llr.YY (Erffes Blatt 188. Jahrgang §rettag,29.AprllM8 Lrfchetm »ügltch. außer Sonntags und Feierlags betlagen: Die Illustrierte (Biegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalz-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne illustrierte e 1 80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernsprechonschlüfse vnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gießen poftschecltonto: Sranlfurt am Main 11688 Annahme von Anzeige« füt die Mittagsnummer vis8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Metzener Anzeiger Generas-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche Unlverfilätsdruckerei B. fange in Siehe». Schriftle tnng und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Dom Lustgarten zum Quirinal Große Ereignisse werfen nicht nur ihre Schatten sondern auch ihre Lichter voraus. -Das spürten wir alle in diesen Tagen. Denn wohl niemals war das deutsche Volk von einem so starken Gefühl der Vorfreude auf den 1. Mai erfüllt wie in diesem Jahre. Und das mit Recht. Der nationale Feiertag des deutschen Volkes, der ja aus dem Fest der Arbeit erwachsen ist, fällt zwar diesmal auf einen Sonntag und bedeutet deshalb keinen zusätzlichen „Urlaub", aber dieser Umstand wird doch mehr als reichlich ausgewogen durch das erhebende Bewußtsein, daß sich nun z u m e r st e n M a l d i e groß» deutsche Arbeits- und Volksgemeinschaft um den Maibaum schart, daß über sechs Millionen schaffensfrohe Ostmärker nun schon seit vielen Wochen aktiv an dem inneren Aufbau des Dritten Reiches teilnehmen können, daß mit den fortschreitenden Ergebnissen des Vierjahresplanes und mit der wachsenden Macht Großdeutschlands die ganze Nation sorgenfreier und unbeschwerter in die Zukunft blicken kann. Das Lied der Lebensfreude schwingt heute über den gesamten deutschen Siedlungsraum von der Nordsee bis zu den Karawanken, von der Saar bis an die Memel, und sogar in den böhmischer» Randgebieten findet es seinen Widerhall, wo das jahrzehntelang unterdrückte Sudetendeutschtum jetzt einmütig seine Stimme zum nationalsozialistischen Glaubensbekenntnis erhebt. Hier wird eine weitere Ursache sichtbar, die uns mit Freude erfüllt: Dieser 1. Mai 1938 fällt in eine Zeit europäischer Neuwerdung und internationaler Politik, die ganz eindeutig im Zeichen der von Adolf Hitler verkündeten Jd"en über das Zusammenleben der Völker steht. Wenn also der Führer vom Lustgarten, aus der Mitte seines schäftenden Volkes heraus, fast unmittelbar zur Reise nach dem ewigen Rom aufbricht, so dürfen wir auch darin ein Sympton unserer gestärkten Lebenskraft erblicken. Denn Adolf Hitler nimmt seinen Wohnsitz im Quirinal, im römischen Köniaspalast, nicht als interessierter Unterhändler oder als Chef irgendeiner Zufallsregieruna. sondern als Repräsentant von 75 Millionen schaffenden Menschen, als Vollstrecker einer geschichtlichen Sendung, von der in gleicher Weise das befreundete Volk des faschistischen Italiens, das neu- geichaftene Imperium des Marschalls Mussolini ergriffen ist. Vom Lustgarten zum Quirinal führt seit dem Anschluß Oesterreichs eine gerade, ununterbrochene Straße, die nach beiden Seiten gesichert ist von zwei iugendlichen Völk°rn, in deren Händen neben dem selbstgeschmiedeten Schw-rt die Waffe der Arbeit ruht und in deren Herzen die Kraft eines gemeinsamen Ideals wohnt. Ev. Dos Beispiel des 1 Mai Zum sechsten Male begeht am 1. Mai das gesamte deutsche Volk seinenNationalenFeier- t a g. Heute ist es selbst für die Mitlebenden schon fast Legende aeworden, daß in den Systemzeiten oie deutsche Arbeit sich in unzählige, wütend gegeneinander kämvfende Jnteresientenhaufen zersvlitterte und die jüdische Welt des Marrismus den Klassen- kampf als den Sinn der Geschichte bezeichnete. Ein Blick auf das Ausland zeigt uns, daß dort die alten Gezeitenbewegungen des Liberalismus und Individualismus, der marxistisch-bolschewistischen Zerstörungslust und des Konventionalismus noch miteinander ringen, daß in den USA. zwölf Millionen Arbeitslose, in England eine kaum gesenkte Ziffer von Unbeschäftigten und im kleinen Ho^and sogar nach dem letzten Ausweis 420 700 Menschen vergeblich auf Tätigkeit hoffen, während sich dort die Wirtschaft um Profite balat und die Regierungen untätig oder mit unzureichenden Proarammen dieser Drohung des Elends geaenüberstehen. G r o ß d e u t s ch l a nd hat als einziges Land neben Italien das Arbeitslosenproblem gelöst, als einziges Land keine Streiks, keine Jn- teresfentengruvpen. keine volkswirtschaftlichen Verluste infolge der Reibunasftächen der Klaffen mehr. Deutschland hat der Welt ein Beispiel gegeben, wie ein Werk angefaßt und durchaeführt wer- den muß, damit der Schaffende wirklich nach Recht und Pflicht sich dem großen Volke verbunden fühlt. 2)er 1. Mai ist in diesem Jahr nicht nur Verheißung, sondern Ausdruck der erfüllten Sehnsucht. Der 1. Mi in Oesterreich Wien, 28. April. (DNB.) Der 1. Mai kann in Oesterreich aus organisatorischen Gründen in diesem Jahre noch nicht in dem Ausmaß gefeiert werden, wie im übrigen Reich. Alle Männer und Frauen nehmen jedoch an der großen Feier, die von Berlin aus übertragen wird, teil. Der Reichskommissar für die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich, Gauleiter Bürck'el/hat in einem Aufruf an die Betriebsführer die Bitte gerichtet, dort, wo es die wirtschaftliche Lage ermöglicht, an ihre Gefolgschaftsmitglieder am' 1. Mai zumindest einen Tageslohn ausmbe.zahlen. Am Nachmittag oder Abend des 1. Mai sollen überall Kameradschaftsveranstaltungen stattfinden. In der Stadt Wien erhalten 12 000 Arbeitslosenfamilien eine Sondergabe von 10,— Reichsmark. In Wi°ner-Neustadt werden 3000 Familien in gleicher Weise bedacht, in Steyr 2000 Familien. Bei anderer G"legenheit werden die restlichen Jndustriebezirke berücksichtigt. Am-1. Mai Flaggen beraus! Ver 1 in. 28. April. (DNB.) Aus Anlaß des Nationalen Feiertages des Deutschen Volkes fordert der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda die Bevölkerung auf, ihre Wohnungen und Häuser «tnif den Fahnen des Reiches zu beflaggen. Oer Staatsbesuch des Führers in Italien. Abreise am 2. Mai in Begleitung einer Reihe bedeutender Persönlichkeiten des neuen Deutschland. - Großartige Veranstaltungen des befreundeten Italien zu Ehren des Führers. Berlin, 28. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler begibt sich am 2. Rlai nach Italien, um einer Einladung Seiner Majestät des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien zu folgen und dem italienischen Regierungschef und Duce Benito Mussolini seinen vorjährigen Besuch in Deutschland zu erwidern. In Begleitung des Führers werden sich befinden: der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop; der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß; der Reichsmlnister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels; Reichsminister Dr. Frank; der Ehef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers; der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel; der Chef der deutschen Polizei, Reichsführer ff Himmler; der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter B o u h l e r ; Reichsleiter Amann; der Reichspresiechef, Reichs- leiter Dr. Dietrich; der Chef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers, Staatsminister Dr. M e i h n e r; der Ehefadjutant des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner; der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr von Weizsäcker; der Ehef der Auslandsorganisation der NSDAP. im Auswärtigen Amt, Staatssekretär Gauleiter Bohle; der Oberquartiermeister des Generalstabes des Heeres, Generalleutnant von Rom, 28. April. (Europapreß.) Am Donnerstagabend, an dem die Blätter die amtliche Verlautbarung über den bevorstehenden Besuch des Führers bringen, stehen gleichzeitig Buchläden und Zeitungsstände voll im Zeichen des kommenden Ereignisses. Zahlreiche römische Verleger haben Bücher mit Schilderungen des Lebens Hitlers herausgebracht; der Wiederaufbau Deutschlands und Geschichte und Entwickluna der nationalsozialistischen Bewegung werden ausführlich behandelt. Die Abendpresse bringt bereits Kommentare zu der amtlichen Verlautbarung, in deren Mittelpunkt die Festellung steht, daß die Begegnung dieser, beiden großen politischen Führer tiefere Bedeutung habe als die sonstigen Begegnungen zwischen den Chefs der Regierungen anderer Länder. Dies wird, so schreibt „G.iornale d 'Italia", eine neue Begegnung zweier Persönlichkeiten sein, die der Geschichte der Jahrhunderte wie der der Bewegungen, die sie geschaffen haben, ihren Stempel aufdrücken wird. Und die „Tribuna" meint, die Bevölkerung Italiens begrüße in Adolf Hitler nicht nur den ersten Mann einer großen und befreundeten Nation, sondern einen Schöpfer einer Slülpnagel; der Chef des Marinewehramles, Konteradmiral S ch n i e w i n d ; der Kommandeur der Leibstandrale „Adolf Hiller", -^-Obergruppenführer Sepp Dietrich; die Adjutanten des Führers, Gruppenführer Schaub und Brigadeführer Wiedemann; der Chef des RUnisteramles im Reichsluftsahrtminisierium, Generalmajor Boden- s ch a h ; der Winisierialdirektor im Auswärtigen Amt, Dr. Gaus; der Ehef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante; Gesandter A s ch m a n n vom Auswärtigen Amt. Der Führer und Reichskanzler wird sich z u n ä ch st nach Rom begeben, wo er sich als Gast des Königs und Kaisers einige Tage aufhalten wjrd. Außer einer Reihe von Veranstaltungen von Partei und Heer in Rom sind zu Ehren des Führers eine große Flottenparade in Neapel sowie kriegsmäßige Manöver vonheerund Luftflotte vorgesehen. Zu den Kundgebungen der Bevölkerung in Rom und Neapel tritt abschließend noch ein Auf m arsch der gesamten Bevölkerung von Florenz, Kundgebungen, die alle in eindrucksvoller Weife die Bedeutung zum Ausdruck bringen werden, die das befreundete faschistische Italien der durch den Besuch Adolf Hitlers erneut zum Ausdruck gelangenden Solidarität der beiden großen Nachbarvölker beimiht. neuen Weltordnung. In allen Blättern kommt darüber hinaus zum Ausdruck, daß das italienische Volk den glänzenden Empfang, den Deutschland dem Duce als Vertreter des italienischen Volkes dargebracht habe, nicht vergessen habe und anläßlich dieses Besuches erwidern wolle. „Die Achse Berlin — R o m", so betont das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", „bleibt unverändert und überragend im politischen Bewußtsein der Italiener, die nicht jeden Tag Versicherungen der Treue wiederholen müssen, um die leichtfertigen Ausführungen zu dementieren, die man da und dort bei dieser und jener Gelegenheit zu sehen versucht. Die Achse Rom—Berlin entspricht in ihren idealen Grundsätzen und in ihren Funktionen voll und ganz den nationalen und imperialen Interessen Italiens und nicht weniger der Verantwortung, die Italien als einer europäischen Großmacht zukommt. Bei seiner Reise und seinem Aufenthalt in Rom, Neapel und Florenz wird der Führer gewiß den Gei st, die Kraft und die Disziplin der italienischen Nation erkennen, die mit seiner Nation solidarisch ist. Ueberdies wird jenes Uebereinkom- men zwischen den Führern und Völkern gewiß betätigt und vertieft werden, das nunmehr seit zwei Jahren zum beiderseitigen Vorteil und zum Nutzen von ganz Europa geschaffen wurde." „Lavoro Fascista" betont, Hitler werde in Italien ein befreundetes Volk vorfinden, das geschlossen und einträchtig wie noch nie in seiner 3000jäh- rigen Geschichte dastehe und das das größte Verständnis für die deutschen Probleme und die nationalsozialistische Revolution habe. Der Führer verkörpere für Italien dieses neue Deutschland, das durch ein Wunder des Glaubens und des Willens aus namenlosem Elend auferstanden sei. Die Männer, die den Führer begleiten, seien in Italien gut bekannt. Die Begegnung in Rom erfolge in einem ruhigeren Augenblick des europäischen Lebens, in einer Atmosphäre, die von den täglichen Gefahren eines Krieges zwischen den großen Mächten befreit sei. Vor wenigen Tagen sei ein dauerhaftes und vollkommenes Friedensinstrument zwischen Italien und England unterzeichnet worden. Das italienische Volk, das den Krieg nicht fürchte, aber die Segnungen eines arbeitsamen und tätigen Friedens zu schätzen wisse, empfange den Führer mit der vollen Befriedigung, ein wichtiges Ziel der europäischen Befrie- d u n g erreicht zu haben. Auch Deutschland, das kürzlich Wochen größter Spannung und stärkster nationaler Begeisterung erlebte, sehe heute mit Stolz und Ruhe seiner Zukunft entgegen. Die Eintracht der beiden Revolutionen habe diese mit Gefahren verbundene, aber friedliche Revision des europäischen Gleichgewichtes ermöglicht. Die bevorstehende Begegnung werde eine Bestätigung jener Politik und eine wesentliche Verstärkung des friedlichen Gleichgewichtes darftellen, das auf der Anerkennung der großen Realitäten beruhe, die nunmehr der ganzen Welt offenbar feien. Starker Eindruck in London. „Ein alles überbietender Empfang für den Führer." London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Londoner Blätter bringen ausführliche Meldungen über das Programm der Romreife des Führers, über seine Begleitung und insbesondere über die in Italien getroffenen Vorbereitungen für den Empfang und für den Aufenthalt des Führers in Rom, Neapel und Florenz. „Daily Telegraph" sagt in einem Bericht aus Rom, es sei keine lieber« treibung, wenn man erkläre, daß der Empfang und die Hitler zuteil werdenden Ehren alles überbieten werden, was Rom feitdenTagender Cäsaren gekannt habe. — „News Chronicle" berietet aus Berlin, Hitlers Jtalienbefuch werde sich in noch nie gekannter Herrlichkeit vollziehen. Ganz Italien im Vanne des Fiihrerbefnches. Die französisch-englischen Besprechungen. London meldet Meinungsverschiedenheiten in der tschechischen Frage. London 28. April. (Europapreß.) Die französischen Gäste haben sich am Donnerstagnachmittag auf Einladung des englischen Königspaares nachSchloß Windsor begeben, wo am Abend ein Festbankett stattfand, an dem auch Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax teilnahmen. Die Teilnehmer waren in Hofkleidung erschienen. Bei dem Bankett wurde zum zweiten Male seit der Thronbesteigung des Königs goldenes Tafelgeschirr verwendet. Der König und Lord Halifax besprachen mit den französischen Ministern die Vorbereitungen für den Staatsbesuch des Königs und der Königin in Paris im Juni. An das Frühstück, das Ministerpräsident Chamberlain seinen französischen Gästen in seiner Amtswohnung in der Downingstreet gegeben hat. schloß sich vor der Abreise nach Windsor noch eine kurze Aussprache an. Es heißt, dabei habe die tschechische Frage im Mittelpunkt der Erörterungen gestanden. An dieser Zusammenkunft nahm neben Chamberlain und Lord Halifax der erste diplomatische Berater der Regierung, Sir Robert Vansittart, teil. Der französische Ministerpräsident D a l a d i e r betonte, ohne Uebertreibung könne gesagt werden, daß die Unterredungen überaus herzlich geführt wurden und jeder den Eindruck hatte, daß ein volles Einverständnis über die Notwendigkeiten, denen wir entgegengehen, bestand. Bei allen wichtigen Punkten und bei allen Fragen wurde eine übereinstimmende Ansicht erreicht, selbst bei den Fragen, bei denen bis zum heutigen Tage keine Uebereinstimmung der Ansichten habe erreicht werden können. Wie dazu von gut unterrichteter Seite verlautet, ist auch die tschechische Frage eingehend besprochen worden. Der tschechische Gesandte in London, Masaryk, habe mit führenden Männern der Mitteleuropäischen Abteilung im englischen Außenministerium eine längere Unterredung gehabt in Zusammenhang mit einigen Rückfragen, die die Downing-Street an die Prager Regierung gerichtet hatte. Man läßt durchblicken, daß in der teschechischen Angelegenheit Meinungsverschiedenheiten auftauchen, da England nach wie vor den von Chamberlain am 24. März im Unterhaus umriffenen Standpunkt einnehme, wonach London gegenüber Prag keine Vorfchußgarantien geben könnte. Paris sei dagegen durch seine vertraglichen Abmachungen der Tschechoslowakei gegenüber stärker verpflichtet. Das einzige, was man daher nach englischer Ansicht tun könnte, sei, a I s Vermittler in Mitteleuropa aufzutreten, um an der Beseitigung der hier bestehenden Schwierigkeiten mitzuarbeiten. Peben der Behandlung der tschechischen Frage spielt naturgemäß die Möglichkeit einer englisch- französischen militärischen Zusammenarbeit eine bedeutsame Rolle. Die Meldungen sozialistischer Blätter, wonach sich bereits in acht oder zehn Tagen englische Militärsachver- ständige nach Paris begeben würden, um mit dem französischen Generalstab die Pläne für ein enges Zusammengehen auszuarbeiten, werden in politischen Kreisen als übertrieben bezeichnet. Die nMärische 3ufammeiw6ei( im Vordergrund des pariser Mreffes. Paris, 29. April. (DNB.) Havas berichtet, das englisch-italienische Abkommen sei eine wichtige Etappe auf dem Wege der allgemeinen Beruhigung in Europa. Die Anerkennung Aethiopiens in Gens würde endgültig den Differenzen ein Ende machen, i)ie allzulange die Unterzeichnermächte von Stresa getrennt hätten. In der Frage der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien stimme die französische Regierung der Wiederherstellung der internationalen Kontrolle an der Pyrenäengrenze zu. Trotz einer Beruhigung in der internationalen Lage bleibe bie Situation in ihrer Gesamtheit ernst. Deshalb habe die englische Regierung recht, daß sie mit den französischen Ministern die wirkungsvollsten Mittel studiere, um gemeinsam die beiden Länder gegen jeglichen Angriff z u verteidigen. Die Zusammenarbeit der K r i e g s- schiffe beider Länder könne von vornherein nur in großen Linien festgesetzt werden. Hingegen sei es nötig, eine taktische Zusammenarbeit der beiden Luftflotten auf französischem Boden vorzusehen, um die Luftabwehr Englands zu sichern. Zu diesem Zweck würde eine Gene- ralstabsfühlungnahme zu einem Austausch nützlicher Informationen über Personal, Material, Konstruktion usw. erfolgen. Auf militär mir t- schaftlichem Gebiet müsse man ebenfalls Zusammenarbeiten, um jede unnütze Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu vermeiden. Das wesentliche Er- gebnis des ersten Verhandlungstages fei unbestreitbar der Entschluß, die zwischen Frankreich und England zustandegekommenen militärischen Verpflichtungen auf das praktische Gebiet zu übertragen. Generalstabsbesprechungen würden fortan zwischen beiden Ländern die technische Verbindung sichern. Aber wenn diese Zusammenarbeit zwischen den beiden Nationen ein wichtiges Interesse darstelle, so bleibe die englische Regierung bemüht, das europäische Wiederherstellungswerk, das sie mit dem Abkommen von Rom eingeleitet fortzusetzen, indem sie mit Deutschland die Verhandlungen wiederaufnimmt. „Epoque" stellt es so hin, als ob das britische Imperium an drei lebenswichtigen Punkten zu Wasser und in der Luft bedroht sei: Im Fernen Osten, im Mittelmeer und in der Nordsee. Das Blatt kommt dann natürlich zu dem Schluß, daß Frankreich die einzige Macht sei, die an diesen drei Punkten gleichzeitig eine wirksame Hilfe leisten könne. — „Figaro" glaubt Mitteilen zu können, daß seit Kündigung des Locarnovertrages über die Militärattaches der französischen und englischen Botschaften in Paris und London von Zeit zu Zeit Generalstabsbesprechungen stattgefunden hätten. Am Donnerstag sei in London ein ins einzelne gehender Plan in Hinsicht auf eine Zusammenarbeit zwischen den Generalstäblern Englands und Frankreichs untersucht worden. Englands Ernährung im Kriegsfall. Ein Regierungsplan für die Verteilung von Lebensmitteln. London, 28. April. (Europapreß.) Ein umfassender Plan für die Verteilung von Lebensmitteln an die Bevölkerung im Falle eines Krieges ist soeben vom Wirtsckastsministerium veröffentlicht worden. Die Möglichkeit, diesen Plan in wenigen Stunden in Kraft zu setzen, wurde von dem Wirt- schaftsministerium als Grundbedingung hingestellt. Die Verteilung der Lebensmittel soll möglichst von den bisherigen Händlern durchgeführt werden, jedoch sollen sie unter Staatsaufsicht stehen. Durch den Plan soll garantiert werden, daß im Falle eines Krieges in allen Teilen Englands die notwendigen Nahrungsmittel zur Verfügung stehen und in jedem Ort jeder Einwohner genügens Nahrungsmittel erhält. Sollte eine Rationierung der Lebensmittelvorräte notwendig werden, so wurdeü Lebens- m i t t e l k a r t en ausgegeben. Nach den Erfahrun- gen des Weltkrieges könnte sowohl das Angebot als auch die Nachfrage geregelt werden, wenn die Preise fe st gelegt und beobachtet würden. In dem Plan wird vorgesehen, daß jeder Staatsange- hörige einem bestimmten Lebensmittelverteiler zugewiesen wird. Die Stapelung von Lebensmittelvorräten bei solchen Verteilern könnte leicht geregelt werden. Die NSG. Auf einer festlichen Sitzung der Arbeitskammer Hessen-Nassau verlieh Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger 51 Betrieben des Gaues Hessen-Nassau, die am Leistungskampf der deutschen Betriebe teilgenommen hatten, das Gaudiplom für hervorragende Lei st ungen. Nach der Eröffnung durch Dr. Brunne, dem Beauftragten für den Leistungswettkampf im Gau Hessen-Nassau, sprach Gauobmann Becker über die Auszeichnung „Nationalsozialistische Musterbetriebe", die am 29. August 1936 vom Führer verfügt worden sei. Grundlage für die Auszeichnung sei die Erfüllung nationalsozialistischer Betriebsgestaltung, in deren Mittelpunkt der deutsche Mensch stehe. Aus der nationalsozialistischen Haltung erwachse die vorbildliche Betriebsgestaltung. Vorbildliche Sorge für Betrieb und Volksgenossen, höasite Verantwortung für den deutschen Menschen seien die Wesensmerkmale dieses Kampfes, durch den die Lebens- und Schaffensfreude des schaffenden Deutschen erhalten werden solle. Diese Freude finde ihren Niederschlag in der höchsten Hingabe an die Arbeit. Gauleiter Sprenger führte dann folgendes aus: „Es ist ein stolzer Augenblick, schon nach fünf Jahren zu sehen, wie tief sich die nationalsozialistische Wirtschaftsgestaltung verwirklicht hat. Wie lange ist es her, daß der Liberalismus predigte, die Wirtschaft müsse die Politik führen. Im Gegensatz hierzu hat der Na- tionalsozialismus von vornherein die Anschauung vertreten, daß die Politik die Wirtschaft führe und die Wirtschaft im Dienst der Politik, im Dienst des Volkes stehen müsse. Der nationalsozialistische Staat hat bewiesen, daß die wirt- schaftliche Blüte aufs engste mit der politischen Freiheit verbunden ist. Vom Anfang des nationalsozialistischen Kampfes an standen wir im Kampf um die nunmehr Wirklichkeit werdende wunderbare Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Ohne den Nationalsozialismus wären wir heute nicht frei und hätten wir auch keine politische Führung in Deutschland. Die politische Führung aber lag immer, liegt und wird immer in den Händen der Nationalsozialistischen Deutschen A'-beiterparte iliegen Durch die nationalsozialistische Wirtschaftsführung haben wir aus allen Gebieten einen großen Fortschritt erreicht. In der kurzen Zeitspanne konnte jedoch noch keine totale Umstellung erreicht werden. Wir stehen mitten im Beginn der natio- nalsozialistischen Wirtschaftsgestaltung! Diese ist nicht mit der Entjudung erfüllt, sondern die Entjudung ist nur eine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Voraussetzung für d.enBeginn der nationalsozialistischen Wirtschaftsgestaltung, die zunächst und immer eine Frage der Führung ist. Unter begeisterter Zustimmung führte der Gauleiter dazu aus: Ich protestiere dagegen, daß einer Führer e^nes Unternehmens wird, nur weil er dazu bestimml wird. Er muß von TI a tut aus dazu bestimmt sein, und das erweist sich durch seine eigene Leistung und Fähigkeit. Die Gesetze und Anordnungen müssen im nationatsoztalistischen Gel st erfüllt und durchgeführt werden. ftur bewährte Nationalsozialisten können nationalsozialistisch gestalten. Der gute Dille allein genügt nicht! Dafür aber, was naflonal- sozialistische Wirtschaftsgestaltung ist. hot nur ein Gremium zu befinden: die Partei, die vom Führer und feinem Stellvertreter und den . von ihm dazu bestimmten Männern geführt wird. Sonst hat niemand zu urteilen, was nationalsozialistisch ist! Die breite Masse hat schon erfaßt, um was es geht. Wenn Gefolgschaftsmitglieder und Bettnebs- führer auf diese nationalsozialistische Basis treten, werden wir Erfolge erreichen, für die wir heute Lebensmittelgroßhändler sollen fortlaufend Nahrungsmittel im Auslande aufkaufen, die Lebensmittel-Importeure werden mit der Verteilung der eingesiihrten Waren betraut werden. Die Einfuhr von Lebensmitteln auf private Rechnung wird verboten. Mühlen und Zuckerraffinerien sollen ihre Betriebe im Auftrage der Regierung weiterführen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Frage der Gefährdung der Nahrungsmittelversorgung durch Luftangriffe gewidmet. Um die Durchführung des Planes zu gewährleisten, ist England in fünfzehn Verpflegungsgebiete aufgeteilt worden, wobei Groß-London nicht mitgerechnet worden ist. Für jedes Gebiet sind Ueberwachungsbeamte vorgesehen, die im Ernstfälle sofort ihre Tätigkeit aufnehmen können. opferbereite Los all die Sonne zu leiten, die roh? dorthin lenken können. Dort, wo die härteste Arbeit ist, muß am meisten Sonne hingeleitet werden. Der Schönheitsbegriff des Deutschlands Adolf Hitlers hat sich heute bereits überall durch- gesetzt, ob wir nun die Architektur, die Malerei, die Musik ober überhaupt ein Kunstgebiet betrachten. Es sind bereits genügend Vorbilder da, die nach unseren Begriffen das Häßliche abgrenzen. Ich sehe, wie unser Wollen sich nun als allein richtig erweist. Die Arbeiter sind heute die besten Vorkämpfer dafür. Die Unternehmer sind es aber ebenso. Das ist das Große gewesen: Daß wir das alles nicht haben selber machen wollen, sondern nur als Berater auftraten, daß wir die schöpferische Kraft in den Menschen geweckt haben. Die Unternehmer, und das sind heute Tausende, haben allein beim Leistungswettkampf 7 0 0 Millionen Mark mobil gemacht, in einem Jahr. Was das bedeutet, ist ungeheuerlich! Dabei ist das Ganze erst ein Anfang. Aber ich habe Betriebe gesehen, in denen man bereits Pläne - für zehn Jahre gefaßt bat. Das ist der einzige Weg. Es gibt keinen anderen. Alles, was wir tun, ist aus dem Wollen und Willen des Führers gewachsen. Schönheit, Wahrhaftigkeit, Zweckmäßigkeit, Raffe und Blut, Raum und Boden, Ehre, Leistung und Gehorsam, gehören dazu. Es ist für uns das Schönste, Menschen zu führen. Der Führer hat mir einmal gesagt: Der Politiker ist der höchste Künstler, denn er formt und bildet die Menschen. Deutschland muß schöner werden von Tag zu Tag, und das wird nie ein Ende haben. All die Führer und die Leiter der Betriebe haben mir erklärt, das alles ist kein Luxus und kein Geschenk, sondern setzt sich in eine Steigerung der Produktion, in Mehrwerte um. So wird denn auch Deutschland wirtschaftlich blühen, technisch wird es Fortschritte machen, immer mehr werden die Menschen erfinden und wir werden diese Erfindungen des menschlichen Geistes mit der Schönheit verbinden. So werden wir eine vernünftige Betriebsgemeinschaft bauen, in der jeder richtig eingesetzt wird und an seinem Platze steht und wo er auch sein Recht hat, so daß wir ihm damit auch die notwendige Würde geben. Dieses 3af>r 102 NS.-Musterbetriebe. Berlin, 28. April. (DNB.) Auf der feierlichen Tagung der Reichsarbeitskammer in der Berliner Staatsoper am 30. April um 10.30 Uhr wird der Stellvertreter des Führers zu den Bettiebsführern und den Obmännern jener Betriebe sprechen, die vom Führer zu „National- s o z i a l i st i s'ch e n 9Jtu ft erbetrieben" für das Arbeitsjahr 1938'39 erklärt worden sind. Reichs- organifator Dr. Ley hat dem Führer 102 B e - triebe zur Auszeichnung vorgeschlagen. In diesem Jahre bildet die Auszeichnung der NS-Muster« betriebe ermalig den Abschluß des Leistungskampfes der deutschen Betriebe, der in jedem Jahre vom 1. August bis 1. Mai ausgetragen wird. An der ersten Durchführung dieses Leistungskampfes b e - teiligten sich 84 000 Betriebe. Aus dieser gewaltigen Zahl wurden nach eingehender Prüfung und Sichtung von Dr. Ley die 102 zur Auszeichnung vorgeschlagen. Unter diesen 102 Betrieben befinden sich auch die 30 Betriebe, dis bereits im Vorjahr die goldene Fahne erhielten. Sie haben im Leistungskampf noch weiterhin ihre Leistungen verbessert und die Gemeinschaft vertieft. Ka;>itän Lübbes letzte Fahrt. Eine riesige Trauergemeinde geleitete in Hamburg den so plötzlich aus dem Leben geschiedenen Kapltän des,KdF.-Flaggschiffes „Wilhelm Gustloff" Karl Lübbe auf dem Ohlsdorfer Friedhof wr letzten Ruhe. Nach einer weihevollen Feier in der großen Kapelle wurde der Sarg zur Familiengruft gebracht. An der Spitze des endlosen Trauerzuges schritten Werkscharen und Politische Leiter. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley widmete dem Dahingeschiedenen einen herzlichen Nachruf und legte einen prachtvollen Lilienkranz des Führers nieder. Der Gauinspektor Seeschiffahrt SA.-Brigade- führex Schormann legte Kränze des Stellvertreters des Führers und des Leiters der Auslandsorganisation Gauleiter Staatssekretär Bohle, nieder. Nach Abschiedswarten des stellvertretenden Gauleiters Staatsrat Henningsen zog die riesige Schar der vielen teilnehmenden Volksgenossen zum letzten Gruß an der Ruhestätte des toten Kämpfers und Seemannes vorüber. Heue Spannung in Palästina. Die englische Palästina-Kommission in Jerusalem eingetroffen. Jerusalem, 28. April. (Europapreß.) Der Technische Ausschuß zur Untersuchung des Aufteil u n g s p l a n s für Palästina ist in Jerusalem eingetroffen, nachdem er den Weg von Port Said nach Lydda in einem Sonderzug zurückgelegt hatte und von dort unter polizeilicher und militärischer Bedeckung nach Jerusalem geleitet worden war. Die Lage in Palästina hat sich in den letzten Tagen nicht gebessert, nachdem wieder vier Araber erschossen und mehrere verwundet worden sind. Auch haben sich in den letzten Tagen wieder ernstere Unruhen in dem Gebiet zwischen Jerusalem und Hebron ereignet, wo die Polizei wiederholt eingreifen mußte. Der Palästina- Ausschuß, der unter der Leitung des Kolonialsach- Derftänbigen Woodhead steht, hat im Regie- rungsgebäube als Gast bes Ober-Kommissars Wohnung genommen. Die Araber haben zu einem Generalstreik für ganz Palästina aufgeforbert. Ein Manifest bes Arabischen Großrates würbe im ganzen Lanbe verteilt. Die arabischen Nationalisten fordern den Boykott des englischen Ausschusses, wodurch dessen Arbeiten sehr erschwert werden Dürften. Mit Rücksicht auf die Zuspitzung der Lage in Palästina ist für das gesamte Gebiet der Irak- Oe l-L ei tun g der Ausnahmezustand verhängt worden. Offensichtlich befürchtet man neue Attentate. Die Engländer haben über die arabische Stadt I e • nin, die in der letzten Zeit immer wieder im Mittelpunkt der Kämpfe zwischen den Freischärlern und dem Militär stand, ein Ausgehverbot verhängt. Die Bevölkerung darf nur zwischen 8 und 10 Uhr morgens das Haus verlassen und die dringendsten Besorgungen erledigen. In der Nähe von Jenin durchsuchte ein englisches Bataillon ein Dorf und dessen Umgebung. Da mehrere Gewehre und Munition sowie auch einige Granaten gesunden wurden, haben die Engländer 31 Araber verhaftet. Die Wahrheit Über die Tschechoslowakei Lord Isothermere für schnelle Lösung der tschechoslowakischen Frage. London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Lord Rothermere setzt sich in seinem Blatt „Daily Mail" aufs neue für eine Verständigung zwischen England und Deutschland ein. Chamberlain sei ein Realist mit dem unfehlbaren Instinkt für die richtige Tat im rechten Augenblick. Man könne nur hoffen, daß er seine Bemühungen um eine Annäherung an Deutschland fortsetzen werde, und daß er es nicht gestatten werde, daß Fragen, wie die der deutschen Kolonien, die auf alle Fälle nickt englisch seien, im Wege ständen. Er, Rotyermere, zweifle kaum daran, daß ein 2 0- jähriger Friedenspakt zwischen den beiden Ländern zustande kommen könne. Unter der Ueberschrist „Die Wahrheit über d i e Tschechoslowakei" schreibt Lord Rothermere dann weiter, zahlreiche streitsüchtige englische Pazisisten sagten heute, England solle sich für die Tschechoslowakei einsetzen. Wüßten diese denn, daß fast die halbe Bevölkerung der Tschechoslowakei die Prager Regierung als eine Tyrannei ansehe? Wüßten sie überhaupt, daß das Land 3,5 Millionen Deutsche, das heißt 24 o. H. der gesamten Bevölkerung enthalte, die der Regierung todfeindlich gegenüber ständen. Außer dieser deutschen Minderheit gebe es große Minderheiten von Ungarn, Polen, Slowaken und Ruthenen, die ebenfalls oie Tyrannei von Prag haßten. Augenblicklich sähen 1300 Bürger in der Tschechoslowakei ihrer Aburteilung unter der Anklage des Verrates militärischer Geheimnisse entgegen. Das sei ein bezeichnendes Symbol für den Terror und die Unruhen in diesem Lande, das unter seinen tschechischen Führern fast nichts als Dummheiten begangen habe. Entgegen dem Geiste jenes Vertrages, auf dem die Verfassung dieses Landes beruhe, habe die Tschechoslowakei jene Minderheiten terrorisiert, die der Gnade der Tschechen ausgeliefert worden seien, ohne daß man f i e überhaupt gefragt habe. Die 3,5 Millionen Deutsche in der Tschechoslowakei bildeten eine größere Gemeinschaft als die Bevölkerung Südirlands, der die britische Regierung Unabhängigkeit zugestanden habe. 3n der Londoner City Erklärten Leute, die für die Wohlfahrt des englischen Volkes verantwortlich seien, daß bas tschechoslowakische Problem w i e eine Wolke über ihren Zukunftsplanen plahe. Sie wurden es a l s eine Erleichterung begrüßen, wenn eine blutlose Einverleibung, ähnlich wie diejenige Oesterreichs in das Reich, die unterdrückte deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei in das Vaterland zurück- führen könnte, zu dem diese Minderheit gehören wolle. Die britische Regierung sollte Frankreich warnen, daß der französische Vertrag mit der Tschechoslowakei, die so weit von der französischen Grenze entfernt sei, praktisch eine Herausforderung gegenüber Deutschland darslelle. Für das Problem der Tschechoslowakei sei Frankreich nicht zuständig. Auch „Daily Expreß" schlägt heute im Leitarttkel in die gleiche Kerbe und rät England an, die Finger von der Tschechoslowakei zu lassen. Es sei unmöglich, daß die britische Regierung die Engländer verpflichte, in den Krieg zu ziehen, um den zusammengewürfelten Staat der Tschechoslowakei zusammenzuhalten. Nicht einmal die Tschechoslowakei selbst werde dafür kämpfen. 54 Betriebe Hessen-Nassaus erhalten Gaudiplome für hervorragende Leistungen. noch keine Vorstellung haben. Nationalsozialistische Wirtschaftsgestaltung heißt: Sorge für das Woyl des Betriebes und seine Angehörigen. Dazu gehört in erster Linie die Sicherung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, ebenso wichtig ist aber die Erhaltung des Betriebes und die Verwertung neuer Erfindungen. Jeder Betrieb aber, der nicht so fest ist, daß er eine einmal mögliche Krise nicht übersteht, bedeutet für uns nichts, er ist nur eine Seifenblase. Die Kameradschaft im Betrieb, in der jeder für den anderen ein- trttt, ist der wahre Sozialismus. In ihm haben alle gemeinsam am Erfolg teil, und alle stehen auch in schweren Stunden zusammen." Der Gauleiter fuhr fort: „Ich will diesen Anlaß benutzen, um Ihnen zu sagen, daß ich seit Januar in der Gauleitung eine Stelle für nationalsozialistische Wirtschaftsge- staltung geschaffen habe. Sie soll im national- sozialistischen Sinne gestalten Helsen. Die Betriebe hatten fünf Jahre Zeit, sich in unserem Sinne zu gestalten. Wer es bis jetzt nicht getan hat, der muß nun die Initiative der NSDAP, hin- nehmen und folgen. Wir werden Mittel und Wege finden, jeden Betrieb so weit zu bringen, wie wir ihn haben wollen! Wir im Gau Hessen-Nassau können stvlz sein! Im vorigen Jahr wurden zwei Betriebe vom Führer als Nationalsozialistische Musterbetriebe ausgezeichnet. In diesem Jahre erhalten wir zwei weitere Nattonalsozialisttsche Musterbetriebe dazu. Diese Auszeichnungen haben der gesamten Wirtschaft viel zu sagen. Höchstes Ziel jedes Betriebes muß es sein, vom Führer die goldene DAF.-Fahne zu erhalten. Nicht jeder kann eine beste Leistung vollbringen. Aus diesem Grunde sind die Auszeichnungen abgestuft. Die Auszeichnungen sind die Höhepunkte, mehr und wichtiger ist, die Gesamtleistung der Wirtschaft zu heben! Als Erfolg der Arbeit im Gau Hessen-Nassau kann ich heute 51 Betrieben die Gaudiplome überreichen. In diesem schönen Augenblick aber wollen wir zurückblicken, um dankbar zu erkennen, daß wir alles, was bisher in Deutschland geschehen ist, dem Führer zu verdanken haben." Nach dieser wiederholt von starkem Beifall unterbrochenen Rede überreichte der Gauleiter den Be- triebssührern und Betriebszellenobmännern der 51 ausgezeichneten Betriebe die Diplome, die für die gesamte Wirtschaft im Gau Hessen-Nassau ein Ansporn sind. Bevor Gauobmann Becker die Tagung der Arbeitskammer schloß, gab er bekannt, daß den Hedderyheimer Kuvferwerken und dem I. G. Hochhaus das Leistungszeichen für vorbildliche Förderung von „K r a f t d u r ch Freude" verliehen worden sei. Die ausgezeichneten Vetriehe. Folgende Betriebe des Gaues Hessen-Nassau, die am Leistungskampf der deutschen Betriebe teilnah- men, wurden mit dem Gaudiplom durch den Gauleiter ausgezeichnet: Nahrung und Genuß: Hofbrauhaus Hanau vorm. G. Ph. Nicolay AG., Hanau (Main); Molkereigenossenschaft e. G. m. b. H., Schaafheim (Kreis Dieburg); Brauerei Jhring-Melchior KG., Lich (Oberhessen), Kreis Wetterau. Textil, Bekleidung, Leder: Konrad Fuhr G. m. b. H., Mechanische Juteweberei und Säckefabrik, Altenburg bei Alsfeld; Rockel & Co., Haar- und Velourhutfabrik, Alsfeld (Hess.); Heinrich Buckow, Fabrik für Sport- und Berufskleidung Frankfurt (Main); R. Ihm AG., Fabrik gefärbter Leder, Raunheim (Main), Groß-Gerau. Bau: Philipp Holzmann AG., Frankfurt (Main); Christ. Bödicker, Frankfurt (Main); Franz Marburger, Frankfurt (Main); Karl Bossert, Frankfurt (Main); Wayß & Freytag AG., Frankfurt (Main); Heinrich Feiger jun., Roßdorf bei Darmstadt; Carl Freitag, Gießen; Karl Hofmann II., Ortenberg (Kreis Büdingen). Holz: Ernst Lust, Möbelfabrik, Lampertheim (Kreis Bensheim), Karl Schroebel, Küchenmöbelfabrik, Oberramstadt (Kreis Darmstadt); Wilhelm Wesner, Möbelfabrik Ffm.-Höchst, Holzwerke Karl Nickel, Holzwollefabrik, Dorlar (Kreis Wetzlar), Inhaber: Dr. Wilhelm!, Gießen. Eisen und Metall: Dr.-Jng. Hans Hey- mann, Darmstadt; Humboldt Deutz-Motoren AG., Werk Oberursel; Wipla Laboratorium, Dr. August Schönheit Berlin, 28. April. (DNB.) Auf der Tagung des Amtes Schönheit der Arbeit im nationalsozialistischen Gemeinschaftshaus Kraft durch Freude erklärte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley: Die Menschen müssen an Schönheit gewöhnt werden, wieder Würde in ihr Leben bekommen und damit begreifen, daß das Höchste die Ehre ist und das sich die Ehre eben aus der Würde des Menschen, aus dem Recht, aus der Schönheit und der Leistung zusammensetzt. Der Marxismus hatte nicht an Boden gewonnen, weil Deutschland am Hunger- Elbreckt, Neu-Isenburg; Collet & Engelhard, Offenbach; Rowley & Kiefer, G. m. b. H., Spezialmaschinen, Ffm.-Rödelheim; Heddernheimer Kupferwerke, Ffm.-Heddernheim; Bleiwerk Höchst G. m. b. H., Ffm.-Höchst; Herborner Pumpenfabrik, J.K. Hofmann, Herborn; Karl Schmidt, Schmitten (Taunus); Lochanstalt Butzbach, Burkard, Mayer & Co., Butzbach. Chemie: Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt, vorm. Roeßler, Frankfurt (Main); Ehern.- Pharmazeutische AG., Bad Homburg, Werk Frank- furt (M ); Druckfarbenfabrik A. Haller G. m. b. H., Ffm.-Rödelheim; Chemische Fabrik Budenheim AG., Mainz-Budenheim; I. G. Mouson G. m. b. H., Frankfurt (Main). Druck und Papier: Staffelwerke, Ober- schmitten; Winklers Verlag, Gebr. Grimm, Darmstadt; Fritz Hausmann, Darmstadt; Karl Ritter, Wiesbaden; Frankfurter Dolksblatt, Frankfurt (Main). Energie, Verkehr, Verwaltung: Postamt Groß-Gerau; Postamt Niederlahnstein; Postamt Lauterbach; Postamt Alsfeld; Hess. Eisenbahn AG., Darmstadt; Hess. Ueberlandzentrale G. m. b. H., Oberscheld (Kreis Dillenburg). Bergbau, Stein und Erde: Dyckerhofs Portland Zementwerke AG., Mainz-Amöneburg; H. Lürges, Stockum (Oberwesterwald); Steinwerke Meys & Co., Luckenbach (Luckenbacher Lay); Dümmler 8c ©reiben, Höhr-Grenzhausen, Braunkohlengrube Alexandria, Höhn. Handel: E. Hees, Feinkost, Wiesbaden. der Arbeit. tuch nagte, sondern weil seine Agitatoren — und das waren die Juden — den Menschen systematisch die Schönheit aus ihrem Leben und damit die Würde wegnahmen. Wir waren durch Generationen dazu erzogen worden, daß das „Bequeme" schön, daß das „Faule" lebenswert und daß das Satte das „Ziel" sei. Man kann der Arbeit nicht das Harte nehmen, nicht den Kampf. Das muß man den Menschen klar machen. Ebenso muß man ihnen aber auch sagen, daß wir versuchen wollen, in dieses an sich harte und einsatzbereite, aber auck MKW WWL yi/rto/tLti Aus aller Welt. Feldbischof D. Schlegel -f. 3. Teil des Burnns-Preüaüüdireibeiis! Wie aus dem nationalspanischen Heeresbericht hervorgeht, verbesserten trotz schlechten Wetters die Verbände an der Alfambra- Front die vorderen Linien, wobei sie zwischen dem Ejulve- und dem Aliaga-Sektoer die Verbindung untereinander herstellten, wodurch die zwischen beiden Abschnitten liegenden Roten ein gekreist worden sind. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Harald Butler, hat dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt eingereicht. Butler stand seit 1932 an der Spitze des Internationalen Arbeitsamtes als Nachfolger von Albert Thomas. Er will nun in Oxford die Leitung eines neu geschaffenen Kollegs für wirtschaftliche und soziale Studien übernehmen. König Gustaf von Schweden war in Baden-Baden im Hause der Frau von Haniel zu Gast. Zu Ehren des Königs fand ein Frühstück statt, bei dem auch der R e i ch s st a t t h a l t e r Rob. Wagner, Ministerpräsident Köhler und Innenminister Pflaumer anwesend waren. Der König traf auf seiner Rückreise von der Riviera am Donners- tagoormittag in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der königlich schwedische Gesandte Richert sowie der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow- Schwante auf dem Bahnhof eingefunden. - stttbetriebe. f d-r frieren mmer in der um 10.30 Uhr Führers zu nnern jener Be> „National, eben" für dos 1 sind. Reichs, ster 102 Be« Hagen. In die. er NT.'Mnster. eistnngskampfes rm Jahre vom wird. An der gskampies be« ebe. Aus die. ingehender Prü«' e 102 }ur Aussen 102 Beine- betriebe, die !>ene Fahne er- pf noch weide ssert und 80000 Asepte sind allein zum 1. Teil-Preisausschreiben einge. gangen. Die Preisrichter bitten deshalb noch um etwas Geduld. Wir hoffen, die Namen der ersten drei Preisträger des ersten Wettbewerbes in etwa 14 Tagen an dieser Stelle veröffentlichen zu können; d,e übrigen Preisträger werben nach Entscheidung des Preisgerichts direkt benachrichtigt. w. ntete In Harn- ien geschiedenen ilhelm Gustloss" r Friedhof wr m Feier in der r Familiengruft en Trauerzuges Leiter. Reichs- ete dem Dahinauf und legte es Führers rf SA.-Brigade- :e des Stell- nd des Leiters • Staatssekretär orten des stell- Lenningsen zog hmenden Volks- Ruhestätte des Drifter. Außerdem RM 50.- monatlich auf Lebenszeit, RM 25.- monatlich auf Lebenszeit, 4 x RM 1000.- und 3 x RM 500.- in bar für die besten Gesamtleistungen! Sonderpreise von insgesamt RM 7000.* In bar für das 3. Teil - Preisausschreiben» Dll die Tausende, die In Deutschland bereits BurnuS verwenden, wissen eS von der Wäsche her: BurnuS verdaut, d.h. löst biologisch den SchrNuh schon beim Einweichen auS den Wäschestücken heraus. Es entfaltet seine Wirksamkeit vor dem Kochen der Wäsche, greift das Gewebe niemals an und erübrigt beim Waschen scharfe-Rei- be» unb DürjtLL- AyKerdsA kann USV dsS Sochv-Ler Uü Dur» 8884 V Es geht nicht nur um die RM 7000.-, die für dieses 3. Preis« ausschreiben ausgesetzt sind. Es geht ebenso um die Le« bensrenten und die anderen Hauptpreise für die besten Gesamtleistungen. Die Zuerkennung dieser Preise ist nicht davon abhängig, daß Sie bei allen 3 Teil-Preisausschreiben mitgemacht haben. Die Preise fallen den Teilnehmern zu, die mit den meisten Burnus-Rezepten in das „Kleine Wäsche-ABC" aufgenommen werden — auch wenn diese Rezepte etwa nur für das 3. Preisausschreiben eingesandt wurden. Gehen Sie sofort zu Ihrem Einzelhändler, bei dem Sie BurnuS kaufen. Dort liegen die Teilnahmezettel kostenlos für Sie bereit, die alle Einzelheiten des Preisausschreibens enthalten. Oder aber: Schreiben Sie noch heute an die Burnus A.G.,Darmstadt, die Ihnen Teilnahmezettel kostenlos zusendet. Nur Einsendungen sind teil« nahmeberechtigt, denen der Teilnahmezettel, in dem Sie versichern, daß Sie die eingesandten Rezepte selbst mit Burnus ausprobiert haben, ausgefüllt und unterschrieben beigefügt ist. Hier geht es wirklich um eine einmalige MöglichkeitI Hie» kann jeder den Traum seines Lebens verwirklichen: eine lebenslängliche Rente zu erhalten, die die Zukunft sichert und alle Wünsche erfüllen hilft! Die Beteiligung steht jedem offen, der in Deutschland Burnus verwendet. BURNUS A.-G., DARMSTADT MIM mimision offen. tpreM D-W ngdesAu ina ist in $ den Weg von onderzug Mu- ”liJÄ 8«*'' "Ä 'fler’S11®1'* Lm- * •in ’«■ K'ftrl1 ins n 3<‘ eil»'®* perLn IW« Trt'.fl»«* du»" Sicherungsvorkehrungen an der Südküste Australiens. London, 28. April. (Europapreß.) Zur A b ■ feindlicher Truvpenlano ungen in Australien sollen nach englischen Blättermeldungen an gewissen australischen Küstenstrichen, insbeson- oere an der Südküste, umfangreiche geheime Abwehr- und Sicherungsvorkehrun- g e n getroffen worden sein. In der Nähe von Sydney hätten erst vor kurzem in aller Stille große Manöver stattgefunden, bei denen die blitzschnelle Errichtung von Stacheldrahthindernissen und Maschinengewehr- Nestern eine besondere Rolle gespielt habe. In den Küstenstrichen, in denen größere Straßen verlaufen, habe man noch weitere besondere Abwehr- maßnahmen getroffen. — Der australische Schatzkanzler brachte ein Gesetz ein, das die Regierung ermächtigt, eine Verteidigungsanleihe von zehn Millionen Pfund aufzulegen. Ministerpräsident Lyons teilt mit, daß in den nächsten drei Jahren ausgegeben würden: Marine 15 Millionen Pfund, Landheer 11,5 Millionen Pfund, Luftstreitkräfte 12,5 Millionen Pfund und Waffenergänzung 3 Millionen Pfund. Für organisatorische Zwecke in der Industrie sind ^zehn Millionen Pfund vorgesehen. Amerikanische Kriegsteilnehmer gegen Einmischung in einen Streitfall. Washington, 28. April. (Europapreß.) Der Präsident des Auswärtigen Ausschusses des Senats der Vereinigten Staaten, Senator P i t t m a n hat eine Abordnung von Kriegsteilnehmern der Der- einigten Staaten empfangen, die ihm eine mit vier Millionen Unterschriften versehene Liste überbrachten, in der die Bitte aus- iiesprochen wurde, die Vereinigten Staaten möchten ich ieder möglichen kriegerischen Verwicklung fern- »alten. Senator Pittman erklärte, die Regierung der Vereinigten Staaten müsse die RüstUnas- Industrie überwachen, um die schamlosen Orgien übertriebener Gewinne zu vermeiden und erklärte ferner, die Vereinigten Staaten müßten sich auf einen Krieg vorbereiten, denn dies wäre das sicherste Mittel, ihn zu vermelden. Die Kämpfe in Güd-Schantung. Der ehemalige F e l d b i s ch o f der Wehrmacht, O. Erich Schlegel, ist in seinem Heim in Berlin-Grunewald im Alter von 72 Jahren gestorben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Frauenhilfsdienst für Wohlfahrts- und Krankenpflege. Berlin. 28.April. (DNB.) Im Deutschen Frauenwerk wird innerhalb der bisherigen Abteilung Hilfsdienst ein Frauenhilfsdienst für Wohlfahrts- und Krankenpflege gebildet. Er entstand aus der Erkenntnis, daß in den sozialen Frauenberufen zur Zeit ein bedenklicher Mangel an Nachwuchskräften besteht infolge der weit größeren Aufgaben, die sich der nationalsozialistische Staat auf dem Gebiet des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege im Verhältnis zu der Zeit vor 1933 gestellt hat. Unbedingt notwendig ist daher im Augenblick die Verbreiterung der Basis der vorhandenen Fachkräfte durch Laienkräfte, die bis zur Behebung des Mangels die Fachkräfte in reinen Hilfsarbeiten entlasten. Der Frauenbilfsdienft beruht auf Freiwilligkeit, er ist e i n Ehrendienst am deutschen Volk. Die dem einzelnen hier zuteil werdende Entschädigung geht aus den Besttni- mungen über den Frauenhilfsdienst für Wohlfahrtsund Krankenpflege hervor. Die Meldungen nehmen die Kreis- und Gaufrauenschaftsleitungen sowie die Reichsfrauenführung entgegen. Alle diejenigen Mädchen, die einen zweijährigen Frauenhilfsdienst ableisten wollen, aber in einem un< gekündigten Arbeitsverhältnis stehen, sollen lediglich ihre Bereitschaft zum Hilfsdienst melden und sich dann au f Abruf zur Ver- fügung stellen. Es wird Sorge getragen, daß sie beim Abruf ihre Kündigungszeit, einhalten können. Die gesamte Maßnahme des zwei- jährigen Ehrendienstes ist eine zeitgebundene, »fr *** J ,tQK VM bestens. 3 tolr^g^n. bas fö« 3 be« » fei* und «ftfÄ ÄW."S 1 AuWanb erfin. °es ni'nfch, 'inben. So me', ^triebsqe'. jitfjtig einge- eht unb wo er damit auch die 28. April. (Europapreß.) Nach chinesischen Meldungen sollen die Kämpfe im Süden der Provinz Schantung noch im m e r keine Entscheidung gebracht haben. Die chinesischen Truppen sollen an den Hauptkampfpunkten ihre Stellungen halten. Die Truppenverstärkungen auf.chinesischer Seite hielten an, wobei insbesondere Truppen aus Schansi und Yunnan derbergeholt würden. Ein starkes Geschwader der japanischen Marineluftstreitkräfte griff die Eisenbahnanlagen des Knotenpunktes Asutschau an der Tientsin-Pukau'-Bahn und der Lunghai-Bahn an. Die japanischen Flugzeuge bewarfen die in Hlütschau befindlichen 400 Güterwagen und die Lokomotivschuppen mit Bomben. Wre das japanische Marine-Hauptquartier erklärt, wurde großer Schaden angerichtet und der chinesischen Verteidigung von Hsütschau ein schwerer Schlag versetzt. Rumänien errichtet Internierungslager B u k a r e st , 28. April. (Europapreß.) Eine Verlautbarung des Innenministeriums teilt mit, daß 176 Mitglieder der aufgelösten „Eisernen Garde" im Sinne des Staatsschutzgesetzes auf die Dauer eines Jahres interniert worden seien. Es wurden drei Internierungsorte, und zwar zwei Klöster in der Altprovinz bzw. in der Bukowina und ein Ort im Südwesten von Sie- benbürgen bestimmt. Unter den Internierten, die namentlich benannt werden, befinden sich der Vater des Parteiführers Codreanu, Ion Celen Codreanu, der frühere Präsident der aufgelösten Partei „Alles für das Vaterland", und der Sohn des verstorbenen Führers der „Eisernen Garde", General Cantacuzine. Schweizerische Bundes-Jinanzreform. Bern, 28. April. (Europapreß.) Ständerat und Nationalrat haben die Vorlage über die Bundesfinanzreform gebilligt. Die von den Sozialisten verlangte Kapitalertragsfteuer wurde mit großer Mehrheit verworfen. Dagegen wurde entgegen dem Antrag des Bundesrats einem 20pro- zentigen Anteil der Gemeinden an den Stempelsteuern zugestimmt und Straf- beftimmungen im passiven Luftschutz sowie Schaf- fung einer schweizerischen Filmkammer angenommen. Die Finanzreform erstreckt sich auf die plan- mäßige Schuldentilgung unb die Ver- ?on Einnahmeüberschüssen zu vermehrter Schuldentilgung oder zu Rücklagen für Kriegszei- en> — Die Wirtschaftsartikel sehen u. a. eine'Ent- Ichuldungsaktion für die Landwirtschaft sowie Maßnahmen gegen schädliche Auswirkungen des Kartell- wesens vor. Mit dieser Reform soll dem beständi- gen Anwachsen der Subventionen gewehrt werden. Sie erstreckt sich deshalb auch auf Deckung neuer Ausgaben durch Einsparungen oder neue E'nnahmen: Untersuchung von Krediterhöhungen « durch das Parlament bei -tteichlussen, die keinem Volksentscheid unterstehen: Beschränkung der Bundesbeiträge auf Zwecke, die im Interesse des Gesamtlandes liegen und sonst nicht hinreichend erfüllt werden können. Kleine politische Nachrichten. Der neue deutsche Botschafter in Tokio, Generalmajor Ott, wurde vom Kaiser in Gegenwart des Außenministers Hirota im Phönixsaal des Kaiserlichen Palastes zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Nach der Verlesung des Beglaubigungsschreibens wurde das Botschafterpäar auch von der Kaiserin in Audienz empfangen. twn Ueberflüffigteit unb Aushebung sich automa- sch aus der Ueberwindung des Nachwuchsmangels in den pflegerischen Berufen ergeben wird. Seine Hilfeleistung mit dem Tode bezahlt. Auf dem Bahnübergang der Strecke K o b u r q — cc u ? v zwischen den Orten Unterlauter und Esbach bei Koburg trug sich ein Unglücksfall zu, dem zwei Menschenleben zum Opfer sielen. Ein Motorradfahrer wollte den Bahn- Flerffan9 ufcerquewn und kam dabei, vermutlich mchlge Motordefektes, zu Fall. Er blieb auf den Schienen liegen. Um ihn vor dem Ueberfahren- werden zu retten, eilte der Schranken- w art er herbei. Im gleichen Augenblick fuhr der Personenzug Koburg—Eisenach heran und über- fUpr trotz scharfen Bremsens die beiden Männer. Sie wurden auf der Stelle getötet. Die Frankfurter Oper in Bukarest. Die Mitglieder der Frankfurter Oper, die zur Zeit in Bukarest ein Gastspiel gibt, führten in der Bukarester Rumänischen Oper die „Walküre" auf. Der Vorstellung wohnten u. a. König Karol und seine Schwester, die ehemalige Königin Elisabeth von Griechenland, in der Hofloge bei. Der „Schrecken des Aermelkanals" im Zweikampf erlegt „Moby Dick", ein Meerungeheuer das monatelang die englischen und französischen Uferbewohner am Aermelkanal in Schrecken versetzte und den Fischern durch Zerreißen der Netze schweren Schaden zufügte, ist jetzt endlich an der Küste von Dorset in der Nähe des englischen Fischerdorfes Ehickerell in einem dramatischen, über zwanzig Minuten wahrenden Z w e i k a m p f von einem jungen Fischer unschädlich gemacht worden. Das Meerungeheuer tauchte, nachdem es wieder einmal die ausgelegten Fischernetze zerrissen hatte, plötzlich ganz in der Nähe der Küste vor den Augen der seit Monaten von ihm genarrten Fischer auf. Todesmutig stürzte sich ein mit einem Messer bewaffneter junger Fischer in die Wellen, um den Kampf mit dem Ungeheuer aufzunehmen. Atemlos und angsterfüllt folgte die am Ufer versammelte Menge dem furchtbaren Zweikampf zwischen Mensch unb vlsch, aus dem der junge Fischer, der mit knapper Not den wütenden Schwanzschlägen des Ungeheuers auswich, siegreich hervorging. Der durch mehrere Messerstiche tödlich verletzte Fisch, über dessen genaue naturwissenschaftliche Zugehörigkeit man sich noch nicht im klaren ist, konnte erst nach mehrstündigen Bemühungen geborgen werden. Man wird sich noch erinnern, daß im vergangenen Sommer verschiedentlich Fischerboote durch ähnliche Riesenfische zu Schaden gekommen sind. Ein „Nürnberger Ei" kommt nach Berlin. Peter Henlein wurde, wie man weiß, um das Jahr 1500 Erfinder der „Nürnberger Eie r", wie die ersten Taschenuhren ihrer eiförmigen Gestalt wegen genannt wurden. Ein derarttges Nürnberger Ei ist auf der 1. Internationalen Handwerksausstellung in Berlin xu sehen, die auch andere Beispiele der schöpferischen Erfindungskraft des deutschen Handwerks bringen wird. So lernt man eine Reihe der geschicktesten Mechaniker kennen, darunter den Zirkelschmied Hans H a u t s ch , der 1649 „in und außerhalb seiner Vaterstadt Nürn- V berg zu aller Verwunderung in einem selbstge» fertigten Kunstwagen, die Stunde 2000 Schritt, Spazierfahrten machte". Es sind wahrhaft großartige Denkmale, die dem Erfindungsgeist und der Tüchtigkeit des Handwerks alle Ehre machen, die die Wurzel der modernen technischen Erfindungen im Handwerk nachweisen. All dies bringt die Internationale Handwerksausstellung, die am 28. Mai in den Hallen am Funkturm eröffnet wird. Mehr Kaffee. Unser Kaffeeoerbrauch hat in den letzten fünf Jahren stark $u genommen. Im Jahre 1937 sind 178 000 Tonnen Kaffee in Deutschland umgesetzt worden (gerostet), das waren etwa 75 000 Tonnen mehr als in 1933. Der pro- Kopf-Verbrauch beziffert sich bet uns auf 2,6 Kilo- gramm im Jahr. In England hingegen werden nur 0,3 Kilogramm Kaffee im Jahr verkonsumiert, in Frankreich aber 4,2 Kilogramm. Wenn wir den Weizenmehloerbrauch, der sich seit 1933 um 33 v. H. ebenfalls stark erhöhte, dem Kuchen- verbrauch in der Entwicklung gleichsetzen, so kann angenommen werden, daß nicht nur mehr Kaffee getrunken wird, sondern daß wir auch erheblich mehr Kuchen essen als in den Kri- senjahren. Zeitschriften. — Das wird die Frauen interessieren: Zwei Rockformen sind für die Sommermode charakteristisch, wie das neuste Heft der „Neuen Moden- weit" (Deutscher Verlag, Berlin) zeigt: bei der einen Form fällt der» Rock vorn weit und glockig und ist hinten gerade und eng geschnitten; bei der anderen hingegen ist der Rock ringsherum plissiert und hat nur eine eng abgesteppte Hüstpartte. Beide Formen sind kurz, sehr kleidsam und ein wenig sportlich. Man trägt dazu, das läßt das Heft deutlich erkennen, mit Vorliebe zarte Blusen mit Valencienner Spitze umsäumt oder einen hüftlangen Kasack. — Der Schulungsbrief bringt in seinem April-Heft 1938 die große Arbeit: „Zusammenschluß, das Gebot unserer geschichtlichen Vergangenheit", in der in einer kurzen Gesamtschau die Entwick- lungsgeschichte des Deutschtums in der Welt bärge- stellt wird. Ein Aufsatz von Dr. Wache („lieber- staatliche Volksgemeinschaft") zeigt, wie das starke Deutschland Adolf Hitlers als Hort des Völkerfriedens seine Sendung im Sinne des Führerwortes als „Germanisches Reich Deutscher Nation" erfüllt im Gegensatz zu , dem Römischen Reich Deutscher Nation, das nur einer überstaatlichen Kirchenstaats- gemeinschaft diente. Wichtige Fragen des Volks- und Auslandsdeutschtums werden unter der Ueberschrift „Deutscher merk Dir das!" behandelt. Auch die Mai- Folge des „Schulungsbriefes" wird das großdeutsche Problem noch behandeln. Wetterbericht ^Die Wetterlage befindet sich in einem kritischen Stadium. Durch das atlantische Hoch werden jetzt wieder kalte Luftmassen nach Mitteleuropa herein- verfrachtet, die den über dem Odergebiet gelegenen Wirbel neu beleben werden. Für unser Gebiet wird diese Storung erst später wieder Einfluß gewinnen. Zunächst ist bei stark zunehmender Bewölkung mit einzelnen schauerartigen Niederschlägen, zum Teil gewittriger Art, zu rechnen. e Aussichten für Samstag: Stark bewölkt, einzelne zum Teil gewittrige Niederschläge, leichter Temperaturrückgany, Winde um Nord. Aussichten für Sonntag: Unbeständiges und kühleres Wetter. Lufttemperaturen am 28. April: mittags 15 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 29. April: morgens 5,6 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum heute nacht 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 12,4 Grad; am 29. April: morgens 8,2 Grad. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuqs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 flültig. tiu§ weich und wirksamer machen. Jetzt soss gezeigt werden, auf wieviel anderen Gebieten des Haushalts „Burnus der Schmutz- löfer* ebenfalls nützliche Dienste zu leisten vermag: Viele solcher WÖglichkeiten haben sich bereits in der Praxis ergeben und weitere neuartige Anregungen wollen wir nun erhalten: , 3. Teil - Preisausschreiben vom 29. April bis 29. Mai 1938. Die Aufgabe lautet: Welche Vorschläge und Rezepte für weitere neuartige Verwendungsgebiete von Burnus im Haushalt können Sie machen, die jede Hausfrau verwenden kann und die au» Ihren eigenen Erfahrungen stammen? Dies sind die Preise: 1 . Preis........... bm2OOO.« 2 Preis..................bm 1OOO.« 3 . Preis...................bm 500.- 4 .bis 13.Preis jeBMioo... .bet 1OOO.« 14.bis63.Preis je bm so.- . .bm25OO.« Sa. bmVOOO.« AuOerdem 250 Preise von |e einem Jahres-Familienbedarf Burnus (12 Doppeldosen) und 750 Preise von je einem halben Jahres-Familienbedarf Burnus (6 Doppeldosen). Fangen Sie noch heute an, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Die Gelegenheit ist günstig: Der Hausputz und die Instandsetzung der Frühjahrsgarderobe beherrschen das Feld und zahllose Möglichkeiten ergeben sich, bei denen Burnus mit ganz besonderem Erfolg 5U Hilfe genommen werden kam» Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse Allendorf (r.ahn). + Allendorf (Lahn), 28. April. In der Wirtschaft „Zum grünen Grund" fand dieser Tage die Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse statt. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Karl Faber wurde der im verflossenen Jabre verstorbenen Mlt- alieder gedacht. Direktor Friedrich 5) e I 5 erstattete sodann den Geschäftsbericht, dem folgendes zu entnehmen war: Im abgelaufenen Geschäftsjahr find der Genossenschaft 5 Mitglieder neu beigetreten. Ausgeschie- den sind durch Tod 4 und durch Aufkündigung 3 Mitglieder. Am Schluß des Geschäftsjahres gehörten der Genossenschaft 114 Mitglieder mit 114 Geschäftsanteilen an. Der Geschäftsanteil beträgt 50,— RM., die Haftsumme 500,— Mk je Anteil. Der Umsatz betrug 196 833,87 Mk. gegenüber dem Vorjahr mit 167 383,51 Mark. Der Stand der Spareinlagen betrug am Bilanztage 50 941,22 Mk. Die hiesige Schulsparkasse brachte an neuen Spareinlagen 1731,— Mark. Der Stand der befristeten Darlehen betrug am Tag der Bilanzaufstellung 11 701,40 Mk. gegenüber dem Vorjahre um 658,— Mark weniger. In laufender Rechnung waren am Bilanztage vorhanden: Schulden 44 077,40 Mark, gegenüber dem Vorjahr 194,15 Mk. weniger. Guthaben 1411,96 Mk. gegenüber dem Vorjahre 1203,15 Mark. Zinsreste bestanden am Bilanztage 207,19 Mark. Im Warenverkehr wurden insgesamt eingesetzt 13 739,— Mark gegenüber dem Vorjahr 8574,— Mark. Es wurden durch die Genossenschaft bezogen: 430 dz Düngemittel, 138,95 dz Futtermittel, 117,50 dz Saatgut, 2000 dz Kohlen und Briketts. Abgesetzt wurde durch die Genossenschaft 61,50 dz Wintergetreide und 11,68 dz Flachs. Der Vorstand schlug, vor, den Gewinn zu einer 4pro- zentigen Kapitaldioidende zu verwenden. Der Auf- sichts'rat hat den Geschäftsbericht sowie den Jahresabschluß geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet die Gewinnverteilung. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurden Entlastung erteilt. Bei der Ersatzwahl wurde der aus dem Vorstand aus- aeschiedene Karl A m e n d wiedergewählt. Aus dem Äufsichtsrat schieden Karl Hoßbach und Karl Volk IV aus, an deren Stelle Ludwig Müller und Friedrich Volk II. gewählt wurden. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden Vorschläge gemacht, die gemeinsame Maschinenbenutzung zu erweitern. Nach einer regen Aussprache wurde dann der Beschluß gefaßt, eine neue Ackerwalze und zwei Runkelrüben-Dippelmaschinen anzuschaffen. Landkreis Gießen. gfs. Hungen, 28. April. Hier eröffnete der Mütterdienst im Deutschen Frauen, werk einen Lehrgang in Säuglingspflege mit einem festlichen. Abend im „Solmser Hof". Nach gemeinsam gesungenem Lied begrüßte die Leiterin der Frauenschaft die 24 Teilnehmerinnen und die Gäste. Die Kreisabteilungsleiterin der Mütterschulung, Schwester Emely Jobbers, die den Lehrgang durchführt, sprach anschließend über den Sinn der Mütterschulung, erklärte die wichtige Stel. lung der Frau im nationalsozialistischen Staate und berührte dabei die Fragen der Bevölkerungspolitik, I bie gerade im Säuglingspflegekurs die Frauen be- । schäfügen und zum Nachdenken anregen. Die Aus» ' Führungen von Schwester Emely fanden lebhaften , Widerhall. taßSBä Statt Karten. Gießen, am 27. April 1938. 2871D Essen (Alfred Straße 270). den 26 April 1938. 2883 V meine farbigen nerrcnDcmaen 2893A __Der Oberbürgermeister. Z. V.: Nicolaus. 2887 A Stadttheater fürWeiß-und Buntwäsche und zumScheuern in Küche u.Haus! Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 29. April, um 20 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs, die Beisetzung am Samstag, dem 30. April, um 11.45 Uhr vom Portal des Neuen Friedhofs aus statt Nach schwerem Leiden ist mein lieber Gatte, unser guter Vater und Bruder Hans Bechte Wilma Bechte Familie Braun-Heidlindemann. men werden kann. Gießen, den 28. April 1938. Im Namen der Familie: Helene Anthes, geb. Schwenck Hans-Ludwig Anthes Sophie Anthes. 20-22.30 Uhr Das Land desLächelns Romantische Operette von Lehar. Preise: Ixssov RM. 0.80 -2.50. Einspaltige Kleinanzeigen werden rum er. mäkigten Grund, vreis von s Pf. für die Millimeter- idle veröffentlicht Laßt die Jugend wandern in A DA-A DA- Kinderschuhen. 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April, nachmittags um 2 Uhr statt. bei i WM WW WW i MM Nr. 99 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 29. April 1938 Wo der Führer in Rom wohnen wird. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, April 1938. Italien sieht dem Führerbesuch im kommenden Mai mit herzlicher Freude entgegen. Ganz abgesehen von allen politischen und gefühlsmäßigen Bindungen, die heute zwischen beiden Ländern bestehen, die sich am Brenner die Hand gereicht haben, hat die gastfreie Aufnahme des Duce in Deutschland in allen Schichten der italienischen Bevölkerung einen so großen Eindruck gemacht, daß man den lebhaften Wunsch hat, sich dafür erkenntlich zu zeigen. Die unvergleichlichen Schönheiten Italiens m einem einzigartigen Festschmuck werden den Hintergrund der bevorstehenden Festtage bilden. Mussolini besuchte den Führer in Deutschland in seiner Eigenschaft als Regierungschef und Führer der faschistischen Revolution — Adolf Hitler kommt nicht nur In diesen Eigenschaften, sondern auch als Staatsoberhaupt, der dem Monarchen eines anderen Landes seinen Besuch macht. Daher wird er in Rom Gast des Königs sein und als solcher im königlichen Schloß auf dem Quirinalshügel leben. Dieser Umstand wird den Festtagen in Rom eine besonders farbenprächtige Note verleihen. Der Quirinolspalaft ist eine wahrhaft fürstliche Residenz, vor allem durch seine Lage auf der lusti- oen Hohe des QuiriNals, der nach dem Kapitol der Son[temUnb bedeutendste der sieben schicksalschweren Hügel Roms ist. Der Quirinalsplaß mit seiner wei- ten Aussicht über die Ewige Stadt, mit seinem rauschenden Brunnen, dem antiken Obelisken und den berühmten Statuen der Roßbändiger ist von unzähligen deutschen Rom-Reisenden beschrieben ^owen, darunter von keinen geringeren, als Goethe Und Wilhelm von Humboldt. Im Altertum befanden sich auf diesem Hügel die Thermen des Kaisers Konstantin, auf deren Resten sich heute der weitläufige Pa- !a 3 3 o Rospigliosi erhebt. Im Cinquecento hatte der Kardinal Hippolith von Este, ein Sohn der Lucrezia Borgia, hier seine Gärten, und auf diesem Grund und Boden wurde 1547 unter Gre- gnr XIII. mit dem Bau eines Palazzo begonnen, der den Päpsten als Sommerresidenz dienen sollte, da der in der Tiberniederung gelegene Batikan sich dafür als ungeeignet erwies. Der Bau -an dem die Architekten Fontana, Maderna und Bern,n, mitwirkten, wurde unter Papst Clemens XII. vollendet und bietet architektonisch nicht viel Bemerkenswertes. Unter den Päpsten war er Schau- platz zahlreicher Zeremonien und Staatshandlunqen und sah mehrere Konklave. In ihm starb Papst Sixtus V., und von hier wurde Pius VII. als Gefangener Napoleons fortgeführt. In die Kapitulation vom 20. September 1870 durch die die Päpste auf die Herrschaft über Rom zugunsten des geeinten Italiens verzichteten, war der Ouirinalspalast zunächst nicht miteinbegriffen. Er wurde noch vom Kardinal Berardi bewohnt, Ser nicht wankte und wich, bis General Lamar- mora den Palast am 8. November 1870 „manu militari“ besetzte. Im Januar 1871 ließ sich der damalige Kronprinz Umberto und die Kron- prinzessin Margherita, die Eltern des jetzigen Königs, darin nieder. König Viktor Emanuel II. machte den Ouirinalspalast erst sechs Monate später, im Juli 1871, zu seiner Residenz, nachdem Rom Hauptstadt des Königreichs Italien geworden war. Heute lebt die Königsfamilie nicht mehr im Quirinal, sondern in der'Villa Savoia, die außerhalb der Stadt in einem großen, stillen Park gelegen ist. Aber der König begibt sich täglich in den Quirinal zur Erledigung der Regierungs- aeschäfte und zur Erteilung von Audienzen, und bei feierlichen Gelegenheiten zeigen sich die Mitglieder des königlichen Hauses auf dem Balkon über dem Berninischen Hauptportal des Schlosses dem aus dem Platze versammelten Volke. In den 67 Jahren, seit der Quirinalspalast als königliche Residenz dient, hat er viele Festlichkeiten und viele ausländische Ehrengäste gesehen, darunter Kaiser Wilhelm II., den französischen Präsidenten Loubet, König Eduard VII. u. a. Zur prunkvollen Hochzeit des jetzigen Kronprinzen Umberto beherbergte er den Hof von Belgien und den von Bulgarien. Das letzte Staatsoberhaupt, das Gast des Schlosses war, war der ungarische Reichsoerweser Admiral von Horthy. Als das Schloß auf dem Quirinal 1871 vom italienischen König übernommen wurde, zeigte es sich, daß es mehr dazu geeignet war, Kardinäle zum Konklave zu vereinen, als einen modernen Hof zu beherbergen. Es befaß eigentlich nur eine Flucht von Repräsentationsräumen, die auf den Quirinals- platz hinausgingen. Alles übrige mußte neu instandgesetzt werden, und diese Arbeiten nahmen mehrere Jahre in Anspruch. Das Schloß besteht aus drei leicht zu unterscheidenden Teilen, zu denen die Marställe und die ausgedehnten Gärten kommen, in denen sich ein reizendes „Coffeehouse“ des Architekten Fuga befindet. Das Hauptgebäude besteht aus den vier Flügeln, die den Ehrenhof umgeben. Eine große Doppeltreppe führt in den Piano nobile, in dem die Emp- fängssäle liegen. Der Treppenaufgang ist durch ein schönes Fresko des Melozzo da Fortli geziert, Christus in der Glorie zwischen den Engeln darstellend. Das Fresko stammt aus der Kirche St. Apostoli und zu ihm gehörten ursprünglich auch die berühmten musizierenden Engel, die sich jetzt im Vatikan befinden. Als erstes betritt man die riesige zweistöckige »Sala dei Corazzieri“ (Kürassiere), früher Saal der Schweizergarde genannt. Der Raum ist reich dekoriert und mit Fresken biblischen Inhalts von der Hand des Lanfranco geschmückt. Auf diesen Saal öffnet sich die Ca pella Paolina, die größte der drei Schloßkapellen, die mit schönen Stuckdekorationen versehen ist. Bis zum Jahre 1910 war die Kapelle ihrer eigentlichen Bestimmung entzogen, da die Päpste das ganze Gebäude mit dem Interdikt belegt hatten, aber bei Gelegenheit der Hochzeit der ältesten Königstochter J»llanda wurde eine versöhnliche Neuregelung getroffen. Auch die Trauung des jetzigen Kronprinzen Umberto und jüngst die Taufe des Söhnchens des kronprinzlichen Paares, des Prinzen von Neapel, fanden hier statt. An den Raum mit dem schon erwähnten Balkon schließt sich eine lange Flucht von Repräsentationssälen, so der Thronsaal (früher Audienzsaal der Päpste), der Botschaftersaal (früher Kongregationssaal), und als letztes ein kleines Gemach im Empirestil, das einst als päpstliches Schlafzimmer diente. Der gegenüberliegende Flügel des Gebäudes ent- j hält eine weitere Flucht von Prunkgemächern, in denen heutzutage die Empfänge und Banketts des Königspaares stattfinden. Sie haben einen intimeren und weltlicheren Charakter, als die schon erwähnten Räume, wenn sie auch nicht weniger reich ausgestattet sind. Spiegelnde Marmorfußböden, kostbare französische und italienische Gobelins, schwere Seidenvorhänge und Wandbespannungen, venezianische Spiegel und Kronleuchter aus Muranoglas, Gemälde berühmter Meister und vergoldete Rokoko, schnörkel — das alles bringt im Kerzenschein eine äußerst festliche Wirkung hervor. Aus der „Sala dei Corazzieri“ führt eine Tür in die sogenannte „Manica Lunga“, einen langen einförmigen Flügel, der sich längs der Via Settembre hinzieht und einen Korridor von 232 Meter Längs enthält. An ihn schließen sich wie Zellen die Räume, in denen die Kardinäle zu den Konklaven untergebracht wurden. Der Flügel mündet in die „Pa- lazzina“, ein Schlößchen, in dem das jetzige Königs- paar bis zum Kriegsende lebte. König Umberto und Königin Margherita lebten hingegen in einer i m Nordflügel des Schloßes gelegenen Wohnung — derselben, die augenblicklich neu instandgesetzt wird, um den Führer bei seinem Besuch in Rom zu beherbergen. Es ist die schönste Wohnung des Schloßes, da man von ihren Terrassen einen unvergleichlichen. Blick über d i e Ewige Stadt ge- nießt: frei schweift der Blick von den Pinien des Pincio und Monte Mario bis zum Turm des Kapitols, von der Villa Madama bis zur mächtig aufragenden Peterskuppel, vom Pantheon zum' mar- morschimmernden Nationaldenkmal. Aus den Gär-' ten zu Füßen des Beschauers steigt der Duft aromatischer Kräuter und das Plätschern, der Fontänen auf. Hier wird der Führer gerne weilen. Kriegsmäßiger Fliegerangriff zu Ehren des Führers. Rom, 28. April. (Europapreß.) Anläßlich des Besuchs des Führers und Reichskanzlers wird in der Nähe von Rom eine großartige kriegsmäßige Hebung der Luftwaffe durch- geführt werden. Ein ganzes Luftgefchwaüer aus zehn Staffeln mit 300 Militärflugzeugen jeder Gattung, wird eingesetzt, um dem Führer den hohen Grad der Ausbildung-sowie der vollkommenen Ausrüstung der italienischen Luftwaffe vor Augen zu führen. Der Höhepunkt der Uebung wird die Born- bardjerung bestimmter Ziele sein. Diese werden Hafen anlagen darstellen, in denen Schiffe vor Anker liegen und Speicher und sonstige Gebäude für die Verschiffung von Truppen usw. errichtet worden sind. Der Angriff wird unter der Voraussetzung durchgeführt, daß diese Hafenanlagen von der Artillerie des Landheeres und der Kriegsflotte nicht erreicht werden können, so daß nur die Luftwaffe eingesetzt werden kann. Nacheinan- der treffen die verschiedenen Fliegerdivisionen ein, die die Bombardierung genau wie im Kriegsfall durchführen. Zunächst werden die Angriffsflugzeuge „Breda 65" zu einem überraschenden Angriff vorgehen. Dann folgen in Abständen von einer Minute die Angriffs- und Jagdflugzeuge, sowie die schwe- ren Bomber. Große Mengen von Bomben und Sprengkörpern werden über den Hafenanlagen ab- geworfen und damit ein wahrheitsgetreuer Eindruck eines Luftangriffs im Ernstfälle vermitteln. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den zum Studium von Partei und Staat in Deutschland meidenden jugoslawischen Minister Jan kowitsch und unterhielt sich mit ihm über die grundsätzlichen Pro- bleme der politischen Propaganda in Deutschland. 5m Anschluß daran besichtigte Minister Jankowiisch Einrichtungen des Reichsministeriums für Volksauf- klarung und Propaganda. Er besuchte die Kund- gebungsstätte für die Feier des Nationalfeiertages und zeigte besonderes Interesse für die dort eingesetzten technischen Fahrzeuge des „Reichsautozuges Deutschland". M W M 1111 MM Sä Anläßlich des Staatsbesuches des Führers in Italien erschien in Rom eine Sondernummer -des »Italienischen Beobachters", der diese Darstellung der Einzugsstraße mit den bekannten Statten des alten und neuen Roms entnommen wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M) Y|Mk«< v। 9 S.LresonowüHiw 10 V.Hiovarrm e Paolo H 12 13 14. 15 16 5 tz 5 Ö 7 a Palatin TcmMdtrPtnusu.AoNa Dnstaminsboskn tolonouW ^vrre M Cmti SiScM Xugxiotuo-Jorum Mers'icht: Porta 9. Paolo 5rmu$Äau?r 5-Vcüvina taracatta -njrrmcn öbeiisf von 3 rum viynola " J .Ankunft ^Bahnhof. M 1 > K w E... U‘2, t 17 •Trojuno-Jorum 18 Prajans - Oäuie 19 Forum Ilomanum . ,, y 2.0 National -Denkmal 2) lasar-"Forum 22 Pala^o ‘VciKjia ; 23 Quirinal-Ihkwt Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 9- Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Aber das stört den Doktor- nicht im geringsten. Er murmelt etwas von Setzen — Noch nie dagewesen, n'chwahr? Wohl nich zuständig hier, wie?, und läßt sich krachend hinter seinem Schreibtisch nieder, während Marga auf dem Stuhl an der Seite Platz nimmt. Eine kleine Pause entsteht, während der Doktor emsig Papiere auf dem Schreibtisch durcheinanderschiebt und Bleistifte gerade legt, die schon vorher ziemlich gerade gelegen haben. • Dann wirft er der Fremden einen kurzen Blick Zu: „Also, wo fehlt's?" Marga Montwill legt behaglich beide Arme bis zum Ellenbogen auf des Doktors geheiligten Schreibtisch, schiebt den einen Zeigefinger respektlos zwischen die schöne Unordnung von Papieren und Notizblöcken und fragt freundlich zurück: „Danke — wo fehlt's selbst?" Eine Sekunde erstarrt der Doktor. Dann faßt er sich, setzt die Brillenstege etwas fester über die Ohren und zieht die Brauen auf: „Sie heißen? Wohnort?" Marga lächelt fromm: „Sie heißen Gottfried, nicht wahr? Hatten Sie früher mal einen Bart? Sie sahen sooo nett aus mit dem Bart — wie ein Weihnachtsmann. Nicht wahr, Sie hatten mal einen? Warum haben Sie sich den nur abschneiden lassen?" Zum zweitenmal erstarrt Doktor Hammerbachers Gesicht. Dann schiebt er sich mitsamt seinem Stuhl heftig vom Schreibtisch ab, und es sieht aus, als wolle er feiner Unsicherheit durch ein kleines Donnerwetter Luft machen. Ein Donnerwetter, das kann ja schließlich bei Frauenzimmern nie schaden, auch nicht, wenn sie wirklich verrückt sind, wie offenbar die da. Aber Marga kommt ihm zuvor. Sie legt beide Hände gegen die Ohren, steht auf und sagt laut und klagend: „Nicht brüllen, guter Doktor, nicht brüllen — sonst schrei ich, daß Sie Ihr blaues Wunder erleben. Und das glauben Sie mir wohl unbesehen, daß eine Frau, wenn sie will, viel lauter schreien kann als der kräftigste Mann." Die Finsternis in des Doktors Antlitz lichtet sich ein bißchen: „Das erste vernünftige Wort, das Sie reden. Aber jetzt mal raus mit der Sprache! Was wollen Sie nun eigentlich? Um was handelt sich's?" Marga fetzt sich wieder: „Es handelt sich darum, ob Sie Gottfried heißen oder nicht. Wenn Sie nicht Gottfried heißen, dann geh ich wieder. Wenn Sie aber Gottfried heißen..." Die Faust des Doktors fällt dröhnend auf den Tisch, und sein Gesicht läuft lilarot an: „Ja, sagen Sie mal, sind Sie wahnsinnig? Ich soll Sie wohl hier rausschmeißen, wie? Wenn Sie alberne Witze machen wollen, so suchen Sie sich gefälligst andere Lokale aus, verstanden? Und wenn Sie jetzt nicht augenblicklich einen handfesten Grund vorbringen, warum Sie mich aufgesucht haben, dann..." „Brüllen Sie, bitte, nicht so", brüllt Marga, und das kaum noch unterdrückte Lachen gibt ihrer Stimme einen glucksenden, vom Hoch ins Tief umschlagenden Ton. „Ein anständiger Arzt läßt seine Patienten ausreden, und wenn ich womöglich schon von Natur verrückt bin, so machen Sie einen mit Ihrem Gebrülle nur noch verrückter. Warum sagen Sie mir denn nicht, ob Sie Gottfried heißen! Vielleicht ist das wichtig für mich? Vielleicht fjab ich irgenb’nen Komplex, wobei es gerade auf den Gottfried ankommt, nicht wahr? Und ob Sie früher einen Bart hatten, das muß ich auch wißen. Eher kommen wir nicht weiter. Und wenn Sie wirklich so ein weit und breit berühmter Arzt sind, dann sollten Sie nicht mit mir herumbküllen, sondern Antwort geben und ..." Da winkt der Doktor ab. Und er schnappt dabei nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen. Nein, so was wie diese Person hat er wahrhaftig noch nicht erlebt, in seiner ganzen langen Praxis nicht. Wie die mit ihm umspringt! Wie die ihn anschreit! Wie die mit den Augen rollt! Aber verrückt, so richtig verrückt sieht sie eigentlich nicht aus. Auch nicht eigentlich hysterisch. Ader normal kann sie doch auch nicht sein. Doch am Ende betrunken? Der Doktor schnuppert leise und unauffällig. Aber es weht ihm nur eine Welle guten und erfrischenden Parfüms um die Nase, und wenn er auch im Prinzip gegen Parfüme ist, so rührt ihn doch dieses irgendwie sympathisch an, und mit der vermuteten Trunkenheit, das stimmt also auch nicht. „Also ja doch", sagt der Doktor nach einer ziemlich langen Pause ungewöhnlich sanft, „ja doch: ich heiße Gottfried, und ich habe früher mal einen Ban getragen, einen sehr langen sogar. Aber was geht Sie das an?" Da springt Marga Montwill fo heftig auf, daß der Stuhl hintenüberpurzelt und der Doktor, erschreckt über diesen neuen, megarenhaften Ausbruch, nervös zusammenfährt. „Was mich das angeht?" fragt sie laut lachend. „Mehr als Sie denken, lieber Onkel Hammerbacher. Ich bin nämlich Marga Montwill aus Berlin!" Der Doktor fetzt mit zitternden Händen die Brille ab und reißt beide Augen auf: „Montwill aus Berlin? Paul Montwills Tochter?" „Paul Montwills Tochter!" „Ja, da fall doch... ja, da bin ich ja wie aus allen Wolken gefallen! Das ist ja ... und schneit hier rein und führt ’nem alten ehrlichen Onkel so 'ne Affenkomödie vor! Paul Montwills Tochter, ausgerechnet Paul Montwills Tochter!" „Nu hör dir das bloß wieder an!" sagt draußen in der Diele Tante Martha zu dem Teckel. „Heute treibt er's ja wieder mal... daß der Mann überhaupt noch Leute in feiner Praxis hat, das verf-teh ein anderer." Fünf Minuten drauf erlebt Tante Martha noch ganz andere Sachen, die sie nicht versteht: es tut sich nämlich plötzlich die Tür des Sprechzimmers auf, und heraus kommt Arm in Arm mit einer jungen Dame — ihr Schwager Gottfried. Er steuert auf die gegenüberliegende Wohnzimmertür zu und legt — hast du Worte? — während er sie öffnet, sogar seinen Arm um die Hüfte der jungen Dame. Unö die junge Dame läßt sich's gefallen, jawohl, sie läßt sich's gefallen. „Gott s-teh mir bei!" sagt Tante Marthchen. 9. ????? »Du kannst da nicht hinein", sagt Tante Martha eine Viertelstunde später zu Monika, die mit einem Tischtuch unter dem Arm aus der Küche kommt. Monika macht verblüfft halt und zieht die Brauen hoch: Was ist denn los? Warum steht Tante Martha so aufgeregt hier draußen im halbdunklen Korridor? Vorhin hat sie schon so ängstlich die Küchentür zugezogen, die sonst immer offensteht, und jetzt stellt sie sich an, als märe da drinnen im Eßzimmer sonst was los. „Warum soll ich denn nicht rein? Ich muß doch den Tisch decken. Papa knurrt wieder, wenn das Essen nicht pünktlich dasteht." Tante Martha reckt sich so hoch, daß sie Monika fast bis an die Nasenspitze reicht. „Aber, liebes Kind, wenn ich dir sage, daß du nicht hineinkannst, so wird das wohl seine Gründe haben. Glaubst du, ich sage das zum S-paß?" „Ja, dann sag doch wenigstens, was da drin los istl" „Dein Vater ist drin, liebes Kind." Monika lehnt sich gegen die Korridorwand und lacht: „Na und?" „Er ist mit einer Dame drin, liebes Kind." „Na und?" Tante Martha ringt die Hände: „Aber so ver- s-teh doch! Mit einer Dame, mit einer ganz fremden Dame!" .Aber Monika zuckt nur mit den Achseln, schiebt die Tante, die sich vor die Eßzimmertür gebaut hat, als dürfe nur über ihre Leiche der Weg gehen, ziemlich unsanft beiseite, klopft an und tritt im selben Augenblick auch schon ein. Nichts, das Eßzimmer ist leer. »Na also", sagt Monika laut und legt das Tischtuch auf der Kredenz ab, während Tante Martha auf Zehenspitzen näher kommt. Das nebenanliegende Wohnzimmer ist übrigens auch leer. Aber die große Flügeltür, die vom Eßzimmer hinaus in den Garten führt, steht weit offen, und da draußen im Garten .. Tante und Nichte wechseln einen schnellen Blick. »Ach die!" sagt Monika dann langsam und geringschätzig. Tante Marthas Spitzmausgesicht fährt hastig her- um: „Kennst du sie? Er wird sie doch um Gottes willen nicht zum Essen einlad^en. Wo es bloß Würstchen und Löffelerbsen gibt! Wer ist es denn wo kommt sie denn her? Ich habe sie jedenfalls noch nie gesehen. Und ich finhe, dein Vater sollte nicht so lange mit ihr im Garten herums-pazieren Erstens tut es seinem Rheuma nicht gut, und außerdem hat er sie uns noch nicht vorges-tellt. Weißt du, ich werde einfach zu ihm hinausgehen und ihn auf sein Rheuma aufmerksam machen: dann muß er sie mir ja vors-tellen. Findest du nicht?" Aber Tante Marthas Sorgen erweisen sich als unnötig, denn inzwischen hat draußen der Doktor mit der jungen Dame kehrtgemacht und hält wieder auf das Haus £u. Die beiden Hammerbacherschen Damen ziehen sich vorsichtig zurück, Monika deckt mit Hingabe den Tisch, Tante Martha sinkt vor dem Büfett in die Knie, um für den Nachmittagskaffee die guten Tassen herauszustellen. Dabei warten sie zitternd vor Spannung auf den Augenblick, da der Doktor mit der Fremden das Zimmer betreten und sich vor seinen Damen zu verantworten haben wird. Aber siehe da, er kommt allein. (Fortsetzung folgt) MW M. W F 7 tu > A - • W% k:> M 4 --W '/> s”; • MM : Vw MM • ^.. z 9 Dffff;<• M W Die Tornister werden gefahren Wirtschaft Abendbörse: weitere Erholungen. rollp Vorbild fein V u DeoifenmorkI — Hrankfuri a. 2JL Berlin Hollander Hauptschlag fallen stimmten Divisionen in gelboek beginnend, dicht kerke, Wulverghern und einer Linie, die, bei Vleu- nordlich der Orte Nieuwe- Wytschaete verläuft, dann, nördlich Hollebeke in den 0,651 41,91 0,145 47,00 55,34 47,00 12,395 5,485 7,742 138,35 134)9 0,723 5,694 62,30 11,265 63,88 57,13 8,651 2X87 0,655 41,99 0,147 47,10 55,46 47,10 12,425 5,495 7,758 138,63 13,11 0,725 5,706 62,42 11,285 64,00 57,25 8,669 2,491 0,723 5,694 62,35 11,27 63,93 57,19 8,651 2X87 0,653 41,90 0,145 47,00 55,38 47,00 12,405 5,49 7,662 138,46 13,09 befestigten sich Rheinst>ahl auf 146,50 (146,25) nahe daran war, den entscheidenden Sieg zu erfechten. Aber er kam wieder nicht zur großen Operation, er blieb auch hier im taktischen Erfolge stecken Wäre der Angriff wenigstens bis Cassel durchgestoßen! „Von dort aus konnte das Fernfeuer unserer schwersten Geschütze Boulogne und Calais erreichen", schreibt Generalfeldmarschall von Hindenburg: „beide Städte waren die Haupt- sächlichsten Ausschiffhäfen der englischen Kriegs- macht. Diese hatten bei dem Kampf um Kemmel überraschend versagt. Traf keine französische Hilfe ein, so war England in Flandern vielleicht ver- loren! Doch diese Hilfe kam, und die letzten großen Anstürme gegen die neuen feindlichen Stellungen drangen nicht mehr durch. Am 1. Mai mußte sich der Angreifer in den Verteidiger des erkämpften Geländes verwandeln ... 0,657 41,98 0,147 47.10 55,50 47,10 12,435 5,50 7,678 138,74 13,11 Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. wer k", wie Hindenburg es nennt, der „Klotz", der seit dem Herbst des Jahres 14 als Kernpunkt der flandrischen Stellung Englands vor den deutschen Augen liegt. Drüben hat am Abend des 17. General M a • Velins französische Division die ausgebrannte englische vor dem Kemmel abgelöst. Weithin sichtbar, ragt der Kemmel steil aus dem Dunst der Flandernebene auf, bei Nacht in seinem Umriß kenntlich am Mündungsfeuerschein feindlicher Batterien. Dichtes Buschwerk bedeckt seine Abhänge, hohe Eichen ragen darüber hinaus, Wiefenflecke liegen grün eingestreut in dunkleren Wald, und am Kleinen Kemmel stehen sogar noch ein paar Bauernhäuser mit Giebel und Dach. Aber der Angreifer weiß, daß dieser Bera eine wahre Festung ist, mit trefflich gedeckten Maschinengewehr-Nestern gespickt, mit Betonstollen versehen, die ganze Kompanien aufnehmen können, mit zahllosen Kilometern von Stacheldraht umsponnen. Alle Kriegsmittel, die Erfahrung und Technik geschaffen haben, liegen bereit, um diesen Berg zu halten, ailf dessen „impor- tance capitale" Marschall Fach Sir Douglas 0,725 5,706 62X7 11,29 64,05 57X1 8,669. 2X91 nach rückwärtsbiegend, Ppernbogen übergeht. Kaum drei Kilometer vom Halbkreis der deutschen Ausgangsstellung entfernt, droht das Kemmel-Maffiv, das „R i ef e n b o 11 • <■ beweise ee öurdi Dein Opfer für pie 1150.! Im einzelnen gewannen u. a. Bemberg 0,50 v. H. auf 151, Demag 0,25 v. H. auf 155,25, Elektr. Lieferungen 0,40 v. H. auf 122,90, Felten 0,25 v. H. auf 142 und am Einheitsmarkt Schuh Herz 0,50 v. H. auf 134 und Commerzbank 0,13 v. H. auf 115,90. Nicht ganz behauptet waren bei Rückgängen bis 0,25 v. H. MAN mit 137,25, Deutsche Linoleum mit 177,75, Schlickert mit 184,75; Akkumulatoren notierten nach Pause mit 245,50 (247). Unverändert lagen u. a. Adlerwerke mit 127, Scheideanstalt mit 249,50, DDM. mit 174,50, Westdeutsche Kaufhof mit 108,25 und Daimler mit 153. Am Renten- markt waren Reichsbahn-DA. bei kleinem Angebot weiter ermäßigt auf 130 (130,13), 5prozentige AEG.-Obl. notierten nach Pause mit 103,25 etwas höher und 6prozentige JG.-Farben unv. 130,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. April. Auftrieb: Rinder 986 (gegen 925 am 21. April), davon 192 (170) Ochsen, 168 (146) Bullen, 468 (449) Kühe, 158 (160) Färsen. Kälber 366 (355), Hämmel und Schafe 25 (56), Schweine 416 (186). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (38 bis 41), c) 35 bis 36 (34 bis 36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (36 bis 39), c) 34 (31 bis 34). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 29 bis 33 (29 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (37 bis 40), c) 34 bis 35 (34 bis 35), d) 28 (27 bis 28). Kälber a) 63 bis 65 (60 bis 65), b) 55 bis 59 <53 bis 59), c) 43 bis 50 (41 bis 50), d) 36 bis 40 36 bis 40). Hämmel b2) 50 (46 bis 50), c) 43 bis 45 (42 bis 45), d) 36 bis 40 (37 bis 40). Scha'e a) 34 bis 42 (35 bis 42). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, I Hämmel und Schafe mittel. Der „Berg der größten Opfer." Oie Schlacht am Kemmel im April 1918. Don Johannes Moeller. Die Abendbörse hatte zwar kein besonderes Ge- schäft, der Aktienmarkt erfuhr aber anschließend an den Mittagsschlußverkehr eine weitere Erholung der Kurse. Unterstützt durch einige Kundschaftsaufträge zeigte auch der Berufshandel etwas Kauflust, zumal Angebot kaum noch vorlag. Die Entwicklung war noch nicht ganz einheitlich, zumeist traten jedoch Besserungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 o. H. ein. FG -Farben mit 157,50 (156,75), Rheinmetall mit 147,50 (146,75) und Bekula mit 163 (162) waren stärker erhöht. Bon Montanwerten Verein. Stahl auf 111,25 (110,75), 149 (148,50), Deutsche Erdöl auf und Mannesmann auf 115,13 (115). gebrochen. So stehen am Vorabend des 25. April, an dem soll, die zum Angriff be- Auf Befehl des Oberkommandos des Heeres wurde eine für die Infanterie besonders angenehme Neuerung eingeführt, ein S t a h l f e l d w a g e n, m dem Tornister der zu Fuß marschierenden Schützen sowohl bei Märschen wie auch beim Gefechtsdienst gefahren werden. In Zukunft trägt der Schütze außer Bewaffnung, Schanzzeug, Brotbeutel und Feldflasche nur das unbedingt notwendige Marschgepäck bei sich. Unjer JBilb zeigt den neuen gummibereiften Stahlfeldwagen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kanal. Der Nachmittag bringt weitere Erfolge, vor allem im rechten Gefechtsstreifen Die Trichter der großen englischen Sprengungen am ehemaligen Wi)tschaete-Bogen und St. Eloi werden genommen, die Truppe erreicht die Kreuzung der Straßen Kemmel—Ppern und Wytschaete—Poparinqhe. Die Kämpfe des linken Flügels stehen im Zeichen kommender schwerer Gegenstöße, aber die Angriffsabsichten des Gegners werden im Artilleriefeuer niedergehalten. Am andern Morgen tragen frifche feindliche Di- Visionen einen schweren Angriff aus Norden gegen Berg und Dorf Kemmel vor. Sie haben Befehl, die verlorene Schlüsselstellung, koste es, was es wolle, wiederzunehmen. Aber der Deutsche fängt den Stoß elastisch auf und wirft den Feind im Gegenstoß. So geht es den Tag über auch an andern Stellen bis zum Abend Aber dann kommt auch die Kraft des Angreifers zum Erlahmen. Eine breite Lücke klafft in der Front der Feinde, gerade an der Stelle, die als stärkste gegolten hatte. Die Truppen der ersten Linie sind vernichtet, die Reserven geworfen und zerstreut, die Geschütze ausqeschaltet, die Führung desorganisiert, die Nachrichtenverbindungen gestört, deutlich ist die Verwirrung beim Feinde zu erkennen. Aber dieser Sieg, diese Stunden der deutschen Ueberlegenheit müssen ungenutzt bleiben. „Da lagen die gelichteten Kompanien", berichtet Hauptmann Hans Frhr. v. P ra n ck h , damals Bataillonskommandeur im Infanterie-Leibregiment; „sie hofften auf den Befehl zu weiterer Verfolgung, sie erwarteten die Ergänzung der Munition und der erschöpften Kampfmittel, sie blickten zurück und suchten nach Batterien, die hätten folgen können, sie hofften auf das Nachkommen des ganzen großen Apparates, der zum Kämpfen nötig ist — aber das eroberte Schlachtfeld blieb leer, e n t fe tz 1 ich 1 ee r .. Und diese unwiederbringlichen Stunden des Sieges brachten die grausame Erkenntnis, daß der M a ngel an all en Mitteln schon so fürchterlich war, daß Deutschland seinen Soldaten, die gefiegt hatten, nicht mehr geben konnte, was sie brauchten, um weiter zu siegen. Noch einmal hat der deutsche Soldat gesiegt..., aber der Angriff hat die Mittel erschöpft, der Mangel bringt Stillstand, und der Feind hat die Hilfe und die Mittel der ganzen Welt! . Mit einem Schlage hatte Haig die ganze Errungenschaft der Flandernschlacht von 1917 preis- gegeben. 30 Kilometer hinter der Küste aber war schon die andere Küste, die weiße Kreidekuste Englands! Aus den Veröffentlichungen der anderen Sette wissen wir heute, daß der deutsche Angreifer Haig immer wieder hingewiesen hat; für den Besitz dieses Berges müßten „die größten Opfer gebracht werden". Am Vorabend des Sturmtags, um den der Verteidiger wie der Angreifer mit Sicherheit weiß, zweifelt hier wie dort niemand, daß die Opferbereitschaft auf beiden Seiten des großen Zieles würdig fein wird. „Das Schlachtfeld blieb entsetzlich leer.. In der Nacht zum 25. April stehen die Truppen, die den Kemmel-Klotz in einem ununterbrochenen Sturmlauf nehmen sollen, zum Sprung bereit in ihren Gräben. Den eigentlichen Berg wird das Alpenkorps packen, m anderthalbtausend Meter breitem Streifen. Die Trümmerstätte von Dranoeter am Süd auslauf des Berges greift die 5. Bayerische Reserve-Division an. Die beiden Kemmelgipfel, der „große" und der „kleine", liegen im Abschnitt des bayerischen 3nfanterie»ßeibregiments des Obersten Ritter v. Epp. Daß es ums Ganze geht, zeigt das Sturmgepäck, das für vier Tage Verpflegung ent- hält. Seit dem 19. April hat die deutsche Arttllerie, auch auf die Nachbarabschnitte übergreifend, den Kampfraum mit einem Stahlhagel bedeckt. Am 25. um 3.30 Uhr schwillt das Feuer aller Kaliber, von der leichten Artillerie bis zum 38 - cm - Geschütz, zum Sturm an, um 6 Uhr zum rasenden Orkan, der in der folgenden Stunde zweimal ab« ebbt, zweimal wieder anschwillt. Dann wird aus zahllosen Feuersäulen eine einzige himmelhohe Feuerwand, die langsam den Südhang hinaufschrei- tet, und um 6.45 Uhr folgt dem wandernden Feuer, im Sprunge die Sturmstellungen verlassend, d:e Infanterie "mit den Vegleitbatterien. Die äußeren Flügel als Drehpunkte nutzend, drängen die beiden Angriffkorps die Hänge des Kemmel empor. Er gilt eigentlich als Uneinnehmbar". Die „Leiber" des Oberst Epp werden seines Steilhangs i n 6 5 Minuten Herr. Um 8.05 Uhr überschreitet die 9 Kompanie des Oberleutnants der Reserve von Ruckteschell den Kemmel-Kamm. Reserven, die heraneilen, werden über den Hang geworfen, Handgranaten räumen die starken Unterstände unmittelbar am Gipfel aus, zurückgebliebene Widerstands- punkte fallen durch Umfassung; der „Große Kemmel" ist fest in der Hand des III. Bataillons der „Leiber"! Aber der Kampf ist damit nicht zu Ende. Den ganzen Vormittag über wird um den Kemmel- block gekämpft. Dorf Kemmel fällt im Sturm. Um die Mittagszeit stehen die Stürmer an den Nordhängen des Kemmel-Mafsivs und steigen in die Niederungen des Vyver-Bachs hinab. Dorf Dranoeter ist in ihrer Hand, ebenso die Höhe nordwestlich Vleugelhoek. Die beiden zurückgelassenen äußeren Flügel halten Fühlung mit der alten Frontlinie bei St. Jans Cappel und am Ppern—Lys- Deutscher Armeebefehl vom 22. April 1918: „Die j 4. Armee greift erneut an. Dem Alpenkorps \ fällt, dabei die Wegnahme des das Gelände wetth'.n 1 beherrschenden Kemmel zu." Tagesbefehl des Ge- 1 nerals Breton der 154. französischen Infanterie- 1 Division vom 22. April 1918: „Don heute abend ab ! fällt den Regimentern der Division die Derteidl- I gung eines der wichtigsten Abschnitte der Flandern- front, des Kemmelderges, zu. Vor allem handelt es sich darum, die Boches um jeden Preis daran zu hindern, auch nur einen Daumen breit Boden zu gewinnen, im Gegenteil, ihnen solchen zu entreißen!" So lauten die Befehle für die Kämpfer auf beiden Setten. Drei Tage später kann die Weltgeschichte das Ergebnis verzeichnen: Am Mittag des 25. April ist der Kemmelberg und ein gutes Stück Flandernebene dahinter in deutscher Hand,, und an die 7000 Mann der fron- zösischen Verteidiger sind gefangen! Am Abend des 18. April sind nördlich des Kanals von La Basste die letzten Feuerschläge der Schlacht von Armentieres verhallt. An Stelle der alten ein» springenden Linie, die vor dem festen Armentiöres auf die Außenwerke von Lille zurückgewichen war, ist ein halbkreisförmig vorgepreßter Bogen getreten, der in weitem Raum Armentieres umschließt. Im Süden ist die Kampflinie durch die Gegenstöße englischer Reserven, die das Kohlen- und Industrie- gebiet von Böthune stützen sollen, breitgedrückt. Im Westen preßt sie sich gegen die hartnäckig verteidigten Ränder des Waldes von Nieppe, der den Knotenpunkt Hazebrouck deckt. Im Norden folgt sie dem Verlauf des Höhenzuges, der über die Bodenwellen südlich von Poperinghe und Npern sich erhebt, nach Norden im Massiv des Kemmel-Berges bis 156 Meter Höhe emporsteigt und dann In sanftem Abfall sich in die flandrische Ebene verliert. Die tiefste Einbruchstelle liegt bei Merris und vorwärts der Trümmer der Stadt Bailleul. Hier hat das Alpenkorps am 13. und 14. April blutig gekämpft. Dann stand es einige Tage in zweiter Linie, jetzt liegt es bei Lille und soll am 25 den Kemmel stürmen. Etwas über 500 Mann zählen noch die Bataillone. Tier Feind auf der Kemmel-Höhe bedeutet schwere GefaH* für die neue Linie des Siegers. Bis weit hinter die deutschen Stellungen liegt das flache Land dem Blick von diesem Berge offen. Die schweren Batterien dort oben können weite Strecken des neuen Bogens um Armentiöres in der Flanke fassen. Der linke Flügel der 4.Armee Sixt v. Ar- n i m wird der Träger des Angriffs gegen den Berg fein. Am 22. wird Salon Ferme südwestlich Dranoeter kampflos besetzt; am 23. werden die Höhen von Vleugelhoek erstürmt, die, dem Hauptstock des Kemmel nach Südwest vorgelagert, ein starkes Vorwerk des Feindes sind. Mittel- und süddeutsche Regimenter haben, von Sturmbatterien begleitet, die Höhe trotz schwer st er Gegenwirkung erstiegen. Gegenstöße frischer Truppen des Gegners unter dem Schutz starker Artillerie bei Tag und bei Nacht sind im deutschen Feuer zusammen- Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 28. April. Die Börse hatte am Aktienmarkt noch einen vorwiegend etwas schwächeren Beginn, da sich aus jüdischen Kreisen kleine Verkäufe fortsetzten. Anderseits war aber die Aufnahmebereitschaft etwas besser, ferner logen auf dem ermäßigten Stand einige Käufe vor. Die Umsatztätigkeit hat sich jedoch gegenüber den Vortagen merklich verringert. Im Verlaufe konnte sich das Geschäft teilweise etwas beleben und auch die Kurse erfuhren meist kleine Erholungen bzw. leichte Befestigungen. Im allgemeinen hielten sich die Abweichungen in engen Grenzen. Vornehmlich Khnm- eher lagen Elektropapiere, besonders Elektr. Lieferungen mit 122,50 (124) und AEG. mit 123,50 (124,50). Ferner ermäßigten sich Deutscher Eisenhandel mit 158,50 (160) und Conti Gummi mit 207,40 (208,50) sowie Zement Heidelberg mit 160 (170 einschl. 8,83 v. H. Dividende und Anleihe- stockausfchüttung) etwas mehr. Auf den unveränderten, etwas enttäuschenden Dioidendenvorschlag von 6 v. H. waren Aschaffenburger Zellstoff angeboten. Montanaktien waren nach knapp gehaltenem Beginn später etwas fester, ebenso Rheinmetall und JG.-Farben. Von Autoaktten befestigten sich BMW. in Auswirkung der 8 (7,5) prozentigen Dividende auf 161,65 bis 162 (161,50), Daimler leicht erholt auf 152,25 (151,75), hingegen Adlerwerke 126,50 (127). Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. verzeichneten außerdem einige Maschinenaktien, Zellstoff Waldhof, Deutsche Erdöl, Berger Tiefbau und Bemberg. An den Rentenmärkten wor es weiterhin recht still. Angebot lag in Reichsbahn-VA. vor, die auf 130,25 (131) zurückfielen. Reichsaltbesitz lagen mit 132,65 unverändert. In Goldpfandbriefen kam verschiedentlich etwas Material heraus, so daß die Repartierungen leicht gelockert werden konnten, bei weitem überwog aber noch Nachfrage. Liquidationspfandbriefe, Stadtanleihen, Staatspapiere und Kommunal-Obligationen notierten unverändert, hingegen bröckelten Industrie-Obligationen teilweise leicht ab. Im Verlaufe ergaben sich an den Aktienmärkten unter kleinen Schwankungen teilweise leichte Erholungen, die aber späterhin nicht überall voll behauptet wurden, da immer wieder etwas Ware herauskam. Bemerkenswert erholt waren nur Daimler auf 153,50 nach 152,25, im übrigen betrugen die Besserungen etwa 0,13 bis 0,40. Die Mehrzahl der erst später notierten Papiere lagen 0,50 bis 1 v. H. niedriger, Ilse Genuß verloren 3 v. H. auf 138, anderseits Rhein. Braunkohlen 1,50 v. H. höher mit 228. Im Freiverkehr wurden genannt: Dingler 95,75 (95,50), Elsäss. Bad. Wolle 87 (87,50), Verein. Fränk. Schuh 85 (86), Ufa 69,50 (70), Rastatter Waggon unv. 59. Tagesgeld 2,75 (2,50) v. H. Japan. ......... 3uao(lawies.............. Oslo ................... Wien Siffabon Stockholm Schweiz ..... Spanien Prag..................... Budapest................. Neuyork Buenos Aires . Brüssel Kto de Janeiro Bolen........ Kopenhagen... Danzig....... London. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börie Schluß- kurs Schluß! Mittag börie Schluß- kurs Schluß!. Abend börie Schlußkurs Schlußk. Mitlag» börse Datum 27-4. 28-4 27.4 28-4- Datum 27-4 28 4 27.4 28.4. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 102 101,9 101,9 101,9 Acrumulatoren-Fabrik....... 14 247 245,5 246 — 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 99,3 99,3 99,3 99,3 Aichafsenburg Zellstoff........6 141,5 137,75 141,5 137,25 4Vi% Deutsche RetchSschatzanwet- — — Bemberg...................0 150 162 151 163 150,5 162,65 151 163,5 *y»% Deutsche Retchsschahanwei Buderus Eisen...............5 121,5 120,5 122 120,4 fungen von 1935, 11. ftolge .. 99,75 99,7 99,75 99,7 Cement Heidelberg........... 8 170 160 — —■ 208,5 207,4 208,25 207,25 jungen von 1936, 111. Holge . — — 99,75 99,75 Daimler Motoren.......... %7i 151,75 153 151,75 152,75 5y2% Dvung Anleihe von 1930 .. 103,5 103,5 103,8 104,13 Dessauer Gas.......... 5 —— — 126 125,75 47i% Hessische Volkestaat von 1929 101 101 — 101 Deutsche Erdöl.............. 6 146 146,5 146 146,5 47i% Deutsche Retchöpostschatz von Deutsche Gold- und Silber .... 9 250 249,5 — —— 1934 i...................... ** 100,6 100,6 Deutsche Linoleum..........10 177,5 177.75 — 177,75 471% Deutsche RetchSbahnschatz Elektrische Lieferungen........6 124 122,9 123,13 122,75 von 1936 I.................. 100,1 100 100 100 Elektrische Licht und Kraft.....7 145 144,75 145 144,5 Reichsanleihe-Mtbesitz.......... 132,65 132,65 132,75 132,7 3. G. Farben-Jndustrie.......7 157,75 157,5 158 156,25 Lberhessen Provinz-Anleihe mii Helten"« Guilleaume.........6 143,5 142 142,5 141,5 — Gessürel....................7 151 150,5 150,5 150,25 47i% Hess. Lan deSbk. Darmstadt Th. Goldschmidt............. 7 149 149 Goldpse. R. 12............. 100 .100 — 100 Grihner Maschinen........... 0 — 51,25 49,75 — 57i% Hess. LandeS-Hyp.-Bani Harpener................. 47i — - — 170,5 169 ßiqu. Goldpse............... 101 101 Hoesch Eisen................. 5 115 114,75 115 115,25 4VJ% Preutz Landespsdbr.»Anst Philipp Holzmann........... 8 165,5 165 165 166 Goldpse. R. 19.............. 100 100 100 100 Ilse Bergbau................ 7 158,5 47i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 100 100 100 100 Ilse Genüsse................ 7 141 138 141,5 137,75 47i% Darmstädter Komm.-Lan- Kali Aschersleben............4 111,75 111,25 111 111 desbank R. 6............... 99,75 99,75 — — Klöcknerwerke ............... 5 — 122 121.25 122 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 160,75 161,25 AuSlos.-Rechte I.............. 138,75 138,75 138,9 138,9 Lahmeyer.................. 6 133 132,75 131,13 132 47i% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 100 100 100 Mainkraft................... 4 96,5 96,75 47i% Franks. Hyp. Gold-Komm Mannesmann............... 5 114,75 115,13 115,13 115,13 Obl. 2 3.................... 100 100 Mansselder Bergbau......... 7 ■ I 151,25 151 .25 b7i% Franks. Hyp. Liquidation Metallgesellschaft.............6 141,75 141 142 141,5 Goldpse..................... 101,25 101,25 _ Lrenstein & Koppel..........0 — 116,25 116.5 5yt% Rheinische Hyp. Liquidation Rheinische Braunkohle.......12 226,5 228 226,25 228 Goldpse..................... 101,25 101,25 101,3 101,25 Rheinische Elektro............6 128,75 128,75 129 128.25 Steuergutschein-BerrechnungSkure 111,35 111,35 111,4 111,5 Rheinstahlwerke..............6 149 149 149,25 149,9 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 125,5 228 125 125,4 A.G. für Verkehrswesen .... 6 ya 140 139,25 140 139,65 Rütgerswerke ...............7 156,75 156 156,25 156,4 Hamburg-Sstdam. Dampfschtss. ü — — — 131,75 Salzdetfurth Kalt............6 — 167 167,5 167 Hamburg-Amerika Paket......0 79,5 79 79,5 79 Schuckert L Co...............7 184,25 184,75 184 184,5 Norddeutscher Lloyd..........o —— —— 81,25 80,25 Schultheis Patzenhofer........4 — — 101,9 102,5 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 131 130 130,75 130,13 Siemens & Halske.......... 10 — — 212 211 Süddeutsche Zucker.......... 10 _ 21R 5 Reichsbank................. 12 197,75 197.5 197,65 197,9 Bereinigte Stahlwerke........ 5 110,75 111,25 110'5 110,75 Berliner Handelsgesellschaft . 6 Ti — 128,13 128,75 128,5 Westdeutsche Kaufhof.........0 107,5 108,25 107,25 108,4 Commerz- und Privat-Bank ... 6 116 115,9 116 115,75 Westeregeln Alkali............ 4 110,5 110,5 111 111 Deutsche Diskonto............ t 120,25 120,25 120,25 120,25 Zellstoff Waldhos............7 144,25 145,25 144,75 146 Dresdner Bank.............. 5 113 112,9 113 112,9 Ltavi Minen..............0,65 — 26 27-April 28 April Amtliche Notierung Gelb | Briet Amtliche Notierung Geld s Bries 27. April 28. April Amtliche Notierung Geld | Sriei Amtliche Notierung Gelb 1 Briet Nr. 99 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeioer für (DberMen) 'Zreitag, 29. April M8 Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes! Die Veranstaltungen in Gießen. Programm fürSamita§,3ü.April 19.00 Uhr: Aufstellung des RIaibaumes auf Os- waldsgarlen. Darbietung des BD2N. 19.30 Uhr: rNaifingen des BDIN. an sieben verschiedenen Stellen der Stadt. 21.06 Uhr: Alaisingen des gesamten BD21L und der J2R. auf dem Brandptah. Programm für Sonntag, 1. Bai. 6.00—7.00 Uhr: Wecken. Es wird ausgeführt von dem Spielmannszug und der Musikkapelle der SA.-Standarte 116. 8.30—9.15 Uhr: Zugendkundgebung auf Oswalds- garten. An dieser Veranstaltung nimmt die gesamte Gießener Zugend teil. 11.00 Uhr: Antreten der Teilnehmer zum Umzug. 11.15 Uhr: Abmarsch der Marschgruppen. 11.30—11.40 Uhr: Eintreffen auf Oswaldsgarten. 11.45 Uhr: Ansprache des Kreisleiters P g. Backhaus. Etwa 12.00 Uhr: Beginn der Uebertragung aus Berlin. Rede des Führers. Nach der Rede Deutschlandlied und horst- Desfel-Lied. Sieg-Heil auf den Führer. Ende der Veranstaltung. — Abmarsch der Teilnehmer. Allgemeine Anordnungen. Betriebsfeiern dürfen am 1. Mai selbst erst nach Beendigung der Hauptkundgebung abgehalten werden. Am 1. Mal tragen sämtliche Angehörige der Betriebe den blauen Festanzug und DAF.-Mühe. Zeder Hausbesitzer muß als Betreuer der Hausgemeinschaft zusammen mit seinen Mietern dafür sorgen, daß sein yaus am 1. Mai in würdiger Form mit Fahnen und frischem Grün ausgeschmückt ist. Anordnungen für den Aufmarsch auf dem Oswaldegarten. Die Betriebsführer und Betriebsobmänner haben dafür zu sorgen, daß alle Gefolgschastsmitglieder, soweit sie in Gießen wohnen, vollzählig zur Stelle sind. Der Aufmarsch erfolgt in 2 Marschgruppen. Marschgruppe I: Marschleiter: Sturmführer Leithäufer. Aufstellung: Senckenbergstrahe, Landgraf-Phi- lipp-plah. Spitze: Ecke Senckenberg st raße/hil- l e r w a l l (nicht — wie gestern angegeben — Ecke hitlerwall Gartenstraße). Teilnehmer: Spitze: Spielmannszug und Musikkapelle der Kreisleitung Detterau der NSDAP. Fahnengruppe der vier Gießener Ortsgruppen und der DAF. Ehrenbereitschaft der Politischen Leiter. Abordnung des Arbeitsdienstes. Die Dienststellen der Wehrmacht mit ihren Gefolgschaften, Zustizbehörden, Kreisamt, Straßenbauamt, Chemisches Untersuchungs- amt, Landes-Alters- und Pflegeheim, Landesheil- und Pflegeonsialt, Polizeidirektion mit Geh. Staatspolizei, Kreisvelerinäraml, Vete- rinär-Unlersuchungsamt, Eichamt, Arbeitsamt, Gesundheitsamt, sämtliche Krankenhäuser und Krankenanstalten, sämtliche Banken und Krankenkassen, Tierzuchtamt sowie Angehörige des Reichsnährstandes, Arbeiterunterkunft Flugplatz, handel und Handwerk, Freie Berufe: Aerzte (außer Kliniken), Zahnärzte, Rechtsanwälte, Versicherungsbüros usw.» Hausgehilfinnen. (Treffpunkt für Hausgehilfinnen am Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen- strahe 18, bis spätestens 10.45 Uhr.) Marschweg: Neuen Baue, Neuenweg, Kaplans- gasse, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. Antreten: 11 Uhr. Abmarsch: 11.15 Uhr. Marschgruppe II: Marschleiter: Sturmhauptführer Bender. A u f st e l l u n g : Ludwigstrahe, Gartenstrahe. Spitze: Ecke Ludwigstrahe, Bleichstrahe. Teilnehmer: Spitze: Spielmannszug und Musikkapelle der SA.-Standarte 116. Fahnengruppe der SA. und des NSKK. Ehrenstürme der SA. und des NSKK. Sämtliche Privatbetriebe, außer handel und Handwerk, sämtliche Dienststellen der Reichsbahn mit Biebertalbahn, Reichspost und Telegraphenbauamt, Stadtverwaltung und städt. Betriebe, Universität und Institute mit ihren Gefolgschaften einschließlich Kliniken und Ve- Aus der Gi falsche Hast! Es gibt kleine Dinge im Leben des Alltags, über die man sich immer von neuem ärgern muß. Weil sie unnötig sind. Weil sie dumm sind. Weil sie einen vernünftigen Menschen abstoßen. Zu diesen Dingen gehört der sinnlose Ansturm auf die Garderobe, wenn eine Veranstaltung zu Ende ist. Auch bei uns, jawohl, auch in unserer Stadt ist das so. Leider. Der Vorhang fiel. Plötzlich werden aus ruhigen Menschen wilde Geschöpfe. Wesen, die mit sinnloser hast durch enge Türen drängen, ihre Mitmenschen in die Rippen knacksen, mit der Anfangsgeschwindigkeit eines Rennpferdes auf die Garderobefrau Stürzen, die zum Glück durch eine Schranke von ihnen getrennt ist, und ihre Kleider mit einer hast verlangen, als stünde vor dem Theater ein Mann, der ihnen in den nächsten fünf Minuten und nur in den nächsten fünf Minuten, hunderttausend Mark schenken wolle. Welche unnötige hast, so frage ich mich oft, tobt sich bei diesen Menschen auf diese Weise aus, so aus, daß man sie einfach nicht verstehen kann. Im festlichen Raum verbeugen sich indessen die Künstler. Junge, begeisterte Menschen klatschen ihnen zu. Alte, gelassene, dankbare Menschen rufen ihre Bravo. Das „Gros" aber steht in der Entscheidungsschlacht um Mäntel und Ueberschuhe. terinärfHnifen. (NS.-Studenlenbund marschiert mit der Fahne vor der Universität. Die Angehörigen der Universität usw. trrssen sich bis spätestens 10.45 Uhr in der Goethestrahe, an der Neuen Aula.) Sämtliche Lehrer der Gießener Schulen einschließlich Handelslehranstalt und Vogtsche Handelsschule. (Die Lehrer der Schulen treffen sich bis spätestens 10.45 Uhr im Hof der Langemarckschule.) Finanzamt, Hauptzollamt, Versorgungsamt, Gießener Forstämter und Zagdbehörden, Industrie- und Handelskammer, Gewerbeaufsichtsamt, Hochbauamt, Kulturbauamt, Staatliches Vermessungsamt. Marschweg: Bleichstraße, hindenburgwall, horst- Wessel-Wall, Oswaldsgarten. Antreten: 11 Uhr. Abmarsch: 11.15 Uhr. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht marschiert direkt auf Oswaldsgarten und nimmt dort bis 11.25 Uhr Aufstellung. Aufmarschleiter der Hauptkundgebung Zn Gießen ist SA.-Standartenführer Pg. Lutter.' Den Anordnungen der SA.-Männer (kenntlich durch weihe Armbinde) ist unbedingt Folge zu leisten. Bis auf die uniformierten Abteilungen wird in Achterreihen marschiert. Für die Ehrenabordnungen und -bereitschaften gelten die jeweiligen Dienstvorschriften. Eine bestimmte Reihenfolge in der Ausstellung der Betriebe und der zivilen Teilnehmer besteht nicht. Die Aufstellung erfolgt vielmehr in der Reihenfolge der Ankunft. Die mitgeführten Fahnen marschieren nach Ankunft auf dem Oswaldsgarten vor der Tribüne auf. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Wenn die Menschen langsam an die Garderobe gingen, lächelnd im Nachgefühl des Erlebten, wie schön ginge dann alles! Wie glatt, wie sicher und wie schnell! Denn der Ansturm macht nervös. Ner- oössein schafft Irrtümer. Irrtümer lähmen. Läh« mung macht langsam. Langsamkeit macht nervös. Ein Zirkulus des Wahnsinns. Sie lächeln, lieber Leser, verehrte Leserin? Sie lächeln über jene Menschen, die sich so benehmen? Aber, täusche ich mich wirklich, sind nicht auch Sie schon in solcher Weise auf die Garderobe zugestürzt? r. k. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Ein Glas Wasser". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Olympia, Fest der Völker". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „5 Millionen suchen einen Erben". — Oberhessischer Kunftoerein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Eaf6 Leib: 20 Uhr, Rennfilm, „Deutsche Siege in drei Erdteilen", Tonfilm der Auto Union. Stadttheater Gießen. heute um 20 Uhr Erstaufführung von „Ein Glas Wasser", Lustspiel in vier Akten nach Scribe von Otto Stockhausen. Spielleitung Hans Geißler, Bühnenbild Karl Löffler, Kostüme Buchner-Endrich. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 29. Voi> stellung der Freitag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Tonfilm-Ausführung der Aulo-Union. Am heutigen Freitagabend, 20 Uhr, wird int Eafs Leib unter dem Titel „Deutsche Siege in drei Erdteilen" ein Rennfilm der Auto-Union aufgeführb, (Steuerfreiheit für Sonderzuwendungen ?um Nationalfeiertag des deutschen Volkes. DNB. Viele Betriebsführer werden ihren Ge« folgschaftsmitgliedern zum Nationalfeiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1938, ebenso wie in Öen Vorjahren, wieder Sonderzuwendungen machen. Soweit diese Zuwendungen in Sachleistung gen, z. 23. Beköstigung, bestehen, ergibt sich die IN FARBEN UND MUSTERN FÜR JEDEN GESCHMACK! Einkommen- und Lohnsteuerfreiheit schon aus frü< tjeren Anordnungen des Reichsministers der Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des l.Mai als Nationalfeiertag des deutschen Volkes hat der Reichsminister der Finanzen außerdem auch Geldzuwendungen zu diesem Tag für einkommen« steuer- (lohnsteuer-) frei erklärt, wenn sie drei RM. nicht übersteigen. Ueberschreiten die Geldzuwendungen diesen Betrag, so sind sie in voller höhe einkommen- (lohnsteuer)pflichtig. G (1:2). iar den und siet -.1(1-0). ützellm' nzenden nes nllk 3 A cW /Sieg [eite im ; (4:2). i durch' Meinen nmschast 1 (3:0). Spiel-k' lern und *s L"°-" 5:3 Vortragsabend im ASD.-Dozentenbimd tremrng erkrankter Familienmitglieder. Anmeldungen nimmt die Ortsfrauenschaftsleiterin entgegen. c^) Beuern, 28. April. Die hiesige Milchab- satzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Ranft rhre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ludwig Stein begrüßte die Teilnehmer. Direktor Ranft erstattete den Geschäftsbericht. Dem Bericht war zu entnehmen, daß sich die Mischablieferung in stetigem Steigen befindet. Es wurden im vergangenen Jahre 332 000 Liter Milch (gegenüber 293 000 Liter im Vorjahre) abqe- liefert. Der Gesamtwert betrug 29 000 Mark (24 000 Mark im Vorjahre). An Magermilch wurden 313 000 Liter, an Butter 45 Zentner zurückgenommen: im Ort verblieben 18 000 Liter Vollmilch. Der durchschnittliche Fettgehalt der Milch betrug 3,4 vom Hundert, der durchschnittliche Preis je Liter 13,6 Pfennige. Rechner Schwalb gab anschließend die Bilanz bekannt. Die Unkosten betrugen 432 Mark. Der Reingewinn beläuft sich auf 92 Mark. Dem Niederkleen, 3e-Preis; Friedrich Schäfer, Lützellinden, 3k-Preis. Wert kl ässe Illa: Karl Reuter, Niederkleen, und Friedrich Bork, Lützellinden, je eine Anerkennung. Amtsgericht Gießen. Der K. B. aus Krofdorf hatte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Übertretung der Reichs- siraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 80 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Die Hauptoerhandlung ergab, daß K. B., gls er eines Abends in der Krofdorfer Straße mit seinem Motorrad fuhr, hinter der Straßenlampe einen dunklen Punkt zu bemerken glaubte und annahm, daß dort ein Hindernis fei. Um dieses vermeintliche Hindernis zu vermeiden, fuhr er auf den Bürgersteig und verletzte dabei zwei Frauen. Nach dem Unfall kümmerte er sich nur um sein Motorrad und fuhr nach zwei Minuten, ohne sich im geringsten um die von ihm verletzten Frauen zu kümmern, fort. Dies Verhalten grenzte schon an Führerflucht. Es blieb daher bei der im Straf, befehl ausgesprochenen Strafe. Der H. Sch. aus Mainzlar hatte einen Straf- b e f e h l i n H ö h e v o n 2 0 M a r k erhalten, weil er seinen 15jährigen Sohn ohne Genehmigung auf einer Zugmaschine fahren ließ. Gegen diesen Straf- befehl legte er Einspruch ein. Da er dabei die vor- geschriebene Frist nicht wahrte, wurde dieser verworfen. Wegen Unterschlagungen ins Gefängnis * Limburg, 28. April. Vor der Großen Strafkammer am hiesigen Landgericht wurde das Urteil gegen den früheren Amtsrentmeister Goebler von Krofdorf gefällt. Die Gerichte, selbst die' höchsten Instanzen, hatten sich schon mehrfach mit dieser Sache zu beschäftigen. Die Anklage warf dem Angeklagten Unterschlagung, Untreue und Buch- fälschung vor. Für die Verhandlung waren 17 Zeugen und 5 Sachverständige geladen. Die Verhandlung nahm zwei Tage in Anspruch. Der Angeklagte hatte, wie sich aus der Beweisaufnahme ergab, verschiedentlich Gelder eingenommen, die er als Einnahme nicht verbucht und mutmaßlich in feine Tasche hatte fließen lassen, wohl aber diese Gelder als Ausgabe verrechnete. Der Angeklagte machte als Entschuldigung angegriffene Gesundheit geltend, er wollte sich auf nichts besinnen und erinnern können und glaubte, die Unregelmäßigkeiten darauf schieben zu können, daß die Kasse mit zu wenig Personal besetzt gewesen sei. Der zugezogene Arzt ließ in einem Gutachten keinen Zweifel darüber, daß der Angeklagte als voll verantwortlich zu betrachten sei. Das Gericht kam zu der Auffassung, daß, wenn der Angeklagte tatsächlich einigemale Geld zugelegt habe, um die Kasse wieder notdürftig in Ordnung zu bringen, dies nur geschehen sei, um seine unüber» ehbar gewordenen Machenschaften zu vertuschen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis strafe von einem Jahr, sowie zu 5 0 0 Mark Geldstrafe. Es wurde Haftbefehl erlassen. Waldbrandbekämpfungsübung im Gießener Gtadiwald. Appell an alle: Raucht nicht im Walde und zündet in der Nähe der Karsten keine Feuer an! Aus der engeren Heimat. Die Gauhauptstadt holt ihren Maibaum ein. LPD. Frankfurt a. M., 28. April. Am Dienstag wurde in den Wäldern Oberhessens, bei Ehringshausen, eine 35 Meter hohe Fichte gefällt, die am Donnerstag nach Frank- furt überführt worden ist. Der Stamm ist bis auf einen kleinen Wipfel von Aesten und Rinde befreit und leuchtet blendend weiß. Von dem Kreiswalter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und mehreren hundert Werkscharmännern mit Kapelle und Fahnen wurde der Frankfurter Maibaum in den Abendstunden des Donnerstag am Güterbahn- haf abgeholt und zum Römerberg geleitet. Der ganze Weg war von vielen Volksgenossen umsäumt, die alle den Einzug des Maibaumes sehen wollten' Auch der Römerberg war dicht mit Menschen besetzt, als der Zug der Werkscharen mit dem Maibaum eintraf. Vor dem Portal des Römers übergab Kreiswalter Licht den Baum in die Obhut der Stadt. Für die Stadt übernahm Stadtrat Dr. S ch ö n b e i n mit kurzen Worten den Baum, der ein Sinnbild der Freude fein solle, und der seinen Platz an einer Stätte fyabe, die durch Jahrhunderte hindurch Feste und festliche Ereignisse vieler Art habe schauen können. Wegen Tierquälerei bestraft. Im Laufe des Sommer-Semesters 1938 veran- ftaltet der NS.-Dozentenbund der Universität Gießen, der die Gemeinschaft aller Dozenten und Assistenten umfaßt, eine Vortragsreihe, an der neben Öen Führern der Partei und ihren Gliederungen die Vertreter der Wehrmacht und der Behörden teilnehmen. Aus ihrem engeren Fachgebiet werden Mit- glieder des Gießener Dozentenbundes und auswärtige Gäste Fragen und Probleme behandeln, die heute im Brennpunkt unserer Belange stehen und im Sinne der weltanschaulichen und politischen Aus- ricktung von Bedeutuna sind. Außerdem wird im Laufe des Semesters in Zusammenarbeit mit der Kreisleitung Wetterau (Abtlg. Volksbildungswerk) eine Vortragsreihe beginnen^ die allen Volksgenossen Gelegenheit geben soll, die Dozenten und Assistenten der Universität innerhalb ihrer Institute kennenzulernen. An Hand von Experimenten und Vorweisungen wird in allgemeinverständlicher Form einem großen Hörerkreis Einblick gegeben werden in die besonderen Forschungsgebiete der einzelnen Institute. Zum ersten Vortragsabend des Semesters hatte der Dozentenbund für den gestrigen Donnerstag Wegen Meuterei vor der Großen Strafkammer Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Dem Antrag des Vorstandes, die örtliche Genossenschaft aufzulösen und sich der Hauptgenossenschaft Geilshausen an- zuschließen, wurde z u g e st i m m t. Der örtliche Hofmilchoerkauf wird ab 1. Mai eingestellt und ist für die Zukunft verboten. Ludwig Döring hat die Milchverteilung übernommen und muß in Zukunft mit der Molkerei Geilshausen abrechnen. Nachdem verschiedene Fragen beantwortet worden waren, sprach Tierzuchtinspektor Kob (Gießen) über Fragen der Tierzucht und der Milchkontrolle. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ludwig Stein schloß sodann, die letzte Versammlung der Milchab- • satzgenossenschaft Beuern. * Grünberg, 29. April. Am gestrigen Donnerstagnachmittag fuhr hier ein 13 Jahre alter Junge mit dem Fahrrad gegen einen Personenkraftwagen aus Frankfurt. Der Junge erlitt dabei einige Kopf- und Knieverletzungen. Im übrigen verlief der Vorfall noch glimpflich. ’ D Watzenborn - Steinberg, 29. April. Morgen, Samstag, feiert der Landwirt und Weiß- binbermeifter Johannes Sommer VIL, Ludwig- ftrafje 14, in bester geistiger und körperlicher Frische feinen 7 0. Geburtstag. Als Direktor des Land- ' wirtschaftlichen Konsumvereins amtierte er in den Jahren von 1915 bis 1934. Der Gesangverein „Germania", in dessen Reihen er heute noch als aktiver Sänger steht und von dem er bereits im Jahre 1936 anläßlich seiner 50jährigen Sängertätigkeit geehrt wurde, wird fein verdientes Mitglied an seinem Ehrentag mit einem Ständchen beehren. Der Jubilar ist langjähriger Bezieher des Gießener An- Zeigers. Unseren herzlichen Glückwunsch zum 70. (Geburtstag. Nundfunkprogramm Samstag, 30. April. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Danziger Landesorchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. Gesunde Ehen — Gesundes Volk. 10: Schulfunk. Nur wer gehorchen lernt, kann später befehlen. Hörszenen. 11.40: Blühende ©arten... 12: Mittagskonzert. Österreichische zeitgenössische Orchestermusik. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Antrittsbesuch der neuesten Schallplatten. 15: Bilder- buch der Woche. 15.30: O du schöner Westerwald. BDM.-Mädel fingen und erzählen. 16: Des Sommers und des Maien, des wollen wir uns freuen. Frühlingsklänge für Orchester, Chor und Tanz- kapelle. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Sportschau des Tages und für den Sonntag. 19: Nachrichten. 19.10: Die SA. der Westmark spielt auf. 20: Geister der Heiterkeit weckt Willy Reichert! 22: Nachrichten. 22.30: Sie- gerverkündigung und Abschlußbericht von dem deutschen Fliegerhandwerkerwettbewerb in Königsberg. 22.40: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtmusik. Am Dienstag wurde auf dem Exerzierplatz an der Licher Straße eine Waldbrandbekämpfungs- ubung durchgeführt, zu der Vertreter der Forst- abteihmg der Landesregierung, der Polizei, des Reichsarbeitsdienstes sowie zahlreiche Forstbeamten der Forstbezirksgruppe Gießen erschienen waren. Der Leiter der Hebung, Forstassessor Dr. Schober, hielt vor Beginn der Uebung einen kurzen Vortrag über Entstehung, Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden. Er wies insbesondere daraus hin, daß nach der Statistik 60 v. H. aller ent- ftehenden Waldbrände auf fahrlässiges Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen sind. Aus diesem Grunde werden in den Forstämtern Gießen und Schiffenberg regelmäßig Wald brand st reisen von SA.-Männern durchgeführt, die ange« wiesen sind, unnachsichtig jeden zur Anzeige zu bringen, der in der Zeit vom /. März bis 31. Oktober im Wald oder in gefährlicher Nähe des Moldes raucht oder Feuer anzündet. Die Brandübung begann mit dem Anzünden des reichlich auf den Abtriebs flächen lagernden Fichtenreisigs. Infolge der trockenen Witterung und des lebhaften Windes verbreitete sich das Bodenfeuer mit außerordentlicher Schnelligkeit. Ein Zug der Arbeitsdienstabteilung 5/222 wurde sofort zur Ve- kämpftma eingesetzt. Dank des tatkräftigen Eingreifens der Löschmannschaft wurde das Feuer bald von der Seite her erfolgreich bekämpft und ein weiteres Umsichgreifen durch Ausschlagen mit Fichtenreisern, Uebereröen des Feuers und Anlegen von Wundstreifen (Streifen, von denen der Boden- überzua entfernt wurde) verhindert. Nachdem dieser Brand als gelöscht anzusehen war, wurde ein zweites Bodenfeuer hervorgerufen, das durch Uebergreifen auf eine künstlich errichtete Fichtendickung wm Stamm- und Wipfelfeuer wurde. Außer der seitlichen Bekämpfung wurde noch entgegen der Windrichtung ein zweites Gegen- feuer entzündet. Der Brand kam hier zum Erlöschen, nachdem das mit der Windrichtung laufende Schadenfeuer das Gegenfeuer erreicht hatte. Schon diese Waldbrandbekämpfungsübung zeigte, mit welcher Geschwindigkeit und Hefttgkeit ein Bodenfeuer aus kleinen Anfängen sich zu einem verheerenden Waldbrande entwickeln kann und daß nur rasches und tatkräftiges Eingreifen große Katastrophen verhindern kann. Die Bevölkerung sei daher an dieser Stelle nochmals eindringlich auf diese Gefahr hingewiesen, die unserem wertvollen Volksvermögen, dem deutschen Walde droht. Es muß erwartet werden, daß jeder Volksgenosse sich verantwortlich fühlt für die Erhaltung unserer Wald bestände und unbedingt im Wald und auch auf den durch den Wald führenden Straßen und Wegen jegliches Rauchen und Hantieren mit Feuer unterläßt! Am heutigen Freitagvormittag begann vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen die Verhandlung eine$ Strafprozesses, die im Zucht- fyaus Marienschloß in Rockenberg durchgeführt wird. Die auf Meuterei lautende Anklage richtet sich gegen den bereits 17mal vorbestraften Heinrich H u n ft o cf aus Langula, gegen den bereits llmal vorbestraften Jakob Kaffitz aus Karlsberg und gegen den zweimal vorbestraften Otto Nagel aus Gambach. Der Anklage liegen folgende Vorgänge zugrunde: Die drei AckgeklaKen waren in Gemeinfchaftshaft in einer Zelle des Zuchthauses Marienschloß untergebracht. Sie brachten es fertig, in der Nacht vom 8. auf 9. Juni 1937 gemeinschaftlich aus dem Zuchthaus auszubrechen. Um dies zu ermöglichen, hatte Hunftock zunächst mit einer kleinen Feile ein Stück Federstahl fägenartig eingekerbt und dann an gefangen, mit diesem die Gitterstäbe in der Zelle Zu durchsägen. Am 8. Juni fertigte er nach Einbruch der Dunkelheit aus Brettern von seinem Bett und aus Schnurresten eine kleine Leiter an. Mit Hilfe eines Schemelbeines brachen die drei dann die Gitterstäbe heraus, kletterten gegen 3 Uhr aus dem Zellenfenster und fprangen auf den Hosi Mittels der kleinen fetbftangefertigten Leiter klet- terten sie auf die hohe Zuchthaus mauer und ließen sich auf der anderen Seite der Mauer herunter. Um sich Kleider und Lebensmittel zu verschaffen, gingen die Angeklagten in das Elternhaus des Nagel in dem von dem Zuchthaus nicht allzu weit entfernten Gambach. Von dort flüchteten sie in die Gegend des etwa 17 Kilometer von Rockenberg entfernten Li ch, wo sie sich bis zu ihrer Festnahme am 12. Juni 1937 in den Wäldern aufhielten, und von wo aus sie mehrere Diebstähle unternahmen. Bei diesen stahlen sie Lebensrnittel im Werte von etwa 300 Mark. Bei der Ausführung der Diebstähle brach H u n st o ck immer ein unö reichte die gestohlenen Sachen dem draußen stehenden Kaffitz zu, während es Aufgabe des 9t a g e I war, achtzugeben, ob jemand kam. Am 12. Juni wurden die drei gesehen; um ihrer habhaft zu werden, wurden nicht nur Gendarmerie und Kriminalbeamte eingesetzt, sondern auch Arbeitsdienstabteilungen und SA. herangezogen. Die Angeklagten setzten sich bei ihrer Festnahme zur Wehr, und Hunstock brachte einem SA.-Mann mit einem Knüppel eine klaffende Wunde am Kop bei, die ärztliche Behandlung erforderlich machte. Ueber den Verlaus der Verhandlung werden wir noch berichten. • Landkreis Gießen. S A l t e n - B U s e ck, 28. April. In die Schule ausgenommen wurden an Ostern 20 Kinder, 12 Knaben und 8 Mädchen. gfs. Heuchelheim, 28. April. In unserer Gemeinde beginnt der Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk in den nächsten Tagen meinen Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege. Mögen auch die älteren Frauen diese Gelegenheit ergreifen, sich ein Wissen und Können anzueianen, das jede Hausfrau und Mutter verwenden kann. Durch gesunde Lebensweise und richtige Kost mancherlei Krankheiten verhüten ist ebenso wichtig, wie die sachgemäße Bein das Studentenheim eingeladen. Nach Eröffnung und Begrüßung durch den stellv. Dozentenbunds- sührer, Pros. Dr. Hummel, sprach der Anatom der Universität Gießen, Pros. Dr. Elze, über: „Andreas Vesalius". In kurzen Zügen wiederge- geben, führte der Redner u. a. aus: Andreas Veja- lius (1514 bis 1564) war Professor der Anatomie und Chirurgie in Padua, dann Leibarzt Kaisers Karl V. Im Jahre 1543 erschien sein Hauptwerk „Sieben Bücher vom Bau des menschlichen Körpers", durch das er die heutige Naturwissenschaft und Medizin begründete. Bis dahin herrschte uneingeschränkt das von der Kirche geradezu zum Dogma erhobene Lehrgebäude des pergamenischen Arztes Galen (2. Jahrh. n. Chr.). Eigene Untersuchungen und Beobachtungen der Natur kannte man nicht. Hier hat Vesalius grundsätzlichen Wandel geschaffen, die Fesseln des unbedingten Autoritätsglaubens gesprengt und die neue, bis heute geübte Forschungsweise begründet. Luther erkämpfte die Freiheit des Glaubens und des Geistes, Vesal die Freiheit der Wissenschaft. So verdankt die Menschheit flroei deutschen Männern eine neue geistige Welt. Lpd. Herborn, 28.April. Dor dem Amtsgericht hatte sich ein Einwohner aus Guntersdorf wegen Tierquälerei zu verantworten. Der Angeklagte stand in einem gespannten Verhältnis zu feinem Nachbar. Um feinem Unwillen Luft zu machen, schien ihm ein Huhn, das sich in seinen Pferch verlaufen hatte und das dem Nachbar gehörte, gerade recht. Er schlug auf das Tier «in und verletzte es so sehr, daß es kurz danach verendete. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Wochen Haft. Es wies in der'Urteilsbegründung darauf hin, daß wehrlose Tiere heute unter dem ganz besonderen Schutz des Staates stehen und daß derart unverschämte Tierquälereien rücksichtslos geahndet werden müßten. Schwerer Autounfall bei Fulda. Zwei Tote, ein Schwerverletzter. LPD. Fulda, 28. April. Trotz ausdrücklichen Verbotes des Kraftwagenbesitzers wollte am Mittwoch gegen 22 Uhr ein Autofahrer vier Arbeiter nach einer R i ch t f e st f e i e r in chre in der Nähe von Fulda gelegenen Wohnungen fahren. In dem bei Fulda gelegenen Dorf Kohlhaus ftreifte das in schneller Fahrt befindliche Lieferauto einen Lastkraftwagen mit Anhänger. Die vier Arbeiter Murßen bei dem Zusammenprall auf die Straße feschtendert. Zwei von ihnen waren auf der Stelle ot, während ein dritter in schwerverletztem Zu st and ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der Fahrer des Lieferwagens wurde verhaftet. 1. Zährlings-Schafbockversteigerung in Dillenburg. An Stelle der für den 5. Mat vorgesehenen Zen- tral-Schafbockauktton in Gießen, die aus seuchenpolizeilichen Gründen verlegt werden mußte, fand nun am Donnerstag im Landgestüt in Dillenburg die erste Zuchtbock-Versteigerung des Landesverbandes der Schafzüchter in Hessen und Nassau statt. In erster Linie waren Jährlingstiere aus den Kreisen Wetzlar, Biedenkopf und dem Dillkreis aufgetrieben, vorwiegend Tiere aus den Herdbuchzuchten. Das a'ufgetriedene Material an Vatertieren des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes entsprach dem mittleren Durchschnitt. Das beste Tiermateriql war aus den Zuchten der Genossenschaftsschäfereien Lützellinden und Niederkleen vorgeführt. Arn Vortage der Veranstaltung hatte eine Beiratssitzung des Landesverbandes der Schafzüchter Hessen-Nassau stattgefunden, in der der Derbands- vorsitzende, Domänenpächter Philipp Schuster (Häuserhof) dem frühzeitig verstorbenen Geschäfts- fthrer des Verbandes, Tierzuchtdirektor Dr. Otto Wagner (Gießen), einen herzlichen Nachruf wid- dete. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden organisatorische und züchterische Maßnahmen zur Förderung der Zucht des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes besprochen. 33 Tiere standen zum Verkauf und fanden restlosen Absatz. Bei flotten Geboten wurden gute Tagespreise erzielt. Das mit dem Spitzenpreis ausgezeichnete Tier des Züchters Friedrich Lenz (Lützellinden), das auch den Ehrenpreis der Landesbauernschaft erhielt, wurde zu dem höchsten Tagespreis vom Tierzuchtamt Biedenkopf als Sta- tionstier gesteigert. Die Spitzentiere erreichten namhafte Preise, der Durchschnittspreis betrug bei einem Gesamtumsatz von etwa 7500 Mark 235 Mark. Werlklasseneinleilung und preisverleilung. Der W e r t k l a s s e I wurden zugeteilt und gleich- zeitta mit den nachfolgenden Preisen ausgezeichnet: Friedrich Lenz, Lützellinden (Kreis Wetzlbr), la-Preis und Ehrenpreis der Landesbauernschaft; Wilhelm Gatzert, Niederkleen (Kreis Wetzlar), Id-Preis und Ehrenpreis des Landesverbandes der Schafzüchter; Johs. Bork, Lützellinden, le-Preis. Der Wert kl affe Ila zugeteilt und mit nachfolgenden Preisen ausgezeichnet: Friedrich Schmidt, ' Lützellinden, 2a-Preis; Johs. Meier IV., Niederkleen, 2b-Preis; Heinrich Rücker, Niederkleen, 2c- Preis; Heinrich Beppler, Niederkleen, 2cI-Preis. Wert klasse Ilb: Wilhelm Glaum, Niederkleen, 3a-Preis; Heinrich Altenheiner, Lützellinden, 3d-Preis; Johs. Spieß, Niederkleen, 3-o-Preis; Wilhelm Glaum, Niederkleen, 36-Preis; Heinr. Ohly, fiartoffoihrü'm olhuchon Pr.Oetkßfs "Backpulver 300 g IDeijenmehl 1 Päckchen Dl Oether's .Batkin" 125 g gekochte gerüb. Kartoffeln 50 g fjaferflodwo 150 g Zucker 1 Ei 1 Päckchen Dl Oetkers OanillinjuAer 1 fläfchchen Dl Oetker*» Rum-flromo 75 g Butter 200 g Marmelade oder 500 g Apfel jum füllen fDehl and ,Backen" werden -emifckt. in eine SAuffel gesiebt und mit den geriebenen Kartoffeln und fiaferflocken vermengt. In die Mitte wird eine Vertiefung gemacht; Zucker, Ei und Bewürbe werden hineingegeben und ju einem Brei verrührt. Man gibt die zerlassene (handwarme) Butter hinzu und 3 erb täfelt den Teig mit den ßänden zu kleinen Krümeln. Die ßälste davon füllt man in eine gefettete Springform, gibt Marmelade oder gefchältt geraspelte Apfel darauf und den Reß der Krümel darüber. llock;eit: 35-45 Minuten bei -ater Mittelhihe. Sine auofchneldent Aus unserer großen Auswahl empfehlen wir Ihnen heute WEGEN DER SCHON Gabardine-Mäntel Cheviot-Mäntel 36.50 42- 49 - 56.- 62.- 39.50 48 - 59.- 65.- 69- Zwei Damen debattierten GIcSoEN UR GIG 2880 A usw., sowie 28880 wieder 2302 A Das gute PANTHER-Fahrrad tmtlieKotäime 290QA Spezialfenster Markt 16 Hans Wissenschaftliche Werke Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus West-Garagen Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei | 48.00 56.00 68.00 76.00 das sind Hauptpreislagen für Herren-Größen Köhler | Regenmäntel, Lederftleidung, Lodenkleidung, Knabenkleidung, Uniformen u. Anzüge nach Maß, dafür unterhält das Haus Köhler gepflegte Spezialabteilungen | Die gewissenhaften Bekleidungsfachleute, Gießen । fragen Man wird nach Jhrcm neulich über Unterwäsche. 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