Kr. 255 (Elftes Blatt 188. Jahrgang Montag, St. Oktober 1938 krlchemi tflgItd), außer Sonntags and Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener FamMenblätter Heimat im Pild Die Scholle Monatr-Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tiernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Srontfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruÄ und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerel «.Lange in Sietzen. Schrlstlettung und «eschSftrftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» fite die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/e mehr. Ermäßigte Srundpretfe: Stellen*, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u* behördliche AnzeigenbRpst Mengenabschlüsse Staffel B Das wertvolle Buch als -leibender Besitz der Ration zur Eröffnung her Woche des deutschen Buches in Weimar. Höchste Leistungssteigerung -er deutschen Wirtschaft. Höhensonnenbestrahlung für den deutschen Bergmann. Deutsch-italienischer Schiedsspruch. Die Krage der ungarischen Minderheit und der slowakisch-ungarischen Grenze wird durch Schiedsspruch endgültig gelöst. Ein deutsches Hausbuch für jeden Weihnachtstisch. Berlin, 29. Oft. (DNB.) Neben den materiellen Gaben, die das WHW. wie in jedem Fahr auf den Weihnachtstisch der bedürftigen Volksgenossen legt, wird sich diesmal ein schönes und wertvolles deutsches Hausbuch „Ewiges Deutschland" befinden, das eine sorgfältige und wechselvolle Auswahl aus dem Schaffen deutscher Dichter und Denker, Erzählungen, Gedichte und Sinnsprüche, Heiteres und Ernstes, mit vielen Holzschnitten und Zeichnungen bringt. Zwei Millionen Exemplare hat das WHW. herstellen lassen, außerdem ist es in derselben Ausstattung im Buchhandel käuflich. Dieses Hausbuch vermittelt auch den ärmsten Volksgenossen die herrlichen Schätze deutscher Kunst und Kultur. Den Inhalt dieses Werkes kennzeichnet Reichsminister Dr. Goebbels in seinem Vorwort wie folgt: „Angefangen vom größten Sänger des frühen Mittelalters, Walther von der Vogelweide, bis hin zum jüngsten Staatspreisträger, dem unbekannten Hitlerjungen, der feiner Sehnsucht nach dem großen deutschen Volksreich in den „Lieder der Getreuen" Ausdruck verlieh, haben ajse echten Dichter und Künder deutscher Seele, die seit einem Jahrtausend das Fühlen und Denken des Volkes im Vers und Prosa ausdrückten, in diesem Buch Raum gefunden, um unserer Generation vom Erlebnis ihrer Zeit zu berichten. den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Dr. Ley schloß: „Höchste Sozialleistung ist auch höchste Wirtschaftsleistung, Sozialismus und Wirtschaft sind eins." > Mit der Inbetriebnahme der nach den Vorschlägen der DAF. auf der Krupp-Zeche „Saelzer-Ama- lie" in Essen gebauten Waschkaue „Schwarz- Weiß" mit Höhensonn ende st rahlung erlebte die Reichstagung des Fachamtes Bergbau ein Beispiel nationalsozialistischer Fürsorge für Gesundheit und Leistungsfähigkeit der schaffenden deutschen Menschen. Die neue Lichtbestrahlungs- anlage hat den Zweck, bei dem Bergmann den durch die Untertagearbeit bedingten Lichtmangel auszugleichen und Krankheiten zu verhüten. Höhensonnengänge zwischen der weißen Kaue, die die Tageskleider des Bergmannes birgt, und der schwarzen Kaue, in der der Bergmann seine Gru» benkleider an- bzw. ablegt, ermöglichen es, unter ständiger ärztlicher Kontrolle systematisch für die Gesundheit des Bergmannes zu sorgen. Dr. Ley gab dem Stolz darüber Ausdruck, daß auch diese Anlage zeige, in welch erfolgreichem Maße die Idee des Nationalsozialismus auch in der deutschen Wirtschaft Platz gegriffen hat. Ob der erste Versuch, der hier unternommen wird, wirklich zu dem gewünschten vollen Erfolge führe, hängt von der Belegschaft ab, denn Bequemlichkeit des Menschen ist der größte Feind des Fortschrittes. Hier ist unermüdliche Schulungsarbeit der Partei unerläßlich. Dr. Ley dankte besonders dem Werkführer Dr. Krupp von Bohlen und Halbach und der Firma Krupp für die einzigartige Anlage, die vorbildlich für den ganzen deutschen Bergbau sei. Reichsminister Dr. Goebbels Weimar, 30. Okt. (DNB.) Weimar stand am Sonntag im Zeichen der Eröffnung der ersten großdeutschen Buchwoche. Dor dem Staatsakt nahmen der Oberbürgermeister und die Ratsherren der Stadt Gelegenheit, in festlicher Sitzung dem Reichs- Minister Dr. Goebbels die Ehrenbürgerwürde der Stadt anzutragen. Dom Rathaus aus begab sich Reichsminister Dr. Goebbels nach der F ü r st e n g r u f t, wo er an den Särgen Goethes und Schillers Lorbeerkränze niederlegte. Von der Fürstengruft fuhr Reichsminister Dr. Goebbels zur Wei mar halle. Fahnen, Blumen und Lorbeergrün schmückten die Halle und das weite Chorrund, das beherrscht wurde von einem großen plastischen Hoheitszeichen, über dem auf einem Spruchband in goldenen Lettern das Leitwort der Woche des deutschen Buches 1938 zu lesen war: „Das Buch — ein Kraftquell der Ratio n". Die Ouvertüre zum „Barbier von Bagdad" von Peter Corneliu; leitete die Kundgebung ein. Darauf sprach Reichsstatthalter und Gauleiter S a u ck e l herzliche Worte der Begrüßung. Reichsleiter Bouhler führte dann u. a. aus, zu dem souveränen Recht der NSDAP, gehöre in erster Linie darüber zu wachen, daß das nationalsozialistische Ideengut nicht von Unberufenen verfälscht werde. Die Ergebnisse des Prinzips der Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Partei und des Staates würden deutlich an der Tatsache, daß es anläßlich der diesjährigen „Woche des deutschen Buches" auf Grund der Mitarbeit der parteiamtlichen Prüfungskommission erstmalig möglich gewesen sei, das wissenschaftliche Schrifttum, soweit es von allgemeinem Interesse ist, in der Iahresschau des deutschen Schrifttums maßgebend zu berücksichtigen. Sich besonders an die Verleger wendend, stellte Reichsleiter Bouhler die Notwendigkeit heraus, eine Hebung des allgemeinen Leistungsniveaus herbei- zuführen. Eingehende Behandlung widmete er der Schaffung einheitlicher Schulbücher, Lesestoffe, Lehr- und Lernmittel. Im Schulbuch müsse eine einheitlich aus der nationalsozialistischen Weltanschauung herausgewachsene Auffassung vertreten werden. Auch auf dem Gebiete des politischen Buches werde eine Wertsteigerung herbeigeführt werden. Zum Schluß ging Reichsleiter Bouhler auf die Verantwortung des Verlegers und der schrifttumspolitischen Dienststellen gegenüber der Leistung der schöpferischen Persönlichkei ein. Die Erfolge der nationalsozialistischen Schrifttumspolitik seien geeignet, jene Auslandshetze zu widerlegen, die nicht müde werde, das Märchen von der Knebelung der wissenschaftlich-schöpferischen Persönlichkeit im nationalsozialistischen Deutschland aufzu- tischen. Allerdings wird die Freiheit, wie wir sie verstehen, stets mit höchstem Verantwortungsbewußtsein gepaart sein müssen. Stürmisch begrüßt trat dann der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsmwifter Dr. Goebbels an das Rednerpult. Er sagte u. a.: Die Bücher sind unsere besten und treuesten Freunde. Sie begleiten uns von frühester Kindheit an durch das ganze Leben. In glücklichen und in schweren Stunden geben sie uns Trost, Erbauung und Entspannung. Das gute Buch wird zu allen Zeiten seinen ewigen Wert behalten. In ihm lebt die eigentliche Quelle der g e i st i g e n K r a f t einer 9t a « ti o n. Das Buch ist nicht nur dazu bestimmt, die Menschen zu unterhalten; es soll die Menschen auch erziehen. Und da wirkt wohl meistens das geschriebene Wort viel dauerhafter und einprägsamer als das gesprochene. Es kann manchmal ganz große geistige und weltanschauliche Epochen eines Volkes oder eines Erdtelles einleiten. Es weht dann sozusagen als Fahne über dem Anbruch einer neuen Zeit. Es ist oft bas Wort des Führers zitiert worden, daß Revolutionen nicht vom geschriebenen, sondern vom gesprochenen Wort gemacht wurden, daß an ihrer Spitze also nicht die <5d)riftfteuer, sondern die Redner ständen. Das ist zweifellos richtig und wird wieder einmal aufs neue durch unfere eigene revolutionäre Entwicklung bewahrheitet. Andererseits aber darf auch nicht verkannt werden, daß die Grenzen zwischen Rede und Buch oft verschwimmen, daß es Reden gibt, die ebensogut Schreiben sein könnten, und daß eine Sammlung interessanter Reden am Ende das beste Buch ausmachen können. Meistens sind ja vor allem in revolutionären Entwicklungen die großen Redner auch die großen Schriftsteller einer Zeit. Ton und Wort der Rede verhallen. Bleibend aber ist der Wert des Buches, dort vereinigt sich ein Volk und eine Zeit für immer. Die R e d e steht am Anfang der Revolution. Die Zeitung begleitet sie unmittelbar referierend und darstellend. Den bleibenden Wert eines revolutionären Zeitalters aber skizziert das Buch. Seine Aufgabe ist es, den Gehalt der Zeit den späteren Generationen zu übermitteln und damit der Revolution Ewigkeit zu verleihen. Es ist kein Zufall, daß der Führer selbst jn seiner schwersten Zeit, da er hinter Festungsmauern das Zeitgeschehen nur noch aus der Entfernung betrachten und nicht beeinflussen konnte, zur Feder griff, um im Buch das niederzuleqen, was ihn mnerlich erfüllte und bewegte. .Und beute mutet es uns fast wie ein Wunder an, daß dieses Werk eines Einsamen, auf dem kleinen Tisch einer Festungs- zelle geschrieben, zum größten Bucherfolg aller Zeiten geworden ist. Das, was alle guten Deutschen dumpf und ungeklärt empfanden, das wurde hier als das Evangelium einer neuen Zeit niedergelegt. Der Führer als größter Redner der nationalsozialistischen Revolution wurde damit auch ihr, erster und ihr erfolgreichster' Buchschreiber. Für uns hak das Buch feinen bleibenden Werl als ein überaus wertvolles Mittel der Volks gestalt uug und Volkserziehung. Und darum wird auch die Arbeit, die wir zur Verbreitung des Buches in den Mil- lionenmaffen unseres Volkes leisten, großzügig und unter Einsatz aller uns zur Verfügung stehenden organisatorifchen Mittel ungefaßt und durchgeführt. Die Werbung, die der Nationalsozialismus für das deutsche Buch durchgeführt hat und weiterhin durchführt, ist deshalb eine wohl überlegte und umfassende. Wiederum sind die A b s a tz z i f f e r n unserer Verlage um ein bedeutendes gestiegen. Der wissenschaftliche Verlag hat im laufenden Jahr ein Mehr von 11,2 v. H. aufzuweifen gegenüber nur 5,6 v. H. im vorangegangenen Jahr. An dieser Steigerung ist der populärwissenschaftliche Verlag sogar mit 12 v. H. beteiligt. Aber auch der s ch ö n g e i st i g e Verlag zeigt eine Absatzsteigerung von 4 v. H. Die Umsatzsteigerung im Sortiment für das erste Halbjahr 1938 beträgt gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1937 rund 7,5 v. H. Daneben haben wir eine ungeahnte Leistungssteigerung auch im kulturellen Wert der erscheinenden Bücher zu verzeichnen. Die Jahres schau des deutschen Schrifttumes zeigt diesmal 779 Bücher gegenüber nur 438 Bücher im Jahre 1937. Dabei konnte die Jahresschau für 1938 130 wissenschaftliche Werke aufnehmen gegenüber nur 30 Werken im Vorjahre. Es zeigt sich ein verstärktes Interesse der Leser für Bücher, die ihren Wert bereits bewiesen haben und Neuauflagen erlebten. Im ersten Halbjahr 1937 sind 2323 Werke neu aufgelegt worden, im ersten Halbjahr 1938 dagegen 3852. Werke; das bedeutet eine Steigerung um 65,8 v. H. Außerordentlich erfreulich ist die ständig wachsende Anteilnahme des deutschen Arbeiters am guten Buch. Das zeigt sich vor allem in dem rapiden Aufschwung der deutschen Werksbüchereien. Die größte Werksbücherei bei Siemens verfügt über einen Buchbestand von .56 400 Werken. Die Hälfte der in Betracht kommenden Belegschaft mit 60 000 Schaffenden ist ständiger Leser dieser Bücherei. 1932 wurden nur 312 000 Bände ausgegeben, 1937 dagegen 627 000 Bände. Zum erstenmal wird in diesem Jahr die. Nationalsozialistische Volkswohlfahrt auf meine Weisung im Rahmen des Winterhilfswerkes den von ihr betreuten Volksgenossen zum Weihnachtsfest ein Hausbuch „Ewiges Deutschland" schenken, das von der Schönheit, Größe und Kraft unseres nationalsozialistischen Vaterlandes erzählt. Ich habe angeordnet, daß die Frage der Altersversorgung der deutschen Dichter und Schrift st eller über das hinaus, was wir bisher an sozialen Maßnahmen auf diesem Gebiete getroffen haben, beschleunigt in Angriff genommen wird. Ich verfolge dabei die Absicht, eine großzügige, umfassende und würdige Altersversorgung aufzubauen, die unseren Schriftstellern und Dichtern die Gewißheit eines sorgenfreien Alters und damit auch die nötige Bewegungsfreiheit für ihr geistiges Schaffen gibt. Die deutsche Buchwoche hat auch diesmal wieder zu zeigen, daß ein Volk, das seine Bücher liebt, damit nur beweist, daß es feine geistige Existenz in der Welt behaupten will. Im ganzen Reich werden von heute ab unzählige Versammlungen für das deutsche Buch werben. Hunderte von Dichterlesungen sollen in den Städten und Dörfern des Reichs ftattfinben. Wie immer, so gilt auch hier unser dankbarer und ehrfurchtsvoller Gruß dem Führer als dem Schöpfer eines neuen Deutschland, in dem Geist und Kraft auf das wunderbarste gepaart sind. Er ist für uns gewissermaßen die Symbolisierung dieses neuen besseren Deutschland. Es gab Zeiten, da war Deutschland nur die Verkörperung von Geist allein und unser Volk in der Welt belächelt als ein Volk der Dichter und Denker. Es gab Zeiten, da war Deutschland nur die Verkörperung der Kraft allein und unser Volk in der Welt verhaßt und verachtet als ein Volk von Militaristen. Nun sind wir unter der gesegneten Hand des Führers beides geworden: die Repräsentanten deutschen Geistes und die Repräsentanten deutscher Kraft. Nachdem die Staatskapelle das rhapsodische Vorspiel des sudetendeutschen Komponisten Rudolf P e t e r k a „Triumph des Lebens" zu Gehör gebracht hatte, beschloß Reichsstatthalter (Bauleiter Sauckel mit dem Gruß an den Führer die eindrucksvolle Kundgebung. Iohresschau des deutschen Schrifttums Am Sonntagnachmittag wurde in der Falkengalerie des Weimarer Schlosses die I a h r e s s ch a u des deutschen Schrifttums durch Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet Die Ausstellung enthält wieder das Schrifttum dieses Jahres, das als besonders wertvoll im nationalsozialistischen Sinne ausgewählt worden ist. Neben weltanschaulichen und politischen Büchern finden wir Dichtung und Unterhaltung, Kunst- und Jugendschriften. Der Reichsminister vertiefte sich längere Zeit in das Geschenkwerk der Ostmark, das offensichtlich großen Eindruck auf ihn machte. Josef Weinheber über Volk und Dichtung. Auf dem Weimarer Dichtertreffen sprach der bekannte Lyriker Josef Weinheber über Dichtung und Volk: Die Verantwortung, die der Dichter vor dem Volke trage, dürfe nicht einseitig sein. Wie die Dichter dem Volk verpflichtet seien, so sei das Volk den Dichtern verpflichtet. Diese wechselseitige Verpflichtung sei heute anerkannt, und daher wüßten die Dichter wieder, für wen die Dichtkunst da fei. Heute gäbe es gewiß kein Volk auf der Erde, das seine Dichter so ehre, würdige und liebe wie das unsere. Weinhebers Worte fanden lebhafte Zustimmung. Dr. Ley in Essen. Essen, 30. Okt. (DNB.) Die dritte Reichstagung des Fachamtes Bergbau in der DAF., auf der alle wichtigen Probleme sozialer, wirtschaftlicher und technischer Art des deutschen Bergbaues erörtert wurden, fand mit einer Kundgebung in den Essener Ausstellungshallen ihren Abschluß. Mit den Be» triebsführern, Betriebsobmännern und Vertrauensmännern aus dem ganzen Reich hatten sich zahlreiche führende Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Wirtschaft versammelt. Die Rede Dr. Leys war ein eindringlicher Appell zu weiterer L e i ft u n g s fte i g e » r u n g. Vorausschauende Beruf s^lanung habe dafür zu sorgen, daß die Menschen überall dort eingesetzt werden, wo sie nötig sind. Viele Menschen steckten heute noch kn Berufen, zu denen sie nichts taugen, und hier gelte es, durch großzügige U m - schulungsmaßnahmen die angestrebte Berufsplanung schon für die Gegenwart wirksam werden zu lassen. Hinzu kommen müsse eine großzügige Begabtenförderung und eine verantwortungsvolle Berufsberatung. Durch eine planvolle Berufsvorbereitung bereits in der Schule muffe es auf die Dauer gelingen, mit einer zweijährigen Lehrzeit nach der Schulzeit auszukommen. Besondere Bedeutung komme auch dem Reichsberufswettkampf zu, der einmal alle schaffenden Deutschen erfassen solle. Zu einer vernünftigen Betriebsordnung müsse schließlich eine sinnvolle Arbeitsgestaltung und Rationalisierung nach Methoden kommen, die nicht von Profitgier bestimmt werden, sondern Zusammenkunft in Wien. Am Mittwoch Beginn der Besprechungen. Berlin, 31.Oft (DNB.) Nachdem das Problem der ungarischen Minderheiten in der Tfchecho-Slowakei und die Frage einer gerechten ethnographischen Grenzziehung zwischen Ungarn und der Tfchecho-Slowakei in den letzten Wochen durch direkte Berhandlun- g e n der beiden Regierungen nicht g e l ü st werden konnte, haben sich die ungarische und die tschecho-slowakische Regierung mit der Bitte a n b i e deutsche und die italienische Regierung gewandt, diese Frage durch einen Schiedsspruch zu lösen. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat anläßlich seines Besuches in Rom mit dem italienischen Außenminister Graf E i a n o auch diese Frage besprochen und die italienische Regierung bereits dahin informiert, daß Deutschland dem Grundsatz einer solchen schiedsgerichtlichen Regelung zustimme. Nachdem sich die tschecho-slowakische und die ungarische Regierung heute bereiterklärt haben, den Schiedsspruch als ultimative Regelung vorbehaltlos anzuneh- men und ihn unverzüglich durchzufüh- r e n, haben sich die deutsche und die italienische Regierung nunmehr entschlossen, den Schiedsspruch zu fällen. Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Graf Eiano werden deshalb am 2.November in Dien zusammen- treffen. Der ungarische unb bet Ychecho-jlowa- kische Außenminister sind für den gleichen Tag nach Dien eingeladen worden. RibbenttopsSesprechungmRom Rom, 29. Okt. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hatte Samstag nachmittag noch einmal eine Besprechung mit Mus. f o I i n i, die eindreiviertel Stunden dauerte. Der Besprechung schloß sich noch eine kurze Aussprache mit Außenminister Graf Ciano an. Ribbentrop erklärte der Presse, daß die Aussprachen, in denen alle gegenwärtigen aktuellen Probleme der europäischen Politik besprochen worden seien, im Herz« lich sten Einvernehmen stattgefunden haben. Sie haben erneut gezeigt, daß die gegenwärtig schwebenden politischen Probleme sowohl von Italien wie von Deutschland in dem der Achse Rom—Berlin eigenen Geiste der Freundschaft und engsten Zusam* menarbeit eine in jeder Hinsicht überein* ft i m m e n b e Beurteilung erfahren. Oer ehemalige karpatho- ukrainische Ministerpräsident Brody in Hast. Prag, 29. Okt. (Europapreß.) Zu der Amtsenthebung des ehemaligen Ministerpräsidenten der Karpatho-Ukraine, Andrej B r o d y , wird folgender amtliche Bericht ausaegeben: „Der Ständigck Ausschuß der Nationalversammlung hat in seiner letzten Sitzung seine Zustimmung zu der Strafverfolgung des Abgeordneten Andrej Brody wegen schweren Vergehens gegen bie Sicherheit des Staates erteilt. Infolge* dessen ist Abgeordneter Brody verhaftet unb in bie Hast bes Kreisstrafgerichts in Prag eingeliefert worben." Oer Mittellandkanal eröffnet. Oer Stellvertreter des Führers übergibt das Schiffshebewerk Rothensee seiner Bestimmung Magdeburg, 30. Okt. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, eröffnete am Sonntagvormittag den Mittellandkanal. Zugleich wurde das Schiffshebewerk Mägde- burg-Rothenfee in Betrieb genommen. Zu der Feier waren auch neben anderen führenden Persönlichkeiten aus Staat und Partei die Reichsminister Dr. Dorpmüller und Seldte sowie der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. R a e d e r erschienen. Hinter den Absperrungsreihen drängten sich ungezählte Tausende, seitlich des 85 Meter langen, 12 Meter breiten und 2,5 Meter tiefen Troges stehen in langer Reihe Männer der Werkscharen mit den goldbestickten Fahnen der Musterbetriebe. Auch die am Bau des Kanals und des Hebewerks beteiligten Ingenieure, Bauführer und Arbeiter sind zur Stelle. Viele Fabr- zeuge liegen auf dem Abstiegskanal am Oberhafen und harren des Signals zur Eröffnung des Schiffshebewerks. Sie alle, voran der schmucke Regierungsdampfer ,Hermes", Motorboote, Jachten und Lastkähne haben zur Feier des Tages über die Toppen geflaggt. Bunte Wimpelketten von Bord bis zum Heck schmücken Schiff um Schiff und Kahn um Kahn. Rudolf Heß schritt zunächst unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenformationen ab- und begab sich dann mit den übrigen Ehrengästen auf die Kommandobrücke des Hebewerks. Oberpräsident von Ulrich überbrachte zunächst die Trauerbotschaft, daß bei einem schweren Verkehrsunglück am Sonntagmorgen neun SA. - Männer, die sich auf dem Wege zur Feier befanden, ih^Leben lassen mußten. Er gedachte in warmen Worten dieser Toten und der 13 Verletzten, während die Tribünenbesucher die Häupter entblößten. Dann unterstrich der Oberpräsident als Chef der Elbstromverwaltung die geschichtliche Bedeutung dieses Tages für die gesamte deutsche Binnenschiffahrt, an dem man feststellen könne, daß der Mittellandkanal vom Rhein bis zur Elbe und darüber hinaus der Binnenschiffahrtsweg zpr Reichshauptstadt und zum deutschen Osten befahrbar sei. Reichsverkehrsmimfier Dr. Dorpmüller hielt dann die Festansprache. „Mit dem heutigen Tage", so sagte er, „erhält Deutschland einen neuen Binnenschiffahrtsweg, der die westlichen Ströme Rhein und Weser mit der Elbe verbindet und darüber hinaus nach Berlin bis zur Oder die Kanalverbindung herstellt. Es waren nicht technische, sondern politische Schwierigkeiten, die so lange Jahrzehnte hindurch den Mittellandkanal zurückgehallen haben. Langwierige parlamentarische Paris, 29. Okt. (DNB.) Auf dem radikalsozia- len Parteikongreß erklärte Außenminister Bonnet, bei der Lösung der teschechischen Krise habe die englische Regierung ständig darauf hingewiesen, daß sie zwar gemäß den festumrissenen Verpflichtungen für den Fall einer Bedrohung der französischen Grenzen ihre Streitkräfte Frankreich sofort zur Verfügung stellen müsse, daß sie aber im Fall der Tschecho-Slowakei durch keine festumrissenen Verpflichtungen gebunden sei. Für die französische Regierung sei es unmöglich gewesen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker aüzulehnen, da Frankreich dieses Recht so ost im Laufe seiner Geschichte vertreten hätte. Das Münchener Abkommen habe den Frieden gerettet. Aus der damaligen Lage habe sich klar ergeben, daß der Krieg unmittelbar bevorgestanden habe. In einem solchen blitzartigen Kriege wäre die Tsche- cho-Slowakei, von drei Fronten angegriffen, i n - nerhalb weniger Tage vernichtet worden. Immer werde man Frankreich bereit finden, sich allen Bemühungen anzuschließen, die eine Festigung der Zusammenarbeit der Völker untereinander fördern könnten. Frankreich werde dem Grundsatz der Genfer Liga treu bleiben. Vergeblich aber wäre es, wenn man leugnen wollte, daß Genf gegenwärtig eine schwere Krise durchmache. Die Schwächung Genfs habe im Ablauf der Tschechenkrise gezeigt, daß Frankreich allein oder fast allein für eine Hilfeleistung für die Tschecho-Slowakei veranlaßt worden wäre. Das sei eine Warnung, die man in Zukunft berücksichtigen müsse. Die Grundlage der französischen Außenpolitik müsse die französisch-britische Entente sein, lieber diese traditionelle Freundschaft hinaus stelle sich aber das Problem der Beziehungen Frankreichs zu den anderen Ländern. Es sei unmöglich, daß die Völker Europas weiterhin in dem jetzigen Zustande der Unsicherheit leben. Daher wünsche Frankreich, daß aus dem Wünchener Abkommen in Europa ein besseres Verständnis und eine Atmosphäre der Entspannung hervorgehen möge. Frankreich wolle zunächst, daß normale Veziehungen zwischen Frankreich und seinen Vachbarländern hergeslelll werden. Vor einem Monat sprach Daladier in bewegten Worten von den Beziehungen Frankreichs zu Deutschland von der Kammertribüne aus. Dabei erklärte er, daß er die Achtung Deutschlands vor Frankreich gleich nach seiner Ankunft in München gespürt habe. Diese Achtung gründe sich auf der Tatsache, daß man wisse, Frankreich sei bereit, alles zu bekämpfen, was sich seinen lebenswichtigen Interessen und der Sache der Gerechtigkeit in den Weg stellen würde. Wir wünschen, daß zwischen Deutsch, land und Frankreich eine aufrichtige Zusammenarbeit zustande kommen möge, und daß in beiden Ländern die Furcht vor eiuemkouflikt ausgeschaltekwerden möge, der in kurzer Zeit den um den Preis so vieler Anstrengungen erzielten Fortschritt sowohl in Frankreich wie in Deulschland vernichten würde. Zwischen Frankreich und Italien sind soeben Kämpfe haben den Bau lange unmöglich gemacht, und als er ermöglicht wurde, waren es nur kleine Abschnitte des Kanals, die zum Bau kamen. Rach Kriegsende dauerte es wieder zehn Jahre, bis endlich Der Mittellandkanal von Hannover bis Peine verlängert werden konnte und seine Abzweigung nach Hildesheim erhiell. 1928 weihte der damalige Reichspräsident und Generalfelümarschall v. Hindenburg diese Kanalstrecke ein. Zugleich aber hatte man in dieser Zeit den Jhle-Plauener Kanal für 100-Tonnen-Schitte umgebaut. Es blieb das R e st st ü ck zwischen Hannover und der Elbe. Man suchte mit allen Mitteln den Bau so langsam vorwärts zu treiben wie nur eben möglich. Und wäre im Jahre 1933 nicht der Nationalsozialismus erschienen, der mit den Sonderinteressen aufräumte, ich bin sicher, wir ständen heute nicht hier, um die für Deutschland so wichtige Wasserstraße zu eröffnen. \ Er ist Deutschlands bester Kanal; denn zwischen Rothensee und dem Ruhrrevier besitzt er nur drei Stufen, also lange Schiffahrtsstrecken. Die westliche Industrie wird sich seiner ebenso be- dienen, wie der Osten seine Lebensmittel auf ihm verfrachten wird. Durch seine Verbindung mit den von Süden nach Vörden ziehenden deutschen Strömen werden die Vord- und Ostseehäfen in ihrer Ausfuhr nach llebersee und ihrer Einfuhr nach Deutschland gestärkt. Vor uns liegen die Magdeburger Industriewerke und warten auf den heutigen Tag, um sich der billigen Frachten auf diesem neuen Schiffahrtswege zu bedienen. Dort im Westen entsteht Deutschlands größtes Hüttenwerk und das Werk des neuen Volkskrafl- wagens. Durch die Elbe ist das neue S u - de len land mit dem Egerlauf angeschlossen. Durch die Saale wird in wenigen Iahren von Leipzig her der große Wasserverkehr ausgenommen werden: Ausgestattet mit den modernsten Hebewerken und Schleusen, mit Vrük- keu und Dükern, eingebettet in tiefe Einschnitte und getragen von hohen Dämmen, stellt es ein Mei st erweck der deutschen Wasserbau k u n st dar. Deshalb verdient dies Werk unseren Dank an alle diejenigen, die an ihm mitgearbeitet haben. 3um Schluß erstattete Elbstrombaudirektor Dr. P e tz e l Den Baubericht. Besonders interessant war Die Mitteilung, daß die Leistungsfähigkeit des Schiffshebewerkes Rothensee gestattet, in durchgehendem 24-Stunden-Verkehr b i s zu 15 Millionen Tonnen Güter jähr- l i ch zwischen Elbe und Kanal zu befördern, und daß der Kanal nicht nur Der Schiffahrt Dient, son- normale Beziehungen wiederhergestellt worden. Wir freuen uns darüber, Denn niemand wünscht mehr als wir die Verstärkung Der überlieferten Freundschaft zwischen Italien und Frankreich. Wir sind überzeugt, daß die Regelung des panischen Konfliktes an dem Tage möglich werden wird, an dem alle europäischen Freiwilligen zurückgezogen wären, und an Dem Die Spanier sich allein gegenüberstehen würden. Wir finD davon überzeugt, daß eine Vermittlung mit Aussicht auf Erfolg versucht und ein glücklicher Friede wiederhergestellt werden kann. Es gibt bei einer solchen politischen Auffassung nichts, was nicht völlig' in Einklang zu bringen ei mit Dem Festhalten Frankreichs an allen seinen besonderen Freundschaften, besonders mit Der Sowjetunion, ebenso wie mit Polen, Rumänien, Jugoslawien und Belgien. Um mit allen Völkern ohne Ausnahme und unabhängig von ihrem System Verhandlungen anzubahnen, sei es zunächst nötig, daß Frankreich mächtig sei. Frankreich müsse an dem Tage, an Dem sich das Problem Der Abrüstung notwendigerweise stellen werde, in Der Lage sein, aus Dem Fuße Der Gleichheit mit j eh tö ehern Partner zu verhanDeln. Frankreich wolle beweisen, daß Die Demokratien ebenso fähig wie jedes andere Regime seien, ihre Rolle in Der modernen Wett zu spielen. Kammerpräsident Herriot verteidigte Bonnet gegen die kommunistischen Angriffe und erklärte, die Politik der kollektiven Sicherheit habe vollkommen bankrott gemacht. Genfer Aktionen hätten keinerlei Wirksamkeit. Herriot verteidigte Den Pakt mit (Somjet» rußland. Er versicherte, daß er gegen die totalitären Regime keinerlei Vorurteil habe. Immer habe die Partei erklärt, daß ein Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland ein Unsinn sei. Frankreich solle keine ideologische Politik über seine Grenzen hinaus machen. Die Außenpolitik vollziehe sich auf Der Landkarte, allerdings unter der Bedingung der Politik Der freien Hand für Frankreich, das auf gewisse Freundschaften und Hoffnungen nicht verzichten wolle. Oie Entschließung des Parteitages. Die Aussprache schloß mit Der Annahme einer außenpolitischen Entschließung, Die Daladier und Bonnet zur Aufrechterhaltung des Friedens beglückwünscht und Die französisch-englische Entente als unerschütterliche GrunDlage Der französischen Außenpolitik bezeichnet. Die Partei bedauert es. daß Genf nicht in Der Lage sei, allen Völkern Die Sicherheit oder Achtung Des Rechtes zu gewährleisten. Sie hofft, daß die Münchener Zusammenkunft Den Ausgang zu ausgedehnteren Verhandlungen bilden möge, Die ohne Nachteil für irgend- eine der alten Freundschaften eine dauernde Besserung der De ziehungenzuDeutsch- land u n D Italien gestatten mögen. Die Partei stellt fest, daß Der spanische Krieg eine ständige Gefahr für den europäischen Frieden fei, und daß die ausländischen Jnterventtonen Die französische Verbindung nach Nordafrika und Die französische Stellung im Mittelmeer bedrohen könnten. Die Partei verlangt daher Die Zurückziehung ä 11 e r Freiwilligen ohne Ausnahme. Ferner wird Die Hoffnung ausgesprochen, daß bessere Beziehungen Dem auch Der landwirtschaftlich en Nutzung weiter Gebiete, und namenllich Dem sogenannten Droemling (einem Niederungsmoor bei Magdeburg) zugute kommt. Hier werden rund 25000 Hektar Land durch Ableiten von Hochwasser in den Kanal vor unzeitigen Ueber-- schwemmunaen geschützt. Was am Mittellandkanal in Gemeinschaftsarbeit von Wasserstraßenverwaltung, Unternehmern und Werktätigen geleistet wurde, stellt sich ebenbürtig den anderen technischen Großtaten des Reiches an Die 6eitev Rudolf Heß tritt dann, umbrandet von den Heilrufen Der Menge, an das Mikrophon Der Kommandobrücke und vollzieht Den Einweihungsakt mit weithin hallenDen Worten: „Der MittellanDkanal ist eröffnet." NachDern Die Nationalhymnen verklungen sind, verläßt Der Stellvertreter des Führers die Köm- mandobrücke und begrüßt Die vor Dem Betriebsgebäude angetretenen Arbeitskameraden Des Hebewerks, schreitet Die Front der Werkschar ab und begibt sich zu dem oberhalb des Hebewerks auf Dem Kanal bereitstehenden Regierungsdampfer „Hermes". Die Menschen auf Den Tribünen unD an Den Böschungen Des Kanals warten nun mit Spannung auf Den Augenblick, Da Der Dampfer in das Hebewerk einfährt. Endlich ist es soweit. Der Regierungsdampfer fährt, das goldene Band zerschneidend, in Den Trog ein. Das Hubtor wird geschlossen unD lautlos, fast spielend gleitet Der Trog nach unten. Dann öffnet sich Das andere Tor das Trogs und langsam, begleitet von Den Jubelrufen Der Menge gleitet Der Dampfer aus dem Hebewerk hinaus und fährt Den Kanal hinunter Der Elbe zu. Der Regierungsdampfer legte bei Den Herrenkruganlagen an und von hier fuhr Der Stellvertreter des Führers zunächst zum Seegeltungsinstitut, wo er in Begleitung von Generaladmiral Dr. h. c. Raeder Die Front Der Ehrenkompanie Der Marine abschritt und von Vizeadmiral o. Trotha mit herzlichen Worten begrüßt wurde. Nach einer Besichtigung Der einzelnen Abteilungen wurde Die Fahrt bis zum attstädtischen Rathaus fortgesetzt. Rudolf Heß richtete hier einige Worte an die jubelnde Menge. Er wies insbesondere Darauf hin, daß politische und nicht wirtschaftliche Gründe Dafür verantwortlich waren, daß Der Dau jahrzehntelang nicht zur Vollendung gekommen sei. Der Führer habe Das Unglück des drohenden bolschewistischen Chaos ab gern enD et und nun sei dank seiner Jnitiattve auch dieses gewaltige Werk des Mittellandkanals vollendet worden. Vor dem Verlaßen des Rathauses bat Rudolf Heß, die vielen Blumenspenden, Die ihm überreicht wurden, an den Bahren Der verunglückten SA.-Kameraden nieDerzulegen oder Den Verletzten zu überreichen. zwischen Den vier großen Mächten Die Einberufung einer internationalen Konferenz gestatten mögen, auf der Die Möglichkeiten, Die wirtschaftliche Unordnung abzustellen, geprüft werden können. Die Partei erklärt, daß Der Friede, den Frankreich wünsche, nicht Durch Verzichte erEauft "merhe unD in dem heutigen Zustande der Welt nur durch eine mächtige militärische Macht gesichert werden könne. Die sich auf Die wiederhergestellte wirtschaftliche und finanzielle Stärke stütze. Die Partei ruft zum Zusammenschluß aller für Die JDee Der Ordnung, Der Arbeit und der Freiheit auf. Daladiers Schlußwort. In Der Nachmittagssitzung mar es mehrfach zu stürmischen Auseinandersetzungen gekommen, als Gegner der Außenpolitik Daladiers versuchten, ihre Ansichten darzulegen. Der Delegierte Bayet, wurde vom Parteitag regelrecht niederge- chrien. Die Versammelten riefen: „Nach Moskau! Nach Moskau!" In einer Ecke des Saales entstand ein Handgemenge. Die Versammelten riefen immer wieder: „Daladier! Daladier!" THnifterpräftbent D alad ier ergriff schließlich Das Wort. Er ersuchte um Mitarbeit an Dem Wiederaufrichtungswerk, er wolle die Arbeitermassen nicht ausschließen, noch gegen sie regieren. Er sei und bleibe Republikaner. Niemand habe das Recht, ihm in dieser Beziehung Lehren zu erteilen. Dom nächsten Monat ab würden Die notwendigen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen veröffentlicht werden. Der Parteitag jubelte dem Ministerpräsidenten begeistert zu. Die Marseillaise wurde von allen Tagungsteilnehmern gesungen. Daraufhin erfolgte die Annahme der Tagesordnung durch Handaufheben. Nur ganz wenige Abgeordnete stimmten Dagegen. Dann wurde Der Parteitag geschlossen. Oie Finanzreform Daladiers. Paris, 30. Okt. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier ist wieder in Paris eingetroffen. Er begab sich sofort ins Kriegsministerium, um die von ihm angekündigten finanziellen Maßnahmen auszuarbeiten. Sie betreffen nach Angaben des „Matin" eine Kapitalsonder- ft euer, eine Erbschaftssondersteuer, eine Neure g e l u ng Der Arbeitszeit durch geschmeidigere Gestattung Der Vierzigstundenwoche, Die Neuordnung der Erzeugung nach bestimmten wirtschaftlichen Plänen, Maßnahmen zur Verteidigung der Währung und zum Ausgleich Der Handelsbilanz, Die immer noch jeDen Monat erhebliche Fehlbeträge aufweist, sowie eine Rentenkonoer- t i e r u n g. Falls sich für Die Regierung unüber- WinDliche Schwierigkeiten im Parlament ergeben sollten, wird Ministervräsident Daladier Die Kammer auflosen. Vorher aber wird Das Parlament eine Wahlreform zu beraten haben. Kühler Abschied Coulondres von Moskau. Moskau, 29. Okt. (DNB.) Kürzlich war in der „Prawda" ein Artikel erschienen, Der unter Der lieber- schrift „Von Jena bis München" die ü b e lst e n A n- pöbelungen gegen die Politik Daladiers enthielt. Botschafter Coulondre hatte um Aufklärung Darüber ersucht, ob dieser Artikel, her für Frankreich und dessen Regierung beleidigend sei, Der Ansicht her Sowjetregierung entspräche. Vom Außenkommissariat wurde jedoch keinerlei Antwort erteilt Coulandre hat darauf ein Abschiedsdiner, das Litwinow zu seinen Ehren veranstalten wollte, abgesagt Desgleichen erschien Litwinow nicht auf dem Diner, bas anläßlich des Abschieds Coulondres auf der französischen Botschaft gegeben wurde. Dieselbe „kühle" Atmosphäre zeigte sich auch bei der Abfahrt Coulondres aus Moskau. Dem scheidenden Botschafter gab das Diplomatische Korps fast vollzählig das Geleit, während als einziger Vertreter her Sowjets her Chef der Protokollabteilung des Außenkommiffariats erschienen war. Leber 70 Todesopfer in Mrseille Scharfe Kritik an der mangelhaft ausgerüsteten Feuerwehr Paris, 31. Okt. (DNB.) Die Slufräumungs- arbeiten in Marseille wurden am Sonntag unter Hinzuziehung von Senegalschützen weiter fortgeführt. Die Trümmer sind jetzt so weit fortgeschafft worden, daß die Arbeiter den zum Kellergeschoß ührenden Treppeneingang erreichen konnten. Die Keller des niehergebrannten Kaufhauses sind jedoch durch die' Loscharbeiteü bis oben mit Wasser ange- ültt. Das jetzt erst ausgepumpt werden muß, ehe nan die Suche nach weiteren Opfern der Kata- trophe aufnehmen kann. Man vermutet, daß sich eine ganze Anzahl von Angestellten während Des Brandes in die Kellerräume geflüchtet hat und hort ums Leben gekommen ist. Immer wieder werden unter den Trümmern verstümmelte und völlig verkohlte Ueberreste Der Opfer gesunden. Die nicht mehr identifiziert werden können. Die Opfer werden in dem Saal her Stadtbibliothek, her (U einer Kapelle umgestaltet wurde, aufgebahrt. Bis Sonntag abend wurden festgestellt: 6 Tote, 6 9 Vermißte, und zwar 63 Angestellte des Kaufhauses, 4 Arbeiter und 2 Kunden, ferner liegen etwa 30 Verletzte in Krankenhäusern. Aus Den Trümmern wurden bisher 18 Opfer geborgen, konnten aber nicht identifiziert werden. Wie her Temps meldet, hat her Unter- uchungsrichter mit Der Vernehmung der llugenzeugen begonnen, um b i e Ursache des Brandunglücks aufzuklären. Sowett bisher feststehe, oll das Feuer in der Abteilung für St in* »erkleidung des Kaufhauses Nvuvel» les Galleries ausgebrochen sein, das im ersten Stock des Kaufhauses lag, und zwar sollen die Flammen von einem Dekorationsgerüst ausgegangen sein, bei dem vier Arbeiter beschäftigt waren. Diese vier Arbeiter sind wahrscheinlich in den Flammen umgekommen. Auf her Cannebiöre fanden Kundgebungen statt, bei denen her Rücktritt des sozialdemokratischen Bürgermeisters T a s c o verlangt wurde. Die empörten Marseiller Bürger wollen missen, warum die Feuerwehr mit vorsintflutlichen Löschgeräten ausgerüstet war, was bereits Innenminister Sarraut zu dem Beschluß veranlaßt hat, die Feuerwehr von Marseille zu v e r st a a t l i ch e n. Der erste Hafen Frankreichs sei eine äußerst verwundbare Wirtschcrftsmetropole, zumal sich auf ihrem Gebiet bedeutende Delraffinerien und Fabriken für die Verarbeitung Der Kolonialerzeugnisse befänden. Ein her Volksfront nahestehenhes rahikalsozialisti- sches Blatt gibt erneut her Vermutung Ausdruck, haß Brandstiftung vorliege. Es fei auffallend gewesen, daß die berüchtigte Marseiller Unterwell sofort bei Ausbruch des Brandes an Ort und Stelle gewesen sei und zu plündern begonnen Habe. Mehr als sechzig Einbrüche seien in der Nähe der Brandstätte festgestelll worden. Ein der Polizei bekannter Angehöriger her Marseiller Unterwelt sei in dem Augenblick verhaftet worden, als er das .Hotel „Noallles" mit gestohlenen Briefen verlassen wollte, die Außenminister Bonnet gehörten. Bonnet bewohnte ebenso wie Ministerpräsident Daladier während des radikalsozialisttschen Parteitages dieses Hotel. Litauen hebt den Kriegszustand auf. Deutsch wird endlich wieder Amtssprache im Memelgebiet. Memel, 29.Okt. (DNB.) Der memelländische Gouverneur teilte dem Präsidenten des Direktoriums des Memelgebietes mit, daß her Kriegszustand mit allen seinen Folgen in Der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November für das Memel- gebiet aufgehoben wird, lieber das Schicksal des umfangreichen Staatssicherheits-Polizeiappara, tes im Memelgebiet, dem Organ der Kriegsbehörden, besteht noch Unklarheit. Ob mit dem Fallen Des Kriegszustandes auch die Wirksamkeit des alten Staatsschutzgesetzes erlischt, ist ebenfalls noch ungewiß. Der Termin für Die Neuwahlen zum 6. Memelländischen Landtag ist auf Den 11. Dezember festgesetzt worden. Als Mitglieder der Wahl- kommrssion sind Landgerichtsrat Krafft, Amtmann Peterat, Landesdirektor Sette, Vizepräsident Bingau und Landtagsabgeordneter Jailus von Der Litauischen Fraktion berufen worden. Der Gouverneur des Memelgebietes hat ferner die Behörden und Betriebe her litauischen Zentral- oerwaltung im Memelgebiet, wie Bahn, Post, Zoll und,Hafen, angewiesen, ihre Anschriften an Den Gebäuden, die bisher — also 16 Jahre lang — nur litauisch beschriftet waren, Dahm- gehend zu ändern, daß auch die deutsche Be- zeichnung hinzukommt. Die Schilder am Meme- ler* Bahnhofsgebäude sind bereits überstrichen worden. Damit soll nun endlich Der erste Schritt zur Erfüllung des Artikels 27 Des Memelstatuts getan werden, her da lautet: Die litauische und die deutsche Sprache werden zu gleichen Rechten als Amtssprache im Memelgebiet anerkannt. Oie deutschen Kliniken in Prag wieder zurückgegeben. Prag, 29. Okt. (DNB.) Die Uebergabe der deutschen Kliniken erfolgte am Samstagvormittag, nachdem bereits am 26. Oktober Die unverzügliche Rückgabe her Deutschen Kliniken an ihre rechtmäßigen Eigentümer in dem Zustand, in dem sie beschlagnahmt wurden, von Der Prager Regierung ange- ordnet worden war. Bei Der Uebergabe mußte durch hie deutschen Aerzte leider feftgefteüt werden, daß die Amtssiegel an Den bisher verschlossenen Räumen zum Teil beschädigt waren. Auch das Inventar scheint in vielen Kliniken nicht ganz m Ordnung zu sein. Der jüdisch versippte Direktor des Krankenhauses, Dr. P u ch w e i n , übte in unerhörter Weise Kritik an Der ftüherey Führung der Kliniker^ Die Radikalsozialistische Berirauensklmdgeblmg für Daladier. Außenminister Bonnet tritt für Verständigungspolitik mit Deutschland und Italien ein aber von den Vertretern der Kliniken aufs schärfste zurückgewiesen wurde. Auch die Zumutung, daß die deutschen Aerzte mit tschechischen Schwestern den Dienst an den deutschen Kliniken versehen sollten, wurde abgelehüt. Die nötigen Schritte, die Kliniken wieder in den Zustand zu versetzen, in dem sie vor der Beschlagnahme waren, sind eingeleitet worden. Nie Ltebergabe der abgetretenen Gebiete. Deutsch-tschechische Vereinbarungen zum Münchener Abkommen. Berlin, 30. Ott. (DNB.) Zur Durchführung des Münchener Viermächteabkommens ist zwischen der deutschen und der tschecho-slowakisc^n Regierung eine Reihe weiterer technischer Vereinbarungen abgeschlossen worden für die Ueb ergäbe der ab» getretenen Gebiete. Oberster Grundsatz ist, daß das abgetretene Gebiet in „ordnungsmäßigem" Zu st and zu übergeben war, und daß, soweit dies nicht geschehen ist, R ü ck e r st a t - tung oder Ersatz zu leisten ist. Es ist bereits eine erhebliche Zahl von Lokomotiven, Triebwagen, Personen- und Güterwagen an die Reichsbahn zurückgeliefert worden. Weitere Rücklieferungen werden in den nächsten Tagen erfolgen. Ebenso ist mit der Rücklieferung von Pferden und Kraftwagen, die von den tschecho-slowa- kischen Militärbehörden requiriert worden sind, bereits begonnen worden. Auch die Rücklieferung des für die Verwaltungsbehörden notwendigen Schrift- tums (Derwaltungs- und Berichtsakten, Registraturen, Pläne usw.) ist bereits im Gange. Am Montag wird auf etwa 50 Stellen an der neuen Grenze der Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowäkei wieder in Gang gesetzt werden. Das bedeutet, daß die Tschscho-Äowakei wieder an den internationalen Personen- und Gütereisenbahnoerkehr angeschlossen wird. Bei dieser Gelegenheit wurde zwischen den beiden Eisenbahnverwaltungen auch ein privilegierter Personen- und Güterverkehr zwischen Schlesien und der O st mark auf benx zwei Eisenbahnstrecken Annaberg—Lundenburg und Mit- telwalde—Lundenburg vereinbart. Dieser Verkehr ist von den sonst üblichen Zoll-, Paß- und Devisenkontrollen befreit. Er wird sich daher für den Handel und die Reisenden leicht und schnell abwickeln. Ferner ist eine Vereinbarung über den Zahlungsverkehr zwischen dem abgetretenen Gebiet und der Tschecho-Slowäkei getroffen worden. Der Warenverkehr zwischen dem abgetretenen Gebiet und der Tschecho-Slowäkei kann auf Grund dieses Zahlungsverkehrs jetzt wieder in Gang kommen. Dem gleichen Zweck dient die Regelung, daß für Vie Einfuhr tfchecho-slowakischer Erzeugnisse in das abgetretene Gebiet und umgekehrt für die Einfuhr von Erzeugnissen des abgetretenen Gebietes nach der Tschecho-Slowäkei vorläufig Zoll frei- h e i t gilt. In der kommenden Woche wird auch der regelmäßige Po st«, Telephon- und T e l e » grammverkehr zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowäkei wieder ausgenommen werden. „MeinKampf" in derTschecko-Elowakei nickt mebr verboten. Prag, 29. Okt. (DNB.) Das Ministerium des Innern hat das Verbot der Beförderung und Verbreitung folgender ausländischer Zeitschriften widerrufen: „Der Angriff", „Berliner Börsenzeitung". „Berliner Tageblatt", „Frankfurter Zeitung", „Münchener Neueste Nachrichten", „Nationalzeitung", Essen, „Neue Freie Presse", Wien, „Neues Wiener Journal", Wien. „Völkischer Beobachter" Ferner widerrief das Ministerium das Verbot der Beförderung und Verbreitung des Buches „M e i n K a m p f". Oie Technische Noihilfe beim Einmarsch ins Sudeienland. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Bei der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete sind Angehörige der Technischen Nothilfe im Rahmen von besonderen, den Oberbefehlshabern der Heeresgrupven unter- stehenden Einheiten, eingesetzt worden. Diesen Einheiten lag insbesondere die Inganghaltung von Dersorgungsbetrieben bzw. die Wiederingangsetzung zerstörter Dersorqungsbetriebe ob, um die Versorgung der einrückenden Truvpen und der Zivilbevölkerung mit Strom, Gas und Wasser sicherzustellen. Sie haben die ihnen gestellten Aufgaben voll erfüllt. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht hat der TN. für die tatkräftige Unterstützung der Wehrmacht und den eingesetzten Nothelfern für ihre selbstlose Pflichterfüllung seinen Dank und seine Anerkennung ausgesprochen. Bucksommlung für die sudetendeutscke Zuarnd. Berlin. 29 Okt. (WB.) Die R-ichsjuaendfüh- rung erläßt an die Hitler-Jugend des Altreiches einen Aufruf zu einer Buchsammlunq für die sudetendeutsche Jugend. In dem Appell heißt es: Die Kameraden jenseits der Grenze m den sudetendeutschen Gebieten waren abgeschnitten von lener großen Gemeinschaft des deutschen Geistes, der auch dem Manne auf schwerem Posten immer wieder Krau gibt, seinen Kampf fortzusetzen Die Jugend des Sudetenlandes, der das fremde System einen gro- ßen Teil der besten deutschen Bücher verbot mutzte doppelt schwer aushasten. Ihr. Kameraden, sollt nun euer schönstes Buch aus dem Wenigen auswadien, was ihr besitzt, sollt es geben für die sudetendeutschen Jungen und Mädel, daß auch sie teilhaben können an der Freude, die ihr selbst einmal beim Lesen dieses Buches emvfunden habt. Eure Kameraden im Sudetenland erhalten aus euren Händen ihr schönstes Weihnachtsgeschenk. Jeder Junge und ledes Mädel soll das Buch, das ihnen selbst am besten und geeignetsten erscheint, zum nächsten Heimabend mn- bringen. Bücher, die bei der Durchsicht für nicht geeignet befunden werden, werden den Spendern wieder zugestellt. Das gesammelte Buchmaterial wird dann der sudetendeutschen Jugend zur Verteilung übergeben. Landesverräter bingerick»tet. Berlin, 29. Oft (DRV) Die Justlzpresse- stelle beim Volksgerichtshof keilt mit: Der am 12. August 1938 vom Volksoerlchtshol wegen Landesverrates zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte 3tführige Hugo Zappe aus Dresden ist heute morgen hingerichtet worden. — Zappe hat sich als angeblicher fudeten den sicher Flüchtling in eine deutsche Vertrauensstellung einge- Deutschlands Recht auf seine Kolonien. Ritter von Epp eröffnet die erste kolonialpolitische EchulungSstätte derNGOAP. La de bürg bei Berlin-Bernau, 29. Okt. (DNB.) Deutschlands erste kolonialpolitische Schulungsstätte der NSDAP, wurde durch ReichsstoLLHalter Ritter von Epp als Leiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP, und Bundesführers des Reichskolonialbundes seiner Bestimmung übergeben. 'Er unterstrich mit allem Nachdruck den deutschen Standpunkt in der Kolonialfrage. Deutschland lasse sich den Zeitpunkt nicht auf^wingen, an dem diese offene Frage einer Losung entgegengeführt werden solle. Ls beanspruche nichts für sich, was einem anderen von Rechts wegen gehöre. Ls verlange dagegen die Besitzungen, die ihm auf Grund verleumderischer Behauptungen einst weggenommen worden seien, also unseren kolonialen Besitz als Ganzes. Das frühere Unrecht müsse endlich wieder beseitigt, der Treuhänder müsse dem das Eigentum wieder übergeben, dem es unter falschen Voraussetzungen weggenommen worden sei. Die Initiative zur Vereinigung dieser Angelegenheit liege nicht bei Deutschland, sondern b e i a l I d e v e n. die für die Wiederaufnahme der Wiedergutmachung verantwortlich seien, also bei den Wandalsinhabern unserer Gebiete. Besonders unterstrich der Reichsstatthalter die Notwendigkeit, alle Maßnahmen einzuleiten, die für eine neue deutsche Kolcmialpokitik einmal getroffen werden müßten. Wenn die Führung des neuen Reiches uns wieder den kolonialen Lebensraum verschafft haben werde, müsse auch ein kolonialbegeistertes Volk dastehen, das diesen Besitz als sein Eigentum fest halte, müßten die Kolonien seelisch ebenso fest mit der Heimat verbunden sein wie die Provinzen im Heimatlandl Epp erinnerte an das Beispiel Italiens, das ja die nordafrikanischen Kolonien in den Derwaltungsbereich der Heimat als italienischen Boden einbezogen habe. Zu dieser Verbundenheit der Kolonien mit dem Denken eines Volkes gehöre weiter ein gewaltiges koloniales Wis - s e n. „Das deutsche Volk braucht für seine Eristenz den Weitblick eines Weltoolkes^ die Ueberzeugung muß vorhanden sein, daß wir wieder in die Reihen der kolonisierenden und Kolonien besitzenden Mächte eintreten werden. Die Männer und Frauen aus allen Berufsschichten müßten bereitstehen für die großen Aufgaben, die die wieder zu erringenden Kolonien an uns stellen werden. Der Reichsstatthalter schloß mit einem Appell an die Teilnehmer des ersten Lehrganges in dem jetzt eröffneten Schulungshaus, den kolonialen Gedanken, das koloniale Wissen und das koloniale Wollen im deutschen Volk voranzutreiben für Führer und für Deutschland. „Das Schulungshaus sei dienstbar dem Führer und seinem Wollen, es helfe unter seiner Führung an der Verwirklichung dessen, wofür wir kämpfen: der Wiedererstehung unserer kolonialen Macht und unserer kolonialen Tätigkeit, eingesetzt und geführt von Adolf Hitler." schlichen und diese dazu mißbraucht, dem tschechischen Nachrichtendienst umsangreichesdeut- sches Geheim material zu verraten, wodurch nicht nur die Sicherheit des Reiches gefährdet, sondern auch vielen Sudetendeutschen Röte und schwerer Schaden zugefügt wurde. Schweres BerkehrSunglück bei Magdeburg. Magdeburg, 30.OtL (DNS.) An der Steil- zung der Bahnstrecke der Kleinbahn Genthin—Jerichow mit der Fernverkehrsstraße Brandenburg- Genthin stieß in der Rahe der Bismarckbrücke ein Sonderzug der Kleinbahn mit einem Omnibus zusammen, der, ebenso wie der Zug, mit SA.-Wännern beseht war, die sich auf der Fahrt nach Magdeburg zur Eröffnung des Mittellandkanals befanden. Bei dem wuchtigen Aufprall wurden elfIusasseudesOmnibusses auf der Stelle getötet und 13 verletzt. Unter den tödlich Verunglückten befindet sich auch ein hitlerjunge. Der Stabschef der SA. hat den Führer der SA.-Gruppe Mitte, Obergruppenführer Kob, beauftragt, den Angehörigen der tödlich verunglückten Kameraden fein und der gesamten SA. aufrichtiges Beileid zu dem schweren Schick- falsschlag auszusprechen und den Verletzten die besten Wünsche für ihre baldige Genesung zu übermitteln. „Die loten Kameraden haben ihr Leben eingesetzt und hingegeben im freiwilligen Dienst für den Führer und unser großes deutsches Vaterland. Ihr Opfer wird uns unvergessen bleiben." Eröffnung des Deutschen Apotheken-Museumel. In München wurde das Deutsche Apotheke n - M u s e u m eröffnet, das die größte pharmaziegeschichtliche Sammlung der ganzen Welt dar- stellt. Mit der Eröffnung des Museums ist die Hauptstadt der Bewegung um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. In seiner Eröffnungsansprache wies Reichsapothekerführer Pharmazierat Schmierer darauf hin, daß das Museum in erster Linie die Aufgabe habe, die großen kulturellen Güter, die in den deutschen Apotheken vorhanden seien, zu wahren und die Anregung zur Schaffung neuer Kulturgüter nach dem Willen des Führers zu geben. Der Fortführung der kulturellen Tradition der deutschen Apotheker im neuen Geiste dient ein Preisausschreiben, das der Reichsapothekerführer bei dieser Gelegenheit verkündete. An diesem kulturellen Wettstreit kann sich jeder Apothekenleiter beteiligen, der in der Zeit vom 1. November d. I. bis 1. November 1940 eine neue Apotheke gründet, bzw. seine Apotheke neu gestaltet. Die Aufgabe geht dahin, in der äußeren Gestaltung und der Inneneinrichtung der Apotheken die hohe Kultur des deutschen Apothekerstandes und seiner Leistungen sinnfällig zum Ausdruck zu bringen. Anschließend hielt der Mitbegründer des Museums Apotheker Dr. Ferchl (Mittenwald) einen Dortrag über die kulturgeschichtliche Sendung der deutschen Apotheker. Kleine politische Nachrichten. Am Montag früh fanden im ganzen Reich B e - triebsappelle der schaffenden Jugend statt, die einer näheren Erläuterung des am 1. Januar in Kraft tretenden Jugendschutzgesetzes galten. Mit den Millionen werktätiger Jugendlicher waren dabei zum erstenmal auch die im Land Oe st erreich und im frei gewordenen Sudeten- land tätigen männlichen und weiblichen Lehrlinge in den Rahmen dieses feierlichen Morgenappells einbezogen. * Auf dem deutschen Heldenfriedhof bei Belgrad fand eine Gedenkfeier statt. Dor dem Denkmal hatte eine jugoslawische Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Zahlreiche jugoslawische Offiziere, mit General Boschitsch an der Spitze, waren erschienen. Nach der religiösen Feier wurden unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden Kränze niedergelegt vom deutschen Gesandten v. Heeren, dem deutschen Militärattache General von Faberdu Faur, dem Landesgruppenleiter Generalkonsul Neuhaus. * In der Frage der Behandlung der in Deutsch- land lebenden polnischen Staatsangehörigen inzwischen der deutschen und polnischen Regierung ein Einvernehmen dahin erzielt worden, daß Verhandlungen darüber in Warschau stattfinden. Infolgedessen sind die beiderseitigen Maßnahmen der Ausweisung von Polen aus Deutschland und von Deutschen aus Polen eingestellt worden. Polnische Auslandspässe müssen einen Prüfungsvermerk der polnischen Auslandsvertretung enthalten. Falls die sich in Deutschland befindenden 150 0Ö0 polnischen Staatsangehörigen diesen Prüfungsvermerk nicht erhalten, würden sie Deutschland für alle Zeiten zur Last fallen, da die deutsche Regierung nicht i^ehr die Möglichkeit hätte, | Verkäufe" Mamilien-Haus best aus zusarnrn. 6Zimrn.,Boden- zimm.,Badezirn. undgroß.Garten nebst Zubehör in der Aahnstraße zu verkaufen. Büro mit Sondereingang vorhanden. Kauf- liebaber werden gebeten, sich zunächst schriftlich an uns zu wend. GemkinnüWe Baugenoflenftnaft 1894, e. G.m.v.k). Gietzen. 6972p Mikl! put erhalt.,kreuz- 'saitig/vollkoinrn. durchrevariert, für nnrRM. 150 auch gegen Teilzahlung zu verkaufen. Großes Lager in neuen ersten Marken- Pianos. 6976° ß. Zollinger Klaviertechniker und Stimmer Gießen Wilsonstraße 5 Telefon 3119. DeckenbekuGhlung Schreibtischlampe Küh'erhaube für 1,2 Ovel preiswert abzugeben. 04931 SeileiMkg 1 Habe eine ZMW 10 Liier fassend, zu verkauf. «98iD SeröinonöBoufO) Wieseck Möserstraße 26. 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Wenn das Germanische Museum zu Nürnberg seine Sammlungen als Teilausschnitt aus der allgemeinen Kulturgeschichte, das Deutsche Museum zu München seine als Sektor der Abteilung Technik und Chemie zeigt, so wird hier zum erstenmal die Absicht verwirklicht, das gesamte Apothekenwesen rundum in seiner geschichtlichen Entwicklung, vor allem mit dem Kern einer ausgiebigen Arzneimittelschau aller Zeiten, darzustellen. Auf diese Weise ist ein wahren Apotheken-Spiegel entstanden, in den zu schauen es nicht nur den Apotheker und den Arzt reizt, sondern auch den Kulturhistoriker und den Kunstfreund, den Wissenschaftler wie den Laien. Das kostbarste Besitztum des Museums, die zweihundert Jahre alte Einrichtung der Elefanten- Apotheke aus Regensburg, ist nur durch einen glücklichen Zufall auf unsere Tage gekommen. Als vor hundert Jahren der damalige Besitzer sich entschloß, seine Apotheke „modern", d. h. ini Biedermeierstil einzurichten — „Das alte Zeug kann man nicht mehr anschauen!" mag er von dem prächtigen Barock gesagt haben — verwandte er den ab« geschobenen Plunder als Materialkammer. Hätte er geahnt, daß diese Dinge noch einmal das Schmuckstück des Deutschen Apotheken-Museums bilden würden, so wäre er zeitlebens aus dem Kopfschütteln nicht herausgekommen. Die. Zahlen an den Schubladen find Elfenbein-Intarsien', köstliche Nürnberger Fayencen leuchten aus den Regalen; rund um den Rezepturtisch — der aus der Di n k e l s b ü h l e r Löwenapotheke stammt — breitet sich das scheinbar abenteuerlich-pompöse, in Wirklichkeit recht ernschafte und nüchterne Medi^inmannswesen aus. Lassen wir uns nicht vom Krokodil, das unter der Decke baumelt, und vom Totenschädel, der im Halbdunkel dämmert, irre machen: es war eine recht gute Kunden- und Verkaufspsychologie, die die alten Apotheker trieben! Und lächeln wir nicht über kuriose Animalia oder Mineralia; manch eines dieser Dieb geschmückten Mittel erweist sich vor der neueren Forschung als ein zwar unbeholfener, aber damals bestmöglicher Versuch, das Richtige zu treffen. Da sieht man eine Darstellung der berühmten Steinol- brennerei von Seefeld in Tirol aus der Zeit ums Jahr 1800; die „Dirscheler" trugen das. Steinöl in Holzfäßchen von Stadt 311 Stadt, von Land zu Land. Wogegen soll Steinöl wohl gut sein? Nun, der Fachmann belehrt uns, daß heute noch sowohl Seife wie Salbe aus Seefe'lder Oel das beste äußerliche Mittel gegen Karfunkel sind. Oder da heißt ein Vers aus Dechers „Parnassus medicinalis“ pon 1680: „Zerlassen Menschen-Fett ist gut vor lahme Glieder, So man sie dckrmitt schmiert, sie werden richtig wieder." Auch hier hat die. neuere Erkenntnis . Sinn in den sogenannten Unsinn gebracht: heute wissen wir, daß es gegen Gelenkentzündungen und Knochen- hauterkrankun^en kaum ein besseres Mittel gäbe als Axungia hominis, Menschenfett; leider ist es nur an denjenigen Stellen im Ueberfluß vorhanden, wo es gar nicht heilsam ist. So ergeben sich zahllose Beziehungen zwischen dem Heute uni) dem Ehs- gestern, -und ein junger Pharmazeut kann hier in wenigen Stunden um viele Jahrhunderte Ater und' weiser werden. Zwischen Schmelztiegeln und Kochflaschen, Retorten und Rundkolben wandelnd, durchmessen wir die ewigen Bemühungen des Menschen, seiner Leiden Herr zu werden, vom ersten Balsam der Germanenfrauen bis zum Ehinin und Germanin. Was für Geschichten könnte jene kleine Reiseapotheke aus dem 18. Jahrhundert erzäh, len, mit 60 winzigen Fläschchen gefüüt, jedes kaum daumennagelhoch, das ganze nicht größer als ein Kartenspiel! Daneben eine frühe zierliche Tropen- a p 0 t h e k e, mit drehbaren Seitenflügeln, ein kleiner Hausaltar der Hygiene. Noch überraschender jenes englische Arztbesteck aus Rhode- sien, das in Form eines eleganten Damenzigarettenetuis alles vereint, was ein britischer Stabsarzt im Weltkrieg brauchte. Und nicht weit davon wird die Erinnerung heraufbeschworen an jenen alten Ostafrikaner Dr. Schulze, der ein ganz großer Apotheker war und der unter den primitivsten Der- hältnissen, als der Medikanuintennachschub aus der Heimat aufhörte, selbständig Chinin herstellte: er rettete damit die Schutztruppe vor dem Untergang. Alles aber, was sie erzählen, spricht gleichzeitig mit für diese Gründung, die das lebendige Denkmal vom Werden einer großen deutschen Wissenschaft ist. Wer das Museum besucht, wird eine Welt finden, die weiter und tiefer ist, als er je gedacht hat — die Welt um den Rezepturtisch. Dr. Hans Arthur Thies. Wetterbericht lieber dem europäischen Festland hat sich ein Hochdruckgebiet entwickelt. Wir verbleiben im wesentlichen an seinem Nordrand und damit im äußersten Einflußbereich der im Norden Darüber« ziehenden Tiefdruckwirbel. Eine durchgreifende und nachhaltige Wetterbesserung ist daher noch nicht zu erwarten, wenn auch anderseits erhebliche Niederschlagstätigkeit unwahrscheinlich ist. Vorhersage für Dienstag: Besonders morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst überwiegend wolkig und meist trocken, Temperaturen wenig geändert, Winde um West. Vorhersage für Mittwoch: Vielfach dunstiges oder nebliges, doch im allgemeinen trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 7,4 Grad Celsius, abends 7,5 Grad; am 31. Oktober: morgens 5,6 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum heute nacht 4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Oktober: abends 6,9 Grad; am 31. Oktober: morgens 6,3 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. von dem Recht der Ausweisung als lästige' Ausländer Gebrauch zu machen. Kronprinz Umberto von Italien, der sich aus einem privaten Anlaß in Deutschland auf hält, stattete am Sonntag dernFührerauf dem Berghof einen Besuch ab. Die aus acht Transportdampfern bestehende Libyen-Siedler-Flotte ist unter Führung des Flaggschiffes „Vulcania", an dessen Bord sich Marschall Balbo befindet, von Genua ausgelaufen. In Neapel wird sie sich mit weiteren acht Siedlerschiffen vereinen. Der Duce wird auf der Höhe von Gaeta die Parade der Siedlerflotte abnehmen. An Bord befinden sich 1800 Siedlerfamilien, die als erste von insgesamt 3000 nach Libyen unterwegs sind. Am Sonntag stand ganz Portugal im Zeichen der Wahlen zur Nationalversammlung. Nach den ersten Wahlergebnissen aus Lissabon ist mit 85 bis 90 0. H. Stimmen für die Regierung des Ministerpräsidenten S a l a z a r zu rechnen. * Die British Legion beschloß, die Bemühungen fortzusetzen, eine Fühlungnahme 3 u den Frontsoldaten aller Nationen herzu- stellen. Der Ausschuß beschloß 3U prüfen, ob es möglich sei, im nächsten Frühjahr eine Abordnung britischer Frontsoldaten nach Paris, Berlin, Rom und Brüssel 3U schicken. Aus alter Welt. Der Bruber General Francos abgestürzl. Der Bruder des spanischen Generallissimus, Oberstleutnant Ramon Franco, ist bei einem Dienstflug ums Leben gekommen. Franco, Haupt- mann Sangro, Oberleutnant* Dominguez, ein Mechaniker und ein Funker waren zu einem Beobachtungsflug aufgestiegen. Man vermutet, daß sie die Richtung verloren haben und auf dem Meer niedergehen mußten. Francos Leiche wurde im Meere treibend aufgefunden. Ramon Franco wurde weltbekannt, als er 1926 mit dem Flugzeug „Plus Ultra" einen Transatlantikflug nach Buenos Aires' unternahm, begleitet von Ruiz de Alda, der 1936 von den Roten im Madrider Gefängnis ermordet wurde. Zwei Kinder von einem Flugzeug gelötet. Ein eigenartiger Unfall trug sich auf dem Flugplatz Rymanono bei Lemberg 3m Ein startendes Flugzeug kam nicht schnell genug in die Höhe und flog noch außerhalb des Flugplatzes so niedrig, daß 3wei Kinder von einem Flügel getroffen und auf der Stelle getötet wurden. Schwerer Autozusammenstoß in Nizza. Ein schweres Autobusunglück . ereignete sich auf der berühmten Promenade des Anglais in Nizza. Zwei Autobusse stießen in voller Fahrt aufeinander. Vier Personen wurden getötet, 30 Insassen der beiden Wagen wurden verletzt, darunter zwölf lebensgefährlich. Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule in Athen. Die Technische Hochschule in Athen, die von dem bayerischen Oberstleutnant Ingenieur Ritter von Zentner 1838 gegründet wurde, beging in Gegenwart des Königs, der Minister und der Vertreter des Diplomatifchen Korps ihre Hundertjahrfeier. König Georg, der Verkehrsminister und der Rektor der Hochschule hielten die Festansprachen. Der deutsche Gesandte in Athen, Prinz 3 u Erbach-Schönberg, beglückwünschte die Hochschule 3U ihrem Jubiläum und überreichte dem Rektor Professor Georgikopulos die Urkunde des Ehrendoktors der Technischen Hochschule München und dem Prorektor Professor Kitzikis die Urkunde des Ehrendoktors der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Reservisten fahren zum kyffhäuser. Der NS.-Reichskriegerbund hat aus jedem Landeskriegerverband fünf ehemalige Soldaten, die jetzt aus der Wehrmacht ausgeschieden und in den NS.- Reichskriegerbund eingetreten sind, auf den Kyff- Häuser eingeladen. Die jungen Kameraden sollen an drei Tagen, vom 5. bis 8. November, bei freier Reise, Verpflegung usw. den Kyffhäuser und die Ausgrabungen dort kennenlernen. Hund um den Rezepturtisch. Ein Besuch im neugegründeten Apotheken-Museum zu München. thekenführer Schmierer gab den Auftrag 3ur Gründung des Museums einem der besten Kenner der Pharmaziegeschichte, dem Mittenwalder Apotheker Dr. F. F e r ch l, der als Herausgeber der Zeitschrift „Zur Geschichte der deutschen Apotheke" über die umfassendste Druckstocksammlung zu diesem Thema verfügte. Dr. Ferchl übermachte diesen Besitz zusammen mit andern wertvollen Gaben dem Museum und brachte durch unablässiges Werben ein Werk zustande, das schon heute als das schönste und wissenschaftlich gründlichste Apotheken-Museum der Welt gelten darf. Apotheker Sieberger, der die Sammlung mitgründen half, betreut sie im einzelnen, was keine ganz leichte Aufgabe ist, kommen doch täglich aus allen Teilen des Reiches neue Gaben, die eingeordnet werden wollen. Noch lebhafter wird dieser Strom fließen, sobald erst die TeilnehMitten im „Medizinerviertel" Münchens liegt es, das neugegründete Deutsche Apotheken- Museum. Schon jetzt blicken die Studenten der Medizin und der Pharmazie, die durch die stillen, Herbstlaubdurchraschelten Alleen eilen, gespannt hinauf zu dem Gebäude, das ihnen bald neue Erkenntnisse und Eindrücke erschließen soll. Denn dies wird für sie kein „Museum" sein, sondern eine Fundgrube lebendiger Anschauung. Wir leben in einer Zeit, die gerade auf dem Gebiete der Heilkunde den verborgenen, lange verachteten Werten alter lieber« lieferung mit frischer Unternehmungslust nachgräbt; hier ist der Ort zu solchen Entdeckungen; dies Museum ist berufen, eine ganz unmufeale Wirkung zu entfalten. Der glückliche Gedanke ging aus den Reihen der deutschen Apochekerschaft selber hervor. 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