Itr.305 Erstes Via« 188. Jahrgang Mittwoch. 28. Dezember 1058 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche llniverfitStsdruckerei R. Lange in Siehe«. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nordeuropa an der Jahreswende. Die Ausländskorrespondenten des Gießener Anzeigers berichten. DasLandderzwölffenOlympiade BO. Helsinki, im Dezember 1938. Zweifellos ist von den nordischen und baltischen Staaten die Jahresbilanz Finnlands für 1938 a m aktivsten. Außenpolitisch gesehen liegt der Schwerpunkt in der nordischen Zusammenarbeit und in der nordischen Neutralität, die an die Stelle der Genfer Parole von der kollektiven Sicherheit getreten ist. Das vordringlichste Bestreben der finnischen Außenpolitik richtete sich auf ein gutes Einvernehmen mit allen Nachbarn. Mit Schweden und Deutschland verbinden Finnland Bande der Traditton und der Kultur, die fester sind als alle Verträge, und das Verhältnis zu dem großen Nachbar im Osten, S o w j e t r u ß - land, ist im Dorpater Frieden begründet. In einer kürzlich gehaltenen Reichstagsrede betonte der stellvertretende Außenminister, der bisherige Nachfolger des zurückgetretenen Außenministers Holsti, daß die 1935 verkündete skandinavische Orientierung Finnlands nicht nur eine Fernhaltung von allen eventuellen Großmachtkonflikten bedeute, sondern den Einsatz des Landes im Aufbau einer internordischen Kulturarbeit und einer noch intensiveren und fruchtbareren nordischen Zusammenarbeit erfordere. Die militärpolitische Lage hat sich in der Zwischenzeit wesentlich verändert, zumal sich das Genfer Sicherheitssystem mehr und mehr als unzulänglich erwiesen hat. Genf hat die Loslösung der nordischen Länder, darunter auch Finnlands, vom Sanktionsparagraphen nicht offiziell anerkannt. Dadurch ist das Gefahrenmoment der Mitgliedschaft nicht beseitigt. Im Interesse einer vollkommenen Neutralität bleibt es den nordischen Ländern überlassen, zu überlegen, inwieweit es zweckmäßig ist, noch länger dem Genfer Institut als Mitglied anzugehören. In der Innenpolitik wurde das überraschend vom Innenministerium erlassene Verbot der JKL.- Partei (Jsänmaallisen - Kansanliikkeen / Vaterländische Volksbewegung) sehr geteilt ausgenommen. Der Bewegung wurde vorgeworfen, die verbotene Tätigkeit der Lappobeweaung weitergeführt zu haben. Das Verbot betraf die Partei mit allen ihren Nebengliederungen und Zeitungen. Das Verbot wird angefochten. Bis auf weiteres find die erlassenen Maßnahmen aufgehoben. Das Rathausgericht in Helsinki wird sich noch weiter mit dem Erlaß des Innenministeriums zu beschäftigen hyben. Die Bestimmung Finnlands als Durchführungsland der Olympiade 1 940 hat das Taufend- feenland in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt. In Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit — die endgültige Entscheidung fiel erst im Juli 1938 — wird Finnland alle verfügbaren Kräfte mobilisieren, um der Durchführung der Olympiade einen Erfolg zu sichern. So geht Finnland in das 21. Jahr seiner Selbständigkeit, innerlich gefestigt und nach einem Ziel ausgerichtet, so wie es die Bewältigung großer und schwerer Aufgaben verlangt. Dänemarks Linie unverändert. 8. Kopenhagen, tm Dezember 1938. Dänemarks Außenpolitik gleicht sich im wesentlichen der Außenpolitik der anderen skandinavischen Staaten an. Neutralität ist die Losung, auch für Dänemark, und der Aufrechterhaltung dieser Neutralität dienten in diesem Jahre verschiedene Konferenzen der nordischen Außenminister. Anfang April fand eine solche Konferenz in Oslo statt. Hierbei erklärte sich der dänische Außenminister Munch bereit, an den von Schweden vorgeschlagenen Untersuchungen eines gemeinsamen Handelns der nordischen Staaten im Falle von kriegerischen Verwicklungen teilzunehmen. In Verfolg dieser Erklärung nahm Dänemark eine Anleihe von 50 Millionen Kronen auf, um von Staats wegen Vorräte einlagern zu können, weiterhin zum Ankauf von Kriegsmaterial und zur Errichtung einer zivilen Luftabwehr. Das ist eine sehr bescheidene Summe für diese Zwecke, und man kann mit Fug und Recht annehmen, daß im Laufe dieses Jahres noch weitere Summen für die gleichen Zwecke bereitgestellt wurden, ohne daß es der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde. Am 10. Mai hielten die Oslo-Staaten, also die nordischen Länder, die Schweiz, Holland, Belgien und Luxemburg, ihre letzte Konferenz ab. Hierbei wurde der Gedanke, der zum Zusammenschluß der Oslo-Gruppe geführt hatte, endgültig beerdigt und die entsprechenden Abmachungen zum 1. Juli gekündigt. Vom 22. bis 24. Juli kamen die nordischen Außenminister abermals zusammen. Auch die Außenminister von Holland, Belgien, Luxemburg und Finnland nahmen teil. Das Ergebnis war eine gemeinsame Erklärung dieser sieben Staaten, daß sie sich in Zukunft nicht mehr verpflichtet fühlten, an Sanktionen der Genfer Liga teilzunehmen. Im Spätsommer und Frühherbst drückte die europäische Krise der dänischen Politik ihren besonderen Stempel auf. Die von der Presse der demokratischen Westmächte entfachte Hetze gegen Deutschland fand auch in der dänischen Presse ein Echo, das nicht dem von der Regierung behaupteten Prinzip der absoluten Neutralität entsprach. Die Regierung mahnte vielfach zur Ruhe und Besonnenheit, und an einem Termin, zu dem das Land schon von einer Sturmflut unsinnigster Gerüchte überschwemmt war, am 27. September, erklärte der Verteidigungsminister, daß die Regierung keine Einberufung von Reserven vorgenommen habe, und daß lediglich ein Teil der Marinemannschaften, die in diesen Tagen zur Entlassung kommen sollten, vorläufig bei der Fahne gehalten würden. Das wirkte. Doch erst „München" brachte wirkliche Beruhigung, und die Bürger gaben es auf, am Nachthimmel nach feindlichen Flugzeugen zu spähen. Am 4. Oktober wurde der Reichstag einberufen. Auf der Tagesordnung stand vor allem eine Verfassungsänderung, die in der Hauptsache eine Herabsetzung des Wahlalters zum Ziele hat. Seltsamerweise haben sich die Regierungsparteien, also Sozialisten und Demokraten, verhältnismäßig schnell mit ihren Gegnern, den Konservativen, einigen können, aber nicht mit der Venstre, der großen Bauernpartei der Mitte. Später trennte sich allerdings der rechte Flügel der Konservativen von der Partei. Die Ereignisse dieses Jahres find nicht spurlos an Dänemark vorübergegangen. Die Radikalisierung der Flügelgruppen nimmt ständig zu. Die Sozialisten haben ihre pazifistische Grundhaltung aufgegeben, sie treten offen für eine Verstärkung der Landesverteidigung ein, leider aber auch für eine nicht sehr deutschfreundliche Außenpolitik. Die Jungkonservativen sind stark von nationalsozialistischen Ge- hankengängen beeindruckt und suchen nach sinngemäßer Anwendung für dänische Bedürfnisse. Man wehrt sich bereits gegen den Zustrom der Juden. Die Arbeitslosigkeit hat sich etwas verringert, ist aber immer noch verhältnismäßig groß, etwa 100 000 Arbeitslose bei einer Bevölkerung von 33/4 Millionen. Dänemarks Wirtschaft hat sich in diesem Jahre kaum verändert. Immer noch spielt die Ausfuhr von Speck und Butter nach England die größte Rolle, doch ist Deutschland der zweitgrößte Kunde. N. Die baltischen Staaten nach zwanzig Mrev. K. Riga, im Dezember. Es ist vielerorts zur Gewohnheit geworden, mit dem Sammelbegriff „Baltische Staaten" zu arbeiten. Dem Fernstehenden mag die Differenzierung in Lettland, E st land und Litauen nicht unerläßlich erscheinen, da er in den Nachfolgestaaten der ehemaligen russischen Ostseeprovinzen und Litauen in einem derartigen Maße gleichgeartete Erben sieht, daß die tatsächliche Unterschiedlichkeit des Grundbestandes und vor allem der Entwicklung der genannten Staaten vor dieser Betrachtungsweise zurücktritt. Wie dem auch sei — es ist heute in keiner Weise mehr möglich, allein von „Baltischen Staaten" zu sprechen, ohne neben der vielfältigen Gemeinsamkeit auch die typische Unterschiedlichkeit zu kennzeichnen. Diese Unterschiedlichkeit überträgt sich in hervorragender Weise auf das Gebiet der Politik, deren Nuancierung besonders im Hinblick auf die Baltischen Staaten nur dem Eingeweihten zugänglich ist. Der Stempel, den das Jahr 1938 der Politik und der geistigen Verfassung Gesamteuropas aufgedrückt hat, ist selbstverständlich auch nicht an den Baltischen Staaten vorübergegangen. Als Schöpfungen des Weltkrieges und von Versailles — mit dem Rechtstitel der Selbstbestimmung der Völker — sind es gerade diese Staaten, deren tausendfältige Bindung an die Träger und Hüter Versailler Gedankengänge sie zu Trabanten der deutschfeindlichen Großmächte gemacht hatte. Nur ganz langsam, vielleicht erst seit dem Jahre 1933, haben andere Gedankengänge Platz greifen können, so wie überhaupt in Europa erst seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus sich verschiedene Begriffe aufzuhellen begannen. Aus diesem Grunde eben ist das Schicksalsjahr 1938 auch das Jahr neuer, selbständigerer Ueber- legungen für die Baltischen Staaten geworden. Der Grundsatz unbedingter Neutralität ist Grundlage der Politik aller drei Baltischen Staaten geworden. Die Gesamtbxdingungen sind zwar für die drei Staaten nicht dieselben — sie sind vielleicht für Estland und Lettland am ähnlichsten — sie sind jedoch für jeden in seiner Weise in derselben Richtung zwingend. Für Litauen liegen die Dinge durch das Vorhandensein des Memelproblems anders. Die direkte Nachbarschaft Deutschlands hat ihre besondere Bedeutung. Schon allein wegen des Memellandes kann keine geltende Parallele zu den anderen Baltischen Staaten gezogen werden. Aber auch die Lage Estlands ist verschieden von der seiner südlichen Nachbarn, Lettland und Litauen. Estland steht fraglos am allerwenigsten gebunden da — es ist auch bisher am leidenschaftslosesten seinen Weg gegangen. Seine territorial am wenigsten exponierte Stellung und der Charakter des estnischen Volkes haben dem est- ländischen Staat hervorragende Dienste erwiesen. Eine traditionelle Freundschaft zum finnischen Brudervolke und eine solche zu Polen haben, bei sehr korrekten Beziehungen zu Deutschland und auch zum sowjetrussischen Nachbarn, Estland ein Ansehen, ähnlich dem der Schweiz, verliehen. Was Lettland anlangt, so hat die Geschichte des Baltenlandes und eine sehr starke politische Bindung an Frankreich und England es ihm bisher nicht erlaubt, die Dinge kühler und klarer zu sehen. Trotz dieser Verschiedenheiten jedoch ist diese politische Bindung der Baltischen Staaten untereinander so stark (lettländisch-estländisches Schutzbündnis seit 1923 und seit 1934 der sogenannte „Baltenpakt", durch den dieses Bündnis unter Einbeziehung Litauens erweitert wurde), daß daraus allein schon alles Geschehen schicksalsgemeinsam empfunden wird. Die Baltischen Staaten haben aber im Jahre 1938 erkannt, daß sie die Integrität ihrer Staaten nur durch absolute Neutralität zu gewährleisten imstande sind. Schon allein die Memelfrage wäre im Stande, bei völliger uneingeschränkter Bindung untereinander, Estland und Lettland in Verwicklungen zu ziehen, die nichts mit den Lebensinteressen dieser Staaten zu tun haben. Als im März dieses Jahres Litauen unter den Druck des polnischen Ultimatums stand, da war es gerade Lettland, welches zum Nachgeben riet. Daraus mag ersehen werden, daß auch die Bindungen untereinander eine gewisse Berichtigung erfahren haben. Die gemeinsame Neutralitätserklärung der Baltischen Staaten ist noch in Vorbereitung. Estland war es, das als erstes durch den Mund seines Außenministers diese unbedingte Neuttalität erklärte. Neben den Auswirkungen des ereignisreichen Jahres 1938 für Gesamteuropa war es für die Baltischen Staaten besonders die Tatsache der zwanzigjährigen Staatsgründungsfeiern, die diesem Jahre noch seine besondere Bedeutung verliehen. Kurz hintereinander konnten Estland, Lettland und Litauen ihre Jubelfeiern begehen. Die führenden Männer aller drei Staaten gedachten naturgemäß der Zeit vor zwanzig Jahren und wiederholten dabei, daß für das innerstaatliche Leben jene Grundsätze der bürgerlichen Freiheiten und Gleichheiten lebendig sein müßten, die sich auf die nationalen Minderheiten beziehen und seinerzeit feierlich proklamiert wurden. Diese Betonung ist aufmerksam vernommen worden: besonders die Deutschen Lettlands — diejenigen Estlands haben bereits seit Jahren ihre Kulturautonomie — sind sich der Bedeutung der Verwirklichung eines solchen Versprechens bewußt. Vielleicht gehört Lettland zu den Staaten, welche sich seelisch am aller- spätesten aus der Umklammerung überlebter Gedankengänge zu lösen vermögen. Abschließend kann festgestellt werden: die gewaltigen Auswirkungen deutscher Großmachtpolitik haben auch den Baltischen "Staaten für das Jahr 1938 neue Wege gewiesen. Das Prestige Sowjet- rußlands ist auch hier in ständigem Sinken begriffen. Nur eine neuerliche Annäherung Polens an die Sowjetunion könnte so etwas wie neuen Austrieb für eine antideutsche Politik schaffen. Viele andere Merkmale jedoch — besonders die wirtschaftlichen — weisen trotz allem nach Großdeutschland. MWe Zuversicht in Schweden. Dr. L. Stockholm, im Dezember 1938. Dos Jahr 1938 hat in Schweden auch denen die Augen geöffnet, die bisher glaubten, durch die Mitgliedschaft in der Genfer Liga sei alles wohlbestellt, und man brauche sich nicht um die Außenwelt zu kümmern. Man hat endlich die Notwendigkeit, sich ein für allemal von den Sanktionsverpflichtungen loszusagen, eingesehen, und deshalb hat Schweden auch im Einverständnis mit den anderen nordischen Staaten in Genf die bekannte Erklärung abgegeben, daß man hier die Verpflichtungen des Genfer Paktes, evtl, an Sanktionen — militärischen oder anderen — teilzunehmen, glatt ablehnt. Im Zusammenhang mit der Einsicht, daß die Genfer Liga keine Sicherheit, wohl aber Gefahren für gewisse Mitglieder bedeute oder bedeuten könne, ist die Frage der nationalen Verteidigung in Schweden ins Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt. Gestützt auf eine fast einmütige Volksabstimmung haben Regierung und Reichstag in Schweden in diesem Jahre große Opfer gebracht, um das Heer, die Marine und besonders die Luftwaffe erheblich auszubauen, und das Militär-Budget ist dementsprechend gewaltig angeschwollen. Die geographische Lage und die intimen kulturellen, sprachlichen und Handelsbeziehungen der skandinavischen Länder untereinander haben es auch mit sich gebracht, daß man einander politisch nähergekommen ist. Seit Jahren tagen mehrmals jährlich nicht nur skandinavischen Konferenzen über wissenschaftliche, kulturelle und Handelsfragen, in den verschiedenen Hauptstädten des Nordens, sondern auch die Außenminister Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands treffen sich regelmäßig, um gemeinsame Fragen zu erörtern. Ein Militärbündnis ist aber ausdrücklich und wiederholt von den verantwortlichen Staatsmännern des Nordens dementiert worden. Es handelt sich vielmehr teils um eine gemeinsame oder wenigstens gleichförmige Stellungnahme h-r nordischen Länder zu den weltpolitischen Ereignissen, teils um Vorbe- Großdeutschlands Sozialpolitik. Von Or. Erich Schmidt. Unsere Sozialpolitik hat seit 1933 einen völligen Wandel erfahren. Der Umbruch vollzog sich 1933/34 und wurde insbesondere durch zwei Tatsachen gekennzeichnet: einmal durch die Bildung der Deutschen Arbeitsfront unter revolutionärer Auflösung der früheren Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände und zum zweiten durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das, am 20. Januar 1934 verkündet, uns eine neue Sozialverfassung gab. In den Grenzen des vom Nationalsozialismus übernommenen Reichsgebietes war damit die neue Sozialordnung in ihren Grundzügen abgesteckt, die Wandlung der sozialen Gestaltung vollzogen. An die Stelle des Klassenkampfes war der Grundsatz der Betriebs- und Volksgemeinschaft getreten. War früher die Sozialpolitik für viele ein Begriff mit internationaler Ausrichtung, so war jetzt gerade auch ihr der völkische Inhalt gegeben. Sie wurde bewußt in den Dienst der nationalen Aufgaben gestellt zur Ergänzung der Wirtschaftspolitik gemäß dem Wollen und den Richtlinien, die ihr und der Wirtschaftspolittk von der politischen Führung gegeben werden. War bis zum letzten Jahreswechsel 1937/38 dieser soziale Umbruch schon längst vollzogen, fo hat das Jahr 1938 der Sozialpolitik ein Aufgabenfeld erschlossen, an dds zuvor nicht gedacht werden konnte. War doch 1938 auch das Geburtsjahr der großdeutschen Sozialpolitik, einer sozialen Volksführung, von der die ganze deutsche Nation im Großdeutschen Reich umschlossen ist. Bis zu diesen gewaltigen geschichtlichen Leistungen der Heimkehr Oesterreichs und der Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete in das Deutsche Reich stand das deutsche Volk im weiten Sinne des Wortes unter einer recht verschiedenen Sozialpolitik. Im alten Reichsgebiet herrschte der deutsche Grundsatz der Betriebsgemeinschaft, der Arbeitskameradschaft. In Oesterreich hatte man versucht, gemäß den sozialpolitischen Lehren des politischen Katholizismus ein sogenanntes Ständesystem aufzubauen, das den Stempel des künstlichen Gebildes und damit der inneren Leere deutlich trug. In den Sudetengebieten vollends herrschte eine „Sozialpolitik", die mit einer echten Sozialpolitik nur den Namen gemein hatte, während in Wirklichkeit die von ihr ergriffenen Maßnahmen nur zu oft reine Kampfhandlungen gegen das Deutschtum waren. Es braucht ja nur an die angebliche „soziale Agrarreform" der früheren Tschecho-Slowaker und ihre Politik des Aushungerns der Deutschen erinnert zu werden. Das alles liegt wie ein böser Traum hinter uns. Es Teilungen für eine wirtschaftspolitische Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe im Falle eines Krieges, in welchen die nordischen Länder auf keinen Fall hineingezogen werden wollen. In wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht steht Schweden immer noch als eins der best situierten Länder Europas da. Zwar ist der Außenhandel in dem zweiten Halbjahr 1938 etwas zurückgegangen, er ist aber immer noch verhältnismäßig groß, die einheimische Produktion hält sich auf einem hohen Niveau, die Arbeitslosigkeit ist sehr gering, und das Geld reichlich und billig. Die schwedische Geschäftswelt hat lange darüber geklagt, daß die Ausfuhr nach Franco-Spamen katastrophal zurückgegangen sei, da keine amtlichen diplomatischen oder wirtschaftlichen Beziehungen mit der Franco- Regierung bestanden. Zuletzt hat die Regierung diesem Drucke weichen müssen, und Anfang Dezember wurde eine Art Modus vivendi vereinbart, wodurch die schwedische Regierung und Franco bei einander Agenten ernannten. Gegenüber der Gefahr einer Verjudung dieses rein germanischen Landes hat sich die Regierung, obgleich überwiegend sozialdemokratisch und „kulturdemokratisch", gezwungen gesehen, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, zumal mehrere schwedische Gewerkschaften gegen die Einwanderung rassenfremder Elemente, die den schwedischen Arbeitern Konkurrenz machen, nachdrücklich proteftiert haben. (Eine gewisse antisemitische Stimmung macht sich mehr und mehr im Lande bemerkbar. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden haben sich erfreulich entwickelt. Ein reger Kulturaustausch findet statt, der Austausch von Schulkindern nimmt einen immer größeren Umfang, und die Schweden verschiedener Kategorien gehen in großer Anzahl nach Deutschland zu Studienzwecken. Der deutsch-schwedische Handel zeigt auch gute Ziffern auf, und durch das im Oktober getroffene neue Clearing-Abkommen ist auch der Zahlungsverkehr erheblich erleichtert worden. Alles in allem kann Schweden dem neuen Jahre mit Zuversicht entgegensehen. Die internationale Lage ist nach Liquidierung der zenttaleuropäischen Probleme ruhiger geworden, das Wirtschaftsleben blüht, und Stadt und Volk können sich der Lösung der großen und wichtigen inneren Fragen widmen. Zuerst kommt dann die Frage der Stärkung der Wehrmacht. Eine systematische, wissenschaftliche Untersuchung des Bodens hat schon erfreuliche Ergebnisse gezeitigt. Im Norden wurden neue (Bold- und andere Erzbestände in mäßiger Tiefe, in Schonen Salz-, Del« und Kohlenvorkommen festgestellt. Unter den großen sozialen Fragen, die im nächsten Jahre Regierung und Reichstag beschäftigen werden, ist die wichtigste die Wohnungsfrage der Landbevölkerung, vor allem der Landarbeiter, aber auch der Bauern. Man will der Abwanderung vom platten Lande u. a. dadurch entgegenwirken, daß man überall auf dem Lande gute, modern eingerichtete Häuser und Wohnungen baut. gibt jetzt in den deutschen Landen nur noch eine Sozialpolitik des deutschen Handelns und des deutschen Empfindens. So hat uns das Jahr 1938 die großdeutsche Sozialpolitik gebracht, die uns mit Stolz erfüllt, uns aber zugleich zum Bewußtsein bringen muß, wie groß damit die uns gegebene Verantwortung ist. Wenn früher in der Kleinstaaterei, wie sie vor der Gründung des Zweiten Reiches herrschte, irgendein Kleinstaat eine falsche soziale Maßnahme durchführte, dann wurden vielleicht noch nicht einmal hunderttausend Menschen davon betroffen. Wenn heute eine sozialpolitische Verordnung, ein sozialpolitisches Gesetz erlassen wird, dann sind es 80 Millionen Menschen, die in den Wirkungsbereich der neuen Bestimmungen einbezogen sind. Ist es die Aufgabe der Sozialpolitik, der Volkswohlfahrt in ganz besonderem Sinne zu dienen, so ist der großdeutschen Sozialpolitik keine geringere Aufgabe gestellt als die des sozialen Dienstes an der gesamten deutschen Nation im Groß- deutschen Reich. Wenn die Siloesterglocken das neue Jahr einläuten, dann ist der Sozialpolitik in dem neuen Jahr 1939 ein guter Auftakt gegeben. Mit dem Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung hatte die Sozialpolitik des Jahres 1937 ihre Einleitung erfahren. Durch das Gesetz war die Sanierung der sozialen Rentenversicherung, also des Fundaments der Altersversorgung unserer deutschen Arbeiter und Angestellten, zum Abschluß gebracht. Wesentliche Ausbaumahnahmen, das heißt Verbesserungen in den einzelnen Zweigen der sozialen Rentenversicherung waren gleichzeitig durchgeführt. Der Fürsorge für das Alter der schaffenden deutschen Menschen dient auch die am 22. Dezember verkündete Schaffung einer Altersversorgung für das Handwerk. Am 1. Mai 1937 war das Jugendschutzgesetz verkündet worden, das im vollen Umfange am 1. Januar 1939 in Kraft tritt. „Es darf gesagt werden", schrieb nach Erlaß des Gesetzes der „Reichs-Jugend- Pressedienst", „daß mit diesem Gesetz zugunsten der schaffenden Jugend tatsächlich die Grenze dessen erreicht wird, was unter den gegenwärtigen Umständen des Arbeitseinsatzes der Wirtschaft ohne Einschränkung ihrer Produktionsleistung zugemutet werden kann." Erst am 12. Dezember hat der Reichsarbeitsminister eine wichtige Ausführungsverordnung zum Jugendschutzgesetz erlassen, die besonders an die Zulassung jedweder Kinderarbeit strenge Voraussetzungen knüpft. Wir aber dürfen sagen, daß durch das Jugendschutzgesetz die großdeutsche Sozialpolitik auch auf dem Gebiete des Schutzes der Jugendlichen sich an die Svitze der Sozialpolitik aller Kulturnationen gestellt yat. Gleichzeitig mit dem Jugendschutzgesetz wird am 1. Januar die neue Arbeitszeitordnung in Kraft treten. Gilt das Jugendschutzgesetz für die Kinder und Jugendlichen, so regelt die Arbeitszeitordnung den Arbeitszeitschutz der Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahren in allen Betrieben und Verwaltungen. Die bisherige unterschiedliche Behandlung von Arbeitern und Angestellten sowie von größeren und kleineren Betrieben ist damit beseitigt. Ausgenommen vom Geltungsbereich der Arbeitszeitordnung sind nur die Land- uno Forstwirtschaft, die Jagd, die Tierzucht und die land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetriebe gewerblicher Art, sofern sie nur für den eigenen Be- darf arbeiten, ferner die Fischerei, die Seeschifffahrt und die Luftfahrt, aber ausschließlich der zugehörigen Land- und Bodenbetriebe .— Mit der großdeutschen Sozialpolitik ist uns die Aufgabe gestellt, die sozialen Bestimmungen t n Oe st erreich und in den Sudetengebie- t e n überzuleiten auf die Sozialpolitik des alten Reiches. Der Anfang wurde hier gemacht durch die Verordnung über die Einführung sozialrechtlicher Vorschriften im Lande Österreich, vom 20. März 1938, der am 9. Juli eine zweite Derordnu.ig folgte. Durch die beiden Verordnungen wurde das Arbeitsordnungsgesetz und damit die Grundlage unserer deutschen Sozialverfassung praktisch in Oesterreich eingeführt. Auch für die Sudetengebiete ist die Rechtsangleichung auf dem Gebiete der Sozialpolitik schon in einem starken Maße zur Durchführung gekommen. Damit aber steht fest, daß das neue Jahr 1939 die Einheitlichkeit der großdeutschen Sozialpolitik in allen deutschen Landen bringen wird. Durch die Rechtsangleichung und durch die Einführung der bisher für das Altreich geltenden gesetzlichen Bestimmungen in Oesterreich und in den Sudetengebieten ist der einheitliche gesetzliche Rahmen für die großdeutsche Sozialpolitik gegeben. Ihn überall mit dem gleichen lebendigen Inhalt auszufüllen, das muß sozialpolitisch unsere vornehmste Aufgabe im neuen Jahre sein. Wenn nfir sie erkennen, dann aber müssen wir betonen, daß vor allem der Grundsatz der Betriebsgemeinschaft und der Betriebsverbundenheit seine Vertiefung erfahren muß. Es wird notwendig sein, auch im neuen Jahre unerbittlich gegen alle einzufchreiten, die gegen die Betriebsgemeinschaft verstoßen und damit die soziale Ehre verletzen. Prüfen wir die Urteile unserer sozialen Ehrengerichte im vergangenen Jahr, dann ist zu erkennen, daß die Grundgedanken unserer neuen Sozialpolitik für uns keine leeren Worte, sondern lebendiger Inhalt sind. Da hat beispielsweise zu Beginn des Jahres ein soziales Ehrengericht einen Gefolgsmann mit 66,50 RM. Wochenlohn zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er durch allerdings völlig unglaubliches Dechalten feine' Entlassung zu erzwingen versuchte, um als Feinmechaniker in einem anderen Betriebe eine höher bezahlte Stellung annehmen zu können. Da sind auch Betriebs- fuhrer mit der härtesten Strafe, nämlich mit der Aberkennung der Befähigung, Führer eines Betriebes zu fein, bestraft wotden, weil sie in gröb- lichster Weise Gefolgschaftsmitglieder ausgenutzt und ausgebeutet haben. Je höher die Anforderungen sind, die von der politischen Führung an die Lei- stungsfähigkeit der Wirtschaft gestellt werden, desto mehr ist es notwendig, daß den Grundsätzen unserer großdeutschen Sozialpolitik überall, in allen Betrieben, ob Großbetriebe von Weltruf oder ob Handwerksbetriebe, uneingeschränkte Geltung gesichert ist. In den letzten Dezembertagen hat der Reichs- arbeitsmmrster anläßlich eines Presseempfanges ein Buch der Öffentlichkeit übergeben, das den Titel trägt „Sozialpolitik im Dritten Reich 1933—1938". Es gibt uns einen Ueberblick über die gesamte deutsche Sozialpolitik seit dem gewaltigen politischen Umbruch des Jahres 1933. Es zeigt uns damit, daß es für einen großen modernen Industriestaat möglich ist, die Sozialpolitik auf eine neue und bessere Grundlage zu stellen. Wenn aber heute von ausländischen Stellen bei uns angefragt wird, tib das Buch des Reichsarbeitsministers in fremde Sprachen übersetzt werden dürfe, dann ist damit gezeigt, daß die Welt sich für das soziale Beispiel zu inter- essieren beginnt, das ihr von uns gegeben wurde. Frankreich und Chamberlains Rom-Reise. R. G. Rom, 27. Dezember. Die Ueberreichung der französischen Antwortnote an das italienische Außenministerium ist der italienischen Oeffentlichkeit am Dienstag erst durch die Pariser Veröffentlichungen bekannt geworden; von italienischer Seite war keine Mitteilung gemacht worden. Für den geringen Wärmegrad der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Rom und Paris ist es kennzeichnend, daß diese wichtige französische Note nicht etwa, wie dies dem diplomatischen Brauch entsprochen hätte, von dem römischen Botschafter Fran?ois-Poncet persönlich dem italienischen Außenminister überreicht wurde. Vielmehr wurde die Note dem italienischen Außenministerium in Abwesenheit des Grafen Ciano zugestellt. In französischen Kreisen Roms wird betont, daß Francois-Poncet damit lediglich dem Beispiel des Grafen Ciano gefolgt sei, der seinerzeit nicht den französischen Botschafter zur Entgegennahme der italienischen Mitteilung über die Ungültigkeitserklärung des Abkommens vom 7. Januar 1935 zu sich gerufen habe, sondern das Schriftstück der französischen Botschaft übermitteln ließ. Ueber den Inhalt der französischen Antwortnote wird natürlich in den maßgebenden italienischen Kreisen vorläufig Stillschweigen bewahrt. Die italienische Presse ist daher auf Mutmaßungen angewiesen, die sich auf Auslassungen von Pariser Blättern stützen. Danach glaubt man annehmen zu können, daß die französische Regierung in der Note von dem Willen der italienischen Regierung, das Abkommen von 1935 nicht mehr als Grundlage für die Regelung der Beziehungen beider Länder zu betrachten, Kenntnis nehme. Nach französischer Ansicht bleibe aber das Laval-Abkommen vom Jahre 1935 trotz der noch nicht erfolgten Ratifizierung rechtsgültig. Die französische Note entwickele, wie weiter von den italienischen Blättern angenommen wird, eingehend den französischen Standpunkt, wonach das Abkommen vom Jahre 1935 für beide Teile befriedigend gewesen sei. Sie gebe ferner zu verstehen, daß die französische Regierung entschlossen sei, bei etwaigen künftigen Verhandlungen, zu denen die Initiative jedoch von Rom ausgehpn müßte, vielleicht über die Auslegung einzelner Bestimmungen der Abmachungen mit sich reden zu lassen. Dabei dürfe aber nicht über die Italien im Jahre 1935 gemachten Zugeständnisse hinausgegangen werden. Die italienische Presse spricht daher am Dienstag von einer „absoluten Unnachgiebigkeit" und „Widerstandsabsicht" Frankreichs. „Messaggero" stellt fest, daß im Gegensatz zu England, mit dem durch das Osterabkommen alle aus dem Londoner Pakt von 1915 sich ergebenden Ansprüche geregelt worden seien, die Positionen zwischen Frankreich und Italien von Grund auf definiert werden müßten. Abgesehen von den im Artikel 13 des Londoner Paktes vom Jahre 1915 übernommenen Verpflichtungen auf Kolonialkompensationen beruft sich das Blatt auf Artikel 9 des Paktes, in dem Italiens Interesse an einem Gleichgewicht im Mittelrneer anerkannt worden sei, und betont, daß dieses Gleichgewicht seinerzeit durch die Besetzung Syriens zu Ungunsten Italiens verschoben worden sei. Die Besetzung Syriens durch Frankreich stelle also einen weiteren Kreditposten Italiens gegenüber Frankreich dar. Heute, nach der Schaffung des italienischen Imperiums, habe das Gleichgewicht im Mittelmeer für Italien noch eine viel größere Bedeutung als früher für feine Sicherheit und die nationale Integrität der unter französischer Herrschaft in Tunis lebenden Italiener, die nicht drangsaliert oder in Franzosen umgewandelt werden dürften. Man nimmt ferner in Rom mit leicht ironischer Ruhe von dem französischen Versuch Kenntnis, den englischen Mini st er Präsidenten vor seiner Rom reise in einem der französischen Auffassung günstigen Sinne zu beeinflussen. Die französische Regierung soll Chamberlain eingekiben haben, auf der Hinfahrt nach Rom einige Stunden in Paris Aufenthalt zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit solle er sich bann mit Daladier und Bonnet über die französischen Probleme unterhalten, die sicherlich einen nicht geringen Teil der englisch- italienische" M'nisterbesprechungen ausfüllen würden. Will London vermitteln? ab. London, 27. Dezember. Mit der Ueberreichung der französischen Antwort auf die italienische Note zum Mussolini-Laoal-Ab- fomm:n von 1935 wird nach Ansicht unterrichteter Kreise in London d i e englische Diplomatie in stärkerem Maße als bisher in das italienisch- französische Verhältnis eingeschaltet werden. Die Unterredungen, die der französische Außenminister Bonnet in den letzten Tagen mit dem englischen Botschafter in Paris, Sir Eric P h i p p s, und dem zur Zeit in Paris weilenden französischen Botschafter in London, Sorbin, gehabt hat, gelten als Beweis dafür. Beide Unterredungen fallen sich ausschließlich auf die Tunis-Frage bezogen haben. Wie es heißt, wird Botschafter Corbin nach Neujahr in London zurückerwartet, um Außenminister Lord Halifax noch vor der Abreise der englischen Staatsmänner nach Rom über die französische Haltung in der Tunis-Frage zu unterrichten. Aus unbedingt zuverlässiger Quelle erfährt man weiter, Paris Ijabe in London zu verstehen gegeben, daß die bevorstehenden englisch-italienischen Besprechungen in Rom mit Rücksicht auf die Tunis- Frage in Frankreich dem größten Interesse begegneten; Frankreich würde eine „friedliche I n - t e r d e nt i o n" Englands in dieser Frage b e - grüße n. Es liegen Anzeichen vor, die darauf hindeuten, daß England eine derartige Vermittlungstätigkeit nicht ungern übernehmen würde, da England an einem italienisch-französischen Ausgleich stark interessiert ist. Man will so- gar wissen, Außenminister Lord Halifax werde bereits während der am 16. Januar beginnenden Genfer Ratstagung dem ftanzösischen Außenminister Bonnet das Ergebnis eines englischen Ausgleichsversuchs bekanntgeben. Die | Genfer Besprechung zwischen Lord Halifax und I Bonnet solle an Stelle eines ursprünglich vorgesehenen Besuches von Chamberlain und Lord Halifax in Paris treten. Französische Wünsche. Wird Chamberlain in Paris Aufenthalt nehmen? Paris, 27. Dez. (Europapreß.) Die Pariser Presse erhebt mit großem Nachdruck die Forderung, Chamberlain und Lord Halifax sollten auf ihrer Reise nach Rom in Paris Halt machen, damit die englische und die französische Haltung gegenüber Italien genau aufeinander abgestimmt werden könne. „Es ist unbedingt notwendig", schreibt der „Jntranfigeant", „daß am Vorabend der englisch-italienischen Verhandlungen die französisch-britische Solidarität nochmals bestätigt wird, und daß die französische Haltung gegenüber Italien den englischen Staatsmännern genau präzisiert wird, damit es ihnen möglich ist, Mussolini zu unterrichten." Die Blätter weisen weiter darauf hin, daß Daladier von feiner geplanten Reise nach Korsika und Tunis nicht vordem 11. Januar zurückkehren werde; Chamberlain und Halifax würden aber schon am 9. Januar in Paris durchreisen. Man hält es deshalb nicht für unwahrscheinlich, daß Daladiers Besuchsprogramm noch Abänderungen erfahren werde. Im Gegensatz zu den Forderungen der Presse erklärt man am Quai d'Orsay, eine Aussprache mit den englischen Ministern in Paris stelle keine Notwendigkeit dar, da die englische und die französische Politik vollkommen miteinander übereinstimmten. Die Vermutung, Daladier werde Chamberlain um eine Zusammenkunft in Paris bitten, sei unbegründet. Oie französische presse wehrt sich gegen englische Sensationshascherei. Kein akuter Anlaß zur Verschärfung der italienisch-französischen Spannungen. Londoner Gerüchte. London, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) In den englischen Blättern werden Gerüchte über eine akute Spannung an der Grenze zwischen Französisch, und Italienisch- Somaliland, über die Zusammenziehung italienischer Truppen und die Entsendung französischer Entsetzungsabteilungen sehr beachtet. „Daily Telegraph" will wissen, daß die britische Regierung auf- merksam die Vorgänge in Französisch- So Mali land verfolge und von ihren zuständigen diplomattschen Vertretern Berichte angefordert habe. Das Blatt behauptet, Lord Hali- f a x werde im Notfall die italienische Regierung darüber nicht im Zweifel lassen, daß England Frankreich den Rücken decken werde, es fei möglich, daß die Rom-Reise Chamberlains und seines Außenministers abgesagt werde. Der Pariser Korrespondent der „Dail Mail" schreibt von Vorschlägen, nach denen England und Frankreich sich als Antwort auf die italienischen Ansprüche über eine Art Flottenzusammenarbeit im Golf von Aden einigen würden. Nachdem der „Daily Telegraph" in jeder Beziehung unbestätigte Gerüchte über angebliche deutsche Maßnahmen seinen Lesern vorgesetzt hat, unterbreitet er ihnen die Meldung von italienischen militärischen Operationen auf französischem Gebiet. Das Blatt schreibt, in London sei amtlich noch nichts davon bekannt, daß italienische Truppen 30 Kilometer tief in französisches Gebiet in Somaliland eingedrungen seien, trotzdem aber glaubt das Blatt eine so sensationelle Behauptung, von deren Wahrheit es selbst nicht überzeugt ist, publizieren zu müssen. Entschiedene Znrülkweisnng der Scharfmacher. pariser Dementis. Paris, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Alle von der englischen Presse in großer Aufmachung gegebenen Gerüchte werden von der gesamten sranzöslschen Presse energisch dementiert. Nachdem schon in den Abendstunden des Dienstags gutunterrichtete französische Kreise die verschiedenen Preffeinformationen von angeblichen italienischen Truppenzusammenziehungen in der Gegend von Djibuti und von einer persönlichen Fühlungnahme zwischen den englischen und den französischen Ministern vor der Rom-Reise Chamberlains dementiert hatten, gab auch b i e Havas- g e n t u r ein entsprechendes Dementi heraus. Darin heißt es, daß die außenpolitischen Ereignisse erneut einen Vorwand zur Verbreitung mehr oder weniger sensationeller falscher oder tenden- Ziöser Meldungen gegeben haben. So habe eme englische Zeitung melden wollen, daß die Re lse Daladiers nach Tunesien den Charakter einer regelrechten F l o 11 e n d e m o n - ft r a 11 o n haben würde, die geeignet fein könnte, "uch eine Zusammenziehung der italienischen Flotte auszulosen. Diese Nachricht entbehre jeder Grundlage. Desgleichen dementtert Havas die Gerüchte von einer massiven Zusammenziehung der italienischen Flotte m der Nahe von Dsbuti. Und schließlich betont die Havas-Agentur, daß man in französischen diplomatischen Kreisen nichts davon wisse, daß Chamberlain beabsichtige, in Paris Halt ^Q^?n'«1b€t)ror, er ^ch nach Rom begäbe. -Ote offiziellen Krerse bedauerten, daß bei den onwarttgen Umständen derarttge Nachrichten in ?4^?rV^Ianc!ert würden, ohne daß man zuvor die "«chilykeit nachprufe, um so mehr, als die Der- offentlichung derartiger Falschnachrichten pein- ? u € n auf die internationalen Beziehungen haben konnte. Zu der Falschmeldung s'ck-nÄ--.Übliche Besetzung französi? .^ ^ ?^.tes durch italienische Trup- P.J” b Sastago HutoA rid8 x Tärraqoi Tortosa fltotHa yvihoVOi. A Benicgriay an 28. Dezember 1938 8632V Geldinstitut am «»atze 05672 2 KAPELLEN 5-ZilNIL-WohHling I Mietgesuche I [Stellenangebote! 8630V fodltaü 1,1. Z8 sucht. Schrift!. 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Auch in politisch informierten'Krisen wird betont, es sei a u s g e s ch l o s s e n , daß BZang- tschingwai in irgendeiner Form den Japanern naher- trete, da er hierzu keinen Auftrag habe. Er habe sich vielmehr infolge seines schlechten Gesundheitszustandes nach Hanoi, der Hauptstadt Jndochlnas, begeben. Verstärkte Tätigkeit des Ku Klux-Klan. Washington, 27. Dez. (Europapreß) Der amerikanische Geheimbund Ku-Klux-Klan, der in den letzten Jahren nicht sehr stark in Erscheinung getreten war, hat seine Werbetätigkeit in der letzten Qeit erheblich verstärkt. Die großen Grundbesitzer des Südens, die den wesentlichen Teil der Mitglieder des Geheimbundes stellen, sind vor allem dadurch beunruhigt, daß sich die Neger-Frage und die Frage des Kommunismus zu einem Problem verbinden. Auf den Plantagen und in der Textilindustrie des Südens der Vereinigten Staaten werden in erster Linie Neger beschäftigt. Die kommunistische Gewerkschaftsorganisation C. I. O., die bekannte Lewis-Gewerkschaft, hatte in der letzten Zeit in der Erfassung der Neger große Erfolge zu verzeichnen. Die künftige Arbeit des Ku-Klux-Klan soll in der Hauptsache gegen die Lewis-Gewerkschaft gerichtet sein. Kleine politische Nachrichten. Am 28.Dezember begeht der Stabschef der SA. Viktor Lutze seinen 48. Geburtstag. 1925 führte Lutze die Neuorganisation der Verbände, ihre Einteilung und ihre Dienstabzeichen bet Den SA.-Formationen ein. 1927 wurde er SA.-Fuhrer für das Ruhrgebiet, 1930 oberster SA.-Fuhrer Stoffe zum Wintersport die kauft man jetzt bei BERN ARD Jackenstoffe, 150 cm br.» f. die bunte Ski- *) Oß jacke, in haltbarer Qual. u. schönst.Must., p. m Jackenstoffe. 150cmbr.,f.d.karierte Jacke 1 Iß eine schöne Ergänzung z. flott. Skianzug, p. m J«lv Skituch. 145 cm breit, eine strapazierfähige 1 Eß Ware für Skianzüge.................p.m T«uV Skitrikot. 150 cm br., imprägn. zünft. 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In Mexiko nahm die Kammer den Bericht des Derfassungsausschuffes entgegen und stimmte dem Regierungsvorschlag zu, nach dem für die Ausbeutung von Erdöllagern überhaupt keine Konzessionen mehr erteilt werden. Die Nation wird die Erdölschätze des Landes für die Zukunft selbst ausbeuten. Nach einem Reuter-Bericht aus Bangkok rft vergangene Woche zum dritten Mal in vier Jahren der Versuch unternommen worden, den Ministerpräsidenten von Siam, Pibul Song- gram, zu vergiften. Songgram erkrankte plötzlich zusammen mit Frau und Tochter. Wie die Untersuchung ergab, war das Essen des Ministerpräsidenten vergiftet. Weiterbericht Mit dem Vorstoß feuchtmilder Meeresluft hat sich durchweg in Deutschland erhebliche Frostmilderung und verbreiteter Niederschlag eingestellt, der überwiegend aus Schnee besteht, gelegentlich aber auch mit Regen durchsetzt war. Zu leichtem Tauwetter ist es nur in Nordwestdeutschland gekommen. Die Entwicklung der Gesamtlage läßt vorläufig noch Alleinstehende berufstät. 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Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 ■ Feinste Fisch-Filets B von Seelachs Vjkg 40 Pf. von Kabliau 1I«kg 45 Pf. von Golbbarsch ... ’/okg 52 Pf. Stöcken und Messern angegriffen worden und gezwungen gewesen, von Der Waffe Gebrauch zu machen. Der Preßburger ungarische Konsul hat der slowakischen Regierung eine Note überreicht, in der namens der ungarischen Regierung das Bedauern über die Vorfälle in Szurany ausgesprochen und zugesaot wird, daß eine strenge Untersuchung eingeleitet und die Schuldigen bestraft roerixm würden. Ungarn sei an einem freundschaftlichen Verhältnis mit der benachbarten Slowakei gelegen. Der slowakische Propagandachef Mach besuchte die slowakischen Gemeinden an der Grenze und mußte feststellen, daß Mißhandlungen von Slowaken stattgefunden hätten. Nach seiner Rückkehr hielt Mach über den Preßburger Sender eine Ansprache, in der er den Willen der Slowaken zu einem freundschaftlichen Verhältnis mit Ungarn hervorhob und der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich die Atmosphäre für eine Befriedung bald bessern werde. Vandervelde gestorben. B r ü s s e l, 27. Dez. (Europapreß.) Der Präsident der Belgischen Arbeiterpartei und ehemalige Präsident der Zweiten Internationale, Emil Vandervelde, ist am Dienstag in Brüssel im Alter von 73 Jahren gestorben. Vandervelde hatte seine Laufbahn als Rechtsanwalt begonnen. Schon früh widmete er sich der Politik und der Verbreitung sozialdemokratischer Ideen. Während des Krieges war er Mitglied des belgischen Kabinetts. Nach dem Waffenstillstand erhielt er das Portefeuille des Justtzmml- fters. Im Jahre 1925 wurde ihm eine Proftffur an der belgischen Nationaluniversität in Brüssel übertragen. Nach dem Wahlerfolg der Belgischen Arbeiterpartei im Jahre 1925 trat Vandervelde erneut ins Kabinett ein. Als Außenminister seines Landes war er einer der eifrigsten Verfechter des Locarno- Paktes. In der letzten Zeit machte Vandervel^ insbesondere dadurch von sich reden, daß er den -öarce- lona-Ausschuß lebhaft propagandistisch unterstützte und den Entschluß der belgischen Regierung bekämpfte, die Beziehungen zu Burgos zu normalisieren. _____________________ keine durchgreifende Veränderung erwarten, trief« mehr wird mit nächtlichem Ausklaren auch wieder Anziehen des Frostes verbunden sein. Vorhersage für Donnerstag: Zunächst vielfach aufheiternd, nachts wieder verbreiteter Frost, sonst unbeständig und zu einzelnen Niederschlägen neigend. Winde meist aus nördlichen Richtungen. Vorhersage für Freitag: Unbeständig und zu Niederschlägen neigend, Nachtfrostzunahme. Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags —7,2 Grad Celsius, abends — 3,2 Grad; am 28. Dezember: morgens —1,4 Grad. Maximum — 3,2 Grad, Minimum heute nacht —3,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Dezember: abends 0,9 Grad; am 28. Dezember: morgens 0,4 Grad. — Niederschläge 5 cm Schnee. Winlersporl-Wetlerberichl. Vogelsberg, Herchenhainer Höhe: Bedeckt, — 5 Grad, Gesamtschneehöhe 33 cm, Neuschnee 20 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut, im Walde bis zu 50 cm Schneehöhe. — Hoherodskopf: Nebel, — 5 Grad, Gesamtschneehöhe 25 cm, Neuschnee 12 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut, im Walde bis zu 50 em Schneehöhe. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 25 cm, Neuschnee 5 cm, Schnee-Beschaffenheit: verweht, Schi und Rodel gut. Sauerland, Kahler Asten: Schneefall, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 40 em, Neuschnee 10 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RÄL 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten. 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. stellt zum baldigen Termin liiWie WkM — auch weibliche — zu günstigen Bedingungen ein. Gegebenenfalls besteht Möglichkeit der Einarbeitung. Ordentl. junges Wo für Konditorei und Tages-Cas6 gesucht. 8646Ü Plockstraße v v. | Verkäufe | Schaufenster- Scheibe ca. 1,42x3,19 cm mit Rahmen bill. zu verkauf. Carl Schunck Bahnhofsir. 66. 3 schöne WM« sehr bill. abzug. Schulheim Burg Nord eck über Gießen. | Kaufgesuche"| Gut erhaltener Kleinwagen zu kauf, gesucht. Beilen Baue 21 | Verschiedenes! Moratorium sucht zuverläss. Seherin flotte Handschr., Rechnen u. tauf’ männ. Kenntn. erforderlich. Schr. Ang. mit Zeugnisabschr.u. Gehaltssord. u. 8601Da.d.G.A. Wräiti per 1. Jan. 1939 oder später ge- anöerroeitlqe Beidiüttloung. Schriftl. Angebote u. 8644 D an den Gießen. Anzeiger erdet. Suche Stellung als Mstimüüihen in ruhigen, gepflegt. Haushalt, lege groß. Wert a.Dauerstellung. Schriftliche Angebote u. 05671 an den Gießener Anzeiger erbet. Jüngere, tüchtige Kassiererin per 1. Februar 1939 gesucht.- Schriftliche Bewerbungen unter Beifügung von Bild erbeten unter 8645D an den Gießener Anzeiger Briefordner Schnellhefter, Locher und alle Registraturwaren im s64sA Panierhaas Ernst Balser, Mäflshnrfe 11 w W Nr. 303 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 28. Dezember 1938 Das Recht im täglichen Leben. Pflichten bei Schnee und Glatteis Zahlreiche Polizeiverordnungen, die die Reinhaltung und Wegsamkeit der Ortsstraßen regeln, enthalten keine Bestimmung über Beginn und Ende der Streuzeit bei austretendem Glatteis, oder sie schreiben vor, daß das Streuen zu wiederholen ist, sobald sich wieder glatte Stellen gebildet haben. Es ist die Frage aufgeworfen worden, wie lange in diesem Falle gestreut werden muß. Mit dieser Frage hat sich das Kammergericht in einem Urteil vom 21. Mai 1937 (Juristische Wochenschrift 66. Jahrgang, 5)eft 45, Seite 2828) eingehend befaßt. Das Urteil ist für die Ortspolizeibehörden von besonderem Interesse. Das Gericht stellt den Grundsatz auf, daß da, wo in den Polizeiverordnungen keine Streuzeiten festgesetzt sind, Beginn und Ende der Streuzeit aus der allgemeinen, von der Polizeibehörde gebilligten Hebung entnommen werden muß. Auch hier ist Zweck der Streupflicht lediglich die Sicherung der Fußgänger im Tagesverkehr; es kann also hier nur maßgebend die Frage sein, wann durchschnittlich der Fußgängerverkehr des Morgens beginnt, und wann er abends abzuklingen pflegt. Auf diese Tageszeiten bleibt dann die Streupflicht gewohnheitsmäßig oder nach ständiger Uebung beschränkt, ebenso wie in Orten, in denen bestimmte Streustunden durch Verordnungen festgesetzt sind, außerhalb dieser Stunden keine Streupflicht besteht. Daß sich für bestimmte Straßenzüge eine gewohnheitsrechtliche Verpflichtung herausbilden könnte, an einzelnen Tagen, z. B. an Sonn- und Festtagen, länger zu streuen, kann nicht angenommen werden. Selbst wenn die Ortspolizeibehörde der Meinung sein sollte, daß die Anlieger bestimmter Straßen an Sonn- und Festtagen länger streuen müßten, als sonst in der Stadt gestreut zu werden pflegt, so würde diese Ansicht der Polizei noch kein Gewohnheitsrecht schaffen. Vielmehr würde dazu noch gehören, daß die Gesamtheit der in Fry^e kommenden Anlieger an den Sonn- und Festtagen bei Glatteisgefahr regelmäßig und schon seit längerer Zeit über die in den üblichen Ortsteilen übliche Zeit hinaus gestreut hätten, und zwar in dem Bewußtsein, damit einer rechtlichen Verpflichtung nachzukommen. Es ist kaum denkbar, daß sich ein solches Gewohnheitsrecht je herausbilden könnte. Richtig ist, daß einzelne Anlieger unter Umständen auch zum Streuen in den späteren Abendstunden verpflichtet sind, nämlich dann, wenn sie zu dieser Zeit einen besonders lebhaften Fußgängerverkehr zu oder von ihrem Grundstück eröffnen, z.B. Lichtspieltheaterunternehmer. Dies hat aber mit der allgemeinen Streupflicht der Anlieger nichts zu tun. Ebenso kann es denkbar sein, daß die Polizeibehörde in Einzelfällen von gewissen Anliegern aus besonderem Anlaß verlangen könnte, daß nachts zu streuen sei. Alsdann muß die Polizei aber an jene Anlieger eine besondere Einzelaufforderung ergehen lassen. NSG. Zu dem Runderkaß des Reichsministers des Innern vom 19. Oktober 1938, in dem neue Bestimmungen über die Schneebeseitigung getroffen werden, macht die Fachgruppe Haus- und Grundstückswesen im Amt „Haus und Heim" der Deutschen Arbeitsfront ergänzend darauf aufmerksam, daß die Rechtsprechung im Zusammenhang nut Unfallschäden an die ordnungsmäßige Erfüllung der Schneebeseitigungs- und Streupflicht sehr hohe Anforderungen stellt. _ . . , Hauseigentümer und Hauswarte sind daher eindringlich auf die ihnen zugewiesenen Pflichten hmzu- weisen Den Hauseigentümern obliegt die öffentlich- rechtliche Verpflichtung zur Schneebeseitigung und zum Streuen der Gehsteige. Vielfach lassen die Hauseigentümer die Beseitigung des Schnees und das Streuen bei Glätte durch andere Personen, zumeist durch die Hauswarte, ausführen. Die dem Hauseigentümer auferlegte öffentlich-rechtliche Verpflichtung geht aber auf den Beauftragten nur über, wenn dieser der Polizeibehörde gegenüber im Einverständnis it dieser durch schriftliche und protokollarische Erklärung die Ausführung des Reinigens und Streuens übernommen hat. Aber auch diese Regelung entbindet den Hauseigentümer noch nicht von einer privatrechtlichen Schadenersatzpflicht bei etwaigen Unfällen. Der Hauseigentümer muß vielmehr'durch die Auswahl der bestellten Personen die ordnungsgemäße Erfüllung der Pflichten sicherstellen, d. h. die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachten; der Beauftragte muß eine zuverlässige und vertrauenswürdige Person fern. Verantwortlich ist der Hauseigentümer auch dafür, daß der von ihm Beauftragte über die einschlägigen Vorschriften genau unterrichtet ist und ausreichende Anweisungen bezüglich der Schneebeseitigungs- und Streupflicht erhalten hat. Es empfiehlt sich, dem Beauftragten eine Abschrift der jeweils geltenden polizeilichen Bestim- mungen über die Reinigungs- und Streupflicht auszühändigen und überdies ficherzllstellen, daß die ordnungsmäßige Ausführung der Arbeiten durch den Beauftragten fortlaufend überwacht wird. Durch die neuen Bestimmungen des Reichsinnenministers sind die in einigen Polizeiverordnungen getroffenen Anordnungen bezüglich einer vollständigen Räumung der Gehsteige von Schnee außer Kraft getreten. Im Einvernehmen mit dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen^ empfiehlt der Minister, bei der Schneeräumung künftig so vorzugehen, daß in Straßen, in denen der Fußgängerverkehr es zuläßt und die starke Beanspruchung der Fahrbahn es erfordert, die Bürgersteige nur in einer Breite von etwa 2 Meter vom Schnee völlig befreit werden und daß der dabei zusammengekehrte Schnee auf dem Bürgersteig am Rande der Fahrbahn angehauft wird, und zwar so, daß die Straßenrinne zur Aufnahme des abfließenden Tauwassers frei bleibt. Wo die geringe Breite der Bürgersteige oder ein starker Fußgängerverkehr dieses Verfahren nicht zuläßt, eine Inanspruchnahme der Fahrbahn aber wegen des zu starken Verkehrs nicht angängig erscheint, muß, nach dem Erlaß, für eine baldige Abfuhr des Schnees gesorgt werden. Freiwerdende Grundstücke in die richtige Hand. Dem Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken, soweit sie nicht zu einem Erbhof gehören und damit grundsätzlich unverkäuflich sind, kommt erhebliche Bedeutung zu. Wir erblicken im Grund und Boden die Lebensgrundlage und Betricbsstatte des schaffenden Landvolks. Sie zu erhalten und nach Möglichkeit zu stärken, ist daher oberstes Gebot. Der deutsche Lebensraum ist jedoch für unsere Landwirtschaft betreibende Bevölkerung außerordentlich knapp und bereits auf das Aeußerfte aufgeteilt und ausgenutzt. Mangelnde vorsorgliche und schützende Maßnahmen der Vergangenheit haben es in immer weiterem Umfang mit sich gebracht, daß landwirtschaftlicher Boden in die Hand berufsfremder, ihn nicht durch eigene Leistung nutzender, kapitalkräftiger Personen abwanderte. Die Neufassung der Bekanntmachung über den Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken will diese Erscheinung für die Zukunft ein für allemal verhindern. Eines ihrer Ziele ist daher, bei richtiger und fachgemäßer Beobachtung des Grundstücksverkehrs nationalsozialistische Bodenpolitik durchzuführen, d. h. allmählich eine gesunde Mischung mittlerer und kleiner Bauernhöfe zu schaffen. Denn gerade in dieser Besitzstruktur ist die beste Gewähr für die Gesunderhaltung von Volk und Staat zu erblicken. Eine dieser Tage ergangene lehrreiche Entscheidung des Reichsstatthalters in Hessen, als Beschwerdeinstanz in Grundstücksverkehrssachen, soll diese Absicht des Gesetzes verdeutlichen. Die Erbengemeinschaft B. in A. besitzt eine Reihe von .Grundstücken. Sie beabsichtigt, davon eine Parzelle im Umfang von rund 1 Morgen an den Landesproduktenhändler K. in B. zu veräußern. Das zuständige Kreisamt hatte die Genehmigung zu der vorgelegten notariellen Urkunde versagt, weil der Erwerber als Nichtlandwirt im Hauptberuf anzusehen ist. Hiergegen war fristgerecht Beschwerde eingelegt worden. Das Rechtsmittel wurde mit folgender Begründung zurückgewiesen: Mit Recht geht das Kreisamt davon aus, daß der Erwerber K. im Hauptberuf Landesproduktenhändler und nicht Landwirt ist. Daran ändert aucy die Tatsache nichts, daß er früher einmal einen landwirtschaftlichen Betrieb besessen hat. Nachdem er diesen Betrieb zum größten Teil verkaufte, kann er nicht mehr als Landwirt angesehen werden. Denn gerade aus diesem Verkauf seines landwirtschaftlichen Grundbesitzes ergibt sich mit hinreichender Deutlichkeit seine Einstellung zum Grund und Boden. Im übrigen erfolgt der Neuerwerb weniger zum Zwecke der Wiederaufnahme des landwirtschaftlichen Betriebes, als vielmehr zur Vergrößerung des weinbaulichen Besitzes und zugleich zu einer Verbreiterung der Kreditbasis. Da K. bereits im Alter von 60 Jahren steht, ist auch nicht daran zu denken, daß er sich noch intensiv der Landwirtschaft widmen will. Bei der Verknappung des landwirtschaftlichen Lebensraumes und dem großen Landbedürfnis in der Gemeinde A. ist es erforderlich, freiwerdenden Grundbesitz zunächst zur Stärkung und Auffüllung der zahlreich vorhandenen Klein- und Mittelbetriebe zu verwenden. Es ist nicht angängig und verstößt gegen ein erhebliches öffentliches Interesse, landwirtschaftlich genutzten Boden in die Hände von Berufsfremden gelangen zu lassen. Die Genehmigung ist deshalb zu Recht versagt worden. Diese Entscheidung zeigt, wie seitens der zuständigen Genehmigungsbehörden alles versucht wird, um der die Landwirtschaft im Hauptberuf betreibenden Bevölkerung den Boden als notwendige Lebensgrundlage und freies Eigentum zu erhalten. das, was dem Schuldner verblieben ist, überschuldete Sachwerte sind, auf denen sich der Schuldner eine angemessene Lebenshaltung nicht mehr aufbauen kann. Allerdings ist nicht zu verkennen, daß es viele Fälle gibt, in denen, obwohl sie das Gesetz nicht trifft, eine Hilfe auch angebracht sein könnte. Dabei ist an die Fälle zu denken, in denen der Schuldner erst nach dem Stichtage zusammengebrochen ist, weil er sich mit allen Kräften bemüht hat, mit seinem Unternehmen durchzuhalten. Mancher Schuldner kämpft noch jetzt darum, der aus der Notzeit stammenden Schulden aus eigenen Kräften Herr zu werden und sich sein Unternehmen, seinen Betrieb oder sein Grundstück zu erhalten. Zu diesen Schuldnern gehören die Arbeiter und Angestellten, die mit ihrem Eigenheim noch jetzt in Schuldennot sind, weil sie in der Zeit der Arbeitslosigkeit ihren Verpflichtungen aus den Hypotheken nicht haben nachkommen können. Besonders drückend können bei Arbeitern und Angestellten auch Unterhaltungsschulden sein, die sich während jahrelanger Arbeitslosigkeit angehäuft haben. Da das Gesetz die Möglichkeit vorgesehen hat, es im VerordnunHswege zu ergänzen, wird man davon ausgehen können, daß die Prüfung des einschlägigen Fragenstoffes und Materials mit dem Erlaß des Gesetzes nicht endgültig abgeschlossen worden ist. Neues Verttagsmusier für alle Lehrverträge. Das neue Ehescheidungsrechl. Von Rechtsanwalt Or. Krienih. In dem Gesetz zur Vereinheitlichung des Rechtes der Eheschließung und der Ehescheidung im Lande Oesterreich und im übrigen Reichsgebiet vom 6. Juli 1938 sind die Gründe, die zur Ehescheidung berechtigen, wie folgt neu geregelt: Die Ehe wird durch gerichtliches Urteil geschieden und ist erst mit der Rechtskraft des Urteils aufgelöst. Die nach dem neuen Gesetz vorgesehenen Ehescheidungsgründe sind folgende: I. Ehebruch des anderen Ehegatten: Das Scheidungsverlangen ist jedoch nicht begründet, wenn der eine Ehegatte dem Ehebruch zugestimmt, oder chn durch sein Verhalten absichtlich ermöglicht, oder erleichtert hat. II. Verweigerung der Fortpflanzung: Das Schei- dungsrecht ist hier gegeben, wenn der andere Ehegatte ohne triftigen Grund Erzeugung von Nachkommenschaft verweigert, oder rechtswidrig Mittel zur Verhinderung der Geburt anwendet oder an- wenöen läßt. Die hier maßgebenden Gedanken sind zwar auch schon früher in Entscheidungen, namentlich seit dem Umbruch, immer mehr zur Geltung aekommen, aber erst jetzt gesetzlich verankert, um so gesunden Nachwuchs des deutschen Volkes zu sichern und einen Rückgang der Geburtenziffer zu verhindern. III. Andere Eheverfehlungen: Das Scheidungsverlangen eines Ehegatten ist ferner begründet, wenn der andere Ehegatte durch sonstige schwere Eheverfehlungen (z. B. Mißhandlungen ober Beleidigungen), oder durch ehrloses bzw. unsittliches Verhalten, z. B. durch Begehung strafbarer Handlungen, die Ehe schuldhaft so tief zerrüttet hat, daß die Weiterführung einer dem Wesen der Ehe entsprechenden Lebensgemeinschaft nicht erwartet werden kann. Eine fast gleichlautende Bestimmung war auch schon im § 1568 BGB. enthalten. Neu sind hier folgende Vorschriften eingefügt: Wenn jemand selbst eine Verfehlung begangen hat, so ist er nicht scheidungsberechtigt, wenn stach der Art seiner schuldhaften Verfehlung, besonders wegen des Zusammenhanges der beiderseitigen Verfehlungen der Eheleute, bei richtiger Würdigung des Wesens der Ehe das Scheidungsverlangen nicht sittlich gerechtfertigt erf ';eint, z. B. bei beiderseitigen Beleidigungen, Tätlichreiten öder ehewidrigen Handlungen der Eheleute. IV. Geistige Störungen eines Ehegatten: Scheidungsberechtigt ist ein Ehegatte, wenn eine geistige Störung des anderen Ehegatten, selbst ohne dessen Verfehlung, die Ehe so tief zerrüttet hat, daß eine Fortsetzung der dem Wesen der Ehe entsprechenden Lebensgemeinschaft nicht erwartet werden kann. Dies ist eine ganz neue, dem früheren Recht unbekannte Vorschrift. V. Geisteskrankheit: Hier muß die Krankheit derart fortgeschritten sein, daß die geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufgehoben ist und eine Wiederherstellung nicht erwartet werden kann. Die im früheren Recht festgelegte Frist, daß die Krankheit mindestens drei Jahre gedauert haben müsse, ist also aufgehoben. Aber ebenso wie früher haben über die Frage der Unheilbarkeit der Geisteskrankheit nur medizinische Sachverständige zu entscheiden. VI. Ansteckende, oder ekelerregende Krankheiten, deren Heilung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Auch diese Vorschrift ist völlig neu. VII. Unfruchtbarkeit: Die Scheidungsklage ist hier möglich, wenn der andere Ehegatte nach der Eheschließung vorzeitig unfruchtbar geworden ist, jedoch dann ausgeschlossen, wenn aus der Ehe erbgesunde eheliche Nachkommen erzeugt sind, oder die Eheleute ein erbgesundes Adoptivkind haben. Scheidungsberechtigt ist auch derjenige Ehegatte, der selbst unfruchtbar ist oder aus gesundheitlichen Gründen eine neue- Ehe nicht würde eingehen dürfen. VIII. In den Fällen der Geistesstörung, Geisteskrankheit, ansteckenden Krankheiten und Unfruchtbarkeit darf aber das Gericht die Ehe nicht scheiden, wenn das Scheidungsoerlangen sittlich nicht gerechtfertigt ist. Dies hat das Gericht je nach Lage des Falles unter Würdigung aller Umstände oder zur Entscheidung stehenden Fragen zu prüfen. Vereinigung alter Schulden. Von Or. Erwin pähold, Ministerialrat im Reichsjustizministerium. Das Gesetz über die Bereinigung alter Schulden vom 17. August 1938 will den Schuldnern helfen, die eine besonders drückende Last alter Schulden zu tragen haben. Es kommt den schuldlosen Opfern der überwundenen Zeit des Niedergangs zugute: Bauern, die in Scbuldennot ihren Hof haben hingeben müssen, Handwerkern, Kaufleuten und anderen Gewerbetreibenden, die ihre Werkstatt, ihr Geschäft, ihr Unternehmen mit den dazugehörigen Werten durch Zwangsvollstreckung eingebüßt haben, Schiffern, deren Schiff zur Zwangsversteigerung gelangt ist, Arbeitern, Angestellten und Beamten, die sich Haus und Hof geschaffen hatten und die diesen Besitz nicht halten können, Angehörigen anderer Berufe, die wirtschaftlich zusammgebrochen sind, Haus- und Grundbesitzern, die ihr Eigentum durch die Zwangsversteigerung verloren haben. Sie alle haben nicht nur ihr Hab und Gut zur Befriedigung ihrer Gläubiger hingeben müssen, sondern sind obendrein meistens noch mit Den Schulden belastet geblieben, die seinerzeit bei den Zwangsverkäufen nicht gedeckt werden konnten. Diese alten Schulden sollen bereinigt, d. h. in ein erträgliches Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit des Schuldners gebracht werden. Das Gesetz hat einen Stichtag bestimmt, den 1. Januar 1934. Nur wenn der Schuldner d o r dein Stichtage wirtschaftlich zusammengebrochen ist, kann er die Bereinigung der alten Schulden erlangen. Zweifel bestehen häufig darüber, was hierbei unter wirtschaftlichem Zusammenbruch zu verstehen ist. Man wird als Zusammenbruch die wirtschaftliche Lage des Schuldners ansehen können, in der er die Herrschaft über sein Unternehmen verloren hat und gezwungen ist, es den Zwangsmaßnahmen der Gläubiger 'preiszugeben. Dem Zusammenbruch des Schuldners ist in der Regel die Auflösung seines Vermögens durch Konkurs, Zwangsversteigerung oder sich häufende Vollstreckungen in das bewegliche Vermögen gefolgt. Daß auch die Auflösung des Vermögens vor dem Stichtag liegt, ist, wie der Gesetzeswortlaut ergibt, nicht vorausgesetzt. Außer dem Stichtag ist die folgende wettere Voraussetzung der Schuldenbereinigung zu beachten. Der Schuldner muß die wirtschaftliche Grundlage seiner selbständigen Lebenshaltung zur Befriedigung seiner Gläubiger hingegeben'haben. Handelt es sich um einen früheren Eigenheim- ober Haus- und Grundbesitzer, der mit seinem Grundstück in Schuldennot geraten war, so muß er seinen Grundbesitz infolge Anordnung der Zwangsversteigerung verloren haben. In beiden Fällen kommt also das Gesetz nur zur Anwendung, wenn der Schuldner sein von der Ueberschuldung betroffenes Vermögen durch die Zwangsmaßnahmen der Gläubiger eingebüßt hat. Diese Regelung hat folgenden Grund: Wie in dem Gesetzesvorspruch hervorgehoben ist, will das Gesetz denen helfen, die „in der vergangenen Notzeit wirtschaftlich zusammengebrochen sind und ihr Vermögen zur Befriedigung ihrer Gläubiger hingegeben haben". Diese Schuldner sollen durch alte Schulden, die „bei der erzwungenen Vermögensauf- lösung nicht getilgt werden konnten", nicht gehindert werden, sich eine neue Lebensstellung aufzubauen und zu einer angemessenen Lebenshaltung zu gelangen. Der Bereinigung unterliegen demnach die alten Schulden, die durch eine erzwungene Vermögenshingabe nicht getilgt werden konnten. Das bedeutet, daß diese alten Schulden, soweit sie nach der Leistungsfähigkeit des Schuldners als uneinbringlich anzusehen sind, unter Umständen ganz gestrichen werden können. Das Gesetz hat sogar die Richtlinie gegeben, dem Schuldner in der Regel alle alten Schulden, die er im Laufe von zehn Jahren nicht abtragen kann, zu erlassen. Dieser großzügige Schuldenerlaß setzt voraus und wird dadurch gerechtfertigt, daß der Schuldner in der Schuldennot das Aeußerste getan fjat, was er zur Befriedigung der Gläubiger hat tun können: er hat fein Vermögen hingegeben, damit sich die Gläubiger daraus befriedigten. Hat der Schuldner fein überschuldetes Unternehmen, seinen betrieb,, sein Grundstück nicht hingeben müssen, ist er noch im Besitz der Substanz seines Vermögens, so fehlt es an einer wesentlichen Voraussetzung für die Schuldenbereinigung, die das Gesetz geregelt hat. Hat der Schuldner, der bei Ausübung eines selbständigen Berufes wirtschaftlich zusammengebrochen ist, nur wesentliche Teile seines Vermögens, nicht aber das ganze der Zwangsvollstreckung unterliegende Vermögen hin- gegeben, so wird es darauf ankommen, ob die Vermögensteile, die er hingegeben hat, die Grundlage seiner selbständigen Lebenshaltung waren. Diese Voraussetzung kann z. B. dann gegeben sein, wenn Das Jugendschutzgesetz des Dritten Reiches, sowie die Veränderungen im Reichsschulpflichtgesetz machen es notwendig, die eingetretenen Neuerungen auch in die Lehrverträge einzubauen. Auch sind bereits einige neue Dertragsmuster angewandt worden, die sich in mehreren Punkten bewährten, sodaß die günstigen Erfahrungen auf Grund dieser Vertragsmuster ebenfalls verwertet werden können. Von den zuständigen Stellen ist deshalb ein neues Vertragsmuster aufgestellt worden. Vorläufig soll dieses neue Vertragsmuster aber auch nur als eine Uebergangsregehing gelten, bis das künftige natio« nal sozialistische Berufsausbildunggesetz vorliegt, aus dem sich erst die endgültige Gestaltung der Lehrverträge ergeben wird. Hinsichtlich der Lehr dauer siecht das neue 23 er» tragsmustsr bereits die dreijährige Ausbildung vor mit der Maßgabe, daß je nach den Umständen eine Verkürzung eintreten kann. Da das Jugendschutzgesetz mit als Grundlage gilt, wird bis auf wenige Ausnahmen die 48-Stunden-Wache für die Jugendlichen eingeführt. Wichtig ist die Verpflichtung des Lehicherm, dem Lehrling eine gründliche planmäßige praktische Beschäftigung mit allen Arbeiten seines Berufes vertraut zu machen. Dies bedingt, daß nur solche Leistungen vom Lehrling verlangt werden, die mit dem Wesen der Ausbildung vereinbar sind und sein Leistungsvermögen nicht offensichtlich übersteigen. Jede entgeltiche Nebenbeschäftigung ist dem Lehrling künftig untersagt, selbst bann, wenn sie vom Lehrherrn gench» migt würde. Auf diese Weise soll eine Verlängerung der Arbeitszeit vermieden werden. Sehr zu beachten ist ferner, daß der Lehrling für die Dauer der Lehrzeit eine feste Erziehungsbeihilfe erhält; sie ist auch für die Zeit des Urlaubs sowie für die Berufsschulzeit weiterzuzahlen. Die Erziehungsbeihilfe stellt keinen Lohn dar; deshalb muß sie auch an Wochenfeiertagen und während der Erkrankung des Lehrlings weitergezahlt werden, und zwar bis zu acht Wochen. Auf keinen Fall dürfen für die ohne Verschulden des Lehrlings versäumte Arbeitszeit Abzüge irgendwelcher Art vorgenommen werden. Ist der Lehrling in die häusliche Gemeinschaft des Lehrherrn auf genommen worden, so muß ihm gesunde, saubere Unterkunft und ausreichende Kost sowie ent wöchentliches Taschengeld gewährt werden. Die Richtlinien des Reichsarbeitsministeriums vom 26. Oktober 1934 sind dabei zu beachten. Der Erholungsurlaub für den Lehrling regelt sich nach dem Jugendschutzgesetz; er ist damit zur Pflicht geworden. Anderseits ist der Lehrling verpflichtet, sich während der Lchrzest den Zwischenprüfungen für sein Fach zu unterziehen und vor Beendigung der Lehrzeit die Gesellenprüfung abzulegen. Schließlich sieht das neue Vertragsmuster eins vorzeitige Auflösung des Lehrvertrages nur für die Fälle vor, in denen besttmmte, in der Gewerbeordnung aufgeführte Gründe dafür vorhanden sind. Richtlinien bleiben dabei, daß die veralteten und überholten Entlassungbestimmungen möglichst in den Hintergrund treten sollen. Gegen den Ardettsvettragsbrnch Schon immer ist es zu verurteilen gewesen, wenn ein Arbeiter oder Angestellter unter Bruch des Arbeitsvertrages seine Arbeitsstelle verlassen hat. Heute kann es für ein solches Verhalten einen Entschuldigungsgrund "überhaupt nicht mehr geben. Denn wir stehen ja nicht mehr im Zeichen des Klassenkampfes, sondern die betriebliche Arbeitsgemeinschaft bildet die Grundlage unserer Sozial- Dränung. Das vertragswidrige Verlassen des Arbeitsplatzes ist deshalb ein schwerer Treubruch gegenüber dem Betriebsführer, weiterhin ein Treubruch gegenüber der Volksgesamtheit, da durch ein solches Verhalten naturgemäß der reibungslose Lauf der Wirtschaft gestört und damit die Erfüllung der staatspolitisch vordringlichen Aufgaben gehindert wird. Rein zivilrechtliche Ansprüche hat der Unternehmer immer gehabt, wenn ein Gefolgschaftsmitglied sich des Vertragsbruches schuldig machte. Wer einen Vertragsbruch begeht, hat grundsätzlich den gesamten Schaden zu ersetzen, der durch sein Verhalten entstanden ist oder entsteht. Ohne Nachweis über die Höhe des entstandenen Schadens kann nach § 124 b und 133 e der Gewerbeordnung ein Unternehmer, der in der Regel mehr als 20 Arbeiter beschäftigt, von einem Vertragsbrüchigen als Entschädigung für jeden Tag des Vertragsbruchs und für jeden folgenden Tag der vertragsmäßigen oder gesetzlichen Kündigungsfrist, höchstens aber für eine Woche, den Betrag des „orksüblichen Tagelohns" fordern. Ist der entstandene Schaden höher, so kann der Unternehmer volle Schadenersatzansprüche auf § 326 des Bürgerlichen Gesetzbuches stützen. Damit aber ist die zivilrechtliche Haftung des Vertragsbrüchigen Zusammenwirken aller Figuren. 6 6 4 3 2 gegne- Wie? Angriff und Gegenangriff. Millionenschwindel pariser Kilmjuden In befehl gegen Die Drei Jean Cerf (Simon Aus aller Wett Verauftrag an den Reichswirtschaftsminister, alle einem Sterk Schach-Ecke Gearbeitet von K. Helling. Honen Franken erhöht worden, 1930 seien 100 Ml- lionen neue Aktien ausgegeben worden. Eigenartigerweise sei aber nie eine Dividende ausgeschüttet worden, bis schließlich eine Gruppe von Aktieninhabern Anzeige erstattete. Die gerichtliche Untersuchung habe zu dem Ergebnis geführt, daß am 17. Februar 1936 die Filmgesellschaft Paths Cinema in Bankrott erklärt wurde. Die Leidtragenden hätten Klage eingereicht, was schließlich zur Verhaftung des Juden Nathan und seiner Helfershelfer geführt habe.. Die Drei Verhafteten hatten das Gaunerstück fertiggebracht, die Pläne von neuen Projektionsapparaten von Technikern der Pathö-Filmgesellfchaft zeichnen zu lassen, diese Pläne dann auf ihren eigenen Namen auf Grund einer fiktiven Gesellschaft patentieren lassen, um die Lizenz schließlich wieder an die Pathe Cinema zurückzuverkaufen. Allein auf diese Weise soll es gelungen sein, die Aktionäre um über 7 000 000 Franks zu schädigen. Auf Grund einer Klage des Konkursverwalters, gestützt auf einen Bericht der Bücherrevisoren, hat der Untersuchungsrichter Haftbefehl gegen Die drei Juden Berhard Nathan, Jean Cers (Simon Hirsch) und Alexandre Johanides erlassen, die bereits ins Gefängnis eingeliefert worden sind. Die Verhaftung der drei Schwindler hat in französischen Filmkreisen, in denen die drei Juden eine hervorragende Rolle spielten, größtes Aufsehen verursacht. Ihre Gesellschaft besaß in Paris und in der französischen Provinz eine große Anzahl von Lichtspielhäusern und produzierte außerdem jährlich zahlreiche große Filme. Die bekanntesten Filmstars, die berühmtesten Regisseure und die naitihaftesten Autoren arbeiteten an den großen Filmen der Gesellschaft mit. Simon Hirsch aus Dem Betrüger-Trio machte sich in französischen Theater- und Filmkreisen sowie in Der Sportwelt sehr wichtig und besaß zahlreiche Rennpferde. Außerdem war Simon Hirsch bei der Dolksfrontregierung gut angeschrieben. Reichseinheitliche Lehrlingsrolle bei den Industrie- und Handelskammern. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Um eine Ueb erficht über die Lehrlinge der einzelnen Bezirke zu gewinnen, ist seit Jahrzehnten bei Den Kammern, Innungen und Zünften usw. eine Lehrlingsrolle geführt worden, Deren Form und Inhalt jedoch in Den verschiedenen Bezirken starke Abweichungen enthielten. Wenn auch der Inhalt der Lehrlingsrolle bei Den Industrie- und Handelskammern eine gewisse Vereinheitlichung erfahren hat,fo war doch Die Ordnung Der Eintragungen nicht endgültig festgelegt. Außerdem entsprach die Lehrlingsrolle nicht Den Anforderungen, die infolge der schnellen Entwicklung Der Berufsausbildung und Berufslenkung an ein umfassendes und zuverlässiges Instrument der Kammern gestellt werden mußten. Der Reichswirtschaftsminister hat nun eine r e i ch s einheitliche Lehrlingsrolle genehmigt, die bei sämtlichen Industrie- und HanDelskammern sofort einzuführen ist. Eine reichseinheitliche Lehrlingsrolle für Die Handwerkskammern wird in Kürze folgen. Die Lehrlingsrolle enthält sämtliche Unterlagen, Die für Die Verteilung der Jugendlichen und für die Erziehung Der Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind. Sie verfolgt das Berufsschicksal des einzelnen über drei Jahrzehnte. Gerade im Hinblick auf den Son- 8 Sc3 ßg4. 9. H3 H5. 10. Lb3 Sd4. 11. Hg4: Hg4: zur abgebildeten Stellung. Weiß ist scheinbar in einer bedrängten Lage, Denn Der angegriffene Sf3 Darf ich nicht rühren wegen DD8—H4. Auf Lb3—a4+ fann sich Schwarz mit SD4—c6 sicherstellen. Weiß and jeDoch epie Möglichkeit Die Partie nicht nur zu retten, fonDern sogar auf hübsche Weise zu gewinnen. Wodurch? Die abgebilDete Stellung kam vor in Massenwettkamps zu RotterDam zwischen Weiß) unb Fontein (Schwarz). Schwarz ist am Zuge. Durch Den letzten „ „ rischen Zug Sc4—a5 finD Die beiden schwarzen Läufer angegriffen. Trotzdem kann Schwarz vermöge seiner wirksamen Figurenstellung Durch eine hübsche WenDung entscheiDenDen Vorteil erringen. memelDeutscher Banken unb Firmen betroffen worden. Jtzigfohn machte bei seinen Betrügereien auch nicht vor seinen Rassegenossen halt. So hat Das Bankunternehmen Des Juden Komikoff, Der sein Vermögen aus Den Schachergeschäften Der großen sowjetrussischen Zuckertransporte für Das Memelland und Litauen Der Jahre 1933 bis 1935 gezogen hat, erhebliche Verluste erlitten. Zwillinge im Rauch erstickt. In der Wohnung eines Bäckermeisters in Eitorf an Der Sieg brach ein Zimmerbrand aus. Es entwickelte sich ein starker Rauch, Durch Den Die beiDen im Nebenzimmer schlafenDen, neun Monate alten Zwillinge Des Bäckermeisters erstickten. Als das Paris, 27.Dez. (DNB.) Nach Dem Bankrott der Pathe-Nathan-Filmaesellschaft wurden Der Jude Nathan unb zwei Genossen roeaen Unterschlagung unb Betrügereien, bie in bie Millionen gehen, verhaftet. „Paris Sotr" berichtet, 1920 habe Nathan sich noch T a n n e n z a p f genannt. Er sei aus einem tiefen Winkel Mitteleuropas gekommen und habe sich in Frankreich naturalisieren lassen. Er habe sofort für Das Filmwesen ein besonderes Interesse gezeigt, aber zu Beginn sich mit einem „besonderen und heimlichen Zweig" die- fer neuen Kunst beschäftigt. Nathan sei Der Schöpfer von Kleinfilmen, über Deren Natur Die Zeitung sich nicht weiter auslassen möchte, und Die für eine Reihe von befonberen Häusern bestimmt seien, Die Die Polizei überwache. Im Jahre 1926 sei es Nathan gelungen, eine Filmkopieranstalt zu gründen. Zwei Jahre später, beim Aufkommen des Tonfilmes, habe er bas Aktienpaket gekauft, bas Dem Filminbustriellen Pathä in Der Filmgesellschaft Pathe Cinema Den überwiegenden Einfluß verschaffte, und habe es verstauben, biefe Aktien z. T. mit Geldern zu bezahlen, Die sich in Der Kasse derselben Gesellschaft befunden hätten. Von diesem Augenblick an habe es keinen Tannenzapf, sondern mir noch einen Bernhard Nathan gegeben, und Das alte Haus Pathe sei in Path6-Nathan umbenannt worden. Für Nathan und seine ganze Familie habe nun ein herrliches Leben angefangen. Sein Bruder Emil sei Technischer Generaldirektor und sein Schwager Rene Generaldirektor der „Propagandazentrale" geworden. Bei jeder besonderen Gelegenheit seien Banketts und Galaempfänge gegeben worden, immer hätten bei diesen Festen eine Reihe von Ministern als Ehrengäste an der Seite Nathans gesessen. Inzwischen sei Die Gesellschaft Paths-Nathan das'bedeutendste französische Filmunternehmen geworden, dessen Gewinne in Die Millionen gegangen seien. Das Grundkapital von 15 Millionen Franken sei auf 160 Mil- mitglieD", so heißt es nämlich im Teil 1, Ziffer 4 Der Anordnung, „ist verpflichtet, die von ihm ordnungsgemäß übernommene Arbeit anzutreten und die ihm übertragenen Arbeiten nach festem Können verantwortungsbewußt auszuführen." Wer Der Anordnung zuwiberhandelt oder sie umgeht, wirb auf Antrag des Reichstreuhanders gemäß ber Verordnung über Die Lohngestaltung vom 25. Juni 1938 mit Gefängnis und Geldstrafe letztere in unbegrenzter Höhe, ober mit einer biejer Strafen bestraft. Wer Arbeitsoertraasdruch begeht, hat also nunmehr mit schwerster Bestrafung zu rechnen. Dies um so mehr, als irgendwelche Milderung^ gründe für Den Arbeitsvertagsbruch nicht ms Feld geführt werben können. , In seinen Erläuterungen zu Der Anordnung sagt Der ReichstreUhänber, daß ber bisherige Weg „zur Bekämpfung ber immer mehr um sich greifenden Vertragsbrüche" nicht mehr ausreiche, „wenn oftent- liche Interessen auf Dem Spiel stehenDann heißt es weiter: „In Den beutschen Betrieben soll im Zeichen Des Dierjahresplanes zum gemeinen Nutzen von Volk und Staat gearbeitet werden. Wer diese Arbeit rechtswidrig stört, hat sich vor Der Volksgemeinschaft zu verantworten. Bei Dem heutigen Mangel an Arbeitskräften sind Arbeitsvertragsbrüche eine Gefährdung Der Aufgaben, Die Den Betrieben durch Den Vierjcchresplan gestellt worden sind. Sie erschweren Den geregelten Arbeitseinsatz unb müssen deshalb im öffentlichen Interesse unterbunden werden." Dies erfolgt durch die Reichstreuhanberanordnung auf vier Wegen: Einmal haben Arbeitsvertragsbrüchige nunmehr eine weit schwerere Bestrafung zu erwarten als bisher. Zum zweiten werben sich in Zukunft auch Unternehmer oder ihre Beauftragten zu verantworten haben, wenn sie Gefolg- schaftsmitglieder anderer Betriebe unter Verleitung zum Vertragsbruch für sich zu gewinnen suchen. Weiterhin haben Die Betriebsführer und ihre Beauftragten Strafen zu gewärtigen, wenn sie sich bei Der Einstellung Der neuen Gefolgschaftsmitglieder nicht davon überzeugen, ob Die Bewerber aus ihrem bisherigen Betrieb ordnungsmäßig ausgeschieden sind. Endlich wird auch in solchen Fällen eingegriffen, in Denen Gefolgschastsmitglieber in ihren Leistungen absichtlich nachlassen. Lösung der Schachaufgabe ..Lin unbedachter känigszug". Weiß: Kgl, Tb5, bl, Lb7, Ba2, b4, e3, f2, g2, H4 (10). Schwarz: Kf7, Tb8, Te7, Sf8, Ba7, a5, e6, f5, g7, H7, (10). Weiß gewinnt. — 1. £b5Xf5+, e6+f5. (Auch nach anderen Zügen behält Weiß sein lieber- gewicht.) 2. £b7—b5+, Kf7—f6. 3. TblXb8, Sf8—D7. (Ober 3...., Sf8—g6. 4. H4—H5 mit Springergewinn.) 4. Tb8—b5, a5—a4. 5. Tb5—a5, Sd7—d6. 6.Lb5—e6, und Weiß erobert noch einen zweiten Bauern, was zum Gewinn ausreicht. Lösung der Schachaufgabe „Ausnutzung eines Fehlzuges . Weiß: Kgl, Dbl, Tal, Tel, Lb3, Sc3, Sb2, Ba4, b4, b4, e3, f2, g2, H2 (14). Schwarz: Kg8, DD6, Te7, Tf8, Lg4, Se6, Sg7, Ba6, b7, c6, D5, f7, g6, H7 (14). Weiß gewinnt. — 1. Sc3—e4! (Dasselbe Ziel erreicht auch Sb2—e4. Durch ben Angriff gegen bie schwarze Dame gelangt ein weißer Springer nach f6.) 1. ...» b5Xe4. 2. Sb2Xe4, Db6—c7. 3. 9 m r Sinar der st seiner Moni W rend res ner Fest zu „mi sche ZU men allei nätf Zum Sow Tschk schen Teil riats zeitig der e Ende Senfe völlig Au Pari« aus, der feine1 2 stein Iah, Ober Berg Stru änbe 91 ei garn 3r Mäy recht« didat, Beftr her • Die "ien Bittle, gen i 193? Derlei tfn j Sann (N k N «t Äi Jtoten !°lgsle hen ei °°°h IPQter • große' VY.N Karl Ritters Film „pour le mente" "’-’T Kalender und Almanache für 1939 SJt.-'fpoit Das Schweiz. Ehringshausen 1. 3gb. — Spogg. 1900 Ia-3gb. 0 :8. der 11 Fußball-Länderspiele im nächsten Jahr. Nächste Ereignisse im Krastschrsport und Volkstum, Vergangenheit und Gegenwart werden uns in Wort und Bild vielgestaltig nähergebracht. Das Leben und Schaffen der Menschen unserer Tage, die Verbundenheit aller Volksgenossen untereinander, Volksleben, -Kultur und Volksarbeit spiegeln sich in den Abhandlungen und Abbildungen wider. , — Deutscher Kalender. Achtzehnter Jahrgang, Preis 2,50 RM. Verlag Carl Gerber, München. — (471) — Der beliebte Abreißkalender enthält Bilder aus Großdeutschland. Man kann den Kalender nicht durchblättern, ohne Reisefieber zu verspüren. Auf 122 Blättern werden charakteristische Bilder von guten Photos aus dem schönen Deutschland gezeigt, die beim Beschauer die Sehnsucht wecken, diese prächtigen Landschaften mit eigenen Augen zu schauen. — Badischer Kalender 1939. 23. Jahrgang. Herausgeber: Landesfremdenverkehrsverband Baden, Karlsruhe. Verlag: Centraleifenbahnbuch- hondlung C. Schmitt, Heidelberg. Preis 2,25 Mk. — (391) — Das schöne Heimatbildwerk des Badischen Kalenders ist im 23. Jahrgang erschienen. Wieder bilden den Inhalt die besten Aufnahmen aus der Landschaft des deutschen Südwestens, aus den alten Städten am Oberrhein, aus den Dörfern des Schwarzwaldes, von den Burgen und Schlössern zwischen Main, Neckar und Rhein. Aus dem Volksleben des badischen Landes berichtet der Kalender ebenfalls. — Bayern-Kalender. Verlag Carl Gerber in München, Preis RM. 2,50. — (471) — Die Bilder sprechen von der unerschöpflichen Schönheit des Bayernlandes. Dabei ist in diesem Jahrgange neben der Wiedergabe trefflicher Bilder, die das großartige Aufbauwerk Adolf Hitlers vor Augen stellen, wiederum darauf Gewicht gelegt worden, Rundfunkprogramm Donnerstag, 29. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Dem Opernfreund. Dramatische Höhepunkte in Puccini-Opern. 15: Spiel unterm Weihnachtsbaum. 15.30: Zwischen den Jahren, zwischen den Zeiten! Eine Stunde der Besinnung. 16: Wir singen und spielen von Liebe und Seligkeit. Einlage 17 bis 17.10: „Die Silvesterbraut" 18: Aus Arbeit und Beruf: „Das Jugendschutzgesetz tritt in Kraft". 18.30: Lustige Gaunerstreiche. Ein fröhlicher Feierabend. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: NSKK. — voran! Marschlieder des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: „Kampf der Tropengeißel". 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2.15: Nachtkonzert. mit Ohrdorf als Hauptquartier der Schauplatz, und in diesem Jahre tummelten sich die Soldaten in Paderborn und dem Teutoburger Wald. Zum dritten Male trägt die Wehrmacht ihre Meisterschaft selbständig vom 4. bis 6. Mai 1939 aus. Als Austragungsstätte wurde der T r u p- penübungsplatz Wildflecken bei Brüt- k e n a u gewählt. Er weist Höhenunterschiede bis zu 300 Meter auf und vereinigt Geländeschwierigkei- ten mit besonderen landschaftlichen Reizen. Neu ist der Fortfall einer Meisterschaft für Einzelfahrer; unter den Bewerbern sind nur Mannschaften. Feldwebel Meier vor neuen Plänen? Das größte Talent des Motorrad-Rennsports, das Deutschland nach dem Uebertritt Bernd Rosemeyers zum Rennwagen hervorgebracht hatte, war Feldwebel Georg Meier. Er führte feine BMW. im ersten Jahr seiner Laufbahn als Rundstreckebfahrer zur Europameisterschaft. Meier hat feinen Vertrag mit BMW. noch nicht erneuert, und es geht das Gerücht, daß er sich mit anderen Plänen trägt. Für das kommende Jahr haben die Münchener den wiedergenesenen vielfachen Meister Karl Gall und Ludwig Krauß zur Verfügung. An leine Verpflichtung des Lampertheimer Privatfahrers Herz, der sich in der letzten Rennzeit sehr tapfer hielt, hat man — wie BMW. mitteilt — nicht gedacht. Erstes Autorennen in Eritrea. Die ungewöhnliche Schnelligkeit, mit der die Italiener an den Bau moderner Straßen in den neuen Kolonialgebieten in Ostafrika Herangehen, gestattet es ihnen, schon frühzeitig den Automobilsport in diesem Neuland zu pflegen. So gab es an den Weihnachtstagen das erste offizielle Eritrea-Rund- streckenrennen (wobei man unter „Eritrea" das ganze Jtalienisch-Ostafrika zu verstehen hat). Sieger der 105 Kilometer langen Fahrt wurde in der Klasse der Wagen mit Kompressoren der Italiener Romano auf Alfa Romeo in 1:06:07,8 (Stundenmittel 98,723 Kilometer) vor seinem Markengefährten d'Agata in 1:13:26,2. Das 90-Kilometer-Rennen der Wagen ohne Kompressoren gewann Gaj auf Maserati in 51:26,2 vor Bigi auf Fiat-Balilla in 53:22,4. — Der Köhlersche F l o t t e n k a l e n d e r 1939 (Wilhelm Köhler Verlag. Minden i. W.) bringt u. a. spannende Erzählungen und Erlebnisse aus allen Weltmeeren, Marinegeschichten aus Krieg und Frieden. — (441). — — Köhlers Heeres-Kalender 1939 (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W. Preis 1,30 Mark) bringt u. a. spannende Erzählungen aus Krieg und Frieden, Geschichten aus der heutigen Wehrmacht, interessante Berichte von neuzeitlichen Manövern und Kampfmitteln neben Darstellungen aus großer geschichtlicher Vergangenheit. Wir finden Lebensbilder führender Männer unserer Wehrmacht und einen Querschnitt mit reichem Zahlenmaterial durch die Rüstungen unserer Nachbarn. — (438). - das „unbekannte" Bayern im Bilde reden zu lassen, wodurch die vielen Freunde des Landes angeregt werden sollen, sich mehr noch als bisher jenen Gebieten zuzuwenden, die, abseits vom großen Reisestrom liegend, so viele köstliche Perlen landschaftlicher, künstlerischer und städtebaulicher Art gleichwie im Verborgenen hüten. — Der silberne Kalender auf das Jahr 19 39. RM. 2,50. Waldemar Klein, Berlin. __(543)— Dieser sehr geschmackvolle Kalender enthält 24 Reproduktionen aus kunstgeschichtlichen Verlagswerken, die großenteils früher hier besprochen wurden.... nach Gemälden von Brueghel, Holbein, Altdorfer, Dürer, Michelangelo, Botticelli, C. D. Friedrich,' Ludwig Richter, Degas, Cezanne, Dan Gogh, Werner Peiner; auch Proben jener neuentdeckten pompejanischen Wandbilder finden sich, von denen seinerzeit ausführlicher die Rede war. Dazu als Text neben dem Kalendarium Aphorismen über die Kunst. Es ist zu begrüßen, daß die Reproduktionen herausgetrennt und als Postkarten verschickt werden können, hth. sielen den teils verschneiten und vereisten unbespiel- baren Plätzen zum Opfer. Lediglich das Spiel der la-Jugend in Ehringshausen konnte ausgetragen werden. Hier konnte die la-Jugend der Blauweißen einen Triumph feiern und die Platzmannschaft mit einem eindeutigen Ergebnis niederringen. Der Sturm hat feine neue Stärke unter Beweis gestellt. Kurze Gportnotizen. Die Prämien von 3 0 0 0 und 1000 Mk., ausgesetzt von den Conti-Werken in Hannover für die Ueberbietung des Welt- und deutschen Rekords über eine Stunde im Radsport, sind für dieses Jahr verfallen, da nicht ein einziger deutscher Fahrer einen Versuch unternommen hat. Für 1939 sollen die Prämien erhöht werden. In Davos begannen die Eishockey-Kämpfe um den Spengler-Pokal. Der EHE. Davos schlug den Züricher SC. 3:0 und die Oxforder Studenten bezogen vom LTC. Prag eine deutliche Abfuhr von 0:30 Toren. Das Eishockey-Turnier um den Gold- Pokal von St. Moritz endete mit dem Siege der „Schwarzblauen Teufel" von Mailand, die im entscheidenden Kampf knapp mit 1:0 über Göta Stockholm siegreich blieben. Sprunglauf-Sieger in St. Moritz wurde der Grindelwalder Fritz Kaufmann mit Note 330,10 und dem weitestem Sprung des Tages von 65 Meter. Al" > - Büchertisch. — Dora Lotti Kretschmer: Es geht nicht ohne Ampel e. Roman. 355 Seiten. Leinen 4,50 RM. Bergstadtverlag, Breslau 1. —(461)— Als im Kriege der Hunger fein Regiment beginnt, tritt Ampele, ein Mädchen aus Oberfchlefien ihren Dienst in einer städtischen Familie an. Sie bringt alle guten Eigenschaften ihres Menschenschlages mit: beängstigende Arbeitskraft, Zuverlässigkeit und Treue. Es gibt schon keinen Hausherrn mehr und die Mutter der drei Kinder liegt krank im Bett. So wird für Ampele diese Familie zum Inhalt ihres Lebens, und sie bringt Opfer über Opfer, um den Kreis zusammenzuhalten und über die schwere Zeit Hinwegzubringen. So spiegelt sich hier noch einmal das deutsche Schicksal feit 1914 im Kreise einer Familie. .. „ — „Takayama ringt um sein Gluck. Eine Erzählung aus dem japanischen Sportleben von Artur E. Gr ix. Mit vielen Zeichnungen von Peter W y w i o r s k i. RM. 2,40. Walter Flechsig Verlag, Dresden. — (356.) — Takayama, ein junger Japaner, arbeitet sich mit Ehrgeiz und Fleiß zum ersten Ringer seines Landes empor, besiegt seinen Nebenbuhler und persönlichen Feind, der ihm nach dem Leben trachtet, und gewinnt seine Jugendfreundin zur Frau. Eine gute Schilderung der Sitten und Gebräuche Japans, feines Volks- und Sportlebens. Die für Weihnachten abgeschlossenen Jugendspiele HJ.-Mannschaften der Spieloereinigung 1900 ___ deutsche Fußball - Länderspielprogramm wurde um ein Spiel bereichert und weist nun für 1939 nicht weniger als 11 Begegnungen auf, von denen neun im Ausland und nur zwei auf deutschem Boden stattfinden werden. Neu hinzugekommen ist ein Kampf gegen Jugoslawien, der am 26. Februar im Berliner Olympiastadion stattfinden soll. Es handelt sich hier um das erste offizielle deutsch-jugoslawische Länderspiel. Der Terminkalender für 1939 tautet im einzelnen rote Mit einem farbigen Titelbild von Prof. Rolf Regele und 12 vierfarbigen Blumenbildern nach Gemälden von H. Spörl, Rolf Regele, E. E. Heinsdorff, F. Murr, Hans Dieter, I. von Destouches. Preis 1,75 Mark. Friedr. Adolf Ackermanns Kunstverlag, München. — (519) — Der Blumen-Kalender zeigt alle 14 Tage ein neues farbenfrohes Bild nach Werken bekannter Blumenmaler. Die Kalenderblätter sind auch als Künstlerpostkarten zu benutzen. Die Neuerscheinung wird Gartenfreunden und Blumenliebhabern ein willkommener Begleiter im neuen Jahre fein. — Auerbachs Deutscher Kinder - Kalender 193 9. 57. Jahrgang. Herausgegeben von Albert Sixtus. Mit einem bunten Vollbild, vielen Federzeichnungen, photographischen Wiedergaben und einer bunten Spielbeilage: „Die Walfischjagd". Ganzleinenband RM. 1,80. Verlag von Auerbachs Deutschem Kinder-Kalender (L. Fernau), Leipzig C 1. — (463) — Wenn ein Kinderkalender im 57. Jahrgang erscheinen kann, muß schon etwas an ihm sein. Vielseitig wie immer, verbindet er auch diesmal das bewährte Alte mit dem Geist der neuen Zeit. So bringt der neue Jahrgang in bunter Fülle ernste und heitere Erzählungen, Märchen, Gedichte, allerlei Kurzweil, viele schöne Bilder. Auch der lustige „Onkel Klönemann" und das frechfröhliche „Mätzchen Mohr" mit seinen drolligen Zeichnungen sind wieder da. — Hunde - und Katzenkalender 1 9 3 9. Preis RM. 1,95. Verlag Knorr & Hirth, München. — (428)— Der Kalender setzt unseren vierbeinigen Freunden ein bescheidenes Denkmal: Jede Woche ein neues schönes Hunde- oder Katzenbild, begleitet von kurzen Hinweisen über Rasse, Aufzucht und Pflege, samt kleinen Tiergeschichten oder Aussprüchen deutscher Dichter über die Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Der Jahrgang 1939 ist wiederum vortrefflich geglückt. Sternfahrt nach Monte Carlo. Sechs Deutsche unter 118 Teilnehmern. Der endgültige Nennungsschluß für die 18. Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo, die am 17. Januar gestartet wird, ist verstrichen. Nachzügler können sich noch eintragen, müssen aber doppeltes Meldegeld entrichten. Die wieder sehr stattliche Liste weist 118 Wagen auf. Die Startnummer 1 ist traditionsgemäß dem Vorjahrssieger vorbehalten, diesmal dem Holländer Bakker Schut, der mit dem Motorsport-Journalisten Nortier eine Mannschaft bildet. Der letzte Sieger der 1500-ccm- Klasse, das Ehepaar Descollas (Frankreich), startet nicht; die Nummer 2 bleibt daher frei. Frau Rouault (Frankreich), die Gewinnerin des Frauenpokals, führt die Startnummer 3 an ihrem Wagen. Aus Deutschland wurden sechs Meldungen abgegeben. G. Macher (Ford V 8) wählte sich als Ausgangspunkt feiner zehnten Monte-Fahrt Athen oder Reval. M. Klinke (DKW.) und Müller (DKW.) machen sich von Palermo oder Athen aus auf die Reife. Decker (DKW.) startet in Palermo. Dr. Wessely und Denzel gaben Athen an. Mit 500 Gutpunkten ist Athen am besten dotiert und daher mit 38 Anmeldungen am meisten bevorzugt. Amsterdam (468 Punkte) wurde von 25 Teilnehmern gewählt, Reval (498 P.) von 24, 21 starten in John O'Groats (496 P.) im hohen Schottland. 13 in Palermo (497), 8 in Stavanger (497 P.), 3 in Bukarest (498 P.) und 2 in Umea (496 P.) Den längsten Anmarschweg haben die in Palermo Startenden mit 4091 Kilometer, den kürzesten mit 1452 die Amsterdamer. Die übrigen (Entfernungen bewegen sich zwischen 3520 Kilometer und 3770 Kilometer. Die schwerste Aufgabe steht den „Athenern" bevor. Wehrmachts-Krastfahrmeistcrschast ohne Einzelfahrer. Ursprünglich hatte die Wehrmacht ihre Kraftfahr- meifter nach deren Abschneiden in den Veranstaltungen der ONS. ermittelt. Seit zwei Jahren wird ein neuer Weg beschritten und der Titel an die Besten in eigenen Wettbewerben, die der (Eigenart der Kraftfahrt in der Wehrmacht angepaßt sind, vergeben. Im Jahre . 1937 war der Thüringer Wald —’———- folgt: 2 9. Januar: gegen Belgien in Brüssel; 2 6. Februar: gegen Jugoslawien in Berlin; 2 3. März: gegen Italien in Rom; 26. Mär z: gegen Luxemburg in Luxemburg; 2 3. April: gegen Frankreich in Paris; 2 2. Juni: gegen Norwegen in Oslo; 2 5. Juni: gegen Dänemark in Kopenhagen; 2 8. Juni: gegen Estland in Reval; 2 7. August: gegen Schweden in Stockholm; 17. September: gegen Lettland in Stettin ober Königsberg; 15. Oktober: gegen Schweiz in der — Ausritt 1938/39. Almanach mit zwölf Bildern. 190 Seiten. Preis RM. 0,80. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. —(512)— Der Almanach ist mit feinen wichtigsten Beitragen den Dichtern E. G. Kolbenheyer und Hermann Claudius gewidmet, die beide in diesem Jahre ihren 60. Geburtstag begehen. lieber Kolbenheyers Werk hat der Berliner Literarhistoriker Franz Koch einen Aufsatz beigefteuert, von Kolbenheyer enthält der Almanach ein Kapitel aus seinem Roman „Das gottgelobte Herz" und einige Gedichte. Numme Numsen schreibt über Hermann Claudius, von dem einige Gedichte und eine reizvolle Prosaarbeit zu lesen sind. Bilder sowie Handscheiftenproben beider Dichter bilden die Ergänzung. — Deutscher Almanach für das Jahr 1939. Preis 1,— RM. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (467) — Das Kernstück des Almanachs bildet die große Alpennovelle des österreichischen Dichters Hans Deißinger. Der Sudetendeutsche Gottfried Rothacker bringt ein Geschichts- und Kulturbild des deutschen Prag. Eugen Diesel wirft die interessante Frage auf, ob das Christentum einen Einfluß auf die Technik gehabt hat. Martin Luferke veröffentlicht Aufzeichnungen aus feinem Logbuch 1937. Hans Künkel erzählt von Enea Silvios abenteuerlicher Fahrt. Richard Benz bringt eine Betrachtung „Schopenhauer und die Romantik", während Franz Karl Ginzkey mit feinen Gedanken über die Ballade bekannt macht. — HeffifcherVolkskalender (Der Hausfreund) 1939. 56. Jahrgang. Preis 60 Pf. Verlag Thiele & Schwarz, Kasiel-Wilhelmshöhe. — (276) — Erstmals erscheint der Kalender in einem neuen Gewand. Im Kalendarium erscheinen an Stelle starrer Monatsleisten Bilder lieblicher Landschaften aus Hessen. Fluren, Dörfer, schaffende Menschen, Garben, die der (Einbringung harren und Soldaten unserer jungen Wehrmacht. Landschaft, Menschen und ihre Arbeit sind durch diese Bilder miteinander verbunden und werden prächttg ergänzt durch die Volkstrachten auf der jeweiligen Gegenseite. Anekdoten aus dem Volksleben beleben diese Bilder. Heimat — Als willkommene Gaben auf das Jahr 1939 sind die bekannten Spemann-Kalender (im Verlage W. Spemann, Stuttgart - O) wieder erschienen — (497/501) —; uns liegen vor: Natur- und Heimatkalender; Kunst-Kalender; Alpen-Kalender; Dornier-Kalender und der Kosmos-Kalender, der neu in tue Reihe ausgenommen wurde. Alle behandeln das gewählte Thema oder Sachgebiet auf eine geschmackvoll - anziehende Weise, und die sehr schonen Aufnahmen im Verein mit der gediegenen Ausstattung machen jeden der Kalender zu einem hübschen Angebinde und zu einem angenehmen Begleiter durch den Kreis des Jahres. . , — Deutscher Reichspost - Kalender 19 39. Herausgegeben mit Unterstützung des Reichspostministeriums. Konkordia-Verlag, Leipzig. Preis 2,80 Mark. — (571). — Der neue Deutsche Reichspost-Kalender gibt auf 128 Blättern in Wort und Bild Aufschluß über die neuzeitliche und fortschrittliche Entwicklung der Deutschen Reichspost, zeigt die unaufhörlich wachsende Vielgestaltigkeit und Erweiterung ihrer Arbeitsgebiete und ihre Aufgaben im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben unseres Volkes. Der Kalender weist vielfach auch auf Einrichtungen der Reichspost hin, die weniger bekannt sind, deren Benutzung aber bequem und wohlfeil ist. Er bringt Ausschnitte über die organisatorischen Maßnahmen und technischen Hilfsmittel der Deutschen Reichspost für eine reibungslose und schnelle Abwicklung des Dienstes auf den verschiedensten Gebieten, per Kalender hat die Form eines Kunstabreißkalenders mit reichhaltigem und wirkungsvollem Bildschmuck. — Deutscher-Reichsbahn-Kalender 1 9 3 9. Herausgegeben vom Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums. Konkordia-Verlag, Leipzig CI. Preis 3,20 Mark. — (582) — Wie jeder Jahrgang des Reichsbahn-Kalenders ist auch dieser unter einen bestimmten Leitgedanken gestellt. Abweichend von seinen Vorgängern hat er sich weniger der Eisen- bahntechnik selbst oder den Verkehrs- und Betriebseinrichtungen der Deutschen Reichsbahn zuge- wandt, sondern ist fast ausschließlich den Beziehungen zwischen der Deutschen Reichsbahn und den Landschaften Großdeutschlands gewidmet. Mit der Heimkehr der deutschen Ostmark in das Reich, mit der Befreiung des Sudetengaues wurde das Bild der Landschaften des Altreichs um Landschaften von besonderer Schönheit und Eigenart bereichert. Das Netz der Reichsbahn wurde um mehrere Tausende von Kilometer vergrößert. Es war daher ein glücklicher Gedanke, zur Darstellung der Beziehungen zwischen der Reichsbahn und allen Landschaften Großdeutschlands das Leitwort „Reichsbahn und Landschaft" zu wählen. „Landschaft" ist dabei im weitesten Sinne gefaßt worden. : Daneben bringt auch dieser Jahrgang wie seine Vorgänger Bild- und Textdarstellungen vom Eisenbahner und seinem Arbeitsfeld, Ausschnitte aus Ver- ; kehr und Betrieb der Reichsbahn, aus den Bezie- i Hungen der Reichsbahn zu Wirtschaft und Technik. — Ackermanns Blumenkalender 1939. * / “ ... n . Rnrt «Hfpr hreht wurde der Abschuß eines Fesselballons während des Weltkrieges gedreht. Unser * »r—-