ltt.75 Erstes Blatt 188, Jahrgang Mittwoch, 30. März 1938 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Betlogen: Die Illustrierte (Biefeener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . e —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewall Zernsprechonschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Sronffurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sieben. 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Als die Maschine auf dem Rollfeld hält, verläßt Reichsminister Dr. G o e b b e l s als erster das Flugzeug. — Stürmischer Jubel ist der erste Gruß der Wiener an den Eroberer Berlins. Während dem Minister stürmische Heilrufe entgegenbrausen, setzt sich die Wagenkolonne zur Fahrt in die Stadt in Bewegung. Nur mühsam konnte sich der Wagen des Ministers auf der 15 Kilometer langen Strecke den Weg bahnen, da die spalierbildenden Massen überall auf die Fahrbahn drängten, um Dr. Goebbels, der im Wagen stehend immer wieder für diesen begeisterten Empfang dankte, die Hand zu drücken — besonders eindrucksvoll war das Bild gerade auch in den fast ausschließlich von Werktätigen bewohnten Stadtvierteln. Männer mit von Entbehrung gezeichneten Gesichtern, Frauen, denen man die Tage der Not ansehen konnte, hielten noch immer die Hand erhoben, auch als die Wagenkolonne schon lange vorüber war. Hier haben Tage genügt, um einen neuen Glauben zu empfinden. Davon zeugen an jedem Haus, ja fast an jedem Fenster Flaggen und Fähnchen in den Farben des großen Deutschen Reiches. — Alle die Zehntausende, die sich spontan eingefunden haben, um den Eroberer Berlins zu empfangen, den Mann, der aus seiner Kampfzeit heraus mit Großstadtnot und -elend vertraut ist, grüßten in ihm einen engsten Mitarbeiter und Sendboten des Führers. Am Schwarzenberg-Platz wird Reichsminister Dr. Goebbels von dem Reichsstatthalter in Oesterreich Dr. Seyß-Jnquart empfangen. Reichsminister Dr. Goebbels schreitet unter dem Jubel der vieltausendköpfigen Menge die Front der Ehren- stürme ab und begibt sich darauf in das Hotel „Imperial". Dr. Goebbels dankt der Men Garde Wiens. Gegen 18 Uhr trat Reichsminister Dr. Goebbels die Fahrt zum Rathaus an, wo die Stadt Wien zu Ehren des Gastes im festlichen Rahmen einen Empfang gab. Auf allen Ringstraßen begleitete den Minister auch hier wieder der nur schwer zu beschreibende Jubelsturm der Wiener Bevölkerung, die vom ersten bis zum letzten Meter ein undurchdringliches Spalier bildete und in wienerischer Herzlichkeit den alten Mitkämpfer des Führers ihre Liebe, ihren Dank und ihre Treue zum Ausdruck brachte. Auf dem weiten Vorplatz des stolzen gotischen Rathausbaues empfingen gleichfalls Zehntausende Dr. Göbbels mit lang- anhaltenden Heil-Rufen. 3m Hof und an den Aufgängen hatten die ältesten nationalsozialistischen Kämpfer Wiens Aufstellung genommen, unter ihnen auch etwa 50 Wann der Wiener sogenannten „Kanalbrigade", jener hervorragenden aktivistischen illegalen Formation, die im Kampf gegen rotes Verbrechertum, vor allem auch bei den Putschereignifsen der Jahre 1937 und 1934 unter schwierigsten Verhältnissen ihren Wann stand und mit gläubigem Wut im besten Sinne des Wortes „die Fahne hoch gehalten" hat. Immer wieder zog Dr. Goebbels die alten Kämpfer ins Gespräch, druckte ihnen die Hände und forderte sie spontan auf, ihm als seine Kameraden und Gäste in den Saal zu folgen, als Ehrengäste des Empfanges. Ferner hat Reichsminisier Dr. Goebbels die alten Kämpfer Wiens für den 8. April zu einem Kameradschaftsabend in Wien eingeladen. lief beeindruckt von den unsagbaren Höfen und Leiden, von denen diese tapferen Kämpfer in kurzen, aber inhaltschweren Gesprächen Kunde gaben, stellte Dr. Goebbels für die alten Kämpfer der österreichischen Hauptstadt als ein Zeichen seines von Herzen kommenden Dankes die Summe von 50 000 Wart zur Verfügung. Im Festsaal selbst hatten sich inzwischen die führenden Männer der Stadt Wien, des Staates, der Partei und der Wehrmacht zur Begrüßung eingefunden. Durch ihre Reihen gehend, hieß der Minister auch den greifen Sieger von Flitsch-Tolmein, General Krauß, willkommen. Nachdem noch geraume Zeit lang die treuen Kämpfer für die Sache Adolf Hitlers in Oesterreichs Gauen und in Wien Gelegenheit bekommen hatten, Worte der Erinnerung an gemeinsam durchgestandene schwere Kampfjahre mit Dr. Goebbels auszutauschen, nahm der Bürgermeister von Wien, Neubacher, während sich die Empfangsteilnehmer von ihren Plätzen erhoben, das Wort zu einer Begrüßungsansprache, auf die Reichsminister Dr. Goebbels erwiderte: Ich brauche Ihnen allen nicht zu sagen, welch ein bewegendes Gefühl es für mich ist, am heutigen Abend in Ihrem Kreise zu weilen. Biele bekannte Gesichter sehe ich unter Ihnen auftauchen, viele Männer und Frauen, die ich in den vergangenen Jahren hier und da im Reich getroffen habe. Ost und oft standen sie damals mit weinenden Augen vor mir und fragten mich, wann denn nun auch für sie die Stunde der Erlösung kommen werde. Ich habe ihnen damals keinen Zeitpunkt angeben können, ich habe immer nur sagen können: Sie Stunde kommt! Daß sie nun da ist, das erscheint uns allen nun wie ein Märchen. Das hätten wir vor einigen Tagen noch für utopisch und für sehr unwahrscheinlich gehalten. Heute ist es wunderbarste Wirklichkeit! Ich habe heute mit vieler Freude die Hände vieler alter Kameraden gedrückt, und ich habe auf ihren Gesichtern all die Not, die vielen Entbehrungen und die harten Drangsale ihrer langen Kerkerhaft gelesen. Aber ich habe aus ihren Augen auch widerstrahlen sehen das Licht einer neugewonnenen Freiheit, die über diesem Land und über dieser Stadt nun aufgegangen ist. I ch glaube — stürmische Zustimmung bekräftigt das — es gibt heute in der ganzen Welt keine glücklicheren Menschen als die Oesterreicher! Daß dieses Glück aber auch zum Glück eines ganzen Volkes werde und daß es sich nicht in Proklamationen und Demonstrationen erschöpfe, sondern umgesetzt werde in reale Taten, das ist unsere Aufgabe in den kommenden Wochen und Monaten und wohl auch Jahren. Es bedarf einer harten, nimmermüden und zähen Arbeit. Ich bin der festen Ueverzeugung, daß die vielen Parteigenossen, die die Jähre des Kerkers überwunden haben, sich nun mit gleicher Begeisterung und innerer Anteilnahme dem Werk des Aufbaues und der Wiedereingliederung Oesterreichs in das Reich widmen werden. Leidenschastliches Bekenntnis znm Wer. Tausende im Banne der Rede des Reichspropagandaministers. Die erste Kundgebung mit Dr. Goebbels auf österreichischem Boden feit sechs Jahren! Die erste Rede des großen Künders der nationalsozialistischen Idee im befreiten Wien! Das ist ein historisches Ereignis. Das ist ein Erlebnis, das in feiner Größe und der Stärke feines Eindruckes an jene Tage erinnert, da der Führer selbst in Wien weilte, da ganz Wien von einem einzigen großen Begeisterungstaumel erfaßt war. Die geroaltige Halle des Nordwe ft bahn Hofs, die so lange sinnlos leergeftanben hat und als Lokomotivfriedhof Zeuge wirtschaftlichen Zerfalls Altösterreichs unter der Systemregierung war, ist dem sinnvollsten Zweck zugeführt, den es heute für diesen Riesenbau geben kann: Kundgebungshalle des Nationalsozialismus zu sein, die Scharen der Menschen aufzunehmen, die den „Doktor" sprechen hören wollen. In langen Zügen eilen sie aus den Betrieben herbei, die soeben Feierabend gemacht haben, aus allen Stadtteilen ziehen sie heran. Wer nur irgend kann, möchte mit dabei fein, möchte den Mann hören, dessen flammende Reden immer wieder alle Herzen für-die Idee des Führers begeistern, diese Reden, denen sie in der Verbotszeit so oft heimlich am Rundfunk gelauscht haben, hinter verschlaf-. fenen Türen und bei verhängten Fenstern. Der Andrang der Massen zu der Kundgebung war so gewaltig, daß die Riefenhalle schon eine volle Stunde vor Beginn der Versammlung gesperrt werden mußte. Und doch strömten immer noch die Menschenmengen auf allen Zugangsstraßen herbei. 20 000 Volksgenossen sind in der überfüllten Halle. 300 000 marschieren an diesem Abend und besetzen die Zufahrtsstraßen. Viele Tausende konnten auch hier keinen Platz finden. Der Rundfunk hatte inzwischen alle Besitzer von Apparaten aufgefordert, ihre Lautsprecher an die Fenster zu stellen, um so den Massen Gelegenheit zu geben, die Rede mithören zu können. Die Rundfunkgeschäfte hatten ebenfalls Großlautsprecher angebracht — die meisten Gaststätten übertrugen die Rede. So erlebte ganz Wien und über den Rundfunk ganz Oesterreich die Stunde. Kurz vor 8 Uhr brausen in der Ferne die Begeisterungsrufe der Massen auf, die den Doktor auf seiner Fahrt zur Kundgebungshalle begrüßen. Der Jubel greift auf die Menschenmenge in der Kundgebunashalle über. Alle springen von ihren Plätzen auf. „Sieg-Heil! Goebbels!" — so braust es durch den weiten Raum. Dr. Goebbels dankt noch allen Seiten für die begeisterte Begrüßung. Zwei BDM.-Mädel überreichen chm einen Blumenstrauß. Der Doktor dankt ihnen, sichtlich freubig bewegt. ^-Gruppenführer Reichsstatthalter Dr. Seyß- I n q u a r t tritt, freudig begrüßt, zum Rednerpult. Brausender Jubel klingt auf, als er an den Kampf erinnert, den Dr. Goebbels in Berlin gewonnen hat. Aber dieser Jubel geht in dem Augenblick in glühende Begeisterungsstürme über, als Dr. Goebbels selbst an das Rednerpult tritt. Minutenlang kann er nicht mit Sprechen beginnen. Minutenlang jubeln die Menschenmassen von neuem „Sieg-Heil!" und „Heil Dr. Goebbels!". Alle sind von den Plätzen aufgesprungen. Jeder hebt die Hand zum Gruß der Deutschen. Alle grüßen in nicht endender Begeisterung den Mann, der stets einer der Besten und Treuesten des Führers gewesen ift Endlich ist es möglich, Ruhe zu schaffen. Sodann nimmt Dr. Goebbels das Wort: Dr. Goebbels spricht. „Meine deutschen Volksgenossen und Volks- genofsinnen! Es ist nun fast sechs Jahre her, daß ich das letzte Mal in Wien sprach. Ich kam damals aus diesem Reiche, in dem wir Nationalsozialisten soeben in die Endphase des Kampfes um die Macht eingetreten waren. Wir Nationalsozialisten nährten die Hoffnung, daß, wenn der große politische Umbruch im alten Reich sich vollziehen sollte, Oesterreich mit in den Strudel der Ereignisse hineingezogen werden könnte. Diese Hoffnung hat uns damals betrogen. Ich kam in eine Stadt, die, wenigstens in ihrem äußeren Bilde, ihren deutschen Charakter läng st verloren hatte und die damals tonangebende Wiener Judenprefse überschüttete mich bei Ankunft und Abschied mit wahren Kübeln von Schmutz, Lüge und Verleumdung. (Stürmische Enlrüstungs- und Pfui- Rufe.) Das war im September 1932! Und dann begann der große Machtkampf im Reiche selbst. Es kam ein 30. Januar 1933; wie unter einem frischen Frühlingshauch sank nun ein altes und morsches System dahin, und siegreich flieg über den Zinnen des Reiches die Fahne der jungen Bewegung Adolf Hitlers auf. (Sieg-Heil-Rufe und Beifall wechseln in der Erinnerung an die großen Tage im Reiche miteinander <6.) Es wäre dem deutschen Volk im Reich und insbesondere im deutschen Oesterreich mancher Leidensweg erspart geblieben, wenn es uns damals gelungen wäre, Oesterreich mit in den revolutionären Ausbruch des alten Reiches hineinzuziehen. Das wäre auch gelungen, wenn sich hier in Oesterreich der Volksbewegung des Nationalsozialismus nicht jene kleinen Wachtctiquen entgegengestellt hätten, die gar nichts mit dem Volke zu tun hatten, sondern nur den Ehrgeiz besaßen, Tyrannen des Volkes zu sein. (Stürmische Bewegung geht bei diesen Dorten durch die weite halle.) Es war denn auch allzu verständlich, daß Oesterreich von diesem Augenblick an das Lieblings- k i nd der internationalen Weltdemo- fratie wurde. Es war das jene Weltdemokratie, die jetzt etwa ihr menschliches Herz entdeckte, dieselbe, die uns die Diktate von Versailles und St. Germain und damit den schimpflichsten und schändlichsten Friedensvertrag aufgezwungen hatte, den die Weltgeschichte kennt. (Minutenlange Pfui- Rufe.) Das war dieselbe internationale Weltdemokratie, die stets von Freiheit und Selbstbestim- mungsrecht der Völker faselt, in der Praxis aber kein Mittel unversucht läßt, um wehrlose Völker zu unterdrücken, zu unterjochen und unter die Gewalt internationaler Mächte zu zwingen. Wir kennen diese heuchlerischen Menschlichkeitsapostel! Diese Weltdemokratie, die nun ihr Herz für das souveräne, selbständige Oesterreich entdeckte, die uns als Diktatoren beschimpft und verleumdet, sie begann nun, gewisse Eintagsfliegen des politischen Lebens in Oesterreich zu wahren Weltgrößen emporzuloben. (Verständnisvolle Heiterkeit.) Männer, deren Format bestenfalls zu Handlungsreifenden ausreichte, wurden zu Errettern erkoren (stürmisches Gelächter), zu Staatsmännern, auf deren tiefe Weisheiten die Welt horchte, wenn sie dem Gehege ihrer Zähne entflohen. Das Volk aber, das sich gegen die Tyrannen auflehnte, wurde zum Friedensbrecher erklärt. Dabei hat dieses Volk niemals den Frieden gebrochen, sondern nur feine vollkommene Verständnislosigkeit einem System gegenüber bekundet, in dem immer von Frieden geredet wurde und Millionen Menschen den härtesten Strafen und brutalster Tyrannei unterworfen waren. Eine kleine Clique von Legittmisten war zur Stimme des Volkes erhoben, hochgeborene Nichtstuer, von der internationalen Welt legitimiert, im Namen Oesterreichs zu sprechen, ließen sich von bezahlten Bürgermeistern Ehrenbürgerbriefe ausstellen. Die nationalsozialistische Äee eroberte im Sturm das ganze Volk. Aber so leicht läßt ein Volk im 20. Jahrhundert der technischen Errungenschaften, des Autos, des Flugzeuges und des Rundfunks nicht ein frevelhaftes Spiel mit sich treiben. Man kann zwischen Menschen Barrieren und Schranken errichten — Ideen aber sind zollfrei! And die Ideen sprangen über diese von Menschen aufgerichteten Barrieren hinweg und eroberten in einem Sturmwind das herz des ganzen Volkes. Dieviel Kämpfer find damals in die Gefängnisse gewandert, wieviel sind aus Arbeit und Brot verjagt worden? Wieviele wurden peinlichen Verhören und quälenden Marterungen unterworfen? (Brausende Rufe der Empörung.) wenn unter solchen Drangsalen eine Idee lebendig bleibt und eine Fahne nicht eingezogen wird, dann kann man wohl sagen: Es handelt sich um ein Ideal, das die Kraft besitzt, eine weit zu erschüttern! Es gab daher für uns Nationalsozialisten keinen Zweifel darüber, ob wir, sondern nur, wann wir dieses Land dem Reiche wieder zurückgewinnen könnten! (Die Massen springen auf, und taktmähig donnern minutenlang „Sieg-Heil!"-Rufe durch die Halle.) Alle wußten das, nur nicht die, die es anging. (Jubelndes Gelächter.) Sie verschlossen eigensinnig und boshaft ihre Augen vor der unabwendbaren Dynamik und Entwicklung, die ihr Gesetz in sich selbst trug. Wenn eine Revolution einmal die Herzen der Menschen ergreift und entzündet, wenn Millionen sich in Marsch setzen und entschlossen sind, für die Ideale der Revolution alles an Leid und Entbehrung zu ertragen, dann wird keine materielle Macht, kein Staatsapparat und keine Polizeibürokratie den Siegeszug dieser Idee aufhalten können. Man kann auch ihre Ideale nicht durch Taschenspielkunststücke hemmen. Das können nur Menschen glauben, die selbst keine Ideale besitzen, die das.Volk nicht kennen! Denn ein Volk bekehrt sich zwar sehr schwer zu neuen Idealen, aber wenn es einmal davon ersaßt ist, dann bleibt es auch dabei. Noch niemals hat das Volk versagt, versagt haben immer nur die Führungen. Hier zeigte es sich, daß das Volk besser war als seine Regierung, besser war an Einsicht, besser an Mut, besser an Entschlossenheit und besser an Charakter. (Stürmischer Beifall.) I Denn das ist das Kennzeichen aller volksfremden I Diktaturen: sie sind mutig und tapfer, solange sie die Macht besitzen. Nimmt man ihnen die Macht, dann knicken sie zusammen, dann werden sie weich in den Knien und empfehlen sich auf französisch. (Lebhafte Heiterkeit und stürmischer Beifall.) Herr Schuschnigg hat zwar den Mut, eine Wahl anzusetzen, aber nicht eine Wahl, wie sie erwartet werden konnte, sondern eine, bei der das Ergebnis schon vorweggenommen war. Er kannte fein Volk drei Tage vor der Wahl so genau, daß er wußte, was das Volk bei der Wahl prozentual für ihn an Stimmen abgeben würde. (Stürmische Heiterkeit.) Diese Wahl war nach demokratischen Gesichtspunkten eine wahre Farce. Das hinderte selbstverständlich die internationale demokratische Weltpresse nicht, diese Wahl als Beweis höchster Demokratie anzusprechen. (Erneute Heiterkeit.) Man konnte bei dieser Wahl nicht „Nein" sagen, sondern nur „Ja" sagen. Wer „Nein" sagen wollte, mußte sich selbst einen Zettel mitbringen. (Brausender Beifall und Gelächter.) Er mußte aber genau fo groß fein wie derjenige, auf dem „Ja" stand, und zwar war das millimetermeife angegeben und vorgeschrieben. In den Wahlvorständen faßen nur gefinnungstreue Oberbonzen der „Vaterländischen Front", und da diese von dem System lebten, zu etwas anderem reichte ihre Intelligenz nicht aus, lag es natürlich in ihrem primitivsten Interesse, mindestens so viele Wahlstimmen zu beschaffen, daß das System erhalten blieb. Die Rechnung schien sehr einfach und die internationale Weltpresse klatschte diesem Betrug begeistert Applaus. (Stürmische Pfuirufe.) Dieser polittschen Infamie gegenüber gab es für das Volk gar kein anderes Argument, als nur Gewalt gegen Gewalt. Das aber wunderte Herrn Schuschnigg. Herr Schuschmgg hatte sich wahrscheinlich vorgestellt, daß der Führer nur redete, aber nicht handelte, daß große Redner aber schlechte Feldherrn, meinte er, sein müßten, (hier braust das Lachen der Zuhörer durch den Raum.) Er sagte sich mit Fasner aus dem „Siegfried": „Ich lieg' und besitz, laßt mich schlafen!" Und in diesen Schlaf dröhnte dann plötzlich — um mich im Jargon der schon zitterten Weltpresse auszudrücken — dröhnte dann der „Kommiß st ief et des preußischen Militarismus". (Wieder macht sich die Begeisterung in minutenlangen Sieg-Heil-Rufen Luft.) Mit brutaler Gewalt wurde ein nach Souveränität und Eigenstaatlichkeit seufzendes Volk unter die Tyrannei des Reiches gezwungen, so sagten es gewisse Organe der Weltpresse. In Wirklichkeit aber hatte die deutsche Wehrmacht dem deutschen Volk in Oesterreich wieder sein nationales Leben gesichert. Man hatte gehofft, das deutsche Volkstum durch Versailles und St. Germain auf ewig aus der Liste der großen Weltmächte streichen zu können. Diese Hoffnung war auch nicht vergebens gewesen, solange in Deutschland eine Vielzahl von Parteien herrschte. Denn, wenn sich 30 Parteien in einem Volke feindlich gegenüberstehen, wenn eine Nation jeglicher Wehr und aller Waffen entblößt, ausgepowert und ausgeplünöert, von den Fieberschauern des Bolschewismus geschüttelt wird, dann können die Herren der Weltdemokratie ruhig schlafen. Das war aber nun seit dem Jahre 1933 in Deutschland anders geworden. Es war aus diesem Volk eine mächtige Bewegung auferstanden. Der Führer dieser Bewegung übernahm die Führung des Reiches, er erhob Deutschland wieder zur Weltmacht. Es war nun alles ganz anders geworden, als man es sich im Jahre 1919 gedacht hatte. Nun gab es keine Vielzahl von Parteien mehr, versäumten keine parlamentarischen Parteibonzen mehr große Gelegenheiten durch endlose Schwätzereien, jetzt spielte kein 100 000-Mann-Heer mehr mit Pappkanonen. Jetzt wurde nicht mehr durch eine infame jüdische Presse die Gesinnung und Moral des Volkes verseucht. Dieses Volk, das vor ein paar Jahren geglaubt hotte, daß es das schlechteste und minderwertigste der ganzen Welt sei, begann nun plötzlich den Kopf höher zu tragen. Die Minderwertigkeitskomplexe waren ausgetrieben und es bekannte sich zu dem Grundsatz: Alles, was die anderen können, kann ich mindestens ebenso gut, vielleicht sogar besser. (Stürmischer Beifall.) Es war verständlich, daß die im Blute liegende Sehnsucht zum Reich nun viel stärker im österreichischen Volke erwachte, daß die Lügen und Phrasen der humanitären Weltdemokratie in diesem Lande keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken konnten, daß der Nationalsozialismus sich in diesem Volke immer stärker als Träger oes deutschen Gedankens erwies. Wie oft haben wir erlebt, daß hunderte von Menschen aus diesem herrlichen Oesterreich im Sommer auf dem Obersalzberg am Führer vorbeimarschierten, Männer und Frauen mit Kindern, niemand davon sich seiner Tränen schämte und immer wieder aus sehnsuchtshungrigen Kehlen der Ruf erscholl: „Wann holen Sie uns? Wann kommt unsere Stunde?" Ein Irrwahn zu glauben, daß man das mit parlamentarischen Kunststücken und Redensarten unterdrücken kann. Die Stimme des Blutes ist stärker, als die Stimme der Paragraphen. (Jubelnde Zustimmung.) Mit dem Aufstieg des Reiches ging ein rapider Abstieg des deutschen Oesterreichs auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Hand in Hand. Aber das diente dann der Gegenseite, wie sich bald herausstellte, nur dazu, das österreichisch-deutsche Volk unter der Maske reichsdeutscher Zustimmung noch brutaler zu unterdrücken und zu verfolgen. Der Führer hat es dann ein zweitesmal in der heute schon historisch gewordenen Berchtesgadener Unterredung versucht. Die internationale Weltpresse ist nicht müde geworden, die Welt glauben zu machen, daß es sich dabei um eine rohes gewalttätiges Diktat gehandelt habe. Das ist nicht wahr! Aber es ist selbstverständlich, daß der Führer auf dem Obersalzberg mit Herrn Schuschnigg auf gut deutsch gesprochen hat. (Stürmische Zustimmung.) Daß er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berge zurückhalten konnte antze- sichts einer Entwicklung, die mit rapider Schnelligkeit einem blutigen Bürgerkrieg entgegentrieb, ist klar. Die damaligen Machthaber Oesterreichs wollten das nicht verstehen. Das ist immer so bei Revolutionen, daß die Träger des sinkenden Systems die kommende Revolution nicht sehen. Das war so im Jahre 1789, als die Pariser Bastille gestürmt wurde. Das war so im Jahre 1848, das war auch so im November 1918. Imm?r kam, was kommen mußte. Herr Schuschnigg glaubte, durch ein infames Wahlmanöver die weitere Entwicklung aufhalten zu können. Wir haben mit Ingrimm seine damaligen rednerischen Ergüsse zu Gehör genommen. Wenn man jahrelang gegen das Volk regiert hat, dann gewinnt man das Volk nicht zurück, indem man sich vor das Volk hinftellt und sagt: „Grüß Gott, Lanos- leute!" (Brausendes Gelächer.) Oder: „Manderln 's ist Zeit!" (Der Jubel steigert sich zum Orkan!) Ja, es ist Zeit! Aber in anderem Sinne, als Herr Schuschnigg sich das gedacht hatte! Der Führer hatte in seiner Rede am 20. Februar vor dem Deutschen Reichstag ganz eindeutig erklärt, daß er es nicht weiter dulden werde, haß 10 Millionen Deutsche an den Grenzen dieses zu einer Großmacht wieder emporgestiegenen Reiches länger gequält und mißhandelt Werden. Er werde im Bedarfsfalls einschreiten, um deutsches Volkstum zu beschützen. (Ungeheure Begeisterung!) Dann kam der 11., kam der 12., kam der 13. März! (Die 20 000 springen auf, und Sprechchöre hindern lange Zeit den Minister am Weitersprechen: „Wir danken dem Führer!") Dann marschierten die deutschen Truppen!!! Dann zog der Führer in wahrem Triumphzug in seiner Heimat ein!! (Der Jubel kannte hier keine Grenzen mehr, die Massen sind tief aufgewühlt!) Und genau an dem Tage, an dem Schuschnigg wählen wollte, wurde der Anschluß an das Reich vollzogen! (Der Jubel wurde durch Sieg-Heil-Rufe abgelöst, der zum Orkan gestaltete Beifall läßt Dr. Goebbels kam noch zu Worte kommen.) Auf die Stunde genau 90 Jahre später, als Metternich gestürzt wurde, zeigte sich nun das Volk in seiner wahren Gestalt. Es wurde zwar nicht mit „Grüß Gott, Landsleute!" angeredet (die nächsten Worte gingen im Lachsturm unter!), aber es kam und es entlud seine Inbrunst in einem Sturm von Begeisterung, wie es dieses Land wahrscheinscheinlich noch niemals gesehen hatte. Wenn es eine Volksstimme gibt, und wenn sich in der Volksstimme Gottes Stimme kund- gibt, dann sprach in diesen Tagen Gott zum deutschen Volke in einer Sprache, die eigentlich in der ganzen Welt unmißverständlich hätte sein müssen. In diesen Stunden hat das Volk sich entschieden, ohne Stimmzettel, ohne Wahllisten, ohne Wahlvorstand« ohne Propaganda und Reden, sondern spontan aus dem Herzen heraus. (Wieder braust im Takte aus 20 000 Kehlen der Ruf: „Ja!" und „Sieg-Heil!) Selbstverständlich paßte das der von mir öfter ziter- ten Weltdemokratie nicht in das Konzept. Sie hatte es ich all das ganz anders vorgestellt, sie hatte geglaubt, daß Schuschnigg in einem Uederraschungs- coüp sich mit Hilfe der Vaterländischen Front eine neue Legitimation verschaffen könnte, und ie war dann entschlossen, diesen verruchten Terror vor aller Welt zu legalisieren. (Pfui!-Pfui!-Rufe.) Eine feine Rechnung! Nur einen Fehler hatte sie! Sie ging nicht auf! (Brausende Heiterkeit.) Es ist deshalb für uns nur allzu verständlich, daß die internationale Weltpresse Deutschland und Deutsch- Oesterreich von nun ab mit einer wahren Schmutzflut von Verleumdung übergoß. (Erneute Entrüstung!) Es fehlt da nichts was uns nicht vorgeworfen wurde: alle Laster wurden uns angedichtet und alle Tugenden uns abgesprochen. Oesterreich sei vergewaltigt worden, Wien sei nun nicht mehr die Stadt Straußscher Walzer, sondern die Stadt preußischer Militärmärsche (Stürmisches Gelächter), die scharmanten Wiener Mädchen ziehen sich in ihre Wohnungen zurück, weil die preußischen Musketiere kommen! (Erneute brausende Heiterkeit.) Man sehe an den ausgehungerten Gesichtern der deutschen Soldaten, welches Elend im Reiche herrsche und wie glücklich demgegenüber das österreichische Volk unter Schuschnigg gewesen wäre. Wir kennen diese Sorte von Wahrheitssuchern! Die hat das im Jahre 1933 ganz genau so mit Deutschland versucht. Genau so hat sie es mit uns während des Krieges gemacht, nur mit einem Unterschiede: im Kriege hatten wir keine Abwehr! Heute aber ist das 'anders! Heute kennen wir ihre Schliche und haben wir die Köpfe, die der Gegenseite gewachsen sind, keine Antwort schuldig bleiben und nach dem Grundsatz handeln, auf jeden Schelmen anderthalbe setzen! (Stürmischer Beifall.) hinein die besten Deutschen in Gefängnisse und Kerker hineingingen, ist es nicht, als sei das wie durch ein Wunder Wirklichkeit geworden? Eines haben wir aus den Wirren der vergangenen Jahrzehnte gelernt: daß über der Einheit der Länder die politische Einheit des Reiches flehen muß, wenn Deutschland nicht zugrunde gehen soll. Und diese politische Einheit ist heute geschaffen. Berlin ist Berlin, München ist München, Hamburg ist Hamburg und Wien soll Wien bleiben. Aber darüber hinaus sind wir alle zuerst Deutsche! Einer aber soll im Namen dieser 75 Millionen gegenüber der Welt das Wort führen. Es war ein gefahrenreicher Weg, den der Führer in diesen Jahren gegangen ist. Aber Schritt für Schritt, Zug um Zug, Etappe um Etappe, hat er die deutsche Schicksalsfrage gelöst. Was das bedeutet, wird man erst in einigen Jahrzehnten ermessen können. Welche Leistung das aber ist, kann man ich nur klarmachen, wenn man bedenkt, daß dieses Volk vor 20 Jahren das furchtbarste erlebte, was einem Volk zustoßen kann, und 20 Jahre später aus der furchtbarsten Niederlage der glänzendste Triumph wird! (Nach diesen Worten setzte em ungeheurer Beifall ein, mit immer wieder brausenden Heilrufen.) Dieses Aufbauwerk im Reich wird nun elbstverständlich mit aller Tatkraft auch in Oe st erreich in die Tat umgesetzt. Das wird ebenso auf politischem und militärischem, wie auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet geschehen. Die Tugenden, mit denen wir unsere Politik meisterten, werden nun hier mit der Kraft des Wortes und der Kraft des Beispiels auch im deutschen Volk in Oesterreich wachgerufen. Wir haben dabei nicht den Ehrgeiz, Oesterreich zu chulmeistern^ nur eins wollen wir: die Blicke dieses Volkes wollen wir auf das Reich lenken und ihm agen: so wie b?i euch war es auch einmal bei uns. Auch wir sind einmal getreten, geschmäht und vor den Augen der ganzen Welt geschunden worden. Auch bei uns sind einmal Millionen an der Zukunft des Reiches verzweifelt und haben gemeint: es hat keinen Zweck mehr, es ist alles umsonst. Da ist d e r F ü h r e r unter uns getreten unb hat sie wieder aufgerichtet und in ihnen wieder die alten deutschen Tugenden erweckt. Und wir haben es dann erlebt, daß diese Tugenden mit Blitzesschnelle das Wunder vollbrachten. Wenn wir heute auf den deutschen Aufbau zurückblicken und uns nach den Ursachen des Erfolges fragen, so müssen wir feststellen: Uns haben nicht geholfen die Maschinen und das; Geld, nicht die Devisen und die Kredite, nicht die Anleihen, sondern uns haben geholfen unser glü- hender Idealismus und unser blinder Glaube an ' die Zukunft unserer Nation, unseres Volkes! Und diesen Glauben zu bewahren, kommen wir hierher. : Wenn das Werk beginnen soll, muß es angefaßt werden mit Mut, mit Initiative, mit Großzügigkeit, mit Intelligenz. Der Aufbau muß sofort anfangen und Oesterreich muß an diesem Aufbauwerk selbst mithelfen. Wenn es jetzt in den Vierjahresplan eingegliedert wird und das Reich dafür die Mittel und die Zentralführung zur Verfügung stellt, dann muß Oesterreich selbst Hand anlegen! Daher heißt die Parole für die nächten Wochen, Monate und Jahre: Arbeiten! Nicht reden! handeln! keine theoretischen Probleme aufstellen, sondern ans Werk gehen! Zufassen! Ich bin überzeugt, es wird gelingen! Ich komme jetzt auf das Judenproblem. (Stürmischer Beifall.) Wenn man heute die Auslandspresse liest, so kommt man zu dem Eindruck, als ob sich in Wien täglich ein paar tausend Juden erhängen, erschießen oder vergiften. Es ist gar nicht an dem. Es sind augenblicklich nicht mehr Selbstmorde zu verzeichnen als früher, nur mit dem Unterschied: früher haben sich nur Deutsche erschossen und jetzt sind auch Juden darunter. Daß wir die Juden aus der Presse und dem Theater entfernen, das versteht sich am Rande. Sie selbst haben sich nicht aufgeregt, als im Jahre 1934 ein paar tausend Nationalsozialisten erschossen wurden. Das liegt durchaus im Sinne des Weltgewissens. (Empörte stürmische Pfui-Rufe.) Wir lösen die Judenfrage als eine Fr,age der Rasse, des Blutes und des Volkstums, als eine Frage, die gelöst werden muß. (Stürmischer Beifall.) Die Juden sind immer auch die Vorkämpfer eines dritten Problems, der Frage der sog. Meinungsfreiheit. Unter Meinungsfreiheit verstehen die Juden niemals die Freiheit, eine mänliche Meinung zu sagen, sondern die Freiheit heimtückisch zu verleumden, zu kritisieren, anderen Leuten das Leben sauer zu machen und selbst keine Verantwortung zu tragen, sondern dauernd im Wege zu stehen. Wenn die Juden so schlau wären, wie sie sich ausgeben, dann wären sie in Deutschland nicht um die Macht gekommen. (Stürmischer Beifall.) Da gibt es welche, die fragen: warum existiert die Partei? Unsere Organisationen wirken durch ihren Kampf und durch ihren Einsatz, ja schon durch i h r bloßes Vorhandensein. Darüber hinaus aber hat die Bewegung eine positive Ausgabe. Sie ist die F ü h r u n g s sch u l e unseres Volkes. Dadurch, daß sie jedem offensteht, ob er Sohn eines Arbeiters ist oder Sohn eines Intellektuellen, ist sie eine wirkliche Volksorganisation. Bei uns trägt jeder den politischen Marschallstab in seinem Tornister; jeder kann das, wozu ihn seine Intelligenz und seine Fähigkeit treibt, erreichen. Es gibt keine Schranken sozialer oder gesellschaftlicher Art. Die kennt das neue Deutschland nicht. Was die Partei bedeutet, das haben wir in diesen Wochen und Monaten in Oesterreich sehen können. Niemals wäre der Umbruch in Oesterreich so leicht und kampflos vor sich gegangen, wenn nicht ihre alten Kämpfer, trotz Gefahren den Mut zur Illegalität im Kampf um das große Deutsche Reich auf sich genommen hätten. Wenn heute Oesterreich dem Reiche wieder angegliedert ist, dann muß man vor dieser alten Parteigarde einen Lorbeerkranz niederlegen; sie hat einen Kampf durchgestanden, der beispiellos ist. Neben der Partei steht die Organisation der m i l i - tärischen Kraft, die Wehrmacht, als die große deutsche Schule der Männlichkeit. Alle Politik von Format ist nicht möglich ohne Macht, und die Macht richt nun einmal in den Armeen. Es ist für uns alle heute ein beglückendes Gefühl, über uns die Geschwader der deutschen Luft- arm a d a brausen zu sehen und zu hören und zu wissen, daß deutsche Kriegsschiffe durch die Wogen des Weltmeeres schneiden, deutsche Tanks über die Landstraßen fahren zu sehen und ^ben. Paradeschritt deutscher. Infa »« Man wird vielleicht fragen: „Warum dann überhaupt noch Reden? Das Volk hat doch gesprochen!" — Gewiß, das Volk hat gesprochen, für uns ganz unmißverständlich! lieber den Ausgang der Wahl gibt es für uns hier keinen Zweifel! Bei uns nicht! In der übrigen Welt auch nicht mehr, man tut aber so, als wenn man noch Zweifel hätte. (Erneute Heiterkeit!) Man legt die Stirn in besorgte kummerfalteu und rechnet das vermutliche Ergebnis aus. Wenn wir nicht wählen lassen, dann würden uns diese Wahrheitsforscher jahrzehntelang vorwerfen, daß wir Oesterreich zu Anrecht unter die Gewalt des Reiches gebracht hätten, sie lassen sich mit Argumenten nicht überzeugen. Zu Gegenargumenten reicht ihre Objektivität und vielfach ihre Intelligenz nicht aus. Sie fragen uns: „Mit welchem Recht wollen Sie Oesterreich?" Wir können ihnen zur Antwort geben: Mit dem Rechte unseres Blutes! Wir nehmen Oesterreich mit dem Rechte unseres Volkstums zum Reich zurück! Und das Ziel wird auch am 10. April unser Recht beweisen. (Stürmische Sieg-Heil-Rufe.) Deshalb kann auch niemand sagen: „Auf mich kommt es nicht an!" Ls kommt auf jeden an! Wir müssen der Welt einen erdrückenden Zahlenbeweis bringen, daß ihr hören und Sehen vergeht. (Stürmischer Beifall!) Und fragt man vielleicht: „Ja, warum wollt Ihr denn im Reich mit abstimmen?", Tann antworte ich: „Wenn wir im Reich nicht mitwählen, würde die Welt sagen: Ja, Oesterreich will zu Deutschland, aber Deutschland will Oesterreich nicht!" Wir lassen alle wählen! Ist es nicht eine furchtbare Ironie des Schicksals, daß an der Spitze der 14 Punkte Wilsons als Voraussetzung des Versailler Diktats das Selb ft bestimmungsrecht der Völker stand, das man uns 20 Jahre vorenthalten hat und auf das sich ausgerechnet die Urheber des Friedensvertrages nicht mehr besinnen können? Wir brauchen das Selb st bestimmungsrecht der Völcker nicht zu scheuen. Wenn man je von einem Gottesgericht sprechen kann, dann wird das deutsche Volk dieses Gottesgericht am 10. April vollziehen. (Brausende Zustimmung!) Mr nehmen Oesterreich mit dem Recht unseres Vtutes und unseres Volkstums zurück. Die zehn Gebote der Zeit! 1. Deutsche überall! Nur unter des einigen, mächtigen Landes Fittichen erstarke die Freiheit, walte die Ordnung, die über der Achtung vor dem freiheitdurchhauchten Gesetz entspringt. Jungfräuliches Oesterreich! Nur im eigenen Reich lebst du die unerschütterliche Dauer der deinem Volk in Ewigkeit bestimmt ist. 2. Freudige Pflichterfüllung sei unser leiden- chastlichster Gedanke! Selbstausopferung muß Staatsgrundsatz sein für jeden einzelnen, denn ohne ie lebt kein Gemeinwesen. 3. Durch die Vereinigung aller Staaten, die deutsche sind von Anbeginn, durch ihre Zusammenfassung wird gleiches Recht für alle ge gründet und die durch so viel Unrecht zerrütteten Staaten werden schöner und freier unter einem einzigen Dache sich wieder ausbauen. 4. Der heute Besitzlose, er werde nicht zum Haß gegen den Besitzenden aufgereizt. Wer dieses tut, der wirket dahin, daß die Arbeit stockt, die Nah- rungsqüellen des Volkes versiegen, und er versündigt sich am Erbe seiner Väter. Fleiß und Sparsamkeit werden künftig die einzigen Bedingungen des Glückes und der Achtung sein. Faule und Verschwender haben keinen Raum mehr im großen Deutschland. 5. Unser Deutschland wird schöner sein als alle anderen Länder, besser in seiner Gründung und größer in seinem Erfolg. Es fordern die Bürger Beständigkeit ihrer Bräuche und Sitten. Ein einiges Deutschland wird sie ihnen bewahren, besser als ein uneiniges, in zweierlei Staaten verfallenes Volk. 6. Unser Reich des vereinigten Volkes und all seiner Stämme wird deutsche Redlichkeit in jeden pflanzen. Die Gleichheit der Rechte wird jedem Vertrauen Ruhe und Ordnung gewähren. Gleichheit der Rechte und — vergeßt das nicht — Gleich heitder Pflichten. Sie sollen jedem Eintracht und Sicherheit und auch das Selbstbewußtsein gewähren, das jedem Deutschen notwendig ist. 7. Die Eintracht des Reiches soll wurzeln in jedem Bürger des Volkes. Nicht durch auswendig zu lernende Formeln eines politischen Katechismus, sondern durch die segensreichen Wirkungen der Eintracht selber! Es gibt nur ein einziges Volk, nur einen einzigen Stand, ob Landwirte, Handelsleute, Beamte, Geistliche, Lehrer, Gelehrte, Künstler, Soldaten, und je ärmer ein jeder unter ihnen, um so sicherer sei er des sürsorgenden Schutzes. 8. Unsere Vereinigung beider Völker soll die Regierung vereinfachen und nicht erschweren, soll unser Land verwohl- feilen und nicht verteuern, wird unfern Bildungs- stand heben und nicht erniedrigen, wird unsere Kraft stärken und nicht schwächen. 1 9. Die Regierung des »reinigten deutschen Voft Es wird fein Angesicht zu seinem eigenen Schicksal und zur Welt wenden und wird damit die Erfüllung seines nationalen Traumes und seiner nationalen Sehnsucht durch den Führer für alle Ewigkeit gutheißen und ihm sein Jawort geben. Trotz aller Lüge und^Verleumdung wird sich damit das deutsch-österreichische Volk zum Reich und auch zu dem in fünf Jähren im Reich vollzogenen Aufbauwerk des Führers bekennen. Im folgenden kam dann der Minister auf das nationalsozialistisch? Aufbauwerk zu sprechen und zeigte, wie Adolf Hitler sich nicht mit Worten und Programmen zufriedengegeben, sondern gehandelt hätte. Dr. Goebbels schilderte in bewegten Worten die Zeiten der Not und des Elends im Reich, die allein durch Adolf Hitler, den unbekannten Frontsoldaten, zu jener neuen Blüte gewandelt worden sind. „Es ist aber gar nicht notwendig", so fuhr Dr. Goebbels fort, „über die großen Leistungen der letzten fünf Jahre noch einmal mit Zahlen,' Ziffern und Daten aufzuwarten. Die Menschen, die in den vergangenen Tagen und Wochen dem Führer zujubelten, haben zuerst gar nicht an die Wirtschaft gedacht, sondern nur an das Reich. Auch wenn das Reich bettelarm gewesen wäre, hätten sie zum Reiche kommen wollen. (Langanhaltender stürmischer Beifall, machtvolle Rufe: „Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer!") Das, was wir wollen, und das, was der Führer praktisch durchgeführt hat, das haben die guten Patrioten diesseits und jenseits der Grenzen immer gewollt!^ Das haben nur immer gerissene Machtklüngel zu verhindern gewußt. Einmal beftanben sie aus Fürsten und arbeitslosen Nichtstuern (Gelächter der Massen), ein anberesmal aus sozialdemokratischen Bonzen ohne Volk, und zuletzt aus christlich- sozialen Biedermännern. Das Volk ist aber immer gleich geblieben. Wir haben im Reichs-Archiv das Original eines Aufrufs gefunden, der aus dem Jahre 1848 stammt. Dieser Aufruf, verfaßt von Wiener Bürgern, ist unterzeichnet mit den Namen Johannes Höflich, Klopf und Eurich in Wien. In diesem Aufruf wird in zehn Geboten das Programm des Großdeutschen Reiches entwickelt. Ich glaube, dem deutschen Volke in 1 Oesterreich dieses Programm, das vor neunzig Jahren entworfen war, nicht vorenthalten zu dürfen. Es ist so, als wäre das Programm heute von uns geschrieben worden. Es lautet: kes ist berufen, das Neue z u schaffen! Sie wird nicht aufbauen auf Grundlagen, die verwittert, verworren und verkommen sind. Die Regierung wird mit neuen Ideen regieren! Nicht mit alten Methode^ verwalten! 10. Oesterreich! Oesterreich! Deutschland! Deutschland! Gedenket der Stunde! Fest und einig sollt ihr euch in den Momenten der höchsten Gefahr auf euch besinnen. Fest und einig sollt ihr Hilfe, die ihr zu keiner Zeit mehr denn je bedurftet, euch schaffen, indem ihr"euch eins ans andere anschließt! Damit unser Land nicht ein hohles Dach baue von eitlen Besserwissern. Abgeordnetenhäuser, Beamtenkammern, die bald dem einen, bald dem andern Eigennutz feilwerden, so muß ein Grundstein gelegt werden, auf welchem jederzeit Kraft und Gedeihen des Staates fest und sicher ruhen. Nicht ein Grundstein schamlosester und empörendster Auseinandersetzungen, die schließlich auch Regierung und Volk in einen Widerspruch geraten läßt, sondern ein Grundstein, auf dem das Haus sich erhebt, in dem das wirkliche Leben der Nation als Träger eines einigen Volkes sich entfalten kann. Dem perfiden Konservatismus, diesem bewährten Staatsoerdonnerer, wollen wir auf ewig aus diesem gemeinsamen Haus verbannen, ansonsten das große Einigungswerk der deutschen Nation an dem fanatischen Ehrgeiz einiger weniger Leute scheitern müßte — und dies in einem Augenblick, wo wir von sämtlichen unseren Feinden, von Rußlands Horden bedroht werden. Darum Österreich! Darum Deutschland! Gedenke der Stunde! ((Ergriffenes Schweigen herrschte,, während Dr. Goebbels dieses geschichtliche Dokument verlas, in der riesigen Halle, es gab wohl niemanden unter den vielen Tausenden, der sich der Weihe dieser Stunde entziehen konnte, in der die Jahre politischer Mission, vor nunmehr 90 Jahren geschaut, Wirklichkeit geworden ist.) „Wir erleben", so fährt der Minister fort, „jene Wiener Bürger von 1848. Und nun frage ich Sie, deutsche Männer und Frauen in Oesterreich und im Reich: Ist das, was wir wollen, etwas anderes, ist es nicht, als hätten sich unsere Väter aus den Gräbern erhoben und schritten mit ihrer großdeutschen Fahne unserer jungen Revolution voran?! (Beifall.) Ist es nicht so, daß der Traum, den damals unsere Väter pmsonst träumten, nün vom Führer herrlich verwirklicht worden ist, daß das, was sie als gute Deutsche wollten, was sie erfechten, wofür ihr Herz schlug, wofür sie kämpften, stritten und opferten, wofür sie Hekatomben von Toten gaben« wofür jahrelang bis in nnjexe Tage. ter le-Regi meuter wieder über dem Pflaster unserer Straßen erklingen zu hören. Das alles ist für uns das Sinnbild einer nationalen Kraftentfaltung. (Stürmischer, sich immer erneuernder Beifall und Händeklatschen.) Diese Weltinacht ist für uns der Garant eines herrlichen Friedens. (Erneuter begeisterter Beifall und anhaltendes Händeklatschen.) Denn genau so wie die Partei nicht kämpfen muß um den Bürgerkrieg zu verhindern, sondern nur da zu sein braucht, um ihn gar nicht aufkommcn zu lassen, genau so braucht die Wehrmacht keinen Krieg zu führen, um den Frieden zu erhalten; sie braucht meistens nur da zu sein, um den Krieg zu verhindern. c&ieM. Sie iUZMe-- Wir haben einen Vanneriräger, der uns voranschreitet. Und wenn wir uns nun vergegenwärtigen, daß das ganze Reich in der Hand eines einzigen Mannes ruht, wenn wir uns vorstellen, daß dieser eine einzige Mann fünf Jahre lang unsere Sorgen getragen hat und niemals zurückschreckte vor der Verantwortung, dann können wir mit Stolz sagen: Wir haben einen Mann, wir haben einen Führer, wir haben einen Bannerträger, der uns voranschreitet, der das deutsche Leben tragt, der uns gegenüber der Welt vertritt, und dem wir auch unser Lebensrecht vertrauensvoll in die Hand legen. (Tosender Beifall.) Das, was ich hier darstellen konnte, das ist sein Werk, sein ureigenstes Werk. Er hat über der deutschen Entwicklung seine segnende Hand gehalten, wir sind in dieser Entwicklung nur seine treuen und gehorsamen Paladine und Diener gewesen. Dir wollten nichts für uns, sondern alles für ihn und alles für die große uns alle einigende Ration. Er war in diesen fünf Jahren und lange vor- her unser Glaube und unsere große nationale Hoffnung, ein Führer in des Wortes wahrster Bedeutung, der wie ein Herzog unter seine Mannen trat und, den Schild hochgehoben, in Gefahren mutig entgegen schritt, um sich alle zu bezwingen. Er trägt die Verantwortung vor dem Volk, seinem eigenen Gewissen, der Rachwelt und der Geschichte! Und nun frage ich Sie: Was bedeutet es demgegenüber, wenn die Nation alle drei oder vier Jahre einmal an die Wahlurne gerufen wird? Ist es nicht eigentlich beschämend, überhaupt davon zu sprechen? Müßte das nicht für uns alle selbstverständlich sein? Müßte es nicht so sein, daß, wenn der Führer ruft, ohne Appell, ohne Versammlungen und ohne Reden die ganze Nation auf = steht und a" sagt? (Der Jubel der 20 000 kennt bei diesen Worten keine Grenzen mehr.) So mußte es sein und ich glaube, so wird es auch sein! (Die Jubelstürme setzen sich fort) So rufe ich denn zum 10. April: Run erhebe dich, du deutsches Volk! Stehe auf und gib dein Bekenntnis ab, bekenne dich zu einem Mann und bekenne dich zu seinem Werk! Diese Wahl soll für dich, deutsche Ration, keine Abstimmung sein, sondern ein großer deutscher Volksappell angesichts der ganzen Welt! Es ist nicht die erste im Reich, aber es ist die erste für euch im deutschen Oester - reich. Ich glaube, ich hoffe und erwarte, ihr Deutschen in Oesterreich werdet mutig und entschlossen in die Fußstapfen des alten Reiches eintreten. (Begeistertes „Ja!" der Massen antwortet dem Minister.) Ich bin der Ueberzeugung, am 10. April wird auch über die sechseinhalb Millionen der Ruf fliegen, der in den vergangenen Jahren so oft über Deutschland flog, wenn die Entscheidung nahte. Ein Ruf, den wir aus der alten Kampfzeit in die Zeit der Erhebung und des Aufbaues mit hineingenommell haben, der Ruf des Vertrauens, des Glaubens und einer großen Hoffnung unseres Volkes, der Ruf, den wir am 10. April verwirklichen wollen: Führer befiehl, wir folgen! (Langanhaltender Beifall, nicht endenwollende Sieg-Heil-Rufe, die Massen wiederholen den Ruf: „Wir folgen alle dem Führer!" Ein Volk, ein Reich, ein Führer!") Nur schwer kann sich der Landesleiter der NSDAP., Major a. D. Klausner, das Wort verschaffen, bis er enhlich erklären kann: „Als Landesleiter danke ich dem Herrn Reichsminister für feine lichtvollen und packenden Ausführungen. Ich danke dem Eroberer von Berlin, der — Berlin möge es mir nicht Übelnehmen — auch „unser Doktor" geworden ist. Ich schließe die heutige Großkundgebung mit dem ehrerbietigen Gruß an unseren herrlichen Führer, an den Führer Großdeutschlands. „Unserem herrlichen Führer ein dreifaches Sieg-Heil!" In diesen Ruf stimmen die Zehntausende in dem Nordwestbahnhof mit Begeisterung ein und tragen ihn fort auf die Straßen, wo er mit der gleichen glühenden Leidenschaft ausgenommen wird. Erft die weihevollen Klänge des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes, in das die Massen ergriffen einstimmen, beenden die großartige Kundgebung. „Eisen ist das edelste Metall." Generalfeldmarschall Görings Triumphfahrt durch die Steiermark. — Energische Erschließung der österreichischen Bodenschätze. Eisenerz (Obersteiermark), 29. März. (DNB.) Tief verschneit liegt die obersteierische Gebirgslandschaft, die der Sonderzug des Generalfeldmarschalls Goring durcheilt. Am Dienstagmorgen wurde die etwa 9000 Einwohner zählende Erzbaustadt Eisenerz in Obersteiermark erreicht. Ueber 4000 Menschen sind hier im Erzbergbau und in den Hochöfen tätig. Im Bahnhof wird der Generalfeldmarschall von den Vertretern der Stadt und der Alpinen Montangesellschaft begrüßt. Auch zwei SA.-Männer hatten sich eingefunden, die vor zwei Monaten aus dem Grazer Gefängnis auf Grund der Amnestie entlasten worden waren. „Lebenslänglicher verschärfter schwerer Kerker" lautete das Urteil des ßeobener Militärgerichts für diese beiden an der Volkserhebung im Juli 1934 beteiligten jungen Männer. Ergriffen steht der Generalfeld- marfchall vor diesen beiden SA.-Männern, faßt ihre Hände und sagt: „Kameraden, es ist alles so wunderbar. Für Euch ist das Schreckliche nun für immer vorbei!" Aus der ganzen Umgebung ist die Bevölkerung herbeigeeilt. Auf dem Markt nimmt der General- feldmarfchall Gelegenheit, zu der Menge zu sprechen. Wenn ein Ort für Deutschland eine besondere Bedeutung habe, erklärte er, so sei das die Stadt Eisenerz. „Eisen ist das edelste Welall, wertvoller als Gold und Silber. Aus Eisen schmiedet man das Schwert und damit den Frieden, aus Eisen schmiedet man den Pflug, und mit Eisen bauen wir unsere Wirtschaft auf.“ Unter brausendem Beifall sagte Göring, von nun an werde hier Leben herrschen, und es sei ausgeschlossen, daß jemals in Zukunft in Eisenerz auch nur ein einziger Werktätiger arbeitslos würde. Aber nicht nur Arbeit wolle das Dritte Reich dem Arbeiter geben, sondern es werde auch seine soziale Lage heben, ihm anständige Wohnungen bauen. Oberberghauptmann a. D. Wienecker hielt darauf in Anwesenheit von Staatssekretär Körner, General von Hannecken, Generaldirektor P l e i g e r von den Reichswerken Hermann Göring, Generaldirektor Malzacher von der Alpinen Montangesellschaft und Generaldirektor V o e g l e r von den Vereinigten Stahlwerken dem Ministerpräsidenten einen Vortrag über die Eissn- vorkommen. Die Möglichkeiten der verstärkten Förderung wurden anschließend erörtert. Hermann Göring begab sich anschließend auf den Erzb er g, um eine Sprengung im Tagebau zu verfolgen und einen Einblick in die Tätigkeit der Bergleute zu erhalten. Beschäftigt werden neben Eisenerzern viele oberösterreichische Arbeiter, die fern von ihren Familien in zum Teil primitivsten Baracken untergebracht sind. In der großen Maschinenhalle der stilliegenden Weitzer Waggonfabrik in Graz erwarteten den Generalfeldmarschall 25 000 bis 30 000 Menschen. Unter einem wahren Jubelsturm trat Hermann Göring vor das Mikrophon. In unerhört wirkungsvoller Weise gab er ein Bild des Aufstiegs des Nationalsozialismus und des Ringens um den deutschen Menschen. Als er seine Rede mit den Worten schloß: „Die Welt wird es erleben in einem einzigen Aufschrei: Der Führer rief, und alle, alle kamen", brauste ein Sturm der Begeisterung durch die weite Halle. Wien, 29. März. (DNB.) Bei Besprechungen im Sonderzuge wurde dem Generalfeldmarschall Göring vom Grazer Professor Dabisu4 dem bewährten Vorkämpfer für die nationalsozialistische Idee in Steiermark, in Gegenwart des Rektors der Hochschule ein Abriß über die Erzvorkommen in Oesterr'eich gegeben. Die reichen Erzlager, u. a. Blei in Kärnten und Osttirol und Kupfer in Mitterberg im Lande Salzburg, werden nach den Erfordernissen des Vierjahresplanes intensiver aus- geschöpft werden. Die Akademie galt unter dem Schuschnigg-System als eine der Kernzellen der nationalsozialistischen Bewegung und zog sich deshalb die Ungnade der damaligen Machthaber zu. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Bedeutung dieser wissenschaftlichen Arbeitsstätte für die Erschließung der Bodenschätze in Oesterreich bat Prof. Dadieu den Generalfeldmarschall, die Patenschaft zu übernehmen. Hermann Göring erklärte, daß er diesen Wunsch gern erfülle. * Bei einem Besuch der Alpinen Montan-Gesell- fchaft nahm Generalfeldmarschall Göring Gelegenheit, die Anlagen dieses Werkes zu besichtigen. Freude und Begeisterung herrschten, da gerade am Dienstag die Belegschaft um 500 Mann vermehrt werden konnte. In einer Ansprache verkündete der Generalfeldmarschall unter tosendem Jubel der Belegschaft die Eingliederung der Alpinen Montgn-Gesellfchaft in die Reichswerke Hermann Göring. Das ist praktischer Nationalsozialismus. In zehn Tagen 18475 Arbeitslose weniger. Wien, 29. März. (DNB.) Bereits drei Tage nach dem Umbruch ist in Wien eine Sonder- aftion für Arbeitsbeschaffung in die Webe geleitet worden. Die ersten Ergebnisse dieser Aktion liegen nunmehr vor. Danach sind in knapp zehn Tagen nicht weniger als 18 4 7 5 erwerbslose Arbeiter und Ange st eilte dem Elend der Arbeitslosigkeit entrissen und einer dauernden Beschäftigung zugeführt worden. Im einzelnen erfolgten folgende Einstellungen: im Baugewerbe 2687, Bekleidungsindustrie 1946, Graphische Industrie 327, Holzindustrie 667, Hotelgewerbe 969, ßebensmittelgemerbe 776, Frisöre 221, Schuherzeugung 431, Landwirtschaft 198, Metallarbeiter 2361, Angestellte in Vürobetrieben 1687. Die Stadt Wien hat 3355 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt. — Gleichzeitig wurden durch die NSBO. 2850 Erwerbslose untergebracht. Danach sind in zehn Tagen allein in Wien mehr Erwerbslose wieder für immer in Arbeit und Brot gebracht worden, als von dem bisherigen System in einem Jahr vorübergehend Beschäftigte untergebracht werden konnten. Der Reichsinnungsmeister Schmidt übergab dem Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes die Gesamtspende des Reichs- innungsverbandes des Fleischerhandwerks für das Winterhilfswerk 1937/38. Diese Spende in Höhe von 245000 Fleisch- und Wurstkonserven von je 0,5 Kilogramm Äuhalt wurde auf Veranlassung des Reichsbeauftragten für das WHW. ausschließlich für die Betreuung der Hilfsbedürftigen in Oesterreich zur Verfügung gestellt. Im Namen der deutschen Aerzteschaft hat der Reichsärzteführer Dr. Wagner einen Betrag von 1 0 0000 Mark zur Unterstützung notleidender österreichischer Volksgenossen zur Verfügung gestellt. Frühjahrswünsche Ihres Wagens (1) Eines Morgeps, wenn Sie zum Fenster hinaus- schauen, lacht Ihnen der erste Frühlingssonnenschein entgegen! — Ihr Wagen vor der Tür hat noch sein Mäntelchen über der Haube. Etwas trüb sieht er aus — das Winterhalbjahr ging doch nicht spurlos an seinem Glanz vorüber! (4) Das Wichtigste ist der Oelwechsel — sind doch Güte und Reinheit des Schmieroeles ausschlaggebend für die Betriebssicherheit Ihres Wagens! Deshalb sollten Sie nur bestes Markenoel nehmen: das nach modernstem Verfahren hergestellte MOBILOEL erhalten Sie überall. (2) Jetzt ist es Zeit für die große Frühjahrs-Reinigung 1 Eine'gründliche Forschungsreise mit dem Staubsauger „ins Innere“ bildet den Auftakt. Dann wird der ganze Wagen abgeledert und aufpoliert. (Vergessen Sie atich nicht, die Kühlerhaube sorgfältig einzumotten!) Ms (5) Der MOBILOEL-Wegweiser (an allen Verkaufsstellen) nennt Ihnen das'richtige Sommeroel für Motor, Getriebe und Achsantrieb. Auch viele andere Schmierstellen, die mit Spezialprodukten zu versorgen sind, dürfen nicht vergessen werden. (3) Nach Ablassen der Frostschutzfüllung empfiehlt es sich, das Kühlsystem gründlich zu reinigen und von Kesselstein zu befreien. Die Batterie, die im Winter stark beansprucht wurde, muß geprüft, nachgefüllt und nötigenfalls aufgeladen werden. (6) Scheuen Sie nicht diese Aufwendungen — Ihr Wagen braucht sie! Er dankt es Ihnen durch stete Zuverlässigkeit und langes Leben. Und nun wünschen wir Ihnen eine frohe, störungsfreie Fahrt in den Frühling! 1899v Pionierarbeit mit dem alleinigen Ziel, beste Schmier« mittel herzustellen — kommt Ihnen zugute! Uo MW D £ U T S C E VACUUM OEL AKTIENGESELLSCHAFT ♦ HAMBURG Feierliche Flaggenhissung an der ehemaligen ltaNenisch-österreichischen Grenze. Villach, 29. März. (DNB) An der einstigen italienisch-österreichischen Staatsgrenze in Thörl fand am Dienstag der feierliche Akt der Staats- flaggenhisfung statt. Auf deutscher Seite hatte eine Ehrenkompanie des Feldjägerbataillons Nr. 5 und eine Hundertschaft der Schutzpolizei, eine Abteilung Gendarmerie und Zollwachbeamte, auf der italienischen Seite eine Ehrenkompanie der Alpini Aufstellung genommen. Außerdem waren erschienen: Der Militärstationskommandant und Kommandant des Feldjägerbataillons Nr. 5 Oberst Logger und Major Berger von der Schutzpolizei, italienischerseits der Bürgermeister von Tarvis Cav. A r t e o l i und der Leiter des Fascio Cav. P i o sowie die gesamte Grenzbevölkerung. Während die Ehrenkompanien präsentierten und die Lieder der Nation erklangen, wurde die deutsche Staatsflagge am Fahnenmast, der knapp ün der Grenze steht, gehißt. Anschließend brachte Oberst Lagger auf den Führer und obersten Befehlshaber ein dreifaches Sieg-Heil aus und ließ den König von Italien und Kaiser von Aethiopien sowie den Duce hochleben. Sodann begaben sich die deutschen Offiziere auf italienischen Boden, wo der Kommandant der Ehrenkompanie der Alpini ein Sieg- Heil aus den Führer ausbrachte. Nach der Feier fand auf Einladung der Italiener ein kameradschaftliches Zusammensein statt, wobei herzliche Trinksprüche -gewechselt wurden. Neugliederung der Wehrmacht in Deutschösterreich. Berlin, 29. März. (DNB.) Die Eingliederung des österreichischen Bundesheeres in die Wehrmacht wird mit dem 1. April abgeschlossen. Bon diesem Zeitpunkt ab werden im bisherigen Oesterreich das Gruppenkomm a n d o 5 (W i e n) mit dem XVII. Armeekorps (Wien) und dem XVIII. Armeekorps (Salzburg) neugebildet. Generaloberst von Bock, der bisherige Oberbefehlshaber der VIII. Armee, kehrt damit nach Erledigung seines Auftrages auf seine Friedensstelle als Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 3 in Dresden zurück. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat aus diesem Anlaß in einem Schreiben an den Oberbefehlshaber der VIII. Armee allen beteiligten Kommandostellen und Truppen für ihre Leistungen und ihre vorbildliche soldatische Haltung seinen Dank und seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Im Zuge der Neugliederung hat ter Führer mit Wirkung vom 1. April 1938 ernannt: die Generale der Infanterie List, Oberbefehlshaber der Gruppe 2, zum Oberbefehlshaber der Gruppe 5; Adam, Kommandeur der Wehrmachtsakademie, zum Oberbefehlshaber der Gruppe 2. Die Generalleutnante Ruoff, Chef des Generalstabes der Gruppe 3, zum Chef des Generalstabes der Gruppe 5; Kienitz, Kommandeur der 24. Division, zum Kommandierenden General des XVII. Armeekorps; den Feldmarschalleutnant Beyer, Generaltruppeninspektor im ehemaligen österreichischen Bundesministerium für Landesverteidigung, zum Kommandierenden General des XVIII. Armeekorps. Wetterbericht lieber Europa herrschen zur Zeit starke Temperaturgegensätze. Während über Skandinavien und Polen verbreitete Kaltluftmassen verbreitetes Frostwetter Hervorrufen, werden England, die Nordsee und Mitteleuropa von Westen her von sehr milder und feuchtwarmer Luft überschwemmt, die meist bedecktes Wetter und Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad bringt. Diese milde Westströmung mit verbreiteter Niederschlagsneigung bleibt für unser Gebiet weiterhin bestimmend. Vorhersage für Donnerstag: Meist stark bewölkt mit strichweise leichten Regenfällen. Bei westlichen Winden anhaltend mild. Vorhersage für Freitag: Noch unbeständig mit Regenfällen. Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 29. März: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 9,9 Grad; am 30. März: morgens 9,7 Grad. Maximum 11,5 Grad, Minimum heute nacht 9,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. März: abends 8,4 Grad; am 30. März: morgens 8,1 Grad. — Niederschläge 3,2 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gemeinsame Forderungen aller nicht tschechischen Volksgruppen. Prag, 30. März. (DNB.) Das Abgeordnetenhaus zeigte am Dienstag bei Eröffnung der Frühjahrssession ein in der Sitzordnung verändertes Bild, da die bisherigen Abgeordneten des Bundes der Landwirte und der christlich-sozialen Partei auf den Bänken der Sutetendeutschen Partei Platz genommen hatten. Alle nicht tschechischen Volksgruppen gaben Erklärungen ab, in denen sie gemeinsam eine Regelung der Volksgruppenfrage und die Selbstver- w a l t u n g verlangten. Infolge k o m m u n i st i - scher Störungsoersuche kam es zu Tumulten, wie man sie im Prager Abgeordnetenhaus kaum vorher erlebt hat. Der Abgeordnete K u n d t wies namens der Sudetendeutschen Partei darauf hin, daß das Sudetendeutschtum in diesen Tagen die Zersplitterung der Kräfte überwunden hat. Man möge nunmehr den berechtigten Forderungen des Sudetendeutschtums entsprechen. In der Tschechoslowakei sei ein System herausgebildet worden, das die Sudetendeutschen als ein System der Enteignung und der Rechtsminderung und der politischen Minderbewertung empfinden müßten. Prag habe keine andere Wahl, als sich von der Ueberlieferung der bisherigen Nationa- litäten-Politik ein für allemal zu trennen. Der geänderten politischen Lage Rechnung tragen durch allgemeine Wahlen sei demokratische Pflicht. Der ungarische Abgeordnete Szi.llö stellte fest, daß sie weder in pekuniärer, noch in wirtschaftlicher oder in öffentlicher Hinsicht jene Rechte eichal- ten hätten, die ihnen bei Errichtung des tschechoslowakischen Staates garantiert worden seien. Die Prager Regierung werde eine Konsolidierung des Staates „niemals durch Säbelrasseln oder durch das Stützen auf den Degen anderer Völker" erreichen, sondern nur dann, wenn d i e seelische Befreiung der Volksgruppen in der Tschechoslowakei garantiert sei. Der polnische Abgeordnete Wolf erklärte, die polnische Minderheit in der Tschechoslowakei kämpfe schon 17 Jahre um die ihr von der Verfassung zuerkannten Rechte und fordere Garantien zur Sicherung vor einer weiteren Entnationalisierung. Für die slowakischen A u t o n o m i ft e n , die katholische Volkspartei Pater H l i n k a s , erklärte der Abgeordnete Dr. Tiso, die Tatsache, daß das slowakische Volk im eigenen Staat schon 20 Jahre um die Anerkennung seines Volkes Individualität kämpft, ist die größte Anklage gegeen das bestehende Regime. Wir lassen uns in dem Kampf um die gerechten natürlichen Rechte des slowakischen Volkes nicht abschrecken. In diesem Kampf harren wir unter allen Umständen aus. Die schwarze Hand Das Schreckgespenst früherer Vervielfältigungen ! Vorbei I Denn mit dem Roto drucken Sie mühelos, und Ihre Hände bleiben sauber! Versuchen Sie’s einmal, wir führen gern den Roto unverbindlich vor. GENERALVERTRETUNG: FRANZ VOGT&C» Gießen - Vokohaus Selters weg 44. 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Die Stadt der Häfen und Schiffe bereitete dem Führer einen aus tiefstem Herzen kommenden b e g e i st e r t e n Empfang, der sich zu einer machtvollen Kundgebung der Treue, Liebe und Dankbarkeit gestaltete Schon lange vor dem Eintreffen des Führerzuges sind alle Straßen und Plätze um den Dammtor-Bahnhof dicht gefüllt mit einer erwartungsfreudigen und festlich gestimmten Menge. Als der Führer das Portal des Bahnhofsgebäudes verläßt, brechen die Massen in jubelnde Willkommenskundgebungen aus. die kein Ende nehmen wollen und sich mit dem feierlichen Glockengeläut vermischen, das von allen Kirchtürmen weit über die Stadt urrt) den Hafen schwingt Der Führer schreitet mit Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann und dem Kommandierenden General Knochenhauer die Front der Ehrenkompanien des Heeres und der Luftwaffe und der Ehrenformationen der Bewegung ab Dann tritt der Führer die Fahrt zu den St -Pauli-Landung s- b r ü ck e n an Es ist eine einzigartige Fahrt des Jubels und der Begeisterung Von den St.-Pauli- Landungsbrücken ist der Ansturm beängstigend Es bedarf aller Anstrengungen der Absperrungsketten, um die jubelnden Massen zurückzuhalten. Deutschlands Wetthafen grüßt den Führer. Der Führer verläßt hier den Wagen um sich mit den führenden Männern Hamburgs und seiner Begleitung in Staatsbarkassen durch den Hafen zur Werft der Howaldt-Werke zu begeben. Als die Barkasse mit dem Führer von den Landungsbrücken ablegt, beginnen die Sirenen der Schiffe zu heulen Trotz des echt Hamburger Wetters — leichte Regenböen gehen über den Hafen nieder und malen seine Konturen grau in grau — bietet sich ein Bild von berauschender Eindringlichkeit, die prächtig geschmückten über die Toppen geflaggten Wimpel die im Winde knatternden Hakenkreuzfahnen auf allen Dächern und Türmen auf allen Helgen und Hafenanlagen, die jubelnden Menschenmauern an den Uferstraßen, an den Relmgen der Schiffe und mitten in all diesem wogenden und wirbelndem Leben die schnell die Wasser der Elbe durchschneidende Barkasse mit demFüh- r e r der diesem größten Hafen Deutschlands durch sein Wirken und Werk wieder schäumendes Leben und rastlose Arbeit gab Mitten im Fahrwasser der Elbe stoppt plötzlich die Staatsbarkasfe mit dem Führer^ die deutsche Kriegsmarine ehrt ihren Obersten Befehlshaber-. Die gesamte Besatzung des an der Ueberseebrücke liegenden Kreuzers „Nürnberg" ist auf Deck angetreten Fetzt blitzt es auf: 2 l' S a l ut s ch ü s s e donnern über den Hamburger Hafen Laut bricht sich der Widerhall an Schiffswänden Helgen und Docks Dann nimmt die Staatsbarkasse wieder Fahrt auf usid nähert sich schnell der Howaldt-Werft Aus der Taufkanzel. Heilk-Rufe brausen über das Werftgelände, als der Führer auf der Staatsbarkasse sich dem Landungssteg nähert Bei Betreten des Werftgeländes wird der Führer von dem Betriebsführer Direktor P a e ch und dem Betriebsobmann der Werft H a r - ti g herzlich begrüßt. Durch das von Werftarbeitern gebildete Ehrenspalier begibt sich der Führer zur Taufkanzel, von der die Standarte des Führers leuchtet. Neben ihm stehen der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront und Schöpfer des großen ,Lraft-durch-Freude"-Werkes Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Generaladmiral R a e d e r, Reichsführer ff Himmler, Korpsführer Hühnlein, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, General Knochenhauer, Reichsamtsleiter Dr. Laffe- rentz und der Betriebsführer der Werft Direktor P a e ch. Auch die Patin des Schiffes, der vom Betriebsführer Blumen überreicht werden, hat die Taufkanzel betreten. In nationalsozialistischer Fortentwicklung eines alten, schönen Brauches tft es eine junge deutsche Arbeiterin. Lieschen Kießling, eine Arbeitskameradin aus einem nationalsozialistischen Musterbetrieb, der Leipziger Wollkämmerei. Aus der Ehrentribüne haben die Begleitung des Führers, das gesamte hamburgische Führerkorps der Partei, Staat und Wehrmacht ihre Plätze. Auch Prof. Waldemar Brinkmann, der die großzügige Innenausstattung des „Wilhelm Gustloff" geschaffen hat und die gleiche Aufgabe auch für das zweite Urlauberschiff durchführen wird, weilt unter den Gästen. 40000 Volksgenossen. Auch die Sendboten der deutschen Südoft- mark sind Zeugen Rerchsamtsleiter Dr. L a f f e r e n tz erstattet dem Führer die Meldung: „Mein Führer! I ch melde: 4 0000 Volksgenossen, Männer und Frauen, darunter 10 0 0 0 Volksgenossen unserer deutschen Südostmark, zum Stapellauf des zweiten KdF.-Schiffes auf der Howaldt-Werft versammelt." Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann begrüßt den Führer Zu gleicher Zeit, so sagte der Gauleiter, in der in anderen Ländern bolschewistische Verbrecher die Menschen sinnlos gegeneinanderhetzen, Streiks und Aussperrungen die Massen der Arbeiter in Not und Elend treiben, stehen wir hier vor einem neuen stolzen Wahrzeichen des überwundenen Klassenkampfes und der Fürsorge für den schaffenden Menschen Dann erinnert Betriebsführer P a e ch daran, daß auf den Nebenhelgen im Jahre 1912 Deutschlands größ - t e s Schiff der Vorkriegszeit, der „Imperator", vom Stapel gelaufen sei, und betonte die Freude und den Stolz der Betriebsführung und der gesamten Gefolgschaft der Werft, daß nun dieses große Schiff des Frieden - der Freude bi er entsteb-' x ■ Öl * M üeüüüeeüüe .1 WM M W M WN^SX >7 W,, - 1 - -- ;;.rwr unier Bildtelegramm zeigt Adolf Hitler, wie er nach feiner Ankunft vordem Dammtorbahnhof die Front der Ehrenformation der Bewegung abschreitet. Links von ihm Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann und der Kommandierende General des X. Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer Etwas im Hntergrund Korpsführer Hühnlein. (Scherl-Bilderdienst-M.) DleTMevesMilenM.-Schiffes„RobertLey" Der Führer spricht Jetzt tritt der Führer vor das Mikrophon, um selbst dem stolzen Schiff die Weiherede zu halten In diesem Augenblick schlägt wieder die Woge der Begeisterung über allen Köpfen zusammen Minutenlange tosende Stürme des Jubels und der Verehrung schlagen zum Führer hinauf Dann spricht der Führer. „Deutsche! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen' In diesen Tagen da wir soeben die Gründung eines größeren Reiches erlebten muß uns allen besonders bewußt werden, daß dieses größere Deutschland nur bann einen höheren Sinn und Zweck hat, wenn es erfüllt und getragen wird von einer unlösbaren, wahrhaften deutlchen Volksgemein. schalt Diese Gemeinschaft kann kein Wunschtraum fein, sie ist ein Problem der E r - Ziehung unseres Volkes, und damit eine Aufgabe, von deren Größe und Schwere wir alle durchdrungen find Im Dienste dieser Aufgabe steht auch der Kampf gegen alle jene Elemente die früher als asozial und klassenspaltend angesehen werden konnten Der nationalsozialistische Staat die nationalsozialistische Volksgemeinschaft bemühen sich daher, unseren Volksgenossen alles das zugängig zu machen was früher Vorrecht einer begrenzten Lebens- und Volksschicht war. Dir wollen dem ganzen deutschen Volke die Schönheit des deutschen Lebens, der deutschen Lande, der deutschen Kultur erschließen. Aus diesen Gedankengängev heraus ist einst auch das Derk „Kraft durch Freudegegründet worden. Ls soll mithelfen, Millionen vom Glück nicht so begünstigten Menschen dennoch das Glück der deutschen Heimat und ihre Schönheiten zu zeigen. Ls soll vor allem aber mithelfen, unserem Volk wieder Möglichkeiten zu erschließen, die früher nur einer kleinen Auslese von Menschen zugängig waren. Das ist eine Zielsetzung, die einst vielen im ersten Augenblick als phantastisch erschien. Es gab damals nid# wenige, die glaubten: „Dieses Programm erinnert so sehr an frühere marxistische Versprechungen, daß es gar nicht verwirklicht werden kann" Nun, meine Volksgenossen, die Verwirklichung ist im vollen Zuge begriffen! Sie kann allerdings nur gelingen in Der Erkenntnis daß dieses Leben im Gesamten nur schöner werden kann durch die gemeinsame Arbeits leistung aller Und so ist auch dieses Werk vor uns, das bestimmt ist, Hunderttausenden und Millionen von deutschen Volksgenossen das Leben zu verschönern und ihnen glückliche Stunden und Tage der Erholung zu schenken, das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Arbeit n d Leistung Der nationalsozialistische Staat und die natio nalsozialistische Volksgemeinschaft haben sich da mit ein sehr großes Ziel gesetzt. Sie wissen daß dieses Ziel nur erreicht werden kann durch den stärksten Einsatz allei und mit überaus großem Jdealis m u s. So habe ich damals denn zum Leiter dieser großen Gemeinschaft den Mann be rufen, der mir im Laufe meines Kampfes a l s einer meiner größten Idealisten begegnet war. Er hat es verstanden, ein fast unlösbar scheinendes Problem anzufassen und eine gewaltige Aufgabe mit einem grenzenlosen Idealismus z u ver wirklichen, erfüllt dabei von einem wahr haft idealistischen Glauben an den deuffchen Menschen und vor allem an den deutschen Arbeiter. Das erste dieser beiden „KdF."-Schiffe erhielt den Namen eines Märtyrers un serer Bewegung. Es liegt heute bereits fertig vor uns und hat feine ersten Fahrten hinter sich. Es ist, meine Volksgenossen, die „Europa" des deutschen Arbeiters. Jetzt sind wir lm Begriff, die „Bremen" des deutschen Arbeiters vom Stapel zu lassen,und ich will diesem Schiff den Namen meines größten Idealisten in der deutschen Arbeiterschaft geben, den Namer meines alten Mitkämpfers und Parteigenosse- D r Ley Die Zehntausende um die Helling versammelten Arbeiter, die fast jeden der Sätze des Führers mit jubelnder Zustimmung aufnahmen, bereiten am Schluß dieser Ansprache dem Führer minutenlange begeisterte Kundgebungen Während der letzten Worte des Führers sind am Bug des Schiffes die bisher verdeckten Namensschilder sichtbar geworden, und der Name „Robert Ley" leuchte! 'n großen goldenen Lettern auf Zutiefst bewegt dankt der Reichsleiter Dr. Ley dem Führer für diese hohe Ehrung und Anerkennung seiner hingebungsvollen Arbeit. „Glückhafte Fahrt" Der Startschuß donnert über Helgen unb Hafen. Er gibt das Zeichen „Bahn frei zum Stapellauf!", denn in wenigen Minuten wird der Schiffskoloß sich aus seiner Ruhelage lösen Die T a u f p a t - n tritt vor und spricht die Worte: „Ich taufe dich auf den Namen „Robert Ley" und wünsche dir allzeit glückhafte Fahrt!" Das Klirren der am Bug des stolzen Schiffes zersplitternden Flasche vereint sich mit den Jubelrufen der Zehntausende Die Halte- oomchtungen lösen sich, und erft langsam dann schneller und schneller gleitet der mächtige SchUfs- rumps unter den Klängen der Lieder der Nation in die Wasser der Elbe Von der Taufkanzel grüßt der Führer mit erhobener Rechten das zweite eigene Schiss der NS -Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Gauleiter Reichsstatthalter Sauf f mann faßt die Gefühle der Zehntausende auf dem Werftgelände und der Hunderttausende und Mill'onen, die am Rundfunk Zeugen des großen Geschehens geworben sind, in einem mit beispielloser Herzlichkeit und Begeisterung aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer zusammen Dann verläßt der Führer begleitet von dem Dank und der Verehrung aller, die Werft, um sich durch den Hafen zum Urlauberschiff „Wilhelm Gustloff" zu begeben. Der Führer besichtigt den „Wilhelm Gustloff". Nach dem glücklichen Stapellauf free zweite« „KdF."-Schiffes „Robert Ley", des zukiin tigew Flaggschiffes der „KdF."-Flotte, fuhr der Führer auf der Barkasse des Hafenkommandanten wieder durch ein einzigartiges Spalier von Barkassen und Der Führer ayj der Laujkanzel. — (Scherl-M.) "4Ö MM 0 h X. ■», «M:. 'ff w * $ * ** «< : ... <;.>• ,-v M,1 XX X L Der «Äpbtii Ley" gleitet in die Flut»» ■ Gl V Pinassen, von denen aus die Hamburger dem Füh- I rer immer wieder begeistert zujubelten. Die Barkasse legte sodann gegenüber den Landungsbrücken von St'Pauli am „KdF."-Schi ff „Wilhelm G u st l o f f" an. Der Führer besichtige mit Reichsorganisationsleiter Dr..Ley, Generaladmiral Rae- der und den übrigen Ehrengästen eingehend alle Einzelheiten, zunächst die über fünf Decks verteilten Schlaf- und Wohnkammern für je zwei und vier Insassen, die für „KdF."°Fahrer und die Angehörigen der Besatzung die gleiche und überaus wohnliche und bequeme Ausstattung aufweisen. Der Führer läßt bei der Besichtigung des KdF.° Schiffes „Wilhelm Gustl off" kaum eine bemerkenswerte Einzelheit des wundervollen Schiffes aus. Er geht durch die Hellen und mit den modernsten Anlagen eingerichteten Küchenräume, die zwischen den beiden großen Speisesälen liegen und somit eine schnelle und pausenlose Abwicklung der Mahlzeiten gewährleisten. Er verweilt in den Hellen und lichten Speisesälen, in den Gesellschaftsräumen, den Musik- und Rauchsalons, die der Unterhaltung der KdF.-Urlauber an Bord dienen. Er besichtigt das in einem der unteren Decks gelegene, in grünen Kacheln ausgeführte Schwimmbecken, ferner das Spiel- und Sportdeck und die Turnhalle. Als der Führer auf dem 150 Meter langen glasgeschützten Promenadendeck entlanggeht, ertönt Heller Juvel aus der nebenan liegenden schwimmenden Jugendherberge „Hein Godenwind". BDM.-Mädel und Jungvolkpimpfe jubeln dem Führer zu. Der Führer dankt den Jungen und Mädels, und noch jubelnder klingt ihm die Begeisterung der Jungen entgegen. Auf der anderen Seite des Promenadendecks ist die Besatzung des „Wilhelm Gustloff" angetreten. Der Führer schreitet grüßend ihre Reihen entlang und verweilt sodann noch einige Zeit mit seiner Begleitung in den Gesellschaftsräumen. Mit der Jnnenausgestaltung der beiden ersten KdF.- Schiffe wurde einer der namhaftesten deutschen Architekten beauftragt: Professor Woldemar Brinkmann. Er hat bisher die Jnnenausgestaltung des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung in Paris sowie den Umbau und die Einrichtung des „Deutschen Hofes" in Nürnberg und des Gästehauses am Grand-Hotel besorgt. In seinen Händen lag die Vorbereitung des Reichspräsidentenpalais für den Besuch des Duce. Zur Zeit arbeitet er an dem-inneren Umbau des Deutschen Reichstags in Berlin, dessen Plenarsitzungssaal für die spätere Aufnahme des großdeutschen Reichstages wesentlich vergrößert wird. Brinkmann hat ferner die Leitung des Baues und der Ausstattung der zukünftigen großen Oper in München. Bei der Innenausstattung der KdF.-Schiffe hat sich Professor Brinkmann von den Grundsätzen leiten lassen: „Kraft durch Freude — Freude durch Farben und Li cht". Auf feine Anregungen sind von einer Reihe erster Kunstmaler die Landschaftsbilder hergestellt worden, die den schönen Gesellschaftsräumen ihr Gepräge geben. Jeder einzelne Raum des Schiffes soll durch seine Ausschmückung und durch seine Einrichtung den KdF.-Urlaubern wirkliche Erholung und Ausspannung bieten. Jeder einzelne Raum soll dem Namen des Schiffes, des Schiffes der Freude", Ehre machen. FMcher Emvfana im Rathaus. I Während der Führer aus dem „Wilhelm Gustloff" weilt, haben sich vor dem Rathaus ungeheure Menschenmassen versammelt. Jeder kleinste Winkel des weiten, im Schmuck von tausend Bannern glänzenden Platzes und der angrenzenden Straßenzüge ist dicht gefüllt, jedes Fenster besetzt: auf den Dächern der großen Kontorhäuser, die den Adolf- Hitler-Platz säumen, stehen sie zu Tausenden. Das Hamburger Rathaus, der ganze Adolf-Hitler-Platz versinken in einem Meer von Fahnen, Blumen und Girlanden. Als der Führer eintrifft, schlägt ihm die Begeisterung der Hunderttausend entgegen. Vor dem Portal des Rathauses wird der Führer vom Regierenden Bürgermeister Krogmann willkommen geheißen. Im Turmsaal trägt sich der Führer in das Goldene Buch Hamburgs ein, um darauf im Bürgersaal Modelle und Zeichnungen der großen Elbehochbrücke, deren erster Spatenstich in wenigen Monaten erfolgen wird, zu besichtigen. Das ShrenaefÄenk der Hansestadt. Dann betritt der Führer den F e st s a a l. Reichsstatthalter Kaufmann stellt dem Führer die Senatoren und die leitenden Männer der hamburgischen Staats- und Gemeindeverwaltung, die Leiter der Reichsbehörden, die Generalität und die Presse vor und überreicht dem Führer als Ehrengeschenk der Hansestadt ein großes Oel°I gemälde von Prof. Hans Bobrdt, das ein siegreiches Gefecht der Hamburger Kriegskogge I „Kaiser Leopold" unter Führung von Admiral Karpfonger mit fünf französiscken Kaperschiffen vor der Elbmündung im Jahre 1678 darstellt. Der Führer dankt mit herzlichen Worten, in I denen er kurz auf die geschichtliche Bedeutung der! bevorstehenden Abstimmung hinweist und seiner großen Freude darüber Ausdruck gibt, daß die gewaltigste und größte deutsche Hafenstadt sich so sehr I zum gesamten Volksdeutschen Reich bekennt, wofür der unendliche Jubel der Bevölkerung an diesem Tage Zeuge sei. Wenn in der Zukunft viele Millionen Deutsche aus allen Gauen des Reiches von Hamburg aus ihre Erholung s-l reise mit den KdF.-Schiffen antreten, dann sei gerade auch vor allem diese Stadt dazu geeignet, allen, insbesondere den' neu dem Reiche gewonnenen Volksgenossen die Größe, die Macht und Herrlichkeit des Reiches zu zeigen. Der Führer fvricht vom Balkon. Vom Adolf-Hitler-Platz schallen währenddessen ununterbrochen Heilrufe der Hunderttausend herauf,! und als nun der Führer auf dem Hauvtbalkon des Rathauses erscheint, grüßt ihn ein fast unvorstellbarer Jubelsturm, der kein Ende nimmt. Der Führer grüßt seine dankbaren Hanseaten und erinnert unter dem unendlichen Jubel der Zehntausende an seine in Wien" ausgesprochene Versicherung, daß von Köln bis Königsberg und von Wien bis Hamburg ganz Deutschland von einem einzigen Willen und einem einzigen Gedanken beherrscht sei. Minutenlange gewaltige Kundgebungen der unübersehbaren Massen geben hierauf dem Führer erneut die Antwort. Der brausende Jubel verstärkt sich noch, als der Führer seiner Gewißheit Ausdruck gibt, daß nach dem Ergebnis der Abstimmung am 10 April Deutschland endgültig und tatsächlich ein Volk und ein Reich geworden sein wird. Als der Führer geendet hat, braust der Jubelorkan er- twut auf und begleitet den Führer, der nunmehr das Rathaus verläßt, um durch die dichte glückstrahlende Menschenmauer zum Hotel „Atlan- t i k" zu fahren Tnumphsahrl zurtzans eatenhalle Vor dem Hotel Atlantik, wo der Führer weilt, branden tosende Heilrufe, Sprechchöre in Hochdeutsch und Plattdeutsch-rufen den Führer, 25, ja 50 Reihen hintereinander stauen sich die Massen, um dem Führer ihre grenzenlose Liebe entgegen» zujubeln, wenn er die Fahrt zur Hanseatenhalle antritt. Zu beiden Seiten der nur 5 Kilometer langen Triumphstraße, die der Führer durchfahren Erd, steht ganz Hamburg, stehen wettere Zehntausende aus den Nachbargauen, aus ganz Niederdeutschland. Die Sttaßen und Häuser glanzen im Schmuck eines wahrhaft historischen Tages. Durch die dichten jubelnden, winkenden und lachenden Menschenmauern fährt der Führer vorbei am hellerleuchteten historischen Steintor, dem Wahrzeichen Hamburgs und des Winterhilfswerkes des Gaues. Wie ein Orkan, immer wieder von neuem anschwellend, schallen Jubel- und Heilrufe dem Führer entgegen. Hunderttausend Hände recken sich zum Gruß und zum Dank für den Schöpfer Groß- Hamb urgs und jetzt des größeren Vaterlandes der Deutschen. Ein wundervolles Bild: Millionen von Kerzen leuchten aus allen Fenstern, riesige Scheinwerfer umsäumen den Weg des Führers und formen einen Lichtturm über den Sttaßen, alles mit taghellem Schein überflutend. Mehr als 20 000 Kämpfer der Bewegung sind, zum Ehrendienst angesetzt. Sie müssen alles daransetzen, um die Massen zurückzuhalten, die in ihrer grenzenlosen Freude immer wieder den Wagen des Führers umringen wollen. Unvorstellbare Begeisterungsstürme des Führers in d Die weite Hanseatenhalle zeigt eine die Bedeutung des historischen Tages widerspiegelnde Ausschmückung. Gleißende Goldgirlanden flammen von der mit frischem Frühlingsgrün und Blumen geschmückten großen Ehrentribüne herab. In brennendem Rot leuchtet die Rückwand der Tribüne, auf der der Adler des Hoheitszeichens meterweit seine goldenen Schwingen breitet, flankiert von mächtigen Hakenkreuzbannern, die von weißen und goldenen Säulen umrahmt sind. Auf der Empore gegenüber der Ehrentribüne haben die Arbeitsmänner in ihrem graugrünen Ehrenkleid Platz genommen, in ihrer Mitte eine Schar Arbeitsmaiden, im Weiß ihrer Blusen symbolhaft das Ehrenzeichen des Arbeitsdienstes, den Spaten. Nach einer kurzen Begrüßung braust ungeheurer Jubel auf, als sich der Führer zum Rednerpult begibt. Der Sturm legt sich und in erwartungsvoller Stille lauschen die Tausende den Worten des Schöpfers Großdeutschlands. Er unterstreicht einleitend die hohe Bedeutung Hamburgs als Tor zur Welt für die gesamte deutsche Wirtschaft und damit für das ganze deutsche Volk. Hinter dieser Stadt, so ruft er unter den stürmischen Zustimmungskundgebungen der Hamburger aus, steht das große Deutsche Reich! Der Führer umreißt bann in prägnanten, durch die Masse immer wieder mit tanganhaltenden Beifallsstürmen unterstrichenen Formulierungen die Wirtschaftsidee des Nationalsozialismus. Wo hätten feine Worte auf einen aufnahmefähigeren Boden fallen können als in Hamburg, dem größten Außenhandels- und Warenumfchlagsplah des Dritten Reiches, der so unsagbar schwer unter den Folgen der verderblichen Wirtschaftspolitik der Systemzeit zu leiden Halle! heute ist es anders: An den Kais, in den Lagerschuppen des riesigen Welthafens stauen sich die Güter aus ganz Deutschland und aus aller Welt bis unter die Dächer, können Kräne und Verladeanlagen kaum die Warenmassen bewältigen. Dies alles ist das Werk des Führers und feiner Wirtschaftspolitik, und dies danken ihm die Hamburger heute durch Jubel und Verehrung ohnegleichen, und sie werden es ihm danken durch die lat am 10. April. Das konnte man fühlen, wenn man diese von tiefer innerer Begeisterung erfüllte Wenge vor sich sah. Der Führer gibt bann, immer wieder von begeisterten Zustimmungsrufen unterbrochen, ein Bild her gewaltigen Erfolge des Nationalsozialismus auf allen Gebieten, und' hob unter tosenden Beifallsstürmen hervor, daß nur die Einheit und Gefchlof- Neuer Triumph der Oornierflugzeug mit Schtverölmotor für Wasserflugzeuge. — 8500 Berlin, 29. März. (DNB.) Wiederum Hal die deutsche Luftfahrt einen stolzen Erfolg errungen. Ein Dornier-Flugboot hat, wie gestern schon kurz gemeldet, auf einem Fluge vom Kanal nach Südamerika mit einer Leistung von 8500 Kilo Meter einen neuen Langstrecken - Welt rekord für Wasserflugzeuge aufgestell!. Am Sonntag, 27. März, 15.05 Uhr, war das Flug Durch die Arbeiter-Dorstädte Hammerbrook und Rothenburgort fährt der Führer. Auch hier unübersehbare Menschenmassen. Tief gestaffelt stehen sie hinter den Absperrketten und jubeln dem Führer ihren Dank und ihr Treuebekenntnis zu. Auch hier alle Fenster dicht mit freudeerfüllten Menschen besetzt/ Auch hier Spruchbänder: „Der Führer ruft, das Volk tritt an, das Reich der Deutschen lebt." Niederdeutsche Volksgruppen beleben in ihren farbenfreudigen Trachten das Bild. Die Gewerbevereine in ihrer Zunst- kleidung, die Orchester- und Chorvereinigungen, an denen Hamburg so reich ist, haben geschlossen Aufstellung genommen, ihr fröhliches Singen mischt sich mit den aus dem Herzen kommenden Hellrufen der Zehntausende, wenn der Führer, aufrecht im Wagen stehend, und immer wieder die Rechte zum Gruß erhebend, vorüberfährt. < Der Führer ist sichtlich ergriffen, als er durch diese singenden und klingenden Sttaßen hmdurch- sähri. Immer näher kommt die Wagenkolonne des Führers der Hanseatenhalle, ununterbrochen aus der langen Triumphstraße begleitet von dem brandenden Meer der Heilrufe. Spontan wird immer wieder das Deutschlandlied an gestimmt. Formationen der Wehrmacht sind angerückt, denn auch der deutsche Soldat im Dritten Reich ist volksverbunden wie nie zuvor. Auch die Sport- und Turnverbände sind geschlossen angeruckt und jubeln dem Führer begeistert zu. Die die Sttaßen umsäumenden Bäume sind dicht besetzt mit munterer Jugend, deren helle Stimmen deutlich im Orkan der Jubelrufe zu unterscheiden sind. Die Fahrt des Führers durch die lichtüberfluteten Straßen des abendlichen Hamburgs war ein Beweis für die restlose Einmütigkeit aller Sckichten der Bevölkerung, die ohne Ausnahme vorbehalttos und in grenzenloser Treue zum Führer steht. । jubelnd zum Mm. unterbrechen immer wieder die Rede r Hanseatenhalle. senheit des Volkes dies ermöglicht habe. Händeklatschen und langanhaltende Heilrufe begleiten die Feststellung des Führers, daß dieser deutsche Aufstieg nur erreicht werden konnte, weil heute nicht 35 Parteien, sondern nur ein Mann im Namen des ganzen Volkes spreche. Diesem Mann, der die Sehnsucht der Tausende von Namenlosen in der Hanseatenhalle wie im ganzen großen Deutschen Reich erfüllt hat, braust bei dieser Erklärung em Orkan der Begeisterung und der Liebe entgegen. Wirklich, er kann in ihrem Namen sprechen. Auch die Hamburger haben es ihm bewiesen. Auf die riesige Halle, die eben noch von den Begeisterungsstürmen der dem Führer zujubelnden Hamburger erfüllt war, senkt sich jetzt eine atemlose, bis aufs äußerste gespannte Stille, als Adolf Hitler die gewaltigen Ereignisse der letzten Wochen schildert: Fast unvorstellbarer, alle Herzen sprengender Jubel begleitet jeden Sah des Führers, als er zum Schluß verkündet, daß am 10. April die deutsche Nation vor der ganzen Geschichte ihr Votum ablegen werde. „Ich habe ein Recht zu verlangen, daß jeder zur Wahlurne geht? Wie in der Kampfzeit rufe ich Deutschland auf? Am 10. April werden 50 Millionen deutsche Männer und Frauen sich in Marsch sehen, um sich einzuzeichnen in das Buch der deutschen Geschichte! Sie wollten einst Deutschland verneinen mit den Paragraphen eines Kampfwerkes. Wir schaffen jetzt ein neues Werk: 50 Millionen Stimmen werden am 10. April bekennen: Deutschland--3a!“ Die alles mitreißenden Schlußworte des Führers entfesieln bei den Zehntausenden einen Orkan, der die Hanseatenhalle in ihren Grundfesten erschüttert. Die Lieder der Nation werden mit einer Hingebung von den Massen gesungen, die sie zu einem tiefsten Herzensbekemttnis gestalten. Mit gläubiger Liebe, voll unauslöschlicher Treue und ergriffener Dankbarkeit schauen sie zum Führer empor, der ihnen diese stolze Kunde der Offenbarung und der sieghaften Freude bereitet hat. „Ein Reich, ein Volk, ein Führer" braust es im Sprechchor immer wieder auf; Gauleiter Kaufmanns Schlußworte, der dem Führer nochmals im Namen jedes Hamburgers und der ganzen Wasserkante das Gelöbnis selbstverständlicher Treue darbringt, gehen fast unter in dem Meer des Jubels, das den Führer in alle Vorstellungen übertreffenden Ausmaßen umbrandet, als er durch die Ehrenkette feiner braunen und schwarzen Sturmscharen die Hanseatenhalle verläßt. Hamburg und Deutschlands Wasserkante stehen wie ein Mann zum Führer, jetzt, am 10.April und zu allen Zeiten! deutschen Fliegerei. :n erobert den Langstreckenweltrekord Kilometer in 43 Flugstunden. boot D-ANHR vom Muster Do 18 der Dornier- werke von Bord des schwimmenden Flugstützpunktes „Westfalen“ der Deutschen Lufthansa südöstlich des englischen Hafens Plymouth mit der Absicht gestartet, den bestehenden, von dem Italiener Sf op- pani mit 7020 Kilometer gehaltenen Langstrecken- Weltrekord für Wasserflugzeuge zu überbieten. Dieser Versuch ist mit der hervorragenden Leistung von Eine deutsche Arbeiterin, Lieschen Kiesling, aus der Leipziger Wollkämmerei, taufte das zweite KdF.-Schiff „Robert Ley". — (Scherl-M.) rund 8500 Kilometer in 43 Flugstunden gelungen. Am Dienstag um 10.05 llhr ist das mit zwei Jun- kers Juno 205 S ch w e r ö l m o t o r e n ausgerüstete Dornier-Flugboot wohlbehalten in Earavellas zwischen Bahia und der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro gelandet. Die Besatzung bestand aus dem auf vielen Ozeanflügen bewährten Lufthansa-Flug- kapitän v. L n g e t, dem Dornier-Piloten Gundermann, dem Flugzeugmechaniker R o e s e l und dem Flugzeugfunker Stein. Dieser Weltrekordslug ist mit der Präzision eines Uhrwerkes abgelaufen. Stündlich folgten die funkentelegraphischen Meldungen von Bord des Flugbootes, die Standort, Flughöhe und die erfreuliche Mitteilung „Alles wohlauf“ enthielten. Der Flugweg führte nach dem Start bei Plymouth über Kap Villano, Las Palmas, die Kapverdischen Inseln, dann über den Südallantik, die * Inseln St. Paul und Fernando Noronha und schließlich über die brasilianischen Küstenstädle Recife und Bahia bis Earavellas. hervorragend war die kameradschaftliche Mitwirkung der Deutschen Lufthansa und des Eondor- Syndikats in Brasilien an diesem Erfolg, auf den nach den kürzlich errungenen Weltbestleistungen anderer deutscher Flugzeugwerke nunmehr die D o r - nierwerke Friedrichshafen mit Stolz zurück- - blicken können. Die deutsche Flugzeug- und Mo- toren-Jnduslrie hat eine neue Weltbestleistung aufzuweisen. Deutsche Arbeit, deutsches Material und deutsche Besatzung konnten mit einem Serien ff ug- zeug einen triumphalen Erfolg erringen. Der Rekordflug stand unter der Aufsicht amtlicher Sportzeugen der FAI. Dieser wird das Flugergebnis ,m- verzüglich zur Anerkennung übermittelt werden Deutschland besitzt in dem Junkers Juno 205 den einzigen Diesel flugmotor der Welt, be*- 'm praktischen Flugverkehr seine Leistungsfähigkeit bewiesen hat. Neuerdings ist es den Junkerswerken gelungen, den ohnehin schon niedrigen Kraftstoffverbrauch bes. Motors noch weiter herabzubrücken. Der jetzt erreichte Verbrauchswert von nur 155 Gramm je PS und Stunde, der bisher von keinem Flugmotor der Welt erreicht werben konnte, stellt damit selbst schon einen Rekord bar. Mit zwei biefer Jun- kers-Diesel-Motoren neuester Konstruktion war bas Rekorb-Flugzeug ber Dornierwerke ausgerüstet. Die glänzenbe Leistung bes deutschen Wasserflugzeuges hat die einmütige Bewunderung ber Londoner P r e s s e'hervorgerufen. Die Abendblätter bringen umfangreiche Berichte. „Evening News" veröffentlicht ein Bild des Do 18 und verzeichnet als besonders bemerkenswert, daß die Flieger nur für 48 Stunden Brennstoff mitgenommen hatten. * Mit dem Lanastreckenflug über den Südatlantik hat die deutsche Fliegerei ihrer Geschickte ein neues Ruhmesblatt eingefüat. Schlag auf Schlag fallen feit einiger Zeit die Weltrekorde. Das Bemerkenswerte an diesem Flug besteht darin, daß unsere Flugzeugindustrie nicht Sonderflugzeuge für Höchstleistungen konstruiert, sondern die vorhandenen Ge- brauchsmaschinen immer weiter verbessert. Und warum gerade von Südengland nach Brasilien? Niemand'denkt daran, etwa einen deutschen Flugdienst von England nach Brasilien aufzumachen. Auch wetterkundliche oder verkehrstechnische Erkundigungen spielten keine Rolle. Sondern man hatte keine bequemere Flugstrecke von ausgerechnet 8500 Kilometer. Der Vorbesitzer bes Langstteckenrekords, der Italiener S t o p p a n i, mußte bei seinem Rückflug vor etwa sechs Wochen auf bem Sübatlantik not» ianben unb würbe, wie erinnerlich, mit knapper Not von bem beutfchen Verkehrsflugboot „Samum" gerettet. Der Flugkapitän ber beutfchen Siegermaschine, von Engel, steht im 35. Lebensjahre ist geborener Mecklenburger, ging von ber Technischen Hochschule zur Fliegerei unb hat sich in Abessinien unb Sübamerika — wenn man bei einem Flieger so sagen barf — seine Sporen verbient. Dos IRinfertnffawrf bis 10 April »erlänoerf Vertin, 29.März. (DNV.j Der Reichsminister bes Innern gibt im Einvernehmen mit bemReichs- fchatzmeifter der NSDAV. folgendes bekannt: 3ur Linderung der N o t im befreiten Oe st erreich werden die Sammlungen des Win- lerhilfswerks des deutschen Volkes bis i u m 10. Avril 1 938 fortgeführt. Ausschließlich der Reichsbeaufkragte für das Winlerhilfswerk des deutschen Volkes ist befugt, Sammlungen für Oesterreich durchzuführen. Alle anderen Sammlungen für Oesterreich find un t e r s a g t. Soweit solche Sammlungen von anderen Stellen durchgeführt werden, sind sie untier- riiglich eininstellen. Bereits gesammelte Gelb- und Sackipend^i «nb ben inständigen Grnckeauftragten für das WHW. zur Verfügung zu stellen. Nr.75 Drittes Blatt_________ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)_____________Mittwoch, ZO. März 1938 Sonderzüge zum Mrer-Zesuch in Frankfurt. Außer dem gestern bereits bekanntgegebenen Zug fährt die TILG. „Kraft durch Freude" einen zweiten Sonderzug nach Frankfurt. Für diesen Sonder- Zug sind folgende Fahrzeiten festgetegt: 15.02 Uhr ab Gießen an 2.01 Uhr 15.13 „ Großen-Linden 1.53 „ 15.22 „ „ Lang-Göns „ 1.47 15.29 „ „ Kirch-Göns „ 1.42 „ 15.39 „ „ Butzbach „ 133 „ 16.44 „ an Frankfurt-Vest ab 0.14 „ Fahrpreis: Der Fahrpreis für hin- und Rückfahrt beträgt für beide Sonderzüge RM. 1,40 (nicht RM. 1,50, wie gestern bekanntgegeben). Anschluß Lollar —Grünberg: Rach Rückkehr der Sonderzüge fährt ein An- schluhzug nach Grünberg, so daß alle Ortsgruppen des Lumdatales Rückfahrgelegenheit haben. Gießen ab 2.35 Uhr Lollar „ 2.44 „ Grünberg an 3.47 „ Der Zug hält auf allen Stationen. Die Ortsgruppenleiter der in Frage kommenden Ortsgruppen melden nunmehr sofort telephonisch an KdF. (2141) den erforderlichen Kartenbedarf. Kreisleitung Wetterau der 77SDAP. BOM.-u.IM.!1ntergau 116, (Sieben. Eilbefehl t 21 n alle M. - und IM. - Gruppenführerinnen! Zur Großkundgebung mit dem Führer am Donnerstag, 31. März, in Frankfurt a. M. können sich alle Führerinnen bzw. Mädel, zur Teilnahme melden! Wir treffen uns um 13.30 Uhr am Cafe Schwarz und fahren um 13.55 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis beträgt hin und zurück 1,50 RM. Wir fahren in Kluft'! Sämtliche Meldungen zur Teilnahme müssen bis spätestens Mittwoch, 30. März, um 18 Uhr, beim Untergau vorliegen. Das Fahrgeld muß außerdem mit eingeschickt werden. Betriebsführer! NSG. Am Donnerstag kommt der Führer nach Frankfurt a. M.! Der Gauleiter hat die gesamte Bevölkerung zur Teilnahme am Empfang und der Kundgebung aufgerufen. Um auch jedem arbeitenden Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, unseren Führer zu sehen und ihm zuzujubeln, werden die Betriebsführer aufgefordert, ihre Gefolgschaftsmitglieder so rechtzeitig von der Arbeit freizustellen, daß sie am Empfang und den Veranstaltungen teilnehmen können. Im allgemeinen wird eine Freistellung etwa um 12 Uhr notwendig sein. Die für den Absperrdienst benötigten Arbeitskameraden sind schon zu einem Zeitpunkt freizugeben, an dem sie von ihren Formationen für diesen Ehrendienst eingesetzt werden. Soweit durch Verlegung der Arbeitsstunden ein Verdienstausfall nicht vermieden werden kann, wird von jedem Betriebsfuhrer erwartet, traß er die ausgefallenen Arbeitsstunden auch ohne Arbeitsleistung bezahlt, damit der 31. März 1938 für jeden Volksgenossen auch wirklich ein Feiertag wird. Frankfurt a. M., 29. März 1938. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen: Dr. S ch m e l t e r. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront: Willi Becker. Der Leiter der Wirtschaftskammer Hessen: Lu e r. Nationalsozialistische Melioration««- und • Giedlungstätigkeit. Was in Oberhessen feit dem Jahre 1935 geleistet wurde. Zur Durchführung der kulturtechnischen Arbeiten des Meliorationsarbeits- und Siedlungsprogramms in Hessen, VIII. Abschnitt, wurde die Dienststelle Alsfeld des Kulturbauamtes Oberhessen am 1. April 1935 neu gegründet. Mit der Arbeit im Felde wurde anfangs August 1935 mit etwa 250 Notstandsarbeitern aus den Städten Offenbach und Worms begonnen. Heute sind zusammen 7 ARD.-Abteilungen ausschließlich für diese Arbeiten tätig. Seit Einsatz sind vom RAD. rd. 75 000 Lohnarbeitertagewerke und von den Notstandsarbeiten rd. 155 000 Tagewerke geleistet worden. Dabei wurden folgende Arbeiten ausgeführt: Regulierung der Cleenbach 12 km Regulierung der Haberbach 3 km Herstellung v. Entwässerungsgräben 135 km Verschleifung von Hohlen 102 000 cbm Rodung u. Umpflügen o. Waldland 300 Morg. Dränung von Aeckern 520 Morg. Seit der Zuteilung der neuen Grundstücke wird in 12 Gemarkungen das Wegnetz ausgebaut und werden die Abfahrten von den Straßen auf die Feldwege hergestellt. Außer etwa 520 Rohrdurchlässen wurden vier Brücken ausgebaut und 7 Wehre teils neu errichtet, teils gründlichst instandgesetzt. Im Dienstbezirk des Kulturbauamtes Oberhessen, Dien st st eile Lauterbach, wurden im Rahmen des Meliorationsarbeits- und Siedlungsprogramms in Hessen im Arbeitsgebiet 9 und 9a seit Herbst 1936 bis heute 190 000 Notstandsarbeitertagewerke mit einem Kostenaufwand von rd. 1,2 Millionen Mark abgeleistet. Die Notstandsarbeiter waren im Aufbaulager Oueck, welches vom Gauleiter selbst eingeweiht wurde, und in den Zweiglagern Merkenfritz, Unterwegfurth und Uellershau- fen untergebracht. Es wurden durchschnittlich 400 bis 800 Erwerbslose beschäftigt und dabei folgende Arbeiten ausgeführt: 1. Fuldaregulierung mit einer Gesamtlänge von 1,9 km alten und 1 km neuen Lauf; hierbei wurden rd. 4 Hektar Neuland gewonnen und 35 Hektar trockene und stark versumpfte Wiesen in ertragsreicheres Wiesengelände umgewandelt. 2. 13,6 km Bachregulierungen, wo ebenfalls ganz erhebliche Verbesserungen und Neulandgewinnung erzielt wurden. 3. 17,6 km Entwässerungsgraben zur Trockenlegung von versumpftem Gelände. 4. Hohloerschleifungen, wobei 181400 cbm Erdbewegung und 291 100 qm Mutterbodenarbeiten erforderlich waren und 10 Hektar Neuland gewonnen wurde. 5. Dränagen 27 Hektar zur Entwässerung von versumpftem Gelände. 6. 16,4 Hektar Wald wurden abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Die Feldbereinigung wurde seit 1933 mit verstärktem Einsatz vorwärtsgetrieben, in 11 Gemarkungen und in Lauterbach. In 32 Gemarkungen wurde sie neu eingeleitet. Es wurden einige weibliche Arbeitsdienstlager zum Nutzen der Bevölkerung eingerichtet, weitere sollen folgen. In einigen Orten wurde mit dem Bau von Siedlungswohnungen begonnen. Sind der Stadl Gieß n. Der Hund an der Kette. Wenn ich von dem Kettenhund und sc .m Schicksal höre, dann sehe ich immer ein Bild aus meiner Jugend vor mir. — Es ist Sonntag, im Dorf ist Kirchweih. Die bunten Zelte sind aufgerichtet. Es riecht nach türkischem Honig, nach Lebkuchen und Süßigkeiten. Ich bin zu Besuch in dem kleinen Ort. Langsam gehe ich auf die Budenreihe zu. Aber an einem der Hoftore bleibe ich neugierig stehen. Ein Hund bellt. Ich schaue in den Hof hinein. Es ist kein schöner Hof. Er ist unsauber; Kot der Hühner und der Gänse hat ihn verschmutzt, der Regen hat die Pflastersteine schlüpfrig gemacht, sie sind übrigens sehr unregelmäßig, manche starren mit scharfen Kanten. Das Scheunentor ist durchlöchert. An einigen Stellen ist es angefault. Man merkt eine gewisse Verlotterung. An der Kette liegt ein Hund. Es ist ein Schnauzer. Er gehört jener von Laien vielverkannten schönen Hunderasse an, die so herrlich treue, braune Augen hat und eine prächtige Pfeffer- und Salzfarbe. Der Hund hat eine rostige, dünne Kette um den Hals. Er ist wie besessen aus seiner Hütte herausgerast, als ich stehengeblieben bin, aber nun ist er ruhig geworden. Er ist klug. Er weiß, daß ich nichts Unrechtes will, vielleicht weiß er es auch nicht und spürt es nur. Es ist dasselbe. Ich gehe näher. Die kleine feuchte Hütte mit dem dunklen Loch, durch das der Hund hineinkriecht, ist bemoost und häßlich. Das Stroh, das man in kümmerlichen Resten sieht, ist aufgeweicht, wer weiß, wann es zum letztenmal ersetzt worden ist. Der Hund legt sich platt auf die Erde, je näher ich komme. Er schaut mich an. Ich habe keine Angst mehr vor dem, der vorhin noch so wütend bellte. Er läßt sich streicheln. Mit einemmal macht mir beim Anblick dieser schlechten Tierpflege die ganze Kirchweih keine Freude mehr. r. k. * ZdR. In diesen Tagen veranstaltet der Reichstierschutzbund eine Werbung für den Kettenhund unter dem Motto: ,^)elft dem Kettenhund, er verdient es!" Wie aber' kann dem Kettenhund, diesem hilfreichen Lebewesen, geholfen werden? Seine Pflege gehört hauptsächlich in das Arbeitsgebiet der Frau, an ihre fürsorgende Hand wird appelliert. Daß die Hütte des treuen Wächters geräumig und genügend gegen Kälte geschützt sein muß, ist wohl selbstverständlich. Aber ebenso wichtig ist es, daß der wachsame Hund auch vor Nässe bei Regengüssen im Sommer geschützt, daß die Kette lang genug (mindestens 3 Meter lang), daß sie mit einem drehbaren Wirbel versehen ist, damit sie sich nicht verdreht, daß überhaupt der Hund richtigen Auslauf hat. Das ist nicht nur für sein Wohlbefinden nötig, sondern überhaupt für seine Erhaltung. Am besten ist natürlich ein geräumiger Zwinger, der die Kette überflüssig macht. Die Hausfrau sollte sich einmal daraufhin die Lebensbedingungen ihres Helfers ansehen. Dann wird sie sicher manches Hebel entdecken, das abgestellt werden muß und kann. Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr „Wilhelm Tell", Schülervorstellung; 19.30 bis 21.45 Uhr „Die Weiber von Redditz". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Mädchen mit dem guten Ruf". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schüsse in Kabine 7". — Ober- hessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Frühjahrsmesse auf Os- waldsgarten. Sladtthealer Gießen. Heute, 19.30 Uhr, findet die erste Wiederholung des neuen Lustspiels von Friedrich Forster „Die Weiber von Redditz" statt. Spielleitung Anton Neuhaus, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 26. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 21.30 Uhr. Wasserburg am Inn. Von Anton Schnack. Zwischen dem Mangfall- und dem Kaisergebirge tritt der Inn aus Tirol nach Bayern über und beschreibt einen von Süden nach Südosten geneigten Bogen, um bei der Königin der Donau, bei Passau, zusammen mit der Donau Bayern wieder zu verlassen. Der Jnnbogen ist wie ein zur Umschlingung gekrümmter Arm. Er zeigt die Liebe, mit der er das echteste und urtümlichste altbayerische Bauernland an sein Herz drückt. Hügelauf und hüaelab, waldein und waldaus, zieht es dahin, bestickt mit üppigen und fetten Getreidefeldern, Wirtshäusern an jeder Wegkreuzung, wo auf den Kegelbahnen und an den Tischen unter Kastanienwipfeln jeden Sonn- und Feiertag die Bauernfröhlichkeit dieser Landschaft sich breit und laut entfaltet. Die weiße Innschlange hat sich ein breites Tal durch dieses altbayerische Voralpenland gefressen. Das grau-grünweiße Wasser, noch bergwild, brauchte Platz für fein Ungestüm; Kies und Sand liegen auf dem Flußwege, Bänke von Schutt, lange Zungen aus Sand, Zeugnisse einer unentwegten Freßarbeit, die sogar mit Erfolg die Zähne in das stahl- hart zusammengebackene Nagelfluhgeschiebe geschlagen und es ausgewaschen hat. Bei einer der schönsten der schönen Jnnstädte, bei dem alten, farbigen und malerischen Wasserburg, hat das Jnnwasser Musterbeispiele dieser jahrtausendelangen Nagarbeit geleistet. Eine kleine Schlucht ist entstanden, auf deren Grund Stadt und Fluß liegen. Wer von der Landseite sich Wasserburg nähert, ist überrascht von diesem merkwürdigen Bild: die enge, weißgebänderte Flußschleife, aus der sich, fast inselähnlich, die Stadt erhebt. Auf der höchsten Stelle dieser vom Inn umflossenen Landzunge, brüstet sich finster und schwarz vor Schwermut und Alter die Burganlage, deren Ursprung ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Damals haben die Herzöge von Wittelsbach sich im neuerworbenen Land befestigte Stützpunkte angelegt. Einer war auch die alte Burg, eben die Wasserburg. Im Schatten und Schutz dieser herzoglichen Festung wuchs das Stadtgebilde, das wie viele andere Bayernstädte bis auf den heutigen Tag Bauernmarkt blieb, bestimmt von dem ringsum liegenden weiten Bauernland. Für Wasserburg war der Fluß eine wichtige Straße. Mit dem Fluß kam nicht nur der welsche Tand aus Italien und der rote Wein aus Tirol, sondern auch kultureller und künstlerischer Einfluß, der alle Jnnstädte des bayerischen Gebietes wesentlich beeinflußt hat. Man kann sagen, alle Städte des Alpenlandes, bis hinunter nach Südtirol, haben diesen Stil: es sind breite Häuser mit Lauben im Erdgeschoß, wo die Schuster sitzen, die gewölbten Wirtsstuben liegen, die Wachszieher hausen und wo die Ware aufgestapelt wurde, die mit dem Floß und der eigentümlichen „Plätte" von Stadt zu Stadt transportiert und am Ländegries der Häuser ausgeladen wurde. Das Jnnhaus zeichnet sich durch eine hochgegiebelte, winkelreiche Vorderfront aus, hinter der das versenkte Dach vollkommen verschwindet. Die besten oberbayerischen Baumeister haben in Wasserburg gebaut. Von kirchlichen Denkmälern ist die Frauenkirche zu nennen, die im späten 14. Jahrhundert entstanden ist. ferner die St. Jakobkirche aus dem Jahre 1410, die ein Meisterwerk des größten Meisters südbayerischen, spätgotischen iKrchenbaues ist. Ihr Baumeister war Hans Stetheimer aus Burghausen, der der Kirche hinaufgewuchtete Räume, dabei leichte und unbeschwerte, himmelanstrebende Kraft gab. Eines der schmucksten Häuser ist das Wasserburger Weinhaus, ein Rokokobauwerk von dem Weso- brunner Johann Baptist Zimmermann, das eine Anmut sondergleichen ausdrückt. Es ist ein Gedicht aus Steinen, Stuck, Balkonen und Bögen, voller Schwung und Musik, überwältigend in feiner heiteren und festlichen Anmut; Ausdruck einer trunkenen und diesseitigen Lebensfreude. Wasserburg ist keine große Stadt, aber eine festliche Stadt. Ein kostbares Stück deutscher Süden ist es, ein künstlerischer Triumph des oberbayerischen Landmaurers, deren Handwerk sich in Wasserburg bis zum Künstlertum steigert. Sie haben etwas von der Landschaft verstanden, aber auch Dom‘ Material, vom Holz und vom Stein, sogar von der Farbe und von der Lüft. Es ist eine eigentümliche Luft, die mit dem Inn ins Land kommt. Föhnluft ist es, die drückende, lässig machende, farbenreiche Föhnluft, die den Himmel so veränderlich und so spielerisch macht. Sie mildert den kühlen Wasserlauf und verdichtet sich über der Stadt oft zu einer trägen Dunstwolke. Zwiefach ist das Gesicht von Wasserburg: aus der Wasserseite herrscht das Holz, die Galerie, die Laube, die flatternde Wäsche, der Blumenschmuck, eine offene, gesellige Haltung rote sie ein Fluß bedingt; auf der Straßenseite sind die Häuser mit großen gegiebelten Stirnseiten und tiefen Hauseingängen von der Straße fast abgeriegelt. Man braucht nicht lange, um Wasserburg zu durchstreifen, aber wer Verständnis für die vielen entzückenden Einzelheiten oberbayerischer Städtebilder hat, braucht viele Tage. Kremi-schast über den Zaun. Von Th. t>. Hanfstengel. Irn Winter saß Krawuttke hinter dem Ofen. Er ist aus Ostpreußen zugewandert, hat hier keine Freunde, ist auch nicht mehr jung genug, um in den Schnee hianauszupatschen oder ins Wirtshaus zu gehen. Aber im Frühling, am ersten warmen Tage, da ist Krawuttke auf einmal draußen. Wie aus dem Märchen in die Wirklichkeit gezaubert, steht er zwischen Himbeergestrüpp und grünenden Stachelbeersträuchern. Ein aus dem Gebirge in die Ebene herabgestiegener Riese, so steht die mächtige Gestalt da. Alles ist gewaltig an ihm: die riesigen Pranken, der große runde Bauch, der massige Kopf unter dem ungeheuren Kalabreserhut. Seine Stiefel sind zum Fürchten, und Hosen hat er wie ein Sultan. Drüben, hinter dem Zaun, stehen drei Kinder in ehrfurchtsvollem Staunen. Der Ball liegt unbeachtet, Kreisel und Reifen haben Ruhe. Sie stehen nur, rühren sich nicht und staunen den Alten an. Krawuttke kommt näher, die Gartenschere blinkt, ein Bannkreis des Schreckens wandert mit ihm. Jetzt ist er ganz nah, groß und starr werden die drei Augenpaare. Dann, ganz plötzlich, stürzen die beiden Kleinsten schreiend davon. Aber das dritte Kind, ein Mädchen, ist geblieben. Zwei Meter ist der furchtbare Riefe von ihm entfernt. Das Mädchen hat die Hände auf dem Rücken, die Beine stehen breit und fest. Krawuttkes mächtiger Kopf dreht sich ein wenig; da tönt das Kinderstimmchen, leise, aber ohne Zittern: „Bist du der Opa?" „Jawoll," schreit Krawuttke. „Wohnst du hier bei uns?" „Nein!" brüllt Krawuttke. „Wo wohnst du denn?" „Ich wohne hier bei mir! Aber — ich kann ja mal rüberkommen!" Wie Donner rollen die Worte über den Zaun. „Du bist ja viel zu dick." „Ha-ha-ha!" lacht Krawuttke. Die kleinen Augen in dem riesigen Kopf durchbohren das Kind. „Ich- will es meinem Vater sagen. Er soll dir eine Tür machen." „Was soll ich denn bei euch?" dröhnt Krawuttke. „Du sollst mit uns spielen." Die Kundgebung in Gießen am 1. April fällt aus. Die für Freitag, 1. April, angefehte Kundgebung in Gießen mit dem Gauleiter pg. Sprenger fällt aus. Kreisleitung der RSDAp. ||^DitDtuffiMrbcWroiit RS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Theaterring Gießen. Die 4. Rate für die „KdF."-Mieten ist fällig. Die Karten können ab sofort in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, abgeholt werden, prompte Abholung ist erforderlich, da die nächste Vorstellung am 2. 4. stattfindet. 2046V S a m s t a g, 2. April, 20 Uhr: Große „KdF."-INiete Gruppe I und II: „Großer Bunter Abend" im Stadttheater für Gruppe I und II gemeinsam (kein Kartenverkauf). Die 14. Vorstellung der Gruppe I findet ausnahmsweise am 2N o n t a g, 11. April, statt. Operette „Clivia". Alle ck 0 jährigen zu uns! Die Gießener Jungmädel des neuen Jahrganges kommen heute, Mittwoch, 30. März, um 14.30 Uhr auf den Brandplatz zum 1. Dienst! Die Führerin des JM.-Untergaues Gießen (116): gez.: Liefet Göbel. JM.-Gruppenführerin. Wahl-Benachrichtigungskarten. Das städtische Wahlamt gibt heute bekannt, daß für die bevorstehende Abstimmung erstmals bis zum 2. April an jeden Stimmberechtigten in der Stimmliste der Stadt Gießen eine Wahl-Benachrichtigungskarte ausgestellt wird. Diese Karte wird RUHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen t89,D durch die Post übermittelt. Es erübrigt sich dadurch die Einsichtnahme in die Stimmliste während deren Offenlegung. Diese Karte darf aber nicht mit einem Stimmschein verwechselt werden. Weitere wichtige Anordnungen, die mit dieser Karte in Zusammenhang stehen, sind aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. In einer weiteren Bekanntmachung wird die Zeit der Offenlegung der Stimmlisten angekündigt. Wechsel in der Leitung des Neichsbahn-Maschinenamts. Vom Reichsbahn-Maschinenamt Gießen wird uns mitgeteilt? Mit dem heutigen Tage verläßt der seitherige Vorstand des Reichsbahn-Maschinenamtes Gießen, Reichsbahnrat Pg. Nieder st raßer, Gießen, um unter Beförderung zum Dezernenten nach seinem neuen Wirkungskreis im Reichsbahn-Zentralamt Berlin überzusiedeln. Mit Bedauern sieht die Gefolgschaft den seitherigen Vorstand scheiden, der sich durch sein vorbildliches und gerechtes Verhalten ihr volles Vertrauen erworben hat und der ein treuer Gefolgsmann unseres Führers ist. Pg. Nieder- st r a ß e r war auch Führer des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins, in welcher Eigenschaft er sich um das Wachsen und Gedeihen des Vereins große 23er» „Spielen!!" schreit Krawuttke. „Warte — da bleibst du stehen, verstanden?" „Ja. Krawuttke sieht sich um, zückt ein blinkendes Messer und setzt sich langsam in Bewegung, schreitet auf einen Primelbusch zu, säbelt die Blüten ab, unbarmherzig, allesamt. In der Linken das Messer, in der Rechten den Primelstrauß, so steigt er auf das unbewegliche Kind am Zaun zu. „Da!" schreit er. „Für dich!" „Danke" piepst das Mädchen und legt sein rosiges Händchen in die braune, haarige Pranke. Dann ruft es im Daoonfpringen: „Mein Vater macht dir die Tür — bestimmt!" Ein wiederentdeckter Tintoretto. In der Bibliothek von Christ Church in Oxford hing feit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Männerbildnis, in dem man zwar ein Werk von Tintoretto vermutete, das aber von einer derartig dicken Schmutzschicht bedeckt war, daß über die Eigenhändigkeit nichts entschieden werden konnte, Jetzt ist nun das Gemälde, wie in der Monatsschrift „Pantheon" berichtet wird, von dem bekannten Restaurator Buttery sorgfältig gereinigt war» den, und es steht fest, daß es sich um eine ausgezeichnete Arbeit Jacopo Tintorettos aus den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts handelt, in denen der Einfluß Tizians auf den jungen Meister noch bedeutend war. Das Bild ist nicht wie gewöhnlich auf lichtem, sondern auf schwarzem Grunde gemalt, in einer Technik, die in der damaligen venezianischen Malerei eine große Seltenheit bedeutet. Hochschulnachrichten. Der nb.ao. Professor Dr. Helmuth K a n t e r an öer Universität Hamburg wurde zum Ordinarius ernannt; ihm wurde der Lehrstuhl für Geographie unö die Leitung des Geographischen Seminars an der Universität Marburg übertragen. „ Der Dozent Dr. Gustav Clausing an der Universität Bonn wurde zum ordentlichen Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Erlangen ernannt. Professor Dr. Otto Schlüter, Ordinarius für Geographie an der Universität Halle, ist wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Professor Schlüter, früher in Berlin und Bonn, wirkte seit 1911 in Halle und beschäftigte sich besonders mit Siedlungsgeographie. ZinsloseSarlehenzurEmchtungvonKeingÄten Nach der Verordnung zur Aenderung von Vorschriften über Kleinsiedlungen und Kleingärten vom 26. Februar 1938, die die Landbeschaffung für Kleingärten erleichtert, hat der Reichsarbeitsminister nunmehr „Bestimmungen über die Förderung des Kleingartenwesens durch Reichsdarlehen" erlassen. Das Kleingartenwesen will weitesten Volkskreisen wieder mit dem Heimatboden verbinden, um sie durch die Arbeit am Boden gesund und tüchtig zu erhalten, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und ihre Liebe zur Heimat zu vertiefen. Deshalb legt die Reichsregierung größten Wert darauf, diese Maßnahme zu verbreitern und ihre Vorteile möglichst vielen Familien zugutekommen zu lassen. Sie stellt nunmehr für die Einrichtung neuer Umlagen, Deren dauernde Erhaltung gesichert sein muß, zinslose Reichsdarlehen in Höhe von 120 Mark je Kleingarten zur Verfügung. Müssen die Gemeinden als Verfahrensträger das für Kleingartenzwecke nötige Land erwerben, dann erhalten sie für diesen Zweck ein weiteres zinsloses Reichsdarlehen bis zu 100 Mark je Garten. Ein Darlehen in gleicher Höhe kann bewilligt werden, wenn bereits kleingärtnerisch genutztes Land von der Gemeinde erworben wird, um es dauernder kleingärtnerischer Nutzung zu erhalten. Die Reichsdarlehen sind in 20 Jahren zu tilgen. Bewerber um einen Kleingarten melden sich bei der Gemeindebehörde, oder bei dem gemeinnützigen Klelngartenunternehmen ihres Bezirks. Sie haben dort einen kleinen Fragebogen auszufüllen. Sobald sich genügend Bewerber (mehr als 20) gemeldet haben, beschafft die Gemeinde geeignetes Land, das dauernd kleingärtnerisch bewirtschaft werden kann, und richtet es in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gliederungen des Reichsbundes deutscher Kleingärtner E. V. zu zweckmäßigen Kleingartenanlagen her. Um Barkosten zu sparen, müssen die Bewerber hierbei michelfen. Allen tüchtigen Familien wird durch diese Maßnahme die Möglichkeit geboten, einen Garten zu bewirtschaften. Die Gemeinden können auf diese Weise gleichzeitig durch schöne Daueranlagen das Stadtbild verbessern. • Neue Reichshilfe für Kleinrentner. Auch für die Alten wird gesorgt. - Erste Auszahlung Ende April. Nachdem die Nationalsozialistische Regierung das nach der Machtübernahme geschaffene Gesetz über Kleinrentnerhilfe durch eine Verordnung vom 24. September 1937 weiter aus gebaut hat, stellt sie jetzt für das nächste Haushaltsjahr 28 250 000 Mark zur Einführung neuer zusätzlicher Leistungen für die Kleinrentner bereit. Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister veröffentlicht im Deutschen Reichsanzeiger die Bestimmungen, die vom 1. April 19 3 8 an für die Zahlung von Reichszuschüssen an Kleinrentner gelten. Während bisher das Reich besondere Mittel einsetzen mußte, um die Fürsorgeverbände bei der Durchführung ihrer Fürsorgemaßnahmen für die Kleinrentner zu entlasten, erhält von jetzt an jeder einzelne Kleinrentner neben den Leistungen der Kleinrentnerfürsorge und Kleinrentnerhilfe einen laufenden Reichszuschuß in bestimmter Höhe. Die Fürsorgeverbände zahlen den Reichszuschuß im Auftrage des Reiches aus. Die erste Zahlung erfolgt für die Monate April und M a i gleichzeitig Ende April. Vom Mai an wird der Reichszuschuß regelmäßig monatlich im voraus gezahlt. Die neuen Leistungen bedeuten für die Kleinrentner eine wesentliche Erleichterung ihrer wirtschaftlichen Lage. Für die Zahlung des Reichs- zuschufses ist u. a. folgendes bestimmt: Den Reichszuschuß erhalten alle von den Be- zirksfürsorgeverbänden laufend unterstützten Kleinrentner im Sinne des Kleinrentnerhilfegesetzes oder der FürsorgepftichtverorÄnung. Der Kleinrentner braucht kleinen Antrag aus Gewährung des Reichszuschusses zu stellen; vielmehr zahlt der Bezirksfürsorgeverband den Reichszuschuß an alle lausend unterstützten Kleinrentner ohne weiteres aus. Kleinrentner, die der Bezirksfürsorgeverband in Altersheimen oder in sonstigen Anstalten betreut, erhalten den Reichszuschuß nur dann, wenn die im einzelnen Fall gewährte Anstaltsfürsorge eigene grundsätzliche Ausgaben des Kleinrentners zur Verbesserung seiner Lebenshaltung rechtfertigt. Keinen Reichszuschuß erhalten Kleinrentner, die im Sinne des Reichsbürgerrechts Juden sind oder als solche gelten. Der Reichszuschuß beträgt für Kleinrentner ohne mitunterstützte Angehörige in städtischen Bezirksfürsorgeverbänden mit über 100 000 Einwohnern monatlich 12 Mark, mit 20 000 bis 100 000 Einwohnern monatlich 11 Mark, mit unter 20 000 Einwohnern monatlich 10 Mark, in ländlichen Bezirks- fürsorgeverbänden monatlich 10 Mark. Bei Kleinrentnern, die mit einem ober mehreren Empfängern öffentlicher Fürsorge oder Ar^ßits- losenunterftützung in Familiengemeinschaft (Haushaltsgemeinschaft) zusammenleben, beträgt der Monatssatz des Reichszuschusses an Stelle der oben angegebenen Beträge in den entsprechenden Gruppen 16 Mark, 14.50 Mark oder 13 Mark. Der Reichszuschuß wird auf die eigenen Leistungen des Bezirksfürsorgeoerbandes nicht angerechnet, so daß sich das bisherige Einkommen des Kleinrentners um den vollen Betrag des Reich.s- zuschusses erhöht. Die Einführung entsprechender Maßnahmen für die Kleinrentner im Lande Oesterreich bleibt im Hinblick auf das dort geltende Kleinrentnergesetz vom 18. Juli 1929 einem besonderen Erlaß Vorbehalten. dienste erworben hat. Seine Mitarbeiter sanden I jederzeit bei ihm ein offenes Ohr und. Verständnis für ihre Sorgen und Nöte. Sein Nachfolger ist Reichsbahnrat Pg. Ko eh ne aus Berlin. 25 Jahre Bankbeamter. Der Handlungsbevollmächtigte der hiesigen Filiale der Commerz- und Privat-Bank, Herr Paul Gänge r i ch , begeht am 1. April sein 25jähriges Dienstjubiläum. Er trat am 1. April 1913 als Lehrling in die Dienste der Mitteldeutschen Creditbank Filiale Gießen, die im Jahre 1929 im Wege der Fusion auf die Commerz- und Privat-Bank überging. Herr Güngerich ist bis heute, nur mit Unterbrechung der Kriegsjahre, in seiner Stellung erfolgreich ^ätig gewesen, seit 15 Jahren in besonderer Vertrauensstellung als Chef des Sekretariats. Während der Kriegsjahre hat Herr Güngerich als Leutnant der Reserve in einem Feld-Artillerie-Regiment mit Auszeichnung im Feld gestanden und eine schwere Verwundung erlitten. Als begeisterter Soldat und als Nationalsozialist hat er sich dem Dritten Reich sofort wieder zur Verfügung gestellt. Er ist vor kurzem zum Hauptmann d. R. im Artillerie-Regiment Nr. 9 befördert worden und gehört seit Jahren der Gießener SA. an. Im Kreise seiner Direktion, seiner Kameraden und Freunde erfreut er sich größte Wertschätzung und Beliebtheit. Dem Jubilar bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch zu seinem Ehrentage dar. Reichstarif für den Absperrdienff. NSG. Zur Regelung der für den Absperr- und Sicherungsdienst einzusetzenden Gliederungsangehörigen, die in den Betrieben der freien Wirtschaft beschäftigt sind, ist eine Reichstarifordnung erlassen worden, auf die besonders hingewiesen wird. Die Pflicht, jedem Gliederungsangehörigen für diesen Dienst bis zu zehn Arbeitstagen im Jahr Urlaub zu geben, die teilweise Anrechnung dieses Urlaubs auf den Erholungsurlaub sowie die Berechtigung, nacharbeiten zu lassen, ist im einzelnen feftgelegt. Die Tarifordnung ist in den „Amtlichen Mittei- lungen" des Reichstreuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen vom 25. März 1938 abgedruckt. Neue Vorschriften für das Friseurgewerbe. Lpd. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat eine Polizeiverordnung zur Ausübung des Friseurhandwerks erlassen, die am 1. April in Kraft tritt. In den 19 Paragraphen der Verordnung sind zum Teil einschneidende Bestimmungen enthalten, die auf die Hygiene Rücksicht nehmen. Neben Anweisungen über die Arbeitsräume ist als Neuerung das Verbot des Massen- Rasierpinsels bemerkenswert. Das Einseifen hat mit der Hand zu erfolgen, wenn der Kunde nicht einen zum eigenen Gebrauch bestimmten Pinsel bei seinem Friseur aufbewahren läßt. Der Blutstiller in Form des bekannten Stiftes fällt ebenfalls weg; zur Blutstillung dürfen nur aus reinen Dorratsbehältern jeweils frisch entnommene, mit Alaunpulver bestreute Wattetupfer verwendet werden. Auch der Schwamm zum allgemeinen Gebrauch nach dem Rasieren und die Puderquaste müssen ver- schwindey. Das Einpudern darf nur mit Puder- zerstäuber oder reinen, frischen Wattebäuschen erfolgen. Endlich verschwinden die Kopfwalzen und Bartbürsten für den allgemeinen Gebrauch. Beim Wohnungswechsel die Genehmigung zur Tierhaltung einholen. Lpd. Der Reichstierschutzbund teilt mit: Um Mißverständnisse von vornherein zu vermeiden, ist es angebracht, wenn Tierhalter sich beim bevorstehenden Umzug schriftlich die Genehmigung zur Haltung von Haustieren vom Hauswirt erteilen lassen. Die schriftliche Genehmigung bietet die Gewähr, daß Streitigkeiten über die Berechtigung der Tierhaltung in der Wohnung von vornherein fortfallen. Wer ohne schriftliche Genehmigung Tiere in die neue Wohnuna nimmt und dort hält, muß gewärtig sein, daß ihm die Tierhaltung vom Hauswirt untersagt wird. Ein Einspruch beim Tierschutzverein fährt zu keinem Erfolg. Die Vereinbarung zwischen der Vermieter- und der Mieterorganisation, die zur Ausstellung des deutschen Einheitsmietrechtes führte, sagt klar und deutlich, daß vor Bezug der neuen Wohnung um schriftliche Genehmigung zur Haltung von Tieren nachzusuchen ist. Gießener Ziegenzuchtverein. Der Erste Gießener Ziegenzuchtverein hiell am Samstag im „Burghof" eine Mitgliederversammlung ab, bei der Vereinsführer Hch. Hödel den in Ziegenzüchterkreisen bekannten Preisrichter, Real- lehrer i. R. Rings Hausen, der in Gießen seinen Ruhestand verlebt und als Vorstandsmitglied des früheren Kreisvereins erheblichen Anteil an dem Ansehen der Ziegenzucht im Kreise Gießen und in Oberhessen hat, als neues Mitglied des Gießener Vereins begrüßt. Dann widmete er dem verstorbenen Ehrenmitglied des Vereins, Landwirt Wilhelm Fenchel, Ober-Hörgern, dessen große Verdienste um die Ziegenzucht er heroorhob, einen herzlichen Nachruf. Die Mitglieder erroiefen dem Verstorbenen die letzte Ehre. Im geschäftlichen Teil gab Vereinsführer Hödel bekannt, daß der Verein die Milchschafe abgeschafft hat und die Gründe dafür in der kommenden Generalversammlung eingehend dargelegt werden sollen. Ein Stück der Lämmerweide, das anschließend an die Bockstation am Anneröder Weg liegt, wurde bereits an ein Mitglied verpachtet, das darauf eine Hühnerzucht errichten wird. Als Kassenprüfer wurden, entsprechend den neuen Anordnungen, die Mitglieder Zinn, Fischer und Fritz Adam bestimmt. Das Resultat der Milchkontrolle, das einen erfreulichen Fortschritt bedeutet, wurde bekanntgegeben und Milchkontrolleur Fritz Adam Dank und Anerkennung ausgesprochen. Das Tierzuchtamt Gießen ließ mitteilen, daß den Ziegenzüchtern und den Vereinen, wenn in diesem Jahre die Ziegenbockversteigerungen wegen der Gefahr der Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden können, futfgf und alte Böcke auf Antrag nachgewiesen werden. Nach reger Aussprache wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. * ** Früherer Büroschluß anläßlich des Führer-Besuches. Die Gießener Geldinstitute sind anläßlich des Führer-Besuches in Frankfurt am morgigen Donnerstag nur von 8 bis 10 Uhr geöffnet. Das Finanzamt hat feinen Kassendienst bereits am Donnerstagvormittag geschlossen, der gesamte übrige Dienst ruht von der Mittagsstunde ab. Die Allgemeine Ortskrankenkasse hält ihre Büros morgen ebenfalls geschlossen. ** D e r 9. Marburger Jägertag. Die Vereinigung ehemaliger Marburger Jäger hat den 9. Jägertag auf die Tage vom 21. bis 23. Mai dieses Jahres festgesetzt und appelliert an alle ehemaligen Marburger Jäger, in diesen Tagen in Marburg zu erscheinen. Der 9. Jägertag ist insofern von besonderer Bedeutung, weil mit ihm die 125. Wiederkehr des Gründungstages des ehemaligen Kurhessischen Jäger-Bataillons Nr. 11 verbunden ist. Der Jägertag wird in enger Ver- Spenden für Oesterreich. Alle deutschen Volksgenossen, die an bet Linderung der Rot im Lande Oesterreich mit- helfen wollen, können Geldspenden einzahlen aus das Konto e st e r r e i ch" bei allen Dienststellen des WH7V. oder bei allen in der Reichsgruppe „Banken" zusammengeschlossenen Kreditinstituten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern. bundenheit mit dem II. Bataillon des Infanterie- Regiments 57 begangen, das mit der Wahrnehmung der Tradition des Kurhessischen Jäger- Bataillons beauftragt ist. Für den 22. Mai sind u.a. vorgesehen: eine Heldengedenkfeier am Säger- denkmal, ein Marsch durch die Stadt, gemeinsam mit dem II. Bataillon Infanterie-Regiment 57, mit anschließendem Vorbeimarsch auf den Lahnwiesen, Vorführungen der Wehrmacht und ein „Grüner Abend", der in einem Zeltbau stattfinden wird, der auf dem jedem Jäger bekannten „Kämpfrasen" stattfinden soll. ** Weihe des Ehrenmals auf dem Annaber g. Das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Annaberg errichtete Ehrenmal für die Gefallenen des Freikorps, des Grenz- und Selbstschutzes wird am 22. Mai im Rahmen einer großen Kundgebung und in Verbindung mit der Eröffnung der auf dem Annaberg von der Provinz Schlesien erbauten Feierstätte geweiht. Alle ehemaligen Freikorps-, Selbst- und Grenzschutzkämpfer, die an der Weihefeier teilnehmen wollen/ werden gebeten, ihre Anschrift unter Angabe der ehemaligen Formation umgehend an den Gau Schlesien des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Breslau 5, Tauentzien- straße 16, mitzuteilen. Nähere Einzelheiten werden später bekanntgegeben. Rundsimkprogramm Donnerstag, 31. Alärz. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. *7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.40: Schnee an den Hängen, Sonne im Tal ... Saatzeit in der Wetterau. 12: Mittags- konzert. Aus aller Herren Ländern. Eine musikalische Reise. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Euer Wunsch sei uns Befehl! Konzert zu Gunsten des WHW. Sodann Bericht über den Führer-Besuch in Frankfurt a. M. 24 bis 2: Nachtkonzert. Neue deutsche Unterhaltungsmusik. Abenteuerin Paris. ZRoman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Der Gefragte strich zärtlich über feinen gepflegten Schnurrbart. „Sehr gut, monsieur le capitame! Es hat uns schon manches Stück Arbeit eingebracht. — Ist wieder mal dicke Lust dort?" „Sehr dicke Luft! Sie nehmen sich eine Abteilung des Fahndungsdienstes und besetzen unauffällig die angrenzenden Straßen, in Zivil natürlich! Eine zweite Abteilung in Uniform hält sich für den äußersten Fall in der nächstgelegenen Polizeiwache bereit." „Sehr wohl, monsieur le capitainel" „Ein gerissener Kerl, dieser Stadler! — Wie ist übrigens die Aktion heute mittag verlaufen? Ihr scheint ja unseren deutschen Kollegen tüchtig in Schweiß gebracht zu haben?" „Das will ich meinen. Wir inszenierten eine Verfolgung, die sich sehen lassen konnte. Stadler hatte nichts zu lachen. Als er mir am Nachmittag die Hand drückte, um sich für unsere Mithilfe bet der Komödie zu bedanken, sagte er: gar so ernsthaft hätten wir die Sache nicht durchzuführen brauchen. Er sei noch ganz außer Atem von der tollen Hetzjagd." Monsieur le capitaine lachte belustigt auf, und fein Assistent stimmte pflichtschuldigft mit ein. * In dieser Nacht, fünfzehn Minuten nach elf Uhr, ging ein einsamer Spaziergänger, etwas angeheitert, aber sonst ein ehrsamer Mann, durch die Rue Faubourg seiner abgelegenen Wohnung zu. (Sir Jang mit lallender Stimme ein heiteres Lied vor sich hin und dachte an nichts Schlimmes. Plötzlich blieb er stehen und starrte verwundert auf ein Fenster im dritten Stockwerk eines Hauses. Brannte es dort oben? Es waren sonderbare Lichtzeichen: einmal hell, einmal dunkel, dann wieder aufflackernd wie Feuer- schein. „Das ist ja komisch!" murmelte der Spaziergänger. „Es ist keine Lampe, es ist auch fein Feuer. Verdammt, was ist es eigentlich?" Er sah sich das sonderbare Schauspiel eine Weile an und überzeugte sich einwandfrei, daß es sich keineswegs um ein Gaukelbild feiner alkoholgetränkten Phantasie handeln konnte. Schließlich kam ihm die Erleuchtung, daß es rat- am wäre, die. Sache zu melden. Aber er konnte ich lange nicht entscheiden, ob er die Feuerwehr oder das Ueberfallkommando alarmieren sollte. Zu guter Letzt entschied er sich für die Feuerwehr, weil es einfacher war. * In dieser Nacht, wenige Minuten nach zwölf Uhr, landete auf dem Flugplatz Le Bourget ein Polizeiflugzeug deutscher Herkunft, der schnellste Apparat, den man in Berlin zur Verfügung gehabt hatte. Die Flugzeit von der Grenze bis Paris haste kaum eine Stunde betragen. Christian Herdegen, der gleichzeitig mit dem Piloten zur Erde sprang, drückte diesem anerkennend die Hand. „Eine fabelhafte Leistung, Kamerad! Besten Dank!" „Keine Ursache, Kamerad!" Dann hals Christian Herdegen den übrigen Passagieren aus der Kabine. Lisfy Bargent, die zum erstenmal in einem Flugzeug gereift war, mußte erst ein paarmal hin und her geschüttelt werden, bis sie wieder einigermaßen munter wurde. „Es war wohl sehr anstrengend für Sie?" fragte Willy Ruland teilnehmend. „Sie war immer schon ein zimperliches Mädchen!" erklärte der alte Bargent, der als letzter dem Flugzeug entfliegen war. Herde gen warf einen prüfenden Blick auf die kleine Gruppe. „Im großen ganzen scheinen wir die Strapaze ausnahmslos gut überstanden zu haben. Wieder in Form, Lissykind? — Na also, siehst du, es war gar nicht so schlimm, wie du gedacht hast. Da kommt ja auch schon unser Auto! Klappt ja großartig, der Laden. Paß schön auf Väterchen auf, mein Gold! Er ist imstande und geht uns im letzten Augenblick durch die Lappeü!" „Ich denke nicht daran!" sagte Bargent und kletterte zum Beweise als erster in den haltenden Wagen. * In dieser Nacht, genau um Mei Uhr fünfund- merzig, lief auf dem Haupttelegraphenamt in Berlin eine eilige Depesche ein, deren Text chiffriert war. Der diensthabende Kurier bestieg sein Motorrad und jagte mit wildem Geknatter durch die nächtlichen, nur noch schwach belebten Straßen. Er mußte den Empfänger erst aus dem Schlaf I klingeln, und als er dem Mann im Nachtanzug das Telegramm überreichte, hatte er Grund, sich über dessen schreckhaft verstörtes Aussehen zu wundern. „Etwas Unangenehmes?" fragte er teilnehmend, bekam jedoch nur einen unfreundlich abweisenden Ausruf zur Antwort, was ihn veranlaßte, sich mit einem herausfordernden Gähnen von dem Mann zu verabschieden. Der Inhalt des Telegramms übte auf den Mann im Schlafanzug eine geradezu niederschmetternde Wirkung aus. Er schien vor Verzweiflung gar nicht zu wissen, was er anfangen sollte. Er drehte in allen Räumen seiner Wohnung die Lampen an, eilte wie gehetzt von einem Zimmer ins andere und stöhnte alle Augenblicke verzweifelt auf. Schließlich kam er anscheinend doch zu einem Entschluß, denn er eilte ins Schlafzimmer zurück und begann sich anzukleiden. Als er damit fertig war, packte er in aller Eile seinen Koffer, seine anfängliche Verstörtheit war einer fiebernden Unruhe gewichen. Nun war der Koffer gepackt, ein rascher Blick in die Brieftasche überzeugte den Mann, daß er mit allem Nötigen versehen war. Er warf sich in den Mantel, setzte den Hut auf, schloß die Wohnung sorgfältig ab und verließ das Haus. Nach kurzem Suchen hatte er das Glück, eine leere Taxe zu finden. Er rief dem Chauffeur eine Adresse zu und forderte ihn, während er ein stieg, zu möglichster Eile auf. „Js jut! brummte der Chauffeur und bewies im Verlauf der nächsten zehn Minuten, daß feine Kiste trotz ihres Alters noch zu beachtlichen Leistungen fähig war. In dieser Nacht, zwei Uhr fünfundfünfzig, ji^gte ein Funkspruch von Paris nach Berlin und brachte Leben in die Beamten, die im Berliner Polizeipräsidium Nachtdienst hatten. Der Zufall wollte es, daß auch Kriminalrat Gobin noch in seinem Büro war. Er wurde sofort von dem Funkspruch benachrichtigt. „Also doch!" sagte er. „3cf) habe mir so etwas Aehnliches gedacht." Er wandte sich an den Beamten, der ihm die Meldung gebracht hatte. „Der Mann wird sofort in Hast genommen. Sorgen Sie für schnellste Erledigung! Hoffentlich ist er uns nicht schon entwischt!" Wenige Minuten später bog ein Polizeiauto aus dem Tor des Präsidiums und sauste mit strafbarer Geschwindigkeit seinem Ziele zu. Es war das gleiche Ziel, dem kurz vorher der Telegraphenbote zugestrebt war. Der Unterschied war nur, daß die Leute von der Polizei weniger Erfolg hatten als ihr Kollege von der Post, denn niemand öffnete auf ihr Klingeln. „Unser Singvogel ist ausgeflogen!" rief der leitende Sergeant und unterdrückte einen handfesten Fluch. Gleich darauf erhellte sich fein Gesicht. „Wir haben ja noch eine zweite Chance — also los. Jungens, wieder in die Nuckelpinne! Zwei Mann bleiben hier und durchsuchen die Wohnung!" Als sie an dem zweiten Ziel ihres nächtlichen Ausflugs ankamen, erwischten sie den Mann. Er machte kaum einen Versuch, sich seiner Verhaftung .zu widersetzen. 23. Wie hatten sich eigentlich in Hersburg die Ereignisse abgewickelt? Wie konnte es geschehen, daß Herr Bargent in der Gesellschaft Herdegens und Nulands eine Flugreise nach Paris unternahm, in der Gesellschaft von ehrenwerten Männern also, von denen man wirklich nicht annehmen konnte, daß sie Herrn Bargent freundschaftliche Gefühle entgegenbrachten? Wie konnte es geschehen, daß Herr Bargent sich bei der Landung in Le Bourget eine Bemerkung bezüglich seiner Tochter erlaubte, die in ihrer scherzhaften Unbekümmertheit auf einen recht befriedeten Gemütszustand schließen ließ? — Als Christian Herdegen Bargents Verhaftung Dorgenommen hatte, packte er ihn mit einem nicht gerade sanften Griff am Arm und machte sich mit ihm auf den Weg zur Polizeiwache. „Sie tun mir weh!" klagte Bargent schon nach wenigen Schritten. „Könnten Sie mich nicht etwas sanfter anfassen?" Herdegen grinste boshaft. „Man sollte weniger empfindlich sein, wenn man ein so respektables Sündenregister auf dem Buckel hat. Aber Sie sollen mir nicht nachsagen können, daß ich ein Grobian sei!" Er linderte den Druck seiner Finger. „Wie wäre es aber, wenn Sie mir gleich jetzt aus freien Stücken einige Denkwürdigkeiten Ihres sicher sehr interessanten Lebens berichten würden? Später, beim offiziellen Verhör, werden Ihre Geständnisse weniger vorteilhaft wirken. Es ist eine Chance, die ich Ihnen geben will!" Bargent brummelte etwas vor sich hin, mochte aber dann einsehen, daß sein Spiel so oder so ver-- loren mar. Da war es vielleicht wirklich am besten, den reumütigen alten Mann zu markieren und sich solcherart die Möglichkeiten für eine milde Bestrafung nicht zu verscherzen. (Fortsetzung folgt.) Aus den Gießener Gerichtssä'len. Große Strafkammer Gießen. Der P. Z. aus Dffleben hatte sich an einem vierjährigen Mädchen vergangen. Er wurde in nichtöffentlicher Sitzung zu einer Gefängnis ft rafe von sechs Monaten verurteilt. Da er im wesentlichen geständig war, wurde ihm die Untersuchungshaft in Höhe von drei Monaten angerechnet. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf Einlegung von Rechtsmitteln. Das Urteil gegen den in Haft befindlichen Angeklagten wurde deshalb sofort rechtskräftig. VezirksfchöffengeriOt Gießen. Das Bezirksschöffengericht Gießen, das am vorigen Freitag in Büdingen tagte, gelangte in dem Verfahren gegen Heinrich Dchsenhirt, Wilhelm Dchsenhirt und Joh. Georg Lutsch aus Rohrbach — wir berichteten in unserer Ausgabe vom Samstag bereits davon — zu folgendem Urteil: Heinrich Dchsenhirt erhielt wegen vorsätzlich falscher Anschuldigung in drei Fällen in Tateinheit mit übler Nachrede sowie wegen übler Nachrede in einem weiteren Falle eine Gesamtgefängnis st rase von drei Monaten und zwei Wochen. ♦ Wilhelm Dchsenhirt wurde wegen übler Nachrede in zwei Fällen mit einer Gefängnisstrafe von fünf Wochen, Joh. Georg Lutsch wegen übler Nachrede mit einer Gefängnisstrafe von einem Monat bestraft. In der Verhandlung wurde außerdem die Nebenklage des in seiner Ehre schwer verletzten Bürgermeisters Sch. aus Rohrbach zuaelassen. Die Hauptverhandlung ergab die völlige Haltlosigkeit der von den Angeklagten ausgestreuten Verleumdungen. Die Angeklagten gaben vor, in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt zu haben. Der Staatsanwalt wandte sich mit scharfen Worten EinVolk, einReich, ein Führer gegen das Verhalten der Angeklagten, die in geradezu niederträchtiger Art die Ehre des Dberamts- richters E. und des Bürgermeisters Sch. angegriffen hätten. Auch der Vorsitzende des Gerichts hob in feiner Urteilsbegründung die Verwerflichkeit des Tuns der Angeklagten hervor und betonte, daß ihr Gebaren mit nationalsozialistischer Haltung nicht das geringste zu tun habe. Um endlich den Unruhestiftern im Kreise Büdingen das Handwerk zu legen und den ständigen Verleumdungen von angesehenen Volksgenossen ein Ende zu bereiten, hielt das Gericht in Anbetracht der Schwere der. Aeußerungen nur eine strenge Bestrafung für eine ausreichende Sühne. 9JL-$po allein zehn Boote im Wettbewerb hatte. Mitte und Bayern im Endspiel. Adlerpreis-Vorschluhrunde im Handball. Der kommende Sonntag bringt die Entscheidung darüber, wer in diesem Jahre den Endkampf der Handball-Haumannschaften um den vom Reichs- sportführer gestifteten Aülerpreis bestreitet. Die beiden Kämpfe der Vorschlußrunde führen in München die Gaue Bayern und Schlesien zusammen, wäh- renb in Köln Mittelrhein und Mitte um den Eintritt in die Endrunde kämpfen. Als klarer Favorit geht der Verteidiger des Adlerpreises, die Mitte- Elf, nach Köln. Ausgeglichener wird der Kampf in München werden, doch ist mit einem knappen Siege der Süddeutschen zu rechnen. Die Paarung des Endspiels wird also aller Wahrscheinlichkeit nach Mitte—Bayern lauten. Der Handballkampf Mtv.—Lützellinden. Mit 8:6 Toren für Mtv. Beide Mannschaften setzten sich bereits in den ersten Minuten mit ganzer Kraft ein. Die Gäste spielten oft etwas zerfahren, die Mtv.-Elf ruhig und durchdacht. Mit wechselndem Glück kämpften beide Torhüter, denn wohl kaum mehr konnten die Pfosten als „Retter" einspringen, als gerade am vergangenen Sonntag. Eine große Zahl Lattenschüsse auf beiden Seiten ließen das Ergebnis nicht höher ausfallen. In der fünften Minute wurde Wagner gut freigespielt. 1:0 hieß es für Mtv. Kurz darauf konnte Eger im Anschluß an einen Alleingang von Rechtsaußen auf 2:0 einsenden. Lützellinden machte heftige Anstrengungen zum Ausgleich. Bei einem Stande von 3:0 konnten die Gäste durch eine schöne Stürmerleistung den ersten Treffer anbringen. Aber die Männerturner ließen nicht locker. Winter und Wagner sind es, die den Tor- abstand auf 5:1 vergrößerten. Ein Deckungsfehler des Platzvereins brachte Lützellinden das 2. Tor. Es sah fast aus, als ob Lützellinden eine hohe Niederlage einstecken müßte, denn die Männerturner brachten es fertig, auf 8:3 zu erhöhen. Daß es allerdings nicht fo blieb, lag an dem ausgezeichneten Endspurt der Gäste. Lützellinden stürmte oft mit 8 Mann. An den drei letzten Toren, die sämtlich durch Freiwürfe erzielt wurden, konnte Strack nichts ändern. In Betrachtung der beiden Mannschaften muß gesagt werden, daß die Gäste im Feldspiel durchaus ebenbürtig, ja fast überlegen waren, ein wunderbares Zusammenspiel pflegten und schöne Angriffe vortrugen. Im Torschuß standen sie den Männerturnern nach. Die Verteidigung der S^ännerturner wurde oft von der Läuferreihe zu wenig unterstützt und war so manchmal zu überlastet. Iußball der Kreisklaffen. Atten-Vuseck I — Grohen-Vuseck I 2:3 (1:2). Wie im Vorspiel, so mußte auch im Rückspiel die junge Mannschaft der Alten-Busecker eine Niederlage hinnehmen. Die Gäste siegten zwar verdient, wenn auch mit etwas Glück. Das Spiel begann für die Platzmannschaft wohl vielversprechend, aber schon nach kurzer Zeit mußte man feststellen, daß bei den Einheimischen der nötige Kampfgeist fehlte. Auch die weiche Spielweise kam den härter spielenden Gästen gelegen und so konnte es nicht ausbleiben, daß der erste Treffer für Großen-Buseck bald fällig war. Erst als im Anschluß an einen Eckball die Gäste durch ein unglückliches Selbsttor des linken Läufers zu einem zweiten Treffer tarnen, raffte sich der sonst so flinke Sturm der Einheimischen endlich einmal zusammen und stellten durch ein Tor des Mittelstürmers das^ Halbzeitergebnis her. Nun sollte das Spiel eine Wendung erfahren und die Platzmannschaft drängte mächtig um Verbesserung des Resultats. Sie gestaltete das Spiel des öfteren überlegen. Aber auch diese Ueberlegenheit konnte nicht durch Tore zum Ausdruck gebracht werden. Den Gästen war das Glück hold, denn ein Mißverständnis des rechten Verteidigers mit dem Tormann führte zu einem dritten Treffer. Die Gau-Misterschasten im Saalradsporl. Der Gau 12 Nordhessen ermittelte am vergangen nen Sonntag in Wölfersheim seine diesjährigen Gaumeister. Die einzelnen Kämpfe wurden vor zahlreichen, begeisterten Zuschauern ausgetragen. Die Meisterschastswettbewerbe. Kaumeister int 1er = Kunstfahren wurde U fi n g e r vom RV. Flottweg Kassel mit 202,8 Punkten, der gleiche Fahrer errang auch, mit seinem Partner Nuhn, die Meisterschaft im 2er- Kun ft fahren, die beiden Kasseler zeigten ein sehr schwieriges Programm und erreichten 254,1 Punkte. Der NV. Flottweg Kassel siegte dann noch erwartungsgemäß im 6er-Kunstreigen vor dem RV. Vorwärts Anspach. Gegen den Ex-Deutschen Meister, welcher für seine Vorführungen wohl den stärksten Beifall des Tages erntete, hatten die tapferen Anspacher natürlich keine Aussichten, Kassel siegte mit 357,9 gegen 275,5 Punkte. Die Nebenwettbewerbe: Der Wettbewerb im 6er-Schulreigen wurde vom RV, Vorwärts, Anspach, gewonnen. Die Männer- und Frauen-Mannschaft aus Wölfersheim wurde geschlagen. Das 2er-Radballspiel der Bezirksklasse wurde eine sichere Beute von Lotz-Freitag (RVgg. Wetzlar), welche nach diesem Siege in die Gauttasse aufsteigen. Die Wetzlarer gewannen ihre Spiele gegen Anspack) 8:7, gegen Mengeringhausen 14:2 und gegen Krofdorf 11:4. Das Ergebnis: 1. Lötz-Freitag, Wetzlar, 6 P.; 2. Franke-Nelle, Mengeringhausen, 3 P.; 3. Leicht-Hayer, Krofdorf, 2 P.; 4. Fleischhauer-Döbel, Anspach, 1 Punkt. Die Jugend-Kämpfe. Engel, RVgg. Wetzlar, siegte mit der für einen Jugendlichen hervorragenden Punktzahl von 208,5, im ler-Kun st fahren vor Döpfer, RV. Flottweg, Kasses, (187,1 P.) und Hagner, RVgg. Wetzlar (186,3 P.). Der RV. Wattenbach gewann mit 190,3 Punkten den 6er-Jugendreigen. Sehr interessant verliefen die Spiele der Radball-Jugendklasse. Burk-Bender, RA Teutonia, Krofdorf, spielten nicht so hervorragend wie sonst, siegten aber ttotzdem sehr sicher gegen die zweiten Sieger Hag- ner-Krast, RVgg. Wetzlar und Meis-Hehler, Wölfersheim. Wirtschaft. Der deutsche Wirtschastsaufstieg. LPD. Als Auswirkung des allgemeinen wirtschaftlichen Aufstieges im nationalsozialistischen Deutschland hat die rückläufige Bewegung der Zahlungseinstellungen ihren Fortgang genommen. Während im Jahre 1932 nicht weniger als 13 966 Anträge auf Konkurseröffnung gestellt und 6185 Vergleichsverfahren eröffnet wurden, sank die Zahl der Konkurseröffnungsanträge im Jahre 1937 auf 4503, die der eröffneten Vergleichsverfahren auf 421. Gegenüber 1932 zeigt sich bei den Konkursen eine Abnahme von 68 v. H., bei den Vergleichsverfahren sogar eine solche von 95 v. H. Diese Zahlen sind ein außerordentlich eindrucksvoller Beleg für die große Sicherheit und Stetigkeit, die als Folge deutscher Wirtschaftsgesundung und Wirtschaftskräftigung in dem gesamten Geschäftsleben eingetreten ist. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehoerteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 3 Dchsen, 8 Bullen, 15 Kühe, 28 Färsen, 136 Kälber, 202 Schweine, 1 Schaf aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Dchsen 36 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 42, Kühe 13 bis 42, Färsen 38 dis 43, Kälber 38 bis 59, Schafe 42 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mk., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03, Klasse d bis f (unter 100 kg) 0,97, Klasse gl und I (fette Specksauen und Altschneider) 1,05, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 Mk. Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schafe wurden dem Bedarf entsprechet angeliefert. Schweine zugeteilt. Ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse überwiegend fest. * Frankfurt a. M., 29. März. Unter Bevorzugung einiger Spezialpapiere blieb die Börse am Aktienmarkt weiterhin fest. Von der Kundschaft erfolgten weitere Käufe, während Abgaben nur in kleinem Umfange vorgenommen wurden. Die fortlaufend bekanntwerdenden Industrie-Abschlüsse bieten weiterhin Anregung. Das Geschäft war jedoch nicht besonders lebhaft, doch gingen in einzelnen Werten verhältnismäßig größere Beträge um. Am Montanmarkt lagen besonders Rheinstahl fest mit 150 bis 150,50 (148,50), Hoesch, Mannesmann und Vereinigte Stahl zogen je 0,50 v. H. an. Von Elektrowerten wurden hauptsächlich wieder AEG. gefragt mit 118,65 (117,25). Am Chemiemarkt konnten sich JG.-Larben um 1,25 v. H. auf 159,25 erholen, dq die letzttägigen Abgaben offenbar beendet sind. Von Maschinenaktien wurden MAN mit 137,25 bis 137,50 (136) in größeren Beträgen aus dem Markt genommen, Demag und Rheinmetall gewannen je 0,25 v. H. Autowerte lagen ruhig, wobei Adlerwerke bei einigem Angebot auf 124 (124,75) zurückfielen. Im einzelnen notierten u. a. Reichsbank mit 199,75 (199), Verein. Deutsche Metall mit 180 (179), Westdeutsche Kaufhof mit 99,90 (99,25), anderseits Berger Tiefbau 157 bis 156,50 (157), Feldmühle Papier 144,50 (145) und Licht und Kraft 143,50 (144), Am variablen Rentenmarkt waren die Umsätze klein. Reichsaltbesitz lagen mit 132,65 unverändert, ebenso im Freiverkehr. Kommunal-Umschul- bung mit 96,40 bis 96,45. Der Pfandbriefmarkt lag still, Goldpfandbriefe wurden teils gestrichen und teilweise repartiert Auch an den übrigen festverzinslichen Gebieten traten kaum Veränderungen ein und die Umsätze hielten sich in engen Grenzen. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen und die Aktienkurse bröckelten vielfach um Prozentbruchteile ab, die Grundtendenz blieb aber fest. Die später notierten Werte lagen vorwiegend fester, wobei BMW. 1, Cement Heidelberg 1 und Junghans 1,40 v. H. gewannen, schwächer lagen Conti Gummi mit 218 (219,50), ferner gingen Kaliwerte etwa 1 v. H. zurück. Donnerstag fällt die Frankfurter Wertpapierbörse aus. Fwd. Anläßlich des Führer-Besuches und der großen Kundgebung in Frankfurt a. M. fallen sowohl die Mittagsbörse, als auch die Abendbörse diesen Donnerstag in Frankfurt a. M. aus. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse kamen einige Aufträge der Kundschaft zur Ausführung, das Geschäft hatte aber nur kleinsten Umfang. Die Kulisse zeigte nur wenig Unternehmungslust. Trotz uneinheitlicher Kursentwicklung bei im allgemeinen kleinen Abweichungen war die Gesamchaltung etwa behauptet. Vielfach handelte es sich um Anpassungen an den schwächeren Berliner Schluß. So lagen Montanwerte durchweg nur knapp gehalten, Buderus 120,25 (120,75), Mannesmann 115,40 (115,50), Rheinstahl 149,60 (150), Verein. Stahl 116,25 (116,50). Von chemischen Werten gingen Rütgerswerke um 1 v. H. auf 152,50 zurück, während IG. Farben 0,40 v. H. höher lagen mit 158,90. Maschinenaktien lagen etwas schwächer, MAN. 136,75 (137,50), Rheinmetall 141,75. bis 142 (142,50) und Moenus nach zweitägiger Pause mit 133 (135,50), Adlerwerke mit 124,25, Demag mit 156,50 und Junghans mit 125,75 blieben gut Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. März. Auftrieb: Kälber 694 (gegen 694 am 22. 3.), Härnrnel und Schafe 84 (112), Schweine 4366 (4270). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (60 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 43 bis 50 (41 bis 50), d) 40 (35 bis 40). Hümmel b2) 47 bis 50 (46 bis 52), c) 43 bis 45 (41 bis 45), d) 40 (32 dis 40), Schafe a) 39 bis 42 <39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 31 bis 32 (28 bis 31). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (51,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 29. März. Der heutige Pferdemarkt war etwas schwächer als der vom Vormonat beschickt, auch der Besuch war kleiner. Das Geschäft war zunächst lustlos, bis gegen Mittag entwickelte es sich jedoch lebhafter, so daß nur wenig Ueberstand verblieb. Die Preise haben gegen die im Vormonat gezahlten keine wesentliche Aende- rung erfahren. Lediglich für beste Qualitäten zogen sie etwas an. Aeltere, magere Schlachtpferde fanden nur wenig Beachtung, für junge fette Ware wurden 27 bis 29 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht bezahlt. 'Nächster Pferdemarkt am 3. Mai. gehalten. Veränderungen zeigten ferner Bekula mif 162 (161), Gesfürel mit 149,75 (149,25), Deutsche Linoleum mit 176,50 (176) und AG. für Derkebrs- wesen mit 137,75 (138), sowie Reichsbank mit‘199,50 (199,75). Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert, ebenso . Wayß & Freytag mit 155 und Aschaffenburger Buntpapier mit 97. Am Rentenmarkt ermäßigten sich IG. Farben-Bonds um 0,13 v. H. auf 130,40, Reichsbahn-Vorzugsaktien gewannen 0,13 v. H. auf 131,75. Kommunal-Umichul- bung hatten kleines Geschäft bei unverändert 96,40 bis "96,45. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Wend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Schlußkurs Schluß!. Abend- börie Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 28.3 29-3- 28.3. 29.3. Darum 28.3. 29-3. 28.3. 29 3. 6% Deutfche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 % Darmstädter Komm.-Lan- deSbankR. 6................ Deutsche Koinm^Sammel-AnIethe Auslos.-Rechte I..............