Nr. 150 Erstes Matt 188. Jahrgang Donnerstag, 30. Juni (938 lri(t)etni lügllch. außer Sonntags und (feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©teRenei Familienblätter Heimat im Bild DieScholl, MonatL-Sezugspreir: Mtt 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne illustrierte , 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Giehell Postscheckkonto: 5ronifuri am Main 11688 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dm* und Verlag: vriihlsche UniverfttätsörucTcrci R. Lange in Gießen. Schristieiivng und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mlltagsnummer vis 8'/, Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps.. für Text- anzeigen von70mm Breits 5ONpf..Plahvorschrift nach vvrh. Dereinbg.25^ mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins', gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Belegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Cm großartiges Zeugnis nationalsozialiUchen Aufbauwillens Einweihung der Auhrtalsperre in Schwammenauel durch Ileichsminiffer Darre. Schwammenauel, 30. Juni. (DNB.) Am Mittwochnachmittag wurde die Ruhrtalsperre Schwammenauel in der Eifel durch Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darrs feierlich eingeweiht. Am 2. Mai 1934 hatte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Grundstein zu diesem für den ganzen westlichen Grenzlandraum sehr bedeutungsvollen Werk gelegt. In vierjähriger Bauzeit haben über 1 4 000 Arbeiter in einer Million Tagewerke unermüdlich an dem gewaltigen, 350 Meter langen und 52 Meter hohen Staudamm gearbeitet. Der Damm hat an seinem Fuß eine Breite von 340 Meter und verjüngt sich bis zur Krone, über die heute eine breite Fahrstraße führt, auf 10,5 Meter. 100 Millionen Kubikmeter Wasser werden sich nach endgültiger Füllung hinter diesem Riesendamm stauen. Der Sperrfee zieht sich über 20 Kilometer durch die Täler hin und bedeckt eine Fläche von 6,9 Quadratkilometer. Eine starke Abordnung der Bauarbeiter und viele Ehrengäste der Reichs- und Staatsbehörden, der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, Wirtschaft sowie die Teilnehmer der Reichswasser- Wirtschaftstagung in Aachen, waren zu dem Festakt erschienen. Rings um die Tribüne hatten Ehrenformationen der Partei und ihrer Gliederungen, des Arbeitsdienstes und die Junker der Ordensburg Vogelsang Aufstellung genommen. Der Vorsteher der Wassergenofsenschaft Schwammenauel, Staatsrat Dr. Jarres, begrüßte Reichsminister Darrs. Der Redner dankte für die ftnan- zielle Hilfe von Staat und Provinz und gab bekannt, daß die Genossenschaft als Zeichen ihres Dankes der NSV. ein reizvoll gelegenes Gelände auf einer in den Stausee hineinragenden Halbinsel zur Errichtung eines Heimes zur Verfügung stellt. Dr. Jarres gedachte weiter der Verdienste der Mitarbeiter am Werk, nicht zuletzt der Arbeiterschaft, und ehrte abschließend die sechs Opfer der Arbeit, die auf der Arbeitsstätte ihr Leben lassen mußten. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden enthüllte er eine ihrem Andenken gewidmete Ehrentafel. Stürmisch begrüßt nahm dann der Reichsminister Mr 6 das Wort zu seiner W e i h e r e d e, in der er u. a. folgendes ausführte: „Mit dem heutigen Tage wird vor der Oefsent- lichkeit der Bau der Ruhrtalsperre Schwammenauel zum vorläufigen Abschluß gebracht. Der Bau liegt vor uns als ein neuer stolzer Beweis für den Aufbau w i l l e n des Dritten Reiches und für den Aufstieg unseres deutschen Vaterlandes. Der Baubeginn vor vier Jahren stand noch ganz unter dem Zeichen der vom Führer befohlenen Arbeits- beschaffungsmaßnahmen. Die Talsoerre Schwammenauel hat also bereits während ihres Baues eine große Ausgabe im Rahmen des Wiederaufbauwerkes erfüllt. Ihr Bau war aber nicht eine Arbeits- beschaffungs- und Notstandsmaßnahme schlechthin. Die Talsperre hat eine große bleibende Aufgabe zu erfüllen, die sich mit dem Satz umschreiben läßt: Es soll für ein großes besiedeltes Gebiet Schaden verhütet und Nutzen gebracht werden. Darüber hinaus bedeutet die Fertigstellung der Talsperre einen großen Schritt vorwärts, dem für die deutsche Wasserwirtschaft und das deutsche Landeskulturwerk von mir gesteckten Ziele entgegen: Zu einem ausgeglichenen Wasserhaushalt innerhalb unse- ter Volkswirtschaft zu kommen. Wir wissen, daß unser deutscher Dasserschah mengen- mäßig begrenzt ist. Der ständig zunehmende Wasserverbrauch auf allen Gebieten hat in einzelnen Gegenden unseres Vaterlandes bereits zu nicht unerheblichen Schwierigkeiten geführt. Es muh alles darangefeht werden, unseren kostbaren deutschen Wasservorrat so zu bewirtschaften, daß das Wasser nicht mehr unbenutzt dem Weere zufließen kann. Wir müssen zu einer planvoll betriebenen Wasserwirtschaft kommen, für die in vieler Hinsicht die Marktordnung im Agrarsektor ein Beispiel sein kann. Diese planvoll betriebene Wasserwirtschaft muh vor allem im Hinblick auf die Notwendigkeit der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung gefordert werden, wie überhaupt die Ordnung der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Erzeugung die Ordnung der Wasserwirtschaft vorausseht. Zur Erfüllung dieser Forderungen spielt der Dau von Talsperren eine entscheidende Rolle. Nur durch entsprechende Vorratsräume kommen wir zu einer wirklichen Beherrschung des Wassers nur durch sie sind wir in der Lage, die Hochwasser abzu fangen und den Niedrigwasserstand der Flußläufe auszufüllen, um in Zeiten der Trockenheit Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie ausreichend mit Wasser versorgen zu können. Dabei bleibt für die Meisterung der großen wasserwirtschaftlichen Aufgaben, die heute gestellt sind, die Talsperre das einzige Mittel, um das Wasser in einem großen Niederschlagsgebiet zu beherrschen. Deshalb müssen alle Talsperren aber auch grundsätzlich unter großen übergeordneten wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten geschaffen werden. In jedem Falle muß aber den A n s o r d e - rungen der Landeskultur in. ihrem vollen Umfange Rechnung getragen werden, denn für öiä landwirtschaftliche Erzeugung in ihrer Abhängigkeit von ausreichender Wasserversorgung und ihrer Standortgebundenheit wirken sich fehlerhafte Ein- : griffe in den Wasserhaushalt einer Gegend am allerschädlichsten aus. Die neue Talsperre hier wird diesen Forderungen gerecht. Außerdem dient sie im Rahmen des wasserwirtschaftlich Möglichen der Erzeugung von elektrischem Strom. Wenn ich die neue Talsperre, die sich nunmehr in den gewaltigen Rahmen der Bauten des Dritten Reiches als stolzes Bauwerk einfügt, ihrer Bestimmung übergebe, so geschieht das nicht nur mit allen guten Wünschen, daß sich der neue Bau zum vollen Segen für dieses Grenzland und seine fleißige und tüchtige Bevölkerung auswirken möge, sondern auch mit unserem Dank an den Führer, der uns auch hier wieder die Möglichkeit gegeben hat, einen wertvollen Beitrag .3irr Ordnung der deutschen Wasserwirtschaft zu leisten." General Francos Antwort an Lonvon. Oie Bombenabwürfe auf britische Schiffe. - Um die Zuerkennung der Kriegsrechte an Franco. London, 29. Juni. (DNB.) Wie verlautet, wird der britische Agent in Burgos, Hodson, am morgigen Donnerstag in London eintreffen. Er bringt, wie an zuständiger Stelle verlautet, die Antwort Francos auf die letzten britischen Vorstellungen mit. Hodson wird dann bekanntlich die gesamte Lage mit der britischen Regierung besprechen. „Times" veröffentlicht Zuschriften von Sir Francis Lindley und Generalmajor Guy D a w n a y. Beide setzen sich für eine de-facto-Anerken- nung der spanischen Parteien als Kriegführende ein. Lindley schreibt: Hätte England vor zwei Jahren klar erkannt, daß sich in Spanien ein Bürgerkrieg im Ausmaß des nord- amerikanischen Bürgerkrieges von 1861 entwickle, dann wäre die Lage der Leute, die mit den Kriegführenden Handel treiben, geklärt, dann würde heute niemand von der enalischen Regierund erwarten, daß sie britische Schiffe unter Verhältnissen schütze, unter denen sie niemals auf solchen Schutz Anspruch hätten. — Generalmajor Guy Dawnay führt aus, man könne sich schwer der Folgerung verschließen, daß die Verweigerung des R chtes von K r i e g f ü h r e n d e n an die Nationalspanier nicht, nur eine Hauptursache für die Schwierigkeiten Englands sei, sondern daß diese Verweigerung auch im Widerspruch mit den Grundsätzen des internationalen Rechtes stehe. Der italienische Standpunkt. Die Unterredung zwischen Gras Ciano und Lord Perth. London, 29. Juni (Europapreß.) In einer halbamtlichen Verlautbarung wurde am Mittwochabend bestätigt, daß die Dienstagunterredung zwischen dem italienischen Außenminister Graf (Ei a n 0 und dem englischen Botschafter Lord Perth das Bombardement englischer Schiffe in spanischen Gewässern zum Gegenstand hatte. Die Vorstellungen des englischen Botschafters, so heißt es in der Verlautbarung, wurden von Gras Ciano in freundschaftlich st em Gei st auf» genommen. Der italienische Außenminister habe betont, daß die Streitkräfte der nationalspanischen Regierung ausschließlich dem Kommando des Generals Franco unterständen. Italien habe daher keinen Einfluß auf die Maßnahmen der national» spanischen Luftstreitkräfte. Nichtsdestoweniger, so heißt es in der Verlautbarung, habe Graf Ciano dem Botschafter versichert, Italien habe den Wunsch, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um der englischen Regieruna bei ihren Bemühungen um die Einstellung der Luftangriffe, bei denen englische Schiffe in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, zu helfen. ♦ Rom, 29. Juni. (DNB.) „Messadgero" wirft die Frage auf, wie lange Europa sich noch die sowjetrussischen und sowjetspanischen Quertreibereien und Drohungen mitansehen wolle. Damit Europa aus dem Netz des sowjetrussischen Spieles endlich herauskomme, so antwortete das Blatt, gebe es nur eines: die Zuerkennung der Kriegsrechte an Franco. Damit würden ohne weiteres alle Zweideutigkeiten und die damit verbundenen Gefahren des spanischen Konfliktes verschwinden. Gerade die logischen Widersprüche der gegenwärtigen Lage ermöglichten es den Bolschewisten, ihr verbrecherisches Treiben durch Einwände fortzufetzen. Bolschewistischer Tankangriff zusammengebrochen. Bilbao, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) An der Teruel-Front unternahmen die Roten einen Gegenangriff im Abschnitt Valbona la Muela, der jedoch unter schweren Verlusten der Bolschewisten abgewiesen wurde. Die Roten setzten zahlreiche Tanks ein, von denen fünf zusammengeschossen wurden. Im Abschnitt Araya der Castellon- Front konnten die nationalspanischen Stellungen verbessert werden. Bei Ribesalbes wurde die Besetzung des Cordal-Gebirges fortgesetzt. Die nationalspanischen Truppen befreiten über 500 Personen, die in den Tälern eingeschlossen waren. Die Noten verloren viele hundert Tote, auch konnten wieder zahlreiche Gefangene gemacht werden. An der Estremadura-Front wurde im Abschnitt Pera- lera de Zaucejo ein bolschewistischer Angriff glücklich abgewiesen. Die Luftwaffe bombardierte gestern den Flughafen Rabsa bei Alicante und zerstörte verschiedene militärische Anlagen. Der Fall Sandys wird zur Kadinettssrage. Ausschluß von llnterhausmitgliedern aus b?t Territorial-Armee. Der Prioilegien-Ausschuß des Unterhauses ist am London, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der London, 29. Juni. (DNB.) Der Fall Duncan Sandys trat Mittwoch in ein neues Sta- Mittwochnachrnittag zur Prüfung des Falles San- d y s zusammengetreten. Später teilte Premierminister Chambeklain im Unterhaus mit, daß Kriegsminister Hoare B e l i s h a das Militäruntersuchungsverfahren solange aufschieben werde, bis der Prioilegien-Ausschuß seine Entscheidung getroffen habe. dium. Sandys teilte dem Unterhaus mit, daß er in seiner Eigenschaft als Offizier der Territorialarmee den Befehl erhalten habe, in Uniform vor dem militärischen Untersuchungsgericht zu erscheinen. Sandys, der bekanntlich streng geheime Informationen über den Stand der Aufrüstung in der Flakartillerie vor das Unterhaus gebracht hatte, ist vom Generalstaatsanwalt ersucht worden, seine Informationsquelle zu walt ersucht worden, feine Informationsquelle zu Fall Sandys läßt in der heutigen Morgenoreffe nennen. Gleichzeitig ist ein militärisches Unter» ! aye anderen Fragen in den Hintergrund treten, fuchungsgericht eingesetzt worden, das ihn nun wie Mehrere Blätter deuten an, daß sich das Kabinett Sandys im Unterhaus bekannt gab, vorgeladen bereits jn seiner gestrigen Sitzung mit der Frage habe. Sandys wandte sich darauf an das Unterhaus befdjäftigt habe, ob es angebracht sei, daß ein Ofsi- mit der Frage, ob seine Ladung vor das Militär- |$icr ber Territorial-Armee gleichzeitig Mitglied des gericht nicht einen Verstoß gegen die Vorrechte des Unterhauses sei. So weist der Parlamentmitarbeiter Unterhauses darstelle. Er müsse das Unterhaus er-1 ber „Times" darauf hin, es fei die Frage aufge- suchen, zu entscheiden, ob sein Fall einen B r u ch taucht, ob es wünschenswert sei, daß Unterhaus» der Privilegien des Unterhauses be= rnitgüeöer zur gleichen Zeit einen Posten in der deute. Nach einer Erklärung des Sprechers, daß Territorialarmee bekleiden. Der politische Mitarbei- man nun prüfen müsse, ob Verstöße gegen die Pri- ter des „Daily Expreß" behandelt diese Frage in vilegien vorgekommenB seien, stellte Chamberlain Weichem Sinne und berichtet ergänzend, daß das den Antrag, die Angelegenheit zur endgültigen Klä-, Kabinett das Problem einer strengeren Wahrung rung dem Privilegienausschuß des Unter« Don Amtsgeheimnissen erörtert habe Hauses zu überweisen. | „Daili) Mail" meint, vielleicht werde das Kabinett Nachdem die Regierung noch verschiedentlich von den Ausschluß von Unterhausmitgliedern aus der Ter- Abgeordneten der Opposition angegriffen worden ritorialarmee beschließen. „Daily Telegraph" setzt in mar, gab Kriegsminister Hoare Belisha eine einem Leitartikel die Gefahr auseinander,-die cnt- Erkl'ärung ab. Er sagte, daß im Heeresrat der Ein- stehe, wenn das Parlament seine Vorrechte Dieb bmck geherrscht habe, daß ein Offizier sich des Der- leicht zu weit treibe. Die Parlamentsprivilegien trauensbruches schuldig gemacht-habe. Der Heeres- dürften sich nicht zum Nachteil der nationalen Si- rat hätte sich also einer Pflichtverletzung schuldig cherhest auswirken. Die Oppositivnsblätter sehen gemacht, wenn er nicht sofort Schritte unternommen bereits das gesamte Kabinett mit dem Fall Sandys hätte Zweck des Verfahrens fei lediglich festzustel- ■ gefährdet. So schreibt der marxistische „Daily Helen ob ein Offizier der britischen Armee einen | ralb", die Regierung werde im Falle einer unmit» Vertrauensbruch begangen habe. Hoare Be- telbaren Herausforderung im Unterhaus die De r - licha bestätigte, daß der Verftauensbruch im Heeres-' t r a u e n s f r a g e stellen, mit deren Ausgang sie rat durch den Brief bekannt geworden sei, den San-, stehe ober falle. dys an ihn, Hoare Belisha, geschrieben habe. 1 ------ Das Neutralitatsproblem. Auch Belgien nimmt an der Konferenz in Oslo teil. Arn 23. Juli finden sich in Kopenhagen die Außenminister der Staaten ein, die als Oslo- Gruppe bezeichnet werden. Es sind indessen nicht währungs- und handelspolitische Fragen, die diesmal die Tagesordnung bilden, sondern es steht das Verhältnis der Oslo-Gruppe zur Schweizer Dteutralität zur Verhandlung. Ursprünglich war die Oslo-Gruppe ein mehr oder weniger fester Verband, um sich gegen die rücksichtslose Wirtschafts- und Währungspolitik gewisser Großmächte zur Wehr zu setzen, ohne dabei die Ergebnisse zu erzielen, die erwartet wurden. Aber die Oslo- Gruppe hat darum nicht an Anziehungskraft verloren, denn die Tatsache, daß nun auch Belgien an den Verhandlungen teilnehmen will, läßt erkennen, wie sehr es die mittleren Staaten ohne Rücksicht auf die geographische Lage für notwendig halten, ihre Unabhängigkeit und Freiheit zu erteidigen. Hier läßt sich deutlich erkennen, wie verheerend die Sanktivnspolitik der Genfer Liga sich ausgewixkt hat, denn es war die Oslo-Gruppe, die sich zuerst von der Politik absonderte, die der Genfer Zweckverband gegenüber Italien erzwingen wollte. Nun hat die Schweiz von sich aus das getan, um ihre unbedingte Neutralität allen macht- politischen Zwischenfällen gegenüber sicherzustellen, insbesondere aber gegenüber solchen Zwischenfällen, die mit der Mitgliedschaft zur Genfer Liga verbunden sind. Auf die Staaten der Oslo-Gruppe in weiterem Sinne hat die Neutralitätspolitik der Schweiz einen um so größeren Eindruck gemacht, als einzelne Teilnehmer von sich aus schon'versucht haben, ihre Neutralität auch völkerrechtlich unangreifbar zu machen. Zu diesen Staaten gehört auch^B elgien, das durch Versailles und Genf zeitweilig in die Abhängigkeit von Frankreich gedrängt worden war, in einer Form, die Belgien selbst jede Freiheit der Entschließungen nahm. Die Genfer Liga hat es zu allen ihren anderen Fehlschlägen und Mißerfolgen auch nicht annähernd fertig gebracht, bei dem größten Teil ihrer Mitglieder auch nur das Gefühl hervorzurufen, daß völkerrechtlich gesehen, die kleinen und mittleren Staaten auf unbedingten Schutz und auf unbedingte Sicherheit durch Genf hätten rechnen können. Immer wieder wurde die Erfahrung gemacht, daß die Genfer Liga eigentlich nur der Zweckverband für die westlichen Groß- Demvkratien war, die sich für ihre reine Machtpoli- tik immer wieder von der Genfer Liga durch Mehrheitsbeschlüsse „bestätigen" ließen, wie' uneigennützig, wie selbstlos die Politik der Liga sei. Bis dann der große Kladderadatsch nach den mißglückten Sanktionen gegen Italien kam. Die Oslo- Gruppe hat sich die Taktik der Schweiz zum Vorbild gemacht, die immerhin erreicht hat, daß die Genfer Liga auch nicht entfernt mehr in den Verdacht kommen kann, so etwas wie eine Schirmherrschaft für freie und unabhängige Staaten zu sein. Wenn die Oslo-Gruppe sich in Kopenhagen ebenso wohl für die Schweizer Neutralität ausspricht, wie sie diese für sich übernimmt, so bleibt von der Genfer Liga so gut wie nichts mehr übrig. ss. MinderHeiten-Vertreter bei Hodza. Forderung vollkommener Autonomie. Prag, 29. Juni. (DNB.) Arn Mittwoch kam es zu der angekündigten Besprechung zwischen den Vertretern der Ungarischen Einheitspartei, den Abgeordneten Graf Esterhazy, Szüllö und I a - roß und dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza. Wie verlautet, handelt es sich bei diesem Gespräch nur um eine rein informatorische Unterredung. Die Ungarn forderten wiederum nachdrücklich die Erledigung ihrer bereits im Frühjahr vorgelegten B e» sck; we rd e über die Behandlung der ungarischen Volksgruppe in der Tschechoslowakei. Sie erklären weiter, daß das ungarische Problem nur auf dem Wege über die Gewährung einer vollkommenen Autonomie einer befriedigenden Lösung zugeführt werden könne. Das Nationali- tätenstatut der Regierung wurde auch den Ungarn bei dieser Besprechung nicht vorgelegt. Ueber' die Fortführung der Aussprache wurde keine Vereinbarung getroffen. Dr. H 0 dza empfing auch den polnischen Abgeordneten Dr. Wolf, der dem Ministerpräsidenten eine Erklärung übergab, in der die Forderungen der polnischen Min- derheit bezüglich einer Lösung der Nationalitätenfrage eindeutig umrissen sind. Anschließend hatte Hodza noch eine Unterredung mit dem polnischen Mitglied der mährischen' Landesvertretung, der öor allem die polnischen Forderungen in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht darlegte. Sudeiendeutsche Geschäfte sollen botffofftert werben. Prag , 30. Juni. (DNB.) Das Presseamt ber Sudetendeutschen Partei teilt parteiamtlich mit: In der letzten Zeit machen sich in allen Gegenden Bestrebungen bemerkbar, die daraus abzielen, eine Boykottbewegung gegen deutsche F i r- m e n, deutsche Kaufleute und deutsche Erzeuanisse zu organisieren. Wir fordern die deutsche Oeffent- lichtest auf, auch den kleinsten Anzeichen solcher Bestrebungen nachzugehen, ihre Organisatoren namentlich festzustellen und diese sofort der nächsten Polizeidienststelle bekannt zu geben. Die Rechtswahrer aller Distrikte werden angewiesen, gegen die namentlich Festgestellten sofort bei der zuständigen Polizei- bzw. Gendarmeriebehörde die Strafanzeige wegen Boykotts zu erstatten. G xi - V y '1 ; V- , " .. O < '' > M: UH^W ui < ,<<■ i O M'« U 'jd6r*V ÄJR k ': <>- j* « - .„ :?■ " <; - -■. , *' * * ;<>, . 9 r r • 2 n n li a b ri . n h . L fc d', n S im Al äu di, je! Zc .,'■: m, toi > Id be: sei an Lu tei mc - 1 Fr .. all . fas ’’ gr> och ' da-. ,„i fat Eu Tüh eul lief) spa .', bei .. ha. Zu QU! erst ge- gel sich ', i. Fri stet Un ode dur schc^ neu. abf)'1 5 Voi> Luc tsch Der1,,il Tei' gen i drei Kri« Änf lin:.. däck Wei dun Kns von Eng mac Wei entt tion Der F zu seine, Nckwü slerpräsi! die Reil und Rl Wünsche , Der ! Hobes bi trifft r an Berlin Heeres, nerd $ in der 1 mNr Pressev, ns be ^chtsgc nQbmer tlät r iPortlid "sta. Die ve, seien wegg, ein stelle | PIl)mp leie $ sich gc Dofuir Jrigetö ileruni Siubentei sehldesl) ßräfftii tw 3.3idt 1k Arichsstui auf der beit Berl stimmun teilen ob Wirtscha fraftmac sehen, d verböte des Krc förderte kehrs ti an bie rietet, L unb etfi Ansatz I schnell n Klei gen wird für den studenten chen. Do Gauleiter Lr. Fre Wiener ( tens zum z«kl wt* f!|l ti #“ul n« < Min« J 16»$ I« S”1 anunl^k aber das Doate, h heiligen des Bekehr dein Del Slücklu du nicht und be des Fn Jugend nationalso Wir kenn der iW eine Der unserer ' Jeder soll ms durc> bittnnen, inatdas Zn Rom wird gegenwärtig der Weltkongreß „Freude und Arbeit" abgehalten, an dem Vertreter fast aller Nationen teilnehmen. Auf unserem Bilde sieht man den italienischen Regierungschef, Benito Mussolini, und Parteisekretär Minister Starace bei den Vorführungen der italienischen Feierabendorganisation „Dopolavoro . — (Associateb-Preß-M.) Mffolini beim Weltkongreß „Freude und Arbeit // e n • Lieber hundert neue Erlasse.. Frankreichs Gesetzgebungsmaschinerie arbeitet weiter! Jüdischer Terrorist hingerichtet. Jerusalem, 29. Juni. (DRV.) Die Agitation des Weltjudentumes zu Gunsten der Aufhebung des Todesurteils gegen den jüdischen Terroristen Jakob Josef S ch l o m o ist erfolglos geblieben, schlomo wurde im Gerichtsgefängnis zu Akko g e - hängt. Schlomo war am 4. Juni zusammen mit einem anderen jüdischen Terroristen zum Tode verurteilt worden. Der dritte jüdische Terrorist wurde ms Irrenhaus gebracht. Der Prozeß behandelte den Ueberfoll einer Judenbande auf einen Araber- Autobus in der Nähe von Safed am 21. April. Die drei obenerwähnten Juden wurden als Mitglieder der Bande gefaßt. Bei ihnen wurde eine große Menge von Munition, fünf Bomben und zwei Re- oolver gefunden. Nach ihrer Verhaftung bot die Judenfippfchaft in der Welt aller auf, um ihre „Märtyrer" der gerechten Strafe zu entziehen. So verhandelte noch in den letzten Nacht der „Rechts"- anwalt Schlomos telephonisch mit London und ver« suchte, durch einen Revisionsantrag die Vollstreckung des Todesurteils zumindest hinauszuschieben. In den letzten Tagen häuften sich dis Protesttelegramme aus der ganzen jüdischen Welt gegen das Todesurteil beim britischen Höchstkommauoierenben. allgemeine Preissteigerung an?, fragt das Blatt. Es befurchtet als nächstes eine S rauffetzung Der Autobus- und Untergrundbahntarife in Paris und in weiterer Auswirkung eine erneute Angleichung der Löhne. mit der Ueberwachung der Ausländer betraut sind. Ein Gesetzentwurf ermächtigt die Bank von Algerien, die „Ausgabendecke" von drei auf vier Milliarden Franken zu erhöhen. Ein anderer Gesetzeserlaß sieht einen großen Plan zum Ausbau hydroelektrischer Werke in Frankreich vor, wodurch die den Staatshaushalt belastende Kohleneinfuhr aus dem Auslande abgebremst werden soll. Englands Ausrüstung zur See 130 Kriegsschiffe im Bau. Jer die Freude liebt, muß den Krieg Haffen." Dr.Ley auf dem Weltkongreß „Freude und Arbeit^ in Rom. Frankreich stellt ein neues Armeekorps auf. P ° r i s, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das amt- lrche Gesetzblatt veröffentlicht ^roei Erlasse zur Stärkung der französischen Landesverteidigung. Einer von ihnen betrifft die Aufstellung eines neuen Armeekorps.' Im Jahre 1924 war die Zahl der Armeekorps von 20 auf 18 durch die Aufhebung der 10. und 12. Mili- tar-Region herabgesetzt worden. „Die Notwendigkeiten der Entwicklung ber auswärtigen Lage", so schreibt die „Epoque", „mache heute eine Neugliederung einer militärischen Organisation und die Schaffung einer zusätzlichen Region an ber Nordostgrenze Frankreichs notwendig." — Der zweite Erlaß sieht die Verwend un.g von Eingeborenen in den verschiedenen Dienstbereichen des Mutterlandes gegebenenfalls auch der Armee, vor. London, 29. Juni. (DNB.) Di- Tatsache, dah die dreimonatige Beratungsperiode, die in dem Londoner Flottenvertrag vorgesehen war, bevor eine Macht die Gleitklausel praktisch in Kraft setzen rann Ende dieses Monats verstrichen ist, wirft die Frage der zukünftigen Größe der Schlachtschiffe erneut auf. Der Marinekorrespondent von Reuter berichtet, man erwarte,, daß bic drei Vertragsmächte Amerika, England und Frankreich noch in dieser Woche ihre Beschlüsse bekanntgeben würden. Wie verlaute, habe die britische Regierung auch nicht den Wunsch, bis zu der neuen Höchstgrenze, von der man in vielen Kreisen annehme, daß sie 45 000 Tonnen betrage, zu bauen. Es sei daher wahrscheinlich, daß Großbritannien sich in der Mitte zwischen 35 000 unb 4 5 0 00 Tonnen halten werde. Vorausgesetzt, daß keine andere europäische Macht diese Tonnage überschreite. Das Höchstkaliber der Kanonen würde vermutlich im Gegensatz zu der bisherigen Bestückung von 35 Zentimeter 40 Zentimeter betragen. Großbritannien werde sich wahrscheinlich auch für das schwere Kaliber von 40 Zentimeter entschließen. Die vorläufigen Beschlüsse der drei Londoner Vertrags- möchte seien Deutschland und Sowjetrußland bereits mitgeteilt worden, da ein britischer Beschluß, größere Schlachtschiff« zu bauen, den beiden Län- dem automatisch gestatte, ebenfalls von der Gleit- Klausel Gebrauch zu machen. Der Marinekorresponbent des „Daily. Telegraph" befaßt sich mit der voraussichllichsn zahlen« mäßigen Stärke der brittschen Marine. Wäh- rend der Mannfchaltsbestanb im Jahre 1933 auf 90 300 gefallen sei, sei Vorkehrung getroffen, ihn noch in diesem Jahre auf 119 000 Mann zu erhöhen. „Weder Hatton noch Religion." Ein englisches Urteil über die Juden. London, 28. Juni. (DNB.) Thomson behandelt im „Evening Standard" die Frage, was aus den jüdischen Emigranten aus Deutschland werden soll. Thomson kommt dabei zu der Feststellung, daß der Antisemitismus keineswegs auf ein besonderes Land beschränkt sei. In Frankreich schwele er immer unter ber Oberfläche, und nichts in der Geschichte könne zu dem Glauben verleiten, daß in England die Toleranz den Juden gegenüber tief verwurzelt sei. Edward I. habe die Juden aus England hinausgejagt, und vierhundert Jahre hindurch hätten sie nicht nach England zurückkehren dürfen. Frage man nach dem Grund für jene immer wieder- kehrenden Derfolgungswellen, so müsse man feststellen, daß die Juden weder eineNation, noch eine Religion seien. Sie seien von jedem etwas und wissen sich infolgedessen in eine Welt ber Nationen nur schwer einzugliedern. Sie seien eine Anomalie: „Gemischt mit jeder Rasse, aber in keiner aufgegangen", sie feien ein unverdauter Teil, ber ftänoig Unorbnung Hervorrufe. Sie seien orientalischen Ursprungs, hätten aber lange in Europa gelebt unb beanspruchen daher, als ein westliches Volk behandelt zu werden." An anderer Stelle sagt Thomson von den Juden, daß sie ohne lokale und nationale Tradition in begründetem Verdacht stünden, die Traditton und • sogar die Stabilität der Nationen zu unterwühlen, die ihnen Gastrecht gewährten. In England sehe man deullich, wie sie sich in extremer Politik betätigten. Thomson warnte weiter vor einer zu starken jüdischen Einwanderung nach England und gibt den Juden den Rat, sich nicht mit politischen Ansichten zu identifizieren, die auf einen Umsturz hinzielten. Ehes der GPU. , sollte vergistet werden. Die neueste Nwskauer Sensation. Paris, 29. Juni. (DNB.) Der „Paris Midi" veröffentlicht einen Bericht feines Sonderkorrespon- benten, wonach es sich bestätigt, daß eine Der- chwörung, die bie Vergiftung des Volkskommissars für innere Angelegenheiten unb Chefs ber GPU., Jeschow, zum Ziele hatte, im Laufe der vergangenen Woche in Moskau aufgebeckt worben ist. Durch einen Zufall fei festgestellt worden, baß ber litauische Koch Plakaitis, ber sich seit zehn Jahren im Dienst Jescho'ws befanb, beauftragt war, ein starkes Gift unter bie Speisen zu mischen. Die Gerüchte über biefe Ereignisse hätten sich sogleich in Moskau verbreitet unb bort sensationell gewirkt. Man fragt sich, ob es sich um ein politisches Attentat hanbelte oder ob bie Verschwörer, wie man in gewissen Kreisen annimmt, aus Person- lichen Grünben gehanbelt hätten. Sicher sei nur, daß Jeschow bie Tatsache besonders erschüttere, daß seine engsten Mitarbeiter in diese Angelegenheit verwickelt seiey. Er habe nunmehr zahlreiche hohe Beamte ber GPU. verhaften lassen, ohne ihre „Verbienste" bei ber Aufbeckung kürzlicher Verschwörungen zu berücksichtigen. Es hanbele sich u. a. um ben Leiter des Gegen- spionagedienstes Cherbakov, ber das Gift geliefert haben soll, um ben Kommissar Brodcki, ber bisher Jeschows rechte Hand war, unb um seinen Privatsekretär. Alle Verhafteten würben von einer Sonderkommifsion abgeurteilt werden, bereu Vorsitz Jeschow selbst führen werbe. Paris, 29. Juni. (DNB.) Mehr als 100 neue Gesetzerlasse werden am Mittwochmor- gen im amtlichen Gesetzblatt veröffentlicht. Einer der wichtigsten ist der, der die Satzungen der Bank von Frankreich insofern ändert, als diese ermächtigt wird, auf dem Geldmarkt im Sinne der Po- l i t i k des „offenen Marktes" zu intervenieren. Andere Erlasse enthalten Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzlage der Städte unb Provinzialverwaltungen, bringen eine Verschärfung ber Steuerkontrolle, um ber Steuerhinterziehung einen Riegel vorzuschieben unb somit die öffentlichen Einnahmen'zu steigern. Ferner befinden ich unter ben Verordnungen Bestimmungen über ne Reorganisierung ber „Sürete nationale" (Fran- ösische Geheimpolizei). Hier ^handelt es sich insbe.. andere um die Verstärkung ber Dienststellen, die Es fei jedoch eine End st arte von 125 000 Mann geplant. Welche Anforderungen bald an ben Personalbestanb der Marine gestellt werben würden, gehe schon daraus hervor, daß zur Zeit 13 0 neue Schiffe a u f Stapel lägen ober in Auftrag gegeben worden seien. Darunter befänden sich nach dem Korrespondenten 7 Schlachtschiffe, 24 Kreuzer, 6 große Flugzeugmutterschiffe, 40 Zerstörer unb 21 U-Boote. Kolonialminister M a n d e l hat. den schon lange anaekündigten Erlaß über ein Sofortprogramm zur Erschließung unb Ausbeutung des Gold- vorkommens in ben französischen Kolonien erlassen. Die französischen Kolonien haben im Jahre 1937 rund sieben Tonnen Gold im Werte von etwa 280 Millionen Franken hervorgebracht. Einem anderen Erlaß zufolge sollen von den Gewinnen aus ber französischen National- lotterie im Lause ber nächsten zwei Jahre 50 Millionen Franken für bie Inbustrie in Elsaß- Lothringen eingesetzt werben. 900Millwnen Defizit der Stadt Paris Paris, 29.Juni. (DNB.) Das Defizit im diesjährigen Haushaltsplan ber Stadt Paris bat infolge der mehrfachen Abwertungen unb ber ttch daimus ergebenden Preissteigerungen eine Höhe von 900 Millionen Franken erreicht, anstatt, wie bei ber Aufstellung bes Haushaltsplanes im Dezember 1937 veranschlagt, 625 Millionen. Der Generalberichterstatter für ben Haushaltsplan ber Stadt Paris hat an die Stadtväter einen Bericht verteilt, in dem er ganz energisch zur Spa r- Politik mahnt und sich gegen eine etwaige neue Erhöhung ber Steuern wendet. Angesichts der Lage verlangt ber Generalberichterstatter, keine neuen Ausgaben mehr zu bewilligen und bie vorgesehenen Ausgaben noch herabzusetzen. Selbst das Trinkwaffer wird teurer. Paris, 29. Juni. (DNB.) Vom 1. Juli ab ist ber Preis für ben Kubikmeter Trinkwaffer auf 2,20 Franken e r höht worben. Die Blätter knüpfen an biefe jüngste Preiserhöhung besorgte Kommentare. Das „Petit Journal" meint ironisch, »er Durst habe, dürfe eben nicht mehr Wasser trinken. Das gleiche Blatt erwähnt, daß die Fabriken für den Kubikmeter Wasser sogar das Doppelte zahlen müßten. Künden die verschiedenen Preiserhöhungen (vor kurzem z. B. auch für Benzin unb bie Gütertarife ber Eisenbahn) etwa mieber eine der Freizeitgestaltung bar. „Die Staaten, bie am stärksten biefe Bewegung politisch auswerten, sind Italien, Deutschland, Portugal unb in letzter Zeit auch in starkem Maße Griechenland, Rumänien unb Bulgarien. Mit Hilfe biefer Bewegung nehmen biefe Staaten bewußt ben Kamps gegen ben Bolschewismus auf. Denn wer bie Freude will, muß ja ein Tobfeinb des Marxismus und Bolschewismus fein." (Langanhaltenber stürmischer Beifall.) In Italien sei Dopolavoro heute bereits eine große Kulturorganisation, bie alle Klassen und Stände umfasse, und in Deutschland gebe es kaum einen Abschnitt des öffentlichen Lebens, ber nicht durch «Kraft burch Freube" irgenbwie beeinflußt unb reguliert werbe. „Wer sich", so betonte Dr. Ley unter stürmischem Beifall, „zu bem gewaltigen Werk bekennt, bem biefer Weltkongreß in vorbildlicher Weise biente, muß ben Trieben wollen. Wer bie Freube liebt, muß ben Krieg hassen!" Nach Verlesung von Danktelegrammen an ben Duce, Parteisekretär Minister Starace unb bem Gouverneur von Rom faßte Dr. Ley bie Ge- fühle bes Dankes an Mussolini und bas italienische Volk in ein begeistert aufgenommenes breifaches Sieg-Heil auf ben König von Italien unb Kaiser von Aethiopien sowie den Duce zusammen. Rom, 29. Juni. (DNB.) Mit einer feierlichen Plenarsitzung, in deren Mittelpunkt eine Ansprache bes Reichsorganisationsleiters Dr. Ley stanb, fand am Mittwoch der von 72 Nationen beschickte III. Weltkongreß „Freube unb Arbeit" seinen Abschluß. In ber mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Generalentschließung, bie einleitenb verlesen würbe, wird mit Genugtuung festgestellt, daß es gelungen ist, einen internationalen Austausch von Ideen, Plänen unb Maßnahmen unter Achtung der nationalen Eigenarten ber Völker anzubahnen unb durchzuführen, der eine solidarische Zusammenarbeit aller ermöglicht. Das Internationale Zentralbüro „Freuds und Arbeit" — dessen Leiter Dr. Ley ist — wird beauftragt, mit allen geeigneten Mitteln die in den Entschließungen der elf Kommissionen skizzierten Anregungen und Wünsche der Völker zu verwirklichen, um bis zum nächsten Weltkongreß in Osaka 1940 die in Rom zum Ausdruck gebrachte Entwicklung der Bewegung „Arbeit und Freude" zu sichern. Don lebhaftem Beifall begrüßt, nahm bann Dr. Ley das Wort, um Rückblick auf bie geleistete Ar- beit unb Ausblick in bie künftige Entwicklung der Freizeitbewegung zu geben. In überzeugender Weise legte Dr. Ley ben Vorkämpfern ber Freizeitbewegung aus allen Länbern der Welt bie politische Bebeutuna unb politische Auswertungsmöglichkeit Wieder ein Schlag gegen die Remeldeulschen. Neue Zusammenstöhe mit Litauern. M e m e l, 29. Juni. (DNB.) Der litauische Gou- verneur hat gegen das kürzlich vom Memelländischen Landtag verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erneut sein Veto eingelegt. Dies ist bereits das dritte Veto, das der Gouverneur allein in der Wahlperiode des jetzigen Landtages gegen dieses lebenswichtige ausschließlich der Arbeitsmarktregelung dienende Gesetz eingelegt ♦ «r?°nigsbera, 29. Juni. (DNB.) Bei der Ankunft des Seedlenstschiffes „Hansestadt Danzig" m Memel am Dienstagabend kam cs erneut zu Zusammenstößen zwischen Memelländern unb Litauern. Kurz bevor das Schiff wieder anlaate durchbrachen etwa 50 Personen aus ber großen Zuschauermenge das Tor eines hohen Bretterzaunes mit dem die litauischen Hafenbehörden den Zugang zum Hafen in einer Entfernung von 300 Meter ?bgesperrt hatten. Als die litauische Hafenpolizei die Menge zuruckdrängte und dabei Feuerwehrspritzen Eingesetzt wurden, kam es zu Stein- würfen und Schläaereien zwischen den Memellandern unb großlitauischen Hafenarbeitern Die Zusammenstöße setzten sich fort, als sich bie Zuschauer bereits zurückzuzichen begannen. Die Groß- litauer, die mit neuen Steinwürfen unb unter Gebrauch von Feuerwaffen gegen bas zurückweichende Publikum angingen, gerieten auch mit ber um bie Orbnung bemühten memelländischen Landespolizei in Konflikt. Letztere mußte dabei nach einigen Schreckschüssen scharf schießen. Sowohl auf Seiten der Memelländer wie der Litauer gab es zahl- reiche Verletzte, unter denen sich auch Beamte der memelländischen Landespolizei befinden. 47 v. H. Türken bei der Sandschak-Wahl. Antiochia, 29. Juni. (DNB.) Wie verlautet, haben die von der internationalen Wahlkommission durchgeführten Einschreibungen für die Sandschak-Wahl bis zu ihrer vorzeitigen Einstellung eine türkische Beteiligung in Höhe von 4 7 v. H. ergeben. Wie man hier in unterrichteten Kreisen anmmmt, würde sich dieses Ergebnis bei normalem Ablauf der vorgesehenen Einschreibungsfrist jedoch recht stark zuungunsten der Türken ver- ändert haben. Mehrere tausend Angehörige nicht- türkischer Minderheiten hatten sich überhaupt noch nicht in die Liste eingetragen, im Gegensatz zu den Türken, bie schon fast vollzählig von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht hatten. Oer türkische Einmarsch im Sandschak. I st a n b u l, 29. Juni. (DNB.) Wie aus Istanbul mitgeteilt wirb, findet ber türkische Einmarsch im Sanbschak am Donnerstagmorgen statt. Die Truppenstärke ber einmarfdjierenben türkischen Formationen wirb bie gleiche wie die ber Franzosen sein. Die Türken werben ben nörblichen Teil bes Sanbschak-Gebietes besetzen. „Wir sind heute alle einig!" Reichsstatthalter Dr. Leytz-Jnquart über die jüngste Greuelhetze. Kassel, 30. Juni. (DNB.) Auf eineL großen Kundgebung in ber Kasseler Stadthalle sprach ff- Gruppenführer Reichsstatthalter Seyß-Jnquart über bie Aufgaben ber deutschen Oft- mark. Es gelte heute, bas, was feit einem Jahr» hunbert nebeneinanber und auseinander lief, zusammenzufassen. Der Führer hat uns die Aufgabe gestellt, enbgültig ben Lebensraum bes beutschen Volkes für alle Zeiten sicherzustellen. Die Grundlagen dafür sind bie Arbeit unb bie Wehrhafticskeit. Am 10. April hat uns ber Führer aufgerufen, jeder deutsche Mann unb jebe deutsche Frau hat sich bekannt. Wir finb bas erste Reich, von bem wir stolz bekennen können: Es ist nach bem Willen eines jeben Mannes unb jeder deutschen Frau ausgerichtet worden!. Der Reichsstatchatter wandte sich bann scharf gegen bie Verbreiter derGreuelmärchen über Oesterreich. Eines möchte ich, so betonte er, gleich feststellen, daß außerhalb Deutschlanbs nie» manb sich um bie inneren deutschen Angelegenheiten zu kümmern hat, befonbers nicht jene internationalen Humanitätsapostel, die fünf Jahre zugesehen haben, wie ein Volk vergewaltigt wurde. Wo waren sie denn, als in Oesterreich Tausende hingemordet, aus ihrem Brot gebracht wurden, nur weil sie Deutsche fein wollten? Niemand hat sich damals gerührt! Es gibt Leute, die mit ber Entwicklung ber wirtschaftlichen Dinge in Oesterreich unzufrieben finb; das find bie Juben, bie im Auslanbe Greuel- märchen verbreiten, bas finb jene Leute, bie nur die Lautsprecher ber 3üben Mis Oesterreich bilben. Wenn die Juden nicht zufrieden sind mit der Entwicklung in Oesterreich, so ist das für uns ein beruhigendes Zeichen. Aber alle Deutschen, unb vor allem gerade alle Arbeiter, sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Es wird nicht ein Jahr vergehen, unb wir werben keine Arbeitslosen mehr haben. Es wird auch gefaselt von Stteitigkeiten. Die Leute sollten sich vor Augen halten, daß wir in der Ostmark fünf Jahre lang gekämpft haben. Der Kampf hat uns zusammengeschlyeiß, so daß uns nichts mehr trennen kann. Wie sollten ba Streitig» feiten entstehen? Ich möchte auch befonbers jenem Manne danken, ben uns ber Führer gesandt hat: Gauleiter B^i r ck e l. Er ist uns mehr als unser Freund, er ist heute schon unser Schicksalsgenosse geworden. Wir sind heute alle einig! Das herrlichste war die Heimkehr in unser Deutsches Reich. Stürmische Heilrufe und Händckla'tschen dankten dem Vertreter des heimgekehrten Oesterreich. Großdeulsche Volksgemeinschast. Aufruf des Gauleiters Bohle zur Reichstagu^kg der Ausländsdeutschen. Gauleiter Bohle hat, wie die NSK meldet, ben folgenben Ausruf zur 'VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen in Stuttgart erlassen, die in diesem Jahre vom 26. August bis 4. September ftattfinbet: Ausländsdeutsche, Männer der Seefahrt! Die VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen, bie vom 26. August bis 4. September 1938 in unserer Stadt Stuttgart ftattfinbet, steht im Zeichen der Wiebervereiniaung ber deutschen 0firn a r t mit bem Reich. Diese große geschichtliche Tat unseres Führers Abolf Hitler wird ihren sichtbaren Ausdruck in Stuttgart einmal darin finden, daß die Fahne ber ehemaligen Lanbesgruppe Oesterreich nunmehr als Trabitionsfahne ber Auslanbsorgani- fation von mir übernommen werden wirb, unb Zum zweiten darin, daß wir zum erstenmal eine große Anzahl unserer deutsch-österreichischen Volksgenossen aus dem Auslande als Reichsbürger begrü- ; feen können. Sie'werden an all dem teilnehmen, was , wir schon bei den Tagungen der vergangenen Jahre ; erlebten, und was seine Steigerung in diesem Jähre 1 finden soll: Den großen Kundgebungen, bei denen 1 bie führenben Männer ber Partei und bes Staates sprechen werden und dem Gedankenaustausch mit den Mitarbeitern in ber Leitung ber Auslanbsorga- nifation, bie Euch Parteigenossen braußen die Ziel- setzung für ein neues Arbeitsjahr geben sott. Die VI. Reichstagung in Stuttgart soll den Grundstein ' legen zur großdeutschen V o l k s g e m ci n - 1 Ichost im Ausland. Sie sott ein erneutes Be- 1 fenntnis des gesamten Auslandsdeutschtums zum 1 nationalsozialistischen Deutschland und zu unserem ! Führer sein. Das schöne Stuttgart, die Stadt der Auslands- 1 deutschen, erwartet Euch. 1 Oie gesamte Ostmark-Jugend in die HL.! Em Appell des Reichsjugendführers. Berlin, 29. Juni. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur v. S ch i r a ch hat die gesamte Jugend der Deutschen Ost - mark zum Eintritt in die nationalsozialistische Jugendbewegung aufgerufen. Fünf Jahre länger als Die Kameraden im Reich, stellt Baldur v. Schirach fest, hast du unter dem Terror eines volksfeind- lieben Regimes den Kampf um den nationalsozia- listischen Sieg geführt. Du hast um deiner Weltanschauung willen Blutopfer gebracht und in Schulen und Fabriken deine Arbeitsplätze verloren. An deiner Treue zu Adolf Hitler zerschellte die Mär vom „österreichischen Menschen". Die Hoffnung deiner Väter, die 1919 in der Wiener Ratioiialver- sammlung die Heimkehr ins Reich beschlossen, die aber das Diktat von St. Germain zunichte machen wollte, hast du erfüllen helfen. So wehen deine heiligen Fahnen unter den siegreichen Feldzeichen des großen Krieges; denn deine Heimat hot mit der Rückkehr ins Reich wahrhaftig den Frieden nach .Dem Weltkrieg gewonnen. Glückliche Jugend der Ostmark, nun trägst auch du nicht mehr heimlich und illegal, sondern offen und begeistert vor aller Welt den Namen des Führers. In feistem Namen rufen wir alle Jugend Oesterreichs in diesen Tagen auf, in dis nationalsozialistische Jugendbewegung einzutreten. Wir kennen keine Unterschiede des Standes oder der Konfession und unsere Kameradschaft verbietet eine Wertung, wann der einzelne den Weg zu unserer nationalsozialistischen Gemeinschaft fand.' Jeder soll freiwillig gläubigen und treuen Her- zens durch unermüdlichen Dienst sich zu dem Mann bekennen, der auch der Jugend seiner engeren Heimat das grenzenlose Glück -schenkte, Hitler-Jugend zu sein! Eröffnung des Gtudentenlanddienstes. Klagenfurt, 29. Juni. (DNB.) Am Sonntag, 3. Juli 1938, eröffnet laut Meldung der NSK. der Reichsstudentenführer Dr. Scheel mit einer Feier auf der Holleburg bei Klagenfurt den Einsatz der Studenten im diesjährigen L a n d d i e n st. Der Befehl des Reichsstudentenführers zum Hissen der Flaggen wird für das gesamte Reichsgebiet das Zeichen für den Einsatzbeginn geben. Außer dem Reichsstudentenführer wird Gauleiter Klausner sprechen. Voraussichtlich werden auch Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l sowie Bereichsstudentenführer Dr. Freisleben anwesend sein, ferner sämtliche Wiener Studenten, die in den Grenzgebieten Kärntens zum Landdienst eingesetzt werden. Keine Aufpreise ' bei Lieferung durch Lastkraftwagen. Berlin, 29. Juni. (DNB.) In den Preisbestimmungen oder Lieferungsbedingungen von Kartellen oder anderen Vereinigungen der gewerblichen Wirtschaft sind vielfach bei Lieferung durch Lastkraftwagen Aufpreise oder Zuschläge vorgesehen, die sich praktisch auf Kraftwagenbenutzungsverbote auswirken. Da eine solche Benachteiligung des Kraftverkehrs den von der Reichsregierung geförderten Bestrebungen auf Motorisierung des Verkehrs widerspricht, hat der Reichsverkeyrsminister an die Reichswirtschaftskammer ein Schreiben gerichtet, in welchem er auf diese Mißstände hinweist und ersucht, dahin zu wirken, daß derartige, den Einsatz des Kraftwagens hindernde Maßnahmen so schnell wie möglich aufgehoben werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat Reichsarbeitsminister S e l d t e zu seinem 5 6. Geburtstag seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Ebenso haben Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring sowie die Reichsminister, die Reichsleiter der NSDAP, und Reichsführer ff Himmler ihre besten Wünsche übermittelt. Der Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabes des italienischen Heeres, General P a r i a n i, trifft Inf, (in däch Wei dun Krif non Eng mac We« entt Hon beitete. Die Bevölkerung verhielt sich sehr diszipliniert und zeigte für die'Arbeit dss Reichsluftschutzbundes großes Interesse. Günstige Ernteaussichlen in Italien. Die aus Süd- und Mittelitalien einlaufenden Berichte über den Stand des Getreides lauten täglich g ü n ft i g e r. Eine besonders reichliche Ernte, die ebenfalls den Ertrag des Vorjahres übersteigt, wird auf Sardinien und in der Provinz Teramo erwartet. Auch Ravenna meldet einen außergewöhnlich günstigen Stand der Saaten. Einsturzunglück in einer mexikanischen Sfabl. Bei einem wolkenbruchartigen Regen stürzte in der mexikanischen Stadt Magcariachic das Dach eines Kinos ein. Unter den Zuschauern entstand eine P a - n i k. In dem Gedränge wurden acht Personen, darunter drei Kinder, getötet und etwa 30 verletzt. Seltsamer Blitzschlag. Einen seltsamen Spaziergang unternahm, wie italienische Blätter berichten, ein Blitz, der während eines heftigen Gewitters in ein Gasthaus von Vittorio Deneto „eintrat", wobei er die Eingangstür zertrümmerte. Er fuhr dann an der elektrischen Es war in der Frühe des 30. Juni 1908. Die transsibirische Bahn fuhr durch die Weiten der sibirischen Steppe, über der ein wolkenloser Himmel lachte. Da schien es plötzlich den Reisenden, als ob eine zweite Sonne am Pordhorizont des Himmels aufgegangen fei. Auf dem tiefen Blau war eine mächtige glänzende Kugel erschienen, die wie die Sonne leuchtete und langsam ihren Weg nach unten nahm. Roch schaute man gebannt auf das seltsame Geschehen am Horizont, als auch schon ein mächtiger Donnerschlag ertönte. Es folgten kurz aufeinander noch weitere Schläge, die die Erde erbeben ließen. Die glänzende Kugel am Rordhimmel aber war verschwunden. Nichts deutete äußerlich auf ein besonderes Ereignis in der Atmosphäre hin. Inzwischen war der Zug zum Halten gebracht. Das Mafchinenpersonal hatte die leuchtende Riesenkugel am Himmel nicht gesehen, wohl aber war der Donnerschlag so stark gewesen, daß man glaubte, innerhalb des Zuges sei eine Explosion erfolgt oder ein Attentat verübt worden. Schließlich fuhr man weiter. Inzwischen hatte man auf ve?schiedenen Erdbebenwarten Sibiriens und Europas, unter anderem auch auf der Warte von Jena, Bodenerschütterungen registriert, die genau mit dem Erscheinen der glänzenden Kugel parallel liefen. An den meteorologischen Observatorien von Mittel- und Westeuropa war eine Luftdruckwelle festgestellt roorbAn, die sich, offenbar von Rußland kommend, westwärts fortbewegt hatte. Ferner beobachtete man in den ersten Tagen des Juli am Himmel seltsame, in stratosphärischen Höhen schwebende Wolken, die hell leuchteten. Durch die Zeitungen gingen die ver- Lichtleitung rund um das Gastzimmer, durch die anstoßende Kegelbahn wieder ins Freie und schlug schließlich mit Getöse in einen benachbarten Kirchturm. Es dauerte einige Minuten, bis die in der Gaststube und der Kegelbahn befindlichen Gäste die Sprache roieberfanben unb sich bazu beglückwünschen konnten, daß sie alle unverletzt geblieben waren. 20 Verletzte bei einem Kinderfest in Versailles. Bei einem Kinderfest in Versailles wurden größere Mengen mit Leuchtgas gefüllter Luftballons aufgelaffen Durch eine Unvorsichtigkeit explodierten mehrere hundert Luftballons. Etwa 20 Perftznen, Erwachsene und Kinder, erlitten Verbrennungen. Vier Kinder waren so schwer verletzt, daß sie einem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Schweres Llutounglück in Köln. In Köln raste ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen gegen einen Baum. Ein 21jäh- riges Mädchen erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß es kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Die übrigen fünf Insassen trugen schwere Verletzungen davon: bei zwei Männern ist der Zustand sehr bedenklich. Der 26jährige Fahrer des Wagens soll betrunken gewesen sein. schiedensten Mutmaßungen über das seltsame Ereignis in Jnnersibirien. * In der wissenschaftlichen Welt war man sich einig darüber, daß ein riesiges Meteor niedergegangen sein müßte. Bei dem Ausmaß der Begleiterscheinungen, insbesondere der Feststellungen der Erdbebenwarten und Observatorien, mußte es sich um eine Katastrophe schwerster Art gehandelt Haden. So wurden von den zuständigen russisch- sibirischen Observatorien dringende Ersuchen an die russischen Behörden gestellt, eine Expedition auszurüsten, um den Herd der Katastrophe zu erforschen. Leider fanden die russischen Stellen für dieses Verlangen kein Verständnis. So blieb der geheimnisvolle Vorgang lange Jahre ungeklärt. Erft im Jahre 192i gelang es dem russischen Professor Kulik, eine Expedition zur Erforschung der Katastrophe zusammenzustellen, die nach Kansk in Sibirien reifte, von wo aus man damals aus dem Sibirien-Expreß die Vorgänge am deutlichsten beobachtet hatte. Die Vermutung, daß sich die Katastrophe nur wenig nördlich von Kansk zugetragen hätte, erwies sich als irrig, doch hatte man durch Nachfragen soviel herausbekommen, daß der Meteorfall sich weit im hohen Norden, im spärlich bevölkerten Gebiet der Tungusen zugetragen haben müßte. Erst in den Jahren 1927 und 1928 gelang es Professor Kulik wieder, eine neue Expedition, deren Tätigkeit diesmal auf zwei Jahre berechnet war, in das fragliche Gebiet auszusenden. Schließlich fand man auch den Katastrophenplatz, er lag rund 600 Kilometer nordwärts von Kansk. Die Gegend zeigte noch jetzt, nach 20 Jahren, eine Verwüstung, wie man sie schlimmer sich nicht verstellen konnte. Ein Gebiet von rund 1 2 0 0 Quadratkilometer, in der Größe von Mecklenburg-Schwerin, war in eine einzige Kraterlandschaft verwandelt worden. Der gesamte Urwaldbestand war niedergebrannt, dafür waren zahllose Senkungen vorhanden, die sich mit Wasser gefüllt hatten. Außerhalb dieser Hauptzerstörungszone war in einem weiten Umkreis der Waldbestand strahlenförmig nach innen, also dem Katastrophenzentrum zu, niedergerissen. Die nunmehr eingeleiteten Untersuchungen waren eine Enttäuschung. Wenn auch gar kein Zweifel darüber bestand, daß das kosmische Drama zwischen Himmel und Erde hier fein Ende gefunden hatte, so wurden doch die Erwartungen, meteorisches Material zu finden, nicht erfüllt. Professor Kulik trieb an den verschiedensten Stellen des Trümmerfeldes Bohrungen bis in '30 Meter Tiefe, doch zeigte sich keinerlei Spur von Eisen oder sonstigen auf den Gehalt des Meteors hindeutenden Stoffen. Professor Kulik war der Ansicht, daß die Eisenkerne des Meteors, das wahrscheinlich nicht in einer ganzen Masse, sondern in einem Schwarm niedergegangen sei, noch erheblich tiefer im Erdreich lägen, jedoch konnte er mit seiner Theorie nicht durchkommen, so daß das Rätsel des Tunguska-Meteors, eines der seltsamsten und gleichzeitig grauenvollsten kosmischen Ereignisse, bis auf den Tag ungeklärt ist. Die Stätte der Verwüstung im fernen tungusischen Wald ist heute noch so klar und scharf ausgeprägt, daß man über die unvorstellbare Gewalt der Katastrophe gar keinen Zweifel zu haben braucht. Aber welcher Art nun eigentlich die Masse oder Kraft war, die aus dem unermeßlichen Raum des Kosmos in den Anziehungsbereich der Erde geriet, darauf weiß auch heute die Gelehrtenwelt noch keine klare Antwort. Es ist zu bedauern, daß man in den vergangenen Jahrzehnten für eine wissenschaftliche Aufgabe, wie sie die Klärung dieses Falles bedeutet hätte, nicht die nötige Initiative zeigte. Wenn sich die Katastrophe in einem dichtbevölkerten Gebiet in West- oder Mitteleuropa ereignet hätte, wäre vielleicht eine Millionenstadt vernichtet worden. So aber war es nur ein riesiger Komplex Urwald, der von der Erde verschwand. Das Meteor von Tunguska ist glücklicherweise einer der seltensten Fälle, da die Erde von solchen kosmischen Erscheinungen betroffen wird. Zwar geraten in Form von Sternschnuppen täglich rund zehn Millionen kosmischer Kleinkörper in den Bereich der Erdatmosphäre, aber nur ein ganz winziger Prozentsatz fällt wirklich auf der Erdoberfläche nieder. Im übigen nimmt man an, daß die Sonne eine große Anziehungskraft auf die schweifenden Massen im kosmischen Raum ausübt und diese an sich reißt. TI. WiiierunqSvorhersaoe. (Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen des Reichswetterdienstes in Bad Homburg v. d. H. am 29. Juni 1938 abends.) In Nvrdwestdeutfchland von der westlichen Reichsgrenze bis etwa zur Linie Lübeck—Brocken—Kassel vorwiegend (nach dem Binnenlande zu in abnehmendem Maße) unbeständig, lebhafte Winde auS meist westlichen Richtungen: in mehr als der Hälfte aller Tage Niederschläge. Anfänglich kühl, später warm, um das kommende Wochenende vielfach auf« geheitert. In Mittel- und Ostdeutschland in den nächsten Tagen auch unbeständig, dann aber vielfach heiter, seltener Niederschläge, nur vorübergehende Störungen, teilweise gewittriger Art. Vorwiegend warm bis sehr warm. In Schlesien häufig heiter unb trocken, in Süddeutschland vom Saargebiet bis zum Bayerischen Wald und zur Salzach nach anfänglicher Unbeständigkeit vielfach warm, heiter und trocken, jedoch zeitweilig vorübergehende Störungen vielfach gewittriger Art. In der Ostmark vorwiegend warm bis sehr warm, heiter und trocken, jedoch mit gewittrigen Störungen, die im Alpengebiet und Doralpenland teilweise von starken Niederschlägen begleitet sind. Gesamtsonnenscheindauer in den 10 Tagen in der Ostmark, in Schlesien und Ostpreußen größer als 80 Stunden. IRefterboridbf Während die heftige Wirbeltätigkeit der letzten Tage Großbritannien schwere Stürme und starke Regenfälle brachte, beschränkte sich die Auswirkung in Deutschland im wesentlichen nur auf Sturm. Die Urfache dazu ist in der Hauptsache darin zu suchen, daß über dem europäischen Festland außergewöhnlich warme und trockene Luftmassen vorhanden sind, die jede stärkere Wolken- und Niederschlagstätigkeit verhinderten. Der 'Höhepunkt der stürmischen Windbewegung wurde am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten bis zu hundert Stundenkilometer erreicht. Inzwischen ist mit der Nordwärtsbewegung und Verflachung eine wesentliche Ausgleichung der Gesamtwetterlage eingetreten. -Vorhersage für Freitag: Vielfach heiter und meist trocken, tagsüber ziemlich warm, Winde meist um West. Vorhersage für Samstag: Vielfach heiteres, warmes und trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 29. Juni: mittags 25,1 Grad Celsius, abends 15,6 Grad: am 30. Juni: morgens 14,7 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juni: abends 21,5 Grad: am 30. Juni: morgens 17,6 Grad. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (erkrankt; i. V.: Dr. Hans Thyriot); für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (in Urlaub)-' in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs-' preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der, Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937, gültig. Ein Drama zwischen Himmel un- Erde Am 30. Juni 1908 stürzte das Tunguska-Meteor in Sibirien nieder. Friedrich Marx. Gießen (Seltersweg 34), Bensheim, Heidelberg, den 28. Jufli 1938. 4393D Verschiedenes] nachmittags 2 Uhr statt. Altersvereinigung 1868 1918. Hauskleider Betr.: Dirndlkleider Charmeusekleider Visira-MusselinKleider haus. 02990 Maltkreppkleider lA/EDDC DRUCKSACHEN WCRPC Brühl. Gießen Spitzeokleider NORDSEE 4402 A Frauencomplets nur Gießen, Seltersweg 18, Ruf 2467 in ungeahnter Auswahl OMI 4403 A ;y 4 zu unseren bekannt niedrigen Preisen! Mündltck) können Sie e§mir wenigen tonen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie e§ allen Die 1938 i Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommer- svross. usw. enlf. u. Gar. für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. MenKel Svrechst.Freitag Gießen, Am Riegelpfad 32, 9—6l/2 Uhr durchgehend. 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Die Städtische Leihbücherei (Neuen Bäue 30) wird für die Zeit vom 7. bis einschließlich 21. Juli d. 3. geschlossen. Die entliehenen Bücher müssen bis zum 6. 3uli d. 3. zurückgegeben werden. 43920 Gießen, den 30. Juni 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. tailtan Dieta. Vornl.biseinschl. 12. Juli befindet sich d. Geschäfts» stelle bei Sommerlad Ederstraße 20 I. £yiir mein. Großhandel suche für sofort einen kaufmännischen £elM 3röt. lelpel Markt 16. 4408^ Heinrich Marx Uhrmacher Suche für eine Angestellte 4412° guinidbl.Iininrev mit Pension. Preisangebote sind zu richt, an ZnscheGewähr sürnaimsnschen See-Asch in der darum Eis schränke Speiseschränke r/iegenschränke Kühlhauben BuHerkühler * di» Frankfurterstrasse N21fr Suche für das Gängerfest tüchtige KWil°°M Zu ertragen in d. Geschäftsstelle d.Gieß.Anz . 02991 Weg. Verheiratung meines lebigen, saub., ehrt. Mdchee für 1. August gesucht. 02997 Toll,Gießen Marltstraße 32. 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Wi befindet GeWfts' stelle bei wM -sttaße 20 l» » O ,11“1 $che’n' ,ptel inge :he Stengel^der Pflanze wird handlang oder kniehoch, verzweigt sich in viele größere und kleinere Aest- chen. Die Blätter sind doppelt gefiedert und zart aezipfelt. An der Spitze der Blütenstiele stehen die strahligen Blütenkörbchen — die Kamille gehört zur großen Familie der Korbblütler, der am meisten verbreiteten Blütenart der Erde, aus der mancherlei wichtige Heilpflanzen hervorgehen, wie der Löwenzahn, der Huflattich, die Arnika u. a. m. Der weiße Rand der Blüte ist der Strahlenkranz, das gelbe Innere die Scheibe, die eigentliche Blüte mit ihren Röhrengefäßen, einer Zusammensetzung von mehr als 400 Einzelblüten, die auf dem hohlen Gewölbe des Fruchtbodens dicht zusammengedrängt stehen. Die weißen Randblüten der jungen Köpfchen bleiben gerade abstehend, während die der reifen Blüten, die sich zum Aufbewahren am besten eignen, nach unten geschlagen sind. Wie zahlreiche sommerliche Heilpflanzen, ist auch die Kamille im Juni und Juli, den sonnereichen Monaten, in ihrer höchsten Kraft Die kleinen gelben Sonnenscheiben mit ihren weißen Strahlenkränzen empfangen die Glut des Tagesgestirns, um sie umzuwandeln in ein heilsames ätherisches Del. Unsere alten deutschen Kräuterbücher haben den hohen Rang der Kamille als Heilpflanze nachdrücklich betont und ausführlich darauf aufmerksam gemacht. Sie überlieferten damit nur altes Volksgut, bewährtes Wissen Damals mochte es wohl kaum eine Hausmutter geben, die sich nicht einen Vorrat von Kamille für Notfälle gesammelt ober aufbewahrt hätte, und dieser kluge Brauch ist noch heute auf dem Lande lebendig. Die Anwendung der Kamille ist vielfältig. Die Volksheilkunde betont ihre Anwendung vornehmlich „für Personen mit reizbarem Nervensystem und großer Empfindlichkeit gegen Schmerz sowie bei Neigung zu Krämpfen. Sie findet deshalb häusig ihre Anwendung bei Frauen- und Kinderkrankheiten. Doch soll man sich vor Mißbrauch hüten und die Kamille nur mit Maß gebrauchen, insbesondere bei Magenleiden, das sich wohl augenblicklich bessert, bei längerer Anwendung aber verschlimmert." Die Anwendung geschieht durch den hinlänglich bekannten Tee und durch den aus frischem Kraut und frischer Blüte gepreßten Saft, der mit Weingeist vermischt wird. Es genügt, die Tinktur trovken- weise, zwei bis vier Tropfen, mehrmals tagsüber zu nehmen. Wer sie nicht anfertigen mag oder kann, bedient sich der Kamillenpräparate der Apotheken oder des homöopathischen Mittels Chamo- milla, das aus der ganzen blühenden frischen Pflanze gewonnen in Essenzen und flüssigen Potenzen hergestellt wird. Das Kamillenöl, hergestellt aus Blüten und Olivenöl und in der Sonne destilliert, ist ein sehr gutes Einreibmittel. Der Wirkungskreis der Kamille ist ausgedehnt. Sie wirkt nervenberuhigend, krampflösend und erwärmend. Ihr ätherisches Oel und ihr Bitterstoff sind ihre Hauptwirkstoffe. Es ist nicht möglich, alle Anwendungsmöglichkeiten zu nennen. Der Blütenabguß — 5 bis 7 Gramm auf einen halben Liter kochendes Wasser — dient bei Koliken, Magenkrämpfen, Blähungen, Magenverstimmungen, bei schlechter Verdauung, Blutfluß, Leberkrankheiten, bei rheumatischen und katarrhalischen Fiebern und bergt Nebeln mehr. Als Gurgelmittel ist sie sehr empfehlenswert und vor allem für hustende und erkältete Kinder eine wahre Wohltat. Die homöopathische Arzneimittellehre nennt ihr Mittel Cha- momilla bei Heiserkeit nach Erkältung, trockenem Erkältungshusten, Scharrhusten der Kinder mit Kitzel im Halsgrübchen, insbesondere nachts... Wer versucht, wird überzeugt. Von warmen Kamillen- säckch^n und Umschlägen mit Kamille bei Entzündungen, Wunden und Schäden braucht man nicht lang zu sprechen: diese Hausmittel sind wohl bekannt. Die großen Aerzte H u f e l a n d und Friedrich Hoffmann haben die Kamille sehr gerühmt, und dieser Ruhm der Heilpflanze wird nicht vergehen. Neuere Aerzte urrtr Heiler haben nichts anderes gesagt. Es ist eigentlich überflüssig, zum Preis der Kamille ein Wort hinzuzufüqen. Wenn in den katholischen Gegenden das schöne Fest der Kräuter- roeibe im Sommer begangen wird, zum Gedächtnis der fruchtbaren Flur und Pflanzenwelt, ist auch die Kamille im würzigen Kräuterbüschel enthalten, denn sie ist ein heilig-heilsames Kraut. 'Zeitschriften. — Ein Dolomitenheft des „B e r g st e i g e r s" (Verlag Bruckmann, München, 1,20 RM.) das em Farbbild von Handel-Mazzetti schmückt, beginnt mit einer Abhandlung „Goldene Felswege der Dolomiten" von Gunther Langes, die mit prachtvollen Aufnahmen und Zeichnungen bebildert ist. Ihr schließen sich an „Das Volk der Dolomiten" von K F Wolff, „Der Schiern ein Muster der Dolomitengeologie" von R. v. Klebelsberg, „Landschaft im Porphyr" von Hans Kiene. Den Krieg an der Dolomitenfront behandeln zwei Beiträge: .Alpine Aufgaben deutscher Gebirgstruppen zu Beginn des Krieges in Tirol 1915" von General der Artillerie a. D KraUt d. Dellmensingen und „Der Handstreich auf den Monte Piano" von Generalmajor d. R. V. Schemfil (mit vielen Kriegsbildern und Kartenskizzen). Josef Mühlberger erzählt ein KrieZserleb- nis „Kameradschaft mit Schlangen" und Fritz Schütt gibt eine Fahrtenschilderung in das Kriegsgebiet der Presanella. Den Schluß des Heftes bilden tue Schilderung der „Ersten Winterbegehung der Gro- ßen Zinne-Nordwand" (mit seltenen Kletterausnah- men) von Fritz Kasparek und Weiteres „Dolomiten- Allerlei". Hochschulnachnchten. Professor Dr. Alfons D o p s ch , Ordinarius für Wirtschafts- und Kulturgeschichte an der Universität Wien, Begründer und Leiter des Wiener wirt- schafts- und kulturgeschichtlichen Seminars, vollendete dieser Tage das 7 0. Lebensjahr. Dopfch ist Sudetendeutscher: seine Hauptarbcits- gebiete sind Verfassungsgeschichte und Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des alten Oesterreich. Unter den von der englischen Universität Oxford kürzlich mit hohen Ehrengraden ausgezeichneten Gelehrten und Forschern befindet sich auch der verdiente Vorkämpfer für Deutschland und Lehrer für deutsche Sprache und Literatur, Professor Hermann Georg Fiedler. Ihm wurde der Ehren- grad des D. Litt (Ehrendoktors der Litteratur» verliehen. Der deutsche Gelehrte stammt aus Zittau, studierte in Leipzig und ging 1907 nach Oxford, nachdem er schon vorher in Glasgow und Birmingham tätig gewesen war Seme Arbeit hat der deutschen Wissenschaft und Kultur auch in den Krisenjahren in England große Dienste geleistet. Nachfolger Professor Fiedlers, der Ende 1937 in den Ruhestand trat, wurde Dr. I. Boyd, der in Heidelberg als Lektor gearbeitet hat. Professor Dr. Wolfgang Keller, München, tritt wegen Erreichung der Altersgrenze in den R u h e st a n d. Der hervorragende Anglist ist Herausgeber des Shakespeare-Jahrbuches und Neubearbeiter der Shakespeare-Ausgabe von Schlegel-Tieck. An der Universität Breslau wurden wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen V»r- pflichtungen entbunden: der o Professor her Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts Dr rer. not Georg O b st, der im Februar b I. seinen 65 Geburtstag' beging; der o. Professor ber gerichtlichen Medizin' und Direktor bes Gerichtsärztlichen Universitätsin'tituts Dr. Karl Reuter: an ber Technischen Hochschule Breslau: ber arbentliche Professor ber Elektrotechnik unb Elektromaschinenbau Dr.-Ing. Georg Hilpert. Gießen im Zeichen ver Verkehrserziehung Seit einigen Tagen schon wirb bie Bevölkerung unserer Stabt nachdrücklich auf bie Notwenbigkeit einer gesteigerten Verkehrsbisziplin hingewiesen. Die Verkehrserziehungswoche fordert alle heraus, die die Straße benützen, ruft jedem die Forderung ins Gewissen: Halte Disziplin im Straßenverkehr! Nimm Rücksicht auf deine Mitmenschen! So sieht man denn in diesen Tagen die Polizeibeamten und die Männer vom Verkehrserziehungs- dienst des NSKK. damit beschäftigt, ihre Aufmerksamkeit in gesteigertem Maße dem Verkehr zuzuwenden. Man bemerkt immer wieder, wie sie sich den einen ober anberen Volksgenossen zu einer freunblichen Ermahnung aus bem stetigen Fluß bes Verkehrs vornehmen. Darüber hinaus find sie auch bamit beschäftigt, bie hanblichen Zettel zu verteilen, auf benen man jene zehn Gebote gebrückt vorfinbet, bie, schon am Freitag burch Reichsminister Dr. Goebbels verkünbet, nun jebem einzelnen noch schriftlich in bie Hanb gegeben werben. Die Verkehrserziehungswoche bebeutet auch in unserer Stabt eine unbedingte Notwendigkeit. Kammer wieder muß man erleben, daß an den Brenn- und Gefahrenpunkten des Verkehrs Unfälle geschehen, die für die unmittelbar. Beteiligten schweren körperlichen oder materiellen Schaben nach sich ziehen unb bie boch vermieben werben könnten. Man kann beobachten, wie unvorschriftsmäßig geparkt wirb, wie. sich bie Lenker ber Fernlastzüge nicht scheuen, ihre riesigen Züge stunbenlang in Hauptverkehrsstraßen aufzustellen unb sie oft auch bie ganze Nacht stehen lassen, obwohl es auf Oswalbsgarten einen ibealen Parkplatz für Fernlastzüge gibt Man muß immer wieber erleben, rote z. B. in ber Schulstraße Radfahrer aus ber Stabt unb aus ber Umgebung immer wieber ihre Fahrräder auf bem Bürgersteig aufstellen, so baß sich bald, unb besonbers in ben Mittags- unb Nach- mittagsstunben, so viele zusammensinben, baß man eine respektable Großhanblung bamit eröffnen könnte. Dabei scheut man sich auch nicht, sich mit ben Fahrrädern auf ben Bürgersteig zu stellen, sich zu unterhalten, währenb die Fußgängex immer wieder Bogen um die Gruppen machen müssen. Und immer wieber muß man sehen, baß sich an ber Kreuzung von Sonnenstraße, Schulstraße und Neuen Säue mit Vorliebe Fußgänger an die Ecken stellen, plaudern — und den Fahrzellglenkern die Uebersicht versperren. Es fällt auch nicht schwer, Volksgenossen dabei zu sehen, wie sie mitten auf der Straße stehen bleiben und sich etwas zu erzählen haben. Es mag wichtig sein, was sie sich gegenseitig mitteilen müssen — aber die Fahrbahn ist nicht der geeignete Platz für einen Meinungsaustausch. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht oder sich auch nur einmal eine halbe Stunde am Selterstor, an der Gartenstraße, am Marktplatz oder an der Neustadt vor dem Viadukt aufhält, wird feft- stellen müssen, daß auch in Gießen im Hinblick auf die Verkehrsdisziplin noch einiges gelernt werden muß. Dabei muß man aber anderseits auch wieder feststellen, daß alles wie ebn Schnürchen klappt, wenn ein Polizeibeamter in Sicht ist, oder wenn ein Angehöriger des Derkehrserziehungsdienst^s des NSKK. den Straßenverkehr beobachtet. Da wissen ai|f einmal alle Verkehrsteilnehmer, wie sie sich zu verhalten haben. Da gibt es auf einmal das, was man die Kameradschaft der Straße nennt! Noch ist Derkehrserziehungswoche! Noch bleibt es meist bei wohlmeinenden Ermahnungen! Aber schon heute muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß Verkehrssündern, die leichtfertig sich und vor allem ihre Umgebung gefährden, nach dieser Derkehrserziehungswoche keine Nachsicht erwarten dürfen! Verkehrssünder auf der Tat ertappt: Lin ks: Unterhaltung mitten auf der Fahrbahn. — Rechts: Ein Fahrradlager auf dem Bürgersteig! (Ausnahmen (2): Neuner, Gießener Anzeiger.) J II •Ml ll ■ 1........£ Ire fei Hr.150 Zweiter vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 334.Jahresfeier der Ludwigs-Llniversitäi. Gestern, Mittwoch vormittag, sand in althergebrachter Weise die 3 3 1. Jahresfeier d e r Ludwigs-Universität Gießen in der Neuen Aula statt. Der Festakt wurde nach dem Ein- narsch des Senates und des Lehrkörpers und nach d-m Fahneneinmarsch mit dem vom Akademischen Gesangverein vorgetragenen „Bittgesang" von Haybn eingeleitet. Darauf erhob sich der JReffor Professor Or Geiser nid hieß zunächst im Namen der Ludwigs-Univer- fiät die zahlreich erschienenen Ehrengäste herzlich Willkommen. Prof. Seifer ergriff bann bas Wort' zi seiner F e ft r e b e über bas Thema „Wege vnd Ziele ber Seuchenforschun g", in ber er u. a. folgenbes ausführte: Wirtschaftlicher Niebergang, Hunger unb Elenb linb Gräber ohne Zahl zeichnen bie Wege, bie bie keuchen gezogen finb. Gute Schätzungen geben an, daß zur Zeit bes Schwarzen Todes um bie Mitte i?s 14. Iahrhunberts runb ein Drittel ber Bevölkerung ber Seuche erlag. Die Diphtherie trat im 15. unb 17. Jahrhundert in Spanien in heftigster SBeife auf. Die von den spanischen Eroberern in die reue Welt eingeschleppten Pocken haben weite Land- friche fast entvölkert. 1876 starben von 150 000 Eingeborenen ber Fibschiinseln 40 000 an Masern. In Kußlanb wirb bie Zahl ber Erkrankungen an Fleckfeber für 1918—21 auf 25 bis 30 Millionen geschätzt. Die Malariaepidemie auf Ceylon 1934/35 Dar bie größte biefer Art feil Jahrzehnten. Zu ben Kriegsseuchen, bie meist größere Tobes- rpfer forberten als bie Kämpfe, gehören bas Fleck- f eher, bie Bubonenpeft, bie Cholera, ber Bauch- lyphus, bie Ruhr, bie Pocken unb in süblichen Ländern auch bie Malaria. Die Malaria ist als enbe- nische Seuche auf ber Erde ungeheuerlich verbreitet. Über auch bie Kulturlänber bes gemäßigten Klimas laben ihre Seuchen, bie eine schwere Gefahr für lie Gesunbheit unb ben Bestaub des Volkes bebeu- ien, wie bie Tuberkulose unb bie G e - schlechtskrankheiten. Unter bem Einbruck ber elementaren Wucht ber Ceuchen empfanb bie fernere Vergangenheit bas Un- heil als Heimsuchung übernatürlicher Art, als seinb- :chen Akt ber erzürnten Gottheit. Von Siefen Vor- lellungen bis zu unserem heutigen Wissensstanb ist as menschliche Mühen einen steilen und bornen- nollen Pfab geroanbert. Mit ber Entbeckung ber Krankheitserreger unb ihrer Züchtung in Reinkultur brach bie neue Aera ber kausalen Forschung an. Die experimentelle Krankheitsübertragung unb die ersten Jmmunisierungsversuche find Meilensteine auf tiefem Wege. Die Seuchenbetrachtung von heute schöpft ihre Probleme aus ben Ergebnissen ber stetig sortschreitenben ätiologischen Forschung unb bebient sich zur Ergrünbung Ses Seuchengeschehens sowohl her alteren inbuktiv analytischen, wie ber moberneren debuktioen Methobe. Die bebuktive ober Ursachen- 1 sorschung geht aus von ben Krankheitserregern ,unb Ihren Eigenschaften unb sucht zunächst in Verfolgung einer bem Experiment zugrunde liegenben (Hypothese ben Kausalnexus unb unter Variation ber Bersuchsbebingungen bie Pathogenese in ihren ver- fchiebenen Abwanblungen zu klären. Unter Berück- | sichtigung ber Eigenschaften bes befallenen Indi- ;• oibuums unb ber Uebertragunqsmöglichkeiten wirb auf bebuktivem Wege bas ZustanSekommen des ; Krankheitsfalles unb ber Ausbruch unb Verlauf einer Seuche erläutert. Die Jnbuktioe ober Tatsachenforschung betraget bie Seuche als Phänomen. Ihr liegt die Beobachtung ber spontan sich barbietenben Krankheitsfälle zügrunbe, bie sie analysiert, sammelt unb orbnet. In Form ber Mebizinalstatistik schreitet sie fort zur quantitativen Erfassung des Beobachtungs- Materials, um nach bessen Aufglieberung in alle Teilerscheinungen zur kausalen Analyse vorzubringen. Erst in ben letzten Jahrzehnten würbe auch ber Weg ber experimentellen Epibemiolo - I - -- ---— Die Kamille. g i e beschritten, bie Epibemien in Mäusedörfern ober sonstigen Populationen erzeugt, um ihren natürlichen Verlauf zu verfolgen unb auszuwerten. Die ursächliche Forschung ist bei ber Lösung ber Probleme überlegen. Je mehr sich aber ihre Ge- bantengänge vom Experiment lösen, befto notwendiger wird bie Kontrolle burch bie inbuktive Methobe, bie bie tatsächlichen Erscheinungen registriert. Der inbuktiven Methobe haften gewisse Mängel an. Seibe Methoben finb bemnach berufen, sich zu ergänzen und ihre Ergebnisse wechselseitig zu überprüfen. Die geographische Verbreitung ber Seuchen ist beftänbigen Schwankungen unterworfen. Die schweren Seuchenzüge der Pest, der Cholera, der Pocken unb ber Diphtherie gehören für bas Europa oon heute ber Geschichte an. Gefürchtete Seuchen von einst haben sich in ihre Ausgangsherde zurückgezogen ober in ber milbettn Form ber Zivilisa- tionsseuchen eingebürgert. Aber schon tauchten bisher unbekannte in unserem Blickselbe auf, wie bie Papageienkrankheit, bie Bangsche Krankheit unb auch bie Tularämie. Die Frage der Seuchenoerbreitung nach Raum unb Zeit setzt vor allem eine richtige Diagnose ber Erkrankungen voraus, um bas ätiologisch Einheitliche zusammenzufassen unb bas Differente trennen zu können. Allein bie ätiologische Forschung vermag bie Entscheibung zu treffen, wenn bas klinische Krankheitsbild nur uncharakteristische Züge trägt ober einen Wanbel zeigt, ber zur Vermutungs- biagnose einer neuen Seuche brängt. Die D i ° phtherie, bie man jahrzehntelang nicht beachtet hatte, würbe bei ihrem verheerenben Auftreten im 19. Jahrhunbert auch für eine neue Krankheit gehalten, bis man erkannte, daß ber genuine Krupp zur Diphtherie gehört. Die Aenberung bes Charakters ber Diphtherie läßt sich bis in Sie Gegenwart verfolgen. Das Krankheitsbilb ber Tularämie ist bis 1911, bas ber menschlichen Bangkrankheit bis 1925 unbekannt geblieben. Je besser bie Krankheitserfassung in einem Lande burchgebilbet, befto eher stellen gehäufte Beobachtungen auch neue epi- bemiologische Fragen. Ein Beispiel bildet bie Papageienkrankheit, Seren panbemisches Auftreten im Jahre 1929 gerabe in Deutschlanb zuerst in seinen ursächlichen Zusammenhängen geklärt werben konnte. Auch gelang es, bas niederbayrische Erntefieber Donnerstag, 5i>.Zuni 19.38 in eine Gruppe von enbemischen Krankheiten einzu- reihen. Die Seuchenoerbreitung ist letzten Enbes eine Frage ber stattgehabten Infektionen, nicht beren Auswirkung in Form unter- ober oberschwelliger Erkrankung. Die Zahl ber Keim- ober Virus- trager übersteigt die der Erkrankten vielfach ganz bebeutenb. An Kinberlähmung svll von 500 Menschen, bie nie manifest erkrankt waren, nur einer Nasse fiout ist besonders empfindlich gegen Sonne! Erst abtrocknen, dann mit Nivea einreiben. So mindern Sie die Gefahr Sonnenbrandes und wundervoll bronzene Hauttönung. C156 in typischer Weise erkranken unb auf einen typischen treffen etwa 20 abortive Fälle. Der Erregernachweis bei klinisch Gesunben bebarf noch ber Anamnese und ber weiteren Beobachtung bes Untersuchten, um Bazillenträger von Dauerausscheidern unb Inku- bationsbazillenträgern zu trennen. Der positive Be- funb erlaubt einen gewissen Rückschluß auf ben Zeitpunkt ber Keimaufnahme. Unter Berücksichtigung ber Altersklassenbefunbe einer größeren Po- Von Friedrich Gchnack. Die Sage sieht in ben blühenben Scharen der Kamille, bie oft bie Felber überziehen ober im Ge- I treibe schimmern, auch an ben Säumen ber Wege aufmarschieren, verwunschene Svlbaten. Sie werben „Hermännchen" genannt — wohl von Heer-Mannen abgeleitet. Dieses Heer, zurückflutenb von einer unbekannten Schlacht, überschwemmte bie Brachäcker unb würbe verzaubert. Die zu Blumen verwandelten Svlbaten tragen gelbe Kriegshute mit weißem, herabgezogenen Rand. Sie sollen aus einem Land heimgekehrt sein, ein gewürzhaster Duft haftet ihnen an. Ist es ein morgenländischer? Schon in alter Zeit ist dieses Aroma den Pflanzenkundigen und Forschern aufgefallen. Das Wort Kamille, aus chamomilla herausgewachsen, stammt von dem griechischen Chamaemelon. Melon heißt Ap el — daher Melone — und chamai bedeutet niedrig, klein. Kleines Aepfelchen darf man übersetzen — das Kraut erinnert mit seinem frucht- artigen Geruch an Apfelduft. Gemeint ist die echte Kamille, das Mutter- kraut Matricaria chamomilla. Ihm zur Seite steht seine edle, kräftige, wirksame, südliche, bei uns häufig in ben Gärten angebaute römische Kamille, Anthemis nobile. Die echte Kamille wirb zuweilen mit ber unangenehm riechenden Hundskamille verwechselt, ebenso mit ber Ackerkamille ober ber Färberkamille. Don biesen bxeien hat nur bie Acker- kamille einen gewissen Heilwert, wahrenb bie stm- tenbe Hundskamille । zu Insektenpulver verwertet wird auch vom Imker als Jnsektenschutz, der sich damit einreibt, bie Bienen abzuschrecken, benutzt wirb unb die Färberkamille als gelbes Färbemittel bient Die Ackerkamille hat nur schwach buftenbe Blüten unb einen etwas harzigen Stengel. Die echte Kamille, bie berühmte Heilkamille, (außer ber römischen), erkennt man an ihrem kräftigen aromatischen Duft unb bem kegelförmig emporgeroolbten Fruchtboben, ber hohl ist. Die falsche Kamille, Matricaria inodora, besitzt einen nur halbkugelig ' aufqemölbten Fruchtboben, ber nicht hohl, Umbern mit Mark angefüllt ist. Ihr Duft ist schwach. Sie wirb halbmeterhoch, bie echte Kamille bleibt klein ""Sie" bewohnt gerne nicht zu feuchte Aecker, Brache selber sanbige, trockene Plätze unb Wegränder. Das einjährige Kraut blüht in den Monaten Mai bis August und zu dieser Zeit werden auch die Bluten- köpschen gesammelt. Der gefurchte, unbehaarte ter Die preisverteilung Aus der Stadt Gießen Aller» Partei- und Volksgenossen, die an der Aus- Backhaus. Lreisleiter. 15 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) MMMMMAliW 3tomie können es bis morgen bedenken, Herr ^.^ptmann Tudesco", tönt die Stimme wieder. „Wenn Sie sich in meinem Sinn entscheiden, so Wenn öb°5n^£S9Cn f,attfin6en- Die Nacht! Diese Nacht im Hotel am Bahnhof! xJn Der Gefängniszelle des engen Hotelzimmers! Oberst Tudesco liegt in seinem Bett, die Augen auf die Decke gerichtet, als müßte von dort der JtaubDogel niederstoßen. Die Frau kommt herein, die Frau, mit der er Damals in Villa Severini an der Frühstückstafel SurÄ ^a3,a Monfalconi: schwarz kommt sie durch den Raum, em Schatten, rückt ihm die Kissen zurecht, fragt, ob er seine Medizin genommen habe, !! reicht chm mit kühler Hand freundlich über die fiebrige Stirn und geht hinaus. Er muß denken — denken. Die Ziviltrauung auf dem Kapitol, die kirchliche föra ~ mie 3um Hohn spricht öer Priester seinen Segen. Am gleichen Tage nach Syrakus, am nächsten Mittag auf Dem Dampfer LS’ .0"* eine Wohnung gemietet, in aller Hast, drei Zimmer. Bedienung gesucht, mit einem Arzt gesprochen. Dort blieb Grazia, feine tbm eben angetraute Frau. Blieb schweigend, duldete alles Aweigend, auch das Letzte und Schwerste und Beglückendste, während er selber in Die Wanderungsgeschwindigkeit der Seuchen wächst mit zunehmendem Verkehr. Die vierte große Choleraepidemie, die 1863 begann, rückte deshalb schneller als ihre Vorgängerinnen nach dem Westen vor. Am schnellsten wandert die pandemische Grippe, die im Jahre 1918/1919 innerhalb von drei Monaten Europa, Amerika und Asien überzog. Da etwa 75 v. H. der Menschen empfänglich sind, weist der Ausbruch explosiven Charakter auf. Bei den Seuchen mit Saison- d)ar alter bestimmt der saisonelle Rhythmus den Ablauf und das Verebben der einzelnen Seuchsn- wellen. So ist der in der gemäßigten Zone vorherrschende Frühjahrsgipfel der G r i p p e st e r b . 1 i ch k e i t auf Rechnung der Pneumonie zu setzen, und auch bei der Keuchhusten- und Masernsterblichkeit liegen ähnliche Verhältnisse vor. Ruhr und Typhus sind Sommerkrankheiten. Viel ausgesprochener als beim Typhus ist der saisonelle Sommercharakter der Kinderläh - m u n g. Nach der jahreszeitlichen Häufung der Er- krankungen im August bis Oktober und allenfalls noch November gehen die Erkrankungsziffern in Deutschland mit aller Regelmäßigkeit von Januar bis Juli fast auf den absoluten Nullpunkt zurück. Die Jahreszeitenumkehr auf der Südhalbkugel kennzeichnet die Diphtherie als typische Sai- sonkrankheit.' Die gesteigerte Tuberkulose- st e r b l i ch k e i t im März bis Mai und der Früh- jahrgipfel der akuten und fubatuten Tuberkulose- Manifestationen werden der Ultraviolettstrahlung des Sonnenlichtes nach der vorausgehenden Strahlenarmut des Winters zugefchrieben. Auch die Erhebung der Ma fern kurve im Mai könnte in diesem Sinne gedeutet werden. Herbstinfektionen der Tertiana führen meist erst im kommenden Früh, fahr ober Sommer zu akuter Erkrankung. Die regelmäßige Wiederkehr der Epi- demien ist heute nur bei den kontagiösen Seuchen und nur dann zu erklären, wenn ein endemischer Herd die aufflackernde Epidemie aus sich selbst gebiert Diese Betrachtung rührt an die Grundprobleme der S e u ch e n e n t st e h u n g. Die Jnfektionswahr- schemlichkeit ist eine Frage der Jnfekttonsgelegenheit und verschieden je nach Infektionsquelle und Weg und damit den Beziehungen, die das menschliche Leben mit seiner Umwett verknüpfen. Infektion ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Krankheitsgeschehen. Entscheidend ist der jeweilige Grad der Empfänglich, kett, das Kräftespiel zwischen Organismus und ein- gedrungenem Krankheitserreger. Eine Epidemie findet ihr natürliches Ende, wenn die Zahl der Empfänglichen sich so ziemlich er- «Hopft. In den Jnfektketten sporadischer Krankheitsfälle glimmt der endemische Funke fort. Indes erhöht sich durch Geburtennachschub die Zahl der Empfänglichen wieder Jahr für Jahr. Ist die seine Garnison zurückreiste und vom Kommandeur die Versetzung nach Dirtobras erbat. Unb dann dann hat er die Frau nicht mehr gesehen. Die Frau, die seinen Namen trug, unb ihr Kind, das seinen Namen trug, sah sie nicht, bis Der Äneg mit Oesterreich ausbrach und alle Kabi- nettsranfe über den Haufen rannte und den Major Tudesco an die Nord front schickte. Als er die Marschorder bekam — er erinnert sich genau — hatte er wieder das Gefühl eines kalten Revoloerlaufs an der Schläfe: und diesmal würde kein abgrunbfiefer Schlaf ihm gestatten, feige zu fein! Diesmal würde es krachen, und kein Hotel zusammenlaufen, weil es ringsum taufend- -ltig frad)en wurde! Schließlich war ein ehrlicher öol'batentob vor dem Feind besser als ein Selbst, mord im Hotel. Kriegs $^aiDr ^■u^e5CD d°9 nist Begeisterung in den Auf der Durchreise in Tripolis sah er eine quäl» DoUe Stunde lang die Frau und ihr Kind. Er kämpfte eine Rührung in feinem Herzen nieder, als er bas kleine unschuldige Wesen anschaute, das nicht wußte, welche Verwirrung sein bloßes Dasein über zwei MenfckiM gebracht. Und bann fuhr er auf Transportdanhsern unb Militärzügen, die vorn toingen der Solbaten klangen, nordwärts. Vorn Vater hatte er, zwei Jahx zuvor, bas gelbe paus in den Kastanienwäldern von San Barto- tom60 geerbt. Es war verwaltet worden, bis der Krüppel feinen Einzug hatten konnte. Denn am Jfonzo, der, rot von Blut, feine Flut zum Meer walzte, schlug ihn das, Schicksal. Es schlug ihn genau an der Lebensader vorbei. Der ersehnte Tod ging durch das StacheldrahtoerhEu in den Nachbar- graben. Ein Krüppel wurde mit zwei zerschossenen Beinen ins Lazarett geschafft, wo die Aerzte ihre ganze Kunst Daran setzten, daß ein Krüppel nach Mongten das Lazarett verlassen — und fortan auf uriniwuh langsam, um das Bassin mit Den Goldfischen herumhumpeln konnte. das Wort zu • einer Ansprache, der wir u. a. folgendes entnehmen: *n der letzten Woche fand in Heidelberg wieder em Deutscher Studententag statt. Dieser Studententag vereinigte zum ersten Male das gesamte deutsche Studententum des Großbeutschen Reiches. Der erste Deutsche Stubententag fand im Jahre 1919 in Würzburg statt. Daß gerade in diesem Jahre die Tra. ditton der großen studentischen Jahrestteffen wieder ausgenommen worben ist, soll zweierlei botumen« tieren: 1. baß bas deutsche Studenten- unb Alt- Herrentum seine Einheit wieder gefunden hat unb nun unter einer Führung in bie Zukunft mar« Mert: 2. soll dieser Stubententag ein feierliches Bekenntnis sein zur Einheit des Reiches, bas den deutschen Studenten unb Alten Herren seit Jahrhunderten ein Hochziel ihres Kampfes war und ist Wir wollen mit diesen großen Jahreskundgebunaen der Oessentlichkeit sagen: der deutsche Student hat Tritt gefaßt unb ist zum Mitarbeiter geworden am Ausbauwerk unseres Volkes. Unsere stubentkschen Kameradschaften wer- den in der fünftigen Hochschule nicht nur nicht mehr meg3ubenfenbß Einrichtungen sein, sondern vielmehr als Gemeinschaften der NSDAP, starke Pfeiler derselben fein. Es kommt uns weniger auf Kenntnisse ün, sondern vielmehr auf Erkenntnis des Verant- wortungsbewußtseins, das der künftige Akademiker in seinem Beruf einst zu tragen in der Lage fein II. Preisaufgaben für andere wissen, schaftlich gebildete Bewerber: 1. Aus dem Gehiet der Deterinärmedizi. nischen Fakultät: „Inwieweit sind die in d,en Arbeitsbereich des Tierarztes fallenden Lebens- mittel und andere tierische Stoffe noch nicht ausreichend als Rohstoffquellen für die Ernährung von Menschen oder Tieren oder für andere Zwecke aus« genutzt, unb in welcher Weise ist eine bessere Aus- Nutzung in Angriff zu nehmen." Verfasser: Dr. med. vet. Karl Leiiz, Gießen. 2. Aus bem Gebiet ber Philosophischen Fakultät: „Die brei großen Streitschriften gegen bas Christentum (Celsus, Porphyrins, Kaiser Julian) sollen in einer vergleichenden und entwicklungsgeschichtlichen Darstellung nach der Wahl ber Argumente und nach bem Verhältnis zur christlichen Apologetik gewürdigt werden." Verfasser: Oberassistent Dr. Heinrich Otto Schröder in Gießen. Profesior Dr. .Dietz beglückwünschte sämtliche Preisträger im Namen der Ludwigs-Universität auf bas herzlichste. Nach einem vom Rektor ausgebrach- ten dreifachen Sieg-Heil auf den Führer unb bem gemeinsamen Gesang der Nationallieder fand bie Jahresfeier mit bem Fahnenausmarsch unb dem mismarja) des Senats unb des Lehrkörpers ihren Abschluß. * Bweig Der Epidemiologie. Ueber fast allen kontagiösen Erkrankungen liegt in dieser Hinsicht noch ein undurchdringlicher Schleier gebreitet. So ist bie Kinderlähmung, bie in ines külteii Ml würde i, stige zu lein M 7i taujend- Der 32jährige Schlosser Gustav Krieger Rüddingshausen zog sich, bei einem Sturz seinem Auto, eine Gehirnerschütterung und _____ Rückenprellung zu. — Der an der Reichsautobahn beschäftigte Vinzenz Jmmerode aus Orünberg erlitt bei seiner Arbeit einen Bruch des rechten Oberschenkels. — Der ebenfalls bei der Reichsautoden Buchum»' igsboot tanzt !IL Der Hirn- itz zuckt weiß, munb Rüstig Schwache Heidelbeer-Srnte im Westerwald. LPD. R e u w i e d , 28. Juni. Eine Einnahme von besonderer Bedeutung stellt für viele Dörfer des Westerwaldes die Heidelbeerernte dar, haben doch mele von ihnen in guten Jahren Einnahmen von mehreren tausend Mark zu verzeichnen. Leider ist in diesem Jahre ein starker Ausfall zu erwarten, da die ungünstige Witterung und insbesondere der Frost im Aprtl und Mai großen Schaden angerichtet haben. Dte Ernte, die tn den nächsten Tagen beginnt, wird also wett hinter dem Normalertrag Zurückbleiben und dadurch für die Bevölkerung des Westerwaldes einen erheblichen Verdienstaussall bringen. - dann 116 wieder aus Hessen-Aajsau-Fahrl 800 Hitlerjungen fahren an die untere Lahn. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Sloria-Palast, Seltersweg: „Eifersucht". — Reichs- * Watzenborn-Steinberg, 30. Juni. Der gestrige Mittwoch brachte für unsere Einwohnerschaft bereits ein recht eindrucksvolles Vorspiel für den Kreisfeuerwehrtag am kommenden Samstag und Sonntag. Die örtliche Freiwillige Feuerwehr unternahm eine große Hebung, die sie am kommenden Sonntag vor einer großen Anzahl von Feuer- wehrkameraüen zu zeigen haben wird. Darüber hinaus aber fand auch eine Hebung mit vier Motorspritzen statt, mit deren Einsatz aus Zwölf Strahlrohren Wasser gegeben werden konnte. Die Hebung ließ erkennen, das der kommende Sonntag ein feuerwehrtechnisches Schauspiel nicht alltäglicher Art bringen und beweisen wird, daß die Feuerwehren des Kreises Gießen' zu einem außerordentlichen Leistungsstandard entwickelt worden sind. jng in den eine qud« Aind. en nieder, Haute, das Ls w n fuhr i, die oom das gelbe in ,, dis der Denn am M M-k HlUg lhN »bnte Tod Machbar- Ichosse.ne«. erzte jg ppel na« artan asim w-t ,anW Erlaub' en «J her L? fl^fl- lconl folg" I°rwe-iri, In bi/ „ habens” Kcke ai/s. Miere Lug, Hoffer: U iPPMidjen 'Wen und Die Fahrt ist die Ausdrucksfqrm des heutigen Wanderns, sie führt uns zur zukünftigen Erziehung: zum Schauen und Erleben unserer Heimat als der Quelle zu Blut und Boden. Zum zweiten Male führt die Hitler-Jugend in unserem Gebiete ihre große Fahrt, die Hessen- Nassau-Fahrt, durch. 60 000 Jungen des Gebietes Hessen-Nassau erlebten im vorigen Jahre ihre Heimat auf Fahrt und Lager. Eine noch größere Anzahl wandert in diesen Monaten hinaus in die schönsten Teile unseres Gaues. Jungbauern, Jungarbeiter und Schüler: Hitlerjungen fahren hinaus, durchstreifen die Heimat, lernen deren Vielgestaltigkeit und Schönheit kennen und finden sich dann zu einer aufrichtigen Kameradschaft zusammen, die über die Jugendjahre anhalten wird. rzünden von Feuer, durch ungenügende Beaus- iytigung angezündeten Feuers, durch Fortwerfen nennender oder glimmender Gegenstände oder auf 'dere Weise in Brandgefahr bringt. Daneben be- lhen ortspolizeiliche Vorschriften, die das Feuer- Oachen, Rauchen und Wegwerfen brennender oder tfmmenber Zündhölzer oder Rauchwaren, sowie Is Ausklopfen brennender Tabakpfeifen in den Salbungen, deren Hmkreis bis zu 90 Meter und if den durch die Waldungen führenden Straßen 'd Wegen verbietet und Geldstrafen dis i 150 Mark bzw. Haft bis zu 14 Tagen ir Hebertretungen androht. Wer eine dieser gesetzten Bestimmungen verletzt'und auf frischer Tat * i itroffen oder verfolgt wird, kann durch jedermann Lne richterlichen Befehl vorläufig festge- no m m e n werden, wenn er der Flucht verdächtig is ober wenn seine Persönlichkeit nicht sofort fest» jifteüt werden kann. We sämtliche MverM auf r ausgebrach- rer und dem Jer fand die ch und dem 'orpers ihren Lerkehrsunfall mit Todesfolge. *Grebenhain,29. Juni. Der hiesige 32 Jahre alte Kraftfahrer Karl Hf i n g e r erlitt dieser Tage infolge eines Autozusammenstoßes einen schweren Ober» und einen ebenfalls schweren Hnterschenkel- bruch, soxvie eine erhebliche Verletzung des Kniegelenkes. Der bedauernswerte Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Am heutigen Donnerstag erlag er den erlittenen Verletzungen. Landkreis Gießen. * Lollar, 29. Juni. Hier läuft zur Zeit ein Lehrgang des Mütterdienstes in Gesun>heits- lchre und häuslicher Krankenpflege, den Schwester 3o je fine Englert leitet. 23 junge Frauen und Mädchen, auch Mitglieder der Jugendgruppe, nehmen an dem Kurs teil. gfs. chSaasen, 29. Juni. Der Gesangverein „Heiterkeit-Sängerkranz" Großen-Buseck weilte am letzten Sonntag bei dem hiesigen Gesangverein „Eintracht" zu Gast. Der 1. Vorsitzende des Großen-Busecker Vereins, L. Wagner, ist ein Sohn unserer Gemeinde. So ließen es sich seine Sänger nicht nehmen, ihn und seine Eltern durch einige schöne Lieder vor seinem Geburtshause zu ehren. Die gut zu Gehör gebrachten Lieder ernteten bei den dankbaren Zuhörern starken Beifall. Anschließend begab man sich ZU dem Kriegerehrenmal unserer Gemeinde um die Gefallenen des großen Krieges zu ehren. Man begab sich dann in die Gastwirtschaft Willi S ch e p p und verlebte bei abwechselnd vorgetragenen Liedern und sonstigen unterhaltsamen Vorträgen frohe Stunden. Der Ehrenpräsident des Busecker Vereins bankte für die freundliche Aufnahme und lud den hiesigen Verein für nächstes Jahr zu einem ähnlichen Fest nach Großen-Buseck ein. + Eberstadt, 29. Juni. In unserer Frauen- schäft und in Dorf-Gill wurde ein Hauswirt- schaftlicher Abend veranstaltet, wobei der Film „Neuzeitliches Einkochen" gezeigt wurde. Die Frauen folgten mit großer Aufmerksamkeit und nahmen mantfie Anregung mit nach Hause. Der Abend war sehr gut besucht. gfs. * Stangenrod, 29. Juni. Ein Hauswirt- schaftlicher Nachmittag vereinte die Mitglieder von Frauenschaft und Frauenwerk. Die Abteilungsleiterin sprach über das Thema „Aus alt wird neu". Anschließend wurde ein gemeinsamer Ausflug zum Autobahnlager unternommen und das Lager besichtigt. gfs. * Trais-Horloff, 29. Juni. Die Abteilung Volkswirtschaft/Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk führte hier einen Kochabend durch. Es wurde die Herstellung zeitgemäßer Gerichte gezeigt. Am Pflichtabend sprach die Leitern der Abteilung Grenüand-Ausland über: „D»r nach Großdeutschland". Es wurde eine Spende gesammelt für den Kameradschaftsgau Oberschlesien. gfs. möglichst in den Schatten und setze sie nicht direkt der Sonne aus. Durch das an sich gutgemeinte dichte Verhängen der Ställe ist die Ausdünstung desto druckender. Auch mit dem Geflügel habe man an heißen Tagen Erbarmen. Vögel in Käfigen brauchen ein Wasserbad. Gießener Dochenmorktpreise. * (3 i e 6 e n , 30. Juni. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11J4, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12^, Wirsing, N kg 12 bis 15, Weißkraut 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, rote Rüben 12, Römischkohl, % kg 8 bis 12, Bohnen, grün, 30 bis 35, Erbsen 18 bis 28, Tomaten 35 bis 50, Zwiebeln 15 bis 20, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber, % kg 10 bis 15, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 13 bis 15 Pf., Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 50, Aepfel, ausländische, 60 bis 65, Kirschen 60, Stachelbeeren" 25 bis 30, Johannisbeeren 45, Erdbeeren 40 bis 50 Pf., Hähne 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner 90 Pf. etwas freundlicher, aber Daimler 0,50 v. H. schwächer. Am Elektromarkt hatten Lechwerke bei größeren Hmsätzen eine Steigerung um 1.13 v. H., RWE. um 0,25 v. H. Gegen den letzten Frankfurter Kurs waren Siemens dagegen um 3,50, AEG. um 0,65 v. H. schwächer. Im einzelnen setzten Reichsbahn-Vorzüge ihre Erholung um 0,13 v. H. fort, Julius Berger gewannen 1,40 v. H., während Scheideanstalt, Metallgesellschaft. VDM. gut gehal- ten, Conti Gummi aber 1, Reichsbank 0,25 v. H. verloren. Am Rentenmarkt trat weder in dem geringen Umsätze noch in der Kursentwicklung eine bemerkenswerte Veränderung ein. Die zertifizierte Kali- Anleihe war etwas höher mit 91,50 v. H. gesucht, Holland-Pfandbriefe auf die Umtauschvorhaben hin wiederum z. T. 4 bis 5 v. H. niedriger angeboten und ohne Nachfrage. Der Börsenverlauf war ohne jede Anregung. Im großen und ganzen waren die Kurse gegenüber den ersten Feststellungen unverändert, IG.-Farben- industrie gaben allerdings 0,40 v. H. nach. Don den später notierten Werten waren Aschersleben 1, Rhein-Mainische ®6rfe. INillagsbörse weiter freundlich. Frankfurt a. M., 29. Juni. Die Börse behauptete ihre freundliche Grundhaltung und hatte zu Beginn auch ein gut belebtes Geschäft. Ganz überwiegend konnten sich die Kurserholungen fort« setzen. Allerdings waren nach wie vor Abwicklungs- Verkäufe aufzunehmen, die bei einer Reihe von Papieren noch einen gewissen Kursdruck auslösten. Einige Spitzenwerte waren vernachlässigt, so JG- Farbenindustrie, die 0,25 v. H. schwächer einsetzten. Dagegen Montanwerte immer noch durch die Ausführungen des AR.-Vorsitzers von Klöckner angeregt und fester. Klöckner selbst stellten sich um 1,90, Hoesch um 0,75, Mannesmann 0,13 v. H. höher, während Verein. Stahlwerke um 0,13 v. H., Rheinstahl um 1 v. H. niedriger eröffneten. Maschinenwerte lagen uneinheitlich, Junghans erholten sich stärker um 3 v. H., Rheinmetall, Setter & Scherer, diese ausschließlich Dividende, gut gehalten, Demag 0.25, Eßlinger Maschinen 0 50 v. H. leichter. Von Automobilwerten Adlerwerke und BMW. eher, Salzdetfurth 0,75 v. H. fester. Renten hatten keine Veränderung mehr. Der Pfandbriefmarkt lag wiederum sehr still, einzelne Industrie-Obligationen waren eher gefragt. Kurz vor Monatsende erfolgten stärkere Abrufe am Geldmärkte, der Satz wurde auf 2,50 (2,25) d. H. erhöht. Abendbörfe knapp behauptet. Die Abendbörse hatte wiederum sehr wenig Umsätze, die Kurse lagen gegenüber dem Mittagsschluß teilweise nur knapp behauptet. Das wenige heraus- kommende Material fand nicht immer Aufnahme. IG.-Farbenindustrie notierten mit 155,50 v. H. unter Mittagsschluß, Deutsche Erdöl 0,25 v. H. niedriger, Gessürel verloren 0,50, Deutsche Linoleum dagegen 0,50 v. H. freundlicher. Arn Rentenmarkt wurden so gut wie feine Umsätze erzielt. Es notierten AEG. Obl. 102,25, 5 v. H. Gelsenberg Obl. E 101,40, JG.-Farbenbonds 130,65, Adlerwerke 113,75, Bemberg 138,75, Berger 152, Bekula 161,50, Buderus 114,40, Deutsche Erdöl 137, Scheideanstalt 235, Deutsche Linoleum 158, Licht und Kraft 140, IG.-Farben 155,50, Gessürel 144,50, Junghans 117,75, Hafenmühle 160, Lanz 180,75, Mainkraft 92, Mannesmann 112,13, Metallgesellschaft 130,50, Moenus 130,25, Rheinstahl 140,50, Südd. Zucker E 220, VDM. 168, Adca 102,75, Commerzbank 113,75, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank 111,65. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 29. Juni. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R12 187, R 15 190, R 18 194, R 19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete: Futtergerste —, Futterhafer —; Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich: Weizenfuttermehl 13,20, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Rog- genkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation: Sojaschrot — Palmkuchen —, Erdnußkuchen —; Treber getrocknet 14.— Höchstpreis ab Erzeugerstation: Trocken- chmtzel —: Heu gut, gesund, trocken 5,50, do. draht- gepreßt —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, do. gebündelt 3.— Erzeugerhöchstpreis frei Erzeugerverladestation. Tendenz: ruhig. hfeA IM Wf äs i I ■ der Berg mit lenbqolb liegt en Pfad zur itter, ganz in trägt keinen I. Mn afjnt TehAz, den 1z. R^en im n liegt, man Königstöchter Zettern vormittag ereignete sich auf der Straße za^siyen Gießen und Steinbach ein schwerer Ver- f eilte Unfall. Vier Schwestern aus Marburg, die in eir.em Personenkraftwagen unterwegs waren, kamen dabei zu Schaden. Der Unfall kam dadurch zutande, daß die Lenkerin des Personenkraftwagens eben Lastkraftwagen überholen wollte, dabei aber nkgt bemerkte, wie aus entgegengesetzter Richtung ei' Personenwagen herankam. Obwohl der Lenker dt> entgegenkommenden Kraftwagens ganz rechts steuerte, gelang es nicht, den Zusammenstoß zu ver- ntiiben. Die Schwestern erlitten dabei Schnittwunden urö Hautabschürfungen sowie Prellungen, glücklicher- wnse leichterer Art, so daß sie nach erster Behand- hng in der Chirurgischen Klinik ihre Reise fortsetzen feinten. Die Zeit einer Erkrankung ist kein Urlaub! NSG. Mit dem auf Erhaltung und Förderung ba körperlichen und geistigen Kräfte gerichleten Zrieck des Erholungsurlaubes ist es nicht zu verein- beren, den Urlaub in die Zeit der 'Erkrankung eines Eefolgschaftsmitgliedes zu legen, zumal das Gest' gschaftsmitglied während der Erkrankung regcl- : ffäßig ohnehin schon einen Anspruch auf Fortzahlung des Lohnes oder Gehalts hat. Erkrankt ein Lsiolgschaftsmitglied, nachdem der Urlaub fest- flilegt, aber bevor er angetreten ist, so muß ihm « 'der Regel das Recht eingeräumt werden, die Erlegung des Urlaubs für die Zeit nach seiner kieberherstellung zu verlangen, wenn betriebliche Kründe dem nicht entgegenstehen. Dies gilt auch, trenn das Gefolgschaftsmitglied gekündigt hat und bishalb eine tatsächliche Verlegung der Freizeit in Jia Zeit nach der Wiederherstellung nicht mehr tröglid) ist. In diesem Falle ist dann die Urlaubs- Dirgütung ohne Gewährung von Freizeit zu zahlen. Die Auffassung des Urlaubsanspruchs als eines Anspruchs, der Freizeit und Urlaubsoergütung in eine notwendige Einheit zusammenfaßt, führt dazu, diß der Betriebsführer verpflichtet ist, die Urlaubs« v rguhing vor Beginn des Urlaubs auszuhändigen, tteil das Gefolgschaftsmitglied ihrer regelmäßig be- tarf, um den Urlaub zur Erholung benutzen zu sinnen. Das Verbot anberroeitiger Lohnarbeit während bis Urlaubs verliert feinen Sinn und steht daher bir Zahlung des Lohnes auch ohne.Gewährung des Urlaubs dann nicht entgegen, wenn die Freistellung bis Gefolgschaftsmitglieds von der Arbeit nicht aehr möglich ist. 280 Arbeitsmqiden wurden entlassen. NSG. Am Dienstag wurden 280 Arbeitsmaiden aZs dem Bezirk 11, Hessen, des Arbeitsdienstes für be weibliche Jugend entlassen. Nach sechsmonatiger Sätigfeit im Dienst des Volkes kehrten sie als ganze [ "^erle" in ihr Elternhaus und in ihren Beruf zu- I k'Kck. Die Erlebnisse, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen in der Gemeinschaft ihrer Kameradinnen und bei den Siedler- und Bauernfrauen, binsn sie Tag für Tag unendlich viel Sorgen und Tkühen abnahmen, werden sie durchs ganze Leben bc gleiten. Nicht lange sind die Lager verwaist. Am L Juli treten bereits wieder 520 Mädel aus allen •feilen des Reiches ihren Dienst für die Gemein- fäaft, der für sie Mütterdienst ist, an. Es ist dies or-r letzte vierteljährliche Einstellungstermin. In Zukunft können Anträge nur zum 1. April und 1. Ok- si der berücksichtigt werden. Ausgenommen sind die Anträge der Führeranwärterinnen. — Alle Arbeits- n aiben durchlaufen während ihrer halbjährigen Dienstzeit einen Roteft-Kreuz-Kursus, an Mfen Schluß sie eine Prüfung über die Grundausbildung ablegen. Tränkt die Tiere? 2pd. Der'Sommer bringt Tage mit außergewöhn- ücher Hitze. Dies gibt Veranlassung, ein gutes Wort an . d e Tierhalter zu richten. Tränkt während des Tages d e Pferde! Ein kräftiger Schluck Wasser erfrischt die ^'schöpften Tiere genau wie die Menschen. Vergeßt ouch die Kettenhunde nicht! Es ist eine bekannte Tatsache, daß Hunde, besonders im Sommer, sehr , nicht von der Tollwut befallen werden können, wenn sir nicht täglich frisches Wasser erhalten. Leider wird dis an heißen Tagen aus dem Lande vielfach über» nhen. Es ist Pflicht jedes Hundebefitzers, besonders Dm angefetteten treuen Wächtern stets frisches Hasser in den Trog zu schütten. Auch die Stallhasen d-auchen Erfrischung. Die Hasenställe bringe man bis 1,05 Märk, Blumenkohl, das Stück 10 bis 70 Pf., Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 40, Einmach- gurken 15 bis 20, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 18, das Bündel 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10, Rotkraut, % kg 30 Pf. ** Sirenenprobe. Am morgigen Freitag werden in der Zeit von 10 bis 12 Hhr hie neuaufgestellten Feuer- und Luftschutzsirenen einer Prüfung unterzogen. Die Sirenen werden probeweise m Betrieb gesetzt. Zu einer Beunruhigung besteht also fein Anlaß. ** Die Ausgabe der Fettverbilli- gungsscheine und der Bezugsscheine für Konsum-Margarine für die Monate Juli bis September erfolgt nach einem bestimmten Plane, der in einer Befanntmachung des Oberbürgermeisters zur Kenntnis gebracht wird. ** Städtische Leihbücherei vorübergehend geschlossen. Die Stadtverwaltung macht daraus aufmerksam, daß die Städttsche Leihbücherei (Neuen Bäue 30) in der Zeit vom 7. bis 21. Juli geschlossen ist. -Die entliehenen Bücher müssen bis zum 6. Juli zurückgegeben werden. Große Werte an deutschem Volksvermögen wer- dn Jahr für Jahr durch Waldbrände vernichtet. Deist sind sträflicher Leichtsinn und die Uebertre» fing gesetzlicher Bestimmungen die Hrsache. Es wer- d-n daher die zur Verhütung und Bekämpfung von Taldbränden ergangenen Bestimmungen in Er- ineruna gebracht: Nach Dem Reichsstrafgesetzbuch wird mit Gefäng- ifs bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe oder ftt einer dieser Strafen belegt, wer Wald-, Heide- o'er Moorflächen durch verbotenes Rauchen ober aus wandern unsere Fahrtengruppen in kurzen Tagesstrecken lachend und singend hinein ms schöne nassauische Land. Limburg, die alte Residenz mit dem prachtvollen siebentürmigen Dom, das alte Städtchen Nässau mit dem Schloß des Reichsfreiherrn oom Stein, Bad Ems, das berühmte und historische Weltdad, und die Dörfer links und rechts der Lahn werden unsere Hessen-Nassau-Fahrer kennen lernen. Mit unseren Liedern und Volksgemeinschaftsabenden, dem srisch-fröblichen und quicklebendigen Geist unserer Junggenossen werden wir wieder die Dörfer erobern. ♦ Hier ist eine Jugend auf dem Marsch zur Heimat und zum Volk. Wir glauben, daß auf Fahrt Kameradschaft und Disziplin ihre höchste Formvollendung findet und der junge Deutsche dort in Sonne, Luft und Wasser seine schönsten Ferien verleben kann. Fahrtabteilungsführer Weitershaus. Unj| lisischutzbund Ortsgruppe Gießen und Haus- und Grundbesitzerverein: 20 Hhr, Cafö Leib, Tonfilm- ad: nd mit Vorträgen des Reichsausschusses für Sachwirte r Haltung: Major a. D. Freiherr von IDtaf» senbach, Berlin. der ' ^rhaltniz iUr ; chroder in SJlxfpoti hergeben, um einen Sieg für Deutschland heraus- zllholen. Zuaendfußball im $6. 1926 c^rohen-Suseck. Lleb-fpaÄ-una in Wimbledon. Austin schlug Henkel 6:2 6:4 6:0. Es ist für Henner Henkel anscheinend nicht gut, als Favorit in den Kampf zu gehen. Bei den Tennis-Turnieren in Wiesbaden und Berlin hedog er in diesem Jahre als Favorit Niederlagen. In Wimbledon wurde der Deutsche bei den englischen Tennis-Meisterschaften anfangs als nicht besonders spielstark angesehen. Doch er schaltete einen Gegner nach dem anderen überlegen aus und gab bis zur Vorschlußrunde keinen Satz ab. So galt er schließlich im Kampf der letzten Vier in vielen Kreisen als Favorit gegen A u st i n , da der Engländer Mühe hatte, bis in die Vorschlußrunde zu kommen. Doch brachte der Kampf am Mittwoch auf dem Meisterschaftsplatz vor ausverkauften Tribünen eine Umkehrung der bisherigen Form. „Bunny", Englands Tennis-Liebling, war ofrin ersten Schlag an wunderbar in Fahrt und schlug den Rotweißen ganz glatt 6:2 6:4 6:0. Henkel war bestimmt nicht schlecht, aber gegen diese Ueberform des Engländers kam er nicht an Der ganze Kampf währte nicht länger als eine Stunde Als Henkel den ersten und den zweiten Satz abgeben mußte, konnte et sich keine Gewinn-Chancen mehr ausrechnen und ließ den dritten „zu Null" schießen. . 1 Auch das zweite Vorrundenspiel zwischen dem amerikanischen Titelverteidiger Donald B u d g e und dem Jugoslawen Franz Puncec dauerte nur 60 Minuten. Obwohl sich Budge nicht 'm bester Form befand, genügte seine Klasse doch, um den des englischen Amateurboxsports. England hat elf Länderkämpfe ausgetragen und davon nur einen verloren, und zwar gegen Norwegen mit 6:10 Punkten. Im Vorjahre wurde dann nach Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeiten die erste Begegnungx zwischen England und Deutschland abgeschlossen. Zwölf Deutsche gingen im Dezember in London gegen die Briten in den Ring. Der Kampf der beiden regulären Staffeln endete 8:8 unentschieden. Doch rechnen die Engländer gern die vier Einlagekämpfe zum Länderkampf hinzu, dann haben sie nämlich mit 14:10 Punkten gewonnen. Auch beim zweiten Kampf Deutschland — Endland stehen sich neben den beiden Achter-Staffeln je vier weitere Boxer in Einlagekämpfen gegenüber, so daß am Samstag insgesamt zwölf Begegnungen aus dem Programm oorgemerkt sind. Deutschland schickt seine stärkste Mannschaft in den Kampf: von den Meistern wurden Heese durch Nürnberg, Murach durch Fluß und Köppers durch Vogt ersetzt. Bei den Engländern ist nur der Weltergewichtler Webster vom ersten Länderkampf wieder dabei. Eine Voraussage ist also schwer zu treffen. Unsere besten Vertreter besitzen wir wieder in den oberen Gewichtsklassen, aber auch die anderen, vor allem natürlich Nürnberg, werden ihr Bestes Großen-Vuseck 3gb. — VfB.R. Gießen 3gb. 2:6. Am vergangenen Sonntag weilte die 2. Jugendmannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen zu einem Freundschaftsspiel bei der neuaufgestellten Jugendmannschaft des FC. 1926. Dem Spielverlauf nach hätte die Niederlage nicht so hoch ausfallen dürfen, denn die Busecker Jungens zeigten ein schönes Spiel. Schon nach kurzer Spieldauer konnten die Busecker durch ein schönes Tor von Wagner in Führung gehen. Die Freude dauerte aber nicht lange, denn die Gäste glichen bald aus und gingen sogar in Führung. Allmählich machte sich aber die Spielerfahrung der Gäste bemerkbar. 4:1 lautete das halbzeirergebnis für VfB. Nach der Pause probierte man einige Spieler aus, W. Harbach fügte sich gut ein. Er war es dann auch, der durch kluges Spiel mithalf, den 2. Treffer für feine Mannschaft zu erzielen. Jetzt drängten die Einheimischen mehr, mußten sich aber noch einen weiteren Treffer der Gäste gefallen lassen. Saasen I — Reichsautobahnlager Winnerod 10:1. Unsere 1. Mannschaft spielte am Sonntag gegen eine Elf des Reichsautobahnlagers I Winnerod. Saasen hatte das Spiel jederzeit in der Hand und siegte mit 10:1 (8:0). 32 Meistertitel -16 Reichssieger. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Breslau. Jugoslawen 6:2 6:1 6:4 auszuschalten. Im Endspiel treffen also Budge und Austin zusammen. Mit der Amerikanerin Fabyan erreichte Henner Henkel im Gemischten Doppel durch einen 5:4, 6:3- Sieg gegen Wheeler-Metaxa (USA.-Deutschland) die letzten Acht. Deutschlands Amateurboxer zum zweitenmal gegen England! Die Reichshauptstadt erlebt am kommenden Samstag, 2. Juli, eines der größten Ereignisse im deutschen Amateurboxsport: den, zweiten Länderkamps gegen England. Den Rahmen dieser mit Spannung erwarteten Begegnung zweier der besten Boxnationen der Welt bildet die Dietrich-Eckart- Bühne des Reichssportfeldes, die nach weiterem Ausbau mehr als 20 000 Zuschauern Platz bieten wird. Werfen wir einen Blick auf die Länderkämpfe Die große Heerschau der Körperschulung während des großen Turn- und Sportfestes Breslau 1938 vom 25. bis 31. Juli wird eine Uebersicht über die Ertüchtigung und Ausbildung unserer Jugend bringen, die vollkommen in Einklang mit den Wünschen des Führers, „Ein Volk in Leibesübungen", steht Die durch die Breitenarbeit bedingte Leistungssteigerung findet ihren höchsten Ausdruck in den Kämpfen der Spitzenkönner, den deutschen Meisterschaften in fast allen Sportarten. Um eine einwandfreie Abwicklung der deutschen Leichtathletik - Meisterschaften für Männer und Frauen zu gewährleisten, kommen die Kämpfe auf der Jahn-Kampfbahn, neben der Schlesier-Kampfbahn zur Durchführung. Drei Tage lang, vom 28. bis 30. Juli, werden insgesamt 32 Titel vergeben, bei den Junioren entbrennt der Kampf um die Ermittlung der 16 Reichssieger. Bei den Männern gelangt das gesamte olympische Programm zur Durchführung, ergänzt durch die 4X1500-Meter- Staffel und die Mannschaftswertung im Marathonlauf. Zu den sechs Wettbewerben des Leichtathletik- Olympiaprogramms der Frauen kommen noch zusätzlich 200-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen. Bei den Junioren werden die Reichssieger in 1Q0, 200, 400, 800, 1500, 3000 Meter und im 110- und 200-Meter-hürdenlauf, im Weit-, Drei-, hoch- und Stabhochsprung, im Hammer- und Diskuswurf sowie im Kugelstoßen festgestellt. Die Entscheidungen kommen nach folgendem Plan zur Durchführung: Donnerstag, 2 8. Juli: Meisterschaften, Männer: 100 Meter, Stabhochsprung, Weitsprung, Speerwurf: Reichssieger Junioren: 100 Meter, 400, 800, 1500 Meter, 110-Meter-hürden, Kugelstoßen, Speerwurf, Hammerwurf, Weitsprung, Hochsprung. Freitag, 29. Juli: Meisterschaften, Männer: 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 5000 Meter, 110- Meter-hürden, 400 - Meter - Hürden, Marathonlauf, 4X1500-Meter-Staffel, Hammerwurf, Dreisprung, Gießener stille Winkel und Gassen! .. Wer kennt seine Heimatstadt? ‘djjoßquDG) aaq ui auna(pJjiaai(pDß suolpZ Iss' Kugelstoßen: Frauen: 100 Meter, Weitsprung, Ku- gelstoßen, 200 Meter: Junioren: 3000 Meter, 200- Meter-Hürden, Dreisprung, Stabhochsprung, Diskuswurf. Samstag, 3 0. Juli: Meisterschaften, Männer: 1500 Meter, 3000 Meter Hindernis, 10 000 Meter, Diskuswurf, 4X100-Meter, Hochsprung, 4X400- Meter, Hochsprung: Frauen: 200 Meter, 80-Meter- hürden, 4X100-Meter, Hochsprung, Diskuswurf, Speerwurf. Jranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 984 Rinder (208 Ochsen, 137 Bullen, 432 Kühe, 207 Färsen), 423 Kälber, 19 hämmel, 8 Schafe, 291 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 29 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 17 bis 43, Färsen 28 bis 44, Kälber 36 bis 65, hämmel 34 bis 48, Schafe 34 bis 42, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktoerlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, hämmel und Schafe mittelmäßig. Stadttheater Gießen Freitag, den l.Juli 1938, 20.15 Uhr bis 22.15 Uhr: Einmalig es Gastspiel! Stielet* firoßerheiimr Abend Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.— / 4394D llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllMlllllllllllllllllllllilllllllllll Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini LMMMMM 500 0 24 500 0 20 500 0 22 , 500 0 32 Paket 40 Paket 15, 11 500 0 75 Inhalt 90 .. 50 4389 A. .. Beutel 6 Beutel 3 erfrischend und nahrhaft- dieSpeisefürden Sommer Himbeer-SyrUp0ar-em.^e Fl,90oa Inhal 1.6*. • Schraub-Flasche, 25ü 0^----_ Weizen-Grieß, Typ0 450 Burma-Reis ’ lasiert .... Italienischer Re ...... Siam-Patna-Reis....... Oetker Rote GrUUe__ 3 % RABATT ir^ GLORIA Mordpi PALAST ■ ■ Herbert Moos heeresforstaffessor Lotte Moos, geb. Klein Vermahlte Heeresforstamt Wildflecken Gießen (Ithön) Liebigstryt-e 21 30. Iunl 1938 _________________________________________4388P Ab heute Donnerstag: Gießen Bahnhofstraße 10 1. Juli 1938 Das große le i s t u n g s fä h i g e Fachgeschäft für Gute Uhren / Schönen Schmuck Goldene Trauringe / chualitäts-Tafelbestecke und Taselgeräte Bekannt durch Qualität und Pr eis würd i gkeit Ein Großfilm Equilibristische Höchstleistung 4390A Beiprogramm, Ufa-Ton-Woche - Tägl:ch 4,6,8.30, Sonntag 3,5.30,8.30 nach dem Schauspie ,.Der lebende Leichnam** von Leo Tolstoi mit Gaby Mor'ay, Victor Francen Regie: Marcel L'Herbier In deutscher Sprache Auf der Bühne ^QllOTOSfci 50jährige Gründungsfeier des Turnvereins Heuchelheim am 2. und 3. Juli 1938 auf dem in unmittelbarer Nähe der Turnhalle gelegenen Festplatz Samstag, den 2 Juli, 20 Uhr: Großer Festabend im Festzelt unter Mitwirkung aller Abteilungen des Turnvereins, der drei Gesangvereine sowie der Kapelle Schleuffe Sonntag, den 3. Juli: 8.00 Uhr Jubiläumswettkampf. — 14.00 Uhr Festzug; anschließend auf dem Festplatz turnerische Vorführungen, Volksfest und Tanz 440QD- Ein f am ilien» haus mit Garten zu taufen gesucht. Schr. 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