmte sich der Hals des Kindes unglücklicherweise in die Lehne eines neben dem Kinderwagen stehenden Stuhles, so daß das Kind den Erftlckungs- t o d fand. Als die Mutter zurückkehrte, mußte sie zu ihrem Schrecken den Tod des Kindes feftstellen. Landkreis Gießen wg. Großen-Bufeck, 1. Febr. Am morgigen Donnerstag, 2. Februar, kann der Landwirt und Hausmetzger Balthasar Stephan, Bismarckstraße, in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen.) Lich, 30. Jan. Unter starker Beteiligung hielt am Samstagabend die Sängervereinigung „Cäcili a" bei Jakob Eise ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach dem Gedenken der im verflossenen Jahre verstorbenen Sangesbrüder erstattete Vereinsführer Karl Lotz Bericht über das abgelaufene Jahr, das an die Sängervereinigung große Anforderungen stellte. Es seien hierbei nur hervor- gehoben das Rundfunksingen im März, die 100= Jahrfeier an Pfingsten, die Teilnahme an der 75» Jahrfeier des Gesangvereins „Eintracht" Steinbach, der Besuch des Gausängerfestes, die Mitwirkung an der 75-Jahrfeier der „Liedertafel". Marburg und das Sängertreffen im September in Lich mit der Sängervereinigung Rüdesheim und Johannisberg. Auch im laufenden Jahr wird die Vereinstätigkeit wieder sehr rege sein. Der Verein wird am Leistungssingen teilnehmen, an Pfingsten folgt eine Sängerfahrt nach Westfalen, im Sommer werden wahrscheinlich Frankfurter und Offenbacher Sänger zu Besuch sein und im November gibt der Chor wieder ein größeres Konzert. Die Kasse zeigte einen günstigen Stand. Dem Rechner O. Wahl konnte Entlastung erteilt werden. An Ehrungen wurden vorgenommen: Frz. Taboschat und Herm. Lemmer wurden für 40. bzw. 25jährige Sängertätigkeit ausgezeichnet. Für fleißigen Singstundenbesuch wurden mit der Ehrennadel bedacht: K Will (zum 6. Mal), Fr Häuser, Joh. Dietrich, A. Wiedemann, Fr. Lechens (alle zum 4 Mal), H. Uhrhan, Gg. Schnabel, E. Schmidt und K. Hofmann (alle zum 1. Mal). Vereinsführer Karl Lotz, der fein Amt schon seit 1925 ausübt, wurde auch für die nächsten drei Jahre einstimmig wiedergewählt. Zum Schluß gab der Vereinsführer noch bekannt, daß die Sängervereinigung im März in Verbindung mit der Partei ein großes WHW.-Konzert geben wird G b e r ft a b t, 30. Jan. Die hiesige NS.-K r i e- gerkameradfchaft hielt einen Appell ab. Kamerad Weh rum gab einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Kameradschaft im vergangenen Jahre. Er wies besonders erneut darauf hin, daß nun auch die jungen Kameraden in die Kriegerkameradschaft ausgenommen werden sollen. Auf dem hiesigen Schießstand wurde das Bundeswettschießen dürchgeführt, an dem sich 20 Kameraden, darunter zwei über 60 Jahre alt, beteiligten. Kassenwart Fischer gab den Kassenbericht, der einen lieber» schuß aufwies. — Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Gasthaus „Zum deutschen Haus" ihre Jahreshauptversammlung ab. Wehrführer A. Felsing begrüßte die Kameraden, insbesondere Bürgermeister Rühl. Kassenwart G ö r - l a ch gab Aufschluß über die Geldverhältnisse der Wehr. Die Kasse wies einen Ueberschuß auf. Anschließend erstattete der Wehrführer den Tätigkeitsbericht, aus dem hervorging, daß die pflichtgemäßen Hebungen, auch ein Nachtalarm mit Brandangriff, durchgeführt wurden und völlig zufriedenstellend verliefen. Beim Brand in Dorf-Gill mußte die Wehr mit vierstündiger Tätigkeit eingreifen. 3 Obbornhofen, 30. Januar. Der hiesige Turn- und Schützenverein hielt bei Gastwirt Hensel seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Hahn hieß die Kameraden willkommen. Vereinsführer E. Groß erstattete den Kassenbericht, der in Ordnung befunden wurde. — Die Sammlung aus Anlaß des „Tages der deutschen Polizei" erbrachte in unserem Orte den Betrag von 45 Mark. <> Holzheim, 30. Jan. In der Gastwirtschaft Sames fand dieser Tage eine Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Ortsbauernführer Heinrich Kuhl II. hieß die Teilnehmer willkommen. Landwirtschaftsassessor Dr. Becker vom Landwirtschaftsamt Gießen sprach über die vielseitigen Aufgaben der Landwirtschaft, gab die Parole des Reichs- ckährstandes für 1939 bekannt, zeigte an Hand eines Filmes, wie die landwirtschaftliche Erzeugung auch weiterhin gesteigert werden kann. Fräulein Strackmann (Gießen) sprach anschließend über die Arbeit der deutschen Hausfrau und zeigte an Hand eines Filmes mancherlei praktische Vorschläge zur Arbeitserleichterung. In der Aussprache gab Dr. Becker noch Aufschluß über die Anbaufähigkeit verschiedener Kartoffelsorten. — Die H I. - Gefolgschaft 2 3/116 veranstaltete im Saal der Gastwirtschaft Sames einen Dorfgemeinschaftsabend. Im Mittelpunkt der Veranchstaltung stand die Aufführung einiger kleiner Spiele und unterhaltsamer Szenen. Die zahlreichen Besucher erlebten dabei viel Freude. — Die Sammlung zum „Tag der deutschen Polizei" erbrachte in unserem Ort den Betrag von 88 Mark. O Oueckborn, 31. Jan. Der Milchfuhrmann Ludwig Scheid kam dieser Tage unweit der Neumühle so unglücklich zu Fall, daß er mit einem Bein unter das Fuhrwerk geriet. Der herbeigermene Arzt stellte einen Knöchelbruch fest. Der Verunglückte wurde in das Laubacher Krankenhaus gebracht. — Der hiesige M a n d o l i n e n k l u b hielt aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens einen Familienabend ab, der durch musikalische und gesangliche Darbietungen der Mitglieder ausgestaltet wurde. + Grün berg, 1. Febr. Am Samstag fand in der Turnhalle eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der ehemaligen Schüler der Landwirtschaftsschule Grünberg statt. Der Nachmittag diente neben der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten auch der fachlichen Weiterbildung. So wurden zwei Filme vorgeführt „Warum Stapelmist" und „Möglichkeiten zur Schließung der Fettlücke", bei denen der Leiter der Schule, Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st, die Erläuterungen gab. Der Abend vereinte dann die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft mit den jetzigen Schülern und Schülerinnen und ihren Angehörigen zu einem frohen Beisammensein. Verschiedene Ansprachen, gesangliche und turnerische Darbietungen, sowie Volkstänze der Schüler und Schülerinnen, die Ausführung einer oberhessischen „Spinnstube", deren Text Dr. Hardt, Lehrer an der Landwirtschaftsschule, verfaßt hatte, und auch einige heitere Mundartgedichte bildeten ein reichhaltiges und abwechselungsreiches Programm der gut besuchten Veranstaltung. △ Laubach, 31. Jan. Im Rathaussaale sprach vor der hiesigen Ortsbauernschaft Dr. Hardt von der Landwirtschaftsschule Grünberg über die Aufgaben der Landwirtschaft in der Erzeugungsschlacht, wobei auch Filme über „die Erzeugung und Behandlung des wirtschaftseigenen Kraftfutters" und „Wie erleichtere ich mir bei dem großen Landarbeitermangel meine Arbeit in Haus und Landwirtschaft?" gezeigt wurden. Im Anschluß an den lehrreichen Vortrag fand eine rege Aussprache statt. Zum Schlüsse gab noch ein weiterer Film Einblick in die Reichsnährstandsschauen München und Leipzig. — Im „Schützenhof" gab im Rahmen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" das D a r m st ä d t e r V o l k s t h e a t e r em gut- besuchtes Gastspiel. Am Nachmittag fand eine Kindervorstellung statt, in der das Märchenspiel „Rumpelstilzchen" ober „Schneewittchen^ gegeben wurde, dem die Klemen und Kleinsten aufmerksam folgten. In der Abendvorstellung gelangte der Schwank „Schwarzarbeiter" von Emmerich Neuß zur Aufführung, der von den dankbaren Zuhörern mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Einen weiteren Theaterabend hat die Leitung der Hessischen Hei- matspkele in Aussicht gestellt. — In der „Traube" hielt Dr. Hahn vom Pflanzenschutzamt Gießen einen Vortrag über , die Bekämpfung des Kartoffelkäfers". Die anschließenden Filmvorführungen ergänzten den lehrreichen Vortrag. Der Redner gab bekannt, daß für Laubach eine Motorfüllvumve und einige Handfüllpumpen vorgesehen sind, die alljährlich zum zweimaligen Spritzen der Kartoffelfelder benötigt werden. Raubmord in Eschborn. Der Täler geflüchtet. LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Am Mon- tag, 30. Januar, gegen 17 Uhr wurde die 56-jäh- rige Witwe Minna Kirchner, geb. Roth, in ihrer Wohnung in Eschborn im Taunus, Götzenstraße 2, ermordet aufgefunden. Die Tat wurde mit einem Hammer ausgeführt. Die gesamte Wohnung war durchwühlt. Dem Raubmörder sind mehrere hundert Mark in die Hände gefallen. Als Täter kommt der am 29. Juli 1912 in Wiesbaden geborene Albert Dörr in Frage. Dorr kam am 11 September 1938 zu dem Bäckermeister Hill dem Schwiegersohn der Witwe Kirchner, nach Eschborn in Arbeit. Beim Austragen des Brotes ergaben sich in letzter Zeit Fehlbeträge. Der Meister nimmt an, daß Dörr das Geld unter- schlagen hat. Dörr sollte am Montagnachmittag zusammen mit seinem Meister, der bereits vorauf gefahren war, Brot austragen. Er kam jedoch nicht nach, sondern benutzte die Gelegenheit des Allemfeins mit der alten Frau zu der schrecklichen Tat. Dörr hat Eschborn gegen 17 Uhr zu Fuß ttt Richtung Frankfurt a. M.-Höchst verlassen. Beschreibung des Täters: Etwa 1,60 Meter groß, dunkelblond, bekleidet mit grauem Hut, grünem Sportrock mit gelben Streifen,. braune Halbschuhe, blauen Schal mit roten Streifen. Er trägt keinen Mantel. Besonderes Merkrnla: vorderer Goldzahn. Statt Karten. im 87. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 1. Februar 1939. NORDSEE-: 717D 0492 Am 28. Januar rief Gott meinen lieben Mann Carl Leib, Lehrer i. R. im Alter von 76 Jahren zu sich in die ewige Heimat Luise Leib, geb. Reuter. Gießen (Am Nahrungsberg 53), den 31. Januar 1939. 658 D Heinrich Roß Stadtbauoberinspektor i. R. Gießen (Wemerwall 61), Darmstadt, den 31. Januar 1939. 04/9 Ruf 2486. 4O?A Vogtsche Piwat-Handelsschule Gießen, Goe!hestr.32 Stadtthe^er Die Einäscherung fand ebenso wie die heute erfolgte Beisetzung der Urne auf dem Alten Friedhof im Sinne des Verstorbenen in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Familie Koni Roß Familie Hugo Frees. Heute haben wir unseren lieben Vater, Schwiegervater und Großvater Die Beisetzung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt zur letzten Ruhe begleitet Für die uns erwiesene Teilnahme innigen Dank, Gescnansdrucksacher Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr.7 Dauermieter (2 Personen) sucht zum 1.März oderl.April 1939 2-3-Zimni.-Wohn. mit oder ohne Garage. Schriftliche Angebote imt. 0504 an den Gießener Anzeiger erbet. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, fließen. Goethestraße 32, Am 29. Januar verschied sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Geheimer Forstrat Wenn das so weitergeht! Aberdas muß ja nicht sein! Nehmen Sie regelmäßig eines meiner vorzüglichen Haarwässer. Sie kosten nicht viel und geben Ihnen ein gesundes Haar. Birkenwasser Brennessel wasser Portugal- Haarwasser Flaschen je RM. 1.20. Diese Eigen-Herstellungen gibt es nur bei Ihrem Fachdrogisten sggoA Eduard Traut wein Oberforstmeister i. R. Tüchtige junge Krafi zur Stütze des Chefs für Büroarbeiten eines mittl. Detailgefchähs gesucht. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen erbet, unt. 707D a. d.Gieß. Anz. EiD-n.halbiaiirige Handels- iarbVlaWOl kür Schüler mit iGblifllQdßCd Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekunda oder Mittel- schulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schul geld RM. 19.-, keine Neben gebühren Drogerie Kreuzplatz 10 Kabliau Tf ohne Kopf. .^500 g Agrippa L, die mehrere Male verheiratet war und zuletzt, nach der Eroberung von Jerusalem im Jahre 70, als Geliebte des Kaisers Titus, am römischen Hofe lebte. Dieser historisch erkennbare Tatbestand ist bei Racine aller profanen Mißdeutung eytrückt und in die reine Gefühlssphäre erhoben worden, in der für ihn die tragische Dichtung ausschließlich gedeihen konnte. Die Königin Berenize steht zwischen zwei Männern, die gleicherweise ihr Herz an sie verloren haben und sie zur Gemahlin begehren: eben Titus, der lange um den Tod seines Vaters Vespasian getrauert hat, und dem König Antiochus von Kommagene. Berenize ihrerseits liebt* Titus, ihn' allein, und nicht etwa um der kaiserlichen Würde willen, die ihr durch eine Heirc^ zufallen müßte. Antiochus verschwendet Haß und Eifersucht an feinen Freund und Waffengefährten Titus, denn Berenize würde nie einem ungeliebten Manne angehören wollen. Titus roreberum, vor ejne klare Entscheiduizg gestellt, wagt nicht, der sehr unmißverständlichen Stimme feines Herzens zu folgen: er muß wählen zwischen Berenize und dem Reich. Rom wünscht keine fremde Gemahlin für feinen Kaiser; das Volk murrt, und offene Auflehnung droht; das Beispiel des großen Cäsar, der ohne Kleopatra ans Aegypten heimkehrte, wird wie eine Warnung beschworen — und Titus entscheidet sich für Rom, für das Imperium für die Tradition — gegen. Berenize, die unter diesem Treuhruch fast zusammenbricht, sich in der ersten Raserei des Schmerzes den Tod geben will und dann, ein Bild gefaßter Entsagung, Rom für immer verläßt, zugleich mit Antiochus, der auch nach dem Verzicht feines Rivalen ohne alle Hoffnung auf die Er- hörung feiner Liebe vorn kaiserlichen Hose scheidet. So vollzieht sich der Ablauf der Tragödie wesentlich im Wechselspiel der drei Figuren, und der Konflikt, der sich aus den sich kreuzenden Beziehungen zwischen den dreien eraibt, entwickelt sich mit einer geradezu regelhaften Präzision. Die Losung des Konfliktes im Sinne der Staatsbejahung zuungunsten persönlicher Neigung ist übrigens vermutlich auch, bewußt oder unterbewußt, von der herrschenden absolutistischen Staatsidee des französischen 17. Jahrhunderts nütbeftimmt. Dem ebenso zart wie unauflöslich gesponnenen Netz seelischer Wechselbeüehun- gen als dem inneren Fundament des .Handlungsablaufes entspricht die architektonische Klarheit im Aufbau der fünf Akte und, mit den Worten des Uebersetzers, „der regelmäßige Wellenschlag des Alexandriners". * Das Stück erschien als Uraufführung, im Versmaße des Originals übertragen von Rudolf Alexander Schroder. Damit ist, wie uns scheint, die bedeutende Leistung des Uebersetzers bereits ge= kenn-üchnct: nur in dieser für das Urbild charakteristischen Einkleidung konnte ein Begriff von der klassischen Form der französischen Tragödie vermittelt werden. Theoretisch wäre zwar auch eine uns gefühlsmäßig näherliegende Metrik möglich gewesen; Schröder hat bewußt und mit guten künstlerischen Gründen darauf- verzichtet, weil er eine Nachdichtung, nicht eine Neusck-öpfung aus deutschem Geiste beabsichtigte. So ergab sich die Notwendigkeit, den Alexandriner zu übernehmen, der die Silben zählt, — währen!) das deutsche Versmaß die Silben zu wägen pflegt. Wer sich den Unterschied klar macht, wird die Schwierigkeiten und die Leistung des Uebersetzers zu würdigen vermögen Die Aufführung, vom Intendanten Hermann Schultze-Griesheim in Szene gesetzt, führte die mit Lope de Vegas Schauspiel „Das Weib des Andern" begonnene Reihe „Unbekannte Dramen der Weltliteratur" fort und verwirklichte' in würdiger und überzeugender Weife das früher aufgestellte Programm öe's dichterischen Theaters. Die Inszenieruna hatte herausgearbeitet, was Rudolf Alexander Sckröder in einer Einführung an-- deiltet: diese „Berenize" ist em vollkommen sensa- tionslofes Schauspiel, ohne alle äußere Aktion oder äußerlich wirksame Dramatik, eine Tragödie vielmehr, die sich ohne Blutvergießen ganz' im Innern abspielt und ausgetragen wird allein im oeelem raume des liebenden, leidenden, überwiudei'den Herzens. Es wurde erkennbar die außerorbentliche Kunst Narines, welche in einem meisterlich ausgewogenen Auf und Ab von Zweifel Täuschung und Hoffnung Schritt für Schrick und Szene um Szene die Unentrinnbarfeit des Schicksals begreifen läßt, welche das Mechselfniel der Hauvtgestalten aleichsaw von allen Selten umstellt, die Unausweichlichkeit des echten Konfliktes auf der äußersten schmalen Grenze zwilchen Leben und Tod Es konnte kein Zweifel daran bestehen, daß eine Dichtung dieser Art, die ganz auf das von innen her bewegte Wort und die edel beseelte Gebärde gestellt ist, nur vom Sprachlichen aus szenisch zu erschließen war; kein Zweifel auch, daß hierin bas eigentliche Problem der Inszenierung beschlossen lag: dem Alexandriner, dem zwolfsilbigen reimenden Vers mit dem deutlichen Einschnitt der atemholen- den Pause in der Zeilenmitte, droht im Deutschen stets die Gefahr des gefälligen Leerlaufes, der rhetorisch hohlen Monotonie. An der Durcharbeitung der dialektischen Form war vor ollem die belebende, durchdringende, vertiefende Arbeit der Spielführung zu erkennen; der Vers wurde, ohne seines natür- lichen rhythmischen Flusses beraubt zu werden, der inneren Melodie seelischer Entwicklung angepaßt, gelockert, gegliedert und gleichsam durchblutet. Dem klanglichen Eindruck der Aufführung, die im vierten und fünften Akte, mit der unerbittlich sich vollziehenden Entscheidung, hinreißende Steigerungen erreichte, entsprach das gleichbleibende äußere Bild, das von Herrn Löffler mit spürbarem Gefühl für die antike Größe und Würde des Schauplatzes gestaltet war: das offene Viereck der Halle des kaiserlichen Palastes war von Säulen und Pila-. ftern umgrenzt; der Durchblick in den perfvektivisch verkürzten Hintergrund verstärkte die Bar-stellung räumlicher Tiefe und Weite in einem Bilde, dem belfer Marmorton. Lichtblau und pompejanifches Rot die farbigen Akzente gaben. — Giesela Vollert spielte die Berenize, in fließendem Gewände mit dunklem Haar eine anziehende Erscheinung, in der fürstliche Haltung und marines Gefühl eines liebenden, weiblichen Herzens sich die Waage hielten. Zwar steigert sich die Königin aus dem Gleichmaß der in sich ruhenden und ihrer selbst gewissen Empfindung gegen End" zu einem Aufruhr bitterster Enttäuschung, wilden Schmerzes und einer zum Tode bereiten Hack'nungs- lofigfeif; doch wurde diel-w so menschliche Ausbruch zuletzt in der edeln Fassung des stillen Verzichtes wieder aufgefangen und abklingend beruhigt. ♦ Die beiden Männer neben ihr standen äußerlich und innerlich in einem sinnvoll abgewogenen Kontrast zueinander. Herr von Gschmeidler als Titus war ein Liebender, den man elegisch nennen konnte, wenn nicht die Zartheit des Gest-hls von der Härte des Entschlusses überwältigt würde; ein sehr menschlicher Imperator, „in sein Kaisertum auf immerbar verbannt", sprachlich ganz ausgeglichen und beherrscht. Herr C o s s o v e l gab den Antiochus als Feld- Herrn des kaiserlichen Rom; seine dunkel aus- brechende Leidenschaft schien ihre heftigen Worte nur unwillig dem Gleichmaß' des Verses an.umaffen, und das glänzende Bckd der golbgerüfteten Fürsten wurde immer beschattet vom Bilde des zwischen Verzweifluna und trüqerifd) genährter Hoffnung hin und her gerissenen Menschen Die drei für das klassische Drama kennzeichn der Vertrauten wurden von H'ckde Kneip, ? Grondahl. und Hans S7b l i cf in oit ist je nach ner Haltung gegeben; Herr Schlick, Nähere Aus- Freund und Ratgeber Paulin, wuchs alsedebehörde. Verkünder des imperialen Gedankens eigene, seit 1929 ventionellen Umriß des Rollenfacheynhof 660 Meter hinaus. eine Fläche von * Einwohnern. Die Die Hörer dankten mit starkem, zagen ist uns nicht haltenden Beifall. Ham nicht erwog- Der Reichsberusswetikampf in Gießen hat begonnen. d) Scheerer, Professor Ludwig Schimpf und Theo- dor Schweisgut in Alsfeld; Fritz Lauckhardt und Professor D>'. Otto Weide m Butzbach: Professor Ferdinand Dreher. Anton Heinstadt, Wilhelm $)örr, Dr. Georg Kemmerer, Heinrich Kurz, Hugo Link. Fritz Mulch, Heinrich Müller. Ferdinand Wecker- ling und Dr. Wilhelm Weber in Friedberg; Adolf Ciotz, Wilhelm Fink, Georg Freitag, Robert Hahn, Dr. Christian Müller, Heinrich Schaaf, Dr. Robert Schaefer, Karl Schmidt und Dr. Otto Steiger, olle in Gießen; dem Gewerbelehrer Ludwig Rohrbach in Alsfeld; tim Zeichenoberlehrer Hermann Schäfer in Gießen; der Oberreallehrerin Martha Feder, den Reallehrerinnen Margarethe Hagemann. Hedwig Velke und der Handarbeitslehrerin Else Steinbach in Gießen; dem Justizasfisteitten Heinrich Kraft in Ortenberg, dem Verwaltungssekretär Karl Schunk in Butzbach und dem Oberwachtmeister Heinrich Langsdorf in Rockenberg. Giebenerpolizeimeldethervorragendes Sammelergebnis für das WHD. Für die Sammlung zum Besten des WHW. am „Tag der deutschen Polizei" waren der Polizei in Gießen 14 954 Abzeichen zum Verkauf übergeben worden, die restlos Absatz fanden. Da diese Menge aber noch nicht ausreichte, wurden auch noch andere Abzeichen ousgegeben. Daneben waren die verschiedenen Abteilungen der Polizei aber auch mit eigenen Spenden und mit Büchsensammlungen ohne Abzeichenausgabe eifrig am Werk. Insgesamt konnte die Gießener Polizei als Ergebnis ihres vorbildlichen und dankenswerten Einsatzes für das WHW. die Summe von 5 5 2 3,43 Mark der Kreisamtsleitung der NSV. übergeben. Davon entfallen auf die Beamten und Angestellten der Polizeidirektion Gießen insgesamt 3239,73, auf ff und Bahnschutz 688,59 Mark, auf die Feuerlöschpolizei 1039,74 Mark, auf die Technische Nothilfe 555,37 Mark. Wenn man die Sammelergebnisse aus der Stadt Gießen mit 5523,43 Mark und (wie gestern berichtet) aus dem Landkreis Gießen mit 8753,50 Mark zusammenrechnet, so kommt man für Stadt- und Landkreis Gießen zusammen auf die hervorragende Summe von 1 4 2 7 6,93 Mark als Erfolg des „Tages der deutschen Polizei". Die Gießener Hrouenschaff im Januar. Gfs. Die Arbeit der NS.-Frauenschaft nahm auch im Monat Januar ihren Gang. Die Pfundspende wurde wieder mit Erfolg eingeholt, Krankenessen wurden verteilt, Krankenbesuche zur Ermunterung und Hilfeleistung abgestattet. Wo es irgend nötig war, griff die Frauenschaft ein. Die allgemeinen Arbeitsabende brachten oft sehr erfreuliche Themen. In der Abt. Grenzland-Ausland der Ortsgruppe Süd sprach Prof. Dr. Sessous über die Ostmark, gesehen vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus. In derselben Abt. der Ortsgruppen Mitte und Nord gab Frau Hummel einen Bericht über das Wirken des Generals Ritter von Epp. In der Abt. Hilfsdienst wurde über die Kinderkrankheiten Scharlach uriö Diphtherie gesprochen. Der Gemeinschaftsabend der Ortsgruppe Nord brachte „allerlei Lehrreiches für Mütter und Mädels". Frau Hitz, die Abteilungs-Leiterin des Neichsmütterdienstes von Nord, sprach über das neue Eherecht und die Schlüsselgewalt der Frau. Ein von Frl. Watz, Abt. Hilfsdienst, ausgearbeitetes Referat handelte vom Spiel und der Beschäftigung größerer Kinder. Der Pemeinschastsabend der Ortsgruppe Mitte war besonders wertvoll durch die warmherzige, tiefgehende Werbung der stellv. Ortsfrauenschaftsleiterin zum Eintritt und zur Mitwerbung für das Deutsche Frauenwerk. Außen-, Innenpolitik und Wirtschaft wurden in kurzen Besprechungen behandelt. Von sämtlichen Abenden gingen die Frauen bereichert nach Hause. Darum steht nicht mehr beiseite: Tretet ein in das Deutsche Frauenwerk, helft aufbauen! Rückschau und Ausblick der,, Heiterkeit" Der Gesangverein „Heiterkeit" hielt am Samstag im Hotel Kobel seine ordentliche Generalversammlung ab, um Rückschau zu halten auf all die Ereignisse, die sich im abgelaufenen Jahre im Vereins- leben abgerollt haben. Heute morgen fanden sich die Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes, und zwar der Fachabteilung „Freie Berufe", als erste Gruppe zum Wettkampf ein. Es waren die Rechtsanwaltsund Notariatsgehilfen und -Lehrlinge, ferner die Techniker, technische Zeichner und V e.r m e s s u n g s t e ch n i k e r, die in den Räumen der Kaufmännischen Berufsschule (Liebigbau) zusammenkamen und nach einer kurzen gemeinsamen Feier an die Arbeit gingen. "Fach- abteilungsleiter Heydt begrüßte die Teilnehmer, die Lehrer und Fachmänner, die sich als Sachverständige für die Auswertung des Wettkampfes zur Verfügung stellten. Nachdem er ein Wort des Reichs- organlsationsleiters Dr. Ley wiedergegeben hatte, sprach Bannführer Rohrbach zu den Wettkampf- teilnehmern. Er stellte ihnen allen die Zeit vor Augen, in der der Jugend nicht die Möglichkeit gegeben war, eine reguläre Lehrzeit hinter sich zu bringen, da ber Jugend in den Zeiten der Systemregierung und des schwersten wirtschaftlichen Niederganges jede Klarheit und Zielstrebigkeit fehlte, die Jugend moralisch und wirtschaftlich in Not geriet und ohne Hoffnung in die Zukunft blicken mußte. Dieser kurzen Darstellung stellte der Bannführer die Gegenwart gegenüber und kennzeichnete die Lage, wie sie sich für die heutige Jugend ergibt, der alle Tore geöffnet und jeder Weg freigegeben sei zum Vorwärtskommen, wenn der einzelne nur den Willen dazu habe. Er betonte, daß dies alles aber auch die Jugend zur Leistung und zu Dank verpflichte. Darüber hinaus sei hie Jugend auch zur tadellosen Haltung verpflichtet, die nicht nur in der Uniform, sondern auch im zivilen Leben bewahrt werden müsse. Den Eltern und den Lehrherrn dürfe Das 3. Hess. Gausängerfest in Gießen und die Feier des 60jährigen Bestehens der „Heiterkeit" selbst standen im Mittelpunkt der Arbeit. Ganz selbstverständlich kam die Pflege eines harmonischen und freundschaftlichen Vereinslebens in einer gesteigerten Mitgliederstärke sichtbar zum Ausdruck, und die wirtschaftlichen Verhältnisse erwiesen sich durchaus in bester Ordnung, so daß der Vereinsführung Entlastung und Dank zugleich ausgesprochen wurde. Vereinsführer Adam Uhrhan wurde einstimmig wiedergewählt, der seinerseits seine bisherigen Mitarbeiter im Vorstand vollständig auch für bas neue Jahr wieder verpflichtete, und zwar zum 2. Ver- einssührer Oskar Brückmann, zum 1. Schriftführer Karl Feußer, zum 2. Schriftführer Karl Horst, zum Rechner Willi Rathenow und zu dessen Stellvertreter Jean Heß, zum Bibliothekar Wilhelm Magold und Vertreter Rudolf Gö- d i ck e. Beisitzer wurden die Sanqesbrüder Konrad Grau, Willi Feuerbach, Martin Herrlich und Willi Ude. ■ Als vornehmste Aufgabe im neuen Vereinsjahre wurde die Mitwirkung beim Singen für das WHW. 1938/39 erachtet. Das vom Sängergau XII diesjährig erstmals durchgeführte Leistungssingen wird auch die „Heiterkeit" Unter den teilnehmenden Vereinen sehen. In Fortsetzung einer alten Tradition wurde die Abhaltung eines Chorkonzertes im Herbst 1939 beschlossen, um bei dieser Gelegenheit die Pflege echten deutschen Volkstums einer größeren Öffentlichkeit in Vollendung zu vermitteln, eine Gepflogenheit, die sich großer Beliebtheit erfreut und im Laufe der Jahre zur ständigen Einrichtung geworden ist. ♦ ** SterbefäHe in Gießen. Es verstorben in Gießen: 14. Januar Felicitas Weidenbach, geb. Pekrun, ohne Beruf, 55 Jahre, Posener Strgße 13; 16. Januar Elise Wetz, geb. Heller, ohne Beruf, 68 Jahre, Seltersweg 31; Karl List, Büroangestellter, 33 Jahre, Neuen Bäue 33; 17. Januar Feldwebel Hans Georg Blume, 26 Jahre; 18. Januar Sophie Ohler, geb. Schröder, ohne Beruf, 84 Jahre, Alicenstraße 46; Emma Sohl, geb. Müller, ohne Beruf, 68 Jahre. Kaiserallee 10; 19. Januar Luise Schubert, geb. Jüngling, ohne Beruf, 62 Jahre, die Ehrfurcht nicht versagt werden. Nachdem Bann- sührer Rohrbach zum Einsatz der besten Leistung aufgefordert hatte, schloß er mit besten Wünschen zum Erfolg. Anschließend gab der Kreisbeauftragte für den Reichsberufswettkampf Bauer eine kurzgefaßte Flebersicht über die Forderungen, die der Wettkampf an den einzelnen stellt. Er wies auf die praktische und theoretische Leistung hin, die der Wettkampf verlange, kennzeichnete die Notwendigkeit des Einbaues der Leibesübung in den Wettkampf und nicht zuletzt sprach er von der Notwendigkeit der weltanschaulichen Prüfung, denn alle Leistung und aller körperlicher Einsatz im Svort bedeute nichts, wenn nicht beides im nationalsozialistischen Sinne geschehe. Mit einem Gruß an den Führer schloß die Feier. Die Wettkampfteilnehmer wurden sofort mit den Aufgaben versehen und machten sich an die praktische und theoretische Arbeit. Zu gleicher Zeit wurde auch im Fröbelsemi - nar der Reichsberufswettkampf der Kindergärtnerinnen und Kinderhortnerinnen in Angriff genommen. Im Auftrag des BDM. sprach die Kreisjugendtvalterin bei der Deutschen Arbeitsfront, Erna Mehler, über die große Bedeutung des Reichsberufswettkampfes und forderte die Wettbewerberinnen zum äußersten Einsatz auf. Dann wurde sofort mit den schriftlichen Arbeiten begonnen. Im Laufe des Tages merben auch noch die Werkarbeit, die sportlichen Hebungen und die hauswirtschaftlichen Aufgaben bestritten. In gleicher Weise wurde in der Abteilung „M u = s i k" mit einer Feier in der Aula des Gymnasiums die Arbeit eröffnet und aufgenommen. Goethestraße 44; 21. Januar Amalie Gertrude Rabich, geb. Möller, ohne Beruf, 63 Jahre, Friedrichstraße 15; Johann Mundweiler, Schneider, 75 Jahre, Katharinengasse 11; 22. Januar Adam Jakob, ohne Beruf, 87 Jahre, Katharinengasse 12; 23. Januar Hch. Schön, Schlossermeister, 62 Jahre, Neuenweg 15; 24. Januar Georg Bayer, Jnstituts- gehilfe i. R., 77 Jahre, Am Riegelpfad 58; Theodor Deuckel, ohne Bexuf, 68 Jahre, Schützenstraße 2; 26. Januar Lina Finck, geb. Weitzel ohne Beruf, 75 Jahre, Licher Straße 74; Heinrich Dietz, Heizer, 56 Jahre, Walltorstraße 24; 27. Januar Johannes Greb, Vorarbeiter, 68 Jahre, Kirchenplatz 21; Pauline Schmidt, geb. Enners, ohne Beruf, 54 Jahre, Licher Straße 13; 28. Januar Daniel Becker, Telegr.-Assistent i. R., 83 Jahre, Kaiser-Allee 27; Heinrich Roß, Bauoberinspektor i. R., 66 Jahre, Roonstraße 21; Karl Leib, Lehrer i. R., 75 Jahre, Am Nahrungsberg 53; 29. Januar Eduard Trautwein, Geh. Forstrat i. R., 86 Jahre, Jheringstr. 5; Else Otterbein, geb. Wagner, ohne Beruf, 49 Jahre, Ludwigstraße 52. ** Städtische Bücherei. Im Januar sind 2045 Bände ausgeliehen worden: Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 41, Gedichte und Dramen 29, Erzählercke Literatur 1268, Jugend- schristen 294. Länder- und Völkerkunde 113. Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 170, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 52, Heer- und Seewesen 26, Haus- und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 4, Staatswissenschaft 31, Sport 1, außerdeutsche Literatur in den Oriainalsprachen 3 Bände. Nach auswärts kamen 16 Bände. Vezirksschöffengenchl Gießen. Der L. Sch. aus Nieder-Florstadt hatte im Dezember 1938 dem Geschäftsführer und Propagandaleiter der dortigen Ortsgruppe der NSDAP, nachgesagt, dieser hätte im^Jahre 1937 anläßlich einer Hausschlachiung „Schlachtzeug" noch bei einem Juden gekauft. Der Angeklagte wurde trotz seiner Einlassung im Sinne der Anklage überführt. Er erhielt wegen übler Nachrede eine Geldstrafe von 9 0 Mark, ersatzweise 18 Tage Gefängnis. Nur seinem hohen Alter unb seiner seitherigen Unbe- straftheit hatte es der Angeklagte zu verdanken, daß nicht auf eine Freiheitsstrafe erkannt wurde. Der F. K. aus Gießen hatte sich in der gestrigen Sitzung wegen Urkundenfälschung usw. nerantmor* ten sollen. Er blieb aber unentschuldigt der Sitzung fern. Das Gericht erließ gegen ihn Haftbefehl. Große Strafkammer Gießen. Der H. I. aus Großen-Linden hatte sich gestern wegen falscher Anschuldigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu verantworten. Er hatte vor einiger Zeit einen Brief an die Staatsanwaltschaft Gießen gerichtet, in dem er den Bürgermeister von Großen-Linden einer strafbaren Handlung bezichtigte. Dieses Schreiben schickte er in Abschrift auch noch an andere Behörden. Die Beweisaufnahme ergab eindeutig, daß der Bürgermeister sich keiner Verfehlung schuldig gemacht hatte. Der Angeklagte erhielt eine Geldftrafe von 150 Mark. Dem Bürgermeister wurde außerdem die Bekanntmachungsbefugnis zugesprochen. Am 29. April fuhr der H. K. aus Wiefeck mit feinem mit Holz beladenen Fuhrwerk in der Nähe der Wellersburg. In gleicher Richtung fuhr mit ziemlich großer Geschwindigkeit ein aus Hamburg stammender Personenwagen. Als der Kraftwagen sich dem Fuhrwerk des Angeklagten bis auf ungefähr 60 bis 70 Meter genähert hatte, bemerkte der Schofför, wie Kr. durch Ausfttecken feines linken Armes zn erkennen gab, daß er nach links einbieqen wollte. Sofort lenkte der Angeklagte seine Pferde über die Straße. Da der Kraftwagenführer wegen seiner Geschwindigkett seinen Wagen nicht mehr anhalten konnte, die linke Straßenseite aber versperrt war, so blieb ihm nichts anders übrig, als zu versuchen, Kr. rechts zu überholen. Bei diesem Versuch geriet das Auto auf den durch den Regen vollkommen aufgeweichten Sommerweg, und rannte gegen einen Baum. Die Insassen des Autos wurden verletzt. Eine Insassin starb kurz darauf in der hiesigen Klinik an ihren Verletzungen. Der Angeklagte erhielt wegen fahrlässiger Tötung anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von sechs Wochen unter Anwendung des § 27b StGB, eine Geldstrafe von 210 RM. Anschließend wurde der I. Sch. aus Odenhausen aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er sich seit dem 7. 12. vorigen Jahres befindet. Die Anklage warf dem Sch. vor, in einem benachbarten Dorfe an einem 13jährigen Mädchen unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte legte ein offenes und reumütiges Geständnis ab. Das Gerich tverurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer G e - fängnisftrafe von 7 Mo n a t en. 55 Tage Untersuchungshaft wurden ihm angerechn-et. Amtsgericht Gießen. Der O. Sch. aus Gießen parkte im November vorigen Jahres vor einem hiesigen Lokal. Obwohl er betrunken mar, versuchte er mit seinem Wagen wegzufahren. Er erhielt durch Strafbefehl eine Haftstrafe von 10 Tagen. Gegen diesen Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Beweisaufnahme stellte sich die Verfehlung des Sch. als nicht allzu erheblich heraus. Die Strafe wurde deshalb in eine Geldstrafe von 70 Mark umgewandelt. Rundfunkprogramm Donnerstag, 2. Februar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Ewiger Walzer. 15: Zehn Tierlein wollen zu euch kommen ... 15.20: Ansprachen von Tinette Taureg, getrennt zu hören. 15.30: Nur für Ehefrauen. 15.45: Nur für Ehemänner. 16: Schöne Melodien, die durch die Dämmerung ziehn. 17 bis 17.10: „Mein Weg zur Bühne": Georg Alexander. 18: Was geschieht mit den Begabten? Der Reichssender fragt. 18.45: In froher Runde ’ne halbe Stunde mit ... Erwin Bolt. 1945: Tagesspiegel 19.30: Historisches Orgelkonzert. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. Schuß im Zuukhuus. Ein Roman von Maria Oberlin.' Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Hierher haben Sie sich also geflüchtet!" sagte plötzlich eine tiefe dunkle Stimme an ihrem Ohr. Evelyn starrte auf. Am selben Tisch ließ sich ein kleiner gebückter Herr nieder, der eine höfliche Verbeugung machte, ein artiges „Sie erlauben doch?" fragte, sich aber gleichzeitig schon niedersetzte und das Mädchen mit gütigen kummervollen Blicken betrachtete. Evelyn zog die feinen Brauen abwehrend hoch. „Ich versteh nicht---" murmelte sie, hatte wieder den Wunsch, aufzustehen, das unmögliche Lokal zu verlassen und blieb doch sitzen, wie festgebannt. „Natürlich können Sie nicht verstehen", sagte die gütige Stimme sanft. „Ich bin Ihnen gefolgt-- welch ein Wetter, liebes Fräulein, Sie könnten sich ja auf den Tod erkälten! Erst gingen Sie durch die Pantheonsgasse, bann zum Georgskirchplatz, dann lange an unserem melancholischen Stadtflüßchen vorbei--da war mir recht bange um Sie, Sie standen verdächtig lange am Geländer und schauten ins schwarze Wasser hinein ..." Evelyn hob mit ungeheurer Anstrengung den Kopf, sah den Mann an. „Sie sind mir gefolgt--Erlauben Sie-- ich muß aber doch ..." „Sehen Sie mich an, Kind!" sagte die müde Stimme ruhig. „Glauben Sie mir, ich will nichts Böses, ich machte mir nuY Sorge um Sie — — ich ging Ihnen nach ..." Evelyn blickte auf, blickte in zwei müde, gütige Sammetaugen, die sie mit leisem traurigen Lächeln betrachteten. Der kleine Herr war verwachsen, seine hohe schie Schulter ragte aus einer zarten schmächtigen Gestüt, das Gesicht war das eines gütigen Weifen ober\eine5 müden Einsamen. Zu der' fadenscheinigen ElfOanz des Lokals paßte die Kleidung des alten Her^ schlecht, obwohl sie regendurchnäßt mar, ließ sie Eäckhaltende Vornehmheit und untadeligen SchnittX erkennen. Am Ringfinger der linken Hand blitzt^ ein schwerer Platinring mit Rubinen und Brillanten auf. Evelyn sah ihr seltsames Gegenüber mit mPttcm Erstaunen an. .Warum ...?"■'begann Evelyn fragend und müde und wich dem traurigen Blick des alten Horm unruhig aus. \ „Warum ich Ihnen gefolgt bin?" sagte die leise alte Stimme in ihre Frage hinein. „Sie waren sehr allein und sehr unglücklich, liebes Fräulein! Ich dachte, es sei wichtig und richtig, Sie heimzubringen!" „Danke, das ist ja sehr freundlich!" Evelyns Stimme klang sehr müde, aber ihre Abneigung gegen den seltsamen Tischgast schmolz völlig zusammen beim Blick der marinen gütigen Augen. „Aber bitte, bemühen Sie sich nicht ...!" „Das ist keine Mühe für mich!" sagte der alte Mann lächelnd. „Gar nicht, das ist mein Beruf!" „Ja, ich bin ein alter Mann, der es für seinen Beruf hält, abends durch die Straßen zu gehen und Schicksale zu sammeln ..." „Sie sind Schriftsteller?" „Auch das nicht, liebes Kind. Ick sammele nur, was ich an Not und Leid finde .. / Ein leiser Zug von Abwehr trat in Evelyns Ge-. sicht. „Interessiert Sie das Leid Ihrer Mitmenschen so, daß Sie es sammeln, wie andere Münzen oder Marken?" meinte sie bitter. „Natürlich mißverstehen Sie mich", kommt es ruhig zurück. „Sehen Sie, es ist keine Neugier, die mich treibt, es ist das einzige, was mir das Schicksal an Aufgaben gestellt hat ..." Er lehnte sich ein wenig zurück und sprach wie zu sich selbst an Evelyn vorbei: „Da lebe ich in einem großen Haus, allein, immer allein. Ich bin so reich, daß mein Geld mich nicht mehr freuen kann, daß ich es nur als Last empfinde--ich konnte nie einen Beruf haben, weil ich krank und schwächlich war ... Erst jetzt, im Alter, seltsam, halte ich mehr aus, als je in meinem Leben ... da habe ich mir eine Aufgabe gesteift, einen Beruf: Ich gehe abends durch die Straßen und suche schwere Menschenschicksale zu finden, die ich ein wenig entwirren, ein wenig lösen, bei denen ich ein wenig helfen kann ... und immer weder habe ich Freude ..." „Und wahrscheinlick Enttäuschung", fiel Evelyn herbe ein. „Nicht wahr, auch Enttäuschung ...?" „Natürlich auch Enttäuschung, und Leid, sicherlich!" sagte der seltsame Gast mit fernem Lächeln. „Aber das ist doch das wahre Leben ... begreifen Sie bas, verstehen Sie?" „Ich bin noch nicht so weit, daß ich ein schweres Leid als lebensnotwendig empfinde", sagte das Mädchen mid sah an dem Mann mit den guten Augen vorbei. Der lächelte nur: „Wie sollten Sie das auch? Sie sind ja noch so jung" — Er beugte sich vor. „Sagen Sie mir, wie ich Ihnen helfen Fann? Ist es um Geld?" Evelyn schüttelte den Kops. Der Alte nickte. „Es ist selten um Geld", jagte er. „So wichtig die meisten es auch nehmen ...Ich versteh schon!" sagte er behutsam und still. „Ich will nicht m Sie bringen ... aber meinen Sie nicht, daß der Regen draußen und das Lokal hier drinnen gleich schlecht für Sie sind? Sagen Sie mir, wo Sie wohnen, ich möchte Sie Heimbringen. Heut scheint Ihnen alles dunkel-- wer weiß, vielleicht ist morgen alles wieder hell. Ja, Kind, Sie sehen mich so an und denken, das sirck alte abgeleierte Sprüche eines alten Manckes, nicht wahr? Und lassen Sie sich ruhig von einem alten Mann die wichtigste Lebensregel sagen: Es kommt meistens in unserem Leben nicht so schlimm, wie wir fürchteten, aber auch nie so schön wie wir träumten ...! Das ist die beste Lebensmedizin ..." Die gute alte Stimme mit den schlichten Worten tut wohl. Evelyn blickt auf ihre schmalen, leicht bebenden Hände herab. Plötzlich bricht ihre Not, ihre Einsamkeit, ihre Qual in ein paar Worten aus: „Es gibt da einen Menschen, der meine Mutter in den Tod gequält hat, sie war schön und berühmt und nahm sich seinetwegen das Leben. Da ist noch eine Freundin von mir, sie geht an ihm zugrunde. Er schreitet eben über die Menschen wea, bringt sie in Glut und geht vorbei. Und ich--' Sie bricht ab, sieht den alten Mann hilflos an. „Es ist alles so schrecklich. Ich finde mich nicht mehr zurecht ..." „Nicht schnell urteilen!" sagt der alte Mann herzlich. „Ruhig bleiben, ganz ruhig bleiben. Glauben Sie mir, das meiste Leid in der Welt kommt daher, weil die Menschen zu rasch urteilen. Nun kommen Sie, zeigen Sie mir, wo Sie wohnen ...!" Der Zwang der sanft bittenden Stimme ist stark. Mechanisch steht Evelyn auf, der alte Herr zahlt, ein Taxi fährt vor. Evelyn fällt in die Polster, der Chauffeur gleitet langsam die regennassen Straßen dahin. Reklamebilder brechen wild in den Wagen, zucken auf, verlöschen. „Wenn dieser Mensch nicht lebte, wäre es besser!" sagte Evelyn plötzlich hart und wie zu sich selbst. Der alte Mann, der neben ihr sitzt, lächelt ein klein wenig. Er umgreift mit starkem Druck jetzt die schmale Mädchenhand, die bebend in der seinen zuckt. „Heute abend scheinen keine Sterne", sagt er mild. Es ist eine merkwürdige überraschende, fern liegende Antwort. „Das ist schade ..." Evelyn sieht ihn erstaunt an. „Ja, warum denn?" meint sie matt. „Ich würde sonst mit Ihnen auf den Hohen Berg fahren. Es ist sehr still dort. Man ist ganz allein und dem Himmel sehr nahe. Und man sieht alle Sterne, nah und deutlich ..." Evelyn senkt den Kopf. „Wenn Sie dort eine zeillang gestanden hätten, würden Sie Ihre bitteren Gedanken vergessen. Nicht Ihr Leid, natürlich nicht das müssen Sie schon ganz ohne jede Hilfe selbst überwinden. Aber doch Ihre Bitterkeit und Härte, all das Enge und Unfreie..." Evelyn schweigt, sie lehnt den Kopf gegen das graue Polster. Ihre Schultern beben leicht. „Nicht wahr. Sie haben mich verstanden?" Evelyn senkte den Kopf. „Ich glaube!" sagte sie erstickt und leise. Dann hält der Wagen mit jähem Bremsenknirschen vor dem alten Bürgerhaus der Kays, der Begleiter sagt: „Nein, nicht danken, Kind, warum? Ich bin froh, daß Sie daheim sind. Nun schlafen ' Sie, denken Sie an die Sterne, unsere stillen Tröster ...!" Evelyn nickt noch einmal. Dann umfängt sie die vertraute Luft eines Hauses, das sie viele Jahre für ihr Elternhaus hielt ... Die Xante kommt eilends die Treppe herab, das Gesicht bleich und entstellt vor Sorge. „Wo bleibst du, Kind? Wie siehst du aus-- ganz naß. Ist was geschehen?" Evelyn küßt gewohnheitsgemäß die hingehaltene welke Wange des kleinen zierlichen Fräuleins. „Ich bin eingeregnet", sagt sie mechanisch. „Wenn du wenigstens angerufen ... „Ja, wirklich, es ist unverzeihlich--Bitte, entschuldige!" Die Tante sieht das Mädchen an, das sich mechanisch in einen der hohen Stühle fallen läßt. „Kind, Kind--was ist nur geschehen ...? Zwei Herren von der Polizei waren hier--du wirst gesucht ... Du sollst sogleich ins Funkhaus kommen!" Evelyn hebt mit müdem Interesse den Kops. „Ins Funkhaus? Polizei? Aber ich versteh nicht, warum--doch nicht jetzt noch?" „3a doch--jetzt noch ... cs wird doch ein Mißverständnis sein, Evelyn! Die Herren fragten, ob du verreisen wolltest. Was ich darüber wußte --ich begreife das alles nicht ... Und dann wartet eine Dame auf dich! Sie war heute nachmittag schon zweimal da, als du fort warst. Vor fast zwei Stunden kam sie und wartet hier auf dich ... Evelyn hört kaum hin, sie ist totenbleich. „Und was wollte denn der Justizrat von dir?" forscht die Tante weiter. „Du warst doch bei ihm. Ist es was Besonderes?" Evelyn sieht eine Weile in das nertraute freundliche Altfrauengesicht. Du gutes, altes Herz, lebst deinen sttenggezogenen, ein wenig weltfernen Kreis — du weißt nichts, du sollst auch nichts wissen, du könntest ja nicht begreifen, daß das Leben so häßlich, so abgrundtief häßlich sein kann! ... (Fortsetzung folgt!) Die Lag- im Februar sind SJL-^port kom- einem schon dann Segelflugzeuge über Gießen. Erster Flugzeugschlepp des NSFK. im Lusthafen Gießen. mit geheimnisvollen Uhren, Zeigern, Nadeln und Zahlen, in der Hand den Steuerknüppel, das Her.; des Flugzeugs, denn wie es schlägt, so schlägt auch die Maschine, und unter den Füßen der Steuerpedale des Seitenruders — so ist der Führer der Maschine sich selbst und seinem Mut überlassen. Nun ist der Flieger Herrscher in seinem kleinen und doch so großen Raum. Er herrscht über die Luft, den Wind, die Wolken, die Erde und ihre ^Schwere. Er steigt empor, wo die warme Luft ihn hebt; wenn das Schicksal ihm gut will, treiben ihn Aufwinde bis über die weißen Wolken, dah'.n, wo nur zwei Farben noch sind, die Farben seines Abzeichens — Silber und Blau. Hunderte von Kilometer rennen unsere Segelflieger vor Gewittern her, jagen über Wiesen und Felder, Berge und Täler, Flüsse und Seen, Städte und Dörfer. Sie schweben im Glast der Sonne, dem silbernen Licht des Mondes, im Grauen des Morgens, dem Dunkel der Nacht. Nichts ist um sie als Wind und Luft, vielleicht ein einsamer Bogel, ein kreisender Bussard, ein königlicher Adler. Wen es einmal gepackt hat, dieses Schmebenkönnen, die hohe Kunst des Segelflugs, den läßt es nicht mehr los. Er muß fliegen und immer wieder fliegen! Freilich, es ist ein langer Weg dahin. Aber auch der ist schön. Heute muß ein Ivngflieger für die erste Möve auf blauem Grund fünf Flüge von je zwanzig Sekunden machen, und noch einen sechsten Flug von dreißig Sekunden und immer mit geradem Fahrgestell in eine zwanzig Meter breite Landegafse hinsetzen. Das nennt man eine Ziellandung. Ist das gelungen, dann kommt eine zweite Prüfung, in der fünfmal je sechzig Sekunden dran glauben müssen, in denen der Flieger eine schöne und ausgeglichene 8-Kurve beschreiben muß, wobei die Landung in einem Kreis oop 50 Meter Durchmesser zu erfolgen hat. Ist das erreicht, dann schmücken ihn zwei silberne Möoen auf blauem Schild. Ist aber eine dritte Prüfung bestanden, ist man wenigstens fünf Minuten in der Luft gewesen und hat die Startstelle überhöht, dann kann man mitreden und bekommt drei silberne Möven. Und so geht das noch ein wenig weiter, bis zum Silberkranz um das Abzeichen. Biel liegt dann hinter dem Segelflieger und noch mehr vor ihm. Es ist kein Sport für ängstliche und launenhafte Leute, aber die Zähen und Unentwegten, die die Idee gefaßt hat, die halten aus und kommen immer und immer, bis es geschafft ist. Es bauert nicht mehr lange, dann, wenn die Sonne wieder scheint, wird auch über Gießen der Segelflieger seine Kreise ziehen. Jedem steht der Weg zur Fliegerei heute offen. Der Weg geht über die Flieger-HI. und das NSFK.! Französische Dasketballinannschast kommt nach Gießen. Auf Veranlassung des Reichsfachamtsleiters ff» Brigadeführer Hermann trägt am 19. Februar eine französische Mannschaft, und zwar „Champeone Sport", Paris, in Gießen ein Basketballspiel gegen eine Gießener Stadtmannschaft aus. Die Veranstaltung, die in der Volkshalle stattfindet, wird umrahmt von einem Iugendbasketballspiel und Hallenhandballspiel. Handball SA.-Drigadestab gegen Standartenstab 145. Drum empfindet mancher Jäger die nun mende Zeit als tot. Gut eingeölt ruht die Flinte im Schrank, und her Hund wird faul und dick und gewöhnt sich allerlei Untugenden an. Dabei ist vor Stall über eine ganze Reihe ausgezeichneter Pferde, darunter die bekannte „Lola" und den „Lancier". Im Jahre 1938 war der Turnierstall auf neun Turnieren vertreten, nämlich in Stuttgart, Frankfurt, Pforzheim, Saarbrücken, Kaiserslautern, Salzschlirf, Bad-Nauheim, Darmstadt und Wiesbaden und konnte 121 Preise, darunter 20 erste, nach Hause bringen. Unter den Reitern der SA.-Gruppe Hessen ist der erfolgreichste Oberscharführer K i l b i n g e r, der in diesen Tagen iy Rom die Farben der SA. gegen die Miliz im Wettkampf vertreten durfte, mit 53 Preisen, davon 12 ersten. Sturmführer Haehnelt mit 42 Preisen, darunter 7 ersten, ist geborener Ostpreuße. Als Bauernsohn von frühauf im Umgang mit Pferden vertraut, diente er 12 Jahre bei einem Kavallerieregiment seiner Heimat. Ein Frankfurter Kind ist Scharführer Schmidt, der vor drei Jahren noch nicht ahnte, daß er 1938 23 Preise, darunter 5 erste, erretten würde. Als eifriger Sportsmann kam er 1936 zur Reiter-SA. Gelegentlich eines SA.-Turniers wurde man auf ihn aufmerksam, erkannte seine Anlagen und vertraute ihm bessere Pferde an, die er dann zum Siege steuerte. Alle drei sind neben ihrer beruflichen Tätigkeit noch als Reitlehrer tätig. Die.große- Zahl der von der Gruppe Hessen an SA.-Männer und Hitler- jungen ausgestellten Reiterscheine zeugt für ihre aufopfernde Arbeit. Ihr schönster Lohn aber ist, zu wissen, daß die von ihnen ausgebildeten Jungen gute Rekruten geworden sind und daß sie mitgehol- fen haben, die große Aufgabe der SA. zu erfüllen, die der Führer in seinem letzten Erlaß der SA. gestellt hat, die vormilitärische Erziehung der jungen Deutschen. „Som" gewann das Jagdspringen. Begeistert folgten die Tausende von Besuchern des Berliner Reitturniers am Montagabend in der Deutschlandhalle der Rede des Führers und Reichskanzlers anläßlich des ersten Großdeutschen Reichstages, dann erst wurde das sportliche Programm in Angriff genommen. Von den 16 Teilnehmern des mittelschweren Jagdspringens um den Preis der Ausstellungshallen blieben vier Pferde fehlerfrei, unter denen die beste Zeit über den Sieg entschied. Die elfjährige Stute Tosco im Besitz der Obersten SA.-Führung unter SA.-Scharf. W. Spieß kam mit 61,0 Sekunden auf den ersten Platz. ^-Hauptsturmführer Temme gewann am Dienstag auf „Nordland" das Inländer-Jagdspringen um den Preis des Reichsarbeitsrninifters mit 0 Fehlern und 63,6 Sek. vor „Goldammer" (Rittmeister K. Hasse) mit 0 Fehlern und 64,6 Sek. Zwar die ersehnte Sonne hatte sich immer noch nicht sehen lassen, auch kein blauer Himmel, dafüv aber blies es kalt und frostig über den weiten Platz vor den Hallen des Flugfeldes. Vermummt und eingehüllt standen einige Maschinen, vorweltlichen Ungeheuern gleich, am Sonntag im grauen Wintermorgen, als von Süden eine Kette von Flugzeugen rasch näher kam, im Gefolge noch eine vierte Maschine, in deren Schlepp ejn Segelflugzeug hing, das, über dem Platz angekommen, ausklinkte und in weiten ruhigen Spiralen nieberaing. Der erste Tag einer Segelflug sch lepp- fchulung auf dem Flughafen Gießen konnte beginnen. In vorbildlicher Kameradschaft ist es gelungen, zwischen dem Standort Gießen unserer Luftwaffe und dem Nationalsozialistischen Fliegerkorps, Sturm 6/75 Gießen, eine Vereinbarung dahin zu treffen, daß die segelfliegerische Ausbildung und Schulung sowohl der Angehörigen der Luftwaffe, als auch des NSFK. in engster Zusammenarbeit beider Formationen vor sich gehen wird. Dabei wird die Schulung, soweit sie durch Winden- o-ber Flugzeugschlepp vor sich geht, auf dem Flugplatz Gießen stattfinden, und die Gießener Bevölkerung, wie der Umgebung, wird in Zukunft neben den donnernden Maschinen unserer Luftwaffe auch andere ,Vögel" bestaunen können, die in lautlosen Kreisen am Himmel schweben — unsere Segelflieger. Es muß ein beseligendes Gefühl für die Sturmangehörigen gewesen sein, denen es am Sonntag vergönnt war, erstmalig über ihrer Heimatstadt zu kreisen. Wie anders sieht die Welt von oben aus, und wie schön. Das Häusermeer der Stadt, die Straßen und Gärten, die Wieseck und das silberne Band der Lahn, die Berge und Höben, alles wird ferner, anders und unbegreiflicher für den, der in dem silbernen Vogel schweigend seine Kreise zieht, alles unter sich lassend, was erdenschwer ist. Warum müssen wir fliegen? Es gibt keine Antwort darauf. Gewiß, es läßt sich tausenderlei sagen, viele Gründe wären zu nennen, aber sie alle sagen doch nicht das letzte und Innerste der Kräfte und Sehnsüchte des Segelfliegers. Flieger sind besessen, von einer Idee erfaßt, in der sie versinken, Menschen, die sich lösen müssen von aller Ichsucht und Erdenschlyere, Berufene, die nicht mehr sich selbst gehören, sondern einzig der Idee. Der Flieger herrscht über Wolken und Wind, über Schwere und Staub. Wenn der Vogel, in dem er sitzt, einmal schwebt, dann ist er allein Herr. Niemand kann ihm mehr helfen, raten oder behilflich sein. Allein, auf sich ganz allein, ist er gestellt. Auf engem Raum im Rumpf zusammengedrückt, im Rücken den Fallschirm, vor sich das Armaturenbrett in den Gemeinden im Obstbau oder in der Bienenzucht führend sind, läßt sich viel erreichen. Der zuständige Förster wird seinen fachmännischen Rat roegen Pflanzenwahl oder -beschaffuna, sowie wegen der Pflanzung selbst gern zur Verfügung stellen. Gut ist es, wenn alle diese Schritte schon bald getan werden, damit alles bereit ist, wenn gepflanzt werden kann. Sonst geht nur zu leicht wieder ein Jahr verloren. Bei all diesen Gängen und Arbeiten im Revier aber bietet sich Gelegenheit, die Grundlagen der Wildzähluna zu schaffen. Die Böcke haben schon gut geschoben, und das Rehwild tritt nun auch wieder regelmäßig auf die Felder aus. Da ist das Ansprechen und Zählen leichter als später. Und eine richtige Wildbestandsaufnahme ermöglicht allein einen Abschuß, wie er den Interessen des Jägers, wie der Jagd überhaupt gerecht wird. Es ist aber ein Unding, das Wild an einem oder zwei Tagen zählen zu wollen. Sein Wild kennt nur der, welcher es länger beobachtet und sich regelmäßig Aufzeichnungen darüber macht. Alle anderen Feststellungen sind zwecklos. Hubertus. Der Stab der Brigabe 147, der schon im vergangenen Jahre mit einigen imponierenden Fuß- und Handballspielen auf Den Vlcm getreten ist, trägt am heutigen Mittwoch wieder ein Spiel aus. Gegner ist die Mannschaft der Standarte 145. Schauplatz des Kampfes ist der schöne Sportplatz in Nidda. Der Brigadestab, der schon einmal ein Spiel gegen die gleiche Mannschaft austrug, konnte damals mit 12:2 Toren gewinnen. Ob es diesmal wieder zu einem so eindeutigen Siege reicht, ist fraglich, da die Männer der Standarte 145 diesmal eine stärkere Mannschaft aufbieten. Allerdings hat auch der Brigadestab eine starke Elf zur Stelle, die mit Deucker; Gebauer, Winter; Maus, Küthe, Pfeffer; Schwarz, Fey, Blankenburg, Naath, Wagenbach antritt. Oer Reitstall der SA.-Gruppe Hessen zum Reit- und Fahrturnier bereit. NSG. Im Stall der SA.-Gruppe Hessen wird eifrig für das kommende Reitturnier in der Festhalle vom 10. bis 12. Februar trainiert. Hier sehen wir das erfolgreichste Pferd des Stalles, „Figaro", das viele erste Preise brachte. Unter feinem Vorbesitzer war er in Rom an der Coppa Mussolini beteiligt. Ein Halbblüter, der jahrelang in Rennen gegangen ist, ist „Erlkönig", der heute als Dressur- und Springpferd bestes löstet. Wer würde glauben, daß „Schwerin", der heute die schwersten Jagdspringen bestreitet, vor ein paar Jahren noch beim Bauern als Wagenpferd gegangen ist, oder die „Möve", die ebenfalls aus einem Bauernstall kommt. Aber nicht einzelne Spezialisten zu ziehen, betrachtet der Stall als vornehmste Aufgabe. Ziel ist das Vielseitigkeitspferd, das in Dressur, Springen und Geländeritt gleich Gutes leistet, und hier verfügt der allem die Jagd auf den Fuchs doch noch lohnend, wenn auch im Laufe des Monats der Balg an Wert zu verlieren pflegt. Aber noch ist die Ranz des roten Schelmes im Gange, so daß der Waidmann die Auswahl hat, wie er Reineke bejagen will. Der eine liebt die Baujagd und sprengt den Fuchs mit Dackel oder Terrier, der Andere schießt ihn gern auf dem Paß, indem er sich die Fuchs- dickungen ruhig durchdrücken läßt, während der nächste seine Freude hat, wenn er Rotvoß mit der Hasenquäke, dem ' Mäusepfeifchen oder Dogel- angstruf überlistet. Groß ist die Auswahl unter den Jagdarten, die es für den Fuchs -gibt, und feine Jagd immer reizvoll. Und selbst wenn es gar nichts zu schießen gäbe, gehört der Jäger auch jetzt in fein Revier. Vieles, was sich in Den Frühjahrsmonaten zusammen- drängt, kann bei solchem Wetter, wie wir es zur Zeit haben, schon erledigt werden. Erinnert sei vor allem an die Erneuerung der S a l z l e ck e n oder ihre Neuanlage. Salz ist als ein Diätmittel zu werten, das günstig wirkt bei den Störungen, die in jedem Jahre der Uebergang von der Trockenäsung des Winters zur Grünäsung des Sommers mit sich bringt Dabei ist es ganz einerlei, ob nun Lehmlecken, die das Wild gern annimmt, bevorzugt werden, oder ob Salzfteine zum Auslegen kommen. Bei jedem Reviergang ein Säckchen Viehsalz im Rucksack und damit alte Stubben bestreut, genügt genau so gut. Das für unsere menschlifche Nase geruchlose Salz wird vom Wild gut gefunden. Der Jäger muß aber auch wissen, wo die Wechsel seines Wildes sind und diesem das Finden erleichtern. Zweckmäßig ist es, an allen neuen Lecken irgendein Kirrmittel anzubringen. So kann man Eicheln, Eckern, Rüben, Hafer u. ä. dabei auslegen, auch Anispulver darüber streuen, oder den Boden verwunden und etwas Hafer aussäen. Wer in den harten Schneetagen Willchege nicht in der Theorie vom warmen Ofen aus machte, sondern mit offenen Augen draußen war, selbst fütterte usw., der wird wieder mit dem Eindruck in das neue Jagdjahr hineingehen, daß eine der Grundfragen der Hebung unserer Niederjagden, die an sich noch recht hebungsfähig unter vollkommener Wahrung der Belange der Land- und Forstwirtschaft sind, die Decküngsfr-age ist. Sie ist wichtiger als die Frage der Aesung. Wo Hecken waren, lagen die Hühner, die Fasanen, drückten sich die Hasen. Wurden sie hier hochgemacht, war die nächste Deckung ihr Ziel. Dort fanden sie Schutz, hier hatte der verständige Heger seine Fütterungen, und hier werden sie ungestört brüten oder setzen, wenn draußen auf Feld und Wiese der Tod mit Sense und Mähmaschine oder der Walze seine Ernte hält. So wie wir jeden Quadratmeter gutes Land zur Erzeugung von Nahrungsmitteln nötig haben, genau so müssen wir Jäger jedes Fleckchen Unland 'zu nutzen suchen. Zwar dient das Oedland heute auch in verstärktem Maße der Schafhaltung, aber es gibt Flächen genug, wo kein Meinungsstreit zu entstehen braucht. Der Jäger wirkt viel mehr, wenn er mehr kleine Flächen, Raine, Graben- ränber, alte Kies- und Sandgruben oder die Umgebung von Wasserlöchern und Sumpfstellen nutzt, als wenn er eine Stelle größeren Umfanges allein anlegen würde. Der Grundgedanke muß' fein, die Feldmark schachbrettartia mit einem Netz von Hege- büschen usw. zu überziehen. Inwieweit das gelingt, ist natürlich sehr viel eine Frage Der Bodenverhält- nisse in der betreffenden Gemarkung selbst. Zum anderen aber wird diese Frage vor allem gelöst durch den Eifer und das Verständnis, mit dem sich ein Jäger dieser Aufgabe annimmt. Der Jäger sah tatenlos zu, als im Zuge Der Felbbereinigungen, veränDerter Wirtschaftsmethoden usw. sich sein Revier immer ungünstiger für Das Nieberwild umgestaltete. Nun steht auf einmal eine große Aufgabe vor ihm, Die gelöst roerDen muß, wenn es nicht noch weiter abroärts mit unseren NiederjagDen gehen soll. Wer unter diesem Gesichtspunkt einmal fein Revier durchwandert und auf Möglichkeiten prüft, findet bestimmt genug. Es ist auch keine Sache, die zu teuer wäre, als daß man sie übernehmen könnte. Weiden wachsen überall, und es ist eine kleine Mühe, eine Anzahl von Reisern jetzt zu schneiden und bei offenem Boden an geeigneten Grabenrändern, an Sumpflöchern usw. zu stecken. Brombeeren wachsen in unseren Wäldern in Mengen, und es genügt, etwas davon zu roden und irgendwo einen Rain, eine Halde u. ä. damit zu bepflanzen. In wenigen Jahren bildet sich eine geschlossene, stachelige Decke, die alles Niederwild Hebt. Ginstersamen kostet nicht viel, die ausdauernde Lupine gibt viel Deckung, wächst auf dem schlechtesten Boden, den sie dabei sogar verbessert, und ist genau so billig. In unseren Gärten verkommen in Mengen die Schößlinge Der Schneebeere, deren weiße Beeren (Der Jugend als „Knallerbsen" bekannt) für Hühner und Fasanen beliebte Aesung sind, während die Pflanzen selbst natürliche Deckung liefern. Diese kurzen Beispiele sollen nur andeuten, wie leicht es ist, etwas zu tun. Immer wieder aber sei auch Darauf hingewiesen, daß Die vorhandenen Hecken oft nicht Den Anforderungen genügen, und zwar'weder denen Des Vogelschutzes, noch Denen Der NiederjagD. Denn sie wachsen zu hoch, haben unten keinen BoDenwuchs unb oben keine Quirle als Bauplätze für Nester. Dem Anlieger aber machen sie Schatten und erregen seinen Zorn. Infolgedessen tut er Das Dümmste, was er tun kann: er roDet sie! Daß Dies eine Dummheit ist, haben einsichtige Bauern längst erkannt. Es ist bezeichnenD, daß Der baDische Reichsnährstand zusammen mit Der Landesregierung vor kurzem nicht nur im Interesse Der Erhaltung von Vögeln als Schädlingsbekämpfern, sonDern auch wegen des Windschutzes, der Erhaltung Der BoDenfeuchtigkeit unD Der Kohlensäure, Die unentbehrlich für eine Pflanze ist. Den unbeDingten Schutz o o n H e ck e n, ja Darüber hinaus ihre Neuanlage forDerte. Wir aber können Die Hecken nur verbessern, wenn wir nicht Die RoDhacke, sonDern Die Heckenschere zu Hilfe rufen, Die Hecke pflegen, verjüngen usw. UnD auch Da kann Der Jäger vorbildlich wirken! Schließlich kommt noch die Zusammenarbeit mit allen Stellen, Die Heckenpflanzen aus anderen Gründen als Der Jäger brauchen. Je größer Der Obstbau in einer Gemarkung ist, um so größer muß Dort das Interesse an Heckenschutz, an Der Schaffung von Schutzgehölzen sein. Hinzu kommen Die Imker, Die Dankbar sein müssen, wenn Schneebeeren oDer Akazien gepflanzt werben, weil sie reiche Tracht bringen. Durch Gemeinschaftsarbeit mit Den Männern, Die | Im Jagdkalender herrscht im Februar Das „Schwarz" vor. Das bedeutet, daß die große Mehrzayl unserer Wildarten nun wieder Schonzeit hat. Das Frühjahr steht bevor, bald kommen Satz- und Brutzeit und helfen Die Lücken schließen, die im letzten Jahre entstanden sind. Lediglich die Ringeltaube, von der große Flüge dank des Bucheckernfegens diesen Winter bei uns verbrachten und auf den Zug nach Süden verzichteten, ist dem Jäger noch freigegeben. Zu ihr gesellt sich vielleicht im Laufe des Monats hie und da eine früh streichende Waldschnepfe. Besser aber ist es, wenn auf sie der Schuß im Rohr bleibt. Denn bas tft noch keine nach Norden ziehende Schnepfe, sondern eine der wenigen, die Den Winter bei uns verbrachten und erfahrungsgemäß gern auch hier zur Brut schreiten. Die frühen Gelege, Die man aus Dem März kennt, stammen von solchen Schnepfen, Die Zwei Bruten bei uns hochbringen können. Auch die kleineren Verwandten des Vogels mit dem langen Gesicht, Die Sumpfschnepfen, sind noch frei. Gießener Leichtathletinnen wieder beim Frauensportfest in Bad-Nauheim. Die Reichsterminliste des Reichsfachamtes Leichtathletik für 1939, die jetzt vorliegt, verzeichnet als oorolympifche Veranstaltungen von besonderer Bedeutung auch zwei Internationale Frauensportfeste.- in München und in Bad-Nauheim. Das Bad- Nauheimer Internationale Frauentreffen, das die ersten europäischen Könnerinnen verpflichten wird, findet am 30. Juli 1939 auf der von-Tschammer-und- Osten-Kampfbahn der Weltbadestadt statt. Das Reichsfachamt Leichtathletik hat in bezug auf Vorbereitung und erfolgreiche Durchführungsmöglichkeiten beim Nationalen Frauenfportfest im Vorjahre in Bad-Nauheim so gute Erfahrungen gemacht, daß es die hessische Badestadt auch für dieses Jahr gern wieder als Austragungsort für eine Großveranstaltung wählte. In Bad-Nauheim hat man bereits mit Den vorbereitenden Arbeiten begonnen. In einer Sitzung, Der Vertreter Der Partei, des Staatsbades, Der Stadt, Der Kreisführung und Der Gauführung Des NS.-Reichsbunbes für Leibesübungen beiwohnten, sicherten StaatsdaD und Stadt Bad-Nauheim weitgehendste Unterstützung zu, unD auch Gaufachwart für Leichtahtletik May (Kassel) sagte stärkste För- Derung zu. Er will an Dem Page auch Die Gau- mannschaft Der Frauen mit ihren guten Kräfte» aus Kassel, Gießen, Limburg, u. a. zu einem Lehrgang nach BaD^Nauheim heranholen. Schimeistersckast hort umkämpst. Ausgezeichnetes TNeldeergednis für Oberhof. Nach Den bisher eingegangenen MelDungen werben über 400 Läufer unb Springer an Den Deutschen und Wehrrnachtsschimeisterschaften vom 2. bis 5. Februar in Oberhof teilnehmen. Insgesamt gaben bie Gaue bes NSRL. 298 Melbungen für bie fünf Wettbewerbe ab, während bie Wehrmacht 281 Läufer und Springer einzeichnen ließ. Für Den 18« Kilometer-Langlauf am Freitag, 3. Februar, werben vorn NSRL. 75. Läufer, von ber Wehrmacht 115 starten. Dazu kommen noch bie „Kombinierten" mit 56 bzw. 58 Bewerbern, so daß. über 300 Läufer über Die 18 Kilometer gehen. Naturgemäß schwächer besetzt finb Die 5 0 Kilometer, Die am Samstag gelaufen werben. Hier beteiligen sich 46 Läufer vom NSRL. und 36 von Der Wehrmacht, immerhin ein stattliches Feld für ben Dauerlauf. Für ben 4X10-Kilometer-Staf- f eU auf am Sonntag haben sich insgesamt 66 Mannschaften eingeschrieben, bavon starten für bie Wehrmacht 18 unb für Den NSRL. 48 Staffeln. Höhepunkt ber Meisterfchaftstage sind Die beiden Sprungläufe auf der Hindenburgschcmze am Sonntag. Für Den Kombinattonssprunglauf meldeten ber NSRL. 56, bie Wehrmacht 58 Springer. Noch stärker besetzt ist bas Spezialspringen mit 137 Nennungen, von benen auf bie Wehrmacht 64, auf ben NSRL. 73 Meldungen entfallen. * Beim e r ft e n Probefpringen für Die Deutschen und Wehrmacht-Schimeisterschaften in Oberhof erzielte am Dienstag Der Sudetendeutsche Lahr mit 70 Meter Die größte Weite. Schweizer Sieg um die Viererbob-Wettmeisterschaff. Viererbob-Weltmeister würbe am Dienstag in Cortina b'Ampezzo Der Schweizer Feierabend auf Bob „Schweiz 1" mit einer Gesamtzeit von 5:30:47 Minuten vor dem Titelverteidiger McEvoy (England) unb ben beiden deutschen Bobs, bie von Kilian unD Fischer gesteuert murDen. Guter Start zur Jahresarbeit । im Tv. Wieseck. Zu Beginn seiner Jahresarbeit sind Dem Turnverein schon schöne Erfolge beschieDen. Der Turner Ernst Schöffmann konnte, nachdem er sich bei Den Gaugruppenausscheidungen in Frankfurt Das Recht zur Teilnahme an Den Reichswettkämpfen Der Rach- wuchstumer erworben hatte, in Gera mit einer Gesamtleistung von 195,6 Punkten Den 41. Sieg unter Den 80 besten Deutschen Nachwuchsturnern erringen. Dies ist deshalb besonDers erfreulich, weil fast alle Spitzenturner großen Stadtoereinen angehören. An Den HJ.-Gerätewettkämpfen am vorigen Sonntag in Bad-Nauheim beteiligten sich 12 Ju- genbturner in Drei Mannschaften Der OKlasse. Sie belegten unter 14 angetretenen Mannschaften Den 1., 5. und 11. Platz. Die Vereinsarbeit ist auf Die Vereinsmannschafts- kämpfe, Die im Februar unD März ausgetragen werden, eingestellt. Die Turnerinnen Haden eine Mannschaft für Die Gauklasse und zwei Mannschaften für Die Kreisklasse gemeldet, Die Turner werden Die Unterkreisklasse, Kreisklasse unD Gauklasse mit je einer Mannschaft beschicken. Oie Ergebnisse der Kreisklassenspiele. I. Kreisklasse. Heuchelheim — Sjeinbach (Ges.-Sp.) 3:1. Lollar — RoDheim 5:1. Garbenteich — Lich 1:7. Großen-LinDen — Hungen 2:0. II. Kreisklasse. Harbach — Ettingshausen, letztere nicht angetretcn. Göbelnrod — Saasen 2:1 abgebrochen. VfB.-R. III — Großen-LinDen II kampflos für VsB.-R. Krofdorf — SA. II 7:0. In. einem Gesellschaftsspiel lieferte Steinbach den Heuchelheimern eine vortreffliche Partie, und nur knapp gelang es den Platzherren, die Oberhand zu behalten. — Nur knapp triumphierte ber Tabellenführer über den Tabellenletzten. Vergeblich wartete Harbach auf feinen Lokalgegner Ettingshausen. Einen Spielabbruch gab es in Göbelnrod, wo Saasen spielte. Kampflos kam VfB.-R. zu 2 weiteren Punkten, Da Großen-LinDen morgens nicht antreten konnte. Einen- hohen Sieg landete Krofdorf gegen die Reserve der SA. Briefkasten der Nedakkion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) HL Sch. in h. Die Dauer ber Weidezeit ist je nach Gegend und Gemeinde verschieden. Nähere Auskunft erhalten Sie bei Ihrer Gemeindebehörde. 6. D. Der Vatikan besitzt eine eigene, seit 1929 bestehende Eisenbahn, deren Bahnhof 660 Meter lang ist. Der Vatikan umfaßt eine Fläche von 0,44 Quadratkilometer mit 1025 Einwohnern. Die Beantwortung chrer übrigen Fragen tft uns nicht möglich, Da wir diese Einzelheiten nicht ermöglichen konnten. Wirtschaft. «Sießener Echlachtviehmarkt. Zum gesMgen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlgchtviehverteilungsmarkt) in der Biehverstei- gerungshalle Rhein-Main m Gießen wurden neun Ochsen, 3 Bullen, 26 Kühe, 30 Färsen, 89 Kälber, 108 Schweine, 4 Schafe ausgetricden. Preise: Ochsen 42 bis 55,5, Bullen 38 bis 43,5, Kühe 24 bis 43,5, Färsen 38 bis 44,5, Kälber 40 bis 65, Schafe 20 bis 41 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl) (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2) (120 bis 134,5 kg) 1,11, c) (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen und Eber) 1,01 Mart. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. Milkagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 31. Jan. Die Börse stand noch unter dem Eindruck der großen Führerrede, die vertrauensvolle Ausblicke in die Zukunft eröffnete. Die bis jetzt vorliegenden Auslandsstimmen wurden-stark beachtet, zumal sie durchaus nicht unfreundlich lauten. Die Tendenz war daher freundlich, und es ergaben sich am Aktienmarkt großenteils noch weitere Kursbesserungen. Bei Elektrowerten rügte die 2prozentige Dividendenerhöhung der AEG. an, AEG. nannte man mit 120,25 (119,75) werter gesteigert, auch Licht und Kraft wurden mit 132 um 0,50, RWE. mit 118,50 um 0,25 v. Sy höher gehandelt. Gesfürel 138,50 (138,25). Am Montanmarkt waren die Umsätze ziemlich klein, die Kurse stiegen um etwa 0,50 v. H., so bereinigte S.ahl 110 (109,50), Mannesmann 112,25 (111,75). Stärker erholt waren AG. für Verkehrswesen mit 123 nach 121,90. Eine Sonderbewegung machten weiterhin Conti Gummi, die erneut um 2 v. H. auf 219 anziehen konnten. Von Auto- und Maschinenwerten konnten Daimler nach der vorangegangenen leichten Abschwächung um 2,75 v. H. auf 138,75 (136) anziehen. Auch Ädlerwerke 0,75 v. H. gesteigert auf 106,75 (106). Von sonstigen Parieren nannte man IG. Farben leicht abgeschwächt 150 65 nach 159,75, während Deutsche Erdöl auf 128,50 (128) anzogen. Am Bankenmarkt waren Reichsbank 181,65 (lc>2,z5). Der Renten m arkt lag still und kaum verändert. Deutsche Reichsbahnvorzüge wurden unverändert 123 notiert. Allbesitzanleihe des Reiches fast unverändert 128,75 (128,65). 'deutsche Kommunal- sammel knapp gehalten. Im Freiverkebr nannte man Späte Schuldbuchforderungen mit 99,25 (99), Kommunalumschuldung 93,20 (93,15) etwas höher. Von sonstigen festverzinslichen Freioerkehrswerten waren 7 o. Sy Kalipfunde 74 Br. Von Jnduftrieobligationen konnten 5 v. H. Gel- senberg und 5 v. S). Gelsen Benzin leicht anziehen, bei Stadtanleihen ergaben sich keine Veränderungen. Auch Pfandbriefe still und wenig verändert, Rhein Liau. zu letztem Kurs bezahlt, Pfälz. Ligu. um 0,13 .v. Sy niedriger gesucht. Im Verlaus hielt sich die freundliche Grundstimmung. Nach Erledigung der kleinen Stunöenaufträge blieb aber das Geschäft sehr still. Von den später gehandelten Papieren waren noch Bemberg 1 v. Sy, Heesch 0,25 v. Sy, Metallgesellschaft mit 121,40 (120,25) um gute 1 d. Sy gesteigert. Mainkraft bei 90 (89,50) rationiert. IG. Farben mußten im Verlaufe noch weitere Bruchteile eines Prozentes nachgeben. Von Montanwerten Rheinstahl etwas niedriger 138,50 (138,75). Tagesgeld 2,75 o. Sy gegen 2,50 v. Sy am Vortag. Abendbörse gehalten. Die Rhein-Mainische Abendbörse verlief sehr still, da kaum Kaufaufträge Vorlagen. Änderseits kam auch fein größeres Material heraus, so daß die Kurse nur wenig gegen den Mittagsschluß verändert lagen. Soweit'Papiere zur Notiz gelangten, ergaben sich teils letzte, teils etwas niedrigere Kurse, so lagen IG. Farben mit 159,25 unverändert. Niedriger waren Conti Gummi in Reaktion auf die vor- aufgeqangene Steigerung. Sie notierten 217 nach 219' Auch Daimler mit 137,75 um 0,25 o. Sy niedriger notiert. Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt kamen mit 204 (203) zur Notiz, Mannesmann unverändert 112, bereinigte Stahlwerke 109,50 nach 109,75, auch Rheinmetall 0,25 v. Sy schwächer. Me- tallgeseschaft büßten mit 120,75 0,65 d.'S), ein. Frankfurter Schlachtmebmorkt Frankfurt a. M., 31. Jan. Auftrieb: Kälber 912 (am letzten Dienstag 815), Hämmel und Schafe 216 (207), Schweine 3100 (2852). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Es notierten (je 50 kg) in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50). d) 35 bis 40 (38 bis 40); Stimmer und Hämmel bl) 47 bis 50 (47 bis 50), b2) '43 bis 46 (44 bis 49), c) 38 bis 40 (38 bis 41), d) 36 (—); Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (33 bis 39), c) 16 bis 32 (18 bis 32); Schweine a) 58,5 (58,5), bl) 57,5 (57,5), b2) 56,5 (56,5), c) 52,5 (52,5), d) 49,5 (49,5), gl Sauen 57,5 (57,5). Briefkasten der Redaktion. (Nechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) O. G. in Gr.-L. Ihr Erweiterungsbau darf nicht ohne weiteres von einem Maurermeister ausgeführt werden. Es ist vielmehr die baupolizeiliche Erlaubnis erforderlich, die nur nach Vorlage eines entsprechenden Baugesuchs unter gleichzeitiger Beifügung einer Zeichnung erlangt werden kann, weil es sich um einen massiven Bau handelt. Da Sie den Bau zweigeschossig ausgestalten lassen wollen, müssen Sie Ihrem Gesuch auch einen Lageplan beifügen, damit die zuständige Baubehörde die Lage des zweigeschossigen Neubaues zum Wohnhaus erkennen kann. Erlaubnisantrag und Zeichnungen müssen Sie bei dem Hessischen Hochbauamt in Gießen einreichen. 3. Gr. in G. Nach § 174 der Reichsversicherungsord- nungwerden aufAntrag desArbeitgebers von derVer- sicherungspflicht befreit Lehrlinge aller Art, solange sie im Betrieb der Eltern beschäftigt sind, lieber den Antrag auf Befreiung entscheidet der Leiter der zuständigen Krankenkasse. Die Befreiung wirkt vom Tage des Eingangs, des Antrags an. Wird der Antrag abgelehnt, so entscheidet auf Beschwerde bas Versicherunqsamt, in dessen Bezirk die zuständige Krankenkasse ihren Sitz hat, endgültig. w sW Vistramuslin, bedruckt 90 cm breit, in guten Frauenmustern, RM. Fantasie-WolBstoffe 70 cm breit, schöne Qualitäten......RM.. -.85 1.25 Seidendrucks 95 cm breit, schöne Muster, auf hochwer- A rn tiger 6 rundwäre...................RM. i«3ö K’s. Biesenkrepp a -jr 95 cm breit, in all. mo ischen Farben, RM. |t | U Flamssoldrucks t 95embr., kleinen Frauendessins, schwarz- A "ir weiß und marine-weiß..............RM. |e | U Woilschotten 95 cm b eit, in guter Ware, hübsche Färb- A ft|? Stellungen........................RM. |eyQ Golddruckstoffe 95 cm breit, für Abendkleider und Masken- 4 QE Einfarb:ge Wollstoffe 130 cm breit, in verschiedenen Geweben, ft ftj" erstklassige Qualitäten............RM. 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Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nicht- milgiieder zu RM. 1.— bei Challier und an der Abendkasse. Studentenkarten zu 40 Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude. Militär u. Schiller 30 Pf. Besondere Einladung. Die Mitglieder des Kreiskriegerverbandes (Kyffhäuser) Gießen, der Ortsverbände Gießen der NSKOV., des VDA., des Reichs- kolonialbnudes u. der Vereinigung ehemaliger Äriegs- gefantsener sind zu dieser Veranstaltung besonders eingeladen und erhalten gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises besonders ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. 624D ReichMomalblllld Slnr 2. Februar 1939, 20 Uhr, in der „Aula der Universität" Filmvortrag von P. (5. Ettigtzoffer: „Go sah ich Afrika" Meine Asrikareif« 1938 (ein Bericht ans unseren Kolonien). Die Mitglieder des RKB. haben zmn Vorzugspreis von 50 Pfennig Zutritt. mos CAFEAMEND Ab heüte spielt Toni Goldon mit seinen Solisten 7080 Achtung! Hausfrauen u. junge Mädchen! Nafionatoaliiliidier Biioil BeiiMer Tedmik Gemeinsame Veranstaltung der Fachgruppen Meeh. Technik, Energie — Wissenschaft, Berg- und Hüttenwesen — Fachgruppe Chemie und Fachgruppe Bauwesen am Donnerstag, dem 2. Februar 1939, 20.15 Uhr im groben Saal des »Burghof«, Gießen, Burggraben 9 Es spricht der Kreisamtsleiter des A. f. T. und Bezirkswalter des NSBDT., Pg. Dipl.-Ing. SCHAFFNER, über: Leistungssteigerung durch tedmisdi bestimmte Wirtschaft 692D . (MIT LICHTBILDERN) sowie über: Aufbau und Aufgaben des NSBDT. 693 V ’Tb-vvxA^L hat er zu mir gesagt, weil er mich gestern mit dem Grafen gesehen hat und vorgestern mit dem Pianisten. Dabei bin ich doch treu wie Gold — zum Beispiel der „Koralle^—die lese ich. seit ich ihrs der Schule bin. Gerade jetzt, wo sie zwei besondere Leckerbissen Rietet: Einen neuen spannenden Roman und den erregenden Kriminal - Bericht in Fortsetzungen,, Sherlock Hohnes lebt noch!“. Außerdem viel Interessantes zu lesen, schöne Bilder und viel Humor! 20 Pf. 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