Nr. 280 Erstes Blatt 188. Zahrgang Mittwoch. 50. November 1038 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimatlm Bild Die Scholle monat$»Be$ugsprei$: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschljisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger (Heften postscheälonto: Kranifurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Zchrlstleitung und Geschäftsstelle: Lchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. ErmSftigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Kläglicher Anstatt zum Generalstreik in Frankreich. Oaladier hält überall Polizei und Militär bereit. Nur lückenhast wird der Gtreikparole Folge geleistet. Paris, 30. Nov. (Europapreß.) Die bis zum letzten Augenblick noch von verschiedenen Seiten gehegten Hoffnungen, daß der'Generalstreikbeschluß des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes rückgängig gemacht und durch eine Vermittlungsaktion der heutige Streik vermieden werden würde, haben sich nicht erfüllt. Der Streikausschuß des Gewerkschaftsbundes hat bis spät in die Nacht zum Mittwoch hinein getagt, um über die Lage zu beraten, aber keinerlei Gegenweisung erteilt. Der Generalstreikbeschluß wurde daher stillschweigend bestätigt. In den ersten Morgenstunden des Mittwochs war es selbstverständlich noch nicht möglich, über die vollen Ausmaße der Streikbewegung bestimmte Angaben zu machen. Man kann jedoch eines sagen: Der Requirierungsbefehl der Regierung hat auf die Staatsbeamten starken Eindruck gemacht. Ein großer Teil der Beamten ist gewillt, zu arbeiten, und die Mehrzahl der Staatsarbeiter wird auch heute auf den Arbeitsstätten und in den Büros erscheinen. Die Verbände haben aber die Parole ausgegeben, daß die Beamten und Staatsarbeiter in den Sitz st reit treten sollen. Auf diese Weise kommen die Staatsbeamten und -arbei- ter zwar dem militärischen Gestellungsbefehl nach, aber die Arbeit ruht. Es bleibt nun abzuwarten, wieweit diese beschränkte . Streikparole wirklich durchgeführt wird, und wie sich die Behörden dazu verhalten. Nach dem ersten in den Morgenstunden des Mittwoch aus der französischen Provinz vorliegenden Nachrichten ist die Streiklage recht uneinheitlich. Eines aber stehl bereits fest. Don einem Generalstreik im ganzen Lande kann nicht die Rede fein, ein großer Teil der französischen Arbeiterschaft ist fren von Moskau befohlenen Parolen nicht nachgekommen. Das feste Auftreten der Regierung hat offenbar auf die der jüdisch-kommunistischen Agitation noch nicht völlig verfallenen greife starken Eindruck gemacht. So hat i n Grenoble die CGT.-Eisenbahner- gewerkschast die Streikorder aufgehoben und die Fortführung der Arbeit angeordnet. In Bordeaux haben alle Buch- und Zeitungsdrucker der Streikorder nicht Folge geleistet. In Roubaix hat die CGT.-Eisenbahnergewerkschaft ebenfalls ihren Anhängern befohlen, zu arbeiten. In Dünkirchen wollen die Straßenbahn- und Autobusangestellten arbeiten: dagegen streiken die Angestellten des Gas- und Elektrizitätswerkes. Die Angestellten der Straßenbahn von Marseille werden sich am Mittwoch an ihre Arbeitsstätten begeben, aber dort den „Sitzstreik" durchführen. Die Arsenal- Arbeiter von Toulon wollen ebenfalls an ihren Arbeitsstätten den Sitzstreik durchführen. In Cherbourg hat hingegen der Sekretär des Gewerkschaftsverbandes die Belegschaft des Arsenals aufgefordert, auf ihrem Posten zu verbleiben und alles zu vermeiden, was den Anschein von Unordnung erwecken könnte. In Lille sind die Zeitungen wie üblich erschienen, in Lyon wurden zwei Zettungen bestreikt, zwei andere sind erschienen. In Rouen sind Post, Telegraphen- und Telephondienst gesichert, bei den Eisenbahnern herrscht Überwiegend Streikstimmung. Gestreikt wird in den Zeitungsdruckereien, in der Textilindustrie sind Teilstreiks ausgebrochen Allgemeiner Streik herrscht bei den Arbeitern der Erdölraffinerien und bei den Hafenarbeitern, während in der Metallindustrie nur Teikstreiks zu verzeichnen sind. In der Industriestadt Clermont- Ferrand werden die städtischen Angestellten und Arbeiter ihren Dienst versehen. Dagegen hat die Direktion der großen Autoreifenwerke Michelin durch Anschläge bekanntgegeben, daß die Fabrik am Mittwoch g e s ch l o s s e n werde. In der Gegend von Lille mußte die Mobile Garde rote» bezholt Ansammlungen von Streikkundgebungen zerstreuen. Vier Haupträdelsführer wurden verhaftet und nach Dalenciennes gebracht. Etwa 1000 Kundgeber versuchten darauf, nach Dalenciennes zu marschieren, augenscheinlich, um die Verhafteten zu befreien. Sie gelangten jedoch nur bis Anzin, wo die Mobile Garde die Kundgeber zerstreute. Selbffoetffänblid) hat die Regierung im ganzen Laude, insbesondere in den Industriegebieten, starke PolizeiLräfte, die zum Teil durch Truppen verstärkt worden find, bereitgesiellt. 3n Dateuciennes, im Kohlenbecken von Anzin. in Lille und anderen Orten find Truppen von auswärts eingetroffen. 3n allen größeren französischen Stabten werben ben ganzen Tag über Streifen Mobiler Garbe bie Straßen burchziehen, um die Arbeitswilligen gegen bie Streikposten zu schützen. Auch In ben großen französischen Hafenstädten Brest. Toulon. Marseille usw. sinb Truppen zusammenge^ogen worben Don den sonst üblichen, etwa 20 großen Früh- 3/i tunaen der französischen Hauptstadt war bis Mittwochfrüh 6 Uhr nur das Journal erschienen, jedych in dem verringerten Umfang von nur vier Seiten. In einer Kurznotiz an die Leser weift das Journal daraus hin, daß die Mittwoch- Ausgabe nur unter äußerst schwierigen Umständen hergestellt werden konnte. Die Leser würden der Zeitung Anerkennung zollen dafür, daß sie sich nicht den ungerechten Forderungen der CGT. gebeugt habe. Kurz nach 6 Uhr sind weitere drei Frühblätter erschienen: Der M a t i n bringt teilweise auf vier Seiten photokopierte Schreibmaschinenaufsätze, womit dieses Blatt zu einem zei- tungstechnischen Kuriosum wird, ferner der Jour mit nur zweiseitiger Ausgabe und die Action Franca ise im üblichen Umfange von sechs Seiten. Das Journal" betont, daß der angegebene Grund für die Generalstreikorder, der Protest gegen die Notverordnungen, nur ein durchsichtiger Vorwand sei. Worum es den Urhebern des Streiks in Wirklichkeit gehe, sei zu verhindern, daß die Regierung die französischeAußenpoli- t i k weiter auf dem gewiß schwierigen Wege der europäischen Befriedung festlege. Somit seien es die Schaffenden, die von denjenigen mißbraucht würden. denen sie Vertrauen schenkten. Sie, die in ihrer Mehrzahl aus dem Auslande stammenden Parolen gehorchten, seien wieder einmal das Opfer einer Agitation geworden, deren Ziele durchweg getarnt seien. Die Lage sei ernst, die Stunde des Schwarzbrotes sei gekommen. Frankreich werde nun bezahlen müssen. Das französische Volk müsse feststellen, daß njan es getäuscht habe. Ein Streik sei niemals eine Lösung. Er würde zunächst die so überaus gefährliche Wirkung haben, das Ansehen Frankreichs in den Augen der Welt noch zu verringern, die schon allzusehr geneigt sei, Frankreich zu unterschätzen. Alles, was im Auslande völlig falsche Gedanken einer tiefen Depression wecken könne, sei eine unmittelbare Bedrohung für den Frieden. Dieses dürften die Franzosen niemäls vergessen. Line Provokation Kon Munis. Kammereinberufung auf eigene Faust. Paris, 29. Nov. (DNB.) Der sozialdemokratische Parteiführer ßdon Blum forderte sämtliche französischen Abgeordneten telegraphisch auf, sich kommenden Freitag — obwohl die Kammer von der Regierung nicht einberufenist — in einem im Gebäudekomplex der Kammer gelegenen Saal zu einer Vollsitzung einzufinden. Der „Jour" bezeichnet den Aufruf als einen „üblen parlamentarischen Scher z". Die Regierung werde sicherlich diese Besetzung des Palais Bourbon ebensowenig dulden, wie es die Fa- brttbesetzungen geduldet habe. Der „Matin" meldet, daß die parlamentarischen Gruppen der Mehrheit (der „Matin" versteht hierunter offenbar alle nichtmarxistischen Fraktionen) beschlossen haben, schon am Donnerstagvor. mittag in der Kammer zusammenzutreten, um den Absichten der Linksparteien zuvor zu kommen. Die „Action Franxaise" erklärt, daß der Jude Leon Blum der groß ^Provokateur sei, und verlangt die sofortige Verhaftung Blums. Kammerpräsident H e r r i o t, der in französischen Linkskreisen vielfach als Nachfolger Daladiers galt, hat in einem öffentlichen Briefwechsel mit dem Abgeordneten der Rechten Montigny den Kommu- nisten eine deutliche Abfuhr erteilt. Er erklärte, daß er ohne Ausnahme die Einmischung dunkler ausländischer Kräfte in die französische Innenpolitik verurteile und daß er diese Einmischung strafrechtlich verfolgt sehen möchte. Leon Blum hat unter Zustimmung der sozialdemokratischen Kammergruppe als „Repressalie" gegen die Requisitionen der Regierung den sozialdemokratischen Stadtverwaltungen ben Befehl erteilt, die Rathäuserzuschließen, um so die städtischen Angestellten an der Befolgung der Requisitionsorder zu hindern. Infolgedessen konnte in den Städten und Gemeinden mit sozialdemokratischer Stadtverwaltung nicht einmal der Betrieb der Standesämter funktionieren. Paris amMrgendesSlreikiaqes Paris, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die erwachende Stadt steht im Zeichen der energischen Vorkehrungsmaßnahmen der Regierung zur Verhinderung des Streikes. Polizei, Mobilgarde und Militär auf Rädern und auf Kraftfahrzeugen ist aufgeboten, um die Ordnung zu sichern und das Funktionieren der öffentlichen Dienste zu gewährleisten. Die Bahnhöfe und lebenswichtigen Betriebe sind von Polizei, Mobilgarde oder Militär besetzt; ferner durchziehen Streifen des Ordnungsdienstes die Straßen. Die nach Paris führenden großen Zufahrt st raßen sind von starkem Aufgebot der Mobilgarde bewacht, auch auf den Brücken sieht man Patrouillen. Paris macht sonst einen ruhigenEindruck: Die Straßen sind wie gewöhnlich beleuchtet. Die Straßenreinigung ist im Gange, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln ist gesichert. Der Verkehr der Untergrundbahn ist mit leichter Verspätung zu 80 v. H., der Verkehr der Autobusse und der der Eisenbahn invollemUmfangin Paris und, soweit aus den Provinzen Nachrichten vorliegen, auch dort zum größten Teil ausgenommen worden. Sämtliche Bahnhöfe sind scharf bewacht. Infanterie mit Stahlhelm und aufgepflanztem Seitengewehr patrouillierte unaufhörlich vor den Eingängen auf und ab. Die Züge verkehren fahrplanmäßig, Post, Telephon, Telegraph und Rundfunk funktionieren. Nur vereinzelte geringfügige Zwischenfälle haben sich bisher abgespielt. So wurde ein Versuch zur Besetzung eines Untergrundbahnhofes durch Arbeitsunwillige sofort von der Polizei unterbunden. ' Zuversichtliche Auffassung in Wirtschafiskrejsen. Rückkehr des Fluchtkapitals. Paris, 29. Nov. (Europapreß.) In den Kreisen der französischen Wirtschaft herrschte am Dienstagnachmittag die feste Zuversicht, daß der Ausgang des Generalstreiks am Mittwoch zu einem großen persönlichen Erfolg des Ministerpräsidenten Dala- dier werden wird. Als besonderes Zeichen des Vertrauens wird der wachsende Rückstrom des Fluchtkapitals nach Frankreich angesehen, der zu Beginn dieser Woche viermal so groß war wie Ende der vergangenen Woche. Dadurch befestigte sich der Franken weiterhin. Die französischen Renten konnten an der Börse Gewinne von 85 Centimes bis 2,75 Franken aufweisen. Französische Industriewerte zogen durchschnittlich um 2 bis 4 vom Hundert an. „Condor" auf dem Wege nach Tokio. Unsere Karte gewährt einen Ueberblick über die 13 650 Kilometer lange Strecke, die der „Condor" auf feinem Schnellflug nach Tokio zurücklegt. Drei Zwischenlandungen in Basra, Karaschi und Hanoi dienen jeweils der Auffüllung der Betriebsstoff-Tanks. — X)M FOÄ ,MO * SA - A\ n E W ch Berlin, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der „Kondor" D — ACON landete am Mittrooch- morgen um 2.10 Uhr MEZ. in Hanoi (Frarj- zösisch-Indochina) und erreichte damit planmäßig seinen dritten undus ber Demokratischen Partei ausscheiben unb feine große Beliebtheit ber neuen Partei zuführen würde, -wturkich nicht als Kandidat für eine britt- Anfts- neriobe, benn bas mürbe bie Pläne La Guardias stören, was immer sie fein mögen, aber als Führer des „liberalen" Amerika gegen die Reaktion". Es scheint nicht, daß Roosevelt solche Absichten hat. Er wird seine Partei und die große Parteiorganisation nicht aufgeben; die Folge seines Ueberwechselns wäre nur der Zerfall der Demokratischen Partei und ein sicherer Sieg der Republikaner. Deswegen versucht Roosevelt jetzt, in Versöhnung zu machen, aus daß die neu erstarkte Opposition im Parlament ihm die nächsten beiden Jahre (bis zu den Wahlen im November 1940) nicht das Leben zu schwer mache, und daher hat er sich zu bem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, den nominellen leader of the Opposition, den Leiter der Republikanischen Partei, seinen direkten Gegner im Wahlkampf von 1936, Alfred Landon, zum zweiten Delegierten für die Große Panamerikanische Konferenz in Lima zu ernennen, und Landon hat das geschmeichelt angenommen. Parole ist jetzt: innere Einheit auf der Basis star- ker Rüstung und enger Freundschaft mit Latein-Amerika. Ob diese innere Einheit sich Herstellen läßt, wird die im Januar 1939 zufömmentretende Tagung des neuerwählten Bundesparlaments zeigen. Chamberlains Nomreise. Die Reise Chamberlains nach Italien, von der schon anläßlich der Münchener Begegnung gesprochen wurde, ist nnn für Januar von London aus formell angekündigt worden. Diese Mitteilung erfolgt in einer Zeit, wo sich eift gemeinsames Interesse Englands und Italiens abzeichnet: das Interesse an einem Frankreich, das nicht Tummelplatz der Moskowiter und ihrer französischen Freunde ist. Wir haben bereits über die Besorgnis berichtet, mit der die englische Presse die Lahmlegung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, ja sogar der staatlichen Funktionen Frankreichs durch den Kommunismus verzeichnet; Italien weiß aus dem Kampfe gegen Rotspamen her, wie störend sich die kommunistischen Beeinflussungen der französischen Politik für seine nächsten Interessengebiete auswachsen! Es ist übrigens interessant, daß Italien in den letzten zwei Jahren auch die Londoner Regierung kräftig warnen mußte, Sowjetrußland zu starke Zugeständnisse zu machen: Die eine Gelegenheit war der Abschluß des neuen Dardanellen-Abkommens, das im Juli 1936 in Montreux ohne Italien verhandelt wurde und das-den sowjetrussischen Seestreitkräften des Schwarzen Meeres die Einfahrt m das Mittelmeer erlaubte; und die andere Gelegenheit ergab sich 15 Monate später, als in Nyon, ebenfalls ohne Italien, aber in Anwesenheit Sowjetrußlands, die Seepatrouillen gegen die „Piraterei" im Mittelmeer eingerichtet wurden. Eine Aufhellung der Situation trat erst ein, als sich Chamberlain von dem damaligen Außenminister Eden trennte — an jenem 20. Februar 1938, an dem der Führer seine Rede hielt und in ihr die „10 Millionen Deutschen" in der unmittelbaren Grenznachbarschaft des Reiches in feinen Schutz nahm. Damit wurde erst der Weg frei, das Anfang 193F geschlossene englisch-italienische ©entfernens Agreement in dem „Osterabkommen" vom 16. April 1938 gegenständlicher zu gestalten. Dieses Osterabkommen ist am 15. November endlich in Kraft getreten und damit war der Weg zu dem Besuch Chamberlains in Rom frei, den der britische Erftminister nach seiner persönlichen Unterredung mit Mussolini in München bereits angekündigt hatte. 20 Lahre unabhängiges Island. Am 1. Dezember 1918 wurde die Unabhängigkeit und Neutralität des isländischen Königreichs vertraglich feftgelegt. Dieses Eiland im hohen Norden, das kleinste skandinavische Staatswesen mit nur 120 000 Einwohnern, ist durch Personalunion an das dänische Königshaus gebunden. Dänemarks König ist auch König Islands. Da König Christian, d;r fließend isländisch spricht und häufig auf dieser mit 1100 heißen Quellen gesegneten, hauptsächlich aber vom Fischfang und der angeschlossenen Fischindustrie lebenden Insel weilt, sehr beliebt ist, besteht bei den Isländern, die noch unabhängiger werden möchten, kein Anlaß, gegen den König Opposition zu machen.' Sie möchten lediglich die letzten Neste der dänischen Verwaltung beseitigt wissen, um sich .n jeder Beziehung durch ihr Althing, das älteste Parlament der Welt, regieren zu lassen. Das Jahr 1940 gibt die Möglichkeit, den Vertrag mit Dänemark zu lösen.-Doch sieht es so aus, als wird man alles so lassen, wie es bisher ist, wenn auch schon bei den Befürwortern einer noch weitergehenden Unabhängigkeit Pläne für einen ausgedehnten diplomatischen Außendienst herumgereicht werden. Aber Island kann sich trotz des wachsenden Wohlstandes seiner Bevölkerung einen Apparat mit Gesandten und Konsularvertretungen nicht leisten. Zudem :ft noch gar nicht zu übersehen, ob nicht eines Tages, wenn es überhaupt keinerlei Bindungen zu Dänemark mehr gibt, nicht eine andere nahe liegende Macht die isländische Selbstbestimmung in Frage stellt. Druckmittel gegenJsland gibt es in ausreichender Menge. Die Insel kann sich von ihrer Scholle nicht ernähren, sie ist auf Einfuhren angewiesen. Was an Landwirtschaft vorhanden ist, ist merklich zu- fammengeschrumpft. Die Bevölkerung verstädtert mehr uni) mehr, wobei ein Hang zum Amerikanischen in den Städten deutlich in Erscheinung tritt, während das Landvolk an alten, aus den germanischen Zeiten überlieferten Sitten und Bräuchen festhält. Die Verstädterung, namentlich die Hercmzüch- tuna eines in den Fischbetrieben tätigen Industrie- Proletariats, hat auch dem Marxismus ein Sprungbrett verliehen. Sozialdemokraten und Kommunisten sind zahlenmäßig recht stark. Die Insel mit ihren Steilküsten, Fjorden und Vulkanen ist in steigendem Maße audj-Don deutschen Reisenden besucht worden. Die Hauptstadt ist Reikjavik. Belgien nimmt die Beziehungen zu Tlationaispanien auf. Brussel, 29. Nov. (Europapreß.) Der belgische Ministerpräsident Spaak hat im Senat den Entschluß der Regierung bekanntgegeben, die Beziehungen zu Nationalspanien aufzunehmen und sich anderseits nicht mehr an den Beratungen des Nichteinmischungsausschusses zu beteiligen. Der Ministerpräsi- bent erklärte, die Regierung fei der Ansicht, daß, wenn sie auch weiterhin vollständig die Entscheidungen achten werde, die gemeinsam von dem Londoner Nichteinmischungsausschuß getroffen würden, so sei doch ihre Zusammenarbeit mit diesem Ausschuß nicht mehr gerechtfertigt. Spaak wies auf die wirtschaftlichen Interessen ^Belgiens in Nationalspanien W, wo belgisches Kapital in Hohe von 1250 Mil- belgischen Franken investiert sei und sprach er aus, daß in Bälde eine Dermittlungs- aktlon der Großmächte gelingen möge. „Finanzwunder" vor dem Wirtschastsrat Berlin, 29. Nov. (DNB.) Bei einem Empfang des Wirtschaftsrates der Deutschen Akademie hielt Reichsminister Reichsbankpräsident Dr. Schacht einen Vortrag über „Finanzwunder" und „Neuer Plan" Dr. Schacht kennzeichnete die Verfallserscheinungen der Wirtschaft feit 1931, die ihren zwangsläufigen Niederschlag in einem beispiellosen sozialen Elend fanden. Die Wirtschaftskrisis von 1931 war nichts anderes als der wirtschaftliche Schlußstrich unter sinnlose politische Gewaltmaßnahmen. Infolgedessen konnte auch nicht die Wirtschaft helfen, sondern nur b i e Politik. Sie half Deutschland mit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus habe die Wiederan- kurdelung der Wirtschaft, nirgends aber nach einem vorgefaßten theoretischen Wirtschaftsprogramm, durchgeführt. Von vornherein wurde alle staatliche Hilfe auf die Steigerung der Produktion verwendet. Für die Finanzierung waren keinerlei verfügbare Kapitalien vorhanden, vielmehr mußte hier mit der Geldschöpfung nachgeholfen werden. Die Tatfache der staatlich gelenkten Wirtschaft, die es ermöglichte, Preis- und Lohnsteigerungen zu verhindern, zerstreute eines der Hauptbedenken gegen die Produktionsfinanzierung durch Kredit. Ferner war es klar, daß die Rüstung endgültig nicht durch Geldschöpfung, sondern nur durch Ersparnisbildung finanziert werden kann und daß. erst eine Brücke zu diesen normalen Finanzierungen durch Ersparnisse geschlagen werden mußte. Infolgedessen war der einzig richtige Weg der, daß die Notenbank die zur Arbeitsbeschaffung und Aufrüstung notwendigen Kredite vorerst zur Verfügung stellte, und zwar solange, bis die Wirtschaft wieder Erträge abwarf, die eine ausreichende Ersparnisbildung und Konsolidierung ermöglichten. Erst dann konnte — dann mußte aber auch — auf die Finanzierung durch Steuern und Anleihen übergeleitet werden. Die zahlreichen Maßnahmen der Folgezeit haben sämtlich den Sinn gehabt, den Ablauf der Kred-it- ausroeitung scharf zu kontrollieren, ein Auseinanderklaffen zwischen Geld- und Güterseite zu verhindern und endlich überflüssige Gelder in Rüungs- anleihen festzulegen. Das Zusammenspiel der Maßnahmen hat die Aufrechterhaltung der 3m Schutz britisch» Häusersprengungen und Erschi« Kairo, 29. Nov. (DNB.) Trotz der strengen Zensur, durch die die britischen Mandatsbehöroen die Wahrheit über Palästina vor der Weltöffentlichkeit zu verbergen suchen, sind hier wieder Nachrichten durchgesickert, die ein erschütterndes Bild von den furchtbaren Leiden der unglücklichen arabischen Bevölkerung geben. So wurde in Beith Hanina ein 65jähriger schwerkranker Araber ohne Gerichtsverfahren vom britischen Militär wegen Waffenbesitzes erschossen. Bei der „Waffe" handelte es sich um eine alte Jagdflinte, für die ein ordnungsmäßiger Waffenschein vorlag. Ferner wurden in Bethlehem zahlreiche Häuser, an denen in der Nacht Aufrufe der Freischärler angeklebt worden waren, in die Luft gesprengt. Darunter ein Gebäude, das knapp 100 Meter von der der ganzen Christenheit heiligen Gebetskirche Christi entfernt liegt. Besonders empörende Vorgänge fpielten sich in einem Gefangenenlager in der Nähe von Jerusalem ab. Als nach Ablauf des Faften- monats, am Beiramfest, einem der höchsten mohammedanischen Festtage, die Familien von 800 verhafteten arabischen Freiheitskämpfern in dieses Gefangenenlager kamen, um ihren Angehörigen Essen zu bringen, wurde dieses vor den Augen Der hungrigen Gefangenen durch britisches Militär fortgeschüttet. Ein ähnliches „Muster"- Gefangenenlager besindet sich bei Jaffa. Dort sind mehrere hundert verhaftete Araber in einem viel zu kleinen Raum zusammengepfercht, so daß die unglücklichen Menschen weder sitzen noch liegen, sondern nur zusammengekauert hocken können. Wenn einer der von dieser unnatürlichen Stellung Aus all Oie Autoräuber fünfmal zum Tode verurteilt. Cpb. Mannheim, 29. Nov. Das Mannheimer Sondergericht verurteilte den 18jährigen Reif und den 19jährigen Horn, die auf der Reichsaulobahn bei Heidelberg den Bäckermeister Müller aus Offenbach in seinem Aulo niedergeschlagen und zu berauben versuchl hallen, als gefährliche Verbrecher wegen 5 Verbrechen des Straßenraubes mittels Autofallen nach der Verordnung vom 22. Juni 1938 fünfmal zum Tode, wegen Mordversuches zu je 10 Jahren Zuchthaus, lebenslänglichem Ehrverlust und zur Sicherungsverwahrung. In der Begründung des Todesurteils heißt es, in fünf Fällen habe das Gericht als festgestellt erachtet, daß beide die Wagen mit der räuberischen Absicht zum Anbalten gebracht hätten, um im gegebenen Augenblick ihr Vorhaben auszuführen. Das „Autofallengesetz" fei aus dem Leben genommen und kenne keine Gesetzessprache. Es werde jedes Mittel zum rechtswidrigen Anhalten als Beginn der Autofalle angesehen und es setzte voraus, daß gegen den Willen des Autofahrers die Weiterfahrt behindert werde. Der letzte Fall fei besonders schwer gewesen und charakterisiere die Gesinnung der Angeclagten. Der Verletzte habe unter seinem Eid ausgesagt, daß Reif hinter ihm Platz nahm und Horn neben dem Steuersitz. Reif fei zum Zuschlägen bestimmt gewesen und -sollte Müller ,^ur Strecke" bringen, während Horn das Steuer zur Weiterfahrt ergreifen sollte. Der Wagenführer befand sich in einer regelrechten Autofalle und konnte feinem Schicksal nicht mehr entrinnen. Daß Müller mit dem Leben baoon- fam, sei den Zeugen zu verdanken, die die Verfolgung der Täter aufgenommen hätten. — Landgerichtspräsident Wickel unterstrich am Schluß int> „neuer plan". ent Or. Schacht »er Deutschen Akademie. deutschen Währung bewirkt. Das Frühjahr 1938 bedeutet einen Einschnit in unsere Finanzierungspolitik, weil mit ihm die deutsche Wirtschaft den Zustand der Vollbeschäftigung erreicht habe. Am 1. April 1938 wurde die Krediftchöpfung der Notenbank eingestellt und die Finanzierung der staatlichen Aufträge nunmehr allein aus den Weg Der Steuern und Anleihen verwiesen.' Die im Auslande kolportierten Ziffern über die deutsche Gesamtverschuldung übersteigen erfreulicherweise Lanz beträchtlich die wirklichen Schulden. Zum handelspolitischen Fragenkomplex übergehend, wies Dr. Schacht das Herumkritisteren an den sog. Autarkiebestrebungen Deutschlands als lächerlich zurück. Die Förderung der eige- nenRohftofferzeugung habe herzlich wenig mit einer Ablehnung des Außenhandels zu tun. Der „Neue Plan" baute auf der Ueberlegung auf, niemals mehr z u kaufen, als man bezahlen kann, und dort zu kaufen, wo die eigenen Waren abgenommen werden. Alles in allem lag diesem einfachen, primitiven Wirtschaftsgedanken die Hauptfrage zugrunde, ob die übrige Welt willens und in der Lage fei, auf einen Markt von damals fast 70, heute 80 Millionen Menschen zu verzichten, oder ob man sich diesen Markt zu erhalten wünschte. Es habe sich erwiesen, daß nicht der Produzent, sondern der Konsument der beherrschende Faktor im Wirtschaftsleben ist. Der „Neue Plan" fei aus den Not- verhältniffen entsprungen, in die Deutschland durch das Ausland hineingezogen wurde. Sein Erfolg lasse sich an Hand weniger Zahlen nachweisen. In Mengen ausgedrückt wurde zwischen 1934 und 1937 die Einfuhr von Fertigwaren um 63 v. H. gedrosselt. Dafür konnte erhöht werden die Einfuhr von Erzen um 132 v.H., von Erdöl um 116 v H., von Getreide um 102 v. H. und von Kautschuk um 71 v. H. Wertmäßig ist der Passiosaldo der Handelsbilanz, der 1934 284 Millionen Mark betrug, 1936 einem Aktivsaldo von 550 Millionen Mark, 1937 von 443 Millionen Mark gewichen. Die sogenannten neuen Warenschulden schließlich sind innerhalb von zwei Jahren auf ungefähr die Hälfte zurückgeschraubt worden. Der „Neue Plan" erfordere zwar Opfer, aber er verbürge auch den Erfolg und habe gezeigt, daß wir in der Lage sind, unser Wirtschaftsleben selber zu gestalten. jungen auf der Tagesordnung. ermüdeten Gefangenen sich aufrichten oder hinlegen will, so erhält er, wie Augenzeugen bestätigen, von dem bewachenden britischen Militär Kolbenstöße oder Fußtritte. Das Gefecht bei Lnimazzinat. 43 arabische Freiheitskämpfer gefallen. London, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie in Jerusalem amtlich bekanntgegeben wurde, sind bei den Kämpfen, die sich am Dienstag südlich von Haifa bei Ummazzinat abgespielt haben, 43 arabische Freiheitskämpfer gefal« I e n. Reuter meldet dazu aus Jerusalem, daß es sich um eines der größten Gefechte während der gegenwärtigen Palästina-Auseinandersetzungen gehandelt habe. Nach unbestätigten Berichten füll sich unter den Toten auch der Araberführer A b u d u r a befinden. Bei Ummazzinat fielen die arabischen Freiheitskämpfer den überlegenen englischen Streitkräften zum Opfer. Nach dem Reuter- Bericht scheinen die Araber von britischen Truppen völlig umzingelt worden zu fein. In einem verzweifelten Versuch, den Ring zu durchbrechen, kämpften die arabischen Freischärler heldenmütig mit dem blanken Schwert. Es entspann sich ein verzweifelter Kampf von Mann zu Mann, doch war die Ueberlegenheit der Engländer mit ihren modernen Maschinenwaffen so stark, daß es nur wenigen Arabern gelungen fein soll, dem mörderischen Gemetzel zu entkommen. ?r Weit. feiner Urteilsbegründung, daß die Behinderung der Autofahrer auf LaNdstrecken, insbesondere auf Autobahnen, einen Bruch der öffentlichen Ordnung des Rechtsfriedens darstelle. Die Volksgemeinschaft verlange, daß mit Rücksichtslosigkeit gegen diese Verbrecher oorgegangen werde. OaS Grubenunglück bei Waldenburg Waldenburg, 29. Nov. (DNB.) Die mit Nachdruck fortgeführten Rettungsarbeiten im Hans- Heinrich-Schacht der Fuchsgrube haben bis zur Mittagsstunde des Dienstag zur Bergung eines weiteren Opfers des Grubenbrandes geführt. Entgegen der ursprünglichen Annahme werden jetzt nur noch zehn weitere Hauer vermißt, da eine Nachprüfung ergeben l)at, daß insgesamt nur 20 Bergleute in dem brennenden Flöz arbeiteten. — Das Oberberg amt Breslau teilt mit: Trotz aufopferungsvollen Einsatzes der Grubenwehr ist es leider nicht gelungen, die noch im Unglücksstreb befindlichen zehn Bergmänner zu bergen. Da es feststeht, daß sich keiner von ihnen mehr am Leben befindet, wurde die Rettungsmannschaft, um sie nicht unnötig zu gefährden, zurückgezogen. Um den Brand zu ersticken, wird das Brandfeld zur Zeit abgedämmt. — Der Chrenausschuß der Stiftung für Opfer der Arbeit hat für die Hinter- bliebenen der tödlich verunglückten Bergleute 10 0 0 0 Mark zur Behebung der ersten Not zur Verfügung gestellt. Maßnahmen für die Weiterbetreuung der Hinterbliebenen sind sofort eingeleitet worden. Reichswirtfchaftsminister Funk hat dem Be- triebsführer und der Gefolgschaft der Zeche Fuchsgrube zu dem schweren Unglück auf der Zeche fein aufrichtiges Beileid übermittelt und gebeten, den Angehörigen der verunglückten Bergleute feine herzlichste Anteilnahme auszusprechen. — Reichsorgam- sationsleiter Dr. Ley traf in Waldenburg ein und begab sich nach dem Hans-Heinrich-Schacht, wo ihm Generaldirektor Tintelnot den Hergang des Unglücks schildert^. Vom Einzelnen znm Ganzen., Goethe zumTag der Nationalen Solidarität Es ist natürlich nicht so, daß in der Fülle goethi- scher Dichtungen plötzlich orphische Urworte entdeckt worden sind, die sich unmittelbar auf den Tag der Nationalen Solidarität, dem wir abermals entgegensehen, beziehen. Immerhin kann sich jeder von uns, der an diesem Tage auf die „Sammelbüchsen der Prominenten" stößt, getrost des goetheschen Gedichtes „Wie du mir, so ich dir!" erinnern: Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir tut niemand was zu lieb. Hand wird nur von Hand gewaschen; Wenn du nehmen willst, so gib! Vielleicht möchte der eine oder der andere ein« wenden, daß in diesen Versen allzu „praktische" Wohltätigkeit ihr Wesen triebe, denn wir sollen ja bei unseren Gaden für die Winterhilfe nicht an unseren Vorteil denken, der bei einem derartigen „Händewaschen" herausspringen könnte. Wenn aber jemand von solchen nutzbringenden Spenden je meilenweit entfernt gewesen ist, dann — Goethe. Wie er nämlich innerlich zur Wohltätigkeit stand, das sagt ein schönes Wort von ihm, das er an Frau von Stein gerichtet hat: „Auf diesem beweglichen Erdball ist doch in der wahren Liebe, der Wohltätigkeit und den Wissenschaften die einzige FreudeundRuhe!" Aber auch in feinem Lustspiel „Der Großkophta" (1792) steht ein Satz, der Goethes Stellung zum Wohltun kennzeichnet: „In jedes gute Herz ist das edle Gefühl von der Natur gelegt, daß es für sich allein nicht glücklich fein kann, daß es fein Glück in dem Wohl der andern suchen muß". Zeigen diese drei angeführten Worte Goeches seinen tiefen Sinn für Wohltätigkeit auf, so treffen sie dennoch nicht ganz den Kern dessen, um was es zuletzt am Tage der Nationalen Solidarität geht. Denn es geht ja an diesem Tage wie überhaupt bei der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt nicht um jene Wohltätigkeit, der man einst zu Goethes Zeiten huldigte. Es geht vielmehr um die nationale Solidarität des ganzen Volkes., Es ist aber nicht ohne Reiz zu wissen, daß auch der große Olympier in einem Gegensatz zu der einst üblichen Wohltätigkeit gestanden hat. Das erhellt aus einem anderen Wort, das er an Frau von Stein schrieo: „Man soll tun, was man kann, einzelne Menschen vom Untergang zu retten. Dann ist aber noch wenig getan. Vom Elend zum Wohlstand sind unzählige Grade." Wer sich in dieses Wort vertieft, dem wird klar, daß Goethe sehr wohl um b$n Unterschied wohltätiger Handlungen an Einzelpersonen und an der Gesamtheit Bescheid wußte; daß nämlich Wohlstand — oder wie wir heute sagen: Wohlfahrt — nicht aufkommen kann, wenn von der Rettung des einzelnen, des Individuums ausgegangen wird, sondern nur, wenn der Blick auf Das Ganze, auf die Gesamtheit des Volkes gerichtet ist. Das aber find Gedanken, die dem Wesen des Winterhilfswerks bereits sehr nahe kommen. Doch noch näher rückt uns Goethe, wenn wir einmal nachlefen, was im „Ur- götz" geschrieben steht; mit einer Offenheit allerdings, die vielleicht starkes Rafenrümpfen Hervorrufen könnte. Indessen sind wir ja beim Ritter Götz von Berlichingen schon manches gewohnt! So sei denn hier der Ausspruch Goethes, der zeigt, wic sehr er der unfrige ist, unverhüllt wieLergegeben: „Wohltätigkeit ist eine Tugend, aber sie ist nur das Vorrecht starker Seelen. Menschen, die aus Weichheit wohltun, sind nicht besser als Leute, die ihren Urin nicht halten können." In der Tat: ein offenes Wort! Und ein harter Schlag gegen jede rührselige Wohltätigkeit, wie sie nur zu ojt im Anblick oün Armut und Elend kritik- und wahllos aus- geübt wird. Gar mancher hat schon an feiner Wohnungstür „aus weichem Mitleid" wohlgetan, anstatt den Bittsteller mit sanftem Nachdruck zur nächsten Ortsgruppe der NS.-Volkswohlsahrt zu begleiten. Wohltätigkeit ist das Vorrecht starker Seelen! Wer denkt nicht bei diesen Worten Goethes an den Ausspruch des Hauptamtsleiters der NS.-Volkswohl- fahrt, Hilgenfeldt, den er nicht müde wird zu wiederholen: „Nicht mitzuteilen, mitzukämpfen find wir da!" Oder an ein anderes Wort Hilgen- feldts, das er auf dem letzten Parteitag gesprochen hat: „Die uns vom Führer gelehrte Joee ist die Lehre der starken Herzen!" Starke Herzen — starke Seelen! Wen verblüfft nicht dieser Gleichklang? Wie dicht steht Goethe plötzlich bei uns am Tage Der Nationalen Solidarität, wenn sich das Führerkorps des deutschen Volkes einsetzt, um mitzukämpfen! Aber noch stärker können wir die Stellungnahme Goethes zur Volkswohlfahrt, wie wir sie heute pflegen, umreißen! So, wenn Goethe in „Wilhelm Meisters Lehrjahren" sagt: „Was soll es heißen, Besitz und Gut an die Armen zu geben? Löblicher ist, sich für sie a 14 Verwalter betragen. Dies ist der Sinn der Worte Besitz und Gemeingut!" Und abermals in dem Lustspiel „Der Groß- kophta": „Jede Art von Besitz soll der Mensch feft« Halten, er soll sich zum Mittelpunkt machen, von dem das Gemeingut ausgehen kann; er soll Egoist sein, um nicht Egoist zu werden, zusammenhalten, damit er spenden könne!" Wem spenden? Nun: dem Winterhilfswerk, das Verwalter von Besitz und Gut ist, Das Den Armen und Hilfsbedürftigen zugedacht ist! Schauen wir uns nun noch einmal das Gedicht- chen „Wie du mir, so ich birr genauer an, Dann erhält das „Händewaschen" einen ganz anderen Sinn wie auch Der Vers „Wenn Du nehmen willst, so gib!" Die Hand nämlich, die wir waschen sollen, diese Hand ist die--Volksgemeinschaft! Geben wir ihr, so gibt sie auch uns! Darum laßt uns am Tage der Nationalen Solidarität goethifch handeln! Sei keiner von uns ein Mann mit zugeknöpften Taschen? Vorhersage für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, sonst veränderlich mit Aufheiterung und nur vereinzelte Regenfälle bei lebhaften südlichen Winden. Tagsüber milder. Vorhersage für Freitag: Wechselhaft, im wesentlichen aber trockenes Wetter, tagsüber mild. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: ErnftBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange, K.'G., sämtlich in Gießen Monatsbszugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 Jin* Marktstraße 4-8 LneMS bie Kn". 1 Msrustung h^rungen SWlffi den und r Sitzen un ren ' . Glaubte aui bie M sßoflloiW11 aN unb, Ärf ZU 1 Vieberum 9 Diem imn vielleicht nv offener Fel! vichs des G Feind „an' wie die dei einzige Wc Feindes. 1 schem Krie mit densell wehr mit Feuer die Widerstand Gar nich Mampf11 ebenso zun in Form, i dos Ge Waise. E und das vollends fantmebi treten ar gerichtet vom ers gleichen Der W- wenige brechung regiment Hßaffentet Raffen. gewann d traft und Und im A mit 12 F gewehrka oft aussc fchinenge ermessen Aber Solbate immer I legenhei wollte, der and N d« giqenart Rüstungs neue ®Q Waffe de Kampf f£ Wen. A eine M Zahl der panien u erhielt ai leichte mit war erforderte lief ii lanierie. ; ^Qnbgr Nerie 6-ib« "* gab M • Wen t floate Q] mürben \ °urch U Jflnaltüd deNDo y fc Gewehr ^lfengo eins pachte. \ b'enung i ei: ». y K Unsere enorme Auswahl unsere große PreiSWÜfdigkGit unsere modische Richtung in eleganten Damen-Mänteln Damen-Kleidern Damen-Blusen Damen-Pullovern Kinder-Mänteln sind der Wegweiser zum vorteilhaften Einkauf in unserem Hause Unsere Schaufenster-Auslagen bitten wir zu beachten I Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr. 1 Wleseck. Rodheim a d. Bieber, den 30. November 1938. 7707V Nachruf! Am 27. November verschied nach schwerem Leiden unser Vereinsführer Herr Friedrich Wilhelm Bepler. Wis weiden ihm ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein Liederkranz, Heuchelheim. 77Q1D Tüchtiger Geschenke für den Weihnachtstisch Drogerie, Kreuzplatz 10 Chaiselongue- u. Tischdecken, Filetdecken, Klöppeldecken Große Auswahl! Niedrige Preise! 1939 7713 A Seit dem 28. Februar 1926 führte er den Verein und hat demselben in vorbildlicher, aufopfernder Weise hervorragende Dienste geleistet Tief erschüttert nehmen wir Abschied von unserem lieben Sangesbruder, dessen nie er mö dende Schaffensfreude wir sehr schwer vermissen werden- nicht sie im Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Möserstraße 7, aus statt Familiendrucksacher Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr J Daunendecken, Steppdecken Bettdecken, Bettkolter, Reisedecken Sofakissen, Kissenfüllungen, Kaffeewärmer angenehm auf I Es ist ja nicht viel, aber alles, was der Herr zur täglichen Gesichts-, Körper- und Haarpflege und zum Rasieren braucht, bekommt er bei dem Fachdrogisten Teppiche, Bettumrandungen, Bettvorlagen, Felle Polstermöbel Gänse braten Anbrennen darf sie Knusprig braun wird Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ist unsere liebe Mutter Frau Katharine Keßler, geb. Rau im 84. Lebensjahr von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie August Balser Familie Karl Kümmel Familie Albert Schlierbach sofort gesuchte!) Rud. Le sler Tapeziermeister, 1 Neuenweg 23 Saftbrater oder Gänsebraten Dann aber brauchen Sie noch die Geflügelschere und das Tranchierbesteck zum Aufteilen. Preiswert ist alles bei ~ iJ.B. Häuser 3 Gießen, a.Oswaldsgarten * (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 GEBR. SEELBACH GIESSEN - SELTERSWEG 20 X Schöne Männer? $ / Ehrlich, nicht einmal im \ I Film sehen wir sie gern! I yS Aber gepflegte Männer rS y fallen immer und überall Bettfedern 77,1 A füllkräftige Qualitäten IW immer billig bei Ludwig Haas Gießen Plockstr. 7 Gießen [Stellenangebote Wner werden gesucht. Karl Bahn Möbelfabrik Löberstraße. Bekanntmachung. Auf Anordnung des Finanzamts in Gießen wird am Montag, dem 5. Dezember 1938, nötigenfalls am Dienstag, dem 6. Dezember 1938, vormittags 9 Uhr, zu Gießen in dem Hause Gießen, Liebigstraße 7lr. 17, Erdgeschoß, die gesamte Wohnungs- und Laden- elnrichtuug, insbesondere ein eichen geschnitztes Bufett, schwarzes, gut erhaltenes Klavier, Radiogerät, Teppiche, Zimmer- und Leselampen, 2 Kassenschränke, Weißzeug, Damäste, Leinen, Nessel, Zephir, Poplm, Panama- und Sporchemdenstoffe in großer Auswahl, mehrere Eßservice und Gläser aller Art, Bekleidungsstücke und Schuhe im Wege der Zwangsvollstreckung öffenllich versteigert werden. 7699D Gießen, den 29. November 1938. I Vollstreckungsstelle des Finanzamts Gießen. Uh Win. mm 1. Januar oder später von jung. Angestellt, gesucht. Schriftliche Ängeb.unt. 05305 an den Gieß.Anz. erbet. Hclttsöaön- Vetrievsingenieur (alleinstehend) sucht 3-4-31«' IBoljnung Schr. Ang. unt. 05315 a. d.G.A. Mädel vom Lande sucht Stelle in gutem f aushalt. uschrtften unt. 7704D an den Gieß. Anzeiger, tiescnansdrucksacnen Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulatr.? I Kaufgesuche I Haus mit Toreinfahrt von Vermittler zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote u. 05321 an d. Gieß. Anz. Gebrauchter, gut erhaltener ScMM billig zu kaufen gesucht. Schriftliche Angeb. unt 7703D an den Gießen. Anzeig. Fleißiger ganfmanns- gemife ver sofort oder 1. Januar 1939 gesucht. Selbst- gefchrieb. Angebote mit Zeugnisabschriften u. Gehaltsanfpr.u. 7646D an den Gießen. Anzeig. h'alhlagsmääcIieD oder Frau gesucht. Zu ertragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. lossoe I Vermietungen I NöölieresZimmer zu renntet. 05310 Ludwigstr. 181. | MietgesuchT] Kleines EiDhm. Hans 4-5 Zimmer mit Zubeh. in freier, schöner Lage, m. kleinem Garten von gut. Dauermieter bald gesucht. Derselbe gibt evtl, einige tausend Mark f. gute Hypothek. Schriftliche An- |Stellengesuche Junge Frau mit 5iähr. Mädchen sucht Wirkungskreis zur selbst. Führung eines Haushalts bei Herrn oder Dame für tagsüber. Schr.Ang. unt. 05318 a. den Gieß. Anz. erb. r geböte u. 05316 ' an d. Gieß. Anz. “‘TORPEDO SALDO-DUPLEX Buchungsmaschine das geeignete Hilfsmittel zur neuzeitlichen Buchführung Verlangen Sie kostenlos Prospekt Nr. 10132 Niederhausen &Co. Gießen Ruf 8941 Bahnhofstr. 40 Bekanntfürgutdurchdachte Buchungseinrichtungen Baue gut •••• mit Abermann Gesdiäftsverlegung und =Ubernahme Meiner werten Kundschaft gebe ich hiermit davon Kenntnis, daß ich meinen betrieb vom L Dezember d. J. an von AHcenstrabe 18 nach Kirchstrafee 6 verlege Gleichzeitig übernehme ich auch die seither von Herrn Schlossermeister Friedrich Rau betriebene Bau- und MaschinenschlossereL Das mir seither erwiesene Vertrauen bitte ich mir auch weiterhin entgegenbringen zu wollen. Fritz Dewald Elektro und Autogenschwel&erel Bau und Maschio enschlosserei Ich habe meine Bau- und Mascbinenschlosserei an Herrn Schlossermeister Fritz Dewald verkauft Er wird den Betrieb unter meiner Mitarbeit in der gewohnten Weise tortführen. — Für das mir seither erwiesene Vertrauen danke ich meiner Kundschaft hiermit bestens und bitte gleichzeitig, auch mit meinem Nachfolger weiterzuarbeiten. Friedrich Rau, Schlossermeister. ________________________________________________________________________7705 D Viel Freude macht Immer ein Webrahmen mit Zubehör. Für Mutter und Tochter schöne Wäsche: ein Unterkleid oder Schlüpfer, ein Frisierumhang, ein Mo genrock, ein Schlafanzug- oder S offe, - es gibt so ferne und schöne Wäschestoffe in verschiedenen Gegeben. Geschenke sind Ausdruck des Verbunden^eins,- wähle sie gut! Gern nimmt man auch etwas für die Aussteuer: eine Bettgarnitur, Damast, Bettücher,Handtücher, Tischdecken oder Steppdecken und Kolter. 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Bekanntmachung Die Steuerkarten für das Jahr 1939 werden den Steuerpflichtigen sofort nach Fertigstellung durch die Post zugeftellt. Mit der Zusendung kann Voraussicht- lich vor dem 15. Dezember 1938 nicht gerechnet werden. 76850 Die Zusendung an Behörden und größere Firmen für ihre Gefolbfchaftsmitglieder erfolgt ebenfalls nicht mehr an die zuständigen Kassen oder Firmen, sondern die Steuerkarten werden den einzelnen Steuerpflichtigen unmittelbar durch die Post zu- gefanbt Line Vorsprache der einzelnen Steuerpflichtigen wegen der Abholung ihrer Steuerkarten bei der Steuerkarteu-Ausgabestelle ist daher zwecklos. Gießen, den 30. November 1938. Der Oberbürgermeister. I. B.: Bogt. Die gute Steinbadi Walkengasse ^1 Teilzahlungen Reparaturen | Verkäufe Ein neues musikw.ssen- schaft ich.Werk ist zu verkauf, (-oetbestr. Nr. 67 part. finden Sie im Fachgeschäft MlUlliil« KÖHLER Nr. 280 Swettez Blati Mittwoch, 50. November 1958 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen) Wehr und Waffen. Das Infanterieregiment - einst und jetzt. Don Major (E) von Zöllner, Inspektion der Infanterie im Oderkommando des Keeres. Immer schon war es so. daß die Infanterie, als die Hauptwaffe des Heeres, chren Kampf führte gegen einen Feind, der auch Infanterie war. Die Art ihres Kampfes war feit icher dieselbe und wird es immer bleiben. Angreifen und verteidigen, stürmen und Erobertes festhallen, im Nahkampf siegen und sterben. So war es bei den Thermo- pylen, so bei Leuchen, so bei St. Privat, so bei Tannenberg — so wird es wieder sein. G e - ändert hat sich nur, dem Lause der Zeit folgend, die Form, die Gliederung, die Bewaffnung, die Ausrüstung und Bekleidung. Neuerungen und Derbesserungen der Waffen zwangen zu veränderter Taktik, veränderte Taktik wiederum zu Erneuerungen und Verbesserungen der Waffen. Ein steter Wettlauf. So sehen wir seit Jahrhunderten, diesen Gesetzen unterworfen, stets Veränderung des äußeren Gesichts der Infanterie. ■ Glaubte man 1914 noch die deutsche Infanterie aus die höchste Höhe ihrer Verwendbarkeit, zu einer Vollkommenheit, die eine Steigerung nicht mehr zuließ und scheinbar auch nicht mehr nötig war, geführt zu haben, so hat der große Lehrer Krieg wiederum gezeigt, daß die Entwicklung der In- sanierte immer noch nicht abgeschlossen war — und vielleicht nie abgeschlossen sein wird. Als noch in offener Feldschlacht die Grenadierregimenter Fried- richs des Großen in geschlossenen Treffen gegen den Feind „avancierten", waren die Uniformen bunt, wie die des Feindes, das Gewehr und Bajonett die einzige Waffe des Infanteristen, so wie auch die des Feindes. Die preußischen Regimenter im Französi- schem Kriege kämpften wohl in anderer Form, aber mit denselben Waffen, wie auch der Feind. Das Gewehr mit dem Bajonett in der Fqust schlug durch Feuer die Bresche und im Nahkampf den letzten Widerstand. Gar nicht allzu lange vor dem gigantischen Völ- kerkampf' sehen wir die deutsche Infanterie noch ebenso zum Gefecht antreten. Nur das äußere Bild in Form. Bewegung und Bekleidung war verändert, das Gewehr aber immer noch ihre einzige Waffe. Sie genügte, um durch Feuer die Bresche, und das Bajonett, um mit Hurra den Widerstand vollends zu brechen. — So schien es. — Drei Infanteriebataillone zu je vier Infanteriekompanien treten an. Alle zwölf Kompanien waren gleich ausgerichtet in allem, was sie am Leibe hatten, und vom ersten bis zum letzen Mann trug bei zwölf gleichen Infanteriekompanien jeder sein Gewehr. Der Wettlauf um die Ueberlegenheit führte indes wenige Jahre vor dem Weltkrieg zu einer Durchbrechung des Althergebrachten. Das Infanterieregiment erhielt eine neue Zusatzwaffe. Die Waffentechnik hatte das Maschinengewehr geschaffen. Mit diesem schweren Maschinengewehr ?ewann die Infanterie außerordentlich an Feuerrast und veränderte auch äußerlich ihr Gesicht. Und im August 1914 rückte jedes Infanterieregiment mit 12 Infanteriekompanien und einer Maschinen- gewehrkampanie zu 6 Gewehren ins Feld. Welche oft ausschlaggebende Bedeutung den schweren Maschinengewehren zukam. war vordem noch gar nicht ermessen worden. Erst der Krieg hat es bewiesen.' Aber noch mehr als das. Der Lehrmeister des Soldaten, Ktüeg genannt, stellte an die Infanterie immer höhere Anforderungen. Zahlenmäßige Ueberlegenheit des Feindes einerseits, sowie der nie gewollte, aber ihr aufgezwungene Stellungskrieg auf der anderen Seite erforderten eine weitere Stärkung der Feuerkraft für die Infanterie. Die Eigenart des Grabenkrieges steß Ingenieure und Rüstungsindustrie nicht mehr ruhen, der Infanterie neue Waffen zu schaffen, weil die bisherige einzige Waffe des Infanteristen, das Gewehr, m diesem Kampf seinen Sinn und Zweck verloren zu haben schien. Nicht nur. daß man nun jedem Bataillon eine Maschinengewehrkompanie gab und die Zahl der Maschinengewehre bei jeder dieser Kompanien um das Doppelte — auf 12 — vermehrte, erhielt auch jedezInfanteriekornpänie noch sechs leichte Maschinengewehre. Aber auch damit war nicht genug geschehen. Der Grabenkrieg erforderte auch Steilfeuerwaffen zur Bekämpfung der tief in die Erde eingegrabenen feindlichen Infanterie. Da gab man dem Infanteristen — die Handgranate. Und weiter half man der Infanterie in ihrem schweren und noch neuen Kampf des Grabenkrieges, indem man ihr Grabenmörser. Granatwerfer. Minenwerfer und Gewehrgranaten gab. Ebensolche Wandlungen zeigten sich auf dem Gebiet der Nachrichtenmittel der Infanterie. Wenn bei Kriegsausbruch dem Meldegänger. Signalflaggen und eine geringe Anzahl Feldfernsprech- g^rate als Nachrichtenmittel genügen mußten,_ so wurden diese im Verlauf des Krieges noch ergänzt durch Blinkgerät, Meldehunde. Brieftaufen. Fliegersignaltücher. Leuchtpistole und Signalpatrone. Aus den zwölf gleich ausgerüsteten, gleich bewaffneten und gleich ausgebildeten Infanteriekompanien mit Gewehr und Bajonett des Vorkrieges war eine Waffengattung geworden, die aus dem Infanteristen von einst einen vielseitigen Kämpfer machte. Waffenspezialisten und Techniker zur Bedienung der verschiedenen Waffenarten und Geräte wurden aus ihm. Nichts von dem, was die Infanterie des Krieges an Neuem erhielt, war überflüssig gewesen. Alles brauchte sie, um diesem, erstmalig m der Kriegsgeschichte chr aufgezwungenen Kampf gerecht zu werden. . Der Krieg war zu Ende. Versailles warf alle diese Waffen und Geräte auf den Schrotthaufen. Nur das Gewehr blieb, und wenige Maschinengewehre. — Aber noch etwas blieb, das wertvollste: die Kriegsersahrung. Und damit begann im Zuge des Wiederaufbaues der Infanterie, ihrer vielsetti- gen Verwendung entsprechend, auch ihre Ausstattung mtt einer Unzahl von Waffen aller Art Die stärkste und gewichtigste Waffengattung des Heeres wurde damit auch zur vielseitigen Waffenaattung. Neben den Hand-, Feuer- und leichten Waffen, als da sind: Pistole, Gewehr, Dasonett, Handgranate, Maschinenpistole, leichtes Maschinengewehr und leichter Granatwerfer, verfügt das heutige Infanterieregiment über wettere schwere Waffen, deren es sich bedienen muß, soll es im neuzeitlichen Kampf die Führung behalten und seine Aufgabe erfüllen. So verstärken die Feuerkraft und unterstützen den Angriff der noch verbliebenen neun Schützenkompanien. neben den drei Maschinengewehrkompanien, schwere Grgnatwer- ferzüge, eine Infanteriegeschützkom- panie mtt leichten und schweren Geschützen und eine Panzerabwehrkompanie. Auch der Abwehr eines früher noch weniger beachteten Feindes, des feindlichen Fliegers, ist Rechnung getragen durch die Einführung von Flugabwehr-Maschinengewehren im Zwillmgssockel auf fah- renbem Fahrzeug. Für die Aufklärung gab man dem Infanterieregiment außerdem noch einen R e i t e r z u g. Und auf dem Gebiet der Nachrichtenübermittlung verfügt heute die Infanterie über das vielfettigste und modernste Gerät. Das Funksprechgerät ist wohl das unentbehrlichste von ihnen geworden. Aber das zuverlässigste aller Nachrichtenmittel war, ist und wird immer sein: der Meldegänger. Auch die neuzettliche Infanterie mit ihrer modernsten technischen Ausstattung wird ihn nie entbehren können. Das ist das Gesicht des heutigen Infanterieregiments. Die Kampfaufgabe ist dieselbe geblieben wie einst. Art und Form, diesen Kampf zu führen, haben sich geändert, die Mittel aber, ihn erfolgreich zu bestehen, mußte zu dieser vielseittgen Bewaffnung führen. Das Infanterieregiment von einst und das von heute — zwei völlig andere Gebilde. Gleicb- aeblieben aber ist der Geist, der unsere unvergleichliche Infanterie beseelt, der sie auszeichnete einst und auszeichnen wird immerdar. Englands neuester Jlugzeugiräger. r / Hr- l In Kürze wird der neueste Flugzeugträger der englischen Flotte „Art Royal" in Dienst gestellt. Er wird von allen Schiffen der britischen Flotte mit 1600 Mann die größte Besatzung haben. 60 Maschinen haben auf dem Schiss Platz, den Piloten steht zum Starten und Landen ein Rollfeld von 200 Meter zur Verfügung. Die Wasserverdrängung beträgt 22 000 Tonnen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Unsere Panzerwaffe greift an! Ein Besuch bei den .schwarzen Männern" in Wünsdorf. Fast frühlingshaft mutet die Landschaft an. Klar zeichnen sich in der Ferne Wälder und Waldstreifen ab, vor ihnen breitet sich ein kahles, hügeliges Gelände aus: das große Exerzierfeld der in Wünsdorf bei Berlin "stationierten Panzerwaffe. Die Truppe ist weit hinten verborgen durch Baum und Busch, zum Losschlagen angetreten, um die Schützenlinien von Rot zu durchbrechen, die dahinter stehende und kräfttg feuernde Arttllerie zu überrennen unfeine Gasse für die sprungbereit aufgefahrenen motorisierten blauen Einheiten zu bahnen. Eine Rakete mit dickem grünen Rauch steigt in die Höhe, das kriegerische Schauspiel beginnt. Heftig trommelt die Artillerie von Blau auf die roten Schützenlinien. Erdfontänen, hochgewirbelt von krepierenden Geschossen, steigen auf. Die Infanterie liegt unter schwerstem Feuer, das sich trotz der Unterstützung durch die eigenen Batterien nicht mildert. Jeder weiß: die nächste Viertelstunde wird den Angriff d.er Panzerwaffe bringen. Dann gilt es, an den Panzerabwehrkanonen eiserne Ruhe bewahren, sich durch die Fülle der zu erwartenden Tanks nicht in Verwirrung bringen zu lassen, sondern unerschütterlich die Angreifer niederzukämpfen, die einem vor den Lauf kommen. Also nicht nach rechts, nicht nach links schwenken. Was dort geschieht, das ist Sache der Kameraden an den anderen Geschützen. Und schon brechen sie drüben los. Nicht so, wie man das in Schilderungen vom Krieg der Zukunft lesen kann, nicht jo, wie es phantasiebegabte, aber wirklichkeitsferne Schriftsteller darstellen. Da wälzen sich die Panzerwagen nicht in dicken Klumpen heran, bilden keine zusammenhängende Dampfwalze, kein kilometerbreites stählernes Ungetüm. Nein, sie kommen in drei Wellen heran, kaum daß man die singenden Motoren hört, auseinandergezogen und über das Feld verstreut. Voran die leichten, schnellen Wagen, dann t die schwereren. Schließlich die ganz schweren. Die Panzerabwehr beginnt ihr Konzert. Ununterbrochen jagen die Schüsie aus den Rohren. Mer auch drüben wird nicht geschwiegen. Geschickt wird jede Senkung im Gelände, jeder Hügel von Blau ausgenützt. Aus der Fahrt heraus wird geschossen. soweit die leichten Panzerwagen in Frage kommen Die größeren schießen zumeist aus der Ruhestellung, in die sie hineingehen, um die vorfahrenden leichten Gesellen zu decken. Dann nehmen diese wieder irgendwo Deckung, feuern ruhig und sicher auf den Gegner, während nun die anderen Wellen an ihnen vorbeilaufen. So geht es den ganzen Angrift hindurch. Jeder Kampfwagen hat seine Aufgaben, alle haben .sich m der Nieder- ringunq des Geaners zu unterstützen, alle werden funkentelegraphisch vom Kommandeur der angreifenden Formatton gelenkt Wir sind Zeugen dieses rasch vorwartssttebenden Kampfes. Wir wollen den Angriff ein gutes Stück begleiten. Hinauf also auf die großen gelände- gängigen Zugmaschinen der Wehrmacht. Kaum daß wir sitzen, springen die Motoren an und in hoher Fcchrt gebt es bergan und bergab, um die Wette mit den Kampfwagen, die um uns herumschwirren. Die erste Schützenlinie ist bereits durchbrochen, aber weiter zurück stehen neue Verteidiger mit ihren panzerbrechenden Waften Unau^rfid) blitzt es aus den Rohren. Immer wieder müssen die Tanks hinter irgendeiner Geländefalle Halt machen. Die Panzertürme ragen über die Hügel hinweg, ein Schnellfeuer ergießt sich aus ihnen aus den roten Gegner. Wetter geht es dann. Wieder abwechselnd die einen vorstoßenü, die andern feuernd, die dritten Deckung bietend. Die Angreifer sind hinter uns geblieben. Wir stehen am Rande einer besonders ttefen Geländefalte. Fast 45 Grad geht es bergab in eine wald- bestandene Schlucht, ebenso steil ist die andere Seite, auf der sich der Gegner von neuem festgesetzt hat und Widerstand leistet. Jetzt schiebt sich die auseinandergezogene Front der Panzerwagen an uns vorbei. Die Gleisketten wirbeln den Staub hoch, mit unheimlicher Geschwindigkeit wird das Feld überquert. Hinunter gLht es in die Schlucht. Hier ein Panzerwagen, dort eines der dunklen Ungeheuer. Dünner ist die Linie. Denn auch die Abwehr hat nicht bloß Löcher in die Luft geschossen. Der Schiedsrichter besttmmt, welche Kampfwagen auf dem Platz als verletzt oder gänzlich zusammengeschossen liegen zu bleiben haben. Wacker arbeiten sich dafür die anderen vor. Ganz schwere Burschen sind unter chnen mit großkalibrigen Geschützen „an Bord" Sie zeigen uns nun ihre Rückseite. Weiße dicke Streifen ziehen sich über den hinteren oberen Teil hinweg, ein Zeichen für die eigenen Flieger, daß diese Kampfwagen nicht zum Gegner gehören. Feindliche Flieger suchen das Gelände abzuharken, suchen die nachströmenden Formationen zu verwirren und ihnen Verluste beizubringen Doch überall stehen Maschinengewehrschützen mit ihrer schnell- feuemben Waffe und suchen den Gegner in den Lüften zurückzuweisen. Indessen klettern die Tanks am jenseitigen Hang hinauf Eine lila Rauchrakete steigt empor. Die Hebung ist beendet. Wir besitzen heute wieder eine leistungs- fähige P a n z e r t r u p p e . die sich aber, nachdem fie über Nacht förmlich aus dem Boden gestampft wurde, keineswegs auf ihren Lorbeeren ausruht. In ihr wird intensivste Kleinarbeit geleistet, um aus jedem Angehörigen dieser Waffe einen hoch- roertiaen Verteidiger der Ehre unserer Nation und des Bodens unseres Vaterlandes zu machen. Die Hochschule unterer Panzertruppe ist die Panzertruppenschule in Wünsdorf, deren Kernstück die Panzer-Lehr-Abt e-i:lung bildet. Hier findet eine ununterbrochene Schuluna statt, die *e nach den Zwecken der einzelnen Lehrgänge Wachen. Monate und Jahre dauert. Modernstes Aus- hilbungsgerät ift hier vorhanden. Man hat Werkstätten aefchaffen, um die Schüler mit allen technischen Fähiakeiten auszurüsten, wie sie von einem Mann der Panzerwaaentruppe zu verlangen sind. Sieber Schüler kann nach dem Verlassen eines dieser Lehrgänge behaupten, feine Kenntnisse unendlich bereichert zu haben, was ihm bei seinem späteren Fortkommen luante kommt Denn wenn er nicht ins Wirtschaftsleben zurücktehrt, dann bieten sich ihm die verschiedensten Aufftte"qrnoal'chkeiten innerhalb der Heeresnerwastting. Man staunt über die Werkstätten dieser Schulunasabteiluna. so umfassend sind sie eingerichtet. Der einzelne Mann lernt das, was von einem hochgualisitterten Schlos- fer verlangt wird, er bildet sich wm Elektrotechniker heran, er kann M"tc>re ails"innndern"hni-»n und Mieder zusammensetzen, ihm steht eine Bibliochef von nicht weniger als 22 000 Bänden zur Verfügung, die das Fachwisien ebenso wie die Kriegs- literatur und den schönen Roman zur Geltung kommen läßt. Daneben ist aber die Panzertruppenschule beauftragt, alle neuen Schöpfungen der Industrie, soweit sie sich auf die Ausrüstung aller motorisierten Verbände beziehen, zu prüfen, zü begutachten, zu bestimmen. welchem Einzelzweck sie schließlich zuzuführen sind und wie die Ausbildung der Mannschaften an diesen neuen Fahrzeugen vom Kraftrad bis zum schweren Panzerwagen durchzuftihren ist. Erfahrungen werden hier gesammelt, werden ausgetauscht und für die Praxis verwertet, so daß die Schule stets selbstfchöpferisch bleibt. Hier ist auch die Prüfung der Bunareifen zusammengefaßt, die nunmehr für die Verwendung in der Wirtschaft vorbereitet werden. Man untersucht die Motore in Räumen mit normaler Temperatur und in Räumen, die bis zu 35 Kältegraden aufweisen, um neue Erfahrungen mit dem Treibstoff zu sammeln und festzustellen, in wieviel Sekunden bet den verschiedensten ' Witterungsoerhältnissen im Winter ein Motor in Gang kommen muß Hier werden auch die Wagen für Geländefahrten ausprobiert. Ja, man bemüht sich, wenn auch nur nebenher, Lösungsvorschläge zum Problem der Erkennungsnummern an Fahrzeugen auszuarbeiten, sind doch diese Nummern bereits ins Sechsstellige hineingelangt, so daß sich niemand mehr die Zahl merken kann. Alles in allem wird ir dieser Schule mit ihren verschi^ensten Unterabteilungen eine Arbeit geleistet, von der man sich auch nur bann einen schwachen Begriff machen kann, wenn man Abteilung für Abteilung passiert hat. Hier liegt das Feld ber praktisch angewandten „Panzerwagen- wisienschatt", die aus sich selbst heraus stets neue Erkenntnisse zutage fördert und die bas Fundaryent für die sich stets fteigembe Leistung der schwarzen Männer in den feuerspeienden, die feindlichen Fronten zerschmetternden Kampfwagen auf Gleisketten liefert W. S. KrieaseiMrunoen der Nachkriegszeit. 'Bon Horst v Metzsch, Generalleutnant d. D. Die sogenannte Totalität des Krieges, die mtt Recht als eine der wichtigsten Wellkriegserfahrungen gilt, hat nicht das geringste daran geändert, daß Sie Schlagkraft einzig und allein auf dem militärischen Insttumente beruht. Wehrwirtschaft und Wehrkultur haben sich zwar beide bei jedem kriegerischen Zusammenprall als gleich un- entbehrliche «„Waffen" neben der eigentlichen, ber militärischen Waffe, erwiesen, aber Schlagkraft haben sie nicht, am wenigsten zu Beainn eines Krieges. Natürlich mit der Einschränkung, daß der Aufbau der militärischen Wehrmachtr an sich bereits eine wirtschaftliche und kulturelle Leistung darstelll. Aber auch biese Leistung wird in Schlag- kraft umgemünzt erst durch die Wehrmacht selbst Es ist wichttg, diesen Unterschied zwischen den schlagenden uns tragenden Wehrkräften zu machen, wett nur öie ersteren, also die militärischen, bet Kriegsbeginn befähigt sind, den Rahmen einer Kriegslage zu schaffen, in der sich bann alle nichtmilitärischen Wehrkräfte voll auswirken können. .Die überlegene japanische Wehrmacht zum Beispiel hat sich eine solche Lage erkämpft. Das wirtschaftlich stärkere China hat erhebliche Teile seiner wirtschaftlichen Stärke ein» gebüßt. Innerhalb des rein militärischen Bereichs ragt als neuere Kriegserfahrung hervor, daß feiner der riesigen waffentechnischen Fortschritte der Nachkriegszeit zur Geltung kommen kann, wenn es an gut ausgebildeter Infanterie fehlt. Ihre Bedeutung ist durch die Motorisierung und Mechanisierung der modernen Heere nicht gesunken, sondern gestiegen. Die „Königin der Waffen" ist wsder durch die Luft noch durch die Panzerwaffe von chrem Throne gestoßen worden. Sie hat besonders oft und sehr empfindlich im spanischen Kriege gefehll. Sie war auch in dem dichten Geftecht der unzähligen Wasierläufe Chinas oft ganz auf sich allein angew'esen, und überall, wo gute Infanterie fehlte, verpulste die seelisch zersetzende Wirkung ber Luftangriffe nach mehr ober weniger kurzer Zeit. Ganz allgemein ist vor einer Ueberschätzung ber bemorafifierenben Wirkung von Bombenangriffen zu warnen. Besonders, wenn sie vereinzelt, „kleckerweise" ober weit abseits vom I eigentlichen Kampfbereich unternommen wurden, haben sie enttäuscht Sie bedürfen also kräftiger Massierung, häufiger zermürbender Wiederholung in kurzen Abständen und vor allem: ber Heber» raschung. Auch bas gehört zu ben Kriegserfahrungen unserer Zeit, daß mit schweren Verlusten der Luftwaffe gerechnet werden muß, wenn keine Ueberrafchung gelingt. Es muß also eine sehr starke Reservean ausgebildetem P e r.s o n a l vorhanden sein, stärker als die Materialreserve. Denn es ist leichter und weniger zett- raubenb, Flugzeug-Serien zu bauen, als erstklassige Besatzungen, insbesondere Kampfflieger und Flug- zeugftibrer auszubilden. Anderseits haben richtig angesetzte und zweckmäßig durchgekübrte Luftangriffe einen geradezu entscheidenden Einfluß auf die Operationen ausgeübt. Die Luftwaffe Francos war es. welche die rotspanischen Kriegsschiffe aus den westlichen Mittelmeerhäfen vertrieb und dadurch überhaupt erst möglich machte, daß marokkanische Truppen nach Spanien geworfen wurden. Dabei hat sich wiederum das Großflugzeug als ausgezeichnetes Transportmittel beträchtlicher Trupvenmengen über große (Entfernungen hinweg bewährt. See und Wüste haben daher im .britischen Empire ben Luftweg zu großer militärischer Bedeutung gebracht. Dies um so mehr, als bie Abhängigkeit der motorisierten Erdverbönbe vom Straßennetz in demselben Grade beutlicher wird, in dem ihre Zahl zunimmt M«chr benn je gehört baher bas Verkehrsnetz zur Rüftung eines Landes. Die Geländegängigkeit motorisierter Fahrzeuge ober Waffen an sich ist fein hinreichender Ausgleich. Für weitreichende schnelle Bewegungen werden Straßen gebraucht. Fast darf man sagen, baß es manchmal schwieriger sein kann, große motorisierte Verbände.zu bewegen, als sie auf dem Gefechtsfelde einzufetzen. InSbefon- dere sind straffste Marschdisziplin, sorgsame Stra- ßenvertetlung und geschickte oerkehrspolizeiliche Regelung nötig Ueberall ist die Stärke der A b w e h r, die sich auf Maschinenbewehre stützt, erneut bestätigt worden. Sie bedarf für den Angreifer mcht nur starker und präziser Artilleriebekämpfung sondern auch des gepanzerten Kampfwagens als unterstützende Begleitwaffe der Infanterie. Dem General Franco hat es leider oft an ausreichender Artillerie gefehlt, und auf dem Kriegsschauplatz um Schanghai hat das Gelände zuweilen weder der Artillerie noch dem Kampfwagen eine hinreichende Unterstützung der japanischen Infanterie erlaubt. Allgemein ist hervoraetreten, daß waffentechnische Fortschritte Unzulänglich zur Geltuna kommen, wenn die Ausbildung im Zusammenwirken der großen Zahl recht verschiedener Einzelwaffen unzulänglich ist. Es ist völlig verlorene Liebesmüh, die waffentechnische Vielheit und Kompliziertheit von heute milichatt ausgebildeten Hausen anzuvertrauen Man darf wahrscheinlich sogar sagen, daß teilweise die zweijährige Dien st zeit das Minimum ausreichender Schulungsfrist ist. Auch an die Führung, gleichviel, ob niedere, mittlere oder höhere, treten heute so große Anforderungen heran daß sie ihrer schwierigen Aufgabe nur gerecht zu werden vermag, wenn sie mit einer gründlichen Ausbildung rechnen kann. Andernfalls bleiben ihre Entschlüsse und Befehle in einem Netz zahlloser Reibungen stecken. Nur hochwerttg ausgebildete und auch technisch hervorragend disziplinierte Truppen bieten die Aussicht, daß die phantastische Waffenwirkung, die er» reicht werden kann, sich unoerkürnrnert auf den Feind entladen wird. Die Oberbefehlshaber der sechs Seeres-Gmppenlomman!' os Die Armeekorps der deutschen Wehrmacht sind jeweils unter Heeres-Gruppenkommandos zusammengefaht. Unser Bild zeigt die Oberbefehlshaber der Gruppenkommandos. — (Sämtliche Aufnahmen: Scherl-Bilderdienst-M.) Generaloberst von Bock (Heevss-Gruppenkommando 1 in Berlin). General der Infanterie B l a s k o w i tz (Heeres-Gruppenkommando 3 in Dresden). 1 General der Infanterie L i st (Heeres-Gruppenkommando 5 in Wien). General der Infanterie von Witzleben (Heeres-Gruppenkommando 2 in Frankfurt o. M.). ■ ■ :/,z '■ ' 's General der Artillerie von Reichenau (Heeres-Gruppenkommando 4 in Leipzig). General der Artillerie von Kluge (Heeres-Gruppenkommando 6 in Hannover). Fräulein Hertel und Herr Hille. Erzählung Peter Mattheus. Als Fräulein Hertel ihre Stellung bei der Nuh- holzhandlung Bufack 8z Sohn antrat, wurde sie Herrn Hille zuaeteilt. Sie war keineswegs glücklich darüber. Herr Hille bearbeitete den Export und galt als besonders tüchtig und zuverlässig. Sie saßen sich an einem Doppelpult im Haupt- raum des Büros gegenüber. Zwischen ihnen stand ein großes zweiteiliges Tintenfaß für blaue und rote Tinte. Wenn Fräulein Hertel den Blick hob und über dieses Tintenfaß hinwegschweifen ließ, sah sie Herrn Hilles ernstes, verschlossenes Gesicht vor sich — die schmalen Lippen, das dunkle Bärtchen, die silbrig schimmernden Schläfen und die steile Falte zwischen den Augen Eigentlich ein gut aussehenoer Mensch, dachte sie ost. Warum ist er bloß so gräßlich unliebenswürdig? Wenn Herr Hille seinerseits über das Tintenfaß hinweggesehen hätte, würde er «ein sehr hübsches, frisches Mädchengesicht erblickt haben, mit klaren grauen Augen, einer zierlichen Nase und einem kleinen energischen Mund. Aber Herr Hille sah fast nie über das Tintenfaß. Geschah es doch einmal, so hatte es bestimmt geschäftliche Gründe. Und dann hatte niemand den Eindruck, daß er etwas anderes sah als Fräulein Emmi Hertel, kaufmännische An- gestellte der Firma Busack 8- Sohn. Und Gedanken schien er sich überhaupt nicht au machen. Den anderen Angestellten fedoch blieb die Tatsache nicht verborgen, daß Fräulein Hertel hübsch und ungewöhnlich anziehend war Das äußerte sich auf die verschiedenste Weise. Paul Diedel zum Beispiel. der jüngste Stift, der in der Regel etwas traumbefangen wirkte, kurbelte sich jedesmal fast die Beine aus, wenn sie einen Auftrag für ihn hatte oder er ihr sonst gefällig sein formte. Herr Koch, der zweite Buchhalter, mühte sich — vergeblich zwar, aber äußerst hartnäckig — ab, sie zu einer Zusammenkunft außerhalb Der Geschäftszeit zu bewegen. Herr Wildenow. der gestrenge Bürovorsteher, behandelte sie mit väterlicher Milde Und sogar der Prokurist Plimberg, der im Rus eines überzeugten Junggesellen und Frauenhassers stand, wurde immer ganz zahm, wenn er mit ihr zu tun hatte, und dämpfte sein machtvolles Organ zu Flüstertönen. Nur mit Herrn Hille konnte Fräulein Hertel nicht recht warm werden. Damit hätte sie sich abgefunden. Sie war klug genug au wissen, daß nicht alles im Leben vollkommen sein kann. Aber es wurde schlimmer. Im gleichen Maß, in dem die übrigen Kollegen herzlicher wurden, wurde Herr Hille eisiger und zurückhaltender. Der Zustand wurde allmählich be- orückend für Fräulein Hertel. Sie dachte halb und halb daran, ihren Posten bei Busack & Sohn aufzugeben und sich eine andere Stellung zu suchen, obwohl sie sich sonst wohlfühlte und ungern wechselte. Dann, eines Tages, entschied sie sich sehr plötzlich. Eigentlich war es Herrn Wildenows Schuld. An diesem Tag — es war im vierten Monat ihrer Tätigkeit bei der Firma — kam Herr Wilde- now an ihren Platz, um etwas au besprechen. Anschließend plauderte er ein Weilchen mit ihr Während dieser Zeit klapperte Herr Hille drüben ein paarmal laut mit Lineal und Bleistift was bei ihm immer Mißfallen bedeutete. Herr Wildenow kümmerte sich nicht daraum. Schließlich war er der Bürovorsteher. Kaum war er fort, reichte Herr Hille Fräulein Hertel einen Stoß Frachtbriefe hinüber und sagte in einem Ton, der ihr das Blut in die Wangen trieb: „Bitte, schreiben Sie die Rechnungen dazu aus. Es eilt." Sie nahm stumm die Frachtbriefe und stand auf. Mit einemmal aber beugte sie sich vor und sagte- ..Erlauben Sie, Herr Hille — hat es Ihnen nicht gepaßt, daß Herr Wildenow mit mir sprach?" Er hob den Kops und starrte sie überrascht an Die Falte zwischen seinen Augen war tiefer denn je. Er schwieg. ,^ch glaube, es paßt Ihnen nie, wenn femanb mit mir spricht", fuhr sie fort. „Wollen Sie mir nicht antworten?" Er öffnete den Mund und schloß ihn wieder. Endlich deutete er auf die Frachtbriefe tn ihrer Hand und stieß hervor: ..Was für ein Unsinn! Ich erklärte Ihnen eben, daß die Sache eilt." „Gewiß", erwiderte sie. „Ich schreibe die Rechnungen gleich aus. Ich wollte Ihnen nur noch sagen, daß ich mir immer Mühe gegeben habe mit meiner Arbeit Aber ganz ohne Freundlichkeit und Aufmunterung geht es nicht. Ich bin nämlich ein lebendiger Mensch, verstehen Sie?" Ihre Lippen zuckten. „Nicht... nicht so eine Arbeitsmaschine wie Sie!" Damit wandte sie sich um und lief fort. Ehe sie jedoch ins Schreibmaschinenzimmer ging, ging sie zum Prokuristen Plimberg, der an seinem Pult neben der Tür zum Chefkontor saß. ,Lch kündige hiermit zum nächsten Ersten", sagte sie. kann mich mit Herrn Hille nicht vertragen. Wollen Sie es Herrn Busack ausrichten oder soll ich schrifttich kündigen?" „Aber ...", sagte Herr Plimberg betroffen, „hören Sie mal..." „Soll ich die Kündigung schriftlich wiederholen?" fragte Fräulein Hertel beharrlich. Herr Plimberg blickte sie an, seufzte und hob die Schultern. „Nicht nötig", brummte er. „Ich werd's dem Chef ausrichten " Sie verschwand, um ihre Rechnungen zu tippen. Einige Zeit später kam Herr Plimberg an Herrn Hilles Platz vorüber und blieb stehen „Tja —!" sagte er. „Nun werden wir das Fräulein Hertel los. Wir werden uns nach einer neuen Kraft für sie umsehen müssen." „Was —? Wieso —?" fragte Herr Hille erstaunt „Wieso?" polterte Herr Plimberg. „Na selbstredend, weil sie gekündigt hat! Sie hat gesagt, Sie seien ein Ekel. Nicht ganz so deutlich, aber immerhin ..." Er warf Herrn Hille einen vorwurfsvollen Blick zu und stampfte davon. Herr Hille blieb eine Weile still sitzen. Dann stand er plötzlich auf und ging quer durchs Büro. Mit einer Hast, die man sonst an ihm zu sehen nicht gewohnt war. Als er die Tür zum Tippzimmer öffnete, erhob sich Fräulein Hertel von ihrer Maschine. Er machte die Tür hinter sich zu und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. „Sie werden die Kündigung zurücknehmen!" sagte er heiser. »Flch denke nicht daran", erwiderte sie. »Können Sie es nicht begreifen?" fragte er und machte einen Schritt auf sie zu. Er hatte die Fausts so fest geballt, daß die Fingerknochel weiß hervortraten. „Es stimmt: es paßt mir nicht, wenn andere mit Ihnen sprechen Ich wollte es Ihnen längst schon sagen. Kann ich dafür, daß ich so unbeholfen bin?" Er machte wiederum einen Schritt auf sie zu. .Kommen Sie mir nicht zu nahe!" rief sie „Doch! Ich werde Ihnen noch viel näher kommen", sagte er mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich schreie!" sagte sie. „Schreien Sie!" entgegnete er. Niemand im Büro horte einen Schrei. Aber als Herr Wildenow kurze Zeit darauf die Tür zum Tippzimmer öffnete, blieb er wie verdonnert auf der Schwelle stehen und zoa die Tür rasch und leise wieder zu. Er ging auf seinen Platz zurück, setzte sich und starrte vor sich hin. Er sah ganz verbiestert aus. Etwa fünf Minuten später wurde aus dem Chefkontor nach Fräulein Hertel geklingelt. Als sie — etwas erhitzt — eintrat stand Herr Plimberg wie gechohnlich am Fenster, während Herr Busack am Schreibtisch saß und sie teilnahmsvoll anblickte „Ich höre eben, daß Sie uns verlassen wollen, Fräulein Hertel", sagte er. „Das tut mir leid Soll ich nicht erst noch einmal mit Herrn Hille sprechen?" „Nein!" sagte sie. „Nein! Es bleibt bei der Kündigung." „Hm", machte Herr Busack. „Wir verlieren Sie ungern. Ich würde Sie in eine andere Abteilung versetzen, wenn Sie bas wollen." Sie schüttelte heftig den Kopf und schluckte. „Nein", sagte sie. „Er... er will nicht, daß ich länger ins Büro gehe." Herr Plimberg drehte sich zu ihr um, und Herr Busack sah sie verständnislos an. „Wer?" fragte er. „Wer will das nicht?" „Er!" stieß sie hervor. ,»j)err Hille! Ich werde ihn heiraten " Die beiden Männer starrten sie stumm an Sie wurde glühend rot, machte kehrt und stürzte aus dem Zimmer. „Verstehen Sie das?" wandte sich Herr Busack an Herrn Plimberg, als die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte. Herr Plimberg verstand es offenbar nicht. „Der Deubel kenne sich aus mit den Weibsbildern!" knurrte er grimmig. „Total verdreht!" Er war, wie gejagt, Junggeselle. SJ.-fpor/ Oie Tschammerpokal-Vorsch>ußrunde. Spiele in Frankfurt und Vien. Zwei überaus zugkräftige Begegnungen bringt die Vorschlußrunde des Fußballwettbewerbs um den Tscharnrnerpokal am 11. Dezember. Im Frankfurter Sportfeld empfängt der F^S V. Frankfurt den Wiener SC., der sich in der Vorschlußrunde mit dem eindrucksvollsten Sieg (6:1 gegen Grazer SC.) durchsetzte Die Stärke der Wiener bedeuten nicht überragende Spielerpersönlichketten, wie sie etwa in den Reihen von Rapid stehen, vielmehr sind ihre Erfolge die Frucht einer abgerundeten Mannschaftsleistung. Das kann man aber auch vom Fußballsportverein behaupten, der den Mannen um Getter auf dem vertrauten Gelände des Sportfeldes sicherlich einen Kampf auf Biegen und Brechen liefern wird. Das zweite Spiel führt in Wien Rapid Wien und den 1. F C. Nürnberg zusammen, also zwei Mannschatten, die international den größten Ruf haben. Nachdem der Nürnberger Klub wieder richtig in der Reihe ist und die Wiener Vienna ausschalten konnte, wird man in Süd- deutschland das Treffen mit der größten Spannung erwarten. Endspiel am 8. Januar im Olympia-Stadion. Nachdem die Paarungen zur Vorschlußrunde um den Tscharnrnerpokal bereits feststehen, ist jetzt auch der Endspiel-Termin bereits festgelegt worden. Die Sieger vom 11. Dezember treffen am 8. Januar im Berliner Olympiastadion zusammen und ermitteln dort den neuen Tschammerpokal-Sieger. Sportverein 1920 Lollar. Lollar Jugend — Treis (Lumda) Jugend 6:2 (3 2). Die Lollarer Iugendelf konnte gestern wieder das Spiel sicher zu ihren Gunsten gestalten. Nur bis ^ur Halbzeit konnten die jugendlichen Gäste durchhal n und wurden bis dahin auch öfters gefährlich So gelang es ihnen auch während der ersten Spielhältte, zweimal den Führungstreffer au erzielen. Doch fam Lollar jetzt immer mehr auf, die Gesamtleistung der Mannschaft wurde besser, und durch schönes Zuspiel im Sturm konnte die Elf dann auch noch bis zur Pause die Führung an sich reißen. Nach dem Wechsel fielen die Gäste etwas ab, und die Lollarer ließen sie nicht mehr aufkommen. Heuorbnumi des Betriebssports. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichs» sportführer von Tschammer und Osten haben durch verschiedene Anordnungen die Fragen der Sperrfrist, der Umgliederung der Firmensportvereine und der Neuaufnahme in die Wettkampfgemeinschaften innerhalb der Betriebssportgemeinschaften des Sportamtes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wie folgt geklärt: Betätigung in Betriebssportgemeinschaften In den Durchführungsbestimmungen zu der am 16. Dezember 1936 erlassenen Anordnung über die Einführung des Betriebssports wurde für den Ueber- tritt von wettkampstüchtigen, in anderen Drgani» fationen sporttreibenden Gefolgschaftsmitgliedern m die Wettkampfgemeinschasten der Betriebe eine Sperrfrist von zwei Jahren festgesetzt. Mit dem Ablauf dieser Sperrfrist am 16 Dezember 1938 besteht Veranlassung, nochmals nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß die, sportliche Betätigung im Rahmen der Betriebsgemeinschaft freiwillig ist und daß Gefolgschaftsmitglieder. die bereits in anderen Organisationen Leibesübungen treiben, weder offen noch versteckt gezwungen werden dürfen, ihre Sportbetätigung in diesen Organisationen einzustellen. Insbesondere wird die Ausübung wirtschaftlichen Drucks strengstens untersagt. Umgliederung der Firmenfportvereine. Laut Durchführungsbestimmung zur Verordnung des Reichssportführers vom 16. Dezember 1936 betr. I zukünftiger Aufgaben des Sportamts NSG „Kraft ! durch Freude" ist unter Punkt 2 angeordnet: Die bestehenden Betriebssportvereine sind entweder als private und außerhalb des Betriebs stehende selbständige Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen zu erklären, wobei sie ihren Namen, falls dieser auf den Betrieb Bezug hat, zu ändern haben, ober aber sie werden in die unter Obhut des Sportamtes der NSG. ,Kraft durch Freude" stehenden sportlichen Einrichtungen der Betriebsgemeinschaft eingefügt. Der Reichssportführer bestimmt hierzu: „ßs sind daher alle Beziehungen der ehemaligen Firmensport- vereine zu den Betrieben zu losen. ßZn Zweifelsfällen ist die Fühlungnahme zwischen dem Gauführer des DRL. und dem Gausportwart der NSG .Kraft durch Freude" erforderlich. Ich verlange, daß diese Frage nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Sinne der Anordnung nach schnellstens erfüllt wird." Neuaufnahmen in die Wettkampfgemeinfchaften. Der früheste zulässige Aufnahmetag in die Wett» kampfgemeinschaften der Betriebe ist der 17. Dezember 1938. Von diesem Tage ab treten dann die in der Sportordnung des DRL. bekanntgegebenen Uebertrittbestimmungen und Sperrfristen in Kraft. Soweit in Einzelfällen eine Sperrfrist von vier Monaten (Dereinswechsel am Ort) in Frage kommt, .st der früheste Freigabetermin — bei Eintritt in die IWKG. am 17. Dezember 1938 — der 16. April 1939. ®eräle=JReifIertoaffen des Bannes 1 >6 her 63. Die Meisterschaften des Bannes 116 im Geräte» turnen finden Ende Januar 1939 in Bad-Nauheim statt. Die Ausschreibungen für diese Wettkämpfe, die wie im vergangenen Jahr als Mannschafts» kämpfe ausgetragen werden, sind bereits oeröffent» licht worden Die Banngerätemeisterschaften sind die Ausschei» dunaskämpfe für die Gebietsmeisterschaften und die Deutschen Iugendmristerschaften Während die Bannmeisterschaft in den drei Klassen A, B und der Anfängerklasse C ausgetragen wird, umfaßt die Gebietsmeisterschaft nur die Klassen A und B Die Deutsche Iugendmeisterschaft wttd nur in einer Klasse, der Klasse A, am 22. bis 26. März in Stuttgart ausgetragen. Erstmalig sind neben den Mannschaftskämpfen auch Einzelmeisterschaften ausbeschrieben. Es Han» beit sich hierbei um einen Siebenkamrtt mit Drei Pflichtübunben ber Klasse A unb vier Kürübungen. Während die Einzelmeisterfchasten bei den Gebttts» unb Deutschen Meisterschaften nur in der Klasse A ausgetragen werden, ist beabsichtigt, bei den Bannmeisterschaften auch Einzelkämpfe in ber Klasse B mit brei Pfichtübungen dieser Klasse und vier Kürübungen austragen ju lassen. Bedingung für die Teilnahme am Einzelkampf ist jedoch die Teil- nähme an einem Mannschaftskampf. Am Einzel- kampf der Gebietsmeisterschaft und der Deutschen Iugendmeisterschaft können nur Igg. teilnehmen, die sich bereits bei den Bannmeisterschaften in ber Klasse A gualiftziert haben. Es wird erwartet, daß alle leistungsfähigen Iga. am Einzelkampf der Klaffe A teilnehmen und Den Kampf um die Teilnahmeberechtigung an den Gebietsmeifterschaften einem billigen Sieg in der den Anfänaern narbe- haltenen Klasse B vorziehen. Es ist auch durchaus möglich, am Einzelkampf der Klaffe A teilzuneh- men, wenn die HI.-Mannschaft des Vereins oder die HI.-Kampfgemeinschaft in der Klaffe B ober C startet. An ben Gerätemeisterschaften können neben den HI.-Mannschaften ber Vereine des DRL. auch Mannschaften ber HI.-Einheiten teilnehmen wenn an dem betr. Standort kein Verein des DRL. der eine Iugend-Geräteabteilung besitzt, besteht. Rr.280 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 50. November (938 Aus der Stadl Gießen. »Noch eine Nuß!" Es ist nur ein kleines Geschichtchen; aber es zeigt ein Erlebnis, dem man in irgendeiner Form immer wieder begegnet. Der kleine Peter — vier Jahre alt — bittet sehr, zu dem etwas älteren Manfred in den Keller gehen zu dürfen; dort würde Kasperltheater gespielt. „Warum denn gerade im Keller?" — fragt Mutter „Ja", erklärt Peter, „Manfreds Mutti läßt nicht in der Stube spielen, der Schutzmann und Teufels Großmutter machen immer so viel Lärm." Gut, — Mutti erlaubt es. Peter muß aber in den warmen Mantel schlüpfen, die dicke Wollmütze wird ihm über die Ohren gezogen, und die Händchen werden in Fäustlinge gepackt. Dann bekommt er noch eine Tüte mit entschälten Nüssen, die er so gerne ißt. Mutter hat sie gestern abend, als er schon schlief, liebevoll für ihn aufgeknackt. Eingemummt wie für eine Polarreise, in der Hand die Tüte, beginnt Peter mit erwartungsfroh strahlendem Gesicht den mühevollen Abstieg am Treppengeländer entlang. Mütterliche Betreuung läßt er sich dabei nicht mehr gefallen, männlich frei will er feinem Vergnügen nachgehen. So, nun hat Mutter den unruhigen kleinen Mann eine Weile los und kann ungestört ihre Arbeit ver- richten. Nach gut einer Stunde hört sie ein wohlbekanntes Klopfen an der Wohnungstür. Peter ist wieder da: blaß, mit blaugefrorenem Näschen, die Mütze schief in die Stirn geschoben. Ganz klein und gedrückt trippell er vor Mutter her in die Küche. Seine Fäusttinge baumeln an der Halteschnur. In der Hand hält er krampfhaft die leere Tüte. Still und nachdenklich läßt er sich die ziemlich schwarz gewordenen Händchen waschen. „Nun, war's schön?" fragt Mutter. Er nickt nur stumm mit dem Kopf. „Was hat denn Kasperle gemacht?" will sie später wissen. Peter blickt mit großen ernsten Augen zu chr apf: „Ja, das Kasperle hat immer gesagt: ,Gib mir noch eine Nuß!'" Mehr erzählt Peter nicht. Mutter glättet lächelnd die zerknüllte Tüte, und dann knackt sie mit der Zange rasch ein paar Nüsse auf. Und während Peter hungrig zu knabbern anfängt, weiß sie um eine neue, ewig mütterliche Aufgabe, die ihr durch dieses kleine Erlebnis deutlich wurde. Denn gegen Täuschung und List steht mächtig die Güte! B. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.30* Uhr „Aimse" ober „Der gesunde Menschenverstand". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Eine Nacht im Mai"; in jeder Vorstellung ist die Hauptdarstellerin Marika Rökk persönlich anwesend. — Volksbildungsstätte und NSD.- Dozentenbund: 20.30 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik, Klinikstraße 41, Professor Dr. A n- thony Vortrag „lieber die Aufgaben der Luftfahrtmedizin". Stabklheater Gießen. Heute abend findet die letzte Aufführung der Komödie „Aimee" oder „Der gesunde Menschenverstand" von Heinz Coubier statt. Mittwoch-Miete 10. Vorstellung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Gießener Konzert-Verein. In dem für den Kammermusikabend des Wendling-Quartetts ursprünglich vorgesehenen Programm mußte leider eine Aenderung eintreten. Zum Vortrag gelangen Beethoven op. 18 Nr. 4 in c-moll. Reger op. 121 in fis-moll und Haydn op. 74 Nr. 3 in g-moll, das unter dem Namen Reiter-Quartett bekannt ist. Die mitwirkenden Künstler sind Profesior Karl Wendling, Hermann H u b l, Professor Alfred Saal und Hans K ö h l e r , der im Laufe dieses Jahres an Stelle des verstorbenen Professors Nat- terer als Bratschist in die Künstleroereinigung ein- , getreten ist. I Verkehrsvorschristen sind sorgfältig zu beachten! Bei einer Kontrollfahrt von Gießen nach Laubach innerhalb einer Stunde Gelegentlich einer Dienstfahrt von Gießen über Lich nach Laubach haben Beamte der Gendarmerie beim Kreisamt Gießen am Montagnachmittag auch eine Verkehrskontrolle vorgenommcn, die erneut an Hand zahlreicher Fälle die Feststellung ergab, daß von vielen Verkehrsteilnehmern selbst die elementarsten Vorschriften der Straßenverkehrsordnung immer noch nicht in der erforderlichen Weise beachtet werden. Innerhalb eines Zeitraumes von etwas mehr als einer Stunde auf der Hin- und Rückfahrt haben die Gendarmeriebeamten eine große Reihe von Verkehrswidrigkeiten feststellen müssen, aus der wir nach einer Unterredung beim Kreisamt Gießen folgende Beispiele wiedergeben. Zu viel auf dem Führersitz! Zunächst trafen die Beamten einen Lastwagen, dessen enger Führersitz von vier Personen besetzt war. Nach § 7 der St raße nve rkeh r s o rd nung darf der Kraftwagenführer zwar andere Personen auf dem Führersitz mitnehmen, aber es muß jederzeit die erforderliche Bewegungsfreiheit für den Autolenker zwecks vollkommener Sicherheit des Verkehrs vorhanden fein, was im vorliegenden Falle nicht als gegeben anzusehen war. Nicht nebeneinander radeln! Kurz vor Steinbach wurden zwei Radfahrer nebeneinander radelnd angetroffen. In § 28 der Straßenverkehrsordnung ist der Grundsatz des Hintereinanderfahrens der Radler ausgestellt, nur in ganz besonderen Ausnahmefällen, außerhalb der Orte, kann auch einmal nebeneinanderher gefahren werden, soweit dadurch die Sicherheit des Verkehrs nicht gefährdet wird. Diese Gefährdung der Verkehrssicherheit ist aber stets dann gegeben, wenn andere Verkehrsteilnehmer auf der gleichen Straße fahren und dabei überholen oder kreuzen müssen. Bei dieser Sachlage war auch im vorliegenden Falle das Nebeneinanderfahren der beiden Radler als verkehrswidrig zu beanstanden. Anhänger-Kennzeichen muß vorhanden fein. Ein Lastwagen mit Anhänger mußte angehalten werden, da an dem Auto das Kennzeichen für das Mitführen eines Anhängers (gelbes Dreieck oben am Motorwagen), das nach § 44 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung vorgeschrieben ist, fehlte. Diese Bestimmung ist am 1. Oktober 1938 in Kraft getreten, sie muß daher jetzt auch von allen Verkehrsteilnehmern beachtet werden. Bremslicht muh in Ordnung fein. Ein Personenauto wurde angehalten, da das Bremslicht nicht funktionierte. Es lag hier eine Zuwiderhandlung gegen § 53, Abs. 2, der Straßen- verkehrs-Zulassungsordnung vor, in der ausdrücklich vorgeschrieben wird, daß auch das Bremslicht an den Kraftfahrzeugen in Ordnung fein muß. Das Warnzeichen am Ende von Langhoizfuhrwecken. Beim Albacher Hof wurde ein mit Pferden bespanntes Langholzfuhrwerk gestellt, das an feinem Ende nicht das als Warnzeichen geltende rote Tuch aufzuweisen- hatte. Dieser Mangel ist besonders gefährlich für die von rückwärts kommenden Verkehrsteilnehmer. Der Fuhrmann erklärte, er habe das rote Tuch am Ende der Ladung befestigt, es aber offenbar im Walde verloren. Auch das Anbringen von Tannenzweigen, Säcken oder Papierstreifen usw. genügt nicht. Am zweckmäßigsten ist es, die bekannte rote Metallscheibe mit weißem Rand am Ende der Ladung anzubringen. Das Warnzeichen muß auch so festgemacht werden, daß es auf keinen Fall verloren gehen kann. Der Lenker zahlreiche Verstöße festgestettt. dieses Fuhrwerkes hat also verkehrswidrig gehandelt. Nur zugelassene Fahrzeuge benutzen. In Laubach wurde an einem Lastkraftwagen ein Anhänger festgestellt, der erst vor einigen Tagen in Betrieb genommen, aber noch nicht zugelassen war. Ab 1. Oktober 1938 ist die Zulassungspflicht auch auf die Anhänaer von Kraftfahrzeugen aus- aedehnt worden. Zulaffungspflichtia sind also alle Anhänger, die erstmalig ab 1. Oktober 1938 in Betrieb gesetzt werden. Außerdem fehlte an dem Motorfahrzeug das gelbe Dreieckzeichen, und obendrein hatte der Kraftfahrer seinen Führerschein nicht bei sich. Also allerlei Verstöße gegen die Verkehrsordnung! Die Gendarmeriebeamten hätten in diesem Falle den Anhänger sofort aus dem Verkehr entfernen können, aus ganz besonderen Gründen haben sie aber hier von dieser Maßnahme abgesehen. Viel zu schwer geladen! Ebenfalls in Laubach mußte ein mit Backsteinen beladenes Lastauto angehalten werden, dessen höchst- zulässige Belastung auf 2,6 Tonnen angegeben war, das aber eine Last von 3,9 Tonnen mit sich führte, also 50 Prozent mehr als zugelassen! Da an dem Fahrzeug auch noch die linke Seitenwand des Kastenausbaues stark beschädigt war, ordnete die Gendarmerie an, daß das Uebergewicht sofort an Ort und Stelle ab geloben werden mußte. Der Fahrer hatte das „Vergnügen", sogleich -rund 400 Backsteine abladen zu müssen. Durch eine derartige Ueberlastung der Fahrzeuge tritt natürlich eine erhebliche Beschädigung der Straßen ein, ferner wird dadurch, besonders an bergigen Stellen der Straße, die Sicherheit des Fahrzeugs und damit auch die Sicherheit der andern Verkehrsteilnehmer gefährdet. Wenn der Motor läuft. darf der Fohrzeuglenker nicht fortgehen. Auf einer Straße in Laubach wurde ein Lastauto mit lausendem Motor bemerkt, der Kraftfahrer hatte sich entfernt und den Motor nicht abgestellt. Nach § 35 der Straßenverkehrsordnung hat sich der Fahrzeuglenker eines Verstoßes schuldig aemacht, denn er hat die Pflicht, beim Verlassen feines Fahrzeugs alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen für die Sicherheit des Verkehrs im allgemeinen und feines Fahrzeugs im besonderen zu treffen, hier vor allem den Motor abzustellen. Unbeleuchtet auf der falschen Straßenseite und mit waagerechter Deichsel! An einer Strahenkuroe in Laub ach wurde ein Langholzfuhrwerk unbeleuchtet auf der linken, d. h. falschen Straßenseite angetroffen, dessen Deichsel waagrecht in die Gegend hineinragte, anstatt nach der Vorschrift abgenommen oder hochgestellt zu sein. Nach § 15, Abs. 2, der Straßenverkehrsordnung ist das Halten der Fahrzeuge nur auf der rechten Straßenseite zulässig, und nach § 32 dürfen unbespannte Fuhrwerke bei Dunkelheit oder Nebel nicht auf der Straße stehen gelassen werden; geschieht dies dennoch ausnahmsweise, so ist die Deichsel abzunehmen oder hochzustellen. In diesem Falle also auch allerlei Verstöße gegen die Der- kehrsordnung. Pferde nur nach innen absträngen. Ein Fuhrmann hatte in Laubach feine Pferde nach außen abgefträngt. Nach § 32 der Straßenverkehrsordnung dürfen die Pferde aber nur nach innen abgefträngt werden. Zur Beachtung auch für andere! Jn fünf Minuten 6 Mark. In Wetterfeld hatten sich in der scharfen Kurve der Durchgangssttaße acht Personen, meist Jugendliche, in der abendlichen Dunkelheit so dicht an die Fahrbahn zum Schwätzchen postiert, daß sie zu einer Gefahr für die Verkehrsteilnehmer wurden. Trotz Warnsignals verließen sie ihren unpassenden Schwätzchenplatz nicht. Die Gendarmen stellten sie und erteilten ihnen eine gebührenpflichtige Ver- roarnuna zu 1 Mark pro Kopf. Sie mußten rasch Heimlaufen und die Mark holen. Innerhalb van fünf Minuten waren sie alle wieder zur Stelle und zahlten zusammen 8 Mark Buße für ihre Unkorrektheit im Verkehrswesen. Ein teures Schwätzchen. Das Nachspiel kommt noch. Abgesehen von dem Fall in Wetter seid, wo die Angelegenheit durch die sofortige Buße erledigt ist, werden die Verkehrssünder noch ein Nachspiel zu erwarten haben, da ihnen der Denkzettel für ihre Verkehrssünden noch zugestellt wird. Bei einiger Sorgfalt hätten alle diese Beanstandungen und damit auch die Strafen vermeiden können In Zukunft werden bei den Derkehrskonttollen noch erheblich strengere Maßnahmen durchgeführt werden. Verstöße gegen die preisvorschriflen. Am Montagnachmittag unternahmen Beamte des Kreisamts Gießen in verschiedenen Gemeinden des Kreises, darunter auch in einer größeren Gemeinde, Kontrollen über d i e Beachtung der Preisvorschriften. Dabei wurde festgestellt, daß die Vorschriften über Preisverzeichnisse und Preisschilder im großen und ganzen Beachtung finden, jedoch mußte in manchen Einzelfällen das Fehlen der Preisverzeichnisse im Schaufenster und das Fehlen der Beschildung der sichtbar ausgestellten Waren vermerkt werden. Besonders ist aufgefallen, daß in Metzgerläden sichtbar ausgestellte Wurstwaren nicht mit den erforderlichen Preisschildern versehen waren. In mehreren Lebensmittelgeschäften war zu beanstanden, daß die Preise für Graupen, die eine Spanne von 24 bis 28 Pfennig je 500 Gramm nicht überschreiten dürfen, auf 32 Pfennig festgesetzt waren, also eine erhebliche Überschreitung aufwiesen. In einem anderen Lebensmittelgeschäft wurde Mettwurst nach der Stückzahl, anstatt entsprechend der Vorschrift nach Gewicht verkauft. Da Wurst eintrocknet, ist der Verkauf nur nach Gewicht zulässig, weil verhütet werden soll, daß der Käufer, wie es beim Stück kauf möglich ist, mehr bezahlt, als er an Gewichtsmenge erhält. Für alle diese Verstöße haben die Geschäftsinhaber mit Ordnungsstrafen zu rechnen, wobei zu ihren Gunsten spricht, daß es sich meist nur um kleinere Verstöße handelt. Bei schwereren Zuwiderhandlungen und bei Wiederholungen wird allerdings die Strafe „gesalzener" ausfallen. Diese Preiskontrollen werden ständig durchgeführt, da sie im Rahmen des Vierjahresplanes ein wichtiger Bestandteil zum Schutze der Verbraucher und auch zum Gelingen des Vierjahresplanes sind. ■»■■■■CMiinwiM ,11 mi Marika Nökk persönlich. Gloria-Palast: „Eine Nacht im Mai." Marika Rökk, die Hauptdarstellerin des neuen Ufa-Films „Eine Nackt im Mai", kam gestern zu Besuch nach Gießen. Wir hatten dreimal nacheinander Gelegenheit, ihr zu begegnen. Zuerst, nach einem sehr freundlichen Empfang am Bahnhof, im engsten Kreise ■ und aus nächster Nähe, und wir wissen manche Leute, die da gern auf unferm Stühlchen am Kaffeetisch gesessen hätten. Wir sahen eine junge, sehr hübsche, sehr zierliche Dame, die alsbald ein ungezwungenes Gespräch führt, allmählich warm wird und das Temperament entfaltet, das wir aus manchen ihrer früheren Filme kennen. Das Gespräch springt, wie meist bei solchen Gelegenheiten, schnell von einem Thema zum andern: Z.B. von einer neuen Aufnahmetechnik, bei der man viel Geld sparen kann, zur neuen Film-Mode, die bis in erstaunliche Einzelheiten reicht ... wir hören mit Interesse, daß gegenwärtig mehr interessante Frauen als schöne Frauen „gewünscht" seien, beim Film nämlich, wir hören von den Schwierigkeiten mit den Manuskripten, über die in jedem Interview geklagt wird, über alte Erfolge („Gasparone") und neue Pläne („Hallo, Janine"), über die Wirkungen im Lustspiel und in der Operette, über Lachen und Lächeln und Gähnen im Parkett, über Nachsynchronisieren, und über den Unterschied zwischen deutscher und amerikanischer Produktion ... Dom Hundertsten ins Tausendste, im Handumdrehen ist die Tasse leer, eine halbe Stunde um und unsere Uhr abgelaufen: fort müssen wir, denn im Gloria-Palast beginnt der Film. * Zweite Begegnung auf der Leinwand: „Eine Nacht im Mai". Spielleitung: Georg Jacoby, Hauptrolle: Marika Rökk. Das ist ein Abenteuer, wie es nicht alle Tage und nicht jede Nacht passiert. Hier findet ein Sommerfest statt, auf dem man er- leben kann, was das Herz begehrt: Flucht und Verfolgung, Autobusfahrt ins Blaue, Gesang und Tanz, Liebe und Eifersucht, Irrgarten mit Lach- IPiegel, nächtliches Bad mit Mondschein und anschließendem Gewitter, schreckliches Mißgeschick im Wochenendhaus, neue Flucht, neue Verfolgung, große Revue und happy end mit Kuß. Das ist eine feine Sache für Marika Rökk: hier sie richtig aus sich herausgehen und ein gan- 3es Register abfpielen, fingen und tanzen. Sie spielt Q,i° 3. B.: schlechtes Gewissen; oder: mein Herr, roa3 fällt Ihnen ein?; aber: eigentlich sind Sie ganz lett; aber: komm mir bloß nicht zu nah; und: heut bin ich vergnügt; und: ich bin ja so unglücklich; und: wo ist er denn nur? und zuletzt: ach, da bist du ja — endlich, ich hab dich so gesucht. (Ist das nicht eine großartige Rolle?) Dies waren aber nur ein paar Stichworte. Und von Gesang und Tanz war noch gar nicht die Rede, i (Kommt noch.) Victor S t a a l ist ein, netter Partner für das soeben angedeutete Mädchen. Er hat einen guten, trockenen Humor; man sieht ihn gern. Außerdem seien vom Ensemble genannt: Karl Schönböck, Oskar Sima, Albert Florath, Ursula H e r t i n g und (für die Gießener) Franz Arzdorf. ♦ Dritte Begegnung: von der Leinwand herab auf die Bühne; Marika abermals persönlich, in dem schicken, knappen, weißen Seemannskostüm der „Nacht im Mai". Und alsbald ertönt der gefühlvoll- melodische Song vom Seemann („nimm dein Herz in beide Hände ...") — aber auf den Text kommt es ja nicht fo sehr an, sondern auf die Stimme, die ganz locker sitzende, biegsame, ausdrucksvolle, — und auf den Tanz: es ist ein Vergnügen, ihr zuzusehen: hier ergibt sich eine Verbindung von Temperament und sauberer Technik, die das Auge erfreut. Gut besuchtes Haus und großer Beifall. Und dann Autogramme. Hans Thyriot. Oie Münchener Kellnerin. Bom Wassermädel zur Beherrscherin der Matzkrüge. Die Münchener Kellnerin ist etwas so Einmaliges und Einzigartiaes, daß man kühn von ihr behaupten kann, sie habe kein Beispiel auf dieser Welt. | Man teilt sie ein in Wassermädeln, in Kellnerinnen in besseren Betrieben und in solche dcs Münchener Bierkellers und der Münchener Volksfeste. Mit dieser Einteilung verbindet sich gleichzeitig der Unterschied des Alters. Mit dem „W a f f e r m ä b e I" fängt der Werde-« gang der Kellnerin an. Es ist meistens eine junge, schlanke und mehr ober minder gepflegte Jung-. mädel-Erscheinung, die hier beginnt, ihren Lebens-1 unterhalt zu verdienen. Ihr Name möchte fast dazu verleiten, zu meinen, daß sie den Gästen Wasser zutrüge. Das tut sie auch in manchen Eafss, aber in den Hotels und Bierrestaurants trägt sie den Gästen bas edelste Naß zu, bas München Einheimischen unb Fremden bietet, das Bier. Und sie lernt dabei in mehrjähriger Lehrzeit „Vollkellnerin" zu werden. Sie wirb, je nachdem, von dem Besitzer eines Gastwirtbetriebes ober auch von einer Dollkellnerin, von der sie dann ein kleines Taschengeld bezieht, in Dienst gestellt. Sie wirkt beim Gast fast unpersönlich, aber der Einheimische bringt ihr eine stille unb feine Anerkennung und Hochachtung entgegen, vergißt nie, auch ihr beim Abschied aus dem Lokal einen kleinen Obolus zu spenden, denn sie hat gelernt, Bier mit Würde und Wohlwollen zu kredenzen. Man stelle sich bas nicht leicht vor! Der eine Stammgast will wenig Schaum auf dem Bier, der andere will einen Bierwarmer darin haben, der dritte wünscht die eiskalte Halbe mit „Feldwebel", und darüber hinaus muß erfüllt werden, was der Fremdling will, der zum ersten Mal das Lokal betritt. Das eifrigste Streben des Waffermädels wird fein, ihn fo zufriedenzustellen, daß er wiederkommt ober gar Stammgast wird. Mit einem herzhaften Prosit oder einem herzlicheren „Wohl befomm’s" wird das Glas hingestellt unb dabei die umfangreiche Speisekarte zur Auswahl vor den Gast gelegt. Das junge Mädel erregt naturgemäß vor allem bas Interesse der Jung-Männer-Welt, unb viele Wassermädeln haben es mit Akademikern, mit Kaufleuten unb mit Beamten zu dauerndem Ehebunde gebracht. Man drückt in München mancher „gnädigen Frau" die Hand, die ihre Karriere begann unb abschloß als Wassermädel. Wenn bie Speisekarte auf dem Tisch liegt, tritt das Wassermädel bescheiden beiseite, bie Ke11ne - rin hat bann das Wort. Meist schwarz gekleidet, mit weißer Schürze unb einer Serviette, betreut sie den Gast. Sie „betreut" ihn im wahren Sinne des Wortes unb echt weiblich. Das heißt, um bas Schwierige oorwegzunehmen: Sie macht Unterschiede wie jede Frau, ist nie so neutral unb sachlich wie der Kellner. Sie betreut den jungen Mann und den gereiften Bürger lieber als den, der mit weiblicher Begleitung bie Gaststätte betritt. Man muß es beobachten, wie sie den allein kommenden Gast schnell und zuvorkommend bedient, unb wie ein» gehenb er beraten wird. Beim Beraten wird das Einmalige unb Einzigartige der Münchener Kellnerin besonders ersichtlich. Sie kennt den Stammgast und seine „Schmankerln", die sie nicht nur empfiehlt, sondern die sie ihm sogar bereit hält. Kommt ein Neuling unb stöbert unbeholfen unb immer verlegener in den riesenhaften Speisekarten herum, ohne etwas zu finden, dann schleicht sich die Kellnerin in sein kulinarisches Gewissen. Sie erforscht, wo-1 her er kommt, wie groß sein Hunger ist, unb sie empfiehlt ihm bann nicht etwa feine, sondern die Speisen, die noch auf der Karte stehen, damit auch sie „gesttichen" werden können. Kommt ein Gast, der ihr irgendwie zuwider ist, bann kann man hundert gegen eins wetten, baß sie ihn etwas heraus« suchen läßt, das auf der Speisekarte steht, aber in der Küche nicht mehr vorhanden ist. Der Stammgast aber wirb von der Kellnerin bemuttert Wie eine Hausfrau sorgt sie für ihn, sie begönnert ihn, unb wer je in ein solches Vertrauensverhältnis mit einer Kellnerin geraten ist, dem geht es gut. Und dann kommt als dritte Spezies die Kellnerin in den Münchener Bierkellern unb auf den Volksfesten! Dick unb mit einer Kraft ausgestattet, bie des schwierigsten Geplänkels und der größten Zahl an Maßkrügen „Herr" wird, herrscht sie an ihrem Service. Sie hat den Zenith des Lebens überschritten, sie hat auch die normalen Formen des Körpers überschritten, unb sie ist eine Tyrannin geworden. Sie beherrscht den Gast, unb die Gästin übersieht sie. Bei ihr ist Kellnerin Geschäft unb Verdienst. Man muß die Männer beobachten, wie sie sich gern und willig unter sie beugen. Wie sie gehorchen, unb wie sie ein zweitesmal mit abgerissenem Aufhänger am Mantel kaum mehr bei ihr zu erscheinen wagen. Sie erzieht, sie macht „auf der Ebene des Bieres" alle Menschen gleich, sie kann wundervoll grob und plastisch ausdrucksreich werden, wenn es in des Alkoholes Fülle zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Sie hat den Beruf neutralisiert, und sie arbeitet von Tag zu Tag daran, auch ihre Weiblichkeit vergessen zu machen. So geht die Münchener Kellnerin in drei Schattierungen durch das Leben der Isar-Stadt. Sie kennt ihre Einheimischen unb ihre „Zugroasten", und sie ist in ihrer Treue unb Liebe zum Werk, in ihrer Sauberkeit und Anständigkeit als Mensch und in ihrer freundlichen Grobheit eine Erscheinung, die es nur in München gibt. H. H. Hochschulnachrichten. Der nb. ao. Professor Dr. Hermann G u m b e l von der Universität Frankfurt wird im Wintersemester an der Universität Jena die Vertretung des erkrankten Professors Dr. Arthur Witte (Deutsche Philologie und Volkskunde) wahrnehmen. Gumbel hat schon im vorigen Jahre Philologie und Volkskunde in Jena vertreten. Der nb. ao. Professor Dr. Guido Hoheisel an der Universität Greifswald wird ab 1. Dezember die durch das Ausscheiden von Professor Dr. I F i s ch e r an der Universität Köln frei gewordene । Professur für Mathematik vertretungsweise übernehmen. Der Dozent Dr. Willy Meinhold in Erlangen wurde beauftragt, im Winter-Semester 1938/39 bie Dolkswirtschaftsleyre an der Universität Marburg zu vertreten. Jüdischer Sausbeffh. er Her Der KommaMeur der achelin, Adjutant der Rasseunterschie Veterinärwiffenschast im Dienste der Rinderzucht kleine Stu» mit fltoßem Ulin (Nachdruck oerboten!) 44 Fortsetzung. hier zu verleben. Der Pförtner ist es gewohnt, daß Frau Direktor [oye Hartmann." ießdorff öfters Besuche empfängt, allerlei Leute (^n erstaunter, efuche empfängt, allerlei Leute Geld. Man lernt so etwas mit Meßdorfi von Welt und mit ... fachmännisch ausgedrückt... in seiner Kleidung ftimmt zurück. „Trotzdem habe ich Ihren Namen nickt die Gediegenheit erkennen läßt, die man bei Dft gehört. Von wem — das hätte ich Ihnen gern dis etn als tun ft schon we „Ähre Schlüssel, Frau Direktor Meßdorfs!" ver- beugt er sich. „Uebrigens... die junge Dame dort wartet auf Sie." Irene dreht sich schnell um. „Welche Dame? Aber ter Pförtner braucht nicht zu antworten, denn nun ist das junge Mädchen heran. „Verzeihen Sie die Störung, gnädige Frau, ich erwarte Sie seit heute vormittag. Ich heiße Char- vor. Man kennt es im ganzen Haus, es ist der l, der zu einer Frau, wie es Irene paßt. Er steht ihr. Seltsam! wundert sich der Pförtner. Da ist sie hoch! Warum spricht das Mädchen sie nicht an? Aha persönlich wahrscheinlich gar nicht bekannt. Werden dem kleinen Ding mal helfen. _... erstaunter, höflich-abweisender Blick. „Ich habe Sie noch nie gesehen!" Irene ist ganz Zurückhaltung. Sie kann es um alle Welt nicht • ' ' " Acker die Geliebte Ihres Mannes gewesen und erwarte I Kind von ihm." I Charlotte Hartmann sagt das ganz ruhig, Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa „Das klingt ja ganz bedrohlich. Aber wenn es Sie beruhigt, Fräulein .. «... Hartmann. Charlotte Hartmann. Uni) vor allem nicht meinetwegen, sondern Ihretwegen ist es besser, wenn wir keine Zuhörer haben. Bei mir hat das Heimlichtun wenig Zweck. ,^Ich verstehe Sie immer weniger." „Sie werden mich gleich begreifen. Ich bin Großer Zapfenstreich in Gießen Abschiedsehrung für Generalleutnant Oßwald. so ellig. ,Zut mir leid", bedeutet ter Pförtner achsel- zuckend, ,die Frau Direktor ist mit 'chrem Wagen fort... sie unternimmt häufig Autofahrten ... vielleicht gedulden Sie sich noch eine Welle. Zu Mittag ist sie wohl mit Sicherheit zurück!" „Danke", sagt das junge Mädchen, „ich werde warten." Sie geht langsam in die Hotelhalle, setzt sich dort, läßt sich vom Kellner einen Kaffee bringen und liest scheinbar eine illustrierte Zeitschrift. Aber wenn der Pförtner ab und zu einen schnellen Blick auf sie wirft, erkennt er, daß sie nun noch immer das gleiche Heft durchblättert... sie liest nicht, sondern tut nur so. Komisch, denkt er, die scheint ja allerhand auf dem Herzen zu haben! Hoffentlich gibt s keinen Skandal! Da endlich rollt draußen das qrüne Kabriolett Rundfunkprogramm Donnerstag. 1. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9,40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Dolksliedsingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10, Unterhaltungs- konzert: Französische Musik. 15: Für unsere Kinder. Eine lustige Spiel- und Singstunde. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Aus Arbeit und' Beruf. 18.30: Allerlei Volksmusik. 19-15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Wolf Hitlers. 20: Nachrichten. 20.15: Aus dem großen Saal des Saalbaus zu Frankfurt cuM.: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: „Deutsche Jugend in Südwest". 22.30: Volks- und Unter- haltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. ten Fenstern des SA.-Standarten-Dienstgebäutes verstärkt war, setzten die Trommelwirbel ein. die, von dem Musikkorps ausgenommen, in ter Marschmusik endeten. Dann klang das Kommando zum Großen Zapfenstreich über ten Platz. Das Locken der Pfeifen und Trommeln setzte ein, und Fanfare nstöße leiteten den feierlichen Augenblick em, in dem in dieser abendlichen Stunde die Soldaten ihren Helm zum Gebet ab nah men. Die Hymnen der Nation beschlosien ten Großen Zapfenstreich. Der scheitende Divisionskommandeur Generalleutnant Oßwald dankte ten Soldaten der 9. Division, besonders denen des I. R. 116 und der Artillerie-Abteilung, für die Ehre, die sie chm erwiesen hacken. Er sagte ihnen, daß sie einen aus- gezeichneten Anmarsch und einen ebenso ausgezeichneten Großen Zapfenstreich vorgeführt hacken, wie er chn selten so gut gehört und gesehen habe. Weiterhin gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß der auf Befehl des Infanterie sichrer s 9, Gene- ralmajor Hollidt (Siegen), ihm zu Ehren befoh- len« Zapfenstreich von den Beteiligten in vorblld- licher Weise die soldatische Haltung bewiesen habe, die die 9. Division auszeichne. Das dreifache „Hurra" das Generalleutnant Oßwald cmf die 9. Dioison ausbrachte, fand starken Widerhall. Dann folgte der Vorbeimarsch vor dem scheitenden Dwi- sionskommanteur. gebe es nichts Selbstverständlicheres aus Gottes haben Sie verfolgt, Fräulein Hartmann, als Sie weiter Erde. Niemand würde es chr anmerken, zu mir kamen?" .. . . Das Mädchen tritt einen Schritt zurück und in senkt die Augen. Aber dann fahrt ein Blick zu Irene, ter ist hart und. schneidet wie Stahl. „Ich komme nicht für mich. Aber das Kind wird sein Recht beanspruchen muffen. Ein Recht, das ihm sein Vater weigert." „Wie soll ich das vrstehen? Wußten Sie Mcht, daß Doktor Meßdorff verheiratet ist?" welche Mühe es chr macht, die Haltung zu bewahren, wie oft sie diesen mhaltfchweren Satz L. Gedanken aufgesagt hat. Niemand hätte acker auch die furchtbare Wirkung ihrer Worte vermutet. Irene weicht zunächst vor chr zurück wie vor einem Gespenst. Sie streckt beide Hände gegen sie aus und flüstert mit erloschener Stimme immer wieder zwei Worte: „Sie lügen — Sie lügen!" wendung eines entsprechenden Instruments und einer langen Spritze auf die zllr Fortpflanzung be- reitstehenden Rinder oder Kühe übertragen. Der von dem Vatertier entnommene Fortpflanzungsstoff hält sich einige Tage wirksam, so daß also ein ständiger Vorrat dieses Stoffes zur künstlichen Befruchtuna der Rinder und Kühe in der Deterinärklimk gehalten werden kann. Das Verfahren ist für beide Tiere völlig ungefährlich, und es ist vor allem auch geeignet, Infektionen und aichere Uebertragungen von Krankheiten zu verhüten. Dor etwa vier Jahren wurde das Verfahren zum ersten Male an einer großen Zahl von Rindern und Kühen in Dutenhofen, Heuchelheim, Kinzenbach, Klein-Linden, Haufen und Annerod angewandt. Insgesamt wurden damals etwa 400 zur Fortpflanzung bereite Rinder und Kühe durch die Anwendung der veterinärärztlichen Kunst auf diese Welse befruchtet. Das Ergeckms war so zufriedenstellend, daß dieses Verfahren immer mehr zur Anwendung gebracht wurde. Seitdem sind bis jetzt schon mehrere tausend Rinder und Kühe in der gleichen Weise künstlich für die Fortpflanzung bereitgemacht wor- den. Die Erfolge des Verfahrens sind durchschnittlich mit 70 bis 80 v. H. positiver Ergebnisse als außerordentlich befriedigend anzuschen. Dieses Verfahren ist jetzt auch in Wallenrod zur Anwendung gebracht worden. t Wie sehr diese künsüiche Befruchtung ter Rinder und Kühe auch die veterinärwissenschaMche Fach- well interessiert, ist daraus ersichtlich, daß Professor Dr. K üst als einziger deutscher Gelehrter auf dem Internationalen tierärztlichen Kongreß in Zürich im September dieses Jahres Ücker das von chm ent- wickelle Verfahren berichtet hat und weitere Referate darüber auf dem Internationalen landwirtschaftlichen Kongreß in Dresden und auf dem Internationalen Tierzüchter-Kongreß in Zürich tm nächsten Jahre erstatten soll. seines Berichtes machte er darauf aufmerksam, daß im Winter die Entrümpelung und Lichtung ter Gartenckäume dur^geführt werden muß, da eine Revision in ter/nad)ften Zeit durch die zuständige Behörde dorgenommen wird. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, daß anfangs Februar dm» Spritzung der Bäume erfolgen wird. Nähere Anweisungen darüber ergehen rechtzeitig. In seinem Rückblick gab der Vereinsführer eine Fülle praktischer Anregungen zur Bekämpfung der in diesem Herbst sehr zahlreich aufgetretenen Bruten der Blatlläuse. Das vergangene Jahr brachte ein reiches Vorkommen von allerlei Obstbaumschäd- [Ingen. Neben ten Blattläusen trat besonders stark der Frostspanner auf. Als erprobtes Mittel gegen Obstfäulnis und Schorf empfahl er die Anwendung von Seifenstein und gab auch sonst zal)lreiche erprobte Hllfsmittel für den Kampf gegen die Obstbaumschädlinge an. Unter anderem machte er auch auf das Anlegen von Leimringen ausmerksam. Weiterhin gab er eine Reihe praktischer Winke für die Obstbaumpflege im kommenden Jahr. Aus Wallen rod (Kreis Lauterbach) wird gemeldet, daß Professor Dr. K ü st aus Gießen die Kunst der Veterinärwiffenschast für die Fortpflanzung der Rinderbestande oieses Dorfes eingesetzt hat. Die seit Monaten in vielen Dörfern herrschende Maul- und Kladenseuche hat weitgehende Stall- sperren notwendig gemacht. Davon werden auch die Faselbullen betroffen, die in ihren Stallungen isoliert werden, um Die Maul- und Klauenseuche nicht weiter um sich greifen zu lassen bzw. sie nach bester Möglichkeit einzudämmen. Diese Stallsperren haben empfindliche Rückwirkungen auf die Fortpflanzung der Rinderbestände, da natürlich ein großer Teil von Kälbergeburten ausfällt. Ferner wird auch die Milcherzeugung durch diese Entwicklung nachteilig beeinflußt, denn Rinder, die nicht kalben, sind selbstverständlich auch in ihrer Milchergiebigkeit ungenügend und gegenüber dem lldormalstand außer- ordentlich weit zurück. Um dieser schwerwiegenden Auswirkung der Maul- und Klauenseuche und der Stallsperren nach besten Kräften entgegenzuwirken, wird vielfach ein Verfahren angewandt, das von dem Direktor der ambulatorischen und geburtshUs- lichen Deterinärklinik der Universität Gießen, Professor Dr. K ü st, ausgearbeitet und seit einigen Jahren entwickell worden ist. Die Meldung aus Wallenrod veranlaßte uns, Herrn Professor Dr. K ü ft um Auskunft über dieses Verfahren zu bitten. Seine Darlegungen sind w'.e folgt zusammenzufassen: Bei dem Verfahren handelt es sich darum, ten von guten und gesunden Datertieren in den Bullenstallungen entnommenen Fortpflanzungsstoff sorgsam zu erfassen und zu verwenden. Man erfaßt chn durch ein geeignetes Instrument und sammelt chn in jedem emzelnen Falle in kleinen Gläschen. Diese werden bei entsprechender Temperatur in einem Kühlschrank aufbewahrt. Ihr Inhalt wird in verdünnter Form unter Ver- in Ihrem Zimmer gesagt." ,Zst das so eilig?" runzelt Irene die Brauen. .Zch bin seit heute morgen unterwegs und mochte zum Mittagessen etwas frisch sein." glaube nicht, daß Sie nach meinen Mitteilungen noch großen Appetit verspüren werden." Die beiten Fauen sehen sich lange und prüfend an. Dann wendet sich Irene hastig. .Kommen Sie!" In ihrem Zimmer schickt Irene ihre Zofe unter einem Vorwand hinaus. „Nun reden Sie gefälligst! Ich bin gespannt." „Sind wir auch allein?" schnellem Blick abzuschätzen, wenn man seit fast _ zwanzig Jahren hinter dem Empfangsschalter steht.• ausstehen, so überfallen zu werden. Drum ist er ein wenig erstaunt, daß dieses junge andere läßt nicht locker. Mädchen nun schon zum drittenmal wiederkommt, I renne Sie auch erst seit diesem Augenblick dieses Mädchen, das zwar bildhübsch aussieht, aber | persönlich", gibt das Mädchen sehr ruhig und be- rung des Hauptredners Pa. R ü h l e auf Anfang Januar 1939 verschoben.werden muß. ** Im Sudetenland verunglückt., Oberpoftinspektor Schneider aus Gießen, der für vor» übergehende Zeit zu Aufbau- und Organisationsdien- (ten ter Reichspost nach Troppau berufen worden war und dort seit etwa 14 Tagen Dienst tat, .verunglückte bei einem Spaziergang, als er sich die ehemaligen tschechischen Befestigungen ansehen wollte. Er stürzte von einem Bunker ab und zog sich habet nicht nur erhebliche innere Verletzungen, sondern auch einen Schädelbruch zu. Der bedauernswerte Verunglückte, der noch jetzt bewußtlos darnieder- liegt, wurde in das Krankenhaus nach Troppau gebracht. nicht die Gediegenheit erkennen laßt, Die man vei Besuchern von Frau Irene Meßdorfs als selbstverständlich voraussetzen darf. Außerdem fragt die junge Dame innerhalb des Vormittags nun schon zum drittenmal an. „Feine Leute" haben es nicht Schon an den Toren ter Bergtaserne wurde der Zapfenstreich, ten die Garnison Gießen dem scheitenden Stand ort ällesten gestern abend veranstaltete, von zahlreichen Volksgenossen erwartet. Voran das verstärkte Musikkorvs des Jnf.-Regts. 116 unter Stabsmusikmeister Krieg, marschierte die Truppe jum Landgraf-DHUipp-Platz, ter irofc ter nacht- lichen und herbstlich kühlen Stunde von dichten Volksmassen umlagert war. Gegenüber dem Dienstgebäude der SA.-Stondarte erwarteten der Infanterie führe r 9, Generalmajor Hollidt (Siegen), ter scheidende Dwffwnskom- manteur Generalleutnant Oßwald, ter Hoheus- traqer des Kreises Wetterau, Kreisleiter Back- Haus, SA.-Brigadeführer Schwarz, zahlreiche Offiziere der alten Armee, an der Spitze Generalmajor a. D. Mohr, der langjährige, Mitarbeiter des scheidenden Kommandeurs und frühere Standortoffizier und jetzige Kommandeur des III. Balls. I. R. 116, Oberstleutnant Lange (Wetzlar), sowie die Offiziere des Standorts Gießen den Fackelzug, der um 23 Uhr eintraf. Der Kommandeur der Chrenformallon, Major B a ch e l i n, Adjutant der 9. Division, meldete dem Generalleutnant den Großen Zapfenstreich der 9. Division, dem ter General seinen Gruß entbot. Dann verlöschte die elektrische Beleuchtung der ganzen Umgebung des Platzes, und beim Schein der Fackeln, der nur von einer Festbeleuchtung an Aber darauf rft Charlotte schließlich gefaßt gewesen. Sie hat sich so eine Art Beweismatertal mit gebracht, ein paar kleine Amateuraufnahmen, auf denen man sie mit Meßdorff zusammensieht, einige Briefe. „Bitte!" Mit großer Sicherheit legt sie alles auf ten Tisch in ter Mitte des Raums. „Und wenn Sie irgendein ärzüiches Attest hacken wollen, ich bin auch dazu bereit Nach der Geburt des Kindes im März kann ich Ihnen sogar mit einer Blutprobe aufwarten." Da weicht Irene mit einem Aufschrei zuruck, daß das Mädchen entsetzt zu chr hinspringt Aber es bedarf chrer Hllfe nicht Irene Meßdorff gehört nicht zu den schwachen Frauen, wenn auch die Augen in unnatürlicher Starre glänzen — sie bricht nicht .zusammen. Sie häll sich aufrecht „Was sind Sie von Beruf, mein Fräulein?" fragt sie als erstes, und schon beginnt chr Verstand wieder zu arbeiten. Sie muß dieses Mädchen, das ein Kind von Meßdorff erwartet, irgendwie einordnen können. St« macht feinen schlechten Eindruck. Im Gegentell. Irene verbirgt sich's nicht, daß Charlottes ganzes Wesen Jugend atmet, daß das Gesicht von eigenartiger Anziehungskraft ist, daß ihre Erscheinung eine biegsame, wundervoll proportionierte Figur verrät Oh, er bat schon Geschmack, der Herr Dr. Meßdorff. Man kann chn verstehen, daß chm dieses Mädchen nicht gleichgültig blieb. ,Hch war in einer Studienanstalt für künstlerischen Tanz." „Sie sind es nicht mehr?" „Nein, man hat mich hinausgeworfen, als man erfuhr, daß ich ein Kind erwarte. Der Dienst jl't recht vielseitig und beansprucht mehr, als ter Körper in — diesem Zustand herzugeben vermag. Der Institutsarzt hat die ersten Feststellungen gemacht." „Und was soll nun geschehen? Welche Absicht ,Ias hat mich nie sehr interessiert", winkt das Mädchen ab, „denn ich — habe ihn geliebt. Ich liete ihn noch. Wer mehr als das alles gilt mir das Kind." , , „Ja — glauben Sie denn, daß ich mich von chm scheiden lasse? Um des Himmels willen, mein Kind, wie stellen Sie sich das vor? Doktor Meßdorff be- kleidet eine Stellung, die keinerlei Skandal ver- trägt Wer lassen Sie mich ausreten —" winkt Irene ab, als sie bemerkt, daß Charlotte unterbrechen will, „— Sie sollen aller Sorge frei und ledig fein. Seit Jahren träume ich davon, ein Kind zu haben — und Ihnen wirft es ter Himmel m ten Schoß! Sein Kind! Es soll bei mir aufwachsen, ich will ihm eine Mutter sein, wie Sie es nicht besser sein können." Charlotte steht still und regungslos. „Leuchtet Ihnen nicht ein, daß das ter allerbeste Ausweg ist?" redet Irene, von chrem Einfall gepackt, auf das stumme MÄielchen ein. „Sie haben doch schließlich einen Beruf, eine Karriere.. - da kann das Kind Ihnen doch nur lästig fein! Bei mir Ober... ich würde es adoptieren... wurde es in aller Behaglichkeit aufwachsen... nichts wurde ihm fehlen... nichts ..." ...als die Mutter!" schneidet Charlotte das Ge, spräch ab. „Nein, gnädige Frau, Sie haben mich gründlich mißverstanden. Karriere, Berus... Gott, was will das alles bedeuten gegen ein Kind! Ehe ich das Kleine, Ungeborene von mir ließe, ehe ich das heiligste Stück meines eigenen Ichs... Sie verstummt, als schäme sie sich der großen Worte, j-äufpert sich und fährt dann sachlich fort: „Das kommt natürlich gar nicht in Frage. Mein Kind geht nicht eher von mir, ehe eins von uns beiden tot rft Ich bin auch nicht deswegen gekommen. Ich kam mir, um Sie um Ihre Hilft zu bitten.. * (Fortsetzung folgt!) Die Fachgruppe Haus- und Grundstückswesen der Deutschen Arbeitsfront gibt bekannt: Es ist nicht tragbar, daß ter jüdische Hausbesitzer weiter noch in direktem Verkehr mit seinem arischen Mieter die Rechte als Hausbesitzer ausücktt Daher ergeht eine Anordnung, wonach tn allen Fällen, in denen der Jude als Hausbesitzer festgestellt wird und arische Mieter hat, die Verwaltuna tes Anwesens von einem durch die Deutsche Arbeitsfront zu ernennenden Hausverwatter zu erfolgen hat. Der Begriff der Hausgemeinschaft, wie sie in jedem Hause zwischen dem Vermieter und dem Mieter bestehen soll und zu erstteben ist, erfordert, daß alle von demselben Geiste und denselben Zielen durchdrungen sind, wie sie von dem nationalsoziall- stischen Staate vertreten werden. Auch in der Hausgemeinschaft können eigennützige Interessen der einzelnen keinen Bestand haben. Eine w a hre Hausgemeinschaft im Sinne dieses Denkens kann aber nur von gleichgesinnte n deutsch denkenden Personen ■ " ' 2 ''cher Ab st am- t werden. und Hausbew , mung gebildet und gepfle Sie ist mit Personen jüdi, , ..... gen des be stehenden -..»..,-,.-ds schlechterdings unmöglich. Auch da, wo eine Hausgemeinschaft mit dem jüdischen Besitzer nicht besteht, war es seither nicht zu umgehen, mit dem jüdischen Hausbesitzer über die eine oder andere Maßnahme sich zu verständigen, Mietabrechnungen und dergl. vorzunehmen. Das alles kann heute im nationalsozialistischen Staat dem arischen Mieter nicht mehr zugennitet werden. Aus diesen Erwägungen heraus wird die angeführte Maßnahme der D2lF. notwendig. führte, durch den ter Vorstand ermächtigt wirt), diese Mittel auf zweckmäßigem Wege zu beschaffen. Durch diesen Neuzugang von Pachtgelände verfügt der Verein über 73 Gärten, da an den neuen Der- trag die Bedingung geknüpft ist, daß die Mindestgröße eines Gartens 300 Quadratmeter betragen muß. Für die neu zu erstellenden 22 Gärten haben sich bereits mehrere Bewerber gefunden. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab der Vereinsführer einen Rückblick und einen Ausblick auf die Lage im Obstbau. Dabei stellte er besonders die Erfolge der Gemeinschaftsleistung des Vereins in den Vordergrund, der im abgelaufenen Jahre wieder für 130 Mitglieder an über 3000 Dbftbäume ohne Sträucher zu vorteilhaften Bedingungen Spritzungen gegen Schädlinge durchgeführt hat. Eingangs Festabend des Gesangvereins,/öeifcrfdP. Aus Anlaß seines 60. Stiftungsfestes, das der Gesangverein .^eiterteii" bereits mit einem Jubiläums konzert begangen hatte, fand am Samstag in der Turnhalle am OswaQsgarten ein Festabend für die Mitglieder und Ehrengäste statt, die m großer Zahl erschienen waren. Ausgewählle musikalische Darbietungen der Kapelle Nickel und zwei Chöre unter der Leitung des Dirigenten Musiklehrer Schüttler leiteten den Abend ein. Dann begrüßte Vereinsführer Uhr Han die Ehrengäste und die vielen Sängerkameraden mit ihren Angehörigen. Dabei erinnerte er an die Enfftehung der fetter- feit" aus den Rechen der städtischen Feuerwehr und zeigte ihre Erfolge in der Pflege des deuffchen Mannergesanges auf. Vor allem unterstrich er die Verdienste des auf dem Felde der Ehre gefallenen Dirigenten Lehrer Becker und führte auch die Mitarbeit ter „Heiterkeit" bei den verschiedenen Anlässen im Dienste der Allgemeinheit an. Den Sangern Albert Bill, Hermann Volz, Ernst Doll und Franz Rathenow überreichte der Verems- führet für 25jährige Mitaliedschäft eine Ehrenurkunde und dem Sänger Konrad Grau für 25- jährige aktive Betätigung die Ehrennadel unter gleichzeitiger Ernennung zum Ehrenmttglied. San- gerkreissührer Müller übermittelte der Reiter- Feit" die Glückwünsche des Sängerkreises Gießen und sprach dabei die Hoffnung aus, daß der Verein im Sinne seiner Gründer sich wetterhin so erfolgreich betätigen möge wie seither. Für 40jährigen aktiven Dienst im Dienste des deuffchen Liedes überreichte er dem Ehrenmitglied Franz Otto Die Ehrennadel tes Sängergaues Hessen und übermittelte ihm die besten Glückwünsche zu dieser Auszeichnung. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung dreier Slnaspiele, die großen Anklang fanden. Vereinsführer Uhrhan konnte im Ver- laufe des Abends noch einige Glückwunschschreiben befanntgeben. Vereinsführer Willi Jung vom Ge- sangverein „Harmonie" Großen-Linden überbrachte die Glückwünsche und Grüße seiner Sänger. Eine Sammlung für das WHW. zeittgte einen schonen Erfolg. Am Schluß des harmonisch verlaufenen Abends faßte der stellvertretende Vereinsführer B r ü ck m a n n die Wünsche der «Sänger zusammen in einer Aufforderung an die Jugend, sich in ten Dienst des deutschen Liedes zu stellen. Dem Schirm- Herrn tes deutschen Liedes galt fein Treugelobms. Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. Der Obst- unb Gartenbauverein hielt am Sonntagnachmittag im „Burghof" eine Mitgliederversammlung ab, in der Vereinsführer Junker Mit- teilung über einen neuen Pachtvertrag tes Vereins mit ter Stadt zur Erlangung weiterer Kleingärten bekannt gab. Der Verein, der bereits 51 Gärten an der Lahn in Pacht hat, konnte einen langgehegten Wunsch verwirklichen. Nach Verhandlungen hat die Stadtverwaltung ein Gelände von annähernd 7000 Quadratmeter auf 12 Jahre bis 1950 in Pacht gegeben, das aus einem guten, überwiegend schwarzen Humusboden besteht und leicht erreichbar^ tfL Die Pachtbedingungen sind günstig. Das Gelände ist umgepflügt und kann bereite im Januar bebaut werden. Der Verein hat lediglich die Kosten für die Einfriedung aufzubringen, die mit etwa 1200 Mark veranschlagt werden. Für die Beschaffung dieser Mittel stehen dem Verein verschiedene Wege offen, so daß die Versammlung einen Beschluß herbei- Während chres Dresdner Aufenthaltes wohnen Meßdorffs regelmäßig im „Esplanade". Der Pförtner kennt die Herrschaften seit Jal)ren, Irene hat in Dresden zahlreiche Freunde und Bekannte, sie läßt sich's mcht neymen, stets einen Herbstmonot ** Arbeitsjubiläum. Das Küchenmädchen Frl. Elisodech Schmidt bei dssr Universitäts- !lugenklinik in Gießen, wohnhaft Friedrichstraße 18, eiert am 1. Dezember ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum. Frl. Schmidt erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmttglietem tes besten Ansehens. Steuerkarten werden zugestellt! Die Stadtverwaltung gibt bekannt, daß die Steuer- karten für das Jahr 1939 sofort nach der- Ausfertigung durch die Post zugestellt werden. Eine Vor- prache der Steuerpflichtigen bei der Steuerkarten- llusgackestelle ist zwecklos. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 18. bis 24.11. ein: gegen Kraftfahr« zeugsuhrer mit 3 Anzeigen und 3 gebührenxflichttgen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugfuhrer mit 1 Anzeige und 1 gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 1 Anzeige und 6 gebühren- pfllchtigen Verwarnungen. ** N S.- A l t d e r r e n b u n d. Der Ortsverbands- letter AH. Professor Bernhard teilt mit, daß die für Frettag, 2. Dezember, im Studentenhaus vorgesehene Versammlung wegen dienstlicher Verbinde* Aus der engeren Heimat Aus -en Gießener Gerichtssälen gebiet , lichen V . , , . , zu erkennen. Der Gesamtumsatz auf der einen Seite des Hauptbuches betrug in 1937 — 53,8 Millionen Deutsches Rotes Kreuz Gießen Ausbildungskursus und Vereidigung. Apparate und Reparaturen ct Zentral-Rundfunk Bahnhofstr 58,imtlause Brinkmann wie ihre Gebräuche heute noch fortleben. Im De« zember soll eine Familienkonferenz die Mitglieder und ihre Angehörigen in Hirzenhain vereinen. O Gedern, 29. Noo. In der überfüllten Turnhalle sprach Pg. Müller aus Frankfurt. Er kennzeichnete den Weg des nationalsozialistischen Deutschland zur heutigen stolzen Großmacht. Es war eine Kundgebung, die nachhaltigen Eindruck machte. Kreis Wetzlar. £ Rodh eim a. d. Bieber, 30. Nov. Am 2. Dezember können Spenglermeister Konrad Ben. der und seine Ehesrau Elisabeth, geb. Kuhl, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Herr und Frau Bender sind noch wohlauf. Herr Beider konnte bereits im April d. I. sein öOjähriges Geschäftsjubi- läum begehen. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche. T Waldgirmes, 25. Nov. Don heute ab wer- den die Holzfäller, vorerst 18 an der Zahl, durch das Postauto von Wetzlar morgens teils zum Morgenstern, teil weiter zum Forschaus Haina be- fördert und am Nachmittag dort wieder abgeholt. Dadurch haben sie täglich einen Fußweg von acht Kilometer gespart; die Gemeinde schasst zum Holz« fällen eine Motorsäge an. — Die Spar« und Darlehnskasse bekommt in diesen Tagen eine Kartoffeldämpfmaschine. Wenn sich das Anlagekapi- tal von 2400 Mark bei bis jetzt acht Silos hier vorerst nicht rentiert, so hofft man, wenn der Nutzen der Silos ein gesehen wird, daß hier und in dem benachbarten Dorlar noch viele gebaut werden. Die Bedienung der Maschine ist dem Dreschmaschinen« besitzer August Best übertragen worden. Kurze Sportnotizen. Der Termin-Kalender der deutschen Straßenrennzeit im kommenden Jahre sieht 122 reichsoffene Rennen für Amateure und 15 Wettbewerbe für Berufsfahrer vor. Die Turnerinnen tragen den Entscheid dungskampf der vier Gruvpensieger zur Vereins-- Meisterschaft am 22.Z23. April 1939 in Heilbronn aus. Die Etavpen «Einteilung der Groß« deutschland-Raorundfahrt 1939 ist jetzt herausgekom- men. Sie sieht vom 1. bis 24. Juni 20 Tagesstrecken mit insgesamt 5000 Kilometer und vier Ruhetage in Reichenberg, Wien, Stuttgart und Biefefeld vor. Bei der Arbeit tödlich verunglückt. * Hungen, 29.Nov. In dem Bergwerks- betrieb im benachbarten Treis-Horloff ereignete sich Montag abend ein schwerer Unglücks fall, dem leider ein blichendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der 30 Jahre alte Arbeiter Karl Simon aus Berstadt kam bei der Arbeit so unglücklich mit dem Kopf unter die schwere Eisenklappe eines Abraumwagens, daß dem bedauernswerten Manne der Kovf zerdrückt wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Sie plünderten Zigarettenautomaten Lpd. Wetzlar, 29. Nov. Seit längerer Zeit führten zahlreiche Geschäftsleute Klage darüber, daß ihre Zigarettenautomaten während der Dunkelheit mit Hilfe von Messingscheibchen von unredlichen Elementen ausgeplündert wurden. Als Täter konnte die Polizei jetzt zwei 17 Jahre alte Burschen fest nehmen, die sich die Messingstücke in großer Zahl heimlich an ihrer Arbeitsstätte ongefertigt hätten. Bezirlssparkosse Alsfeld. △ Alsfeld, 25. Nov. Am gestrigen Donners- tag fand die diesjährige ordentliche Mitglieder- Versammlung der Bezirkssparkasse Alsfeld vom Geschäftsjahr 1937 (102. Geschäftsjahr) im Hotel „Deutsches Haus" statt. Nach Begrüßungsworten des Sparkassenleiters, Direktor Trips, erstattete der Rechner und stellvertretende Direktor Krieger den Geschäftsgutem Besuch ab. Der Ehor hat einen neuen Dirk aenten, Willy Mey (Heldenbergen), der die Lei« stungen des Chors auf der alten beachtlichen Höhe gehalten hat. Die ansprechenden, z. T. sehr schwieri« gen Chöre fanden aroßen Beifall. Ein Windecker Sanger, Fr. Harten feiler, sang mit seiner schönen vollen Baritonstimme mehrere Lieder, Dirigent M e y spielte einige Klavierstücke. Das Konzert war für den Verein ein schöner Erfolg. Tanz schloß sich an. — Ein Derbindungs-Treppenweg wird ebm zwischen dem Hohenwiesenweg und der Bahnhofstraße zwischen dem früheren Hochbauamt und der Billa von Frau Dr. Rausch hergestellt und damit eine nahe Verbindung mit dem neuen Bauviertel um das Krankenhaus und der Karl-Weber-Straße geschaffen. O Hirzenhain, 29.Noo. Im Gasthaus von Schmerle hiell der NSLB. - Bezirk Orten- berg-Wenings feine Monatstagung ab. Ein Vortrag über „Deutsches Brauchtum" führte in die Sitte nkunde unserer Vorfahren ein und zeigte. Im Verlaufe des Kurses sprachen ilo. Ober-Med.- Rat Prof. Dr. K l i e w e über „Praktische Hygiene und Grundzüge der Seuchenbekämpfung , Dr. med. Gros über „Gas und Luftschutz", Med.-Rat Dr. med. Zinßer (Butzbach) über „Deutsche Erbpflege, Rassen, und Bevölkerungspolitik, und Gesetze der Gesundheitsführung im Dritten Reich", Kreis- amtsleiter Frank über „Mitarbeit an den Aufgaben der NSV.", während sich die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e „Die Frauenarbeit im nationalsozialistischen Deutschland" als Thema gestellt hatte. Alle Vorlläge wurden mit großem Interesse ausgenommen. Der Samstagabend vereinigte die Kursusteilneh- merinnen mit den übrigen Mitgliedern der Bereit- schäft (W) zu einem Kameradschaftsabend im Saale der „Stadt Wetzlar", in dessen Verlauf die feierliche Vereidigung der 6 Helferinnen und 11 Anwärterinnen durch die DRK.-Haupt- und Bereitschaftsführe- rin Freiin von Nordeck zur Rabenau vorgenommen wurde, nachdem vorher DRK.-Felüfüh- rer Kratz die Anwärterinnen noch einmal mit Satzung und Dienstvorschrift des DRK. bekannt gemacht hatte. Am Schlüsse des Lehrgangs ermahnte die DRK.- Vereitschaftsleiterin, DRK.-Hauptführerin E. Giese, die Teilnehmer zur eifrigen Weiterarbeit im Sinne des Deutschen Roten Kreuzes und zum Wohle von Volk und Vaterland. Mit dem Gruß an den Führer wurde der Lehrgang geschlossen, der für alle eine wertvolle Bereicherung bedeutete. nächst das finanzielle Ergebnis des Scheiben- und Preisschießens mit und sprach dann davon, daß alle aus dem aktiven Wehrdienst zurückgekehrten Soldaten im NS.-Reichskriegerbunü erfaßt werden sollten. Der Kreiskriegertag in Lich am 4. Dezember wird von der Lollarer Kameradschaft durch die Führerschaft besucht. Im Verlaufe des Abends wurde noch über den bevorstehenden Unterhaltungsabend am 21. Januar gesprochen. Zum Schluß wurde auf der neuangelegten Schießanlage dem Schießsport ge- huldigt und gute Leistungen erziell. # Mainzlar, 29.Nov. Die NSG. »Kraft durch Freude" veranstallete im Saale von Müller einen Volksbildungsabend. KdF.-Orts- wart Karl Bolte eröffnete die Veranstaltung. Der Gesangverein Mainzlar sang einleitend ein Lied. Museumsdirektor Dr. Krüger aus Gießen hielt sodann einen interessanten Vortrag über Hesiens Vorgeschichte. Der Vortrag fand durch Lichtbilder und durch mitgebrachte historische und prähistorische Funde eine Ergänzung, die seyr zum Verständnis beitrug. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Unser Mitbürger Heinrich Hormann legte im Verlaufe des Abends ein Steinbeil vor, das er vor einiger Zeit fand und das den ersten derartigen Fund von Mainzlar darstellte. DAF.-Orts- obmann Ernst Schlapp schloß den anregenden Abend. △ Beuern, 28. Nov. Unter Leitung des Bei- geordneten Schreinermeister Arnold fand hier eine gut besuchte Gemeindeversammlung stall, in der insbesondere über die Holzhauerei gesprochen wurde. Da sich bisher noch kein Holzhauer gemeldet hatte, wurden die Landwirte aufgefordert, sich für diese Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Forster Keil gab einige Erläuterungen und die Löhne bekannt. Es wurde eine Rotte zusammen- gestellt. Da einige Bauern mit der Feldarbeit noch zurück sind, haben sie sich bereit erklärt, später mit der Holzhauerarbeit anzufangen. Im weiteren Verlaufe sprach der Beigeordnete noch über einige Bauvorhaben der Gemeinde. Es soll ein NSV. - Kin - dergarten geschaffen und ein HI.-Heim gebaut werden. Auch der Bau eines Rathauses ist vorgesehen. — Bei der Altmaterialsammlung der hiesigen S A. wurden 67 Zentner Eisen, 6 .Rentner Altpapier und 2 Zentner Zinn und Blei aufgebracht. — Für das Winter Hilfswerk wurden in unserem Dorfe 190 Zentner Kartoffeln abgeliefert und von Pferdebesitzern unentgettlich nach dem Bahnhof Reiskirchen gebracht. I Burkhardsfelden, 28. Nov. Am Samstagabend fand hier eine Gemeindeversammlung statt, der auf Anordnung des Bürgermeisters als des örtlichen Luftschutzleiters aus jeder Familie ein Mitglied beizuwohnen hatte und die der Ausbildung der Bevölkerung im Luftschutz und der Vorbereitung der demnächst stattfindenden Luftschutzubungen dienen sollte. Nach Eröffnungsworten des Untergruppenführers des Reichsluftschutzbundes, Lehrer Gernandt, sprach der Führer der Gemeindegruppe Lollar, LS.-Führer Eberle, über Luftschutzbereitschaft und das Verhalten der Bevölkerung bei Luftangriffen. Seine Ausführungen fanden allgemein lebhaftes Interesse. Bürgermeister Keil unterstrich nochmals die Notwendigkeit der Ausbildung und forderte zu reger Mitarbeit auf. Mit dem Sieg-Hell auf den Führer schloß er dann dis Versammlung. I Hausen, 29. Noo. Heute konnte Frau Marie Schäfer, geb. Dem, Witwe des im Jahre 1918 verstorbenen Kaspar Schäfer, chren achtzigsten Geburtstag feiern. Frau Schäfer erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Frische. Die Jubilarin hat neun Kindern das Leben geschenkt, von denen eine Tochter gestorben und ein Sohn im Weltkrieg aefallen ist. Von den sieben noch lebenden Kindern lebt ein Sohn in Trier. Alle anderen Kinder wohnen in Hausen. Zu diesem großen Familienkreis aesellen sich noch zwölf Enkel und ein Urenkel, so daß es viele Kinder und Kindeskinder sind, die an diesem Tage in froher Feier dem hoch- betagten Geburtstagskinde ihre Liebe und Dankbarkeit zeigen konnten. * Garbenteich, 28. Noo. Gestern fand unter Leitung des Kreisschießwartes Hanf aus Gießen ein Ehrennadelschießen innerhalb der Kriegerkameradschaft stall. Sieben Kameraden haben die nicht sehr leichten Bedingungen erfüllt und somit die Auszeichnung der bronzenen Nadel erhalten; an der Spitze der Kameradschaftsführer. OO Eberstadt, 29. Noo. Im benachbarten Klosterwald haben in diesen Tagen die Holzhauer chre Arbeit begonnen. Insgesamt sind nur 13 Mann, meist Kleinbauern, beschäftigt, während in früheren Jahren bedeutend mehr Holzhauer tätig waren. Der Einschlag beträgt über 1000 Festmeter. — In unserer Gemarkung wurden die Obstbäume mit Leimringen versehen. Wie notwendig diese Maßnahme ist, geht daraus hervor, daß an den Leimringen schon zahlreiche Schädlinge, insbesondere Frostspanner. festzustellen find. — Große Strafkammer Gießen. In den Abendstunden des gestrigen Tages ging die Verhandlung gegen die Eheleute V. aus Friedberg zu Ende. Am Bormittag wurde zunächst nach Wiedereröffnuna der Beweisaufnahme noch ein Zeuge gehört. Anschließend hielten die beiden Verteidiger ihre Plädoyers. Nach längeren Ausführungen beantragten sie die Frelsprechuna ihrer Mandanten Sie vertraten die Auffasiung, daß eine Zahlungseinstellung nicht vorgelegen habe. Außerdem hätten die beiden Angeklagten auch nicht in Gläu- bigerbenackteiligungsabsicht gehandell. Der Nach- weis des subjektiven Unrechtselementes sei erforderlich, um eine Bestrafung aus § 239 Konkursord- nung (betrügerischer Bankrott) herleiten zu können. In der Nachmittagssitzuna fällte die Große Strafkammer folgendes UrteU: Der Angeklagte Ehemann V. wird wegen betrügerischen Bankrotts (§§ 239 I, Ziff-1, 239 II KO.) zu 9 Monaten Gefängnis, die Ehefrau V. wegen des gleichen Deliktes und wegen Gläubigerbegünsttgung (§ 241 KO.) zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Im übrigen wird das Verfahren eingestellt. In seiner Urteilsbegründung slleifte der Vorsitzende nochmals den Werdegang der Angeklagten, die früher in Frankfurt a. M. eine Drogerie, dann in Mainz-Kaste! eine Lackfabrik betrieben. Während der Besatzungszeit verlegten die Angeklagten ihr Unternehmen nach Friedberg. Das Anwesen in Friedberg wurde zunächst zu je V, auf sie eingetragen. In der Folgezeit ging es den Angeklagten wegen der schlechten wirtschaftlichen Allgemeinlage nickt gut. Sie sahen sich gezwungen, öfters Kredit aufzunehmen. Am 28.4.1930 sei dann die Zahlungs- einstellung förmlich erklärt worden. Deraleichsoor- schlage, nach denen die Gläubiger zunächst mit 2V3 vH., dann mit 5 v.H. ausgezahlt werden sollten, seien gescheitert. Am 30. 1. 1931 sei der Konkurs- antrag gestellt worden. Am 14. Juli 1932 wurde das Konkursverfahren mangels Masse wieder eingestellt. Trotz der Konkurseinstellung habe die Zahlungs- einstelluna bis zur Uebertragung der Grundstücke fortbeftanben. Die Zahlungseinstellung sei jedenfalls für den Ehemann erwiesen. Dieser habe außerdem selbst betont, daß es ihm schlecht ergangen fei. Die Zahlungseinstellung habe aber auch bei der Mitangeklagten Ehefrau vorgelegen. Einmal habe auch sie große Schulden gehabt, weiterhin sei sie gleichfalls verklagt worden, und schließlich sei auch sie in die Zwangsversteigerung der Friedberger Grund- stücke verstrickt gewesen. Die Angeklagte habe, trotz- dem sie versucht habe, Geld zu lechen, keine flüssigen Mittel besessen. Es seien auf die Dauer keine Mittel in ihrem Besitz gewesen, um ihre Gläubiger zu befriedigen. Wie bei ihrem Ehemann, so habe auch bei chr die Zahlungseinstellung fortbestanden. Pfändungshandlungen in den Jahren 1933/34 bewiesen dies. Die beiden Angeklagten seien sich auch, so betonte der Vorsitzende, ihrer Lage voll bewußt gewesen. Im Gegensatz zu den Ausführungen des Verteidigers war das Gericht der Auffassung, daß auch, Durch die NSG. ,Krastdurch Freude" sand im Saale von Wehrmann ein Theaterabend statt, der vom Darmstädter Volksthe-ater bestritten wurde. Zur Ausführung gelangte ein dreiartiges Lustspiel „Der Schwarzarbeiter" von E. Nuß. Auch eine Kindervorstellung wurde abgehatten, in der das Märchenspiel „Schneewittchen" gezeigt wurde. Beide Vorstellungen waren fehr gut besucht. Die Darsteller ernteten großen Beifall. )) Lich, 28. Nov. Im vollbesetzten Steins Saal- bau veranstalteten die Volksschule urck die Privat- ymsikerschaft Lichs einen Haus- und Volks- musikadend, der schon am ,Zag der Hausmusik" stattfinden sollte, aus verschiedenen Gründen aber verlegt werden mußte. Rektor S a m e s begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und betonte, daß die Hausmusik im kulturellen Leben des Dritten Reiches wieder den Platz einnehme, der ihr zustehe. In bunter Reihenfolge zeigten darauf Mädchen und Knaben chr Können am Klavier, auf der Violine, beim Blockflötenspiel und auf der Mundharmonika. Ungezwungen und frei trugen sie ihre Musikstücke vor. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Ge- fangsoorträge des Schulchors (Leitung: Lehrer Hinkel), des Frauenchores (Frl. Jäger), von Frau Wagner (Sovran) und Frl. Junker (Alt). oo Langsdorf, 29. Nov. In den achtziger Jahren wanderten als hausierende Händler zwei Brüder aus dem südlichen Schwarzwald in unsere Gegend ein, Johannes und Bartholomäus Herrmann. Sie betrieben beide das Gewerbe, das den Schwarzwald weltberühmt gemacht hat, das durch Hauffs Märchen schon früh in die deutsche National- ßiteratur üoergegangen ist: sie waren Uhr- wacher. Während Bartholomäus sich weiter nach Norden wandte und in Kirtorf sich niederließ, wo er hochbetagt verstorben ist, blieb Johannes Herrmann bei uns seßhaft und gründete Hausstand und Geschäft. Aber frfjon im Alter von 38 Jahren raffte ihn oer Tod dahin. Seine Witwe blieb in unserer Gemeinde wohnen und erzog in großer Lebenstapferkeit ihre Kinder. Das Dorf stand ihr habet hilfreich zur Sette. Neulich hat nun die ehrwürdige Witwe Sophie, geb. Sonntag, ihr 8 0. Lebensjahr vollendet, geliebt und verehrt von ihren Kindern, aber auch hochgeachtet in der ganzen Ge- meirtbe. Das Haus, das sie im Laufe der Jahrzehnte erwerben konnte, heißt noch heute in Erinnerung an den aus dem Gebirge der Uhren eingewanderten Mann „Uhrmachers Haus", obwohl der Präger dieses Handwerks feit mehr als vier Jahrzehnte tot ist. co Langsdorf, 29.Noo. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Straße nach Lich, etwa 500 Meter vor unserem Dorfe, ein Unfall, ber leicht sehr ernst hätte ausgehen können. Ein junges Mädchen wurde durch ein von hinten kommendes Auto gestreift und zu Boden geworfen, obwohl es ganz rechts auf der Straße, fast auf dem Rafenftreifen ging. Das Mädchen konnte zwar den kurzen Weg ins Dorf zurücklegen, dann aber mußte es ins Krankenhaus nach Lich verbracht werden, da außer einigen Verletzungen am Kopf auch eine leichte Gehirnerschütterung eingetreten war. Kreis Friedberg. -- Butzbach, 25.Nov. Das hiesige Standesamt konnte erstmalig seit 1934 wieder die 100. Ge - b u r t vermerken. — In den letzten Tcwen wurden die K a r t o f s e l s p e n d e n für das Winterhttss- werk aus sämtlichen Dörfern der Umgegend am hiesigen Güterbahnhof verladen. Da die Kartoffelernte recht befriedigend ausgefallen ist, konnten stattliche Mengen ab geliefert werden. Kreis Bübingen. k Schotten, 29. Nov. Der Schottener Männerchor hielt am Samstagabend in der Turnhalle fein diesjähriges Winterkonzert bei der Brand des Friedberger Anwesens nichts an der Jlliquität geändert habe, da die Gelder der Brand- Versicherung durch ihre Bestimmung für den Wiederaufbau bestimmt gewesen seien. Eine gleiche Verpflichtung habe auch für den größten Teil der Auszahlungssumme einer privaten Brandoerficherung bestanden. Belanglos für die vorliegende Frage sei weiterhin der Umstand, daß die Handwerker bei dem Wiederaufbau bezahlt worden wären. Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts seien nicht einzelne Gläubiger für die Frage der Zahlungseinstellung maßgeblich, sondern lediglich die Glau- bigergesamcheit, und diese habe im Jahre 1934 nichts erhalten. Bezüglich ber Abtretung der Grundschuld an den verstorbenen Gäubiger K. habe das Gericht Bedenken gehabt, ob wirklich eine Forderung bestand, da hierüber nichts in den Steuerakten stand, keine Zinsen gezahlt wurden und die Mittel des K. auch begrenzt waren. Angesichts des Eides der Zeugin K. müsse aber das Gericht davon ausgehen, daß eine Forderung (von 8000 Mark) bestand. Durch die Abtretung der Grunüschuld habe sich die Ehefrau V. einer ©läubigerbegünftigung schuldig gemacht. Es habe bei chr damals neben einer Zahlungseinstellung eine Zahlungsunfähigkeit Vorgelegen. Die Angeklagte fei sich ihrer Lage auch durchaus bewußt gewesen. U. a. habe damals ein Verfahren vor dem Amtsgericht Höchst gegen sie geschwebt. Die Frage, ob sich der angeklagte Ehemann V. bei diesem Delikt in der Form der Teilnahme schuldig gemacht habe, verneinte das Gericht. Es nahm hierbei zu feinen Gunsten an, und folgte insofern seiner Einlassung, daß er sich um die Eschborner Grundstücksangelegenheiten nicht gekümmert habe. Eine weitere Gläubigerbegünstigung sah das Gericht darin, daß die Angeklagte ihrem Sohne einen Nießbrauch an den Eschborner Grundstücken eingeräumt hatte. Auch zu dieser Zett seien keine liquiden Mittel vorhanden gewesen. Durch die Ucbertragung der Eschborner und der Friedberger Grundstücke am 10. 5. 35 an den Sohn hätten sich die beiden Anaeklagten im Sinne des § 239 schuldig gemacht. Durch diese llebertragung, die gegen gewisse Verpflichtungen des Sohnes stattfand, seien keine liquiden Gegenwerte in die Dermogensmasse geflossen Den Angeklagten sei auch damals chre Lage bewußt gewesen, Da Zwangsmaßnahmen ge* droht hätten. Das Gericht betonte, daß es die strafbaren Handlungen als eine einheitliche Handlung ansehe. Gemäß gesetzlicher Vorschrift seien die Angeklagten aus § 239 der Konkursordnung zu bestrafen. Nach dieser Strafbestimmung hätte gegen die Angeklagten auf eine Zuchthausstrafe erkannt werden können. Man habe aber die feicherige Unbestrafcheit der Angeklagten als mildernden Umstand angesehen. (8 239, II KO.) Für die Höhe der Gefängnisstrafe sei aber wieder maßgeblich die Art des Vorgehens der Angeklagten gegen ihre Gläubiger. Diese hätten in gutem Glauben jenen zum Teil sogar chre Spm> groschen gegeben und stünden nun vor dyst Vicht/, bericht für 193 7. Aus diesem ergab sich, daß das Geschäftsjahr 1937 wieder ein Jahr des Fortschritts gewesen ist. Der in dem engeren Heimat- 'zu verzeichnende Aufschwung de. wirtschaft- Lebens ist aus dem Geschäftsbericht deutlich Am Samstag, 26., und am Sonntag, 27. November, wurde vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisstelle Gießen ein Fortbttdungslehrgang für DRK.-Zua- und Gruppenführerinnen und Anwärterinnen durchgeführt. Zu Beginn des Lehrgangs begrüßte der Kreisführer, DRK'Oberfeldführer Dr. Lotz die Teilneh- merinnen. Nach einleitenden Worten über die Bedeutung und die Stellung des DRK. im Reich wies er darauf hin, daß die großen Aufgaben, die dem Roten Kreuz im Kriege wie im Frieden zufallen, vor allem einen gut geschulten Führerstamm erfordern, und zwar gut geschult nicht nur auf fachlichem und praktischem Gebiet, sondern auch ausgerichtet auf geistigem Gebiet und in der geistigen Haltung zur Erreichung der hohen RI eie, die dem gesamten Deutschen Volke im Nationalsozialismus gesteckt sind. Ist auch das Deutsche Rote Kreuz, so führte Dr. Lotz aus, ein Glied des die ganze Erde umspannenden internationalen Roten Kreuzes als Helferin für den im Kampfe hilflos gewordenen Soldaten, so gilt doch unser höchster Einsatz dem deutschen Volke, dem zu dienen wir verpflichtet sind mit unserem ganzen Sein. Es ist eine schone Ausgabe, die uns zufallt und wir wollen diese Aufgabe erfüllen in der Pflege der Volksgemeinschaft, nicht abgeschlossen für uns, sondern in Gemeinschaft mit den Organisationen von Partei und Staat, nicht getrennt, sondern Brücken bauend. Kreisführer Lotz dankte dann den Lehrkräften, die sich für den Kursus zur Verfügung gestellt hatten. RM., in 1936 = 38,7. Millionen RM., in 1935 = 30,6 Millionen RM. und ist somit gegen das Vorjahr 1936 um rund 15 Millionen RAI. ge« K Infolge des erfreulichen Wirtschaftsauf- ges hat sich die Kapitalblldung tm Vergleich zu Den Vorjahren erheblich gesteigert. Dies kommt in dem fräftigen Ansteigen der Spareinlagen zum Ausdruck. Der Bestand Der Spareinlagen betrug zu Anfang Des Jahres 1937 6 862 585 RM., Der Bestand am Ende des Jahres 1937 — 7 693 026 RM. Die Zunahme betrug demnach in 1937 830 441 RM. Das Kleinfparwesen wurde weitgehend gefördert Durch Heimsparbüchsen wurden rund 6200 RM gespart In 61 Schulklassen wurden 17 575 RM. gesammelt Der Hypothekenbestand betrug Ende 1937 3 409 972 RM. Der Zinssatz von Hypocheken ist unverändert 5 o. H. geblieben. Die Liquidttat der Kaste ist recht günstig. Die allgemeine Liqurdität war um 417 000 RM. überschritten. Die Sparkasse war an 126 Verfahren der landwirtschaftlichen Entschuldung beteiligt, Die bis auf ein Verfahren abgeschlossen sind. Nach reichlichen Abschreibungen (rund 51 000 RM.) wirb ein Gewinn von 2285 RM. ausgemiefen, welcher der gesetzlichen Rücklage zugeschrieben wlrD. Der Zugang Der Spareinlagen im Jahre 1938 hält unvermindert an. Er beläuft sich bis heute auf rund 625 000 RM. Anschließend sprach der Vorsitzende des hessischen Sparkassen- und Giroverbandes, Oberbürgermeister a.D. Rahn (Darmstadt), und gab seiner Anerkennung über Den günstigen Stand der Kaste Ausdruck. Kreisdirektor Dr. S ch ö n h a l s als Vertreter Der Aufsichtsbehörde bezeichnete in feigen Ausführungen Den Geschäftsbericht Des Jahres 1937 als recht zuftiedenftellend. Bei dem rein landwirtschaftlichen Eharakter Des Bezirks Der Sparkasse fei die Steigerung Des Umsatzes und ber Spareinlagen sehr beachtlich. Er gab dem Wunsche AusDruck, daß die günstige Entwicklung der Kaste wetter an« halten möge, und schloß mit Der Aufforderung, für den Gedanken Der Sparkaste zu werben im Hinblick aus Dessen große Bedeutung für Die Wirtschaft. 2lls neue MitglieDsgemeinDen wur- oen ausgenommen Hainbach, RülfenroD und Wahlen. Bei der Neuwahl Des Verwaltung s- t a t e s wurden die seitherigen Mitglieder Kreis- bauernführer Geiß (Vadenrod), Bürgermeister Wiegel (Ermenrod), Gutsbesitzer Junker (Grebenau) wieder und Ortsbauemführer Ludwig G a u b von Homberg neu auf vier Jahre ein- fttmmtg gewählt. einem Schlußwort von Direktor Trips nut einem Appell an die Vertreter der Mitglieds- Ä-memden zum Einsatz für den Spargedanken, .^!er die Versammlung mit einem Treu- gelobnts für den Führer. Landkreis Glesien. Dollar, 29. 9too. Die biesi«- Kri-a-r- I",?""-bfchaft hielt eine Fübrer. und Beirats- «iprechung ab. Der Kameradschaft-führer teilte zu- lagen je 0,25 51,50 und Ufa' mit 82,90. Tagesgeld unverändert 7692D Seltersweg 66. W Prlr FFFFFFJ a Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei DAS HAUS FÜR BEKLEIDUNG UND AUSSTATTUNG FRANKFURT A. HL. ZEIL, ECKE STIFTSTR Der wundervolle stärkende Zwölf-Apostel- —»ein— ist wieder einßetroften! Originalflasche Mk. 1.85 mit Glas. 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Schafwolle 42.50 53.00 Daunendecken 66.00 69.00 75.00 82.00 und höher Die größte Auswahl darin finden Sie bei 2,25 v. H. Abendbörse ffUL Auch die Abendbörse nahm mangels Kundschafts- beteiligung einen lustlosen und äußerst stillen Verlauf. Größtenteils erfolgten die Kursfeststellungen nominell, und bei den wenigen gehandelten Papie- Strickkleider Pullover Jäckchen Westen finden Sie bei mir in sehr großer Auswahl Modehaus Schneberger Gießen, Schulstraße 4 7708 A 19150 und nach Pause um ebenso viel ermäßigt waren Gesfürel mit 128,50 und Rheinmetall mit 132 25 Ferner gingen IG. Farben um 0,50 v. H. zurück auf 146,25, Westdeutsche Kaufhof auf 102 (102,50), hoesch auf 115,50 (115,75) und Licht und Kraft auf 134 (134,25). Anderseits zogen Hanfwerke Fussen 1 v. H. an auf 133,50 Buderus und AEG. gewannen je 0,25 v. H. auf 107.25 bzw. 115,25. Gut behauptet lagen u. a. Verein. Stahl mit 104 75 Mannesmann mit 106,13, Kleyer mit 105 Metallgesellschaft mit 116, Daimler mit 131, Rheinstahl mit 130,50, Demag mit 145,50 und Deutsche Erdöl mit 123. Renten lagen sehr still. Sranffurte- Schlachtmebmarfi Frankfurt a. M., 29. Rov. Auftrieb: Kälber 557 (gegen 537 am 22. Rov.), Hämmel und Schafe 593 (438), Schweine 3550 (2834). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kalber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). ftämmel b2) 47 bis 52 (47 bis 52), c) 41 bis 45 (41 bis 45), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Schale a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 37) c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58). b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf Kalber und Schweine zugeteilt, Hämnrel und Schafe mittel. Der' Renten markt wurde gleichfalls von starker Geschäftslosigkeit beherrscht. Auf den meisten Gebieten verblieb etwas Angebot. Reichsaltbesitz unverändert 130,25, ebenso Reichsbahn-DA. mit 124,13. Im Freiverkehr lagen Kommunal-Umschul- dunq schwach mit 92,30 (92,65), ferner gingen 4 v. H. Rentenbank-Ablösung auf 89,65 (89,75) Zuruck. Industrie-Obligationen bröckelten meistens bis 0,40 . huhui^u, «kv w.? —- v. ch. ab, 5 vH. Eisenbahn-Rentenbank —0,75 v.H. j ren gingen die Umsätze kaum über den Mindest- auf 96,25. Stadtanleihen blieben behauptet, 4,50,betrag hinauf Die Kursent^cklung war mch (7) v H Frankfurter 0,40 v. H. höher mit 99,13. ganz einheitlich. Reichsbank gaben 1 v^H^ab^aist PuMe-Eisenadiii singt heute Mittwoch, 30. Nov., 20.30, in der tivang. Stadtmbsion, Löberstr. 14. Eintritt frei. 7fl96P Donnerstag.den 1.Dezember1938, nackmittags ‘21lbr, versteigere ich an Ort und stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Personenwagen, 1 Motorrad, Chaiselongues, Vertikos, Kredenz, Diwans, So'as, Kautschs, Bü'etts, Kleider-, Bücher-, Registratur- u. Kassenschränke, Schreibmaschinen, Divlomatschreibtische.lLadentbeke 1 Collier. 1 Wanduhr, 1 Grammophon, Damenstrümpfe, 150 Maschen Wein, Besteckkasten, Herde, Wandschoner, Konservengläser u. andere Hausbaltungsgegenstände. 770,0 Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 331, Telefon 3239 Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. 3 um gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Diehverftei- qerungshalle Rhein - Main in Gießen wurden 3 Ochsen, 3 Bullen, 50 Kühe, 35 Färsen, 108 Kälber, 157 Schweine und 17 Schafe auigetriehen. Preise: Ochsen 45,5 Pf., Bullen 40 bi<5 43 Pf- Kühe 15 bis 43,5 Pf., Färsen 41 bis 44,5 Pf- Kälber 35 bis 65 Pf- Schafe 15 bis 44 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,14 RM., b2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,12 RM., c) (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,04 RM., d—f (unter 100 Kilogramm) 0,98 RM., gl und i (fette Specksauen und Alt- fchneider) 1,14 RM., g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugetellt; Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mainiscke Börse. TNitlagsbörse still und abbröckelnd. Frankfurt a. M., 29. Rov. An der Börse dauerte die ungewöhnliche Geschäftsstille in vollem WERBE DRUCKSACHEN | Empfehlungen Umfange fort. Kundfchaftsinteresse war kaum vor- In Staatspapieren und Pfandbriefen wur-de bas "anben^fJ baB^ bie SerufBtreiie in ihrer ftar- vorliegend 5"ge ° a^enamm w D.e bechen ten ZurrickhalLng verharrten Frankfurter L.qmbatranspfanbbr.efe «.n'= S SS. betrage hanbelte unb bie Kurse unter diesen Um-, den kaum Zw-ü- Notierungen oorgenammen L-r stänben weiter etwa- abbrockelten. Bon Bergwerks- den spa er noüerten Werten b-tt^en te» n‘mi/ 146,T5 ! 119.50 (im «m b-w-gt- sich i>°6 nXr «entenmarkt wurde gleichfalls van mit 96 bis 98, Rastatter Waggon mit 49 50 bis vr-v-" Ha» Meine farbigen Herren- Hemden mit dem chemisch versteiften Kragen .DER FORTSCHRITT" sind vollendet in der Ausführung HAUPTPREISLAGEN: 8.60 9.80 10.80 12.— Bielefelder Werkstättenarbeit Friedr. Levermann Bielefelder Herrenwäsche Seltersweg 71 7530 A Wte' & W ^eVse .a\e=s' 7697 A INH. d.H.SCHLÜTER SEJJERSWEG=8I GIESSEN finden Sie ßesonders jety in scfj'önfter ZduswaFjl Reisenecessaire das beliebte Geschenk f.die Dame u. den Bem. 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