?Ql1^ E.getrof, 1oQUs- dis er9el)en, wecken Blut wger _rptQhbent ne Person. ' mit der "ach Ber. 9 darüber >e morgen Jr*Hu6, *?*" 1)11 fr« Rmi. ‘«Üiing Mn, uni, 'M“ Wirte °m Ion- I nfl erlaintz. Zecher des' Wortführer en bekannt, lments anr dr zu einer rden. Nach b Minister« glichen Be. 1 vor allem esuche beim unmittelbar it die Lords Mberlains ssen Beglei« französischen! von Kriegs« iamelin un> r französisch il d Bonnei ! i suchte am 1 nglif^eitl um 18 Uhtil itschland, wo | 'ch/, hak sich mit SRegenA ;d) jwifd)en teil meift renMchi- xovcb noti abtx vorerst Mschlechte- : Morgens ’unblid), nichtt jm Süd. tag: Unbi« Zmittags 25,3 ^.September: ■ab, Mnimu" uren in 10 c >,7 Grade al Sonnenschein ut so risch- .Ha"11' ier Re*' gender I, ondera 3. 0Uch ei m. 227 Erstes Blatt V8. Jahrgang Mittwoch, 28. September 1938 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Data und Verlag: vrSHIsche UnivtrfitStrdruckerei «.Lange In Siehrn. Schristlettung und Seschäfirftelle: Schulftratze 7 krschetttt rüglich, außer Sonntags und Feiertags Betlogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 BeUagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Annahme von Anzeigen fBr die Mittagsnummer vis8'/,UhrdesD ormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Te^t« anzeigen von 70 mm Brette 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Derems», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder., Unterrichts« u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Großdeuischland trift einmütig hinter den Führer. Gewaltige Treuekundgebuvgen im ganzen Gleich. — Der Gau Hessen-Nassau bekennt sich zu Führer und Reich. Aus dem Römerberg in Frankfurt. Gauleiter Sprenger spricht zu vielen Tausenden. NSG. In überwältigenden Kundgebungen legte am Dienstagabend die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau ihr Bekenntnis- zum Führer Adolf Hitler ab in den Stunden schwerster Entscheidungen in unerschütterlicher Treue geschlossen hinter ihm zu marschieren und mit ihm für Recht und Freiheit zu kämpfen. In Frankfurt am Main sprach Gauleiter Sprenger auf dem Römerberg zu Tausenden von Volksgenossen. Waren sie in den letzten Jahren zusammenaekommen, um ihre Verbundenheit und ihre Gefolgschaftstreue zum Führer zu demonstrieren, so hatten sie sich diesmal versammelt, um der Welt zu zeigen, daß sie bereit sind, den Willen des deutschen Volkes auch in Stunden der Entscheidung zur Tot werden zu lassen. Als Gauleiter Sprenger, der begeistert begrüßt wurde, in Begleitung des Stellvertretenden Gauleiters Linder, von Obergruppenführer B e ck e r l e und Generalleutnant L e e b erschien, hatte sich eine unübersehbare Menschenmasse auf dem Römerberg versammelt. Transparente mit den Aufschriften „Benesch lügt — Hitler siegt", „Mit Adolf Hitler für Freiheit und Recht" leuchteten aus dem Halbdunkel des Platzes. Die Kundgebung eröffnete Kreisleiter Schwebet, der den Gauleiter, die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen sowie der Wehrmacht begrüßte. Wuchtig klang dann der erste Vers des Liedes „Volk ans Gewehr" auf, den die Massen begeistert sangen. Hierauf ergriff der Gauleiter das Wort. Der (Weiter spricht. Klar und eindeutig nahm er zu den politischen Ereignissen Stellung, rechnete mit den tschechischen Machthabern ab und ging auf die Mißgeburt von Versailles ein, die einen Schandfleck in der Geschichte Europas darstelle. Heilrufe unterstrichen die Worte des Gauleiters, als er erklärte, daß die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau bereit sei, sich für den Führer bis zum letzten Atemzug einzusetzen. Der Gauleiter stellte dann den autoritären Staaten, die von verantwortungsbewußten Führern geführt werden, die Demokratien gegenüber, die d^s Schicksal ihrer Völker von einer verantwortungslosen Clique bestimmen lassen. In Deutschland und Italien werden die Lebensfragen des Vol.es vor das Urteil der Völker gestellt. Der Führer und der Duce klaren ihre Völker über ihr Schicksal auf. Jubel brauste auf, als der' Gauleiter erklärte, daß in Deutschland und Italien die Führer, die die Besten ihrer Nation darstellten, von dem tiefen Vertrauen ihrer Völker getragen seien. Der Gauleiter kam bann auf bas Selbst- bestimmungsrecht derVölker zu sprechen. Es fei bamals in Versailles wie zum hohn nur gegen Deutsche angeroenbet worben. Denn bas Selbstbestimmungsrecht, so betonte ber Gauleiter, überall beachtet worben wäre, besiünbe die Tschecho-Slowakei heute überhaupt nicht. Mit pfui-Rufen nahm bie Menge bie Charakterisierung ber Person bes Herrn Benesch burch ben Gauleiter auf. Der Staat des Herrn Benesch sei eine Spottgeburt politischer Gemeinheit. Es sei. unsinnig, bah die Völker Europas wegen solch eines Stnats- gebilbes kämpfen. Unter Beifall stellte ber Gauleiter heraus, bah bie westlichen Völker wegen eines solchen Schanbsleckes auf ber £anb- farfe Europas gar nicht in ben Krieg ziehen wollen. Die Völker sollen, so rief ber Gauleiter aus, ihre Führer zwingen, Farbe zu bekennen unb vor aller Welt klar unb eindeutig bie Dinge barzulegen, wie sie sinb, nämlich, bah es sich bei bem subetenbeutschen Problem nicht um ein Problem ber auslänbischen Staaten, fonbern bes beutschen Volkes handelt. Der Gauleiter stellte bann dem Führer Adolf Hitler die klägliche Person des Herrn Benesch gegenüber, der der Le tzte von Versailles sei. Die anderen hätten schon gehen müssen. Ununterbrochen brachen Pfui-Rufe aus» als er betonte, daß Haß, Raubgier und Verrat m der Person des Herrn Benesch vereinigt seien. In Adolf Hitler sehe die Welt den unbekannte nFront- fvldoten, der sein Leben für das Wohl des deutschen Volkes einsetzt. Er habe bewiesen, daß-er Staatsmann und Volksführer sei. Diese Worte nahmen die Tausende von Männern und Frauen mit begeisterten Heil-Ruien auf den Führer auf. In das Rufen hinein erklärte dann der Gauleiter, daß die Welt noch Zeit hätte, sich zu 'besinnen. Wir wüßten, daß letzten Endes doch 'Noch die Waage der Vorsehung sich zur Gerechtigkeit neige, und daß sich die S e l b st b e st i m - imung durchsetze zum Heil des deutschen Volkes mnd aller Völker der Welt. Unter Heil-Rufen und 'Sprechchören „Führer, befiehl, wir folgen dir", legte zum Schluß der Gauleiter im Namen aller Volksgenossen des Gaues ein Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler ab. Diese unerschütterliche Treue gelobte er dem Führer in einem T e - legramm, das er unter stürmischer Begeisterung bekanntgab. Das Telegramm lautet: „Mein Führer! Gestern hörte bas ganze beutfche Volk Ihren Huf! heute hat sich in ber Gauhauptsiabt Hessen-Nassaus in Frankfurt a. M. bie Bevölkerung auf bem Römerberg zusammengesunben, um vor aller Dell zu zeigen, bah sie i n ber lat hinter Ihnen steht, unb ich kann Ihnen angesichts ber Begeisterung ber Masse versichern: Die Bevölkerung des Gaues Hessen- Nassau wirb als entschlosseneGefolg- schasl ihre Treue durch bie Tat beweisen, wann immer Sie rufen! heil! Sprenger." Wettere Maffenkundgebungen Ebenso wie in Frankfurt waren in Mainz, Wiesbaden und Darmstadt Tausende von Volksgenossen in Massenkundgebungen zusammengekommen, um gegen die Unterdrückung der Sudetendeutschen durch das System Benesch Stellung zu nehmen. In Wiesbaden war die gesamte Bevölkerung schon lange vor Beginn der Kundgebung auf dem alten Kampfplatz der Wiesbadener Nationalsozialisten, dem. Dernschen Gelände, versammelt. Hauptschriftleiter S t a e b e widerlegte schlagend die Behauptungen einer gewissen Auslandspresse, Deutschland wolle, den Krieg. Während Deutschland seiner Friedensliebe erneut Ausdruck verlieh, während der Führer mit dem englischen Ministerpräsidenten verhandelte, wüteten die Horden des Herrn Benesch in rein deutschem Land. — Auf dem Paradeplatz in Darmstadt standen die Volksmassen. Kreisleiter Schilling schilderte in bewegten Worten die furchtbare und unhaltbare Lage unserer su- detendeutschen Brüder und Schwestern. „Wir Deutsche wollen keinen Krieg, wir wollen nur unser gutes Recht, das uns die Welt und Herr Benesch nicht vorenthalten können." Jubelnd bekannten sich die Darmstädter zu ihrem Führer. — In Mainz fand sich die nationalsozialistische Bevölkerung am Ufer des deutschen Stromes zu einer Massenkundgebung zusammen, um ihre Treue zum Befreier des Reiches und ihre Liebe zu den sudetendeutschen Brüdern und Schwestern zu bekunden. Kreisleiter Fuchs brandmarkte die ruchlosen Untei-jochungsmethoden des Herrn Benesch, der es, trotzdem ihn die ganze Welt in Unrecht gesetzt, darauf abgesehen habe, die Sudetendeutschen von ihrer Scholle zu treiben und auszuräubern. Sein Spiel sei aus. Der Führer habe seine Forderungen überreicht. Das Volk stelle sich hinter Adolf Hitler und setzt sich für die Erfüllung der Forderungen ein. Jubelnd bekundete die Mainzer Bevölkerung sich eins mit dem Willen des Führers Adolf Hitler. Lin Volk bekennt ir folgen dem Führer!" Hamburg, 27. Sept. (DNB.) Das tiefe ^Herzensbedürfnis des deutschen Volkes, dem Führer unverbrüchliche Treue zu bekunden, führte auch in Hamburg zu einer Volkskundgebung. Wohl an 100 000 Menschen strömten vor dem Rathaus zusammen. Gauleiter Reichsstatthalter Kaufmann machte sich zum Wortführer der Hunderttausend, als er den Sinn dieser gewaltigen Volkskundgebung dahin deutete, daß ganz Deutschland entschlossen sei, das unendliche Leid unserer sudetendeutschen Volksbrüder jetzt endlich zu beenden. Wien hat sich ebenfalls mit einer gewaltigen Kundgebung zu feinem Führer bekannt. Hunbert- taufenbe versammelten sich auf dem Heldenplatz. Das Leid der sudetendeutschen Brüder trifft die Wiener auch vielfach persönlich, denn Zehntausende von Freundschafts- und Verwandtschaftsfäden spinnen sich hin und her. In endlosen Kolonnen marschierten die Massen von den Außenbezirken in die Innenstadt herein. Gauleiter B ü r ck e l legte die Lüge dar, auf der Herr Benesch seinen Staat auf- gebaut hat, und sagte dann: „Ich fühle mich als verantwortlicher Leiter eines Nachbargaues von Frankreich dazu befugt, festzustellen: Das französische Volk samt und sonders will den Frieden und nachdem unser Führer seine unabänderliche Bereitwilligkeit für alle Zukunft diese Gemeinschaft mit Frankreich feierlich proklamierte, kann das Volk erst recht keinen Krieg mehr wollen, weil der echte Franzose ein anständiger Mensch ist, der seine Ehre nicht aufs Spiel sehen will für die Ehrlosigkeit eines wild gewordenen und dazu noch verlogenen Rauber- hauplmannes. Wir wollen auf der Kameradschaft des Krieges zur Kameradschaft von Europa kommen. Dazu ist notwendig, daß wir als Nachbarn und einstige Rivalen in der Geschichte den entscheidenden Schritt tun. In Düsseldorf strömten Zehntausende zum Schloß Iägerhof, dem Sitz der Gauleitung, zu einer gewaltigen Kundgebung. Vom Balkon des Schlosses sprach Gauleiter Dr. Meyer. Das Grenzland Schlesien erlebt auch in diesen Tagen das sudetendeutsche Schicksal in unmittelbarster Nähe. So folgte denn auch die Bevölkerung der Hauptstadt Breslau in Massen dem Rufe zur Volkskundgebung in die Jahrhunderthalle. Karlsruhe erlebte ebenfalls eine gewaltige Treuekundgebung auf dem Adolf-Hitler-Platz. Die Bevölkerung der alten Hansestadt Bremen bekundete in einer eindrucksvollen Massenkundgebung auf dem Domfeld das Gelöbnis geschloffener Einsatzbereitschaft zum Führer. Auf dem Burgplatz der Stadt Essen hatten sich Tausende und aber Tausende versammelt. Die Männer, die aus den Fabriken und Gruben, aus den Werkstätten und Büros hier zusammenströmten, wissen, um was es in dieser Stunde geht, und in begeisterten Zustimmungskundgebungen zu den mitreißenden Worten Dr. Leys und Gauleiters Ter- booens gaben sie ihren einmütigen Willen kund. Am Dienstagabend haben im gesamten Reichsgebiet noch viele weitere Treuekundgebungen stattgefunden. Im Schloßhof zu Königsberg sprach Gauleiter Koch, in Dresden vor 100 000 Menschen Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel, in Chemnitz Gauleiter Jordan (Magdeburg-Anhalt), in Leipzig der thüringische Ministerpräsident Marschler. Hannover erlebte eine gewaltige Manifestation .der Treue zu Adolf Hitler auf dem Waterlooplatz; hier sprach Gauleiter Reichsminister Rust. Auf dem Neumarkt in Köln hörten die Massen Gauleiter Staatsrat Grohe und in der Stadthalle zu Stuttgart sprach Reichsminister Dr. Frick. München erlebte eine gewaltige Kundgebung vor der Feldherrnhalle. Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert und Gauleiter Adolf Wagner sprachen zu den Massen, in deren Namen sie dem Führer das bedingungslose Vertrauen und die unverbrüchliche Liebe bekundeten. Das allen diesen Kundgebungen gemeinsame war das fanatische Bekenntnis, dem Führer in jeder Lage zu folgen, und der flammende Protest gegen die Kulturschande des Tschechenterrors und das verbrecherische Spiel des Herrn Benesch. — In den Gau- zentralen wurden Telegramme an Adolf Hitler abgesandt, deren Verlesung stürmische Begeisterungskundgebungen auslöste. eine Rundfunkansprache Chamberlains London, 27. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain hielt Dienstagabend im Rundfunk eine Ansprache. Einleitend erklärte er, morgen werde das britische. Pari am en t zusammentreten, und er werde eine ausführliche Erklärung zu den Ereignissen abgeben. Chamberlain führte sodann aus, wie schädlich es sei, in England Unterstände zu graben und Gasmasken auszuprobieren, weil es in einem weit entfernten Lande einen Streit zwischen Menschen gebe, von denen man in England nichts wisse. Es scheine noch unmöglicher zu fein, daß ein Streit, der im Prin - z i p bereits beigelegt worden sei, Ursache eines Krieges werden sollte. Chamberlain sagte dann, er verstehe die Gründe, warum die tschechische Regierung sich nicht imstande fühle, die Bedingungen anzunehmen, die in dem deutschen Memorandum vorgelegt wurden. Doch glaube er nach seiner Unterredung mit dem Führer, daß es möglich sein sollte, einvernehmliche Maßnahmen zu treffen für die llebergabe des Gebietes, das die tschechische Regierung Deutschland abzutreten sich b e r e i t e r f I ä r t habe. Chamberlain behauptete, bei seinem Besuch in Go-. besberg durch die deutsche Forderung auf eine sofortige ' Uebergabe des Territoriums überragt gewesen zu sein. Er vermisse Vorbereitungen für die Sicherung der Menschen, die nicht Deutsche seien oder die nicht in das Deutsche Reich eingegliedert werden wollten. Jm weiteren Verlaufe der Rede wies Chamberlain nochmals darauf hin, daß die englische Regierung bereit sei, Garantien für die Zusage der tschechischen Regierung zu übernehmen, unb er sei überzeugt, daß ber Wert der englischen Zusage nirgends unterschätzt werden würde. Er gebe die Hoffnung auf eine friedliche Lösung nicht auf unb stelle seine Bemühungen um ben Frieden nicht ein, solange irgendeine Aussicht auf den Frieden bestehe. Wie sehr England auch mit einer kleinen Nation sympathisieren möge, die einer großen und mächtigen Nachbarnation gegenüberstehe, so könne es sich doch nicht unter allen Umständen v e r p f li ch- t e n, das -ganze britische Reich einfach ihretwegen in einen Krieg zu verwickeln. Wenn England kämpfen müsse, bann müsse es sich um eine größere Entscheidung handeln als diese. Wenn England sich in einen Krieg einlasse, bann müsse es sich klar barüber fein, daß es wirklich bie großen Entscheidungen seien, um die es gehe. Jm Augenblick bitte er bas englische Volk, s o ruhig w-i e nur möglich auf die Ereignisse ber nächsten Tage zu warten. Solange ber Krieg noch nicht begonnen habe, bestehe noch immer Hoffnung, baß er verhütet werden könne. Er werde bis auf den letzten Augenblick für ben Frieben arbeiten. Antwort an Chamberlain. Unter ber Ueberschrist „Wo bleibt da die Gerechtigkeit?" schreibt ber Deutsche Dienst: Der englische Ministerpräsibent Chamberlain hat in einer Runbfunkansprache noch einmal zu der tschechischen Frage Stellung genommen unb auf ben Ernst ber Lage hingewiesen, vor den Europa sich heute gestellt sieht. Was man jedoch in ber Rede vermißt, das ist Sie Tatsache, daß Chamberlain kein Wort bes Mitleids für bie Leiben der Sudete nbeutschen gefunben hat. Dagegen kann man sich des Eindruckes nicht ganz erwehren, daß "Chamberlain versucht, bas Mi tgefühl für bie tschechischen Unterdrücker wachzurufen. Man braucht sich in England nicht zu wundern, daß man darüber in Deutschland außerordentlich erstaunt ist, um so mehr, als die gleiche Haltung vor allem auch in der englischen Presse bereits wie- d e r h o l t zutage getreten ist. Man fragt sich in Deutschland, ob Chamberlain die furchtbare Not und das Elend, bas bas Subetenbeutschtum in ben letzten Wochen erbulben mußte, vergessen hat. Mehr als 200 Menschen haben unter ben Zügeln der tschechischen Soldateska ihr Leben lassen müssen. Heber 1000 Sudetendeutsche sind verwundet worden und liegen in deutschen Krankenhäusern. Die englische Oesfentlichkeit unb englische Kommissionen können sich jederzeit von dieser Tatsache überzeugen. Die Tschechen sind mit einer Brutalität gegen bas Subetenbeutschtum oorgegangen, die jeder Beschreibung spottet. Bei Nacht und Nebel mußten ganze Familien und zum Teil auch einzelne Mütter, denen die Männer genommen waren, mit drei und vier Kindern ohne jede Hilfe über bie Grenze fliehen, immer verfolgt von den tschechischen Schergen, jederzeit gewärtig, tschechischen Kugeln zum Opfer zu fallen. Die Tatsache, daß bereits 234 000 Sudetendeutsche auf deutsches Gebiet geflohen sind, baff ganze Dörfer und Städte entvölkert sind und später von tschechischen Mordbrennern ausgepiünbert unb zum Teil in Brand gesteckt würben, spricht eine berebte Sprache. Man müßte annehmen, daß auch die maßgebenden Männer in England wissen, was es bedeutet, wenn ein ganzes friedliebendes unb arbeitsames Volk u m feine Heimat gebracht, verfolgt unb geknechtet wirb unb langsam unter einem gewalttätigen und rücksichtslosen Regime ve r b l u t e n muß. Die ganze Welt kann sich davon überzeugen, welch unbeschreibliches Elend über bas Sudetendeutschtum gekommen ist, und wie furchtbar die tschechische Soldateska gehaust hat. Man hätte erwarten können, daß das vielgepriesene Weltgewissen aufschreien würde, daß bas Mitgefühl sich regen und bie Empörung ber ganzen Welt sich demonstrativ gegen den tschechischen Terror wenden würde. Man hat aber weder aus England, noch a"u s den anderen sogenannten demokratischen Staaten etwas gehört, was einer energischen Verurteilung der tschechischen Blutmethoden entspräche. WobleibtdadasGewissenund ,b a s Gerechtigkeitsgefühl des englischen Volkes? Kann England es überhaupt verantworten, daß eine solche Not über ein friedliches Land gebracht wird unb alle Gesetze ber Menschlichkeit unb ber Gerechtigkeit mit Füßen getreten werden? Wenn Chamberlain sein Bedauern darüber ausspricht, baß hier ein Streit, ber in ber Sache f e I b ft e n t f d) i e b e n sei, Ursache eines Krieges zu werben drohe, bann muß man sich fragen, warum bie englische Regierung dann nicht einfach ben Tschechen bie Annahme bes deutschen Memorandums nahelegt. Damit wäre nicht nur b i e Durchführung der Sache selb ft — nämlich die Abtretung ber subelenbeutschen Gebiete — gewährleistet, fonbern ber ganze Konflikt aus ber Welt geschafft. Unb bie Tschechen würben bann auch nur bas angenommen haben, was sie bereits jufagten, denn das deutsche Memorandum — daraus muß immer wieder hingewiesen werden — stellt nichts anderes als die praktische Durchführung ber ursprünglichen englisch - französischen Vorschläge 'bar. Der britische Ministerpräsibent indessen sagt, er verstehe die Gründe, warum die tschechische Regierung a d l e h n e. Chamberlain hat zwar nicht gesagt, welche Gründe er meint, für Deutschland ist es jedoch vollkommen klar, daß die Prager Regierung deshalb ablehnt, weil sie ihr gegebenes Wort nicht halten will und weil sie sich hinter Ausflüchten und Vorwänden versteckt. Wenn Chamberlain weiter seine Besorgnis äußert, daß das sudetendeutsche Gebiet von deutschen Truppen besetzt werben soll, ohne baß Sicherungen für die dort lebenden Nichtdeutschen getroffen seien, so ist auch diese Besorgnis unde- bringt keine Lösung zum Besten der Menschheit in werden. Dringt reine daß alle I der Zukunft. Alle Völker müssen sich daran erinnern, um be- den 27. September 1938. Präsidenten der Vereinigten von Amerika, g r a m m gerichtet: Berlin, Seiner Exzellenz dem Staaten giündet. Der Führer hat wiederholt früher und auch in seiner letzten großen Rede erklärt, daß wir keine Tschechen wollen und daß es uns fern liegt, andere Nationalitäten zu unterdrücken. Die nichtdeutsche Bevölkerung hat also nicht das g e r i n g ft e zu befürchten. Ministerpräsident Chamberlain spricht von einer britischen Garantie für die Einhaltung der Zusage der tschechischen Regierung. Diese Garantie wird aber durch die tatsächliche Haltung der tsche- Gchwere Kämpfe zwischen dem polnischen Freikorps und den Tschechen K a 11 o w i h , 28. Sept. (DNB.) Tschechrsch-Schle- sien steht seit drei Tagen im Zeichen schwerer Kämpfe zwischen terrorisierender tschechischer Soldateska und Gendarmerie und polnischen Freikorpskämpfern. In vielen Fällen beschränken sich die polnischen Frei- korpskämpser nicht mehr auf die Abwehr von An- griffen, sondern sind zum Teil auch gezwungen, zum Gegenangriff vorzugehen. überstehen, darum beten, der Frieden möge lieber vor als nach dem Kriege gemacht werden. Parias der Welt machte und das von jedem Einsichtigen von vornherein als unhaltbar erkannt werden mußte. Einer der Punkte, in denen sich der Charakter der Diktate van 1919 am deutlichsten offenbarte, war die Gründung des Ische- cho-slowak-ischen Staates und die ohne jede Rücksicht auf Geschichte und Nationalität vollzogene Festsetzung seiner G r e n; e n. 3n sie wurde auch das Sudetenland einbezogen, obwohl dieses Gebiet immer deutsch gewesen war und obwohl seine Bewohner nach der Vernichtung der habsburgischen Monarchie einmütig ihren willen zum Anschluß an das Deutsche Reich erklärt hatten. So wurde das Selbstbestimmungsrecht, das vom Präsidenten Wilson als die wichtigste Grundlage des Völkerlebens proklamiert worden war, den Sudetendeutschen einfach verweigert. Aber damit nicht genug. Dem tschecho-slowa- kischen Staat wurden in den Verträgen von 1919 bestimmte und dem Wortlaut nach weitgehende Verpflichtungen gegenüber dem deutschen Volkstum auferlegt. Auch diese Verpflichtungen sind von Anfang an nicht ein- gehalten worden. Der Völkerbund hat bei der ihm zugewiesenen Ausgübe, die Durchführung dieser Verpflichtungen zu gewährleisten, vollkommen versagt. Seitdem führt das Sudetenland den schwersten Kampf um die Erhaltung seines Deutschtums. Jnteressierles Echo in Amerika. Starker Eindruck der klaren Darlegungen des Führers. Die Antwort des Führers. Der Führer und Reichskanzler hat an Präsident Roosevelt folgendes Antworttele- Es war eine natürliche und unvermeidliche Entwicklung, daß nach der Wiedererstarkung des Deutschen Reiches und nach der Wiedervereinioung Oesterreichs mit ihm der Drang der Sudetendeutschen nach Erhaltung ihrer Kultur und nach näherer Verbundenheit mit Deutschland zunahm. Trotz der loyalen Haltung der Sudetendeutschen Partei und ihrer Führer wurden die Gegensätze zu den Tschechen immer stärker. Von Tag zu Tag zeigte es sich klarer, daß die Regierung in Prag nicht gewillt war, den elementarsten Rechten der Sudetendeutschen wirklich Rechnung zu tragen. Vielmehr versuchte sie, mit immer gewaltsameren Methoden die Tscbechisierung des Sudetenlandes durchzusetzen. Es konnte nicht ausbleiben, daß dieses Vorgehen zu immer größeren und ernsteren Spannungen führte. Die deutsche Regierung hat in diese Entwicklung der Dinge zunächst in keiner weise eingegriffen und ihre ruhige Zurückhaltung auch dann noch ausrechterhalten, als die tschechoslowakische Regierung im Mai d. 3. unter dem völlig aus der Lust gegriffenen Vorwand deutscher Truppen- zusammenziehungen zu einer Mobilisierung ihrer Armee schritt. Der damalige Verzicht auf militärische Gegenmaßnahmen in Deutschland hat aber nur dazu gedient, die 3n- transigenz der Regierung in Prag zu verstärken. Das hat der Verlaus der Verhandlungen der Sudetendeutschen Partei mit der Regierung über eine friedliche Regelung deutlich gezeigt. Diese Verhandlungen erbrachten den endgül- Deutschland irägi keine Verantwortung für die wettere Entwicklung. DaS deutsche Memorandum ist die letzte Möglichkeit, durch Vereinbarung zu einer gerechten Regelung zu kommen. tion ab. Er wolle hoffen, daß Frankreich nicht der vollendeten Tatsache eines Krieges gegenüllerge- ftellt werde, bevor die Volksvertreter sich hätten äußern können. Wenn die Regierung aber Vorschläge, daß Frankreich dem tschecho-slowakischen Staat eine militärische Unterstützung bringe, so sei klar, daß diese Hilfe nur unter der Bedingung zugestanden werden könne, daß Frankreich eine äquivalente militärische Unterstützung durch Anwendung des Artikels 16 des Genfer Paktes von den anderen Unterzeichne rftaaten gewährt werde, besonders durch das Britische Imperium. Es verstehe sich von selbst, daß die französische Regierung nicht die allgemeine Mobilmachung verkünden könne, solange nicht von England eine gleiche Maßnahme ergriffen sei. Die französische Armee könne allein oder mit Unterstützung eines kleinen Kontingentes nicht die Lasten der Operationen zu Lande auf drei verschiedenen Fronten tragen. Jedermann wisse, daß die französischen Jahrgänge 1914 bis 1919, die zuerst eingezogen werden würden, mit den Jahren der Geburtenunterschüsse zusammenfielen. Die französische Rasse würde sich, selbst als Siegerin, schwerlich von den gewaltigen Menschen- Verlusten wieder erholen können, die eine Jnfan- terieschlacht mit sich bringen würde. Das Telegramm Roosevelts. W a s h i n g t o n, 27. Sept. (DNB.) Präsident Roosevelt Hot an den Führer folgendes Telegramm gerichtet, das auch im gleichen Wortlaut anderen europäischen Staatsmännern zugegangen ist: „Das Gebäude des Friedens auf dem europäischen Kontinent — wenn nicht auch in der übrigen Welt — i st in unmittelbarer G e- fahr. Die Folgen eines Friedensbruches wären unberechenbar; bei einem Ausbruch von Feindseligkeiten würde das Leben von Millionen Männern, Frauen und Kindern eines jeden der beteiligten Länder mit absoluter Sicherheit unter Umständen von unaussprechlichem Schrecken v e r l o - r e n gehen. Dos Wirtschaftssystem in allen beteiligten Ländern würde bestimmt zerrüttet, der soziale Aufbau würde Gefahr laufen, vollkommen zertrümmert zu werden. Die Vereinigten Staaten haben keine politischen Verwicklungen. Sie sind nicht gefangen im Haß gegen die wesentlichen Bestandteile der Zivilisation. Der höchste Wunsch des amerikanischen Volkes ist, in Frieden zu leben; im Falle eines allgemeinen Krieges jedoch ist es sich der Tatsache bewußt, daß keine Nation den Folgen einer solchen Weltkatastrophe in irgendeiner Weise entgehen kann. Die traditionelle Politik der Vereinigten Staaten war immer die Förderung der Regelung internationaler Streitigkeiten durch friedliche Mittel. Es ist meine Ueberzeugung, daß alle Völker, die heute der Gefahr eines drohenden Krieges gegen« rah sagte kurz und eindeutig: „Sollen sie es untereinander abmache n/' Der Vorsitzende des antibolschewistischen Untersuchungsausschusses Dies meinte, Amerika müsse äußerst vorsichtig fein und eine streng neutrale Haltung wahren. Die Mehrheit des amerikanischen Volkes wolle nicht in einen europäischen Krieg verwickelt werden, aber eine schlaue und gut finanzierte Agitation habe bereits eingesetzt, um diese Lage zu ändern. In einer Unterredung mit der Presse erklärte Senator B o r a h, daß England keinen Grund habe, an den Anspruch des Führers auf die fudeten- deutschen Gebiete der Tschecho-Slowakei „moralischen Anstoß" zu nehmen. Er habe zwar kein Verständnis für die Methoden des Führers, aber feine Forderungen feien durchaus fair. Wie schon bei früheren Gelegenheiten, so machte Senator Borah auch diesmal den Versailler Vertrag für die gegenwärtige Lage Europa- verantwortlich. Amerikas Ehrenschuld. Die Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten hat auch im deutschen Volk das Interesse gesunden, das jener Aeußerung des leitenden Staatsmannes einer so großen Nation zukommt. Wir haben jedoch — der Führer hat in seiner Antwort an Roosevelt daraus hingewiesen — schau einmal die Botschaft eines amerikanischen Präsidenten erhalten, die der Ausgangspunkt furchtbarster Enttäuschung für das deutsche Volk geworden ist. 6s wurde damals dem deutschen Volk alles versprochen, wenn es nur die Waffen niederlegen würde und sich dem Präsidenten Wilson anvertrauen merto aber nichts wurde gehalten und der furchtbare Zusammenbruch, der Deutschland zum Objekt schaA' loser Ausbeutung der Siegermächte machte, ist Folge dieser blinden Vertrauensseligkeit gewesen- Heute, wo es darum geht, das Selbstbestimmung^' recht der Völker, das Präsident Wilson feierlich proklamiert hat, für die Südetendeutschen in die Tat umzusetzen, würde das amerikanische Volk, nur eine Ehrenschuld abtragen, wenn es sich mit allem druck für die von Deutschland vorgeschlagerre gerechte und natürliche Lösung des sudetendeutschen Problems einsetzen würde. Der Führer antwortet auf eine Botschaft Roosevelts Oie Entscheidung über Krieg und Frieden liegt allein in Prag. Ilgen Beweis, daß die tschecho-flowakifche Regierung roeif entfernt baoon war, bas fubetenbeutfd)e Problem wirklich von Grunb auf anzufassen unb einer gerechten Lösung zuzuführen. 3nfolgebeffen sinb bie Zu- ffänbe im tschecho-slowakischen Staat in ben letzten EJodjcn, wie allgemein bekannt ist, völlig unerträglich geworben. Die politische Verfolgung unb wirtschaftliche Hnterbrürfung hat bie Subetenbeutfdjen in namenloses Elenb gestürzt. Zur Charakterisierung dieser Zustände genügt es, auf folgendes hinzuweisen: Wir zählen im Augenblick 2 1 4 000 sudetendeutsche Flucht- liqe, die Haus und Herd in ihrer angestammten Heimat verlassen mußten und sich über die Deutsche Grenze retteten, weil sie darin die einzige und Möglichkeit sahen, dem empörenden tschechischen Gewaltregiment,und blutigsten Terror Zu entgehen. Ungezählte Tote, Tausende von Verletzten, Zehntausende von Angehaltenen und Eingekerkerten, verödete Dörfer sind die vor der Weltöffentlichkeit anklagenden Zeugen eines schon längst seitens der Prager Regierung vollzogenen Ausbruches der Feindseligkeiten, die Sie in Ihrem Telegramm mit Recht befürchten, ganz zu schweigen von dem im sudetendeutschen Gebiet seit 20 Jahren systematisch seitens der tschechischen Regierung vernichteten deutschen Wirtschaftslebens, das bereits alle die Zerrüttungserscheinungen in sich tragt, die Sie als die Folge eines ausbrechenden Krieges vor« aussehen. Das find die Tatsachen, bie mich ge- zwangen haben, in meiner Nürnberger Rede vom 12. September vor der ganzen Welt auszusprechen, daß die Rechtlosmachung der 3V2 Millionen Deut- schen in der Tschecho-Slowakei ein Ende nebln e n muß und daß diese Menschen, wenn sie von sich aus kein Recht und keine Hilfe finden können, beides vom Deutschen Reich bekommen müssen. Um aber noch einen letzten Versuch zu machen, bas Ziel auf e.inem frleblicheu Wege zu erreichen, habe ich in einem bem britischen Herrn Premierminister am 23. September übergebenen IHemoranbum für bie Losung bes Problems konkrete Vorschläge gemacht, bie inzwischen bet Öffentlichkeit bekanntgegeben sinb. Nachdem bie tschecho slowakische Regierung sich vorher ber britischen unb französischen Regierung gegenüber bereits b a m i t einverstanben erklärt hatte, baß bas subetenbeutsche Sieblungs- gebiet vom tschecho-slowakischen Staate a b getrennt unb mit bem Deutschen Reich vereinigt wirb, bezwecken bie Vorschläge bes beuf- schen IHemoranbums nichts anbetes, als eine schnelle, sichere unb gerechte Erfüllung jener tschecho slowakischen Zusage herbeizuführen. Ich bin der Ueberzeugung, daß Sie, Herr Prä- sident, wenn Sie sich die ganze Entwicklung des sudetendeutschen Problems von seinen Anfängen bis zum heutigen Tags vergegenwärtigen, erkennen werden, daß die deutsche Regierung es wahrlich weder an Geduld noch an aufrichtigem Willen zur friedlichen Verständigung hat fehlen lassen. Nicht Deutschland trägt die Schuld daran, daß es ein sudetendeutsches Problem überhaupt gibt, und daß daraus die gegenwärtigen unhaltbaren Zustände erwachsen sind. Das furchtbare Schicksal der von dem Problem betroffenen Menschen läßt einen weiteren Aufschub seiner Lösung nicht mehr zu. Die Möglichkeiten, durch Vereinbarung zu einer gerechten Regelung zu gelangen, sind deshalb mit den Vorschlägen des deutschen Memorandums erschöpft. Nicht in der Hand der deutschen Regierung, sondern in der Hand der tschecho- s 1 o w akischen Regierung allein liegt es nunmehr, zu entscheiden, ob sie den Frieden oder den Krieg will.. Adolf Hitler. Herrn Franklin Roosevelt, Washington. Telegramm. Eure Exzellenz haben in Ihrem mir am 26. September zugegangenen Telegramm im Namen des amerikanischen Volkes einen Appell an mich gerichtet, im Interesse der Erhaltung des Friedens die Verhandlung en über die in Europa entstandene Streitfrage nicht abzubrechen und eine friedliche, ehrliche und aufbauende Regelung dieser Frage anzustreben. Seien Sie überzeugt, daß ich die hochherzige Absicht, von der Ihre Ausführungen getragen sind, durchaus zu würdigen weiß und daß ich Ihre Auffassung über bie unabsehbaren Folgen eines euro- p ä i s ch en Krieges in jeder Hinsicht teile. Gerade deshalb kann und muß ich aber jede Verantwortung des deutschen Volkes und seiner Führung dafür a b l e h n e n, wenn etwa die weitere Entwicklung entgegen allen meinen bisherigen Bemühungen tatsächlich zum Ausbruch von Feindseligkeiten führen sollte. Um über das zur Erörterung stehende sudetendeutsche Problem ein gerechtes Urteil zu gewinnen, ist es unerläßlich, den Blick auf die Ereignisse zu lenken, in denen letzten Endes die Entstehung dieses Problems und seine Gefahren ihre Ursache haben. Das deutsche Volk hat im Jahre 1918 die Waffen aus der Hand gelegt, im festen Vertrauen darauf, daß der Friedensschluß mit seinen damaligen Gegnern die Prinzipien und Ideale verwirklichen würde, die dafür vom Präsidenten Wilson feierlich verkündet und von allen kriegführenden Mächten ebenso feierlich als verbindlich angenommen worden waren. Niemals in der Geschichte ist das Vertrauen eines Volkes schmählicher getäuscht worden als es damals geschah. Die den besiegten Nationen in den Pariser Vorortverträgen aufgezwungenen Friedensbedingungen haben von den gegebenen Versprechungen nichts erfüllt. Sie haben vielmehr in Europa ein politisches Regime geschaffen, das die besiegten Nationen zu den entrechteten Kulturnationen der Welt freiwillig die feierlichen Verpflichtungen des Briand-Kellogg-Pak» tes vom Jahre 1928 auf sich genommen haben, die dahin gehen, Streitigkeiten nur durch friedliche Mittel zu lösen. Außerdem sind die meisten Nationen Partner anderer bindender Verträge, die ihnen die Verpflichtung auferle- aen, Frieden z u halten. Ferner stehen allen Ländern heute zur Lösung von Schwierigkeiten, die auftauchen können, die Schlichtungs. und Versöhnungsverträge zur Verfügung, deren Unterzeichner sie sind. Welches auch die Schwierigkeiten bei den in Frage stehenden Streitigkeiten sind und wie schwierig und dringend sie sein mögen, sie können durch Anwendung von Gewalt nicht besser gelöst werden als durch Anwendung von Vernunft. In der gegenwärtigen Krisis hat das amerikanische Volk und seine Regierung aufrichtig oebofh daß die Verhandlungen zur Regelung der Streitigkeiten zum glücklichen Ende gebracht werden könnten. Solange diese Verhandlungen noch fort- dauern, solange besteht auch noch die Hoffnung, daß die Vernunft und der Geist der Billigkeit die Oberhand behalten und daß die Welt auf diese Weise dem Wahnsinn eines Krieges entgeht. Im Namen von 130 Millionen Amerikanern und um der Menschheit willen appelliere ich an Sie, die Verhandlungen, die auf eine friedliche, billige, konstruktive Lösung der Streitfragen zielen, nicht abzubre- ch e n. Mit Dringlichkeit wiederhole ich, daß, solange die Verhandlungen fortgesetzt werden, die Streitigkeiten eine Aussöhnung finden können. Sind sie aber einmal abgebrochen, so ist die Vernunft verbannt und die Gewalt macht fick geltend. Und Gewalt chischen Regierung beeinträchtigt, die unter fadenscheinigen Vorwänden ihre gegebene Zusage nicht mehr wahr haben will. Hier liegt doch offensichtlich eine Unklarheit vor. Wenn endlich Chamberlain nicht wegen der Sympathie für die Tschechei Krieg führen will, sondern wegen der „großen Entscheidunge n", dann kann man an Mussolinis prophetisches Wort erinnern: „Wenn hier ein Krieg ausbricht, dann liegen Gründe vor, die ganz anderer Natur sind."„Dann wären also die „ungenannten Kriegsgründe" ausschlaggebend, jene dunklen Kräfte, die schon seit langem gegen Deutschland und Italien zum Kriege hetzen. Will man das in England wirklich? Heber dem europäischen Drama aber steht der Wort- bruch von Prag. Benesch hat sie angenommen und jetzt lehnt er ab. Wenn das der tiefere Grund für alle jene Besorgnisse ist, die Chamberlain in seiner Rundfunkrede angeführt hat, so ist es die Gerechtigkeit in der Welt wirklich schlecht N e u y o r k, 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Antwort des Führers auf Roosevelts Telegramm findet in den Vereinigten Staaten stärksten Widerball. Gerade die Tatsache, daß Amerikas Präsident der,Empfänger dieser bedeutsamen deutschen Willenskundgebung ist, hat wesentlich zur Steigerung des Interesses der amerikanischen Öffentlichkeit an diesem Dokument beigetragen. Wohl zum erstenmal lesen die gewöhnlich mit Sensationsnachrichten übelster Art überschütteten Bürger der Vereinigten Staaten mit wirklicher Sorgfalt eine klare Darlegung der Motive, die zur tschechoslowakischen Staatsgründung geführt haben. Die Zeitungen, die des Führers Antwort an hervorragender Stelle veröffentlichen, heben in fetten Schlagzeilen besonders die Ablehnung der Verantwortung Deutschlands für einen etwaigen Kriegs a .u sbruch hervor. Allgemein wird auch betont, daß der Führer die hochherzigen Absichten Roosevelts anerkennt. In den Überschriften der Blätter wird ferner der Hinweis auf das von Wilson feierlich proklamierte Selb st bestimmungsrecht hervorgehobsn, um das das sudetendeutsche Volk auf das schamloseste betrogen wurde. In den Kommentaren der amerikanischen Presse kommen deutlich die beiden Richtungen zum Ausdruck, die immer wieder im Verhältnis zum neuen Deutschland zu Tage treten. Während auf der einen Seite die vom Judentum beherrschten Blätter, besonders in Neuyork, die heftigsten Angriffe gegen das nationalsozialistische Deutschland und seinen Führer richten und die übelste Kriegshetze betreiben, kommt auf der anderen Seite immer stärker das Bestreben zum Ausdruck, die Vereinigten Staaten aus den europäischen Angelegenheiten herauszuhalten. Der gleiche Zwiespalt ist auch im amerikanischen, Kongreß. Neben äußerst pessimistischen ober kriegshetzerischen Erklärungen fin- den sich einige bemerkenswerte Steuerungen, die zeigen, daß viele maßgebende Politiker ber Der- einigten Staaten sich über bie wahren Interessen ihres Laubes nicht im unklaren sinb. So erklärte Senator Holt: „Ich sehe keinen Grunb, warum Amerika in einen Krieg hineinge» zogen werben soll, auch wenn die Internationalisten un$ hineinzuziehen versuchen«" Senator So* stellt. „Eine wundervolle strategische Karie". Zynische Offenheit eines französisches Kriegshetzers. Paris, 27. Sept. (DNB.) In der „Epoque" be- schäftigt sich der Bruder des berüchtigten Henri be Kerillis mit einem kaum zu überbietenden Zynis- mus mit der Rolle, die die Tschechv-Slvwa- k e i in den Berechnungen gewisser kriegshetzerischer deutschfeindlicher Kreise in Frankreich spielt. Henry de Kerillis schreibt, viele Franzosen stellten sich die Frage, ob man sich für bie Tschecho-Slowakei schlagen müsse. Man sollte sich aber lieber fragen, ob Frankreich ein überzeugendes Interesse bar an habe, daß die Tschecho-Slowakei bestehe und Frankreichs Verbündeter sei. In diesem Falle würde die französische Antwort unbestreitbar bejahend sein. Die Tschecho-Slowakei sei ohne Zweifel in dem französischen Spiel „eine wundervolle stralegische Karle", die mit dem Auftreten der Luftwaffe beträchtlich an Wert gewonnen habe. Das böhmifche Land mit seinen weiten Ebenen sei ein wunderbarer Ausgangspunkt für die Luftwaffe. Dieser Ausgangspunkt sei 160 Kilometer von Berlin, also für ein modernes Flugzeug nur eine halbe Flugstunde weit entfernt. Es sei offensichtlich, daß dieser Tatbestand den Nachteil wesentlich ändere, der sich daraus ergebe, daß Paris nur 300 Kilometer von der Ost grenze, Berlin aber 6 0 0 Kilometer von der West grenze des Landes entfernt sei. Rian müsse Berlin bombardieren können. Diese Möglichkeit ergebe sich durch die verbündete tschechische Armee. Man bür'fe nicht vergessen, baß bei ber Regelung der tschecho-slowakischen Angelegenheit bie „Sicherheit Frankreichs" auf bem Spiele stehe. Böhmen habe für Frankreich in Mitteleuropa im Hinblick auf bie Luftwaffe ben gleichen Wert wie bie Insel Malta für Englanb im Mittelmeer. Böhmen sei der unerläßliche Stützpunkt für weitreichende Operationen, zu denen sich ganz besonders das Flugzeug eigne. Eine freie, verbündete Tschecho-Slowakei bedeute nicht nur einen annehmbaren Unterstützungsfaktor, sondern auch ein Mittel, um die Wirksamkeit der französischen Streitkräfte zu verzehnfachen. Wenn die Tschecho-Slowakei sich bereit erkläre, neutralisiert und seiner wesentlichen Grenzen beraubt zu sein, so werde der Friede von heute gerettet. Man verheimliche sich jedoch nicht, daß sich daraus eine fühlbare Schwächung des französischen militärischen Potentiells ergebe. Flandin warnt. „Frankreich würde sich verbluten." Paris, 27. Sept. (DNB.) Der „Temps" veröffentlicht eine Zuschrift des ehemaligen Ministerpräsidenten F l a n d i n , der die Aufmerksamkeit der Leserschaft auf bie Kehrseite eines etwaigen militärischen Eingreifens Frankreichs in ben Konflikt zwischen ben Subetendeutschen und der Tschecho-Slowakei lenken soll. Aus allen möglichen Gründen lehne er persönlich jede Internen- 1 age Flandin foröerf (Einberufung -er Kammer Der tischen wissen wisse gime aber auch, daß man auf diese Weise ein Re- ermorde. Prä. und nflen inen lief) tre anb tsches [egen* , Das trofst- Uv a. Die mt btn s rl- W en >em iep. die )t- enf- die der jener- 105- ge- oer- leaf« eint Schweiz." Trick des Hasardeurs gelang, die demokra- Weltfriedensheuchler hatten ihr zartes Ge Die deutsche Gesandtschaft in Prag muh durch Militär gegen den kommunistischen Mob geschützt werden. (Scherl-Bilderdienst-M.) Vertrauen stütze sich die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens. Die „Daily Mail" sagt, daß die Tür zum Frieden noch nicht geschlossen sei. Die britische Regierung benutze als Hauptquellen der Diplomatie alles, was Klugheit und Erfahrung nur anempfehlen, um den Weg zur Versöhnung zu finden. Der „Daily Expreß" meint, die gestrige Rundfunkrede Chamberlains habe die Nation mit Stolz erfüllt. Das Blatt hebt dann besonders hervor, daß England die Dominien in derartig ernsten Fragen der Außenpolitik um Rat fragen müsse und deren Antwort abwarte. Dem englischen Volk aber könne man sagen: „Folgt Chamberlain!" Der Führer hat sich bereit erklärt, durch internationale Kommissionen alle Fragen der Grenzbereinigung erörtern zu lassen, nachdem das unzweifelhaft sudetendeutsche Gebiet von uns besetzt worden sei. Er hat es begrüßt, daß die englische Legion, die Vereinigung der Männer, die einst im Kriege den Deutschen mit der Waffe gegenüberstanden und wissen, was ein Krieg bedeutet, die Kontrolle in den Abstimmungsgebieten ausüben will. Er hat darauf hingewiesen, daß diese Abstimmung nach dem Saarreglement erfolaen soll. Im übrigen ist der kurzfristige Termin für die Räumung der unzweifelhaft sudetendeutschen Gebiete den Räumungsbestimmungen ähnlich, die Frankreich 1918 im Waffenstillstandsvertrag für die ehemaligen deutschen Reichslande festlegte. Benesch hat durch seinen Rundfunk die Behauptung in die Welt gesetzt, daß sich Deutschland zusammen mit den 3,5 Millionen Sudetendeutschen auch noch rund 8 0 0 0 0 0 Tschechen einverleiden wolle. Das ist eine jener Lügen, dazu bestimmt, den wahren Sachverhalt einzunebeln und die übrige Welt gegen uns in Frontstellung zu bringen. Tatsache ist, daß die Gebiete, um die es geht, also die mit rein deutscher Bevölkerung sowie die gemischtsprachigen, einer Volksabstimmung unterworfen werden. Das steht deutlich im deutschen Memorandum, das hat noch deutlicher der Führer in seiner Rede zum Ausdruck gebracht, indem er auch die rein deutschen Gebiete in die Volksabstimmung einbezog. Diese Abstimmung bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die Verwirklichung des von den Versailler Mächten zwanzig Jahre hindurch mißhandeltes Selbst- bestimmungsrechtes. Es kommt in den fraglichen Gebieten den Deutschen ebenso wie den Tschechen zugute, das Ergebnis dieser Abstimi ung ist also für die Grenzziehung maßgebend. Uno die Grenzziehung wird wieder — siehe auch hier die Führerrede — durch eine internationale Kommission vorgenommen. Es kann also gar keine Rede davon sein, daß Deutschland 800 000 Tschechen in das Reich hineinnehmen will. Entscheiden sich diese 800 000 Stimmberechtigte für den Tschechenstaat, dann kommen sie selbstverständlich zu diesem. Darüber kann es nach den klaren Worten des Führers keinen Streit geben. Nicht der Führer, nicht das Reich bestimmt also, wie das Schicksal der Bevölkerung in den Grenzgebieten ausfallen soll, sondern einzig und allein die Bevölkerung dieser Gebiete. Das Prager Regime sucht sich und anderen ferner einzureden, es verlöre durch die reinliche Scheidung von Deutschen und Tschechen wertvollste Bodenschätze und hervorragende Wirtschaftsgebiete. Die gesamten wirtschaftlichen Interessen des Staates gingen bei der Lösung des sudetendeutschen Problems, wie es jetzt zur Debatte steht, in die Binsen. Auch dazu ein paar aufklärende Worte: Der Träger der Wirtschaft des tschechischen Nationalitätenstaates war bisher in der Hauptsache das Sudetendeutschtum. Mit allen möglichen Mitteln hat man versucht und auch erreicht, daß die deutsche Wirtschaft zerschlagen oder Tschechen in die Hände gespielt wurde. Trotzdem blieben die Deutschen die Haupteinnahmequelle für die Tschechen. Sie brachten auf dem Umwegs über ihren Export die m e i st e n Devisen, sie zahlten die meisten Steuern. Geht bei der Scheidung ein Teil der Wirtschaft mit den Deutschen, so geht- eben nichts anderes in das deutsche Lager als das Eigentum und die Wirtschaftskraft des Sudetendeutschtums. Man jammert dann weiter, die Bodenschätze gingen an das Reich verloren. Auch diese Behauptung ist plumper Schwindel. Die Bodenschätze, wie Eisen, Braunkohle usw. liegen gleich mäßig im tschechischen und im deutschen Gebiet verteilt. Steinkohle ist sogar in der Tscheche! starker vertreten als im Sudetenland. Die nordböhmischen Bezirke sind in hohem Maße auf die industrielle Ausfuhr angewiesen (Glaswaren, Textilien, Porzellan, Spielwaren, Heimarbeit). Landwirtschaftlich wird das Sudetengebiet als Zuschußgebiet zu betrachten fein, denn die Gebirge sind zwar reich an Wald, aber arm an fruchtbarem Boden. Die Tschechen haben immer behauptet, daß die Besonderheit dieser wirtschaftlichen Struktur gerade die Ursache der großen Arbeitslosigkeit sei, die zur Verelendung ganzer Gemeinden geführt habe, weil die Tscheche! angeblich die von den Deutschen erzeugten Gütermengen nicht abnehmen könne — jetzt soll auf einmal dieser selbe Reichtum des Landes unentbehrlich für die tschechische Wirtschaft fein! liegt1 lebt Hitler. es uit' rrsitzend! löscht zorW rU uns , Volkes lerwi^ >rte Ä Loge § , erklär [ @rurj . sudele» „NioM tein De? rs, is fa!'. o llM sailll- Europi 1 n fr g t- ■le it. I es, W- -ht- nten lliche letzte chn tyn. bien, rten, ljent- itens 5 der i mit i im atisch ■len ereits l, die vor« h ge. Dom echen, deut« ken. Die deutsche Sprache würde die zweite Landessprache sein. Das Regime würbe ähnlich fein wie in der "' Hoffnung hat die Züge der gequälten Flüchtlinge übergossen. Tränen rinnen über die abgehärmten Wangen. Die Frauen und Männer fingen die Lieder der Deutschen. 23370Ü sudetendeutsche Flüchtlinge! Großzügige Hilfsmaßnahmen. B e r I i n, 27. Sept. (DNB.) Die vorn Sudetendeutschen Flüchtlingshilfswerk zusammen mit der NSV. vorgenommene Zählung der sudetendeutschen Flüchtlinge ergab bis zum Dienstagnachmittag eine Zahl von 233700 Flüchtlingen. Durch das ungeheure Anschwellen der Flüchtlingszahl werden das Hilfswerk und die NSV. vor neue große Aufgaben gestellt. Das Elend der Flüchtlinge macht großzügige Sofortmaßnahmen notwendig. Um die Flüchtlinge für die nächste Zeit ordnungsmäßig unterzubringen, find außer staatlichen auch eine große Zahl von privaten Erholungsheimen, insbesondere die von Firmen und Gesellschaften, dem Flüchtlingshilfswerk zur Verfügung gestellt worden. So konnten im Harz, in Süddeutschland und an der Ostsee bereits Flüchtlingslager in leerstehenden Heimen und Hotels geschaffen werden. Unter den Flüchtlingen befinden sich mehr als 5 0 0 0 schwangere Frauen, die von dem Hilfswerk Mutter und Kind betreut und Mütterheimen zugeführt worden find. Auch ausländische Beobachter hatten Gelegenheit, Flüchtlingslager zu besichttgen, sich mit den Flücht- lingen zu unterhalten und sich über ihre Schicksale berichten zu lassen. Sie sind mit einer, grenzenlosen Erschütterung über dieses ungeheure Elend aus den Lagern gegangen, und Engländerinnen und Schwedinnen haben zum Ausdruck gebracht, daß sie es niemals für möglich gehalten hätten, daß im Zeitalter des kulturellen Fortschrittes ein ganzes Volk zur Auswanderung gezwungen und mit derartigen brutalen und blutigen Unter- drückungsmethoden von Haus und Hof vertrieben werden konnte. Sie haben erklärt, daß sie in ihrer Heimat von dem Elend der Flüchttinge und ihren Schicksalen erzählen und darüber aufklärend wirken würden, da man in ihrer Heimat sich keinen Begriff davon machen könne, was es heiße, wenn 233 000 Menschen, darunter Zehntausende von Frauen und Kindern meist nur in der notdürftigsten Bekleidung alles verlassen mußten, was sie sich erarbeitet hatten. Hier sei ein Appell an alle sozialen und Frauenorganisationen in der Welt notwendig, um sie auf das Los dieser Flüchttinge aufmerksam zu machen und zu Hilfsmaßnahmen anzuregen. gnade ausgeliefert. Wie Herr Benesch die Sudetendeutschen um ihre Rechte betrog, brauchen wir des Näheren nicht mehr auszuführen. Der Führer selbst hat in seiner Sportpalast-Rede dazu einige Ziffern genannt, deren Richtigkeit wohl auch die demokratischen Staatsmänner nicht bezweifeln dürften. Wenn man sich in London und Paris ttotzdem für Herrn Benesch, für dieses letzte Ueberbleibsel des Versailler Ungeistes, noch einsetzen zu müssen glaubt, so ist das nach dem Gesagten völlig unverständlich. H. Ev. beruhigt, 3,5 Millionen Sudetendeutsche wurden ihren „Todfeinden" auf Gnade und Un- Bas Maß ist übervoll! Aus der Notzeit des Sudetenvolkes. - Flüchtlinge hörten die Führerrede ereinN .liSt-F imt J . MV' •n M1;, e>i *! eil j A Paris, 28. Sept. (Europapreß.) Während bisher die Linkskreise darauf drangen, daß die Kammer bald einberufen würde, ist nunmehr die Initiative hierzu auf einen Teil der französischen Rechtsgruppe übergegangen. Der ehemalige französische Ministerpräsident F l a n d i n unternimmt im „Journal" einen neuen Vorstoß. Daladiers bisherige Weigerung, die Kammer einzuberufen, hält Flcmdin nicht für gerechtfertigt, weil der französische Ministerpräsident über die Mittel verfüge, die außenpolitische Aussprache in der Kammer zu begrenzen, wenn ihm dies notwendig erscheine. Flandin als Wortführer einflußreicher französischer Rechtsgruppen erklärte, daß die englische Regierung das Unterhaus zusammenberufen habe, um sich zur Lage zu äußern; Adolf Hitler habe in Berlin eine Massenversammlung durchgeführt: Mussolini habe eine Reihe öffentlicher Reden vor der italienischen Nation gehalten: was aber habe die französische Regierung bisher getan? S i e schweige, obwohl es für den Durchschnittsfranzosen heute sehr schwierig sei, zu wissen, wo in der tschecho-slowakiscben Frage die Wahrheit liege. Die französische Regierung habe bisher weder den Text der englisch- französischen Vereinbarungen veröffentlicht, noch den Text des deutschen Memorandums, noch die amtliche Karte der Gebiete, die von den deutschen Truppen in der Tsck>echo-Slowakei besetzt werden sollten. Flandin richtet dabei bittere Worte an die Volksfront, die es für notwendig halte, parlamentarische Debatten über die Einrichtung einer lokalen Eisenbahnlinie herbeizuführen, die aber dann das Parlament nicht einberufen wolle, wenn es sich u m Krieg oder Frieden handele. Es werde behauptet, daß eine Aussprache im Parlament die Moral der Mobilisierten retten kann. Er glaube im Gegenteil, daß die Moral derer, die plötzlich ihrer Arbeit und ihrer Familie entrissen würden, nicht besser gestärkt werden könne, als wenn sie von der Gerechtigkett der Sache überzeugt seien. Wenn Frankreich wegen seiner lebenswichtigen Interessen einen Krieg machen müsse, so dürfe kein Zweitel im Herzen der Menschen bleiben, die u^beachte1 ihrer persönlichen Ueberzeugung ihre volle Mitarbeit zur Verteidigung der großen Interessen des Vaterlandes sicherlich nicht verweigern würden. Die Autorität der Regierung würde bei Verhandlungen dadurch gestärkt fein, und die Entschlossenheit zu einem Krieg — wenn man soweit gehen müßte — könne nicht mehr angezweifelt werden. Es gehe um das Wohl des Vaterlandes. Wenn eine Sache gerecht fei, so finde sie die Begeisterung der Franzosen. Nach dem man aber Handlungen aufeinander gehäuft habe, die den Krieg unvermeidlich werden lassen, dürfe man die Volksvertreter nicht vor die vollendete Tatsache stellen. Er wisse, daß es die Absicht gewisser Persönlichkeiten sei, das Parlament erst einzuberufen, wenn die Feindseligkeiten begonnen haben und Kammer und Senat auf diese Weise jede Aussprache über den Ursprung, die Gründe und die vielleicht schlimmen Folgen eines bewaffneten Konfliktes, der hätte Der- Mieden werden können, zu verbieten. Er, Flandin, I n c r- . 1 . V/ /***• uvll 11 IC 11 Lc 11 xjUULv 11 hnn % \er tschechischen Ausfuhr ausgenommen, dagegen England nur 6,9; Ungarn 6,6; Amerika 6,3; ^goslawien 5 v. H. Frankreich und Sowietrußland haben so wenig bezogen, daß sie in vT ?.Alstlk überhaupt nicht erscheinen! Wäre der ttchechische Arbeiter und Bauer auf die Abnahme lemer Erzeugnisse durch diejenigen Mächte ange- wiesen die sich heute plötzlich als die besorgten Freunde der Tscheckei aufspielen, dann könnte er .Erhungern. Umgekehrt hat das „feindliche" Deutschland den Tschechen wirtschaftlich immer ge» dVisen und wird ihnen auch in Zukunft, sobald die Scheidung vollzogen, also alle Konfliktsstoffe aus dem Wege geräumt sind, helfen. Denn Deutschland sit wirtschaftlich nicht so eingestellt, daß es andere Volker untergehen läßt. Es weiß, wie sehr die na- ttonalen Wirtschaften zusammengehören und sich gegenseitig ergänzen müssen. Darum werden die Tschechen auch künftig im Warenverkehr mit Deutschland gut abschneiden. Mit dem Märchen aber, sie könnten die Scheidung, der sie grundsätz- lich zugestimmt haben, nicht durchführen, weil ihnen das angeblich aus wirtschaftlichen Gründen unmög- Mit zerrissenen Kleidern, barfuß und zu Tode ermattet, stehen die Flüchtlinge in der Sammelstelle. Es ist immer das gleiche, herzzerreißende Bild und immer sind es die gleichen grauenhaften Untaten, von denen sie berichten. Verhaftungen, Raub, Plünderungen, Mißhandlung und Verfolgung. Die Flüchtlinge haben das Lachen verlernt. Ihr Stolz aber auf ihr Deutschtum, ihr Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes sind ungebrochen. Sie tragen ihr Unglück mit einem Heroismus, der in die Geschichte einzpgehen verdient. Nichts ist imstande, die Größe des Kampfes unseres Führers besser zu unterstreichen, als der Anblick dieser Männer und Frauen in ihrem tiefstem Unglück, Menschen, die bestes deutsches Volksgut sind. Jedes ihrer Worte und jede ihrer Handlungen drückt eg aus, daß sie nichts als ihre selbstverständliche Pflicht für ihr Deutschtum erfüllen. Ihre Anspruchslosigkeit, ihre Dankbarkeit für jedes freundliche Wort, jeden Bissen Brot sind einfach rührend. Das tiefste Erleben aber dieser Tage war ein Abend unter den Flüchtlingen auf dem Markt der Grenzstadt Waldmünchen, wo sie den Führer hörten. Männer des Freikorps in Reih und Glied; neben ihnen find Flüchtlinge, Frauen mit schlafenden Säuglingen auf dem Arm, ihre armselige Habe im Kissen oder Knüpftüchern verpackt; Kinder, die auf der Durchgangsstelle fürsorglich mit Kleidungsstücken ausgerüstet waren. Sie hören den Jubel, der ihre Landsleute im Sportpalast umtobt, die letzte Mahnung des Führers an die Unterdrücker und fein ehernes Wort: Sudetendeutsches Gebiet kommt sofort zu Deutschland. Ein Schimmer neuer lief) ist, dürfen sie uns nicht kommen. Ihre Wirtschaftsinteressen bleiben voll gewahrt, sie werden sie künftig eher noch ausweiten können. Alle diese Dinge werden in der Weltpresse kaum gestreift oder als belanglos hingestellt, während sie doch den Kern der Sache ausmachen. Man versucht in gewissen Hetzblättern noch immer einen „nichtprovozierten Angriff" und daraus die Notwendigkeit des durch die Verträge erzwungenen Eintretens für die Tschechen zu konstruieren, während wir uns am 1. Oktober nur nehmen, was selbst durch die Zusage des Benesch als uns zugehörig bezeichnet worden ist. Gerade weil Benesch seine Zusage nicht hielt, sind wir dazu gezwungen. Der Provokateur ist er. Aber die einfachste und klarste Tatsache existiert nicht, wenn sie zugunsten des deutschen Rechtes spricht. Das ist die Lage. Wir sind gegenüber den moskowitischen Methoden eines Benesch am Ende unserer Geduld. Wir nehmen uns das Recht, ob auch die Westdemokratien drohen sollten. Denn es gibt nur ein R e ch t in der sudetendeutschen Frage und kein Kompromiß, um das sich die demokratischen Politiker nur deshalb und vergeblich mühen, weil es den deutschen Rechtsanspruch verwässern und schließlich zunichte machen möchte. SMrJjelt wäre übrigens die tschechische Wirt- chaft langst zusammengebrochen, wenn Deutsch- } a " "lcht l h r b e st e r Kunde wäre. Deutsch- Reinliche Scheidung. Die Botschaft des Führers hat in der ganzen 'r ", * v * u c n e i Munoe wäre. .Deuftcy- Welt einen Eindruck hinterlassen, der selbst in den i (mit Oesterreich) hat in den meisten Jahren böswilligen Unterstellungen der internationalen De- ' n "" mokratenpresse durchschimmert. Fast durchweg — so in der „Times", im „Daily Telegraph" — wird versichert, die Rede habe die Tür nicht zugeschlagen. Paris, das mit besonderer Spannung £>er Rede lauschte unb sich darüber freut, daß kein Ion des Mißfallens gegenüber Frankreich gefallen ist, sagt, die Lage habe sich durch die Worte des Führers nicht verschärft. Der „Matin" meint, die Verhandlungen könnten fortgesetzt werden, das halbamtliche Büro Havas stellt ebenso wie d'Ormesson fest, die Worte des Führers enthielten nichts, was die Lage noch gespannter mache und der „Jour" meint sogar, und sicherlich nicht ohne geheime Freude, die Rede sei wie ein Hammer auf einen Amboß gefallen, also auf Benesch. Wenn man die englische und französische Presse, ihre Beschwörungen, ihre Aengste, ihre vagen Hoffnungen lieft, dann fällt doch eins auf: sie redet u m den Kern herum. Die teilweise Mobilisierung in Frankreich und England ist gerade in diesem Augenblick nicht geeignet, als Friedensarbeit angesehen zu werden, und wenn die Londoner und Pariser Presse erleichtert feststellt, Deutschland habe nicht mobilisiert, dann vergißt man die Frage an die eigenen Regierungen: wozu diese doch nur als Ausfluß einer Kriegspsychose zu deutenden Maßnahmen? Gerade die drohende Bereitschaft englischer Linkspolitiker und französischer Volksfrontkreise, den Tschechen beizustehen, hat Herrn Benesch sein Bankerotteurspiel erleichtert. Von dem Klüngel der Kriegshetzer in London und Paris ließ sich Herr Benesch dazu ermuntern, seinen Haß gegen Deutschland auszutoben. Das ist eine schwere 'Verantwortung, die in diesen Tagen auf London und Paris ruht und von der sich die dortigen Regierungen nur durch einen energischen Druck auf Prag entlasten können. Denn es ist kein Zweifel darüber, daß. wie der Führer sagte, das Memorandum nichts enthielt, was Benesch nicht bereits versprochen hatte. Also kann die Besetzung des von den Tschechen wenigstens in Verhandlungen mit der englischen und französischen Regierung aufaegebenen 'sudetendeutschen Bodens doch nicht als „Angriff", als „Gewaltmaßnahme" angesehen werden. Hier bewegt sich die Logik der Demokratien nach Art der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. ©er Daier der Lüge. Die demokratischen Staatsmänner Englands und Frankreichs geben sich auch nach der Führerrede noch den Anschein, als ob sie das deutsche Mißtrauen gegen Prag nicht verstünden. Sie bauen daraus ihre These auf, daß die tschechische Regierung nicht mit Waffengewalt, sondern nur mit friedlichen Mitteln dazu gezwungen werden dürfe, die Abtretung des sudetendeutschen Gebietes an das Reich vorzunehmen. Abgesehen davon, daß den tschechischen Machthabern nach Ueberreichung des deutschen Memorandums noch eine lange Woche zur Verfügung stand, die auch von uns gewünschte friedliche Uebergabe der deutschen Länder Böhmens zu vollziehen, ist es doch ein starkes Stück, Herrn Benesch als einen vertrauenswürdigen und ehrlichen Kontrahenten in diesem Streitfall hinzustellen. Die Lebensgeschichte des Herrn Benesch besteht doch nur aus einer einzigen Kette von Lügen unb gebrochenen Versprechungen, von Winkelzügen unb Täuschungsmanövern, auch wenn die Engländer daran nicht gern erinnert werden wollen. Die eitle Wichtigtuerei dieses Politikers, der niemals für feine sogenannten „Ideale" gerade gestanden ist, der sich während des Weltkrieges in der Etappe herumgedrückt hat, der sein ergaunertes Millionenvermö- gen in französischen Banken deponierte und dessen Flugzeug mit laufenden Motoren ständig zur Flucht bereit auf dem Prager Flughafen steht, kann uns jedenfalls über den wahren Charakter seines politischen Hasardspiels nicht hinwegtäuschen. Es wäre gut, wenn sich auch die Staatsmänner des Westens jene Episoden aus der Laufbahn des Herrn Benesch ins Gedächtnis zurückrufen würden, die ihn ein für allemal zum Partner einer aufrichtigen Verständigung ungeeignet machen. Während gegen Ende des Weltkrieges die abgekämpften Heere aller Völker sich die letzten blutigen Schlachten lieferten, faß der Agitator Benesch in den bequemen Sesseln des Logenhauses „Grand Orient de la France" in Paris unb schacherte hier, im Hauptquartier der Weltfreimauerei, bereits um die, Beute aus dem bevorstehenden Zusammenbruch der Donaumonarchie. Als dann das Ende des Krieges gekommen ist, schlägt Eduard Beneschs große Stunde. Er darf als Vertreter eines noch gar nicht existierenden Staates an den Beratungen der Waf- scnstillstandskonferenz teilnehmen. Er ist mit seinen ungebetenen Ratschlägen nicht sparsam unb weist in Denkschriften an die Entente auf die „hervorragende" Rolle der Tschechen hin, die sie in Mitteleuropa spielen. So heißt es in seinem Memoran- rum Nr. 1, das er den Alliierten unterbreitet: ,Zhre (der Tschechen) allgemeine Lage machte sie notwendigerweise zu Todfeinden der Deutschen, denn diese waren ja ihre Unterdrücker. Die Frage, ob sie es wollten oder nicht, brauchte gar nicht gestellt zu werden, sie waren es durch die Macht der Tatsachen, es war ihre geschichtliche Ausgabe!"'In der Tat, ein Zeugnis hoher und edler Denkungsart, die sich zum Prinzip der Todfeindschaft zweier Völker bekennt! Herrn Benesch hinderte dies Prinzip nicht, im gleichen Augenblick ober wenig später, als bei den Friedenskonferenzen zu Versailles und St. Germain doch einige Bedenken gegenüber den tschechischen Forderungen zu hören waren, plötzlich die mildeste Tonart anzuschlagen und in seinem Memorandum Nr. 3 zu erklären: „Die Deutschen würden in Böhmen dieselben Rechte haben wie die Tschecho-Slowa- Die englische presse tritt aus der Stelle. London, 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse zeigt eine gewisse Zurückhaltung, da man es offenbar vermeiden will, sich in irgendeiner Richtung festzulegen, so lange die Dinge in Fluß sind. Der deutsche Standpunkt in der tschechischen Frage wird nach wie vor mit wenig Verständnis erörtert, ja es fehlt auch nicht an ausgesprochen gehässigen und böswilligen Auslegungen der Absichten Deutschlands. Die Times sagt, daß niemand jetzt bereits sagen könne, ob Chamberlains Bemühungen mit dem einzigen Erfolg gekrönt sein würden, der ihm eine entsprechende Belohnung geben würde, mit der Erhaltung des Weltfriedens. Was jetzt noch bleibe, sei nichts anderes als die Frage der Durchfüh- rung einer auf dem Uebereinkommenswege schon gefundenen Regelung. Die Times hebt dann weiter als positive Punkte in der Führerrede, die einige Hoffnung auf Verständigung gäben, die hervor, in denen Adolf Hitler sich zu einer schließlichen Garantie der Tschecho-Slowakei bereit erklärt und eine Kontrolle der Abstimmungsgebiete durch die Britische Legion angenommen habe. Abschließend sagt die Times, daß sich zwischen dem Führer und Chamberlain eine Ar t von persönlichem Vertrauensverhältnis herausgebildet habe, und auf dieses Waldmünchen, 27. Sept. (DNB.) Immer noch kommen in endlosem Zuge in allen Grenzorten der bayerischen Ostmark die von Hof und Herb vertriebenen, von den Schergen Benesches gepeinigten, vom roten Mob geschundenen Sudetendeutschen, Greise, Männer, Frauen und Kinder an. Wenigen ist es geglückt, etwas von ihrer Habe, ein paar Stück Vieh, etwas Hausrat, Betten obe,r Decken zu retten. Alte unb gebrechliche Menschen sind den lautlichen Vollzugsorganen unb den bolschewisti- chen Banden in die Hände gefallen, niedergeschla- jen, niedergestochen unb niedergeschossen worden. Nur dem Wagemut der Freikorpsmänner, die immer wieder seit Tag unb Nacht über die Grenze gehen, unb ihr Leben wagen, um den Flüchtlingen beizustehen, ist es zu verdanken, daß der Gemorde- deten nicht noch mehr sind. Systematisch werden die Dörfer unb Ortschaften im sudetendeutschen Gebiet, die größtenteils bis auf wenige alte Leute entvölkert sind, von dem roten Gesindel geplün - de r t. Kietzen an Oer Cahn Stufadjn nen [affe hing -es ofineti, m mit für u Gewißheit rinnen - funff übe Kaff erl urauenme Mi! Das XDVtW Frankl^ Ganz ihre 2Ir in nüchtern gelernt I Micken arbeitete wir unt< Küche Hausroir kann, soü kostet uns öaS gs wir uns sten von frauenj freien. M mit M gen Ützt W noch es scheint Fursteiln stellt. S-e ten^erlchti in die kle weniger M ein' „Mtschul Auslaufs' Aber § Selbstoei Wahre allen Bc gewiegt, allen Ge Gelegenf lehrgana zrPN K einem sind eii mehrsti praktis Die 6 Runen geben, ausgefl naue 2 Farben Frauen pinsel. in ben „Sünftle fjinweife (en, Hein wurs wir führt we' bann not die sie t ganz ge' eifer we ihnen i ausführ ihr he' mit in Person! ten. Dies« und ui bung> *nt , S: ff "nn’9e Ä b- r tzö.' L?z, Kfn As Vorjich, .Äu«, «ge, Ichluckt!" 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Adolf Noll Gertrud Noll, geb. Schmidt Gießen (Universitäts-Frauenklinik), den 26. September 1938 6167V Baue gut ... mit Abermann Kleine politische Nachrichten. Auf Weisung des brasilianischen Staatspräsidenten arbeiten sämtliche Ministerien der Regierung Projekte für einen großen Fünfjahresplan des nationalen Aufbaues aus, der im November bekanntgegeben werden soll. Die Hauptpunkte dieses Planes werden der Ausbau der nationalen Verteidigung und die Erschließung der Produktionsquellen des Landes sein. Geplant sind zahlreiche öffentliche Arbeiten. bunter Wechsel von ernsten und heiteren Geschichten erfreut die Leser. Martin Luserke führt uns an die Küste und aufs Meer hinaus. Im Gebirge spielt Hans Christoph Kaergels spannende Geschichte Leute vom Walde". Robert Hohlbaum zeichnet in seiner Erzählung „'Andreas Hofer" das Schicksal eines merkwürdigen Mannes. Joseph Winckler war« tet mit einer atemraubenden Räubergeschichte auf. Die Streichholzbrücke" von Friedrich Schnack er- ','ählt von den merkwürdigen Mitteln, die das Schick- sal manchmal benützt, um zwei Menschen zusammen, mführen Auch die belehrenden Beitrage des Hinkenden sind auf zeitgemäße Themen und anziehende, volkstümliche Darbietung eingestellt. Jedem Kalender ist ein von Künstlerhand geschmückter Wandkalender beigegeben. 20 I., findet 1. 10. leichte Stelle Kaufm., Tauermieter, sucht z. 1. Oft. wohnlich möbliertes Zimmer in gutem Hause, mögl. Zentral- hzg., evtl, mit Badegelegenh., in schöner Gegend, auch abgelegen. Schrift!. Angeb. mögl. m. Preis u. 6173D a. d. G. A. erb. Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1-n. %Men Klassen Beginn 19. Oktober 1938. Anmeldungen u. Auskunft n Gießen, Goethestr. 32, jederzeit. Ruf 2486 688?A Zur Baumpflege ■ Baumsägen UHR Gartenscheren Gartenmesser W in guter Qualität und preiswert bei Teppiche LSuler, Bettumrandungen, Pol- stermöb.l, Möbelbezugsstoffe Dekoraflons- und Gardinenstoff., Stepp- u. 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Rur auf persönlichen Wunsch des TNinisterpräsidenten S i r 0 v y habe Venesch von seinem Vorhaben 2l b st a n d genommen. Auch aus anderen Aus- sagen verlaute, daß Venesch dem stürmischen Verlangen der Vevötkerung nach seinem Rücktritt habe weichen wollen. „Erpreß Poranny" schreibt zu diesen Gerüchten, daß Venesch immer mehr dem Druck Moskaus erlegen sei. das ihn zur Unnachgiebigkeit aufmunterle. Das tschechische Außenministerium dagegen habe sich für eine mehr friedliche Lösung des Konflikts auch um den Preis weitgehender Zugeständnisse ausgesprochen. 3n dieser Frage sei es zu scharfen Weinungs- verschiedenheiten zwischen Außenminister K r 0 f t a und General L i r 0 v y gekommen. Schaffung einer ägyptischen Kriegsflotte. Die glückliche Geburt ihrer vierten Tochter zeigen hocherfreut an Obe'rmed.-Rat Prof. Or. Kliewe und Frau Anneliese, geb. Arnold tagsüber bei _ älteren Damen. Vorzust. zw. 10 Oie Geburt eines gesunden Zungchens zeigen in großer Freude an Marie Luise Adams, geb. Wilhelm Hans Adams Gießen (@eorg.pf)ilipp.®aitftr. 15), den 27. September 1958 z.Zt. Universitäts-Frauenklinik Kairo, 21. Sept. (Europapreß.) Wie hier kannt wird, haben zwischen dem ägyptischen Knegs- minister Hassan Sabry Pascha und der eng« lischen Admiralität in London Besprechungen über die Schaffung einer ägyptischen Kriegsflotte ftattgefunden, die in beschränktem Umfang zur Verteidigung und Küstenkontrolle dienen soll. Dem Minister sind zu diesen Besprechungen englische Sachverständige zur Verfügung gestellt worden. Der verhältnismäßig geringe Umfang des Projekts geht daraus hervor, daß die veranschlagten Summen sich nur auf 3 Millionen Pfund (rund 37 Millionen Mark) belaufen sollen. um 14 Uhr. Gießen, den 28. September 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. gegenüber der Alten Klinik! REINIGEN 5605v REPARIERTEN werden sofort eingestellt EmilH.Müller Holzwarenfabrik 6166D Gießen, Schillerstraße 24/28. Schreibtische ___rgf formschön, »Gegen graue Haare« der bewährte 4374V Haarfarbe-Wiederhersteller Flasche 1.74 Zeit das Vertrauen zu seiner Führung nicht verlieren. BüÄertisck. Neuerscheinungen des Verlages Gerhard Skalling. Der Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.- Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Rolf Bathe: Männer am Feind. — D. von Fabeck: Der Sänger der Rothenburg. Ein Kyffhäuser-Ro- man Mit einem Geleitwort von Reichskriegerführer General Reinhard. — Gerhard H e i n e: Gnei- senau: Ein großes Leben. — Professor Dr. Wilhelm d. Drigalski: Werden und Wirken des Sam- tätskorps. — Dr. Theodor Sonnemann: Die Frau als Wehrarbeiter. — In Ganzleinen gebunden etwa 5,60 Mark. — Deutscher Wehr- E^||l praktisch KZII1 eingeteilt. stabil und dabei sehr preiswert Die Wochenmärkke beginnen von Samskag, den 1. Oktober 1938, ab vormittags um S Uhr und enden 6164C Kurz bevor die Königin den eigentlichen Taufakt vollzog, setzte sich das Schiff, in Bewegung, so daß die Königin den Namen des Schiffes erst aussprach, als der Schiffsrumpf schon das Wasser berührte. FREITAG: 20-22.15': 1. Freitag-Miete. Jubiläums-Vorstellung anl.d.30jähr.Zugehörigkeit von KARL VOLCK zum Stadttheater Gießen. Neu einstudiert! Mmdh als Erzieher Komödie in 3 Akten von Otto Ernst. Spielleit.: Dr. Hannes Razum. Preise: RM. 0.60—^00. 6175V kalender 1939. — Gerhard Pfähler: Warum Erziehung trotz Veverbung? 3. Auslage. Mit sechs Bildtafeln und einer Tabelle. X, 165 S. Geb. 3,20 RM Verlag von D. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1938. — (261) - Bereits in 3. Auflage liegt das lebensnahe Erziehungsbuch von Professor Pfähler vor. Wie schwer wiegt im Gesamtgeschick des gesunden Menschen das Gewicht einer ererbten Wesensart? Das Buch will Antwort geben auf diese Frage; eine Antwort, die gegen das verantwortungslose Denken einer Zeit ankämpft, die das Ererbte nicht zu achten wußte. Völlig umgearbeitet ist in der neuen Auflage das Kapitel „Rasse und Erb- charakter". Was bisher nur Vermutung über den Zusammenhang von beiden sein konnte, ist jetzt durch die Ergebnisse jüngster Forschungsarbeit eindeutig klargelegt. Die Fülle der in den Gemischen der Rassenkerne unseres Volkes verwurzelnden Erb- wesensart tut sich auf und mit ihr die Gewißheit, daß jeder Erbart ihre besonderen Aufgaben im Leben zugewiesen sind. Deshalb wird 'stets Erkennen und Festhalten der eigenen Art darüber entschei- den, was ein Menschenleben für die Lebendigkeit des Volksganzen bedeutet. — Der Lahrer Hinkende Bote 1 939. Preis geheftet 0,50 RM. Verlag von M. Schauenburg, Lahr in Baden. — (266.) — Der neue Jahrgang des „Lahrer Hinkenden Boten" ist erschienen. Hinter dem reich ausgestatteten Kalendarium, den astronomischen Uebersichten und Tabellen, steht wieder ein bunter Textteil, der eine Fülle des Unterhaltenden und Belehrenden bringt. Wie von alters her erzählt der Hinkende zunächst die Weltbegebenheiten des abgelaufenen Berichtsjahres in anschaulicher Weise. Auf gewinnende Art berichtet die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel von ihren Iu- genderinnerungen an den Hinkenden Boten. Ein Leeres oder möbliertes Simmet von alleinsteh. Dame gesucht. Angeb. U.04Z92 a. d. Gieß. Anz. [Stellenangebote Von älterem Ehepaar ein zu- verläss. u. braves Halbtags- mädchen und 4 Uhr. 04397 Curtmann- ttraße 37 v. Für sofort oder später 6i7»D Mädchen bei hohem Lohn gesucht. Pub- u. Waschfrau vorh. Liebigstraße 34. Schr.Ängeb.unt. gesucht. 04393 6169Oa.d.G.A.lLiebigstr. 86 U. WWMSAMM von Samstag, den 1. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 9. Oktober 1938, auf Oswaldsgarten Neuartige 5öjan-u. 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Wetterbericht Die westeuropäische Gtörungstätigfeit macht sich in unserm Gebiet nur in geringfügigem Maße bemerkbar Sie bedingt den Durchzug von Wolkenfeldern, die aber noch keine nennenswerte Storung des Schönwetters bedeuten. Der Einfluß des osteuropäischen Hochdruckgebiets läßt jedoch immer weiter nach, die Neigung zu Nebelbildung verstärkt sich. Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst wolkiq bis heller, im allgemeinen trocken. Leichte Abkühlung, Wmde um Süd. Vorhersage für Freitag: Leicht unbeständig, aber doch im wesentlichen freundliches Wetter. Morgens neblig. Lufttemperaturen am 27. September: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 14,2 Grad; am 28. September: morgens 11,8 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum heute nacht 11,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 16,8 Grad; am 28. September: morgens 14,2 Grad. — Sonnenscheindauer 6,8 Stunden. __________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst B um- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; fürden übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anreigen: Theoder Kümmel. D.A.VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R-L-mge. K-G. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufsprels 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. gestattW. Hornung 6Dl88köf jetzt Liebigstr. 19 IMÖttll ° per sofort gesucht Vogtsche Piivat-Handelsschule . Gießen, Goelhestr.32 SELTERSWEG 47 Nr.227 Zweites Blatt Mittwoch, 28. September 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus dem Reiche der Krau. Sei den angehenden Meisterinnen berHauswirtschast. Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., schreibt: Ganz unangemeldet platzen wir mitten hinein in ihre Arbeit. Gerade ist die Stunde der Nadelqrbeit zu Ende und wir erfahren noch, wie die an sich so nüchterne Arbeit des Flickens — auch das will gelernt sein — ansprechender gemacht wird, weil die Flicken recht geschmackvoll in eine eigens dazu gearbeitete Tasche eingesetzt werden. — Dann sitzen wir unter den „Schülerinnen" in der großen, hellen Küche und hören mit ihnen auf die Worte der Hauswirtschaftslehrerin. Was man alles aus Tomaten oder in Verbindung mit ihnen herstellen kann, soll heure ausprobiert und natürlich auch gekostet werden. Schon beim bloßen Zuhören läuft uns das Wasser im Munde zusammen. In kurzer Zeit sind etwa 20 Zubereitungsvorschriften besprochen. Während sie niede'rgeschrieben werden, schauen wir uns die angehenden Meisterinnen an. Die meisten von ihnen, 16 oder 17 sind es wohl, sind Hausfrauen. Alle Alters- und Bildungsstufen sind vertreten. Manche Frau mit Silberfäden im Haar und mit sicherlich reichen hauswirtschaftlichen Erfahrungen sitzt neben der jungen Anfängerin. Alle aber sind noch einmal gern Schülerin geworden, und wie es scheint — recht aufmerksame,' lernbegierige. Jede Kursteilnehmerin bekommt nun eine Aufgabe gestellt. Sie hat eines der vorher besprochenen Tomatengerichte allein herzustellen. Es kommt Bewegung in die kleine Schar. Mit Eifer und mit mehr oder weniger Herzklopfen geht es an die Lösung. So ganz'einfach ist das gar nicht. Da wird von einer „Mitschülerin" gerade der Topfuntersatz oder jene Auflaufform gebraucht, die man auch nötig hätte. Aber Kameradschaftsgeist ist hier eine Selbstverständlichkeit und darum geht alles. Während es nun auf allen Flammen Jod)!, in allen Backöfen brät und schmort, an allen Tischen gewiegt, geschnitten und gerührt wird und es nach allen Gerüchen einer feiner Küche duftet, haben wir Gelegenheit, in ein anderes Gebiet des Ausbildungslehrgangs einen Blick zu tun. Kursteilnehmerinnen legen Kreuzstichstickvorlagen, ein Motiv zu einem Kissen, Borden zur Begutachtung vor. Es sind eigene Entwürfe. Sie sind die Ergebnisse einer mehrstündigen theoretischen Aufbauarbeit, deren praktische Auswirkung mit Scherenschnitten begann. Die Grundform, von den alten Heilszeichen und Runen eine, diesmal das Sonnenzeichen, war gegeben. Mit wieviel Eifer und Siebe diese Aufgabe^ öusgeführt worden war, zeigt die saubere und genaue Ausarbeitung, meist in zwei verschiedenen Farben. Mkm bedenke, daß wohl die meisten dieser Frauen seit Jahren ja seit Jahrzehnten keinen Malpinsel oder den Stift zu zeichnerischem Tun mehr in den Händen hatten. Mit Spannung erwartet die „Künstlerin" das Urteil über ihre Arbeit. Beratende Hinweise der Lehrerin und eigenes Ueberlegen helfen, kleine Formfehler zu beseitigen. Der Eigenentwurf wird nun natürlich auch ate Stickerei ausgeführt werden. Ob diesen Meisterinnen-Schülerinnen dann noch ihre Kissen, Decken und Deckchen gefallen, die sie einst kauften und deren Zeichnung sie nur ganz gedankenlos nachzufahren hatten? Mit Feuereifer werden sie die immer schwereren Ausgaben, die ihnen im Meisterinnen-Lehrkursus gestellt werden, ausführen. Sie werden ihre Wünsche und Kleidung, j ihr Heim immer kritischer betrachten und werden mit immer mehr Geschick diese nach ihrem ganz persönlichen Geschmack umgestalten und neu gestal- Dieser kleine Ausschnitt soll aus dem vielseitigen und umfangreichen Aufgabengebiet des 21 ■ »bib dungsku'rfus der Hauswirtschafts- Meisterinnen, vor allem der Lerneifer und die Aufnahmebereitschaft der Meisterinnen-Schulerm- nen lassen uns erkennen, wie wichtig diese Einrichtung des Deutschen Frauenwerkes ist, lassen uns ahnen, wie segensreich für unsere Familie und damit für unser Volk sie sein wird und geben uns die Gewißheit, daß noch viele deutsche Frauen Meisterinnen der Hauswirtschaft werden wollen. Auskunft über Kurse für Meisterinnen der Hauswirtschaft erteilen die Dienststellen des Deutschen Frauenwerkes. Unfälle im Kinderzimmer. Vorsicht mit Tintenstift nnd Arzneischrank! .Mutti, Mutti", rüst angstvoll der fünfjährige Junge, „Baby hat eben einen großen Knops verschluckt!" Kleine Kinder stecken bekanntlich alles, was sie erreichen können, in den Mund. Babys, die schon krabbeln oder laufen, sind blitzschnell an offenstehen- den Schränken ober Kästen und zerren das ihnen Gefährliche und Schädliche heraus. Darum müssen Kinderzimmer sorgfältig aufgeräumt, dann befindliche Schränke und Schubladen gut verschlossen werden. Nadeln, Scheren, Messer und Gabeln und sonstige scharfe oder spitze Gegenstände dürfen nicht Herumliegen oder für kleine Kinder erreichbar sein. Das gleiche gilt für Flaschen und Gesäße aus Glas oder Porzellan, sie fallen dem Kind leicht aus der Hand. Ihr Inhalt und die Scherben können größten Schaden bringen. Der Arznei schrank muß besonders sorgfältig verschlossen gehalten werden, denn was einer Leckerer entfernt ähnlich sieht, stecken naschhafte Kinder (nicht nur die kleinsten) in den Mund Schwere Vergiftungen von Kindern sind vorgekommen durch das Naschen von medizinischen Tabletten, die man leichtsinnigerweise im Zimmer herumliegen uetz. Ebenso oft sind tödliche Vergiftungen bei Kindern durch Lecken an starken Desinfektionsmitteln vorge- kommen, und zwar durch die zum Zwecke- des Schutzes rosagefärbten Pastillen von Quecksilber sublitmat oder durch die blaugefarbten Pustillen von Quecksilberoxycyanat. . Ein Gefahrenmoment in der Kinderstube sind die Zelluloid-Spielsachen. Wenn das Kind seinen Zei- luloidball ableckt, ist es nicht schlimm, doch wenn Zelluloid in Brand gerät, ist es äußerst gefahnicy. Durch Unachtsamkeit können sich schreckliche UnfaUe ereignen. So z. B. wenn ein Kind einen Zelluloid- ball auf eine Herdplatte, einen Ofen ober auch aus einen Heizkörper einer Dampfheizung wirft unb liegen läßt. Zelluloib gerät nämlich bei einem gewissen Wärmegrab in ben Zustanb der flammen- losen Zersetzung und zerfällt unter starker Erhitzung ZU einer schwammigen Masse. Dabei genügt ein leichter Luftzug (Deffnen einer Tür), um helle Entflammung, einen gefährlichen Branbausbruch her- vorzurufen. Bei der flammenlosen Zersetzung entwickeln sich aber auch giftige Gase, die teils hochexplosiv sind, teils Augen, Nase unb Kehlkopf reizen unb badurch Flucht unb Rettung erschweren. Tintenstifte müssen für Kinder auch unerreichbar sein. Der in den Tintenstiften enthaltene Farbstoff Methylviolett hat die unangenehme Eigenschaft, das Körpergewebe, mit dem er in unmittelbare Berührung kommt, zu zerstören (bei Stichoerletzungen in die Haut, ins Unterhautgewebe oder ins Auge.) Die meisten Mütter machen sich auch nicht klar, daß man sie sogar vor Gericht verantwortlich machen kann, wenn ihren Kindern durch verschuldete Unachtsamkeit etwas passiert. Neben dem namenlosen Leid, das ein Mutterherz erleiden muß wenn dem Kind ein Unglück zustößt, kann die unachtsame Mutter eine empfindliche gerichtliche Strafe treffen. Es ist nicht mötig, daß man überängstlich ist und überall Gefahren lauern sieht — aber achtsam muß man sein, verantwortungsbewußt, denn unsere Kinder sind unsere Zukunft! P. T. D. Mas füllen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 5jUNGHADaiENKLGIDEK Drei Jungmädchenkleider für den Herbst 1938 zeigen wir heute. Das Kleid links aus blaugrauer Angorawolle hat vorn und im Rücken je vier abgefteppte Faltenbahnen, die am Vorderteil oben vier kleine Taschen ergeben. Das Kleid wird im Rücken geknöpft. Der Gürtel ist aus schwarzem, rot eingefaßtem Lackleder. Das Kleid in der Mitte mit dem Falten- rock aus Schottenkaro hat ein Blufenteil'aus weißem Wollstoff, das vorn mit kleinen, roten Kugelknöpfen geschloffen wird. Die Taschen sind schräg eingeschnitten und ebenso wie die Aermelauf- schläge rot^aspeliert. Rot ist auch der Gürtel. Das Kleid rechts aus hellgelbem W o l l st p f f hat einen leichtglockigen Miedersattelrock und einen schmalen Rollkragen aus weißem Wollstoff. Die Taschen sind eingeschnitten und mit Schrägstreifen eingefaßt. Fünf kleine, überzogene Knöpfe schließen das Kleid im Rücken, der Gürtel ist dunkelblaues Wildleder. H. 3 K^/ Wenn Mutter nicht zu Hause ist... Wem von uns wäre nicht aus der eigenen Kinderzeit her die Freude in Erinnerung, die diese Tatsache in Kindern auszulösen vermag? Mutter hat Einkäufe in der Stadt zu machen. Die Aelteste muß das Haus und die Kleinen betreuen, gut aufpassen, daß alles seinen georbrfeten Gang geht, genau, als ob^Mutter daheim wäre, die Butterbrote schmieren, die Kleinen ins Bett stecken und was dergleichen Verrichtungen mehr am Nachmittag und Frühabend sind. Das alles macht unserer Großen natürlich eine unbändige Freude: sie fühlt sich verantwortlich, selbständig vor eine Aufgabe gestellt, die — sie mag an allen anderen Tagen und in Mutters Anwesenheit auch als selbstverständliche Pflicht der Größeren ausgeführt werden — doch dann einen besonderen Reiz hat. Und vor allem das, was man in Mutters Abwesenheit „heimlich" machen kann, erfüllt mit besonderer Freude. Meist handelt es sich um Arbeiten, für die den Kindern stillschweigend oder auch laut von der Mutter die Selbständigkeit der Ausführung abgesprochen wird. Aber gerade diese in Mutters Abwesenheit zu versuchen, ist für jedes nach selbständiger Betätigung drängende junge Menschenkind fast eine Selbstverständlichkeit, wobei das „Heimliche" des Tuns, gepaart mit der leisen Angst, ob auch alles gut klappt und gelingt und ob man nicht schließlich von der Mutter erwischt, unter Umständen gar gerügt wird, diesem kindlichen, nicht gerade erlaubten Tun sein ureigenstes Gepräge gibt. Für uns Mütter ist es natürlich nicht ganz einfach, von Fall zu Fall die richtige Haltung demgegenüber zu finden, fei es nun, daß die abgebrochene oder falsch wieder eingesetzte neue Nadel in der Nähmaschine uns verrät, daß unsere Große versuchte, in selbständiger Arbeit auszuprobieren, wie die Nähmaschine, deren Handhabung sie sich gelegentlich von uns erklären ließ, funktioniert, oder daß der Geruch angebrannten Grießbreies oder von Gebackenem uns Auskunft über töchterliche Kochkünste gibt. Jedenfalls sagen mir uns bei dem erstmaligen Wahrnehmen solcher heimlichen Bestätigungen: „Aha, nun ist die Große schon in diesem Stadium ihrer Entwicklung angelangt", werden am gescheitesten tun, dem Kinde gegenüber zunächst davon zu schweigen und in der Folgezeit Anleitungen geben, die in der Richtung des wahrgenommenen „heimlichen" Tuns liegen. Eine abgebrochene oder verkehrt eingesetzte neue Nähmaschinennadel bringt die Weltgeschichte nicht aus dem Gleis, aber eine mütterliche Strafpredigt ob dieses kleinen Unglücks, das uns übrigens auch bei unseren ersten Nähversuchen widerfuhr, könnte den forschenden, auf Erlernen der Nähkunst gerichteten Wagemut unseres Töchterleins doch endgültig erschüttern, so daß niemals wieder ein selbständiger Versuch gemacht und das jetzt Nichtgelernte später mühsam in einem Nähkursus nachgeholt werden müßte. Natürlich machte unsere Große auch den mehr oder weniger geglückten Versuch, die angebrannten verräterischen Spuren im Kochtopf zu entfernen. Und wenn es nicht restlos gelang, haben wir gleich zwei Möglichkeiten, unsere zukünftige „tüchtige Hausfrau" weiter anzuleiten, einmal, indem wir sie heranholen, wenn der nächste Brei gekocht oder der Pfannkuchen gebacken wird, und zum zweitenmal, indem wir vor ihren Augen den Topf selbst richtig sauber machen. Wir können, wenn wir den Topf aus dem Schrank nehmen, so ganz nebenher bemerken: „Ei, wie konnte ich denn nur einen so ungescheuerten Topf wegsetzen" — das Kind wird sich, sowieso bei der Gelegenheit gerade in unserer Nähe aufhalten; denn „den Verbrecher zieht es immer wieder an den Ort feiner Schandtaten zurück". Und es wird auch von selbst dabeistehen und zusehen und besonders scharf aufpaffen, wie man Töpfe richtig reinigt, — denn beim nächstenrnal will unsere Große doch alles richtig machen. Danach aber findet sich für uns sehr bald einmal Gelegenheit, die allein probieten Kochkünste unserer Großen zu unserer. Entlastung im Haushalt heranzuholen. Wir paffen auf, wie sie in unserer Anwesenheit das alles so gut und richtig macht, wundern uns ein wenig, welch tüchtige Köchin sie so ,^anz von selbst" ist — und unsere Aelteste ist stolz, daß sie es nun kann und darf, von Mutter anerkannt, und im übrigen froh, daß „Mutter es nun weiß". L. Fr. Herbstliche Rezepte. ^>i?n Frida Atsch Vor uns auf der Straße geht ein Jäger. An der Jagdtasche hängt eine Schnur Rebhühner. Einige haben graue Beinchen, andere sind noch gelb. Am zartesten sind die jungen, gelbbeinigen, auch am fleischigsten und saftigsten; aber auch die älteren, graubeinigen geben ein schönes Sonntagsessen. Wir müssen, sie nur danach behandeln. Wenn wir einkaufen,' müssen wir wissen, was wir wollen. Alte Hühner sind billiger, müssen aber länger auf dem Feuer bleiben. Wir nehmen sie aus und legen sie 24 Stunden in eine Beize von leichtem Essigwasser, dem wir einen Teelöffel Bienenhonig zum Mürben beigegeben haben. Dann verwenden wir sie zu Dämpfgerichten. Die Brust wird gespickt, das Hühnchen ganz leicht gesalzen und unter Beigabe von gewürfeltem Gemüse, wie Sellerie, Petersilienwurzel, etwas Tomate, in wenig Fleischbrühe weichgeschmort. Dann löschen wir die Brühe mit etwas Traubenmost und Zitronensaft und richten sie, scharf abgeschmeckt, durchs Sieb geschlagen, über dem Hühnchen an. Aufösterreichische 21 r t wird die Tunke mit Weißwein und Sahne fertiggemacht und mit Mehl verdickt. Oft findet man als Gewürz noch Piment und Lorbeerblatt. Aber wir wollen sie nicht nehmen, denn sie drücken nur den feinen eigenen Wildgeschmack tot. Aus diesem Grunde salzen wir auch nicht mehr so scharf wie früher. Das einzige, wirklich hierher passende Gewürz ist die Krammetsbeere. RebhühnerinMo st kraut. In die Schmorpfanne geben wir einige Scheiben Speck. Darauf kommt eine dicke Schicht grobgeschnittenes Weißkraut. Darauf legen wir die vorgebeizten Hühner, einige Zwiebelringe und geben einen Schuß Apfeltrübmost hinein. Ab und zu durch wenig Wasserbeigabe vor dem Anbrennen behüten. Ist das Fleuch weich, bindet man mit etwas Kartoffelmehl in Apfelmost, schmeckt mit Salz und Zitronensaft, ab .und reicht das Essen mit Salzkartoffeln. Junge Rebhühner gebraten. Diese sind zum Spicken zu schade. Wir umwickeln sie mit Speckscheiben, nachdem sie wenig gesalzen sind und hüllen sie in Weinblätter. In steigendem Fett werden sie gebraten. Auf jedes Hühnchen drei Wacholderbeeren. Auf drei Hühner nimmt man eine halbe Orange, brüht sie ab zum Entbittern, schneidet sie in feine Streifchen und gart sie in der fertigen Tunke. Mit saurer Sahne die Tunke fertigmachen, die Weinblätter, die eine ganz besondere Leckerei sind, um die Hühnchen anrichten, die aüf den Speckscheiben liegen. In O st preußen legt man zu den bratenden Rebhühnern frische, in Scheiben geschnittene'Steinpilze. Dann werden die Hühner bloß leicht angerieben mit Salz und einem Hauch Wacholderbeere. Die Tunke wird mit Sahne und Mehl bindig gemacht, denn „ein Töppchen Schmand verdirbt nuscht". Ungarische Art. Die Hühner werden voll Petersilie gestopft und mit Paradiesäpfeln in Butter geschmort. Ebenso bereitet man dort auch den Fasan. Wixsing-Eintopf. Grob geschnittener Wir- sing wird mit etwas Fett und wenig Wasser weichgekocht. Das Wasser muß verkochen. In einen Schmortopf gibt man 2 Eßlöffel Fett, eine Handvoll gewürfelter Zwiebeln und schmort sie glasig. Dann füllt man die Hälfte des Kohls darauf, dann eine Schicht klein gewürfelter Kartoffeln, dann wieder Kohl und Kartoffeln und übergießt alles mit faurer Milch. Obenauf ein paar Butterflöckchen oder Speck- würfel. Leicht mit Basilikum und Salz bestreuen. Dies Gericht muß offen im Bratofen schmoren. Kürbis-Eintopf. 100 Gramm Reis werden gewaschen und mit wenig Wasser steif au5gequollen. % kg sauberer, kleingewürfelter Kürbis wird ebenfalls mit wenig Wasser weichgekocht, durchs Sied gestrichen und zum Reis gegeben. Mit wenig Salz abschmecken, einige Tropfen Bittermandelöl und Vi Liter Apfeltrübmost auffüllen. Das Gericht muß ein mäßig dicker Brei fein. In jeden Teller kommt ein Stich frische Butter und, wenn man will, etwas Zimt. Gelee von Holunderbeeren. Es sieht so aus, als ob uns dies Jahr die Wildfrüchte für die knappe Obsternte entschädigen wollten. So werden unsere Einkochgläser doch noch voll. Besonders 'reich sind die Holunderbeeren geraten, nur werden die einzelnen Dolden ungleich reif. Darum kochen wir diesmal reichlich Gelee davon. Die gewaschenen, ab- geftreiften Beeren werden fast ohne Wasser gekocht bis zum Zerplatzen. Dann läuft über Nacht der Saft durch ein Tuch. Mit Kilo auf Kilo Zucker kochen wir Gelee, dem wir die nötige Säure durch Zitronensaft geben. Ist nach viertelstündigem Kochen der Gelee noch nicht steif genug, lassen wir ihn vollständig abkühlen und geben dem kalten Fruchtsaft die nötige Steife durch Aspikpulver Pik-Aß. Die im Sieb zurückgebliebenen Früchte mischen wir mit gekochten Falläpfeln ober geben ihnen einen herzhaften Geschmack durch Zusatz von herbem Süßmost. So ist es ein schöner Beisatz. Wer Weißdornbeeren sammelt, kann aus den gewaschenen, getrockneten und gerösteten Kernen einen guten Kaffee-Ersatz haben, wenn sie auf der Kaffeemühle mitgemahlen werden. Das Fleisch geben wir den Hühnern, die es gern fressen. Nehmt die Gelegenheit wahr und sammelt Bucheckern ! Wir schälen sie ab, rösten sie ein wenig, damit sie sich besser reiben lassen und nehmen sie in opeifen und Kuchen. Sie geben auch ein wunderschönes Del. Wir wollen auch diesmal nicht die bescheidene Schlehe vergessen. Erst muß sie der Frost gestreift haben, sonst sind die herben Früchte nicht zu genießen. Wir dürfen die kleinen Pfläumchen nicht kochen, sondern überbrühen sie nur mit heißem Wasser. Dies muß man mehrere Tage hintereinander wiederholen. Das abgegossene Wasser mit dem hineingezogenen Saft wird mit Zucker au flockst und die Früchte dann darin aufgehoben. Wenn der Saft durch das Abbrühen zum großen- Teil feine Gerbsäure verloren hat, ist er gut zum Trinken, zu Suppen und Tunken. Früher wurde auch viel Wein aus Schlehen gemacht. Dann ist es auch Zeit, auf Spaziergängen auf die Wacholderbeeren achtzugeben. Sie sind eine gute Würze für alle Wildbraten, Ragouts und Beizen. Außerdem kann man magenstärkenden Wacholderschnaps davon brauen. Zwischenbilanz in Spanien. Don Dr. Kurt Söhne, Oberstleutnant a. O. tion einer über tausendjährigen Vergangenheit ist in dem nationalen Bewußtsein wieder lebendig geworden und steht hinter Franco, dem' Erwecker des zu neuen Formen strebenden völkischen Lebenswillens. Erst dieser hat die großen inneren Reformen ermöglicht, ein geordnetes Staatswesen und eine bereits aufblühende Wirtschaft geschaffen, hat Hunderttausende der besten spanischen Männer in das Heer Francos geführt. Dieser volkliche Lebenswille wird dem „Caudillo" und seinem Volke auch die Stärke geben, durchzuhalten bis zum Endsieg, der ihm früher oder später zufallen muß. Die beiden roten Entlastungsoffensiven in Spanien sind zusammengebrochen. Weder am Ebro noch an der Estremadurafront ist es den sowjetspanischen Truppen gelungen, die nationale Fronet zu durchbrechen, nirgends kamen sie über Anfangserfolge hinaus. Am Ebro betreibt Franco eine Zermürbungstaktik, die den Roten, wie sie zugeben, bisher schon gewaltige Menschenverluste gebracht hat. Das ist von um so größerer Bedeutung, als zur See von Valencia nach Barcelona oder umgekehrt Truppen kaum noch transportiert werden können, es also für die sowjetspanischen Machthaber eine Verbindung zwischen den beiden Kriegsschauplätzen im Norden und im Süden Spaniens seit dem Vormarsch Francos zur Küste im Frühjahr dieses Jahres nicht mehr gibt. Als die Roten jetzt ihren Widerstand an der südspanischen Front vor Sagunt versteiften, unternahm Franco einen Vorstoß im Westen, in Richtung auf die Quecksilberstadt Almaden. Der hier einsetzende rote Gegenangriff ist nach einem Einbruch in die nationalen Stellungen von etwa fünf Kilometer Tiefe zum Stehen gekommen und kann nach großen Verlusten des Angreifers als gescheitert angesehen werden. In französischer Beleuchtung über die Kriegsanlage und die Strategie Francos im spanischen Bürgerkrieg hat kürzlich der französische General Duval eine interessante Untersuchung , angestellt, in einem Buche, zu dem der frühere Chef des französischen Generalstabes Weygand, die Einleitung schrieb. Beide Generale würdigen eingehend die Schwierigkeiten, denen sich der Organisator der nationalspanischen Erhebung gegenübersah, und erkennen an, daß alle die Hilfsquellen, die notwendig sind, um ein System zu stürzen oder zu verteidigen, sich von Anfang an in den Händen der spanischen Volksfrontregierung befunden haben. Ihnen habe General Franco im wesentlichen nur seine Männer entgegenzusetzen gehabt, die aber für den Sieg ihrer Idee zu jedem Opfer bereit waren, und diese Hingabe habe es erreicht, daß den nationalen Streitkräften heute zwei Drittel des Landes gehören. Erst dem Organisationstalent des Generals Franco sei es im Laufe. der Zeit gelungen, auch die materiellen Kräfte: ein festgefügtes Heer, eine tüchtige Luftwaffe, eine einfatz- fähige Flotte, Kriegsmaterial, Ausrüstung und Nahrung für seine Soldaten sicherzustellen. Wenn trotzdem dem Bürgerkrieg ein Ende noch nicht bereitet werde konnte, so liegt das nach Ansicht des französischen Generals sowohl an politischen wie an militärischen Gründen. Einmal müsse Franco bei all seinen Operationen daran denken, daß das Land, in welches er die Kriegsfackel tragen muß, einstmals ihm gehören soll. Er wisse, daß er die Leiden des Krieges kenne, daß es leicht ist, Wunden zu schlagen, daß es, aber schwer und zeitraubend ist, diese Wunden zu heilen. Dazu komme, daß auch die roten Truppen heute nicht mehr undisziplinierte Haufen seien, die sie noch vor Jahresfrist waren. Sie werden heute durch planmäßige Ausbildung und schärfste Anwendung der Kriegsartikel gezwungen, zu kämpfen, auch wenn sie nicht wollen. Das Urteil des französischen Generals wird den tatsächlichen Verhältnissen durchaus gerecht. Als Franco die wenigen Zehntausende des ihm treu ergebenen „Tercio" und der eingeborenen Truppen, der „Reguläres", von Ceuta über das von der in das bolschewistische Lager abgeschwenkten Flotte beherrschte Mittelmeer mit Hilfe seiner Luftwaffe nach dem Festlande brachte und in beispiellos kühnem Zuge bis vor die Tore von Madrid führte, begann in der Tat der Krieg der „improvisierten Armeen". Die glänzenden Waffenerfolge Francos in den vergangenen Jahren, die seiner hervorragenden Organisationsgabe und seiner zielbewußten Führung, nicht weniger aber der opferfreudigen Tapferkeit seiner Offiziere und Mannschaften zu verdanken sind, müssen um so höher bewertet werden, als sie mit zunächst halbausgebildeten und unzureichend bewaffneten Verbänden errungen wurden. Wenn nicht Sowjetrußland und mit ihm die „Demokratischen" Staaten den roten Machthabern in Madrid, Barcelona und Valencia mit eingestandenermaßen Die Slowaken fordern ihr Recht. Ein Manifest des Slowakischen Kate in Genf. Genf, 25. Sept. (DNB.) Der slowakische Rat hat ein Manifest an die Weltöffentlichkeit erlassen, in dem er erklärt, daß das tschecho-slowakische Problem aufrichtig gelöst würde, wenn es im Zeichen und auf der Grundlage der Gerechtigkeit geschehe. Der Wahlspruch der Gerechtigkeit aber laute: „Suum cuique“, „jedem das Sein e". Den Tschechen also die Tschechei, nicht aber die Tschecho- Slowakei. Man solle daher den Tschechen nur das verbürgen, was auf ethnographischer Grundlage das Ihrige ist. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Würde man ihnen unter Mißachtung der Gerechtigkeit auch die Slowakei überlassen und garantieren, so wäre das ein Todesurteil für die slowakische Nation. Wir Slowaken erheben unsere warnende Stimme und ersuchen die zuständigen Mächte, inmitten der großen Arbeit der Wiedergutmachung gerade die größten Fehler und Ungerechtigkeiten nicht unberücksichtigt zu lassen, die in Paris durch die Angliederung der Slowakei an dieser verübt wurden'. Das war der größte Irrtum, die allertragischste Tat, so heißt es in dem Manifest weiter wörtlich: 1. Eine Verfügung gegen die Geographie, da die gebirgige Slowakei der natürlichen Ordnung gemäß zur großen ungarischen Tiefeben gehört, mit Ungarn eine geographisch eEinheit bildet, keinesfalls aber mit der Tschechei. 2. War diese eine Verfügung gegen die wirtschaftlichen Interessen des slowakischen Volkes, weil-picht nur sein Wohlstand, sondern auch seine bloße Existenz von der ungarischen Tiefebene abhängt. 3. War es eine totale Mißachtung der Geschichte, weil wir Slowaken tausend Jahre hindurch mit den Ungarn in einem Staate lebten unter denselben Königen, denselben Gesetzen und nie von Ungarn abfallen wollten. 4. Wurde diese Verfügung gegen unsere Interessen getroffen, weil uns durch die Vereinigung mit den Tschechen dieselben Gefahren bedrohen wie die m ä h r i s ch e n S l o w a k e n , die von den Tschechen vollständig assimiliert wurden. 5. Wurde in Paris bei völliger Außer acht- lassungdesSelbstbestimmungsrechtes über unser Schicksal entschieden, da man die Befragung unseres Volkes einfach unterließ. Wir find nicht Tschechen, wir sind nicht Tschecho- Slowaken, sondern Slowaken und wollen es auch bleiben in alle Ewigkeit. Die Slowaken getrauen sich unter dem derzeittgen tschechischen Terror nicht frei und offen zu sprechen. Sie wagen es» nicht, weil sie sehen, wie grausam die Tschechen die Sudetendeutschen behandeln, die an sich viel stärker sind als die Slowaken und hinter denen die mächtige deutsche Nation steht. Die Tschechen würden unsere slowakischen Bruder einfach zermalmen, wenn sie sich zu rühren wagten. Wir Slowaken, die genötigt waren, vor dem tschechischen Terrors ins Ausland zu flüchten und im Jahre 1933 in Genf den slowakischen Rat bildeten wir wenden uns an die zivilisierten Völker der Wett und ersuchen sie, uns nicht zu vergessen und auch unsere Frage gleichzeitig mit den übrigen Problemen zu lösen. Die slowakischen Soldaten machen nicht mit. M ■ ‘X 0 4 ö r - < * ■-/ t< M m Das Blutregiment der tschechischen Soldateska hat unter den anderen Nationalitäten der Tschecho-Slowakei größte Empörung hervorgerufen. Zahlreiche slowakische Soldaten haben in den letzten Tagen die deutsche Reichsgrenze überschrltten,. weil sie den Tschechenterror nicht mitmachen wollten. Unser Bild zeigt slowakische Soldaten m der Uniform des tschechischen Heeres nach ihrem Grenzübertritt in Freiberg in Sachsen. — (Scherl-M.) Stacheldraht von Aarva bis zum peipussee. Don unserem B. G.-Korrespondenien. ungeheurem Kriegsmaterial aller Art und immer neuem Nachschub an „Freiwilligen" z u H i l f e g e - kommen wären, würde ganz Spanien längst im unbestrittenen Besitz Francos sein. Aber weder die „internationalen Brigaden", noch die Massen sowjetrussischer Tanks und Kampfgeschwader vermochten den Willen des geborenen Führers und den Glauben feiner Gefolgschaft an den endgültigen Sieg- ihrer Idee zu erschüttern. Klaren Blicks erfaßte der Feldherr die Unvermeidbarkeit eines vielleicht lange Zeit währenden Ringens und stellte sich und seine Mannschaft darauf ein. Aus dem ge- schlosienen kämpferischen Block, der die ersten Freiwilligenverbände sofort mit den aus Attika gekommenen Truppen bildeten und der moralisch organisatorisch Vorbild sein konnte, wurde ein Heer, für das im Gegensatz zu den roten Milizen das Offizierskorps und der militärische Rahmen vorhanden waren und zu dem die aufgerufenen Reservisten mit Begeisterung und Einsatzwillen strömten. Auch im spanischen Volk hat sich eine geistige Wandlung vollzogen, hervorgerufen durch die einheitliche politische Führung des „C a u d i H o", des Führers, unterstützt durch die wirtschaftliche Organisierung des Hinterlandes, dessen Stimmung durch die Reihe gewonnener Kämpfe und Provinzen zu fester Siegeszuversicht wurde. Aus dieser Wandlung, die der vom genialen Improvisator zum Feldherrn und gestaltenden Staatsmann gereifte junge General- heraufzuführen verstanden hat, wächst auch der neue spanische Soldat heran, der wieder das Blut seiner Vorfahren in seinen Adern fühlt, der nicht nur zäh auf seinem Posten aushält, sondern auch tapfer stürmt und für sein Vaterland fällt. Mit dieser buchstäblich aus dem Boden gestampften Armee, mit der überlegenen strategischen Erfindungsgabe und der unbeirrbaren Methodik Francos wurden von den 50 Provinzen Spaniens bereits 37 befreit und befinden sich in den Händen Francos. Dieser Gewinn ist ihm nicht mehr zu nehmen Er ist der Erfolg unbeugsamen Kampfes und Siegeswillens von Führer und Gefolgsmannen, der entsprossen ist aus der Kraftquelle einer großen politischen Idee. Diese Idee aber erhob den Kampf Francos von Anfang an über die in der Geschichte Spaniens so zahlreichen „Pronunziamentos", die Revolutionen ehrgeiziger Generale und Politiker. Sie war d i e Selbsthilfe im Augenblick des Versinkens im Bolschewismus, ihr Ziel ist die volkliche und staatliche Erneuerung Spaniens, die Siche- rung seiner Existenz für alle Zukunft. Die Tradi- Helsinki, September 1938. Mit stahlblauer Schneide trennt die Narva Ost und West. Wie eine Vision taucht aus dem morgendlichen Nebel Narva, die gleichnamige Stadt, mit Turm und Mauer, dicht an der sowjettussischen Grenze auf. Der kleine Dampfer schiebt sich die Narva hinauf und wie die Gralsburg, erhebt sich rechts im kühnen Schwung die alte Hermannsfeste, die östlichste Ordensburg. Hier hört der Westen auf. Jenseits der Narva, gegenüber der Ordensburg, lauert der Osten. Weithin gestreckt, geduckt, das ungeheuer Vieleck Iwangorod, das Schloß Iwans des Schrecklichen. Auf einen Steinwurf, eines Flusses Breite, liegen sich die beiden Festungen gegenüber. Ein kleiner Strom trennt zwei Wetten! Oer Wall, brennt. Hungerburg. In der Nähe steht ein Denkmal. Hier hat der junge Schwedenkönig Karl XII. die Riesenheere Rußlands geschlagen. Wo das Denkmal steht, drängte er die fliehenden Russen über die Narva zurück. Hunderte und Tausende sind in den Fluten umgekommen. Voller Geschichte und Schicksale ist dieses Land, das sich jedem mitteilt, der seine Zeichen zu lesen versteht. Von Hungerburg fahr ich hinaus nach Narva. Von der finnischen Bucht bläst ein kalter Wind, und glutrot steht die Sonne hinter einer schwarzen, dräuenden Wolkenwand. Einer zeigt hinüber nach Rußland: „Der Wald brennt , sagt er, sonst nichts. Der Wald brennt. Ein ungeheuerer Wald. Heide, Moor und Bäume, alles brennt, feit Tagen, feit Wochen. Der Horizont im Osten wird vom schwelenden Dunst verschluckt, der Wald brennt. Der Ostwind trägt die Schwaden nach Westen, über Eslland und Finnland, über die Ostsee hinüber nach Schweden. Der Rauch verdunkelt den Himmel. In Stockholm, in Reval oder Helsinki spürt man den Brandgeruch. Ueberall ein Flüstern, die Lust wird durch die Nase gezogen, der Wind geprüft: „Ja, ja, der Wald brennt, drüben — —" und eine Hand weist hinüber nach Sowjetrußland. Aber es riecht nicht nur nach Brand, es riecht auch nach Oelschiefer. Leicht möglich! Die O e l s ch i e f e r - seid er, die besonders zahlreich in Estland vorkommen, reichen über die Grenze hinüber nach Sowjetrußland. Mit den Mooren haben auch die Oelschieferfelder zu schwelen begonnen. Der Gestank ist unerträglich. Don Narva bis zum Peipussee, wo die Bauern mit dem Einbringen der Ernte beschäftigt sind, Rauch und Stank. Unter der Landbevölkerung in den Grenzgebieten sind verschiedentlich Ver- giftungs- und Erkrankungserscheinungen aufgetreten. Die Gründe dieser Katastrophe? Je nun — Sabotage oder Ausbrennen eines Grenzstreifens. Was hinter den Stacheldrähten vorgeht, weiß kein Mensch. Wie eine Sphinx, voller tausend Rätsel, dräut das Sowjetreich an der Grenze des Westens. Mit Hunden hinter Flüchtlingen her. Schnurgerade, Kilometer um Kilometer, zieht sich ein staubiger Weg von West nach Ost nach Rußland hinein. Ein paar Russenpferdchen mit hängendem Kopf unter dem Rundjoch und ein betrunkener Bauer auf niederem Wagen, das ist. alles. Langsam fährt der Wagen durch Komarovka, ein kleines Russendorf, in dem es ebensoviel Mücken gibt, wie es Läuse und Wanzen geben mag. Vor einem Zollhaus stellt der Chauffeur seinen Motor ab und geht mit mir den Bahndamm entlang, zur Grenze. Auf der anderen Seite ist niemand zu sehen. Hüben und drüben tritt der Wald zurück und gibt einen breiten, übersichtlichen Streifest links und rechts vom Stacheldraht frei. Zwei Wachtürme tauchen auf. Hoch ragen sie aus dem Wald. Sie stehen dicht beieinander, der eine diesseits, der andere jenseits der Grenze Die Eisenbahnlinie führt wie durch eine Schlucht durch den mächtigen Wald auf der anderen Seite weiter, wo sie sich im brandigen Dunst verliert. In Finnland bin ich nicht so dicht an die Grenze gekommen. Hier laufe ich ein Stück der Grenze entlang, beobachte den Stacheldrahtverhau und schaue nach drüben. Ich bin überzeugt, beobachtet zu werden. Aber niemand wehrt mich in- meinem Tun. Da schlägt plötzlich ein Hund an, noch einer und nochmals einer, und jetzt eine ganze Meute. Es klingt schaurig durch den Wald. Da stößt mich der Chauffeur an und erzählt, daß jeden Morgen die Hunde die Grenze entlang geführt werden. Der Tau macht jede Spur sichtbar. Die Hunde jagen bem Flüchtling nach, -und kaum einem wird es glücken, der Folterkammer Sowjetrußlands zu entkommen. Nur zweimal am Tag öffnen sich die Schranken über dem Geleise. Morgens fährt ein Zug von Narva nach Leningrad und abends zurück. Die Wagen sind ler. Im Zeitraum eines Jahres, so erzählt der estnische Grenzsoldat, ist ein Kraftwagen auf der Landstraße nebenan über die Grenze gekommen. Es war der sowjettus- sische Militärattache in Estland. — Wenn wir die Straße weiterfahren würden, wären wir in höchstens drei Stunden in Leningrad. Aber wir kehren nach Narva zurück. Vor einem estnischen Postenhaus blühen Blumen, unschuldige, ahnungslose Blumen. Kurz vor Narva, bevor sich die Straße plötzlich senkt und an Iwangorod vorbei zum Narvafluß abfällt, hält der Wagen noch einmal Nanu, was ist denn hier los? Stacheldrahtverhau, Unterstände, Maschinengewehrnester und ein wirres Grabenfeld. Hier haben 1918 bie Deutschen gelegen. Es ist eine kleine Anhöhe, bie eine umfassende Uebersicht bot. Man sieht nach Komarovka und nach Kaboljaki, man sieht bis hinein nach Rußland. Als die Deuteten gingen, Drängten bie Russen nach. Die Esten mußten sich ihrer Haut allein wehren. Sie bezogen bie deutschen Stellungen und hielten die Revolutionshaufen der Russen auf. Eine Gedenktafel berichtet von den estnischen Freiheitskämpfen. Unterwegs nach Narva weiß der Chauffeur noch eine Menge zu erzählen. Er hat das alles selbst miterlebt. Am Wegrand stehen schmucke einfache Hauser. Er weist hinüber und erklärt, daß sie der estnische Staat seinen Freiheitskämpfern zusammen mit auskömmlichem Landbesitz geschenkt hat. Damit , schlug der estnische Staat zwei Fliegen auf einmal. Er belohnte bie Freiheitskämpfer und besiedelte das Grenzgebiet. Grenzen im Osten. Von Petseri aus, im süböstlichen Estland, fuhr ich noch einmal über bas furchtbare, hügelige Land hinaus zur Grenze. Aus buschigen Baumkronen tauchen plötzlich bie runben Türme ber alten östlich vorgeschobensten Orbensfeste Jrboska auf. Geschichte auf Schritt unb Tritt. Das ßanb ist früher russisch gewesen und kam erst durch den Dorpater Friedensvertrag an Estland. Die Bevölkerung ist heute noch rein russisch. In einer Großzügigkeit sondergleichen ist diese Feste angelegt. Beherrschend liegt sie auf einer Höhe, von der der Blick weit hinüber nach Rußland geht. Man müßte von hier aus die Türme der sowjetrussischen Stadt Pihkva sehen; aber es ist alles dunstig, ber Walb brennt! Im Schutze ber starken Mauern stehen heute bie armen Holzhütten Jrboskas, eng an bie grauen Türme hin- geduckt. Sogar eine zwiebelkuppelige Russenkirche begab sich in den Schutz ber starken Orbensmauern. Wie ändert sich die Zeit! Ewig wandern die Grenzen und besttmmen Gesicht und Gestalt des Grenzlandes. Hungerburg. Einige Tage später bin ich wieder in Hungerburg. Es ist inzwischen Herbst geworden. Die Badegäste folgen den Zugvögeln, und im „Capriccio" hat die Kapelle ihre Instrumente zusammengepackt. Der Sommer ist aus. Das Wasser ist falt, und ich.bin allein am weiten Strand. Die Schwalben, die hier wohnen, steigen zu Hunderten in der diesigen Luft auf und nieder. Da hängt auch eine Möwe im Wind und schreit ihr heiseres Kriii, Kriii. Fischerboote fahren den Narvafluß hinunter in bie finnische Bucht. Wenige Kilometer nach Osten liegt Rußland. Dort fließt ein kleinerer Bruder ber Narva, ber Luügafluß, an dessen Münbung einer ber neuen sowjetrussischen Kriegshäfen liegt. Dort tagen auch die beiden finnischen Fahrzeuge, die im Juli von einem sowjettussischen Kriegsschiff beschlagnahmt worden sind, 25 Tage unter strenger Aussicht gefangen.«Lnzwifchen hat sich herausgestellt, daß sich die finnischen Fahrzeuge keine -Grenzverletzung zuschulde kommen ließen, denn sie befanden sich auf neutralen Gewässern. Die Besatzung ber beiden Schiffe durfte während dieser Zeit nur mit verbundenen Augen ihre Kajüten verlassen. — Das alles begab sich knapp 30 Kilometer von hier. Man könnte Hinsehen; aber zwischen bem Narvafluß und ber Grenze schiebt sich eine Landzunge schützend vor die Luuga-Bucht. So hörte das befreite Asch den Führer. ch Zum erstenmal durften die Sudetendeutschen in Asch, unbehelligt von dem tschechischen Terror, die Rede des Führers Horen, die durch die öffentlichen Lautsprecher übertragen wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.) Kunst und Wissenschaft. Neuerscheinungen im W. G. Korn Verlag. Der Verlag Wilh. Gottl. Korn in Breslau kündigt folgende Neuerscheinungen an: Marja Dom- browska: „Nächte unb Tage", bie Geschichte einer seltsamen Liebe unb Ehe. — Arnolb Ulitz: „Der Gaukler von Lonbon", bas Leben bes Daniel Defoe, ein Charakter- und Zeitbild aus bem England um bie Wende des 18. Jahrhunderts. — Wilhelm Methner: „Unter drei Gouverneuren", 16 Jahre Dienst in deutschen Tropen, Erinnerungen eines Kolonialbeamten aus Deutsch-Ostafrika. — Wilhelm Czermak: „In Deinem Lager war Österreich!" Die österreichisch-ungarische Armee, ®ie man sie nicht kennt, ein Tatsachenbericht über die Leistungen unseres Bundesgenossen aus dem Welt' krieg. — Heinrich Franke: „Die ostgermansiche Gerichtslaube", ein Rassemerkmal im Lebensstrom Europas. — „Ein Sudetendeutscher ergibt sich nicht!" Ein Buch um den nationalsozialistischen Kämpfer Hans Krebs, herausgegeben von Hans Christoph Kaergel, — Hans Christoph K a e r g e l: „Schlesische Dichtung der Gegenwart." Walter Nickel: „Die öffentlichen Denkmäler und Brunnen Breslaus", mit Abbildungen. Nr.227 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesi en) Mittwoch, 2 8. September 1958 Der „Gommernachtstraum" ist von Shakespeare! Eine Anmerkung von Hermann Schultze Griesheim. Intendant Schultze-Gviesheim bittet uns, den folgenden Betrachtungen zur Eröffnungsvorstellung der neuen Spielzeit Raum zu geben. Wer sich an den „Sommernachtstraum" erinnert 'und ihn mit ähnlichen Shakespeare-Werken vergleicht, etwa mit „Wie es Euch gefällt" oder dem „Wintermärchen" oder gar dem „Sturm", ist leicht geneigt, in ihm zwar ein meisterhaftes, bald lustiges, bald derbes Märchenspiel zu sehen, bei dem er aber doch die Weisheit und den tragischen Widerschein der anderen Stücke vermißt. Die großen Werke der Weltliteratur führen in uns ein eigenes Leben, und wie sich unser Verständnis und unsere Fremck>schaft zu ihnen im Pause der Jahre nach unseren persönlichen Bedürfnissen wandelt, so andern sie auch ihr Wesen, ja manchmal ihr Gewicht in der Wertschätzung der Zeiten. Die Deutschen hatten sich seit einem Jahrhundert daran gewohnt den „Sommernachtstraum" mit der Mendelssohnschen Musik zu verbinden und sie vermeinten aus dem Charakter der Musik auch das Wesen .der Dichtung zu erfassen. So rückte der „Sommernachtstraum in die melodisch süße, stimmungssatte und gefühlsselige Welt einer Pseudoromantik, wurde zu einem schwebenden Waldmärchen mit Elfenspuk und zarten Geistern, mit Hörnerruf und Liebesflüstern und mit „urkomischen" Rüpelszenen. Schlegels Uebertragung kam in ihrem herrlichen „Wunderhorn -Ton dieser Auffassung entgegen. Sie drang süß ins Ohr, verband sich mit der Musik und versetzte den Zuhörer in ein schwelgerisches Genießen ohne Probleme. Was im Text dieser Einheit widersprach, wurde meist gestrichen oder „überspielt". Wir hatten uns so sehr an dieses „Sommernachtstraum"-Bild gewöhnt, daß sogar in dem Augenblick, in dem der Verzicht aus die Mendelssohnsche Musik notwendig wurde, sich bald eine Fülle von Ersatzkompositionen fand, die mit unterschiedlichem Geschick die gleiche Wirkung zu erreichen suchten. Andere wieder griffen auf die alte englische Musik von Purcell zurück, die anmutig und historisch die gewaltige Dichtung in eine barocke Formenwelt entrückte. Rur Wagner-R6geny stellte sich mit seiner „Sornmernöchtstraum"-Musik in bewußten Gegensatz zu Mendelssohn und schuf, einige Dor- und Zwischenspiele, die streng, hart und sparsam die Dichtung begleiten und aus dem Stilwillen unserer Tage entstanden sind. Sie wurde einmal in einer Konzertaufführung vor zwei Jahren in Düsseldorf aufgeführt, aber außer der deutschen Bühne in Siebenbürgen fand sich kein Theater, das sie praktisch erprobte. Sie war zu unbequem. In ihr spiegelt sich aber eine Auffassung des „Sommernachtstraumes", die in dem Werk ein panisches Naturdrama zu erkennen glaubt. Heinrich Georges geniale Darstellung des Oberon hat zuerst auf die Möglichkeit einer solchen Deutung hin- gewiesen. Auch Strindberg hat in seiner Dramaturgie etwas von der hier verborgenen Tragödie des Eros geahnt. Aber erst eine aufmerksame Lektüre des Werkes und eine Vergleichung der Uebersetzung mit dem Original wird die tiefere Schicht bloßlegen, in der das Ganze wurzelt. Da offenbart sich eine heidnisch-nordische Welt. Sie fiebert unter einer ungeheueren Elementarkatastrophe, weil die Eifersucht zwischen den Göttern Oberon und Titania die ganze Natur spaltet und ihre Ordnung ouflöst: „Drum sog der Wind, der uns vergeblich pfiff. Als wie zur Rache, giftige Nebel auf Vom Grund des Meeres, die warfen sich auf's Land Und mochten jeden winz'gen Bach so stolz. Daß er des Bettes Dämme niederriß. sPflüger Drum schleppt der Stier sein Joch umsonst, der Vergeudet seinen Schweiß, das grüne Korn Verfault, eh seine Jugend Bart gewinnt. Leer steht die Hürd' auf der ersäuften Flur, Und Krähen prassen in der siechen Herde. Verschlämmt vom Lehme liegt die Kegelbahn. Unkennbar sind die art'gen Labyrinthe Im üppigen Grün, weil niemand sie betritt. Den Menschenkindern fehlt sogar der Winter, Kein Sang noch Jubel macht die Weihnacht froh. Drum hat der Mond, der Fluten Oberherr, Vor Zorne bleich, die ganze Luft gewaschen Und fieberhafte Schwären viel erzeugt. Durch eben die Zerrüttung wandeln sich Die Jahreszeiten: silberhaar'ger Frost Fällt in den zarten Schoß der Purpurrose: Indes ein würz'ger Kranz von Sommerknospen Auf Hyems kahlem und beeiltem Scheitel, Als wie zum Spotts, prangt. Der Lenz, der Sommer, Der Früchte träger Herbst, der grimme Winter, Sie alle tauschen die gewohnte Tracht, Und die bestürzte Welt erkennt nicht mehr An ihrer Frucht und Artung, wer ist wer. Und diese ganze Brut von Plagen kommt Von unserem Streit, von unferm Zwiespalt her: Wir sind davon die Eltern und der Ursprung." Walther Schwerdtfeger. (Antwort auf eine Anfrage an die Scholle). selber. Höhere Pflanzen — und um solche handelt es sich bei allen zu unserer Ernährung dienenden ja nur — entnehmen ihre Baustoffe der Luft und dem Bodenwasser. Die sogenannten Blattnährstoffe, Sauerstoff und Kohlenstoff, welche die uns umgebende Atmosphäre enthält, stehen in unbegrenzter Menge zur Verfügung, während nicht sämtliche der zahlreichen Nährstoffe, die durch die Wurzeln aus dem Boden ausgenommen werden, ausreichend vorhanden sind, um alljährlich zufriedenstellende Ernten zu erzielen. Das natürliche in den Böden, je nach ihrer Zusammensetzung oder Entstehung verschieden reiche Nährstoffkapital muß erst durch Verwitterung der mineralischen Bestandteile und Zersetzung oder Fäulnis der abgestorbenen Pflanzen- und Tierreste im Boden, bevor es für die Wurzeln aufnahmefähig, gewissermaßen verdaulich geworden ist, abgebaut, d. h. in einfachste, anorganische Verbindungen zerlegt werden. Diese Umwandlung geschieht ganz allmählich, die aufgeschlossenen Nährstoffmengen stellen gewissermaßen nur die Zinsen dar, von denen die Pflanzen leben. Allein in einfachsten Verbindungen vermögen die Pflanzen ihre Nahrung aufzunehmen. Hierin liegt die wunderbare, sich ergänzende Gegensätzlichkeit in der Ernährung von Pflanze und Tierwelt. Mensch und Tier vermögen sich zum Unterschied von den Pflanzen nur aus komplizierten o r - panischen Verbindungen zu ernähren und ihre Körper aufzubauen, während die Pflanze allein anorganisches Material zu verarbeiten vermag. Die natürliche Nährstoffquelle des Bodens fließt nun, wenigstens im Hinblick auf einige seltener im Boden vorkommende Stoffe, wie z. B. Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk, zu spärlich, um ohne eine dem Acker zu gewährende jährliche Ruhepause, die Brache oder eine Düngung, d. h. zusätzliche Nähr- stoffzufuhr. mit gleicbbleibenden Erträgen rechnen zu können. Solange Deutschlands Bevölkerung nur halb so zahlreich war wie heute, mußte die Brache neben der Stalldüngung in weitem Maße Verwendung finden. Denn die Erzeugung der animalischen Dungstoffe reichte nie aus, um alle Aecker stets damit versorgen zi- können. Und selbst wenn dies möglich wäre, bliebe, worauf noch hingewiesen werden muß, eine Lücke in der Nährstoffbilanz des Bodens zu füllen. Die tierischen Abfallstoffe enthalten selbstverständlich alle Bausteine, aus denen die Pflanzen, welche Ein Bezieher des „Gießener Anzeigers" richtete an unsere Beilage „Die Scholle^' die Anfrage, ob die Verwendung der sog. Kunstdünger in Garten und Feld nachteilige Folgen für die menschliche Gesundheit habe, ob inbesondere die Krebskrankheit unter den Menschen mit der Verwendung dieser Düngemittel im Zusammenhänge stehe. Der Fragesteller, der Vermutungen dieser Art selbst als Aberglauben bezeichnet, erwähnt in seiner Zuschrift u. a., es sei ihm kürzlich in Gießen bei einem Essen sogar gesagt worden: „Ich würde noch viel mehr Tomaten essen, wenn ich wüßte, daß sie nicht mit Kunstdünger behandelt seien." Wir haben uns mit der Bitte um Stellungnahme zu dieser Frage an den Leiter des Instituts für Pflanzenbau der Universität Gießen gewandt, der in diesem Aufsatz den überzeugenden Nachweis führt, daß alle jene Vermutungen und Befürchtungen unbegründet sind. Die Schriftleitung. Nicht selten begegnet man heute der Ansicht, daß die Verwendung von Mineralsalzen, oder wie sie oft fälschlich genannt werden „Kunstdünger", für Mensch und Tier auf die Dauer nicht nur allgemein schädlich sei, sondern daß durch Verzehr der damit ernährten Kulturpflanzen auch das stärkere Auftreten gewisser Krankheiten bei uns Erklärung finde. Leider ist durch Verbreitung derartiger, 'bisher durch nichts bewiesener Behauptungen mancherlei Beunruhigung in die Bevölkerung getragen worden. Es soll daher im Nachstehenden einmal etwas eingehender untersucht werden, was vernünftigerweise auf diese für uns alle so wichtige Frage nach dem Stande der heutigen Wissenschaft zu antworten ist. Diese Ausführungen stellen zugleich die Antwort auf eine an die „Scholle" gerichtete Anfrage dar, ob die gefürchtete Krebskrankheit unter den Menschen infolge der intensiver durchgeführten Anwendung von Kunstdünger sich viel mehr als früher ausgebreitet hat. Es findet aber auch dabei die Frage Beantwortung, ob die Stellen, welche über der Gesundheit unseres Volkes zu wachen haben, bisher ihre Pflicht taten, ober ob von ihnen etwas versäumt wurde. Zunächst erscheinen einige Erläuterungen am Platze über Art und Weise, wie sich die Pflanzen überhaupt ernähren, als auch über die Düngemittel auf: Rohöl als Brennstoff? Oder Benzin? Gase? Kohlenstaub? Bei 18 Atmosphären Druck brummt schon der Kolben, und 60 sollen erzielt werden. Es gibt wochenlangen Stillstand und plötzliche Explosionen. Technische Einzelheiten, die heute jedem Studenten geläufig sind, bilden Probleme, die nur durch zeitraubende und kostspielige Versuche gelöst werden können. Und das muß wieder vor den Geldgebern gerechtfertigt werden. Diesel reift hin und her zwischen Augsburg und Berlin. In feiner Gartenhauswohnung in der Brückenallee häufen sich die Berechnungen, Pausbogen, Motorenteile und Materialproben. Endlich läuft die Maschine. Kaum eine Minute lang,; 80 Umdrehungen macht sie. Und es ist doch ein beseligender Erfolg. „Ich bin jetzt so weit über allem, was bisher geleistet wurde, daß ich sagen kann, ich bin in dem Motorbau der Erste auf unserem kleinen Erdbällchen, der Führer der ganzen Truppe diesseits und jenseits des Ozeans." 1897 ist der normale Dieselmotor fertig. Da kommt in die Verhandlungen über die Vergebung der Baulizenzen ein großer Patentprozeß. Soll er, am Ziel, alles verlieren? Der Prozeß wird zu seinen Gunsten entschieden. Aber Diesels Nervenkraft ist zu Ende. 1898 bricht er zusammen. Doch heimlich schleppt er Pläne und Zeichnungen mit in das Sanatorium. Der Motor läßt ihn nicht mehr los. ja das Futter darstellen, gebildet find. Stalldünger ist also eine Generaldünger. Er enthält aber nicht allein sämtliche Nährstoffe,, die den Boden in chemischer Hinsicht verbessern, sondern auch Humus, jenen eigentümlichen Stoff, der selber — wenigstens solange die in ihm enthaltenen Bausteine noch nicht bis zur Aufnahmefähigkeit zerfallen sind — nicht Nährstoff ist, aber durch feine physikalischen und biologischen Eigenschaften auf jeden Boden einen hervorragenden, nicht zu entbehrenden Einfluß ausübt. Humus, der sich als Zwischenprodukt bei der Zersetzung organischer Substanz (Pflanzen- und Tierreste, Stallmist usw.) bildet, hat die Fähigkeit, lockere Böden bindiger und schwere, dicht gelagerte Böden lockerer zu machen, wodurch in jedem Fall der Wasserhaushalt im Acker geregelt wird. Aber nicht nur dies, er bildet für das im Boden sich abspielende Bakterienleben einen sehr wichtigen Faktor. Die meisten Umsetzungen im Boden erfolgen auf Grund von Bakterientätigkeit. Je reger diese im Acker ist, desto fruchtbarer ist er. Man spricht sogar in diesem Sinne von toten Böden, in denen sich kaum Bakterienleben abspielt. Aus diesem Grunde ist die Bedeutung einer geordneten, in regelmäßigen Abständen erfolgenden Humuszufuhr, gewissermaßen als Bakterienfutter, also die Wichtigkeit der Stalldüngung zu verstehen. Stalldünger ist, daher für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit unserer Böden namentlich wegen dieser Eigenschaften notwendiger Grunddünger. Sein Nährstoffgehalt ist leider nicht so groß, um die gesamten in den Ernten dem Boden entzogenen Nährstoffe wieder voll zu ersetzen. Es werden in den Erzeugnissen, welche der Bauer verkauft, in den Feldfrüchten, in Milch, Fleisch usw. große M-mgen aus der Wirtschaft ausgeführt, mithin dem Kreislauf der Nährstoffe entzogen. Im Dung der Tiere, der ein Gemisch ihrer Ausscheidungen mit dem Stre-umittel darstellt, findet demnach nur teilweise Ersatz der dem Boden durch die Pflanzen entnommenen Nährstoffe statt. Bei Aufstellung einer Nährstoffbilanz wird sich dementsprechend eine Lücke, ein Manko, zeigen, das ausgefüllt werden muß. Da nun ein Brachliegen- lasfen, wie oben angedeutet, nur in Ausnahmefällen noch zu rechtfertigen ist, fall nicht unsere Ernährung aus dem deutschen Boden in Frage gestellt und erschüttert werden, so muß alljährlich durch Zugabe derjenigen Nährstoffe, die gerade fehlen, oder wie man sagt, im Minimum vorhanden sind, das Dann kommt der Sieg. Sehr langsam setzt sich der Motor durch. Diesel erntet Ehrungen, sein Vermögen wächst, er baut sich ein prachtvolles Haus in München. Riesenhafte Schiffsmotoren werden gebaut, Amundfens „Fram" fährt mit einem Dieselmotor in die Antarktis, die französische Marine rüstet ihre U-Boote mit Dieselmotoren aus. Diesel selbst macht Versuche mit einem Motor für Autos. Aber durch die fragwürdigen Geschäfte einer Grundstücksgesellschaft verlor Diesel den größten Teil seines Vermögens. Langwierige Prozesse brachten kein anderes Ergebnis, als daß er sein Geld in juristisch einwandfreier Form verloren hatte. Der Zwang, rasch Geld verdienen zu müssen, um seine neuen Pläne finanzieren zu können, trieb Diesel zu übereilten Geldgeschäften. Schließlich sieht er keine Möglichkeiten mehr. Die Vermögensaufstellung nach seinem Tode ergibt eine hoffnungslose Bilanz. Sein Mathematikergehirn versagt vor den unberechenbaren Kurven der Börsenkurje. Sachlich wie der Indikator eines seiner Motoren registriert er selber das Ende. Ein kleines, schwarzes Kreuz in feinem Taschenkalender beendet die Geschichte eines der größten deutschen Ingenieure. der Sonnenwärme gespeist wird. Seine Brotarbeit bringt es mit sich, daß er jahrelang an der Konstruktion eines Ammoniakdampfmotors arbeitet. 1889. Paris ist im Fieber der kommenden Weltausstellung. Dom Trocadero aus sieht man zwischen Gerüsten öas Gitterwerk des riesigen Turmes aufwachsen, den der Ingenieur (E t f f e l baut. „Ich stelle vielleicht — wenn ich fertig werde — meine eigne Erfindung aus." Er wird nicht fertig. Die Arbeit von zwölf Jahren hat ihn nicht zum Ziel gebracht. Ohne daß er es selbst beachtet, kehrt er zu seiner Jugendidee zurück: der Motor jaugt reine Luft ein, erhitzt sie durch hohe Verdichtung, und in dieje glühendheiße Luft wird ein Brennstoff eingespritzt, der dadurch ohne irgendeine Zündvorrichtung im Zylinder verbrennt. Im Februar 1892 meldet Diesel das erste Patent an. Aber nun beginnt die Leidensgeschichte seiner Erfindung. In einer großen Montagehalle der Augsburger Maschinenfabrik ist mit Holzwänden ein Versuchsraum abgeteilt worden. Nun tauchen die Fragen Als die „Dresden" am Kai von Harwich festmacht, bleiben die Landungstreppen eingezogen. Nur der Kommissar des Hafenamtes und Beamte der Geheimpolizei gehen an Bord. Während der Ueberfahrt ist auf nicht geklärte Art einer der Passagiere, der weltberühmte Ingenieur Dr. Rudolf Diesel aus München, verschwunden. Er hatte sich mit belgischen Freunden in Antwerpen eingeschifft, um in England an der Einweihung einer neuen Dieselmotorenfabrik teilzunehmen. Als das Schiff die Feuer von Vlisfin- gen passierte, sah man ihn zum letztenmal. Der Steward, dem er Auftrag gegeben hatte, ihn am nächsten Morgen zu wecken, sand das Bett unberührt. Der Kapitän ließ den ganzen Dampfer absuchen. Nahe der Reling fand ein Offizier. Mantel und Hut des Verschwundenen. Ein Unglücksfall war nicht möglich; die See war im Kanal vollkommen ruhig gewesen. Ein Verbrechen? Die Sensationspresse hat die tollsten Vermutungen und Geschichten über den Fall Diesel gebracht. Selbstmord? Dr. Diesel war gesund, lebte in glücklicher Ehe, und die Erfindung des nach ihm benannten Verbrennungsmotors hatte ihm Weltruhm eingetragen und ihn zum mehrfachen Millionär gemacht. Die Beamten suchen die Kabine ab. Ein kleiner Koffer, ein aufgeschlagener Band Schopenhauer, eine Stahluhr am Bett; für den heutigen Ankunftstag, den 30. September 1913, ist schon der Plan aufgestellt: Fabrikbesichtigung, Fahrt nach London, Dinner im Königlichen Automobil-Club. Der Kommissar blättert in dem kleinen Taschenkalender Dr. Diefels. Da findet er hinter dem 29., dem letzten Lebenstag, mit Bleistift ein kleines, schwarzes Kreuz eingezeichnet. Ein eigenartiges Leben hatte seinen Abschluß gefunden. Seine Eltern,"aus thüringischem Handwerkergeschlecht, waren nach Paris verschlagen worden, und hier schrieb 1858 der Präfekt des 6. Bezirks den Geburtsschein aus für Dieses Rodolphe Chretien. Der Vater hatte eine kleine Täschnerwerkstatt für Safsian- lederwaren; aber in seinen Mußestunden bastelte er allerlei mechanisches Spielzeug. Von ihm mag Diesel das Interesse für Technik und Physik geerbt haben. Nahe seinem Geburtshaus, in dem ehemaligen St.- Martinskloster, das der ganzen Gegend den Namen gegeben hat, war das Conservatoire des Arts et Metiers, das älteste technische Museum der Welt. Oft hat der Knabe sehnsüchtig vor den verstaubten felt=: samen Maschinen in den dunklen Klosterräumen gestanden. Es steckte ein erstaunlich «zäher Wille in dem schmächtigen Kind. Mit vierzehn Jahren hat er längst begonnen, „sein Leben zu organisieren". „Ich will!" ist sein Wahlspruch. Der Krieg macht die kleine Familie 1870 wieder wurzellos. Als feindliche Ausländer ausgewiesen und mit Verhaftung bedroht, gehen die Diesels nach London. Den kleinen Rudolf schickt man aus der Hungeratmosphäre mit einem Täfelchen auf der Brust 'nach Augsburg zu Verwandten. „Liebste Eltern, mein sehnlichster Wunsch ist, Mechaniker zu werden", schreibt er den Eltern, als seine Schulzeit zu Ende geht. Auf der Augsburger Industrieschule, die äls Vorstufe für das Münchner Polytechnikum gedacht war, sah er in den Sammlungen ein pneumatisches Feuerzeug. Die Tatsache, daß zusammengepreßte.Luft sich erhitzt und leicht brennbare Stoffe zur Entzündung bringen kann, erschüttert ihn. Er wird das nie vergessen. 1878 notierte er in seinem Kollegheft den Vorsatz, eine bessere Wärmekraftmaschine zu bauen, als die Dampfmaschine, die nur 6 bis 10 v. H. der zugeführten Wärme in Arbeit umwandelte. Der Freischüler, der sich mit Sprachunterricht Nebenverdienst verschossen mußte, hat dieses Ziel erreicht; der Dieselmotor ist heute aus der Industrie und der Ver- kehrswirtschaft nicht mehr wegzudenken. Student, Volontär in einer Schweizer Kältemaschinenfabrik, Ingenieur, Vertreter, kaufmännischer Leiter einer Eisfabrik in Paris. Niemals vergißt er den Motor. Einmal ist er den ganzen Tag glück ch. weil er im Traum einen Motor konstruiert hat, der von Der Erfinder des Dieselmotors 3um 25. Todestage Rudolf Diesels am 29. September. Volksgesundheit und Düngung. Don Pros. Dr. Sessous, Direktor des Instituts für Pflanzenbau der Universität Gießen. Wenn wir diese Stelle hören, entfaltet sich vor uns doch wohl eine andere Landschaft als wir sie sonst in diesem Stück zll sehen gewohnt sind. Hier herrscht Zauberei und Gewalt. Die Menschen geraten in diesen Bann, werden behext, maßlose Leidenschaften, Mord, Verrat, tierische Gier, Todessehnsucht sind ihnen nicht mehr fremd. Sie drohen wehrlos an einer Geisterwelt zu verbrennen, die plötzlich ihren Bannkreis bis vor die Tore der Städte schlägt. In einer Nacht, in der die Seelen der Toten ihr „wurmbenagtes Bett" suchen „aus Angst, der Tag möcht ihre Schande sehen", doch „der schwarz geäugten Nacht entgehen sie nicht". Es ist etwas darin von der süddeutschen Rauhnacht und der nordischen Sonnwendnacht. Es ist fein Zufall, daß der englische Titel dieses Stückes „Midsummer-nigths- dream“ heißt. Auch in unserer Vorstellung hat das Wort ..Mittsommernacht" einen tieferen, gefährlicheren Klang als das liebliche „Sommernacht". Alle Figuren des Spiels haben ihre Beziehungen zu dieser gewaltigen Phantafiewelt. Aber wie sich Oberon und Titania versöhnen und der böse Zauber sich in einen guten Segen wandelt, so entrinnen auch die Menschen dem Verhängnis, und ihre begrenzte Vorstellungskraft glaubt aufatmend nur aus einem schweren Traum erwacht zu sein, denn „der Mensch ist nur ein Lump und Lappenhans, wenn er sich unterfängt zu faaen, was mir war, als hält ich's", meint Zettel, der Weber. Diese Andeutungen mögen genügen, um auf die lohnende Aufgabe binzuweisen, die ganze Weite der Sbakesveareschen Welt in diesem Werk zu suchen und mit neuen Mitteln darzustellen. (Gloria-Palast: »Der Fall öerugo'*. Den Stoff lieferte, wie man sich erinnern wird, ein seinerzeit viel gelesener Roman von Ricarda Huch. Auch wenn man (aus Gründen, die im Prinzip hier schon des öfteren,dargelegt wurden) die Frage nach der künstlerischen Notwendigkeit einer Verfilmung nicht bejahen will, wird man empfinden, daß sich dieser Kriminalfilm in vielen Zügen über zahlreiche Fälle seiner Gattung hinaushebt. Der Roman ist gewiß ein Nebenwerk der Ricarda Huch, aber er kam aus einer dichterischen Hand, und uns scheint, daß dieser Umstand noch im Drehbuch (von Hans Neumann, Dr. Fritz Peter Buch und I. A. C. Müller) nachwirkt. Man wird das gewahr an der — bei aller natürlichen Spannung — sehr ruhigen, kultivierten Art, wie die Dinge behandelt und verhandelt werden; am Verzicht auf grelle und reißerische Effekte; an der Bemühung, Gefühl und Verstand gleicherweise sprechen zu lassen, seelische Beziehungen in ihrer Ueberkreuzung aufzudecken und ohne unnötigen Lärm ein Stück Schicksal sichtbar zu machen. Der Spezialarzt Dr. Deruga wird beschuldigt, den Tod seiner seit Jahren von ihm geschiedenen Frau bewußt herbeigeführt und sie kurz zuvor überdies zu einer Testamentsänderung zu seinen Gunsten veranlaßt zu haben. Daß im Fllm.das Gericht am Ende der Verhandlung zu einer von der Romanfassung abweichenden Entscheidung kommt, ist nicht sehr belangvoll. Die Inszenierung leitete Fritz Peter Buch, der früher als Spielleiter am Frankfurter Schauspielhause wirkte, und dessen „Vertrag um Karakal" vor einigen Jahren hier gegeben worden ist; er führt, wie schon angedeutet wurde, ausgezeichnet Regie: es geht alles so natürlich und logisch vor sich, daß man die Regie fast gar nicht merkt; am ehesten an der Besetzung: hier ist ein vorbildlich zusammenspielendes Ensemble tätig, dessen Qualitäten bis in die kleinsten Nebenrollen hinein zu spüren sind. Es fällt schwer, aus der Fülle der Namen die sachlich und künstlerisch bedeutsamsten auszusondern. Man wird mit Genuß beobachten, wie geschickt beispielsweise die Vertreter der Justiz eingeführt und gegeneinander abgesetzt sind: Bildt. Franck und K a r ch o w ; wie sich in den Anwälten (Fiedler und Leib elt) zwei Temperamente, sogar zwei Charaktere gegenüberstehen. Mit großer Plastik ist ferner die lange Reihe der Zeugen durchvariiert, vor allem die weiblichen (Käthe Haack, Roma Bahn, Claire Winter, Erika v. Thell- m a n); aber auch Peukert, Ziegel, Brem, S a b o und O d e m a r. Inmitten steht, als Angeklagter Dr. Deruga, Willy Birgel: er trifft mit einem wachen Instinkt den Menschen, der hier gemeint war, hat auch viel von der früher manchmal an ihm bemerkten Starrheit verloren, wirkt elegant, überlegen, unaufgeregt, und bringt durch feine überaus sicheren und manchmal sehr malitiöfcn Aussagen witzige Lichter in den ernsten Gang der Verhandlung. Mehr im Hintergründe erscheinen Dagny S e r v a e s und Georg Alexander, der hier erfreulich aus feinem früheren Bonvivant- und Lustspiel-Fahrwasser herausgeht. Endlich Geraldine Katt, mit heller Stimme, jugendlichem Ernst und Eifer, gläubig und hingegeben; man wird sich ihrer aus dem „Mädchen Irene" entsinnen. — (Ufa.) Die Wochenschau bringt einen ausführlichen Sonderbericht vom Reichsparteitag. — Außerdem gibt es den Vorspann zu einem amerikanischen Kriminalfilm, Hans Thyriot Manko beseitigt werden. Da sämtliche Nährstoffe den Pflanzen im Optimum zur Verfügung stehen müssen. wenn sie Höchsternten liefern sollen, sind sie auch untereinander nicht vertretbar. Ebenso wenig wie sich die übrigen Wachstumsfaktoren Luft. Licht. Wasser. Wärme, um einige zu nennen, gegenseitig ersetzen können, was ohne weiteres einleuchten durfte, kann dies auch nicht bei den Bodennährstoffen geschehen, Dank Liebigs genialer Forschung wissen wir, daß es meist an den Kernnährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kali, Kalk im Boden fehlt, und daß wir durch Ergänzung der fehlenden Mengen in leicht aufnahmefähigen Verbindungen unsere Aecker in unvermindeter Tragfähigkeit erhalten können. Und diese aufnahmefähigen Verbindungen sind eben die mit Unrecht so verschrieenen, fälschlich Kunstdün- ger genannten Salze. Es sind dies in Wirklichkeit gar keine Kunstprodukte, zu deren Aufnahme wir die Pflanzen etwa heimtückisch veranlassen. Es sind dieselben einfachsten Verbindungen, zu welchen sich die Elemente, die Grundstoffe, aus denen die ganze Materie aufgebaut ist, vereinigen, und in die alle aus Gesteinen oder organischen Resten in oder auf dem Boden stammende Zerfallsprodukte schließlich münden. Wir tun also nichts anderes beim Streuen der Handelsdünger, als daß wir uns in der Natur frei vorkommender N ä h r st o f f v e r b i nd u n- gen bedienen oder solche rem Herstellen und verwenden. So z. B. das Kali aus den Abraum- solzen der Steinsalzlager, den Phosphor aus den natürlichen Phosphatlagerstätten oder dem Eisen bei der Stahlfabrikation, dem Stickstoff aus dem Waschwasser bei der Leuchtgasherstellung oder ihn aus der Luft, die zu Vs Teilen damit angeMt ist, einfangen und an andere Elemente, zu Salzen binden. Die Forschung hat uns gelehrt, daß zur Beurteilung einer zweckmäßigen Ernährung von Mensch und Tier nicht nur die Bewertung der Nährstoffe, also Kohlenhydrate, Fette und Eiweißarten und ihr Kalorienwert, in Betracht kommen, sondern auch gewisse meist in kaum nachweisbaren Mengen vorkommende Stoffe, sogenannte Ergänzungsstoffe, un- bedingt mit in Rechnung zu setzen sind. Es sind dies z. D. einige Minerale, ferner Vitamine und Fermente, die in der Nahrung vorhanden sein müssen, wenn der Stoffwechselablauf keine Störung erfahren soll. Da wir solche Schäden, die durch Mangel an diesen nur in Spuren vorkommenden Stoffen hervorgerufen werden, heute schon weitgehend deuten und zu beseitigen gelernt haben, Schäden als Folgen unsachgemäßer Ernährung, vornehmlich veranlaßt durch die außerordentlich zunehmende Verstädterung, liegt die berechtigte Frage vor, ob durch Kunstdüngung nicht ebenfalls eine Disharmonie in der Ganzheit des Stoffwechsels der Pflanzen eingetreten, oder zu befürchten ist. So verlockend ein solcher Vergleich zwischen den Vorgängen der Ernährung in der animalischen und der Pflanzenwelt auch dem Laien erscheinen mag, er trifft bei der großen Verschiedenheit im Aufbau zwischen Fauna und Flora nicht zu. Gerade dieser Frage, ob ein Zusammenhang zwischen der Düngung und der bio- logischen Qualität unserer Nahrungsmittel besteht, ist seitens der landwirtschaftlichen Forschung die größte Aufmerksamkeit gewidmet worden und damit der Frage, welchen Einfluß die Verwendung der Kunstdünger auf die Bildung jener so wichtigen Stoffwechselkatalysatoren in der Pflanze besitzt. Es soll auch nicht geleugnet werden, daß bei unrichtiger Auswahl der Form, nämlich der chemischen Verbindung, in der ein Düngemittel angewandt wird, z. B. ob langsam oder rasch wirkend, sowie auch bei zeitlich falscher Anwendung Einflüsse auf Haltbarkeit und Geschmack von Obst und Gemüse beobachtet werden konnten. Wir kennen diese Einwirkungen aber und können sie durchaus vermeiden. Es liegt also nicht am Dünger, sondern an dem, der ihn verwendet, wenn unerwünschte Folgen eintreten. Besten Geschmack, höchsten Nährwert und höchste Erträge hat stets eine harmonisch abge- stimmte Dolldüngung aus Mineralsalzen und Stalldünger, wobei dieser die geschilderte sehr wichtige Rolle zu spielen hat, ergeben. (Schluß folgt.) jenigen Mädel, die davon im Orchester sind, mit ihren Instrumenten. Erscheinen Pflicht. * Der Dienst der FA.-Schaft des BDM. findet am heutigen Mittwoch. 28. September, um 17 Uhr, im Möserheim statt. A p p e l l e d e r Untergauführeri n: 29. 9.: 2/116 Gießen-Nord, Schillerschule, 20.15; 30. 9.: Ruppertsburg, 20 Uhr, Laubach 21 Uhr. Anmeldungsformulare für den H I.- Theaterring können bei der Intendanz des Stadttheaters abgeholt werden. Betr.: Benutzung der Schillerschule. Die Räume der Schillerschule stehen den Einheiten ab sofort wieder zur Verfügung. Ludwig Haas 70 Jahre alt. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten unserer Stadt, Lohnkutscher Ludwig Haas, der Senior der Firma Ludwig Haas & Sohn, Autvbetrieb und Lohnkutscherei, Walltorstraße 24, begeht am heutigen Mittwoch, 28. September, seinen 70. Geburtstag. Ludwig Haas stammt aus Sichenhausen (Kreis Schotten) und diente bei der 3. Kompanie der 116er. Im Jahre 1907 erwarb Ludwig H a.a s in Gießen die von Konrad Junker betriebene Lohnkutscherei in der Walltorstraße. Bei keiner Festlichkeit der Universität fehlle Haas mit seinen Gespannen. Damals wurde vielfach noch vierspännig gefahren. Mit vie- len Familien der früheren Professoren verband Ludwig Haas persönliche Bekanntschaft, die vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Auch bei der Studentenschaft.war Haas beliebt und geschätzt, und mit seinen großen Sommerwagen hat er für sie manche Gesellschaftsfahrt Lurchgeführt. Stets war er mit seinen Gespannen prompt und zuverlässig. Die neuere Zeit brachte dann auch den Autobetrieb in das Fuhrgeschäft und damit eine erhebliche Erweiterung des Dienstes. Durch seine unermüdliche Pflichterfüllung und seine große Arbeitsfreudigkeit gelang es dem Jubilar, sein Geschäft zu Ansehen und Blüte zu bringen. Zeitlebens blieb er aber der einfache, biedere und bescheidene Mensch, der immer ein freundliches Wort für andere fand. Der Kutscherverein Gießen, dem Ludwig Haas lange Jahre angehörte, ernannte ihn zu seinem Ehrenvorsitzenden. Der Kameradschaft ehemaliger 116er gehörte er fast seit ihrer Gründung, also etwa feit 30* Jahren an. In besonderer Weise betätigte er sich aber im Tierschutzverein, dem er 1910 beitrat und dem er fast von dieser Zeit ab als Vorstandsmitglied angehört. Stets hat er sich mit außerordentlicher Liebe und Hingabe für den Tierschutzgedanken eingesetzt und dadurch in aller Stille eine segensreiche Tätigkeit im Dienste der stummen Kreatur entfaltet, so daß ihn der Tierschutzverein zu seinem Tierschutzinspektor ernannte. Kein Weg war für ihn zu weit und keine Angelegenheit zu schwer oder auch zu geringfügig, wenn es galt, seine Tierliebe zu bekunden und sich für gequälte oder mißhandelte Tiere einzusetzen. In Anerkennung dieser außerordentlichen Verdienste um den Tierschutzgedanken hat ihn der Tierschutzverein Gießen und Umgebung anläßlich seines heutigen 70. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt und ihm diese Auszeichnung durch den Dereinsführer. Schlachthvf- direktor Dr. Keller, übermitteln lassen, der ihm zugleich die besten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen ausgesprochen hat. Die Herbmeffe kommt! Dom Samstag, 1., bis einschließlich Sonntag, 9. Oktober, findet in Gießen auf Oswaldsgarten wieder der Herbstmarkt (Schaumesse) statt. An neuartigen Geschäften wird es auch diesmal nicht fehlen. Es sind zu erwarten: Benzin-Auto- Rennbahn, Komet, Raketenbahn, Schiffsschaukel, Kinder-Motorrad-Karussell, Lachen in Kalkutta, Globusfahrer, Raubtierschau, Zauberflöte, Mär- cheninsel Hawai und andere, außerdem Derkaufs- stände aller Art mit neuen Spezialitäten. Jung und alt wird wie immer mit Spannung und Interesse der kommenden Messe entgegensehen können. Für auswärtige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit (Sonntagsrückfahrkarten) im Umkreis von 75 Kilometer um Gießen, und zwar: an den beiden Messesonntagen mit tarifmäßiger Geltungsdauer, am Mittwoch, 5. Oktober, mit Geltungsdauer vom Mittwoch 0 Uhr bis Donnerstag 3 w)r (Ende der Rückfahrt). Zeder hilft den Sudetendeutschen! NSG. Das Schicksal der sudetendeutschen Flucht« linge hat alle deutschen Volksgenossen tief ergriffen. Tschechischer Blutterror bringt jeden Tag mehrer» Tausende von sudetendeutschen Brüdern um Haus und Hof. Sie verdienen in ihrem verzweifelten Kampf um ihr Deutschtum die Unterstützung und Hilfe ihrer Volksgenossen im Reich. Wieder ist es die NS.-Dolkswohlfahrt. die durch ihre weitver- zweigte Organisation sofort tatkräftige Hilfe zur Linderung der ersten Not bringen konnte. Durch sie ist jeder Deutsche in der Lage, praktisch an dem großen Hilfswerk mitzuarbeiten. Jede Spende wird durch sie auf dem kürzesten Wege dorthin geleitet, wo die Not gerade am größten ist. Wer sein Scherf» lein für die Linderung der Not unserer fubetenbeut« schen Flüchtlinge beitragen will — und welcher Deutsche wollte dies wohl nicht? — der gebe sein Opfer der NS.-Dolkswohlfahrt, deren Dienststellen zur Entgegennahme von Spenden bereit sind. Außerdem können Spenden entrichtet werden auf die Konten der Gauamtsleitung des Amtes für Dolkswohlfahrt: Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 23000, Girokonto 6800 Bank der Deutschen Ar- beit, Frankfurt am Main, Girokonto 7300 Städtische Sparkasse, Darmstadt. Annahme von Geldspenden auch an den Postschaltern. Lpd. Zur Förderung des Sudetendeutschen Hilfswerkes nehmen auf Anordnung des Reichspost- nrinifters sämtliche Postämter und Amtsstellen der Deutschen Reichspost einschließlich der Postagenturen, Poststellen und Posthilfsstellen Geldspenden entgegen; an den Schaltern werden in üblicher Weise Spendenlisten bereitgehalten. Postscheckteilnehmer überweisen zweckmäßig Zahlungen unmittelbar mit Postüberweisung auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 30768 der NS.-Dolkswohlfahrt, Reichswaltung Berlin SO 36. Auf dem Abschnitt der Ueberroeifung ist zu vermerken „Für Sudetendeutsches Hilfswerk". Keine Tarnung des Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung vom 6. Juli 1938. Der NS.-Gaudienst der Gauleitung Hessen-Nassau schreibt in seiner neuesten Folge: Es wird beobachtet, daß versucht wird, die Durchführung des Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung vom 6. Juli 1938, das den Juden die Der« mittlertätigfett für Jmmobilienverträge und Darlehen, sowie das Gewerbe der Haus- und Grundstücksverwalter untersagt, in der Art zu umgehen, daß in vielen Fällen arische Personen von den jüdischen Verwaltern und Hauseigentümern mit der Weiterführung der Verwaltungen beauftragt werden, die in irgendeiner Weise schon lange mit den Juden in Verbindung stehen. Die Deutsche Arbeitsfront, „Amt Haus und Heim", weist darauf hin, daß der Gesetzgeber die Aenderung der Gewerbeordnung durchgeführt hat, um den' Grundstücksmarkt von allen jüdischen Einflüssen zu befreien. Wenn nun versucht wird, entgegen dem Willen des Gesetzgebers solche Personen zu beauftragen, die nicht den Voraussetzungen entsprechen, so macht es darauf aufmerksam, daß die Verordnung gegen die Unterstützung der Tarnung vom 22. April 1938 die Möglichkeit bietet, gegen Auftraggeber, wie Auftragnehmer vorzugehen. Es steht nach dieser Verordnung Zuchthausstrafe für den. fertigen, der sich in irgendeiner Form als Werkzeug für Vorteile des Juden verwenden läßt. Das „Amt Haus und Heim" der DAF. beobachtet aufmerksam diese Entwicklung und wird in kurzer Zeit jeden einzelnen Fall — auch auf feine Zusammenhänge hin — genauestens untersuchen lassen. Es warnt ausdrücklich, Auftrags geb er wie Auj- tragsnehmer, in leichtfertiger Weise entsprechende Abmachungen zu treffen und Verträge zu schließen, andernfalls rücksichtslos Anwendung des Gesetzes herbeigefuhrt wird. Es ist nicht zulässig, daß arische Angestellte in jüdischen Geschäften mit der Verwaltung des Grund« besitzes des betreffenben Juden betraut werden. In jedem einzelnen Falle, in dem nicht ein arischer Hausverwalter, der den Berufsausweis der Deut- scheu Arbeitsfront besitzt, mit der Verwaltung betraut worden ist, wird das „Amt Haus und Heim" genauestens nachprüfen, ob die Tamungsverord- nung vom 22. April 1938 in irgendeiner Form in Aus der Giadt Gießen. 3m herbstlichen Feld. Ein wundervoller Herbsttag neigt sich seinem Ende zu. Wie gern lassen wir uns von der späten Sonne täuschen. All' die schönen Tage, die uns der Monat August oorenthielt, bringt nun noch der September. Tag für Tag leuchtet die Sonne am tiefblauen Himmel. Selbst die Nächte sind verhältnismäßig warm. Nur der Nebel am Morgen erinnert uns daran, daß der Sommer von uns ging. Es sind Abschiedstage. Das empfinden wir mit leichter Wehmut. Die roten Hagebutten am Wegrand leuchten gar zu sehr. Die sommerliche Pracht ist dahin. Die Tage sind aber noch voll von Sonnenschein und herbstlicher Milde, und mit dankbarem Gemüt genießen wir diese Tage wie ein kostbares Geschenk. Im Felde stehen die Bauern mitten in der Kartoffelernte. Lange Reihen gefüllter Säcke legen Zeugnis ab von ihrem Fleiß. Hier und da steigt der Rauch von einem Kartoffelfeuerchen steil in die Luft. Arn Feldweg, am Ackerrain, blühen noch Wegwarte, Rainfarn und Schafgarbe. Die letzten Blüten. Sie sammeln wie Hohlspiegel die Sonnenstrahlen ein und geben sie verstärkt zurück. Im Garten leuchten die letzten Rosen; Dahlien und Astern, die eigentlichen Herbstblumen, zeigen ihre Farbenpracht. Schön ist ein Blick von der Bergeshöhe auf die Wälder und Wiesentäler. Meilenweit schweift das Auge bis auf die blau dämmernden Hügel. Alles scheint nahe zusammengerückt. Solche Rast auf Bergeshöhe zur Herdstzeit gibt innere Kraft. Wir setzen uns wie in den Sommertagen auf den grünen Rasen und schauen nach dem tiefblauen Himmel. Wjr hören das leise Zirpen der paar Singvögel, die noch im Walde wohnen. Wir b-etrachten die Mücken, die lautlos, nur im Sonnenschein sichtbar, vielleicht ihren letzten Tag vertanzen. Die wunderbare Stille auf den Bergen und in den Tiefen überträgt sich auch auf den Menschen. Wir fühlen das Einschlum- mern der Natur. Die Pflanzen verblassen, die Blät- ter werden bunt, und bald werden Stürme kommen, die sie der Erde wieder zurückgeben. Auf den Wiesen blühen Herbstzeitlosen. Ihre violette Farbe fügt sich harmonisch in das satte Grün des kurzen Grases. Der Wind hat sich gelegt. Die meisten Aecker sind leer. Der Erntesegen wurde geborgen. Aber bald wird der Pflug durch das Feld gehen, und die neue Saat wird der Erde übergeben. H. Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 Uhr Festliche Eröffnungs- Vorstellung „Ein Sommernachtstraum". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Der Fall Deruga". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fahrendes Volk". Heute beginnt die neue Spielzeit im Stadttheater. Aus dem Stadtcheaterbüro wird uns geschrieben: Heute um 19.30 Uhr findet die festliche Eröffnungsvorstellung der Winter spielzeit 1938/39 im Staattheater statt. Es gelangt zur Aufführung „Ein Som- memachtsttaüm" von Shakespeare, nach der lieber» setzung von Schlegel, textlich neu bearbeitet und inszeniert von Hermann Schultze-Griesheim. Gleich- ,zeitig wird die „Sommernachtsttaum"-Musik von Wagner-Regeny uraufgeführt. Musikalische Leitung hat Paul Walter, die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 1. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 22 Uhr. — Gleichzeitig wird die erste diesjährige Ausstellung der oberhessischen Künstler im Foyer des Stadttheaters eröffnet Es stellen aus: der Afrikamaler Wilhelm Stephan, Gießen, und der Bildhauer B o u r k a r d e, Gießen. Die Ferbersche Universitätsbuchhandlung zeigt die Neuerscheinungen des Büchermarktes. BOM.-!lntergau 116 Gießen. Werkgruppe 4/116, Musik. Heute, Donnerstag, 20.15 Uhr, tritt die Arbetts- gemeinschaft für Musik am Uhl-Heim an, auch die- Oer wunderbare Zufall. Eine Geschichte von Peter Mattheus. Fünfundzwanzig Minuten vor acht, pünktlich wie jeden Tag, trat Direktor Kummerow aus der Tür seiner Villa. Er schritt den Gartenweg entlang, stieg in das wartende Auw und ließ sich mit einem genau berechneten Schwung auf den Rücksitz sinken. Während der Chauffeur den Motor in Gang brachte, entfaltete er bereits die Morgenzeitung und begann zu lesen. Fünf Minuten vor acht hielt dann der Wagen regelmäßig vor dem Bürogebäude der Mittelländischen Bank, und mit dem Glockenschlag acht saß Herr Direktor Kummerow an seinem Schreibtisch. „Ein Direktor ist auch nur ein Angestellter seiner Gesellschaft", pflegte er zu sagen, „er hat genau so pünktlich anzufangen wie alle anderen." Um dieselbe Zeit — fünfundzwanzig Minuten vor acht — sprang Paul Kleinschrot, Unterkassierer der Mittelländischen Bank, im Sturmschritt die Treppen des Hauses Holmsttaße 7 hinauf. Atemlos machte er vor einer Wohnungstür im vierten Stock halt und läutete. Nichts rührte sich. Er horchte angespannt, zerrte nervös an seinen Fingern und läutete ein zweites und drittes Mal. Endlich ertönte irgendwo in der Wohnung ein Geräusch. Schritte schlurften heran, ein halblautes Brummen wurde hörbar. Dann schnappte ein Riegel, der Schlüssel drehte sich im Schloß — die Tür öffnete sich ein wenig. Im Spalt erschien der Kopf eines Mannes mit zerwühltem Haar und verschlafen zwinkernden Augen. „Ich bin's, Heinrich", sagte Paul. „Du — Paul?" sagte der andre überrascht. „Was treibt denn dich in aller Herrgottsfrühe zu mir? Mußt du denn nicht ins Geschäft? Komm rein, mein Junge!" Und die Tür öffnete sich vollends. Direktor Kummerow hatte um diese Zeit die politischen Nachrichten des Morgenblattes zu Ende studiert und ging — nach einem kurzen Blick aus dem Fenster des fahrenden Autos — zum Wirtschaftsbericht über. Heinrich Bell war Maler und verdiente sich sein Geld hauptsächlich mit Reklamezeichmmgen und Plakatentwürfen. Er arbeitete vorzugsweise nachts und war vor zehn Uhr morgens eigentlich nicht zu sprechen. Daher kam es, daß er noch nicht ganz beieinander war. Er lehnte, in seinen Bademantel ge» hüllt, am Zeichentisch und sah seinen Freund Paul forschend an. „Na?" sagte er. „Was hast du auf dem Herzen? Schieß los!" „Du mußt mir helfen, Heinrich", sagte Paul gepreßt. „Du bist meine letzte Hoffnung. Kannst du mir bis übermorgen fünfzig Mark borgen?" „Fünfzig Mark?" Heinrich zog erftaunt die Brauen hoch. „Nanu! Du hast doch nicht etwa Spielschulden?" „Unsinn, ich habe nicht gespielt", sagte Paul mit gezwungenem Lachen. „Es ging um Lotte, du kennst sie ja, nicht wahr? Wir wollen heiraten, sobald ich etwas mehr Gehalt bekomme. Sie war jetzt drei Wochen krank und konnte nichts verdienen. Weißt du, was das heißt? Die Rate für die Nähmaschine wurde überfällig, der Hauswirt kam jeden Tag um die Miete, und das Gas sollte auch abgesperrt werden. Es war einfach nicht mehr auszuhalten. Ich selbst war leider auch sehr knapp, und da hab ich... da hab ich" — er atmete tief — „fünfzig Mark aus der Kasse genommen. Versteh mich recht", fügte er hastig hinzu, „selbstverständlich wollte ich das Geld zurückgeben! llebermorgen ist Gehaltstag — da hätte ich die Sache sowieso in Ordnung gebracht." „Und warum kannst du nicht bis übermorgen warten?" fragte Heinrich. Paul senkte bedrückt den Kopf. „Gestern hat mir mein Direktor mitgeteilt, daß heute früh um acht eine Kassenprüfung stattfindet. Das wird öfter so gemacht bei uns. Eine Sicherheitsmaßnahme, verstehst du?" Er lächelte bitter. „3d) habe mir gestern schon die Hacken abgelaufen, bei allen Bekannten bin ich gewesen. Wenn es mir nicht gelingt, die fünfzig Mark bis acht Uhr aufzutreiben, bin ick) erledigt. Dann bin ich meine Stellung los, und womöglich —" Er brach ab und zuckte die Achseln. Heinrid) schwieg eine Weile. „Hm — fünfzig Mark..." murmelte er dann unsicher. „Es ist wahrhaftig fein Mißtrauen, mein Junge, das mußt du einsehen. Aber diese fünfzig Mark sind mein letztes Geld — sozusagen die letzte Reserve, die mich vom blanken Nichts trennt. Aufträge habe ich augenblicklich nicht in Aussicht. Wenn dir am Ende etwas dazwischenkommt..." „Heinrich!" Das klang wie der Schrei eines Er- trinkenden. „Also ja!" sagte Heinrich rasch. „Natürlich? Du kriegst bas Geld." Er verbrachte zwei kostbare Minuten damit, den Schrankschlüssel zu suchen. Dann kramte er eine Weile zwischen Wäsche und fnifternben Papieren herum. Endlich hielt er eine abgeschabte Brieftasche in her Hand und streckte Paul den Schein hin. Um diese Zeit war Herr. Direktor Kummerow auch mitchem Wirtschaftsbericht seiner Zeitung fertig und wandte sich dem Unterhaltungsteil zu. Als Paul unten aus dem Hause stürmte, war es neun Minuten vor acht. Er jagte zur nächsten Halte- stelle und sah seinen Bus gerade verschwinden. Aber weiter unten in der Straße tauchte bereits her nächste auf. Er wartete, wippte, fiebernd vor Unruhe, auf den Fußspitzen und lief ihm schließlich entgegen, um ihn ja nicht zu versäumen. Unausgesetzt hielt er die Uhr in der Hand. Jede Haltestelle, jeder Kreuzungspunkt war eine Tortur — ein einziges Stoßgebet. Und dennoch rückte der Zeiger unbarmherzig vor. Es war zwei Minuten nadp acht, als Paul an einer Seitenstraße vom Bus absprang. Noch immer hatte er Hoffnung. Zwei Minuten — zwei armselige Minuten! Vielleicht hatte der Himmel ein Einsehen, vielleicht hatte sich Direktor Kummerow gerade heute um zwei Minuten verspätet. Er rannte wie ein Be- sessener, ohne darauf zu achten, daß die meisten Leute ihm verwundert nachblickten. Dann bog er um die letzte Ecke. Er mußte stehen bleiben und sich an eine Mauer lehnen. Es war aus! Vor der Bank hielt wie immer Kummerows Wagen. Wahrscheinlich saß der Herr Direktor jetzt fd)on über seinen Büchern und Abrechnungert, vielleicht stellten er und her Hauptkassierer gerabe in diesem Augenblick fest, daß der Barbestand ein Defizit von fünfzig Mark aufmies.. Die letzten hundert Schritt ging Paul langsam. Er war sich kaum bewußt, daß er ging. Alles um ihn her mar wie durch Nebelwände von ihm getrennt und wirkte seltsam unwirklich. Er betrat die Bank und ging quer durch die Halle. Zunächst fiel ihm nichts auf. Erst allmählich kam ihm zum Bewußtsein, daß an der Tür zum List einige Kollegen standen und aufgeregt flüsterten. Und dann sah er den Pförtner mit einem Mann herankommen, der einen Monteurkittel trug. „Was ist denn los?" fragte er müde im Vorübergehen. „Wissen Sie nicht?" antwortete einer der Kollegen, „Direktor Kummerow sitzt fest. Der Türauslöser im ersten Stock streikt." Er wunderte sich sehr, der Herr Kollege, daß Paul plötzlich totenblaß wurde und bann wie ein Wilder die Treppe binauffprang. — Ein paar Stunden spater stand Paul neben seinem Schreibtisch. Der Hauptkassierer war schon fort Direktor Kummerow öffnete eben die Tur, um auch zu gehen. „Was ich sagen wollte..." er drehte sich auf der Schwelle noch einmal um. „Hm — es war wieder alles in Ordnung, Klemschrok. Sitz jchemen mir fiis zuverlässiger Mensch zu fein. Horen Sie — ich will Ihnen nichts versprechen, aber auf der nächsten Direktionssitzung werde ich Ihre Beförderung zum Oberkassierer Vorschlägen." Er nickte lächelnd und zog die Tür hinter sich zu. Paul sank erschöpft auf seinen Stuhl und fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Nie wieder!" dachte er. „Lieber Gott — nie wieder!" Der Kopf sank ihm immer tiefer, bis er auf den Armen ruhte. Es war gut, daß für die nächsten paar - Minuten niemand ins Zimmer kam. Ein tausendjähriger Backofen im Teutoburger Walde. In sieben Kilometer Entfernung von der Berg« ftabt Oerlinghausen, die durch vorgeschichtliche Funde und die Wiedererrichtung germanischer Häuser bekannt ist, fand in der Billinghauser Heide ein Bauer bei Entwäfserungsarbetten in 60 Zentimeter Tiefe eine rötlich angehauchte Bodenoerfärbung, die zu Ausgrabungen an dieser Stelle Veranlassung gab'. Es erwies sich, wie in der Monatsschrift „Germanien" berichtet wird, daß die rote Verfärbung kreisförmig verlief und einen Durchmesser von 4,50 Meter zeigte. Etwas tiefer fand man einen festeren, völlig rotgebrannten Ring vonzehn Zentimeter Stärke, der eine Höhe von einem Meter hatte. Im Inneren des Ringes wurde eine rote Schicht gebrannten Lehms, darunter ein Bodenbelag aus Feldsteinen festgestellt. Zwischen den Steinen lag Holzkohle in Mengen verstreut. Die Mittelachse des Ringes füllten sechs große Findlinge aus, und an der Nordwestseite wurde ein aus Findlingen ummauerte De ff nung von 46 Zentimeter Länge und Breite sichtbar. Nach derselben Rickstung hm war eine stufenförmige Schräge von 1,40 Meter Breite und etwa 6 Meter Länge nach- zuweisen. Zwischen und auf dem Bodenbelag lagen einige gebrannte Menschenknochen. Ferner fanden sich hier Scherben aus der Zeit um 1000 n. Nach eingehender Prüfung des Befundes kamen Sachverständige zu dem Schluß, daß es sich um einen Backofen handelt, dessen beträchtliche Ausmaße überraschend sind und aus eine große Sied^ lung in der Nahe schließen lassen. Es handelt sich um einen Gemeindebackofen, wie solche noch in der Lüneburger Heide in Gebrauch sind; er wurde bis zum 13. Jahrhundert benutzt. Bei der Wichtig* feit dieses eigenartigen Backofens wird eine Kon^ servierung der Anlage Dorgengntmcp, Upl W NachwA au erha-Mr. ------- Anwendung zu bringen ist. Das Amt „Haus und Heim" im Gau Hessen-Nassau ist immer in der Lage, geeignete Hausverwalter in Vorschlag zu bringen. Mit KdZ. zum Bückeberg. NSG. Am Erntedankfest versammeln sich in diesem Jahre wieder Millionen deutscher Menschen. Schaf» sende aller Stände, Bauern, Arbeiter und Soldaten auf dem Bückeberg, um aus dem Munde des Führers Au hören, was ein einiges und fleißiges Volk aus feiner Scholle gewonnen hat. Die ganze Nation wird in dieser Feierstunde einmütig der Vorsehung danken, die mit einer reichen Ernte die Nahrungsfreiheit Deutschlands für lange Zeit wieder sicherstellte. Um allen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, die historischen Stunden auf dem Bückeberg mitzuerleben, führt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zusammen mit der Gaupropagandaleitung und dem Reichsnährstand einen Sonderzug für den Gau Hessen-Nassau durch. Hinfahrt Rückfahrt 1.10.38: 3.10.38: 21.50 Uhr ab 22.13 „ „ 22 37 ,, „ 22.46 „ „ 23.04 ,, „ 23.54 „ „ Frankfurt a. M. (Hbf.) Dilbel-Nord Friedberg Bad-Nauheim Butzbach Gießen an 9.41 Uhr -- 9.20 8.58 8.50 8.16 8.10 -- 2.10.38: ,0.14 Uhr ab Lollar 7.59 0.28 „ ,, Nieder-Walgern 7.45 0.48 „ „ Marburg ■■ 7.16 « M 0.52 ,, „ Cölbe 7.08 6.23 „ an Hameln ab 1.37 ,, Teilnehmerpreis beträgt für die Hin- und Rück- fahrt 7,16 RM. Anmeldungen für diesen Sonderzug nehmen die Vorverkaufsstellen und Kreisdienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" entgegen. ** Silberne Hochzeit. Das Fest der Silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Lehrer Hans I m m e l und Frau Berta, geb. Appel, Beethovenstroße 8. Wir gratulieren. ** D i e Wochenmärkte werden vom kommenden Samstag ab um 8 Uhr beginnen und um 14 Uhr beendet sein. Große Strafkammer Gießen. Der R. Sch. aus Inheiden war früher als Kraftfahrer bei der Diehverwertungsgenossenschaft in Hungen angestellt. Er erledigte seine Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit. Da wurde plötzlich in der Genossenschaft die Stelle eines stellvertretenden Geschäftsführers frei. Da Sch. sich das Vertrauen seiner Vorgesetzten erworben hatte, übertrug man dem Angeklagten diesen Posten. Als Sch. im Frühjahr ü. I. erkrankte, mußte man feststellen, daß er in mehreren Fällen Gelder, die er aus Verkäufen von Schlacht- und Zuchtvieh erhalten hatte, nicht ordnungsgemäß verbucht, sondern für seine eigenen Zwecke verwendet hatte. Er wurde daraufhin fristlos entlassen. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde dem Angeklagten nachgewiesen, daß er sich in fünf Fällen der Untreue schuldig gemacht hotte. In drei weiteren Fällen konnte ihm eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von acht Monaten. Der Verteidiger plädierte in längeren Ausführungen in erster Linie auf Frei- spruch und bat, im Verurteilungsfalle auf eine Freiheitsstrafe unter drei Monaten zu erkennen und diese Strafe dann gemäß § 27 b StGB, in eine Geldstrafe umzuwandeln. Die Kammer verurteilte den Angeklagten wegen Untreue in fünf Fällen zu einer Gefängnis- st rase von drei Monaten und einer Woche und zu einer Geldstrafe von 100 Mark. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten, der sich gleichfalls in diesem Zusammenhänge zu verantworten hat, mußte obgetrennt werden, da dieser einen Unfall erlitten hat und nicht r >r Gericht erscheinen konnte. Das Deutsche Rote Kreuz rüst! Ein ernster Appell an die Bevölkerung der Stadt und des Kreises Gießen. Dos Deutsche Rote Kreuz veranstaltet zur Zeit lm ganzen Deutschen Reich eine Werbewoche und ruft zur aktiven Mitarbeit in seinen Bereitschaften, sowie zur Mitgliedschaft in seinen Kreis- und Orts- gemeinschasten auf. Zur Bewältigung all der Aufgaben, die dem Roten Kreuz sowohl in Friedenszeiten, als auch im Falle eines Krieges zufallen, ist ein vermehrter Nachwuchs an freiwilligen Helfern, Helferinnen und Schwestern, sowie an unterstützenden und fordernden Mitgliedern unbedingt notwendig. Durch das Gesetz vom 9. Dezember 1937 ist das Deutsche Rote Kreuz in den nationalsozialistischen Staat eingebaut und verpflichtet worden, seine Aufgabe im Geiste des Nationalsozialismus zu erfüllen. Das Deutsche Rote Kreuz wirkt mit im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes. Es hat weiter unterstützend mitzuwirken 1. bei der Hilfeleistung bei öffentlichen Notständen und bei Unglücksfällen zu Lande und zu Wasser, 2. im Dienst an der Gesundheitspflege des deutschen Volkes, 3. bei der Fürsorge für Kriegsgefangene und Kriegsbeschädigte. Darüber hinaus ist aber das Rote Kreuz, getreu seiner alten Ueberlieferung, auch der uneigennützige Helfer bei größeren Veranstaltungen, Aufmärschen usm. Auch unser Führer hat die Arbeit des Roten Kreuzes als notwendig anerkannt und das Wort geprägt: „Rot-Kreuz-Arbeit ist selbstloser Dienst an Volk und Vaterland in ständiger Hilfsbereitschaft. Ich rufe alle Deutschen auf, diese Arbeit zu fördern." Und diesem Ruf des Führers wollen auch wir uns nicht verschließen. Ich fordere deshalb die Bevölkerung der Stadt und des Kreises Gießen auf, dem Führer auch hier wieder treue Gefolgschaft zu leisten und in das helfende Heer des Deutschen Roten Kreuzes einzutreten, entweder als aktive Mitarbeiter, als DRK.-Helfer, DRK.-Helferin, DRK.- Schwester, oder als förderndes Mitglied einer DRK.-Kreis- oder Ortsgemeinschaft. Anmeldungen sind zu richten an die DRK.-Kreis- stelle Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3 (Fernsprecher 2951) täglich von 7 bis 13 Uhr. DRI.-Kreisstelle Gießen: Dr. Lotz, DRK.-Oberfeldführer. Mitarbeit in der Gemeinschaft der 7!SV. Große Aufgaben. - Bisher schon bedeutende Leistungen. - Kein Volksgenosse darf hier abseits stehen' NSG. Die Gesundheit ist das wertvollste, was der Mensch besitzt. Das ganze Leben hindurch ist er darauf bedacht, sich diese Gesundheit zu erhalten. Da er aber nicht allein durchs Leben geht, sondern in einer durch das gleiche Blut bestimmten Gemeinschaft mit marschiert, und da durch diese Gemeinschaft der Marsch durch das Leben erst seinen Sinn erhält, ist die Gesunderhaltung seines Körpers und seiner Seele nicht seine private Angelegenheit, sondern eine Pflicht dieser Gemeinschaft gegenüber. Eine Zeit, die diese Grundsätze nicht kannte, hat sich gerade auf dem Gebiet des Schutzes und der Förderung der Volksgesundheit große Fehler und Vernachlässigung zuschuldenkommen lassen, deren Nachwirkungen noch heute spürbar sind. Die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege hat hier ihr großes Aufgabenfeld gesehen. Daher setzte die führende Organisation der freien Wohlfahrtspflege, die NS.- Volkswohifahrt, -mit ihren Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und der Gesundheitsförderung schon bei dem keimenden Leben an und verwirklicht diese Maßnahmen auch weiter beim Kleinkind, sowie bei der Heranwachsenden Jugend. Sie steht dem deutschen Menschen zur Seite bis an sein Lebensende, durch ihre Betreuung den gesamten Lebenskreis des deutschen Menschen umfassend. Immer wieder ist es die Jugend, aus die das besondere Augenmerk der NSV. gerichtet ist, denn sie ist für uns der Garant eines ewigen Deutschland, und sie wird in diesem Sinne erzogen. Ihr muß darum unsere ganze Liebe und Sorge gelten. Daher auch die Betreuung der werdenden Mutter, daher die Säuglings- und Gemeinschaftspflege durch die NS.-Schwestern in den Gemeindepflegestationen der NSV., die Krippen und Horte der NSV., die Erntekindergärten, die Dauerfinbergär« ten, die jährlich wiederkehrende Kinderlandverschickung, Kinderheimoerschickung usw. Durch das Großdeutsche Reich fahren außerdem die Ferienzüge mit den von der NSV. zur Erholung verschickten Kindern. Nicht weniger als 2 141 654 Kinder verlebten von 1933 bis 1938 durch die NSV. glückliche Ferien. Natürlich sind diese Betreuungsmaß. nahmen nur durch den vorbildlichen Opfergeist der Volksgemeinschaft möglich gewesen und durch die Beitragssummen aus der großen NSD.-Mitglied- schaft. Wenn in diesen Tagen in den Dörfern und Städten des Gaues Hessen-Nassau Plakate gezeigt werden, die den Sinn der NSV.-Mitgliedschaft veranschaulichen, dann wollen wir alle uns fragen, was wir zu diesen Erfolgen beigetragen haben. In den letzten bis jetzt noch Äbfeitsstehenden wird dann wohl auch endlich der Entschluß reifen, nicht mehr länger zu den Außenseitern gehören zu wollen und sich nun ebenfalls in die Gemeinschaft der NS.- Volkswohlfahrt einzureihen? Staatsminister a. D. Esser hatte zum Schluß des Kongresses noch ein Telegramm gesandt und dem Kongreßleiter Erzherzog Dr. I o s e p h F r a n z und allen Veranstaltern und Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit den Dank des Deutschen Reichsfremdenverkehrsverbandes ausgesprochen. Mit herzlichen Worten dankte Erzherzog Dr. Joseph Franz für die Zusammenarbeit des Kongresses in Berlin und vor allem in Bad-Nauheim und versprach, daß das auch im nächsten Jahr wieder so sein werde. Mit einem Bunten Abend im Kurhaus und froher Geselligkeit klang der Internationale Bäderkongreß 1938 aus. Landkreis Gießen. * Wieseck, 28. Sept. Heute feiern die Eheleuts Heinrich Lotz und Frau Elisa, geb. Schnabel, Eichgasse 13 wohnhaft, das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren herzlichen Glückwunsch. * Wiefeck, 28. Sept. Am Freitag, 30. Sept., können Herr Wilhelm Schaar und Frau Anna, geb. Hansult, das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar steht im 83., die Jubilarin im 86. Lebensjahr. Herr Schaar stammt aus Rödgen und wohnt seit einem Jahr in Wieseck bei seinem Sohn. Beide Ehegatten sind noch ziemlich rüstig; seit etwa 50 Jahren sind sie treue Bezieher des Gießener Anzeigers. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche. £ Albach, 28. Sept. Am heutigen Mittwoch, 28. September, feiert Frau Anna Maria Klein, geb. Hahn, Ehefrau des Karl Klein ihren 7 4. Geburtstag in guter Gesundheit. Die Eheleute Hahn sind im 50. Jahr verheiratet und können hoffentlich dieses Jahr noch ihre Goldene Hochzeit feiern. IHausen , 27. Sept. Heute wurde der ä 11 e ft e Mann unserer Gemeinde zu Grabe getragen. Es war Johann Georg Müller, Wagner- meister und Landwirt, geboren am 15. Dezember 1850 zu Hausen. So stand der Verstorbene also im 88. Lebensjahr. Seine zweite Gattin war ihm bereits vor 25 Jahren im Tode vorangegangen. Neun Kinder umstanden das Grab des Verstorbenen. 17 Enkel und 6 Urenkel durfte er noch erleben. Welche Liebe und Verehrung der Heimgegangene genoß, zeigte noch einmal die große Beteiligung bei feiner Beerdigung, bei der von der Kriegerkamerodfchaft und dem Turnverein Kränze niedergelegt wurden. )( Großen-Linden, 27. Sept. Georg Dem Witwe, Christina, geb. Leun, wird heute 8 0 Jahre alt. Unseren herzlichen Glückwunsch. Wie stark ist eine Kett-*? Es ist eine alte Weisheit, daß jede Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Jeder Radfahrer wird es einmal erlebt haben, daß die Fahrradkette gerissen ist. Man kann sie noch so gut flicken, an dieser schwachen Stelle wird sie immer wieder reißen. Auch der moderne Verkehr ist einer Kette ver- gleichbar. Jeder Verkehrsteilnehmer ist ein Glied in dieser Kette, und Bindeglieder sind Achtsamkeit und Derkehrszucht des einzelnen. Auch diese Kette ist nur so stark wie das schwächste Glieds Die Radfahrer werden die Feststellung, daß sie dies schwächste Glied darstellen, nicht als Herabsetzung oder Werturteil empfinden, sondern als rein sachlichen Der- gleich. Schon die Tatsache, daß das Fahrrad über keine Pferdestärken verfügt, sondern mit eigener Kraft vorwärts bewegt wird, daß auf ihm das Gleichgewicht gehalten werden muß, das fetzt die Radfahrer stark in Nachteil. Das Heer der Radfab- rer wird in Deutschland (ohne Oesterreich) auf 18 Millionen geschätzt: Das können also 18 Millionen schwache Stellen werden, die die Derkehrskette zum Zerreißen bringen können. Wenn dagegen die Radfahrer Derkehrszucht üben, wenn sie die Derkehrsordnung befolgen, vor allem, wenn sie selbst in einer Kette hintereinander und nicht, wie es verboten ist, nebeneinander fahren, bann können sie zur Stärkung der Verkehrsgemeinschaft beitragen. 8000 Tote und 160 000 Verletzte fallen jährlich dem Moloch Verkehr zum Opfer? Das muß anders werden! Alle Verkehrsteilnehmer müssen sich als Glieder einer großen Kette fühlen. Und mit dieser Kette muß es gelingen — um bei dem Begriff und Beispiel zu bleiben — den Verkehrsunfall in Ketten zu legen und unschädlich zu macken! G.E.D. (RAS) Aus der engeren Heimat. Abschluß des 3nternationalcn Säderkongresies. Lpd. Bad-Nauheim, 27. Sept. Am letzten Tag des Internationalen Bäderkongresses 1938 fand eine Arbeitstagung aller Abteilungen statt. Professor Vogt (B/eslau) sprach über den Sinn und die Gestaltung der B ä d e r w e r b u n g. Es komme nicht darauf an, möglichst vielgestaltig zu werben, sondern klar und eindeutig zu sagen, was der Kurgast in dem Bad finde. Was in der Werbung versprochen werde, müsse unter allen Umständen gehalten werden können. Hier sei es in erster Linie notwendig, mehr als bisher mit dem Arzt zusammenzuarbeiten. Auch, die Werbeprospekte konnten bei einer noch so schönen Aufmachung nicht ganz befriedigen und müßten mehr und mehr zu einem ärztlichen Ratgeber werden. Die Technische Abteilung, die anschließend gesondert tagte, beschäftigte sich mit den Moorbädern. Dabei wurden von verschiedenen Fachleuten die neuesten Mooraufbereitungsmethoden besprochen und die von Diplomingenieur Friedrich konstruierten neuen Mooraufbereitungsmaschinen im Lichtbild vorgeführt. Von allen Rednern wurde die For- derung aufgestellt, daß das Moor nur zu einem Bad benutzt werden dürfe. Nach dem Baden müßte das Moor vernichtet werden, damit es auch später nicht mehr verwandt werden könne. Kannst du zurück, Dore? Roman von Hedda Lindner. Copyright by Earl Duncker Verlag, Berlin W 35. 26 Fortsetzung (Nachdruck verboten!) „Die meisten sagen, er ist längst tot; denn einen Besitz wie Rehwalbau läßt man nicht so ohne weiteres fahren, nicht wahr?" Das gab Dore zu. „Und der alte Baron, was sagt der?" „Der glaubt nicht, daß er tot ist. Und der Oberinspektor auch nicht. Melchior sagt, wenn er nicht hoffen kann, daß der junge Herr mal wieder kommt, macht ihm das ganze Arbeiten auf Rehwaldau feinen Spaß mehr. Er soll ein feiner Kerl gewesen fein, der junge Baron", schloß er nachdenklich, und Dore fand, daß der Oberinspektor und auch Herr Suhl sehr nette Menschen seien. Am fünften Tage ihres Aufenthaltes fuhr Jie unter einem Vorwand noch Küppingen. In der Konditorei des Städtchens traf sie einen alten roeiß» haarigen Herrn; „um Ihren Ruf nicht zu gefährden, falls man uns zusammen sieht", sagte Pedler lächelnd, nachdem er sich zu erkennen gegeben hotte. „Ich werde ohnehin meine äußere Erscheinung öfters wechseln müssen, es ist sicherer. Und was haben Sie inzwischen festgestellt?" „Der sogenannte Herrschaftshaushalt besteht aus dem alten' Baron und seinem Neffen Petry. Ich habe Petry nur einmal flüchtig gesehen. Er fahrt häufig zu seinem eigenen Gut hinüber. Es heißt Weiga und liegt hier irgendwo in der Rahe. __ „Welchen Eindruck hot der alte Freiherr auf Sie gemacht?" „Ich Hube ihn mir so vorgestellt. Groß, etwas ver- wittert, ober kerzengerade in feiner Haltung und ftyr höflich. Nicht nur zu mir, zu jedem Angestellten, dabei absolut Selbstherrscher aller Reußen^eicht zu nehmen ist er bestimmt nicht, aber ein Monn, zu dem man sofort Vertrauen hot." „Gut charakterisiert, ich sehe ihn im Geiste vor mir. Und wer gehört noch zum Haushalt?" „Zunächst sein Kammerdiener, der gleichzeitig so eine Art Haushofmeister vorstellt. Er soll sehr lange im Hause fein, heißt Evers und hot auch sonst schon weißes Haar." „Im Bilde. Weiter bitte!" „Dann kommt Paul, ungefähr sechsundzwonzig. Diener und gleichzeitig Chauffeur des Herrfchasts- wagen-» und der einzige, der mit den beiden Hunden umgehen kann. Es sind persische Windhunde, prachtvolle Tiere, Scheitan und Aßlan heißen sie. Sie gehören Gerald, und als er weg war, sind sie fast verhungert vor Trauer. Aber ich glaube, mich mögen sie auch." „Wenn die Hunde mit Paul so befreundet sind, ist es unwahrscheinlich, daß er gegen Gerald arbeitet. Ich gebe etwas auf den Instinkt der Tiere." Fiedler bewegte sich damit — ohne daß er es mußte — in ähnlichen Gedankengängen wie seinerzeit der Untersuchungsrichter. „Und wer gehört sonst zur Dienerschaft?" „Ein Hilfsdiener, der Willi heißt und vorn Gut stammt. Er fährt das Gutsauto und den Lieferwagen und ist mehr Chauffeur als Diener. Dann kommt die Weiblichkeit: einmal die Mamsell, Fräulein Gertrud, die hervorroaend kocht, fi^ hat zwei Küchenmädchen für die gröbere Arbeit. Dann 3mei Stubenmädchen, die meist von Evers kontrolliert werden. Wasch- und Reinmachefrauen werden vom Gut genommen und wohnen nicht im Schloß." „Und haben Sie etwas über den Weg der Post erfahren?" „Doch. Aber das ist ganz merkwürdig. Die Post wird auf dem Postamt in einer Mappe verschlossen und dem alten Baron übergeben, der sie verteilt. Er hat ganz allein den Schlüssel, und es hat sich schon manchmal recht unangenehm ausgewirkt, wenn er nicht da war, und niemand herankonnte." „Das ist interessant. Stellen Sie doch bitte möglichst umgehend fest, ob das immer fo mar^ Ick kann mir kaum denken, daß beispielsweise die junge Frau von Heßling ihre Post durch die Kontrolle hat gehen lassen. Das ist sehr wichtig." „Warum?" wollte Dore wissen. „Wenn diese Einrichtung neu ist, zeigt sie zugleich, daß der alte Herr jemanden in seiner Umgebung mißtraut. Sonst haben die Güter meist ein Schließfach auf der Post, dem der Abholer die Briefe entnimmt. Daß hier ein Postbeamter sie selbst in die Mappe verschließt, ist ungewöhnlich und scheint besonders von ihm beantragt worden zu sein. Praktisch ist es belanglos, denn Nachschlüssel kann man von den besten Schlössern Herstellen. Daß niemals Post von Gerald von Heßling angekommen ist, haben Sie festgestellt?" „Ja, und das verdenken ihm auch bicjenigen, die sonst sehr gut von ihm reden." „Kann ich verstehen; denn auf den Gedanken einer Unterschlagung konnte natürlich niemand kommen. Mir ist die Gewißheit sehr wichtig, erstens bestätigt sie meine Theorie, und zweitens ist es für Heßling menschlich wertvoll zu wissen, daß fein Onkel ihn nicht hat fallen lassen, wie er in seiner DerbiUenung annahm. Jedenfalls bin ich mit Ihrer bisherigen Tätigkeit als „Detektivin" sehr zufrieden. Nachrichten unter Chiffre, wie vereinbart." — ♦' Dore liebte es, in der Mittagspause durch den Park zu schlendern. Die weiten Rasenflächen mit den großen Baumgruppen entzückten sie immer aufs neue, aber ebenso gern verlor sie sich in die entlegenen Winkel, die durch ihre Verwilderung besonders reizvoll waren. Da gab es einen kleinen Bach, der später prosaisch in den Ententeich mündete, aber hier war er märchenhaft und geheimnisvoll, an seinem Rande mit Trauerweiden, deren Zweige tief ins Wasser hinabhingen. Auch heute — am Tag noch ihrer Zusammenkunft mit Fiedler — fetzte sich Dore auf eine her morschen Holzbänke, die halb versteckt im Gebüsch standen, aber bald stand sie wieder auf. Diese Umgebung verleitete zum Träumen — und träumen durfte sie jetzt nicht. Sie ging langsam weiter und unterhielt sich damit, die kleinen Schneebeeren von den Büschen zu pflücken und energisch daraufzutreten. Das gab jedesmal einen lauten Knall und erinnerte an ihre Kindheit und ihren Garten in Grünhagen. Im Hintergrund sah sie besonders dicke Beeren leuchten, sie drang durch das trennende Gebüsch und fand sich auf einer kleinen Lichtung, die sie bisher noch nicht gesehen hatte. Erstaunt betrachtete sie eine Anzahl Baumstümpfe, die hier aufragten, glatt gehauen und beschriftet. Sie versuchte, die Namen zu entziffern: Tanja — Fedja — Schampus — Treff — da ließ ein Geräusch sie erschreckt "zur Seite sehen. Ein Mann stand da, Dore sah, daß er die grüne Uniform des Gutsförsters trug. Er lächelte über ihr Zusammenfahren und grüßte. „Es tut mir leid, wenn ich Sie erschreckt habe", sagte er höflich. „Ich komme immer durch diese kleine Seitentür." Er wies halb nach rückwärts. „Und noch nie habe ich jemanden hier getroffen. Es ist ein zu entlegener Winkel." „Ich bin auch nur durch Zufall hierhergeraten. Ist es ein Hundefriedhof?" Er nickte. „Die Lieblingshunde der alten Baronin liegen hier, sie hatte immer ein halbes Dutzend um sich." „Ich weiß, Aßlan und Scheitan stammen auch aus ihrer Zucht." ,Za, der junge Herr hat die Zucht weitergepflegt, teils im Andenken an feine Tante — teils, weil er selber Freude daran hatte. Hier liegt übrigens die Mutter der beiden, Tanja. Der junge Baron hat sie vor vier Jahren begraben lassen." Er sprach völlig unbefangen und selbstverständlich von dem jungen Baron. War er nicht der Mann, dessen zufälliges Dazwischenkommen Geralds Feind das Spiel verdorben hatte? Dore beschloß, die Unterhaltung fortzusetzen. „Ich bin in Vertretung Fräulein Schneiders hier", sagte sie und stellte sich vor. „Das dachte ich mir schon." „Ich bin zum ersten Male so richtig auf dem Lande", plauderte sie weiter. „Ich finde es wundervoll. Sie find doch sicher schon lange hier* „Natürlich. Mein Vater war hier schon Forster, er kam damals gleich nach dem alten Evers." Sie stutzte. „Evers — ist doch nicht...?" „Der hochmächtige Herr Kammerdiener? Das ist der Sohn. Der Vater war Förster und wurde von Wilddieben umgelegt." „Oh — gibt es das hier auch?" „Hetzt nicht mehr, Fräulein Bertram, aber früher mar'oft Gesindel unterwegs, Zigeuner und so." „Warum ist der Sohn nicht wieder Förster geworden?" Schröder zuckte die Achseln. „Er hatte wohl keine Lust dazu. Er wurde in eine bessere Schule geschickt, und war auch immer auf dem Schloß, wenn die jungen Herren in Ferien kamen. Weil sein Vater doch im Dienst der Herrschaft umgekommen war. Er konnte gut reiten und reifte auch mit der Familie, so halb als Sekretär." „Dann muß er allerdings schon eine Ewigkeit im Schlöße fein." „Er war nicht die ganze Zeit hier. Wie Baronesse Dera heiratete, ging er mit nach Weiga und kam erst wieder, als sie starb — vor ungefähr acht Jahren. Ich kannte ihn nicht vorher, ich weiß das alles nur von meinen Eltern." „Na, wenn die Dinge so liegen, erklärt das auch feine Sonderstellung", meinte Dore lächelnd. Ihr Lächeln fand keinen Widerhall. „Ja, die Sache ist ihm in den Kopf gestiegen", sagte der Förster verbissen. „Er hält sich für vornehmer als der Baron selber und mischt sich in jeden Dreck." Dore horchte auf. Die Feindseligkeit seines Tones konnte ihr nicht entgehen. „Sie mögen ihn nicht?" fragte sie geradezu. Der Förster lachte grimmig auf. „Nee. Und er mich auch nicht, er hätte mich längst raus» gebissen, wenn der alte Herr nicht wäre. Wenn der Petry mal ans Ruder kommt, fliege ich so« fort, das weiß ich. Aber ich gehe schon vorher/ (Fortsetzung folgt!) 1 Sfc - Ur. 2- AL Bell««1’’ Aed's- Aona" gni VhneUu guiung« Auch b< von «n tnW . Ze? ttnterSa Anschrist richten: pol w ? verh N-to«! mit W«!' «US»,.!5 I)« mi" hnb Jl'n h°>> ^nberu1 hek^ Serlir Kundgebu« , Wwocha tenntnis l einer vom len DeM> heil und J Aede fts teilet Aeic linern. 3n er u. a. au In einer ich Sie hie schauen Sji Wicklung e gelöst wer ^Begeistert pörung 91 Volk weih den Prot völkisch Der am Führer ei Meinung Talgen sl * gut. die ganze standen. Fromms dem bös wir ja, Helfern Krieg ist. Dem 31/, Mill mit T überz' Der weiter fen. 6 Wtt tnufi bk das nich dern es ganze tenlangi wenn |i 2ttal eit einlrete gewitzt Fever, land ke sind sic ist für ob weil Nfsfai unb tujo mutig.) Wenn fy Men Zeit: fuhren kann !'g- Herr Bi übernommen das Selbstl zwungen Ihmmung.) llitan, m i r ^blutigen mehr q L'udetend, SÜ foni 2.Hfen. ( flsieg ober ? S Eein ii Vhatgk •^e unve u? |oUet weren, bl ?e- empo, ?tODofa(ior L°der in W kreise Ulkende' er b. JW c ’S foi ^Mr?^rer =r (?le9 beb ’4 re >hn v'ai den En Wirtschaft öJ.-fpori Fahrer in einer 5 Jahre Kampf and ttipung Der NSV« fürs ,Ca>ige DeatfehlaaD* lichen Bestände, die vom Reichsnährstand erstmalig zum 30. September 1938 ermittelt werden, dürften auf Grund der großen Ernte ebenfalls beträchtlich höher als im Vorjahre sein. Für die G e r st e zeigt die Erhebung des Statistischen Reichsamtes einen Lagerbestand in der zweiten Hand in Höhe von rund 5 8 5 OOO Tonnen. Dieser Bestand liegt um rund 160 000 Tonnen höher als vor einem Jahre. Im Verlaufe des August vermehrten sich die Lagerbestände bei der Gerste einschließlich der industriellen Bestände um rund 256 OOO Tonnen. Auch hier sind al-fo die Anlieferungen der Landwirtschaft im Verlaufe des August recht beträchtlich gewesen, da außer dieser Bestandszunahme auch noch der Bedarf für die laufende Verarbeitung in den Brauereien und in der sonstigen Industrie von ter Landwirtschaft abgeliefert worden ist. Beim Hafer ist ebenfalls eine Zunahme der Lagerbestände gegenüber dem Vorjahre festzustellen. Die Bestände beliefen sich am 31. August insgesamt auf rund 207 OOO Tonnen, gegenüber rund 122 000 Tonnen vor einem Jahre, also um rund 85 OOO Tonnen mehr. Zusammengefaßt ist also bei allen Getreidearten eine reichliche Versorgung der Läger, dec Verarbeiter und Verteiler festzustellen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Dr. h. R. Wir können diesen Artikel leider nicht ermitteln. Vielleicht kann die Universitäts-Bibliothek Ihnen die fraglichen alten Bände zum Nachschlagen überlassen. pen Tonnen -Mehr als vor einem Jahre. Nachdem im vergangenen Wirtschaftsjahre, trotz der vorjährigen geringen Getreideernte, die Wiederauffüllung der Lagerbestände bereits einen beträchtlichen Erfolg erzielt hatte, ist nunmehr dank dieser großen Ernte und der vorsorglichen Vorratspolitik d i e Getreideversorgung Deutschlands a u f lange Sicht gesichert. Das-zeigt sich auch in der Entwicklung der Getreidelagerbestände, wie sie sich aus der soeben veröffentlichten Erhebung des Statistischen Reichsamtes über die Lagerbestände am 31. August 1938 ergibt. Obwohl die Landwirtschaft im August noch zum erheblichen Teile durch die Ernteeinbringung beansprucht war, haben doch die Ablieferungen der Landwirtschaft aus der neuen Ernte bereits im August einen beträchtlichen Umfang erreicht. Sie gingen weit über die für die Deckung des laufenden Vermahlungsbedarfes benötigten Mengen hinaus, so daß die V o r r a t s b i l d u n a weiter- Fortschritte machen konnte. Zu einem Teil mag dabei das Bestreben beigetragen haben, den — im ganzen nur geringen — Teil der Ernte, der infolge des in der letzten Zeit wenig günstigen Erntewetters nicht ganz trocken eingebracht werden konnte, möglichst schnell der ordnungsgemäßen Bearbeitung und Lagerung in der zweiten Hand zuzuführen, um ibn vor dem Verderb zu schützen. Im übrigen aber sollten auch die landwirtschaftlichen Erzeuger ihren Anteil an der Doratswirtschaft des Getreides übernehmen, indem sie ihre Getreideanlieferungen möglichst gleichmäßig über das ganze Jahr verteilen. Die für dieses Wirtschaftsjahr getroffene Regelung der monatlichen Aufschläge schast't für sie die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür. Beim Roggen ergibt sich auf Grund der Erhebung des Statistischen Reichsamtes für den 31. August ein Bestand in den Lägern der Mühlen, der Verteiler und der sonstigen industriellen Verarbeiter von insgesamt 1 610 OOO Tonnen. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres bedeutet das eine Zunahme um rund 840 000 Tonnen. Gegenüber dem 31. Juli d. I. haben die Roggenbestände in den Mühlen und Lagerhäusern um rund 700 000 Tonnen ^uaenornrnen. Die Verarbeitung im Verlaufe des Auaust in den Mühlen belief sich auf rund 250 OOO Tonnen. Man gewinnt aus diesen Zahlen eine Vorstellung über den großen Umfang der Roggenablieserunaen der Landwirtschaft rm Verlaufe des August. Für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres erscheint im Hinblick auf die Lagerraumverhältnisse eine gleichmäßige Verteilung der Anlieferungen über das ganze Wirtschaftsjahr aeboten. Im September und Oktober dürfte die Landwirtschaft schon wegen der Beanspruchung durch die Hackfruchternte nur geringere Anlieferungen vornehmen. Beim Weizen weist die Erhebung des Statistischen Reichsamtes für den 31. August einen Laaer- bestand von 1 0 2 0 OOO Tonnen nach. Das sind t gegenüber dem Vorjahre rund 235 OOO Tonnen ? mehr. Auch hier ist also eine weitere beträchtliche i Verbesserung der Dersorgungslage festzustellen. Gegenüber dem 31. Juli haben sich die Weizenlagerbestände um rund 640 OOO Tonnen vergrößert. Die Verarbeitung in den Mühlen wird auf rund 295 OOO Tonnen geschätzt. Auch hieraus ersieht man die starken Anlieferungen von Weizen aus der Landwirtschaft im Verlause des August. Für die Anlieferungen im weiteren Verlaufe des Wirtschaftsjahres gilt für den Weizen das gleiche wie für den Roggen. Faßt man Roggen und Weizen zusammen, so wär am 31. August ein Brotgetreidebestand in den Sägern der Mühlen, der Verteiler und der Industrie von fast 2,7 Millionen Tonnen festzustellen. Das ist allein beim Brotgetreide ein Mehrbestand gegenüberd e m Vorjahre von rund 1,1 Millionen Ton- neninderzweitenHand, Die landwirtschast- Rundfunkprogramm Donnerstag, 29. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Angelus von Sigfried Karg-Elert. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.45: Volk und Wirtschaft: Die Uebungsfirmen der DAF. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalisch* Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittags' konzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Allerlei vom Sport der Woche. 19.10: ... immer lustig, ... immer froh! 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frar^furt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: „Das koloniale Rüstzeug des Auswanderers." 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert IL (Siebener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- 1 rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 7 Ochsen, 7 Bullen, 18 Kühe, 26 Färsen. 129 Kälber, 173 Schweine und 10 Schafe aufgetrieben. Es kosteten: Ochsen 30 bis 44, Bullen 36 bis 42, Kühe 10 bis 41, Färsen 41 bis 42, Kälber 47 bis 67, Schafe 25 bis 43,5 Pf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht.folgende Preise bezahlt: Klasse a ,(150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d—f (unter 100 kg) 1,02, gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,10, g2) (andere Sauen) und h (Eber) 1,06 Mark. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe rege. Mein-Mainifche Börse. Mittagsborfe zuversichttich. -.Frankfurt a. M., 27. Sept. Mangels größerer Aufträge hatte die Börse zwar einen sehr ruhigen Beginn, doch wohnte ihr weiterhin eine starke Zuversicht hinsichtlich der politischen Lage inne, was man auch daran erkennen mag, daß Angebot der Kundschaft kaum vorlag. Es zeigte sich vielmehr etwas Kaufneigung, so daß am Aktienmarkt insbesondere im Verlaufe eine feste Haltung aufkam und schließlich durchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 2 v. H. eintraten. Etwas lebhafter waren von den führenden Werten IG.-Farben mit 148,75 bis 150 (149), Mannesmann mit 104,25 bis 105,50 (104) und Verein. Stahlwerke mit 97,90 bis 98,75 (97,50). Etwas stärker erhöht waren u. a. Hoesch auf 107,50 (105,50), Zellstoff Waldhof auf 139,75 (137), Deutsche Erdöl auf 125,65 bis 126 (124), Bemberg auf 129 bis 129,50 (127,50), AEG. auf 111,65 (109) und Conti Gummi auf 199,50 bis 200 (197,50). Etwas schwächer lagen Gebr. Junghans mit 102,65 (104,75), ebenso lagen Klöckner mit 114,13 (114,50) und Gesfürtl mit 132,50 (132,75) nur knapp gehalten, doch ergaben sich auch bei diesen Werten später mäßige Steigerungen. Der Rentenmarkt lag ziemlich ruhig. Ausgesprochen schwach lagen von Industrie-Obligationen 4,5proz. Krupp nach nur eintägiger Pause mit 95,75 (98,65), ferner bröckelten 5proz. Gelsenkirchen Berg auf 99 (99,25) ab. Dagegen zogen Farben-Bonds auf 121 (120,25) an. Stadtanleihen lagen uneinheitlich, wob'ei die Abweichungen vielfach mehr als 0,25 bis 0,50 v.H. betrugen. Pforzheimer von 26 97,50 (98,25), Pforzheimer von 27 97 (98). Liquidations- Pfandbriefe bröckelten zum Teil weiter leicht ab, während Goldpfandbriefe und Staatspapiere unverändert notierten. Don den variablen Werten gingen Reichsaltbesitz auf 128 (128,65), Reichs- bahn-DA. auf 124,13 (124,25) zurück. Im Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung mit 93,60 (93,65) um. Im weiteren Verlaufe war die Entwicklung am Aktienrnark uneinheitlich. In JG.-Farben kam Abturnen des Turnvereins Staufenberg. Am Sonntag fand auf dem hiesigen Sportplatz am Nachmittag das Abturnen des Turnvereins Staufenberg statt. Es turnten Aktive, Jugend, sowie die Mädchengruppe und Schüler. Die gezeigten Leistungen waren sehr beachtlich. Die Hebung bestand aus einem Dierkampf (Kugelstoßen, Hochsprung, Weitsprung und einem 100-Meter-Lauf). Die ersten Sieger waren: Aktive: Heinrich Deibel: Jugendklasse: Ewald Ruckelshausen, Schüler (Knaben): Dor selb: Iuqendgruppe, Mädchen: Gretel R ü h l. Am Abend fand bei Gastwirt Zecher die Siegerehrung statt. Kune Sportnoti,en. DieAusschreibung zu den deutschen Mann- schafts-Fechtmeisterschaften ist jetzt erschienen Die Titelkämpfe werden vom 27. bis 30. Oktober in Leipzig ausgetragen. , Europameister Rudolf Coracciola hat sich eine Fußverletzung zugezogen und kann da- her seinen Mercedes-Benz am kommenden Samstag beim Großen Preis von Donington Park in England nicht steuern. An seiner Stelle erhält Walter Bäumer die große Chance, einen Sieg oder zumindest einen guten Platz für sein Werk zu erringen. * Das Weltmeisterpaar Schreiber- Ble r sch (Frankfurt a. M.) gewann in Schweinfurt die süddeutsche Radball-Meisterschaft, die gleich- zeitig als Ausscheidung zur deutschen Meisterschaft galt. Im Endspiel siegten die Frankfurter über den Velo-Klub Konstanz mit 10:7 Toren. ♦ Erich Borchmeyer (Stuttgart), Deutschlands früherer Sprintermeister, hat jetzt sein Sportlehrer-Examen bestanden und wird zukünfttg die Athleten des Gaues Südwest betreuen. Werner Pohl (Berlin) gewann auf dem Müggelsee bei Berlin die deutsche Segelmeisterschaft t der Olympiajollen. Die Entscheidung fiel erst in : einem Entscheidungsrennen. ♦ Einen neuen Weltrekord im Gehen über 25 Kilometer stellte in Riga der Lette L i e p k a l n s mit einer Zeit von 2:00:25,4 Stunden auf. In der \ amtlichen Rekordliste wird diese Strecke allerdings ‘ nicht geführt. Das Internationale Motorrad-Rennsportjahr brachte Deutschland zum Abschluß als erfolgreichster Nation noch zwei Europameisterschaften, die beim Großen Preis von Italien auf der Monza-Bahn entschieden wurden. Der junge Georg Meier (unser Bild) wurde auf BMW. mit 157 km/st Sieger in der Haibliterklasse, während Ewald Kluges (DKW.- Auto-Union) Meistertitel in der 250-ccm-Klasse bekanntlich bereits vorher feststand. — (Scherl-M.) Vegeufahrt nach $orli. 3. Etappe der Rad-Fernfahrt Como—Rom. gang (Berlin) auf dem achten Rang. Deutscher Schützen-Sieg. Argentinien mit 16 275 :16 051 Ringen geschlagen. In ihrem zweiten Fern-Länderkampf gegen Argentinien kamen die deutschen Schützen zu einem klaren Siege. 16 275 Ringe erzielten unsere Vertreter, während Argentinien nur 16 051 Ringe buchen konnten. Besonders gut waren die deutschen Schützen im Kleinkaliberschießen, und zwar in allen drei Anschlagsarten. Hier erreichten sie liegend 3899 Ringe gegenüber 3828 der Argentinier; kniend lautete das Verhältnis 3796:3611 und stehend 3646 :3475. Zum erstenmal wurde im Rahmen des Länderkampfes auch ein Schnellfeuerschießen mit automatischer Pistole auf sechs Schattenrisse durchgeführt, bei dem Deutschland 266 von 270 möglichen Ringen schoß und damit 22 Strafpunkte erhielt, während den Argentiniern bei 258 Ringen 48 Strafpunkte angekreidet wurden. Dagegen siegten die Südamerikaner im Scheibenpistoienschießen mit 2658:2620 Ringen und im Schießen mit dem Armeegewehr mit 2478 :2313 Ringen. Die erste Teunis-Weltrangiiste. Das letzte große Ereignis der internationalen Tennisspielzeit waren die amerikanischen Meisterschaften in Forest-Hills und ihre Ergebnisse geben ZdR. Nach einer Reihe von Jahren mit nur durchschnittlichen oder sogar auch nur geringen Ernten, ist uns in diesem Jahre wieder eine ganz besonders große Getreideernte beschert worden. Nach der Bekanntgabe des Statistischen Reichsamtes liegt die Gesamtgetreideernte für Deutschland einschließlich Oesterreich mit Mais bei etwa 28 Millionen Tonnen, das sind rund 3,8 Millio- Angebot heraus, das den Kurs auf 149 bis 148,75 nach 150 drückte, wovon zum Teil auch andere Werte beeindruckt wurden. Verein. Stahl 98,50 nach 99. Höher lagen dagegen Deutsche Erdöl mit 128,25 nach 126, Daimler mit 129 bis 128,75 nach 127, Kaufhof mit 94 nach 93,50, Gesfürel mit 133,50 nach 132,50, AEG. mit 112 nach Ktt)ckner mit 116 nach 114,13, Mannesmann mit 105,75 nach 105,50, Hoesch mit 107,75 nach 107,50 unb JBerger Tiefbau mit 145,50 nach 144,75. Die erst spater erst, mals notierten Werte lagen 1 dis 2 v fest er, niedriger aber Bekula mit 155,75 (158), Eßlmger Maschinen mit 97 (98). Der Schluß Erachte bei einer Reihe von Papieren bet kleineren Abgaben Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. Ich Freiverkehr wurden genannt: Dirigier 84,50 bis 86,50, Elsäss. Bad. Wolle 76 bis 78, Katz & Klumpp 92 bis 94, Rastatter Waggon 42 bis 44, Verein. Fränk. Schuh 70 bis 72. Tagesgelb mweränbert 2,25 v. H. Adendbärse meist nachgebenb. An ber Abendbörse btftanb kein besonderes Kun^ schaftsinteresse, und auch der Berusshandel hielt sich weitestgehend zurück. Eine ausgesprochene Tendenz fehlte, überwiegend gaben die Kurse aber weiter nach. Während die Veränderungen gegen Berlin klein waren, betrugen sie gegenüber dem hiesigen Mittagsschluß vielfach mehr als 1 v. H. Daimler gingen auf 127 (128,75), Gesfürel auf 132 (133,50), AEG auf 111 (112), Deutsche Erdöl auf 126,50 (127,50), Rheinmetall auf 126 tt27)^Mannesmann auf 104,50 (105,40) zurück, ferner MAN. auf 121 (121,75), Westdeutsche Kaufhof auf 93 (93,50) und Hoesch auf 107,25 (107,50). Gut behauptet blieben bei allerdings kleinstem 'Geschäft IG. Farben nut 148,90 (148,75), ferner Scheideanstalt mit 205,50, Demag mit 140 (139,75), Rheinstahl mit 137 50, Moenüs mit 120,50, Conti Gummi mit 200. Buderus und Elektr. Licht und Kraft gewannen je 0,50 v. H. auf 106 bzw. 132,50 Am Rentenmarkt Reichsanleihe - Altbesitz 0,25 v. H. auf 127 75, Reichsbahn - Vorzugsaktien notierten unverändert 124,13, ebenso 4V2 v. H. Franks. Stadtanleche mit 98,75.' Irn Freiverkehr nannte man Kommunal- Umschuldung auf dem ermäßigten Mittagsschlußstand von 93,50. Frankfurter Schlüchtvlehniarkt. Frankfurt a. M., 27. Sept. Auftrieb: 318 Kälber (gegen 464 am 20. 9 ), 347 (369) Hammel und Schafe, 3200 (2106) Schweine. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kalber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 36 bis 40 (37 bis 40): Hämmel b2) 47 bis 52 (50 bis 52), c 40 bis 46 (40 bis 45), d) 32 bis 38 (32 bis 38); Schafe a) 39 bis 42 (39 bis 42), *b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 22 bis 31 (22 bis 32); Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 55 (55), d) 52 (52; Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. den Tennis-Ranglisten alljährlich den letzten Schliff. Zu den wenigen Tennis-Experten, deren Welt- Ranglisten stark beachtet werden und die auf Grund ihrer Sachkenntnis auch zur Aufstellung einer solchen Liste eine gewisse Berechtigung haben, gehört Pierre G i l l o u , ber Präsident des Französischen Tennis-Verbandes. Er hat diesmal wieder Donald B u d g e (USA.) an die Spitze der Männerliste gesetzt und bei den Frauen der Amerikanerin Helen DiedritteTschammerpokai-Hauptrunde Die dritte Hauptrunde des Fußball-Tschamrner- pokal-Wettbewerbs steht am Sonntag, 9. Oktober, zur Entscheidung. Don den acht Spielen; die jetzt festgesetzt wurden, finden fünf in den süddeutschen Gauen statt und in zwei Fällen sind süddeutsche Mannschaften unter sich. Der Spielplan lautet wie folgt: FSD. Frankfurt — Fortuna Düsseldorf SD. Waldhof — Westfalia Herne VfB. Mühlburg — VfB. Stuttgart TSV. 1860 München — Dresdener SC. 1. FC. Nürnberg — DfR. Mannheim Rotweiß Essen — Hertha-Berliner SC. Phönix Lübeck — Blauweiß Berlin Brandenburg 05 — Dorw. Ras. Gleiwitz. Das Schwergewicht der Kämpfe liegt also diesmal in Süddeutschland. Dem wiedererstarkten FSV. Frankfurt fällt die schwere Aufgabe zu, den Niederrheinmeister Fortuna Düsseldorf aus dem Rennen zu werfen. Daß der Fußballsportverein in heimischer Umgebung ein großes Spiel liefern wird, ist nicht zweifelhaft. Der SV. Waldhof trifft auf die tüchtige Elf von Westfalia Herne, die augenblicklich die Tabelle des Gaues Westfalen mit 4:0 Punkten anführt. Der VfB. Mühlburg kann erneut zu Hause spielen, aber diesmal trifft er einen wesentlich stärkeren Gegner an als es zuletzt der VfB. Peine war. Württembergs Meister wird aber in Karlsruhe sehr gut spielen müssen, wenn er gewinnen will. Eine reizvolle Paarung ist auch das Spiel in München, wo sich ber DSC. mit Schön, Hofmann unb Kreß bei den „Löwen" vorstellt. Ein kampfbetont^s Treffen darf man in Nürnberg zwischen dem „Club" und Badens Meister erwarten. — In den übrigen Spielen haben Rotweiß Essen, Blauweiß Berlin und Gleiwitz die besten Aussichten, unter die „letzten Acht" zu kommen. Feldwebel Meier (BMW.) Europameister. Große Ernte, große Vorräte Die Entwicklung der Getreidelagerbestände. Moody, deren größter diesjähriger Erfolg ihr Sieg in Wimbledon war, den ersten Platz zuer- könnt. Unser Heinrich Henkel, der im Vorjahr einen der vorderen Plätze inne hatte, konnte diesmal unter den zehn besten Spielern der Welt keine B^ rückfichtigung finden. Deutschland ist lediglich durch Roderich Menzel vertreten, der an neunter Stelle der Rangliste steht. Drei Glanziprünge von Metcalfe. Ganz hervorragende Sprungleistungen des Au- traliers I. Metcalfe werden aus Sydney gemeldet. Metcalfe startete im Hoch-, Weit- und Dreisprung er erzielte dabei 1,97, 7,31 und 15,77 Meter. Mit einer Dreisprungleistung von 15,77 Meter stellt der Australier eine neue Iahresdestleistung auf und überbot seine eigene um 27 Zentimeter. Den Weltrekord hält der japanische Olympiasieger N. Tajima mit 16 Meter. Arnold, Leihgestern, beim Kursus für Spitzen- und Nachwuchsspieler. Der talentierte Fußballspieler der Spielvereinigung 1926 Leihgestern, Arnold, wurde für die Zeit vom 31. Oktober bis zum 4. November zu einem in Marburg stattfindenden Kursus für Spitzen- und Nachwuchsspieler des Gaues Hessen einberufen. Der Kursus findet unter der Leitung des Reichstrainers Herbert statt. DfB.-Veichsbahn-Leichtathletik. Der VfB.-R. entsandte eine Wettkampfmannschaft, die diesmal aus fünf Frauen und nur einem Aktiven der Männerabteilung bestand. Otto Luh gewann seine Spezialübungen Kugelstoßen und Diskuswerfen. Ueberraschsnd kommt, daß die entsandten Frauen, bis auf eine Ausnahme, alle ausgetragenen Konkurrenzen gewannen. Die Ausbeute war mit 7 Ersten, 5 Zweiten und 4 Dritten sehr ergiebig. Ein schöneres Geschenk konnten die Frauen der Adtellungsleitung zum Abschluß der Saison nicht machen. _ „ , Kugelstoßen: für Männer Klasse I: 1. Otto Luh, VfB.-R., 14,03 Meter; 2. Schleenbecker, Ruttershausen, 12,01; 3. Stahlhut, To. Heuchelheim 11,25 Meter. Diskuswerfen: Männer Klasse!: 1. Otto Luh, DfBR., 40,61 Meter; 2. Schwarzbach, VfB. Diez, 33,10; 3. Goerdten, TG. Offenbach, 32,80 Meter. 4 X 100 • Meter - Staffel: 1. VfB.-R. Gießen, 55,8 Sek.; 2. Gemischte Staffel, Limburg- Diez. VfB.-R. in der Aufstellung Luise Weber, Erna Repp, Elfriede Schmidt, Lotti Diehl. Dreikampf: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 128 P.; 2. Elfr. Schmidt, VfB.-R., 107; 3. Gertrud Muhl, VfB.-R., 79 Punkte. Hochsprung: 1. E. Staudt, Limburg, 1,46 Meter; 2. L. Diehl, DsB.-R., 1,31; 3. E. Schmidt, VfB.-R., 1,20 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 13,4 Sek.; 2. Elfr. Schmidt, VfB.-R., 13,9 Sek.; 3. Erna Repp, VfB.-R., 14 Sek. Drei VfB.-R. in Front. Erfreulich, daß auch jetzt E. Schmidt die 14 Sekunden unterboten hat. Die jüngste Erna Repp mit blanken 14 Sekunden war überraschend schnell. W e i t s p r u n g : 1. L. Diehl, 4,89 Meter; 2. Luise Weber, 4,54; 3. E. Schmidt, 4,38 Meter. Sämtliche VfB.-R. Gießen. m Kugelstoßen: 1. Elfr. Schmidt, VfB.-R., 9,41 Meter; 2. Gertrud Muhl. VfB.-R., 9,30 Meter; : 3. Staudt, Limburg, 9,11 Meter. Frl. Staudt wird überraschend von zwei VfB.-Reichsbahnermnen ge- : schlagen. Nach einem Ruhetag in Mantua wurde am Dienstag die Radfernfahrt Como—Rom mit der dritten Teilstrecke von Mantua nach Forli über 186,8 Kilometer fortgesetzt. Es regnete zwar in Strömen, aber da die Straßen sehr gut waren und es fast ständig bergab ging, schaffte der Sieger, der Italiener Buriani, einen Durchschnitt von 41,5 km/st. Mit wenigen Sekunden Abstand folgten 38 Fahrer in einer Gruppe, unter denen sich mit Ausnahme von Kropp (Aachen) auch alle Deutschen befanden. Richter wurde im Spurt Sechster und im Etappenklassement Siebter,, während Meurer, Bal- ling, Heller und Jrrgang gemeinsam auf den zehnten Rang gesetzt wurden. In der Gesamtwertung liegt der Italiener Ricci an der Spitze; bester Deutscher ist — mit der gleichen Zeit wie Ricci — Irr-