Nr. 305 Erstes Blatt 188. Jahrgang 5rettag,Z0.vezemberlyZ8 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Eigener Familienblätter Heimat im DUd • Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Lammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilStrdruckerei R. Lange In Sietzen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schuistratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 5ORpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B „Nicht der Blick nach dem ,Brautschatz< einer ,Provinz^ würde die Frage nach der Landwirtschaft Sudetendeuts ch l a n d s rechtfertigen, das endlich ins Reich hat Heimfinden können. Sudetendeutschlands Landwirtschaft gedeiht zum großen Teil auf kargem Boden an den niederschlagsreichen Hängen seiner Höhenzüge." Trotz allem bietet auch in den stark industriellen Gebieten, also dort, wo der größte Teil der Menschen in Glashütten, Holzfabriken oder Spinnereien Beschäftigung findet, der kleine Landbesitz für die Menschen immer die Lebensgrundlage, die sie auch in den Zeiten der Arbeitslosigkeit am Leben erhalten hat. Es hat sich hier ein bäuerliches Brauchtum erhalten in einer Form, wie sie bei uns im Altreich nur noch vereinzelt zu finden ist. Der Bauer ist das stärkste Bollwerk gegen die Entdeutschung gewesen. Unsere Landwirlschast im Großdeutschen Reich. Rückblick und Ausblick zur Jahreswende. Von Professor Dr. Gessous, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung ✓ der Ludwigsuniversitat Gießen. Rund vier Jahre Erzeuaunbsschlacht liegen hinter uns und damit der Abschnitt einer großen, der deutschen Landwirtschaft gestellten Ausgabe. Das Fahr 1938 brachte aber auch die Heimkehr unserer Brüder aus Ostmark und Sudeten l a n d mit ihrer Scholle. Jahresrückschau und Vorschau über des Bauern Leistung und künftige Aufgaben werden daher im Zeichen dieser Ereignisse zu stehen haben. Welche überragende Rolle bei der landwirtschaftlichen Erzeugung dem Witterungsablauf zukommt, ist wiederum deutlich beim Vergleich des jetzt zur Neige gehenden Jahres mit 1937 zu erkennen. Ließ damals die Getreideernte in ihrer Menge zu wünschen übrig -und war dem- aegenüber eine Rekordernte von Hackfrüchten zu verzeichnen, so brachte 1938 einen Körnerfruchtsegen, dessen Bergung sogar Schwierigkeiten bereitete. Früher stellte eine den Bedarf überschreitende Getreidemenge durch Bedrohung der Preise schwere wirtschaftliche Nachteile für den Bauern dar. Heute führt sie endlich zur Schaffung der angestrebten Kraftreserve, die dem Führer zu der berechtigten Feststellung Anlaß gab, daß jede Spekulation auf eine Hungerblockade verfehlt sei und gab ihm die politische Freiheit für die Schaffung Großdeutschlands. Aber nicht nur das Getreide, auch Knollen- und Wurzelgewächse, sowie Oel- und Eiweißpflanzen haben für ihr Gedeihen wieder sehr günstige Lebensbedingungen gefunden, so daß die Höchst-Kartoffel- und Rübenernten von 1937 zwar nicht ganz erreicht, der langjährige Durchschnitt jedoch wesentlich überschritten worden ist. Die nachstehende Uebersicht zeigt für die Hauptfrüchte die Zahlen, welche für sich sprechen dürften. 6 5r = Frühkartoffeln; Sp = Spätkartoffeln. Jahr Anbaufläche in Mill, ha Ernte Anbaufläche in Mill, ha Ernte Anbaufläche in Mill, ha Ernte in Mill, t je ha in dz in Mill. je ha in dz in Mill, t je ha in dz Getreide Zuckerrüben Kartoffeln 1934 12,0 21,6 18,0 0,36 10,4 289 2,9 46,8 Fr. 99,9 Sp. 166,0 1935 11,7 22,0 18,8 0,37 10,6 286 2,8 43,2 Fr. 100,0 Sp. 152,0 1936 11,6 21,8 18,8 0,39 12,1 310 2,8 50,0 Fr. 61,0 Sp. 168,0 1937 11,3 21,8 19,5 0,46 15,7 341 2,9 55,3 Fr. 133,0 Sp. 194,0 1938 11,3 25,9 29,0 0,50 15,0 300 2,9 51,0 Fr. 130,0 Sp. 178,0 Bei diesen Angaben ist hervorzuheben, daß im Vergleich der deutschen Getreideerträge mit den europäischen diese im letzten Jahre eine Steigerung von nUr 8 v. H. gegenüber einer solchen von 17 o. H. der deutschen Ernten zeigen, was unmißverständlich eine weitere Leistungssteigerung der deutschen Landwirtschaft erkennen läßt, die nicht allein dem guten Wetter zu danken ist. Denn damit waren auch andere europäische Länder gesegnet. Ein Wort zur Qualität der deutschen Brotgetreideernte 1938: während die Größe der diesjährigen Ernte beim Roggen auch seiner Güte entsprach, kann dies allgemein beim Weizen nicht gesagt werden, da'das Wetter sich während des Einbringens der Ernte in einigen Teilen des Reiches, so auch in unserem engeren Heimatgebiet, verschlechterte und infolgedessen Güteminderungen brachte. Erfreulich gestiegen sind Anbauflächen und Erträge der H a u p t ö l f r ü ch t e Raps, Rübsen von 6000 Hektar 1932 auf 60 000 1938, also um das Zehnfache, die Ernten sogar um das Zwanzigfache, von 700 auf 12 800 Tonnen, wozu noch die Samenerträge beim Faserpflabzenbau von rund 31000 Tonnen hinzugerechnet werden müssen. Während auch die Hanfanbauflächen beträchtlich zugenommen haben, zeigt der Flachsanbau dagegen einen Rückgang, der im Mißverhältnis zwischen Arbeitsaufwand und Preis zu suchen ist, und dem bereits durch Regulierung der Bezahlung abgeholfen ist. Sehr erfreulich ist auch das Ergebnis der Rauhfutterernte, die von bewußt verringerter Fläche über dem fünfjährigen Durchschnitt der letzten Jcchre liegt. Sie gibt Zeugnis, daß die Grün- landverbefserung sich auszuwirken beginnt. Da die Fettversorgung noch zu 'wünschen übrig läßt, wird der Oelfrüchtbau, nachdem beim Getreide eine starke Entspannung eingetreten ist, auf dessen Kosten noch ausgedehnt werden können. Dabei werden namentlich dafür geeignete Flächen in den neu zu Deutschland gekommenen Ländern heranzuziehen sein. Ein weiterer Weg zur Schließung unserer Fettlücke liegt in der durch den vergrößerten Hackfruchtbau ermöglichten verstärkten Schweinehaltung. In der Fleischversorgung, das darf hervorgehoben werden, hat die deutsche Landwirtschaft ebenfalls ihre Aufgaben zu erfüllen vermocht, sie wird mit 3,7 Millionen Tonnen eine halbe Million Tonnen mehr liefern als im Durchschnitt der Jahre 1928 bis 1932, eine Auswirkung der gesteigerten Eigenfuttererzeugung, d. h. allgemein der Leistungen des Ackerbaues, denn der Mangel an Devisen gestattete nur eine begrenzte Einfuhr von Kraftfuttermitteln. Daher kann nach der diesjährigen großen Ernte, welche sich in einer Erweiterung der Veredlungserzeugung auswirken wird, mit einer Steigerung der Erzeugung von Fleisch und tierischem Fett bestimmt gerechnet werden. Während sich in der Landwirtschaft fehlende Arbeitskräfte bei Feldarbeit immerhin noch durch vorübergehenden Einsatz zusätzlicher Hände ersetzen lassen, ist mangelnde Hilfe bei der Diehpflege nur durch geübte und erfahrene Menschen möglich. Auf diesen Punkt hat der Reichsbauernführer beim letzten Reichsbauerntag in Goslar mit allem Nachdruck hingewiesen. Er erklärte, daß abgesehen von der Beeinträchtigung der Erzeugung durch die Schäden der Maul- und Klauenseuche und durch zu geringen Milchpreis, der inzwischen für den Erzeuger eine Erhöhung erfahren hat, leider auch der Mangel an Melkpersonal am Rückgang von Milch- und Buttererzeugung schuld fei. Aus diesem Grunde sind Leistungssteigerungen auf dem Gebiete der Buttererzeugung weit schwieriger. Wohl müssen sie auf dem Weg der Züchtung und Futtererzeugung erstrebt werden, aber, einen wesentlichen Anteil wird Mehrung und Erhaltung von Viehpflegern daran haben. Selbstverständlich spielt bei der Butterknappheit der an sich durch höhere Ar- bcitsanforderungen gesteigerte Bedarf der Bevölkerung ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle. Von höchster Bedeutung ist nun für unsere künftige Ernährungslage die Heimkehr der zehn Millionen Verbraucher ins Reich und die Befriedigung chrer Bedürfnisse. Wenn auch deren Versorgung aus der heimatlichen Scholle zur Zeit noch unter dem Satz des Altreiches liegt, so ist damit zu rechnen, daß bei den Reserven, die im ostmärkischen, wie im sudetenländischen Boden ruhen, der Vorsprung eingeholt, werden wird. Die Verhältnisse in der Ostmark lagen bei der Eingliederung etwa folgendermaßen: das ehemalige Staatsgebiet Oesterreich umfaßt 84 000 Quadratkilometer (= Bayern und Sachsen) mit einer Einwohnerzahl von 6,8 Millionen (= Bayern). Das bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 80 Personen gegenüber 144 im Altreich je 1 Quadratkilometer. Äon allen Erwerbspersonen der Ostmark, rund 3,17 Millionen entfallen 1 Million auf in der Land- und Forstwirtschaft Tätige, mithin auf die Urproduktion 31,7 v. H. gegenüber 28,8 im alten Deutschen Reich. Die Oberflächengestaltung des ehemaligen Bundesstaates Oesterreich ist zu 75 v. H. gebirgig, allein 40 v. H. davon Hochgebirge. Der nutzbare Boden der Ostmark wird überwiegend bäuerlich bewirtschaftet, in 433 000 landwirtschaftlichen Betrieben mit einer Gesamtfläche von 7,6 Millionen Hektar unterliegen 4,2 Millionen Hektar einer landwirtschaftlichen Nutzung (Ackerland, Grünland und Weinbau), 3,1 Millionen Hektar entfallen auf Wald und Forsten, also fast 38 v. H. der Gesamtfläche des ehemaligen Oesterreichs. Im einzelnen seien nur wenige Angaben gemacht, die von Bedeutung sind für einen Einblick in die landwirtschaftliche durch Klima und Boden bedingte Struktur des Landes. Auf Ackerland entfallen 44,4 v. H., auf Wiesen, Weiden und Almen dagegen 53,2 v. H. (30,0 v. H.*). Es überwiegt der Getreidebau mit 68 v. H. (50,0 v. H.*), worunter Mais eine nicht unbedeutende Fläche einnimmt, wohingegen der Hackfruchtbau (Kartoffeln, Rüben u. ä.) nur 12,2 v. H. (22 v. H.*) ausmacht. Im Hinblick auf die Bodenbe"utzuna b^anf-rncht die V i e h w i r t s ch a f t in der Ostmark eine besondere Stellung und innerhalb der gesamten Nutzviehhaltung die Rinder. Für Nutzvieh, Milch und Molkereierzeugnisse ist das Land Ueberschußgebiet, ebenso wie für Bau- und Nutzholz. Bei Hebung der Erträge, Steuerung des Anbaus, Vermehrung vor allem des Futterbaues und Verbesserung der weiten Grünlandflächen sind die im ostmärkischen Boden ruhenden großen Reserven in nicht ferner Zeit zu erwecken. Bei den zahlreichen Bergbauern kommt es vor allem darauf an, die Brotgetreide- erzeugung auf eigner Scholle zu heben, die in völliger Verkennung ihrer Wichtigkeit durch die früheren Machthaber ganz unzureichend geblieben ist. Ein großer Teil der dürftigen Einnahmen der Bauern im Gebirge aus tierischen Erzeugnissen * Zahlen in Klammern bedeuten im Altreich. muß für den Zukauf von Brot und Mehl verbraucht werden, so daß ost sogar die Mästung eines Schweines als Hauptflei ch- und Fettlieferanten in Frage gestellt ist. Derbes erter Ackerbau, ausreichende Mineraldüngung, An aat ertragreicherer Zuchtsorten an Stelle der abgebauten Getreide- oder Kartoffelsorten, wird diesen fleißigen, rührend genügsamen und so treu an ihrer kärglichen Scholle hängenden Menschen bald helfen, mehr zu erzeugen. Mehrerzeugung bedeutet bessere Lebensbedingungen für Mensch und Tier, aber auch gesteigerte Ablieferung für den Markt, die Allgemeinheit. Schon die bisherige Senkung der Düngemittelpreise und die Bereitstellung von Zuchtsaatkartoffeln, was erstmalig in diesem Jahr geschah, machte sich durch eine deutliche Verringerung des Abstandes der Durchschnittserträge der Ostmark von denen des Altreiches bemerkbar. Gegen Kriegsgerede und Pessimismus. Oer Kampf für eine Derirauensbasis zwischen den Völkern geht weiter. Eine Aeujahrsbotschafl Chamberlains. London, 29. Dez. (Europapreß.) Ministerpräsident Chamberlain veröffentlicht in der Zeitschrift der Konservativen Partei „Home and Empire" eine Neujahrsbotschaft, in der er- sich gegen die Auffassung wendet, daß der Krieg unvermeidlich und die Kriegsvorbereitung die einzige Aufgabe sei, die gelöst werden müsse. Sein Bestreben sei immer dahin gegangen, die möglichen Kri eg s ursa che n zu beseitigen und durch persönliche Besprechungen ein größeres Maß von Dertrauen zwischen den Völkern herzustellen. Im gleichen Geiste werde er auch weiterhin arbeiten. Bemerkenswert in innerpolitischer Peziehung ist die Aufforderung, die Chamberlain an die Konservative Partei richtet, im Hinblick auf die „unvermeidlich näherrückenden allgemeinen Wahlen" das eigene Haus in Ordnung zu bringen. Der Zeitpunkt der Wahlen fei zwar noch unbekannt, aber wenn es so weit sei, müsse die Partei bereit fein, einen Sieg für die Nationalregierung zu erringen, der für die Sicherheit und den Wohlstand Englands und für den Frieden der Welt von größter Bedeutung sei. Weiter erklärt der Ministerpräsident in seiner Botschaft, das vergangene Jahr habe Prüfungen und Sorgen gebracht, die aber durch Gewinne auf verschiedenen Gebieten weitaus wettgemacht würden. Hierzu gehöre das Abkommen mit Italien und dasjenige von München. Das abgelaufene Jahr biete keinen Anlaß zu besonderem Pessimismus fiir die Zukunft. Auf das Rüstungsprogramm eingehend, erklärt Chamberlain, es sei zwar noch viel zu tun übrig. Um aber jeden falschen Eindruck, der durch das Gerede über Verzögerungen und Mängel in der englischen Aufrüstung hervorgerufen worden sei, zu 'zerstreuen, wiederhole er seine Erklärung, daß die Ausrüstung heute einen solchen Fortschritt gemacht habe, daß England im Notfälle allen seinen Verpflichtungen nachkommen könne. Wörtlich heißt es dann weiter: „Unsere bewaffnete Stärke ermöglicht es uns, im Rate der Völker zu sagen, daß wir mit allen Völkern Freundschaft suchen und ihnen im Geiste der Vernunft und des fairen Handelns gegenübertreten, daß wir aber der Gewalt nicht weichen werden." Diejapanische Durchdringung des eroberten China Oie Geschäftsleute folgen den Soldaten. — Oer Bericht eines französischen Beobachters aus Schanghai. Paris, 29. Dez. (EP.) Der Schanghaier Berichterstatter des „Matin" bringt eine interessante Schilderung der friedlichen Durchdringung des eroberten China durch die Japaner. Der Berichterstatter stellt fest, daß nach 15 Monaten Krieg halb China bereit ist, mit den neuen Herren, die es besetzten, zusammenzuarbeiten. Aehnlich wie in der Mandschurei haben die Japaner in allen wichtigen Bezirken des eroberten Gebiets bedeutende Wirtschaftsunter- nehmungen errichtet, deren Zweck es ist, die wirtschaftlichen Möglichkeiten Chinas zu nutzen. In Norüchina ist eine Gesellschaft mit 350 Millionen Pen Kapital gegründet worden, in Zentralchina eine solche mit 100 Millionen Pen, während man wohl bald ein gleiches aus Südchina hören wird. Der Berichterstatter verzichtet darauf, auf die vielen kleineren und privaten japanischen Unternehmen einzugehen, die ebenfalls schon erstanden sind. Er nennt für die großen Wirtschafts- Unternehmungen des Nordens ein Gesamtgefell- fchaftskapital von 700 Millionen Pen. während er für Zentralchina auf eine durch das japanische Unternehmen investierte Summe von 185 Millionen Pen kommt. Besonders herausgestrichen werden die japanischen Operationen auf dem Geldmarkt. Die Japaner haben in Nord- und in Zentralchina eine neue Währungseinheit ein- geführt, die im Begriffe ist, den alten chinesischen Dollar aus dem Felde zu schlagen. Tokio wird, wen.n der Erfolg dieser Finanzreform gesichert ist, die neue Währung zweifellos nach dem Pen aus- richten. Diesen großen Wirtschaftsvorgängen tritt idie Zuwanderung von Tausenden von Japanern zur Seite, die als Kaufleute, Handwerker, Bauern usw. neben den Besatzungstruppen erscheinen. Wie Bauern des Schachspiels werden sie auf dem chinesischen Schachbrett zum Einsatz gebracht. Und was sagt das chinesische Volk dazu? Der Berichterstatter des „Matin" erklärt auf diese Frage: Die Chinesen im besetzten Gebiet machen sich wenig Sorgen darum. Läßt man sie nur ihr Leben fristen, sich vermehren und in Ruhe sterben, so werden sie von vornherein die Autorität anerkennen, die ihnen Ordnung und Arbeit sichert. Was die reichen Chinesen anbetrifft, so meint der Berichterstatter, daß sie das Mäntelchen nach dem Wind hängen. Er vertritt die Ansicht, daß sie nun die japanische Karte ausspielen werden. Der Berichterstatter ist sich bewußt, daß er mit seinen Darlegungen aus dem Rahmen dessen fällt, was das Ausland bisher über China zu hären gewohnt war. Er ruft deshalb aus: „Warum soll man einen Zustand noch leugnen, der von 65 v. H. der chinesischen Bevölkerung als Tatsache hingenommen wird?" 47 V.H. Chinas von Japan beseht Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Nach einer Uebersicht des kaiserlichen Hauptquartiers sind 47 v. H. Chinas mit einer Bevölkerung von 170 Millionen, d. h. 68 o. H. der gesamten Einwohner, von Japan besetzt. Die japanischen V e r l u st e an Toten während der 18 Monate seit Beginn der kriegerischen Verwicklungen bis Ende November 1938 werden mit 47 133 angegeben gegenüber 823 330 chinesischen Toten. Hiervon sollen die Chinesen 8 10 0 0 Mann i m Schanghai-Feldzug, 83000 in den Schlachten um Han kau, 123 000 in der Schlacht um S u ch a u und 99 000 in Nordchina verloren haben. Zusammen mit den Verwundeten sollen die chinesischen Ver - luste die Zweimillionengrenze überschritten haben. Die Japaner erklären, sieben Provinzen v o l l st ä n d i g und vier zum größten Teil besetzt zu haben, insgesamt rund neuneinviertel Millionen Quadratkilometer. Chinesischer Vorstoß auf die Kanton Kaulun-Eisenbahn. Schanghai, 29, Dez. (Europapreß.) Kämpfe zwischen chinesischen Freischärlern und japanischen Truppen um den Besitz des Ortes Hai men südlich von Nantungsd>au an der.Jangtse-Mündung haben am Mittwoch, wie von chinesischer Seite gemeldet wird, zur zeitweisen Rückeroberung Hai- mens durch die chinesischen Freischärler geführt. Die Chinesen seien aber von ungefähr tausend Japanern, die von einer in der Mündung des Jangtse liegenden Insel kamen, nach heftigem Widerstand schließlich aus Haimen wieder vertrieben worden. Die chinesischen Truppen sollen einen Angriff von Waischau entlang der Linie Sheungping— Wanglik — Nuktau aus auf d i e Kanton — Kaulun - Eisenbahn eingeleitet haben. Der Angriff der chinesischen Truppen soll sich hauptsächlich auf die Stadt Tungkwan und die Bocca-Tigris-Forts richten. MobMerunq der japanischen Industrie Tokio, 29. Dez. (Europapreß.) Die feit langem angekündigte „Mobilisierung der japanischen Industrie" ist durch kaiserliche Verordnung in Kraft gesetzt worden. Darin werden die restlose' Erfassung der wirtschaftlichen Hilfsquellen Japans, Konttolle der Löhne und Arbeitsstunden, staatliche Eingriffe in die Dioidendenoerteilung der Großunternehmen und die Beschlagnahme von Lebensmitteln, Fabriken, Werkstätten, Ländereien und Gebäuden vorgesehen. Man erwartet auch einen Kabinetts- beschluß hinsichtlich der Inkraftsetzung des von einem besonderen Planungsausschuß ausgearbeiteten Dreijahresplans, der die staatliche Lenkung der Wirtschaft noch weiter ausbauen wird. Vielgestaltig wie der Mensch in den Sudeten, im Erzgebirge, im Böhmerwald, an den Grenzen des Waldoierteler Granitmassivs, im füdmärischen Flachland, ist dessen Landwirtschaft und dementsprechend seine Bodennutzung, seine Betriebsweise. Das neu zu uns gekommene Gebiet entspricht etwa der Grütze der Provinz Sachsen und Thüringens. Wenn auch von Zahlenangaben für landwirtschaftliche Struktur hier abgesehen werden muß, so kann doch festgestellt werden, datz das Schwergewicht der sudetendeutschen Bodennutzung neben seiner durch die Gebirgszüge bedingten Forstwirtschaft auf dem Ackerbau beruht. Besonders sind es einerseits Getreidebau, anderseits eine stark betonte Futterwirtschaft, die ihr das Gepräge aufdrücken. Wenn auch die ärmeren Böden in den Gebirgslagen überwiegen, so gibt es doch wertvollere Landstriche wie das Egerland, welches durch seine vielen Heilquellen in aller Welt bekannt ist, das Saazer Hopfengebiet oder das Kuhländchen in der breiten Mulde des Odertales. Ebenso fruchtbar sind die deutschsprachigen Gebiete Südmährens und die Sprachinseln in Mittelmähren. Bekannt ist die weite südmährische Ebene durch die vielen Weinbauorte, die einen köstlichen Wein liefern. Das Klima ist überall milde und der Boden sehr fruchtbar. Die zwanzig Jahre tschechischer Agrarpolitik, bewußt betrieben zur Entdeutschung dieses Gebietes, haben die Landwirtschaft fast zum Erliegen gebracht. Trotz dieser Vernachlässigung und der Notwendigkeit umfangreicher Meliorationen, welche hier zur Entsäuerung des Grünlandes notwendig sind, liegen in allen Teilen des neu erworbenen Landes große Möglichkeiten baldiger Erzeugungssteigerungen. Die Bevölkerung wartet nur darauf, damit beginnen zu können, soweit nicht schon damit ein Anfang gemacht worden ist. Bei Betrachtung dieser und der östmärkischen landwirtschaftlichen Verhältnisse darf aber nicht übersehen werden, daß ihr augenblicklicher Zustand für die deutsche Ernährungswirtschaft nicht maßgebend ist. Er ist etwas Vorübergehendes und, wie gezeigt, günstig zu beeinflussen. Die Tat unseres Führers darf aber niemals unter dem engen Gesichtswinkel reiner Wirtschaftlichkeit betrachtet werden. Wir haben vor allem wertvolle Menschen aewonnen, denen es nur an der entsprechenden Führung gefehlt hat, um die in ihrer Scholle ruhenden Schätze zu heben. Betrachtet man so die Leistungen des deutschen Landvolkes im Laufe des zur Neige gehenden Jahres — sie müssen jedem, der landwirtschaftliche Arbeit zu beurteilen versteht, Achtung abringen — dann gewinnt das Vollbrachte noch mehr an Bedeutung, wenn man bedenkt, daß die Mehrerträge trotz Arbeitermangel erzielt worden sind. Und mit der Erwähnung dieses Problems, der Lösung der Landflucht, ist eine das ganze Volk angehende, sehr ernste Angelegenheit berührt. Mit mahnender Stimme hat der Reichsbauernführer auf den ganz unmöglichen Zustand, eine gesteigerte Erzeugung mit verminderter Arbeiterzahl auf der Höhe halten zu müssen, hingewiesen, denn einer Mechanisierung, wenn sic auch noch stark ausbaufähig ist, sind Grenzen gesetzt. Schon beginnt sich in den Milchviehstellen der Mangel an helfenden Mädchen durch Nachlassen der Milcherzeugung fühlbar zu machen. Und das Erschütterndste ist, daß die ganze zusätzliche Arbeitslast während des Jahres, Alltag, Sonntag und Festtag, ohne Pause und ohne Erholung a u f den Schultern der deutschen Landfrau ruht. Die Landwirtschaft hat bisher keinen Achtstundentag gekannt, die Erzeugungsschlacht hat an sich schon der Landbevölkerung eine arbeitsmäßige Mehrbelastung gebracht und insbesondere der Landfrau, die auf die Dauer nicht getragen werden kann. Diese Verhältnisse nehmen heute schon vielfach der deutschen Bäuerin die Möglichkeit, Mutter zahlreicher Kinder zu sein. Es droht hier eine Entwicklung einzusetzen, welche unserem Volkskörper nicht wieder gut zu machende Schäden zufügen könnte. Reichsminister Darre hat das, was unsere Bauersfrauen in den vergangenen Jahren an Arbeit und seelischer Belastung, an Mühe und Not haben durchmachen müssen, das hohe Lied eines wahren Heldentums genannt. Die heutige Lage der Landwirtschaft ist aber nicht nur durch einen Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet, sie ist es auch durch ungenügende Kaufkraft der landwirtschaftlichen Erzeugni.sse für Waren der gewerblichen Wirtfchaft. Natürlich hängen diese beiden Momente eng zusammen, entzieht doch die Wirtfchaft durch die Möglichkeit, höhere Löhne bezahlen zu können, dem Lande die so notwendigen Arbeitskräfte. Dazu kommt, daß die bekannte Preisschere zu ungunsten der Landwirtschaft sich wieder geöffnet hat. Es ist damit zu rechnen, daß in den nächsten Jahren das Gesamteinkommen des deutschen Volkes weiter steigen wird. Wenn dann aber das Verhältnis der Verteilung des Einkommens zwischen Stadt und Land dasselbe bleibt wie seither, so wird damit zwangsläufig der Anteil der. Landwirtschaft am Gesamteinkommen unseres Volkes immer niedriger. Die Landflucht wird dann noch schwerer zu bekämpfen sein, und es werden sich ernsthafte, volkswirtschaftliche Schäden für unser Volk ergeben. Vorsorge muß also getroffen werden, daß durch eine günstigere Gestaltung des Verhältnisses von Aufwand und Ertrag die Landwirtschaft ihren gerechten Anteil am Gesamteinkommen des Volkes erhält. An der Steigerung der Erträge hat die wissenschaftliche Arbeit auch in diesem Jahre hervorragenden Anteil genommen, indem sie dies durch ihre Arbeiten bei gleichbleibendem Arbeitsaufwand ermöglichte. Der Einsatz des Forfchungsdien- st e s der Landbauwissenschaft hat sich hier besondere Verdienste erworben und wird auch in Zukunft im Geiste der Leistungssteigerung an erster Stelle mitzuwirken haben. So ist die Gewähr für die Sicherung unserer Ernährung durchaus gegeben. Es kommt jetzt vor allem darauf an, der Landflucht zu steuern, indem Bauern und Landarbeitern gerechter Lohn zuteil wird und unserer Heranwachsenden Jugend Wertschätzung und Bedeutung der Landarbeit sowie des Landlebens nahegebracht wird. Verlängerter Weihnachtsurlaub für Arbeiter der Westbefestigung. Berlin, 29. Dez. (DNB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Abteilung Wiesbaden, gibt für die Arbeiter des Bauvorhabens der Westbefestigung bekannt: Die Rückfahrt der Urlaubersonderzüge wird wegen des Frostwetters um vier Tage verschoben. Wer also am 2. Januar abfahren sollte, fährt erst am 6. Januar, wer am 3. Januar abfahren sollte, fährt erst am 7. Januar. Die Uhr- zeiten und Bahnhöfe bleiben die gleichen. Diese Regelung betrifft nur d i e Arbeiter, welche mit Sonderzügen fahren. Die für den Weihnachtsurlaub gezahlte Ausfallbeihilfe wird auch für den verlängerten Urlaub gewährt. Die Auszahlung erfolgt nach Eintreffen auf der Baustelle. Chamberlains Romreise und das französisch-italienische Verhältnis. Eine „Informations-Mission" des britischen Premierministers. Fine Vorbeugungsmaßnahme" Die französischen Truppentransporte nach Dschibuti. P a r i s , 29. Dez. (Europapreß.) Das französische Kolonialministerium hat nunmehr die Entsendung eines Bataillons Senegalneger nach Dschibuti amtlich bestätigt. Der Abtransport erfolgt jedoch erst am Samstag von Marseille aus. Die beiden Transportdampfer „Sphinx" und „Chantilln" werden bis dahin ihre Abfahrt auf- schieben. Außerdem wird amtlich gemeldet, daß der Zerstörer „E p e r v i e r" ebenfalls nach Dschibuti abgefahren ist und, da er schneller fährt als das Kolonial-Kanonenboot „d' I b e r v i l l e", bereits am Donnerstag oder Freitag in der Hauptstadt von Französisch-Somaliland eintreffen wird. Der „Ex- celsior" schreibt, es handele sich um eine einfache Vorbeugungsmaßnahme. Es würde über- trieben sein, wenn man die Fahrt des Zerstörers „Epervier" und des Kanonenbootes „d'Jberville" durch das Rote Meer als eine Flottenkundgebung bezeichnen wollte. Ebensowenig könne das Bataillon Senegalneger, das am Samstag in Marseille eingeschifft werde, als ein Expeditionskorps bezeichnet werden. Es handele sich um Truppen, deren Garnison in Somaliland liege. — Auch der halbamtliche „Petit Parisien" schreibt unter großer Ueberschrift, es handle sich um militärische Vorbeugungsmaßnahmen an der Somali-Küste. London unterrichtet. London, 29. Dez. (Europapreß.) Der franzö- ische Botschafter in London, Sorbin, stattete am Donnerstag erneut dem Foreign Office einen Besuch ab. Dem Vernehmen nach galt diese neue Unterredung, wie die vom Mittwoch, der Unterrichtung der britischen Regierung über die franzö- ische Haltung gegenüber Italien. Wie „Evening News" mitteilt, soll die französische Haltung im Laufe dieser diplomatischen Gespräche in Paris und London folgendermaßen Umrissen worden sein: Ablehnung territorialer Aenderungen, Gewährung be- anderer Bedingungen für den Gebrauch des Ha- ens von Dschibuti und möglicherweise Zugeständnisse bei der Verwaltung des Suezkanals. Die französische Regierung bestehe jedoch darauf, sämtliche Verhandlungen über diese Fragen unmittelbar mit Italien und ohne eine irgendwie geartete Vermittlung Chamberlains zu ühren. ♦ Auch die Pariser Blätter betonen, daß London über den Standpunkt der französischen Regierung genau informiert fei. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit Parisien" unterstreicht, daß Chamberlain nunmehr in präziser Form Fingerzeige erhalten habe, die ihm sehr nützlich fein werden, falls im Laufe des Besuches in Rom die Frage der französisch-italienischen Beziehungen angeschnitten werden sollte. Der englische Premier erstrebe keineswegs die Rolle eines Vermittlers. Sein Aufenthalt in Rom werde zum größten Teil den Empfängen gewidmet fein, die die Erneuerung der englisch-italienischen Freundschaft bekunden werden. In den Besprechungen würden das Mitte l- m e e r, Spanien und das Rote Meer die Hauptpunkte bilden. In diesem Zusammenhang könnten auch die französisch-italienischen Beziehungen zur Sprache kommen. Chamberlain würde dabei Kenntnis von den wirklichen Auffassungen des Duce erhalten, die man noch nicht kenne. Chamberlain könne nötigenfalls Mussolini von den französischen Absichten unterrichten für den Fall, daß die französische und die italienische Regierung — wenn erst einmal der Lärm vorüber sei — zu einer nützlichen Besprechung über ernsthafte und praktisch mögliche Dinge gelangen würden. Es handele sich also um eine „Jnformations-Missio n", die der britische Premier zu erfüllen gedenke. Dies werde ihn nicht hindern, mit der ihm eigenen Heber- zeugungskraft das Gleichgewicht zu feftiaen zu suchen, in denen sich die britischen, französischen und italienischen Interessen überschneiden. Die Auf- re ch t e r h a l t u n g des Status quo im Mi11elmeer, das Wesentliche des englisch-italienischen Abkommens, stelle den Grundsatz dar, auf dem sich Chamberlain zweifelsohne stützen werde, um eine Friedensatmosphäre in jener Zone zu schaffen, in der die Weltreichsstraßen Englands, Frankreichs und Italiens liegen. — Das „Oeuvre" glaubt mitteilen zu können, daß Frankreich unter gewissen Bedingungen über folgende Fragen zu verhandeln bereit sei: Eisenbahnlinie von Djibuti nach Addis-Abeba, Einrichtung einer Freizone in Hafen von Djibuti und Transportvergünstigungen durch den Suezkanal. Selbstverständlich müßten diese Verhandlungen auf direktem Wege zwischen Frankreich und Italien stattfinden. Das Echo in Hom. Italien über die englische Zurückhaltung befriedigt. Rom, 29. Dez. (Europapreß.) Die Einstellung Englands gegenüber den „natürlichen Aspirationen Italiens" und der Presseauseinandersetzung, die sich darüber zwischen Rom und Paris entsponnen hat, findet knapp zwei Wochen vor dem Besuch des englischen Ministerpräsidenten in der italienischen Hauptstadt besonderes Interesse. Die römischen Blätter bringen sehr ausführliche Meldungen ihrer Londoner Vertreter über die in englischen politischen Kreisen herrschende Stimmung. Man glaubt feststellen zu können, daß die britische Regierung e s peinlich vermeide, sich vor der Romreise Chamberlains auf den französischen Standpunkt f e ft I e ge n zu lassen. Der Londoner Berichterstatter des „Giornale d'Jtalia" will darüber hinaus Anzeichen für eine Verständnisbereitfchaft den italienischen Wünschen gegenüber entdeckt haben. Die Nachrichten über wiederholte freundschaftliche Besprechungen zwischen dem englischen Botschafter und dem italienischen Außenminister hätten einen wohltuenden Einfluß auf die Stimmung in der englischen O öffentlich kett ausgeübt, die durch beunruhigende Meldungen aus Pariser Quellen irre- geführt worden sei. Zu der Londoner Meldung, die französische Regierung habe dem Foreign Office ausdrücklich mitteilen lassen, daß sie eine Vermittlung Chamberlains in der französisch-italienischen Auseinandersetzung nicht wünsche, erklärt das halbamtliche Blatt, dieser Gedanke sei nicht von Italien ausgegangen; er sei zuerst von der französischen und englischen Presse in die Erörterung gezogen worden. Das Blatt glaubt jedoch annehmen zu können, daß die französisch - italienischen Gegensätze bei dem bevorstehenden englisch- italienischen Meinungsaustausch nicht mit Stillschweigen übergangen werden würden. Das würde den auf eine Klärung der politischen Lage in Europa hinzielenden Bestrebungen Chamberlains nicht entsprechen. Mit Be- ftiedigung nimmt im übrigen die italienische Presse von der Londoner Mitteilung Kenntnis, die englischen Staatsmänner würden auf ihrer Romreise nicht in Paris Halt machen. Man sieht hierin den Beweis für den Willen der englischen Minister, sich völlige Freiheit für ihre römischen Besprechungen zu wahren. Daladiers Besuch auf Korsika. Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Je näher der Zeitpunkt der Abreise des französischen Ministerpräsidenten nach Korsika und Tunis heranrückt, desto mehr zieht dieses Ereignis die Aufmerksamkeit der Presse und der französischen Oesfentlichkeit auf sich. Fast alle Zeitungen bringen Artikel und Reportagen über politische, wirtschaftliche und geschichtliche Fragen, die den französischen Einfluß im Mittelmeer und besonders in Nordafrika zum Gegenstand haben. Bei der Reise Daladiers sollen große Kundgebungen sowohl in Korsika wie in Tuunis stattfinden. Auf einem Bankett in Tunis wird Daladier eine wichtige Rede halten. Die italienische Presse wird zahlreiche Vertreter nach Tunis entsenden. Daladier wird den Wünschen der korsischen Bevölkerung entsprechen und seinen Aufenthalt in Korsika, für den ursprünglich nur drei bis vier Stunden vorgesehen waren, verlängern. Daladier wird daher seinen Reiseweg ändern und von B a st i a sich auf dem Eisenbahnwege quer durch die Insel nach Ajaccio begeben. Im Hafen von Ajaccio soll Daladier dann wieder an Bord eines Kriegsschiffes gehen, mit dem er die Neber fahrt nach Tunis fortsetzen wird. Der französische Generalresident von Tunis, ßabonne, hat Paris wieder verlassen, um sich auf seinen Posten zurückzubegeben. Rumäniens Außenpolitik. Außenminister Gafencu verspricht Achtung der Bolksgruppen-Rechte. 93 u f a r e ft, 29. Dez. (Europapreß.) Der neue rumänische Außenminister Gafencu sprach über alle rumänischen Sender, die rumänische Außenpolitik könne sich nur auf d i c Kraftquellen des eigenen Landes stützen. Rumänien fei bereit, alle feine Kräfte in den Dienst einer riedlichen Ordnung in Europa zu stellen. Insbesondere werde es sich bemühen, die Verständigung mit den benachbarten Donauländern in weitestem Maße zu fördern, vorausgesetzt, daß auch bei diesen die gleiche Bereitschaft bestehe. In der Minderheitenfrage wolle Rumänien eine Lösung im Seifte der G e - r e ch t i g k e i t suchen, denjenigen Volksgruppen, die innerhalb der Landesgrenzen durch ihre Arbeit und Kultur seit Jahrhunderten mit dem Boden verwachsen seien, würden ihre angestammten Rechte im Rahmen der Verfassung gesichert bleiben. Durch die Errichtung des Minderheiten ko mmis- s a r i a t s sei der Wille der Regierung zum Ausdruck gebracht worden, das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen mit der eigentlichen rumänischen Bevölkerung zu erleichtern. Die Verwaltungsorgane seien angewiesen, die verfassungsmäßig garantierten Rechte der Volksgruppen i n vollem Umfange z u achten. Die Zusammenarbeit könne sich jedoch nicht auf solche Volksgruppen erstrecken, die ihre politische Aktivität nicht innerhlb des rumänischen Staates zu entfalten bereit seien. Hinsichtlich der Judenfrage betonte der Minister, es sei notwendig, durch vorausschauende und internationale Maßnahmen die jüdische Auswanderung zu fördern. Rumänien werde daher mit feinem vollen Gewicht Kolonial- m ä ch t e ersuchen, die vollkommene und gründliche Lösung des rumänischen Judenproblems zu erleichtern. Rumänien betrachte es als seine Aufgabe, mit allen Staaten zur Förderung des Friedens zusammenzuarbeiten. Voraussetzung dazu sei aber in jedem_Falle die volle Unversehrtheit des rumänischen Staatsgebietes. In diesem Punkte seien alle Schichten des rumänischen Volkes einig. Gchnerder-Creuzoi verkauft leine Gkoda-Aktien. Prag, 29. Dez. (Europapreß.) Mit Rücksicht auf die veränderte Lage in Mitteleuropa hat die französische Gruppe, die bisher die Skoda-Werke, die tschechische Rüstungsindustrie in Pilsen, kontrollierte, ifyren Aktienbesitz abgestoßen und an ernt tschecho-slowakische Gruppe veräußert, die die tschecho-slowakische Regierung oertritt. Es handelt sich um das Aktienpaket, das Schneid er - C r e u z o t, der große französische Rüstungskonzem, durch feine Holding-Gesellschaft, die „Union Eu° ropeenne" verwaltete. Das Kapital der Skodawerke beträgt 220 Millionen Tschechenkronen, der Anteil der französischen Gesellschaft daran bezifferte sich auf etwa fünfzig Prozent, er wird von einem tschecho-slowakischen, unter Führung der Anglo- T s ch e ch o - S l o w a k i s ch e n Bank stehenden Konsortium übernommen. Diese Bank stand schon bisher den Skoda-Werken nahe. Aber auch der tschecho-slowakische Staat hat auf die Anglo-Tschecho- Slowakische Bank einen maßgebenden Einfluß gewonnen, als er sich während der tschecho-slowakischen Bankenkrise kapitalsmäßig an dem Institut weitgehend beteiligte, um dessen Sanierung durchführen zu können. In den letzten Jahren hatte sich zwar die Anglo-Tschecho-Slowakische Bank zu erholen vermocht, doch war die Verbindung zum tschecho-slowakischen Staat bestehen geblieb*’*1 Belgrads aktive Jahresbilanz. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. v. M. Belgrad, tm Dezember 1938. Jugoslawien konnte im Jahre 1938 seine Schlüs- selsts11 ung im S ü d o s t e n, die es in den zwei vorangehenden Jahren erobert hatte, behaupten und verstärken. Die Ereignisse in Mitteleuropa im Frühjahr und im Herbst 1938 haben diese Stellung stabilisiert. Die Serie der Besuche führender Staatsmänner des Auslandes in Belgrad und des jugoslawischen Mtnisterpräsidenten und Außenministers Dr. S t o j a d i n o w i t s ch in den Hauptstädten der Nachbarländer und der Großmächte wurde im Januar 1938 durch einen Besuch Dr. Stojadinowitschs in Berlin abgeschlossen. Die für .Jugoslawien günstigen Folgen dieses Besuches zeigten sich schon einen Monat nachher. Die Wiedervereinigung der Ostmark mit dem Reiche rief in Jugoslawien nicht nur keinerlei Beunruhigung hervor, sondern brachte Jugoslawien im Gegenteil noch eine Verstärkung seiner außenpolitischen Stellung; denn die jugoslawische Regierung erhielt von höchster deutscher Stelle Sicherungen seiner Nordwest-Grenze. Auch die tschecho-slowakische Krise im September zeigte, wie klug und weitsichtig die Politik der Freundschaft mit Großdeutschland gewesen ist. In der allgemeinen Unruhe und Unsicherheit, die damals in Mitteleuropa und in ganz Europa herrschte, war Jugoslawien einer der wenigen Staaten in Europa, der volle Ruhe bewahren und keinerlei militärische Maßnahmen zur Sicherung seiner Grenzen ergreifen mußte. Neben diesem Ausbau und der Verstärkung der Freundschaft mit Grotzdeutschland, die nach dem Besuch des Reichswirtschaftsministers Funk im September und dem Abschluß des neuen Handelsabkommens im Oktober auch wirtschaftlich auf breitere Grundlagen gestellt wurde, war das wichtigste Ereignis in der Außenpolitik Jugoslawiens die Verständigung von Saloniki zwischen den Staaten des Balkanbundes und Bulgarien, durch welche der Frieden am Balkan konsolidiert und solid und dauernd untermauert wurde. Diese Verständigung bedeutet eine friedliche Revision des Friedensvertrages gegenüber Bulgarien, durch die Bulgarien die volle Gleichstellung unter den Staaten des Balkans wiedergewonnen hat. Von allen Seiten wurde anerkannt, daß die Verständigung von Saloniki, die am 31. Juli 1938 unterzeichnet worden ist, ein Musterbeispiel darstelle, wie auch schwierige Streitfragen, bei beiderseitigem guten Willen, zwischen Nachbarstaaten einvernehmlich ge-> regelt werden können. Jugoslawien machte den ersten Schritt zu dieser Verständigung durch Abschluß eines Freundschaftsvertrages mit Bulgarien im Januar 1937 und hatte sich damit zum Wortführer der Politik der Verständigung und Freundschaft mit dem Nachbarn im Südosten gemacht. Deshalb wurde auch durch die Verständigung von Saloniki das außenpolitische Ansehen und die Bedeutung Jugoslawiens im Süboften stark gehoben. Auch wirtschaftlich konnte Jugoslawien im Jahre 1938 weitere große Fortschritte verzeichnen. Der Prozeß der Industrialisierung des Landes nahm immer größeren Umfang an, so daß auf dem Gebiete der Kriegsindustrie Jugoslawien bereits völlig unabhängig geworden ist. Obwohl in der Ausfuhr ein gewisser Rückschlag gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist, und zwar als Folge des Nachlassens der Weltmarkt-Konjunktur, konnte eine Art Stabilisierung des Außenhandels erreicht werden, unabhängig von der wechselnden Konjunktur, nicht zuletzt durch Sicherung des Handelsverkehrs mit Deutschland, das nunmehr rund 50 v. H. des jugoslawischen Außenhandels absorbiert. Von der Legierung vorgenommene öffentliche Arbeiten stei. gern noch den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes. Im Rahmen eines Vierjahres-Planes beabsichtigt die Regierung,, 4000 Kilometer moderner Autostraßen sowie etwa 1000 Kilometer neuer Bahnverbindungen zu bauen, große Gebiete sumpfigen und wasserarmen Bodens landwirtschafttich nutzbar zu machen und auf dem dadurch gewonnenen Land den jährlichen Ueberschuß der landwirtschaftlichen Bevölkerung anzusiedeln. Auch innenpolitisch schreitet das Land einer vollen Konsolidierung entgegen, und es ist zu erwarten, daß nach dem für die Regierung so günstigen Ausfall der Parlamentswahlen am 11. Dezember Mittel zur Verfügung stehen werden zur Liquidierung der wichtigsten innenpolitischen Frage des jugoslawischen Staates, der kroatischen Frage. Man kann daher ohne Uebertreibung behaupten, daß die Bilanz Jugoslawiens im Jahre 1938 stark aktiv ist, auf alten Gebieten, zum Vorteil des Landes, aber auch im Interesse des Friedens tm Südosten. L--MZ ■ X- • ■ n Ri. i s die t- 'N d« > n= er= en, ijf. - io inn em Der ne, len Re- nicht mehr x\x gehorchen, und die Oas hessische HqushaltSgesetz für!938 in den Staatsdienst eingetreten sind und nach den Vergütungssätzen der Gruppe A 9 der Hessischen und damit Napoleons Herrschaft be« Blüchers wie die Gegenwehr Napo- 1870/71 und vor allem im Weltkrieg gefunden. Die Grenze Frankreichs sitz brachten endeten. Die Züge leons haben Nachahmung Lpd. Darmstadt, 29. Dez. Der Reichsstatthalter in Hessen hat als Führer der Landesregierung ein Gesetz beschlossen, das den Haushalt für das Rechnungsiahr 1938 betrifft. Der Staatshaus- Haltsplan beträgt im ordentlichen Haushalt in Einnahme 100 660 562 Mk. und in Ausgabe 104 386 477 Mark. U a. wird die Landesregierung ermächtigt, Mittel bis zum Höchstbetrag von 452 300 Mark, die im Rechnungsjahr 1938. zur Durchführung des- Meliorations- und Siedlungswesens erforderlich sind, im Wege des Kredits zu beschaffen. Im Artikel 7 wird bestimmt, daß die Kanzlei- und B ü r r o g e h i l f e n , die vor dem 1. April 1930 Besoldungsordnung vom 30 März 1928 bezahlt werden, wenn ihre Stellen dauernd erforderlich sind, nach einer zehnjährigen Beschäftigung im Staatsdienst und nach Vollendung des 30. Lebensjahres planmäßig angestellt werden können. Berlin, 29. Dez. (DBB.) Der Führer und Reichskanzler hat am 21. Dezember 1938 folgendes verfügt: Artikel I. Dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen obliegt die Leibeserziehung des deutschen Volkes, soweit diese nicht durch den Staat oder durch die Partei, ihre Gliederungen und angeschlofsenen Verbände durchgeführt wird. Artikel II. Der NSRL. ist eine von der NSDAP, betreute Organisation. An feiner Spitze steht der Reichssportführer. Artikel III. Deutsche Gemeinschaften, die zur pflege der Leibesübungen oder zur Durchführung sportlicher Weltkämpfe gebildet werden, gehören dem NSRL. an. Artikel IV. Die Durchführung des internationalen Sportverkehrs obliegt ausschließlich dem NSRL. Artikel V. Der vorstehende Erlaß gilt nicht für den Wehrsport, den Kraftfahrsport, den Luftsport und den Pferdesport. Artikel VI. Der Reichsfporlführer erläßt die zur Durchführung dieses Erlasses erforderlichen Bestimmungen. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, und der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, geben hierzu folgendes bekannt: Die vom Reichssportführer geschaffene Ein- heitsorganisation der deutschen Lei- Der NS.Reichsbund für Leibesübungen unter dem Schuh der Partei. Blücher geht über den Rhein Oie denkwürdige Aeujahrsnacht vor 125 Jahren. Don Or. Hermann Oreyhaus. In Rio de Janeiro wird in Kürze ein Gesetz veröffentlicht werden, das zur Förderung des Kinderreichtums Ehestandsdarlehen nach deutschem Vorbild vorsieht. Die Rückzahlung soll in ganz kleinen Raten erfolgen, die beim Erreichen einer bestimmten Kinberzahl vollkommen aufhören. Kunst und Wissenschaft. Professor Hoffmann Ehrenmitglied des Instituts Robert koch. Der Marine-Generaloberarzt a. D. Professor Dr. Wilhelm Hoffmann :n Habana auf Euba ist mit Rücksicht auf seine Verdienste um die Erforschung der Infektionskrankheiten und die Bekämpfung der Volksseuchen auf Vorschlag der NSDAP. — Auslandsorganisation — zum Ehrenmitglied des Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten Robert Koch ernannt worden. Professor Hoffmann, der schon vor dem Kriege ausgedehnte Forschungsreisen nach Afrika ünd Britisch-Indien unternommen hat, hat dank seiner Erfahrungen dein Institut Robert Koch auf dem Gebiete der Tropenkrankheiten, insbesondere bei den Arbeiten zur Erforschung des Erregers des Gelbfiebers, wertvolle Unterstützung geleistet. zwischen Belgien und der Schweiz ist durch ein System natürlicher Steilwände in den Gevirgs- zügen außerordentlich geschützt. Blücher und Schwarzenberg haben das reichlich erfahren. Dem tragen die späteren Aufmärsche Rechnung. Besonders sinn- fältig aber wird diese Erkenntnis in dem sogenannten Schlieffen-Plan, der deshalb beinahe zwangsläufig zu der Schlußfolgerung kommt: „Macht mir den rechten Flügel stark!" in dem Sinne, wie es Blücher durch den Sieg von Laon bewiesen. Hiernach kann man auch im Hinblick auf solche Nachwirkungen den Rheinübergang Blüchers in der Neujahrsnacht von 1814 als für die Nachwelt denkwürdig bezeichnen. Nachdruck betont wurde, man wünsche Frankreich „groß, stark und mächtig", weil die Macht Frankreichs in ihrer Größe und Stärke eine der Grundsäulen des Baues der Gesellschaftsordnung sei, man verbürge ihm eine Ausdehnung, wie es sie unter den Königen nie gekannt habe, aber es unterblieb irgendwelche Erwähnung der natürlichen Grenzen? Nicht minder stark war der Eindruck der Arndt- schen Schrift in der Presse. Eine in der Schweiz erschienene anonyme Flugschrift nahm ihre Forderungen auf, daß die wahren Grenzen zwischen den beiden Ländern der Wasgen- und Ardennerwalü seien, daß diese nun auch erobert werden müßten. Zahlreich sind die Zustimmungsbezeugungen in den Tageszeitungen und den politischen Zeitschriften. Der nachmals um die Gründung des Deutschen Zollvereins bemühte I. F. Eichhorn mußte sogar gestehen: „Jetzt schämt man sich des Gedankens, daß der Rhein hat die Grenze werden können." Als so tiefgreifend erwies sich die Aufrüttlung des nationalen Gewissens durch die Arndtsche Schrift, ein völkischer Wille gelangte durch die Hingabe der an Zahl so wenigen Patrioten zur Geltung. Allerdings nicht ohne weitere Hindernisse und nicht ohne, daß Napoleons Verhalten selbst die 30000 KdF.-Landurlauber sollen Italien besuchen. Berlin, 29. Dez. (DNB.) Anläßlich seiner Fahrt durch Norditalien hatte Reichsorganisations- leiter Dr. Ley Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch mit dem Präsidenten der Organisation Do polaooro, Cianetti. Die Verhandlungen erstreckten sich auf den wetteren Ausbau der K d F. - See- und Landreisen. Von März bis Mai ner verschwinden dann natürlich mit dem erhaltenen Geld. Ein weiteres Betätigungsfeld dieser Juden besteht darin, jungen Mädchen Stellungen bei „angesehenen Familien" in Südamerika zu vermitteln. Dabei handelt es sich jedoch in Wirklichkeit um Mädchenhandel. Gewissenlose Antreibermethoden in der Sowietumon. Warschau, 29. Dez. (DNB.) Die Moskauer Blätter veröffentlichen eine von Stalin, Molotow und dem Gewerkschaftsführer Schwernik unterzeichnete Verordnung, in der cs heißt: Durch den Umstand, daß Faulpelze und Nichtstuer es fertiggebracht hätten, weniger zu arbeiten, feien dem Staat Millionen von Arbeitsstunden und Milliarden von Rubeln, verlorengegangen. Weiter hätten gewissenlose Elemente es verstanden, sich zwei Urlaube im Jahr und Vorteile bei der Bewilligung von Renten usw. zu verschaffen. Um diesem Zustand ein Ende zu bereiten, trifft die Sowjetregierung eine Reihe von rigorosen Maßnahmen, die nicht nur die „Faulpelze und Nichtstuer", sondern die ganze Sowjetarbeiterschaft aufs schwerste belasten und in dem Abbau der wenigen Sozialleistungen, in der weiteren Beschränkung der Freizügigkeit sowie in der Kürzung der kargen Urlaubsansprüche bestehen. Unschwer ist die Absicht Moskaus zu erkennen, durch die Verordnung ein neues Druckmittel auf den Sowjetproletarier zu gewinnen, der damit endgültig in einen Fronarbeiter für das bolschewistische System verwandelt werden soll. Nimmt man die Einrichtung eines besonderen Buches für das „Wohloerhal- ten'z jedes Arbeiters hinzu, der fristlos 'und ohne neue Anstellungsberechtigung entlassen werden kann, wenn er den maßlosen Ansprüchen nicht genügt, so ergibt sich, daß jetzt der Sowjetarbeiter mit Leib und Leben von der Willkür der Behörde abhängt. Dem Vorsitzenden des Deutschen Volksbundes in Polen der Reisepaß entzogen. K a t t o w i tz , 29. Dez. (DNB.) Am Donnerstag wurde dem Ersten Vorsitzenden und Hauptgeschäftsführer des Deutschen Volksbundes in Polen, Dr. Otto U l i tz, durch die zuständige Polizeibehörde der Reisepaß abgenommen. Der Reisepaß war bis August 1939 gültig und wies einen Sichtvermerk der deutschen Reichsbehörden auf. Rotspanischer Zerstörer kampfunfähig gemacht. London, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Gibraltar gemeldet wird, ist der rotspanische Zerstörer „JosL Louisa Diaz" in den frühen Morgenstunden des Freitag bei dem Versuch, den Hafen von Gibraltar, wo er ausgebessert worden war, zu verlassen, von dem nationalspanischen Kreuzer „Canarias" und den Küstenbatterien von Ceuta kampfunfähig gemacht worden. Aus der Reede vor dem nationalspanischen Geschützfeuer strandete das Schiff. Der Zerstörer rammt» bei der Ausfahrt zunächst den nationalspanischen Minenleger „I u p i t e r", der vermutlich g e s u n - k e n ist und lief dann etwa 50 Meter von der Küste entfernt auf Grund. Bei der Beschießung sind zahlreiche Besatzungsmitglieder des rotspanischen Kriegsschiffes getötet oder verwundet worden. Bis 4 Uhr morgens wurden 7 Tote und 11 Verwundete an Land gebracht. Oie amerikanische pozifikflotte zu den Manövem im Atlantik ausgelaufen. Neu york, 29. Dez. (Europapreß.) Die Pazifik- flotte der Vereinigten Staaten begann ihre Ausfahrt aus dem kalifornischen Kriegshafen San Diego und der Bucht von San Pedro zu den Flottenmanövern im Atlantik, die vom Januar bis Juni dauern und sich in den Gewässern zwischen Brasilien und den Vereinigten Staaten abspielen werden. Die Hilfsschiffe und die kleineren Einheiten traten zuerst die Ausfahrt an. Ihnen werden im Laufe der nächsten sieben Tage weitere Schiffe auf dem Wege durch den Panama-Kanal folgen. Zum Schluß werden in der Mitte der nächsten Woche die Schlachtschiffe folgen. Mexiko verbietet die Einwanderung von Juden. Mexiko-Stadt, 2g. Dez. (DNB.» Der Kon- greß nahm zwei Vorschläge, die einmal ein v ö l - liges Verbot der jüdischen Einwanderung und zum andern eine genaue Nachprüfung des Status der politischen Flüchtlinge, die in Mexiko ein Asyl gesucht haben, zum Inhalt haben. Ferner soll die Zahl dieser Einwanderer eingeschränkt werden. Beide Vorschläge sind einem beratenden Ausschuß überwiesen worden, der die entsprechenden Maßnahmen ergreifen soll. Kleine politische Nachrichten. Die französische Presse veröffentlicht in Form einer kurzen Nachricht eine Reuter-Meldung aus Teheran, nach derzwischenJranundFrank- reich die Beziehungen abgebrochen sind. Kommentare oder Erklärungen über den Grund dieses Abbruchs werden noch nicht bekanntgegeben. Neujahrsnacht am Rhein! Nach dem schweren Kriegsjahr von 1813 war selbst an dem immer frohen Strom das übermütige Treiben erstorben, das sonst den Uebergang von einem Jahr zum andern kennzeichnete. Nur am Mittelrhein geisterte es um den alten Pfalzgrafenstein mit seiner geheimnisvollen Burg mitten im Flußlauf. Von Caub her schlugen preußische Truppen bei strengem Frost eine Schiffsbrücke zur kleinen Insel. Kaum daß die Turmuhr 12 geschlagen hatte, da ruderten brandenburgische Füsiliere in Kähnen lautlos über die andere Hälfte des Stroms. Sie landeten glücklich am jenseitigen Ufer. Ein donnerndes Hurra erscholl in die Weihe der Nacht, der erste Schritt zur Wiedergewinnung des linksrheinischen deutschen Landes war getan. Die Offiziere des Blücherschen Hauptquartiers in Caub aber gedachten beim gefüllten Römer ergriffen des großen Wandels der Zeiten. Genau vor einem Jahre hatte Port in der Poscherunschen Mühle bei Tauroggen in Litauen den Neutralitätsvertrag abgeschlossen, der zum Ausgangspunkt der Befreiungskriege werden sollte. Und jetzt schon war man im Begriff, in das Land des Mannes einzumarschieren, den man noch vor zwei Jahren als unüberwindlich gehalten hatte. Wahrlich ein denkwürdiger Rheinübergang! Niemand empfand die Bedeutung dieses Ereignisses tiefer als Gneifenau, der Generalstabschef des Blücherschen Heeres. Was sich da vor seinen Augen abspielte, war nicht eins von den zahlreichen Ereignissen, die in dem gewaltigen Völkerringen schon zur Notwendigkeit geworden waren. Der Kampf, der dem Entschluß zum Einmarsch nach Frankreich vorausging, bedeutete die Eröffnung einer folgenschweren Auseinandersetzung zwischen dynastischem Absolutismus und völkischem Einigungswillen, der die kommenden Jahrzehnte beherrschen würde. Im Augenblick konnte der letztere seinen ersten Erfolg buchen: die Truppen marschierten- nicht nur hier bei Caub, auch nördlich bei Koblenz und südlich bei Mannheim und Basel, sie marschierten, wenn auch mit einer sechswöchigen Verspätung. Gneifenau fühlte sich als Soldat von dieser Unterlassung bedrückt, als Mensch jedoch gönnte er seinen Truppen die Erholung, denn keine der Armeen bedurfte sie mehr als die Blüchersche. Als Stabschef hatte er dem seit dem 16. November in Frankfurt am Main weilenden Großen Hauvtquartier der Verbündeten den Vorschlag gemacht, die Verfolgung des zusammertgebrochenen Eroberers mit dem letzten Hauch von Mann und Roß sogleich vorzunehmen. Allein die Erschöpfung war auf der ganzen Linie so ungeheuer, daß er so gut wie gar keine Gegenliebe fand. Vielmehr sah er sich in ein Netz von Intrigen und Gegensätzlichkeiten hineingezogen, die ihn manchmal an einen Erfolg des Krieges, wie er ihn sich gedacht hatte, völlig verzweifeln ließen. Die Eifersucht der Mächte aufeinander sowie die verschiedenen Ziele ihrer Sonderbestrebungen führten vorläufig zu einem vollkommenen Stillstand aller Bewegungen. Metternich, der „Premierminister der Koalition", nutzte die allgemeine Erschlaffung aus und schickte einen in Gefangenschaft geratenen französischen Diplomaten mit Friedensvorschlägen an Napoleon ab, in denen er diesem die „natürlichen" Grenzen Frankreichs zusicherte, d. h. im Süden die Pyrenäen und im Osten die Alpen und den Rhein, also vom deutschen Standpunkt aus gesehen die Ueberlassung des linken Rheinufers an Frankreich, trotz dessen anerkannt deutscher Bevölkerung. Napoleon war über die Stimmung in Frankfurt genau unterrichtet. Deshalb beeilte er sich nicht mit seiner Antwort. Vielmehr gab er der Klage Ausdruck: „Die alten Grenzen wären eine Erniedrigung für Frankreich; alle unsere Eroberungen wiegen nicht auf, was Preußen, Oesterreich, Rußland, England während der letzten Jahrzehnte gewonnen haben." Und als er sich am 24. November schließlich zu einer Antwort verstand, war diese ausweichend. Sie fand in Deutschland eine veränderte Stirn» muna vor. Seit Mitte November hatte sich in Deutschland, besonders im deutschen Westen bis weit in die Schweiz hinein, eine Flugschrift von Ernst Moritz Arndt verbreitet mit dem zündenden Titel: „Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze" Ihren Ausgangspunkt bildete der Grundsatz: „Die einzige gültigste Naturgrenze macht die Sprache". Damit war ein Programm für die deutsche Westgrenze aufgestellt, das bald in allen Kreisen eifrigst besprochen wurde. Die landläufige Meinung drückte ein Feldgeistlicher in seinen Tagebuchblättern wie folgt aus: „Sollte der Rhein die Grenze bleiben, oann wehe uns; denn er beherrscht ganz Deutschland." Und tatsächlich, es gelang dem Freiherrn vom Stein, den Anschauungen seines Freundes Arndt bei dem Zaren Alexander und bei den Diplomaten der Verbündeten einen gewissen Widerhall zu verschaffen. Der Kriegsrat erließ als Erwiderung auf Napoleons Antwort am 1. Dezember eine Kundgebung an das französische Volk, in der zwar mit gierungspersonen nicht mehr den, den Gehorsam zu gebieten." In Paris aber sah sich Napoleon gezwungen, die gesetzgebende Körperschaft aufzulösen und ihre Entschließung als aufrührerisch für den Druck zu verbieten. Die verbündeten Heere haben in Frankreich nicht allzu viel Ruhm erworben. Eigentlich entscheidend ist das eigenmächtige Loslösen Blüchers von der Hauptarmee geworben. Er vereinigte sich mit dem aus den Niederlanden kommenden Bülow, und beide vereint brachten Napoleon die vernichtende Niederlage bei Laon am 9. und 10. März 1814 bei. Diese führte die Verbündeten zwar nicht auf dem geraden Wege, aber schließlich doch nach Paris, woran sie auch durch einen Gegenstoß Napoleons in ihren Rücken nicht gehindert werden konnten, vielmehr die Hauptstadt in kurzer Zeit in ihren Be- Dinge in die gleiche Entwicklung trieb. Auf ® n elfen a u 9 Plan kam der Kriegsrat selbst dem In» halte nach nicht mehr zurück. Vielmehr ließ er die Hauptarmee unter Schwarzenberg langsam durch die Nordschweiz auf das für übermäßig wichtig gehaltene Plateau von Langres marschieren, während Blücher nach seinem Rheinübergang bei Caub ihre nördliche Flanke decken sollte. Preußische Truppen unter Bülow hatten inzwischen schon die Niederlande besetzt und bedrohten auf dem bequemeren Wege von Norden her Paris. Napoleon hatte nach seiner Rückkehr den Widerstand seines Landes mit allen Mitteln organisiert. Dabei passierte ihm das Mißgeschick, daß gleichzeitig mit seiner ausweichenden Antwort auf Metternichs Friedensoorschläge in Frankfurt sein Staatsanzeiger die Nachricht von der vom Senat neuerdings bewilligten Aushebung von 300 000 Mann brachte. Sie öffnete selbst dem Friedfertigsten die Augen über die wahren Absichten des Kaisers und führte unmittelbar zu dem Entschluß, trotz Weiterführung der Verhandlungen, spätestens am 1. Januar 1814 den Rhein zu überschreiten. Bestärkt wurden die Verbündeten darin noch durch die Einnahme einiger Festungen in Deutschland, besonders aber durch Die Nachrichten aus Frankreich. G n eise n a u schilderte die Verhältnisse daselbst mit den bezeichnenden Worten: „Jenseits des Rheines ist alles in größter Verwirrung. Die französischen Familien flüchten nach Paris. Das Volk hat den Mut, besübungen, der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen, hat die Aufgabe, das deutsche Volk 311 einem „Volk in Leibesübungen" zu machen. Diese wichtige politische Zielsetzung, die besonders bei dem Deutschen Turn- und Sportfest Breslau 1938 in Erscheinung trat, läßt es geboten erscheinen, dem Reichsbund Führung und Schutz der NSAP. zuteil werden zu lassen. Der Führer und Reichskanzler hat daher dem Reichsbund die Bezeichnung „Nationalsozialistischer Reichsbund-für Leibesübungen (NSRL.)" verliehen und ihn zu einer von der NSDAV. betreuten Organisation erklärt. Damit ist zum Ausdruck gebracht, daß der Einsatz der Millionen deutscher Turner und Sportler im NSRL. und die Arbeit der Organe dieses Bundes politisches Wirken im Sinne und im Rahmen der NSDAP, ist. Obliegt der Partei nun die politische Führung des NSRL., so ist es wie bisher Aufgabe des Staates und feiner Organe, die äußeren Voraussetzungen und Hilfsmittel für eine voll wirksame und reibungslose Tätigkeit des Bundes zu schaffen und die zweckmäßigste Auswertung dieser Förderungsmaßnahmen zu sichern. Leitendes Organ für die Durchführung oer politischen Führungs- und der staatlichen För-, derungsaufgabe ist der Reichsfportführer, den der Führer und Reichskanzler beauftragt hat, die erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Der Reichsfportführer ist dadurch nunmehr gleichermaßen im Rahmen der Bewegung und im staatlichen Bereich verankert und hat damit die erforderlichen Vollmachten zur Ausführung des ihm erteilten umfassenden Auftrages. 1939 sollen 30 000 Landurlauber nach N 0 rditalien kommen und insbesondere auch die italienische Riviera einschließlich San Remo und seiner Umgebung vesuchen. Die Verhandlungen erstreckten sich weiter auf die Ausstellung des Internationalen Zentralbüros Freude und Arbeit, die für Mai 1939 in Bukarest vorgesehen ist, und aus den Weltkongreß Freude und Arbeit in Stockholm. In Bukarest wie in Stockholm werden sich neben der Organisation Dopolavoro auch die italienischen Confederationen und Korporationen beteiligen. Endlich kam Dr. Ley und Präsident Cianetti überein, daß 3 0 0 0 0 italieni - s ch e Bauarbeiter im Laufe der nächsten Zeit durch Vermittlung Cianettis für Deutschland bereitgestellt werden. Jüdisches Mädchenhandel in Prag am Werk. Prag, 29.-Dez. (DNB.) Die tschechische Presse veröffentlicht neue Einzelheiten über die skrupellosen Betrügereien jüdischer Emigranten in Prag. So teilt der „Prazsky Vecer" mit, daß in verschiedenen Prager Kaffeehäusern jüdische Emigranten Auswanderungen nach den U eberfee ft aaten „vermittel n". Diese Juden lassen sich hohe Geldbeträge auszahlen und versprechen den künftigen Auswanderern, Fahrkarten sowie Pläne über Landstriche und Farmen besonders in üdamerikcmischen Staaten zu besorgen. Natürlich existieren diese Farmen und Landstriche keineswegs. Die jüdischen Gau- SOFORTIGER GEWINNENTSCHEID (Mi die U ‘l' ü Gießen (Ederstraße 21), den 30. Dezember 1938. 05693 liehen Dank. Maria Günther Otto Günther Die trauernden Hinterbliebenen? Gustav Groos ünd Kinder. Rudolf Günther Doris Grau. Die Trauerfeier findet Samstag, den 31. Dezember, um 11.45 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt DANKSAGUNG. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers beim Heim- gang unserer lieben Entschlafenen sagen wir herz- trunken. Auch aus Esbjerg wird von einem Jagd- Unglück berichtet, dem zwei Brüder aus Hjerne zum Opfer gefallen fein dürften. Die beiden jungen Leute wurden vermißt, feit sie am zweiten Feiertag auf Jagd nach Fanö gegangen waren. Alle Nachforschungen blieben ergebnislos. Auch ein Flieger, der dreimal zur Suche aufstieg, konnte keine Spur von den Vermißten entdecken. Tödlicher Sturz in der Trunkenheit. In Ludwigshafen stürzte ein 68 Jahre alter Mann, der betrunken nach Hause gekommen war, aus seiner im zweiten Stock gelegenen Wohnung über die Treppe in den Hofraum und zog sich derart schwere innere Verletzungen zu, daß er tot liegen blieb. Bankraub mit dem Spielzeugrevolver. Wegen versuchten Bankraubes stand ein Angehöriger der englischen Luftwaffe in einem Londoner Vorort vor dem Richter. Der Angeklagte hatte versucht, die Kasse einer Vorortbank zu plündern. Dabei bedrohte er die herbeigerufene Polizeistreife mit einem Revolver, von dem sich allerdings herausstellte, daß es sich um ein Spielzeug handelte. Der Täter wurde verhaftet und nach den ersten Untersuchungen in ein Polizeigefängnis übergeführt. Da das Gericht an seinem Gesundheitszustand zweifelte, wurde eine ärztliche Untersuchung angeordnet.___________________________ Aus aller Wett. Tiefer Winter in ganz Italien. Die K ä l t e w e l l e hat in Oberitalien die bis jetzt tiefsten Temperaturen des diesjährigen Winters erreicht. In der Po-Ebene wurden bis zu 15 Grad unter Null und im Puster-Tal bis zu 24 Grad unter Null gemessen. Die Sägewerke und Mühlen mußten ihren Betrieb einstellen. Außerordentliche Kälte im Vergleich zu anderen Jahren herrscht auch in Süditalien. Der Vesuv ist ganz eingeschneit. Auch in Kalabrien ist starker Schneefall zu verzeichnen. An vielen Orten erreicht die Schneedecke eine Höhe von einem Meter. Strenger Winter fordert mehrere Todesopfer in Dänemark. Das harte Winterwetter mit Schneestürmen und Frost hat in Dänemark eine Reihe von Todesopfern gefordert. Bei Bolbro auf Fünen wurde auf der Landstraße ein Radfahrer, der wegen der Schneewehen auf der linken Seite fuhr, von einem entgegenkommenden Auto angefahren. Er war auf der Stelle tot. Bei Bramminge in Jütland wurde auf der Landstraße ein alter Mann erfroren aufge- fundeu. Bei Nimtofte im Bezirk Aarhus ist ein zwölfjähriger Knabe beim Schlittenfahren einem Herzschlag erlegen. Bei der Entenjagd auf dem Eise des Roskilde-Fjords ist ein Zimmergeselle er- Nach längerem schweren Leiden ist am Mittwochabend 9.30 Uhr unsere liebe, treusorgende und unvergeßliche Mutter Frau Marie Günther Wwe. geb. Schultheis im Alter von 56 Jahren für immer von uns gegangen. In tiefer Trauer: Gießen (Buddestraße 8). den 30. Dezember 1938. ________________________________________________________________05689 Buchhalter 25 bis 30 Jahre alt, bilanzsicher! von hiesigem Fabrikunternehmen per 1. April 1939 eventl. früher gesucht. Schriftliche Angebote unt. 05692 an den Gießener Anzeiger erbet. Uf EraDC DRUCKSACHEN V¥ Crx ÖC Brühl. Gießen Wetterbericht Ein neuer Warmluftvorstoß aus Westen, der an der vorgelagerten Kaltluft emporftihrt, gibt zur Zeit zu verbreiteten Niederschlägen Anlaß, die in Nordwestdeutschland bereits mit Regen durchsetzt waren. Auch bei uns kann am Freitag noch mit weiterer Milderung, auch bis zu Tauwatter, gerechnet werden. Auch in der Folge setzt sich im wesentlichen die Zufuhr milder Meeresluft fort, doch kann zeitweises Aufklaren nachts immer wieder Frostzunahme bringen. VorhersagefürSamstag: Zeitweise aufheiternd, aber noch immer unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, nachts vielerorts Frost, Tagestemperaturen um 0 Grad. Winde aus Süd bis West. Vorhersage für Sonntag: Fortdauer des unbeständigen Wetters, voraussichtlich wieder zunehmende Abkühlung. Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags —1,6 Grad Celsius, abends —3,9 Grad; am 30. Dezember: morgens —2,4 Grad. Marimum —1,4 Grad, Minimum heute nacht —4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends —0,5 Grad; am 30. Dezember: morgens —0,4 Gir: Weine von Rhein, Mosel, Pfalz, deutsche, französische, spanische oder (chilenische Rotweine, verschiedene Dessert-Weine, Deutscher Wermut-Wein. Weinbrand-Verschnitt o e*. « 2.75 Weinbrand Hausmarke ti ty fj 2.90 Feiner alter Weinbrand 3.40 Jamaika-Rum-Verschnitt 40 Voi. •/• . 3.10 Feiner Wacholder 35 Voi. - ° 2.10 Trinkbranntwein „Goldstern" 32 voi.®/o 2.20 Preise ohne Glas; Glospfond 10 Pf- 1.50 1.65 2. - 1.90 Stadttheater KAI S E R'S GESCHÄFT