20'®ib'H "®.6. Zle. . io_ ' $r> 9äger, ttr.124 Erstes Blatt 188. Zahrgang Montag,30. Mai 1938 Lrjchetnr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugspreir: MU 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr. , -L5 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzeu Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrLHIsche Uuiverfitätsdruckerei R. Lange in Sichen. 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Kamern' 1 S'e 9h%flrum 'J Ks"' t,otu8 A°' 4 W«“. fflal "* irt«n «ft# ° W W unb Kisw yyV«; sts* oerunglüdt "euen Postflug, °|(®*Pitän tu QrI Kirch, 'b e ums Leben, diesen Männern ' öer Erprobung ng neuer Luft- iben. llung verurteilt. Egcnstein) das ergebrannt. Die 'ocht der Brand, ober zu feinem Wenina einen 'Münz beschul, 'ch der Beschul. Haus war mit -rung zahlte da. tte sich jetzt vor rantmorten, das • Brandstif., . chthaus^ Der« iHe von vorsätzl den Jahren in hrt worden tff£ en Angeklagten ' Jahren Zuchtl liionüunglW »effa. Zunkspruch.) »Ea- lelbunq aus Mos- dessa ein schweres us zwei Handels' i sollten, gingen n in die Luft, elle aetotet, Matrose^ schwer i- Lkpl-ß-» -n' □flijn über. Iaht färben. M-n Werk von Leuten Wir bauen aus unsere eigene Kraft. Or. Goebbels rechnet mit den internationalen Friedensstörern ab. Dessau, 29. Mai. (DNB.) Mehr als 300000 Volksgenossen des Gaues Magdeburg-Dessau waren am Sonntag in ihrer Gauhauptstadt zum Gautag der NSDAP, zusammengeströmt. In der Elbeniederung vor den Toren Dessaus sind am Vormittag 56 000 Männer der Parteiformationen des gesamten Gaues zum Generalappell angetreten. Dumpfer Trommelwirbel und schmetternde Fanfarenklänge der Hitler-Jugend künden die Ankunft des Reichsministers Dr. Goebbels an. Gauleiter Reichsstatthalter Jordan eröffnet die Kundgebung. Seine Mitteilung, daß der Führer in wenigen Stunden den Vorbeimarsch abnehmen werde, löst größte Begeisterung aus. Stürmisch roirö dann Reichsminister Dr. Goebbels begrüßt, der nun spricht. Mit herzlichen Worten gedenkt er des viel zu früh verstorbenen Reichsstatthalters Löper, der die Bewegung in diesem Gau zum Siege geführt hat, und zeichnet dann in mitreißenden Ausführungen, die immer wieder von anhaltendem Beifall unterbrochen werden, ein plastisches Bild der gegenwärtigen Lage des Reiches. Wenn wir heute, so sagte Dr.. Goebbels, unsere Blicke über die Welt streifen lassen, wenn wir sehen, daß andere Völker in schweren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen stehen, jene Welt, die sich demokratisch nennt und unser Regime als autoritär und - diktatorisch beschimpft, dann können wir wohl darauf Hinweisen: Bei uns wird geführt und gehorcht. Und wenn sich mißgünstige Ausländer darüber beschweren, daß es be: uns keine Kritik mehr gäbe, so antworten wir: Es gibt Kritik! Abex nicht der Untergeordnete kritisiert den Vorgesetzten, sondern der Vorgesetzte den Untergeordneten. Wir können uns auch heule des F r i e - dens im eigenen VolkeinRuheund Sicherheil erfreuen. Dieser Friede ist nicht von der Gnade und dem Wohlwollen der Dell abhängig; er ist ein bewaffneter Friede, dessen bester Schuh das deutsche Schwert ist. Wir verlassen uns nicht auf die pazifistischen Phrasen einer Völkergemeinschaft von Genf, sondern nur auf unsere eigene Kraft! Der Schuh unseres nationalen Lebens ruht in unserer eigenen Stärke, und daher kommt es auch, daß wir wieder Freunde in der Welt haben! Allerdings sähe es die Welt lieber, wenn Deutschland allein stünde. Wäre dies aber der Fall, dann hätten wir eine ganze Dessau, 29. Mai. (DNB.) Zu einem hervor-i ragenden kulturellen Ereignis gestaltete sich der Festakt zur Einweichung des neuen „Des-' sauer Theaters", das mit einer festlichen Aufführung des „Freischütz" eröffnet wurde. Die Anwesenheit des Führers und die Weiherede von Reichsminister Dr. Goebbels kennzeichneten die Bedeutung dieses ersten Theaterneubaues im Dritten Reich, der nicht nur die modernste Bühnenanlage Deutschlands besitzt, sondern durch seine Ausgestaltung zum Einrang-Theater auch den Charakter'eines Volkstheaters im schönsten Sinne des Wortes trägt. Von brausenden Jubelrufen begrüßt, schreitet der Führer die Front der Ehrenkompanie ab, um auf der großen Freitreppe von Staatsminister Frey berg, dem Intendanten des' Theaters Kühn und den beiden Erbauern L i p p^ind R o t h empfangen und in das Innere des Hauses geleitet zu werden. Der herrliche, in Gold und Weiß gestaltete Zuschauerraum, bietet ein festliches Bild. In der Loge des ersten Ranges hat der Führer Platz genommen. Neben dem Führer nehmen Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Jo rdan Platz. Auch die Witwe des verstorbenen Reichsstatthalters L o e p e r hat in einer der Logen neben dem Führer Platz genommen. Die Ouvertüre „Weihe des Hauses" von Beethoven eröffnet den Festakt. (Sauleiter Neichsstatthatter Jordan erklärte dann: Dieses repräsentative Werk nationalsozialistischer Lebensgestaltung lege Zeugnis ab für die geschichtliche Tatsache, daß der Nationalsozialismus nicht nur das Tor für ein neues politisches Zeitalter aufgeschlossen hat, sondern auch zugleich der Anbruch einer kulturpolitischenEpoche von nie erlebter Größe ist. Als den eigentlichen Bauherrn dieses Hauses bezeichnete er den Führer, der als genialster Baumeister aller Zeiten ein neues Deutschland errichtete. Nach dankbarem Gedenken an den verstorbenen Reichsstatthalter Loeper und einem Dank an Reichsminister Dr. Goebbels für feine stets bewiesene Hilfsbereitschaft, schloß der Gauleiter mit den Worten: „Mein Führer! Ich melde Ihnen, das „Dessauer Theater", zu dessen Errichtung Sie einstmals uns den Auftrag gaben, steht? In wenigen Minuten wird es seine kulturpolitische Mission beginnen." Reihe großer Erfolge in der jüngsten Vergangenheit nicht erreichen können. Vor drei Monaten waren wir noch ein Volk von 68 Millionen, heute find mit ein Volk von 75 Millionen, und dafür haben wir keinen Krieg geführt, nicht ein Schuß ist gefallen. Es hat sich hier das Wunder unseres Jahrhunderts vollzogen, nämlich daß gleiches Blut zu gleichem Blut gekommen ist. Mit treffender Ironie geißelte- darauf der Minister die Phrase und das Gerede vom sogenannten österreichischen Menschen: „Er ist in seine Atome aufgegangen, nicht mehr, sichtbar und nicht mehr feststellbar, geblieben aber ist das einige große deutsche Volk des Einigen großen Deutschen Reiches. (Begeisterte Heilrufe.) Damit ist" Deutschland in der Tat wieder eine Großmacht, und zwar eine solche, über deren Wünsche, Interessen und Bedürfnisse die andere Welt nicht ohne weiteres hinweggehen oder hinwegreden kann. Daß das den Nutznießern des Versailler Systems nicht gefällt, nimmt uns nicht wunder. Wir haben nie etwas anderes erwartet, denn mit einem ohnmächtigen Deutschland konnten sie tun und machen was sie wollten; sie waren ganz unter sich und konnten ohne Gefahr Deutschland demütigen und ausplündern. Jetzt mit einem Male reden sie vom Frieden. Plötzlich, plötzlich! Jetzt mit einem Mole, da Deutschland eine Macht darstellt, da diese Macht ihre Lebensrechte fordert, sich nicht mit Alttwsen abspeisen lassen will und nicht für alle'Ewigkeit in die Kategorie der Habenichtse eingereiht sein möchte." „Man sagt, Deutschland habe kein Verständnis für die internationale Solidarität. Gewiß haben wir das, wenn diese Solidarität auf der Gerechtigkeit beruht. Wir können Freundschaft halten; das haben wir bewiesen in unserem Verhältnis zu Italien! Aber die Demokratie will eine Freundschaft, die nicht auf Gegenseitigkeit beruht, eine Freundschaft, die unsere Gutmütigkeit auszunutzen versucht. Wir können verstehen, daß die Mächte der internationalen Weltdemokratie gerne die Achse Berlin—Rom zerstören möchten, aber Gott sei Dank stehen an der Spitze dieser beiden Völker zwei Männer, die klug und tapfer sind und die vor allem ihre Gegenspieler kennen. Wil schonungsloser Offenheit deckte Reichsminister Dr. Goebbels die dunklen Machenschaften der marxistisch-jüdischen Hetzer auf, die von Prag, Moskau, London und Paris aus Reichsminister Dr. Goebbels hielt bann hir Weiherede. Er führte u. a. folgendes aus: Dieses neuerbaute Haus, das dem deutschen Volk geweiht sein soll, kann nicht würdiger eröffnet werden, als dadurch, daß wir zuerst in wehmütiger Erinnerung den Namen des Mannes aussprechen, dessen letztes großes aufbauendes Werk die Planung dieses- Theaters war, der selbst aber seine Vollendung nicht mehr erleben sollte: Wir verneigen uns in Wehmut und Pietät vor dem Andenken unseres verstorbenen Parteigenossen Hauptmann Wilhelm Friedrich Loeper. Wir, die wir ihm nahestanden, wußten, wie . eng er der Kunst und ihren Aufgaben verbunden war und mit welch Seit 1922 schon schwebten Pläne zum Neubau dieses Hauses. Als 1922 das alte Hoftheater einem verheerenden Brand zum Opfer fiel, wurde ein Interims-Theater einOerichtet. Cs. befaß nur 800 Sitzplätze, hatte eine bescheidene Bühne und damit keinerlei künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten. 1933 stellte-der anhattische Staat neue Mittel aus Grundbesitz zur Verfügung, um bei einem Neubau Dar- leheysgelder aufzunehmen und zu sichern. Im Jahre 1934 erging das Preisausschreiben für Bauentwürfe. Aus 254 Einsendungen wurde dem Architekten Friedrich Lipp, Berlin, die Bauausführung übertragen und der Architekt Werry Roth zugezogen. 1935 wurde der Bau begonnen. Er umfaßte in modernster Einrichtung eine Hauptbühne, zwei Seitenbühnen, eine Hinterbühne, zwei Bühnenwagen, eine Drehbühne, einen versenkbaren Orchesterraum und Heizung, Lüftung und Beleuchtung nach den neuesten technischen Erfahrungen. 'Das Theater weist 1265 Sitzplätze auf. Es ist ein Rangtheater, um den Charakter eines Volks- theaters zu wahren. Oft hatte ich Gelegenheit, mit unserem verstorbenen Pg. Loeper die Pläne dieses Theaters zu besprechen. Am 23. Oktober 1935 riß ihn der Tod aus seinem Werk. Und eine der schönsten Aufgaben, die er seinen Nachfolgern zur Vollendung hinterließ, war die Fertigstellung dieses Baues. Nun weilt er nicht mehr unter uns. Aber sein Theater steht als bleibendes Denkmal seines Tatwillens und seiner edlen Baugesinnung mitten die Erde mit ihrem Kriegsgeschrei erfüllen. „Dcks haben sie immer so gemacht, die bezahlten Vertreter der Banken- und Rüstungswelt, die am Blut der Völker verdienen wollen, wenn es dann fo weit ist, dann waschen diese Wahrheilsfucher und Gerechtigkeitsfanatiker ihre Hände in Unschuld." Auf die dauernden Grenzverletzungen Prags eingehend, stellte der iftiniffer die Frage, ob das System, und bewußte Provokation fei. Wenn heute jemand für den Frieden fei, dann solle er weniger an Deutschland appellieren, sondern eher einmal Prag zur Ordnung rufen. Aber das tun diese übereifrigen Linksjournalisien nicht. Im ©egen« teil, sie bestärken Prag in seiner Intransigenz. „Daß der Führer den Frieden will, das brauche er gar nicht zu beweisen. Wir haben den Frieden nötig: unser Aufbauwerk ist nicht auf wenige Monate begrenzt. Ls erstreckt sich auf Jahre und Jahrzehnte. Es ist ein Aufbauwerk des Friedens, nicht ein Aufbauwerk des Krieges. Darum wollen wir den Frieden. Aber wir wollen einen Frieden, in dem man auch uns in Frieden läßt und vor allem in dem man uns die Lebensrechte z u g e st e h t, auf die wir nun einmal vor Gott und vor der Welt Anspruch erheben müssen." DerVorbeimarschvordem Führer Vor dem Dessauer Bahnhof hatte sich inzwischen eine Ehrenkompanie der Leibstandarte mit Müsik- zug unb Spielmannszug aufgestellt. Tausende unb Abertausende froh bewegter Menschen umsäumten den Bahnhofs-platz. Auf dem Bahnsteig begrüßte der Gauleiter den Führer. Ein kleines Mädchen überreichte ihm einen Blumenstrauß. Als der Führer aus der Halle trat, kannte der Jubel keine Grenzen. Vor dem alten Theater waren riesige Tribünen errichtet', auf denen der Führer und die Ehrengäste den Vorbeimarsch abnahmen. Den Vorbeimarsch führte der Gauleiter. Ihm folgte die SA., geführt von Obergruppenführer Kob, NSKK., Poli- ttsche Leiter, HI., Jungvolk, NSFK., Arbeitsdienst und fj. Nach dem Vorbeimarsch begab sich der Führer mit dem Führerkorps zur Reichsstatthalterei. Der Gautag, der wieder die Geschlossenheit des Volkes bekundete, hatte fein Ende gefunden. sicherem Instinkt er ihre Beziehungen und Wirkungen zum Volke erkannte. Weil er dieses Volk liebte, deshalb wollte er ihm in einem neuen Theater eine Stätte der Erholung, der Unterhaltung und Erbauung errichten. Das ist das Kennzeichen des wahren Nationalsozialisten, daß er vom Volke zur Kunst vorstößt, und von der Kunst aus wieder zum Volke zurückfindet. Unser Pg. Loeper hat sich iw der Verfolgung seines Theaterneubau- plans nicht auf fremde Hilfe gestützt oder verlassen; er hat die Voraussetzungen finanzieller und bau- künstlerischer Art zu diesem Projekt selbst geschaffen und ist bann mit ben fertigen Plänen vor ben Führer getreten. Seine feierliche Einweihung am heutigen Tage ist ein weiteres Zeugnis für nationalsozialistische Kunst- unb Theaterpflege. in einer Stadt, in der er die Machtergreifung des Nationalsozialismus kämpfend vorbereitete. Ist das nicht Grund genug für diese Stadt, auf ein Haus, das wir heute in Gegenwart des Führers ein- , weihen, ihren ganzen Stolz zu stellen? Denn dieses haus ist ein Zeugnis des k u l l u r - schöpferischen Willens des Ratio- nalsozialismus, der erste fertiggestellte repräsentative Theaterneubau eines Landes im Dritten Reiche, dem die Eröffnung des neuen Theaters in Saarbrücken in kurzer Zeit folgen 1 wird." Uns alle erfüllt es mit ttefer Rührung, am heutigen Abend zum ersten Male in einem neuerbauten Theater zu sitzen, bas dazu bestimmt ist, vielen Generationen Erhebung und Erbauung zu bringen und mitten unter uns den Mann zu wissen, dessen künstlerische Gesinnung, dessen empfängliches Herz und dessen offene Hand die kulturellen Neubaupläne unseres Reiches erst in die Wirklichkeit üb er führt hat und weiter überführen wird. So sei denn mein erster Gruß in diesem neuen Hause an Sie, mein Führer, gerichtet. Wir kennen Sie alle als Freund der deutschen Kunst; aber nur Wenige wissen, wie eng Sie mit allen Plänen unb Projekten des deutschen Dheaterlebens verbunden und befaßt sind. Auch diesem Theater haben Sie Ihre tatkräftige Hilj^.ugd Unterstützung angedeihen lassen. Ohne Ihre Förderung hätte das Werk nicht vollendet werden können. Es ist mehr als eine äußere Geste, wenn Sie selbst hierher gekommen sind, um der Eröffnung dieses Hauses die richtige Weihe zu geben. So möge denn dieses Theater seinem eigentlichen Zweck entsprechend in die Gegenwart und in die Zukunft hineinwirken. Wöge es immerdar sein und bleiben: Ein deutsches Theater, fußend auf großer Tradition, eirf Theater mitreißender, lebensnaher Darstellungskunst, ein Theater der Jugend und eines kämpferischen Aktivismus, ein Theater nicht für bevorzugte, begüterte Schichten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Theater des Volkes. Die Lieder der Nation leiten über zur festlichen Aufführung des „Freischütz", der in der Neuinszenierung von Intendant Hermann Kühn und unter musikalischer Leitung von Generalmusikdirektor Helmuth Seidelmann zu einem großartigen künstlerischen Erfolg wird. ' Die Weihe des Reubauemdorss Allmendfeld W o r m s , 29. Mai. (Lpb.) Beim Weiheakt in dem neuen Erbhöfedorf Allmendfeld bei Gernsheim konnte Gauleiter Sprenger den Vertreter des Reichsministers für Ernährung unb Landwirtschaft, Ministerialdirektor Staatsrat R i e ck e, unter den Ehrengästen begrüßen, ehe er unter dem Jubel der Zuschauer die Front der auf dem reich geschmückten Gemeinschaftsplatz angetretenen Formationen ab* schritt. Ihnen hatte sich auch eine stattliche Zahl der zur Zeit im Gaugebiet weilenden österreichischen Landarbeiter in ihren Trachten ange* schlossen. Landesbauernführer Dr. Wagner erinnerte daran, daß, wenn es bei der Errichtung dieses vorbildlichen Neubauerndorfes Schwierigkeiten gegeben habe, immer wieder Gauleiter Sprenger diese Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt habe. Für diese Unterstützung, die aus feiner Sachkenntnis als Bauernsohn kam, dankte der Landesbauernführer dem Gauleiter herzlich. Der Rede des Landesbauernführers folgte ein Weihefpiel der Mädel und Männer vom Reichsarbeitsdienst, ein hohes Lied auf die Arbeit, die den Sumpf zum fruchtbaren Ackerboden machte. Wo einst das Wasser auf sauren Wiesen stand, wiegt sich jetzt bas Korn im Winde. Heimstätten sind geworden für ein halbes Hundert wertvolle Bauernfamilien. Das betonte auch Gauleiter Sprenger in seiner Weiheansprache. Es gehe nicht nur um die Schaffung der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes, sondern der Führer habe schon in der Kampfzeit Stätten vorbereitet, die dem Bauerntum neue Quellen geben. Gerade im Gau Hessen-Nassau seien diese Absichten des Führers plan- und kraftvoll in Angriff genommen worden. So fei auch dieses Neubauerndorf Allmendfeld entstanden. Seine Weihe solle sich'in jedem Jahr wiederholen als frohes Fest in dem arbeitsreichen Jahr des Bauern. Der Gauleiter übergab dann das Amt als Treuhänder der Bauern von Allmendfeld an den Ortsgruppenleiter Muth. Hierauf wurde der schlichte Dorfbrunnen auf dem Gemeinschaftsplatz enthüllt. Der Bezirksführer des Reichsarbeitsdienftes für die weibliche Jugend übergab Gauleiter Sprenger sodann den Schlüssel zu dem Lager Allmendfeld 2, das neueste im Gaugebiet. Dann besichtigten der Gauleiter und die Ehrengäste das Gemeindehaus, in dem auch die Schule untergebracht ist. Hier trugen sich der Gauleiter und die Gäste in das Buch der Gemeinde ein. Der Weg führte sie schließlich zu dem am Waldrand gelegenen Festplatz, wo in einem langen Zelt der Festtag des neuen Dorfes einen schönen Abschluß sand. Oie Huttenfeier auf der Gteckelburg. Alfred Rosenberg feiert den Vorkämpfer deutscher Einheit. Lpd. Auf der Stecke lb ur g bei Schlüchtern fand am Sonntagmittag eine Feierstunde statt, die dem Gedenken Ulrich von Huttens geweiht war. Nach dem Einmarsch der Fahnen wurde die Feierstunde mit einem Fanfarenruf eröffnet Nach einem Vorspruch und Musik begrüßte Gauleiter Sprenger die Gäste auf der Steckelburg, Neichsleiter Alfred Rosenberg schildert dann das Leben Ulrich von Huttens, dessen Geburtstag sich in diesem Jahre .zum 450. Male jährte. Damals ging eine ganze Welt in Trümmer. Aber um diese Zeit zu verstehen, muß man weiter zurückgreifen. Im 8. Jahrhundert entschied sich für lange Zeit das Geschick der germanischen Stämme und des ganzen Volkes. Es begann die Christianisierung der Germanen und damit auch die Germa- nisierung des Christentums. Gegen die Autorität Roms wurde in den folgenden Jahrhunderten oft, aber vergeblich .protestiert. Erft mit Martin Luther kam eine Sturmflut über ganz Europa. Aber auch dieser große Versuch, Europa auf eine neue Grundlage zu stellen, mißlang. Man suchte nach einer politischen Führung. Aber der Kaiser hatte für diese Nöte des'deutschen Pol-, kes kein Verständnis, und auch die Fürsten versagten. Auch in den großen Bauernbewegungen fanden sich keine überragenden Führer, um dieser sozialen Revolte den Stempel eines großen staatspolitischen Wollens aufzudrücken. Die protestantische Bewegung ist zur Hälfte steckengeblieben, oder durch Gegenkräfte überwunden worden, und der Verbuch, auf Grund einer neuen Konjessipn das Ein Volkstheater im schönsten Ginne. Reichsminister Or. Goebbels eröffnet in Anwesenheit -es Führers -as neue Oessauer Theater' Der erste Theaterneubau des Dritten Reiches. Volk zu einigen, mißlang. Die Einheit Deutschlands wurde damit üuf 400 Jahre hjnausgeschoben. Huttens Ruf galt der deutschen Einheit und dem Sturz der alten Ordnung. Er war kein Heide, er war auch kein Neuheide, sondern er ging von dem inneren Bestreben aus, eine überlebte Ordnung zu stürzen. Wie Walter von der Dogelweide seine Lieder gegen Rom sang und dichtete, so trat auch Ulrich von Hutten an, aber durchaus in dem Bestreben, diese alte, scheinbar in der Vergangenheit herrliche christliche Lebensordnung wiederherzustellen. 1516 kommt Hutten aus Rom mit Empörung im Herzen über das Treiben der höchsten Kirchenkreise nach Hause. Hutten stellte sich Luther zur Verfügung, es zeigt sich, daß er bereit war, den Größeren neben sich anzu- erkennen und sich für dessen Sache einzusetzen Hutten verläßt das Latein; er schreibt deutsch und erhebt seine Stimme überall im Land. Rosenberg kommt hier zu der Feststellung, daß angesichts eines solchen Löbens alle Versuche versagen, die Gestalt Ulrich von Huttens in tausend Kleinlichkeiten auseinanderzureißen. Es sei müßig festzustellen, daß auch er seine Menschlichkeiten^hatte Sein Werk und sein Charakter, seine Lebenshaltung und sein ungestümer Wille seien geblieben als ein großes Vermächtnis einer großen Zeit für unsere Tage. Unter dem Beifall der Zuhörer fuhr Reichsleiter Rosenberg dann fort: „Wenn wir heute das Glück haben, daß sich eine g e i st i g e Lehre mit einer politisch en Macht vermählt, dann dürfen wir diese gesegnete Stunde der deutschen Nation nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es ist ein Schicksalsgeschenk, wie es Hutten und Luther ihr Leben lang erstrebt haben, das ihnen aber versagt blieb Dds Schicksal wollte es, daß 400 Jahre spater ein Mann auftrat, der die Größe beider in sich vereinigte. Wir können mit Stolz fagen, das deutsche Volk hat nicht nur einen großen Mann in seiner schwersten Stunde hervorgebracht, sondern es ist selbst dadurch groß geworden, daß es ihn anerkannte. Wenn wir dies heute feststellen, dann verbinden wir damit das Andenken" an die Männer der Vergangenheit, die mit dazu beigetragen haben, das Werk zu vollenden. Wie für uns, so war auch für Hutten die große Sehnsucht: Deutschland!" Die Rede Alfred Rosenbergs wurde von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen. Nachdem Gauleiter Sprenger dem Reichsleiter gedankt hatte, schloß er mit dem Gruß an den Führer die erhebende Feierstunde. Die Eröffnung der internationalen Handwerksausstellung. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Im Ehrenraum der Haupthalle am Kaiserdamm wurde die Jnternano- äale Handwerksausstellung Berlin 1938 in Anwesenheit von mehr als 1000 Ehrengästen eröffnet. Man sah die Botschafter und Gesandten der an der Schau beteiligten 27 Nationen und unter Führung des Präsidenten der Internationalen Handwerks,zentrale in Rom, Professor B u r o n z o , die Delegierten dieser Länder, ferner zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und Staatssekretäre, den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst o. B r a u ch i t s ch , General der Flieger Kesselring, Konteradmiral von F i s ch e l, den Chef der Ordnungspolizei, General D a l u e g e, zahlreiche Gauleiter, Reichshandwerksführer Schramm, den Leiter des deutschen Handwerks in der DAF., Walter und zahlreiche Vertreter der NSDAP, aus Kunst und Wissenschaft, Industrie und Handel. Nach dem Vorspiel aus den „Meistersingern" sprach Staatsschauspieler Friedrich Kayßler den Vorspruch von Arthur-Pollow, worauf Oberbürger, meister und Stadtpräsident Dr. Lippert die Gäste begrüßte. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley entbot den Gästen namens der Partei, und der Millionen schaffender Deutscher seinen Gruß. Der Präsident der Internationalen Handwerkszentrale, Professor Buronzo (Rom) überbrachte in deutscher Sprache dem deutschen- Handwerk und der Reichsregierung seinen Dank für die Verwirklichung dieser großartigen Ausstellung. Präsident Buronzo schloß: Die heutige Welt braucht geistigen Frieden, braucht Gleichgewicht, soziale Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Schönheit. Diesem hohen Ziel dient das Handwerk! Dann nahm Reichswirtschaftsmini- ster Funk das Wort zur Eröffnung der Ausstellung. DerReichSwittsKastsm niffer spricht. „Eure Exzellenzen! Meine Damen und Herren! Deutsche Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat mich beauftragt, an seiner Stelle die Eröffnung der Ersten Internationalen Hand- werksausstellung zu vollziehen. Zum ersten Male veranstaltet das Handwerk als selbständiger Berufs st and eine internationale Ausstellung. Mit Freude und, Stolz erfüllt es uns, daß diese große und einzigartige Schau auf deutschem Boden stgttfindet. Fortschritt und Technik haben dem Handwerk manches neue Tätigkeitsfeld eröffnet, reichlich Ersatz für oerlorengegangene alte Gebiete. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern hat es seine Lebenskraft und Leistungsfähigkeit bewiesen. Das Handwerk schöpft aus den unversiegbaren Quellen des Volkstums. Die Eigenarten des Volkscharakters sprechen aus der Handwerkerarbeit ebenso wie aus Werken der Kunst. Spitzenleistungen handwerklichen Könnens l sind wertvolle kulturhistorische Dokumente und berichten eindrucksvoll und überzeugend vom Stand des kulturellen Lebens der Völker. Diese Schau bietet, der ehrwürdigen Tradition des Handwerks gemäß, einen Querschnitt durch Jahrtausende, Handwerk i st L e i st u ng , ist fachliches Können. -Gerade in den besten Stücken handwerklicher Arbeit lebt etwas von der Persönlichkeit des Mannes, der sie schuf. Hier haben darum auch Arbeitsfreude und Liebe zum Werk ihre Heimat. Verwurzelung mit dem Volkstum und Einsatz der schaffenden Persönlichkeit mit allen ihren Fähigkeiten — das sind die beiden Kraftquellen des Handwerks. Solange es aus diesen Quellen zu schöpfen versteht, wird es lebensfrisch bleiben und elastisch genug sein, mit dem Tempo der Zeit Schritt zu halten. Nach unserer Auffassung ist das Handwerk ein Berufsstand, der eine hohe kulturelle, soziale und volkspolitische Bedeutung hat und deshalb von der Staatsführung nachhaltig zu stützen und zu fördern ist. Für uns soll das Handwerk der gesunde, lebensstarke, bodenständige Mittelstand sein. Der Handwerksmeister, der der Eigentümer seiner Werkstatt ist, der den Gesellen und den Lehrlingen geistig und wirtschaftlich erzieht, der den jungen Menschen in das wirtschaftliche Denken überhaupt einführt, hat eine staatspolitische Aufgabe und Verantwortung. Und der Nationalsozialismus, der jeden Volksgenossen zu einem wertvollen Mitglied der großen Volksgemeinschaft erziehen will, muß deshalb der weltanschaulichen Betreuung des Handwerks und der Menschenführung im Handwerk sein besonderes Interesse zuwenden. Es ist für den Ausländer sicherlich nicht leicht, diese Zusammenhänge zu begreifen, zumal sie im Auslande vielfach völlig entstellt und falsch wiedergegeben werden. Aber eines wird der Wirtschaftler, der vom Auslande zu uns kommt, feststellen können, daß nämlich diese nationalsozialistische Wirtschafts- und. Sozialpolitik zu ganz gewaltigen Erfolgen geführt hat. Und diese Erfolge fonntep überhaupt nur auf dem festen Fundament der nationalsozialistischen Gesinnung s-, Arbeit s- und Leistungsgemeinschaft erzielt werden. Arbeiter und Unternehmer wußten fetzt, was ihre Arbeit wert war, wußten, daß sie einen Auftrag von der Staatsführung hatten, den sie für das ! Wohl der Volksgemeinschaft auszuführen hatten, und sie nahmen das Ideal von dem höchsten und letzten Wert der wahren Volksgemeinschaft in ihre Geister und in ihre Herzen auf und glaubten an den Erfolg. Und. dieser Glaube ist die Grundlage und der Ausgangspunkt für den gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung geworden, den Deutschland in den verflossenen fünfeinhalb Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung aufzuweisen hat und von dem auch das deutsche Handwerk weitgehend profitieren konnte. Wir lenken Produktion und Verbrauch, Preise und Löhne, Geld und Kapital so, daß überallher größtmögliche Nutzeffekt erzielt wird. Wir haben durch großzügige Staatsaufträge die Wirtschaft angeregt, aber diese wirtschaftliche Initiative des Staates wurde zum Ansporn für die Privatinitiative und damit zum Ausgangspunkt einer allgemeinen starken Belebung der Wirtschaft. Wir hallen kein Gold und keine Devisen, aber mir machten aus der Devisennot eine Rohstofftugend, indem wir Bodenschätze und Erfinderenergien mobilisierten, um uns vom Auslande in der Sicherung unseres wirtschaftlichen Lebens soweit als möglich unabhängig zu machen. Dabei ließen wir den wirtschaftlichen Beziehungen mit dem A u s l a n d e die weitestgehende Pflege angedeihen und konnten den Umfang unseres Außenhandels auch beträchtlich erhöhen. Wenn in der allerletzten Zeit die deutschen Außenhandelsumsätze geringer geworden sind, so liegt der Grund hierfür darin, daß unsere Handelspartner nicht mehr in der Lage waren, die deutschen Produkte im bisherigen Umfange abzunehmen, weil ihre eigenen Wirtschaften unter dem Druck der Weltkrise zusammenschrumpften, während bei uns der Bedarf weiter freigt. Sie, meine Handwerker aus dem Auslande, werden sehen, was das deutsche Handwerk heute leistet. Die großartige B a u e p o cd e, die der Führer in Deutschland eingeleitet hat, yat vor allem auch dem Handwerk große und besonders schöne Aufgaben gebracht. Die\ neuen Werkstoffe erschließen dem deutschen Handwerk völlig neue, wichtige Ar- beitsmöglichkeiten. Die Ausbildung von Qualitätsarbeitern ist eine der wichtigsten Ausgaben, die das deutsche Handwerk in der deutschen Gesamtwirffchast zu erfüllen hat. Arbeit und Besitz vereinen sich im Handwerkerberuf zu einer sozial und wirtschaftlich besonders wertvollen Gemeinschaft, die zu fördern und zu pflegen Aufgabe jeder vernünftigen und gesunden Staatspolitik ist. Seien Sie überzeugt, daß die nationalsozialistische Reichsregierung sich dieser Pflicht bewußt ist. Ge- radheit, Offenheit und Ehrlichkeit werden als die besonderen Tugenden des Handwerks gerühmt. Bewahren Die auch Deutschland Gegenüber diese Tugenden! Sie werden alsdann unser begabtes und fleißiges Volk in feiner alle Kräfte und Energien anspannenden friedlichen Aufbauarbeit und in seinem unerschütterlichen Glauben an den Führer und eine glückliche Zukunft kennen und lieben lernen. Unser Volk glaubt an den Frieden! Verkünden Sie diese Wahrheit in allen Ländern und Sie werden dem Frieden der Völker und der Wohlfahrt der Menschen dienen! Ich erkläre die Erste Internationale Handwerksausstellung für eröffnet!" Wiederaufbau des deutschen Musiklebens. Reichsmimfter Dr. Goebbels auf der Düsseldorfer Musikfesiwoche. — (Stiftung eines nationalen Mufikpreifes. Vielleicht bedeutet das tionales Reformwerk, hier aus überhaupt abendländischen henden pressionismus tritt wieder die künstlerische Intuition als die Quelle des Schöpferischen auch in der Musik- mehr als nur ein na- Vielleicht beginnt von die Rettung der IN u^ckk vor dem bro- Verfall. rh«] 6t®‘« [uhl f t d--! itn, r . »rAW ril)twenM qH S8®em,ell 3 fei SJJ-l 's»'! J di- 6*1 UN Siegen» Ewalde M» Kiwi tva irran9?le^l iMenbeutlcheiM lend die Sozi» (in und die XI] len. - 3j ml detendeutsche PI scheu Stimmen! Kommunisten b| JnSlannerl Halters Seyh deutsche Partei Stimmen von zahre 1935 au Sonntag erho Listen abgegebe um 15 auf 220 dem Geburtsort Sudetendeutsche Isetersitzen. - stimmen (33 Stimmen (1 D (Mn Mandat), bäte). 97,3 v. ’ Zudetendeutsche Hach dm I ten Ergebnis! Lähmens, ll! schließlich jene Sudelendeutsc 307 009 d worden. Ans fielen 282 23 v.h. der d Vllltl'gk Prag, 29.' Wahlsonntotz \\ schensäilen tzckv Disziplin der ü Provokation c Die deutsche Musikschriftstellerei geht wieder aus von der elementarsten Achtung vor dem schöpferischen Genius und der Unterorb« nung der Kunstbetrachtung unter die Kunstgestal« tung. So ist die Zeit gekommen, daß das deutsche Musikschaffen alljährlich in einer Festwoche vor das Auge der Oefentlichkeit tritt. Diese Woche soll Ausdruck der lebendigen deutschen Musik in allen ihren Erscheinungsformen sein, es ist eine Festwoche für das ganze an der deutschenRrusikteilnehmendeVolk. Es soll ein Fest der Klassiker und der jungen latente fein, ein Fest, das befruchtend auf die Künstler und kraftspendend auf das ganze Volk wirkt. Dieses Musikfest ist zum ersten Male eineH e erschau über bie Musikkultur unserer Zeit. Es legt Rechenschaft ab über das, was wir erreicht haben, und fixiert die Zielsetzungen für die nähere und weitere Zukunft. Hier möge sich der Ruhm Deutschlands, als des klassischen Landes der Musik aufs Reue beweisen und erhärten. Hier mögen vor allem die G r u n d s ä tz e wieder feit« gelegt und anerkannt werden, die seit jeher Ursprung und Triebkraft unseres deutschen musikalischen Schaffens gewesen sind. Wie glücklich müssen wir sein, daß wir nach einer Zeit furchtbarsten geistigen und seelischen Verfalls zu diesen Quellen unserer Kraft zurückgefunden haben, daß an der Svitze unseres Volkes ein Mann steht, dem die Musik nicht lästige Repräsentationspflicht ist, für den die Musik im Gegenteil ein unabdingbares Lebenselement barfteöt. Um ihn im Geiste versammelt sind wir heute hier vereint, seinem Genius zu huldigen ist uns eine Pflicht des Dankes und der Verehrung, den'n fein Werk bat auch die deutsche Musik dem drohenden Verfall entrissen und ihr wieder Licht und Luft zum Atmen und zum Leben gegeben. Die Ausführungen Dr. Goebbels wurden immer wieder von lebhafter Zustimmung unterbrochen. Mit besonders starkem Beifall wurde die Verkündung der Stiftung eines nationalen Musik» Preises ausgenommen. Gauleiter Florian schloß die Kundgebung mit Worten des Dankes an Dr. Goebbels und mit einem Gruß an Ken Führer. Die Tagung der Musikwistenschaff. Auch die Wissenschaftler sind nach Düsseldorf gekommen, um die Fragen und Aufgaben ihrer be» fonberen Fachgebiete inmitten bes großen Festes der deutschen Musik zu klären. Auf der Tagung „Singen und Sprechen" gab Prof. Max Donisch (Berlin) bekannt, daß im Oktober ein internationaler Kongreß für Singen und Sprechen in Frankfurt a. M. stattfinden wird. In ‘einer Festsitzung der Musikwissenschaftler begrüßte Prof. Dr. Ludwig Schiedermair (Berlin) als Präsident der deutschen Gesellschaft für Musikforschung den Generalintendanten Dr. Dr eures als Vertreter von Reichsminister Dr. Goebbels, auf dessen Veranlassung bvfe erste musikwissenschaftliche Tagung tm Großdeutfchen Reich ftattfinöet. Die wissenschaftlichen Vorträge behandelten alle das Thema „Musik und Rasse". Aeichsiagung für Konzertwesen. Im Rahmen der Reichsmusiktage fand unter der Leitung von Staatsrat Dr. K r e b s , Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., die erste Reichstaguna für Konzertwesen statt, die im Auftrage des Reichsministers für Dolksauf- Härung und Propaganda, des Deutschen Gemeindetages und der Reichsmusikkammer vom Amt für Konzertwesen durchgeführt würde. „Das Lied der Geireuen." Baldur von Schirach gegen konjukturbeflissene Reimeschmiede. Düsseldorf, 28. Mai. (DNB.) Die Erste Reichsmusikwoche in . Düsseldorf erreichte ihren festlichen Höhepunkt mit einer großen kulturpolitischen Kundgebung, auf der Reichsminister Dr. Goebbels eine Rede hielt, die für die Zielsetzung des gesamten deutschen Musikwesens dieselbe Bedeutung haben wird, wie sie die programmatischen Erklärungen des Ministers auf den anderen Gebieten des deutschen Kulturlebens bereits erlangt haben. Eingeleitet wurde die Feierstunde mit dem „festlichen Präludium" von Richard Strauß, gespielt vom Städtischen Orchester Düsseldorf, wobei der Altmeister selbst den Taktstock führte. Gauleiter Florian begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels aufs herzlichste. Darauf teilte er mit, daß in Düsseldorf der Bau einer Schlageterhalle und eines neuen Opernhauses in Angriff genommen würden. Ferner beschäftigte sich Gauleiter Florian mit der. kulturellen Tradition Düsseldorfs und des westdeutschen Grenzraumes. Dann erklang die „Leonoren-Ouoertüre" von Beethoven, meisterhaft dirigiert von Richard Strauß. Dann ergriff Reichsminisier Dr. Goebbels das Wort, zu einer Rede, in der er u a. folgendes ausführte: Zum ersten Male seit dem nationalsozialistischen Umbruch tritt das zeitgenössische deutsche Musikschaf' fen in einer großen, repräsentativen Generalschau vor die Oeffentlichkeit. Der Verfall bes deutschen geistigen und künstlerischen Lebens in den Jahren von 1918 bis 1933 hatte auch vor der Musik nicht Halt gemacht. In einem fünfjährigen Aufbauwerk haben wir versucht, die schwere Krise zu überwinden und nach und nach festes Neuland zu gewinnen. 1933 befand sich das deutsche Musikleben in einer geradezu trostlosen Lage. Ein drohender geistiger und künstlerischer Zerfall stand unmittelbar oevor. Die deutschen Meister, die in echter künstlerischer Bescheidenheit unsterbliche Werke deutscher Tonschöpfung geschaffen hatten, waren durch die marktschreierischen Elemente des i n t e r n a t i o - nalen Judentums abgelöst. Die Folge dieses chaotischen Zustandes war eine ständig wachsende Verminderung der Äahl der deutschen O r ch e st e r und damit zusammenhängend ein unausweichliches Absinken der Zahl der Konzerte, Ermüdungserscheinungen auf dem Gebiete der Hausmusikkultur und damit näher unbz näher rückend z das Ende jeder wirklich deutschen öffentlichen und freien Musikpflege. In den vergangenen fünf Jahren sind wir mit System zu Werke gegangen. Der Rationalsozialismus hat bei der Reuordnung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse unseres Volkes auch die wirtschaftlichen Verhältnisse im ITCujif leben neu geordnet. So versuchten wir einer neuen deutschen Musikkultur den Weg frei zu machen. Unsere erste Aufgabe war die Ordnung der rechtlichen Verhältnisse im Musikleben. Sie wird in absehbarer Zeit ihre endgültige Lösung im Erlaß eines neuen deutschen Musikrechts finden. Zu zweit haben wir die auf dem Gebiet der' deutschen Musik tätigen Menschen unter Ueberwindung aller pri- oiten urtb rein interessenmäßig bedingten Verbände in einer großen ständischen Organisation der Neichsmusikkammer zusammengefaßt. Die aus diesen Maßnahmen zu erwartenden Erfolge sind heute schon unverkennbar. 1932 war das Gesamtaufkommen der drei'im deutschen Musikschutzverband zusammengeschlossenen Autorengesellschaften 5,7 Millionen Mark, während^die Stagma im Geschäftsjahr 1936/37 ein Aufkommen von 11,5 Millionen Mark aufzuweisen hatte. Die Steigerung der Hilfsmaßnahmen für die Musiker- schäft spricht in ihren günstigen Auswirkungen für sich selbst. Es fand innerhalb von vier Jahren eine Vermehrung der Zahl von Betreuten durch die 1934 gegründete Versorgungsstiftung um nahezu 40 v. H. statt. Der Alterssold wurde von 1200 auf 1800 Mark heraufgesetzt. In diesem Jahre allein werden etwa eine Viertelmillion Alters-, Witwen- und Waisengelder ausgezahlt werden. In gleicher Weise fand eine systematische Hebung der wirtschaftlichen Verhältnisse^ der nachschaffenden Kjinstler durch großzügige Reichszuschüsse an zahlreiche Orchester statt. Die Zahl der Kulturorchester stieg seit 1933 von 118 auf 144. Die Zahl der durch sie beschäftigten Musiker von 5382 auf 7198. Die Tarifordnung vom 15. Mai dieses Jahres regelt zum ersten Mal die Anstellungsverhältnisse der deutschen Orchestermusiker urrb bietet auch dem sozial schlecht gestellten Musiker ein erträgliches Mindesteinkommen. Gleichzeitig mit dieser Maßnahme wurde die Altersversorgung sämtlicher Mitglieder deuffcher Kultur Orchester^ geregelt» Die Unterhaltungsmusiker wurden als gleich- bered)tigt anerkannt und durch Tarifordnungen ihre Existenz gesichert. Das Einkommen von etwa 15000 bis 17 000 Musikern wurde um durchschnitt- l i ch 2 5 v. H. gesteigert. Danben fand eine großzügige Werbung für die Hausmusik statt. Wir haben demzufolge seit 1934 eine Schülexzu- nahme bis zu 40 v. H. zu verzeichnen. In Deuffch- land bestehen heute etwa 25 OOO Männerchöre. 125 OOd Sänger fingen in gemischten Chören. Beim Deutschen Sängerfest in Breslau 1937 konnten 135 000 Sänger Zeugnis ablegen von der verbindenden Macht des deutschen Liedes. 8000 Laien- fapeHen mit fast 120 000 Spielern zeigen die Anteilnahme breitester Volksschichten an der deutschen Musik. .Die verschiedensten Organisationen der Partei stellen sich aktiv in den Dienst der Musik- vflege. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", das deutsche Volksbildungswerk und die Hitler-Jugend verbreiten nicht nur Verständnis für gute Musik, sie schulen auch in großzügiger Weise den musikalischen Nachwuchs. Das Deutsche Volksbildungswerk allein hat 30 Musikschulen eingerichtet. 40 weitere sollen in diesem Jahre noch folgen. Gibt es einen besseren Beweis für die -Durchschlagskraft dieser Bestrebungen als die Taffache, daß der G e - samtumsatz an Klavieren sich von 1933 bis 1937 verdreifacht hat? Von .staatlicher Seite aus haben wir uns die Pflege des künstlerifchen Nachwuchses besonders angelegen sein lassen. Durch großzügige Stipendien haben wir das Studium junger Talente ermöglicht. Zusammen mit der Reichsmusikkammer haben mir junge unbekannte Künstler in öffentlichen Konzerten herausgestellt. Die Stiftung eines nationalen Mufikpreifes für den besten Geiger und den besten Vianisten in Höhe von je 10 000 RM erfolgt mit dem heutigen läge, und soll ein neuer drastischer Beweis dafür fein, daß es uns nicht nur darum zu tun ist, krankhaftes auszufcheiden, fondern vielmehr noch darum, Gesundes zu pflegen und zu fördern. Lasten wir in dieser festlichen Stunde noch einmal die Blicke zurückschweifen auf eine überwundene Vergangenheit, die uns heute fast wie ein wüster Traum erscheint. Hier hat der Nationalsozialismus Wandel geschaffen. In einem großen Ansturm fegte er die pathologischen Erscheinungen des musikali- schen jüdischen Intellektualismus weg und machte die Bahn frei für das ungehinderte Schaffen deut- scher Musiker und Künstler, die jetzt nicht mehr in ständiger Angst zu leben brauchen vor den feigen Angriffen der Asphaltpreste und den Intrigen jüdischer Verleger- und Dirigentencliquen. An die Stelle reiner Konstruktion und eines öden atonalen Ex- Weimar, 29. Mai. (DNB.) Im Rahmen des Reichsführerlagers der HI. fand am Sonntatzvor» mittag im Deutschen Nationaltheater in Weimar eine Morgenfeier statt, die über alle deutschen Sender ging. Nach Verlesung einiger Proben aus dem mit dem Nattonalen Buchpreis ausgezeichneten Gedichtband „Das Lied der Getreuen" sprach der Reichsjugendführer Baldur von Schirach: Da ich durch einen schönen Zufall der erste war, in dessen Hände diese Gedichte gelangten, will ich diese Gelegenheit wahrnehmen, um mitzuftilen, was ich mit der Veröffentlichung bezweckte. Zunächst steht das eine wohl fest, daß keiner der Jungen urtb Mädel, die an diesem Buch mitgeschrieben haben, auch nur im entferntesten an die Möglichkeit einer solchen Veröffentlichung gedacht hat. Wenn jemals Verse aus der Einfalt ehrlicher Herzen heraus ohn< / den geringsten Gedanken an Ruhm und Herkunft geschrieben wurden, dann diese. Aber gerade diese Einfalt des Herzens und diese Einfachheit der künstlerischen Gestaltung scheint mir das zu sein, was unsere zeitgenössische Lyrik s o oft vermissen läßt. Ergriffen von der Sucht nach großen Worten hämmern unsere konjuntturheflissenen Reimschmiede so lange auf dem Metall unserer Sprache herum, bis sie x blechern zu 'tönen beginnt. Was in der Kampfzeit kostbares Gold mar, ist heute zur b i I» I i g e n Scheidemünze gernorden. Aus der Blechschmiede der Dichterlinge hallt es wider von Standarten, Trommeln, Fanfaren und Treue» schwüren. Ader das alles ist'keine ehrliche Handarbeit mehr. Darum dürfen mir auch gar nicht von einer Schmiede reden, die Werkstatt wurde längst schon zur Fabrik erweitert und wie bei Ford wird am laufenden Band für die Mittags- und Abendzeitung je ein Kampfgedicht produziert, dessen Eisen zwar wie Gold glänzt, in Wirklichkeit aber doch seine Herkunft nicht verleugnen kann: Es ist und bleibt gestanztes Blech! Das fft der tiefere Grund, warum ich dieses kleine „ Gedichtbuch „Das Lied der Getreuen" nannte und die Verse meiner Kameradinnen und Kameraden drucken ließ. Es geschah damit, wer Ohren hat zu hören, höre. Da dichten Deutschs, die den Kampf um die Freiheit nicht nachträglich vom Schreibtisch her betrachten, sondern selbst durchlitten haben. Sie sind nicht nur Deutschland, sondern auch sich selber treu geblieben und haben nicht die schlichte Art unseres deutschen Wesens verleugnet, um, wie so viele dieser Zeit, das Geschwätz von der heroischen Haltung nachw^eten. Wieder ist bas einfache deutsche Wort mächtiger gewesen als bW geschwollene Phrase, kni OV me Zig sei] sen mut lieh buri den Hers die der L wMtti. ufittage sand !)r. Krebs, Ober- a. M., die erste ertwesen statt, sters für Doltsaus- eutfchen Gemeindeier vom Amt für ieireuen." irach Reimeschmlede. 3tn Rahmen des । am Sonntahvor. jeater in Wemar tx alle deutschen Niger Proben aus eis ausgezeichneten treuen" lpr«<*> i Sch'rach- der erste war,'N den, will ich * tt» Zunächst der Mgen «schrieben h»d". finjens und di* i- nfflW *’ der ir»E" tjämnrern orten St,®-“».* '^n aus der n,or6en' miber von allt es wwer -ren un Ach. eine ey. 'S e r^d str n Neeses, tu" Lner* 1 un» ,n H«I $ wer VL Jfflj -'tzr m i ufli. als t* H rr: e> r, °ot * d.°i •?.**'* Ar°urnlb^ d'e Ki,nr "°rd. d°ß b^NoI. t einer LZM tritt. fiu^odie -'N. eg Dlk !tl ^^anbet Uthfens Un9en ” ”"le Bo(t Ukr^'.r- der b05 "ier,r eu(fe,lfJ*r Ur. Men sind" feeiifcn SS ‘»“«ft; A° «Wh. ,f ’m Geqenteil Ä1' Um * leut? hier vereint 7- Nicht des ,nJem Werk bat enben Verfall ent. 2uft zum Atmen b e I s wurden ach Düsseldorf ge. lufgaben ihrer -e- 'es großen Festes Auf her laflüng ’f- Max Donifch 'er ein internatio' sprechen in Frank- i einer Festsitzung ■ Prof. Dr. Lud- als Präsident der Forschung den Seals Vertreter von f dessen Veranlass tliche Tagung Im e wissenschaftlichen >ema „Musst und (Einmütiges Bekenntnis des Gudetendeutschtums. Oer zweite Wahlgang bestätigt den Gieg der Sudetendeutschen Partei. Prag, 29. Mai. (Europapreß.) Am Sonntag wurde , in der Tschschoslowaker der zweite Abschnitt der Gememdewahlen durchgeführt. Insgesamt haben 1365" Orte gewählt. Unter diesen befinden sich 3 6 7 Gemeinden mit deutscher Mehrheit. In 347 dieser sudetendeutschen Gemeinden erwies sich die Durchführung des Wahlaktes als unnötig, weil hier nur. eine einzige Kandidaten, liste, die der Sudetendeutschen Partei, eingebrocht war. Daß die Zahl bo* sudetendssutschen Gemeinden mit Einheitslisten nicht noch Häher ist, ist Hauptfach, lich darauf zurückzuführen, daß vielfach die tschechi- schen Minderheiten eine zweite Liste eingebracht hat. ten, so daß sich die Durchführung des Wahlaktes als notwendig erwies, obgleich die Gegenliste an der überragenden Mehrheit der Sudetendeutschen Partei in der Gemeindevertretung nichts' zu ändern vermag. In 43 Gemeinden wurde die Gemeindewahl mit Rücksicht auf die „außerordentlichen Umstände" verschoben. Für diese zweite Etappe der Gemeindewahlen ist charakteristisch, daß hier die kleinen Landgemeinden überwiegen. Rach den bisher vorliegenden Wahlergebnissen hat die Sudetendeutsche Partei auch am heutigen zweiten Wahlabschnitt einen überwältigen- - d e n Sieg errungen. So meldet beispielsweise Ge- orgswalde (Bezirk Schluckenau) 4612 Stimmen oder 9 8 v. Sy aller sudetendeutschen Stimmen für die Sudetendeutsche Partei, die 33 Mandate erhielt. Auf die Kommunisten entfielen zwei, auf die Tschechen ein Mandat. — In W e i p e r t im Erzgebirge errang die Sudetendeutsche Partei 9 6,3 v. Sy der sudetendeutschen Stimmen und 31 Mandate, während die Sozialdemokraten drei, die Kommunisten ein und die Tschechen ebenfalls ein Mandat erhielten. — In Iauernig (Schlesien) erhielt die Sudetendeutsche Partei 9 8,7 v. Sy der sudetendeut- schen Stimmen und 28 Sitze. Die Tschechen und Kommunisten brachten es nur auf je einen Sitz. — In Stannern, dem Geburtsort des Reichsstatt- bulters Seyß-Inquart, konnte die Sudeten- oeutfche Partei die Zahl der für sie abgegebenen Stimmen von 282 bei den Parlamentswahlen im Jahre 1935 auf 564 bei den Gemeindewahlen am Sonntag erhöhen. Die Zahl der auf tschechische Listen abgegebenen Stimmen hat sich dagegen nur um 15 auf 220 erhöht. — In M a f f e r s d o r f, dem Geburtsort Konrad Henleins, erreichte die Sudetendeutsche Partei 29 von 32 Gemeindevertretersitzen. — In Freiwaldau: SDP. 4302 Stimmen (33 Mandate), Sozialdemokraten 130 Stimmen (1 Mandat), Kommunisten 69 Stimmen (kein Mandat), Tschechen 302 Stimmen (2 Mandate). 97,3 v Sy aller deutschen Stimmen für die Sudetendeutsche Partei. • Nach dem bis kurz vor Mitternacht errechneten Ergebnissen aus sämtlichen Wahlkreisen Böhmens, Mährens und Schlesiens sind einschließlich jener Orte, in denen Einheitslisten der Sudetendeutschen Partei eingebracht wurden, 30 7 009 deutsche Stimmen gezählt worden. Auf die Sudetendeutsche Partei entfielen 282 235 Stimmen davon, oder 9 2,2 t>. f). der deutschen Stimmen. Blutiger Wahlzwtschenfall. Prag, 29. Mai. (DNB.) Auch am heutigen Wahlsonntag ist es in zahlreichen Orten zu Zwischenfällen gekommen. Lediglich der beispielgebenden Disziplin der Sudetendeutschen, die sich durch keine Provokation aus der Ruhe bringen ließen, ist es zu verdanken, daß diese Zwischenfälle unblutig verliefen. Rur in Eibenberg im Bezirk Graslitz kam es zu einem ernsteren Zwischenfall. Aufgehetzte bewaffnete deutsche Marxisten fielen Über Ordner der Sudetendeutschen Partei her. Bei der sich entspinnenden Schlägerei griffen sie zur Schußwaffe und gaben eine Reihe von Schüssen auf die Sudetendeutschen ab, die unbewaffnet Daren. Ein Ordner der Sudetendeutschen Partei, der einen Bauchschuß erhalten hatte, mußte schwer verletzt einem Krankenhaus zugeführt werden. Drei andere Personen wurden leicht verletzt. Gendarmerie stellte die Ordnung wieder her und nahm bis zur Klärung des Vorfalles 75 Personen fest. Bereits am Freitag hatten Marxisten auf den Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei W o l l n e r einen Ayschlag geplant, indem sie Stacheldraht und ein Drahtseil über den Weg gespannt hatten. Ordner der Sudetendeutschen Partei konnten den Anschlag rechtzeitig verhindern. Das Echo in Paris und London. Paris, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ruhige Verlauf des zweiten Wahlsonntages in der Tschechoslowakei wird von der gesamten Pariser Frühpresse mit Befriedigung verzeichnet. „Petit Parisien schreibt, die Erfolge der Henlein-Anhän- aer seien beträchtlich. Der Eindruck der Entspannung halte weiter an. Sowohl in Prag, wie in den Übrigen Hauptstädten verfolge man aber die Entwicklung der deutsch-tschechischen Aussprache mit großer Aufmerksamkeit. Der tschechische Gesandte habe wieder mit dem französischen Außenminister Fühlung genommen. Die „Epoque" stellt fest, wenn man auch für die nahe Zukunft keine neuen Störungen zu erwarten habe, so bleibe immerhin das gesamte Problem in seiner Schwere bestehen und müsse so schnell wie möglich gelöst werden. Auch „Matin" meint, unter keinen Umständen dürften die Dinge in die Länge gezogen werden. 'Sie Forderungen der Sudetendeutschen hätten bereits viel eher in Betracht gezogen werden müssen. Die „Times" hebt hervor, im Vergleich zu den Wahlen von 1935 hätten die Sudetendeutschen erheblich an Stimmen gewonnen. In Gablonz sei die Sudetendeutsche Partei sogar auf 97 v. Sy aller abgegebenen Stimmen gekommen. Das sei ein erstaunliches Ergebnis für eine Industriestadt. Sozialdemokraten und Kommunisten hätten sogar in ihren Hochburgen schwere Verluste erlitten. Die „Times" kommt zu dem bemerkenswerten Geständnis, daß hkr und da die britischen Befürchtungen gegenüber Deutschland vor einer Woche übertrieben gewesen fein mögen, aber Deutschland hätte immer so beunruhigende Methoden, sich sein Recht zu holen ... Unter diesen Umständen könne man es nicht als unnatürliche Vorsichtsmaßnahme ansehen, wenn die tschechoslowakische Regierung militärische Verstärkung in die Grenzgebiete schicke (!!). Das Ergebnis der Wahlen scheine zu fein, daß nur eine unbedeutende Zahl der deutschen und tschechischen Wähler bereit sei, für die demokratischen Ziele der Tschechoslowakei einzutreten. Der Pittsburger Vertrag. Die Abordnung der amerikanischen Slowaken bei Pater Hlinka. Prag, 28. Mai. (DRB.) Umjubelt von Tausenden von Slowaken traf die Abordnung der amerikanischen Slowaken, die das Original des Pittsburger Vertrages aus Amerika mitbringt, in Rosenberg, dem Wohnsitz des Vorkämpfers der flowa- kifchen Autonomie, PaterHlinka, ein. Der Leiter der slowakischen Abordnung aus Amerika Dr. Hledko entfaltete feierlich das Original der Magna Charta, der slowakischen Autonomie, und Pater Hlinka verlas, nachdem die Echtheit der Unterschrift ten, darunter auch die des verstorbenen ersten Präsidenten der tschechoslowakischen Republik Masa - r y k, erneut festge,stellt worden war, den Brief Masaryks vom Jahre 1929, in dem sich Masa- ryk gegen die Gültigkeit des Pittsburger Vertrages aussprach. Das Mitglied der amerikanischen Abordnung Josef Huschet, der seinerzeit selbst den Vertrag mit unterzeichnet hatte, erklärte, daß die amerikanischen Slowaken dem Pittsburger Vertrag heute genau so treu seien, wie 1918, als sie ihn unterschrieben. Die Abordnung begab sich am Sonntag auf Einladung der Slowakischen Kulturvereini- gung nach Tursc-St.-Martin und von- dort nach Preßburg zum Parteitag der Slowakischen Auto- nomistischen Volkspartei. Fortsetzung d-r Besprechungen in OraL Prag, 28. Mai. (DRV.) Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: „heute vormittag setzten die Abgeordneten k u n d t und Dr. Peters die am 23. d. M. von Konrad Henlein eingeleiteten Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten Dr. Hodscha fort. Rach Behandlung der dringendsten aktuellen Fragen wurden die für die Fortsehung der Gespräche notwendigen Vereinbarungen getroffen." Deutsch-italienische Wirlschafis- abkommen über Oesterreich. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Der Reichsminister des Aeußeren von Ribbentrop und der italienische Botschafter Attolico haben,in Berlin eine Reihe von Verträgen und Abkommen unterzeichnet, durch die alle aus der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich sich ergebenden Wirtschaftsfragen geregelt worden sind. Durch die Abkommen werden die für Deutschland und Italien bestehenden Vereinbarungen über den Waren-, Zahlungs- und Reiseverkehr auf das Land Oe st erreich ausgedehnt. Auch für den Zeitpunkt der Ausdehnung des deutschen Zoll- farifes .auf Oesterreich wurden die erforderlichen Vereinbarungen getroffen. Damit ist die Gesamtheit der aus der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich für die deutsch-italienischen Beziehungen sich ergebenden Probleme abschließend geregelt worden. ♦ Der „Popolo bi Roma" unterstreicht bie günstigen 'Entwicklungsmöglichkeiten, die sich für die deutsch-italienische Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete aus der neuen gemeinsamen Grenze ergäbe« — „Voce d'Jtalia" teilt mit, Italien habe in den ersten drei Monaten dieses Jahres für 129,5 Millionen Lire Waren aus Oesterreich eingeführt und im gleichen Zeitraum für 62,2 Millionen Lire dorthin ausgeführt. In dem gleichen Zeitabschnitt habe sich die italienische Einfuhr aus dem übrigen Deutschland auf 694,3 Millionen Lire belaufen, und die italienische Ausfuhr nach Deutschland auf 436 Millionen Lire Deutschland habe im vergangenen Jahre den ersten Platz in der italienischen Handelsbilanz eingenommen; in diesem Jahre werde es, verstärkt durch die wirtschaftlichen Möglichkeiten Oesterreichs, seine führende Stellung noch vergrößern können. Besuch her deutschen Luftwaffe in Beiarad. B e I g r a b, 30. Mai. (DNB.) Die deutsche Lust- waffe ist von der jugoslawischen Luftwaffe und Regierung eingeladen worden, an den Flugvorsührun- aen aus Anlaß der Internationalen Luftfahrtausstellung in Belgrad teilzunehmen. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat der Gruvpe 3 des Lehr- geschwabers der Luftwaffe in Greifswald den Auftrag gegeben, unter Führung des Höberen Kommandeurs der Lehrgruppen der Luftwaffe. Generalmajor Förster, dielen Besuch durchzuführen. 38 Kampfflugzeuge trafen Sonntag um 10 Uhr auf dem Flughafen Zemue ein. Zu ihrer Begrüßung war das Jagdaeschwaber Belgrads aufaeftieaen. Generalmajor Förster mit Oberst Dr. Knauß wurden von dem Befehlshaber der jugoslawischen Luftwaffe General S i m o v i t ch und bem stellvertretenden Präsidenten des jugoslawischen Aeroklubs herzlich begrüßt. General Förster legte auf dem deutschen Helbenfriedhof bei Belgrad einen Kranz nieder. Dann fuhr er zum Denkmal des Unbekannten Helden auf dem Berge Avala und weiter zur Königsgruft. Während er am Sarge des Königs Alexander weilte, überflog das deutsche Geschwader die nationale Weihestätte. Pie Bevölkerung war iu- sammengeströmt, um den deutschen Flugzeugen zu- turoinfen. Im Auftrage des Generalfeldm^rfckwlls Göring überreichte General Förster dem Be^bls- Haber der jugoslawischen Luftwaffe und dem Chef feines Stabes das deutsche Flugzeugführerabzeichen. Oer Abschluß des Oeuischlandftuqs. \ Die Teilnehmer am Deutschlandflug fanden auch am Samstag, dem vorletzten Tag des Wettbewerbs, unterschiedliche Wetterverhältnisse. Im Süden war die Witterung durchweg sehr ungünstig, während im Norden schönes Wetter die Flüge wesentlich erleichterte. Morgens um 7 Uhr starteten die Maschinen von den verschiedenen Uebernachtungs- Plätzen zu einem Verbandsflug, bei dem in Gruppe I eine Tagesleistung von 700 km, in Gruppe II von 100p km, in Gruppe III von 1100 km und in Gruppe IV von 1200 km als Mindestleistung gefordert wurde. Alle Verbände mußten die Zielflughäfen, wenn sie nicht Gutpunkte verlieren wollten, bis 2 0.3 0 Uhr erreicht haben. Geschloffen legten die einzelnen Ketten die Strecken zurück und landeten auch zur gleichen Zeit. 100 Gutpunkte gab es, wenn all diesen Anforderungen entsprochen wurde, aber nur 50, wenn zwei Maschinen eines Verbandes die Bedingungen erfüllten. Den Teilnehmern des Deutschlandfluges war ein Reiseflug als vorletzte Aufgabe gestellt. Der Weg führte nach Wien, und zwar je nach Stärke der Maschinen von 1000 bis 1300 Kilometer. Bis 20.30 Uhr mußten diesmal von der Wettbewerbsleitung beftimmte Uebemachtungshäfen angeflogen werden. Immer enger schloß sich der Ring der Landungsplätze um Wien zusammen, mußten doch die ersten Maschinen am Sonntag schon zwischen 9 und w f « Bi UGü WM) " tex. KM W MM BIS HM iMWK 19 2 7 Stcich einer Aufbauzeit von knapp 10 Jahren konnte sich OVERSTOLZ rühmen,die meistgerauchte 5 Pfennig- Zigarette in Deutschland zu sein.QZm der ständig wachsenden Nachfrage zu genügen, musste ßausNeuerburg schliesslich eine grosse Fabrik in Hamburg neu erbauen; sie zählt zu den modernst eingerichteten Herstellungsbetrieben derWelt^ 19 3 8 5Vach wie vor entsteht hier die OVERSTOLZ in unveränderter Mazedonen-Qualität. Tctyt ma&edoni/cfy des Betriebes nicht allein der Ssigarette, sondern ebenso sehr auch ihrem Schutz - Bevor Höchstgehalt an Duft und Frische in die Hand des Rauchers kommt.^ZZnd diesem neuen OVERSTOLZ die Fabrik verlässt, wird siefugendicfyt ver- packt, sodass ihr echt mazedonischer Tabak stets mit einem Fortschritt hat es OVERSTOLZ zu verdanken, dass sie schon jetzt in der noch jungen Preislage 12 Stück 50 wiederum an weitaus erster Stelle steht. Sonne auf Mazedonien OVERSTQLZ 12 STÜCK 50 PF. Aus der Schule des Führerkorps der HL Don unserem B.R-Sonderberichierstatter. 10 Uhr im Rahmen eines PünktlichkeitswetLewerbs in Wien-Aspern eintreffen. Sonntag morgen hatte das Asperner Flugfeld Betrieb wie noch nie. Zunächst flogen die in Linz untergebrachten Verbände an, dann die aus Salzburg, Regensburg, München, Innsbruck, Prien und schließlich die Nürnberger, die die weiteste Flugstrecke zurückzulegen hatten. Der Verband K 7 des Kommandos der Fliegerschule Dresden ging unter Führung des Gefr. d. Res. Friedrich mit einer Leistung von 2121 Punkten als Sieger hervor. Auf mehr als 2000 Punkte kam noch der von Fach angeführte Verband der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt mit 2096 auf Klemm Kl. 25 und die Fokke Wulf FW44, Kette des Kampfgeschwaders Gütersloh (2027 Punkte) mit Oberlt. von Janson als Führer. An zehnte Stelle setzte sich W 2, NSFK.-Standarte Frankfurt a. M. Klemm Kl. 25 1848 Punkte, Derbandsführer NSFK.-Oberscharführer Entreß. Japanische BombenangnffeaufKanton Hongkong, 29. Mai. (Europapreß.) Die bedeutendste südchinesische Stadt Kanton ist in den Morgenstunden des Sonntags zum dritten Mal innerhalb weniger Tage von japanischen Fliegern bombardiert worden. Das Ziel dieses neuen Angriffs war in erster Linie wieder der Bahnhof Wongtschau in der Nähe der Internationalen Konzession, der Ausgangspunkt der für Hankau bestimmten Transporte. Der angerichtete Schaden ist auch diesmal wieder beträchtlich. — Die Bevölkerung verläßt fluchtartig die Stadt. 9000 Flüchtlinge aus Kanton sind bereits im englischen Hongkong eingetroffen. Der britische Konsul in Kanton hat bei den japanischen Militär-' behörden wegen des Ueberfliegens der Konzession von Schamin durch japanische Bombenflugzeuge Einspruch erhoben. Das Rotterdamer Attentat ein Mordanschlag der GPU. „Gazzetta Polska" meldet, daß in Rotterdam der ukrainische Hetman K o lo w a l e c, der Leiter der illigalen „Nationalen Ukrainischen Organ i s a t i o n", ums Leben gekommen ist. Kolo- walec habe sich unter dem Namen Nowak in Rotterdam aufgehalten. Der holländischen Polizei ist es gelungen, die Hintergründe dieses Attentates zu klären. Das Opfer dieses GPU.-Anschlages ist tatsächlich der Ukrainer Kolowalec. Er war am 23. Mai nach Rotterdam gekommen, weil er dort von einem Landsmann namens Waluch eine größere Geldsumme erhalten sollte. Um die GPU.- Agenten zu täuschen, benutzte Kolowalec einen Paß, auf den Namen Nowak. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme war er der GPU. in die Falle gegangen, denn Waluch war selbst GPU.-Agent. Er übergab in einem Cafe Kolowalec ein Paket, das angeblich Banknoten enthalten sollte, tatsächlich aber eine Höllenmaschine verbarg. Unmittelbar nach Empfang des verhängnisvollen Pakets verließ Kolowalec das Cafe. Auf dem Coolsingel, der Hauptstraße von Rotterdam, ereignete sich dann wenig später die Explosion. Zur Zeit des Mordes lag der sowjetrussische Dampfer „M e n • siNski" im Hafen von Rotterdam und hat am Tage nach der Mordtat Rotterdam mit Bestimmung Leningrad verlassen. Die Vermutung, daß der Mörder mit dem Dampfer nach Rotterdam gekommen ist und mit Hilfe dieses Damhfers'vach Sowjetrußland entfloh, liegt auf der Hand. Kleine politische Nachrichten. Wie die Reichsjugendführung mitteilt, ist die Mit^liedssperre der Hitler-Jugend für die Jahrgänge des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit", d. h. für die 17- bis 21jährigen Mädel, auf- gehoben worden. In Lauenburg (Pommern) nahm RSichsmini- fter R u st die feierliche Einweihung der neuen H o ch- jchule für Lehrerbildung vor. Wer aus Blut und Boden ein neues Volk formen wolle, müsse auch den Erzieher dieses Volkes aus neuen Kräften Weimar, Ende Mai. Die HI. ist mit 7V- Millionen Mitgliedern d i c größte Jugendorganisation der Welt. Nach ihrer Bestimmung ist sie viel mehr als ein Jugendverband, denn ihr obliegt nach dem Gesetz ein Teil der Erziehung unserer deutschen Jugend. Daraus ergibt sich die Bedeutung der Führer- fr a g e in ihren Reihen. Für diese Schicht ist keine alte Tradition vorhanden, wie etwa bei der Armee, hier mußte aus kleinen Anfänaen heraus eigene Arbeit geleistet werden, die im Laufe der Zeit immer mehr vertieft worden ist. Die Reichsjugendführerlager sollen ein Höhepunkt in der Ausbildung und Schulung der höheren Führer sein. Hier wird politisches Wissen und kameradschaftliche Gesinnung vertieft, hier sollen Anregungen für die kulturelle Leistung der Gliederungen ausgetauscht werden, Spiel und Sport füllen die Pausen zwischen der geistigen Arbeit. Dos erste Führerlager dieser Art war vor zwei Jahren in Braunschweig, 1937 und 1938 wurde Weimar der Treffpunkt der Veranstaltung; im nächsten Jahre, wenn die Reichsakademie her Reichsjugendführung fertiggestellt ist, wird man wieder nach Braunschweig zurückkehren. Bis zum 2. Juni^sind hier in Weimar 1400 Jugendführer der HI., des Jungvolkes, des Jugendherdergsverbandes und der entsprechenden Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront versammelt. Vom Bannführer^ und vom Untergauführer aufwärts trifft sich hier die gesamte Führerschaft der Staatsjugend, unter der sich auch erstmals 37 Jungmänner aus Oesterreich befinden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lisgt, wie Stabsführer Lauterbacher mitteilte, zwischen 25 und 27 Jahren. In der großen Zeltstadt am Goethepark herrscht reges Leben. Die Anlage dieses großen Lagers ist ähnlich wie im Vorjahre." Allerdings machte das Regenwetter feine Benutzung einige Zeit unmöglich, so daß die Besatzung die rasch und bereitwillig bereitgestellten Privatquartiere aufsuchen mußte. Der Stimmung hat das aber in keiner Weise Abbruch getan. Das Zeltlager umfaßt 176 Rundzelte, die einen Durchmesser von 4 Meter haben und als Schlafftätten dienen. Dazu treten die Zelt- bauten der Lagerleitung, des Krankendienstes, der Post usw. Ein Ehrenmal trägt die Namen der Gefallenen der HI., von Fahnen flankiert. Die große Lagerstraße ist 12 Meter breit und ebenfalls mit Fahnen reich geschmückt. Im Mittelpunkt der Arbeiten des Führerlagers standen die großen Vorträge, die u. a. von Reichsleiter Rosenberg, Reichsminister Darre, Staatssekretär Reinhardt und von dem Reichsjugendführer v. Schirach gehalten wurden. Besonders bemerkenswert war die Mitteilung, daß in Zukunft zum Ausbildungsgang des Jugendführers auch die Teilnahme an einem Landj ahr gehören wird. Aus dem Landjahr soll eine besondere U n - terführerschule der HI. erwachsen. Damit erhält der Bildungsgang zum Beruf des Jugenüfüh- rers, der eine 10jährige hauptamtliche Tätigkeit darstellt, die etwa mit dem Lebensalter von 35 Jahren abschließt, eine neue Note und eine wertvolle Bereicherung. > formen. Den Weg, den auch unsere Jugend geführt werden solle, vom Stamme zum Volk, von der Heimat zum Reich, werde aber wiederum am besten begriffen und erlernt da, wo Heimatliebe auch gleich völkischem Bewußtsein ist: an der Grenze! * Italien hat am Sonntag den ,Zag der Solidarität mit Nationalfpanien" fesüich begangen. Damit verbunden war die sogenannte Kaschistische Aushebung. In ganz Italien wurden dabei rund 320 000 Jungfaschisten in die Partei und Miliz aufgenommen, während gleich- Wirtschaff und Jugend. Nach den politischen, weltanschaulichen und kulturellen Vorträgen der voraufgegangenen Tage hörte das Führerkorps der HI. am Freitag den Vortrag eines deutschen Wirtschaftsführers, des Generaldirektors D ö g l e r. Er ging davon aus, daß, wenn die Wirtschaft im Dritten Reich eine Nationalwirtschaft und Volkswirtschaft sein solle, sie vor allen Dingen den jungen Menschen nahege b r a ch t werden müsse, die später die führende Schicht in diesem Volk und in dieser Volkswirtschaft abgeben sollen, also der Hitler-Jugend. Er zeigte dann in Wort und Bild die gewaltigen Fortschritte auf allen Gebieten des deutschen Lebens. Neben der Tatsache, daß sieben Millionen Menschen neu in den Arbeitsprozeß eingestellt wurden, führte' er das gewaltige Ansteigen des Volkseinkommens' an, das am besten das Vertrauen in die politische Führung offenbart, die ungeheueren Produktionssteigerungen in allen Teilen der Industrie, des Gewerbes, des Handwerks, der Landwirtschaft und des Handels. Der Marxismus habe lange Zeit gepredigt, daß die Maschine des Menschen Feind sei, der Nationalsozialismus habe aber keine A n g'st vor der Maschine und werde dafür sorgen, daß die Menschen mit der Maschine ausgesöhnt würden, denn die Maschine müsse ein Freund des Menschen werden und ihm die schwerste und schmutzigste Arbeit abnehmen, sie müsse ihm dazu verhelfen, Erfolge zu erzielen, die ohne die Maschine und bei dem wachsenden Mangel an Arbeitskräften nicht möglich seien. Der Redner fand stürmischen Beifall bei der deutschen Jugend, als er barlegte, daß noch nie einem Volke eine so schöne Aufgabe gestellt worden sei wie die, aus dem deutschen Bo d e n alles herauszuholen, was menschlicher Erfindungsgeist, was Hand und Kopf vermöchten. Der deutsche Boden sei heute nur zu etwa 10 v. H. erforscht: „Forschung tut not! Wir müssen nicht nur aus dem deutschen Boden, sondern auch aus den deutschen Menschen alles herausholen, was möglich ist. Die Hitler-Jugend wird von sich aus die jungen Männer zur Verfügung stellen, die wir nötig haben, well in dieser jungen Kameradschaft weder Geld noch. Rang etwas zu sagen hat, sondern nur der tüchtige Kerl. Wir müssen eine Auslese der Besten treffen und dafür sorgen, daß auch Jungen, die das Abitur nicht haben, die Möglichkeiten bekommen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten entsprechend auszubilden, um in maßgebende Stellen im Dritten Reiche zu kommen. * Abends fanden sich die 1400 Lagerteilnehmer im Park des Schlosses Belvedere zu einer Abendstunde „Glaube und Schönheit" zusammen. Im Mittelpunkt standen Vorftihrungen der Gymnastikschule Medau, die der Reichsjugendführer bei der Gründung des BDM.-Werkes Glaube und Schönheit zur maßgeblichen Mitarbeit berufen hat. Die thüringische Staatskapelle spielte Werke von Haydn und Mozart, es fangen die Thüringer Sängerknaben und BDM.- Chöre. zeittg 250 000 Avanguardisten in die Reihen der Jungfaschisten und 120 000 faschistische Mädchen in den Kreis der Jungfaschistinnen eingereiht, wurden. In Rom fand eine Massenkundgebung im Forum Mussolini statt. Außer fünfzehn italienischen spielten auch sieben in Rom weilende deutsche Militärkapellen auf. ♦ Die natidnalspanischen Truppen setzten ihren Vormarsch an der Teruelftont in einer Breite von 80 Kilometer mit gutem Erfolg fort. Sie wurden dabei unterstützt durch eine Offensive des Generals Aranda am Küsten cchschnltt. Südwestlich von TevuÄ konnten die nattonalen Truppen Höhen erobern, 'durch die sie das Vorrücken der motorisierten Kolonnen auf der Straße nach Giagunt decken konnten. Im Abschnitt von Villafranca del Cid eroberten sie die Schlüsselstellung von Ares, die für den Angriff auf die Stadt Albocacer eine wichtige Rolle spielt. > Aus aller Welt. Trauerfeier für Leutnant Günther in Graz. Die Leiche des bei Rettungsarbeiten im steierischen Ueberschwemmungsgebiet verunglückten Leutnants Günther wurde auf dem Grazer Zentralfriedhof durch den Divisionspfarrer feierlich eingesegnet. Generalmajor Dietl widmete dem Toten einen herzlichen Nachruf. Günther habe in vorbildlicher Änsatzbereitschaft sein Leben für die Volksgenossen hingegeben. Der Sarg mit den sterblichen lieber« reflen des Leutnants Günther traf am Sonntag in Innsbruck, der Heimat des verunglückten Offiziers, ein. Dort erfolgte die Aufbahrung der Leiche in der evangelischen Pfarrkirche. Auf dem Friedhof in Mühlau, etwa eine halbe Stunde von der Kirche entfernt, findet unter militärischen Ehren die feierliche Beisetzung statt. Schiffsunlergang in der Kieler Förde. Der zur Sperrschule Kiel gehörige Minenlichtprahm „Triton" ist am 27. Mai in der Kieler Förde aus bisher ungeklärten Gründen gesun- k e n. Don den an Bord befindlichen 30 Soldaten wurden 26 Mann gerettet. 4 Mann roerben vermißt. Nundfunkprogramni Dienstag, 31. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk „S. M. S. Wiesbaden". Ein Hörspiel zum Tage von Skagerrak von Pelz von Felinau. 11.40: Wirtschaft unter der Zeitlupe. 12: Mittagskonzer^ 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: ,Hans in allen Gaffen". Beliebte Schlager von einst und jetzt. 15: Lieder vom Bodensee. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Abschied vom Mai. 19: Nachrichten. 19.10: Unsere Marine. 20: Aus Gorch Focks Tagebuch. 20.20: Konzert. 21.20: Wer andern eine Grube gräbt/... 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert, i- Wetterbericht Nachdem es am Sonntag bei wechselhafter Bewölkung zu vereinzelten schauerartigen Niederschlägen gekommen war, brachte die vergangene Nacht mit dem Durch^g einer neuen Störungsfront wieder verbreitete Regenfälle. Die Wetterlage läßt mit der Zufuhr feuchter Meeresluft auch für die Folge kein beständiges Wetter aufkommen, doch wird sich zwischendurch häufig Aufheiterung einstellen. Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit Aufheiterustg, aber auch Neigung zu einzelnen leicht schauerartigen Regenfällen. Temperatur etwa um 15 Grad, lebhafte weslliche Winde.___________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 . gültig. Im Namen der Hinterbliebenen: 02547 Gießen (Kaiserallee 83), den 28. Mai 1938. Auf Wunsch des Entschlafenen fand die Beerdigung in der Stille statt Gießen, den 30. Mai 1938. 92546 3698V danken wir hiermit herzlichst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Nuhn. Lollar, Im Mal 1938. 3702V Für alle Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst. Für die uns in so reichem Mabe erwiesene Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Die trauernden Hinterbliebenen. L d. N.t Helene Ettel. 4-U-M. an der Hardt Preis 45 Mark, zu vermieten. Schriftliche Anfragen u. 02545 an o. Gieß. Anz. Herrn Balthasar Nuhn Zimmermeister Stellengesuche| Alleinst. Witwe 41 Jahre, zuverlässig u. sauber, wünsch tStell. als BaoshälteriD in geordnetem frauenlos. Haushalt. Schr. Ang. unt.02544anden Gießen. Anzeig. [Stellenangebote) Büro* gehilfe(in) (Stenographie und Maschinen- schreib.) gesucht. Schrift!. Angeb. unter 37070 an den Gieß. Anz. Geschäfts. raume zu vermieten Diezstraßelt bestehend aus Büro,Lagertest., mehreren Lagerräumen m. 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