Hr.74 Erstes Blatt 188. Zahrgang Dienstag, 29. März 1938 Erschein» täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieheu Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sieben. Lchristleitung und Seschöflrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/<, mehr. 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Ohne daß ein Schuß gefallen oder auch nur ein Tropfen Blut geflossen wäre, fielen Grenzen, die die Pariser Vorortsverträge aufgerichtet hatten, wurde ein Staat aus der Karte Europas ausgelöscht, den ein wahnwitziges System gegen den Willen und die nationale Ueberzeugung seiner Bürger aufrechterhalten wollte. So sind die Tage vom 11. bis 13. März 1938, an denen di e deutsche O st mark wiedergeboren wurde, zum überragendsten Ereignis deutscher Geschichte geworden. An die Mürz-Tage knüpft auch ein stolzes Kapitel s v. d e t e n d e u t s ch e r Geschichte an. Die Sehnsucht von dreieinhalb Millionen deutschen Menschen fand durch die Welle nationaler Begeisterung und klarer Erkenntnis politischer Notwendigkeiten ihre Erfüllung. ^Der Aufruf Konrad Henleins in diesen geschichtlichen Tagen konnte kein anderes Ergebnis haben, als daß Tausende, die noch abseits gestanden waren, sich bedingungslos in die Sudetendeutsche Partei einrekhten. Wie Schnee in der Frühlingssonne schmolz der sudeten- deutfche Aktivismus in den kommenden Tagen bis auf einen kläglichen Rest deutscher Marxisten unter der Führung eines jüdischen Ministers zusammen. Das Kartenhaus des sudetendeutschen Aktivismus stürzte endgültig ein, als am 22. März der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Gustav Hacker, seine Partei auflöste und in die Einheitsfront des Sudetendeutschtums eingliederte. Die G e - werbepartei folgte unmittelbar mit dem gleichen Entschluß, dessen Notwendigkeit schließlich auch die Deutsche Christlichsoziale Partei Rechnung trug, ihre Parteitätigkeit einstellte und ihre parlamentarischen Vertreter der Sudetendeutschen Partei angliederte. Eine Anzahl kleiner Gruppen, die politisch unbedeutend waren, sind schon vorher in der Sudetendeutschen Partei aufgegangen. So hatte sich in wenigen Tagen die Struktur des politischen Sudetendeutschtums grundlegend geändert. Die Selbstauslösung der aktivistischen Parteien war das Bekenntnis des Versagens ihrer Politik, die auf ehrlichem Willen aufgebaut, an der in Prag mit unglaublicher Zähigkeit aufrechterhaltenen Idee des tschechischen Nationalstaates scheitern mußte. Dem Entschluß der führenden Männer der deutschen Regierungsparteien wird die Geschichte ihre Anerkennung nicht versagen; die Erklärungen Gustav Hackers, daß der im Jahre 1926 begonnene Versuch, im Wege der Mitarbeit in der Regierung zu einer nationalen Befriedung im Staate und zur Sicherstellung der Lebensrechte der sudetendeutfchen Volksgruppe zu gelangen, gescheitert ist, ebenso wie die mit dem Regierungsbeschluß vom 18. Februar 1937 eingeleitete Politik völlig versagt hat, wird für das Sudetendeutschtum von geschichtlicher Bedeutung bltziben. Durch diese Entwicklung hat sich für die Prager Regierung eine Tatsache bestätigt, die sie durch zwanzig Jahre nicht wahr haben wollte. Der große Irrtum, durch Anwendung äußerster Gewaltmittel einen tschechischen Nationalstaat, au flauen und aufrechterhalten, aber die nationalen Forderungen und völkischen Bedürfnisse der Minderheiten, die die Hälfte der Bevölkerung des Staates stellen, durch Entrechtung und Unterdrückung ersticken zu können, steht vor aller Welt entblößt da. Selbst das der Tschechoslowakei befreundete Ausland hat mit seiner Meinung darüber nicht zurückgehalten. Das heutige Bild der Prager Regierung entspricht deshalb vollkommen dem Ergebnis dieser unmöglichen Politik, die man in Prag seit dem Jahre 1918 betrieben hat. Zwei deutsche Minister haben durch ihren Rücktritt den zwölfjährigen Mißbrauch deutscher Verständigungsbereitschaft durch den Prager Zentralismus dokumentiert. Es ist für die innerpolitische Stimmung bezeichnend, daß sogar der jüdisch-marxistische Minister Czech es vorgezogen hat, sein Rücktrittsgesuch zu überreichen, als mit einem kläglichen Rest jüdisch-marxistischer Anhänger die Spottfigur eines „deutschen" Vertreters in der Prager Regierung abzugeben. Die Sudetendeutsche Partei unter Führung Konrad Henleins hat eine geradezu einzigartige Rechtfertigung ihres Kampfes gegen ein System gefunden, das 3,5 Millionen Deutschen die Lebensrechte vorenthalten wollte. Die Einigung des Sudetendeutschtums unter einer Führung, die Schaffung einer auf ein einziges Ziel ausgerichteten Kampffront haben den Schlußstrich unter eine Entwicklung gesetzt, die von der tschechischen Seite gewollt, gefördert und für die Schaffung eines Ohnmachtszustandes der deutschen Volksgruppe ausgenützt wurde. Dieser Plan ist gescheitert, so wie er durch den Bestand eines volksbewußten und unbeug- krmen Kernes der deutschen Volksgruppe von vorn- fjerein zum Scheitern verurteilt sein mußte. Die tschechische Taktik vom 18. Februar 1937 hat jenes Ende aefunden, das die Prager Regierung hätte voraussehen müssen, wenn sie rechtzeitig bereitgewesen wäre, den polittschen Wirklichkeiten dieses Staates Rechnung zu tragen. Den künftigen Weg einer verantwortungsvollen, gerechten und den Gegebenheiten entsprechenden Oer Gau Hessen-Nassau in Erwartung des Führers. OerKührer spricht amOonnersiagnach einemEmpfang imORömer auf einerAbendkundgebung in der Frankfurter Festhalle. Die Gauhauptstadt gerüstet. Frankfurt a. M., 28. März. Der Führer und Reichskanzler wird am Donnerstag, dem 31. März, Frankfurt a. M. einen Besuch abstatten und am Abend dieses Tages von der Frankfurter Fe st Halle aus zu der Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau sprechen. Der Führer wird bereits Donnerstag nachmittag in der Gauhauptstadt eintreffen. Nach feiner Ankunft fährt er zum Römer, wo ein Empfang ftattfinöen wird, bei dem sich der Führer in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt a. M. eintragen wird. Vom Römer fährt der Führer zu,feinem Hotel. Von dort aus wird er zur Kundgebung in di e F e st h a l l e fahren. Auf allen Straßen und Plätzen, die der Führer bei feiner Anwesenheit in Frankfurt a. M. berührt, sind Lautsprecher aufgestellt, so daß diejenigen, die in der Festhalle Deine Stimme dem Führer, denn ... er allein Hal dir den Glauben an Deutschland wieder- gegeben. Seinem Kampf und dem Einsatz seiner Getreuen hast du es zu verdanken, daß wir jetzt wieder ein großes und mächtiges Volk geworden sind, das niemand in der Welt übersehen und übergehen kann. keinen Platz mehr finden, den Empfang des Führers im Römer und die Kundgebung miterleben können, lieber diese Lautsprecher werden auch ununterbrochen Durchsagen über die Fahrt des Führers durch Frankfurt gegeben. Das Lautsprechernetz, das eine Länge von 4,5 Kilometer hat, geht von der Festhalle über Bismarckallee, Hohenzollern- Anlage, Hohenzollern-Straße, Hindenburgplatz, Kai- serstraße, Hauptwache, Zeil, Liebfrauenstraße und Neue Kräme zum Römer. Außer diesen 52 Lautsprechern ist in der Festhalle eine moderne Anlage mit 72 Lautsprechern eingerichtet. Der Reichs- sender Frankfurt überträgt die Ankunft des Führers, den Empfang im Römer und die Großkundgebung, die rm gesamten Gau Hessen-Nassau im Gemeinschaftsempfang miterlebt wird. Seit der Stunde, da der Besuch des Führers feststand, wird fieberhaft gearbeitet, um der Stadt ein Bild zu geben, das dieses großen Ereignisses würdig ist. In den Straßen, durch die der Führer kommt, wird ein Fahnenspalier errichtet und überall Grünschmuck angebracht. Die F e st h a l l e erhält innen und außen eine monumentale Ausschmückung. Die Ränge werden rot verkleidet und von der Decke herab hängen die Fahnen der Partei und aller ihrer Gliederungen. Var der Festhalle werden zwei zwölf Meter hohe Pylonen errichtet und vor dem Hauptbahnhof zwei zehn Meter hohe. Der Bahnhof wird eine besondere Ausschmückung mit Grün, Fahnen und Transparenten erfahren. Die Hauptwache wird von einer besonders großartigen Dekoration hervor- .gehoben. Vier 10 Meter hohe Pylonen werden auf dem Schillerplatz errichtet, die in zwei Meter hoher Schrift die Worte tragen, unter denen der ganze Wahlkampf geführt wird: „Ein Volk, ein Reich, ein Führe r". Auch der Römerberg wird besonders ausgeschmückt und mit einer Fülle von Fahnen verschönt. Die Bevölkerung schmückt die Häuser und wird abends die Fenster mit Hunderten van kleinen Lämpchen versehen. Der gesamte Gau Hessen-Nassau steht seit d^r Nachricht von der Kundgebung des Führers in Frankfurt a. M. im Zeichen dieses größten Ereignisses für den Gau. Wie immer, wenn der Führer zu uns kommt, werden die Wogen der Begeisterung höher schlagen und der Führer wird auch hier die Liebe seines Volkes erleben. Bei aller Begeisterung und bei aller Liebe zum Führer wird aber an die Disziplin der Bevölkerung appel^ l i e r t, den Anweisungen der Absperrungsmannschaften unbedingt Folge zu leisten. Vor allen Dingen darf unter keinen Umständen d i e Absperrung von Gruppen oder Einzelpersonen durchbrochen werden, weil dadurch die Fahrer der Wagen mit einer ungeheuren Verantwortung belastet werden. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß keine Blumen in den Wagen des Führers geworfen werden, weil dadurch Unfälle verursacht werden können. Die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau wird auch in diesem Punkt vorbildliche Disziplin und Haltung bewahren. Hiemanh wirb zu Hause bleiben! Gin Ausruf des Gauleiters. Der Führer kommt! Wieder geht dieser Rus durch den Gau Hessen-Nassau! Die Anwesenheit des Führers war für den Gau Hessen-Nassau immer der Höhepunkt des politischen Lebens! Dieser Besuch aber in der stolzesten Zeit der deutschen Geschichte erfüllt uns mehr denn je mit unendlicher Freude und Dankbarkeit! Aus einem Höhepunkt seines geschichtlichen Wirkens dürfen wir den Führer als den Schöpfer des deutschen Volksreiches und Befreier der Ostmark begrüßen, ihm wieder ins Auge schauen und aus seinem Wunde die kommenden Aufgaben unseres Großdeutschen Reiches vernehmen! Wir werden alle Kraft daran sehen, dem Führer auf der Triumphfahrt durch sein neues größeres Deutschland auch in unserem Gau einen Empfang von einmaliger Wucht und Größe zu bereiten! Für den Gau Hessen-Nassau muß der 31. Wärz 1938 ein historischer Tag werden, der unauslöschlich in aller Erinnerung fortlebt! Tausende und. Abertausende werden den Weg umsäumen, den der Führer kommt. Tausende und Abertausende werden ihn in der Festhalle und an den Lautsprechern auf Plätzen und Straßen hären! Niemand wird zu Haufe bleiben! Jeder einzelne muß seine Ehre daran sehen, den Straßen das schönste und strahlendste Festkleid anzulegen, das sie jemals getragen haben! Ein wogendes Weer von Fahnen soll dem Führer entgegenleuchten, und es muß ein wahrhafter Feiertag sein, den wir ihm mit unserer Liebe und unserem Dank bereiten! Jeder sorge dafür, daß der 31. Wärz 1938 zugleich ein Bekenntnis zum Führer werde von einzigartiger Einmütigkeit und Geschlossenheit! Beweist auch bei dieser Gelegenheit der Welt, daß des Führers Leben und Werk getragen ist von der unerschütterlichen Treue und der gläubigen Begeisterung eines ganzen Volkes! heraus zum Empfang des Führers und zur Führerkundgebung in der Festhalle! heil Hitler! gez.: Sprenger. Hessen-Nassau im Siedlungswerk voran. Gauleiter Sprenger spricht in der Heimstättensiedlung Sossenheim. NSG. In einer Kundgebung in der Heimst ä 11 e n fi e dl u n g am Bahnhof Frankfurt-Sossenheim sprach Gauleiter Sprenger. Nach fünf Jahren der Regierung Adolf Hitlers, so führte er u. a. aus, gäbe es keinen Gau und keine Gemeinde mehr, wo nicht die Tatkraft des Führers deutlich zu spüren sei. Dor allem im Siedlungswesen sei im Gau Hessen-Nassau Hervorragendes geleistet worden. Bäuerliche Siedlungen und Siedlungsheimstätten seien in ungeahntem Umfange geschaffen worden.^ So wie in Sossenheim etwa 100 Siedlungsheimstatten entstanden wären, seien überall im Gau über 70 0*0 Siedl er stellen gebaut worden. Die gleichen Erfolge feien im Bau von Arbeiter- wohnstätten zu verzeichnen. Wenn wir im gleichen Schritt weitermarschierten, würde die Be- völkerüng nach weiteren fünf Jahren erst richtig den Segen der nationalsozialistischen Wohnpolitik begreifen lernen. Die Siedlungen, die immer ein Stück Land mit umfaßten, erhöhten den Lebensstandard und würden an der Erringung der Ernährungsfreiheit mithelfen. Im Gau würde die Siedlungspolitik unermüdlich weitergetrieben. Niemals würde in der Energie nachgelassen werden, der breiten Masse unseres Volkes zu helfen. Der Gauleiter stellte dann fest, daß das deutsche Volk die reichste und arbeitswilligste Nation auf der Erde ist und geschlossen hinter dem Führer steht. Dies würde das Volk am 10. April beweisen. Die Menschen seien innerlich verschieden, aber doch eins, wenn es gelte, sich vor der Welt als Deutsche zu bekennen. Deutschland würde wie ein Block stehen und. doku- mentieren, daß das große Ziel „Ein Volk — eiy Reich — ein Führer" erreicht sei. Die Kämpfer, die um Deutschlands Größe und Freiheit ihr Leben lassen mußten, sollen immer mit und unter uns sein. Damit der Name eines alten Kämpfers, der 1927 bei einer Kundgebung der NSDAP, in Nastätten erschossen wurde, 'in der Bevölkerung für ewig lebendig bleibt, soll die Siedlung den Namen des toten Kameraden Wilhelm Wilhelmi tragen. Dieser Kämpfer, der sein Leben für die Gesamtheit des deutschen Volkes opferte, soll der Bevölkerung immer Vorbild sein. Die Siedlung, die an der Westerbacher Straße gelegen ist, benannte der Gauleiter nach dem ^-Scharführer Josef Dieser und ehrte damit einen roei» teren Soldaten Adolf Hitlers, der 1933 ermordet wurde. Diese Blutzeugen, so schloß der Gauleiter seine oft von Beifall unterbrochene Rede, seien ein Mahnmal, niemals mehr Zwietracht herrschen zu lassen. Für alle Zukunft wollen wir ein einiges Volk sein. Der Bevölkerung machte der Gauleiter zur Pflicht, den hohen Wert der Freiheit jedes Deutschen in den Herzen zu tragen und zu verwirklichen. Alle seien wir Deutsche mit gleichen Pflichten und gleichen Rechten. Adolf Hitler sei unser Vorbild und bleibe es immer in der Geschichte des tausendjährigen Reiches. — Anschließend an die Kundgebung besichtigte der Gauleiter die neue Siedlung, die seine volle Anerkennung fand. Politik muß jeder verantwortliche Politiker und besonders jeder tschechische Staatsmann klar vor Augen sehen. Den bisherigen Weg, an dessen Ende nur Illusionen stehen, die den Abgrund verdecken, weiter zu schreiten, müßte die Empörung eines gerecht denkenden Europa Hervorrufen. Wenn man in Prag bis jetzt nicht mit Hinweisen darauf gespart hat, daß ein Angriff auf die Tschechoslowakei einen Weltkrieg entfesseln müßte, so hat man sich damit nur über die Gefahr hinweggetäuscht, die der eigenen verfehlten Politik über kurz oder lang entspringen mußte; ganz abgesehen davon, daß diese Politik wohl den Eingebungen der tschechischen Linken entspricht, aber von einem Großteil des tschechischen Volkes selbst mit Rücksicht auf das Wohl des eigenen Staates leidenschaftlich abgelehnt wird. Zweifellos stehen die führenden Männer des tschechoslowakischen Staates vor schweren und für den europäischen Frieden entscheidenden Entschlüssen. Es wäre also nur zu hoffen, daß die Beratungen der Prager Regierung, die nun werden folgen müssen, dieser Bedeutung Rechnung tragen und den richtigen Weg festlegen. Die Erklärungen des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain können dab>i gerade in jenen Teilen gute Anhaltspunkte bieten, in welchen sie die tschechischen Erwartungen nicht erfüllt haben. Das geeinte Sudetendeutschtum ist mehr denn je bereit und fähig, als Gleiche unter Gleichen die Verantwortung für den Staat mitzutragen und an feiner Neugestaltung mitzuwirken. Die Ausschreibungen von Wahlen, wie sie Konrad Henlein in feiner letzten Rede forderte, würden der Prager Regierung zeigen, daß sich zu diesem guten Willen 90 v. H. der sudetendeutschen Wählerstimmen bekennen. Es wäre nicht nur eine staatsmännische, sondern vor allem eine demokratische Tat, dem Sudetendeutschtum Gelegenheit zu diesem Bekenntnis der Mitverantwortlichkeit am Schicksal des Staates zu geben. Das Sudetendeutschtum ist bereit, dem Staate die innere Befriedung zu schaffen und damit auch seine außenpolitische Stellung zu festigen; es ist aber unter keinen Umständen bereit, auf seine völkischen, kulturellen und sozialen Rechte zu verzichten! Von dieser Erkenntnis auf tschechischer Seite wird Gedeih oder Verderb für die Zukunft des Staates abhängen. Sodza kündigt Minderheitenstatut an. Prag, £8. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Hodza erklärte im tschechoslowakischen Rundfunk: Die Tschechoslowakei müsse feststellen, daß ihre Minderheitenpolitik stets von bestem Willen geleitet gewesen sei. Allerdings könne böser Wille in der ununterrichteten Welt den Eindruck erwecken, daß die Minderheiten in der Tschechoslowakei nicht frei atmen könnten. Die tschechoslowakische Regierung habe sich deshalb entschlossen, ein Minder h eiten st atut auszuarbeiten, das bisherige Verfügungen über die Stellung der Minderheiten gesetzlich festlegen soll. Die Tschechoslowakei lasse sich von niemandem drängen und handele aus freiem Willen. Es drohe nach ihrer Auffassung kein internationaler Konflikt, die Tschechoslowakei wolle auch weiterhin Ruhe bewahren. In nahezu 100 Versammlungen hat das Sudetendeutschtum am Sonntag seinem Willen zur Einigkeit Ausdruck gegeben. In den Reichenberger Messehallen sprachen vor etwa 20 000 Menschen die Abgeordneten Professor O b r l i k und Dr. Neu - wirth. Eine historische Tatsache bleibe es, daß die Sudetendeutschen zu jenen Volksgruppen gehören, denen das S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t vorenthalten wurde. Alan habe in Prag die Sudetendeutschen als Gleiche unter Gleichen,'als zweites Staatsvolk und ähnlich bezeichnet. Im Widerspruch dazu stehe jedoch die Praxis der tschechoslowakischen Staatlichkeit. Die Nationalität-« seien nun aber im tschechoslowakischen Staat p »• litifd) mündig geworden, und durch die Eingliederung der letzten deutschen Regierungspartei sei die sudetendeutsche Einheit geschaffen. An die Adresse Prags gewendet, forderten die Redner nunmehr praktische Beiträge zur Befriedung. Oers-bl Ll>n U^1 vor- den als er-- ■» gemerkt! Von 9500 untersuchten Kindern in Kindergärten der Stadt Wien waren 4429 mäßig und 1481 als ausgesprochen schlecht nährt festgestellt. Der Reichsjugendsährer stellte mit Recht Essen, 29. März. (DNB.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches, Baldur v. Schirach, sprach in einer Kundgebung der Essener Arbeiterschaft über die Lage der österreichischen Jugend vor der Machtübernahme durch den Führer, wobei er sich auf amtliches österreichisches Material von Behörden Schuschniggs, insbesondere der Wiener Arbeiterkammer und des Gewerkschaftsbundes stützte. Im Sommer 1933 hat der damalige Bundeskanzler Dollfuß das Gebiet 22 der Hitler-Jugend Deutsch-Oesterreichs verboten. Bon ihm und seinem Nachfolger wurde vom grünen Tisch aus eine staatliche Zwangsorganisation für Hilfe in höhe der tatsächlich aufgewendelen Lehrgebühren gewährt. Muß das Kind außerhalb des elterlichen Haushalts uutergebracht werden, so kann daneben eine Beihilfe für die Lebenshaltungskosten von 300 Mark für das Halbjahr gewährt werden. Vordrucke für die Anträge auf die Gewährung von Kinderbeihilfen und Ausbildungsbeihilfen werden von den Finanzämtern unentgeltlich abgegeben. Die Finanzämter erteile»: auch jede Auskunft. Die Ausbildungsbeihilfe kann für das Schuljahr 19 38 noch gewährt werden, wenn der Antrag spätestens Mitte April gestellt wird. Ausbildungsbeihilfen für den Besuch von Hochschulen werden erstmalig für das Wintersemester 1938/39 gewährt werden. Eine weitere Neuregelung gilt für die E h e - standsbeihilfen. Wer den Nachweis erbringt. daß er seit seiner Schulzeit ununterbrochen in der Landwirtstchaft oder Forstwirtschaft oder in einem ländlichen Handwerk tätig war, kann die Ehestaudsbeihilfe erhalten und fünf Jahre lang oder bis zum 30. Lebensjahr von ihrer Tilgung befreit fein. Wenn der Empfänger des Darlehens alsdann nachweist, daß er auch während dieser 5 Jahre in seinem ländlichen Berufe geblieben ist. dann ist er von der Rückzahlung befreit. Aus dem Darlehen wird dann eine Schenkung. Der Zweck dieser Vergünstigung ist, der Landflucht'zu begegnen. Ehestandsdarlehen betragen jetzt im Durchschnitt 800 Mark. Wenige Zahlen, die aber deutlich sprechen: Im Jahre 1937 wurden für Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen 250 Millionen Mark ausgezahlt, im Jahre 1938 wird diese Summe auf 520 Millionen anwachsen. Trotzdem hat Staatssekretär Rein-« Hardt betont, daß diese Bevölkerungspolitik noch nicht ihr Ziel erreicht hat. Im Jahre 1943 soll die Reichsfamilienkasse geschaffen werden, die dazu dienen wird, den kinderreichen Familien einen ausreichenden Ausgleich für diejenigen Kosten jju verschaffen, die sie im -Interesse der Erhaltung oes Volkes auf sich nahmen, gleichzeitig aber auch die Mittel bereitstellen, um für die Ausbildung des jungen Nachwuchses in geeigneter Weise zu sorgen. Alle diese staatliche Fürsorge geht von dem Gedanken aus, daß erbgesunde Kinder das wertvollste Vermögen der Nation darstellen und daß ihre Erhaltung und Ausbildung, die so oft dem Familienvater schwere Sorgen gemacht hat, wenigstens zum Teil vom Staat mit getragen werden muß, der sich gerade auf einer intelligenten, körperlich und geistig hervorragenden Bevölkerung aufbauen soll. Im nationalsozialistischen Staat wird schon jetzt das Fundament für die nächste Generation gelegt und zugleich werden die Familienväter entlastet, die bisher schon nach guter deutscher Art ihren Kindern die bestmögliche Ausbildung selbst unter schweren Opfern gaben, also selbstlos ihrer Pflicht dem Lcmde gegenüber genügten. sozialistischen Formen nachzumachen und an jedem Abend im Rundfunk nach der Bundeshymne ein Lied der Jugend zu spielen! Wie-das Lied der Jugend in Oesterreich bis heute geklungen hat, davon sprechen diese Zahlen eine ehrlichere Sprache. Baldur v. Schirach forderte die Volksgenossen auf, dieser Jugend Oesterreichs, die trotz ihrer verzweifelten Lage schon lange mit ihrem Herzen dem Führer gehörte, und in unerschütterlichem Glauben durch all die Jahre bittersten Elends zu ihm gehalten hat, am 10. April durch ihr Jawort den Weg zum Arbeitsplatz, zur Wehrfreiheit, zur Lebensfreude und zu einem Zukunftsglauben endgültig frei zu machen. Fast sämtliche Pariser Morgenblätter berichten von dem Gelingen der Atlantik-Ueber- querung durch die Junkers-Maschine. „Epoque" schreibt, die Deutschen, die sich feit langen Jahren schon mit dem schwierigen Problem der Schwer- ölmotoren befaßt haben und die als erste einen solchen Motor in technischer Vollkommenheit hergestellt haben, stünden jetzt kurz davor, die Früchte ihrer geduldigen Arbeit zu ernten. Das Gelingen dieser Atlantik-Ueberquerung habe den Wert der neuen Schweröltechnik bestätigt, die in der Luftfahrttechnik wahrscheinlich bald andere Motoren- arten ausschalten werden. Abgesehen von der Zuverlässigkeit, die sich auch bei der letzten Ueberquerung mit Schwerölmotoren ergeben habe, müsse man auch noch die Tatsache hervorheben, daß mit diesem Motor alle Feuersgefahr aus- oefckaltet fei, die bisher noch bestanden habe. Deutscher Langstreckenflug nach Südamerika. Großer Erfolg deutscher Schwerölmotoren. London, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Am Sonntagnachmittag ist an der englischen Küste etwa auf der höhe von Dartmouth (Deoon) ein deutsches Flugzeug der Lufthansa von dem Flugzeugstühpunkt „Westfalen" aus katapultiert worden, das zu einem Langstreckenflug nach Südamerika startete. Die Maschine ist mit vier Personen beseht. Dieses Flugzeug, es handelt sich um eine Junkers-Maschine mit S chwerölmotoren, wurde am Montag 11.15 Uhr dortiger Zeit über Maceio in Brasilien gesichtet. Eine Hermann-Göring-Stistung für Oesterreich. Wien, 28. März. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat eine Hermann-Göring-Stiftung im Betrage von 100 000 RM. der Natio- nalsozialistischen Volkswohlfahrt O e st e r r e i ch gestiftet. Nach dem Willen des Stifters sind hiervon 15 000 RM. für ‘in Not geratene Arbeiterfamilien in Wien-Floridsdorf und 15 000 RM. für bedürftige SA.-Kameraden Wiens bestimmt. Je 10 000 RM. sollen in den Landern Niederöfterreich, Oberösterreich, der Steiermark, in Kärnten und Tirol an Arbeiterfamilien und SA.-Kameraden zur Verteilung gelangen. Mit der Verteilung hat Generalfeldmarschall Göring den Leiter der NSV. Oesterreichs Franz Langoth betraut. Die Verfügung über den restlichen Betrag von 20 000 RM. hat sich der Generalfeldmarfchall persönlich vorbehalten und wird damit den Lungau des Landes Salzburg besonders berücksichtigen Lon unserer Berliner Schristleiiung. finden oder dauernd erwerbsunfähig sind, und wenn sie nicht eigenes Einkommen von mindestens 30 RM. monatlich haben. Die Sozialversicherten werden ab 1. April 1938 laufend Kinderbeihilfen bereits erhalten, wenn mindestens drei mitzuzählende K i n d e r vorhanden sind, und zwar monatlich je 10 RM. für das dritte und für das inerte und je 20 RM. monatlich für das fünfte und jedes weitere Kind. Bei Arbeitern und Angestellten, die sich im öffentlichen Dienst befinden, werden die Kinderzuschläge, die sie als Gefolgschaftsmitglieder in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben erhalten, angerechnet werden. Welche Wirkungen sich aus dieser großzügigen Maßnahme ergeben, zeigte Staatssekretär Reinhardt an einem Beispiel. Ein Arbeiter mit sechs Kindern, der 150 RM. Monatsverdienst hat, durfte nach allen Abzügen 135 RM. Barlohn erhalten. Er erhält für Vas dritte und vierte Kind je 10 RM., für das fünfte und sechste Kind je 20 RM., insgesamt also 60 RM. vom Finanzamt ausgezahlt, so daß sich sein Einkommen von 135 auf 195 RM. im Monat gesteigert hat. Es ist klar, daß sich daraus eine große Erweiterung der Zahl der unterstützten Kinder ergeben wird. Im alten Reichsgebiet wird die Ziffer aus zwei Millionen steigen. Da auch Oesterreich sofort einbezogen wird, ist damit zu rechnen, daß für mindestens 2,2 Millionen Kinder laufende Reichsbeihilfen gezahlt werden. Die Mittel fließen aus Zuschüssen der Arbeitslosenversicherung und aus den Rückflüssen von Ehestandsdarlehen, die als Sondervermögen des Reiches verwaltet werden. Eine weitere freudig zu begrüßende Bestimmung geht dahin, daß an alle Familien, ohne Unterschied des Berufes und des Einkommens, Ausbildungsbeihilfen gewährt werden können, wenn mindestens vier lebende Kinder vorhanden sind. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob einige dieser vier Kinder schon im Erwerbsleben stehen. An solche Familien, sofern sie erbgesund und der Nachwuchsförderung würdig sind, können Gelder bewilligt werden, die zur Ausbildung eines Kindes notwendig sind. Beim Besuch von mittleren und höheren Schulen werden Beihilfen für das Schulgeld, für die Kosten der Lebenshaltung und für die Beschaffung von Lehrmitteln gewährt. Wird die Unterbringung eines Kindes in einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt gewünscht, so wird, wenn das Kind aus einer Familie mit mindestens vier Kindern stammt und förderungswürdig ist, eine Ausbildungshilfe gewährt, die jegliche Kosten umfaßt, die mit dem Besuch der Anstalt verbunden sind. Beim Besuch von Fachschulen, Berufsfachschulen und Hochschulen wird eine Bei- die Jugend eingerichtet, die sich Oesterreichisches Jungvolk nannte und am Tage des Abganges Schuschniggs ganze 2000 eingetragene Mitglieder zählte. Am gleichen Tage aber hatte allein die illegale nationalsozialistische Jugendbewegung 400 00 Mitglieder. Von den HJ.-Führern in Oesterreich ist kaum einer' der nicht mehrmonatige Kerker st rasen hinter sich hat. 49 v. H. aller Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren waren arbeitslos, von den übrigen 51 v. H. waren nur 2 0 v. H. Lehrlinge. In einer Erhebung, die 67 522 Kinder betraf, wurde festgestellt, daß nur 3 6 8 6 2 eine $1« an M fll Mwtbe Kleine politische Nachrichten. Oberst Edward House, der engste außenpolitische Berater des Präsidenten Wilson während des Weltkrieges, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Berlin, 28. März. (DNB.) Lawinengleich sind die Massen der Reichsh auptstM in die historische Stätte der größten Berliner Hitlersiege eingezogen. Jetzt schreiten durch das Spalier der Leidstandarte im Mittelgang die Mitglieder der Reichsregierung auf das weite Viereck zu, das in strahlender Helle die Gerechtigkeit des Ideals symbolisiert, das der goldene Adler darüber schirmt. Darunter in Paradeaufstellung der Spielmannszug der SA. mit spiegelnden Brustschildern und roten Mützenüberzügen und davor sechsfach die Reihen der Ehrengäste, die die Führerkanzel abschließen. Alle Augen find auf den Eingang gerichtet, wo eben die Standarten der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands erscheinen. Der Badenweiler Marsch setzt plötzlich ein. Die Fahnen und Standarten sind erhoben. Der Führer schreitet in die Halle. An seiner Seite Reichsminister Dr. Goebbels, der als Gauleiter von Berlin unter atemloser Spannung der 25 000, die den Sportpalast bis in die letzten Ränge hinaus dicht gedrängt füllen, die Massenkundgebung eröffnet. Es dauert Minuten, bis der Führer, von überwältigendem Jubel begrüßt, das Wort ergreifen kann. In fesselnden Worten legt der Führer die Urge- fchichte des Nationalsozialismus dar, die tausendfach bewährte und mit heiligem Opferblut besiegette Lehre von der Synthese des glühendsten Nationalismus und des reinsten Sozialismus. Alle, die hier versammelt sind, Arbeiter und Soldaten, Handwerker und Schaffende aus allen Berufen, verstehen den Führer, als er ausrief: Bürgertum und Proletariat sind beide auf der Strecke geblieben und Sieger ist die deutsche Nation,! Dann zeigt der Führer in ergreifenden Worten die Schwere des Kampfes der nationalsozialistischen Kameraden im benachbarten Oesterreich. Im tiefsten Schmerz gedenkt der Führer der ermordeten Nationalsozialisten, der verfolgten Frauen und Kinder. Die Tausende ermessen die ganze Schwere des Kampfes 1000 deutsche Familien in Wien mit 3 bis 10 Kindern waren dem Wohnungsamt als obdachlos Der größte Sieg einer Idee. Oer Führer spricht zu begeisterten Zehntausenden der Neichshauptstadt , . „ . . , fest: Welche Skrupellosigkeit gehört dazu, die national- eigene Schlafstelle besaßen! Von 100 Kindern mußten 45 mit einer ober mehreren Personen die Schlafstelle teilen. Von den Kindern, die man als mit Schlafstelle versehen aufführte, hatten nur 49 v. H. ein eigenes Bett. Die übrigen Schlafstätten waren Wäschekörbe , Bänke, zusammengesetzte Stühle, Strohdecken und Matratzen. Mehr als 12 v. H. der durch die Statistik erfaßten Kinder schliefen im Ehebett; mehr als 10 v. H. der Kinder bis zum Alter von 16 Jahren teilten ihre Schlafstelle mit familienfremdenPer- sonen!! Von 100 Kindern, die mit anderen Personen die Schlafstelle teilten, schliefen 72 mit Personen des gleichen Geschlechtes, 28 mit. Personen des anderen Geschlechtes zusammen. Im amtlichen Bericht der Wiener Arbeiterkammer von 1937 wird gesagt, daß von 27 000 Zimmern nur 5155 als geeignete Unterkunftsräume betrachtet werden konnten. Wie sehr die sittliche Haltung der Jugend durch diese Zustände in Gefahr geriet, beweist die Ueber- nahme von 3272 Jugendlichen als Fürsorgezöglinge durch das Wiener Jugendamt. Ue&er Weitere Schritte zum Ausgleich -er Familienlasieu Erweiterungen der Kinderbeihilfen, Ausbildungsbeihilfen und Ehestandsdarlehen. Verelendete Ägend im Schuschnigg-Oesterreich Ein erschütternder Bericht des Reichsjugendführerö. Der letzte Internationale bevölkerungspolitische Kongreß in Paris hat vor aller Welt den Beweis erbracht, daß in keinem Staate in einer fo unpassenden Weise für die Familien gesorgt wird, wie in Deutschland. Reichsminister Dr. Goebbels hat in feiner großen Rede im Sportpalast darauf hingewiesen, daß in den vier Jahren von 1934 bis 1937 im Deutschen Reich 460 000 Ehen mehr qe schloffen wurden als in der gleichen Zeit vorher und daß in derselben Frist insgesamt 1;2 Millionen Kinder mehr geboren wurden. Das ist zweifellos der Erfolg der bevölkerungspolitischen Maßnahmen des Dritten Reiches, die eine weitere Verstärkung und Ausdehnung erfahren sollen. Darüber hat Staatssekretär Reinhardt der Presse eingehende Ausführungen gemacht. Das Reich hat mit der Zahlung einmaliger und laufender Kinderbeihilfen zum Ausgleich der Familienlasten am 1. Oktober 1935 begonnen. Während die einmaligen Beihilfen zur Beseitigung akuter Notstände dienen sollten, wurden vom genannten Zeitpunkt an laufende Monatsbeträge von je 10 RM. für das fünfte und jedes weitere Kind unter 16 Jahren ausbezahlt, so- ern der Lohn des Ernährers nicht mehr als 185 Reichsmark den Monat betrug. Am 1. Oktober 1937 begann der Ausbau dieses Systems, und zwar iw der Weise, daß auch Gewerbetreibende und Landwirte, also solche Kreise, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, in den Genuß von Kinderbeihilfen kamen, wobei die Grenze des rohen Einkommens auf 2100 Reichsmark im Jahre festgelegt wurde. Bei Lohn- und Gehaltsempfängern wurde das Jahreseinkommen auf 2400 RM. angesetzt. Wer weniger verdiente, erhielt die Kinderbeihilfen in der bisherigen Weife weiter. Während im Jahre 1935 300 000 Kinder unterstützt wurden, stieg nunmehr die Zahl auf 500 000. Ein entscheidender Fortschritt ist durch das Reichsgesetz vom 13. März 1938 geschaffen worden, nach dem für alle Lohn- und Gehaltsempfänger, die sozialversicherungspflichtig ind, die Höch st grenze von 8000 RM. im Jahr zulässig ist, wenn sie Kinderbeihilfen in Anspruch nehmen. Von nun an wird an diese Arbeitnehmer schon für das dritte und vierte Kind der Monatsbetrag von 10 RM. bewilligt, für das fünfte und sechste und jedes weitere Kind beträgt der Zuschuß 20 RM. im Monat. Bei selbständigen Gewerbetreibenden, Landwirten usw. bleiben die bisherigen Bestimmungen in Geltung, doch wird in naher Zukunft auch hier eine Angleichung erfolgen. Ab 1.April 1938 werden alle diejenigen kinderreichen Familien laufende Kinderbeihilfen erhallen, deren Einkommen im abgelaufenen Kalenderjahr 8000 RM. nicht überschritten hat. Diese Einkommenshöchstgrenze gilt für Sozialversicherte und für Nichtsozialversicherte. Es werden auch Kinder berücksichtigt werden, die zwar das 16. Lebensjahr, aber nicht das 21. Lebensjahr vollendet haben: wenn sie sich in Schulaus- b l l d u n g oder in Ausbildung für e’ncn künftigen, gegen Entgelt auszuübenden Beruf be- »-xL W 2 Fördert ilnd.U m U* Wl E S“n,|’»nad ftanü y Gruben, ^ l senden Mer s; Kohle zu W loch jein zu " beiterwoh- einem NaM die nichts jenem W iP in BeiM J Adolf M scl unb er hat tauscht- Sechs Jahre mit dem Direkt« auf dem Förde der Gleise und dieses Werkes, figcn Lokomoti der anderen S dem schwarzen Reich und zu d „Sehen Sie < lagen noch im < Minister Dr. stand, 200 000 ! setzen konnte Staub vorhan die mir täglich aus dem Werk, zuvor. 1000 einstellen n recht werden zu darf ich wohl sa Wir haben d1 gesteckt. Drei 9 Ausbau unter Jahre werden über Tag zu r Mark, die mir Betrieb hi mir ein SBnup, .mark inirtyufii Meubouten, bas Ibie wir in der ¥W M. h MeingeM, geschossen wer kameraden für und gesunde $ es heute über! wir bis zu 20 >st es so, das kaum auski nicht mehr. W scheu Teil Ober einstellen/' Als wir mit türme herunter Maschinist tatest, „ mlöuna der K Kameraden her, der Beiträge m S aus, daß ; 'M herauskon M Freude." J?7°mmen W Jeder Fo "*W, brin «""W herauf, *"■ «m sich"' ich " tauberen«, Ö! petermann denkt sich was. WPD. Der Volksgenosse Petermann ist einer von den 50 Millionen Deutschen, die in diesen Wochen einen Wahlkampf in dem Bewußtsein erleben» daß das Reich Adolf Hitlers ein wirkliches Volksreich ist. Petermann wird am 10. April in sein Wahllokal gehen unb seiner Wahlpflicht genügen. Er nimmt diese Aufgabe ernst unb sieht in der Abgabe seiner Stimme mehr als eine Formsache. Das Bekenntnis zum Führer kommt ihm aus heißem Herzen. Seit dem 11. März hat ihn die Welle der Begeisterung so oft mitge- ri(|en, daß es ihm fast zu lange erscheint, bis er am Wahltag beweisen kann, daß er einer von den Millionen Deutschen ist, die durch den Nationalsozialismus zu einem gereimteren politischen Verständnis gekommen sind. Ihn kann so leicht keiner dumm machen, und wenn er sich auch keinesfalls zu denen rechnet, die ganz durchschauen, so weiß er doch genug, um aus wirklicher Ueber- zeugung sich zu b^r Arbeit im Dritten Reich zu bekennen. Petermann gehört zu denen, die von der Statistik nicht viel verstehen. Er rechnet nicht in Millionen und Taufenden. Auf seiner Arbeitsstelle sind kaum dreißig, und in seiner Lohntüte schaut er nach den Pfennigen ebenso wie nach den Groschen und Fünfzigern, in denen er rechnet. Aber Petermann, der die politische Welt in seinem Alltag zu sehen gelernt hat, und zwar so, daß er sich aus dem, was er in den Zeitungen liest oder in Reden hört, einen Vers für fein tägliches Leben zu machen versucht, kam auch dahinter, daß ja gerade im Alltag die politischen Zusammenhänge viel anschaulicher werden. So hat er sich vor genommen, die Augen jetzt besonders aufzumachen und sich bei dem, was er so tagaus, fagein sieht, „etwas zu denke n". Bei der großen Sportpalastrebe von Dr. Goebbels hat er z. B. wieder allerlei Zahlen gehört. Heute morgen, als er zur Arbeit ging, dachte er, daß es doch allerhanb ist, daß seit der Einrichtung der Kraft-durch-Freude-Reisen im Jahre 1934 schon über eine halbe Million deutscher Arbeiter ihren Urlaub auf See verbracht haben. Er ist zwar noch nicht dabei gewesen, aber er hat seinen bezahlten Urlaub im letzten Jahr in einem kleinen bayerischen Dorf verbracht. Als er zurückkam und begeistert davon erzählte, wußte er noch nicht, was er jetzt weiß, daß nämlich über 20 Millionen deutsche Arb eiter schon solche Reisen mitgemacht haben. Petermann denkt, daß allein durch Kraft durch Freude das Leben des deutschen Arbeiters doch verdammt anders geworden ist. Wenn jetzt so viel über das schöne D e ft e r = reich geschrieben wird, ja hätte er früher einmal hoffen können, etwas selbst davon sehen zu können? 1 Unb was Dr. Goebbels von „Mutter und Kind" erzählte, auch das hat er am eigenen Leibe verspürt. Sein Junge hat im vorigen Jahr „eine Reise gemacht", zwar nicht weit, aber die Zeit in dem Kindergarten der NSV. hat dem Jungen gutgetan. Na, und überhaupt wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, ob er wohl sonst heute schon verheiratet wäre, wenn er damals nicht das Ehestandsdarlehen bekommen hätte? 8 7 8 0 00 Volksgenossen haben genau wie er Geld bekommen, das nach den Jahren der Arbeitslosigkeit, wo auch der letzte Sparpfennig aufgebraucht wär, eine unentbehrliche Hilfe war, wenn geheiratet werden sollte. Petermann denkt sich was, und wenn er alle die ganzen Zahlen nicht behält, so hat er bestimmt das nicht vergessen, was er selbst in den letzten fünf Jahren erlebte. Arbeit hat er mehr als genug, und bei seiner Arbeit, oder wenn er sich sonst auch nur Umsicht, kann er immer nur wieder feststellen, daß es ganz anders in Deutschland aussieht als in den Jahren, die viele so schnell vergessen haben. Wir wollen uns von Petermann ruhig etwas mehr erzählen lassen, es lohnt sich und nebenbei zeigt es, daß, wenn man nur richtig hinschaut, die großen Zählen der Statistik, die ja einen Gesamtüberblick über das Leben des Volkes geben, im kleinen unmittelbar wiederzufinden find. Zahlen des Erfolges, Ergebnisse, die uns alle stolz machen und den einzelnen glücklich gemacht haben. in Oesterreich bei den Worten des Führers: „Allein das kleine Land Oesterreich hat mehr ermordete Nationalsozialisten als ganz Deutschland!" In atemloser Spannung folgen die Massen sodann der dramatischen Schilderung des Führers über die Entwicklung in Oesterreich. In Worten, aus denen noch das Erleben der letzten drei Wochen spricht, schildert der Führer die glückliche Wendung. „Was sich in diesen letzten drei Wochen abgespielt hat, ist ein Wunder, ein Wunder unserer Geschichte. In drei Tagen erhebt sich ein Volk, in zwei Tagen zerbricht es eine Regime und in einem Tag begrüßt es feinen Befreier! Das ist der größte Sieg einer Idee!" Als der Führer bann am Schluß feiner gewaltigen Rede die Gründe darlegt, warum das ganze große Deutschland am 10. April geschlossen antreten soll, als er das Volk von Berlin aufruft, an diesem Schicksalstage feine Pflicht zu tun, da sprengt die Begeisterung alle Grenzen und Vorstellungen. Sprechchöre reißen immer wieder dem Führer das Wort vom Munde, und er antwortet in gleicher Leidenschaft mit dem Bekenntnis seines eigenen Einsatzes: „Ich selbst habe meine Schuldigkeit getan. And jetzt verlange ich, daß aber auch jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau an diesem 10. April ebenfalls sich einseht. Am 13. März ist Großdeutschland geschaffen worden und am 10. April wird es bestätigt." Bis ins Tiefste mitgerissen unb gepackt stimmen die Massen spontan die Lieber der Nation an. Reichsminister Dr. Goebbels legt für die Hauptstadt Großdeutschlands das Bekenntnis ab: Mein Führer! Am 10. April wird ganz Berlin antreten und Ja sagen! Adolf Hitler! Sieg- Heil! Minutenlang geben die Berliner mit tosenden Heilrufen ihre Antwort. Die Reichshauptstadt wird am 10. April ihre Pflicht erfüllen. Der Wiener Korrespondent des „Daily Expreß" berichtet, daß OttovonHabsburg alle monarchistischen Vertreter Oesterreichs aus ihren Verpflichtungen entlassen habe, da nach der Vereinigung von Deutschland unb Oesterreich die monarchistische Sache hoffnungslos und völlig aussichtslos fei. Wir alle gehören dem Führer Kiistllllg in zu am am am am nur 3,- RM ie Klaffe in der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie spielte, hat den Haupttreffer gemacht. Wer wünschte sich nicht das gleiche Glück - em Glück, das jedem offenfteht. Die neue Lotterie beginnt am 22.April 1938 mit der Ziehung zur !.Klaffe Wieder werden in 5 Klaffen 343 000 Gewinne im Gesamtbetrags von 67.660.180,- RM auf800000 Lose auögespielt. Sichern Sie sich rechtzeitig ein Los! Als armes Mädchen ist sie heute feine Frau gewor- den. Der schönste Tag ihres Lebens ist es-und doch weiß sie es noch nicht, daß das Glück noch eine ganz besondere Gabe für sie bereit halt. In wenigen Stunden wird sie es erfahren. Das AchtelloS, das sie für ist ja Frontsoldat: er war ja Meldegänger, und das war ich auch, und da weiß ich, was 13. März 1936 11. September 1936 15. März 1937 . 10. September 1937 Wt. yerhalb werden, ^beys. iolbjafjr veis er. ununter- H oder land- inn die 3afjrc isjaljr a* Denn w nach, lahre in en ist. >g be. rn eine jung ist. Darlehen itt rechen: Im Netzen und ausgezahlt, 1 520 Millio. retär Rein^ ’olitif noch 943 soll die Derben, die nilien einen Kosten jju Haltung fe er auch die )i-dung des ! M sorgen, n dem Gerber das ition dar» Ausbildung, Sorgen ge- m Staat gerade auf stig hervdr- im national- Sas Fun- neration amilien- nad) guter 'güd)e Aus- jabsn, also •nüber ge= Ser Oesterreich-Tag aus der 1000-Mier-Sohle Oberschlesische Kumpels erleben den Anschluß. — Vom Haldenfriedhof zum blühenden Bergbaugebiet. Von unserem auf eine Oeutschlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto. reit sind, um bei Gefahren und Katastrophen die Grube einzufahren und ihre Kameraden , retten. Seit 1913 ist der Bergmann Wientzek schon im Werk. Fast 25 harte Berufsjahre, die nur durch vier Frontjahre während des Krieges unterbrochen wurden, hat dieser Mann schon hinter sich. Die Unterhaltung ist nicht einfach; denn diese Männer sind gewohnt, zu arbeiten, aber nicht gewohnt, zu reden. Aber dann löst sich plötzlich die Zunge, als er von dem größten Erlebnis seines Lebens pricht, das er erst jüngst gehabt hat. In jener Nacht, als der deutsche Rundfunk verkündete, daß Oesterreich zum Deutschen Reich zurückgekommen sei, war er unter Tag. In jener Nacht war er stolz und glücklich, einer der Wir haben viel Geld in unseren Betrieb hineingesteckt. Drei Jahre hindurch haben wir an dem Ausbau unter Tage gearbeitet und weitere drei Jahre werden wir noch brauchen, um das Werk über Tag zu modernisieren und auszubauen. Jede Mark, die wir verdienen, wird wieder in den Betrieb hineingesteckt. Insgesamt haben wir ein Bauprogramm von 15 Millionen Reichsmark durchzuführen. Dort unten sehen Sie die fünf Neubauten, das sind Arbeiterwohnungen, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben. 500 000 RM. haben wir in diese Werkwohnungen hineingesteckt, 120 Arbeiterwohnungen konnten so geschaffen werden, in denen heute unsere Arbeitskameraden für 10 bis 25 RM. im Monat geräumige und gesunde Wohnungen finden. Feierschichten gibt es heute überhaupt nicht mehr. Noch 1934 haben wir bis zu 20 Feierschichten machen müssen. Heute ist es so, daß wir mit 20 Ueberschichten kaum ausko mm e n. Arbeiter haben wir längst nicht mehr. Wir müssen sie aus dem heute polnischen Teil Oberschlesiens herüberholen und bei uns einstellen." * Als wir mit dem kleinen Fahrstuhl im Förderturme herunter fahren, erzählt uns der F ö r d e r - Maschinist, der abgelöst wurde und mit uns herunterfährt, welche Freude das Gesetz über die Bildung der Knappschaftssätze bei seinen Kameraden hervorgerufen habe. „Diese Senkung der Beiträge macht bei dem erhöhten Verdienst so viel aus, daß die Miete für die Wohnung dabei schon herauskommt. Die Arbeit macht wirklich wieder Freude." Wir kommen gerade zum Schichtwechsel zurecht. Jeder Förderkorb, der von unter Tage heraufkommt, bringt eine Schar kohlenstaubbedeckter Männer herauf, die müde zur Waschkaue hinübergehen, um sich umzukleiden. Mit einem der Berg- männer sitze ich wenige Minuten später in der Hellen sauberen Werkkantine bei einem Glas Bier und lasse mir von dem harten, aber schönen Beruf der Bergmänner erzählen. Es ist ein G r u b e n w e h r - mann, einer jener Kumpels, die unter Einsatz des Lebens neben ihrer harten Tagesarbeit ständig be- 100.000 RM gewonnen: und sie wißen noch nichts von ihrem Glück on 100 Kin- -en Personen m, die man , hatten nur Schlafstätten mmengesehte Mehr als ißten Kinder der Kinder Iten ihre mdenPer- inberen Per- 72 mit Per' nit Personen zm amtlichen on 1937 wird 5155 als ge* «erden konin Jugend durch ist die lieber« Fürsorge' Samt. Heber IbislOKn- bdachlos dop )ern m W , 4429 ? hlecht er* t Necht. U die national' »en "nd an S- en Elends 3« * ihr Jawor »i#'1 75 Millionen Deutscher zu sein. Aber wir wollen ihn selbst erzählen lassen. , „Wir haben es gar nicht glauben wollen, als ein Steiger, der später eingefahren war, uns erzählte, was in Oesterreich in diesen Stunden geschieht. Wir haben unsere Hämmer beiseitegelegt und unten, vor Ort beim Schein der Lampen zusammengestanden und darauf gewartet, daß uns über die Telephonanlage, die unsere Sohle mit dem Maschinenhaus über Tag verbindet, diese ersten Nachrichten betätigt würden. Es war eine lähmende Stille; keiner von uns wagte zu sprechen, bis dann der An- chläger, der am Telephon stand, sich zu uns umdrehte und mit dem Kopf nickte. Dann haben wir von Viertelstunde zu Viertelstunde von oben die Nachrichten bekommen, was dort in Oesterreich geschah. Einer von uns, vielleicht waren es auch mehrere, ich weiß es nicht mehr, nahm zuerst seine Lederkappe ab. Dann haben wir unten im Stollen das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied gelungen unb bie deutschen Kameraden, die von Polen drüben zu uns kommen, um hier bei uns zu arbeiten, haben Tränen in den Augen gehabt unb haben uns, die wir Reichsdeutsche sind, die Hände gebrückt. Wir waren stolz, Deutsche zu sein." Der Kumpel macht eine lange Pause unb schaut vor sich hin auf ben Tisch auf seine schwarzen, verarbeiteten Hände. Schließlich blickt er mich schüchtern von der Seite an. „Schreiben Sie boch auf, daß wir alle nureinenWunsch haben: Wir wollen einmal diesem Mann, unserem'Führer, in die Augen sehen, um ihm zu danken. Die Hand wollen wir chm gar nicht drücken." Und dabei blickt er wieder auf die schwieligen, kohlegeschwärzten Fäuste, die vor ihm auf dem Tisch liegen, so als wäre es Handwerkszeug, so als gehörten sie gar nicht zu ihm. „In dieser Nacht haben wir damals mit jedem Schlag auf die Kohle, mit jeder Schaufel, die wir in die Förderwagen warfen, unserem Führer gedankt." Rührend ist es zu hören, wie diese wortkargen Männer ihrem Glück Ausdruck gaben. Jeder der kleinen Förderwagen, mit denen die Kohle ans Tageslicht gebracht wird, trug gleichsam als Sendbote der Männer unter Tage Kreideaufschriften: „W ir danken unserem Führer", „Hell Adolf Hitler", „Heil unseren Karne-, raben in Oesterreich". Als ich später mit einem anderen Kumpel zusammen hinaus in die Siedlung fahre, da erzählt er mir von der Stimmung, die sie alle bewegt. „Ich will es Ihnen aus offenem Herzen sagen unb Ihnen feine Operetten erzählen. W i r alle, wenn wir auch manchmal knurren unb in ben letzten Jahren auch nicht immer viel verdient haben, aber wir sind dabei. Wir verspüren es ja am eigenen Leibe, was der Adolf leistet. Unb auch unsere deutschen Kameraden jenseits der Grenze sind mit uns stolz auf diesen Männ. Wenn sie auch polnischer Nationalität sind, sie fühlen doch deutsch. Die haben mit am meisten gespendet, als wir für die österreichischen Kameraden sammelten. Und eine Bitte haben wir alle: Wir wollen mal nach Wien. Das soll ja so schön sein unb das wird die KdF.-Gemeinschaft schon irgendwie machen. Wir wollen doch auch sehen, was für ein schönes Deutschland wir jetzt haben. Und noch was. Es hat natürlich Leute gegeben, die noch nicht ganz dabei waren. Die denken jetzt aber auch anders. Denn was der Hitler da geleistet hat, das ist schon die Arbeit eines ganzen Kerls. Daß er da, wie wir in den Woche ns chauetl gesehen haben, im offenen Auto als erster nach Oesterreich hineinfuhr, wo da noch vor wenigen Tagen /bie Roten putschen wollten, dazu gehört schon Mut. Aber e r Beuthen O. S., im März 1938. Ueber eine Stunde schon rollt der v-Zug durch das oberschlesische Industriegebiet. Gespenstisch ra- 'qcn die Fördertürme und Schlote der Kohlengruben iind Erzbergwerke aus dem dichten Bodennebel, der in dieser frühen Morgenstunde das ganze Industriegebiet mit Schleiern verhängt. Vor uns liegt B e u - then, die deutsche Stadt im südöstlichsten Zipfel des Reiches. Massig ragt der große, ummauerte Förderturm der „H o h e n z o l l e r n g r u bj?" über das Dächergewirr der Jnbustriestadt. Sechs Jahre sind vergangen, seitdem ich das erste Mal zusammen mit einem arbeitslosen Kumpel auf eine der grasüberwucherten Halden stand und nach Südosten blickte, hinüber zu den Gruben, die frühex einmal diesem Kumpel und Tausenden seiner Kameraden Arbeit gaben. Wie ein Albdruck lag damals die entsetzliche Not auf ben Menschen bieses schwer heimgesuchten Stückes deutscher Erde. — Es war eine lange Leidensgeschichte, die mir jener junge Bergmann, der zum Feiern verurteilt war, erzählte. Tag um Tag stieg er auf ben Halben herum, um noch ein paar Stück brennbarer Kohle zu finden unb um.nicht in jenem Barackenloch sein zu müssen, daß man in jener Zeit „A r - deiterwohnung" nannte. Drei Familien in einem Raum, so hausten damals deutsche Arbeiter, die nicht arbeiten, sondern nur hungern durften. In jenem Jahr sprach der Führer das erste Mal in Beuchen. Noch waren es nicht viele, die auf Adolf Hitler schworen, aber alle hofften auf ihn und er hat diese Hoffnung nicht enttäuscht. Sechs Jahre sind vergangen. Ich stehe zusammen mit dem Direktor der Hohenzollemgrube hoch oben auf dem Förderturm. Unter uns liegt das Gewirr der Gleise und Dächer der mannigfaltigen Anlagen dieses Werkes. Waggon um Waggon rollt, von em« . jigen Lokomotiven geschoben, leer heran, um auf der anderen Seite der Werkanlagen beladen mit dem schwarzen Edelstein Oberschlesiens hinaus ins Reich und zu den Kokereien der Grube zu fahren. „Sehen Sie dort unten den weiten Platz. Dort lagen noch im Jahre 1934, als ich mit dem Reichs- minifter D r. Goebbels hier auf dem Turm stand, 200 000 Tonnen Kohle, die wir nicht ab« setzen konnten. Heute ist kaum noch der Staub vorhanden. Jedes Stück der 7000 Tonnen, die wir täglich fördern, geht noch am selben Tage gus dem Werk. Wir haben Arbeit, wie nie zuvor. 1000 Arbeiter haben wir zuzüglich einstellen müssen, um ben SInforberungen gerecht werben zu können. Unb unsere Arbeiter, bas darf ich wohl sagen, sind zufrieden. am 14. Mär, 1938 Auch Sie können gewinnen Spielen Sie mit! 7°hrunz Uten ®et” “Sieben, M. Bit lf,nlr«s wird. Hochschulen -r 1938/39 r’rff i' ’A; der s j, rt des i stot 9s ynb m den l l°^rn Steier' .sch, b^.^jlien 0(^0 rtfis L w. dazu gehör t." Dann sitzen wir draußen in einer Wohnküche in der Siedlung Stillersfeld. Diese Siedlung ist die kinderreichste Gemeindeganz Deutschlands. Ueberall auf ben Straßen zwischen ben hellen, kleinen Häusern, wimmelt es von Blonb- köpfen. Die fünf Kinber bes Bergarbeiters, mit dem ich zusammengekommen bin, stehen mit runden Augen um uns herum und hören zu, wie der Vater mit dem fremden Mann, der sich mit einem Stückchen Schokolade die Freundschaft dieser kleinen Kerle gewonnen hat, spricht. Man könnte noch viel Schönes von dem berichten, was dieser Besuch, bei ben am härtesten arbeitenben Männern des oberschlesischen Kohlengebietes brachte. Man könnte viele Sätze schreiben über bie erschüt- ternbe unb rührenbe Treue dieser Männer, die in der äußersten Grenzecke des Deutschen Reiches ihrem harten Lebensberuf nachgehen. Man könnte viele Zeitungsseiten füllen mit der Aufzählung allein der Erfolge, bie bie Partei in ihrer Aufbauarbeit gerabe hier geleistet hat. Aber wir wollen uns auf ben Versuch beschränken, mit Worten ben Gefühlen Ausdruck zu geben, die diese schlichten unb harten Menschen erfüllen. Keiner von biesen Männern, mit denen ich sprach, rebete von bem Führer anbers als von einem Vater, als von einem nahen Freunde, auf den er all feine Liebe und all fein Vertrauen gesetzt hat. Ich habe aus dieser hart umtämpften Ecke des Deutschen Reiches die felsenfeste Ueberzeugung mitgenommen, daß es hier niemanden mehr gibt, gleichviel, wie er früher einmal gedacht oder gesprochen hat, der nach dieser letzten Großtat Adolf Hitlers nicht stolz wäre, Deutscher zu sein, nicht glücklich wäre, ein unverbrüchlicher G e - folgsmanndes Führers fein zu dürfen. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, bie Treue unb ben Glauben in ihrer schlichtesten unb echtesten Form aus biesen Menschen sprechen zu hören. 2^1000000 2 200000 2 500000 10 100000 2 300000 12x 50000 ^luforrörm 2 Gewinne zu |< 75.000, — RM unö 342968 wettere Gewinne im Gesamtbeträge von 61.910 180,— RM. Alle Gewinne sinv einkommensteuerfrei! Sie erhalten Öen amtlichen Gewinnplan unö OrtgtnaNose, soweit vorrätig, bei allen Staatlichen Lotterie - Einnahmen. Anschriften erfahren Sie auf Wunsch Öirekt von Der Vreuhlsch. SüÖÖeutschen StaatSlotterie, Berlin 2D 35, Diktoriastraße 29. Der Präsident der Vr/2ßlsch-Süddeutschen Staatslottene J/ ^(vxivr 1100 km Reichsautobahnen für Oesterreich. Mit denBauarbeiten wird sofort begonnen. Wien, 28. März. (DNB.) Generalinspektor Dr. Tobt erklärte bei der (Eröffnung der Ausstellung „Die Straßen Adolf Hitlers", für die Instandhaltung und Verbesserung der bereits bestehenden Straßen stelle das Reich 15 Millionen Schilling zur Verfügung. Ferner erstrebe man die Eraän- zung der bestehenden Straßenzüge mit dem Ziel, Oesterreich zu einem bevorzugten Reiseland von Europa zu machen, unb endlich ben Bau der Reichs autobahn en. Um Oesterreich streckenmäßig ebenso aufzuschließen wie das Reich, müßte innerhalb der alten Grenzen das Reichs- autobahnnetz um 1100 Kilometer neuer Strecken erweitert werden. Dabei seien folgende neue Verbindungen vorgesehen: 1. Salzburg (bzw. Schärding) — Linz — Wien. Als Teilstrecke der großen Durchgangsverbindung London—Istanbul, die von Aachen bis zur früheren Reichsgrenze mit insgesamt rund 1000 Kilometer Länge als Reichsautobahn auf deutschem Boden verlaufen wird. 2. Wien — Wiener-Neu stabt — Rad - statt — Salzburg mit Stichbahn nach Graz. 3. Junta l - Linie: Kus st ein — Schwaz — Innsbruck mit Anschluß an die Reichsautobahn München — Salzburg bei Rosenheim. Als durchgeheiÄe Autobahnverbinbung von Wien über Rosenheim nach Innsbruck, die den Vorteil hat, daß sie größere Höhen vermeidet und somit auch während des ganzen Winters betriebssicher ist. Zunächst werde mit den Bauarbeiten auf den Strecken Salzburg (bzw. Schärding) — Linz — Wien begonnen, da diese Strecken 1941 dem Verkehr zur Verfügung stehen sollen. Noch in diesem Jahre werde auch die Verbindung von Wien nach Wiener-Neustadt in Angriff genommen. Großen Jubel löste die Ankündigung aus, daß 15 000 Arbeiter auf den Baustrecken selbst eingesetzt unb weitere 10 000 in ben Ne beuindu st rie zweigen in Dienst gestellt würden. Görings Fahrt nach Steiermark. Wiener Neustadt, 28. März. (DNB.) Nach begeisterten Kundgebungen in Wien trat General- felbrnarschall Hermann Göring feine Reise an, bie tfjn an bie Stätten ber Arbeit in 0 e ft e r» reich führen wirb. Sein erstes Ziel war Wiener N e u ft a b t. Der Zug durchfuhr bie einzelnen Stationen in langsamem Tempo. Ueberall wurden Hermann Göring Blumen ins Abteil gereicht. Transparente waren an ben Bahnhöfen angebracht, au denen man u. a. las: „Hermann wird es schaffen!" In Mödling heulten die Sirenen aller Fabriken, übertönt von den brausenden Heil-Rufen ber Menschenmassen. In Wiener Neustadt hatte sich bie gesamte Bevölkerung zum Empfange eingefunben. Der Generalfeldmarschall besichtigte ben dortigen Fliegerhorst, wo außer einer österreichischen Jagdgruppe unb ber Kampfgruppe 11/155 3mei Abteilungen bes Regiments „General Göring unb österreichische Fliegereinheiten angetreten waren. Die österreichische Jagbgruppe führte mit ihren Jagd- einsitzern ein Kunstflugprogramm vor, bas bie volle Anerkennung des Generalfeldmarschalls fand. An- chließenb verlieh ber Oberbefehlshaber ber Luftwaffe ber österreichischen Jagbgruppe eine Fahne mit bem Fahnenspruch: „(Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" Von Wiener Neustabt ging bie Fahrt im Sonder- zug vorbei an Dörfern, bie im Flaggenschmuck prangten, burch Bahnhöfe, bie all^ festlich mit Tannengrün geschmückt waren unb burch Menschenmauern, bie seit Stunben nicht wankten. Hinter Gloggnitz begann die Strecke zu steigen unb ben Semmering zu erklimmen. Die Lanbschaft zeigt sich hier noch im winterlichen Gewanb. In Semmering, der Grenzstation zwischen Steiermark unb Niederösterreich, drängen sich die Menschen stürmisch on ben Wagen Garings heran. Der Generalfeldmar- chall plauderte lachend mit den Bewohnern, denen br zum Abschied zurief: „Lebt wohl, Kinder, und daß Ihr Euch am 10. April genau so drängelt wie heute! In Leoben begab sich ber Rektor ber montanistischen Hochschule in ben Wagen des Ministerpräsidenten, um ihm über die österreichischen Erzvorkommen Bericht zu erstatten. Gebietsresorm im preußischen Osten. Das Gesetz über die Bildung lebensfähiger Provinzen im östlichen Raum bringt einige Veränderungen, die zum Teil schon eingeleitet sind. Die Teilung Schlesiens in Nieder- und Oberschlesien, bie nach 1918 erfolgt war, wird rückgängig gemacht. Beide Provinzen hatten sich eine besondere Verwaltung schaffen müssen, bie aber dadurch vereinfacht wurde, baß seit ber nationalsozialistischen Machtergreifung ihre Leitung in bie Hänbe eines gemeinsamen Dberpräfibenten gelegt würbe. Diese „Personalunion" wirb nun burch bie Wiedervereinigung von Nieder- unb Oberschlesien zu einer einheitlichen Provinz ersetzt. Nieberschlesien zählte bisher rund 3,2 Millionen Einwohner, Oberschlesien 1,4 Millionen. Die neue Regelung tritt am 1. April in Kraft. Ebenfalls eine Folge der Ostgrenzziehung seit dem Kriege war die Bildung einer Provinz „Grenzmark Posen - We st preußen". Der östlich bes Korribors gelegene Teil Westpreußens ist 1922 an Ostpreußen angeschlossen worden. Dagegen bildete der westlich des Weichselkorridors liegende Teil der beiden alten Provinzen eine eigene Provinz mit dem Sitze in Schneidemühl. Diese Restprovinz zählte nur 332 000 Einwohner. Auch hier war seit 1933 eine Vereinfachung eingetreten, als der Oberpräsident von Brandenburg gleichzeitig Inhaber dieses Amtes für die Provinz Grenzmark Posen - West- preußen wurde. Dafür erhielt Schneidemühl einen Regierungspräsidenten als seinen ständigen Vertreter. Die DerkehrSlage dieser kleinsten Provinz war aber recht ungünstig. Sie umfaßte in ihrem südlichen Teil die Kreise B o m st und F r au« ft a b t, bie getrennt von ber nördlichen Hälfte mit Schneidemühl unb Deutsch-Krone liegen Nun verschwindet die Grenzmark als eigene Provinz, sie fuhrt aber den geschichtlichen Namen Posen-West preußen als Bezeichnung des Regierungsbezirks Schneidemühl weiter. Das Gebiet verändert sich insofern, als die Provinz mit Brandenburg vereinigt wird, bis auf die beiden genannten südlichen Kreise, bie mit runb 33 000 Einwohnern z u Schlesien (Regierungsbezirk Liegnitz) kommen. Der Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. erhält von ber Grenzmark die Kreise Meseritz unb Schwerin a. d. W., boch wirb ber nunmehrige Regierungsbezirk Posen- Westpreußen (Sitz Schneibemühl) bafür durch die Zuteilung der bisher pommerschen Kreise Dramburg und Neustettin vergrößert. Ebenso treten aus der Neumark bie Kreise Arnswalde, Soldin unb Friebeberg an ben Bezirk Posen-Westpreußen. An Stelle der 332 000 Einwohner, die bisher von Schneidemühl aus in einer zersplitterten Provinz verwaltet wurden, werden künftig runb 400 000 Einwohner treten, die in einen gut abgerundeten Regierungsbezirk zusammengefaßt sind. In P o m - m e r n ergibt sich durch bie Abtrennung ber Kreise Dramburg unb NeUstettin eine Verminderung von i 123 000 Einwohnern, ferner eine Umbildung dadurch, daß die Kreise Greifenberg und Regenwalde : zum Regierungsbezirk Köslin übertreten. ■ Der Sitz des Oberpräsidenten der Pro- ■ vinz Brandenburg wird von Berlin nach Frank- : furt a. d.O. verhegt, wo ein Regierungsviertel > neu errichtet wird. Durch seine neue Verfassung - ist Berlin aus der Provinz Brandenburg aus- ■ geschieben unb eigene „Provinz" geworden. ' Ziffernmäßig ergibt sich aus ber neuen Reginal- , form, daß die Provinz Grenzmark Posen - West- : preußen mit 77 000 Quadratkilometer aufgelöst unb - in ber Hauptsache Brcmbenburg zugeteilt wird, daß ■ 33 000 Einwohner an Schlesien abgegeben werden > und daß Pommern 123 000 Einwohner an Brau- Auf diese Tlummern fiel das Große Los von 2 Millionen Mark: Am 14 März 1935 .... am 11 September 1935 S1 au Las Nr. 332168 au Los Nr. 259620 au Los Nr. 171111 au Los Nr. 296045 au Los Nr. 271 935 au Los Nr. 196710 auf Los 71 r 233528 denburg übertragt. Dieses gewinnt insgesamt 423 000 Einwohner und überschreitet (ohne Berlin) die Dreimillionengrenze. Die Neuordnung für die Provinzen Pommern und Brandenburg tritt am 1. Oktober d. I. in Kraft, da naturgemäß die lieber- leitung manche Umstellungen nötig macht. Oer Vormarsch an der Aragon-Front. Unbeschreibliche Greueltaten der Bolschewisten in Barbastra. San S e b a st i a n , 29. März. (DNB. Funk- spruch.) Die spanischen Nationaltruppen setzten am Montag ihren Siegeszug an der Aragon-Front fort. Nach den letzten Gebietgewinnen verläuft die Front von Teruel bis westlich Lerida auf einer Länge von etwa 200 Kilometer ungefähr 60 bis 70 Kilometer parallel zum Mittelmeer. Der Utero. ßorbosfro Akoberre MGOSM ISPE toi LC4NL Momoi Masdcorreig \ T trtJVÄNSDKe \ I 1 ) / Alconao ^^^tosfenote jrORTOS) ) ^^MCEIOW^ Heeresbericht meldet, daß die Truppen auf dem rechten Flügel den Ort Z o r i t a und nach Ueberwin- dung von drei strategisch wichtigen Höhen die Orte Baldesa, Crucjta und Managren besetzten. Die Legionär-Formationen besetzten das Miralbueno- Gebirge in seiner ganzen Ausdehnung. Aus dem mittleren Abschnitt nahmen die Truppen Bar- bastra. Hier wütete der Bolschewismus schrecklicher als in den bisher befreiten Ortschaften der Aragon-Front. Heber 500 Personen wurden von den Bolschewisten ermordet. Unter ihnen der Bischof und 47 Pfarrer, der Bürgermeister sowie die Angehörigen zahlreicher nationaler Männer, die selbst von den Bolschewisten als Kanonenfutter zwangsweise an die Front geschickt wurden. Zahlreiche Gebäude, darunter auch die Kathedrale, waren angezündet oder in die Luft gesprengt worden. Unter ihren Trümmern fand man zahllose verkohlte Leichen. Aus dem Bischosspalast waren wie üblich die wertvollen Stücke sämtlich gestohlen worden. Neue Massenhinrichtungen in Gowjetruß and. Moskau, 28. März. (DNB.) Das amtliche br= gan der mittelasiatischen Sowjetrepublik Kasakftan „Kasakskja Prawda" vom 22. März berichtet, daß dort vor dem Obersten Militärgericht der Sowjetunion unter Ausschluß der Oeffentlichkeit e i n neuer Massenprozeß stattgefunden hat, bei dem 19 frühere S p i tz e n f u n k ti o n ä r e'der Republik, darunter der ehemalige Staatspräsident Kasakstans, Kulumbetow, ferner maßgebliche frühere Volkskommissare und Parteigewaltige wegen nationalistischer Bestrebungen, die aus die Los- reißung Kasakstans von der Sowjetunion abgezielt hätten, zum Tode verurteilt wurden. Das Urteil ist bereits vollstreckt. In Prokopjewsk (im Gebiet von Nowosibirsk) standen sieben Ingenieure und Bergleute vor Gericht, die beschuldigt wurden, in den Bergwerken des Kusnetzker Kohlengebietes auf direkten Befehl Trotzkis (!) sowie des erschossenen Bucharins Sabotageakte ausgeführt zu haben. Den Angeklagten wurde u. a. böswillige Zerstörung der Förderungsanlagen, nicht weniger als 345 Grubenunglücke, Ermordung von Stachanow-Antreibern, sowie die absichtliche Inbrandsetzung der Kohlenflöze zur Last gelegt. Die Angeklagten hätten außerdem „gestanden", ihre Verbrechen auf Anstiftung ausländischer Spionagedienste begangen zu haben, so daß auch dieser Prozeß in jeder Hinsicht als eine genaue Kopie der großen Moskauer Vorbilder in lokalem Maßstabe erscheint. — Fünf der Angeklagten sind zum Tode verurteilt worden, zwei zu je 20 Jahren Zwangsarbeit. Kunst und Wissenschaft. OeutscheSesellschast fürinnere Medizin Die Bedeutung der in Wiesbaden eröffneten 5 0. Jubiläumstagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin zeigte sich schon äußerlich in dem starken Besuch in- und ausländischer Aerzte. Der Vorsitzende, Professor Dr. A ßm a n n (Königsberg) befaßte sich mit den Aufgaben der ältlichen Forschung, deren Ziel es sei, der Erhaltung der gesamten Volkskraft zu dienen. Der Stellvertreter des Reichsärzteführers, Dr. Blome, wies auf die große Wandlung hin, der sich die deutsche Heilkunde in den letzten Jahren unterzogen habe. Mit Entschiedenheit wandte er sich gegen die jüdische Arroganz, die behaupte, die deutsche Heilkunde sei seit dem Abgang jüdischer Professoren und Aerzte unter das Niveau der durMchnitt- listen Leistung in der Welt herabgesunken. Auf den verschiedenen Gebieten der Heilkunde seien in den letzten Jahren wertvolle wissenschaftliche Arbeiten vollendet worden. Zum Schluß teilte der Redner die Maßnahmen mit, die von Partei und Staat zur Förderung des Nachwuchses durchgeführt würden. Im Vordergrund dieser Bestrebungen stehe, eine Studien- und Ausbildungsreform. Dann befaßte sich die Versammlung mit der Frage der Herzfunktionsprüsung. Professor Straub (Göttingen) gab eine Darstellung der Methoden zur Feststellung einer Herzschwäche. Als aufschlußreichste Funktionsprüfung bezeichnete er die Anforderungen des täglichen Lebens. Professor Hochrein (Leipzig) behandelte die Herz- funktionsprüfung in der Praxis. Er kam zu der Erkenntnis, daß eine genaue Bewertung der Herzleistung der Klinik vorbehalten bleiben müsse. Dr. R e i n d e l l (Freiburg) zeigte, daß bei erstklassigen Wettkampfsportlern, die über zwei Jahre fortlaufend kontrolliert wurden, wechselnde Leistungssteigerung und verminderte Leistungsfähigkeit beobachtet ^wurden. Bei höchster körperlicher Leistung fei auch beste sportärztliche Beratung erforderlich. Kampf der Rachitis! In Wiesbaden wurde die 46. ordentliche Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde in Anwesenheit von Kinderärzten aus allen Teilen des Reichs und aus der Ostmark eröffnet. Der Vorsitzende, Professor Dr. Hamburger (Wien) unterstrich die Aenderungen, die seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus auch auf dem Gebiete der Heilkunde in Erscheinung treten. Auch die deutsche Kinderheilkunde werde ihre Arbeiten nicht nur um ihrer selbst willen durchführen, sondern sie auf das große Ziel abstellen, dem ganzen Volk zu dienen. Mit der Tagung ist eine reich beschickte pharmazeutische Ausstellung verbunden. / Die Tagung befaßte sich besonders mit einer der schwersten Volkskrankheiten, der Rachitis. Abgesehen von sonstigen Ursachen kann die Entstehung der Rachitis in unseren Breiten durch die winterliche Sonnenarmut und die Armut an Vitaminen in der kalten Jahreszeit bedingt sein. Der bekannte Kinderarzt Professor Dr. B e s s a u, Berlin, stellte die Forderung, daß jedes deutsche Kind vorbeugend gegen die Rachitis geschützt werden muß. Wirksame Hilfe biete das Vitamin D 2, das heute in hervorragender chemischer Reinheit hergestellt werde. Weiter forderte Bessau bi? Schaffung einer Zentrale für Rachitisbekämpfung. Staatsrat Dr. Conte, Berlin, betonte, daß durch Aufklärung aller deutschen Mütter die natürlichen Hilfsmittel so gut wie möglich nutzbar gemacht werden müßten. Ebenso trat her Vertreter des Reichsgesundheitsamts, Prof. Dr. Rott, für den allgemeinen Rachitisschutz ein. Nach Ansicht des Redners muß es erreicht werden, daß wenigstens allen Kindern, die nicht durch günstige Lebensbedingungen vor der Rachitis ^bewahrt blieben, ständige ärztliche Aufsicht und die schützende Vitamingabe zur Verfügung steht. Dann müsse es möglich sein, die gefährliche Krankheit ganz zum Schwinden zu bringen. Reichsarbeilslagung der deutschen Chemiker. Das diesjährige Reichstreffen der deutschen Chemiker findet in Gestalt einer Arbeitstagung in der Nachpfing st woche in Bayreuth statt. Den Kern der Tagung bildet wieder die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker, in diesem Jahre die 51., die sich in eine allgemeine Sitzung und eine Anzahl von Fachsitzungen gliedern wird. Die fachlichen Beratungen werden von geselligen Veranstaltungen umrahmt, in denen den Teilnehmern Gelegenheit gegeben wird, die Umgebung des Tagungsortes und die Bayrische Ostmark näher kennenzulernen. Oie Dolksabstimmungs-Marke. y o Q k 5 r I T ■s Die Deutsche Reichspost gibt am 10. April ein Son- derpostwertzeichen zu 6 Rpf. (dunkelgrün) heraus. Das Markenbild versinnbildlicht die Vereinigung des deutschen Volkes. Es wurde von Professor Puch tnger in Wien entworfen. — (Scherl-M.) Wetterbericht Die Westwindwetterlage ist in vollem' Gange. Infolge der Zufuhr milderer Luftmassen von Westen kommt es bei weiter starker Bewölkung immer wieder zu Regenfällen, und auch im Mittelgebirge liegen die Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Eine Aenderung des regnerischen Wetters mit den für die Jahreszeit normalen Temperaturen ist zumeist nicht wahrscheinlich. Aussichten für Mittwoch: Bei starker Bewölkung zeitweise Regen, Tagestemperatur um 10 Grad, westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei anhaltender kräftiger Luftzufuhr weiterhin unbeständig. Lufttemperaturen am 28. März: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 8,8 Grad; am 29. März: morgens 5,7 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. März: abends 8 Grad; am 29. März: morgens 6,7 Grad. — Niederschläge 2,8 mm. — Sgn- nenscheindauer 5,3 Stunden. * Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Sange, Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriöt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Todes-Anzeige. im Alter von 82 Jahren. Gießen, den 28. März 1938. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 2050D Gießen (Krofdorfer Straße 5), den 29. März 1938. 01494 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die vielen Kranzspenden bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 31. März, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Frau Elisabethe Dierlamm, geb. Rein sagen wir unseren innigsten Dank. Bäckergehilfe | gesucht. Wo, sagt d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeig. An den Folgen eines erlittenen Unfalls starb am 28. März 1938 in der Chirurgischen Universitätsklinik zu Gießen unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Ururgroßvater und Onkel ZTZlUMk- Woljnung (Erdgeschoß oder 1. Stock) gesucht. 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Mittwoch- Miete : Die Weiber von Redditz Lustspiel von Forster. Preise: 2035d RM. 0.60-3.00. Nr. 74 Zweites Blatt Dienstag, 29. März 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nücke zum DeuWum über Land und Meer. Leben mit der Heimat und das Erleben mit der neugewordenen Heimat, die Brücke, auf der wir alltäglich nach Deutschland wandern." Wie innig Ein Besuch beim Deutschen Kurzwellensender. die Deutschen im Ausland mit dem Kurzwellensender verwachsen sind, davon spricht auch folgender Am 1. April 1938 jährt sich zum fünften Male der Tag, an dem die erste deutsche Rundfunksendung über die Kurzwelle stattfand. Dieses Ereignis gab Anlaß zu einem Besuch bei der Sendeleitung, die in einem großen Hause am Adolf-Hitler-Platz in Berlin ihren Sitz hat. „Himmel, Herrgott, die Kerle müssen ja eine Haut /Die aus Leder haben", ruft ein Mann vom Kurzwellensender während der Unterhaltung, die wir vor einem Büroschrank führen, der sich rein äirßerlich von keinem anderen Spind unterscheidet. Und doch stehen wir vor einem wahren Schatzkasten, der in bunter Mischung alle die Geschenke enthält, die eine dankbare Hörergemeinschaft an eine der Send^zonen-Abteilungen des Deutschen Kurzwellensenders gelangen ließ. Sie scheinen uns wie kleine Steine aus dem riesengroßen Mosaik einer Freundschaft, die die Männer vom Kurzwellensender mit den deutschen Volksgenossen über Land und Meer verbindet. Was wir eben lachend bewundern, ist beispielsweise ein Tätowierstift, wie ihn die Indianer benutzen, bevor sie zu großen Stammesfesten Maskerade machen. Irgendein Deutscher mag ihn wohl bei einem Besuch in den Reservationen Amerikas zum Geschenk erhalten haben. Das, was ihm damals eine köstliche Gabe dünkte, ist ihm heute gerade gut genug, um damit der Heimat einen Beweis seines großen Dankes abzustatten. Was findet sich in diesem Raum im Haus des Kurzwellensenders nicht alles zusammen! Kostbare Pokale, Meisterwerke der Holzschnitzerei, Schlangenhäute, Teppiche, Pfeile, Bogen und so weiter und so weiter. Es ist ein guter Gedanke der Sendeleitung, daß olle diese Gegenstände zu geeignetem Zeitpunkt der großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Da wird dann so mancher von uns davor- stehen und mit den Deutschen aus aller Welt stumme Zwiesprache halten. „Welche Verbindung hatten schon die Millionen Volksgenossen im Ausland früher mit der Heimat. Das einzige waren Briefe, die spärlich oder gar nicht kamen, veraltete Zeitungen, ein deutsches Buch, die Flagge am Heck eines deutschen Dampfers, oder, wenn es hoch kam, in Jahren einmal der Besuch eines deutschen Kreuzers. Das Weltenmeer, der trennende Raum zwischen dem Rejch und seinen Getreuen da draußen, schien unüberwindlich" sagt uns Dr. Schröder vom Kurzwellensender, als wir über die Vergangenheit der Funkstation in Zeesen sprechen. Es ist richtig, dieser Sender fristete ein Aschenbrödeldasein. Planlos wurde in die weite Welt hinausgefunkt, und nur ein paar Amateure und Funkbastler in Uebersee konnten Interesse daran haben, gelegentlich mal einen Fernempfang aus Deutschland zu hören. Endlich wurde 1933 durch die nationalsozialistische Rundfunkführung eine Kurzwellenanlage geschaffen, die zu den größten und modernsten der Welt gehört. Wir in der Heimat wurden zum erstenmal mit dem Kurzwellensender und Richtstrahler nach Afrika bekanntgemacht, als er auf der großen Berliner Rundfunkausstellung hervortrat und als der Stellvertreter des Führers am Heiligen Abend zu den Ausländsdeutschen sprach. Der Deutsche Kurzwellensender ist dann bis auf den heutigen Tag immer weiter ausgebaut worden, so kraß wir heute nach Afrika, Südamerika, Ost- asien, Südasien, Mittelamerika regelmäßig Sendungen vornehmen. Fast ununterbrochen wird dort am Adolf-Hitler-Platz gearbeitet, tagtäglich und — nachtnächtlich. Denn zu einer Zeit, wo viele von uns schon wieder zu neuem Tagewerk schreiten, | müssen die Männer des Kurzwellensenders noch immer unverdrossen vor den Mikrophonen fingen, spielen oder musizieren. Der Deutsche Kurzwellensender wurde daher nicht nur die Brücke, die den Ueberseedeutschen mit der Heimat verbindet, sondern er ist zugleich auch die Stimme Deutschlands in der Welt, die die deutsche Sache, deutsche Kultur, deutsche Musik, deutsches Geschehen in aufrichtiger und überzeugender Weise an Hunderttausende ausländischer Hörer heranträgt Da ist es gewiß kein Wunder, daß zum fünften Geburtstag des Deutschen Kurzwellensenders aus aller Herren Ländern die Glückwunschschreiben von Ausländern und von Deutschen in gleich großer Anzahl kommen. Wie erschütternd wirkt es, wenn ein 83jähriger Auswanderer in USA. sich meldet und schreibt? „Einen Gruß aus weiter Ferne von einem, der im Jahre 1870 als siebzehnjähriger Jüngling Deutschland verließ. Dieses ist der erste Brief, der in 66 Jahren nach Deutschland geht. Ich hatte keine Ursache für Briefwechsel, da ich keine Verwandten und näheren Freunde verließ." Ein anderer deutscher Volksgenosse schreibt: „Der Deutsche^ Kurzwellensender bedeutet für uns das Glückwunsch: „Solange wir diesen Freund im Hause haben dürfen, werden wir glücklich sein, Deutsche im Ausland zu sein. Der Deutsche braucht sich nun im Ausland nicht mehr schief ansehen zu lassen, er weiß, feine Heimat spricht Abend für Abend zu ihm, und das gibt ihm stets neue Kraft und Mut zur Verteidigung feines Deutschtums," Schließen wir diesen kurzen Auszug aus den Hörerbriefen mit folgendem Schreiben: „Menschen, die wie wir hier dauernd dem Gift und den Lügen einer bolschewistisch inspirierten und kontrollierten Presse ausgesetzt sind, bedürfen heute mehr denn je Ihrer wahren und klaren Berichte Über das Geschehen in der Welt. Dafür danken wir Ihnen besonders herzlich, weil Sie alltäglich durch den Deutschen Kurzwellensender im Ausland die Botschaft des Friedens verbreiten." Hartmann. MchslNinisterRust besucht die Universität Gießen Rach der Kundgebung am Sonntagabend in der Gießener Volkshalle mit dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust als Redner, verweilte der Minister auch am gestrigen Montag noch in unserer Stadt. Sein Aufenthalt am gestrigen Tage galt einem längeren Besuch der Universität G i e ß e n. Reichsminister Rust in Begleitung des Hoheitsträgers für den Kreis Wetterau, Kreisleiter Backhaus, und feiner Reisebegleitung besichtigte unter Führung des Rektors der Universität, Prof. Dr. Baader, und der jeweils zuständigen Professoren am Montagvormittag das Landwirtschaftliche Jn- stitut, das Ägrarmeteorologische Institut, das Agri- kulturchemische Institut, das Forstinstitut und das Physikalische Institut. Rach einer kurzen Ruhepause zur Einnahme des Mittagessens folgten am Nachmittag Besichtigungen der Veterinärmedizinischen Institute und des Tierseuchen-Jnstituts, anschließend in offenen Kraftwagen eine Rundfahrt durch das große Gelände der Medizinischen Universitätskliniken. Bei den Rundgängen durch die Institute gaben deren Leiter und Mitarbeiter dem Minister in großen Umrissen einen Ueberblick über ihr Arbeitsfeld, ihre Wünsche und ihre Planungen für die weitere Tätigkeit ihrer Institute. Reichsminister R u st brachte diesen Darlegungen ersichtlich großes Interesse entgegen. Bei dem Rundgang im Landwirtschaftlichen Institut anerkannte der Minister entschieden die Notwendigkeit eines Neu- baues der Institute der Landwirtschaftlichen Abteilung; er erklärte sich bereit, sich nachdrücklich für diese Verbesserungen einzusetzen. Bei der Rundfahrt durch den großen Block der Medizinischen Universitäts-Kliniken zeigte sich der Minister von dem modernen Zustand und den neuzeitlich baulichen Anlagen dieser Kliniken aufs angenehmste überrascht. Als Gesamtergebnis seines Besuches ließ der Reichsminister erkennen, daß er von den Einrichtungen der Universität Gießen einen sehr guten Eindruck erhalten hat. Wie wir von maßgebender Stelle der Universität hören, hat der Reichsminister u. a. erklärt, daß die Universität Gießen weiterhin bestehen bleiben werde unter Beibehaltung ihres bisherigen Charakters. * * Die Rundfahrt durch das Klinikoiertel am Schluffe des Besuches fand gegen 17 Uhr ihren Abschluß in der Nähe der Veterinärkliniken. Dort verabschiedete sich der Minister von seinen Begleitern aus der Stadt Gießen und setzte dann mit seinen Reisegefährten die Fahrt im Kraftwagen nach B a b - Nauheim fort. Die restlichen Nachmittagsstunden des Ministers waren in Bad-Nauheim der Besichtigung des dortigen Balneologischen Instituts und des Kerckhoff-Jnstituts gewidmet. Als Vertreter der Studentenschaft nahm Studentenführer Frank an dem Rundgang des Ministers durch die Gießener Institute teil. Für den dienstlich auswärts weilenden Oberbürgermeister Ritter nahm Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Vertreter der Stadt an der Besichtigung teil. Oberbürgermeister Ritter selbst begab sich nach der MW siiiü ■ D . W - Reichsminister R u st (vorne links in Uniform) auf seinem Rundgang in den Gießener Veterinärkliniken. Rechts neben dem Minister der Rektor der Universität Pros. Dr. Baader. (Aufnahme: Pfaff Nachf. Halbotl^ Gießen.) Rückkehr von seiner Dienstreise noch am gestrigen Abend sofort nach Bad-Nauheim, um dort in einer Besprechung mit Reichsminister R u st die Wünsche und Vorschläge der Universität Gießen in seiner Eigenschaft als Leiter der Gießener' Stadtverwaltung zu unterstützen. Aus der Stadl Gießen. Messe! Es schien gar kein schöner Sonnenschein mehr, sondern es war eisigkalt geworden, und Mutti sagte: „Ausgeschlossen, heute können wir nicht auf die Messe gehen!" Ich bettelte abeY so lange und versprach, lange Strümpfe anzuziehen, bis Mutti es erlaubte. So zogen wir los. Schon von weitem hörte man das Gedudel, Lachen und Schreien. Ich konnte es gar nicht mehr abwarten und ging immer schneller, so daß Mutti gar nicht nachkam. Endlich! Zuerst sahen wir uns alles an: da gab es Pferderennen, eine Russische Schaukel, ein Hippodrom, wo man reiten kann, eine Todesfahrt und viele Buden mit Eßbarem und Spielsachen. Mit Bimlimlim hielt gerade die U-Bootflottille an. Mein Geld fest in der Hand, stieg ich schnell in ein weißes Schiff. Mit rasender Schnelle gings nun los, immer rundherum, rauf und runter. Ich 4711 IS) ,23 -.45 -.90 * GEGEN. mußte lachen und schreien vor Vergnügen, und viel zu rasch wars vorbei. Dann gingen wir zu der Tierschau. Da wären kleine und große Affen, und ein großer Bernhardinerhund bewachte sie. Das Kleinste fror sehr und schmiegte sich immer an ihn. Sogar ein Häuschen hatten die Aeffchen, und es sah sehr komisch aus, wenn sich die Tür öffnete und ein Affengesicht her- ausschaute oder auch mal ein Schwanz in der Türe stecken blieb. Ein Junge hatte eine Bähe, damit neckte er die .Tiere. Ein großer Affe mochte den häßlichen Ton nicht leiden, er schrak zusammen und zog sich zurück, ein kleines aber war anscheinend musikalischer, es kam neugierig ans Gitter. In anderen Käfigen waren wundervolle Löwen. Das Elternsiaar, zwei Riesentiere, lagen immer unbeweglich da und schauten mit ihren bernsteingelben großen Augen in die Ferne. Ein einjähriges, dickköpfiges Baby saß gleichfalls teilnahmslos in einer Ecke, ein' zweijähriges Pärchen ober war sehr lebendig. Sie sprangen umher und leckten den heruntergetropften Schnee ab, sie spielten miteinander, bissen sich und hieben sich mit den großen Tatzen ins Gesicht, bis der Wärter kam, der sie streichelte und ihnen die Nase putzte. Da zeigte das eine die Zähne, ich weiß nicht, ob nur aus Spaß? Nun gingen wir ins Marionettentheater Reizend waren die kleinen Figuren, wie lebendig! Am schönsten waren eine gezierte Sängerin und ein Klavierspieler, der wie wild auf seinem Sessel herumhvvste. Was haben wir gelacht, als fein Kopf zum Schluß von dem Deckel des Flügels eingeklemmt wurde! Dann kam eine Tänzerin, aber eine lebendige, die hatte ein weißes Kleid an, aber dann wurde es herrlich bunt und immer wieder anders in den Farben. Ein kleines Kind neben mir sagte staunend zu seinem Vater: „Gell, die hat'n Z a u b e r kleid?" Der Vater sagte aber ganz trocken: „Ei, des macht doch der Mann da owwe!" Und et zeigte auf den Vorführapparat. Zum Schluß bekamen wir eine „Diamantenkomödie" im Film Lichtspielhaus: „Schüsse in Kabine 7." Erinnern Sie sich noch an den Roman „D i a - mantenfpmöbie" von Horst Biernath, den wir vor nicht langer Zeit im Gießener Anzeiger brachten? Hoffentlich; er war so spannend und so angenehm erheiternd dabei. Vielleicht sind Sie sogar beim Lesen auf die Idee gekommen: das müßte einen hübschen Film geben. Die Terra war der gleichen Ansicht, und siehe, da ist er. Das Buch schrieben Walter Wassermann und C. H. Silier, die in solchen Affären bereits Erfahrungen gesammelt haben. Warum der Film nicht genau so heißt wie der Roman, und was es überhaupt mit dem Filmtitel auf sich hat, wurde neulich in einer kleinen Betrachtung in unserer Filmbeilage auseinandergefetzt. Daß ein Roman und ein Film zwei verschiedene und verschieden zu behandelnde Dinge sind, haben wir schon des öfteren erörtert; darauf einzugehen, warum das so ist, würde hier zu weit führen. Uebrigens war unser Roman eine so brauchbare Vorlage, daß das Drehbuch sich enger an ihn anschloß, als das sonst bei Verfilmungen der Fall zu sein pflegt. Immerhin sind ein paar hübsche neue Motive aufgetaucht, und es lohnt sich durchaus, zu sehen, wie der Film die Einfälle des Autors ins Bild übersetzt; es ergeben sich dabei auch reizvolle Möglichkeiten für den Romanleser, seine eigene Phantasietätigkeit an Hand- eines solchen Objektes unter die Lupe zu nehmen. An die Fabel werden Sie sich noch erinnern: es ist die Geschichte mit dem geheimnisvollen Diamantenraub auf hoher See zwischen Kapstadt und Amsterdam, mit den echten Steinen, den Kieselsteinen und den Ziegelsteinen, die im unpassendsten Moment aus dem Koffer fallen; die Geschichte mit der abenteuerlustigen Reporterin und den beiden gutgebauten jungen Herren, die sich teils ihretwegen, teils aus andern Gründen einen sportlich bemerkenswerten Boxkampf liefern. Na, und bann find da auch noch die beiden drolligen Detektive, die leider ko. in den Betten liegen, und der dicke, gemütliche Käptn Zanten, und diese verdächtige Filmdiva Daisy Lennox, um derentwillen es an der Bar und anderswo einen gewaltigen Aufstand gibt. Wissen Sie noch den Mann, der in den Teppich eingerollt wurde? Ja, und schließlich knallt es unverkennbar, das sind die Schüsse in Kabine 7. Aber vielleicht schauen Sie sich das alles mal der Reihe nach an. Der Regisseur Carl B o e s e hat die bekömmliche Mischung non kriminalistischer Aufregung und entspannender Heiterkeit mit glücklicher Hand auf den Film übertragen, auch die Liebesgeschichte nicht vergessen, die der Diamanten- komödie noch eine leisere, aber nicht minder pikante Spannung mitteilt. Außerdem hat sich eine brillante Besetzung zusammengesunden. Harald Paulsen, dem neuernannten Berliner Intendanten, ist die Rolle des rätselhaften Herrn Martini auf den Leib geschrieben: er macht das mit einer Eleganz, einer Sicherheit und unerschütterlichen Gemütsruhe, sowohl mit Witz als auch mit Muskelkraft, daß der arme Timperley einen schwierigen Stand hat; den gibt Speelmans, und er spielt ihn wirtlich nett. Maria Andergast zwischen beiden, der prächtige Käptn Alfred Maack, Fita Benk- hoff nicht zu vergessen; das ist die angebliche Diva, das „Fleißige Lieschen" Olis' der Bar, sehr aufgekratzt und ein bißchen ordinär, gerade das Richtige für Fitas rheinisches Mundwerk. In einer fast unscheinbaren Rolle die Koppenhöfer, die Herren G ü I ft o r f f, Junkermann und Engel: ein sehr erfreulich abgestimmtes Ensemble. — Musik dazu von Michael I a r y. — * Im Beiprogramm: die neue Bavaria-Wochenschau mit Bildern aus Oesterreich und ein lehrreicher Kurztonfilm. Hans^Thyriot. Höllische Fahrt im Einbaum Sibirisches Erlebnis von Joseph M Vetter. Unsere Lodka, ein aus einem Pappelstamm aus- gehauener Einbaum, glitt in rascher Fahrt über die stürmischen Wasser eines Nebenflüßchens der Tschaja. Viele Wochen lang hatten wir in den Bergen nördlich des Baikalsees, des „Heiligen Meeres" der Sibiriaken", gejagt. Nun zog der Winter ins Land, und es war an der Zeit, die Lena und damit Obdach in besiedeltem Land zu erreichen. Noch indes reckten, zu Beginn unserer Fahrt, die Baikalberge an den Ufern rechts und links die kahlen, vom ewigen Wind abgeschliffenen Granitkuppen in den grau verhangenen Himmel. ' In den Schluchten heulte der Sturm, der furchtbare Bargusin; die kümmerlichen Fichten in den Steilhängen ächzten und wanden sich stöhnend hin und her. Ein Krähenschwarm strich, vom Wind gejagt, in pfeilschnellem Flug mit gesträubtem Gefieder über das Tal und tauchte hinter einer der zahllosen Krümmungen des Flusses unter. Die Wasser jagten zu Tag. Kleine, schaumgekrönte Wellen klatschten gegen unser Boot, das wir nur mit kurzen, steuernden Ruderschlägen in der Richtung zu halten hatten. Von Zeit zu Zeit schlug donnerndes Tosen an unser Ohr: Von den Hängen stürzten in jähem Fall schäumende Bäche nieder. Felsen und Geröll säumten die Ufer; immer wieder mußten wir schwarze Blöcke umfahren, um die sich ein Kranz weißen Gischtes zog. Jedesmal hob mein Gefährte Jmquill, der vor mir im Boot saß, schon lange vorher warnend die Hand: die Ruder klatschten ins Wasser, die Lodka flog herum, schattenhaft glitten die Felsen vorbei. Wir lachten vergnügt. Das also waren die unüberwindlichen Gefahren, von denen uns die Burjäten mit so entsetzten Mienen gewarnt hatten, als sie hörten, daß wir auf dem „Teufelswasser" zur Lena hinabwoll- ten! Nun, diese Burjaten — waren es nicht die gleichen abergläubischen Gesellen, die aufgeblasene Ziegenfelle an hohen Galgen zum Schutz gegen die bösen Geister des Dalainor hißten, nicht dieselben Angsthasen, die Pfähle in die Erde rammten, fünf an der Zahl, in primitiver Nachbildung eines Menschen, und graue Filztaschen daran mit kleinen Opfergaben füllten^ auf daß die Götter und Gespenster ihr Leben schonten? Der Bargusin heult. Die steilen Hänge fliegen an uns vorüber. Wir freuen uns der guten, spannenden Fahrt. Aber dann geschieht es,'daß unser Lachen gefriert. Hinter einer Flußbiegung rauscht und donnert es. Wieder einer dieser stürmischen Gieß- bäche, denken wir und packen die Ruder, das Boot nach der anderen Flußseite zu bringen — es gehorcht nicht. Schneller denn je jagt es vorwärts, biegt um einen Felsvorsprung herum. Eng rücken die Steilwände zusammen, krachendes Donnern füllt das Obr ... Plötzlich habe ich dqs Gefühl, das Boot gleite unter mir weg, es falle in eine jähe Tiefe. Da aber hebt es sich schon vorne wieder hoch, und nun schießt es wie ein Pfeil in eine weiße, schäumende Molke von Gischt. Nichts ist mehr zu erkennen. Wasser peitscht mir ins Gesicht. Eisig rinnt es in Aermel, Hals und Nacken. Ringsum strudelt, rauscht und gurgelt es. Aus! Vorbei! Ich empfinde es dunkel: Gegen diese donnernden Gewalten gibt es keine Rettung mehr. Wie der Sturm ein Flaumfederchen packt und es dahinwehtz so schleudert eine urweltliche Kraft uns nach vorn. Neben mir taucht von Zeit zu Zeit etwas Schwarzes auf. Inmitten des weißen Gischtes saust es vorbei. Unmöglich ist es, Näheres zu erkennen. Halt, Felsen müssen es stein, natürlich. Felsen, was denn sonst? Im nächsten Augenblick wird die Lodka mit der ungeheuerlichen Krall dieser Sturzfluten gegen einen solchen Block geschleudert werden und zersplittern. Und dann? Irrsinn wäre es, in diesem brüllenden Hexenkessel an Schwimmen zu denken! ... Die dichte weiße Wolke des sprühenden Gischtes bleibt plötzlich zurück. Ich vermag zu erkennen, daß der Fluß, der vorher wenigstens zwölf Meter breit war, hier noch höchstens eine Breite von fünf bis sechs Meter hatte. Zwischen schroffen, schwarzen Wänden rast das Boot dahin. Weiß strudelt es rechts und links, in der Mitte schießt der Strom mit unvorstellbarer Gewalt auf eine ungeheure Felswand zu, die sich vor uns erhebt. Sekundenlang sehe ich Jmquills verzerrtes Gesicht, das sich mir zugewandt hat, sein Mund ist aufgerissen. Er schreit mir etwas zu. Aber es ist immöglich, ihn zu verstehen. Das Wasser brüllt wie ein Tier. Geradewegs schießt die Lodka auf die schwarze Wand zu. Wie Maschinengewehrknattern klingt es uns entgegen ... Ein lähmendes Entsetzen packt mich Es gibt keine Rettung mehr: Die in der engen Schlucht zusammengepreßten Wasser schießen auf die schwarzes das Tal abschließende Wand zu und verschwinden in staubfeinem Gischt. Gurgelnd fahren die Fluten in die Tiefe. Hat sich der Fluß ein unterirdisches Bett gegraben? — Ein infernalisches Geheul bringt uns entgegen. Jetzt stürzt die Lodka in den tobenden Kessel. In unbewußter Abwehr schnellen unsere Ruder schräg nach vorn, den Anprall zu mildern. Ein Stoß, das Boot legt sich auf die Seite, schöpft Wasser. Ein wirbelnder Strudel packt es, dreht es, jagt es im Kreise durch die milchige Wolke von Wasserstaub, der eisig die Augen füllt. Schattenhaft sehe ich die schwarze Wand vorübergleiten. Was aber ist das? Helles schwimmt voraus! Es ist nicht wahr, daß die Wasser hier in die Tiefe stürzen. Wir werden vorwärts geschleudert. Durch eine schmale, umschäumte Pforte fliegt das Boot — und dann liegt ein breiter Talkessel oor uns. Fahl, bleifarben ziehen die Wasser dahin, Schaumblasen treiben darauf. Das Donnern der Schnellen bleibt zurück. Wir legen an. Mit leisem Knirschen läuft die Lodka auf. Aber mir sitzen noch lange da, ohne uns zu erheben. So erstarrt sind wir,' so gelähmt und erschöpft vor Entsetzen. Erst als unsere Zähne schlagen vor Frost — mir sind naß bis auf die Haut, handhoch steht das Wasser im Boot —, kommen mir zu uns. Nie wieder aber haben mir über abergläubische Burjäten gespottet. Zauberbrille. Ein Mann erschien auf der Bühne und warf uns alles Mögliche ins Gesicht, und jeder meinte, gerade ihm! Das gab nun ein Lachen, Schreien und Quieken! Zuerst flog mir ein Ball in die Augen, das ging ja noch, aber als ein zappelnder Frosch kam, wurde es mir ungemütlich. Erft recht, als eine Sense mir den Kopf abschnitt und ein Eimer Wasser über mich geschüttet wurde. Das Kleine neben mir fing bitterlich an zu weinen und bohrte die Händchen in die Augen. Wir aber lachten noch, als wir herausgingen. Ich kaufte mir noch einen Zuckerstengel, dann war leider mein Geld alle, und wir gingen heim. Hoffentlich ist bald wieder Messe! B. St. ' ornoüzen Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 „Das Land des Lächelns". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Mädchen mit dem guten Ruf". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Schüsse in Kabine 7". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Kunstausstettung im Turmhaus am Brand. — Frühjahrsmesse auf Os- waldsgarten. Stadltheater Gießen. Heute, um 20 Uhr, findet eine Wiederholung des großen Opsrettenerfolges „Das Land des Lächelns" von Franz Lehär statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Tänze: Irmgard Zenner, Bühnenbild: Karl Lösf- ler. Die Vorstellung findet als 24. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Operette „Das Land des Lächelns" nicht durch die KdF.-Miete geht. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. „Clivia" verschoben. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteill: Die für Donnerstag, den 31. März, angesetzte Aufführung von „Clivia", Operette von Nico Dostal, ist wegen des Führer^Besuches in Frankfurt auf Montag, 11. April, verlegt worden. KMWWMllWol As.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Theaterring Gießen. Die 4. Rate für die „KdF."-Mieten ist fällig. Die Karten können ab sofort in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, abgeholt werden. Prompte Abholung ist erforderlich, da die nächste Vorstellung am 2.4. staltfindet. - 2046V Samslag, 2. April, 20 Uhr: Große „KdF."-Miele Gruppe I und II: „Großer Bunter Abend" im Stadttheater für Gruppe I und II gemeinsam (kein Kartenverkauf). Die 14. Vorstellung der Gruppe I findet ausnahmsweise am IN o n l a g, 11. April, statt. Operette „Clivia". Ordnungsland — Reiseland! Gewaltige Steigerung des Fremdenverkehrs im Rhein-Main-Gebiet. Lpd. Auch der Fremdenverkehr hat unter der nationalsozialistischen Staatsführung einen gewaltigen Aufschwung genommen und stellt heute vor allem für die Fremdenverkehrsgegenden im Rhein- Main-Gebiet einen Wirtschaftsfaktor ersten Ranges dar. So betrug beispielsweise im Jahre 1932 die Zahl der in Frankfurt am Main angekommenen Fremden 308 000. Bis zum Jahre 1937 hat sich diese Zahl schon auf 557 000 gesteigert. In Wiesbaden betrug die Zahl der Gäste im Jahre 1932 - 100 000 und stieg im Jahre 1937 auf 155 000. Einen ähnlichen Aufschwung hat der Fremdenverkehr auch in den übrigen Orten des Rhein-Main-Gebietes genommen. Diese Entwicklung ist ein stolzes Zeugnis für das neue Deutschland mit seiner beispielhaften öffentlichen Ordnung, seinen stabilen Preisen, seiner lebensfrohen Bevölkerung, und seinem prachtvollen Geist des Aufstiegs und der Volksgemeinschaft. er- Lesehallenverein Gießen aufgelöst größeren bestehen. 14.07 14.17 14.23 15.24 „ Großen-Linden „ Lang-Göns „ Kirch-Göns an Frankfurt-West an 2.17 Uhr „ 2.07 „ ,, 159 „ „ 153 „ ab 055 „ gesprochen. Die um den Tierschutz verdienten Mitglieder Oberreallehrer i. R. Straub, Prof. K o o b und Kutscher Haus sauer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dem als Pferdepfleger bekannten Mitglied Haussauer, dem bereits die Goldene Medaille des Deutschen Kartells für das Hundewesen verliehen wurde, überreichte der Tierschutzverein anläßlich seines 25jährigen Arbeitsjubiläums eine weitere verdiente Ehrung. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Spitz, Heil und Koch^wurde in üblicher Weise geehrt. Der Tierschutzverein hat die Mitgliedschaft des Vogelschutz-Vereins erworben und Mitglied Geisel als Verbindungsmann bestellt. Aus den Berichten ging halle eingeräumt. Weitere Förderung erfuhr der Verein durch Prof. Dr. Sommer und in stiller und aufopfernder Arbeit durch Prof. Dr. V e l k e. Frl. D i n g e l d e i n machte sich wahrend langer Zeit um die Ausleihearbeit verdieirt. Der Bücherbestand vergrößerte sich zusehends. Während des Krieges wurden Soldaten mit guten Büchern versorgt. Im Jahre 1923 fiel die Lesehalle zwar der Geldentwertung zum Opfer, sie wurde aber 1927 im Torhaus am Seltersweg wieder eröffnet. 1933 wurde eine engere Verbindung zwischen den Einrichtungen des Vereins und der Stadt geschaffen. Auch wurde Verbindung mit der staatlichen Landesberatungsstelle für Büchereiwesen ausgenommen. Der nationalsozialistische Umbruch verursachte eine Neuordnung der Bücherei, die allerdings, dank des hohen Niveaus, das in der Bücherei gehalten wurde, nur die Ausscheidung von 75 Büchern notwendig machte. Durch Neuanschaffungen konnte die Bücherei auf einen Umfang von 9000 Bänden gebracht werden. Zum Abschluß der Versammlung wurde erneut betont, daß Bücherei und Lesehalle auch weiterhin zirm Segen der Volksgenossen in unserer Stadt zur Verfügung stehen werden. Zuhörer. In reger Aussprache kam die vielfältige Arbeit im Gießener Tierschutzverein zum Ausdruck. 11. a. wurde wiederholt auf gesetzwidrige Behandlung von Tieren in den Schrebergärten hingewiesen. Auch gegen Schäfer wurde Klage geführt, die ihren Hunden nicht die erforderliche Ruhe gönnen. Weiter wurde auf das Verbot des Kupierens ohne Betäubung aufmerksam gemacht. Lebhafte Klagen wurden über herrenlose Katzen geführt, die den Singvögeln schaden. Ausgiebig wurde die noch vielfach gesetz- widrige Behandlung und Pflege der Pferde gerügt. Ferner wurden Anregungen an die Behörden gegeben, der zunehmenden Glätte des Kleinpflasters in den Straßen durch den Autoverkehr zu steuern. Abschlußprüfung der Oeffentlichen Handelslehranffalt. In der vorigen Woche fanden an der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen die Abschlußprüfungen der Höheren Handelsschule und der Handelsschule statt. In der Höheren Handelsschule bestanden 21 Schülerinnen die Prüfung. Das Zeugnis der mittleren Reife erhielten 70 Schüler und 44 Schülerinnen. Die Entlassung fand am Samstag in der geschmückten Turnhalle der Schule statt. Nach einer Ansprache des stellvertretenden Präsidenten der Industrie- und Handelskammer und des Direktors Dr. Kruse wurden die Schüler und Schülerinnen durch ihre Klassenführer einzeln mit den besten Wünschen entlassen. Fahrzeit: 1355 Uhr ab Gießen Schützt unsere Tiere! Jahresversammlung des Tierschutzvereins Gießen. Die Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Gießen und Umgebung am gestrigen Montagabend im „Frankfurter Hof" wurde von dem Vorsitzenden, Stadtveterinärrat Schlachthofdirektor Dr. Keller mit dem Hinweis auf die Werbung zur Linderung der Not des Kettenhundes eröffnet. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden war u. a. zu entnehmen, daß der Tierschutzverein Gießen und Umgebung dem Reichstierschutzbund angehört. Im letzten Jahre konnte erhebliche Werbearbeit für den Gedanken des Tierschutzes geleistet, viele Anregungen gegeben und Mißstände beseitigt werden. Der Vorstand, der sich neben dem Vorsitzenden noch aus dem stellv. Vorsitzenden Professor Dr. Küst, Geschäftsführer Oberinspektor Müller, den Herren Haas und S ch ö m b s , die zu Tierzuchtinspektoren ernannt wurden, Pfandmeister Leitner als Rechner, Polizeiobermeister Petermann als Verbindungsmann zur Polizei und einem Beirat zusammensetzt, bleibt weiterhin Allen Mitarbeitern wurde besonderer Dank aus- Anschluhst recken : Für Anschluhsirecken hallen die Teilnehmer 75 v. h. Fahrpreisermäßigung gegen Vorzeigen der Sonderzugkarte. Gonderzüge zum Führerbesuch in Frankfurt a. M. am Donnerstag, ZI. März. Der Gießener Lesehallenverein faßte in einer am vergangenen Samstagabend abgehaltenen Sitzung den endgültigen Beschluß, den Verein aufzulösen. Das Vermögen wird der Stadt übergeben. Die Ausleihegeschafte werden in der bisherigen Weise fortgeführt. Die Lesehalle bleibt ebenfalls unver- änöert bestehen. Im Laufe der Versammlung gab der Leiter des Lesehallenoereins Prof. Dr. Eger einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Der Lesehallen- oerein wurde am 10. Januar 1898 im Cafä Ebel gegründet und bemühte sich bald und mit Erfolg um die Ueberlassung eines Torhäuschens. Bücherei und Lesehalle befanden sich damals unter einem Dach. Bald zählte die Bücherei durch Schenkungen etwa 1700 Bände und 50 ständig aufliegende Zeitungen. Prof. Dr. Haupt und Prof. Dr. Fritz - s ch e ließen dem Verein und der Bibliothek alle Förderung angedeihen. 32 Jahre lang stand Pros. Dr. Fritzsche im Dienste der guten Sache. Die Zahl der Mitglieder betrug im Jahre 1901 bereits 320. Durch private Stiftungen, Mitgliedsbeiträge und Zuwendungen der Stadt stieg der Bücherstand auf 5500 im Jahre 1904. Bücherraum und Lesehalle wurden bald zu klein. Dem Lesehallenverein wurde ein weiteres Torhäuschen für die Zwecke der Lefe- 5um Führer-Besuch in Frankfurt fährt die kreis- leilung in Verbindung mit der RSG. „kraft durch Freude" mehrere Sonderzuge. Die Teilnehmer der Sonderzüge erhalten solche platze, die es jedem ermöglichen, den Führer aus nächster Rahe zu sehen und die Rede des Führers durch Lautsprecher zu hören. Karlen für die Fesi- halle stehen bisher nicht zur Verfüguüg. Die Durchführung der Sonderzüge erfolgt durch die kreisdiensisiellen KdF. in Gießen und Friedberg. Alle Ortsgruppen des ehemaligen Kreises Gießen geben ihre Bestellungen an KdF. Gießen (Fernsprecher 2141), die des ehemaligen Kreises Friedberg an KdF. Friedberg (Fernsprecher 4593). Für die Sonderzüge ab Gießen ergehen folgende Anordnungen: Fahrpreis 1,50 Mark für hin- und Rückfahrt. Zu steige st ationen: Großen-Linden, Lang- Göns, Kirch-Göns. Zubringerzüge: Rach Rückkehr des Sonderzuges sollen Zubringerzüge nach Grünberg und Lich eingelegt werden. Verhandlungen sind im Gange, jedoch kann einstweilen noch nicht fest damit gerechnet werden. Kartenbestellung: Die Ortsgruppen und Betriebe melden sofort ihren Sartenbedarf telepho- nicht an KdF. (2141). Fest bestellte Karten müssen unbedingt abgenommen werden, Rücknahme kann nicht erfolgen. Kartenausgabe: Die Ausgabe der Karten erfolgt Dienstag und Mittwoch in der kdF.-karten- oerkaufsstelle, Seltersweg 60. Karten werden nur gegen bar verausgabt. Den auswärtigen Ortsgruppen werden die Karten durch Eilbrief zugestellt. Bereits aufgegebene Bestellungen sind nochmals zu bestätigen. Einzelpersonen: Karlen für Einzelpersonen sind am Mittwoch in der kdF.-Kartenverkaussstelle, Seltersweg 60, erhältlich. Kreisleitung Wetterau der RSDAP. töciter hervor, daß die Tierhaltung in den Schrebergärten wiederholt Anlaß zum Einschreiten gab. Der Verein beschaffte Nistgelegenheiten Der neue Leiter des Relchsüerschutzbundes, Staatsrat Oberbürgermeister Dr. Krebs (Frankfurt a. M.), wandte sich in einem Rundschreiben an die Gemeinden mit dem Ersuchen, die örtlichen Tier- schutzvereine zu unterstützen. Aus dem von Pfandmeister Leitner erstatteten Kassenbericht waren geordnete Finanzverhältnisse zu entnehmen, die eine sorgsame Geschäftsführung bekunden. Der Mitgliederbestand betrug 144 Männer und Frauen. Der Geschäftsführer, Oberinspektor Muller, berichtete über die großzügige Werbung '.Helft dem Kettenhund, er verdient es!", um den Gedanken des Tierschutzes in das Volk zu tragen. Der Direktor der Veterinärklinik Prof. Dr. Ku st gab zu dieser Werbeaktion wertvolle und lehrreiche - haben den Erdalpreis gesenkt. Dadurch ist jetzt noch bessere Erdal-Schuhpflege möglich. - Bessere Schuhpflege bedeutet Schuhe sparen, denn die Schuhe halten länger und bleiben länger schön. 09 Erdal Anregungen für die Haltung des Kettenhundes. In seinem Vortrag kennzeichnete er den Hund nicht nur als Tier, sondern auch als den treuesten Kameraden feines Herren, dem er Hausgenosse ist, und als Begleiter, Beschützer und Wächter dienen kann. Er erinnerte an die Hunderassen, die eine Lebensaufgabe haben, wie Polizei-, Blinden-, Sanitäts-, Melde- und Jagdhund, die unentbehrlich für den Menschen geworden sind. In eingehenden Darlegungen zeigte der Vortragende, daß je nach dieser besonderen Lebensweise die Haltung des Hundes beschaffen sein muß, der nur dann leistungsfähig bleiben wird, wenn er seiner Eigenart entsprechend viel Bewegung, gesunde und trockene Wohnstätten, ausreichende und gesunde Nahrung, nicht etwa verfaultes Fleisch und reichlich und frisches Wasser be»' kommt. Vor allem kommt es auf die Sauberkeit an, die der Hund genau so liebt wie der Mensch, und auf die liebevolle Behandlung, die er sich merkt und für die er sich dankbar erweist. Die zahlreichen praktischen Hinweise fanden aufmerksame und dankbare Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Und dann stand er in einem winzig kleinen Stübchen, das mit den bescheidensten Mitteln eingerichtet und von einer Petroleumlampe mäßig erhellt war. Die eine Längswand war abgeschrägt und von der Ausbuchtung eines Fensters unterbrochen. In dieser Art Alkoven sand er Pawla Werzewna, sitzend in einem mächtigen alten Großvaters!uhl, hinter dessen Armlehnen ihre schmale Gestalt beinahe verschwand. Sie hatte die Beine hochgezogen, die Arme um ihre Knie gespannt und starrte den ungewöhnlichen Besucher überrascht an. Heinz war bis zur Mitte des Zimmers vorgedrungen und schwenkte seinen Hut gleich einer Friedensfahne. „Es ist nicht schön von Ihnen, daß Sie uns verlassen haben. Vor allem konnten Sie sich denken, daß ich mich nicht so ohne weiteres mit Ihrem plötzlichen Verschwinden abfinben würde. Warum sind Sie uns so heimtückisch durchgebrannt?" Albernes Geschwätz, dachte er, als er sich so sprechen hörte. Ich wollte, ihr ja etwas ganz anderes jagen... „Sie erwarteten doch Besuch! In solchen Fällen pflegt mich Armand wie die Schaunummer eines Panoptikums vorzuführen. Er fühlt nicht, wie — demütigend das für mich ist." „2lch so, deswegen!" In gewissem Sinne erschien ihm ihre Empfindlichkeit übertrieben, gleichwohl war etwas in ihm angerührt, das ihn für ihre Not hellhörig machte. Er sah sie, ein kleines deutsches Mädchen, behaftet mit der Melancholie und Verwundbarkeit der russischen Seele, ausgeliefert diesem fremden Lande. Heinz Stadler trat näher auf sie zu und sah über die Lehne des Sessels zu ihr nieder. Sie trüg noch die Kostümierung, in brr er sie zum erstenmal gesehen hatte. „Ich war sehr enttäuscht, daß Sie weggegangen, waren. So sagte ich denn -.u Armand, daß ich 'für ein Unternehmen in dieser Nacht Ihre Michilfe brauche, und daß ich Sie deswegen unbedingt noch sprechen müsse. Auf diese Weise gelang es mir schließlich, ihm Ihre Adresse zu entlocken." „Sie brauchen mich? Wie soll ich das verstehen?" Sie blickte ihn nicht an, während sie sprach, sondern verharrte unbewegt in ihrer kauernden Stellung. „Es war nur so ein plötzlicher Einfall, um einen Vorwanh zu haben, der mir erlaubte, Sie zu besuchen — Pawla Werzewna!" Für eine Weile herrschte ein tiefes Schweigen in dem kleinen Raum: doch keineswegs lastend, son- bem es war vielmehr, als lauschten sie beide auf eine leise, klingende Stimme, die ihnen etwas Schönes verkündete. Plötzlich wandte sich das Mädchen um, so daß sie, auf dem Sitz des Sessels kniend, eine hockende Stellung einnahm, während sie sich mit den Händen an der oberen Kante der Lehne feschielt. Und ihre großen, schönen Augen waren nun ganz nahe vor ihm und blickten ihn an, unbefangen und ohne Absicht auf Wirkung, so etwa, wie ein Kind ein sonderbares Ding anschaut, das seine Verwunderung in einem hohen Grade wachgerufen hat. Heinz Stadler lächelte, ein gutes, kameradschaftliches Lächeln. „Was meinten Sie damit: daß Sie meine Mithilfe brauchen?" „Es war nur ein Vorwand, Pawla Werzewna!" „Aber ich möchte es tun. Ich möchte gern etwas für Sie tun!" Nun erst formte sich in seinem Innern ernsthaft der Plan, an den er vorhin halb unbewußt und in der Ueberzeugung feiner Undurchführbarkeit gedacht hatte. Und er erzählte ihr, warum er nach Paris gekommen war, was er vor hatte und welche Rolle sie bei der geplanten Unternehmung spielen sollte. _ „($s wird für Sie nicht leicht sein; aber wenn oie es tun wollen, bann sollen Sie es nicht tun in Erlebigung eines geschäftlichen Auftrages, sondern .. als Kamerad, teilnehmend an meiner Arbeit. Verstehen Sie, was ich sagen will, Pawla Werzewna?" Sie nickte abwesend, indessen ihre Augen immer noch auf ihn gerichtet waren. Dann ballte sie ihre Hände zu Fäusten und preßte sie an den Mund. Und senkte sie langsam wieder auf die Lehne: „Werde ich mich sehr ungeschickt anstellen, furchtbares Herzklopfen haben?" „Ich weiß es nicht!" scherzte Heinz, und es war ihm doch gar nicht nach Scherzen zumute. Pawla stand auf und schritt auf den Kleider- schrank zu. „Sie müssen mir sagen, was ich für meine Ausgabe anziehen soll!" Er kam hinter ihr drein und ließ sich ihre bescheidenen Kleiderschätze zeigen. „Es muß etwas Freches sein, wissen Sie, ein leichter ftaudj von Lasterhaftigkeit muß von Ihnen ausgehen. — Hier, wie wäre es mit dieser Orgie in Rot? Wenn Sie den Halseinsatz und die Aermel abtrennen, könnte das Richtige herauskommen." Er nahm das Kleid vom Bügel und hielt es ihr prüfend an den Körper. „Sehr gut! Nehmen Sie gleich mal die Veränderung vor!" Sie zögerte. „Soll ich das wirklich anziehen? Ich habe das Kleid von einer früheren Wohnungsnachbarin bekommen, aber ich habe es noch nie getragen, es wirkt so ... unanständig." „Das soll es ja gerade! Wenn Sie mir wirklich helfen wollen, müssen Sie für ein paar Stunden ein ganz leichtfertiges Mädchen sein." Mit einem tiefen Seufzer nahm sie das Stleib, holte das Nähzeug aus der Tischlade und begann die Arbeit. Unterdessen lehnte Heinz Stadler am Fenster, rauchte eine Zigarette und wellte mit seinen Gedanken wer weiß wo — jedenfalls nicht bei der Aufgabe, die ihn erwartete. Als Pawla Werzewna mit der Arbeit fertig war, hielt sie das Kleid vor sich hin. In ihren Augen stand helle Verlegenheit. „Sie müssen es schon anziehen, es hilft alles nichts!" sagte Heinz und drückte am Fensterbrett seine Zigarette aus. „Wenn Sie es wünschen, schlüpfe ich inzwischen in den Kleiderschrank." „Es dürste einfacher und für Sie bequemer sein, wenn Sie solange hinausgehen!" sagte sie ruhig. Er folgte ihrer Aufforderung ohne Zögern. Als er aber auf dem stockdunklen Treppenflur stand, kam er sich mit einem Male höchst albern vor. „Was soll das alles? Das ist das Allerneueste, daß du dich von einem kleinen Mädchen aus dem Zimmer schicken läßt! Seit wann bist du unter die Schwerenöter gegangen? Perdammt, mein Junge, mir scheint, da stimmt etwas nicht!" „Was soll da nicht stimmen?" erwiderte Heinz" der spöttischen Stimme in seinem Innern. „Das ist ein anständiges Mädel, die nimmt man nicht einfach in den Arm, verstanden!" „Ach, sieh mal an! Was denn? Heiratet man sie vielleicht?" „Heiraten? Wer spricht von heiraten? Und überhaupt--!" Heinz brach sein stummes Zwiegespräch ab und begann leise einen Gassenhauer vor sich hinzu- pferfen. -Es dauerte ungewöhnlich lange, bis Pawla endlich die /Tür öffnete. „Kommen Sie, Herr Stadler, und sehen Sie sich diese Unmöglichkeit an!" Heinz trat ein, schloß hinter sich die Tür — und war zunächst nicht imstande, ein Wort zu sagen. Pawla Werzewna war aufregend schön. Das Kleid, das sich ganz eng um ihren Körper spannte, rief zu seiner großen Ueberrafchung keineswegs die Wirkung hervor, die er erwartet hatte. Sie hätte in diesem Kleide die beste Gesellschaft besuchen können, ohne daß jemand auf den Gedanken gekommen wäre, sie nicht als Dame anzuerkennen. Wohl war der Ausschnitt gewagt, wohl hielt nur ein schmaler Stoffstreifen das Kleid an den Schultern fest — aber die edlen und vollendeten Linien dieses Körpers, die bezaubernde Schönheit dieses Gesichtes erstickten jeden zweideutigen Gedanken. „Unmöglichkeit? — Keine Idee von Unmöglich- feit! Sie sind schön, s^hr schön, Pawla Werzewna!" Er blickte sich suchend im Zimmer um. „Mein ©ott, nicht einmal einen Spiegel haben Sie. Es ist ein Verbrechen für eine schöne Frau." Auf ihren Lippen formte sich ein dankbares Lächeln. „Ich brauche keinen Spiegel. Sie sagen mir ja, wie ich aussehe." „Ich will es Ihnen ganz genau sagen: Pawla Werzewna ist die schönste Frau von Paris. Ihre Haare sind wie eine dunkle Krone, ihre Augen gleichen zwei leuchtenden Sternen, ihr Mund ist wie ein holder Brunnen, ihre Schultern sind bezaubernd in der Form ihrer Linien, ein Meisterwerk aus kostbarem Elfenbein ..." „Wie Sie das... so sagen können! Wie ein schönes Gedicht!" Sie sprach es ganz leise, während ihr Gesicht bis zu den kleinen Ohren mit einer jähen Röte übergossen ward. „Ich sollte es gar nicht geduldet haben, daß Sie solche Worte äußern, aber... es ist so hübsch gewesen!" „Ich glaube, Pawla Werzewna, Sie wissen gar nicht, wie gefährlich Sie sind!" Er machte eine halbe Bewegung mit den Armen, als wollte er sie an sich reißen, aber er ließ die Hände wieder sinken. „Wir wollen uns jetzt auf den Weg machen. Unten wartet ein Auto. Kommen Sie!" Sie warf den Mantel über. „Ich habe schreckliche Angst!" flüsterte sie. „Sie werden Ihre Rolle fabelhaft spielen. Trotzdem: Hals- und Beinbruch, Kamerad! Und wenn alles klappt, bann--" Er sprach nicht aus, was bann f»in würde. 22. In dieser Nacht, zehn Minuten vor elf, erhielt der leitende Beamte des Raubdezernates im Pariser Polizeipräsidium einen telephonischen Anruf, der ihn veranlaßte, sofort seinen Assistenten zu sich zu bitten. Er forderte den Eintretenden mit einer knappen Bewegung zum Platznehmen auf. „Stadler hat eben angerufen. Es scheint, es gibt noch allerhand zu tun in dieser Nacht. Sie kennen den ,Chat bleu6, den ,Blauen Kater6? — Ein übles Lokal am Boule* oarb Madeleine!" (Fortsetzung folgt.) Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche. Die musikalische Abendseier am Sonntag in der Johanneskirche stand im Zeichen des Sterbens und der Auferstehung des Herrn. Sowohl die Schrist- tehingen, als auch die Musikstücke waxen sorgsam darauf abgestimmt. Der erste Teil: „Das Sterben des Herrn" wurde eröffnet mit der herben und gewaltigen c-moll-Fan- taste für Orgel von I. S. Bach. Die Aehnlichkeit der Motive mit dem Eingangschor der Matthäus- passion: „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen", ist unverkennbar. Der Geistliche los aus der Schrift von dem Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Die anschließende Tenorarie aus der Kantate „Ich bin ein guter Hirt" von Bach gehört zu den lieblichsten Werken des Meisters. Die dunklen Töne der begleitenden Viola geben der Stimmung in treffendster Weise Ausdruck. Der Orgelchoral „O Mensch, bewein dein Sünden groß" ist aus dem Orgelbüchlein des großen Tho- maskantors. Bach hatte ursprünglich vorgesehen, zu 160 der damals gebräuchlichen Choräle Vorspiele zu schreiben. 46 davon wurden vollendet. Sie sind von ganz besonderer Art. In ihnen wollte Bach die Cho- Spenden für Oesterreich. Alle deutschen Volksgenossen, die an der Linderung der Rot im Lande Oesterreich mil- Helsen wollen, können Geldspenden einzahlen auf das Konto „Oesterreich" bei allen Dienststellen des DHD. oder bei allen in der Reichsgruppe „Banken" zusammengeschlossenen Kreditinstituten (Danken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern. räle so ausdeuten, wie er sie empfand. Die Form hat er von Dietrich Buxtehude übernommen, aber inhaltlich geht er weit über sein Vorbill) hinaus. Die Choralmelodie, die gewöhnlich in der Oberstimme erscheint, wird von den drei Unterstimmen gewissermaßen in kunstvollster Form erläutert und ausgedeutet. So hören wir bei „O Mensch, bewein dein Sünden groß" das Klagen zu der zartbewegten Choralmelodie. Das folgende Duett für Tenor und Sopran von Heinrich Schüü ist ein Stück voll tiefster Innigkeit und Ausdruckskraft in meisterlichem Satz' Der zweite Teil: „Die Auferstehung" wurde eröffnet durch Lesung aus der Schrift: die Jünger von Emaus, denen sich der Auferstandene zeigt. Es schloß sich an der Orgelchoral von Samuel Scheidt: „Christ lag in Todesbanden". Scheidt, Organist in Hälle, war der eigentliche Begründer des deutschen Orgelspiels. Er war der erste, der 1650 eine Tabulatur erscheinen ließ, mit 100 zur Begleitung des Gemeindegesangs bestimmten Choralharmonisierungen. Wenn auch seine Orgelchoräle mit denen von Bach nicht auf gleicher Stüfe stehen, so enthalten sie doch beste Musik. Die Kantate: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt", schrieb Bach für Tenor allein. Die Begleitung besteht nur aus Violine, Fagott und Continuo. Vielleicht sind es äußere Gründe gewesen, die zur Beschränkung der Instrumente führten, denn alle anderen Auferstehungskantaten hat Bach gerade in dieser Hinsicht sehr reich, ja fast prunkvoll bedacht. Doch wird gerade in diesem Stück klar, was ein Berufener mit geringen Mitteln erreichen kann. Den Beschluß machte die dorische Tokkata und Fuge mit der mächtigen und sieghaften Steigerung. In. den Orgelstücken zeigte der Organist Johannes N e b e l i n g seine gewohnte Meisterschaft. Die gewählte Registrierung, die dem Stimmungsgehalt der einzelnen Stücke stilsicher angepaßt war, zeigte die Vorzüge der neu hergestellten Orgel in hellem Licht. Herr Walter Sturm aus Berlin besitzt eine biegsame, leicht ansprechende Tenorstimme, die in der mittleren und oberen Lage besonders ergiebig ist. Dazu kommt eine sehr gepflegte deutliche Sprache, die, oerbunben mit hoher musikalischer Intelligenz, die jeweiligen Höhepunkte klar und sicher erstehen läßt. In dem fein abgestimmten Duett von Heinrich Schütz verband er sich mit Maria N e b e l i n g zu schönem Musizieren, wobei das gegenseitige Anpassen der beiden Stimmen besonders angenehm empfunden wurde. Herr Reinhold M ü pr l e spielte den Viola- und Diolinteil stilvoll und mit großem Ton. Herr Appenheimer (Cello) und der ungenannte Fagottspieler ergänzten vorteilhaft die Begleitung. H. Blaß. Jahreshauptversammlung des Sparerbundes. Die Jahreshauptversammlung des Sparerbundes, Ortsverband Gießen, fand am Sonntag im „Burghof" statt. Der Versammlungsleiter H. Lorenz brachte zunächst die Glückwunschschreiben des Eyrenvorsitzen- Üen Christian Reiber (Bad Homburg v. d. H.), der in Gießen schon feit zehn Jahren bekannten Redner Iustizrat Brink und Prokurist K ö ni g aus Berlin und des Oortsverbandsvorsitzenden M. Witt aus Wetzlar zur Verlesung. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß durch die reoe Versammlungstätigkeit 17 Neueintritte in den Hiesigen Ortsverband zu verzeichnen sind, denen 7 Austritte durch Todesfall und Wegzug gegenüberstehen, jo daß ein Plus von 10 Mitgliedern zu verzeichnen ist. Die Mitgliederzahl erhöhte sich im Laufe des vergangenen Jahres von 140 auf 150. Der im vergangenen Jahre verstorbenen 6 Mitglieder, Rentner Otto Schaaf, Oberlehrer Prof. Hch. Müllor, Frl. Minna Kruse, Rentner Daniel Heil, Lehrer W. Rupp und Frl. Luise v. Grolman, wurde sodann in ehrender Weise gedacht. Darauf erstattete der Rechner den Kassenbericht, der geordnete Verhältnisse aufweist. Dem Kassenwart Fr. N o r t h wurde Entlastung erteilt. Ortsverbandslssiter H. Lorenz behandelte sodann das Thema „Organisationsneuaufbau". Er gab u. a. bekannt, daß am 15. August v. I. Bürgermeister a. D. Oberingenieur Karl Schneider (Frankfurt a. M.) zum Reichsoerbandsführer ernannt worden ist und auch m den Landesverbandsleitungen Aenderungen vorgenommen sind. Für den hiesigen Ortsvetband bestätigte der Ortsverbands- leiter sämtliche seitherigen Vorstandsmitglieder auch für das neue Jahr in ihren Aemtern und ernannte in Anbetracht der ständig steigenden Mitgliederzahl die Mitglieder Baumeister Schneider und Rechtsanwalt Zimmer neu in den Vorstand. Hinsichtlich der Anleiheneubesitzregelung gab der Redner bekannt, daß die Neubesitzanleihen der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände zum Kurs von 28,25 v. H. nur noch bis zum 30. Juni 1938 eingelöst werden, während bei den entsprechenden unverzinslichen Reichsanleihen eine Regelung dahin getroffen sei, daß irgendwelche Rückzahlüngsver- pflichtungen erst dann in Frage kommen, wenn der Gesetzgeber formell das Erlöschen der Reparationsverpflichtungen bekanntgegeben hat. Zum Schluß wurde noch eine Anzahl schöner Lichtbilder über die Bedeutung unserer Kolonien gezeigt, die mit den erklärenden Sätzen des Vortragenden den lebhaften Beifall der Verfammlung fanden. Oer erste Dienst des neuen Jahrgangs. Die Pimpfe des neuen Jahrgangs haben in Gießen ihren ersten Dienst am Samstag, 2. April, um 15 Uhr, am Brandplatz. Er findet also nicht am Mittwoch, 30. März, statt. ' Führertagung der SA. Gruppe Hessen in Marburg. NSG. Am Freitag berief der Führer der SA.- Gruppe Hessen, Obergruppenführer B e ck e r I e , die Führer der Brigaden und Standarten, sowie die Referenten des Gruppenstabes nach Marburg zu einer Tagung, auf der er die Aufgaben der SA. für die nächsten Monate behandelte und erneut den Totalitätsanspruch der SA. aus dem Gebiete der wehrgeistigen Erziehung herausstellte. Im Anschluß an seine Rede sprachen die einzelnen Gruppenreferenten über ihre Arbeitsgebiete. Zu Mittag waren die SA.-Führer Gäste von Marburg. Während eines Rundganges durch die Stadt besichttgten sie die historischen Sehenswürdigkeiten. Sie SA.-Führer erhielten dabei einen lebendigen Geschichtsunterricht über die hessische Heimat, dessen Erlebnis sie in ihre Formationen weitertragen werden. x Am Nachmittag wurde die Tagung fortgesetzt. Sie fand ihren Abschluß in dem Appell des Obergruppenführers, auch in dem vor uns liegenden Wahlkampf einen Einsatz zu leisten, der sich würdig anschließt an die bisherigen Wahlkämpfe, bei denen die SA. getreu ihrer Aufgabe immer in vorderster Front gestanden hat. Gießener Wochen Marktpreise. * Gießen, 29. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, 14 kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12/'s, Klasse B 12, Klasse C 11)4, Klasse D 1014, Wirsing, V-2 kg 14 bis 16, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Dein Dank: Dein Ja! Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, 1/io 8 bis 10, Tomaten, 14 kg 45, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, 14 kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, 14 kg 12 bis 30 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 35, Salat 10 bis 25, Endivien 8 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. ** Heute nochmals Sirenenprobe! Wie uns mitgeteilt wird, muß heute, Dienstag, ab 15 Uhr, noch einmal eine Probe der Luftschutz- und Feuersirenen unserer Stadt abgehalten werden. Zur Beunruhigung besteht also auch diesmal kein Grund! < ** D i e Ausgabe der Fettoer billi- gungsscheine und der Bezugsscheine für Konsum-Margarine betrifft eine Bekanntmachung des Wohlfahrtsamts, auf die besonders hingewiesen fei. ** Mietgutscheine einlöfen! Von zuständiger Seite wird darauf aufmerksam gemacht, daß am 10. April die noch im Besitz der Antrag- steller oder Vermieter befindlichen Mietgutscheine ihre Gülttgkeit verlieren. Sie müssen bis zu diesem Zeitpunkt bei den öffenllichen Kassen eingelöst werden, da sie sonst verfallen. ** E i n weiterer Brennholzverkauf der Stal t Gießen findet am kommenden Freitag, 1. April, statt. Es handelt sich um Holz aus den Bezirken der Förstereien Hochwart und Rödgen. ** Seinen Verletzungen erlegfn. Der vor einigen Tagen durch einen Verkehrsunfall verletzte 82 Jahre alle Rentner Ernst Franke, Walltorstraße 4, ist an den Folgen des Unfalles in der Chirurgischen Klinik in der Nacht zum Sonntag leider verstorben. Rundfunkprogramm Mittwoch, 30. Marz. 6: Gymnastik. 6.30: Von Köln: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kindergärtnerin ober Kinberpflegerin? 9.50: In der Sprechstunde des Rechtsanwalts. 10: Von Berlin: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft: Mehr Fisch auf den Tisch. 12: Von Darmstadt: Aus dem Reichsbahnausbesserungswerk Darmstadt, Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Von Stuttgart: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Von Freiburg: Die Kapelle Laszlo Nijari spielt. 15: Kleines Konzert. 15.30: Die Konferenz beschließt ... 16: Von Kassel: Nachmittagskonzert. — Das Mikrophon unterwegs — 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten, 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: Von Koblenz: Frohe Fahrt in den Hochwald. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Don Stuttgart: Nachtmusik. Arbeitsdienst-Jahrgang 1937/38 feiert Abschied Der Sonntagnachmittag brachte im Gießener Ar- beitsbienfüager „Justus von Liebig" eine würdige Feierstunde. Der Jahrgang 1937/38 der Arbeits- dienstkameraben feierte Abschied. Ihr halbes Jahr des Dienstes an deutscher Erde ist um. Am gestrigen Montag kehrten sie alle — die von Aschaffenburg und aus der Trierer Gegend — wieder in ihre Heimat zurück. Aber der Sonntagnachmittag und -abend war noch einmal bestimmt vom Geiste wahrhafter Lagergemeinschaft. Die Mannschaften traten zur Abschiedsfeier an den Fahnenmasten an und zeigten sich in straffer Disziplin, als äußerer Ausdruck dessen, daß das haloe Jahr Arbeitsdienst nicht vergeblich war. Junge Kameraden traten aus dem Glied und sprachen in beschwingten Worten vom tiefsten Sinn ihrer Arbeit, vom Geiste der Kameradschaft, vom Erlebnis im Lager und auf der Arbeitsstelle. Der Abteilungsführer, Oberftfeldmeister Müller, hielt sodann eine herzliche Ansprache, in der er zunächst die Bedeutung dieser Stunde würdigte und von der Fahne sprach, die jeden Morgen aufgezogen wurde und nun für die jungen Kameraden an dieser Stelle zum letzten Male eingeholt werde. Er schilderte bann in kurzen Zügen bie Art ber geleisteten Arbeit, kennzeichnete bie Arbeit bes Bauzuges, ber bei Marburg für bie Schaffung eines Lagers eingesetzt war und schweren Dienst tat, kennzeichnete die Arbeit am Flutgraben bei Hattenrod, jenem Arbeitsvorhaben, das schon mynchen Kameraden vorher beschäftigte und noch manchen beschäftigen werde. Oberstfeldmeister Müller zeigte ferner auf, wie gerade in der Gemeinschaft des Arbeitsdienstes über Jahre und Jahrgänge hinweg großer Dienst geleistet werden könne, wie jedem einzelnen aber auch bewußt sein möge, daß ber einzelne nichts bedeute, die Gemeinschaft aber alles, wie manches große Werk nur durch die Gemeinschaft vollendet werden könne. Schließlich erinnerte der Lagerführer noch an bie jüngsten Ereignisse, die zur Schaffung des großen Deutschen Reiches führten, die gerade die jetzt verabschiedeten Kameraden in der Zeit ihres Arbeitsdienstes mit- erleben durften. Mit der Aufforderung, das Erlebnis ber Kameradschaft im Lager, die Zeit in Gießen und bas Erlebnis ber gemeinsamen Arbeit nie zu vergessen, jeberzeit bemüht zu sein, seinen Manu zu stehen und bem Führer unverbrüchlich bie Treue zu halten, schloß ber Abteilungsführer. Anschließend verlas Oberstfeldmeister Müller noch Sonderbefehle des Arbeitsgauführers und des Gruppenführers, in denen ben Arbeitsmännern für ihren Dienst an beutscher Erbe Dank und Anerkennung ausgesprochen würbe. Worte tiefen Gehalts, von Kameraben einzeln unb im Chor gesprochen, unb bas Lied bes Ardeits- bienftes klangen der Ansprache nach. Schließlich wurden in feierlicher Minute bie Fahnen eingeholt. Stunden bes frohen kameradschaftlichen Beisammenseins beschlossen die Feier. Auflockerung der Kündigungstermine. Wohnungswechsel künftig zu jedem Monatsersten möglich. Berlin, 26. März. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Auflockerung der Kündigungstermine bei Mietverhältnisfen über Wohnräume erlassen, das den Mißständen entgegenwirken will, bie sich aus der für ben Woh- nungs- unb Arbeitsmarkt immer ftörenber emp- funbenen Hebung ergeben haben, beim Abschluß von Mietverträgen eine Kündigungsmöglichkett meist nur für zwei bestimmte Termine (1. April unb 1. Oktober) vorzusehen. Die Nachteile dieser Hebung treten für ben Vermieter dort in Erscheinung, wo Wohnungen noch im Ueberfluß vorhanden finb unb aus Mangel an Nachfrage längere Zeit leerstehen. Ist ber Wohnraum aber knapp, so treffen sie ben Mieter, ber Gefahr läuft, bis zum Umzugstermin keine Wohnuna zu finden unb bann bis zum nächsten Hauptkünbigungstermin ober darüber hinaus ohne Unterkunft zu fein. Dor allem aber verhindert bie Zusammenballung der Kündigung und Umzüge auf wenige Termine einen geregelten Arbeitseinsatz im Möbeltransportgewerbe und in ben Zweigen des Handwerks, die mit der Einrichtung unb Instandsetzung von Wohnungen zu tun haben. Um hier Abhilfe zu ermöglichen, bestimmt bas Gesetz, baß Mietverhältnisse über Wohnräume, bei denen bie Mietzeit nicht bestimmt ist oder bie sonst auf unbestimmte Zeit laufen, für den Schluß jedes Kalendermonats auch bann gefün= bigt werben können, wenn nach ben vertraglichen oder ben bisher maßgebenden gesetzlichen Bestimmungen die Kündigung nur für ben Schluß eines längeren kalenbermäßigen Zeitabschnitts, z. B. eines Kalenber-Viert'el- ober -Halbjcchres zulässig sein würde. Vermieter unb Mieter können also künftig zu jedem Monatsersten kündigen, auch wenn nach dem Mietverträge z. B. nur zum 1. April ober 1. Oktober gekünbigt werben konnte. Namentlich ber Mieter ist nicht mehr behindert, den ihn zu einem Wohnungswechsel geeigneten Zeitpunkt frei zu wählen. _ An ber Dauer der Kündigungsfristen ändert das Gesetz nichts. Zwischen dem Zeitpunkt, in bem die Kündigung spätestens aus- zufprechen ist, und bem Enbe des Monats, für das sie ausgesprochen werben soll, muß immer eine Zeitspanne liegen, die der gesetzlichen ober ber von chr abweichenden vertraglichen Kündigungsfrist entspricht. Wenn also beispielsweise nach dem Vertrage zum 1. April oder 1. Oktober spätestens am 3. Jan. ober 3. Juli zu künbigen ist, so kann künftig z. B. zum l.Mai spätestens am 3. Februar, zum l.Juli spätestens am 3. März, zum 1. Juli spätestens am 3. April, zum 1. August spätestens am 3. Mai ufw. gekünbigt werden. Für Mietverhältnisse, die auf bestimmte Zeit abgeschlossen finb, gilt bas Gesetz grundsätzlich nicht. Kann ein solches Mietverhältnis aber aus bestimmten Gründen vor Ablauf der vereinbarten Mietzeit gekündigt werden, z. B. vom Mieter, weil der Vermieter ihm grundlos die Erlaubnis zur Untervermietung verweigert (§ 549 BGB.), oder vom Vermieter und vom Erben bes Mieters, wenn der Mieter gestorben ist (§ 569 BGB.), unb ist babei eine Frist einzuhalten, so darf künftig auch in diesen Fällen die Beendigung des Mietverhältnisses zum Schluß jedes Kalendermonats, und nicht mehr, wie bisher, nur zum Schluß eines Kalendervierteljahres, herbeigefuhrt werden. Wichtig ist dabei, daß Mietverträge m i t kurzfristig en Derlängerungsklaufeln — z. B. wenn vereinbart ist, daß das Mietverhältnis nach Ablauf der Mietzeit sich mangels Kündigung fortlaufend jeweils um ein halbes Jahr verlängern soll — nach Ablauf der vereinbarten ursprünglichen Mietzeit als auf unbeftimmte Zeit geschlossen gelten. Mietverhältnisse, bie auf Verträgen biefer Art beruhen unb nach Ablauf ber ursprünglichen Mietzeit fortgesetzt worden sind, können also trotz des Wortlautes der Vereinbarung künftig zu jedem Monatsersten gekündigt werden. Dagegen bleiben Verträge, bie sich jedesmal um minbeftens ein Jahr verlängern, auch für die Zeit der Verlängerung auf unbestimmte Zett abgeschlossen; sie werben von'ber Gesetzesänbe- rung nur für die Fälle berührt, in denen eine vorzeitige Kündigung in Frage kommt. Das Gesetz gilt für Mietverhältnisse über G e - schäftsräume nur, wenn diese Bestand- teile einer Wohnung bilden. Es gilt nicht für reine Geschäftsräume unb auch nicht für solche Wohnungen, die sich an Geschäftsräume anschließen oder wegen ihres wirtschaftlichen Zusammenhanges mit Geschäftsräumen zugleich mit solchen vermietet sind. Die Neuregelung^ die auch für einzelne Vorschriften des Reichsmietergesetzes und des Mieterschutzgesetzes von Bedeutung ist, tritt am 1. April in Kraft. Ihre ersten Auswirkungen werden sich frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres zeigen können, da die Bestimmungen über die Kündigungsfristen nicht geändert sind. Auf Kündigungen, die vor dem 1. April bereits ausgesprochen finb, ist bie Gesetzesänberung ahne Einfluß. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 28. Marz. Nach ruhigem Beginn war bie Börse am Aktienmarkt im Verlaufe etwas lebhafter. Die Kursentwicklung war zunächst nicht ganz einheitlich, da offenbar im Zusammenhang mit dem Quartals-Ultimo noch einige Abgaben vorgenommen würben. Anderseits war der Auftragseingang aus bem Publikum nicht sehr groß. Indessen war die Haltung weiter fest, wobei das von Generalfeldmarschall Göring verkündete Wirtschaftsprogramm für Oesterreich anregte, ebenso gaben wieder verschiedene Dioidcndenerklärun- gen einen Rückhalt. In ben Vordergrund des Interesses rückten heute Montanwerte unter Führung von Verein. Stahl mit 116,13, 116 bis 116,25 (115,75). Rheinstahl gewannen 1 v. H. auf 148,25, Buderus 0,50 v. H. auf 121,75, Hoefch unb Mannesmann, bie mit 114,75 je 0,13 v. H. niedriger einsetzten. waren später 0,25 bis 0,50 o. H. hoher gesucht. Weiter fest lagen auch Kaliwerte bei leichten Erhöhungen. Ferner fanden verschiedene Elektro- aftien lebhaftere Nachfrage, insbesondere AEG. mit 116 bis 116,75 (114,75), Lahmeyer gewannen 1 v. H. auf 124, dagegen schwächten sich Betula auf 160,50 (161,25) ab. Auto- und Maschinenwerte lagen sehr ruhig unb nur um Prozentbruchteile verändert. Auch chemische Papiere blieben überaus still, weiter erhöht Metallgesellschaft mit 143,25 (142,65). Zellstoffaktien gaben etwas nach. Am Rentenmarkt lagen Kommunal-Umschul- bung fest mit 96,40 bis 96,50 (96,30), Reichsattbesitz nicht ganz gehalten mit 132,65 (132,70). Goldpsand- briefe wurden wieder meist repartiert, von Liquidationswerten Rheinische fest mit 101,75 (101,40). Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen lagen fast unverändert. Industrie-Anleihen bröckelten teilweise leicht ab. Don Staatspapieren 1927er Reichsanleihe 102 (102,25). Im Freiverkehr nannte man Dingler mit 92,50 bis 93, Elsass. Badische Wolle mit 91 bis 93, Pokorny mtt 158 bis 160 nach zuletzt 156 und Großalmerode Ton mtt 108 nach zuletzt 110. — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. März. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm), in Mark: Weizen W 13 211', W16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R15 196, R 18 200, R19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Fracht-Ausgleich. Weizenfutter- mehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roqgenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfest- preife ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,50, do. drahtgepreßt —, Stroh drahtgepreßt 3,30, gebündelt 3,00 Erzeugerhöchstpreis frei Erzeugerverladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k s u r t a. M., 29. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 683 Kälber, 52 Hämmel, 32 Schafe, 4300 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 52, Schafe20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Z P. JOS. MOBS - Seifenfabriken - GIESSEN/Lahn Wäsche HHrf HflüsWt: Vrüder Gerhardt-Gießen Gaumeister. Wieder einmal mehr haben die beiden Brüder Ludwig und Waller Gerhardt in harten Kämpfen um die Gaumeisterschaft im Florett- und Säbelfechten den Namen unserer Stadt auf das Beste vertreten und beide Meisterschaften mit nach Hause gebracht. Die Kämpfe wurden am vergangenen Samstag und Sonntag in Kassel, rn der festlich geschmückten Turnhalle des Wilhelm- Gymnasiums ausgetragen. Die Siege, die die beiden Gießener mit nach Hause nehmen tonnten, waren das Ergebnis eines ständigen eifrigen Trainings und sie sind um so höher einzuschätzen, wenn man berücksichtigt, daß beide Fechter in ihren Trainingsmöglichkelten insofern beschränkt sind, als sie meist immer nur gegen sich selbst kämpfen müssen und sich naturgemäß längst genau in ihrer Kampftechnik kennen. Die Kämpfe um die Gaumeisterschaft nahmen den ganzen Samstagabend und den Sonntag in Anspruch. Am gestrigen Montagabend konnte man beide Fechter schon wieder beim Training in der Turnhalle des Turnvereins 1846 sehen. Die Beteiligung an den Meisterschaftskämpfen war sehr stark. Es galt also in vielen Gefechten viel Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. Den Kämpfen wohnte ein zahlreiches sachverständiges Publikum bei. Vertreter der Partei und der Wehrmacht bekundeten ihr lebhaftes Interesse an diesem edlen Sport. Beteiligt waren Fechter der SA., der jj, der Wehrmacht und insbesondere die Fechter aus dem Kreise des Reichsbundes für Leibesübungen aus Kassel, Gießen, Wetzlar, Fulda, Bad-Nauheim und Hanau. Kampfrichter waren H i r s ch i n g und W o l l e r - mann (beide aus Hannover), die den Kämpfen den glatten Verlauf sicherten. Als Kampfrichter wirkte außerdem Karl M o o tz (Tv. 1846 Gießen) Florett: Sieger Walter Gerhardt. Für den Kampf um die Meisterschaft in der Waffe Florett traten nicht weniger denn 30 Teilnehmer an, die in der Vorrunde in fünf Gruppen (je 6 Fechter) im Kampf eines Jeden gegen Jeden um die Qualifikation für die Zwischenrunde stritten. Unsere beiden Gießener Vertreter qualifizierten sich fast ohne Kampfverlust für die Zwischenrunde. Da die Hälfte der Teilnehmer mit der Vorrunde ausschied, gab es in der Zwischenrunde drei Gruppen zu je 5 Teilnehmern, aus denen sich nun die Teilnehmer der Endrunde herausarbeiten mußten. Klar erwiesen sich der Altmeister Lengemann (Kassel), die beiden Gerhardt als die Besten. Für die Endrunde sicherten sich folgende Fechter die Teilnahme: Lengemann (Kassel), Ehmer (Idstein), Mulch (Wetzlar), W Gerhardt, L. Gerhardt (Gießen), Thomas (Kassel), Dienstbach (Fulda), Schütz und Paul (Kassel) — also 9 Mann. Die Fechter, die schon zahlreiche Begegnungen hinter sich hatten, fochten mit äußerster Konzentration und gesteigerter Wachsamkeit. Wer sich Blößen gab, war rasch zur Strecke gebracht. Jeder kannte den anderen in seiner Kampftechnik mehr oder weniger gut und die Taktik der Kampfführung entschied in mancher Begegnung über Sieg oder Niederlage. Die Situation spitzte sich Kampf um Kampf zu. Von 8 Gefechten, die jeder zu bestreiten hatte, konnten unsere beiden Gießener Vertreter je 7 gewinnen. Neben ihnen stand gleichwertig Lengemann, der ebenfalls 7 seiner Gefechte gewinnen konnte. Die je eine Niederlage brachten sich diese drei Fechter untereinander bei. Walter verlor gegen Lengemann, Ludwig gegen seinen Bruder, Lengemann wiederum wurde von Ludwig Gerhardt geschlagen. So standen alle drei Kämpfer punktgleich da. Es gab also einen Stichkampf. Walter hatte zunächst gegen seinen Bruder anzutreten und siegte mit 5:4 Treffern. Lengemann — durch eine Muskelzerrung und Ermüdung aus den vorhergegangenen Kämpfen gehandicapt — gab auf. So fiel der Sieg an Walter Gerhardt. Säbel: SA.-Scharführer Ludwig Gerhardt. Nicht viel anders gestalteten sich die Kämpfe im leichten Säbel. In vier Gruppen der Vorrunde traten 24 Mann an, aus denen sich 12 Fechter für die Zwischenrunde qualifizierten. Aus zwei Grup- Die beiden Gießener Fechter SA.-Scharführer Ludwig Gerhardt (links) und Walter Gerhardt (rechts), die in Kassel die Gau-Meister- schasten in Florett und Säbel errangen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) pen der Zwischenrunde sicherten sich 8 Mann die Teilnahme am Endkampf: Andre (Kassel), Wagner (Kassel), Mulch (Wetzlar), beide Gerhardt, Dienstbach, Stäblein (beide Fulda) und Hartung (Hanau). Auch hier sicherten sich die beiden Gießener mit 6 Siegen und nur je einer Niederlage die Anwartschaft auf den Meistertitel. Da beide punktgleich standen, mußten sie nun wiederum selbst die Entscheidung ausfechten. Diesmal zog aber im Gegensatz zum Florett-Entscheidungskampf Walter Gerhardt den kürzeren. Er wurde von seinem Bruder mit 5:2 Treffern abgefertigt. Degenfechten: kein Titel vergeben! Auch im Kampf im Degenfechten beteiligte sich Ludwig Gerhardt und schlug sich in die Zwischenrunde 'durch. Da indessen bei diesen Kämpfen, die mit elektrischer Trefferanzeige durchgeführt wurden, und dabei mehrere der empfindlichen Waffen zu Bruch gingen, weitere Waffen aber nicht vorhanden waren, wurde die Entscheidung ausgesetzt. Sechs Mann sicherten sich die Teilnahme- Berechtigung an der Endrunde. Die sechs Fechter wurden zur Gausonderklasse erklärt. Um den Titel wird später gekämpft. Um die Deutsche Meisterschaft. Mit der Erringung der Gaumeistertitel konnten sich beide Brüder Gerhardt für die Teilnahme an den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaften, die voraussichtlich am 24. April in Hannover ausgetragen werden qualifizieren. Der Gau Hessen wird mit je drei Mann in jeder Waffe dabei vertreten, sein. Im übrigen sei daran erinnert, daß auch Fräulein Wirth (Tv. 1846 Gießen) durch ihren 2. Sieg im Florett bei den Gaumeisterschaftskämpfen der Frauen bei den Deutschen Meisterschaften startberechtigt ist. Oie Einzelleistungen beim Geräte- MannschastSkanipf Wieseck- Kastel. Bei dem am Samstagabend in Wieseck ausgetragenen Gerätemannschaftswettkampf zwischen den Turnern des Turnvereins Wieseck und der Kasseler Turngemeinde wurden von den einzelnen Turnern an den verschiedenen Geräten folgende Punktwertun- gen erzielt: Kassel. Name Barren Pferd Freiübung Reck Merz 14 14 16 13 Beletz 15 13,5 ■— 12,5 Röper 14,5 13 —— 16 Schmidt 16 14,5 17,5 15 Rohrbach 17 15,5 14,5 14 Schiebeler 18 18 18 20 94,5 88,5 66 90,5 Zusammen 339,5 Punkte. — Wieseck. Name Barren Pferd Freiübung Reck Lepper 13 12 17 12,5 Mank 14 12,5 — 15 Otto Kreiling 15 16 •— 14 Bettin 18 19,5 16 19 Adolf Kreiling 19 17,5 15,5 19,5 Schöffmann 19 17,5 17,5 20 98 95 66 100 Zusammen 359 Punkte. Erst Volksabstimmung dann Eingliederung. Der Reichssportführer in Wien. Schlagartig setzte am Sonntag in Hanz Oesterreich die Werbung des deutschen Sports ein, die sich über die ganze Woche fortsetzen wird. Nach einem Empfang des Reichssportführers durch Gauleiter Bürckel wohnte der deutsche Sportführer der Kranzniederlegung durch den Generalfeldmarschall Göring am Ehrenmal bei. In den Räumen der österreichischen Sportfront gab der Reichssportführer den Vertretern der Wiener Sportpresse die Richtlinien für die Umgestaltung im österreichischen Sport. Ausdrücklich betonte er, daß allen Gelegenheit gegeben werde, an dem großen Werk des Führers mitzuarbeiten. Erst muß aber das österreichische Volk vor der Welt durch die Volksabstimmung beweisen, daß es gewillt ist, sich zu Deutschland zu bekennen. Bei dem Aufgehen in dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen wird nicht Überstürzt vorgegangen, sondern stetig und unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Verbände die Arbeit ausgenommen. Nachdrücklich betonte der Reichssportführer, daß es keinen Unterschied mehr zwischen Turnern und Sportlern gibt. Nach einigen werbenden Worten für das Deutsche Tum- und Sportfest in Breslau gab der Reichssportführer bekannt, daß er bei dem internationalen Verband die Rückverlegung des Feldhandball- Weltturniers nach Wien beantragt habe, das Oesterreich ursprünglich zur Ausrichtung übertragen war, aus finanziellen Gründen aber Deutschland überlassen wurde. 1 Oie Pflichtspiele der Kreisklaffen am Sonntag. 1. Kreisklasse. Rüddingshausen — Heuchelheim 4:L Ueberraschend legte Rüddingshausen in der ersten Halbzeit drei Tore vor. Nach Halbzeit schoß Heuchelheim das Ehrentor. Alten-Buseck — Großen-Buseck 2:3: Ein Spiel zwei gleichwertiger Mannschaften. Rod heim I — Lollar II 2:3: Die Lollarer hatten ihre Mannschaft durch Spieler der Ersten verstärkt und Rodheim mußte mit zehn Mann spielen. 1900 Gießen II — Garbenteich I 0:1. Ein äußerst hartes Spiel, bei dem die Garbenteicher auf Grund ihres Einsatzes verdient gewinnen, konnten. Staufenberg I — Treis a. d. Lda. I 3:3. Die 1. Elf von Staufenberg trug am vergangenen Sonntag ein fälliges Verbandsspiel gegen Treis a. d. Lda. aus. Das Spiel endete mit einem gerechten Unentschieden von 3:3 Toren. Auch die Jugendmannschaften der beiden Vereine lieferten sich einen Kampf, der mit 2:4 Toren für die Irei=' ser endete. 1900 2. Jgd.—Tv. Großen-Linden 2. Jgd. 2:2 (2:1). Die 2. Jugend der Blauweißen und die gleiche von Großen-Linden lieferten sich einen schönen Kampf, der ein gerechtes Unentschieden fand. Die Blauweißen setzten alles daran, um den Siegestreffer zu schießen, der ihnen jedoch trotz aller Anstrengung versagt blieb. Aus Anlaß des Führerbesuches in Frankfurt a. M. und der dadurch bedingten Abwesenheit eines großen Teils der Gefolgschaften sind unsere Kassen am Donnerstag den Oän, nur von 8 bis 10 Uhr geöffnet Nach 10 Uhr eingehende Aufträge können an diesem Tag nicht mehr erledigt werden. 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Ulärz, 8X> bis 12 und 15 bis 17 Uhr, N—S: Freitag, 1. April, 8A bis 12 und 15 bis 17 Uhr, T—Z: Samstag, 2.April, nut 8% bis 12 Uhr. II. Bezugsscheine für Konsum-Wargarine (ohne Verbilligung): A—K: Wontag,4.April, nur VA bis 12)4 Uhr, L—S: Dienstag, 5. April, n u r 1A bis 12^ Uhr, T—Z: Mittwoch, 6. April, n u r VA bis 12 >4 Uhr. Die Ausgabe erfolgt im Stadthaus, Gartenstraße Nr. 2, Zimmer 13. An Kinder werden Fettscheine nicht abgegeben. Die festgesetzten Zeiten sind unbedingt einzuhalten! Gießen, 28. März 1938. Der Oberbürgermeister. (Wohlsbhrtsapit.) Seefische jeden Tag frisch im Spezialgeschäft Seltersweg 18 Ruf 2467 Kabeljau ohne Kopf.....500 g 28 H Schellfisch ohne Kopf.^500g 30^ Kabeljau-Filetohne Glä5oo g 40 § Goldbarsch-Filet ohne^g 45 § und viele andere Sorten Händler Sonderpreisei 2037A IMolHeM der SkM Wen. Freitag, den 1. April 1938, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 50a, 51a und 52 des Stadtwaldes, Förstereien hochwart und Rödgen: Scheiter: Buche 136 rm, Eiche 23,5 rm, Elsbeer 0,9 rm. Knüppel: Buche 124,5 rm, Eiche 18,4 rm, Esche 3,7 rm, Birke 2,8 rm. Anbruch: Buche 9 rm, Fichte 0,7 rm. 2053A Stöcke: Buche 15,3 rm. Duchenreiser: 3. Klasse 3900 Wellen, 2. Klasse 6000 Wellen. Zusammenkunft: 11. Schneise — krummer Weg. Gießen, den 28. März 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. BORRMANN5: Gießen - Neustadt 5 — Ruf 4165 - bringl Glück I insfjeiin!