Nr. 278 Erstes Matt 188. Jahrgang Montag, 28. November 1958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Kietzen Postscheckkonto: Krantfnrt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerel «.Lange In Siehrn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/aW)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te;t- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Militärgesetze gegen den Generalstreik. Oaladier ordnet ^Requirierung der französischen Gtaatseisenbahnen an. p a r i s, 27. Nov. (Europapreß.) Die französischen Staatseifenbahnen, die das gesamte Schie- nenneh Frankreichs mit Ausnahme einiger kleinerer Lokalbahnen umfassen, sind durch Verordnung des Ministers für öffentliche Arbeiten, d e M o n z i e, im Hinblick auf den angekündigten Generalstreik requiriert, d. h. unter militärische Oberhoheit gestellt worden. Insgesamt 400 000 Eisenbahner unterstehen nunmehr den Mititärgesehen und werden sich bei Ungehorsam vor Militärgerichten zu verantworten haben. Damit gibt die Regierung deutlich kund, daß sie einen Streik unter den Eisenbahnern am kommenden Mittwoch unter keinen Umständen dulden wird. Nötigenfalls werden auch Truppen eingesetzt, um den Verkehr sicherzustellen. Auch bei der post und anderen l e - benswichtigen öffentlichen Betrieben wird möglicherweise Militär eingesetzt werden. Auch hat die Regierung erwogen, die Fahrer der pariser Autobusse und der Untergrundbahn durch Militärposten begleiten zu lassen. Außerdem hat die Regierung angedroht, am Mittwoch st reitende Staatsbeamte sofort zu entlassen. Die 2800 Arbeiter der großen Flugzeugfabrik Jarman, die nationalisiert worden ist und deren Arbeiter am Samstag die vorgesehenen Ueberstun- den nicht leisteten, sind bereits fri st los entlassen worden. Eine letzte Bahnung Daladiers. Entschlossen, „derartigen Methoden" ein Ende zu machen. Ministerpräsident D a la d i e r hat in einer über alle französischen Sender verbreiteten Ansprache an das französische Volk mit größter Deutlichkeit, die im ganten Lande stärksten Eindruck heroorries, auf die polrtischen Hintergründe der Streikbewegung in Frankreich hingewiesen. Er hat daran erinnert, daß gerade während der französisch-englischen Verhandlungen, in der die gemeinsame Verteidigung Frankreichs und Englands besprochen wurde, die wilden Streiks in Paris, Nord- und Westfrankreich ausbrachen und am Tage darauf, als die baldige Unterzeichnung des deutfch-franzöfifs'en Abkommens angekündigt wurde, der französische Allgemeine Gewerkschaftsbund mit dem General- streik für kommenden Mittwoch diese Ankündigung beantwortet hat. Es bestünde keinerlei materielle oder moralische Berechtigung für den Streik. Es sei auch lächerlich, zu behaupten, daß die Regierung die sozialen Errungenschaften aufgebe oder die Diktatur errichten wolle. Die Diktatur bestünde im Gegenteil darin, den Willen einer Partei oder einer Bande dem ganzen Lande aufzuzwingen. Er aber sei entschlossen, derartigen Methoden ein Ende zu machen. „Der Generalstreik ist in Wirklichkeit", so fuhr Daladier fort, „eine Aktion gegen die Friedenspolitik der Regierung. Die Regierung ist mehr denn je um die Ehre und Würde Frankreichs besorgt. Aber sie will nicht Interessen verteidigen, die nicht diejenigen Frankreichs sind. Der Generalstreik und die Fabrikbesetzungen sind eine Machtprobe zwischen der Diktatur einer Mindacheit und der Regierung. „Franzosen", so rief der Ministerpräsident, „bringt die Freiheit nicht in Gefahr. Seid einig für das gemeinsame Wohl. Wenn trotz aller meiner Bemühungen die Drohung sich verwirklichen sollte, dann werde ich meine ganze Pflicht tun, in der Gewißheit, daß ich nur eines verfolge, nämlich die Gesetze und die großen Interessen des Vaterlandes zu schützen." paul-Reynaud gegen die marxistische Hetze. Auch Finanzminister Paul-Reynaud hat über alle französischen Sender einen Aufruf an alle Franzosen gerichtet, der Regierung bei ihrem Wiederaufrichtungswerk zu helfen. Man habe das Volk irreaefuhrt. Es fei nicht wahr, daß die Regierung die sozialen Errungenschaften der letzten Jahre aufgehoben habe. Die Vierzigstundenwoche sei lediglich geschmeidiger gestaltet worden. Aber die Regierung wolle mit dieser Maßnahme weder den Arbeiter unterdrücken, noch dem Arbeitgeber eine besondere Vergünstigung geben. Da, wo Aufträge vorhanden seien, müßten sie schneller aus ge führt werden. Die Renault-Werke seien z. B. nut ihren Lieferungen um mehrere Wochen im Rückstand, weil die bisherige Arbeitszeitgesetzgebung eine raschere Fabrikation nicht gestattet habe. Auch die Berechnungen der kommunistischen Blätter über die neu en Steuern entsprächen nicht der Wahrheit. Die Behauptung, daß der Arme in Zukunft mehr Einkommensteuer bezahlen müsse als bisher, während der Reiche weniger als. bisher entrichte, sei absolut falsch. Man kenne jedoch das Ziel, das mit solchen falschen Behauptungen verfolgt werde. Es würde lächerlich sein, wenn die Arbeiten wegen derartiger falscher Angaben mobilisiert würden. Der Finanzminister wies auch auf die Zinsermätzigungender letzten Tage hin, die der gesamten Wirtschaft zugute kämen, und erklärte zum Schluß, sein Finanzplan werde gelingen. Aber alle Franzosen müßten mithelfen. Man müsse fühlen, daß Frankreich regiert werde. Die Gesetze der Republik müßten genau so geachtet werden, wie in Deutschland oder Italien die dortigen Gesetze geachtet würden. Die Regierung stehe geschlossen hinter ihrem Chef. Gewerkschastsbonzen drohen mit paffivem Widerstand. Paris, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär der Spitzenorgamsationen der Eisen- bahnergewerkschasten, Semant, Hot erklärt, daß die Eisenbahnarbeiter sich nicht durch die Requirierungsorder des Ministerpräsidenten, die der marxistische Gewerkschastsbonze als ungesetzlich bezeichnete, ein- schüchtern lasse. Keine Drohung und kein Druck würden die Eisenbahner zum Nachgeben bringen. Die illegale Requirierung würde die Unzufriedenheit nur noch verschärfen und die Gemüter aufreizen. Die Eisenbahner würden diesen Gewaltmaßnahmen nötigenfalls passiven Wider st and entgegensetzen. Sie würden während der Dauer des Streiks viülig taubstumm und teilnahmslos an ihren Maschinen und auf ihren Posten beharren. Dagegen hat der Berufsoerband der nicht der EGT. angeschlossenen Eisenbahner sich gegen den General- st r e i k ausgesprochen, der unter den augenblicklichen Umständen einen politischen Charakter habe und der ganzen Pation abträglich sein würde. Dieser Verband fordert daher alle Eisenbahner auf, am 30.November ihren Dienst zu versehen, um nicht das Wirtschaftsleben' des Landes zu lähmen. Moskau als Drahtzieher. Oie pariser Rechtspresse fordert Verbot der Kommunistischen Partei. Paris, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Rundfunkansprache Daladiers hat in der französischen Oeffentlichkeit einen starken Eindruck gemacht. Die Montagfrühblätter, mit Ausnahme der marxistischen und kommunistischen Zeitungen, unterstreichen die Bedeutungen dieser Kampfansage der Regierung an die Streikhetzer und geben der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung vor den verschärften Drohungen der Extremisten nicht kapitulieren werde. Hier und da verspricht man sich auch gegebenenfalls einen gewissen Erfolg, von einer Vermittln ngsa^tion der Frontkämpferoerbände. Noch hat man in vielen französischen Kreisen die Hoffnung nicht ganz auf gegeben, daß die Mehrzahl der Arbeiter, Eisenbahner und Beamten, so viel Vaterlandsliebe und Vernunft aufbringen werden, um der Generalstreikparole nicht zu folgen. Immer zahlreicher werden auch die Stimmen, die in diesem rein politischen Generalstreik die Urheberschaft Moskaus anprangern und die Verhaftung der verantwortlichen Hetzer oder sogar das Verbot der kommunistischen Partei fordern. Das Journal schreibt, jetzt sei für Frankreich d i e Stunde gekommen, endgültig zu wäh- l e n. Hiervon würde die morale, finanzielle und wirtschaftliche Wiederaufrichtung und auch der Friede an den Grenzen Frankreichs abhängen. Das Blatt stellt fest,'daß die Aufhetzung der Massen au f Grund falscher Behauptungen über die Notverordnungen erfolgt sei. Die Hetzer handelten auf Anordnung des Auslandes und wollten das französische Volk entzweien, die Klassen gegeneinander aufbringen mit dem Ziel des Umsturzes der auf den Frieden gerichteten französischen Außenpolitik. Auch der Jour spricht von einer „außerpolitischen Verschwörung". Die Sfreikhetzer dürften sich nicht wundern, daß sie von ihren Truppen verlassen würden und die Gegner die Auflösung der kommunistischen Partei verlangen. Die rechtsstehende Epoque sagt, die öffentliche 'Meinung Frankreichs erwarte mit völli- aer Kaltblütigkeit den Generalstreik. Die Kommunisten hätten fetzt die schwere Verantwortung, das Volk in einem Augenblick in Unruhe gestürzt zu haben, wo es Sicherheit und Arbeit so überaus notwendig habe. Die kommunistische Partei könnte dadurch, daß sie die Agitation entfesselt habe, sehr wohl selber ihr Auflösungsdekret unterzeichnet haben. Die royalistische Action Fran^aise sagt, Daladier habe damit die Existenzeinesvon Moskau geschmiedeten Komplotts gegen Frank- re i ch und den Frieden feftgestellt. Er sei entschlossen, den Erfolg dieser Verschwörung zu verhindern. Das Blatt fragt, warum er denn nicht gegen die Agenten dieser Verschwörung, d. h. gegen die Anführer des CGT.-Verbandes einschreite. Die Gesetze verböten den Gewerkschaftsorganen jede politische Tätigkeit. Er brauche nur diese Gesetze anzuwenden, um die Fortsetzung der Agitation dieser Streikhetzer und Provokateure, die im Solde des Auslandes stünden, zu beenden. * Zahlreiche Blätter erinnern daran, daß Daladier im Grunde genommen nur das System anwende, das im Jahre 1910 der damalige Ministerpräsident Briand anwandte, um einen Eisenbahnerstreik zu brechen. Damals wurde das gesamte erforderliche Eisenbahnpersonal, sowohl Stationsvorsteher, Zug- und Lokomotivführer, wie auch Heizer, Weichensteller usw. unter die Fahnen gerufen. Im Weigerungsfälle sorgten Militärgerichte dafür, daß die Streikenden, die sozusagen zu Deserteuren wurden, zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Legalität dieser Maßnahmen ist gegenüber 1910 noch durch das Gesetz über die Vorbereitung der Nation in Friedenszeiten bzw. Organisierung der Nation in Kriegszeiten verstärkt worden. Das „Oeuvre"" kündigt an, daß am Mittwoch keine Zeitungen erscheinen werden. Das „Journal" berichtet, daß die Eisenbahner trotz der Requirierungsorder planen, mit allen Mitteln den Eisenbahnverkehr am Mittwoch zwischen 4 Uhr früh und 7 Uhr abends lahm zu legen, d. y., daß sämtliche Signale blockiert und auch die elektrischen Signale stillgelegt und daß die Eisenbahner mit verschränkten Armen während der ganzen Dauer des Streiks an ihren Plätzen stehen werden. Besorgnis in London. London, 28. Nov. (Europapreß.) Zur politischen Lage in Frankreich äußern sich am Montag sämtliche Morgenblätter. Dabei fällt auf, daß auch die konservative Presse, anscheinend neuen Weisungen des Foreign Office folgend, nunmehr die Sprache wiedergewonnen hat. „Daily Telegraph" meint, die gegenwärtigen Vorgänge d i s k r e d i e r- ten die Demokratie. Es fei gut, zu wissen, daß Daladier sich nicht beirren lasse. Zaudern ober Rückzug wäre der schlechteste Dienst, den er feinem Lande erweisen könne. Das Blatt hofft, dis zum Mittwoch werde die Vernunft gesiegt haben. Auch die „Daily Mail" schwankt zwischen Schwarzseherei und Hoffnung. Frankreich könne als Großmacht ohne eine Erhöhung feiner Erzeugung nicht durchkommen. Die „Times' jagt keine Regierung könne vor einer StreikdroWkg kaMülieren. Der liberale „News Chronicle" fragt bezeichnenderweise: „Bewegt sich Frankreich auf einen Bürgerkrieg oder auf eine faschistische Diktatur zu?" Ebenso aufschlußreich ist, daß der arbeiterparteiliche „Daily Herald" nach einem Rückblick auf die innerpolitische Lage Frankreichs unter den verschiedenen Volksfrontregierungen sich immerhin bemüßigt fühlt, zu fragen, ob mit der Wirtschaftspolitik der Volksfront nicht etwas verkehrt gewesen sei. Seit der Dolksfrontregierung fei in Frankreich die Lebenshaltung um 20 v. H. verteuert worden, wäh-- rerib die Erzeugung gegenüber dem Jahre 1928 um 20 v. H. zurückgegangen fei; anderseits habe sie jedoch in England und Deutschland um 20 v. H. zugenommen. Aus solchen Äußerungen wird offenbar, daß die englischen Sozialisten, die ursprünglich Lust zeigten, die Streikenden moralisch zu unterstützen, heute unter dem Druck der Ereignisse ihre Stellungnahme revidiert haben. Reist Chamberlain nach Rom? Paris, 28. Nov. (Europapreß.) Der „Matin" meldet aus London, Ministerpräsident Chamberlain habe die Absicht, gegen Ende Januar 19 3 9 nach Rom zu reisen. Der englische Ministerpräsident sei überzeugt davon, daß nur eine häufige persönliche Fühlungnahme zwischen den Staatsmännern der europäischen Großmächte fruchtbringend für die Politik der Entspannung in Europa sein könne. Chamberlain werde sich zu einer kurzen Erholung an die Riviera begeben und während dieses Aufenthaltes die Reise nach Rom unternehmen. Er werde mit Mussolini besonders die spanische Frage, die Mittelmeerprobleme und die französisch-italienischen Beziehungen besprechen, an deren Verbesserung der englischen Regierung viel liege. Das Hauptziel der Reise des englischen Ministerpräsidenten sei jedoch, die Möglichkeit einer engeren Zusammenarbeit der Achse Paris—London mit der Achse Berlin—Rom zu finden. Norwegens tote Königin heimgekehrt. Oslo, 26. Nov. (DNB.) Das englische Schlacht- schift „Royal O a k", das die sterblichen Ueberrefte der norwegischen Königin Maud in die Heimat bringt, ist mit König Haakon und Kronprinz Olaf an Bord im Hafen von Oslo eingetroffen. An der Seegrenze des Oslo-Fjords wurde das Schlacht' mm drei norwegischen Kriegsschiffen empfangen. Auf der Fahrt durch den Fjord hatten alle Ortschaften an den Ufern halbmast geflaggt, ebenso die Landeshauptstadt und sämtliche Schiffe im Hafen. Nach einer Trauerfeier an Bard wurde der Sarg der Königin in einer Pinasse an die Ehrenbrücke im Hafen gebracht, die schwarz ausgeschlagen und mit Blumen bedeckt war. An der Ehrenbrücke hatte die Regierung sowie sämtliche Behörden und Militär Aufstellung genommen. Nachdem der Sarg unter Trauerklängen auf den Leichenwagen gesetzt worden war, setzte sich der Zug unter Vorantritt eines Bataillons mit Trauermusik durch ein Spalier von über 50 000 Menschen, die im Hafen versammelt waren, zur Schloß- und Garnisonkirche auf der alten Festung A k e r s h u s am Osloer Fjord in Bewegung. Hier wurde nach einer Traueranftirache des Bischofs von Oslo die Leiche in der Kirche aufgebahrt. DeutWandunddieamenkaliischen Wirtschaftsverträge. 43on Or. Gart Wellthor. Deutschland hat in bezug auf die Wirtschaftspolitik der anderen Länder eine ähnliche Haltung eingenommen wie in bezug auf die Rüstungspolitik: jedes Volk und Land soll selber bestimmen, was ihm frommt. Das schließt aber nicht aus, daß man in Deutschland die am 17. November in Washington unterzeichneten beiden Wirtschaftsverträge, den britisch - amerikanischen und.den kanadisch - amerikanischen, sorgfältig daraufhin prüft, inwieweit sie Deutschlands Wirsichaftsinter- esfen berühren und der internationalen Außenhandelsflaute entgegenwirken. Die ersten Stimmen der Beteiligten wurden am Tage der Unterzeich- nuna laut: der kanadische Ministerpräsident Mackenzie Kina, der amerikanische Staatssekretär Hüll und der britische Botschafter in Washington Lind- say gaben den Verträgen freundliche Worte mit auf den Weg, versicherten, daß sich die Abkommen gegen keinen anderen Staat richten, und gaben ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß die Verträge Handels- Hemmnisse aus dem Wege räumen und daher dem Weltfrieden dienen würden. Allerdings konnte es sich der amerikanische Sprecher nicht versagen, auf die „Diskriminierung" anzuspielen, die anderwärts im Warenaustausch bestehe. Er meint damit Deutschland, das sich wegen seiner gespannten Devisenlage gegen unerwünschte Zufuhr wehren muß, aber gerade den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber gezeigt hat, daß es auf ausländische Zufuhr nicht verzichten will. In den Kommentaren, die von der britischen und der amerikanischen Presse zu den beiden Verträgen beigesteuert worden sind, wird hervorgehoben, daß zwei Drittel des beiderseitigen Äusfuhrinter- esses durch die neuen Abmachungen betroffen werden, teils durch Festlegung, teils aber auch durch Ermäßigung der Zollsätze. Da zwischen beiden Ländern auf Wunsch der amerikanischen Unterhändler uneingeschränkte Meistbegünstigung herrschen soll, werden die 19 anderen Länder, mit denen die amerikanische Union schon vorher Handelsverträge abgeschlossen hatte, ohne weiteres in den Genuß der niedrigeren Zollsätze gelangen, die Großbritannien für eine Anzahl von Waren (etwa 600 Zollpositionen) für sich zu sichern vermochte. Zu den Ländern, mit denen die Vereinigten Staaken von Amerika in den letzten Jahren Wirtschaftsverträge abgeschlossen hat, gehört Deutschland nicht. Soweit also Deutschland mit seinen Jndustrieerzeugnissen gegen Großbritannien auf dem amerikanischen Markt konkurriert, kann Großbritannien auf die volle Wirkung der ihm gemachten Zugeständnisse rechnen. Dabei brauchen sich die Aussichten für die deutsche Exportindustrie gar nicht zu verschlechtern. Deutschlands Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika ist stark passiv. Die Rohstoffe, Nahrungs- und Genußmittel, die Deutschland aus den Vereinigten Staaten bezieht, sind mit verschwindenden Ausnahmen — wie etwa Heliumgas —, in keiner Weise Monopolerzeugnisse der Union und können in gleicher Qualität und in gleichen Mengen aus einer Reihe anderer Länder bezogen werden, die geneigter sein werden, deutsche Jndustriewaren entgegenzunehmen. Deutschland wird also mit Ruhe abwarten können, ob sich über die an Großbritannien gewährten Zollbevorzugungen hinaus eine stärkere Abkehr Nordamerikas von deutschen Erzeugnissen herausbilden wird. Die Zollkonzessionen, die Großbritannien der amerikanischen Union gemacht hat, sind überwiegend solcher Art, daß sie das deutsche Ausfuhrinteresse nur wenig berühren. Wenn Großbritannien den Zoll für amerikanischen Weizen senkt und Schinken und Speck in stärkerem Maße als bisher hereinläßt, so ist das für Deutschland ohne Interesse. Auch die Bevorzugung, die amerikanische Büro- und Präzisionsmaschinen genießen sollen, spielt für die deutsche Ausfuhr nach Großbritannien keine erhebliche Rolle. Anders liegen die Dinge bei K r a f t w a g e n , wo die schwereren amerikanischen Wagen vor künftigen Zollerhöhungen geschützt sein sollen, während für die leichteren Wagen, bei denen Deutschlands Ausfuhrinteresse größer ist, keine Zollbindungen vorgesehen worden sind. In den letzten Wochen war von neuen Verhandlungen die Rede, " die zwischen Deutschland und Großbritannien wegen verstärkten Warenaustauschs zwischen dem Reich und den britischen Kolonien geführt werden sollen. In der Tat sind in den deutsch-britischen Wirtschaftsverhandlungen, die zum Abschluß des Abkommens vom I.Juli d. I. geführt haben, ausdrücklich zusätzliche Verhandlungen über d i e britischen Kolonien vorbehalten worden. Da Deutschland hierbei der gebende Teil fein soll, werden die deutschen Unterhändler, das Maß ihres Entgegenkommens danach bemessen können, wie die deutschen Waren sich auf dem britischen Markt zu behaupten vermögen. Es soll und darf nicht verkannt werden, daß jedes Land innerhalb gewisser Grenzen ein bestimmtes Lieferland vor den konkurrierenden Ländern bevorzugen kann, wenn bestimmte Umstände es tunlich erscheinen lassen. Es wird daher wahrscheinlich die Folge der Verträge vom 17. November sein, daß sich die beiden angelsächsischen Länder gegenseitig an Geschäftsmöglichkeiten zuschieben, was sich irgend- ,roie zuschieben läßt. Aber ein „Wirtschaftspakt , bei dem sich die beiden Vertragspartner bewußt aufeinander ein st eilen, ist der britisch-amerikanische Vertrag zweifellos nicht. Ob er je zu solcher Bedeutung ausgeweitet wird, muß abgewartet werden, ist aber wenigstens für die allernächste Zeit noch nicht wahrscheinlich. In der Kritik, die von fett werden. engagiert! Was ein Fischnetz ans Licht bringt. Schlesien stammen. Nach diesem Besuch erhielt die- ses Wort für mich eine neue Bedeutung. Wohl war ich in Berlin geblieben, und doch schien es mir, als hätte ich mit dem Dichter eine lange Wanderung, gemeinsam mit den von ihm geschaffenen Gestalten, durch seine schöne Heimat unternommen. Bewertung: 1. unterschätze man leicht die Werte, die in der Landwirtschaft produziert- werden. So übertreffe der Wert der Milchproduktron Deutschlands mit 2,5 Milliarden auch noch heute um einige 100 Millionen den Wert der Steinkohlenproduktion. Die Fleischproduktion sei mit rund 4,5 Milliarden etwa gleich dem Durchschnittswert unserer gesamten.Ausfuhr von 1933 bis 1936 und dem Wert unserer gesamten Fertlg- troh einer um 14 v. h. geringeren Fläche her- anreicht, die Ernte an Gerste den Durchschnitt von 1911 bis 1913 um 40 v. h . an- enggetreibe um 140 v. h. übertrifft, die Kartoffelernte mit mehr als sechs Millionen Tonnen über der Rekordernte von 1913 und 21 v. h. über dem Durchschnitt 1928/32 liegt Die Zuckerrübenernte hat sich gegenüber dem Jahre 1932 beinahe verdoppelt, die Heuernte liegt um eine Million Tonnen über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre vor der Machtübernahme, die Raps-ünd Rübenernte war 62 v.h. höher als im Vorjahre und um 107 v. h. höher als im Durchschnitt 1933 bis 1937, die h a n f e r n t e um 70 v. h. und 126 v. h. über dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Die Fleischversorgung überstieg mit 500 000 Tonnen den Durchschnitt 1928 bis 1932, die Butterversorgung, trotz der Maul- und Klauenseuche, bewegte sich noch auf dem Stand von 1936, der bis dahin in Deutschland unerreicht war. Energischer Kampf gegen die Landflucht. Reichsbauernführer Darre gibt in Goslar die Parole zur 5. Erzeugungsschlacht maßgebenden politischen und wirtschaftlichen Kreisen der beiden Länder an der deutschen handelsoer- traaspraxis geübt worden ist, kommt zum Ausdruck, daß man es anders zu machen gedenkt. Man will auf die Freizügigkeit des Handels nicht verzichten und g r u n d f ä tz l i ch d o r t kaufen, wo e s am besten und billigsten ist. Deutschland dagegen ist bestrebt, seine Lieferanten und Abnehmer dazu zu erziehen, daß sie sich auf das ein st eilen, was Deutschland braucht und was es ihnen zu liefern vermag. Das bedeutet durchaus keine Autokratie in der Handhabung der Handelsverträge, sondern ein bewußtes Aufem- andereinspielen der Vertragspartner. Der britischamerikanische Wirtschaftsvertrag ist em o genau ausgewogenes Gebilde und ist dadurch so labil, daß er erhebliche Aenderungen nicht verträgt, wenn nicht uferlose Neuberatungen entfesselt werden sollen. Eine Dauer von drei Jahren gestattet zwar den Lieferanten hüben und drüben, sich auf weite Sicht den Bedürfnissen und Wünschen des Partners anzupassen, ermangelt jedoch der Beweglichkeit, die Deutschland durch Einrichtung der Regierungsausschüsse mit ihrer periodischen Prüfungsbefugnis er- 313n den ersten Tagen nach Unterzeichnung der „Washingtoner Verträge" war viel von den Opfern die Rede, welche die britischen Dominien und andere Teile des Weltreichs (Indien) bringen mußten, um den britischen Unterhändlern ausrei- Ein ganz eigenartiges und seltenes Autogramm besitzt ein Berliner Schuhmacher. Adolf Menzel, der berühmte Maler, hielt streng darauf, daß seine Garderobe immer tadellos in Ordnung sein mutzte. Eines Tages besah sich Menzel seine Stiefel und fand, daß sie zum Schuhmacher mußten. Um eme Verwechslung zu vermeiden, schrieb er kurzerhand mit Kreide „Ausbessern auf eine Sohle und setzte seinen Namen darunter. Sein Faktotum brachte die Stiefel zum Schuhmacher, und dieser fand das sei tene Autogramm des Altmeisters. Er lofte vorsichtig Es würde in Zukunft eine Frage der gesamten Volkswirtschaft sein, die absinkende Tendenz der Milchproduktion wieder in eine Steigerung zu verwandeln. Sie sei heute im wesentlichen eine Frage des Milch Preises und des ß e u t e- mangels, die wechselseitig verflochten sind mit dem Gefüge des gesamten Volkskörpers. Diese Fragen seien deshalb besonders schwierig, weil man z.B. nicht ungelernte Dichpfleger verwenden kann und die Einschulung von Vichpflegern besonders kostspielig ist. Der Reichsbauernführer schloß wesen Bericht mit der Erinnerung an die höchste 2lner- kennung, die der Führer dem Landvolk in der Proklamation auf dem Reichsparteitage ausgesprochen hatte: „Den Gedanken an eine Blockade Deutschlands kann man schon jetzt als gänzlich unwirksame Waffe zu begraben." Zu den an den Vortggen gemachten Angaben über die Mehrleistung seit dem BAinn der Erzeugungsschlacht und dem Beginn des Vierjahresplanes gab der Reichsbauernführer Dorre drei grundsätzliche Gesichtspunkte zur sachgemäßen Ist das Glück günstig gewesen, so hat das Netz auch einen meterlangen Tintenfisch mit heraufüesor- dert, der aus seinen ausdrucksvollen Augen unstete. Blicke sendet. Bleichrote Krebse lassen ihre langen Fühler spielen, und mit unsicheren Bewegungen tasten sich große, stachelbesetzte Seespinnen aus dem Gewühl hervor. Hat man in diesem Augenblick geeignete Gefäße und Konservierungsflüssigkeiten zur Hand, so kann man sich von einer Fangreise eine hübsche Naturaliensammlung mitbringen. Nur muß man sehr schnell zu Werke gehen, weil die Fischer, wie es mir selbst passierte, den ihnen lästigen „Beifang" ohne Gnade über Bord werfen, Dr. K. Kr. Das Autogramm auf der Gtiefelkohle. Ist dos Meinungsfreiheit? Wenn man die ausländische demokratische Presss studiert dann möchte man meinen, daß in ihren Spalten die Wahrheit förmliche Triumphe ferern kann. Daß dem nicht so ist, wissen wir langst. Die geheimen Mächte in der Politik wissen stets sehr geschickt die Puppen tanzen zu lassen, wenn es gilt unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Wir brauchen dabei doch nur an unsere eigenen Erfahrungen im Deutschland der Nachkriegszeit zu denken. So mancher Prozeß,-so manche parlamentarische Untersuchung führte statt zur Klärung zur weiteren Verschleierung des Tatbestandes. Immer kam von irgendwo her ein Wink, dein sofort gehorcht wurde. Dieselben Kräfte, die damals bet uns ihr Unwesen trieben, beherrschen auch die öffentliche Meinung des Auslandes. Sie sorgen für die Hervorkehrung der Lüg--über Deutschland sie sorgen für die Unterdrückung der Wahrheit über Deutschland und über ihr eigenes Treibern Em typisches Beispiel dafür ist der ^all des arnerika- Nischen Paters Coughlm der im Rundfunk daran erinnnerte, daß sich keine.ReSlerung gefunden habe, die wegen der Abschlachtung von 25 000 000 Russen durch die bolschewistiichen Juden- kommissare und deren Kreaturen protestierte, wahrend man heute die deutsche Judengesetzgebung zum Ausgangspunkt eines wilden Kesseltreibens.macht. Damit hatte er bei den Juden ins Fettnapfchen getreten. Schon ist ihm der N e u y o r k e r R u n d - funk gesperrt worden, sofern er sich nicht )em jüdischen Terror beugt und seine.künsUgen Vorträge zur Zensur vorlegt. Eine neue jüdische Kneve- lunq der Wahrheit, dazu in der „freiesten Demo- kratie der Welt", in der tatsächlich nichts unmöglich ist, auch nicht das fortgesetzte Belügen des amerikanischen Volkes. * Wie das Deutsche Nachrichtenbüro dazu aus Neu- । york meldet, scheint dieser offene Versuch der Wall- : street-Juden, die Wahrheit totzumachen, einigen I Neuyorker Kreisen nun doch die Augen zu öftnen ' für das, was sich in Wirklichkeit hinter der ,Mnti- ' nazi-Liga" und ähnlichen Organisationen verbirgt. ' So tritt die große katholische Zeitung „Brooklyn Tablet" für Pater Coughlm und sein mutiges Verhalten ein. Sie schreibt u a.: „Die Juden in Amerika haben s i ch übernommen. Sie haben vom Präsidenten bis hinunter zum letzten Amerikaner jeden notigen wollen, für ihre Sache einzutreten." Das Blatt verweist dann darauf, daß sich in den Vereinigten Staaten Niemand gefunden habe, der sich auch nur rmt ähnlichem Eifer für die Vorgänge in anderen Landern interessiert habe, wobei es den blutigen Terror in Sowjetspanien und Palästina, aber auch den fortdauernden Bonzenmord im Sowjetparadies im Auge hat. Die heuchlerische Verlogenheit jener Kreise, die die Entlaß vunq des jüdisch-bolschewistischen Weltfemdes durch Dorhänqung eines Maulkorbs unterbinden zu können glauben, kennzeichnet Brooklyn Tablet dann durch den Hinweis, daß sich kein Rundfunkansager gefunden habe, sein Bedauern über „Entstellungen auszusprechen, als im gleichen Neuyorker Sender rnoskauhörige Hetzer eine milde Agitation zur Unterstützung der rotspanischen Mord erb anden losließen; denn da ist ja das Judentum wesentlich mit Binding erinnert, daß jede Generation die Land- < schäft ihrer Seele neu zu entdecken habe. Wie sehr 1 gerade Friedrich Bischofs dieses Wort Bindings wahrgemacht hat, bewies uns der überraschende Erfolg seines ersten großen Romans „Die goldenen Schlösser", der 1936 erschien. Seitdem steht Friedrich Bischoff in der ersten Reihe der neuen deutschen Dichtung. Die große Tradition des aus schlesischem Mutterboden genährten Schrifttums wird seit diesem Buch, neben Gerhart und Carl H a u p t - mann und Hermann Stehr, durch Friedrich Bi- choff repräsentiert. „Die goldenen Schlosser waren der Anfang zu einer weitgespannten Trilogie schle- ischer Lanoschaftsromane, die, obwohl jeder m sich abgeschlossen und selbständig, bereits ahnen lassen, was dem Dichter vorschwebt, nämlich über den Raum seiner Heimat hinaus, ein Gesamtbild deut- chen Wesens, deutschen Lebens zu geben. Rach den „Goldenen Schlössern", dem Roman des Riesengebirges, folgte das Buch „Der Wassermann , der Roman der Ebene und des Vorgebirges, die wie ein Fluß selbst spannungsreich und elementar dahinjagende Erzählung von den Wassergewalten, denen der Mensch in diesem Landstrich wie einer Himmelsund Höllengewalt ausgesetzt ist. Der abschließende dritte Band, an dem der Dichter zur Zeit arbeitet, faßt das große Thema zusammen. Wenigstens so viel wurde verraten, daß eine große ostdeutsche Stadt der Schauplatz der vielfältig verwobenen Handlung sein wird, die bis in unsere Zeit mtt ihren Schicksalsmächten hineinreicht. Ich ging von ihm in dem schönen Bewußtsein, daß hier in der Weltstadt ein Dichter mit den urtümlichen und ewigen Kräften seiner Heimat verbunden lebt und aus jenem großen Heimweh schafft, das auch sein neues, zu Weihnachten vorliegendes Buch „H i m m e l u n d H ö l l e" hat entstehen lassen. Eine große illustrierte Zeitung bringt in diesen Tagen, wie mir Friedrich Bischoff beim Abschied noch sagte, jene Erzählung, die dem Buch seinen Titel gegeben hat, zum Vorabdruck. Alle Freunde der Bucher Friedrich Bischoffs werden es mit Genugtuung begrüßen, daß dadurch einem großen Leserkreise Gelegenheit geboten wird, die Darstelkungs- kunst des Dichters in einer für ihn wesentlichen und bezeichnenden Arbeit kennenzulernen. Es heißt bekanntlich, daß die besten Berliner aus Die volle Bedeutung dieses Rückganges ergebe sich daraus, daß die Erzeugungsschlacht und ihre Verstärkung im Vierjahresplan einen zusätzlichen Aufwand an Arbeit erforderlich macht, vor allem eine erhöhte Produktion bei solchen Erzeug- nissen erforderlich ist, die einen besonders hohen Arbeitsaufwand benötigen. Der Zeitpunkt rüde immer näher, wo eine grundsätzliche Lösung des Problems unaufschiebbar wird, weil der Rückgang der Arbeitskräfte auf dem Land das Gespenst des Rückganges der landwirtschaftlichen Produktion heraufbeschwört. Hatte die Landwirtschaft nach der Machtübernahme einen entscheidenden Beitrag an der Arbeitsschlacht gehabt, man kann das daraus ersehen, daß die erste Provinz, die sich frei von Arbeitslosen melden konnte, die Bauernpro- vinz Ostpreußen gewesen ist. Diele, die heute aus Unkenntnis der Landwirtschaft den Vorwurf machen, daß sie sich nicht frühzeitig genug auf Ma- schinen umgestellt habe, vergessen, daß es damals auf die Beschäftigung vieler Menschen durch Handarbeit angekommen war. Dazu kam noch die Schuldenlast aus der Systemzeit mit ihr§n hohen Zms- leistungen. Daß die Landwirtschaft trotzdem unserer Parole zur Erzeugungsschlacht ohne Rücksicht auf die betriebswirtschaftlichen Verluste gefolgt ist, beweisen die Steigerung der Ausgaben Völlig fehlen in den Vertrügest vom 17. November Abmachungen ü b e r W ä h r u n g u n d S Dulden Die vielfach erwartete und von Frankreich sogar erhoffte Herabsetzung des Pfundkurfts gegenüber dem Dollarkurs ist ausgeblieben. Dabei hat sich in den letzten vier Monaten der Pfundkurs am Londoner Devisenmarkt in Dollar gerechnet von rruna 4,92 Dollar auf rund 4,71 Dollar ermäßigt also um immerhin 4 bis 5 v. H. — UeberraJdjenb kommt vielen auch der Verzicht auf legliche ed)ul- denabmachungen. Seit 5 Jahren zahlt Großbritannien keineSchuldzinsen oder Tilg u n g s- betrage mehr an Amerika. Bereits vor Jahren erwartete man von der Londoner Regierung, als der Wortführerin des wichtigsten Schuldnerlandes, eine Initiative auf diesem Gebiete; sie ist auch letzt bei dem bedeutenden Anlaß des Vertragsabschlusses ausgeblieben. Amerika schleppt Forderungen mit sich herum, die von Jahr zu Jahr wertloser werden. Es mag sein, daß die Regierung Roosevelt ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen Bedenken trägt, dem amerikanischen Volk reinen Wem emzu- schenken. Aber es ist doch wieder schwer zu verstehen, daß die Washingtoner Regierung diesen Trumpf nicht ausspielt, solange er smch nicht jeöen Wert verloren hat. Deutschland hat sich bereit erklärt, sich an jeder aussichtsvollen und ernsten Beratung der Schuldenfrage zu beteiligen, sieht aber die angelsächsischen Mächte als die Meistinteressier- für Maschinen und Geräte von 138! Millionen 1932 bis 1933 auf 460 Millionen 1937 bis 1938, die Erhöhung der Gärfutterbehälter von 650 000 Kubikmeter 1932 auf 7,4 Millionen Kubik- meter, die Steigerung der Ausgaben für Gebäude- reparaturen und Neubauten von 363 Millionen 1932/33 auf 517 Millionen 1937/28 und für die Unterhaltung des Inventars vori 475 auf 848 Millionen, für Barlohn von 1,37 Milliarden 1^3/34 auf 1,74 Milliarden 1937/38. Der Gesamtwirtschafts- aufwand hat sich von 4,1 Milliarden 1932 auf 58 Milliarden 1937/38 erhöht. Insgesamt hat die Landwirtschaft von 1933 bis 1938 4,5 Milliarden mehr für Betriebsmittel ausgegeben, als wenn ;ber ffitrt- schaftsaufwand auf dem Stand von 1932/33 geblieben n)töenn diese Leistungen unter diesen erschwerenden Verhältnissen möglich waren, so deshalb wett alle Maßnahmen, die zu diesem Erfolge geführt haben, bestimmt waren vom Begriff der Ordnung, in der Erzeugung, gesteuert durch die Erzeugungsschlacht und der Ordnung in der Versorgung, gesteuert durch die Marktordnung. Ohne die geordnete Wirtschaft im Agrarsektor wäre Deutschland vier Jahre nach 1933 genau erinnernde rosafarbige Weichkorallen und Seerosen, die außerhalb des Wassers zwar einem unansehn- lichen Fleischklumpen gleichen, im Aquarium aber sich blütengleich entfalten. Die Stachelhäuter sind reich vertreten durch kugelige Seeigel, zinnoberrote Seegurken, Seesterne verschiedener Form und Farbe und Schlangensterne, Kunstwerke der Natur an Zartheit und Geschmeidigkeit ihrer seinen, kalk- durchsetzten Arme7Von Würmern finden mir prächtig irisierende Seemäuse und spannlange, zartge- gliederte, lebhaft rotgefärbte Nereiden. Muscheln aller Art, darunter die als „Ragout-km"-Schalen bekannten Pekten-Gehäuse, zerbrechen unter den schweren Sohlen der Matrosen, und Schneckenge- häuse fast bis Fußlänge, teils von der Schnecke selbst, teils von einem Einsiedlerkrebs bewohnt, rollen über das Deck. einander verflochten sind, und daß von diesem Platz im Grünewald der Weg in die Landschaft und zu den Menschen seiner Heimat viel näher ist, als ich es zuerst wahrhaben wollte. Allein viele Dinge in seinem Arbeitszimmer, schlesisch- Stiche, alte Josephinenhütter Leuchter, verraten auch dem fremdesten Besucher sofort, daß nicht hier im großen Berlin ein Dichter seine zufällige Wohnstatt auftchlug, sondern von hier aus em stetiger Kräftestrom im Wechselspiel mit der schlesischen Heimat mit an seinem dichterischen Werk webt. Ich wurde bei meinem Besuch bei Friedrich Bischoff an jenes schöne Wort des verstorbenen Rudolf G. Besuch bei einem Dichter. Von Hanns Arens. Im alten Grünewald, dort, wo es noch beinahe ländlich zugeht, am Rande der großen Stadt Berlin, wo neben Villenhäusern herbstlich die letzten Schrebergärten verblühen, glaubt man auf einmal mitten in Schlesien zu sein. Denn die Planung der Stadtväter oder eine Fügung hat es gewollt, daß die Straßen und Plätze dieses geruhsamen Bezirks schlesische Bäder- und Bergnamen tragen, ja, em Stück weiter hinein zwischen den alten Kiefern klingt es sogar sudetendeutsch auf, und Franzensbad begrüßt uns zum mindesten auf dem Namensschild einer stillen Gartenstraße. Von hier aus ist es nicht mehr weit zu jenem Platz mit dem schlesischen Namen, der hier verschwiegen sei, weil der Dichter Friedrich Bischoff, der dort wohnt, ohnedies freundliche Briefe genug erhält. So wichtig er jeden dieser Briefe aufnimmt, weil sie ihm, wie er mir sagte, ein Vertrauensbeweis der Leserschaft sind, so freundschaftlich wurde ich auch von ihm empfangen. Es lag nahe, das Gespräch mit ihm darüber zu beginnen, ob ihn, den Dichter schlesischer Herkunft, der Zufall in dieses Wohnviertel verschlagen habe, dessen Oertlichkeit so sehr mit seinen großen Romanen „Die goldenen Schlösser" und „Der Wassermann" verbunden ist. Aber schon nach wenigen Worten, ob Zufall ober nicht, empfand ich, wie bisher in allen seinen Dichtungen, daß äußere Umstände, Leben und Werk in der Stille dieser Wohnung mit- Goslar, 27. Nov. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichs- bauernführer Darr6 schloß Sonntag mittag den 6 Reichsbauerntag in Goslar mit einer Rede m der er, die Ergebnisse der Haupttagungen zusammenfassend, noch einmal die Leistungen in den bisherigen vier Jahren der Erzeugungsschlacht her- ausstellte uni> die Parole für das fünfte Jahr der Erzeugungsschlacht an das Landvolk des Großdeutschen Reiches ausgab. Er stellte die künftigen Aufgaben des Landvolkes unter das verpflichtende Gelöbnis: „Unter Adolf Hitler an vorderster Front für Deutschland". Wie sehr der nervenaufreibende Kräfteeinsatz der Bauernführer und des Landvolkes sichtlich einem großen Ziele gedient hat, zeige die stolze Wirklichkeit: Zum ersten Male sind hier unter uns versammelt die Bauernführer aus der ms Reich zurückgekehrten Ostmark und a u s den su d e- t e n d e u t s ch e n G e b i e t e n. Es ist kern Zweifel, daß die hingebungsvolle Arbeit in der Ernährungspolitik der letzten Jahre dem Führer ganz wesent- liche Voraussetzungen hat schaffen helfen, auf denen er seine geniale Politik aufbauen und zu einem erfolgreichen Ende durchführen konnte. Der Reichsbauernführer erinnerte an die Meisterung der Verpflegungsschwierigkeiten in Oesterreich, bei der Befreiung der sudetendeutsche Gebiete und gleich- Öbei der beschleunigten Durchführung des s der Westbefestigungen. Dabei hätten sich ' auch schon die drei Landesbauernschaften m Oesterreich, die in kaum sechs Wochen aus dem Nichts auf hie Beine gestellt waren, bewährt. Der Aufbau der Landesbauernschaft Sudetenland sei heute bereits im wesentlichen abgeschlossen. Daran schloß Darrö den Dank für die hingebungsvolle Arbeit der Beamten und Sachbearbeiter des Reichsernahrungs- ministeriums und des Reichsnährstandes. Er fuhr dann fort: ,Zch will diese Gelegenheit ergreifen und einmal mitteilen, daß der Reichsnährstand im ge- samten Reichsgebiet Großdeutschlands noch keine 20 800 Beamte und hauptamtlich an- gestellte Sachbearbeiter besitzt. Demgegenüber zeigte der Reichsbauernführer am Beispiel einer Großstadt, daß diese in ihrem Ver- waltunqs- und Hoheitsdienst etwa doppelt so viel Beamte und Angestellte beschäftigt. Dabei fei 3U bedenken, daß der Reichsnährstand mit seinen Beamten und Angestellten über 5 Millionen landwirtschaftliche Beliebe mit rund 16 Millionen Menschen betreut. _ Auf die Ergebnisse der Erzeugungsschlacht uber- gehend, bestätigte der Reichsbauernsührer die in seiner Nürnberger Rede gegebenen vor- schähungen durch die inzwischen vorliegenden amtlichen Ermittlungen die größte Getreideernte.die Deutschland jezu verzeichnen hatte, wobei die Vrot- getreideernte an das Ergebnis von 1913 Warenausfuhr 1937. Die W e i z e n p r o d u k t i o n entspreche dem Wert der Erzeugung der Kokereien; 2 sei in der Landwirtschaft öer Grund und Boden die Voraussetzung aller Produktion. Das in Deutschland gegebene knappe Maß habe noch von Jahr zu Jahr abgenom- m e n. Dieser knappe Raum zwinge zu einer i n - t e n f i ü e n Bearbeitung, die heute m der Welt beispiellos dastünde. Stünden genügend Arbeitskräfte für die Intensivierung zur Verfügung, dann wäre eine Erweiterung der Ernährungsbasis viel leichter durchzuführen. Tatsächlich werden nach der Arbeitsbuchstatistik jetzt gegenüber 1933, wo wir nicht diese Jntensitätshöhe hatten, rund 165 000 Landarbeiter weniger gezählt. Darüber hinaus wurden 230 000 landwirtschaftliche Arbeiter in anderen Berufen beschäftigt. Rund 400 000 arbeitsbuchpflichtige Ar- beitskräfte standen also weniger zur Verfügung als 1933. Der Verlust beträgt rund ein Fünftel der Gesamtzahl. Dazu kommt noch die Abwanderung der von der Statistik nicht erfaßten Familienangehörigen und die Tatsache, daß nach der Bevölkerungsentwicklung eigentlich eine Zunahme um etwa 300 000 Personen hätte erfolgen müssen. Der Gesamtverlust könnte also auf 700 000 bis 800 000 beziehende Zugeständnisse an ihre amerikanischen Der- Handlungspartner zu ermöglichen. Der kanadisch- amerikanische Vertrag ist eine .Art Mustervertrag dafür, wie Amerika den Dominien Südafrika, Australien und Neuseeland für die abnehmenden Lie- ferungsmöglichkeiten an das britische Mutterland Ersatz bieten soll. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben neben einer Atlantischen auch noch eine Pazifische Küste, - Großbritannien nicht. Wenn man in London den Zufuhrweg durch den Atlantischen Ozean um das Kap der Guten Hoffnung herum nach den drei Dominien auf der südlichen Erdhalbkugel und erst recht den Weg durch das Mittelmeer und den Suezkanal nach Indien als bedroht ansieht, liegt es nahe, eine Kombination zu suchen, bei der di» Lieferungen über den weniger gefährdeten Pazifischen Ozean vorgenommen werden. Die Wirtschaftsverträge, die Wafhmg- ton in den nächsten Monaten mit Öen genannten anderen Dominien abschließen will, werden m dieser wichtigen Frage recht aufschlußreich sein., Emen Teil der entlegenen Märkte hat Großbritannien bereits soweit den Amerikanern zur Verfügung gestellt, daß man fast von einer gemeinsamen britisch- amerikanischen Patronage gegenüber diesem Teil des Weltreichs sprechen kann: der hinterindftche Besitz Großbritanniens Malaya darf Zinn unmittelbar an die Vereinigten Staaten liefern, wird dagegen für den Absatz amerikanischer Kraftwagen,-.. , ... . . bessere Möglichkeiten bieten als bisher. 4ten und Nachstbeteiligten an. Wenn man auf den Wochenmärkten die Fischstände besucht und dort die etwas nüchtern anmutenden Seefische sieht, kann man sich schwerlich eine Vorstellung machen von dem Gewühl und Gedränge, von der Mannigfaltigkeit der Formen und Farben, die ein einziger Netzzug in der See zutage fördert. Hier peitscht ein tischgroßer Glattrochen mit einem Schwanz das Deck, dort grinst ein Seeteufel, das ganze Tier fast ein riesiger Kopf, aus tückischen Augen, und dort beißt sich ein Seewolf mit scharfen Zähnen in der Holzstange fest, die ein Matrose ihm hinhält. Aber neben diesen merkwürdigen Formen finden wir auch andere, die durch ihre Regelmähia- keit auffallen. Schlanke, schieferblaue Dornhaie winden sich elegant aus dem Gewimmel der Fischleiber hervor, und daneben sperrt ein an den Seiten herrlich rotgoldener Knurrhahn seine großen, schwarzgrünen, blauumsäumten Brustflossen, die an Pracht den Flügeln eines tropischen Riesenfalters nicht nachstehen. Vereinzelt finden wir auch die wegen ihres Farbenspieles berühmten Seebarben und vor allem die hochroten Rotbarsche, den-en die steil abfallende Stirn ein eigentümliches Aussehen verleiht Die Hauptmenge des Fanges bilden schellfischartige Fische, vom ungeschlachten Kabeljau bis zum zierlichen, silberglänzenden Wittling und Plattfisch, vom fast zwei Meter langen Heilbutt bis zur handgroßen Zwergzunge herab. Wie im Kornfeld Cyanen, Kornraden, Wicken und Nelken blühen, so stattet die Natur auch ihre unter- seeischen Erntefelder mit bunten, reizenden Gebilden aus, die, wie jene dem Landmann, dem Fischer ein unwillkommene Beigabe sind. Wie auch das Erntegut des Meeres tierischer Art ist, so ist auch lein Beisana" tierisch. Das große Reich der Pflan- tene ’Ziutogramm ues - °nti°r- st-ll? ttumN-, oft grell orange gefärbte die b-fchri-bene S°hle °b und hob sie s'ch zum^n > Schwämme, zierlich geformte, an Straußenfedern > denken an Menzel auf. Zu des und 'er ich mich auf das alte erprobte Führerkorps Reichsnährstandes felsenfest verlassen kann. 5. v Basel, 27. Nov. (Europapreß.) Die Stimmberechtigten des Kantons Basel- Stadt haben am Sonntag die kantonale Vorlage über den Ausschluß der Kommunisten und anderer staatsgefährlicher Organisationen aus dem Staatsdienst mit 15 363 Stimmen gegen 13 964 Stimmen a n - benommen. Dadurch wird den Kommunisten jede Tätigkeit im Staatsdienst des Kantons Bafel- Stadt untersagt. Bedienstete, die bis zum Inkraft- treten der Kommunistischen Partei oder einer anderen kommunistischen Organisation angLhört haben, bleiben straffrei, wenn sie binnen dreißig Tagen den vorgesetzten Behörden den Austritt aus ... Kommunistischen Partei nachweisen. Für die An- Theatersaal des Ministeriums durch eine bunte Folge künstlerischer Daxbietungen erfreut. Tresi Rudolph, Rudolf Beckelmänn, Hans Reinmar und Heinrich Schlußnuß, die am Flügel von Professor Michael Raucheisen begleitet wurden, ferner Käthe Dorsch und Maria Koppenhöfer, Heinrich George, Gusta Gründgens, Paul Hartmann, Eugen Klöpfer, Werner Krauß und Hans Quest spendeten Gaben ihrer Kunst. In einer heiteren Bildfolge traten Karl Ludwig Diehl, Willi Fritsch, Paul Hörbiger, Hans Möser, Harald Paulsen, Willi Schäffers, Albrecht Schönhals, Edith Schollwer, Heinz Schorlemer, Kur Seifert, Daisy Spieß, Märtel Sucher, Clara Tabody, Olga Tschechowa und Grethe Weiser auf. Ein Festabend im Propagandaministenum. Der Zollgrenzschutz ist, nachdem er in den meisten neu zu Deutschland kommenden Gebieten bereits am 24. November 1938 die neuen Grenzen besetzt hatte, am Freitag auch in den Zipfel von Nordmähren an die endgültige deutsch - tschechoslowakische Grenze vorgerückt und sichert nunmehr die neue Grenze in ihrem ganzen Verlauf. Die Besetzung der neuen Grenze hat sich überall reibungslos vollzogen. Der südafrikanische Verteidiaungs- und Handelsminister P i r o w stattete Reichswirtschaftsminister Funk einen längeren Besuch ab. In einer längeren Aussprache, an der auch Staatssekretär Brinkmann teilnahm, wurden die internationalen Wirtschaftsbeziehungen und die besondere Stellung Deutschlands in der Weltwirtschaft sowie die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der süd- afrikanischen Union eingehend erörtert. Pirow ist nach Rom weitergereist. Ernennungen in der Wehrmacht. Berlin, 25. Nov. (DNB.) Der Führer einem Empfang im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hatten sich über 500 Kunstschaffende eingefunden, neben den bekanntesten Angehörigen der Bühne und des Films, des Schrifttums und der Presse, der bildenden Kunst, der Musik und des Rundfunks u. a. Reichsminister Funk, Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley, Commendatore Puccetti, die Mitglieder des Reichskultursenates, die Präsidenten und Präsidialräte der Einzelkammern. Die Gäste wurden im neuen nähme der Vorlage hatten sich olle bürgerlichen Parteien ausgesprochen; der marxistische Regie» rungsrat hatte den Stimmberechtigten die Annahme der Vorlage empfohlen. Kleine politische Nachrichten. NSG. Unter den sechs Gauleitern, die aus dem Altreich für den Wahlkampf im Gau Sudetenland eingesetzt worben sind, befindet sich auch Gauleiter und Reichsstatchalter S p r e n - fl e r. In vier großen Kundgebungen wird er den befreiten Volksgenossen des Sudetengaues die erfolgreiche nationalsozialistische Aufbauarbeit auf- zei^en und sie zur Mitarbeit am großen, mächtigen Dritten Reich Adolf Hitlers aufrufen. Der Gauleiter spricht am 28. November in Weigert, am 29. November in Duppau bei Saaz, am 30. November in Ellbogen und am 1. Dezember in St. Joachimschal. Seinem alten Mitkämpfer und Mitarbeiter Reichsschatzmeister Schwarz, der am 27. November seinen 63. Geburtstag in wiederheraestell- ter vollster Gesundheit beging, sprach der Führer persönlich seine herzlichsten Glückwünsche aus. Der Reichsschatzmeister und seine Gattin verbrachten auf Einladung des Führers den Geburtstag im Berghof am Obersalzberg. Zwischen König Carol von Rumänien unb Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring fand am Samstag eine Begegnung in L e i p- z i g statt. Nach einer eingehenden Unterhaltung nsbesondere über die Ausgestaltung der wirt- chaftlichen Beziehungen beider Länder folgte der König mit dem Kronprinzen und seiner» Begleitung einer Einladung des Generalfeldmarschalls zun, Frühstück in dessen Sonderzug. König Carol setzte am Spätnachmittag seine Weiterreise fort. Generaleidmarschall Göring reiste nach Berlin zurück. Aus aller Wett. Elf Todesopfer beim Absturz eines deutschen Flugzeugs in Westafrika. Am Samstag ist beim Start zu einem Probeflug auf dem Flugplatz Bathurst (Westafrika) ein deut- ches Flugzeug verunglückt. Das Flugzeug verlor bald nach dem Abheben vom Erdboden aus Aufgaben nationalsozialistischer Kulturpolitik Keine Derbürokratifierung. - Oie Nachwuchsfrage. Auf dem Flughafen Braunschweig-Waggum wurden in Anwesenheit des Reichsministers Rust die neuen Luftfahrtinstitute der Technischen Hochschule Braunschweig, die damit zum ersten Luftsahrtlehrzentrum des Großdeutschen Reiches geworden ist, ihrer Bestimmung übergeben^ Der Reichsniinister der Luftfahrt, Generalfeld mar- schall Göring, der dem Bau der Institute feine volle Unterstützung hatte angedeihen lassen, war durch Generalmajor Bienek vertreten. dort, wo es 1918 bereits einmal gestanden hat, es wäre wieder zum Hexenkessel des Hungers geworden Die Marktordnung war auch die Garantie für eine soziale und gerechte Versorgung der Konsumenten. Ohne sie wäre bei den oftmals geringen Einfuhrmöglickkeiten eine geregelte Versorgung nicht möglich gewesen. Wenn heute infolge ganz normaler Produktionsschwankungen hier und dort noch Lücken in der Versorgung auftreten, dann in erster Linie deshalb, weil es bisher nicht möglich war, in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit die nötigen Speicherräume zu bauen. Die ArbeitsVerhältnisse auf dem Lande nehmen heute der deutschen Bäuerin infolge der Ueberlastung fast schon die Wöglich- keit, Mutter zahlreicher Sinder zu fein. Mit ollem Ernst muß darauf hingewiesen werden, daß die Verhältnisse in dieser Beziehung eine Richtung einzuschlagen beginnen, die unserem Volkskörper nicht wieder gukzumachende Schäden zufügen können. Das wir können, um in dieser Lage Erleichterungen zu bringen, wird getan werden. Darüber hinaus aber richte ich an die weibliche Landjugend den Appell, nun nicht fahnenflüchtig zu werden und ihre Mütter im Stich zu lassen. Wer von den Mädels draußen auf den alten bodenverwurzelten Geschlechtern um eines bequemeren Stadtlebens willen den Hof und feine Aufgabe am Bauerntum verläßt, handelt wie der Soldat, der die Front verläßt, um sich in der Etappe eine bequeme und sichere Stellung für die Dauer des Krieges zu sichern. Die Landflucht ist mit wirtschaftlichen oder gesetzlichen Maßnahmen allein nicht zu überwinden, sondern die Landflucht wird nur überwunden, wenn die NSDAP, aus ihrem Bekenntnis zum Blut, zur Rasse heraus den unerschütterlichen Entschluß faßt, sie unter allen Umständen ^überwinden zu wollen. Ebenso wie wir zum Reichserbhofaesetz kamen, weil wir aus unserer nationalsozialistischen Idee das Bauerntum unter allen Umständen erhalten wollten, müssen nunmehr auch die weiteren Folgerungen dieser Idee Wahrheit werden, die NSKAP. muß aus ihrer weltanschaulichen Einstellung zur Rasse die Landflucht meistern. Den Weg einer Ueberwin- '' düng der Landflucht gehe heute unter der tatkräftigen Führung des Reichsjugendführers die HI. mit ihrem Lqnddienft. Diese Jugend habe wieder das Herz aufgeschlossen für die Aufgaben auf dem Lande und habe daher auch wieder Erfolg mit ihrem Beginnen. Darrs richtete daher den Appell'an die Bauernführer, diesen Bestrebungen der HI. mit dem größten Verständnis entgegenzukommen. Die harte Wirklichkeit der ländlichen Arbeit sei allerdings nicht jedermanns Sache. Das fei auch gut so, denn dann bleiben wirklich nur dieHartenund Brauchbaren in der Landarbeit zurück. Wenn wir nicht den Mut hätten, wieder im Kleinen mit der Arbeit an dem Menschen zu beginnen und um die Seele jedes einzelnen zu ringen, dürften wir uns nicht wundern, wenn wir keinen Erfolg haben. Der Reichsbauernführer schloß: Noch seien die Aufgaben, wie der Führer sie stelle, um Deutschland wieder gesunden zu lassen, nicht beendet. Dort, wo die deutsche Volkswirtschaft dem Landvolk Erleichterungen schaffen könne, werde sie es tun. Daß das deutsche Landvolk sich in diesen Fragen die größte Beschränkung selbst auferlegen werde, sei selbstverständlich, weil die Bauernführer als Nationalsozialisten fühlen und denken. Noch stehe man erst in der Mitte des Vierjahresplanes, noch würden sachliche Erleichterungen nennenswerter Art nicht dem < Landvolk zuteil werden können. Trotzdem gelle es, ' genau wie in der Vergangenheit so zu handeln, als wenn das Schicksal der Nation von uns allein abhinge. So wie der Führer nur Deutschland lieht, wollen auch wir nur Deutschland sehen and deshalb zum fünften Male zur Erzeugungsschlacht antreten Nur an diesem Maßstab wird uns die Geschichte messen und an nichts sonst. Uns kann es gleichgültig sein, ob dieser oder jener Zeitgenosse unseren Idealismus verstehen wird oder nicht. Wir tragen im Herzen die Zuversicht, daß wir unter , Adolf Hitler an vorderster Front für > Deutschland kämpfen und für Ideale, die uns i Adolf Hitler verkündet hat. Wir glauben an Adolf । Hitler und deshalb kämpfen wir für ihn bis zum letzten Atemzuge. Ich aber habe die Gewißheit, daß 1. Grundlagen für die Beziehungen zwischen Polen und der Sowjetunion bleiben auch weiterhin in ihre Ausdehnung alle bestehenden Verträge einschl. dem polnischen-sowjetrussischen Nicht- a n g r i f f s p a k t vom 25. Juli 1932. Dieser Vertrag, der für fünf Jahre abgeschlossen und am ■ Mai 1934 b i s zum31. Dezember 1945 erlängert worden ist, bietet eine ausreichend breite Grundlage zur Gewährleistung der Unantastbarkeit der friedlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Dr. Goebbels vor dem Aeichskultursenat. Berlin 26.Nov. (DNB.) Aus Anlaß der Iah- restagung der Reichskulturkammer hatte Reichs- Minister Dr. Goebbels die Reichskullursenatoren zu einer Senatssitzung geladen, an der auch der Vize- Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Funk, teilnahm. Der Minister kennzeichnete die • •u!^a^)Cn ^es Beichskultursenats, der sich nicht m Kleinigkeiten verlieren dürfe, sondern in einem lebhaften Gedankenaustausch mit den für die Füh- rung der Kulturpolitik des Reiches verantwortlichen Mannern dem kulturellen Leben insgesamt einmal im Jahre die grundsätzliche Ausrichtung geben solle. 9 Der Minister behandelte dann die Gefahr der Derbürofratifierung der kulturellen Organisationen und wandte sich insbesondere gegen das Zuviel an Verordnungen und Gesehen. Wan müsse die Dinge sich entwickeln und heranreifen lassen und dürfe erst dann regelnd eingreifen, wenn sich eine wirkliche Gefahr für das kulturelle Leben an irgendeiner Stelle zeige. Für den weisen und weitblickenden Staatsmann seien Verordnungen und Gesetze nicht allein dazu da, Entwicklungen einzuleiten, sondern vielfach auch sie abzuschließen. Die NSDAP, habe in den Jahren des Kampfes um die Macht nicht nur angeordnet und befohlen. Vieles habe sich von selbst und aus sich selbst heraus entwickelt. Es fei auch im Jahre 1920 nicht ihre erste Arbeit gewesen, ein Organisationsstatut fest- zulegen, sondern im Anfang habe die praktische Arbeit gestanden, und erst aus ihr heraus habe sich das Gefüge der Organisation entwickelt. Wenn man einen anderen Weg gehe, so komme man allzu leicht in die Gefahr, daß sich zwischen dem Leben des Volkes und der Verordnung ein klaffender Wi- »erspruch ergebe, der zu einer Gefahr für den Betont) des Staatsgefüges werden müsse. Reichsminister Dr. Goebbels ging dann noch einmal kurz auf die Judenfrage im deutschen Kulturleben ein. Unter Bezugnahme auf einen Einzelfall jab er weiter die Exklärung ab, daß nach der Aus- cheidung aller für das deutsche Kulturleben untragbaren Elemente in großzügiger Welse von der Führung der nationalsozialistischen Kulturpolitik ein Strich unter die Vergangenheit gemacht worden fei — mit dem Erfolge, daß heute die deut- che Künstlerschaft aus tiefstem Herzen positiv zum neuen Reich stehe und nicht wenige von denen, die 1933 das Dritte Reich aus ideologischen Gründen verlassen hätten, heute in flehenden Briefen darum bäten, doch nach Deutschland zurückkehren und im neuen Deutschland wieder tätig sein zu dürfen. Wit allem Freimut wandte sich dann Dr. Goebbels der Frage des künstterischeu Nachwuchses zu. Er betonte die Notwendigkeit, junge Talente in großzügigster Weise zu fördern, warnte aber dringend davor, hier des Guten zuviel zu tun. Es ist ein Irrtum, von Witzleben, Chef b. Dst. d. Jnsp. d. Kav., zum Chef d. Gen. St. d. VII. A.-K.; der Oberst Reichert, b. St. d. Ins.-Regt. 95, zum Kdr. d. Jns- Regt. 6. — Mit Wirkung vorn 1. Dezember 1938 t ernannt: der Oberst Düvert, Kdr. d. Art.-Regts. 8, zum Chef d. Gen. St. d. VI. A.-K. Sine polmsch-sowjeirussische Erklärung. Warschau, 27. Nov. (DNB.) Amtlich wird eine Verlautbarung über eine Fühlungnahme zwischen Warschau undMoskau bekanntgegeben, mit der wohl beabsichtigt ist, den Tiefpunkt ber gegenteiligen Beziehungen für überwunden zu erklären, die sich in den letzten Jahren infolge der verstärkten Komintern-Propaganda laufend Der« chlechtert hatten. In der Verlautbarung wird darauf hingewiesen, daß zwischen dem Sowjetaußenkommissar Litwinow und dem polnischen Bvt- chafter in Moskau Grzybowsky Besprechungen tattgefunben haben, die zu folgender Erklärung führten: polnische Truppen besetzen die Nestgebiete. Warschau, 28. Nov. (DNB.) Am Sonntag rückten die polnischen Truppen in die restlichen Gebiete, die die Slowakei an Polen abgetreten hat, ein. (Ss handelt sich hierbei um Gebiete in den Pieninen und um das Jaworzynatal im Arwa-Gebiet. Dabei kam es wegen angeblicher Ueberfchreitung der Demarkationslinie zu einem Feuer- gefedjt mit den Tschechen, wobei ein polnischer Major getötet und ein Unteroffizier schwer verletzt wurde. Die tschecho-slowakische Regierung hat ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht und eine Untersuchung zugesichert. Bulgarische Kundgebungen für Revision des Friedensvertrags. Sofia, 26. Nov. (Europapreß.) Anläßlich des Jahrestages der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Neuilly fanden in Sofia Massenkundgebungen für die Revision des Friedensvertrages stall. Mehrere tausend Studenten und Mitglieder verschiedener nationaler Verbände forderten in Sprechchören die Rückgabe der Dobrudscha, die gegenwärtig zu Rumänien gehört. Ferner wurde die Forderung nach einem freien Ausgang durch griechisches Gebiet zum Aegäischen Meer erhoben. Die Feuerwehr trieb die Meinge durch Wasiersllahlen auseinander. Für Sonntag wurden angekündigte Demonstrationen dadurch verhindert, daß über Sofia der leichte Ausnahmezustand verhängt wurde. Der Bevölkerung ist das Verlassen der Häuser verboten. Innerpolitische Klärung in Ungarn. B u d a p e st, 27. Nov. (Europapreß.) In der in« nenpolillfchen Lage ist am Sonntagabend eine Wendung eingetreten. Der Reichsverweser hat den Rücktritt Imredys nickt angenommen. Das Kabinett Jmredy bleibt somit unverändert im Amt. Mit größter Spannung sieht man in Ungarn der nächsten Sitzung des Parlaments am 1. Dezember entgegen, in der das Abgeordnetenhaus zu dem durch das Vertrauen des Staatsoberhauptes erneut gestärkten Kabinett Jmredy Stellung nehmen wird. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß Außenminister von Kanya in allernächster Zeit einen längeren Urlaub antreten wird, den er voraussichtlich im Auslande zu verbringen beabsichllgt. Ausschluß der Kommunisten aus dem Staatsdienst in Basel. Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. November 1938 befördert: Zum General der Panzertruppe den Generalleutnant Guderian, Kom. Gen. d. XVI. A.-K. — Mit Wirkung vom 24. November 1938 ernannt: Den General der Artillerie von Kluge, Kom. Gen. d. VI. A.-K., zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 6; den General der Pioniere, Förster, Jnsp. d. Pi. d. Eisnbahnpi. und der Festungen, zum Kom. Gen. d. VI. A.-K.; den General der Panzertruppe, Guderian, Kom. Gen. d. XVI. A.-K., zum Chef der schnellen Truppen; die Generalleutnante von Vietinghoff genannt Scheel, Jnfp. d. Pz-Tr. und für Heeresmotorisierung, zum Kdr. d. 5. Pz.-Div.; I a - c o b, Jnsp. d. Ostbefestigungen, zum Jnsp. d. Pi. d. Eisenbahnpi. und der Festungen; Hopner, Kdr. d. 1. leichten Dio. zum Kom. Gen. d. XVI. A.-K.; die Generalmajore W o l l m a n n, b. d. Offz. zur Derf. d. Ob. d. H. (sonst. Offz.), zum Jnsp. der Ostbefestigungen; Brennecke, Chef d. Gen. St. d. VII. A.-K., zum Chef d. Gen.-St. der Heeresgruppe 6; von Loeper, Kdr. d. Ko.Schützen-Rgt. 4, zum Kdr. d. 1. leichten Dio.; den Generalarzt Dr. Meyer (Kurt), Korpsarzt X, zum Heeresgruppen- arzt 6; die Obersten Freiherr von Langer- mann und Erlencamp, Höh. Kav. Oftz. 1, Zum Jnsp. d. Reit- und Fahrwesens; Freiherr von Waldenfels, Kdr. d. Ko.-Regt. 5, zum Höh. Ko. Offz. b. Chef der schnellen Truppen; den Oberftveterinär Dr. Rathsmann, Korpsvet. III, zum Heeresgruppenoeterinär 6; mit Wirkung vom 1. Dezember 1938 ernannt: Die Generalleutnante von A p e l l, Chef d. Gen. St. d. H. Gru. 2, z u m Kommandeur der 9. Division; Oßwald, Kdr. der 9. Dio, zum General z. b. V. b. Gen. Kdo. V. A.-K.; den Generalmajor von Soden st ern, Chef d. Gen. St. d. VI. A.-K., zum Chef des Gen. St. d. H. Gru. 2; mit Wirkung vom 24. November 1938 versetzt: den General der Kavallerie von Goßler, Znsp. d Ko., zu d. Offz. zur Verf. d. Ob. d. H. (sonst. Offz.). — Mit Wirkung vom 24. November 1938 sind ernannt: Der Oberst des Generalstabes noch nicht geklärten Gründen wieder an Hohe, und eine linke Tragfläche stieß mit einer am Rande des Flugplatzes stehenden Palme zusammen. Das Flug» zeug stürzte ab und geriet in Brand. Von den 15 Insassen kam die aus Flugkapitän U n * tucht, Flugkapitän Blankenburg, Ober» fünfer - Maschinist Gillwald, Flugzeugfunker Sager und Flugmaschinist Carbon bestehend s Besatzung, ferner vom Reichsluftfahrtministerium Fliegerstabs-Jngenieur S ch w e n b I e r und die für navigatorische Zwecke eingesetzten Handelskapitäns Andrae,Benthien und Sutter und vom Motorenwerk die beiden Monteure P f a e f f l i n und Hasenmüller ums Leben, während Diplom-Ingenieur Schinzinger, Diplom-Ingenieur Hansen und Ingenieur Thieme leicht und Diplom-Ingenieur Feßler schwer verletzt wurden. Für die Verletzten besteht keine Lebensgefahr. Die deutsche Unfall-Untersuchungskommission ' befindet sich auf dem Wege nach Bathurst. Dis deutsche Luftfahrt verliert durch diesen Unfall bewährte Mitarbeiter. In der Oeftenüichkeit sind be- onders die Flugkapitäne Blankenburg und Untucht bekannt geworden. Blankenburg, einer der Pioniere des Atlantik-Luftverkehrs, konnte erst vor kurzem das Jubiläum des 100. Transozean- luges feiern. Untucht gehörte zu der Besatzung der D—ANOY, die Ende vorigen Jahres das Pamir- Gebirge bezwang. Deutsche Weislerfchaft auf der Schreibmaschine. In Bayreuth wurde in Anwesenheit des Gauleiters und Reichswalters des NS.-Lehrerbundes W ä ch t l e r di e Deutsche Meisterschaft auf der Schreibmaschine ausgetragen. Es nahmen 186 der besten deutschen Mcstchinenschreiber und -schreiberinnen teil, darunter ein blinder Maschinenschreiber, der ausgezeichnete Leistungen vollbrachte. Auch zwei Maschinenschreiberinnen aus Dänemark beteiligten sich. 87 Teilnehmer errangen die Meisterwürde. Die zehn Besten wurden zu Reichssie - gern erklärt. Es sind dies: Walter Behrens (Hannover), Ilse B e n ck (Berlin), Dora B i r n - b a u m (Löbau), Olga Fischer (Berlin), Anny G ü n z l e r (Suhl), Hildegard Holzbrecher (Zella-Mehlis), Frau Hedwig Prötzl (Nürnberg). Erna Springer (Zella-Mehlis), Ella Tag CBert lin) und Gerda Weßling (Kiel). keres und Fine Sieger im Schachmeisterturnier. Die letzte Runde des holländischen S ch a d) t u r * n i e ws wurde in Amsterdam ausgeträgen. Alls Aufmerksamkeit lenkte sich auf das Treffen K e r e s gegen Fine, die beide mit je acht Punkten führten. Es kam zu einer spanischen Partie, die schnell abgewickelt wurde. Sie endete mit Remis. Auch dis Partie Aljechin — Botwinnik ging mit Remis ü' -rraschend schnell zu Ende. Dem Holländer E u w e gelang es, Capablanca zur Aufgabe zu zwingen. Das Turnier ist damit beendet. Sieger fins Stere s und Fine mit je 8^ Punkten, gefolgt von Botwinntk mit 7^ Punkten. Ja 7 Punkte haben Aljechin, Euwe und R e« 2. Die beiden Regierungen verhalten sich positiv zu der Frage der Vergrößerung der gegenseitigen Handelsumsätze. 3. Beide Regierungen sind sich über die Notwendigkeit einig, verschiedene Fragen positiv zu erledigen, die sich aus den gegenseitigen vertraglichen Beziehungen ergeben. Es handelt sich hierbei insbesondere um die rückständigen Angelegenheiten und um die Erledigung der in der letzten Zeit erfolgten Grenzzwischenfälle. Die polnische Telegraphenagentur schreibt dazu, daß beide Länder ihre Beziehungen auf Grund der obigen Abmachungen loyal regeln wollen und damit eine Garantie der beiderseitigen Grenzverhält- niffe erreicht worden fein dürfte. Oie aus dem Oisa-Gebiet gefluchteten Volksdeutschen melden sich in Troppau. Berlin, 26. Nov. (DNB.) Die Beratungsstelle ur Einwanderer in Berlin fordert alle zwischen dem 15. September 1938 und dem 28. November 1938 aus dem an Polen gekommenen Olsa- Gebiet geflüchteten und abgewanderten Volksdeutschen auf, sich unter Angabe: ihrer Heimatzuständigkeit und ihrer Staatsangehörigkeit, ihres letzten Wohnsitzes rm Olsa-Gebiet, ihres Berufes, chrss gegenwärtigen Aufenthaltsortes und ihrer gegenwärtigen Beschäftigung bei der Dienststelle Troppau der Beratungsstelle für Einwanderer — Berlin — zu melden. Für die nach dem 10. Dezember 1938 sich Meldenden besteht kein Anspruch auf irgendwelche Betreuung. zu glauben, erklärte Dr. Goebbels, daß man wirkliche Talente nur in Schulen und Akademien heranbildeu könnte. Das Leben muh die Schule fein, unb die Schule Hal nur das zu ergänzen, was das Leben an technischen Fähigkeiten nicht übermitteln kann. Wenn uns nun das Leben Möglichkeiten der natürlichen Auslese überlassen hat, dann darf man sie unter keinen Umständen zerstören! Auch die männer der nationalsozialistischen Staatsführung seien ja nicht auf Akademien, sondern nur oo m Leben und durch den Kampf geschult worden. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete Dr. Goebbels an die Träger des deutschen kulturellen Lebens die dringende Bitte und ernste Mahnung, die Kunst nicht einer überfeinerten Gesellschaftsschicht vorzubehalten, sondern mitten ins Volk ZU tragen. „Dieses Volk", so erklärte der Minister, „das uns den Rücken steift, wenn wir zu großen politischen Aktionen schreiten, wird ihre dankbarste Gemeinde fein, wenn Sie sich ihm zur Verfügung stellen. Dieses Volk wird niemals von feiner Kunst lassen, wenn sich die Kunst nicht von ihm entfernt. Wir haben in großzügigster Weise dem deutschen Künstler in seinen Sorgen und Nöten geholfen. Als Gegenleistung verlangen wir dafür, daß der Kunstschaffende sich mit seinem ganzen Idealismus dem Volke widmet, aus dem wir alle hervorgegangen sind." Der Minister betonte, daß kein blasser Aesche- tlzismus, keine theoretische Diskussion das Erfordernis der Stunde sei, sondern daß jeder Künstler es als feine schönste und lohnendste Pflicht, als seine höchste Ehre betrachten müsse, dem Volke weit die Tore zur Kun st zu öffnen. Dann befinde sich die Kunst auch in den besten Händen, denn was vom Volke beschützt werde, fei in sicherer Hut. J3 g S ’S 4 Kl! V?'5'. e^5| 4> £; >C ^ = = E £ = 3 - °e w Q o JJifi S«y c e>» ’s Lr-EL a u *? o <3 £ £ »'S- u ÄZZ ^«N LZ« O • »• tt 3 E> w fi we ö u E v WZ M ea»£;-~ 92 £i 2!S§2« |t: ® aOa^ ' ett Ein merkwürdiges Museum. — Allerhand Kuriositäten. nik (als eine anerkannte Wissenschaft) lehrt, daß die Tabakpftanze zu den Nachtschattengewächsen gezählt wird und eingereiht werden muß zwischen Kartoffel und Tomate. Warum soll also gerade der Tabak 'ein „Teufelskraut" sein? H. S. garre, die zwar erst'ein Vierteljahrhundert all ist, die aber eine sehr interessante Geschichte, dazu noch eine Kriegsgeschichte, hat. Sie stamntt aus den Beständen einer holländischen Prise, die das Marine-Korps im Weltkrieg an der Küste Manderns , aufbrachte. Die Zigarren waren Eigentum der eng-'ein „Teufelskraut" sein? Der Feind im eigenen Land Jüdische Literaturpäpste und Intriganten. Mit der wehleidigen Entschuldigung, daß, was der einzelne Jude verbrochen habe, nicht der ganzen Mischpoche aufgehängt werden könne, ist nicht weit zu kommen. Was immer der einzelne Jude verbricht, ist von so besonderer Art, daß fid) das nur aus der rassischen Anlage erklären läßt. Da haben wir den Fall des Inden Alfted K e r r, der bis Ende 1932 im külturbolschwrstischen Bereich der November-Republik eine sehr große Rolle gespielt hat. Er galt jahrelang als der Literaturpapst der Reichshauptstadt, als der Krittler, von dessen Urteil das Schicksal eines jeden Bühnenstückes abhing. Diese Rolle verdankte er der Tatsache, daß das Judentum die Berliner Bühnen und auch andere große Bühnen im Reiche beherrschte. Die Presse jüdisch, das Theater jüdisch, was blieb da anders Übrig, als daß der jüdische Kritiker Einfluß hatte, zumal dann, wenn er sich eine Schreibweise zurechtgelegt hatte, die an das Wort des Deutschballen Viktor Hehns erinnert, daß es ein Jude wohl fertig bringe, die deutsche Grammattk zu beherrschen, daß er aber außerstande sei, sich in Wesen und Geist der deutschen Sprache einzufinden. Dieser Alfred Kerr hatte noch die zweifelhafte Gabe, Verse zu machen. Die Dichteritis des Alfred Kerr wurde während des Krieges gemeingefährlich. Kerr war es, der unablässig in Versen die Feinde Deutschlands beschimpfte, wobei als Kostprobe dienen mag, daß er zu Beginn des Krieges den Franzosen und allen Führern der Deutschlandhetze Bandwürmer, Hühneraugen, Krätze und Rheumatismus an den Hals wünschte, ebenso schimmelfeuchtes Stroh zu Ernährung. Heber Russen und Italiener äußerte sich Kerr Die größte Zigarre -er" Das einzige öffentliche Zigarrenmuseum befindet sich in der westfälischen Zigarrenstadt B ü n d e. Hier kann man die größte Zigarre der Welt sehen! Sie hat die respektable Länge von 1,70 Meter und einen Umfang von 68 Zentimeter. Ein Meister und drei Arbeiter aus der Bänder Zigarrenindustrie haben viele Arbeitsstunden und zehn Pfund guten Tabaks drangeben müssen, um dieses Wunderwerk von Zigarre fertigzustellen. Aber damit haben sie die kuriose Welt ja auch um ein neues Kuriosum bereichert und der kleinen Zigarrenstadt Bünde so etwas wie einen Weltruf (sofern sie den noch nicht hatte) verschafft. Die Riesenzigarre ist säuberlich in einer Glaskiste verpackt, und die hohe Zollbehörde hat einen Siegel auf die Kiste gedrückt, damit nicht einer eines Tages auf den Gedanken komme, diese zehn Pfund unverzollten Tabak als Schmuggelware zu betrachten. Ein Mann — das hat man ausgerechnet — der täglich nur eine Stunde an der Riefenzigarre rauchen wollte, würde ein Jahr und 247 Tage zu tun haben, um den Riefen unter allen Zigarren der Welt in Asche zu verwandeln. ..Wie kommt das Museum gerade nach Bünde? Dafür gibt es gute Gründe: Jede achte Zigarre, die in Deutschland geraucht wird, stammt aus Bünde, und jeder neunte Arbeiter der deutschen Zigarrenindustrie ist in Bünde ansässig. Von den acht Milliarden Zigarren, die jährlich in Deutschland gekauft und in blauen Dunst und Asche verwandelt werden, kommt also eine volle Milliarde aus dieser kleinen Stcckll. Im Bänder Zigarrenmuseum finden sich auch allerlei andere Merkwürdigkeiten, z. B. ein paar Zigarren, die schon ehrwürdige Sechziger sind. Ein Liebhaber sammelte sie und vermachte sie dem Museum. Eine feine, teure Sorte, die heute noch frisch und einladend aussieht. Ferner liegt da eine Zi- lischen Heeresverwaltung und von ihr, wie der Kistenaufdruck auswies, „ihren an der Front kämpfenden Offizieren und Mannschaften gewidmet". Die englischen Offiziere und Mannschaften hatten aber Pech. Sie wurden gefangen genommen, und auch die Zigarren kamen in deutschen Besitz. Dabei zeigte sich, daß die Bauchbinden mit dem Bilde Bismarcks und den schwarz-weiß-roten Farben geschmückt waren. Wohl die letzte dieser englisch-deutschen Weltkriegszigarren wurde von einem Arzt aus Eberswalde dem Museum geschenkt. Für die Kulturgeschichte des Tabaks aufschlußreich ist die kleine Schriftensammlung im Museum. Die Bucher sind zum Teil altersgrau und vergilbt, aber sie sind voll vom Lob und Preis des edlen Krautes Tabak. Da schreibt einer, daß man „in Aegypten einige am» Pfahl gespießete Hebel» thäter gesehn hat, welche bis an den dritten Tag gelebet und inzwischen continierlich bis auf den letzten Tag ihres Lebens gerauchet haben". Dann tritt auch hier wieder Bismarck als Kronzeuge auf, Es steht in einem Bächlein zu lesen, daß der Reichskanzler bei den Waffenstillstandsverhandlungen zu Versailles folgenden Ausspruch tat: „Wenn man in eine Verhandlung eintritt, die möglicherweise Streitfragen berührt und zu heftiger Meinunasäuhe- rung führt, ist das Rauchen von großem Vorteil. Die Zigarre, die man in der Hand hat, zum Munde fährt und nicht fallen lassen mag, unterdrückt ein wenig die körperliche Unraft. Ohne unser Denkvermögen zu trüben, bietet sie immer eine leichte seelische Beruhigung." Es hat, das fei zugegeben, auch an (Stimmen nicht gefehlt, die den Tabak als Teufelskraut verdammten und nicht genug schaurige Geschichten von ihm erzählen konnten. So die von dem Londoner Erzbischof, „der den Qualm allzu lange im Munde behielt, so daß der Rauch in die Luftröhre drang und den Herrn Erzbischof erstickte". Aber die Bota- shevsky. Capablanca hat sich 6 Punkte er» spielt und Flor 414 Punkte. Der lob in den Bergen. Dieser Tage stürzte ein Unteroffizier in den französischen Seealpen unweit der llalienischen Grenze in eine Felsspalte. Ein Leutnant, der dem Verunglückten zu Hilfe eilen wollte, stürzte ebenfalls ab. Ein Bergsteier, der aus einiger Entfernung den Absturz des Leutnants beobachtet hatte, beeilte sich, den Verunglückten zu Hilfe zu kommen: aber auch er stürzte in den Abgrund. Alle drei kamen ums Leben. Burg Katzenelnbogen wirb Jugendherberge. Auf Bitten des Gebietsfährers Geisler, des Leiters des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverbanb für deutsche Jugendherbergen e. V. hat Regierungspräsident von Pfeffer (Wiesbaden) die Burg Katzenelnbogen dem Ju- gendherdergsverbond ab 1. Dezember zur Verfügung gestellt. Der die Burg umgebende große Garten und die dazugehörigen Ländereien gehen mit in die Verwaltung des Jugendherbergsverbandes über. Mit den Umbauarbeiten soll umgehend begonnen werden, so daß die Burg für die Zwecke der Jugendwanderung spätestens im kommenden Frühjahr zur Verfügung steht. Die neue Jugendherberge wird dann in der Lage sein, 150 bis 200 Wanderer aufzunehmen. Die Burg Katzenelnbogen wird in~ der Geschichte zum ersten Male im Jahre 1102 erwähnt. Diese und der in der Nähe liegende Ort gehörten damals zum Kloster Bleidenstadt, von dem die Grafen von Katzenelnbogen Burg und Ort als Lehen erhielten. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Burg zum größten Teil in Asche gelegt. Seit ihrem Wiederaufbau zählt sie zu den schönsten Burgen unseres Heimatgebietes. Ihrer neuen Aufgabe, der wandernden Jugend als Heimstätte zu dienen, wird die Burg in idealer Weise gerecht werden können. 3rod Todesopfer bei einem Schiffsunglück in Finnland. Ein schwerer U n g l ä ck s f a I I, der zwei Tod e s° opfer forderte, hat sich im Hafen von Vilajoki in Sädsinnland ereignet. Ein Schlepper war mit dem Einschleppen des deutschen Dampfers .Königsberg L Pr." beschäftigt. Plötzlich legte sich der Schlepper aus bisher unbekannter Ursache quer, und das Schleppseil spannte sich so hefttg, daß der Schlepper sich immer mehr auf die Seite legte. Die Besatzung bemühte sich vergeblich, das Schleppseil loszuwerfen, worauf die an Bord befindlichen Personen ins Wasser sprangen, um sich zu retten. Die Köchin und ein Küchenmadchen, die sich in der Kombüse befanden, versuchten vergeblich, die Tür zu öffnen, die von den inzwischen in das Innere des Schiffes ein- gebrungenen Wassermassen festgepreßt wurde. Wenige Minuten später s a n k der Schlepper, ohne daß es möglich war, die beiden Frauen zu retten. Speiseeis in die Deichsel geschüttet. Die größte polnische Speiseeisfabrik in Warschau hat ihren Heberschuß an Fruchteis vor einigen Tagen in die Weichsel ge schicktet. Ein großer Rollwagen, hochbeladen mit Pappkästchen voll Sahne-- und Schokoladeneis, kam in der Dorstadt Bielany an den Fluß gefahren; Arbeiter warfen unter Aufsicht eines Pvlizerbeamten und in Anwesenheit zahlreicher Neugieriger, denen das Wasser im Munde zusammenlief, seinen säßen Inhalt ins Wasser. Die Firma hatte im vorigen Jahr ihren Heberschuß am Ende der Sommerzeit Wohltättgkettsveranstallungen geschenkt, wurde aber dafür von der Steuerbehörde, die darin eine Reklame sah, mit erhöhter Umsatzsteuer bedacht. Das veranlaßte die Fabrik in diesem Jahr, ihre überschüssige Ware zu vernichten. Zahnziehen von zarter Hand. Die Finnen lassen sich anscheinend ihre Zähne lieber von zarter Hand ziehen. Insgesamt hat Finnland 746 Zahnärzte, von denen nur 204 Männer sind. Also wird der zahnärztliche Beruf zu 72 v. H. durch Frauen ausgeübt. Daß die Entwicklung in dieser Richtung weitergeht, zeigt der Umstand, daß sämtliche 30 Studierende, die in diesem Herbst in Helsinki das zahnärztliche Studium ergriffen haben, Frauen sind. noch massiver. Dieser Alfred Kerr lebt heute in Paris, tut so, als fei er immer ein Friedenstäuberich gewesen, lägt die Franzosen an, er hätte während des Krieges als einziger gegen den Krieg feine Stimme erhoben, hätte sich für Frankreich und französische Kultur eingesetzt. In den Vereinigten Staaten, wo jeder Judenschwindel . geglaubt wird, gilt Kerr, der so viel zur Dölkervethetzung beigetragen hat, als Märtyrer seiner Heberzeugung, wobei nur vergessen wird, daß Kerr sich für alle diese Sudeleien in Vers und Prosa schwer bezahlen ließ. Auch Deutsche haben sejne Bücher gekauft, ohne zu ahnen, daß dieser Kriegsgewinnler im übelsten Sinne des Wortes ttotz seines sehr hohen Einkommens die November-Republik grundsätzlich um die Einkommensteuer betrog. Che er im Januar 1933 flüchtig ging, leistete er sich noch den Streich, alle Briefe und Widmungen, die ihm in den Zeiten seines Ruhmes zugegangen waren, an ein Berliner Antiquariat zu verhökern, das sie dann an Auto- graphenscrmmler weiterverkaufte. Dieser Kerr treibt heute in Paris Hochverrat, gerade so wie die anderen Emigranten aus dem Romanischen Cafe. Sie sind alle gelehrige Schäler des inzwischen schon fast vergessenen Maximilian Harden, der von Haus aus Isidor Witkowski hieß und aus einem polnischen Getto stammte. Sein leiblicher Bruder, der sich Richard W i 11 i n g nannte, brachte es sogar zum Hofjuden, zum Oberbürgermeister von Posen und später zum Direktor der Nationalbank. Als solcher hat er ttotz seiner Vergangenheit als Hofjude während des Krieges Hoch- und Landesverrat getrieben ohne jede Rücksicht darauf, daß sein Söhn in verwandtschaftliche Beziehungen zu allen preußischen Adelsfamillen getreten war. Isidor Harden-Witkowski gründete 1892 „Die Zukunft", wobei der sogenannte Hauptschriftleiter des „Berliner Tageblatts', Arthur L e v i s o h n , Pate stand. Harden hatte die Witte, rung, daß mit dem grollenden Alten im Sachsen- wald'e, daß mit dem Fürsten Bismarck ein gutes publizistisches Geschäft zu machen sei, weshalb er in jeder Nummer der „Zukunft" einen ellenlangen Artikel für Bismarck schrieb. Harden war selbst weder für noch gegen Bismarck, sondern nur ein Gesinnungslump ersten Ranges, dem es nur darauf an kam, in der Oeffenttichkeit eine Rolle zu spielen sowie ' gleichzeittg viel Geld zu verdienen. Als Schauspieler ging das nicht, denn das war er Ursprünglich, aber er hatte gar kein Talent, eo wurde er Literat, schuf sich einen besonderen Stil, der darin bestand, möglichst viel zu zitieren, um so zu verdecken, daß er selbst gar feine Einfälle hatte. Hnd die dummen Deutschen fielen darauf herein, kauften und lasen „Die Zukunft", zumal es in ihren Aufsätzen manchmal pikante Histörchen gab. Der Hofadel und manch anderer Klüngel benutzten nämlich Harden dazu, ihre Intrigen gegeneinander und gegen den Kaiser in den Spalten der „Zukunft" auszutragen. Auf diese Weise hatte Harden auch Kenntnis davon erhalten, daß im Hofadel und in der allernächsten Umgebung des Kaisers sich Dinge zuttugen, die den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches angingen. In diesem Sumps fühlte sich Harden wohl. Hochverräter und Kriegshetzer wurde er vor allem im Jahre 1911, als er den Kaiser an griff, nicht wegen Marokkos Frankreich den Krieg erklärt zu haben. Zu Beginn des Großen Krieges gebärdete er sich dann auch als Imperialist übelster Sorte, um bald umzufallen, weil er, wie nicht ohne Grund behaup» tet wird, von den Gegnern Deutschlands gekauft worden war. So begann er schon 1915 sich als Defaitist zu betätigen, ohne daß die Reichsregierung ober gar das Oberkommando in den Marken den Mut fand, diesen gemeinsten und niederträchtigsten aller Hochverräter auf den Sandhaufen zu stellen. In England wäre er schon 1915 gehenkt worden, in Frankreich hätte ihn sicher 1916 die Kugel ereilt. Aber in Deutschland war damals alles möglich, denn Inda, war allmächtig, weil in Regierungs- f reif en gefürchtet wurde, ohne Juda ließe sich der Krieg nicht länger finanzieren. Wie mächtig der Einfluß des Judentums im Kriege war, geht auch daraus hervor, daß in keiner Zeitung, in keinem Theater und in keinem Film irgend etwas gegen die Juden gesagt ober geschrieben werden Durfte. Wetterbericht Nachdem es am Sonntag auch in unserem Gebiet bei wechselnoer Bewölkung zu vereinzelten leichten Regenfällen gekommen war, brachte die Nacht zum Montag meist Aufklaren. Die Folge war stärkere Abkühlung, die vereinzelt bis zu leichtem Frost und verbreiteter Frühnebelbildung führte. Vom Westen zieht eine Störungsfront heran, die auch Bei uns . wieher unbeständiges Wetter bringen wird. Vorhersage färDienst ag: Vielfach dunstig, sonst meist bewölkt und Neigung zu leichten Regenfällen, ausgeglichenere Temperaturen und nachts wieder milder. Lebhafte südliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 27. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 2,3 Grad; am 28. November: morgens 1,7 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. November: abends 5,6 Grad; am 28. November: morgens 4,5 Grad. — Sonnenschein- dauer 0,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Siellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 flültig Haben Sie eine? Wo es jetzt so zeitig dunkel wlrd.IelstetelneguteTaschen» lampe überall gute Dienste. Kleine und große, frische Batterien, Glühbirnen gibt es sehr preiswert bei [jjjl J.B. Häuser j-b Gießen, am Oewaldsgarten Xx (Parkplatz), Ruf 2145-2146 Oberschütze Ferdinand Marsch im Alter von 43 Jahren. 12. (M.G.) Kompanie/Inf -Regt 116 Heuchelheim. Ry dal (USA.), den 27. November 1938. Das Andenken an ihn wird die Kompanie stets in Ehren halten. 7651D [Empfehlungen] 7652V Haushalt b. Lohn und In der Nacht vom 26 /27. November 1938 verschied an den Folgen eines Unfalles, den er beim Einsatz an der Westgrenze erlitt, der Die Kompanie bedauert das allzufrühe Hin scheid en dieses aufrichtigen und begabten Kameraden, der sich stets durch Treue und Pflichtbewußtsein auszeichnete. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Bepler, geb. Kreiling und Kinder Familie Jakob Bepler Katharina Kreiling Wwe. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Kränterhans Jung MÄubUfl S. 7msD ut. 8e- Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. November, nachmittags 3.15 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 36 aus statt. Kleine Anzeigen richten sich cm die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BieflenerAnxeifl« WIMM mitChaiselongue Nähe Frankfurt. Straße sofort gesucht. Schr. 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