Nr. 228 (Elftes Blaff 188. Zahlgang / Donnerstag, 29. September 1958 krfchetnr täglich, mißet Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr. . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686, Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dra* und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei R. Lange in Sichen. Schristleiiung nnd SeschSftchelle: rchnistratze r Lmrahme von Anzeigen fßr die Mittagsnummer vis 8'/,Uhrdes Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von 70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/, mehr» Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u» behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die gerechte Forderung einer entschlossenen Nation. Reichsminister Goebbels spricht in einer machtvollen Kundgebung im Berliner Lustgarten. Berlin, 28. Sept. (DNB.) Den spontanen Kundgebungen in allen deutschen Gauen folgte am Mittwochabend im ßu ft garten das Treuebekenntnis der Berliner Bevölkerung, das sich zu einer vom Ernst der Stunde getragenen machtvollen Demonstration für Führer und Reich, für Wahrheit und Recht gestaltete. Nach der weltgeschichtlichen Rede hes Führers im Sportpalast sprach nun Gauleiter Reichs-minister Dr. Goebbels zu seinen Berlinern. In packenden, aufrüttelnden Worten führte er u. a. aus: In einer ernsten und entscheidenden Stunde habe ich Sie hier zusammengerufen. Mit tiefer Erregung schauen Hunderte von Millionen der weiteren Entwicklung eines Problems zu, das in kürzester Zeit gelöst werden muß und auch gelöst werden wird. jBegeisterte Heilrufe.) Eine wogende Welle der Empörung geht durch das ganze Reich. Denn unser Volk weiß, daß es sich bei dem zur Debatte stehenden Problem um eine. Frage der elementarsten völkischen Gerechtigkeit handelt. Der amerikanische Präsident Roosevelt hat an den Führer ein Telegramm gesandt, in dem er seiner Meinung Ausdruck gibt, daß der Krieg und seine Folgen schrecklich seien. Das wissen wir Deutsche allzu gut. Denn wir haben als einziges Volk gegen die ganze Welt den schwersten aller Kriege durchgestanden. Aber wir sind der Meinung, daß der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefüllt. Im übrigen sehen wir ja, daß von Herrn Benesch und seinen Helfershelfern gegen unsere sudetendeutsche Brüder der Krieg längst schon angefangen worden ist. Denn was ist das anders als Krieg, wenn man 3% Millionen Menschen nur ihres Volkstums wegen mit Terror, Blut und Verfolgung überzieht. (Stürmische Pfuirufe.) Der Führer hat nun mit fester Hand in die weitere Entwicklung dieses Problems eingegriffen. Er hat der Welt klare, gerechte und hehre Forderungen vorgelegt. Darüber muß die Wett sich nun im klaren fein, es find das nicht die Forderungen eines Mannes, sondern es find dasdieForderungenelner ganzen entfchloffenenNation! (Minutenlange begeisterte Heilrufe.) Die weit irrt sehr, wenn sie glaubt, es könnte bei uns ein zweites 2Hal eine Katastrophe wie am 9. November 1918 eintreten. (Stürmische Kufe: Niemals!) Wir find gewitzt geworden — gebranntes Kind scheut das Feuer. Das neue nationalsozialistische Deutschland kennt kein paktieren in Ehrenfragen. Darin sind sich heute Führer und Volk ganz einig. Es ist für uns eine nationale Lhrenfrage, ob weiterhin 3'/- Millionen Angehörige unseres Volkstums vom tschechischen Staat tyrannisiert und kujoniert werden dürfen. (Jubelnde Zustimmung.) Wenn Herr Benesch in der vornationalsozialistl- schen Zeit Deutschland und die Welt hinters Licht führen konnte — mit uns bringt er das nicht fertig. Herr Benesch wird zur Einhüllung der von ihm übernommenen Verpflichtung, den Sudetendeutschen das Selbstbestimmungsrecht zu gewahren gezwungen werden, s o oder so. (Stürmische Zustimmung.) Mit Ausflüchten ist hier nichts mehr •getan, wir fordern Taten. Wir lassen uns den blutigen Terror gegen unsere Volksgenossen nicht mehr gefallen. Hinter den Forderungen unserer sudetendeutschen Brüder steht nicht nur eine Nation, sondern auch eine Wehr macht in Waffen. (Nicht endenwollende Sieg-Heil-Ruse.) Krieg oder Frieden, die Entscheidung darüber liegt jetzt allein in der Hand des Herrn Benesch. Der Führer hat gesprochen. Nun hat P ragd a s W o r t. wir wissen ganz genau, was Herr Benesch will. Seine unverschämten Provokationen gegen das Reich sollen dazu dienen, Europa in einen schweren, blutigen Konflikt zu verstricken. (Pfuirufe, empörte Zwischenrufe.) Er treibt diese Provokationen immer im Vertrauen aus Moskau ober im Vertrauen auf gewisse kriegshetzerische Kreise in Paris ober in Conbon. (Cang- anfjaltenbe psuirufe.) Auf sich allein gestellt, würbe er bas niemals wagen. Er wagte, weil er glaubt gedeckt zu sein. Aber auch diese Deckung könnte eines Tages einmal verloren gehen. Der.Führer fei Frontsoldat und wisse genau, was der Krieg bedeutet. Darum wolle er ihn nicht, aber er scheue ihn auch nicht, wenn eine Wellkoalition ihn Deutschland aufzuzwingen versuche, um noch einmal den Versuch zu machen, Deutschland für olle Beiten zu Boden zu schlagen. Die Welt sagt nun: Warum verhandelt ihr denn nicht mit uns. Seid bod) vernünftig. (Lachen.) Warum immer so laut, immer so aggressiv, warum schlagt ihr mit der Faust cuf den Tisch. Seid doch etwas ziviler, etwas „demokratischer!" (Stürmische Heiterkeit.) Das kennen Dir. Das haben wir in Deutschland 15 Jahre lang cusprobiert. Mit welchem Erfolg indes, das wissen Dir, das hat niemand in Deutschland vergessen. Diese Zivilisten, die nur eine Aktenmappe cberke in Gewehr betrachten (große Heiterkeit), |::nb von der Well auch dementsprechend b e - p andelt -worden. (Stürmische Zustimmung der vunderttausende.) Und wenn man uns heute anders Gehandelt,- dann deshalb, weil man unsere Macht achtet. (Erneuter stürmischer Beifall.) Es ist geradezu eine Ironie der Weltgerichte, daß wir heute mit der Demokratie in Konflikt geraten, weil wir einen der 14 Wilsonschen Punkte nun wirklich verwirklichen wollen. Wenn wir das bisher versuchten, sind wir immer schmählich betrogen worden. Diesen empörenden Zustand haben wir Nationalsozialisten geändert. T)er Führer hat eine st a r k e Wehrmacht aufgebaut, um damit die Nation zu verteidigen. (Lebhafter Beifall.) Unsere eigene Kraft ist auch in diesen Tagen unser bester Schutz. Wir haben keine Angst, und man kann uns auch nicht unter Druck sehen: bann reagieren wir immer sauer. Aber mit aller Schärfe vertreten wir unseren beutschen Rechts- stanbpunkt. Andere Völker können bas manchmal nicht verstehen. Das liegt baran, baß bie anderen Völker nicht so viel nationales Leib burchgemacht haben wie wir. Wir sind in unserem nationalen Leid gehärtet worden. Darum erklären wir kategorisch und unabänderlich: Wir wollen bie subetendeutschen Drüber unb ihr Laub zurückhabe n! (Stürmischer Beifall. Unb ich kann Sie auf bas bestimmteste versichern: w i r bekommen bas auch, s o oberfo. (Erneuter stürmischer Beifall.) Die Lntscheibung barüber sieht nahe bevor; vielleicht näher als man in Prag glaubt. Die fiebernde Spannung, die über Europa liegt, ist in Wirklichkeit ein Stück Gesundungskrise dieses kranken Erdteiles. Man darf so ein Fieber nicht scheuen, wenn man gesund werden will, und mir wollen gesund werden. Früher hat sich die Welt um uns gar nicht bekümmert. Jetzt zeigt die Welt voll Spannung nach Deutschland. Jedermann weiß, hier wacht der Führer über den Interessen des Reiches. Auch das gegenwärtige Problem wird er lösen, und wieder stehn mir voll Vertrauen unter seinem Kommando. (Beifall.) Darüber gibt es in Deutschland gar keine Debatte mehr. Wir sind der Ucberzeugung, daß in der Hand dieses Mannes das Schicksal des Reiches gut aufgehoben ist. (Jubelnde Zustimmung.) Darum ermahne ich euch, meine . Berliner: Haltet Disziplin und habt Vertrauen! (Stürmischer Beifall.) Zeigt der Welt das würdige Bild eines Volkes, das zu allem, menn es notwendig fein sollte, entschlossen ist. (Tosender Beifall.) Der Führer befiehlt, und mir folgen! So müßt ihr in diesen schicksalsschmeren Tagen lebendige Träger eines neu erwachten deutschen Nalio- nalprinzips roerben. Dazu ermahne ich euch! Dafür müßt ihr leben und dafür müßt ihr kämpfen! In diesem Sinne geloben mir dem Führer Treue mit dem Ruf Adolf Hitler: Sieg-Heil!" Minutenlanger tosender Beifall folgte der Rede. Nachdem die Rufe der Massen: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" verebbt waren, verlas der stellvertretende Gauleiter Görlitzer folgerndes leie» grammbes Gauleiters an den Führer: „Klein Führer! 3m Namen der im Berliner Lustgarten auf- marschierten hunberttausenbe gelobe ich 3hnen, baß unser aller Vertrauen in Ihre Staatsführung unerschütterlich ist, komme was immer kommen mag! Wir verbauten Ihnen ben neuen Staat in seiner stolzen Größe. Sie haben Deutsch- lanbs Ehre wieberhergestellt unb uns ein Leben mit stolzer Zukunftshoffnung roiebergegeben. Deshalb flehen wir in biefen schweren Stunben letzter Entscheibungen in unverbrüchlicher Treue vor Ihnen, bereit, bie Freiheit aller Deutschen erringen zu helfen. Wit dem ganzen Deutschlanb schwören wir: keine Not unb Gefahr soll uns jemals Hinbern, uns zu Ihnen zu bekennen. Führer befiehl, wir folgen! Dr. Goebbels." Die Hunderttausende nahmen diese Botschaft Berlins an den Führer mit unbeschreiblichen, minutenlangen Jubelstürmen auf. „Führer befiehl - wir folgen!" Begeisterte Treuekundgebungen im ganzen Reich. Börlin , 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auch in den Abendstunden des Mittwoch haben in ungezählten Städten des Reichsgebietes überwältigende Kundgebungen der Treue z u Adolf Hitler stattgefunden. Millionen und aber Millionen haben am Vorabend der schicksalsschweren Besprechung der Staatsmänner in München ihrer Entschlossenheit Ausdruck gegeben, als Gefolgsmänner Adolf Hitlers für einen gerechten Frieden, für die Wahrung der deutschen Ehre und für die unabwendbaren Rechte der schandbar geknebelten sudetendeutschen Brüder einzutreten. Den Treueschwur „Führer befiehl, wir folgen!", gelobten am Mittwochabend auch viele deutsche Steiermärker, die i n Graz, der Stadt der Volkserhebung, angetreten waren. In den vordersten Reihen sah man d i L s u - betend rutschen Flüchtlinge. Gerade den Steierern, die nur zu sehr am eigenen Leibe seelische und körperliche Not erfahren haben, weil sie sich ihr Bekenntnis zu Volk und Reich nicht nehmen ließen, ist das Verständnis für den gequälten Aufschrei der Sudetendeutschen eigenes Erleben. Gauleiter Uiberreither machte sich zum Dolmetsch des Vertrauens der Steiermärker zum Führer. In Kiel gelobten 50000 Nordmärker zusammen mit den Gliederungen der Bewegung und Abordnungen der Kriegsmarine und der Luftwaffe in einer Massenkundgebung dem Führer ihre Treue. Eine Feierstunde der ersten mecklenburgischen Gau- kulturwoche im Stadttheater zu Rostock gestaltete sich gleichfalls zu einem grandiosen Treuebekenntnis zum Führer. Gauleiter Hildebrand schloß seine packende Rede unter jubelnder Zustimmung mit den Worten: Was auch kommen mag, immer, Adolf Hitler, sind mir bei dir! 60 000 Teilnehmer sah tue Riesenkundgebung der Kriegsmarinestadt Wilhelmshaven. Hier sprach Gauleiter Roever über die Bedeutung dieser schicksalsschweren Stunden und schilderte, oft von stürmischem Beifall unterbrochen, die Entwicklung der letzten Wochen und Tage. In einer gewaltigen Kundgebung, wie sie Osnabrück in den letzten Jahren nicht mehr gesehen hat, stellten sich 25 000 Volksgenossen mit Begeisterung hinter den Führer. Die erst in den Mittagsstunden angekündigte Treuekundgebung des Gaues Westfalen-Nord i n Münster hatte einen riesigen Zustrom zu verzeichnen. 10 000 lauschten gespannt den Worten des Gauleiters Dr. Meyer. Auch in den Städten des R u h r g e b i e t e s u n d am Niederrhein gab die Bevölkerung ihrem ent chlosfenen Willen zur letzten Einsatzbereitschaft für den Führer begeistert Ausdruck. In annähernd 20 Städten fanden solche Kundgebungen statt, die in einem einmütigen und feierlichen Treue schwur ausklangen. 24 Stunden nach der Riesenkundgebung fanden sich auch in den anderen größeren Städten des Grenzlandgaues Köln- Aachen Taufende von Mäbnern und Frauen zusammen. Die Aufmärsche wurden zu gewaltigen Demonstrationen der Einigkeit und des Vertrauens und der Treue zu Adolf Hitler. Der Gau Westfalen- Süd bekannte sich mit einer überfüllten Kundgebung in Dortmund und sechs Massenversammlungen in anderen Gaustädten in echt westfälischer Treue zum Führer. In Koblenz marschierten Zehn- tausende in der NS.-Feierstätte am Schloß auf, um die Ansprache des Gauleiters Simon zu hören und voller Begeisterung dem Treuetelegramm an den Führer ihre Zustimmung zu geben. Die Bevölkerung der Stadt Selbi. B. und ihrer Umgebung strömte auf dem Marktplatz zusammen. Der Kreisleiter wies darauf hin, daß gerade hier die Leiden und Verfolgungen der Sudetendeutschen mit stärkster Anteilnahme miterlebt werden. Sudetendeutsche Flüchtlinge marschierten an der Spitze eines riesigen Fackelzuges. 40 000 Einwohner der Stadt Görlitz vernahmen auf dem Friedrichsplatz mit langanhaltendem Jubel die Mitteilung, daß der Führer einen letzten Versuch unternommen hat, der Welt den Frieden zu erhalten. Das schlesische Volk kennt durch die unmittelbare Nähe des Sudetenlandes genau die unsagbare Not der dort von Haus und Hof vertriebenen Deutschen, und es ist fein entschlossener Wille, ihnen zu helfen. Belgien bekräftigt seine Unabhängigkeit. Eine Rundfunkrede des Ministerpräsidenten Spaak. Brüssel, 28. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Spaak erklärte in einer Rundfunkrede am Dienstagabend: Während dieser Wochen einer schweren internationalen Spannung hat Belgien seineUn - abhängigkeitspolitik verfolgt und bekräftigt. Heute richten sich die dankbaren Gefühle der Belgier auf ihren König, der 'vor zwei Jahren klar den Weg aufgezeigt hatte, der befolgt werden mußte. Die seitherigen belgischen Regierungen haben gewollt, daß Belgien in Westeuropa seine traditionelle und friedliche Rolle spiele. Alle ihre Anstrengungen gingen darauf hinaus, daß das belgische Gebiet nicht noch einmal das Schlachtfeld Europas werde. Unsere großen Nachbarstaaten haben unsere Politik verstanden und haben sie gebilligt. Fran kreich und England zuerst haben uns ihre Hilfe im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs versprochen. Deutschland hat hierauf die Unverletzlichkeit unserer Grenzen und die Unversehrtheit unseres Gebietes garantiert. Alle in diesen letzten Zeiten eingelaufenen Informationen gestatten uns zu sagen, daß diese Verpflichtungen, an denen wir nicht gezweifelt haben, einael) alten werden. Unsererseits sind wir entschlossen, unser Gebiet gegen jeden Angriff z u verteidigen und nicht zuzulassen, daß es als eine Durchmarschstraße benutzt wird. Unsere glänzende Armee ist heute wirklich der Pfeiler unse - rer Unabhängigkeit und gleichzeitig unsere große Friedensgarantie. Oie Biererbefprechung in München. Mussolini, Chamberlain und Daladier haben heuteeineAustPrache mit demFührer Berlin, 28. Sept. (DNB.) Der Führer hat den italienischen Regierungschef Benito Mussolini, den englischen Premierminister Neville Chamberlain, sowie ben französischen Minister- präsibenten Daladier z u einer Aussprache eingelaben. Die Staatsmäner haben bie Ein- labung angenommen. Die Besprechung wird am 29. September, vormittags, in München ftatt- finben. ♦ Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite: , Sowohl von ber englischen, rote von ber französischen Regierung sinb heute neue Vorschläge zur Lösung ber tsche - cho-sloroakischen Krise unterbreitet roorben. In biefem Zusammenhang hat ber englische Premierminister Chamberlain angeboten, zu einer persönlichen Aussprache erneut mit dem Führer zusammenzukommen. Gleichzeitig hat Mussolini seine Hilfe bei dec Suche nach einer sofortigen Lösung angeboten. Die tfchecho-sloroakische Krise bulbel schon im h i n- blick auf beutsche Vorbereitungen, keinerlei Aufschub mehr, fonbern bie Lage erforberl kategorisch eine sofortige Lösung. In Anbetracht bieser Sachlage unb ber Tatsache, bah bie bisherigen Vorschläge bec Situation nicht gerecht roerben, unb bestimmt von betn Wunsche, noch eine letzte A n- strengung zurDurchführung ber frieb- lichen Uebergabe bes subetenbeutschen Gebietes an bas Reich zu machen, hat ber Führer bie Regierungschefs von Italien, Frankreich und Englanb zu einer persönlichen Aussprache eingelaben. Es ist zu hoffen, bah noch in letzter Stunde diese Aussprache zu einer Einigung über die sofort in Kraft zu tretenl/en Maßnahmen für bie von ber tschechoslowakischen Regierung zugesagte Uebergabe bes Subefenlanbes führen wird. München in Erwartung der Gäße. München, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die hauptstabt ber Bewegung steht heute vollkommen im Zeichen ber bevorstehenden Staatsmännerbegegnung. Schon in früher Morgenstunde schrniik- ken f i ch bie Straßen unb Plätze bec Stabt mit ben Fahnen bis Reiches. Der Hauptbahnhof erhielt eine schlich*.', roürbige Ausschmückung. Die Aborbnungen ber ÖMieberungen marschierten schon frühzeitig zu ihren Sammelplätzen. hinter ben Absperrketten warten schon um 8 Uhr Tausenbe auf bie Ankunft bes Duce aus Rom. Der Sonberzug mit Mussolini wirb gegen 11 Uhr auf bem Münchener Hauptbahnhof eintreffen. Gleich nach ber Ankunft roirb sich ber Duce ins Prinz-Earl- Palais begeben, wo er auch diesmal während feines Münchener Aufenthaltes Wohnung nehmen roirb. Der italienische Außenminister GrafLiano roirb im Hotel „Vier Jahreszeiten" roohnen. Die Ankunft ber Flugzeuge mit bem englischen Premierminister Chamberlain unb bem französischen Ministerpräsibenten D a l a b i e r roirb gegen 10 unb 11 Uhr auf bem Münchener Flughafen Oberroiefenfelb erwartet. Chamberlain roirb im „R e g i n a - p a l a st - h o t eN roohnen, ber französische Ministerpräsibent im Hotel „vier Jahreszeiten". Mussolinis Abreise. Herzliche Verabschiedung in Rom. Rom, 28. Sept. (DNB.) Der italienische Regierungschef Benito Mussolini ist am Mittwoch, 18 Uhr, im Sonderzug in Begleitung des Grafen Eiano nach München abgereift. Zur Verabschiedung des Duce waren auf dem Bahnsteig fast sämtliche Minister, darunter Parteisekretär Minister Starace und die drei Staatssekretäre der Wehrmachtministerien, ferner zahlreiche andere Vertreter von Partei und Staat sowie Botschafter von Mackensen mit den Mitgliedern der deutschen Botschaft erschienen. Der Duce begrüßte Botschafter von Mackensen aufs herzlichste und verblieb mit ihm in angeregtem Gespräch bis zur Abfahrt des Zuges. Mussolinis Ankunft am Brenner. Brenner, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstag früh 6.08 Uhr traf Mussolini in Begleitung des Ministers des Aeußern, G r a f E i a n o, mit Sonderzug anderReichsgrenzeim Bahnhof Brenner ein. Der Duce wurde im Zuge von bem ihm bis zur Grenze entgegengekommenen Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, im Auftrage des Führers herzlich begrüßt. Zur Begrüßung waren mit dem Reichs- Minister erschienen U-Gruppenführer Prinz van Hessen, Chefadjutant Leitgen und ---Ober- führer Stengel, ferner der Gauleiter Tirols Franz H o f e r mit Mitgliedern des Gaustabes, der Standortälteste Innsbrucks, Generalleutnant D ö h l a, sowie die örtlichen Führer der ff und des Reichsarbeitsdienstes und der Oberbürgermeister von Innsbruck, Dr. Denz. Um 7.15 Uhr setzte der Sonder- zug. an den der Wagen des Stellvertreters des Führers angehängt wurde, die Fahrt ins Reich unter den Klängen der italienischen Hymnen fort. Oer Führer begrüßt den Duce in Kufstein. Kufstein, 29. Sept. (DRB. Funkspruch.) Mussolini traf auf der Fahrt nach München Donnerstag um 9.24 Uhr in Kufstein ein, wo er vom Führer und Reichskanzler auf das herzlichste begrüßt wurde. Der Führer, dessen Sonderzug wenige Minuten vor der Ankunft des italienischen Zuges in Kufstein einge- troffen war, erwartete den Duce auf dem Bahnsteig in Kufstein und hieß ihn unter dem ohren- beträubenden Jubel der Kufsteiner Bevölkerung in Deutschland willkommen. Rach dem Duce verließen der italienische Außenminister Graf C i a n o und der Stellvertreter des Führers Reicysminister Rudolf Heß, der den Duce im Namen des Führers bereits an der Reichsgrenze am Brenner erwartet hatte, den italienischen Zug. Der Führer und der Duce setzten um 9.40 Uhr im Sonderzug des Führers die Fahrt nach München fort. Der Bahnhof in Kufstein war für die kurze Begegnung festlich geschmückt. Ganz Kufstein schien sich auf dem kleinen Bahnhof versammelt zu haben, um den Duce und den Führer zu grüßen. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht erwies dem Führer und dem Duce bei ihrem Eintreffen die Ehrenbezeigung. Das Musikkorps intonierte beim Eintreffen des Duce die Hymen des faschistischen Italien. Die Kompanie präsentierte und unter dem brausenden Jubel und ununterbrochenen „Duce"- und ,.Siegheil"-Rufen schritten der Duce und der Führer die Front der Ehrenkompanie ab und die dichten Reihen der begeisterten Bevölkerung entlang, die auf das Gerücht vom Eintreffen der beiden großen Staatsmänner aus dem ganzen Gau herbeigeeilt waren. Der Führer geleitete sodann den Duce zu feinem Sonderzug, gefolgt von dem italienischen Außenminister Grafen Ciano, bem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel. Ein letzter Versuch. Von unserer Berliner Schriffleftung. Es zeugt von dem guten Willen des englischen Ministerpräsidenten Neville Chamberlain und des französischen Ministerpräsidenten Edouard D a • lädier, daß sie zusammen mit Benito Mussolini der Einladung des Führers gefolgt sind, nach München zu kommen und dort gemeinsam in letzter Stunde über eine friedliche Losung der tschecho-slowakischen Krise zu beraten. Don dem Wunsche Deutschlands nach einer unblutigen Bereinigung des tschechischen Problems sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Die Langmut und Geduld, welche die Reichsregierung in der Behandlung dieser Frage immer wieder bewiesen hat, ist über allem Zweifel erhaben. Ebenso hat der Duce noch in seinen letzten oberitalienischen Reden der Hoffnung wiederholt Ausdruck gegeben, daß man in Prag, aber auch in London und Paris endlich Vernunft annehmen und der schnellen Verwirk- lichung der sudetenüeutschen Selbstbestimmung keine Hindernisse mehr in den Weg legen möge. Wir wissen auch, daß Herr Chamberlain anerkennenswerte Versuche gemacht hat, einen Beitrag zur Erhaltung des europäischen Friedens zu liefern. Wir erinnern an seine Reisen nach Berchtesgaden und Godesberg, wir erinnern auch an sein jüngstes Angebot, noch ein drittes Mal zu einer persönlichen Aussprache nach Deutschland zu reisen. Freilich besteht ja auch für die britische Nation, die durch ihre Mitbegründung des tschechv-siowakl« chen Mosaikstaates sowie durch die vielfache Uitter- tützuna des Prager Regimes gewisse J8erpflid)tun» gen übernommen hat, eine m o r a li sch e D er - antw örtlich ke it gegenüber dem Wohlergehen des sudetendeutschen Bevölkerungsteiles, eine Verantwortlichkeit, um die man sich in London allerdings stets herumzudrücken versuchte. Eine direkte Fühlungnahme des franzofisch en Regierungschefs mit der Reichsfuh- rung hat in der tschecho-slowakischen Frage bisher nicht stattgefunden. Wir wissen aber, daß Herr Daladier früher, als er noch nicht das Amt des Ministerpräsidenten innehatte, häufig seine Meinung kundgetan hat, es müsse doch zwischen Deutschland und Frankreich eine Verständigung zu- stände kommen können. Herr Daladier ist Front- kämpfer und hat als solcher wiederholt gezeigt, daß er, wenn nicht ein Freund, so doch auf jeden Fall ein ritterlicher Gegner sein würde. Es muß auch von deutscher Seite zugegeben werden, daß der französische Ministerpräswent in der spannungge- ladenen Krise der letzten Tage ost sein/ Landsleute zur Kaltblütigkeit ermahnt und seinen Willen kund- aetan hat, für die Erhaltung eines ehrenvollen Frizens Sorge zu tragen. Daß aber, was die deutschen Forderun- gen angeht, weder die französische noch die englische Nationalehre angetastet oder aufs Spiel ge- setzt wird, darüber dürften sich bei ruhiger Ueber- legung alle Engländer und Franzosen klar sein. Die Ehre dieser Länder ist nur aufs Spiel gesetzt worden durch die provokatorische Politik des Herrn B e n e s ch , der zuerst die Vorschläge der Westmächte zum Schein annachm, um diese Zusicherung nachher zu verleugnen. Wie oft hat nicht in den letzten Tagen Herr Benesch Lügen über angeb- liche englisch-französische ' Schritte und Ratschläge verbreiten lassen, die nachher von den amtlichen Stellen in London und Paris dementiert werden mußten! Angesichts dieser trüben Erfahrungen, die der eng- lische und französische Regierungschef mit ihrem Prager Schützling gemacht haben, angesichts auch der offenkundigen Sabotage, die Herr Benesch auf Befehl Moskaus gegen die Friedenspolitik des Deutschen Reiches wie auch gegen die Bemühungen Chamberlains und Daladiers getrieben hat, angesichts schließlich des ungeheuren Elends, das die roten Schergen der Prager Regierung über das gequälte sudetendeutsche Land gebracht haben, sollte es den westlichen Staatsmännern nicht schwer fallen, den Urheber dieses ganzen Unglücks und die- ser europäischen Krise zur sofortigen Umkehr zu bewegen. Wir sind überzeugt, daß ein energisches Wort, gemeinsam ausgesprochen von England, Frankreich, Italien und Deutschland, genügen würde, um die Räumung der sudetendeutschen Gebiete durch das tschechische Militär herbeizuführen. Aber es ist keine Zeit mehr zu v e rlie r e n. Denn die Forderung des deutschen Volkes und feines Führers ist unwiderruflich und unabänderlich, Deutschlands Rechtsanspruch auf Erfüllung des Selbstbestim- mungsrechts der Sudetendeutschen bleibt unabdingbar, kein Volk von Ehre kann den blutigen Terror, dem die Sudetendeutschen ausgesetzt sind, noch länger tatenlos hinnehmen. Wir sind überzeugt, daß das englische oder französische Volk in der gleichen Lage nicht anders handeln würde. Wie ein stählerner Block steht das deutsche Volk auch an dem heutigen entscheidungsschweren Tage wie ein Mann hinter dem Führer, von dem es weiß, daß er der beste Vorkämpfer für einen Frieden des Rechts und der nationalen Ehre ist. Es hat manchmal so geschienen, als ob Regierungsführer des Westens der Fronde der Kriegstreiber in ihrem eigenen Land erliegen würden. Die Nachrichten, die wir über das leichtfertige und leichtsinnige Spiel mit Krieg und Frieden aus Frankreich und England erhielten, gaben zu mancherlei Be- stirchtung Anlaß. Nun aber zeugt der Entschluß Chamberlains und Daladiers, sich in München mit dem Führer und dem Duce zu beraten, davon, daß sie nach wie vor bereit sind, einen Aus- weg aus der großen Krise zu finden, der sowohl ihrer nationalen Ehre als auch der deutschen Ehre und dem deutschen Lebensrecht entspricht. Sobald man nur bereit ist, den wahren Störenfried des europäischen Friedens und den allein Schuldigen der tschechischen Krise zu erkennen, wird eine Einigung nicht schwer fallen. H. Evers. < Das britische Unterhaus begrüßt die Einladung nach München London, 28. Sept. (Eüropapreß.) Die mit großer Spannung erwartete Rede, mit der Ministerpräsident Chamberlain am Mittwochnachmittag die Sondersitzung des Unterhauses eröffnete, hat alle Erwartungen übertroffen und einen Stimmungs- Umschwung hervorgerufen, wie er noch nie in Englands Geschichte zu verzeichnen gewesen ist. Als der Ministerpräsident kurz vor 15 Uhr das Haus betrat, wurde er mit Beifall empfangen. Der Beifall legte sich jedoch schnell, und als der Ministerpräsident seine Rede mit einem Rückblick auf die Entwicklung in der Tschecho-Slowakei begann, verdichtete sich noch die auf dem vollbesetzten Hause und den überfüllten Tribünen lastende Unsicherheit und Ungewißheit. Es.war erwartet worden, daß Chamberlain im Sinne seiner am Dienstagabend gehaltenen Rundfunkrede alle weiteren Bemühungen um eine friedliche Lösung als nahezu ausgeschlossen bezeichnen würde. Dieser Eindruck wurde auch während der ersten Stunde der insgesamt Inständigen Rede nicht verscheucht. Als dann gegen 16 Uhr Sir horace TB 11 • s o n dem Schahkanzler Sir John Simon einen Zettel hinschob, und der Schahkanzler den Zettel dem redenden Chamberlain reichte, ging plötzlich ein Rannen durch das haus. Der Ungewißheit folgte eine fieberhafte Spannung. die noch stieg, als Außenminister Lord Halifax, der von der Tribüne der Lords der Rede Chamberlains zugehört halte, plötzlich aufstand und hinausstürzte. Inzwischen fuhr Chamberlain mit seiner Rede fort, bemühte sich aber sichtlich, sie abzukürzen, um zu der bedeutsamen Erklärung zn kommen: „Adolf Hitler", sagte der Redner unter atemloser Stille, „hat mich, Mussolini und Daladier für morgen vormittag nach München eingeladen. Ich brauche nicht zu sagen, was meine Antwort sein wird." Die letzten Worte gingen bereits in dem Begeisterungssturm unter, den diese Erklärung Chamberlains auslöste. Ron allen Seiten und auch von den Bänken der Opposition brauste immer wieder lauter Beifall auf. Chamberlain schloß mit den Worten: „Ich hoffe, daß das Hans mich jetzt entläßt, damit ich gehen und zusehen kann, was ich aus dieser letzten Bemühung machen kann. Vielleicht kann man angesichts der letzten Entwicklung die Aussprache um einige Tage verschieben und vielleicht können wir uns unter glücklicheren Umständen wiedersehen." Hieraus beantragte der Ministerpräsident die sofortige Vertagung des Parlaments auf Montag, die ohne Widerspruch angenommen wurde. Die mit erleichterten Gesichtern aus dem Parlament strömenden Abgeordneten stießen draußen bereits auf die ersten Extra-Ausgaben, die den Verkäufern aus den Händen gerissen wurden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht ver- breitet, daß eine neue Wendung eingetreten sei und diese Wendung auf eine Initiative des Führers zu- rückzuführen wäre. An einigen Stellen der Stadt wurden die Zeitungswagen förmlich gestürmt. An der Börse zogen im nachbörslichen Verkehr sämtliche Kurse an, nachdem bis zum Börsenschluß eine ausgesprochene Baissestimmung geherrscht hatte. Unter den Zuhörern befand sich auch die Königin* * Mutter Mary, die der Rede des Ministerpräsidenten aufmerksam folgte. Chamberlains Ünierhans-Rede. Nach einem Bericht des DNB. erklärte Premier- Minister Chamberlain in seiner Rede, die heutige Krise hätte vermieden werden können, wenn Artikel 19 der Genfer Satzungen, der eine Revision der Verträge durch Uebereinkom- m e n vorsieht, seinerzeit in die Praxis u m g e s e tz t worden wäre, anstatt zu warten, bis die Leidenschaft so verbittert wurde, daß eine Revision mittels Vereinbarungen unmöglich wurde. Für diese Unterlassung müßten alle Mitglieder des Völkerbundes ihre Verantwortung tragen. Chamberlain zählte dann drei Wege auf, die die britische Regierung hätte vorschlagen können. Entweder hätte man drohen können, daß England zum Kriege mit Deutschland schreiten würde, falls es die Tscheche! „angriffe", oder England hätte beiseite stehen können, und schließlich hätte man eine friedliche Lösung auf dem Wege der Verhandlung finden können. Der erste Weg wurde abge« lehnt. Wir hatten keinerlei vertragliche Verpflichtungen (Beifall) gegenüber der Tschechei und haben uns ständig geweigert, irgendwelche solche Verpflichtungen zu übernehmen. Die zweite Alternative widerstrebte uns ebenso, und wir wandten uns daher dem dritten Wege, der Aufgabe der Vermittlung, zu. Chamberlain zollte hieraus Lord Runcimans Bemühungen Lob und erwähnte die britischen Vorstellungen durch den britischen Gesandten in Prag am 3. September. Es sei lebenswichtig im Interesse der Tschecho-Slowakei, wenn sofort und ohne Vorbehalt jene Konzessionen gewährt würden, ohne die die sudetendeutsche Frage nicht als gere- gelt angesehen werden könne. Als er seinen ersten Besuch beim Führer in Berchtesgaden erwähnte, sei er sich bewußt gewesen, daß er sich damit der Krittk aussetzte, die Würde eines britischen Premierministers außer acht gelassen zu haben, aber er glaube, daß eine solche Krise Erwägungen dieser Art nicht gestatte. Er habe bei dieser ersten Unterredung mit dem Führer sehr bald erkannt, daß die Lage sehr viel dringender sei, als er angenommen hätte. Aus seinen weiteren Ausführungen ging hervor, daß auch Lord Runciman in der englischen Kabinettssitzung nach der Rückkehr Chamberlains von Berchtesgaben die Meinung vertrat, eine Abtretung des sudetendeutschen Gebietes durch die Tschecho-Slowakei sei unvermeidlich. Weiter erwähnte Chamberlain die Besprechungen mit Daladier und Bonnet, die auch den Grundsatz der Selbstbestimmung zum Gegenstand hatten, lieber feine beiden Besuche beim Führer sagte Chamberlain wörtlich: „Ich zögere nicht zu erklären, daß ich aus den persönlichen Kontakten, die ich mit Hitler hatte, glaube, er meint, was er f a g t." Londoner preffestimmen. London, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Besprechung der Staatsmänner der vier Großmächte nimmt den gesamten Raum der Londoner Morgen- genpresse für sich in Anspruch. Die Presse verzeichnet .jetzt eine gewisse Entspannung der Lage und schöpft neue Hoffnung auf eine baldige endgültige Lösung der Krise. Allerdings ist man sich der Schwierigkeiten der Lösung des sudetendeutschen Problems bewußt. Deshalb kann ftian die Gießener Giadiiheaier. Shakespeare: „Ern SommernachtStranm." Nun hat sich der Vorhang wieder gehoben zu neuem Spiel mit vielfach neugewonnenen Kräften, zu neuer Verzauberung durch ein altes Stück, das vor beinahe dreieinhalb Iahrhurrderten entstand. Es ist bei uns schon fast zur Tradition geworden, den Theaterwinter mit Shakespeare zu eröffnen; wir Haden früher des öfteren davon gesprochen, welch eine breite und stufenreiche Skala der Empfindungen, Werte und Mrkungen sich aus der langen Reihe seiner comedies ablesen lasse: diesmal nun beginnen wir mit der leichtesten und heitersten unter ihnen, mit der romantischsten, natur- seligsten, unwirklichsten, ganz aus Phantasie geboren, gleicherweise dem reinen Gedicht wie der komischen Oper verwandt und bereit, sich jederzeit in Zauber und holde Feerie aufzulösen, in Musik und Tanz zu verflüchtigen ..man merkt diesem Lustspiel noch heute an, daß es — 1594 geschrieben, 1600 zuerst gedruckt — einem freudigen Anlaß entsprang und einem lieblichen Zweck zu dienen bestimmt war. Es wurde als Festspiel zu einer Hochzeit am Hose der großen Elisabeth von England verfaßt. Was sich hier in fünf Akten ereignet, ist — in der Skala der comedies — gleich weit entfernt von der gefährlichen Tragödien-Grenze („Maß für Maß"; „Kaufmann von Venedig") wie vom bloßen schwankhasten Derwechslungsspiel der Figuren („Komödie der Irrungen"). Die Handlung, lyrischidyllisch, romantisch und voll reiner Poesie, schwebt so locker im Märchenhaft-Unwirklichen, daß sie diesen Namen kaum zu verdienen scheint, obgleich man, bei genauem Zusehen, auch hier die souveräne Kunst der Szenenführung, der Schürzung, Der- wirrung und beglückenden Lösung wird bewundern müssen. Drei Sphären durchdringen sich, auf drei Ebenen geschieht das Spiel, die sich immer wieder zu einer selbstverständlich und zwanglos vollkommenen Einheit zusammenfinden. Da ist die höfisch-aristokratische Welt, der zu Shakespeares Zeit noch ausschließlich das ernsthafte Personal dramatischer Gestaltung entstammen durfte; über dieser erscheint die luftig- geisterhafte Welt der Feen und Elfen, welche ihrerseits das ganze Naturreich des Schauspiels durchlebt und beseelt; unterhalb gewahrt man, gleichwohl in beide hinein reichend, die irdischen Bezirke der Kleinbürger und Handwerker. Diese nun, Zettel und Squenz, Schnock und Schnauz, Flaut und Schlucker, tun sich zusammen. um zur Hochzeit des Herzogs Theseus von Athen mit oer Amazonenkönigin Hippolyta ein festliches Laienspiel aufzuführen, die klägliche Komödie und „spaßhafte Tragödie" nämlich vom höchst grau- samen Tode des Pyramus und der Thisbe: in diesem Theater auf dem Theater, mit der die drei- fache Vermählung — Theseus und Hippolyta, Lysander und Hermia, Demetrius und Helena mit Lust gefeiert und das Spiel beschlossen wird, findet man das groteske Gegenstück zu jenem tieffinnigen Schauspiel im Schauspiel, das die Kernszene der Hamlet-Tragödie bildet. * Bevor aber der sommernächtliche Spuk mit Rüpel- und Narrenspiel, mit Musik und Elfentanz verklingt, erlebt man die aus romantischer Phantasie und einer schweifenden Laune geborene Vertauschung der liebenden Paare, welche den eigentlichen, dramatisch kaum greifbaren Inhalt des Stückes aus- macht. Solche märchenhafte Verwirrung zu erzeugen, diente dem großen William ein wahrhaft poetischer Einfall: er ersann das Wunderblümchen — „Mädchen nennens: Lieb' im Müßiggang" — dessen Saft, aufs Auge eines Schläfers geträufelt, diesen zauberhaft verwandelt und den Erwachenden toll verliebt macht „in jede Kreatur", die er zuerst erblickt. Ein herrliches Mittel, drei Liebespaare auseinanderzusprengen, zu vertauschen und wieder zu- sammenzuführen, sobald die Verwirrung zwischen der kleinbürgerlichen, der höfischen und der über» irdischen Welt keine Lösung im üblichen dramaturgi- scheu Sinne mehr zu gestatten scheint. Der Zuschauer aber — vor, nicht auf der Bühne — wird dieses souverän gelenkte Spiel der Verwandlung, Verzauberung und träumerischen Unwirklichkeit als ein Symbol aller theatralischen Dichtung überhaupt begreifen und also einen tieferen Sinn darin sind en, daß gerabe mit diesem Stück unter hundert anderen eine neue Spielzeit beginnt. — Die lyrischen und opernhaften Züge, die das Lustspiel kennzeichnen, haben es nahegelegt, die Aufführung mit Musik introduzieren und begleiten zu lassen. Intendant Schultze-Griesheim, der das Werk nach der Schlegelschen Uebertragung textlich bearbeitet und in Szene gefetzt hat, fprach im gestrigen Feuilleton unter anderm von den Bemühungen, die früher zum „Sommernachtstraum" gespielte Musik von Mendelssohn anderweitig zu ersetzen: er wählte die von Rudolf Wagner- R 6 geny , die bisher nur im Konzertsaal gehört wurde und gestern bei uns ihre Uraufführung erlebte. Er nannte sie unbequem, streng, hart und sparsam — bewußt im Gegensatz zu Mendelssohn konzipiert. Wir haben Wagner^Regeny vor nicht langer Zeit in seiner Oper „Der Günstling" als einen Musiker von ausgeprägtem Stilwillen und persönlicher Eigenart fennengelernt. Dieser Eindruck bestätigte sich beim Anhören der Bühnenmusik, welche in ihren scharf rhythmisierten Eingangstakten, stellenweise fast wuchtig klingend, an den „Günstling" erinnert. Die stilisierende Strenge der Linienführung lockert sich später (mit Holzbläsern und Streichern) und nähert sich im Zwischenspiel in weitgespannten Melodiebögen der romantischen Welt Shakespeares, vor allem in der Szene mit den schlafen- den Liebespaaren. Doch wirkt sie im ganzen (wohl bewußt) immer verhältnismäßig herb und verhalten, eher der Ballade als lyrischer Verklärung zugeneigt und kaum eigentlich als das, was man eine Begleitmusik nennen konnte; Musik und Text ver- schmelzen nicht zur absoluten Einheit: Wagner- Rögenys Suite, zweifellos begabt und in ihrer Don» spräche durchaus anziehend, bleibt eigenwillig in ihrer Sphäre, selbständig neben dem Vers und dem Bühnenoorgang. — Kapellmeister Paul Walter bot mit dem Orchester eine ausgewogene, offenbar peinlich werkgetreue Interpretation. ♦ Die vom Intendanten geleitete Aufführung schien uns vom Charakter der Musik wesentlich mitbe« stimmt. Zwar glauben wir, daß Shakespeare auch heute nur aus feiner Zeit heraus zu begreifen und darzustellen ist, aber gewiß find für dieses und jenes Werk verschiedene Auffassungen möglich. Hier lag, wie uns scheint, die Absicht vor, den allzu gefälligen und leicht süßlich wirkenden Feenzauber mancher früheren Wiedergabe zu vermeiden: biefer „Sommernachtstraum" war, alles in allem, weniger lyrisch als im Sinne einer Naturballade empfunden, ohne daß die romantischen Elemente reiner Poesie, die ja schlechterdings das Wesen dieses Lustspiels ausmachen, verfälscht oder überspielt wurden. Herr Löffler hatte den athenischen Herzogspalast großzügig-weiträumig aufgebaut, den „nahe gelegenen Wald" als eine dämmrige, märchenhafte Wildnis, die doch dem nächtlichen Spuk und Ver- wandlungsspiel genügend Bewegungsfreiheit ge, stattete. Dieses war von der Regie szenisch sehr überzeugend als Kernstück der Fabel zu einer pausenlos ablaufenden, in sich geschlossenen Einheit zu- j am menge fa 6t, so daß die Szenen im Paläste des Theseus umrahmend jeweils als Vorspiel und Nachspiel wirkten. Auch waren die drei Sphären oder Erscheinungsformen der belebten Welt übersichtlich von einander abgehoben, dennoch zum Ganzen verbunden durch die Traum-Einkleidung, der sich die Phantasie des „mitspielenden" Zuschauers willig überlasten soll. Die Premiere gab einer Reihe neugewonnener Kräfte Gelegenheit, sich vorzustellen. Daß es sich in der Mehrzahl der Fälle nur um eine erste, verhältnismäßig flüchtige Bekanntmachung handeln konnte, liegt in der Natur des Stückes begründet, dessen Figuren nicht so ausgeprägt charakterisiert find mit in andern Werken Shakespeares. Die persönlichste Entfaltung war dem neuen Komiker Kurt Haars gegeben, der als Zettel eine sparsam pointierte, von Witz und natürlicher Spielfreude belebte Figur schuf; sein Pyramus war ein improvisatorisch anmutendes Kabinettstück. Überhaupt gerieten die Handwerker- (jenen vorzüglich: frisch, naiv und luftig. So fei das kleine, kleinbürgerliche Ensemble gleich' in einem Atem genannt: Do 1 ck als beflissener Spielführer Squenz, Seitz, ein ergreifend brüllender Löwe, Walter Erler, die groteske Thisbe, Hans Schlick und Ottmar Mayr. * Educkrd Cosfovel, der neue erste Held, gab den Oberon als einen Halbgott und zaubermächtigen Herrn des Waldes, doch im antiken Sinne auch menschlichen Regungen zugänglich. Giesela Vollert sprach mit überlegener Festigkeit die Verse der Titania und wußte noch im wirren Traum- zauber die Würde einer Elfenkönigin zu wahren. Margot Eickhofs war die zart und schwärmerisch liebende Helena, Hilde ,K n e i p eine äthiopisch dunkle Amazonenfürstin. Friedrich G r ö n d a h l gab mit jugendlichem Feuer und sprachlich schöner ©teige« rung den Lysander. * Vom alten Stamm sah man Herrn Schorn als Puck; seine Auffassung entsprach dem Verzicht auf die früher des öftern vorgenommene weibliche Besetzung der Rolle: dies war ein Kobold und zu boshaften Späßen aufgelegter Waldschrat, der mit Sprung und Schwung beweglich durch die dämmerige Landschaft geisterte. Fräulein G a r b e erschien als zierliche dunkle Hermia mit drollig hitzigen Tempergmentsausbrüchen. Herr Weiland spielte den Demetrius mit ritterlichem Anstand, Herr Geißler mit freundlicher Würde den Theseus- Herr Geiger als grimmig bewegter Vater Egeus und Hans Voß als Philostrat rundeten das grobe Ensemble. — Der Beifall des wohlbesetzteu Hauses rief mit den Darstellern zuletzt auch den Intendanten an die Rampe. Im Foyer ist eine kleine Kunstausstellung.aufgebaut. Carl Bourcarde zeigt neue Bildnis' Plastiken, darunter ein Porträt unseres fnu)«1*” Komikers Linkmann, Wilhelm Stephan, Gietzen, eine Reihe afrikanischer Landschaften. Hans Thyriot. Systematische Ausplünderung des Sudetenlands. Oie Tschechen setzen ihren brutalen Aussig, 28. Sept. (DNB.) In Aussig haben die Behörden begonnen, das gesamte Behür» deneigentum, insbesondere auch sämtliche Akten ins Innere des Landes abzu- transvortieren. Auch die Unterlagen über die etwaiae Volksabstimmung, insbesondere die Unterlagen über die Einwohner, die ihren Wohnsitz 1918 im sudetendeutschen Gebiet hatten, wurden sorgfältig gebündelt und auf Lastwagen entfuhrt. Ferner sind tschechische Militärkommandos vor den Gemeindehäusern der Dörfer vorgefahren, um auch dort die Einwohnerkarteien und alle Gemeindeakten a u beschlagnahmen, die über den Besitz und Einwohnerstand von 1918 Auskunft geben. ♦ Die Ausplünderung des suüetendeutschen Gebietes ist systematisch fortgeführt worden. Sämtliche Vorräte an Fertigwaren, Wolle. Zell- wolle und Ab fall st offen mußten sofort transportfertig gemacht werden. Mittwoch wurden über 100 Waggons zum Abtransport bereit- gestellt. Die Hammerwerke m Türmitz wurden angewiesen, ihre gesamten Maschinen abzu- brechen und ins Innere des Landes au überfüh- ren. In mehreren anderen Aufsiger Fabriken wurden größereSprengladungen bereitgestellt, um die Maschinen und Fabrikationsanlagen auf An- Weisung von Prag in die Luft zu sprengen. Die Bahndirektion von Mährisch-Ostrau traf die Anweisung, das gesamte rollende Material auf einem Streifen von 30 Kilometer längs der Grenze sofort zurückzuziehen und es in das Innere des Landes zu überführen. Der Personenverkehr ist einzustellen. Truppentransportzüge sollen schnellstens entladen und sofort in das Innere des Landes zurückgeführt werden. In Graslitz, Ober- leutensdörf, Aussig, Teplitz, Teschen, Chodau und anderen Orten wurden die Vorsteher der B a n k - und Sparkassenfilialen gezwungen, die Tresorschlüssel herauszugeben. In Oberleu- tensdorf wurde der Tresor gesprengt, weil der Leiter der Sparkasse den Schlüssel beseitigt hatte. Von dem tschechischen Militär würben dann die Banktresore von dem Privateigentum zahlreicher Sudetendeutscher völlig aus geraubt. Quittungen über das geraubte Eigentum wurden nicht ausgestellt. Sämtliche Wertsachen wurden auf Lastkraftwagen in Kisten abtransportiert. Raubzug in den Grenzgebieten fort. Schreckenstage aus einem deutschen Gut. Tschechische „Soldaten" hausten wie Räuber Asch 29. Sevt. (DNB.) Die Sicherungslinie, die den befreiten Ascher Bezirk gegen Rückkehroersuche des tschechischen Militärs zu schützen hotte, wurde Mittwoch am rechten Flügel etwas nach vorn ge- schoben. Dabei gelang es, dos große Gut Sorghof bei Liebenstein, das nun bereits seit zwei Tagen und Nächten im Feuerbereich beider Fronten gelegen hat, zu besetzen. In dem Hof waren bis vorgestern die tschechischen Panzerwagen, die immer wieder in der Richtung gegen die.Ascher Sicherungslinie gefeuert hatten, wie überhaupt in der ganzen Sicherungslinie während der vergangenen beiden Nächte die Gefechtstätigkeit recht lebhaf war. Es sind auf beiden Seiten Verletzte zu verzeichnen. Der befreite Sorghof ist entsetzlich zu- gerichtet. Er hatte zwei Nächte die schweren Beschießungen über sich ergehen lassen müssen. Zahl- reiche Rinder und Schweine sind getötet worden. Die Einrichtung ist gänzlich demoliert. Das Mauerwerk weist zahllose Einschläge durch Geschosse der leichten Infanteriegeschütze auf. Der Bruder des Pächters, Dr» Pascher,'und einige landwirtschaftliche Arbeiter wurden von der tschechischen Soldateska, die den Hof besetzt hatte, in der unmenschlich st en Weise behandelt. Dr. Pascher mußte sich, als die Tschechen anrückten, an die Wand stellen und die Hände in den Nacken legen. Man drückte ihm eine Pistole an die Stirn, und von zwei Seiten legte man ihm die Bajonettspitzen an die Brust. So wurde er durchsucht, die Sonaten nahmen ihm die Fingerringe, die "Uhr, das Geld und alle sonstigen Wertgegenstände weg. Dann führte man ihn und das Gesinde zum nahen Wald, zweifellos in der Absicht, die Leute zu erschießen. Dort befand sich der Kommandant von Eger, Major Blaha, ein Bekannter Pr. Paschers, der das Aergste abwendete. Die Soldateska mußte auf Befehl des Majors dem Beraubten die Wertgegenstände zurückgeben. Dagegen ist natürlich die gesamte Habe des Gutsbesitzers aus der Wohnung weggeschleppt. In der Nacht zogen bann die Tschechen ab, und Mittwochmittag wurde das Gehöft durch das sudetendeutsche Freikorps besetzt. Haltung der heutigen Morgenpresse auf den Generalnenner eines Optimismus mit Vorbehalten bringen. Einige Blätter glauben bereits zu wissen, wie der neue Plan, über den die „Viermächtekonferenz" zu beschließen hat, aussehen wird, und daß die englische Regierung diesen Plan ausgearbeitet habe. Die „Time s" sagt, daß heute der schärfste aller Streitfälle, ein völkischer Streitfall, dem Rat der vier Nationen übergebe werde, in deren Macht bzw. Willen es liege, nicht nur eine gerechte und friedliche Regelung zur Beilegung der tschechischen Be- fürchtunaen und der deutschen Beschwerden zu finden, sondern Europa endlich auf den Weg eines vereinten und ordentlichen Wiederaufbaues zu führen Der „Daily Telegraph" meint, bei dem Willen zum Frieden fei es möglich, eine Verständigung zu^erzielen. Die Atempause, die jetzt sichergestellt sei, T)abe die Erwartung gesteigert, daß die tschechische Frage end- gültig geregelt werden würde, und daß die Münchener Besprechung das bestätigen und konsolidieren werde, was so glückhaft begonnen habe. Alle Hoffnung und Zuversicht, die sich an die Münchener Besprechung knüpfe, werde pergeblich sein, wenn eine „Regelung" erreicht werde, die in wenigen Monaten zu einem Wiederaufleben der gegenwärtigen Unruhen führen würde. „News Chro - nicke" meint, daß es niemanden in der ganzen Welt gäbe, der sich nicht freue, daß der Schatten des Krieges wenigstens für den Augenblick geschwunden fei. Aber gerade wegen der Größe der Gelegenheit müsse man sorgfältig alle Folgerungen abroägen. „Daily M a i r meint, daß es fast unmöglich fei, anzunehmen, daß diese entscheidende Besprechung in München nichts Positives erbringen könnte und der „D a i l y E x p r e ß" vertritt die Ansicht, daß jetzt nicht nur die Aussicht bestünde, den Konflikt zwischen den Deutschen und Tschechen beizulegen, sondern daß man hoffen dürfe, daß man in konstruktiver Art auch an eine weitere Versöhnung Herangehen dürfe. Das Echo in Paris. Noch nicht zu spät für einen Weg der Vernunft. Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Alle Blätter sind sich der überragenden Bedeutung der Münchener Zusammenkunft bewußt, man kann wohl sagen, daß auch gerade die Pariser Presse trotz ihres bisherigen gegenteiligen Verhaltens die Nachricht m i t Z u st i'm'm ung und Begeisterung aufnimmt. „Der Beschluß dieser Zusammenkunft, der am Abend eines an angstvollen, an Irrungen reichen Tages bekannt geworden ist, hat sofort zu einer gewaltigen Beruhigung b e i g e - trage n", schreibt das Journal. „Nein, die Brücken sind nicht abgebrochen", liest man im Oeuvre und im „Homme libre", „Europa atmet wieder a u s". Wenn die Blätter auch noch davor warnen, man möge vor Bekanntwerden des Ergebnisses dieser Zusammenkunft keinen übertriebenen Optimismus an den Tag legen, fo muß man doch feststellen, daß die Hoffnung, daß aus dieser Zusammenkunft in München der Friede hervorgehen möge, diese Hoffnung, unter deren Eindruck die Pariser Bevölkerung bereits seit den Nachmittagsstuw den des Mittwoch gestanden hat, sich in der Tat auch voll und ganz in der Morgenpresse widerspiegelt. So heißt es im „M atin", der Mittwoch sei ein schlechter Tag für die Kriegshetzer gewesen Wieder einmal habe sich der Frieden gestärkt. Man mußte an der menschlichen Vernunft verzweifeln, wenn Daladier, Chamberlain, Hitler und Mussolini, welches auch immer die üblen Erinnerungen aus der Vergangenheit und die schlechten Leidenschaften der Gegenwart seien, nicht zu einer Einigung gelangen würden. Für einen Weg der Vernunft sei es durchaus nicht zu spät. Kein Volk habe mit einem Krieg etwas zu gewinnen, alle Soifer aber hätten durch den Krieg etwas zu verlieren. Ein einziger Mann, eine einzige Doktrin nur würden die Nutznießer eines solchen Krieges fein, und dieser Mann sei derjenige, der bereits mit Blut besudelt in den Tiefen des Kremls versteckt bleiben würde und die Doktrin fei jene, die die" Zivilisation vernichtet haben würde. Schließlich wendet sich der „Matin" erneut gegen tendenziöse Meldungen und fragt, warum der französische Rundfunk die Cham- berlainrede verstümmelt habe. Wenn bas Leben von Millionen von Menschen auf dem Spiele stehe, fei solches Spiel nicht zulässig. „Journal" spricht von einer großen Hoffnung und schreibt, die amtliche britische Feststellung zeige, daß das Godesberger deutsche Memorandum den englisch-französischen Plänen sehr viel mehr gleiche, als man gedacht habe. „Jour" meint, feit Mittwoch fei der Krieg nicht mehr unvermeidlich. Die Münchener Besprechungen würden ein oder zwei Tage dauern und bann werde die Befreiung da sein. — „Petit Parisien" schreibt, die internationale Spannung habe in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch ihren Höhepunkt erreicht. Als Außenminister Bonnet am Mittwochabend die britischen Pressevertreter empfing, habe er auf seine große Genugtuung darüber hingewiesen. baß biefer große internationale Streit sich jetzt auf eine Verständigung hin orientiere. In gut unterrichteten Kreisen sei man der Ansicht, daß die vier Regierungschefs, wenn sie erst einmal am gleichen Tisch versammelt seien, die „nötigen Formeln" finden werden, um das sudetendeutsche Problem in seiner Gesamtheit zu lösen und die Uebergobe dieses Gebietes ans Reich zu erleichtern. Frankreichs Frontkämpfer für den Frieden P a r i s, 28. September. (DNB.) Abgeordnete der rechtsgerichteten Opposition begaben sich zum Ministerpräsidente nD a l a d i e r. Die Abgeor^ neten haben darauf bestanden, Daladier möge sich dazu verpflichten, ohne vorherige Befragung des Parlaments weder die allgemeine Mobilmachung noch eine dieser gleichkommenden Maßnahme noch irgendwelche Handlung durch- zuführen, welche die Zukunft des Landes schwerwiegend binden könnte. Der Ministerpräsident antwortete, der Beschluß einer allgemeinen Mobilmachung stelle ein Vorrecht der Regierung dar. Darauf begab sich die Abordnung zum Präsidenten Lebrun. In einer Verlautbarung warnen die Abgeordneten die Bevölkerung vor dem systematischen Feldzug von Falschmeldungen von Leitungen und unkontrollierten Rundfunksendern, die versuchten, die Allgemeinheit von einer angeblichen Unvermeidlichkeit eines Krieges für Frankreich zu überzeugen. Mit diesen Falschmeldungen sei die öffentliche Meinung in Frankreich i n d i e Irre geführt worben, was gewisse Tat- beftänbe betreffen, von benen bas Schicksal bes Landes unb bas Leben der Kinder Frankreichs abhänge. Die Vereinigung der „F e u e r f a m e r a b e n" hat bem französischen Ministerpräsidenten D a l a - di er als ehemaligem Frontkämpfer von Verdun eine Entschließung übermittelt, in der es heißt: Die „Feuerkameraden", ehemalige Frontkämpfer, die für außerordentlichen Heldenmut ausgezeichnet wurden, und die in ihren Reihen zwei Großoffiziere der Ehrenlegion, 14 Kommandeure der Ehrenlegion, 97 Offiziere, 322 Ritter der Ehrenlegion, 471 Inhaber der Militärmedaille ERNTEN 14 BIS 36 ♦ MU5TERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M Si Die Cigaretten methoden. die zum wird ausschließlich ohne ius folgenden Distrikten: rr Ä c\ Fabrikation»« taewiuag auf sämtliche Tabake zweimal] Mundstück hergestellt D'l AkH Die Tabakballen der Mischung >R 6 < werden in die lichtgedämpften Fermenta- tionsräume gebracht. i K ■'w. Ä M M Ui MM KM M M sw/'- MU MH M1 M.'.. ifc und 420 besonders ausgezeichnete Frontkämpfer zählen, die die legitimen Erben der To * ten des Krieges sind, glauben die Durchführung des Testaments, das ihnen übertragen wurde, nicht länger hinausschieben zu können. Dor fast 20 Jahren habe das namenloseste Blutbad ein Ende genommen. Die traurige Bilanz dieses Ringens mahne alle eindringlich. Die „Feuerkameraden", die sich auf ihre Rechte und Pflichten ebenso wie auf die einhellige Zustimmung aller wahren Franzosen stützen, seien fest entschlossen, durch alle Mittel ein neues, vom Judentum befohlenes Massenschlachten zu verhindern. Ihrer Verantwortung bewußt, wenden sie sich deshalb erneut, an den Ministerpräsidenten mit der Aufforderung, unter Beibehaltung der augenblicklichen Sicherheitsmaßnahmen die militärischen Operatio- nen,diezumKriege führen könnten, nicht w e i t e r f o r t z u s e tz e n. Der Ministerpräsident möge ferner der P.resse, die sich ausschließlich, ob nun von rechts oder von links, in jüdischen Händen befinde, Anweisung erteilen, ihre Hetzkampagne aufzugeben. Sie fordern außerdem unverzüglich Konzentrationslager für d i e lästigen Ausländer und Juden, die im Herzen des Landes den Platz der zur Front einberufenen Brüder einnahmen. Chamberlain nach München abgeflogen. London, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Chamberlain hat Donnerstag um 8.40 Uhr den Flugplatz Heston verlassen, um sich zum Führer und Reichskanzler nach München zu' begeben. In seiner Begleitung befinden sich Sir Horace Wilson, Str William Malkin, Ashton G w a t k i n und William Strang, sowie seine Prioatsekretllre Lord Dun« glaß und Syer. Schon in den frühen Morgenstunden sammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Hause des Premierministers, Downing-Sireet Nr. 10, an. Die große Erleichterung, die sich seit dem Bekannt- merüen der Nachricht vom Besuche Chamberlains beim Führer so fühlbar bemerkbar gemacht hatte, sprach auch heute morgen aus den begeisterten Ovationen, die man dem Ministerpräsidenten entgegenbrachte, als er die Vorbereitungen für seinen Abflug traf. Immer wieder rief die Menge: „Gute r , a l t e r Chamberlain", und winkte mit Taschentüchern. Auf dem Flugplatz Heston hatten sich lange vor der Ankunft des Premierministers viele Menschen angesammelt, um Chamberlain bei seinem dritten Flug nach Deutschland Glück zu wünschen. Eine Reihe von Kabinettsmitgliedern und hohen Kommissaren war ebenfalls in Heston zur Verabschiedung eingetroffen: unter ihnen befanden sich Außenminister Lord Halifax, Schatzkanzler Sir John Simon, Landwirtschaftsminister Morrison, Kolonialminister M a c d o n a l d und der Kriegsminister. Große Beachtung fand auch die Anwesenheit des italienischen Botschafters Grafen Gran di. Von deutscher Seite verabschiedeten sich der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Dr. Kordt und andere Beamte der deutschen Botschaft von dem Ministerpräsidenten. Als Chamberlain das Flugzeug bestieg, sagte er: ,Als ich ein kleiner Junge war, pflegte ich zu sagen: Wenn du beim erstenmal keinen Erfolg hast, versuche es immer wieder. Das tue ich auch jetzt." Als das Flugzeug sich erhob, brach die Menschenmenge in große Ovationen für den Ministerpräsidenten aus, ließ ihn mehrfach hochleben und rief immer wieder: „Guter, alter Chamberlain! Rufe wie „Gott sei mir dir", „Gute Reise" usw. konnten immer wieder gehört werden. Daladier auf dem Flug nach München. Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Daladier ist am Donnerstagvormittag um 8.45 Uhr vom Pa.riser Flughafen Le Bourget nach München abae flogen. In seiner Begleitung befinden sich sein Kabinettsdirektor Clapier, der Generalsekretär des Außenministeriums L 6 g e r und der Unkerdirektor für europäische Angelegenheiten im Quai d'Orsay, R o ch a t. Der Ministerpräsident war in Begleitung von Außenminister Bonnet, Kriegsmarineminister Cam- p i n ch i, des britischen Botschafters P h i p p s und des britischen Militärattaches auf dem Flugplatz erschienen. Unter den anwesenden Regierungsmitgliedern bemerkte man ferner den stellvertretenden Ministerpräsidenten C h a u t e m p s, Luftfahrtmmister Guy la Chambre, den Polizeipräfekten von Paris. • . Der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat Dr. Bräuer, der sich ebenfalls eingefunden hatte, sprach dem französischen Ministerpräsidenten vor Besteigen des Flugzeuges sei ne besten Wünsche für" das Gelingen seine Reise aus. Daladier dankte ihm herzlich und schüttelte ihm mehrmals kräftig die Hand. Zahlreiche Anwesende, darunter vor allem Journalisten und Bildberichterstatter riefen beim Abschied: „Es lebe der Friede, es lebe D a l a d i e r!" Das Flugzeug, mit dem Daladier und seine Begleitung nach München abgeflogen sind, ist eine zweimotorige Bloch-220-Maschitte der „Air France", die von dem Piloten Durmond gesteuert wird. Bevor tas Flugzeug zum Start ansetzte, erwies eine Kompanie der Laftwaffe die Ehrenbezeigungen. Das Flugzeug erhob sich um 8.45 Uhr vom Boden. Tschechische Soldateska besetzt Karwiner Muflriewerke. Polnische Arbeiter gewaltsam vertrieben. K a t t o w i tz , 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Mittwoch wurden im Karwiner Revier die hauptsächlichsten Jndustriewerke von den Militärbehörden in Verwaltung genommen. Tschechische Soldateska und rote Wehr haben die Fabrikgebäude besetzt. Mehrere tausend polnische Arbeiter wurden gewaltsam von ihren Arbeitsplätzen entfernt. Dabei kam es zu schweren Zusammenstößen. Insgesamt wurden 18 Polen schwer verletzt und zwei Tschechen getötet. In vielen Fällen griff die vertriebene polnische Arbeiterschaft zur Notwehr und vernichtete dabei auch industrielle Anlagen. Bemerkenswert ist, daß die verbliebenen tschechischen Restbelegschaften die Bewachung durch die rote Wehr a bge lehnt haben und verschiedentlich in P r o t e st st r e i k eingetreten sind. Da sie am Verlassen der Betriebe gewaltsam gehindert wurden, kam es zu blutigen Zusammenstößen mit dem Militär und der roten Wehr. Auf beiden Seiten gab es Verluste. Oer Herr Staatspräsident. Der Führer hat am Montagabend u. a. auf den Gegensatz zwischen der Drückebergerei des Herrn Benesch in der Kriegszeit und seinem eigenen Frontkämpfertum hingewiesen. Wie der Hilfslehrer an der Prager Handels-Akademie Dr. Benesch 1915 mannhaft ins Ausland flüchtete, während seine Landsleute unter den Waffen standen, ist bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, daß er den Tip zur rechtzeitigen Flucht dem damaligen Prager Polizei- chef, einem Tschechen, verdankte. Während nun seine eigenen Landsleute an der Front standen, trieb sich Herr Benesch in den politischen Salons Frankreichs und der Schweiz herum. Aber nicht etwa nur konspirierender Weise! Der Mann mit dem falschen Paß und dem völligen Mangel an persönlichem Ehrgefühl, schätzte es in dieser Zeit, in der seine Landsleute bluteten, außerordentlich wie auch heute noch, sehr gut zu essen, sich sehr gut zu kleiden und darüber hinaus sich keinerlei sonstiges Vergnügen jeder Art zu versagen. Was dem Deserteur recht war, war dem tschechischen Außenminister billig und dem Heitn Staatspräsidenten nicht weniger genehm. Kein Wunder, daß beispielsweise 1929 das Prager Parlament einen ausgewachsenen Skandal erlebte, als nicht nur die drei verschiedenen Einkommen Beneschs, sondern vor allem auch die völlig ungeklärte Tatsache seines -großen Vermögens erörtert wurde. Und schon damals sahen sich viele Tschechen ihren aalglatten Außenminister mit sonderbaren Augen an,' als sie erfuhren,, daß dieser sein gesamtes Vermögen — nach dem Ausland, und zwar nach Frankreich verschoben hatte. Die enormen Teppicheinkäufe der Frau Benesch in Höhe von einer sechsstelligen Zahl taten ein Uebriges. Es waren in diesen Tagen'nicht etwa nur Rufe aus kommunistischem Munde, die verlangten: „Weg mit Benesch!" Die Affäre mit der Vermögensschiebung war erneut bekannt geworden und auch in der Tschechei weiß man genau, daß Herr Benesch. alle Sicherungen für eine Flucht getroffen hat, und ftet? eine große dreimotorige Flugmaschine für sich bereithalten läßt. Mit Verrat und Feigheit fing Benesch an — und Benesch bleibt Benesch... Aus aller Well.' Lin Kind an einem Giftpilz gestorben. In Battenberg (Eder) aß ein kleines Kind in einem unbewachten Augenblick von einem Giftpilz und ftarb nach wenigen Stunden. Vier Menschen bei einem Voolsunglück in Schweden ertrunken. Bei Skelleftea in Nordschweden ist ein Kahn mit sieben Insassen gesunken, wobei vier Personen, ein Mann und drei Frauen, u m s ß e b e n f a rn e n. Neue Probefahrt des „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" ist am Mittwoch um 15.42 Uhr zu seiner sechsten Probefahrt aufgestiegen. Das Schiff steht unter der Führung der Kapitäne von Schiller und W i 11 e m a n n. Ueberraschend kreuzte es in den Abendstunden über dem Rheinland. Zehntausende, die auf den Plätzen der Städte zu Treuekundgebungen für den Führer versammelt waren, grüßten begeistert den Lustriesen. Gegen 21.10 Uhr traf „Graf Zeppelin" über Köln ein und nahm dann Richtung auf das Ruhrgebiet, wo das Luftschiff um 22.20 Uhr über Iserlohn gesichtet wurde. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 29. September bis 8. Oktober. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für lang, triftige Witterungsoorhersage des Reichswetter» dienstes in Bad Homburg v. d. H., am 28.9.1938 abends. Die vorwiegend heitere und trockene, tagsüber warme Witterung wird im Westen und Norden des Reiche gegen das' Wochenende hin durch zunehmende Unbeständigkeit eine Unterbrechung erfahren. Diese wird sich in stärkerer Bewölkung und zeitweiligen Niederschlägen äußern, wobei auch die Temperaturen tagsüber nicht mehr so hoch ansteigen. Nach dieser Störung des Schönwetters wird sich im ßaufe der nächsten Woche wieder vorwiegend heitere und meist trockene, höchstens durch Nebel oder Hochnebel unterbrochene herbstliche Witterung einstellen. In Süddeutschland und in Schlesien, wahrscheinlich auch im ostpreußischen Binnenland, besonders aber in der Ostmark, wird dagegen die bestehende schöne und trockene Witterung in den nächsten zehn Tagen im wesentlichen erhalten bleiben. Die Gefahr von Nachtfrösten besteht in den nächsten zehn Tagen, von ganz hohen Gebirgslagen abgesehen, in Deutschland nirgends, auch nicht in Ostpreußen. Wetterbericht Die westeuropäische Störungstätigkeit hat ostwärts über den Rhein hinausgegriffen und strichweise zu leichten Regenfällen Anlaß gegeben. Eins durch- greifende Verschlechterung ist jedoch nicht zu erwarten, doch wird sich anderseits das Schönwetter nicht wieder Herstellen. Vorhersage für Freitag': Morgens dunstig ober vielfach neblig, wolkig bis aufheiternd und vereinzelte Regenfälle. Mild, schwache veränderliche Winde. - Vorhersage für Samstag: Vielfach diesig, sonst leicht unbeständig, aber* nicht unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 28. September: mittags 23,8 Grad Celsius, abends 14 Grad, am 29. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 23,8 Grad, Minimum heute nacht 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September: abends 16,8 Grad: am 29. September: morgens 14 Grad. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Haupts-riftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst B umschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt; für den ührigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theoder Kümmel. D.A.VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Otto Volkmann V, Heuchelheim, Vetzberg, München, den 29. September 1938. 6196D Praktiziere wieder billig von Dr.WUin Stellenangebote Leder Röbrig, Neustadt 43 lajCDDE DRUCKSACHEN WERDE Brühl. Gießen 6185D Verschiedenes! Kcdktt Ju 8m neüe Bad-Nauheim 6190V Atat* bis bis bis bis 11.00 14.30 16.50 18.00 Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. 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Gießen Frankfurter Str. 52 / Ruf 2847 drum ein Versuch: Beliebte Sorto ögSOre Marke Kaffeekanne og59 et Kaffeekanne extra 70 Pf. obi ■ eitere ranüeUdw tttetawn. 3 % Riten le MvtM Nr.228 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 29. September 1938 Fürchtet Prag das Votum des Volkes? Die unmißverständlichen Erklärungen des Führers. - Tschechischer Vernebelungsversuch. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Dem „Deutschen Dienst" wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Das Tschecho-Slowakische Preßbüro hat zu dem deutschen Memorandum eine Erklärung veröffentlicht, die derartig von Fehlern und Widersprüchen strotzt, daß sie nur als ein toller Bernebelungsoer- such einer absoluten Fälschung bezeichnet werden kann. Es ist notwendig, die tschechischen Behauptungen im einzelnen zu behandeln und klarzustellen. 1. In der tschechischen Erklärung wird die Behauptung aufgestellt, das deutsche Memorandum enthielte neue Vorschläge, die bei weitem den englisch-französischen Plan vom 19.9. übersteigen. Diese Behauptung ist nicht nur-von deutscher Seite, sondern auch von ausländischer Seite in den letzten Tagen hinreichend als unrichtig gekennzeichnet worden. Man darf hier wohl mit Fug und Recht den Beweis verlangen, in welchem Punkte denn das Godesberger Memorandum, das nur d i e Durchführung und Realisierung des Berchtesgadener Abkommens bezweckt, über den englisch-französischen Plan hinausgeht. Die tschechische Erklärung beschränkt sich hier auf die ganz allgemeine Behauptung, ohne jede Anführung eines Beweises und spekuliert offenbar darauf," daß sich der größte Teil der Menschheit nicht die Mühe machen würde, beide Dokumente zu vergleichen und die Wahrheit festzustellen. 2. In der tschechischen Erklärung wird die Abtretung des sudetendeutschen Gebietes als eine Vernichtung der Lebensmöglichkeiten der Tschecho-Slowakei bezeichnet. Es ist allgemein bekannt, daß der Reichtum der Tschecho-Slowakei i m J*n n e r n liegt, und die sudetendeutschen Randgebiete arme Bauerngebiete mit kargem Boden und verelendetem Industrie- gebiet darstellen. Wie soll der englisch-französische Plan realisiert werden, wenn gleichzeitig die sudelendeutschen Gebiete nicht abgetrennt werden? Wie will die tschechische Regierung ihre an Paris und London gegebene Zusage in die Tat umsetzen, wenn jie auf die sudetendeutschen Gebiete andererseits nicht verzichten will? 3. In der Erklärung wird davon gesprochen, daß bas deutsche Memorandum keine Garantie ür üie neuen tschechischen Grenzen ent- ,alte. Deutschland hat es unmißverständlich und deutlich ausgesprochen, daß es keine Tschechen in einen Grenzen haben will und nach Festsetzung der leuen Grenze auf Grund der Volksabstimmung leine territorialen Forderungen mehr n Europa und damit auch an die Tschechoslowakei hat. Es hat ferner zum Ausdruck gebracht, Laß es die Grenzen der Tschecho-Slowakei nur gemeinsam mit Polen und Ungarn ; arantieren könne, weil es nicht in der Lage ?i, allein eine Garantie für die heutigen Grenon der Tschecho-Slowakei gegenüber Polen und Ungarn zu übernehmen, die große Volksteile dieser {eiben Nationen einschließen, für die diese Völker ie gleichen Forderungen aufgestellt haben, die Deutschland im englisch-französischen Vorschlag be- eits zugestanden wurden. Deutschland hat sich auf en von Wilson proklamierten Grundsatz des Selbst- estimmungsrechtes gestellt und ist nicht bereit, die- ,'M Grundsatz dadurch entgegenzuhandeln, daß es i n n a t ü r l i ch e Grenzen der Tschecho-Slowakei cnderen Ländern gegenüber garantiert. 4. In der Erklärung wird weiter ausgesprochen, aß Deutschland angeblich rein tschechische ßebiete fordere und verlange. In der Rede C5 Führers vom 26.9. heißt es: „Jenes Gebiet, las dem Volke nach deutsch ist und seinem Willen Tlld) zu Deutschland will, kommt zu Deutsch md, Md zwar nicht erst dann, wenn es Herrn Benejch !Eiungen sein wird, vielleicht ein oder zwei Millio- en Deutsche ausgetrieben zu haben, sondern 2 tz t, und zwar sofort! Ich habe hier jene Grenze gewählt, die auf Grund des seit Jahrzehnten rorhandenen Materials über die Volks- und Spra- äienaufteilung in der Tschecho-Slowakei gerecht ijt. Trotzdem aber bin ich gerechter als Herr Benesch lind will nicht die Macht, die wir besitzen, aus- nutzen. Ich habe daher von vornherein festgelegt: Dies Gebiet wird unter die deutsche Oberhoheit gestellt, weil es im wesentlichen von Deutschen besiedelt ist, die endgültige Grenzziehung jedoch überlasse ich dann dem Votum 6 e r dort befindlichen Volksgenossen selbst! Ich habe also festgelegt, daß in diesem Ge- tiet dann eine 21 b ft immune stattfmden soll, lind damit niemand sagen kann, es könnte nicht gerecht zugehen, habe ich das Statut der Saarabftim- mung als Grundlage für diese Abstimmung gewählt. Ich bin nun bereit und war bereit, meinet- wegen im ganzen Gebiet, abstimmen zu las- scn. Allein dagegen wandten sich Herr Benesch und seine Freunde. Sie wollten nur in einzelnen Teilen «-stimmen lassen. Gut, ich habe hier nachgegebem war sogar einverstanden, die Abstimmung durch irtemationale Kontrollkommissionen überprüfen zu lcfsen. Ich ging noch weiter und stimmte zu, die Grenzziehung einer deutsch-tschechischen iommtffion M Ü6erlaf|en. 5)m Chamberlain meinte, ob es nicht eine internationale Kommission sein könnte. Ich war auch dazu bereit, vch wollte sogar während dieser Abstimmungsze« de Truppen wieder zurückziehen, und ich habe mich h.ute bereiterklärt, für diese Zeit die britische Legion einzuladen, die mir das Angebot machte, ir diese Gebiete zu gehen und^dort die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Und ich war dann fer- mrhin bereit, die endgültige Grenze durch eine mter- mtionale Kommission festsetzen zu la sen und a 1 e Modalitäten einer Kommission zu ubergebem frie .sich aus Deutschen und Tschechen zusammensetzt. Man kann angesichts dieser unmißverstandlichei Erklärung des Führers nur die Dreistigkeit bewundern, mit der von tschechischer Seite die Beyaup- tung wiederholt wird, Deutschland fordere t s chemische Gebiete, und fragen: Fürchte t die f Tchecho-Slowakei das Votum des Volkes? ötel)t f dos System Benesch schon auf so schwachen tfußen, doß es befürchten muß, ein großer Teil Tsche- he n werde bei der Abstimmung etwa für deutsch! and stimmen? Um die tschechischen Be- kuptungen glaubhaft zu machen, operiert die Er- !l rung mit Zahlen, die schon deswegen völlig m-sinnig sind, weil die endgültige Grenzziehung ja durch eine internationale Kommis- |id n auf Grund des Abstimmungsergebnisses vor- grionunen werden soll. Daher spielen die von den Tschechen angegebenen Zahlen, deren Richtigkeit übrigens von deutscher Seite energisch bestritten wird, überhaupt keine Rolle, weil das Volk selbst sein Votum abgeben und über sein Schicksal entscheiden soll. Wenn so viele Tschechen im Sudetengebiet wohnen, wie in der tschechischen Erklärung behauptet werde, dann muß die Abstimmung zwangsläufig zu einem grandiosen tschechischen Wahlsieg führen. Fürchtet die Tschecho-Slowakei diesen Wahlsieg? Er könnte doch als moralischer 'Erfolg der Prager Regierung zur Stärkung ihrer Autorität dienen Warum sucht sie ihm dann mit allen Mitteln zu entgehen? 5. Wenn im Zusammenhang damit die Befürchtung ausgesprochen wird, es könne eine tschechische Minderheit z u Deutschland kommen und entnationalisiert werden, ohne daß für diese Minderheit Garantien gegeben sind, so muß die Prager Regierung darauf hingewiesen werden, daß Entnationalisierungen bisher nur im sudetendeutschen Lande vorgenommen worden sind. Dort wurde von tschechischer Seite der Versuch gemacht, die Deutschen zu Hunderttausenden zu entnationalisieren. Deutschland hat erst seit dem Anschluß Oesterreichs eine geringe tschechische Minderheit in seinen Grenzen, und zwar in Wien. Der Minderheitenschutz, der dieser Minderheit zuteil wird, kann wohl als der muster- hafteste bezeichnet werden, den es in Europa gibt. Diese Minderheit hat alle Freiheiten, die überhaupt eine Minderheit erhalten kann: Eigene Schulen, eigene Kindergärten, eigene Klubs, völlige Freiheit der Sprache. Sie ist sogar vom Militärdienst befreit, während z. B. die Deutschen in der Tschecho-Slowakei gegen ihr eigenes Volk als Soldaten kämpfen sollen. Die Tschecho-Slowakei hat also allen,, 'Anlaß, Vergleiche dieser Art zu scheuen. Im übrigen sollen ja nach dem Wortlaut des deutschen Memorandums derartige Fragen durch eine deutsch-tschechische Kommission gelöst werden. 6. Die Erklärung leat dar, daß durch die Abtretung des sudetenoeutschen Gebietes wirtschaftliche Zusammenhänae getrennt und wichtige Teile der tschecho-slowakischen Wirtschaft ihr genommen wurden. Grenzveränderungen bringen immer Trennungen von Wirtschaftszusam- menhängen. Das war auch 1918 so, ohne daß damals Herr Benesch danach gefragt hätte, ob z. B. die Abtretung der Slowakei von Ungarn seit Jahrhunderten bestehende Wirtschaftszusammenhänge zerreiße. Grenzveränderungen ohne Zxrschneidung von Wirtschaftszusammenhängen hat es in der Welt noch nie gegeben und wird es auch nie geben. Es muß hier die Frage erhoben werden, wie Herr Benesch sich denn bei seiner Zustimmung die Abtrennung der sudetendeutschen Gebiete denkt, ohne daß Wirtschaftszusammenhänge geändert und der Anteil der Sudetendeutschen an der Volkswirtschaft mit abgetreten wird. Diese Wirtschaft wurde von den Sudetendeutschen geschaffen und von den Tschechen ruiniert. Das sudetendeutsche Gebiet ist heute ein einziger Industrie- Friedhof, dessen Wert zu betonen Herrn Benesch schlecht ansteht. Es ist weltbekannt, daß das Sudetendeutschtum die größte Arbeitslosig- Die Teilnehmer -er Münchener Besprechung. ■ ■ ,Vz#: ... V£' Hitler, Daladier, Mussolini und Chamberlain. — (Scherl-Bilderdienst-M.) H K Mm ■ . / W-. - ' / Der Führerbau in München. einer Ein Blick auf den Führerbau am Königlichen Platzi in. München,, nn Lm 43 1 ü ; Ehrentempel, — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Feit in der Tschecho-Slowakei, das größte Massenelend, die größte Kindersterblichkeit, die größte Verbreitung der Tuberkulose, die größte Zahl der Selbstmorde und die größte Äahl der Todesfälle durch Unterernährun g*aufzuweisen hat. Will Herr Benesch diese Aushungerung und physische Vernichtung des Sudetendeutschtums noch länger fortsetzen, weil er so außerordentlichen Wert auf den Wirtschaftsanteil des. Sudetendeutschtums legt? Die Sudetendeutschen haben im übrigen genau wie alle anderen Staatsangehörigen ihre Steuern gezahlt und damit Staatsbesitz mitgeschaffen und mit erhalten. 7. Straßen und Eisenbahnen würden durch die neue Grenzziehung zerrissen. So arau- mentiert Herr Benesch! Wie will Herr Benesch die an England und Frankreich feierlich gegebenen Zusagen erfüllen, ohne das Straßen und Eisenbahnen zerschnitten werden? Will er sämtliche Straßen und Eisenbahnen auf dem sudetendeutschen Gebiet herausschneid en und exterritorial machen oder welche grotesken Pläne hat Herr Benesch sonst? Das Memorandum sieht auch für solche Fälle deutsch - tschechische Vereinbarungen vor. J.m übrigen ist die Behauptung, die Verbindung von Prag nach den östlichen Gebieten der Tschecho-Slowakei wurde durch die Abtretung der sudetendeutsche Gebiete zerstört, falsch Die Eisen- 5rixcher, reiner Jätern gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein. Große Tube 40 'Bf., kleine Tube 25 *BL bahn von Pragüber Brünn, wo die Tschechen mit einem sicheren Abstimmungssieg rechnen, nach dem Osten bleibt für alle Fälle tschechischer Besitz. Wie weit andere Eisenbahnlinien zerschnitten werden, kann erst die Volksabstimmung zeigen. Die internationale Kommission würde darüber zu befinden haben. Aber auch dann wäre ein Korridorverkehr möglich, wie er auch bisher schon stellenweise über Reichsgebiet besteht. 8. „Die Tschecho-Slowakei verliere ihre natürlichen Gebirgs grenzen" steht in der tschechischen Erklärung zu lesen. In diesen Gebieten aber wohnen die Sudetendeutschen. Wie soll der englisch- französische Plan realisiert werden, wenn die Gebirgsgrenze, also das sudetendeutsche Siedlungsgebiet, nicht abgetrennt werden kann? 9. Im Schluß der Erklärung wird nochmals ausgesprochen, daß die Tschecho-Slowakei nach Abtretung des Sudetengebietes Deutschland auf Gnade oder Ungnade aus geliefert sei. Demgegenüber steht die verbindliche deutsche Erklärung, die der Führer in seiner Rede vom 26. 9. nochmals hervorgehoben hat, daß Deutschland keine tschechischen Gebiete und Tschechen in seinen Grenzen zu haben wünscht, seinerseits also die nach der Abstimmung bestimmten Grenzen zwischen Deutschland und der Tschechen als endgültig betrachtet. Die weinerliche Erklärung von der angeblichen Auslieferung der Tschechen an Deutschland ist also offenbar nur dazu bestimmt, \Y\y ununterrichteten Kreisen Stimmung zu machen und Mitleid zu erregen. Zusammenfassend muß folgendes festgestellt werden: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß Herr Benesch England und Frankreich schimpflich belogen und hintergangen hat, als er den englisch-französischen Plan auf Ab- tretuna des sudetendeutschen Gebietes annahm, so ist diese amtliche tschechische Erklärung der schlüssige Beweis dafür. Sie zeigt in jedem einzelnen Punkt, daß die Tschecho-Slowakei niemals willens war und willens ist, die Verpflichtungen aus dem englisch-französischen Plan zu erfüllen, sondern mit allen Mitteln versucht, sich um die Erfüllung dieser Pflichten h e r u mz u d r ü ck e n. ^Daraus ergibt sich also, daß die an England und Frankreich gegebene Zusage nur dazu bestimmt war, der Tschecho-Slowakei ein Alibi zu verschaffen und der Welt den Eindruck des guten Willens der Tschecho- Slowakei vorzutäuschen, um dann mit allen Ausflüchten, die es überhaupt gibt, der eingegangenen Verpflichtungen zu entgehen und die Schuld dafür Deutschland zu- zuschi eben, das seinen unabdingbaren Rechtsanspruch auf die Sudetendeutschen und ihre Heimat nicht abgeben will. Die tschechische amtliche Erklärung ist in diesem Augenblick von so ungeheurer geschichtlicher Bedeutung, daß die deutsche Oeffentlichkeit nicht darauf verzichten kann, eine klare und unmißverständliche Stellungnahme dazu von den Mächten Zu fordern, denen die Tschecho-Slowakei bereits feste Zusagen gemacht hatte und die heute moralisch für die Durchführung dieser Zusagen mit ihrer nationalen Ehre haften. Japan mit Deutschland undItalien gegen den Volschewismus. Tokio, 28. Sept. (DNB.) Der Sprecher des ja« panischen Auswärtigen Amtes erklärte, in der tschecho-slowakischen Frage liege die Verantwortlichkeit in hohem Maße bei den Machenschaften der K o * mintern, die als Drahtzieher hinter der Prager Regierung stehe. In ihren verzweifelten Bemühungen, Europa zu bolschewisieren, lasse die Komintern nichts unversucht, eine friedliche Lösung des tschechischen Problems zu verhindern. „Wir Japaner", sc» sagte der Sprecher, „haben bereits genug Erfahrungen mit den unterirdischen Treibereien.der Komintern im gegenwärtigen Chinakonflikt. Die Sage der Tschecho-Slowakei als Basis der Umtriebe der Komintern zur Bolschewisierung Europas entspricht genauj)erjenigen Chinas in Ostasien, so daß wir die Pläne der Komintern in Europa! genau erkennen können. Japan ist daher nach wie vor vorbereitet, seine Kräfte mit Deutschland und Italien zum Kampf gegen die roten Machenschaften in Ueber* einstimmung mit dem Geiste des Antikominternpakteq zu vereinigen. L Aus der Stadt Gießen r. k. .Der Fall Deruga". fahrendes Volt". (Nachdruck verboten!) 27 Fortsetzung. 1 Kelch.' Wetter ein netter Spaziergang. (Fortsetzung folgt!) Gloria-Palast (Selterswea): „Der \ Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): die Freundlichkeit des Gebers. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Das D< otbnung. 1937 und im tliyefr umriffen.i oraanisatic lchrn Weh! E Die Panei un M fenr Wischen G Hingabe st der hilssb über jeder 2n den und meibl len und ii Frauen ji rers, des laten zu 1 Kreuzes st dienst der Üufstchch öfjentl'ch Lande u heitspflsc sorge für Die i: männlichi DM. ru in Erster Ausübum Bereitjchc die Mitg geschaffen s -"ich i*"l u3 L und NS* Sei 2 taS« Die .. helstrinr eine au rnuhd" ederzer V-u gebe haus- apothkl bandsto Aampsst ist durch Falls ist, könn satzbesi Kasten c a) Der saul d) weil c) N Mi lAMnl i Wer », "?«■ » »‘111^" g Ä le; Skaten t HtÄ"“" 'm. ki.1!1 «i , «ii »« n?‘iü h1 ! c «ii Mi,?, 15' ÄS SS*« Kannst du zurück,Dore? Roman von Hedda Lindner. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. Volksgesundheit und Düngung. Don Prof. Dr. Seffous, Direktor des Instituts für Pflanzenbau der Universität Gießen. (Aniwori auf eine Anfrage an die Scholle). schwarzen Koffer da. der sagte: ..Meine Schokolade? Ob die gut ist? Versuch mal Kleiner!" Der Kleine war ich selber. Ich griff fast ungläubig nach der braunen Rippe, und ich habe ihren Geschmack aus Kakao und Zucker bis heute nicht vergessen und nicht Ein Stückchen Schokolade. Zu den zaubrischen Läden meiner Kindheit gehörte jene Farben- und Kolonialwarenhandlung, deren Besitzer längst nicht mehr lebt. Wenn man als Kind schnell noch einmal hingeschickt wurde, um einen Schoppen Petroleum zu holen oder sonst etwas, was die Mutter auf einen Zettel geschrieben hatte (den man nun gewissenhaft festhielt, bis er keineswegs mehr blütenweiß war), wenn man die nahe Straße erreicht hatte, etwa an einem Winterabend mit einem dicken pappigen Schneeteppich, dann stand der kleine Laden mit rötlich-warmem Licht verlockend an seiner Ecke, eine Höhle der Wunder. Im Scheine der Straßenlaterne sah man jene Farbenskala, die an die Eingangstür derartiger Geschäfte oft gemalt war; dunkles Olivgrün, saftiges Marinblau, butterblumenfettes Gelb, fröhliches Kirschrot, blühendes Orange. Im Erker hockte ein bronzierter Gipszwerg vor einer silbernen Höhle, durch die rosarote Brustbonbon-Pakete kunterbunt durcheinanderpurzelten. Im Laden roch es herrlich nach Tee, nach Schokolade, nach den Gewürzen der fernen Inseln. (Ich dachte an Robinson im Geäst der Sykomore.) Geschliffene Flaschen standen umher, dunkelbraune Flaschen mit roten Zetteln, weiße Flaschen mit schwarzen, eingeätzten Buchstaben, lateinisch und darum geheimnisreich. Die Gehilfen öffneten Schubladen mit Farben, zapften Salatöl ab, reichten Blechschachteln mit Deilchenpastillen über die Theke, und über der Kasse war ein Mes- singschlitz, durch den man sicher Geld einwerfen konnte; aber niemals sah ich, daß so etwas geschah, vielmehr öffnete der Besitzer hie Schublade stets, wie es sich gehörte. In dem schmalen Gang vor der Theke standen die Frauen und unterhielten sich über die Unarten der Kinder, über einen neuen Hut, oder über die Ferien, manchmal tuschelten sie, daß man nichts verstand. Es war großartig, zu sehen, wie geschickt die Hände der Gehilfen die Tüten falteten, wie sie mit fliegenden Fingern Notizen mochten, spielend leicht Zahlen addierten (neidisch sah man es und dachte an die Schulaufgaben, die auch noch zu machen waren), wie sie gefällig die Tüten und Schachteln und Flaschen in die Taschen der Frauen packten. Einmal aber war ein Reisender mit einem flachen. I Wr unb wb Böerben. w. I *Wffer 150 v. H. je Hektar gegenüber dem unseren jährlich beträgt, hat auf 10 000 Lebende eine um 0,8 geringere Krebssterblichkeit als wir. Also: durch sachgemäße Anwendung der Handelsdünger sind mir in der Lage, die Erträge unserer Ländereien ohne Benachteiligung der Qualität der geernteten Früchte auf der Höhe 'zu halten, und sogar im ganzen ge- sehen noch zu steigern. Die zusätzlich gegebene Mmeraldüngung ist also ein wesentlicher Faktor, um das Ziel, die Nah- rungsfreiheit, zu erreichen. Solange nicht der ein- wandfreie Beweis geliefert wird, die Verwendung von Düngesalzen habe tatsächlich für uns nachteilige Wirkung, so lange ist es unsere Pflicht, sie zur Sicherstellung unserer Ernährung in weitgehendem Maße zu verwenden. Während dieser Aufsatz hier geschrieben wurde, erschien aus der ernährungsphysiologischen Abteilung des Reichsgesundheitsamtes als Beiheft für die Zeit» schrift „Die Ernährung", HestV, eine zusammenfassende Uebersicht mit umfangreicher Literaturangabe unter folgendem Titel: „Ernährung und Düngung, Einfluß der Düngung auf die für die Ernährung wichtigen Eigenschaften der Nahrungsmittel" von Ludwig Barth, Arzt, Ambrosius Barch in Leipzig. Das Heft wurde auf der kürzlich abgehaltenen Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft landwirtschaftliche Chemie, welche dem gesamten Fragenkomplex einen besonderen Tag eingeräumt hatte, den Teilnehmern ausgehändigt. Es kann jedem, der sich für diesen Stoff interessiert, nur dringend zum Studium empfohlen werden. Und nun zum Schluß noch Antwort auf die ein- gangs erwähnte Frage nach der Schädlichkeit von Tomaten, die mit „Kunstdünger" gebungt war- den sind: Wir sollen sie uns nach Herzenslust schmecken lassen, sie können zu unserem Wohlbefinden nur beitragen, wir brauchen auf ihren Genuß aus Furcht vor der Krebskrankheit nicht zu verzichten. (Schluß aus Nr. 227.) Eine ähnliche Rolle wie die erwähnten für die Fauna bedeutsamen Wirkstoffe spielen für das Wachstum der Pflanze gewisse, nur in Spuren im Boden vorkommende Stoffe. Bevor aus den Ersatz dieser lebenswichtigen „Spurenelemente" noch etwas gesagt werden soll, einige Worte über jene oft geäußerte Behauptung, Handelsdünger an sich vergifte zunächst den Acker, damit die Pflanze und durch sie den Menschen. Kann damit überhaupt ein Boden vergiftet werden? Gewiß ist dies möglich. So kann durch übermäßige Gaben eine zu starke Salzkonzentration hervorgerufen werden, die den Pflanzen absolut schadet, und die jedes Wachstum verhindern würde. Auch können durch unsachgemäße Anwendung die Reaktion des Bodens und feine physikalischen Verhältnisse im Laufe der Zeit zum Nachteil der Vegetation verdorben ober ungünstig beeinflußt werden. Ebenso wenig wie man Schokolade als Gift bezeichnen kann, wenn unvernünftige Mütter durch zu viel des Guten ihren Kindern den Magen verderben, ebenso wenig verdient der Mineraldünger, weil durch unsachgemäße Verwendung Schäden entstehen können, diese Bezeichnung. Zum Ausdruck kommen Düngungsfehler in erster Linie durch Nachlassen der Erträge. Irreparabel sind aber solche Bodenkrankheiten nicht. Man kann durch Gaben bestimmter Nährstoffe bis zu einem gewissen Grade die Bildung von Eiweiß, Fett ober Kohlehydraten beeinflussen, aber man fyat noch nie beobachtet, daß durch die Mineraldüngung schädliche Stosse oder Verbindungen in der Pflanze gebildet werden. Während im allgemeinen, wenn einer der Kern- nährstosfe in unzureichender Menge vorhanden ist, was mitunter an mehr ober weniger deutlich sichtbaren Mangelerscheinungen erkennbar ist, nur das Ernteergebnis beeinflußt wird, treten beim Fehlen sogenannter Spurenelemente ernste ^Erkrankungen der Pflanzen auf, die bann in schweren Stoffwechsel- fförungen zum Ausdruck kommen. Dieser Mangel an den lebenswichtigen Stoffen ist aber keine Folge von Kunstdüngeranwendung an sich, sondern rührt entweder von einem Mangel her, den ein Boden von Hause aus in sich trägt oder von erhöhter Beanspruchung des Bodens an solchen Stossen durch alljährliche und hohe Ernten, wodurch diese Stoffe in ein Minimum geraten. Wir haben in den letzten Jahrzehnten und besonders in neuester Zeit durch Ar- beiten von Scharrer und S ch r o p p über die Bedeutung dieser Spurenelemente im Boden für eine normale Entwicklung der Pflanzen Klarheit gewonnen und Abhilfe dafür gefunden. Jedenfalls sind solche Böden Ausnahmen, ebenso wie verdorbene Aecker auf Grund fehlerhafter Düngeranmenbung nicht die Regel barstellen. Es handelt sich bei solchen Körpern zum Teil um schwere Pflanzengifte, wie z. B, Kupfer, die aber trotzdem in kleinsten Mengen vorhanden fein müssen, um normale Pflanzen erzielen zu können. Solche, von Natur kranke Böden können meist in kurzer Zeit durch Verabfolgung ganz geringer Gaben des fehlenden Elementes wie- der gesund gemacht werden. Den geschilderten Erfahrungen liegen eine Fülle von Untersuchungsergebnissen zu Grunde, von denen einige neuere angeführt seien und deren Unparteilichkeit wohl über jedem Zweifel erhaben sein dürfte. Der von höchsten amtlichen Stellen damit beauftragte Forschungsdienst der Landbauwissenschaft hat es sich erneut sehr angelegen sein lassen, die so hochwichtige, unser Volk in seiner Gesamtheit angehende Frage noch einmal eingehend zu prüfen. Aus einem zusammen fassenden Bericht von Ott (Darmstadt) im „Forschungsdienst", Band V, Heft 11, 1938, mögen hier die auf Grund langjähriger Düngungsversuche mit einiger Sicherheit zu ziehenden Schlüsse wiedergegeben werden: „1. Meistens hebt die DolWüngung den Bitamingehalt, doch ist dies durchaus nicht immer der Fall. Häufig kann man auch beobachten, daß die unge- düngte Hungerpflanze einen etwas höheren Ditarnin- gehalt hat, als mit irgendeiner Düngung zu erret» BOM -Untergau 116 Gießen. - Dom 1. bis 4. Oktober findet von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ein kostenloser Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwimmern statt. Die erste Hebung findet am Samstag, 1. Oktober, von 19 bis 21 Uhr im Dolksbad statt. Außerdem läuft noch ein zweiter Kursus vom 3. bis 26. Oktober, bei dem der Unkostenbettrag I Mk.. beträgt. Alles Nähere erfahrt ihr auf dem Untergau. Der Dienst der Werkschar 2, Freitag, 30. September, wird auf Dienstag, 4. Oktober, verlegt. Mädelgruppe 11/116. Die Mädelgruppe tritt heute abend um 8.15 Uhr zum Gruppenappell an der Schillerschule an. Gießener wocheumarktpreiie * Gießen , 29. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse D 10^, ausländische 11 bis 13, Wirsingi % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 30, Rosenkohl 35, Feldsalat, '"/io 10, Tomaten, V» kg 15 bis 30, Zwiebeln 10 bis Jüfli bis gesthrn, dir wrrden. gehörig \ die Wehri rechts, soll Rungen fle; Die Er heiräflt 2C Erundpriis und meltai Sport, the Erster hil vehelfsmos beftanbenci mit dem Lastzug ober mit Waggon verloben werben soll", antwortete sie schnell gefaßt. „Damit brauchen Sie ben Herrn Baron nicht zu belästigen", antwortete Evers grob. „Daß Braugerste nicht im Lastwagen versanbt werben darf, muß Suhl auch wissen, wenn ber Oberinspektor nicht ba ist." Dore brehte sich ohne ein weiteres Wort um unb verließ bas Zimmer. Als sie bie Treppe erreicht hatte, fiel eine tür heftig ins Schloß. Unwillkürlich manbte sie ben Kopf unb fah Petry mit großen Schritten Den Flur entlang kommen, bie Beleuchtung war hell genug, sie ben zornigen Ausbruck seines Gesichtes erkennen zu lassen. Das ist ja fast wie bamals, dachte sie unwillkürlich unb lief hastig bie Treppe hinunter, um ihm nicht zu begegnen. Als sie nachher im Kontor über ben Lohnlisten säß, war sie nicht ganz bei ber Sache. Jrgenb etwas war ihr ausgefallen, hakte in ihrem Unterbewußtsein fest, ohne baß sie sagen konnte, was es war. Eine Kleinigkeit nur; natürlich, benn sonst wüßte sie es. Aber es war bennoch genug, sie zu stören. Nachher, nach bem Mittagessen, als sie in ihrem Zimmer saß unb bas Stopfen von ein paar Strümpfen keinerlei geistige Zusammenraffung verlangte, ba tarnen bie Gebauten wieber. Petry schien ziemlich mit feinem Onkel aneinanbergeraten zu fein, feinem Gesicht nach zu urteilen. Wie er ba ben Flur entlang kam — sie ließ plötzlich ben Stopfpilz unb den Strumpf sinken — jetzt hatte sie es: diese merkwürdige Art, sich über ben Kopf zu streichen, wenn er erregt war, biefe gleiche Bewegung war ihr bei Evers ausgefallen, als sie ihn so plötzlich überraschte. Das war alles, unb wegen einer solchen Kleinigkeit hatte sie sich ftunbenlang ben Kopf zerbrochen, sie würbe anscheinend boch etwas nervös in dieser ungewohnten Stellung als Detektivin; benn nach bem angeblich verschwundenen Brief zu fragen, wagte sie plötzlich auch nicht mehr. Fiebler würbe enttäuscht sein, er hatte es dringlich gemacht. Sie mußte ihm wenigstens sofort schreiben, daß sie keine Gelegenheit gehabt hatte, und zum Zeichen, daß sie nicht untätig gewesen war, würbe sie ihm von der Begegnung mit bem Förster berichten; sie hatte bie Unterhaltung nachstenographiert, um sie nicht zu vergessen. Ungefähr fünf Kilometer von Rehwalbau entfernt — nach ber Küppingen entgegengesetzten Seite — lag das kleine Dorf Tschirn- rach, bas auch Poststation hatte. Wenn sie ihren Brief borthin trug, brauchte sie sich nicht mit bem Chiffrieren zu quälen. Ein freier Nachmittag in ber Woche staub ihr ohnehin zu, ba war es bei bem guten immer von Zeit zu Zeit in ben Sattel — sehr interessierte. Er würbe lebhaft, während er mit Suhl bie Aussichten ber verschiedenen Pferde für ein demnächst ftattfinbenbes Rennen erörterte, und es fiel Dore unwillkürlich auf, baß er sich häufig mit einer eigenartigen Bewegung über ben Kopf fuhr, eine Angewohnheit, bie er wohl nur hatte, wenn er erregt würbe; unb bie kaum jemanben auffallen, würbe, ber nicht so scharf beobachtete wie sie. — Die Montagspost brachte einen Brief, unterschrieben „Deine Frieba". Einen harmlosen, etwas einfältiger Brief,,ber nach Dechiffrierung bie Weisung enthielt, ben alten Baron in gespielter Aufregung nach einem überfälligen Schreiben zu fragen, um auf diese Weise herauszubekommen, wem bie Postmappe nach Ablieferung an.ihn möglicherweise noch zugänglich war. Die Einzelheiten blieben ihrer Ge- schicklichkeit überlassen. Dore machte sich auf ben Weg zum Arbeitszimmer: Aufträge, bie immerhin nicht ganz einfach waren, erlebigte man am besten sofort. Sie war schon einige Male mit Unterschriften bort gewesen, unb jebesrnal hatte sie bas gleiche/ seltsame Gefühl, wenn sie ben langgestreckten Flur zu bem Arbeitszimmer hinunter- schritt: Hier hatte sich bamals bas Drama abgespielt. Diese Treppe war ber Förster in großen Sätzen her- aufgejagt, diesen Gang war er bann — mit ©eralb zusammen — entlang gerast bis zu bieser Tür. Ihre Phantasie ließ sie ben Vorgang jebesrnal aufs neue erleben. Sie wollte klopfen, ba hörte sie Stimmen im Zimmer. Stimmen, bie — obwohl anscheinenb weit von der Tür entfernt — bennoch laut genug waren, um durch bie birken Eichenbohlen zu bringen; ftrei- tenbe Stimmen, bas war unverkennbar. Dore zögerte unb überlegte: Den ganzen Weg zurückgehen, verspürte sie wenig Neigung, sie wollte diese heikle Ausgabe so rasch wie möglich hinter sich bringen. Nebenan war eine Art Dürozimmer, in welchem ber alte Herr seine geschäftlichen Derhanb- lungen zu führen pflegte. Sie öffnete geräuschlos bie Tür unb trat ein, um sofort überrascht stehen zu bleiben. Der unnahbare unb korrekte Herr Evers ftanb an ber Verbindung-- tür in einer Haltung, bie für einen erstklassigen Diener etwas Unerhörtes ist: es war ganz qffen- kundig, daß er horchte. Er fuhr erschrocken herum, als das leise Schnappen des Schlosses verriet, bah jemanb eingetreten war, unb sichtlich war es ihm äußerst peinlich, in bieser Haltung angetroffen zu werben. „Was wollen Sie hier?" fuhr er Dore an. Ein Instinkt warnte sie, ihm zu sagen, was sie tat« „Haben Sie ihm mal was getan?" Dore bemühte sich, ihre Frage so harmlos wie möglich klingen zu lassen. „Getan?! — Hm, wie man's nimmt. Man macht sich ja so seine Gedanken. Aber ich will mir nicht den Mund verbrennen. Mahlzeit, Fräulein Bertram!" Mit meitausgreifenben Schritten ging er davon. Dore sah ihm nach, bis er hinter ben Büschen verschwanb. Dann setzte sie sich auf ben nächsten Baumstumpf, — es war bas Grabdenkmal bes braven Schampus — unb grübelte vor sich hin. Was hatte Fiebler gesagt von bem Instinkt ber Frau, ber erahnt, was noch nicht zu erfassen ist? — Sie wußte nicht, was sie aus bieser Begegnung Machen sollte, sie wußte auch nicht, wie bie Worte bes Försters zu beuten waren, bie sich eifern in bas Gedächtnis gruben. Der nächste Tag war ein Sonntag, unb an biefem Tage aßen bie Beamten zu Mittag mit ber Gutsherrschaft zusammen, eine alte Gewohnheit, bie gewissenhaft eingehalten würbe. Dore gab es Gelegenheit, nun auch Günther von Petry, Geralbs Nachfolger, etwas näher zu betrachten. Er war tatsächlich ein bildhübscher Mensch, bas muhte sie ohne weiteres zugeben. Dichtes, blonbes Haar, große, dunkle Augen mit langen Wimpern, bie fast mädchenhaft wirkten, eine schmale, geradezu klassisch aeschnittene Nase unb als einzige Störung bes Gesamteinbruckes — wenigstens für einen scharfen Beobachter — ein schlaffes, etwas zurückfliehenbes Äinn. Im ganzen entsprach er nicht Dores Geschmack, bei aller Anerkennung seiner guten Erscheinung. Er wäre ihr auch nicht gefährlich geworben, wenn ihr Herz noch frei gewesen wäre, unb nur bie Umstände forderten von ihr, baß sie ihn fast bauernb beobachtete. Der alte Baron sprach wenig, aß Dafür viel unb mit gutem Appetit; gelegentlich betrachtete er Dore mit Blicken, in benen sreunbliches Wohlwollen lag. Sie schien ihm zu gefallen, ben Eindruck hatte sie schon von ben wenigen Malen, ba sie in Ausübung ihrer Tätigkeit mit ihm zusammengetroffen war, unb' auch sie empfanb Sympathie für ihn. Die Unterhaltung würbe angeregter. Man sprach von Pferberennen, ein Thema, das Petry — er stieg 15, Meerrettich 45 bis 70, Rhabarber 12 bis 15, Kürbis 8 bis 9, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3,30 bis 4 Mark, Aepfel, H kg 25 bis 40 Pf., Falläpfel 15, Birnen 20 bis 45, Brombeeren 40 nis 50, Preiselbeeren 40 bis 45, Haus- zwetschen 21 bis 25, bulgarische Mirabellen 45 bis 50 Pf-, junge Hähe 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 14)5 Mark, Tauben, bas Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis Iß, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 1 bis 6, En- bioien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauck 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ♦ ** Eine Siebzigjährige. Am heutigen Donnerstag, 29. September, kann Frau Leicht- weis, Sonnenstraye 18 wohnhaft, in voller Gesundheit ihren 70. Geburtstag begehen. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. *♦ Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in ber Zeit vom 16. bis 22. September ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 9 Anzeigen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 2 Anzeigen; gegen Rabfahrer mit einer Anzeige unb 20 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 1 Anzeige. befanb sich längst wieber auf bem Heimweg, als sie Suhl sah, ber über bie Felder ritt. Er erkannte sie schon von weitem und kam im Galopp herüber. „Wo stecken Sie ben ganzen Tag, Fräulein Thea?" fragte er vorwurfsvoll. ,Äch habe Sie überall gesucht." ,Hck habe meinen freien Nachmittag benutzt, um mir ein bißchen bie Gegend anzusehen , erklärte sie freundlich. Gott sei Dank, daß er mich nicht auf dem Hinweg erwisckt hat, dachte sie dabei. Er sprang ab unb streifte die Zügel über den Arm. „Das paßt ja gut, ich wollte gerabe nach Hause." Sie manberten zusammen am Felbrand entlang, ba machte ber Gaul einen empörten Satz, unb gleich barauf sauste ein Auto in einer großen Staubwolke vorbei. Suhl beruhigte erst fein Pferb, bann grinste er hinter bem Auto her. „Wissen Sie, wer drin saß, Fräulein Thea?" „War bas nicht ber Wagen von Herrn von Petry?" „Jawohl. Unb bie Dame neben ihm, wenn sie auch bis zur Nasenspitze verpackt war, das war bie önä* bige von früher." „Ach!" sagte Dore fassungslos. ,Zch kenne sie nämlich ganz genau, auch wenn W später hergekommen bin. Ein paarmal habe ich sie in Küppingen im Kino gesehen, unb einmal ist sie sogar zu uns aufs Schloß gekommen." „Nicht möglich?!" „Haben Sie eine Ahnung, was bei ber möglich ist- Es lag nicht viel Hochachtung in seiner Stimme. „Sicher wollte sie sich als Opfer aufspielen und den Alten anpumpen. Er hat sie natürlich nicht empfan' gen, unb mütenb ist sie wieber abgeschoben. Sie hm wohl inzwischen eingesehen, was für ein gutes M' chen sie so leichtsinnig aufgegeben hat, unb nun versucht sie es anbers herum unb macht sich an den Petry ran." „Was sagt ber Baron dazu?" „Der mürbe mächtig toben, wenn er es ahnte, y soll eine große Wut auf sie haben. Aber er I schließlich schon alt, unb wenn er mal ftirbt boch alles bem Petry. Solange werben sie JJL warten müssen. Uebrigens liegt Weiga in btei Richtung, ganz hübsches Schloß ba. Sie sind schemlich eben hingefahren, ins Wochenende , W er spöttisch hinzu. „Das ist allerdings ein starkes Stück", sagte Dor empört. „Das ist es. Aber bie bringt alles fertig, die Leme erzählen Wunderdinge von ihr. Bloh der junge Baron, ber hat in sie geguckt wie in einen goioen chen ist. Dabei ist aber einerseits zu beachten, baß ber Gehalt an ben Vitaminen A und C allein noch kein endgültiger Beweis für eine besonders hohe biologische Qualität ist, und daß anderseits ber Vitamin ertrag bes harmonisch gedüngten Fel- des sicher höher als der bes ungedüngten ist. 2. Einseitige Düngung fetzt ben Ditamingehalt meistens herab. Für jeden Nährstoff gibt es wenig- stens ein Optimum, jenseits dessen ber Ditamingehalt wieder herabsinkt. 3'. Die Werte bei mineralischer Volldüngung unb Stallmist sind gewöhnlich höher, als bei einer Düngungsart allein. 4. Auf ben Ditamingehalt von Wiesen hat offenbar der Stallmist einen besonders günstigen Ein- f 5. Das Verhältnis zwischen Karotin (Provitamin A) unb Vitamin C wechselt stark mit ber Düngung, ohne baß bisher eine bestimmte Tenbenz zu ersehen wäre." Die Ergebnisse stammen aus Versuchen mit land- wirtschaftlichen aber auch gärtnerischen Kulturpflanzen. Ebenfalls ließen Versuche, bie mit Ratten unternommen würben, wobei zahlreiche Generationen teils mit Stallbünger, teils mit Kunstdünger gedüngte Nahrungsmittel erhielten, keineswegs lnterschiede in ihrer Gesundheit ober Fruchtbarkeit erkennen. Auch zeigten bie auf verschiebe ne Art herangezogenen Nahrungsmittel keine Unterschiebe im Ditamingehalt zugunsten einer bestimmten Dün- gungsart. Gerade die starke Beeinflussung des Gehaltes an Vitaminen wird von den Gegnern ber Mineralsalzbüngung oft als Grunb ihrer Ablehnung ins Feld geführt. So wie diese landwirtschaftlichen Versuche zur Klärung der Frage beitragen, bleibt auch seitens des Reichsgesundheitsamtes nichts unversucht, indem letzten Endes der Mensch selber als Versuchsobjekt zur Beantwortung herangezogen wird. So sind denn durch großzügiges Entgegenkommen des Reichs- arbettsführers in zwei verschiedenen Arbeitslagern mit Arbeitsdienstmannern in ben Jahren 1936 und 1937 eingehende Versuche angestellt worden. In jedem Lager erhielt ein Teil nur mit Stallmist, ein anderer Teil mit Stallmist und mineralischer Doll- büngung erzeugtes Gemüse, einschließlich Kartoffeln, in reichlichen Mengen. Die sehr eingehende Prüfung ber Versuchsmannschaften ergab. ,Haß sich Unterschiebe in bem Verhalten ber beiben Gruppen nicht zeigten." (H. Ertel, Berlin: Ernährungsversuche als Beiträge zur Klärung der Frage des Zusammenhanges zwischen Düngung unb gesundheitlichem Wert von Gemüse. Forschungsbienst Banb 6, Hest 1 — 1938.) Selbst wenn biesen Ergebnissen entgegengehalten werden sollte, daß erst nach langjährigem Genuß von Nahrungsmitteln, bie künstlich gehängt herangezogen wurden, schäbigenbe Wirkungen einzutreten brauchen, ober daß erst nachfolgende Generationen baoon etwas verspüren, bann besagen doch bie hier im Auszug mitgeteilten Versuche mit ben Arbeitsmännern für den nüchtern Denkenden genug. Man kann ungezwungen daraus den Schluß ziehen, baß uns keine Gefahr broht unb bie für bie Volksgesundheit verantwortlichen Stellen alles tun. um etwa durch Mineral-Düngung zu befürchtenden, gesundheitsschädlichen Einflüssen zu begegnen. Der Behauptung endlich, baß bas häufigere Auftreten ber Krebskrankheiten der Verwendung von Düngesalzen zuzuschreiben ist, sind folgende Feststellungen aus der ärzllichen Statistik entgegenzuhalten. Die erhöhten Zahlen der Krebssterblichkeit beruhen nicht auf einer wirklichen Zunahme bes Krebses, sonbern auf ber Steigerung bes Anteils älterer Personen an der Bevölkerung. Außerdem kommt hinzu, daß man heute ben Krebs als Tobes- ursache besser zu erkennen vermag, als früher. Vergleicht man ben Kaliverbrauch, dem in Sonderheit bas Anwachsen ber Krebssterblichkeit zur Last gelegt wird, in ben verschiedenen Ländern, so ist deutlich zu ertennen, daß hier kein Zusammenhang besteht. Holland, dessen Kaliverbrauch mehr als sächlich wollte. Wetter ein netter Spaziergang. Ich sollte den Herrn Baron fragen, ob bie Gerste I Der Bries würbe in Tschirndach eingesteckt, unb sie SÄ'!'!" M fr Er. b) Aus der engeren Heimat. Gei bereit — lerne helfen im DRK § Als feld, 28. Sept. In der gestrigen Sit* und tat* Die Jagd im Oktober tritt 1 an ’ 50 bii bis 15. > 6, En- 14» 5 bis Mrschen, bi» 15. i. k kg rl. H kg ), Brom- j, -aut» i 45 bis !U. Dit ; er. von vc>mz. gIMk. In den Luftschutzräumen müssen Sitz, und Liege. Möglichkeiten für Verletzte zur Verfügung stehen. Luftschutzwart und Laienhelferin erteilen weitere Auskunft. Raisherrensihung in Alsfeld. Der Haushaltsplan der Sladt Alsfeld für das Rechnungsjahr 1938. 12. odk üben 10, Bohm, Mjaliü, iln 10 to lunj Wochen« i. M kg 1. Matt, .nijj ial Der 2ubi> Mir. Die r.Lchmber 9 IW": ieiaen.M bühieM Men ymt 'inn - tur «ein. «von vor. Wt Dohi, ihren nicht nastik. 6.30: Frühkonzert. \ nastik. 8.30: Froher Klang 6*ä Lu* seiner K5f O f und V im Lustschuh. Aufbewahren! benck- » ertlärtth nicht aus über den Ln och Hack Dränt) «J -atz, unt>L en Staubs d. dann f. ’ »er W n cherrn- wennM Trümmer ging. Zwei Fahrgäste der Straßenbahn und der Fahrer des Lastzuges wurden verletzt und mußten dem Krakenhaus zugeführt werden. < Landkreis Gießen. s L a n g - G ö n s, 29. September. Am kommenden Sonntag, 2. Oktober kann unser Mitbürger Johann Karl R o m p f, Obergasse, bei verhältnismäßig guter Gesundheit und großer geistiger Frische sein 8 1. L e. b e n s j a h r vollenden. Wir wünschen dem alten Herrn noch viele glückliche Tage. kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 28. September. Für da» Deutschtum im Ausland gingen bei der Schulsammlung im ^vergangenen Frühjahr 20,35 RM. in unserer Gemeinde ein. In der Der» feier' oft Schuhe kaufen oder öfter ErdfilT Kein Zweifel, öfter Erdal! Zumal jetzt bei dem noch billigeren Preis! Die Schuhe halten länger und bleiben 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- 7: Nachrichten. 8.10: Gym- . v. , . o zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 10: Schulfunk: „Wiking zwischen Wogen und Wolken." Hörszenen vom Leben und Schicksal Gunter Plüschows. 11.45: Volk und Wirtschaft. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags» konzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Schallplatten» Premiere. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: „Der Streit um Samoa." 15.30: Schwälmergretel, Schwa» benliesel, Pfälzermädel ... Lustige Trachtenstund« der Jungmädel. 16: Schön ist die Welt, heut' haben wir wieder Geld! Gin munteres Schall» und Wort» geplätscher. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 39: Svortschau des Tages -und für den Sonntag. 19.10: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.15: Immer, immer wieder, 'frohe Musik und heitere Lieder. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Feierliche Einweihung des Gedenksteines für die im Februar 1936 am Schaums« land verunglückten Engländer mit den Ansprachen des Reichsjugendführers Baldur von Schirach und des Vertreters der englischen Regierung. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24; Aachtkonze.rt I. 2 bis 3i NachttouzerL IL Diese AusbiLung umfaßt eine praktisch-klinischi Ausbildung von drei Monaten (oder zweimal sechs Wochen innerhalb 18 Monaten) und eine theoretische Ausbildung von 20 Doppelstunden. Der Unterricht umfaßt il a.: Krankenpflege, Hilfeleistung bei ärzt» lichen Maßnahmen, Grundregeln der Asepsis und Antisepsis, ansteckende Krankheiten, Allgemein» erkrankungen, Ernährung der Kranken usw. Aung der Ratsherren gelangte der Haushaltsplan für 1938 zur Vorlage. In seinen einleitenden Ausführungen wies Bürgermeister Dr. V ö l s i n g darauf hin, daß der Haushaltsplan in diesem Jahre erstmalig auf Grund der neuen Ge» meiudehaushaltsverordnung vom 4. Sept. 1937 auf» gestellt sei. Er gab alsdann einen Ueberblick über die formalen Aenderungen des Haushaltsrechts und über die Gliederung des neuen Planes. In seinen weiteren Ausführungen erläuterte der Vorsitzende sodann die Grundzüge des neuen Finanzausgleichs auf Grund der Realsteuerreform und der eingetretenen Lastenverschiebungen zwischen Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänoe unter Darlegung der hessischen Verhältnisse. Daraus war zu entneh» men, daß hinsichtlich der Finanzlage der Stadt Alsfeld auf Grund des neuen Lastenausgleichs keinerlei Bedenken bestehen. Besonders hierfür geeignete Helfer und Helferinnen können zufätzlich auf verschiedenen Sonder- gebieten ausgebildet werden, z. B. Hilfskrankenpflege, Desinfektion, Kraftfahrzeug» und Motokboot- fahrten (Prüfung), Wasser- und Gebirgsrettungs- dienst, Massenspeisung und Verpflegungstechnik, Verwaltungsdienst. In jedem Kreisstellenbereich besteht eine DRK.» Gemeinschaft. In dieser sind alle männlichen und weiblichen Mitglieder des DRK. (soweit sie nicht einer männlichen oder weiblichen DRK.-Bereit- schäft, einer Schwesternschaft oder einer vorgesetzten Dienststelle angehören) zusammengefaßt. Die DRK.»Kreisgemeinschaften sind in DRK.» Ortsgemeinschaften auf geteilt. Ihre Aufgaben sind: Werbung von Mitgliedern für alle Gliederungen des DRK. durch Verbreitung des Rotkreuzgedankens, Mithilfe bei der Errichtung, dem Ausbau und dem Betrieb der Anstalten und Einrichtungen des DRK., Mitarbeit auf allen demBe» reifschaftsdienst dienenden Arbeitsgebieten, insbesondere Beschaffung, Anfertigung und Lagerung von Bereitschaftsmaterial und -gerät, sowie aktive Unterstützung bei Arbeit der DRK.-Bereitschaften. Die DRK. - Schwestern sind in Mutterhäusern zusammengefaßt. Das Mutterhaus gibt seinen Schwestern die Möglichkeit bester Ausbiwung und befriedigenden Schaffens, macht sie frei von den Sorgen um das tägliche Leben und stellt sie sicher für Zeiten her Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und des Alters. Die Aufgaben sind: Einsatz im Sanitäts» dienst der Wehrmacht im Frieden und Krieg, im zivilen behördlichen Luftschutz und im Amtlichen Sanitätsdienst bei besonderen Notständen, allgemeine Krankenpflege, Mitarbeit an Her Volksgesundheit und ferner Ausbildung und Fortbildung der Helferinnen und Schwesternhelferinnen. Auebib düng und Wirkungskreis der DRK.-Schwestern: Zweijährige Lernzeit in staatlich anerkannten Krankenpflegeschulen, staatliche Abschlußprüfung, Wirkungskreis in Lazaretten, Universitätskliniken, Krankenhäusern, Kinderkliniken usw. Fachausbildung und Arbeit in: Operationssaal, Röntgenlaboratorium, Apotheke, Massage, Wochen, und Säuglingspflege, Gymnastik, Küche und Diätküche, Wirtschaftsbetrieb, Verwaltung. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau kann im DRK. an der Stelle und in dem Maße mithelfen, die seinen bzw. ihren Kräften entsprechen. Auskunft erteilt: DRK.-Kreisstelle Gießen. „Erste Hilfe" Ausschneiden? Bei ßuftanariffen ist eine gut organisierte Erste Hilfe, d. i. sofortige Hilfeleistung für verletzte oder kampfstofferkrankte Menjchen, besonders wichtig. Die „Erste Hilfe" ist eine Aufgabe der Laienhelferinnen. Zu jeder Luftschutzgemeinschaft gehört eine ausaebildete Laienhelferin. Jeder Hausgenosse muß die Laienhelferin kennen. Er hat die Pflicht, ihr jederzeit zu helfen. Das wird zur ersten Hilfeleistung gebraucht? Jede Luftschutzaemeinschaft soll eine Luftschutz- hausapotheke erwerben. Die Luftschuhhausapotheke enthält Instrumente, Arzneimittel und Verbandstoffe zur ersten Hilfeleistung für Verletzte und Kampfstoffgeschädiate. Diese Luftschutzhausapotheke ist durch die Apotheken käuflich zu erwerben. Falls eine Luftschutzhausapotheke nicht erhältlich ist, können folgende Mittel als vorläufigerEr» f a tz beschafft werden, die in einem gut verschlossenen Kasten aufzubewahren sind: a) Verbandpäckchen, Mullbinden, Watte (notfalls saubere Taschentücher oder ähnliches); b) weiße Vaseline oder Borsalbe; c) zwei Dreiecktücher (notfalls saubere, größere Mundtücher); gangenen Woche sammelten unsere Schulkinder für den gleichen Zweck 43,55 RM., also mehr als doppelt soviel. Man kann sich darüber freuen, sieht man doch daran, daß das Mitgefühl nsit der Not unserer Brüder im Auslande auch hier beständig wächst. Kreis Alsfeld. . —--y Homberg, 28. Sept. Am Sonntag fand hier ein Treffen von Kindergärtnerinnen statt, die von der NSV. in verschiedenen Orten des Kreises Alsfeld eingesetzt sind. Am Sonntag, morgen hörten die 25 Teilnehmerinnen des Treffens einen Vortrag von Dr. Brill, Alsfeld, über die ärztliche Untersuchung und Betreuung der Zöglinge in den Kindergärten. Anschließend sprach die Un» tergauführerin Kunz, Lauterbach, über das BDM.» Werk „Glaube und Schönheit". Der Sonntagnach- mittag brachte als Gemeinschäftsoeranstaltung für die ganze Einwohnerschaft ein Fest der Kleinen, bei dem zunäckst Ortsgruppenleiter Damm sprach und dann ein frohes Kinderspiel aufgeführt wurde. Am Abend fand im Saale des „Frankfurter Hof" ein von den Kindergärtnerinnen veranstalteter^ Gemein- schaftsabend statt, bei dem die vielen Besucher durch vortreffliche Darbietungen schöne Stunden verlebten. im Kampfe gegen die Mäuse achten. In den Städten reifen und fallen jetzt in Gär» ten, Anlagen usw. Eicheln und vor allem Kastanien. Beide stellen für den Weidmann ungemein wichtige Winterfuttermittel dar, die er nickt verkommen lassen sollte. Die Jugend verdient sich mit ihrem Sammeln gern ihr Taschengeld, wenn sie weiß, daß sie Abnehmer findet. Wenn auch im Walde teils Eckern-, teils Eichelmast fällt, so sollte der Jäger auf das, was außerhalb des Waldes fällt und dem Wilde nicht zugänglich ist, nicht verzichten. Eicheln Nimmt alles Schalenwild mit Vorliebe, Kastanien das Rotwild desgleichen und Rehwild dort gern, wo es sie kennt. Hingewiesen sei ferner auf den reichen Behang der Dogelbeerbäume, deren Früchte zu wertvoll sind, als daß sie durch Drosseln und Stare jetzt zur Zeit des Nahrungsüberflusses zerpickt werden. Schneidet man die roten Fruchtstände ab und schlägt sie in Sand ein, so hat man später ein vorzügliches Wildfutter. Wer seine Fütterungen für Fasanen und Hühner noch nicht in Ordnung ge» bracht hat, wird gut daran tun, wenn er es bald tut. Fütterungen müssen in guten Zeiten dem Wild bekannt sein, damit es sie in Notzeiten gleich zu finden weiß. Wer erst in Zeiten der Not anfängt zu füttern, wird oft zu spät kommen, weil das Wild abwanderte (Fasan!) oder schon Verluste eintraten. Hubertue. dcnn beginnt für den Jäger eine Zeit, wie er sie sch schöner und abwechslungsreicher kaum vorstellen kenn. Kaum ein schwarzes Feld weist für den Ok» loser der Schuß- und Schonzeitkalender des Jagd- feines auf: fast alle Wildarten haben Jaadzeit! Im Rotwildrevier ist die Brunft des Königs ie» deutschen Waldes noch im Gange, um gegen Nonatsmitte zu enden. Damit aber setzt dann auch hr Abschuß von Kahlwild ein, mit dem rechtzeitig, zwar alsbald, zu beginnen den Rotwildjägern nur angeraten werden kann, wenn sie nicht in Zeit» W. kommen wollen, wenn gegen Ende der Schuß- zm der Abschuß erfüllt sein soll. Fndes setzt auch Die Brunft des Damwildes ein das allerdings in Oberhessen nur eine unter- ordnete Rolle spielt. die Dflicht, das Schwarzwild zu bejagen, in den Kartoffeln noch gern zu Schaden geht, b-s«ht für den Jäger unverändert weiter. Nit dem 15. Oktober endet die Schußzeit des ^ehbockes, also nur noch eine kurze Zeit, um btt Abschuß dort noch zu erfüllen, wo es nicht in Jtrügenber Weise geschehen ist. Dafür bekommt die auf weibliches Rehwild und Sitze erhöhte Be- d'Mng. Auch dieser Abschuß muß ein Wahlabschuß Mn wenn er mithelfen soll, unser Rehwild wieder Ermäßig zu heben. Dabei dürfte der Gesichts- Eber Wildbretstärke besondere Beachtung Der- i. Wer seine stärksten Ricken — es sei denn, sie nicht mehr führen — abschießt, erhält damit ]} geringen und wird bei fortgesetzter Anwendung °"les Verfahrens allmählich das Wertvolle zupfen des Schwachen ausmerzen. Darum muß Wortung starker Ricken, gesunder Schmalrehe und tof>r Kitze die Richtschnur sein, während schwache dieser drei Gruppen, am besten die Ricke hren Kitzen, der Kugel verfallen sind. Es wird ' baB ,ber festgesetzte Abschuß auch erfüllt । rtiüii 5; yehort, daß überall rechtzeitig mit ihm ^j^nen wird, wenn nickt unangenehme Druck» ÄA MHr wie im Vorjahre nötig werden sollen KL Monatsbeginn setzt auch die Hasenjagd *1 besser allerdings ist es, wenn der Jäger Mei» Rundfunkprogramm Jreifag, 30. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym» nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Beerenpflücken, das ist wunderschön". 10: Schulfunk." Wie werden Weltrekorde geflogen? Hörberichte. 10.30: „Aufgesessen!" Rundfunkbericht vom ostpreußischen Reitersport und von der ostpreußi- chen Reiterjugend. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach- richten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Kleines Konzert. Cie- der und Balladen. 16: Nachmittagskonzert. — Das Mikrophon unterwegs. — 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: Es klingt von „Hof" zu ,Hof". 20: Nachrichten. 20.15: Unterhal» tungskonzert. Original-Kompositionen für kleines Orchester. 21.30: Meisterwerke der Chormusik. 22: Nachrichten. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 24: Nachtkonzert I. 24 bis 3: Nachtkonzert II. Samstag, 1. Oktober. Wenn die Herbstsonne noch einmal Wald und I fter Lampe noch freiwillig eine Schonzeit gibt. fiCur vergoldet, und Maler Herbst die buntesten Denn die Gefahr, daß säugende Häsinnen oder parben seiner Palette zu ihrem Schmucke ausgießt, solche geschossen werden, die vor dem Setzen stehen, ..... ' ~ | jft im Oktober immer noch gegeben. Dazu kommt, * " 1 warme Wetter das Wildbret leicht ankommen nach südlicheren Gegenden. Die Mauser ist beendigt, und der Erpel der Stockente trägt wieder fern Prachtkleid, dos ihn dem Jäger als Beute so heb macht. Der Dachs hat einen reichen Tisch seither gehabt und sich für den Winter „eingedeckt". Drum ist die gute Zeit zum Graden nun da, die unbedingt genützt werden sollte, weil wir zu viel Dächse haben, die neben mancherlei Nutzen doch in lieber- Zahl der Niederjagd, vor allem als Eierrguber, stark schaden und auch landwirtschaftlich (Hafer!) nicht gleichgültig sind. Der Raubvogelzug ist im Gange. Neben allerlei Durchzüglern pflegen auch Zuzügler sich bei uns einzustellen, die gelegentlich im Winter erheblich als Schädlinge für die Niederjagd auftreten. Haben Habicht und Sperber trotz ihrer Bedeutung für die Kurzhaltung von Krähen, Eichel- Hähern oder Spatzen das ganze Jahr hindurch Schußzeit, so kann auch der Mäusebussard gleich dem Rauhfußbussard während des Winters besagt werden. Wo also sich ergab, daß Mauser ihrem Namen keine Ehre machten und Junghasen, Fasanen und Reb- und Haushühner den Mäusen vorzogen, hat der Jäger nun ausgiebig Zeit, hier für Abhilfe zu sorgen. Aber nur unter diesen Voraussetzungen! Denn im allgemeinen sollte man den Bussard als Bundesgenossen des Menschen meinde getragen. Der Voranschlag wurde ohne Aussprache angenommen. Für das kommende Winter» semester wird mit einem Besuch von etwa 35 Schülern gerechnet. Auf der Fahrt zur Arbeit in den Tod. LPD. Wetzlar, 29. Sept. Im dichten Morgennebel rannte Mittwoch früh in der Nähe von Dorlar der Schreiner Fritz K n o r tz aus Atzdach, der sich mit seinem Moto.rrad unterwegs zu seiner Arbeitsstätte in Wetzlar befand, gegeneineifej» ne s. Geländer. Dabei schlug der Mann mit dem Kopf so heftig gegen einen eisernen Pfosten, daß. er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. 63 Treudienstehrenzeichen für Angehörige der Frankfurter Universität. LPD. Frankfurt a. M., 28. Sept. Der Führer und Reichskanzler hat an 63 Professoren, Beamte und Angestellte der Universität Frankfurt an; Main das Treuedienstehrenzeichen verliehen. Für 40jährige Dienstzeit erhielten das goldene Ehrenzeichen 7 Profesioren und Beamte; für 25 Jahre Staatsdienstzeit wurden mit dem silbernen Ehrenzeichen 56 Professoren, Beamte und Angestellte ausgezeichnet. !?ern>astzug gegen Straßenbahn. Straßenbahn aus den Schienen geworfen. — Drei Personen verletzt. Lpd. Frankfurt a. M., 28. Sept. Am Mitt- wochoormittag ereignete sich in der Bockenheimer Landstraße ein schwerer Derkehrsunfall. Ein Fern- lastzug, der die Straße überqueren wollte, rannte mit voller Wucht einem Straßenbahnzug in die Seite. Der Anprall war so heftig, daß der ganze Straßenbahnzug aus den Schienen geschleudert und auf den Bürgersteig geschoben wurde, während der Lastkraftwagen mit Anhänger in brüchig werden läßt und daß fernerhin das geringere Gewicht eines Oktoberhasen verglichen mit dem eines Dezemberhasen einen wirtschaftlichen Verlust bedeutet. Deswegen sollte der Hasenabschuß im.. Oktober — abgesehen von dem einen oder anderen Küchenhasen für den eigenen Bedarf — möglichst unterbleiben. Das Rebhuhn ist in der Mauser. Schöne, sonnige Oktobertage versprechen oft noch einmal gute Strecken, wenn noch Hühner zu schießen sind. Auch hierin ist Beschränkung geboten. Wenn eine Kette einmal bis auf 6 bis 7 Hühner abgeschossen ist, sollte der Jäger ihr Ruhe geben, wenn er auch im nächsten Jahr wieder Hühner schießen will. Aber wer noch Hühner schießen darf, hat jetzt erst recht die Freude an vollwertigem Wilde, da die jungen Hühner die alten art Starke erreicht haben. Wenn dic Mauser erst einmal vorbei ist und nur der geübte Jäger alte und junge Hühner noch an bestimmten Merkmalen (spitze äußerste Schwinge und meist gelbe Sohlen bei den jungen) voneinander zu unterscheiden vermag, dann „halten" die Hühner nicht mehr, und» die planmäßige Jagd ist vorbei. Am 1. Oktober beginnt auch die Jagd auf den Fasan, der sich immer mehr in unseren Revieren ausbreitet und im alljährlichen Abschuß in steigendem Maße das Feldhuhn zu verdrängen scheint. Gibt dabei das Gesetz auch Hahn und Henne in gleicher Weise frei, so wird doch bei den derzeitigen Besatzverhältnissen der hegende Weidmann auch weiterhin auf den Hennenabschuß verzichten. Die Waldschnepfe ist bereits auf dem Zuge nach Süden und pflegt im Herbst in unseren Breiten längere Rasten einzulegen. Da sie auch jetzt wie im Frühjahr im Morgen- und Abenddämmern streicht, kann darauf ihre Jagd begründet werden. Wo aber regelmäßig Schnepfen zu liegen pflegen, kommt auch die Suchjagd mit dem Hunde, die.im Frühjahr verpönt ist, hinzu. Auch ihre kleineren Verwandten, die Sumpfschnepsen, sind frei. Die ($nten sind auf dem Zuge, nordische Arten ck) ein Dutzend große Sicherheitsnadeln; e) eine Schere; f) ^genstände zur behelfsmäßigen Schienung von gebrochenen Gliedmaßen. Darüber hinaus, falls erhältlich: a) drei Brandbinden; b) zweimal 100 Gramm Chloraminpuder (dunkel aufzubewahren). Dazu ein sauberes, zirka ein Liter fassendes Gefäß und ein sauberer Löffel zum Anruhren eines dicken Breies zur Haut- entgiftung. c) Zweimal 10 Gramm alkalische Auqensalbe mit Auaenstäbchen; d) 50 Gramm Baldriantinktur (Beruhigungsmittel), dazu 12 Stück Würfelzucker; e) 50 Tabletten doppelkohlensaures Natron zu je 1 Gramm (für Augenspülung 4 bis 5 Tabletten auf einen Tassenkopf Wasser); k) 500 Gramm Kaliseife (zur Hautreinigung nach Kampfftoffvergiftung). Auf Grund der vorgelegten Haushaltssatzung wurde der Haushaltsplan nach Beratung mit den Ratsherrn auf 481 898,94 RM. im ordentlichen Teil, ausgeglichen in Einnahme und Ausgabe, festgesetzt. Im außerordentlichen Teile sind keine Ansätze enthalten. Die Hebesätze für die Gemeindesteuern wurden wie folgt festgesetzt: Grundsteuer: ?rür die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe 62 v. H., für die Grundstücke 102 v. H. Für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital 273 v. H., für die ZweiAtellensteuer wurde der Hebesatz auf 355 - H., für die Bürgersteuer auf 500 v. H. der Reichssätze festgesetzt. Alsdann gelangte der Wirtschaftsvlan des Wasserwerks für das Rj. 1938 zur Beratung.^ Dieser bewegt sich ungefähr in der gleichen Höhe wie im Vorjahr. Im Wirtschaftsjahr 1938 ist die Erweiterung der Wasserleitung in der Ver- bindungsstraße zwischen Hindenburgstraße und der Hohl, sowie in der Hochstraße und in der Siedlung in der Ronnbach im dritten Bauabschnitt in Aussicht genommen, wofür in dem Finanzplan des Wasserwerks 8615 Mark vorgesehen sind. Für Abschreibungen auf Anlagen.sind 3000 Mark eingestellt. Don dem Betriebsüberschuß mit insgesamt 22 070 Mark sind zur Ablieferung an die Stadtkasse 16 455 Mark und für Verwendung zur Finanzierung der Vermögensausgaben 5615 Mark vorgesehen.' Die Gesamteinnahme des Wasserwerks für das Wirtschaftsjahr 1938 ist mit 47 852 Mark eingestellt. Gegen den Wirtschaftsplan wurden keine Beanstandungen erhoben. Er wurde auf 47 852 Mark und der Finanzplan auf 8615 Mark von dem Bürgermeister festgestellt. Der Voranschlag der Gewerbeschule für das Rechnungsjahr 1939 sieht an persönlichen Kosten als Anteil der Stadt den Betrag von 3895 Mark, für die sachlichen Ausgaben einen Betrag von 5950 Mark vor, zusammen 9845 Mark. Nach Abzug des von dem Kreis Alsfeld übernommenen Anteils an den persönlichen Kosten ergibt sich eine Gesamtbelastung für die Stadt Alssell) van 7642 Mark. Nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hat die Stadt als Trägerin der Schule die sachlichen Kosten ganz au tragen, die persönlichen Kosten werden je zu y» vom Staat und der Ge» Das Deutsche Rote Kreuz steht nach seiner Neu- orbnung, die durch Reichsgesetz vom 9. Dezember 1937 und die Satzungen vom 24. Dezember 1937 im einzelnen festgelegt und in seinen Aufgaben fest umrissen wurde, heute als große freiwillige Hilfsorganisation neben der nationalsozialistischen deutschen Wehrmacht und den Gliederungen der Bewe- guna. Die Berufung maßgebender Männer aus Partei und Staat in die führenden Stellen des DRK. kennzeichnen feine Stellung im nationalsozialistischen Staat. Die ritterliche und opferfreudige Hingabe seiner Männer und Frauen für das Werk der Hilfsbereitschaft in Zeiten der Not erheben es über jeden Verdacht eines weichlichen Pazifismus. 2n den Gliederungen des DRK., den männlichen und weiblichen Bereitschaften, den Schwesternschaften und in den Gemeinschaften treten Männer und Frauen zusammen, um nach dem Wunsche des Füh- rers, des Schirmherrn des DRK., ihrem Volke mit Taten zu dienen. Die Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes sind: Mitzuwirken im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes. Mitzuwirken bei der Hilfeleistung bei öffentlichen Notständen und bei Unglücksfällen zu Lande und zu Wasser, im Dienst an der Gesund- heitspflege des deutschen Volkes und bei der Für- sorge für Kriegsgefangene und Kriegsbeschädigte. Die in allen Orten des Reiches bestehenden männlichen und weiblichen Bereitschaften des DRK. rufen zur Mitarbeit und zur Ausbildung m Erster Hilfe auf. Den Bereitschaften liegt die Ausübung des regelmäßigen und vorbeugenden BereitschaftsLienstes ob. Das neue Gesetz hat für fcie Mitglieder des DRK. große Vergünstigungen geschaffen. Auch die wirtschaftlich schwachen Volks» genossen können ihre Kräfte zur Verfügung stellen. s ist eine Beurlaubung mit Fortzahlung der Bezüge bis zu sechs Wochen für die Mitglieder vorgesehen, die zu Lehrgängen des DRK. einberufen werden. Ferner wird Unterstützung für die Sn» zehörigen dieser Teilnehmer nach Maßgabe des für i)ie Wehrmacht geltenden Familienunterstützungsrechts, sowie Krankenhilfe und weitere Dergünsti- jungen gewährt. Die Grundausbildung der aktiven Kräfte beträgt 20 Doppelstunden und schließt mit einer Hrundprüfung ab. Lehrstoff u. a.: Charakterliche irnb weltanschauliche Erziehung, Ordnungsdienst und Sport, theoretische und praktische Unterweisung in Erster Hilfe, Krankenbeförderung und Herstellung !«ehelfsmäßiger Krankenbeförderungsmittel, ^ach heftanbener Grundprüfung erfolgt die Fortbildung i-im DRK.-Helfer (Helferin). Geeignete DRK.- I belfer und -Helferinnen können zu Gruppenführern nnen) und weiter durch Besuch der DRK.-Landes» ührerschule zu Zugführern (-innen) befördert Berben. Die DRK.-Helferin kann außerdem als D R K. - (chwesternhelferin ausgebildet werden. rdal länger schön! Deshalb tägliche Schuhpflege mit gjL-tfpont Wirischast * eigenartigen einem geboten. Starkes Ängeba^, Zehntel) 5,80 bis 6 Erzeugerpreis ab Erzeuger- tzanweisungen vorgelegW Verladestation. Weizenstroh, bindfadengepreht Rekordbesuch von mehr als den, stiegen auf 128,50 bis 129 und erreichten somit Iben Dortagsstand. Sonst notierten u. a. AdlerwerLe und man erwartet einen 20 000 Zuschauern. Deutschlands Ruderer nehmen in der Welt eine unbestrittene Vormachtstellung ein. Diese Tatsache Reichsbank mit 176,25 (179), Rheinmetall mit 122,75 (126) Deutsche Linoleum mit 145,50 (148,75), Conti Gummi mit 196 (200) und Zement Heidelberg mit 144 (146) zur Notiz. Entgegen der Allgemeintendenz lagen Braunkohlenwerte etwas höher, Rheinbraun 205 (204,50), Ilse Genuß 131,25 (131), ferner zogen Labmeyer 0,65 v. H. an auf 118,50. Auch am Rentenmarkt war die Haltung schwächer und das Angebot zeigte eine leichte Zu- s n nalime. Reichsaltbesil 127 (127.75), Reichsbakm-VA. St. o-.toteg 2413 bis 123,65 (124,13). Kommunal-Umschuldung das 27. Spiel! * Wiens Tennisspieler siegten im Gau- kampf Ostmark—Brandenburg mit 3:2 Punkten. Die Entscheidung fiel in abschließendem Doppel, das Redl-Nusterer 6:4 1:6 4:6 6:4 6:3 gegen Beuthner-F. Henkel gewannen. unter aestern, V"wkerg nann^ mnn etwa 8 v. H. schwächer mit P2. Auch am E'nheitsnwi-kt war die ^ntfunn schwach und viele Werte erschienen mit Bereits vorbörslich waren Anzeichen zu einer Erholung bemerkbar. Der amtliche Beginn der Abendbörse brachte dann auf umfangreiche Deckungen und Meinungskäufe, sowie auf Käufe der Kundschaft eine ausgesprochen feste Tendenz. Die Kurse am Aktienmarkt zogen sprungartig um 2 bis 5 v. H. an. Bei den meisten Werten wurden die Rückschläge im Mittaqsverkehr nicht nur ausgeglichen, sondern darüber hinaus ergaben sich noch beachtliche Befestigungen Die Umsätze waren auf Teilgebieten sehr lebhaft. Den stärksten Anstieg zeigten AEG' mit 112,50 (105). Sehr fest lagen sodann IG.-Färben mit 147 bis 149,50 bis 151 (146), Mannesmann mit 106 (100,13), Hoefch mit 108,50 (103.50), Rheinstahl mit 138,25 bis 139, (134,50), Verein. Stahl wurden mit 99 bis 100 (94,50) geschätzt. Bemberg, für die mittags keine Notierung vorlag und die mit 121,50 genannt wur- 9 Die Oberste Nationale Sportbehörde für hie deutsche Kraftfahrt besteht jedoch, wie Stabssuhrer von Bayer-Ehrenberg DNB.-Sport erklärt, unbedingt darauf, daß die j e tz i g e F o r m e l u n v e r - ändert über die sportgesetzlich vorgesehene Frist von drei Jahren in Kraft bleibt. Deutschland und Italien haben auch ein moralisches Recht zu solcher Forderung. Sie sind die einzigen Lander, die mit größter Energie, unter Einsatz ihrer besten Kräfte und, nicht zu vergessen, unter gewaltigen finanziellen Opfern ihr Wort gehalten haben und dem Rennsport treugeblieben sind. Und die anderen? Zwölf Werke wolsten selbst oder durch Renngemeinschasten in die Grand-Prix- Kämpfe eingreifen, um so dem Autosport neuen Anreiz und noch mehr Geltung zu verschaffen. Nicht einmal die Hälfte erful te die Versprechungen. Uebriggeblieben sind Deutschland und Italien durch ihre Auto-Union, Mercedes- Benz, Alfa Romeo und Maserati, die Trager und Stützen des Rennsports der vergangenen Jahre. Als Fünfter gesellte sich der Stall der französischen Ecurie Bleue mit dem Delahaye hinzu. Der Rest trat erst gar nicht in Erscheinung oder verschwand schnell wieder. bitterliche Sportwettkämpfe zwischen Deutschen und Franzosen. Auch in Zeilen politischer Spannung. tlnd nun: Deutschland-Bulgarien. Deutscher Fußball-Nachwuchs tritt zum Länderkampf an. Das Autorennen um den Großen Preis von Donington-Park in England, das am kommenden Sonntag stattfinden sollte, ----- .... rourte abgesagt. Die teilnehmenden deutschen Renn- ^kt büßten Gesfürel 3 v. H., Licht und Kraft Mannschaften der Auto. Union und von Mercedes- , i 75 H. ein. Sonst kamen noch Benz haben bereits die Heimreise angetreten. 1 -------'--- Minus-Zeichen. Abendbörse sehr fest. Irrganq wieder bester Deutscher. Die italienischest Rad-Amateure behaupteten sich auch auf der vierten Etappe der Fernfahrt Como- Rom, die über 104 Kilometer von Forst nach Florenz führte. Die größte Schwierigkeit bot die Ueberwchdung der 27 Kilometer langen Paßstraße zum Godenzo in den Apenninen. Bei leichtem Regen waren nach 92 Kilometer zu vier Ausreißern noch zwölf Mann aufgeschlossen, von denen M 0- nari in 3:00:30 Stunden im Spurt gewann. Bester Deutscher war wiederum der Berliner Irr- gang, der in der gleichen Zeit auf den 11. Platz gesetzt wurde. In der Gesamtwertung behauptete der Italiener Ricci immer noch die Spitze. Leichtathletik-Kampf der Studenten in Helsinki. Einen überaus spannenden Verlauf nahm in Helsinki die Begegnung zwischen einer deustchen Studenten-Mannschaft und einer finnischen Hochschul-Auswahl in der Leichtathletik. Im Gesamtergebnis wurden die" Deutschen mit 51:50, also nur um einen Punkt geschlagen. Bis zum letzten Wettbewerb, einer 1600-Meter-Stasfel, führten unsere Vertreter mit einem Punkt, unterlagen dann aber in der Staffel und verloren so auch im Gesamt- unDejiruiene -uormaajiuenuiig e:n. xuvje wurde zum erstenmal bewiesen bei den Olympischen zählt, da , Spielen 1936 in Berlin und erhärtet in den beiden l rechtzeitig zum Kampf zu stellen. Eine Frucht, die ebenfalls bei der deutschen Einfuhr eine Rolle spielt, sind die H a s e l n u ß k e r n e , die allerdings im Haushalt nur wenig gebraucht werden. Zeitweise ersetzen abex die Haielnußkerne die Mandeln bei der Herstellung von Hausgeback und anderen Zwecken. Im bescheidenen Umfange werden die Kerne auch zum sofortigen Verzehr ge- kauft Die größere Menge der eingefuhrten Hasel- nußkerne verbraucht die Schokoladenindustrie zu Nußschokoladen' und Marzipan Die H°^""^erne sind sehr empstndlich und musten sorgsam verpackt und gelagert werden. Sie dürfen keineswegs mit Gewürzen in enge Berührung kommen. Die meisten Haselnußkerne werden aus der Levante nach Deutschland eingefuhrt aber auch aus Spanien und Italien. Die Haselnußkerne smd ebenso wie die M a n d e l n und die meisten Gewürze, einer großen Spekulation unterworfen, häufig wird auch minderwertige Ware geliefert. Hier i|t a s folgenden Jahren in den Kämpfen um die Europameisterschaft. Daß die verantwortlichen Manner im Fachamt Rudern aber nicht gewillt sind, diese schwer errungene Spitzenstellung e.nzubußen geht am besten aus der großen Forderung des Jugend, ruderns hervor. Nachdem im vergangenen Jahre zum ersten Male eine Reichsiugendregatta durch, geführt wurde, werden in diesem Jahre bereits Deutsche' Jugendmeisterschaften ausgetragen Am kommenden Wochenende, 1. und 2. Oktober, versammeln sich 1400 Jungen mit 224 Booten au der klassischen Regattastrecke in Grunau zum Kamps um Sieg und Titel. Im Mittelpunkt der Wettkämpfe stehen die Rennen im Achter, Vierer und Doppelzweier, die als Titelkampfe aus dem Programm stehen. Am stärksten besetzt ist der Vierer mit 27 Meldungen: im Achter werden 25 Boote starten, während für den Doppelzweier 13 Titelanwärter genannt wurden. Die Entscheidung in diesen drei Rennen fällt am Sonntag Der Samstag ist den Dorkämpfen und Stilruderprufungen der Pimpfe im Riemen- und Doppelvierer Vorbehalten. Dazu kommen eine Reihe weiterer Rahmen- Wettbewerbe, die sämllich gut besetzt sind. Frankfurt a. M., 28. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 ><8^n RM.: Weizen W9 198, WH 200, W 12 201, W 13 202, W 16 205, W 18 207, W 19 209, W 20 211; Roggen R 11 183, R 12 184, R 14 186, R 15 187, R 16 189 R17 190, R18 191, R19 193 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. WaWteRF 28,85, W20 (Kreis Alzey) 28,85, Mi20 (Kreis Worms) 29,20; Roggenmehl, Type 997, R 12 22,45, R 15 22,80, R16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10 90, W 8 11,00, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber qetr. —. Wiesenheu mit Besatz (bis ein Drittel) p, Wiesenheu mit unerheblichem Besatz (bis etwa em Schafe mittelmäßig. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Wilhelm B e n e ck e, der em. Or«' dinarius für Pflanzenphysiologie an der Umveriua. Münster , vollendete sein 70. Lebensiayr-- Der in Heidelberg geborene Gelehrte habiumr - sich 1896 als Privatdozent in Straßburg unö folg 1899 einem Ruf nach Kiel, wo er 1907 Zum Professor ernannt wurde. 1909 wurde er Bonn, 1911 nach Berlin berufen, 1917 ging , die Universität Münster, an der er bis zu i Emeritierung gelehrt hat. cw« Professor Dr. Gustav Aubin, der d'marius der Wirtschaftlichen Staatswissenscy der Universität Halle-Wittenberg, seit 1934 m p t i n g e n , ist auf einer Urlaubsreise unertoa M'inchen gestorben. Aubin, 1881 in Reich - (Böhmen) geboren, habilitierte sich 1911 yi • langen, 1912 in Halle, wo er 1919 nach oe kehr aus dem Felde die ordentliche Proseii ' Nationalökonomie erhielt. Er hatte eine wj schriftstellerische Tätigkeit auf seinem 3aWöieI faltet. bundes. Drei Weltrekorde i m Z w e i s i tz e r f a h - r e n stellte das französisch-dänische Paar G^rardin- Falk-Hansen in Bordeaux auf. Die neuen Weltbestleistungen mit stehendem Start lauten: 500 Meter in 35 Sekunden (alter Rekord 37,8), eine halbe Meile in 53 Sekunden (alter Rekord 56,2), 1000 Meter in 1:05 Minuten (alter Rekord 1:08,6). Im Rahmen der Feierlichkeiten anläßlich des bul- । garischen Königsjubiläums - steigt in Bulgariens Hauptstadt Sofia am kommenden Sonntag ein Fußballkampf zwischen Deutschland und Bulgarien. Es handelt sich hier nicht um ein offizielles Länderspiel und diese Tatsache veranlaßte die Reichssportsüh- rung, mit der Vertretung der deutschen Farben in erster Linie den Nachwuchs, zu betrauen. Die ursprünglich vorgesehene Ausstellung mit Fritz Szepan inmitten der Jungen konnte nicht beibehalten werden. Nun sollen folgende Spieler in Sofia kämpfen: Remmert (Reichsb. Frankfurt a. M); Billmann (1. FC. Nürnberg), Kubus (Vorw. Ras. Gleiwitz); Rohde (TDd. Eimsbüttel), Tibulski (FC. Schalke 04), Männer (Hannover 96); Malecki (Hannover 96), Weyer (VfL. Köln), Gauchel (TuS. Neuendorf), Flederer (Spvg. Fürth), Arlt (Riesaer SV.). Unsere Jungen (nur Billmann, Gauchel und Malecki kann man nicht mehl' ganz zu ihnen zählen!) werden in Bulgariens Hauptstadt sehr gut spielen müssen, wenn sie erfolgreich bestehen wollen. Wir erinnern daran, daß die bulgarische Nationalelf vor drei Jahren in Leipzig gegen die deutsche Ländermannschaft, in der u. a. Puchloh, Münzenberg, Ha- ringer, Grämlich, Goldbrunner, Lehner, Siffling und Szepan standen, ganz ausgezeichnet spielte und nur mit 2:4 (0:2) Toren unterlag. Diesmal haben die Bulgaren nun den Vorteil, in heimischer Um» Der Leichtathletik-Wettkampf, der am Sonntag fm Pariser Stadion Jean Bouin zwischen der Mannschaft des Kölner Leichtathletikklubs und einer Nicht einmal d i e Hälfte erfüllte die Pariser Leichtathletikmannschaft ausgetragen wurde, war trotz der derzeitigen politischen Lage und eines fast den ganzen Nachmittag währenden Gewitterregens nicht nur gut besucht, sondern verlief auch in einer ausgesprochen sportlich-ritterlichen Atmosphäre. Ja, man darf behaupten, daß die deutsch-französische Sportkameradschaft am letzten Sonntag sozusagen ihre Feuerprobe bestanden hat. Unter der tausendköpfigen Zuschauermenge des nach dem im Weltkriege gefallenen französischen Langstreckenläufer Jean Bouin benannten Stadions bemerkte man diesmal besonders viele Angehörige der Armee, die gleich den übrigen Pariser Sportfreunden den Leistungen der deutschen Mannschaft wiederholten Beifall zollten. Ein Pariser Mittagsblatt, das die ausgezeichnete Haltung der Kölner Leichtathleten, aber auch das Entgegenkommen der deutschen Grenzbehörden hervorhebt, bezeichnet die Tatsache, daß Hakenkreuzfahne und Trikolore auch in diesen Tagen schwerer politischer Entscheidungen über einem Pariser Stadion einträchtig wehten, als ein gutes Zeichen für die durch nichts getrübten guten Beziehungen zwb fchen Deutschen und Franzosen. Deutsche Jugend rudert in Grünou. 1400 Jungen im Kampf um Sieg und Titel. Das interessiert den Kolonialwarenhändter Don Gewürzen/ Haselnußkernen/ Feigen und Datteln. Deutsche Rennwagen und die neue Rennformel. In dem Augenblick, in dem das Ausland erkannte, daß die deutsche Vorherrschaft im Automobilrennsport auch nach den Bedingungen der neuen Rennformel nicht zu brechen war trat man jenseits unserer Grenzen für eine neue Formel em. Genau so, wie man die neuen Bedingungen gegen den Wunsch von Deutschland und Italien schon für dieses Jahr als verbindlich erklärt hatte. Die alte Formel gab dem Konstrukteur 750 kg Werkstoffe in die Hand. Daraus sollte er einen möglichst schnellen, zuverlässigen und sicher auf der Straße liegenden Wagen bauen. Deutschlands Ingenieure schufen wahre Wunderwerke für ihre Siegmaschinen. Mur Italien hielt einigermaßen Schritt Das war den anderen nicht recht. So belasteten sie die Kompressormotoren mit dem hohen Koeffizienten von 1,5 kg. Künftig sollten also die deutschen und italienischen Wagen Gegner mit anderthalb mal so großem Zylinderinhalt ohne Kompressor erhalten. Doch selbst dieses schwere Handicap erschütterte die klare Ueberlegenheit der Deutschen nicht. Die neue Formel führte vielmehr eine bedrohliche Krise herbei, die im Großen Preis von Frankreich ihren Höhepunkt erreichte und nur dank der Einsatzbereitschaft der deutschen Werke über« / wunden werden konnte. Das erste Jahr der neuen Formel, hie bis 1940 gilt, geht feinem Ende entgegen, nachhem es Deutschland Triumphe auf Triumphe gebracht hat. Da erheben sich auf der Tagung her Internationalen Sportkommission her AIACR. in Pans auch schon die ersten Stimmen, die nach Aenderungen schreien. Es soll dabei um den Koeffizienten für den Kompressormotor und um den Kompressor selbst größte Vorsicht geboten. . . Feigen werden aus Griechenland und der Tur fei nach Deutschland eingeführt. Smyrna ist der große Feigenhafen, von wo die Luxusfelgen und auch die sogenannten Jndustriefeigen, die zur F - brikation von Kaffee-Ersatz benutzt werden nach Deutschland abgehen. Die aus Griechenlandem geführten Feigen sind meistens in Kisten verpackt, während früher die sogenannten-Kranzfeigen in grö feeren Mengen eingeführt wurden Die Feigeni bil den in manchen Kolonialwarengeschaften rmd ebenso in allen Rohkostgeschäften einen wichtigen Artikel, der immer wieder verlangt wird. Am bestengeht das Geschäft im Winterhalbjahr. In Deutschland eristiert auch eine Feigen-Deredelungsindustrie. D e Früchte werden kandiert, dann in Packungen über den Einzelhandel an die Kundschaft abgegeben. Her- vorgehoben werden muß, dafe die zuckerrelchen Feigen sehr nahrhaft und bekömmlich sind Die Datteln, die in Deutschland auch sehr geschätzt sind, kommen überwiegend aus Iran und Marokko. Auch hier gibt es verschiedene Sorten, die aber alle das eine gemeinsam haben, daß sie leicht entzweibrechen, klebrig sind und deshalb schwer ausgewogen werden können. Der Kalonlalwarenhandler muß also sorgsam mit den Datteln umgehen, wenn er sie schnell verkaufen will. Unappeütliches Aussehen stört erfahrungsgemäß den raschen Berkaus. Die Datteln werden ebenso wie hie .^geH von hen Rohköstlern bevorzugt; für hie übrige Bevölkerung besteht ein größerer Beharf nur in hen Monaten vor Weihnachten. Die deutsche Veredelungsindustrie hat sich auch dieser Frucht angenommen und besonders durch eine sinnreiche Verpackung m kleinen Körben und Kästen den Derkaufswert der Waren erhöht. n'u* yeriaoeuaiiDn. ~a. r - - gebündelt, 2,80, Roggenstroh, dasselbe, 2,90 bis 6, Hafer- und Gerstenstroh, dasselbe, 2,40 bis Kleeheu, gut, gesund, trocken, 7 bis 7,o0 ab er zeuger-Derladestation. Tendenz: ruhig. granffurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Sept. (Vorberichb) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 8W Rinder (176 Ochsen, 97 Bullen, 368 Kühe, 2-1 Fckrsen), 259 Kälber, 85 Hämmel, 93 Schafe, Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 45 Mar. Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44. Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 52, Schafe 22 v' 42, Schweine 52 bis 59 Mark. — Marktverlau'. Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hammel unu Gewürze haben im Leben der Völker eine größere Rolle gespielt als man gemeinhin annimmt. In der ersten Zeit nach den Entdeckungen^ als der Goldrausch verflogen war, war es der Gewurzhandel, i der die Portugiesen und Spanier reich gemacht hat. । Auf den großen Märkten für Gewürze sind viele Vermögen gewonnen und verloren worden. Die Pfefferspekulation haben zeitweise riesig Ausmaße angenommen. Die Importeure, die sich mrt dem Gewürzhandel befassen, müssen besonders aus dem Kien sein, wenn sie nicht unter die Rader kommen wollen. Etwas weniger schwer hat es der Einzelhandel, der die Gewürze an den letzten Derchraucher abgibt. Aber auch der Kolonialwarenhandler muß wissen, welche Sorten er in ausreichender Menge erhalten kann, wie sich die Preise bewegen und welcher Bedarf den Jahreszeiten entsprechend besonders aufzutreten pflegt. Schließlich ersordern die Gewürze eine sorgsame Pflege; vor allen Dingen muß vermieden werden, daß sie in zu enger Berührung mit anderen Derbrauchswaren lagern. Im ersten Viertel des Jahres 1938 haben sich bedeutsame Veränderungen im deutschen Gewurz- import ergeben. Die Einfuhr an Pfeffer ist gegenüber hem gleichen Zeitraum des Dorfahres um etwa 30 v. H. gesunken. Von Januar bis Marz 1938 wurden rund 10 200 Doppelzentner Mester emge- führt, die einen Wert von etwa 510 000 Mark harteilten. Dabei ist her Preis etwas zuruckgegangen. Ein Rückgang ist auch bei der Paprika - Einfuhr festzustellen. Hiervon haben wir 510^Doppelzentner aus dem Auslande bezogen gegenüber 720 im er- ften Vierteljahr 1937. Für den eingefuhrten Paprika mußten in diesem Jahr 54 000 Mark ausgegeben werden. Dagegen ist in allen anderen Gewurzarten eine verstärkte Einfuhr festzustellen Die größten ' Steigerungen haben Gewürzne l k e n und N - tenpfeffer aufjutoeifen. Bejbe ^ßwurze weisen Ernfuhrsteigerungen von weit über 200 v. H. auf. Die 2800 Doppelzentner Gewürznelken, die von Januar bis März hereingenommen wurden repräsentieren einen Wert von 300 000 Mark, die 2000 Doppelzentner Nelkenpfeffer einen solchen von 200 000 Mark. Weiter werden gebraucht Ingwer (350 Doppelzentner) - 36 000 Mark Kar h am o n (125 Doppelzentner) = 59 000 Mark, Muskatnüsse (1895 Doppelzentner) — 271 000 Mark, echter Zimt 817 Ä&. W4 000 M°rk, Zimtk°s° fia rund 2000 Doppolzrntn-r = l04 000 Mark nni> Vanille (138 Doppelzentner) - 244 000 Mark. Somit sind um ersten Vierteljahr 1938 an Gewürzen rund 21000 Doppelzentner eingefuhrt, deren Wert ergebnis. 1 940 000 Mark ausmacht. Der Kolonialwarenhandel In verschiedenen Wettbewerben gab es ausge- ^ann daraus erkennen, welche Gewürze in befon- zeichnete Leistungen. So gewann der finnische Olym- ^rs großen Mengen zur Verfügung stehen, piafieger über 5000 Meter, Gunnar Hockert, hie । 3000 Meter in 8:48 Minuten und sein Landsmann Vaino warf den Speer 72,38 Meter weit. Im Hoch- jprung kam Kalima auf 1,95 Meter. Einen deutschen Doppelerfolg gab es im Diskuswerfen durch Hil- brecht und Krönenberg mit 47,32 Meter bzw. 47,17 > 'XlÄt.Co Meter. Fehring gewann die 100 und 200 Meter I klar, während der Berliner Rinck über 400 Meter Hlitfaqsbörfe schwach. den Finnen Aarnia^a in 50,1 Sekunden schlug. ' 9^ Sevt Die Börse eroff- Emen weiteren deutschen Sieg gab es in her ^a?kf "rt „ schwacher Haltung. 4X100-Meter-Staffel, während die übrigen fieben nete au^^tler Qandcn‘ „„x JXfrdkn ftanb Wettbewerbe an Finnland fielen. Dem Kundschastskreise^s^ Kurze Sporinotizen. bereitschaft gegenüber, da die Zuruckhaltung ln vol- ,, . . lern Umfange fortbestand. Kaufauftrage lagen kaum Westdeutschland und O st Holland tra- üor verschiedentlich wurden lediglich niedrige Limite gen den traditionellen Fußballkampf am 6. Novern- Die durchschnittlichen Einbußen lagen bei her in M.-Gladbach aus. Es handelt sich bereits um|2 b[5 3 D Eine Reihe von Wertes ging am Aktienmarkt bis über 5 v. H. zurück. Die stärksten Rückgänge hatten AG. für Verkehr mit 114,50 (119) Allg. Lokal und Kraft mit 134 (139), Dqimler mit 122 25 (127), Adlerwerke mit 98,50 (103,50) und «AEG. mit 106,40 (111). Am Montanmarkt gaben Verein. Stahl auf 95,50 (98,50), Hoesch auf 103,75 (107,25), Klöckner auf 111,50 (116), Mannesmann auf 101 (104,50), und Deutsche Grbö1 auf 123,25 (126,50) nach. JG.-Farben gingen auf 146 o0 (148^90), l Metallgesellschaft auf 120,25 (124) zurück. Am Elek- Z u einem eigenartigen ! kam her Engländer Eddie ^Philipps am Dienstag-1 mit 93 (93,50) anc,. . abend vor 12 000 Besuchern in der Londoner Har-1, aurf) ,n Reichsschatzanweisungen vorgeleo ringay-Arena. Im Ausscheidungskampf um die bn- ferner in Jndustrie-Obliaationen, die bis tische Schwergewichtsmeisterschaft wurde der Ire • ^rückfielen. Auch Liguidationsvfandbriefe Jack Doyle nach einem Schwinger, der sein Z'el , /.^och und bis 0 50 niedriger. In Goldpfandverfehlte, aus dem Ring geschleudert und ausge-1 . wurde.das Angebot bei unveränderten Kur- i es ihm nicht möglich war, sich nur Kasseler 0,13 v.H. ermäßigt auf 100.13. Stadtanleiben gaben z. T. noch nach. Im Verlaufe blieb die Börse äußerst still und zurückhaltend. Eine Erholung war am Aktienmarkt nirgends festmstellen, Vielmehr traten verschiedentlich weitere Rückgänae um etwa 050 bis [1 v. H. ein. Verein. Stahl 94 50 nach 95 50. Man- nesnwnn 10013 nach 101, IG.-^arben 145 75 noch r. „ . ... 146.50, RWE. 115 50 nach 116 50, Conti Gummi gebung spielen zu können und sie sind^natürlich m narf) 1Q6 AG. für Verkehr 114 nach 114,50. D-e vom Ehrgeiz beseelt, jene Leipziger Niederlage erstmals notierten Werte lagen 3 bis 5 v. H. wettzumachen. Ob es gelingt, bleibt abzuwarten. - Wir wissen, daß unser Nachwuchs sehr stark ist und daß er auch gegen einen sehr starken Gegner nicht versagen wird. So bewährte Spieler wie Billmann, Tibulski, Malecki und Gauchel geben der Elf doch ein gewisses Rückgrat und es ist zu erwarten, daß diese Mannschaft am Sonntag günstiger abschnei- den wird als jene deutsche Nachwuchself, die vor, einigen Jahren in Sofia mit 0:2 besiegt wurde. Die Bulgaren stellen ihre stärkste Elf, die sich in | der Hauptsache aus Spielern der Vereine Lewski Sofia, FK. 13 Sofia und Wladislaw Warna zusammensetzen wirh. Die Bulgaren waren übrigens im Vorjahr auch an den Kämpfen um die Fußball- Weltmeisterschaft beteiligt und erzielten in her Ausscheidung iu Hause gegen die Tschecho-Slowakei ein 1:1. Wenn wir noch erwähnen, daß die bulgarischen Spieler technisch durchaus auf der Höhe sind und auf ihren harten Plätzen (ohne Gras!) ein besonders schnelles Spiel pflegen, dann sich alle jene Dinge genannt, die zu den Eigenheiten des bulgarischen Fußballsports zählen und von unserer Elf gebührend beachtet werden müssen. Das Spiel wird im „Junak-Stadion" stattfinden 102 (98,50), MAN. 122 (NS), D-imkr 127 (122^, Demag 138 (134), Licht & Kraft 133 (130), Ges fürel 131 (128), Metallgesellschaft 120 bis 123 (120,25), Moenus 119 (117) RheiNmetalll23,50 bis 124,50 (122,75), Eßlmger 99 bis 09,75 (97) RWC. 117,50 (115) und sehr fest lagen schließlich noch Westdeutsche Kaufhof mit 93 (88). Orofebanfaftien lagen bis 1 v. H. höher, Commerzbank 106,75, Deutsche Bank 114, Dresdner Bank 106. Renten dagegen still. Reichsaltbesitz unv 127 Farben- Bond-; 0,50 v. H. erholt auf 120,25. Es wurden noch einzelne Industrie-Obligationen notiert die nach Pause niedriger lagen. 5proz. AEG 99,7a. 5proz. Gelsenkirchen Berg 97,75. - An der Nach- börse blieb die Haltung fest und man nannte mindestens die höchsten Kurse und teilweise auch dar- Zrankfurker Getreidebörse. flr.2 .-S Ifltnat gurt' Auch v von eU insoltz« W antei5' Dnschni richten: Mlc niedei drrl 1O.£ eW Se-ie Ser i jlattfi Das die b M Das 6 beit der Nationei Frieden Modalita gesagte l das Reic Volk ist pciischen dungsvol weit geö Verstand tyättnis be lanb meiß, unb vvn b Sujammen Haltung b und nati Probleme Lebensnot 4» 'n 4^ »- ist" ’Sno ern n in RS w?« ruhenden persönlich, Aussprack ihrer Dö so in M nicht nur eines We der Selbs das auch deuten wi M/ßtn ßuge öer Das b ^utungsvol Zankeso ®le entschlo S,!ft d°- ,-uiiUionen i' ^.*en beutfef »nStin s Wim Witi Br fester ^r, ^n.er?ie fanden i.Nn pc