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Dienstag, 28.3uni 1958 Lrschetni rügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dre Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monalr-vezugLpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.9L Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr e —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üenrfprechanschlüffe unter Sammetnummer 2251 Anschrift für Dr^htnach, richten: Anzeiger Sietzeo Poftschecklonto: firantfurt am Main 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnivergtStsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitvng »nd Seschäftrftelle: Schulftratze ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen doti 70mm Breite 50 Rps „Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25"/s mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Prag droht mii Disziplinargerichten. Gonniagsreden ischechoslowakischer Minister. - Sie wahre Stimmung im Regierungslager. Prag, 27.Juni. (Europapreß.) Das erste freie Wochenende, das die tschechoslowakischen Regie- rungsmitgliedtzr seit langem hatten, benutzten einige von ihnen dazu, um in der Provinz aus P arte l o e r s a m ml u n g e n zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Alle diese Reden sind für den Geist der Verhandlungen, die mit den Volksgruppen geführt werden, aufschlußreicher gewesen als die in den letzten Tagen sich häufenden amtlichen Verlautbarungen, die nur allzu oft völlig nichtssagend waren. In der Slowakei sprach bei einer Versammlung der slowakischen Sozialdemokraten Justizminister D erer, der u. a. erklärte: „Wir wollen nicht, daß bei uns politische Gegner erschossen und gehenkt werden, aber wir müssen in unserer Demokratie stark und energisch gegen umstürzlerische Elemente austreten. Die Regierung ist entschlossen, jeden umstürzlerischen Versuch in der Tschechoslowakei zunichte zu machen. Das Gesetz über die Disziplinargerichte bei jeder Landesbehörde wird konsequent durchgeführt werden. Die A n g e st e l L l e n des Staates, der staatlichen Unternehmungen und Einrichtungen sowie auch alle Gemeinde- und Kirchenbeamken werden vor diese Disziplinargerichte gestellt werden, wenn sie gegen die verfassungsmäßigen Grundlagen des Staates verstoßen oder solchen Organisationen angehören sollten, die gegen die Einheit und Souveränität der Republik gearbeitet haben. Rach den Gemeindewahlen ist die Regierung entschlossen, der Verwirrung ein Ende zu machen. Denn in der Republik und in unserer Slowakei muß endgültig Ordnung herrschen." Bei der Tagung der Tschechischen Klerikalen sprach Arbeitsminister D o st a l e k als Repräsentant jener Partei, die sich in den letzten Tagen bei den Verhandlungen über die Nationalitätenfrage als zäher Verteidiger eines nahezu völlig halsstarrigen Standpunktes erwiesen hat. Dostalek glaubte u. a. folgendes feststellen zu müssen: „Es ist noch nicht lange her, daß sich unsere Armee der Welt als eine der besten europäischen Armeen vorgestellt hat. Sie hat ihre Prüfung mit Auszeichnung bestanden, wofür ihr unsere unendliche Dankbarkeit gebührt. ; Rach zwanzigjähriger Arbeit können wir heule ' mit ruhigem Gewissen erklären, daß sich unser demokratisches Regime allseitig bewährt hat. Schade, daß es nicht immer gelungen ist, der feindlichen Propaganda im Innern des Landes wirksam entgegenzutreten. Es ist wahr, daß das Jubiläumsjahr infolge der politischen Ereignisse einen anderen Inhalt erhielt, als wir ihn uns bis vor kurzem vorgesiellt haben. Wir wollten feiern. Dir werden es auch tun, aber so, daß, wenn aus uns schon eine belagerte Festung gemacht wurde, diese tschechoslowakische Festung uneinnehmbar wird. Wir wollen keine unzufriedenen Bürger haben, mögen sie dieser oder jener Rationalität angehören. Wir wollen in allem loyale Staatsbürger mit einem positiven Verhältnis zum tschechoslowakischen Staat haben. Unsere demokratische Einrichtung gibt allen das, worauf sie Anspruch haben und was ihnen gebührt. Die Zeit ist derart ernst, daß unter diesen Umständen jeder Streit im Innern aufhören must. Deshalb gibt es weder eine Rechte, noch eine Linke, sondern nur die tschechoslowakische Nation und den tschechoslowakischen Staat. Um gewappnet zu sein, machen wir das Nation« litäten st atut, aber wir werden auch andere Maßnahmen treffen, damit wir niemals ausgeschaltet werden können. Wir hoffen fest, daß weder unsere Verbündeten im Westen, noch im Osten eine Lage schaffen werden, die zu einem Kriege reizen könnte." Ton und Inhalt dieser amtlichen Worte aus der Tschechoslowakei werden,'da im Schatten der Prager Verhandlungen über das Nationalitätenstatut gesprochen, nicht nur bei den oppositionellen Volksgruppen der Tschechoslowakei Befremden hervor- rufen. Wenn selbstzufrieden erklärt wird, daß das demokratische tschechoslowakische Regime sich seit zwanzig Jahren allseitig bewährt habe, scheint man geflissentlich zu übersehen, daß eine game Welt, und zwar nicht nur eine Prag feindliche Welt seit einigen Monaten erhebliche 3 n> ei f e I in .die Erfolge dieses Regimes setzt, und daß man nicht zuletzt in Londoli und Paris auf eine gründliche Reform dieses Regimes drängt. Glaubt man die abseits stehenden Volksgruppen zu gewinnen, indem man sie als umstürzlerische Elemente zu brandmarken oerfucht? Hofft man, den Glauben an die Loyalität der Prager Regierung, in den Verhandlungen über das Nationalitätenstatut zu stärken, indem man mit Disziplinargerichten droht und neben dem Statut auch „andere Maßnahmen" ankündigt, „um niemals ausgeschaltet zu werden"? Wenn man „loyale Staatsbürger" mit einem positiven Verhältnis zum tschechoslowakischen Staat wünscht, mag man sich m Prag überlegen. was die Regierung bisher gegenüber den Volksgruppen geleistet hat, um sich zu einer solchen Forderung berechtigt zu fühlen. Aber vielleicht heißt es zuviel verlangen, von amtlichen Vertretern eines Staates, der aus Widersprüchen und Willkür her- vorgegangen ist, andere Auffassungen zu erwarten als neue Widersprüche und Ankündigung neuer Willkürmaßnahmen. Gegen das deutsche Volkstum in Ostoberschlesien. Deutschstämmige Arbeiter und Angestellte aus den Betrieben verdrängt. .Berlin, 27. Juni. (DNB.) Wie aus Kattowitz gemeldet wird, hat der Verband der deutschen Angestellten in Polen am 11. Juni an den schlesischen Woywoden Graczynski eine Eingabe gerichtet, in der auf die Auswirkungen der „Reorganisation" in der polnisch-oberschlefi- schen Industrie chingewiesen und dabei die Bitte um Hilfe für die arbeitslos gewordenen Mitglieder und ihre Familien ausgesprochen wird. In der Eingabe wird festgestellt, daß seit dem Jahre 1934 bis Ende März 1938 nicht weniger als 1268 Mitglieder des Verbandes, die zum größten Teil jahrzehntelang in den Jndustrieverwal- tungen und Betrieben tätig waren, ihre B e - schäftigung verloren haben. Bis Ende März feien wiederum 25 Mitglieder des Verbandes, die it\ Handel und Industrie tätig sind, Kündigungen zugestellt worden. Der Verband ist bisher auf seine Eingabe ohne Antwort geblieben. Die Eingabe behandelte nur einen Teil der systematischen Entlassungen deutschstämmiger Arbeitnehmer. Erst vor kurzem haben die Vorstände der „Gewerkschaft deutscher Arbeiter" auf einer Konferenz in Königshütte darauf verwiesen, daß sich die Lage der deutschen Industriearbeiter infolge der fortdauernden Entlassungen immer schwieriger gestalte und daß trotz der Minderheitenerklärungen vom 5. November 1937 und der Zusage des polnischen Ministerpräsidenten eine Besserung oder Entspannung in der Behandlung der werktätigen deutschen Bevölkerung nicht eingetreten sei. Nach wie vor würden deutsche Arbeiter ohne Grund und im Widerspruch zu der bestehenden Arbeiterschutzgesetzgebung aus den Betrieben verdrängt. Rote Häfen sind wichtige mititärischeZiele General Franco begründet die Notwendigkeit nationaler Lustangriffe. London, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Einem Korrespondenten der „Times" erklärte General Franco, daß die einzige Möglichkeit zur Lösung der durch die Bombenabwürfe auf rote Häfen entstandenen Fragen in der Bereit- Stellung eines bestimmten Hafens bestehe, der ausschließlich dem Handel mit nichtmilitärischen Gütoern zu dienen habe. Von einem solchen Hafen müßten alle militärischen Anlagen entfernt werden. Seine Verwaltung müßte der Kontrolle von neutralen Beobachtern übertragen werden. Franco stellte auf das entschiedenste in Abrede, daß die nationalen Flieger planmäßig sich britische Schiffe für ihre Angriffe aussuchten. Seine Flieger seien infolge der Beschießung durch die rotspanische Luftabwehr und die Verfolgungsgefahr gezwungen, in groß-er Höhe u-n b in beträchtlicher Geschwindigkeit zu fliegen. Es fei daher unmöglich, die in der Gefahrenzone liegenden Schiffe zu unterscheiden. Auch fei ein genaues Treffen unmöglich. Die Flieger nähmen sich ausschließlich militärische Ziele vor. Höfen feien aber in jedem Kriege mit vollem Recht militärische Ziele, besonders aber im Kriege mit den spanischen Bolschewisten, da gerade ihnen über die Mittelmeerhäfen dauernd neue Waffen zugef- ührt würden. Außerdem, befänden sich in diesen Häfen Rüstungs- fabriken und Luftabwehrbatterken. Die Mehrzahl der in letzter Zeit zu Schaden gekommenen „britischen Schiffe" sei in Wirklichkeit gar nicht britisch gewesen, sondern das Eigentum von Gesellschaften, die aus dem Schutz der britischen Flagge Vorteil ziehen wollten. Viele dieser Schiffe seien früher in Besitz von Spaniern gewesen und bei Beginn des Krieges von den Sowjets beschlagnahmt worden. Dann beschäftigte sich Franco mit dem spanischen Gold bei der Bank, von Frankreich. Er betonte, daß das Gold nicht dem spanischen Staate gehöre, sondern das Eigentum einer privaten spanischen Bankgesellschaft fei. Es gehöre privaten Effektenbesitzern, von denen die meisten, ebenso wie fast das gesamte Direktorimn der Bankgesellschaft, sich auf nationalspanischem Gebiet befänden. Bankeinbrüche und Verschleppung alles Erreichbaren aus Spanien feien charakteristisch für die Machthaber in Barcelona. Eine Auslieferung des bei der Bank von Frankreich deponierten spanischen Goldes an die Rotspanier würde daher eine unüberbrückbare Kluft zwischen Nationalspanien und Frankreich aufreißen. Moskau hinter den Provokationen Varcelonas. Die Auffassung in Paris. Paris, 28. Juni. (DNB. Funkspvuch.) „Malin" stellt erneut fest, daß die Lage in Rotspanien verzweifelt sei. Man brauche nur die von Moskau beeinflußte Presse zu lesen, die die letzten Maßnahmen an der französischen Pyrenäengrenze heftig angreife, um zu verstehen, zu welchen Mitteln Leute greifen könnten, die von den Sowjets instruiert wurden. Die Drohung Barcelonas fei hierfür bezeichnend. Die Moskauer Freunde der Rotspanier sähen die Partie als verloren .an und drängten daher auf einen allgemeinen Konflikt, der seit zwei Jahren ihr Hauptziel fei. Frankreich und England würden sich jedoch in ihrem Streben nach Aufrechterhaltung des Friedens in Europa mit allen ihren Kräften gemeinsam diesen Manövern widersetzen. „Petit Journal" berichtet aus London, daß man sich dort die Frage vorlege, ob die neuen Bombenangriffe auf englische Schiffe in Valencia und Alicante tatsächlich von nationalspanischen Fliegern ausgeführt worden feien, denn Francos Interesse gebe offensichtlich dahin, die öffentliche Meinung nicht vor- den Kopf zu stoßen. Angesichts der Haltung Barcelonas habe man das Recht zu der Frage, ob man wieder vor einer Provokation stehe. Die „Volonte" fragt ebenfalls, ob die Roten, wenn sie den teuflichen Plan zur Provozierung eines Weltkrieges weiterhin verfolgten, nicht zeitweilig die Urheber der unerhörten Anschläge seien, die man General Franco in die Schuhe schiebe. Gegenwärtig der Friede gesichert. Italien stellt Zuriickrveichen Barcelonas fest. Rom, 27. Juni. (Europapreß.) Die römische Presse stellt mit Befriedigung fest, daß die Bolschewisten in Barcelona, die Ende vergangener Woche mit „Repressalien" gegen die Staaten gedroht hatten, die General Franco ihre Unterstützung angedeihen lassen, bereits „Gegendampf gegeben" haben. Dieses Zurückweichen, schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia",, sei keineswegs auf den Widerstand zurückzuführen, auf den die wahnwitzigen Absichten der spanischen Bolschewisten in London sind Paris gestoßen seien, sondern ausschließlich auf die u n - mißverständliche Warnung Italiens, daß jeder Versuch einer bewaffneten Aktion gegen italienische Städte und Jnteresien mit bewaffneter Hand zurückgewiesen werde. Die klare unik einfache Regel des faschistischen Italiens sei, auf Kanonen ebenfalls mit Kanonen und nicht mit papiernen Protesten zu antworten. Die Ausflüchte der Roten, es handle sich nur um ein Mißverständnis, würden bei niemandem Glauben finden, denn die Reaktionen in London und Paris feien zu heftig gewesen, um die Annahme zuzulassen, daß sie durch ein Mißverständnis ausgelöst worden seien. Es stehe vielmehr fest, daß die spanischen Bolschewisten die Bombardierung nicht nur von Mallorca, sondern auch von italienischen Städten wie Genua, Neapel und Rom geplant hätten. Aber in Italien mache man' sich über diese Möglichkeit keine Sorgen. Italien sei wachsam und durch seine stets bereite Luftabwehr gut geschützt. Aber ein solcher Angriff auf irgendeinen Punkt des italienischen Gebiets würde zur Folge haben, daß Italien sofort Vergeltungsmaßnahmen gegen das sowjet- spanische Gebiet unternehmen werde. Gegenwärtig scheine der Friede gesichert, aber nicht auf lange Zeit, denn dieser verfehlte Anschlag 'Barcelonas bestätige erneut die Absicht der Bolschewisten, in Spanien und anderswo, ihre verzweifelte Lage durch wahnwitzige und verbrecherische Unternehmen in Europa zu retten. Unterredung Mussolinis mit Marschall Badogtio. Rom, 28. Juni. (Europapreß.) In später Abendstunde des Montags wurde hier eine amtlich Verlautbarung ausgegeben, die besagt, daß der Duce am Montag mit Marschall Bado- g I i o eine Unterredung über Fragen militärischen Charakters hatte. Nach dieser Unterredung hatte Mussolini eine weitere Besprechung mit dem Chef des Generalstabes, Unterstaatssekretä'r P a r i a n i. Polens Bauernpolifik. Von unserem X H.-Korrespondenten. W a rfch a u,' Juni 1938. Die polnische Öffentlichkeit wurde zwei Wochen lang von einem großen politischen Prozeß in Spannung gehalten, der in Przemysl gegen das Leitungsmitglied der bäuerlichen Volkspartei, Dr. M- lold Jedlinski, geführt wurde. Jedlinski war der Geheimbündelei und des Aufruhrs angeklagt, weil er den Bauernstreik in Galizien irh Sommer des vorigen Jahres, der zahlreiche Menschenopfer gefordert hat, organisiert haben soll. Ueberraschend war das Urteil: Jetzlinski wurde von der Anklage der Geheimlmndelei ffeigesprochen und nur wegen Aufruhrs zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Das verhältnismäßig milde Urteil gegen einen führenden Kopf der bäuerlichen Opposition läßt erkennen, wie sehr der Regierung an einer Versöhnung mit den Bauern liegt. Hatte es schon Aufsehen erregt daß Staatspräsident Moscicki vor wenigen Wochen auf feinem Schloß Spala zwei Vertreter der Volkspartei» empfangen hatte, so bestätigt das Urteil von Przemysl die Ansicht politischer Kreise, daß vom Regierungslager alle Anstrengungen gemacht werden sollen, um durch eine Lösung der Bauernfrage zu einer Generalbereinigung des innerpolitischen Lebens zu gelangen. Das Schicksal des Landes, in dem 73 v. H. der Bevölkerung auf dem Lande wohnen, läßt sich vom Schicksal des Bauern nicht trennen. Diese Erkenntnis wurde auch vom Chef des Regierungslagers, dem General Skwarczynfki, kürzlich in Lublin unterstrichen, als er ein Bauernprogramm des „Lageks der Nationalen Einigung" entwickelte. Die elende Lage der polnischen Bauernschaft ist nicht etwa erst eine Folge der Weltwirtschaftskrise, sondern sie ist in erster Linie der Uebervölke- r u n g großer Teile Polens zuzuschreiben. In Galizien und großen Landstrichen Kongreßpolens ist der Bevölkerungsdruck so groß, daß auf einem Quadratkilometer über 100, in der Provinz Krakau sogar 132 Einwohner entfallen. Nur den menschenarmen Ost- und Nordostprovinzen verdankt es Polen, daß es in der Reihe der europäischen Staaten nach seiner Bevölkerungsdichte erst an neunter Stelle steht. General Skwarczynski hat die K lein- h e i t der Bauernwirtschaften als Hauptursache des polnischen Bauernelendes bezeichnet. Von 3,2 Millionen landwirtschaftlichen Betrieben, ohne Großgrundbesitz, entfallen 2,1 Millionen auf Güter von einer Große nicht über 5 Hektar und 750 000 Betriebe find nicht größer als 20 Hektar. Die Zwergwirtschaft als Folge der Uebervölkerung des Dorfes, die noch kein ausreichendes Ventil in größeren Industriezentren besitzt, bestimmt die Struktur der polnischen Landwirtschaft. Dort aber, wo noch Land vorhanden ist, in den Provinzen von Wilna, Pole- sien und Wolhynien,' wirkt' sich die Entlegenheit verhängnisvoll aus, weil die landwirtschaftlichen Erzeugnisse keinen Absatz finden und der Bauer nicht in der Lage ist, die für eine wirtschaftliche Bodennutzung erforderlichen Maschinen anzuschaffen. Die Preisschere zwischen Industrie- und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, ist so groß, daß an eine Intensivierung der Bodennutzung in absehbarer Zeit kaum zu denken ist. Die Dorfkommission des Obersten Rates des Regier rungslagers hat deshalb ein Aktionsprogramm aus^ gearbeitet, das vor allem die Liquidierung der Zwergwirtschaften als das wichtigste soziale Problem des Dorfes bezeichnet. Seine Beseitigung dürfte wohl nur durch eine Fortsetzung der 1925 beschlossenen Agrarreform zu erreichen sein, derzufolge aller Großgrundbesitz im Ausmaße von über 180 Hektar (im Osten 300 Hektar) zu parzellieren fei. Bisher wurde dieses Gesetz Zehn pflichten für Kutscher. Verkehrsgemeinschafl ist ein Stück Volksgemeinschaft! Vergiß das nie! Präge dir ein und behälfe gut und für immer: Erste Pflicht: Scharf rechts am Rand der Fahr» bahn fahren! Zweite Pflicht: Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen vorfahren lassen, wenn du nicht auf gekennzeichneter Hauptstraße fährst! Dritte Pflicht: Vor dem Einbiegen nach links die entgegenkommenden Fahrzeuge vorbeilassen! Rechtzeitig abwinken! Vierte Pflicht: Nach links in weitem und nach rechts in engem Bogen einbiegen! Fünfte Pflicht: Dich überzeugen, ehe du aus einem Grundstück herausfährst, ob du auch den Straßenverkehr nicht gefährdest! Sechste Pflicht: Bei Dunkelheit oder Nebel an deinem Fuhrwerk links und rechts je eine hellbrennende Laterne führen! Siebente Pflicht: Dafür sorgen, daß die Ladung deines Fuhrwerkes seitlich nicht herausragt'! Achte Pflicht: Das äußerste Ende deiner Ladung, wenn sie über dein Gefährt herausragt, durch eine große rote Flagge und bei Dunkelheit oder Nebel durch eine rote Laterne kennzeichnen! Neunte Pflicht: Ein unbespanntes Fahrzeug bei Dunkelheit ober Nebel grundsätzlich von der Straße fernhalten! Zehnte Pflicht: Beim Verlassen des Fuhrwerkes die Bremfe an ziehen, die Leine kurz an- binden und die Tiere innen absträngen! balle dich streng an diese Geboke! Wer sie übertriff, versündigt sich an der Gesundheit und am Wohlstand feines Volkes! radikal nur in den Provinzen Posen und Pomerellen verwirklicht, wo vor allem der deutsche Großgrundbesitz betroffen wurde. Der Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i hat vor wenigen Tagen in Thorn bekannt gegeben, daß dort rund 4 5 0 0 0 polnische Familien neu angesiedelt wurden, die als „zivile Grenzwacht in Westpolen" angesehen werden müßten. Milder wurde das Gesetz in Kongreßpolen und im Osten gehandhabt, so daß dort von den 100 000 Quadratkilometer Großgrundbesitz eigentlich noch weit über 60 000" Quadratkilometer aufzuteilen wären. Pis 1937 erwarben 696 000 Personen, das ist lediglich ein Drittel der bodenhungrigen, armselig wirtschaftenden Kleinbauern, Parzellen aus dem Titel der Bodenreform. Um die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft zu heben, will die Dorfkommrssion des Obersten Rates eine „bäuerliche Selbstverwaltung" organisieren. Das polnische Genossenschaftswesen, das jenem der ukrainischen.und deutschen Minderheit an Leistungsfähigkeit noch nachsteht, soll ausgebaut werden und vor allem den Absatz unter Ausschaltung bts jüdischen Zwischenhandels organisieren. (Eine so geschaffene Gemeinschaftsarbeit der Bauern soll Speicheranlagen errichten, Bodenverbesserungen, Neubauten und die Kreditbeschaffung in Angriff nehmen. „Der Faktor Arbeit ist im Ueberfluß vorhanden",' mejnt Skwarczynski im Hinblick auf die große Zahl der Arbeitslosen, er muß nur mobilisiert werden. Diese Mobilisierung der Arbeitskräfte wird ein „Inspektorat für das Dorf" im Obersten Rat leiten. ' - Jetzt geht es der Regierung darum, sich in der Bauernschaft willige Mitarbeiter zu sichern. Finden kann sie diese nur in jenen Reihen der Volkspartei, die dem Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i nahestehen. Der linke Flügel der Partei drängt heute schon sehr stark in ein bedrohlich radikales Fahrwasser, besonders die Jugendorganisation „Wici". Gelingt es der Regierung durch wesentliche Erfolge ihre Aktionsfähigkeit auf dem Dorfe zu beweisen, dann hat sie die wichtigste Voraussetzung für einen ihr günstigen Verlauf der kommenden Gemeindewahlen geschaffen. Die Enffcheidung aber wird im Jahre 1940 bei der Neuwahl des Staatspräsidenten und des Parlaments fallen. In Warschau weiß man genau, was die von dem Bauernführer Witos vor seiner Flucht in das Ausland geeinte Bauernschaft bei Neuwahlen bedeutet. Als im Mai 1920 die Bolschewisten vor Warschau standen, waren es die Bauern, die unter Marschall Pilsudski das Kriegsglück entschieden. Im Jahre 1940 geht es um den innerpolitischen Frieden, tim die Sicherung des Aufbauwerks der Regierung und um die Ueberwindung „alter überlebter Formen", wie General Skwarczynski sagte, nämlich um die Beseitigung des Parteis y st emes. Ob die Sicherung des Werkes des Nationalhelden Josef Pilsudski auch nach innen gelingt, ist. in die Hand des polnischen Bauern gegeben, beziehungsweise in die Hand einer Regierung, die die Dauernfrage zu lösen verstände. !lm das Informationsrecht der Abgeordneten in England, London, 27.- Juni. (DNB.) Im englischen Unterhaus gab es heute eine Sensation. Der Abgeordnete Duncan Sandys, der Schwiegersohn Churchills, hatte vor einiger Zeit dem Kriegsminister gegenüber über eine angebliche Knappheit von Flakgeschützen gesprochen. Der Minister erklärte diese Angabe für f a l s cy , worauf Sandys ihm anbot, genaue Zahlen zur Verfügung zu stellen. Sandys tat das auch in Form einer Anfrage im Unterhaus, die er dem Kriegsminister zuleitete. Darauf wurde er vom Generalstaatsanwalt ersucht, seine Informationsquelle anzugeben. Gleichzeitig wurde ihm bei Nichtangabe der Quelle angedroht, daß er sich unter dem Gesetz zur Wahrung von Staatsgeheim-, nissen einer Gefängnis st rafe bis zu zwei Jghren schuldig machen könne. Heute nun teilte Duncan Sandys im Unterhaus mit, daß der Generalstaatsanwalt anscheinend in Uebereinstimmung mit dem Kriegsminister ihm eine Vernehmung auf Grund des Gesetzes zur Wahrung von Staatsgeheimnissen angedroht habe, wenn er nicht die Quelle angebe, aus der er das Zahlenmaterial für die Flakgeschütze erhalten habe. Der Abgeordnete stellte die Frage, ob er als Abgeordneter verpflichtet sei, derartige Auskünfte zu geben. Der Generalstaatsanwalt aller- Münchener Kindl fuhr an die See. Sommerreise im vorigen Jahrhundert. Die Tochter des berühmten Malers Kaulbach aus München, Josefa Kaulbach, pflegte gern von ihrer ersten Reise an die See zu erzählen, die im Sommer des Jahres 1871 von der Familie des Malers unternommen wurde, als Josefa ein hübscher Backfisch war. Das freie Leben in der fremd- artiaen Natur machte auf sie einen außerordentlich starken Eindruck. „Die Reise nach Föhr ging in langsamen Etappen vor sich", pflegte sie zu erzählen, „denn mein Vater genoß mit Behagen die Wandlung des Vaterlandes von Oberbayern über Nürnberg durch Thüringen, Westfalen nach Hamburg zunb Husum und bis zur Nordseeinsel hinauf. Die erste Seereise war sehr aufregend für mich, denn ich erwartete in meinem kindlichen Gemüt mindestens einen Sturm, Wale nnd Haifische, von Piraten gar nicht zu reden Aber es wurde dann eine sehr ruhige Ueberfahrt, und nur einige Seehundsfamilien waren das Merk- müßige an diesem Abenteuer, das viel zu gefahrlos und schnell vorüberging. Mama mußte viel ruhen, und so schlossen Papa und ich mehr als je einander an, wanderten durch die Dünen, schauten und sprachen oft vor Versunkenheit stundenlang keine Silbe mitsammen. Trotz unserer Zurückhaltung aber hatten wir bald einige Bekanntschaften unter den Badegästen, die mich auf Segelfahrten auf die benachbarten-Inseln Mitnahmen. Dort, auf manchmal unbewohntem Strand, wurde dann ein Feuer entzündet, eine Mahlzeit abgekocht und ein Picknick abgehalten, wie, ich es noch nie so ungebunden erlebt hatte. Kinder von heute, denen all dies selbstverständlich ist, werden vielleicht gar nicht begreifen, welche Freude wir an solchem Leben hatten. Aber sie würden lachen, wenn sie uns sehen könnten, wie wir in unseren zwar sommerlichen, aber recht unzweckmäßigen, eleganten Kleidern vorsichtig in den teerigen Segelbooten um- hertrippelten und beim Lagern im Sand unsere Schleifen, Spitzen und zierlichen Schuhe in acht nehmen mußten. An gemeinsames Baden war natürlich nicht zu denken, die damaligen Begriffe von dem, was schicklich ist, verurteilten das Freibad vhne weiteres. hings hatte erklärt, daß er nicht die Absicht habe, das Gesetz gegen ihn in. Anwendung zu bringen, sondern er ihn als Kronzeugen haben wollte, um die Quelle festzustellen. Premierminister Chamberlain erklärte sich bereit, eine Aussprache darüber zuzulassen, ob das Gesetz zur Wahrung von Staatsgeheimnissen auf Unterhausmitglieder anwendbar sei, die ihren parlamentarischen Verpflichtungen nachkämen. England und Frankreich gegen eine Besetzung Hainans. London, 27. Juni. (Luropapreß.) Zu der Entwicklung in Südchina erklärte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Butter, sowohl die englische, als auch die französische Regierung hätten ihre Botschafter in Tokio angewiesen, der japanischen Regierung gegenüber keinen Zweifel daran zu lassen, daß eine Besetzung der Insel Hainan durch japanische Streitkräfte zu unerwünschten Verwicklungen Ich erinnere mich noch mit Vergnügen an eine sehr heitere und reizende Sängerin auf unseren Fahrten. Sie gab uns den Rat, als Mittel gegen die Seekrankheit kräftig die Wellen anzusingen Und sowie die See ein wenig bewegter wurde und wir uns merkwürdig um den Magen herum fühlten, begannen wir aus voller Kehle einen mehr lauten als schönen Gesang gegen das Brausen' der Wellen. Es muß sich toll angehört haben, und selbst die unentwegt ruhigen Gesichter unserer Bootsleute zeigten ab und zu ein verdächtiges Zucken. Mit einer fast gleichaltrigen Freundin gab ich mich einmal dem schönsten Vergnügen an der See hin — mit einem kleinen Boot hinauf aufs Meer zu fahren. Einmal hatten wir dabei ein Abenteuer, das uns diesen Spaß etwas austrieb. Gegen Abend fuhren wir hinaus und vergaßen ganz daß wir nicht auf einem Binnengewässer waren, sondern mit Ebbe und Flut zu rechnen, hatten. Plötzlich merkte ich, daß alle Kraft meiner Arme das Boot nicht mehr vorwärts brachte, sondern die Strömung uns ins freie Meer hinaustrieb. Zuerst machte uns diese Fahrt, bei der wir uns nicht anzustrengen brauchten, Spaß, aber dann ging uns die Gefahr unserer Lage auf, und wir brauchten alle Selbstbeherrschung, um nicht jammernd in Tränen auszubrechen. Wir nahmen uns sehr zusammen, malten uns scherzend aus, daß wir wie Robinson an eine einsame Insel getrieben würden — aber innerlich sahen wir uns verloren auf weitem Meere treibend, verdurstend, von grauenvollen Ungeheuern bedroht. Da aber tauchte aus der Dämmerung ein Segelboot auf, wir schrien, wurden bemerkt, an Bord genommen und der heimatlichen Küste wieder zugeführt. Die Eltern hatten unsere unfreiwillig verlängerte Reise gar nicht einmal bemerkt. Mit unserer ausgestandenen Angst hatten wir ja auch genug Strafe weg. Aber die gemeinsam erlebte Gefahr schloß die flüchtige Sommerbekanntschast zu herzlicher Freundschaft zusammen. Der Besuch in den nordischen Fischerhäusern, die Besuche an den Hünengräbern, die gerade geöffnet wurden, erweiterten die Eindrücke dieser Reise beträchtlich, die einem Münchener Kindl einen starken und erlebnisreichen Ausblick in feine weitere Heimat vermittelt hatten und nie vergessen wurden." Eva Leiter, führen mühte. Tollten sich unglücklicherweise derartige Verwicklungen ergeben, so fügte Butter hinzu, würden England und Frankreich sich zweifellos so weit unter st ühen, wie das unter den gegebenen Umständen nötig sein würde. England gestaltet keine Durchsuchung seiner Schiffe. Hongkong, 27. Juni. (Europapreß.) Die Durchsuchung unter englischer Flagge fahrender Schiffe an der chinesischen Küste durch japanische See st reit kr äste hat die englischen Marinebehörden veranlaßt, sämtliche Kapitäüe anzuweisen, solche Durchsuchungen nicht mehr zu gestatten. Dabei wird betont, die japanischen Seestreitkräfte hätten lediglich das Recht, durch Einblick in die Schiffspapiere sich zu vergewissern, daß die unter englischer Flagge fahrenden Schiffe tatsächlich das R e ch t zur Führung dieser Flagge hätten. Das Recht der Durchsuchung der Ladung ober der Prüfung, anderer Dokumente, wie Passagierlisten, stünde den Japanern nicht zu. Die schnellsten Tiere. Wenn jemand gefragt wird, welches die schnellsten Tiere sind, so wird er in den meisten Fällen den Hasen oder auch den Windhund als die Rekordläufer unter den Tieren bezeichnen. Ein englischer Naturforscher ist dieser Frage nachgegangen und hat die Schelligkeit der Tiere gemessen, indem er mit Hilfe einer Stoppuhr, während sie verfolgt wurden, ihren Lauf über eine bestimmte Strecke beobachtete und dann die Fußtapfen, die sie auf dem Boden zurückließen, nachmaß. Nach den Ergebnissen, die so erzielt wurden, kann nicht der Hase den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, der größte Schnelläufer des Tierreiches zu sein, sondern eher der Windhund. Ein erstklassiger Windhund kann eine kurze Strecke mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Kilometern in der Stunde laufen, während der Hase es höchstens auf 45 Kilometer in der Stunde bringt. Die schnellsten Tiere sind nach der englischen Aufstellung der Windhund, das Rennpferd, die Antilope und der Fuchs: danach kommen der Fuchshund und her graue Wolf. Keines dieser Tiere kann aber seine Rekordschnelligkeit auf lange Strecken bewahren. Am ausdauerndsten im Schnelllauf sind der Fuchs und der Wolf, die darin den Windhund und das Rennpferd übertreffen. Interessant ist der Einfluß, den die Züchtung auf die Entwicklung der Schnelligkeit bei den Tieren gehabt hat. Jrn allgemeinen sind die wilden Tiere ausdauernder als die Haustiere. So kann der graue Wolf in einer Nacht über 150 Kilometer laufen, eine Leistung, die die Kraft jedes Pferdes übersteigt. Dagegen ist auf kurzen Strecken das Pferd als Haus- tier schneller als das wilde Pferd. Welche ungeheure Leistungssteigerung auf kurzen Strecken bei den Rennpferden hervorgerufen wurde, geht daraus her- vor, daß es im Jahre 1806 das größte Aufsehen erregte, als ein Pferd namens Pankee eine englische Meile, also 1,6 Kilometer, in 2 Minuten 59 Sekunden zurücklegte, während nach Ablauf eines Jahrhunderts die Leistung der Rennpferde so gestiegen war, daß sie eine Meile in weniger als zwei Minuten laufen konnten. Die Champions der Ausdauer unter den Tieren sind indessen nicht die genannten Tiere, sondern die Dromedare: diese bewältigen in den ersten fünf Stunden nur etwa 25 Kilometer. Sie können aber Der „fliegende Teppich" mit allem Komfort. Berlin-Kairo —Berlin: ein Tagesausflug. — Hervorragende Leistung des neuen „Condor". Kairo, 27. Juni. (DNB.) Das viermotorige Großverkehrsflugzeug FW 200 „Condo r", das kurz nach Mitternacht Berlin verlassen hakte, ist heute Vormittag kurz nach 11 Uhr MEZ. auf dem Kairoer Zivilflughafen Almasa glatt gelandet. Der deutsche Gesandte, der Landesgruppenleiter und viele Mitglieder der deutschen Kolonie hatten sich zur Begrüßung auf dem Flugfeld eingefunden. Die 3155 Kilometer lange Strecke Berlin— Kairo wurde mit 21 Passagieren bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 360 km/st in elf Stunden zurückgelegt. Die größte Höhe wurde über dem Balkan mit 5200 Meter erreicht, während das Mittelmeer bei wundervollem Sonnenschein in 3300 Meter Höhe überflogen wurde. — Der „Condor" ist um 14.15 Uhr Kairoer Zeit (13.15 Uhr MEZ.) zum Rückflug nach Berlin gestartet. Das Flugzeug kam schon nach 17 Sekunden vom Boden ab. Bei der Zwischenlandung in Saloniki stellten sich leider Störungen in der Funkanlage heraus. Da das oberste Gesetz in der deutschen Verkehrsluftfahrt die Sicherheit der Fluggäste ist, entschloß sich die Flugführung, mit Rücksicht auf die in der Gegend von Saloniki herrschenden schweren Gewitter, den Flug erst nach der Behebung des Schadens fortzusetzen, um so mehr, als der Rückflug sich über mehrere Nachtstunden erstreckt hätte. * Das können Sie heute jederzeit haben: Sie setzen sich in eines dieser fabelhaften deutschen Großflug-, zeuge modernsten Typs, brauchen dabei, wenn Sie nicht wollen, n o ch n ich t einmal einen Handkoffer, sondern nur eine Akterftasche mitzuneh- men, und fliegen an einem einzigen Tage, d. h. binnen 24 Stunden, beispielsweise von Berlin über fast ein halbes Dutzend fremder Staaten und über ein ganzes Meer weg bis nach der ägyptischen Hauptstadt Kairo, also bis nach Nordafrika und wieder zurückl Dabei gibt es eine knappe halbe Stunde Zwischenlandung, etwa in Saloniki oder in Athen, es gibt eine Stunde Aufenthalt in Kairo, und Sie haben eine Blitzreise, aus einem Erdteil in d e n anderen gemacht, die Sie Ihr Leben lang nicht vergessen werden. Das braucht nun nicht durchaus die Strecke Berlin—Kairo zu fein. Die mächtigen Flugzeuge des Typs. Focke-Wulf „Condor", wie die „Saarland", die das gestern machte, werden in Zukunft a u f verschiedenen Lang st recken eingesetzt werden. Eine solche Maschine hat gerade in diesen Tagen uneingeschränkte Bewunderung für ihre eben» s o schöne wie praktische Inneneinrichtung und für ihre Flugleistungen gefunden. Denn diese libellenschlank wirkende, rassig elegante Maschine hat immerhin eine Spannweite von 3 3 M e t e r, eine Reisegeschwindigkeit von 370 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 430 Kilometer pro Stunde! Sie wiegt selbst die Kleinigkeit von 15 500 Kilo und kann selbst bei voller Belastung und mit etwa 30 Menschen bis auf 8500 Meter Höhe steigen, wobei sie für je 1000 Meter nur 2,1 Minuten braucht! In den letzten Jahren ist bei solchen technischen Spitzenleistungen oft gesagt worden, nun seien die kühnen Phantasien des französischen Schriftstellers Jules Dernes tatsächlich der Erfüllung nahe oder gar Überboten. Aber die Zeit, in der die Phantasien eines Jules Vernes scherzhaft noch als Maßstab für außergewöhnliche technische Leistungen angelegt wurden, sind längst vorbei, wie haben heute nur noch ein nachsichtiges Lächeln für „Eine Reise um d i e (Erbe in 80 Tagen" und nicht weniger für den unter See lebenden geheimnisvollen Fremden des französischen Schriftstellers und feinen stählernen „Narwal". Nein, wir müssen heute schon andere Maßstäbe anlegen, und da erscheint das reizende Märchen vom fliegenden Teppich aus „Tausend und einer Nacht" gerade eben noch ausreichend. Aber auch das ist schon wieder übertroffen. Denn jener fliegende Teppich muß im praktischen Gebrauch eine verdammt zugige und kalte Angelegenheit gewesen fein, während man in den Flugzeugen der obengengnnten Art mit ihren tiefen Klubsesseln, ihrer Schallabdichtung, ihrer automatischen Frischluftzufuhr (und im Winter Dampfheizung!), ihrer Küche mit ausgezeichneter Verpflegung usw. einen Reisekomfort hat, wie ihn selbst ein Luxuszug kaum zu bieten vermag. Um die Mitternachtsstunde haben wir den Start auf dem weiten Rollfeld des Tempelhofer Flughafens erlebt, und wurden trotz allem, was wir in den letzten Jahren auf diesem Gebiet an Erstaunlichem erlebt haben, doch nachdenklich: diese selben Menschen, die wir bei Beginn des neuen Tages unter dem Donnergetöse der vier Motoren von je 8 7 0 PS hatten abfliegen sehen, waren um die Tagesmitte gemächlich in Nordafrika gelandet ... Man stelle sich vor, daß die Berliner, die heute 60 oder 70 Jahre alt sind, noch davon erzählen, wie sie als Kinder mit ihren Eltern gelegentlich einen ganztägigen Ausflug von Berlin nach — Charlotten bürg im Kremser machten und bann spät abends fröhlich, aber auch reichlich strapaziert wieder in Berlin eintrafeti! Heute ist Berlin—Kairo—Berlin ein ganztägiger Tagesausflug, über ,6300 Kilometer. Zollfreie Einfuhr deutscher Waren nach Österreich. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Waren österreichischen Ursprungs sind bei der Einfuhr in das Altreich seit dem 26. März 1938 zollfrei. Jetzt hat der Reichsminister der Finanzen, um den Warenverkehr aus dem Altreich nach dem Lande Oe st erreich zu erleichtern, für zahlreiche Waren die Zollsätze des österreichischen Zolltarifs aufgehoben. Es handelt sich insbesondere um eine große Reihe von Waren auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Ernährung, um die meisten Textilwaren mit Ausnahme von Seide und Seidenwaren — und um viele Waren aus den Klaffen Leder, Metalle, elektrische Maschinen und Apparate, Instrumente und Chemie. Der Wert der Gesamteinfuhr aus dem Deutschen Reich nach Oesterreich betrug im Jahre 1937 158,3 Millionen Mark, der Wert der nunmehr zollfreien Einfuhr etwa 30 Millionen Mark; dieser erste große Zollabbau umfaßt also ein Fünftel des früheren Warenverkehrs. Zm Kampf. gegen den Geburtenschwund! NSG. Wird es dem deutschen Volk noch einmal gelingen, sich von d?r furchtbaren Umklammerung durch die Seuche „Geburtenschwund" freizumachen? Noch sind wir ein sterbendes Volk! Mitten in den Kernpunkt bie-fer Fragen führte eine Arbeitstagung, bie vom Rassenpolitischen Amt bes Gaues Hessen- Nassau unter ber Leitung von Gauamtsleiter Pros. Dr. Kranz in Derbinbung mit ben Sachbearbeiterinnen für Frauen- unb Mäbelarbeit unb bem Lanbesverbanb bes Reichsbundes ber Kinberreichen in ber Gauschule „Bergstraße" in Auerbach burchgeführt würbe. Der erste Vortrag bes Dozenten am zoologischen Institut ber Universität Frankfurt a. M., Dr. Kuhl, mit Vorführungen von jeweils mit Zeitraffer ober Zeitlupe aufgenommenen Filmen zeigte bas Wunber ber Befruchtung des Tier- eis, ber Zellteilung unb Entwicklung bis zum Ausschlüpfen bes lebensfähigen jungen Tieres. In leichtverständlichen Dergleichen nahm ber Landesleiter des Reichsbundes der Kinderreichen, Professor H o l s e l d e r (Frankfurt a. M.), die vorgeführten Bilder zum Ausgangspunkt, um das Aufgabengebiet dtzs RdK. aufzuzeigen: Auslese einer erbbiologisch gesunden und leistungsfähigen Gruppe deuffcher Eltern, die ihren Beitrag zur Sicherung des Bestandes unseres Volkes in Gestalt von mindestens vier tüchtigen Kindern geleistet haben. Ueber die Aufgabe der Frau als gleichverpflichtete Schickfars- Gefahrtin des politischen Soldaten sprach die Reichssachbearbeiterin für Frauen- unb Mäbelarbeit, Pgn. Martha Heß (Berlin). Zwar begreift bie Frau mit bem Gemüt, währenb ber Mann ben Forbe- rungen seines Verstanbes folgt. Dennoch soll und barf" e£ keine Aufglieberungen geben, benn das gemeinsame Ziel ist bie (Einigung bes beutschen Volkes im Sinne bes Nationalsozialismus. Gauamtsleiter Professor Dr. Kranz (Gießen) arbeitete bie nordische Bebingtheit Unserer Weltanschauung heraus, bie mit allen Mitteln zu erhalten unb zu stärken bie bebeutenbste Aufgabe unserer Tage bleiben muß. An Hand jahrelanger beruflicher Erfahrung als Eheberater konnte er nachweisen, von welchem Segen bie mit Hilfe ber nationalsozialistischen Rassen- unb Ehegesetzgebung staatlich gelenkte Förderung unseres Nachwuchses für bie Zukunft unseres Volkes werben muß, insbefonbere, wenn späterhin ber rassische Auslesevorgang immer schärfer gehanbhabt werben wirb. Deutsche Wasserwirtschaft Aachen, 28. Juni. (DNB.) Im Rahmen der Reichswasserwirtschaftstagung fanb eine von ber Reichsarbeitsgemeinschaft ber beutschen Wasserwirtschaft veranstaltete öffentliche Kunbgebung statt. Reichsminister Darr6 erklärte: Es ist in ber letzten Zeit bes öfteren von einer brohenden 93 e r» ft-e p p u n g Deutschlanb bie Rebe gewesen, ja, man hat sich sogar nicht gescheut, bie Erzeugungsschlacht hierfür verantwortlich zu machen. Ich habe bereits in meinem 1930 erschienenen Buch „Neuadel aus Blut und Boden" vor den Gefahren der Versteppung gewarnt, ich sehe die tatsächliche Gefahr weniger in einer falsch betriebenen Wasserwirtschaft als in erster Linie in einem auf liberalistischen Anschauungen beruhenden B o d e n r e ch t. Wo der Boden zur handelsmäßigen Ware entwürdigt wird, da muß er, auf bie Dauer gesehen, versanden oder versteppen, und-keine noch so ideal gestaltete Wasserbewirtschaftung kann diese Entwicklung aufh-alten. Wenn Deutschland nicht bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches noch vielfach feine alten, guten Landrechte, die es nicht gestatteten, ben Bo- ben zur hanbelsfähigen Ware zu machen, gehabt hätte, wer weiß, ob wir heute nicht wie in USA. mühsam gegen die Versandung unserer Aecker und Fluren ankämpfen müßten. Wasseroerwaltung und Wasserrecht könne nur von einer übergeordneten Schau aus neu geregelt werben. Der gesamte beut» sche Wasserschatz ist eine untrennbare Einheit. Ein Tropfen Wasser, nachdem er ben Boben an ber Quelle verlassen hat, kann nicht auf feinem Wege zum Meer, rechtlich gesehen, einmal privaten, einmal öffentlichen Charakter haben. Ich habe vor brei Jahren bie Bilbung von Wasserwirtschaf ts- stellen angeorbnet, beren Dienstbezirke nicht nach politischen Grenzen festgestellt wurden, sondern nach den Einzugsgebieten der großen Ströme. eine ganze Woche hindurch von den 24 Stunden des Tages 12 bis 14 Stunden mit derselben Geschwindigkeit weitertraben, und das mit so geringer Nahrungsaufnahme, daß ein Pferd dabei sehr schnell erliegen würde. Auch ber schwerfällige Elefant ist viel ausbauernber als das Pferb. Er legt in einer Stunbe nicht mehr als 12 dis 13 Kilometer zurück, aber er behält diese Geschwindigkeit 10 Stunden hindurch bei unb kann dies mehrere Tage fort» setzen. Hochschulnachrichten. Die Preußische Akabemie ber Wissenschaften hak in ber philosophisch-historischen Klasse Professor Dr. Wilhelm Pinder (Kunstgeschichte) an ber Universität Berlin unb Professor Dr. Matthias (Belger (Alte Geschichte) an ber Universität Frankfurtzu orbentlichen Mitgliebern gewählt. Gleichzeitig bestätigte bas Preußische Staatsministerium bie Neuwahl ber Professoren D. Dr. Dietrich Wester- mann (Afrikanische Sprachen) unb Dr. Hermann Grapow (Aegyptologie), beide an ber Universität Berlin, zu Mitgliebern ber philosophisch-historischen Klasse. Wegen Erreichung ber Altersgrenze traten in ben Ruhestanb die orbentlichen Professoren Dr. Gg. Wodbermin (systematische Theologie und Reli- gionspsychologie) an ber Universität Berlin; Dr. Rubolf Schenck (anorganische unb physikalische Chemie) unb Dr.-Jng. Max Kloß (Elektrotechnik) an ber Technischen Hochschule Berlin. Zeitschriften. — „Jeder zieht sich die Jacke an, die ihm paßt!" — faat der Volksmund. In diesem Sommer wird es unfern Frauen nicht ganz leicht fallen, gleich die passende Jacke zu finden; denn die Mode beschert ihnen so viele schone und verschiedenartige Jacken, daß die Wahl zur Qual werden dürfte. Um die Frauen ein bißchen zu beraten, bringt die „M oben» weit" (Deutscher Verlag, Berlin) in ihrem Juli-Heft eine hübsche kleine Uebersicht über Jacken in allen Längen unb Farben und erläutert, nach welchen Gesichtspunkten man Jacken auswählen sollte. Das Heft bringt mit rund hunbert neuen Mobellen auch sonst wieder eine Menge nützlicher modischer Tips. Fünf Jahre nalionalsozialistischeAgrarpolilik Akn 29. Juni sind fünf Jahre vergangen, seit der damalige agrarpolitische Beauftragte des Führers in der Reichsleitung der NSDAP. Richard Walter D a r r 6 als Reichsernährungsminister die Leitung der Agrar- und Ernährungspolitik im neuen Deutschland übernommen hat. Die kurze Zeitspanne von fünf Jahren bedeutet die Verwirklichung nationalsozialistischen Ideengutes aus dem Gebiet der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Grund eines wohlüberlegten festumrissenen Planes, nachdem die Marktordnung, das Reichserbhofgesetz und die Er- zeugunasschlacht in Kraft gesetzt wurden. Diese fünf Jahre bedeuten aber auch einen radikalen Wandel in der Einstellung jedes einzelnen von uns zum Bauerntum. Wenn heute auch der werktätige Mensch in der Stadt wieder weiß, was es bedeutet, dem Volk sein tägliches Brot zu schaffen, wenn wir alle wieder wissen, daß ohne den stetig fließenden Triebquell von der Scholle her unsere Kontore und Werkstätten in der Stadt bald veröden würden, so sind auch das Erfolge der zielbewußten nationalsozialistischen Agrarpolitik dieser fünf Jahre. Suchen wir uns nur einen kurzen Ueberblick über den kleinen ßektor unseres Gaues Hessen-Nassau zu verschaffen. Hier wurden seit öer' Machtübernahme über 180 Neubauernhöfe angelegt, lieber 2000 Betriebe wurden im Anliegersiedlungsoerfahren auf Erbhofgröße gebracht, lieber 4000 Kleinlandwirten wurde Land zugeteilt ^ur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz, so daß sie für eine spätere Erweiterung auf Erbhofgröße in Frage kommen. In mehr als 3000 Einzelfällen wurden kleinere Mengen Land an Landarbeiter, Dorfhandwerker, Arbeiter und Gewerbetreibende zugeteilt. Etwa 50 000 Morgen wurden zu Siedlungszwecken verwandt. Für das laufende Wirtschaftsjahr stehen noch rund 20 000 Morgen zur Verfügung. Die Neubildung deutschen Bauerntums im Gau Hessen-Nassau ist undenkbar ohne das großzügige Meliorationsprogramm, das namentlich im Ried 30 000 Hektar Sumpf, nasse Wiesen und Aecker der bäuerlichen Kultur zuführte und durch Aufhebung des Ortsbürgernutzens am Allmendgut der Gemeinden, durch Waldrodungen und durch Kultivierung von Sumpf und Oedland in der Zeit von 1933 bis 1937 rund 13 400 Hektar Siedlungsland in einem Wert von 27 Millionen Mark für Anliegersiedlungen und Bauernhöfe bereitstellte. So entstanden die neuen Dörfer Riedrobe, Allmendfeld, Hessenaue, Rosengarten, Stubenwald, jedes einzelne ein Denkmal nationalsozialistischer Tatkraft. Die Meliorationen haben im ganzen gesehen zu einer Durchschnittsertragssteigerung von 25 bis 30 d. H. geführt. Nicht minder groß sind die Erfolge der Erzeugungsschlacht im Gau Hessen-Nassau. Die Ernte an Brotgetreide stieg vom Jahre 1934 bis zum Jahre 1936 um fast 20 000 Tonnen. Dem herrschenden Sorteckwirrwarr im Saatgut wurde durch die Einrichtung von Saatbaustellen gesteuert. 1934 hatten wir erst 140 deutsche Saatbaustellen in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, 1935 550. Bislang vernachlässigte Kulturen, wie Flachs, Raps und Rübsen, wurden wieder aufaenommen, um auf dem Gebiete der Textilwirtschaft und des Kraftfutters die Abhängigkeit vom Ausland zu lockern. Der wirtschaftseigenen Futteroersorgung wurde die größte Aufmerksamkeit geschenkt, Gärfutterbehälter und Kartoffel-Sauergruben wurden bedeutend vermehrt. Etwa 3000 Naubauten von Dungstätten und Jauchegruben wurden bereits fertiggestellt. So wurden die Voraussetzungen für höhere Leistungen in der Viehwirtschaft geschaffen. Am 30. September 1937 standen bereits 184 000 Kühe in 49 360 Betrieben unter freiwilliger Milchkontrolle, gegen nur 7553 Kühen in 2236 Betrieben im Jahre 1934. Eine wesentliche Steigerung der durchschnittlichen Milchleistung sowohl als auch der durchschnittlichen Fettleistung konnte erhielt werden. Der Erfolg der Landesbauernschast Hessen-Nassau auf dem Gebiete der Schafzucht, die ja vor der Machtergreifung vollkommen vernachlässigt worden war, liegt beträchtlich über dem Reichsdurchschnitt. Während 1933 nur 60 000 Schüfe vorhanden waren, sind es 1937 schon fast das Doppelte, 118 000 Stück. Zwischen Erzeugung und Verbrauch hat die nationalsozialistische Marktordnung geordnete Verhältnisse^herbeigeführt. Sie sichert unseren Bedarf an Lebensmitteln zu Preisen, die den Erzeugern eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit gewähren, die ausreichende Spannen für Verarbeiter und.Verteiler enthalten und doch für alle Verbraucher tragbar sind. Die Marktordnung schützt die Landwirtschaft vor einer Überschwemmung durch entbehrliche ausländische Lebensrnittel und wirkt ausgleichend zwischen den Zeiten, wo je naK Jahreszeit und Ernteausfall der Anfall von landwirtschaftlichen .Erzeugnissen verschieden hoch ist. So ist auch im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in diesen fünf Jahren nationalsozialistischer Agrarpolitik ein grundlegender Wandel vollzogen und alles getan worden, daß trotz der Enge des deutschen Raumes dem deutschen Volk eine breite und zuverlässige Ernährungsgrundlage zur Verfügung steht. Ausweitung der Aufgaben der Iieichstreuhänder der Arbeit. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Die Durchführung der Reichsverteidigungsaufgaben und des Dierjahresplanes verlangt die genaue Innehaltung der vom Führer aufgestellten Grund- sätzn f ü r die Führung der Lohnpoli - t i k. Die Organe des Staates zur Durchführung der Lohnpolitik sind die Reichstreuhänder der Arbeit. Ihre Vollmachten haben sich bisher nur auf die Festlegung von Mindestbedingungen durch die Tarifordnungen erstreckt, deren Innehaltung sie zu überwachen haben. Im übrigen waren die Arbeitsbedingungen ihrer Fürsorge entzogen. Nunmehr hat der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring durch eine Verordnung vom 25. Juni 1938 die Reichstreuhänder beauftragt, ihre Aufmerksamkeit künftig allen Arbeitsbedingungen zuzuwenden. Die Treuhänder der Arbeit können ferner in den vom Reichsarbeitsminister bestimmten Wirtschaftszweigen für alle Gebiete de.s Arbeitsentgelts und der sonstigen Arbeitsbedingungen bindende Anordnungen treffen. Sicherheitsmaßnahmen für den Wassersport der Jugend. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Jrn Hinblich auf die in diesem Sommer besonders zahlreichen W a s - sersportveranstaltungen der Jugend hat der Jugendführer des Deutschen Reiches folgende Sicherungsbestimmungen getroffen: 1. Alle wafsersporttreibende Jugend zwischen dem 14. und 18., Lebensjahr muß der Marine- HI. angehören. ' 2. Damit gelten die Sicherungsbestimmungen der Marine-HI. bei allem Wassersport auch für sie. Das gilt besonders für das in der MHI. befohlene A n - legen von Schwimmwesten bei der Ausübung des Segelsports. 3. Die wasferfportlichen Wettkämpfe finden in Zukunft im Rahmen der Wettkämpfe der MHI. statt. Das Schulbuch über den Kamps um Deutschland. „Bei einem Spaziergang in den Wäldern des Obersalzberg im Herbst 1036 hat der Führer davon gesprochen, wie notwendig die deutsche Schule eine Geschichte der NSDAP, braucht, die in knapper Form der deutschen Jugend Bilder vom Kampf der Bewegung vor Augen führt." Das ist die Einleitung urib zugleich die Begründung, die Reichsleiter Philipp Bouhler, einer der engsten Mitarbeiter des Führers, seinem Buche gibt, das unter dem Titel „Kampf um Deutschland" in allen deutschen Schulen Eingang finden wird. (Eher-Verlag.) In wenig mehr als 100 Seiten hat Bouhler die Entwicklung aezeigt, die zum Nattonalsozialis'mus führte und hat dann, die großen Meilensteine bezeichnet, die den Siegeszug des Führers und feiner Bewegung im Kampfe um 'das neue Deutschland begleiten. So ist eine lebensvolle Darstellung gefunden worden, die nicht an den Einzelheiten haftet, die aber geeignet ist, den Gemüten der Jugend in klarer und eindringlicher Form einzuprägen, was das Vaterland dem Führer Adolf Hitler, feinen Männern und feiner Bewegung zu verdanken hat. Unsere ^deutsche Jugend erhält damit ein packendes Bild von einer Zeit, die sie zum Teil selbst miterlebt, und das ist für sie mindestens so wichtig, wie die Daten unb Taten aus grauen Zeiten ber Vergangenheit, die für bie geschichtliche Bilbung des deutschen Menschen unentbehrlich sind. Bühnenschriftsteller unb Bühnenkomponisten sowie anderer Verbände an. An dem Kongreß nehmen Abordnungen aus 15 Ländern teil. Als Präsident der schwedischen Vereinigung des internationalen Musikbüros der Tondichter hielt der bekannte schwedische Komponist Kurt Atterberg die Begrü- ßungpansprache. Die deutsche Gesandtschaft war durch Legationssekretär B r u n h o f f vertreten. Kleine politische Nachrichten. Am 25. Juni wurde in Kiel mit der Indienststellung des U-Bootes „U 45", bie 7. U-Boot- Flottille gebildet, zu der nach Fertigstellung sechs mittlere U-Boote aehören werden. Sie trägt den Namen „Bernd Wegene r". \ * Der Stabschef der SA., Lutze, wurde von Außenminister Graf Ciano, dem Unterftaatsfefretär für das Heer, General P a r i a n i, dem Staatssekretär für die Flotte, Admiral Cavagnari, dem Unterstaatssekretär für die Luftwaffe, General Valle, sowie vom Sekretär der Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e, empfangen. Am Abend veranstaltete die deutsche Botschaft ein Essen, an dem zahlreiche italienische Persönlichkeiten teilnahmen. * Montag früh traf der neuernannte. Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Mere- k a l o v , auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich ber stellvertretende Ches des Protokolls, Vortragender Legationsrat Boltze, und der Geschäftsträger ber UbSSR., Astachoss, mit ben Mitgliebern ber Botschaft eingefunben. Aus aller Welt. Kunst und Wiffenschast. DasKölnerstniversMsjubilaum Spenden und Ehrungen. Aus Anlaß ber 550-Jahrseier ber Universität Köln hat bie Wirtschaft, wie auch bie Bürgerschaft bes Kölner unb bes rheinischen Bezirks ber Hochschule namhafte Spenben zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaft knüpft an ihre Gabe keinerlei Bebingungen, hat aber ben Wunsch, bei ber Verwenbung ber Summe in irgendeiner Form mitgehört zu werden, insbesondere, da der rheinische Braunkohlenbergbau gebeten hat, baß bas Institut für Derkehrswissenschaft an ber Universität Köln, bas unter wesentlicher Mitwirkung ber Braunkohlenindustrie geschaffen unb erhalten worden ist, künftig auch von feiten der Universität jede mögliche Förderung erfahren möge. Der bei der Industrie- unb Handelskammer angemetbete Betrag beläuft sich auf rund 590 000 Mark. Dgzu kommt die aus Anlaß bes Jubiläums von ber Felten & Guilleaume Carlswerk AG. für bie Einrichtung eines Atomzertrümmerungsinstituts freigegfcbene Summe von 240 000 Mark, ferner bie Spende des RWE. mit 100 000 Mark und die Sammlung des Herrn Direktors Dr. Kühne, die voraussichtlich etwa 70 000 Mark betragen wirb, so daß insgesamt ein Betrag von etwa 1 Million Mark von rheinischen Wirtschaftskreisen der Kölner Universität als Jubliäumsgabe dargebracht wirb. Zu Ehrensenatoren ber Universität Köln wurden ernannt: Professor Dr. Arturo Farinelli (Turin), Generalkonsul Heinrich Neuerburg (Köln), Lanbeshauptmann der Rheinprovinz Heinz H a a f e (Düsselborf), Generalbirektor Fritz Lehmann (Köln), Dr. Hans Kühn, Vorstanbs- mitglieb ber JG.-Farbeninbustrie (Leverkusen) und Kaufmann Otto Wolff (Köln). Zu Ehrenbürgern purben ernannt: Prof. Dr. Ballino G u l i a n o , Präsident bes Petrarca- Hauses in Köln, Generaloberstabsärzt Dr. Anton W a l b m a n n ’ (Berlin), Bergwerksbesitzer Viktor Rolfs (Köln), Professor Dr. Heinrich Ritter Don Srbik (Wien). Mit bem Ehrendoktor! itel der Universität Köln wurden folgende ausländischen Gelehrten ausgezeichnet: in der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. G. B o 11 a i, italienischer Unterrichtsminister und ehemaliger Minister der Korporationen (Rom), und Professor Dr. O. Sillen (Handelshochschule Stockholm); in der rechtswissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Dio- mitio Anzilotti (Universität Rom), Professor Dr. Oliver Martin (Universität Paris); in ber mebizinischen Fakultät Professor Dr. Beclere (Universität Paris), Professor Dr. b e K l e i j n (Universität Amsterbam); in ber philosophischen Fakultät Graf Erik von Rosen Rockel st ab (Spa^re- holm, Schweben), Dr. A. E. van G i f f e n (Groningen), Professor Dr. Frans Dals (Gent); Professor Dr. Miguel A r t i g a s (Temel), Professor Dr. W. L. B r a g g (London-Tebdington) und Dr. Conwell-Evans (London). Von deutschen Gelehrten wurden zu Ehrendoktoren ernannt: in der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Geheime Regierungsrat Universitätsprofessor Dr. phil. Rudolf Meißner (Bonn); in -ber mebizinischen Fakultät Professor Dr. Julius von W a gner-Jauregg von ber Klinik für Psychiatrie unb Nervenerkrankungen ber Universität Wien; in ber philosophischen' Fakultät Professor Dr. med. Abalbert Czerny (Berlin-Charlottenburg) unb Dr. med. Hans Carossa. Ausklang der Gutenberg-Festwoche. Am Wochenenbe erreichte die Gutenberg- Festwoche ihren Abschluß. Am Gutenberg-Denkmal fand eine Feierstunde statt. Oberbürgermeister Dr. Barth legte einen Kranz nieder. Gaufachabteilungsleiter Nielsen von der Gaufachabteilung Druck und Papier griff als Beispiel unb Dorbilb aus unserer Zeit bas Werk Dr. Klingspors heraus, ber für fein vorbilbliches Schriftschaffen bie Goethemebaille erhalten hat. Am Sonntag hielt die Gutenberg-Gesellschaft ihre 37. ordentliche Mitgliederversammlung in Form einer Festsitzung ab. Den Festoortrag hielt Dr. Th. M u s p e r über „Die holländischen Blockbücher und Laurens Janszoon Coster." In dem von dem Direktor des Gutenberg- Museums, Dr. R u p p e l, erstatteten Tätigkeitsbericht konnte das zu Ende gegangene Arbeitsjahr als eines der erfolgreichsten bezeichnet werden. Die Ge- samtmigliederzahl ist auf 659 gestiegen. Der Platz, auf dem bie sterbliche Hülle bes Erfinders ber Buch- brucferfunft beigefetzt würbe, werbe würdig hergerichtet, wozu preisgekrönte Entwürfe bereits vorliegen. Desgleichen soll das Mainzer Gutenberg- Museum einen großzügigen Ausbau erfahren. ' Verständigungswille der akademischen Jugend in aller Welt. Heidelberg, 27. Juni. (DNB.) Zum Abschluß des Deutschen Stubententages verabschiedete Reichsstudentenführer Dr. Scheel mit einem Empfang bie auslänbischen Gäste. Er sprach bie- Hoffnung aus, baß bie vielseitigen sreunbschaftlichen Beziehungen zwischen ber beutschen Stubentenschaft unb ben Stubentenschaften ber anberen ßänber verstärkt werben. Der Führer ber französischen Stu- bentenschaft unb Präsibent bes Internationalen Studentenoerbanbes, Rechtsanwalt b e ßorme, überbrachte bie Grüße ber französischen Studenten. Die gegenseitige Achtung der völkischen ßeiftungen, besonders auch der Wissenschaft und ßiteratur fei die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit und Verständigung. Mit herzlichen Worten dankte Dudan Jankovitch als Vertreter der jugoslawischen Studentenschaft für-die Einladung. Er unterstrich bie Notwenbigkeit bes Zusammenstehens ber stubentischen Jugenb ber ßänber, bie im Kampfe um einen nationalen Neuaufbau unb gegen bie zer- ftörenben Kräfte bes Bolschewismus stehen. Im Namen ber ßeitüng bes Weltstudentenwerkes hob Generalsekretär Braddy (England) bie Bemühungen biefer Organisation um bie Förberung ber Zusammenarbeit zwischen ben Stubenten ber oerschiebenen Nationen hervor. Er mies- barauf hin, baß sich bie beutsche Mitarbeit zu einem wesentlichen Bestanbteil ber Arbeit bes Weltstubentenwerkes entwickelt habe. Weiter kamen Vertreter ber bänischen, arabischen, belgischen unb flämischen Studenten zu Wort. Der Präsident bes Nationalverbanbes der ungarischen Studentenschaften, Dr. Emil Kozma, übersandte Grüße an den ersten Studentenlag im Großdeutschen Reich, wobei er bie Hoffnung auf eine weitere erfolgreiche Gestaltung ber deutsch-un- garischen stubentischen Zusammenarbeit aussprach. Internationaler Tondichterkongreß in Stockholm. Im Beisein bes Prinzen Eugen, eines Stubers bes Königs Gustaf V. von Schweben, fanb im Stockholmer Rathaus bie Eröffnung bes 13. Internationalen Kongresses ber Tonbich - t e r statt. Der deutschen Abordnung, die unter der ßeitung des Generalintendanten Dr. D r e w e s I steht, gehören Vertreter bes Verbandes deutscher Der Lütticher Gistmordprozeß. Jede neue Zeugenvernehmung im Lütticher Prozeß gegen die Giftmischerin Marie Becker bringt zwar eine Fülle ungünstiger Aussagen für die Angeklagte, ohne bah aber bis jetzt irgenbein greifbares Argument für bie Staatsanwaltschaft unb bie Urteilsfällung dabei herausgefprungen wäre. Immer roieber ist von bem bitteren Geschmack ber Getränke die Rede, die'Marie Becker ihren Opfern gereicht hat. Immer wieder wird von ben verschobenen Zeugen auf bie Gelbschwierigkeiten ber Becker hingewiesen, bie bie von ihr zu Tob „gepflegten" Opfer verschiedentlich auch um größere Summen angegangen hatte. Bei der Vernehmung einer Hauptzeugin kam es wieder zu einem Zusammenstoß zwischen der Verteidigung und dem Gericht, den die Angeklagte herbeigeführt hatte, indem sie die Aussagen für gelogen erklärte und die Zeugin persönlich beleidigte. Als bann auch noch im Zuhörerraum unangebrachte Bemerkungen fielen, drohte ber Dorsitzenbe mit ber Räumung bes Saales. Die internationale Walfang-Konferenz in London beendet. Die internationale Walfang-Konferenz in London, an ber Vertreter von Sübafrika, ben Vereinigten Staaten, Argentinien, Australien, Kanaba, Dänemark, Irland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Nordirland, Japan, Neu-Seeland und Norwegen teilgenommen haben, hat ihre Arbeiten beendet. Das Schlußprotokoll enthält einige wichtige Vorkehrungen. So ist es für ein Jahr verboten, Buckelwale durch Schiffsexpeditionen in antark- fifchen Gewässern zu fangen. Ein weiterer Artikel des Protokolls schafft für zwei Jahre ein Schutzgebiet für Gla11wale in einem Abschnitt des antarktischen Ozeans zwischen Grahamsland und dem Roßmeer. Der Grundsatz der Schutzgebiete ist weiter durch den völligen Schutz aller Wale gegen Fang auf offener S-e e < m Polarmeer ausgebaut worden. Das wichtigste Ergebnis ber Konferenz liegt darin, daß das Abkommen vom vorigen Jahre auf unbegrenzte Zeit verlängert worden ist und daß alle vier Hauptwalfangländer, Deutschland, Japan, bie Vereinigten Staaten und Norwegen, das Abkommen unterzeichnet haben. Von Bedeutung ist besonders, daß Japan jetzt ebenfalls dem Abkommen beigetreten ist. Internationales Schachturnier in Bad Harzburg. In Bad Harzburg begann das vom Großdeutschen Schachbund und Bad Harzburg gemeinsam veranstaltete internationale Schachturnier. Der Meister von Deutschland, K i e n i n g e r (Köln), gewann ein Damengambit gegen Preuße. Petrow (Lettland) machte gegen ,Sämisch (Berlin) unentschieden. Bogoljubow (Bad Tri- berg) spielte gegen Eliskases (Innsbruck) ebenfalls unentschieden. Sämifch gewann eine spanische Partie gegen Preuße. Der Jugoslawe P i r c unb Bogoljubow trennten sich in einem orthodoxen Damengambit unentschieden. 'S) e i n i cf c verlor gegen Richter. Kieninger gewann gegen Eliskases. Lokven 0 (Wien) und T e t r o w (Lettland) trennten sich unentschieden. In den bisherigen beiden Runden hat Kieninger als einziger seine beiden Partien gewonnen. kein einheitliches Tanzkleid des VDM. NSG. Durch verschiedene Veröffentlichungen in den letzten Wochen ist der Eindruck entstanden, als sei das vom Modeamt der Stadt Frankfurt a. M. kürzlich herausgebrachte T a n z k l e i d als das neue, für ben BDM. verbindliche und reichsgültige Abend- oder Festkleid anzusehen. Der BDM.-Ober- gau erklärt hierzu, daß es sich im vorliegenden Falle um einen Sonderauftrag handelt. Es ist nicht ankommt deshalb bereiten di ie Sicherheit, Haushalt so Marmelade Beutel fi Beutel fii Beutel fü .. Millionen I- aus eigener laden bestimm! g wissen das seit ; und sind restlos Marmeladen so v Gendarmeriebeamter Frau Anna Giffey, geb. Graf 29. Iuni 1938 Gießen (Im Gartfeld 1), den 28. Juni 1938. 02969 und sehr billig | Empfehlungen"] kleider per m ßende Ware. .per m 4369D Madeira-Stickerei, 130 cm breit, in schönen 4.00 per m 4l.KaessVtoM Anna und Katharina Singer. Gießen, 28. Juni 1938. (neben, Kreuzplatz 15 02965 437OA stellt ste höchsten höchsten 2.85,3.00,3.20 2.00,2.25,3.50 zog den daß Organdy, 75 cm breit, einfarbig und bedruckt ... .per m -.75, -.85, -.90 -.85, -.98,1.10 -.95,1.15,1.25 2.60,3.40,4.00 Am 24. Juni 1938 verschied nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meyie liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante 3155000 GEWINNE UND 335 PRÄMIEN 194(3.600000 Kleider-Zephir, 70 cm breit, kariert, für Haus- und Garten- Gießen Kaiserallee 9 Für die uns bei dem Hinscheiden unserer lieben Schwester erwiesene innige Teilnahme danken wir herzlich. Gefahren erkennen, heißt sie überwinden'. Augen auf im Straßenverkehr! Sommerfarben....... Rayetta, 95 cm breit, modischer Streifen ... Familien-Drucksachen venobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl,Schulstraße? Geburtsanzeigen brach zusammen und liegt jetzt schwer darnieder. Der Verbrecher wurde festgenommen und in das Bietigheimer Krankenhaus übergeführt. Schwere Unwetterschäden in Oesterreich. Am Samstag und am Sonntag wurden verschiedene Gebiete Oesterreichs von schweren Unwettern heimgesucht, die sich besonders in der Steiermark verheerend auswirkten. Die Bäche verwandelten sich in reißende Ströme. Die Schäden sind sehr erheblich. In einigen Gebieten wurde die ganze Ernte vernichtet. Auch mehrere Brücken fielen den Elementen zum Opfer. Gauleiter Dr. Jury begab sich in das Notstandsgebiet, wo er feststellen mußte, daß die Unterlassung der Wildbachregulierung das Ausmaß der Katastrophe so groß werden ließ und sich also hier die Unterlassungssünden des verflossenen Systems bitter rächten. Lieh, den 27. Juni 1938. ( Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Juni, vom Trauerhause aus statt Die Einäscherung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt derts, eroberten sich die Rüben vom Garten Pcker. Als Hackfrucht im modernen Ackerbau zwar an Nahrung, Kultur und Pflege die Ansprüche, antwortet aber auch mit den INH: V/l LH ELM HORN UND SOHN im Alter von 161/, Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit sanft eingeschlafen. In tiefer Trauer: Forstmeister Heinrich Zimmer mit Frau und Kindern. Liselotte Micke Hermann Gutbub Verlobte Rübe gegen Rohr! Aus der Geschichte des Zuckerrübenbaues Von Dr. Alfred Hey. durch einen Messerstecher lebensgefährlich verlehl. Bei Besigheim an der Enz (Württemberg) wurde der Gendarmeriehauptwachtmeister Sch m i d in Ausübung seines Amtes von einem als gewalttätig bekannten Menschen durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Der Täter, Paul S ch l i e n z aus Waldheim, sollte zur Vernehmung in das Rathaus in Hofen bestellt^werden. Der Gendarmeriehauptwachtmeister traf Schlienz beim Heuabladen aus dem Felde in Hofen. Sofort ging er mit der Heugabel auf den Beamten los und bedrohte ihn mit Totstechen. Der Beamte entwand dem Wütenden die Gabel, doch zog dieser ein Messer und verletzte Schmid durch-mehrere Stiche in die Herzgegend und in den Arm schwer. Der Beamte in der Notwehr seine Dienstwaffe und verletzte Angreifer durch Schüsse in den Oberschenkel, so dieser von seinem Opfer abließ. Der Beamte Plötzlich und unerwartet ist unsere liebe Waltraud 700881. ;u leihen gesucht. Schr.Angeb.unt. ! 02967 a.ü.G.A. Erträgen, deren heimische Kulturpflanzen fähig sind. Als Marggraf seinerzeit seine Untersuchungen durchführte, war sein Untersuchungsmaterial nicht entfernt mit unseren heutigen Zuckerrüben zu vergleichen und die technischen Möglichkeiten, seine Erfindung wirksam auszunutzen, waren denkbar dürf- Dirndl-Kretonne, 80 cm br., in reicher Auswahl.....per m Vistra-Musselin, 80 cm breit, schöne Blumenmuster u. Streif. Mattkrepp-Druck, 95 cm br., aparte sommerl. Dessins, per m Bemberg-Lavable-Druck, 95 cm breit, elegante, weichflie- per m 4.10 tig. Aus diesen Dingen-erklären sich die Schwierigkeiten, die der Einführung einer Zuckerrübenproduktion entgegenstanden. Um so bewundernswerter ist die unbeugsame Willenskraft des zweiten Vorkämpfers der Zuckerrübengewinnung, des Berliners A ch a r d , der 40 Jahre nach der Entdeckung seines Lehrers Marggraf dessen Gedanken wieder aufgriff und trotz schwerster Rückschläge und Anfeindungen in die Wirklichkeit umsetzte. Das war der erste Ansturm der Rübe gegen das Rohr, der auch zu den ersten Erfolgen führte. Der Rohrzuckerhandel war inzwischen in die Hand der ^Engländer übefksegangen und die Einfuhrsperre, die Napoleon I. über Europa zur Schädigung Englands verhängte, brachte den jungen Fabrikationszweig der Rübenzuckergewinnung über die ersten Schwierigkeiten hinweg. Kolonialzucker wurde knapp und teuer, und in Frankreich setzte man einen hohen Preis für den aus, der eine brauchbare Fabrikationsmethode für den europäischen Zucker erfand. So übernahmen auch zunächst die Franzosen die Führung- in der Rübenzuckererzeugung. Zwar brauchte man damals an 25 Doppelzentner Rüben, um 1 Doppelzentner Zucker zu erzeugen und als die Einfuhrsperre in den Freiheitskriegen 1813 abgelöst wurde, da überschwemmte der Rohrzucker wieder ganz Europa und brachte der Rübe schwere Niederlagen bei. Aber die Züchtung auf Erhöhung des Zuckergehaltes der Rübe brachte bald große Erfolge. 1850 brauchte man nur noch 13 und 1910 nur noch 6 Doppelzentner für die Erzeugung eines Doppelzentners Zuckers. Die allmählichen Fortschritte, die Züchtung und Fabrikation machten, ließen vor hundert Jahren dann auch bei uns das Interesse am Rübenbau wieder ansteigen. 1840' arbeiteten schon 145 Zuckerfabriken im deutschen Raum, und um die Jahrhundertwende schien es so, als wäre der Kampf Zwischen Rübe und Zuckerrohr zugunsten der Rübe entschieden, denn fast 70 v. H. der damaligen Weltzuckererzeugung waren Rübenzucker. Aber auch die Rohrzuckerländer waren inzwischen nicht faul gewesen. Zwar war die Sklaverei" durch internationale Vereinbarung aufgehoben worden, aber züch- Prachtvolle Sommer-SM Neue deutsche Schule in Vigo. Im Beisein der gesamten deutschen Kolonie fand die Einweihung des neuen Gebäudes der deutschen Schule in Vigo (spanische Provinz Pontevedra) statt, die nunmehr im ehemaligen Beamtenhaus der „Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft" untergebracht ist. Der deutsche Konsul und der Ortsgruppenleiter der NSDAP, wiesen auf die Bedeutung des Ereignisses hin, wodurch die deutsche Kulturarbeit im Ausland eine neue^ und würdige Stätte erhalten habe. Das neue Schulgebäude, von Gärten und Spielplätzen umgeben, liegt unmittelbar an der malerischen Bucht von Vigo. Zwei Feuerwehrmänner tödlich verunglückt. In dem an der Oder gelegenen Dampfsäge- und Holzbearbeitungswerk in Freienwalde brach ein Brand aus. Bei den vergeblichen Löschversuchen kamen zwei Feuerwehrmänner ums Leben, die in den Maschinenraum eingedrungen waren. Sie wurden erst am Morgen verkohlt aufgefunden. Man vermutet, daß sie einer Stichflamme zum Opfer gefallen sind. Zur Brandbekämpfung waren auch Abteilungen der Freienwalder Garnison eingesetzt worden. Trotzdem wurde das ganze dreistöckige Fabrikgebäude ein Opfer der Flammen. Brand im unterirdischen Reuyorker Autotunnel. In dem in Bau begriffenen Autoverkehrstunnel, der in 50 Meter Tiefe unter dem East Rioer hindurch die Neuyorker Stadtteile Manhattan und Queens verbinden wird, wütet ein riesiger Brand, dessen Bekämpfung mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden ist. Das Feuer brach anscheinend infolge eines Kurzschlusses in der Holzverschalung eines Preßluftraumes aus. Starke Rauchschwaden von brennenden Stroh- und Sägespänemassen sowie der st'arke Luftdruck machen es den Feuerwehrleuten unmöglich, an den Brandherd heranzukommen. Mehrere Feuerwehrleute haben bereits Rauchvergiftungen erlitten. Die Feuerwehr muß sich darauf beschränken. Den Tunnel mit riesigen Wassermassen zu überfluten. Schadenfeuer in einer französischen Teppich-TNanufaklur. In der berühmten französischen Teppich-Manufaktur von Beauvais, die in einigen Monaten ihr hundertjähriges Bestehen feiert, brad) ein Brand aus, der erst nach schwierigen Löscharbeiten auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Das Feuer entstand aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache in einem Woll-Lager. Der Sachschaden wird auf 12 Millionen Franken geschätzt, da beträchtliche Wollvorräte und wertvolle Teppiche ein Raub der Flammen wurden. Großfeuer in einem französischen Gebirgsort In dem franzöjfschen Gebirgsdorf Champangss, unweit von Evian in Hoch-Savoyen, wütete ein G r o ß f e u e r, durch das ein Viertel der Ortschaft in Asche gelegt wurde. Der Brand brach aus, als der größte Teil der Einwohner des Dorfes sich zu einer Festlichkeit im Gemeindesaal versammelt hotte. Da der Brand gleichzeitig an drei verschiedenen Stellen ausgebrochen war, nimmt man an, daß es sich um Brandstiftung handelt. Der Schaden beläuft sich, soweit man das übersehen kann, auf anderthalb Millionen Franken. Zwölf Häuser sind durch das Feuer zerstört worden. Bei den Löscharbeiten, die sich sehr schwierig gestalteten, wurden Europas und wohl auch der Menschheit ältester Süßstoff war vor dem Zucker der Honig. Aber am süßen Geschmack mancher Pflanzenteiie, an Früchten und Knollen wird der Mensch schon früh gemerkt haben, daß das, was wir heute Zucker nennen, in vielen Pflanzen vorkommt. Und noch heute, nachdem längst Zuckerrohr und Zuckerrübe zu Kulturpflanzen geworden sind, ist es in vereinzelten Gegenden noch üblich, Zucker aus Palmen, Ahorn und anderen Pflanzen zu gewinnen. Doch schon mehrere hundert Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung hat man in der hinterindischen Heimat des Zuckerrohrs durch Auspressen der Stengel und Eindampfen des Saftes Zucker aus ihm gewonnen. Erst im 12. Jahrhundert ist das Zuckerrohr zum erstenmal in Europa angebaut worden, und dieser Anbau hat sich in den Mittelmeerländern hier und da bis auf den heutigen Tag erhalten. Anfangs schien es nun so, als ob das Zuckerrohr niemals eine Konkurrenz zu fürchten habe. Aber das sollte bald anders werden. Als der Chemiker Marggraf 1747 der Berliner Akademie eine Denkschrift vorlegte, die besagte, daß man echten Zucker aus verschiedenen in unseren Gegenden wachsenden Pflanzen, vor allem aus der Rübe gewinnen könnte, da erregte^das nicht etwa einen Sturm der Begeisterung, vielmehr sah alles danach aus, als ob die schöne Erfindung nutzlos im Sande verlaufe,n würde. Wohl war die Kultur der Rüben in Europa schon sehr alt. Aber Jetzt ist es Zeiti GROSSE NORDLANDREISEN unter der Eloydflagge mitD. »Columbus • General v.Steuben • Stuttgart« ab P.M Grosse Lloyd■ Polarfahrt 16.7.-10.8. 540.- * ZweiteLloyd-Nordkapfahrt 20.7.- 5.8. 310.- Sdiottland-lVorwegenfahrt 2O.7.-29.7. 215.- Nordkap-Spitzbergeniahrt 6.8.-28.8. 420.- MJndestfahrpretse nach Massgabe vorhandener Plltie | An allen Plätzen wundervolle Landausflüge ] Auskunft und Prospekte durch Norddeutscher Lloyd Bremen Gießen: Kretzschmar, Seltersweg 24 terische und kulturelle Maßnahmen am Zuckerrohr und Fabrikationsvereinfachungen machten noch vor dem Kriege den Vorsprung des Rübenzuckers wieder wett. Heute haben die Rohrzuckerländer, in erster Linie Java u nd Kuba, die Rübenländer überflügelt und von den rund 30 Millionen Tonnen Zucker, die im Jahr in der Welt verbraucht werden, sind zwei Drittel Rohrzucker, nur ein Drittel ist dem Rübenzucker noch übriggeblieben. Aber ein weiteres Absinken ist für die Rübenzuckerländer, an ihrer Spitze Deutschland und seine mitteleuropäischen Nachbarn, nicht zu befürchten, auch wenn ihre Ausfuhr stark geschmälert ist. Zucker ist heute kein Luxus, kein Naschwerk mehr, sondern ein unersetzlicher Nährstoff, der beiden Kulturpflanzen, Zuckerrübe wie Zuckerrohr, genug Betätigungsspielraum läßt. Wenn wir hören, wie verschieden der Zuckerver- brauch der.einzelnen Völker ist, dann braucht uns um unsere Rüben nicht bange zu sein. Auf den Kopf der Bevölkerung kommen jährlich an Zuckerverbrauch in Deutschland 23 Kilogramm, in England aber 48 Kilogramm und in Dänemark 56 Kilogramm, in Rußland aber nur 6 Kilogramm und in China 2 Kilogramm. Das sind Unterschiede, die sich nur nach obenhin ausaleichen werden. Unter allen Umständen haben die 150 Jahre Rübenzuckerindustrie mehr Fleiß und Genie flüssig gemacht als die 2000 Jahre Rohrzuckerkultur. Und solche geistigen Aufwendungen sind nie umsonst getan, auch wenn einmal eine vorübergehende Entwicklungspause eintritt. Wir Deutsche jedenfalls können stolz darauf sein, daß wir auch in diesen Dingen mit die Vorkämpfer waren. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende und für die Jahreszeit außerordentlich heftige Wirbeltätigkeit setzt sich fort. Der Durchzug einer ersten Störungsfront brachte auch für unser Gebiet in der Nacht zum Dienstag bei böigen Westwinden vielerorts Niederschlag, der im allgemeinen aber unbedeutend blieb. Im Laufe des Dienstags sind noch einige Schauer wahrscheinlich. Der Durchzug der nächsten Störungsfront ist bis Mittwoch zu erwarten, wobei sich die Niederschläge verstärken. Vorhersage für Mittwoch: Unbeständiges Wetter mit Regenfästen bei lebhaften, stürmischen westlichen Winden. Nur mäßig warm. Vorhersage für Donnerstag: Unruhiges Wetter mit Neigung zu Niederschlägen. Lufttemperaturen am 27. Juni: mittags 26,7 Grad Celsius, abends 22 Grad; am 28. Juni: morgens 16,8 Grad. Maximum 28,8 Grad, Minimum heute; nacht 16,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juni: abends 24 Grad; am 28. Juni: morgens 20,7 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 7,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ' für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (in Urlaub); in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A V. 38: 9163.- Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im 55. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Mannheim 3- 3a 11 02970 Baumpfähle Rosenstäbe Latten ™L Dachpappe Karbolineum Happel&Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 geplant und der B DM. lehnt es ab, das idrei Feuerwehrleute verletzt, doch ist ihr Zu- Abendkleid zu uniformieren. In ihm stand nicht lebensgefährlich. Zur Fejt T^ung der sieht er vielmehr den Ausdruck ganz persönlichen Ursache des Brandes wurde ein genchlccher Unter- Stils. Die reichseinheitlich festgelegte Kleidung des I suchungsausschuß nach Champanges entsandt. BDM. beschränkt sich nach wie vor auf blauen Rock und weiße Bluse für das Mädel und das blaue Jackenkleid für die höhere Führerinnenschaft. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dieHei- matzeitung, den Gießener Anzeiger Verschiedenes"! 3000 M. zur Ablösung ein. Auswertungs- Hypothek alsbald zu leihen gesucht. Schrift!. Angeb. unt .02966 an ben Gießen. Anzeig. sie waren bis dahin immer nur Pflanzen des Gemüsegartens gewesen, und erst, als man die Brache zu bebauen begann, also Ende des 18. Jahrhun- aus den' Nr. 148 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag. 28. Zuni ;YZ8 Aus der Stadt Gießen. Heuernte. Zu keiner Zeit des Jahres werden wir so an die Vergänglichkeit alles Irdischen, gemahnt wie in diesen Tagen der Heuernte. Die Sonne hat lyren höchsten Stand erreicht. Heiß brennt sie auf die Erde nieder. Alle Pflanzen und Bäume haben ihr reiches, dunkelgrünes Laubkleid angelegt. Die Getreidefelder wogen im Winde. Unabsehbar dehnt sich die weite Fläche. Die Linden an den Straßen blühen. Kaum bemerkt man die unscheinbaren Blüten, aber ein Duft strömt von ihnen aus, daß wir unwillkürlich aufschauen. Tausende von Bienchen umschwärmen die grünen Kronen. Weit, weit blauen die fernen Berge, silbern glänzen die Bächlein und Flüsse drunten im Tal. Heber Wiesen und Wäldern liegt es wie ein zarter Schleier. Düfte umwehen uns. Droben am Himmel segeln leichte Sommerwolken dahin. Wir stehen auf frer Höhe des Jahres. Alles draußen in der Natur ist erfüllt von Leben. Das schöne, satte Grün, durchwirkt mit dem bunten Blumen- Die Straße ist ein Prüfstein der Volksgemeinschaft. Sei Kamerad — auch im Verkehr! teppich, ist ein Bild des Ueberflusses. Da gaukeln die Schmetterlinge im Sonnenlicht, Fliegen und Mücken summen in der Luft. Vom Walde ertönt der Ruf des Kuckucks, und die Grillen zirpen ihr Lied. Der Frühling verging. Er brachte uns nur wenige schöne Tage. Wir hofften auf den Sommer, und auch er begann mit kühlem Wetter und bewölktem Himmel. Desto mehr schätzen wir die schönen sonnigen Tage. Lange schon haben die Bauern ausgeschaut nach dem richtigen Wetter. Jetzt ist es soweit. Die Schnitter kommen. Gräser und Blumen fallen unter dem harten Stahl. Wenn wir abends an den Wiesen vorbeigehen, dann strömt uns der Duft des Heues entgegen. Was gestern noch blühte und duftete, das liegt nun welk auf der Erde. Ein paar Tage mit Sonnenschein, und das Heu wird eingefahren. Wir möchten sagen in dieser Zeit: Verweile! Die Tage, in denen sich Abend- und Morgenrot fast berühren, möchten wir festhalten. Wenn im Morgentau die Wiesen wie Diamanten glänzen und die Vögel wie trunken von den Zweigen singen und alles ringsum duftet und blüht, dann schwillt unser Herz vor Freude und Lebenskraft. Aber der Tag der Sonnenwende ist vorüber. Der Wind weht über die Wiesen. Die Tage werden kürzer, wenn wir es auch noch nicht bemerken. Kaum hat der Somme-r begonnen, erinnert uns die Heuernte schon an das Ende. Aber ist es nicht überall so? H. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Heiraten —r aber wen?" Einmaliges Gastspiel Gustav Jacoby in Gießen. Am Freitag, 1. Juli, findet der Heitere Abend des Humoristen Gustav Jacoby im Stadttheater Gießen statt. Gustav Jacoby bringt Scherze und Anekdoten, heitere Schnurren und Erzählungen, eine tolle Revue der Dialekte, fröhliche Rheinlieder usw. Die Veranstaltung beginnt um 20.15 Uhr und endet 22.15 Uhr. Tonfilm- und Vortragsabend. Der Haus- und Grundbesitzerverein und der Reichsluftschutzbund, Orts-(Kreis-)Gruppe Gießen veranstalten am Donnerstag, 30. Juni, um 20 Uhr, im Cafe Leib, einen Tonfilmabend mit Vorträgen des Reichsausschusses für Sachwerterhaltung. Vortragender ist Major a. D. Freiherr v. Mässenbach (Berlin). Heffenburschen und Mädchen in Lissabon. Die hessische Trachtengruppe, die unter der Leitung von Georg H e ß (Leihgestern) an der Reichstagung der NSG. „Kraft durch Freude" in Hamburg teilgenommen hatte und dann die Reise nach Italien auf dem KdF. - Schiff „Wilhelm Gustloff" angetreten hat, ist inzwischen in Lissabon gewesen und hat dort auf auf einer Rundfahrt die Schönheiten der Stadt besichtigt. Unser Bild zeigt die hessische Trachtengruppe im schönen Hof des Klosters Hieronymus in Lissabon. Anschließend wurde auch der Insel Madeira ein Besuch abgestattet und dann die Fahrt nach Neapel fortgesetzt. N * Ehorliieraiur beim Gausängerfest in Gießen. Die verschiedenen Sängerfeste des Deutschen Sängerbundes oder eines Gaues spiegeln deutlich die Einstellung wider, die die Sängerschaft zum Chorschaffen der Vergangenheit und Gegenwart hat. Darum hat jedes dieser Feste, die zeitlich weiter auseinanderliegen, sein eigenes k ü n st l e r i - sches Gepräge. Betrachten wir die Dortrags- folge eines um Jahrzehnte zurückliegenden Festes, so werden wir Namen und Stücke finden, die heute bei einem guten Konzert undenkbar sind. Wie in allen Dingen, so hat die sichtende und abwägende Zeit auch hier ihr Opfer gefordert. Andererseits wieder werden wir auch dort Namen finden, die uns* von jeher teuer und wert waren und es auch bleiben werden. Ebenso geben diese Vortragsfolgen genauesten Ausschluß über Stilwandlungen, Umwertung der Begriffe und anderes mehr. So hat auch das Gießener Gaufänger- fest fein eigenes künstlerisches Gesicht: Daß eine große Verwandtschaft mit dem Breslauer Fest des DSB. vom vergangenen Jahre besteht, dürfte nicht weiter verwunderlich erscheinen, denn dafür ist der Zeitabstand zu gering. Davon aber abgesehen, bleibt noch so viel Eigenes, daß wohl von einem hessischen Sänge r f e ft gesprochen werden kann. Am Samstag, dem 9. Juli werden weit über 30 Vereine in Sonderkonzerten, ihr Können zeigen, ebenso werden in einer Feierstunde und in anderen Großveranstaltungen disziplinierte und geschulte Sängermassen das deutsche Lied künden. Bei all diesen Veranstaltungen werden nur solche Werke erklingen, die durch den Musikaus- schuß des Gaues XII geprüft und würdig befunden wurden. Der Vergangenheit und Gegenwart ist gleicherweise Rechnung getragen. Von den Komponisten vergangener Zeiten nehmen die Romantiker und unter ihnen wieder Schu b e r t den größten Raum ein. Das ist kein Zufall, । denn Schubert steht auch heute noch mit feinen Männerchören auf einsamer, unerreichter Höhe. Neben ihm finden sich Robert Schumann Konradin Kreutzer, C. Reinecke, Julius Rietz, Niels Gade, der Däne, dessen Schaffen aber ferne Nahrung aus deutschem Boden zieht, C. M. von Weber, der Freischützkpmponist. Ihre Werke haben dank ihrer äußeren und inneren Haltung die Zeiten überdauert und erfreuen heute noch wie einst. Aus der jüngeren Vergangenheit finden wir Werke von Joh. Br.ahms, A. Bruckner, V. Lachner, F. Hegar, dem Meister der Chorballade, F. C u r t i und Wendel. Es zeugt von einem fortschrittlichen Geist unserer Männerchöre, daß man dem Schaffen der lebenden Komponisten breitesten Raum gewährt hat. Fast alle Namen, die heute Klang und Bedeutung haben, sind vertreten. So: O. Liß mann, wohl einer der bedeutendsten der „Neuen", W. Rein, die Reger-Schüler M. Unger und H. Srabner, H. Kaun, P. Sraener, der Braunfelser O. Ger st er, der Schlesier P. Geilsdorf und viele andere. In den Werken fast all der Genannten läßt sich die Stilwandlung, die das Männerchorlied in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat, deutlich verfolgen. Von besonderem Interesse dürfte es sein, daß in einem Konzert dem Schaffen der Tondichter in unserem Gau 12 besonders gedacht wird Es sind: Grim (Darmstadt), 91 o a cf (Darmstadt), Temes- vary (Gießen) und Zoll (Alsfeld-Darmstadt). Daß das Arbeitsgebiet unserer Männerchöre nicht auf den Männerchor allein beschränkt bleibt, beweisen die Aufführung der Jahreszeiten von Haydn und das Konzert der Madrigalvereinigung Darmstadt, in dem köstlichstes Liedgut der Vergangenheit geboten wird. Ebenso beweisen das die beiden Kirchenkonzerte in der Johannes- und Stadtkirche. Eines ist sich im Wandel der Zeiten gleich geblieben: die Liebe zum Vokkslied und volkstümlichen Lied. Darauf kann der Männergesang stolz fein, denn gerade jene Liebe zum Volkslied war es, die anerkanntermaßen in Zeiten des Verfalls der kul- turzerftörenden undeutschen Musik einen Damm entgegensetzte, der allen Anstürmen standhielt. So findet sich das liebe alte Volkslied auch recht zahlreich auf den Folgen beim Gießener Fest. Teils finden wir es in der schlichten Form, wie wir es besonders durch Altmeister Friedrich Silcher kennen, teils in kunstvollen Bearbeitungen von Othegraven, Stürmer, M. Reger, I o - chum, Heinrichs u. a. Wie es auch auftritt, auch beim Gießener Gausängerfest wird es, wie so oft, seine Wirkung auf Herz und Gemüt nicht verfehlen. Dem Sängerkreis Gießen und einigen Vereinen des Sängerkreises Wetzlar ist eine große und schwere Aufgabe gestellt worden. Sie werden bei der Feierstunde in der Volkshalle aip Samstagabend die Kantate „Heiliges Vaterland" von F. Philipp zu Gehör bringen. Es wirken mit an 2000 Sänger, ein Knabenchor und ein Orchester. Ebenso werden Gliederungen der Partei und der Wehrmacht dabei beteiligt fein. Es steht zu erwarten, daß diese Aufführung einer der Höhepunkte Zwei Tage Verdunkelungsilbung Vom Montag, dem 4. Juli 1938,,mit Eintritt der Dunkelheit, bis zum Mittwoch, dem 6. Juli 1938, zum Tagesanbruch, wird in Gießen und Umgebung eine Verdunkelungsübung durchgeführt. Was ist zu beachten? Gebäude: Sämtliche Gebäude müssen so verdunkelt sein, daß kein Lichtschein nach außen bringt. Im Bedarfsfälle sin/d Lichtschleusen anzubringen. Fahrzeuge: Fahrzeuge aller Art müssen vorschriftsmäßig abgeblendet, d. h. mit Abblendkappen versehen sein. Diese Anordnung gilt auch für die Radfahrer. Fahren ohne Licht ist verboten und wird bestraft. Oeffentliche Beleuchtung: Die öffentliche Beleuchtung ist während der Dauer der Verdunkelungsübung auszuschalten. An den verkehrsreichen Straßenkreuzungen und Plätzen sind Richtungslampen aufzustellen. Gefahrenstellen (Baustellen und dergleichen) sind durch rote Lampen kenntlich zu machen. Ausnahmen: Die im Dienst befindlichen Fahrzeuge der Wehrmacht, Polizei, Feuerlöfch- polizei, Sanitätskolonne und Aerzte dürfen mit grünem Licht am linken Scheinwerfer fahren. Kontrollen: Zur Überwachung werden Polizei, Amtsträger des Reichsluftschutzbundes, NSKK.- und SA.-Männer eingesetzt. Den Anweisungen dieser Kontrollorgane ist unbedingt Folge zu leisten. Verkehrsteilnehmer beachtet die Verkehrsvorschriften, damit Unfälle während der Verdunkelungsübung vermieden werden. Fahrt besonders vorsichtig! Diese Bekanntmachung gilt als polizeiliche Anordnung und hat bei Nichtbeachtung Bestrafung noch dem Luftschutzgesetz vom 26. Juni 1935 zur Folge. des ganzen Festes werden wird. Die Musik des Werkes ist gut empfunden und formal sehr gut aufgebaut. Die eindringliche Wirkung auf die Hörer wird nicht ausbfeiben. So wird das Gießener Fest wieder einmal beweisen, welch ein Kulturfaktor das deutsche Lied ist und welche Bedeutung fernem Künder und Träger, dem Männerchor, zukommt. H. Blaß, Kreischorleiter. 3m Dienste der Krnährungssicberung. Erste Sitzung des Landesbeirats der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. LPD. Auf Schloß Lichtenberg im Odenwald fand am Montagnachmittag die erste Sitzung des Landesbeirats der Hauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau statt. In feines Begrüßung gahnste*" —L-L-LZ klein« t«1"“ erklärte Landeshauptabteilungsleiter Bürgermeister Weyrauch den etwa 70 Teilnehmern, daß die Ernährungssicherung die engste Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen verlange. Diesem Kontakt diene die heutige Versammlung, der weitere Zusammenkünfte folgen sollen. Der Landesbauernführer Hessen-Nassau, Dr. Wagner, umriß dann die Aufgaben des Reichsnährstandes und stellte fest, daß dieser eine öffentlich-rechtliche Körperschaft sei, die als Stand eine Aufaabe des Staates durchführe. In seinen weiteren Ausführungen zeigte Dr. Wagner, daß die Arbeit des deutschen Landvolks feit 5 Jahren in unerschütterlichem Idealismus geleistet werde und stets der Gesamtheit des Volkes zugute komme. Daher Scharnhorsts großes Kommando Zu seinem 125. Todestage am 28. Juni. Als Scharnhorst in preußische Dienste übertrat, stand er bereits im sechsundvierzigsten Jahr. Seine Laufbahn war durchaus nicht ungewöhnlich: mA dreißig Jahren ist er Titularleutnant, mit fünfzig Endlich Oberst. Und es hat sicherlich Verwunderung erregt, daß der König diesen Bauernsohn aus dem hannöverschen Dorf Bordenau in den Adelsstand erhob, als er im Frühling 1801 nach Berlin kam. Dieser Major mit der lässigen Haltung, „verlegen und timide", mit der ruhigen Sprache und den halbgeschlossenen Augen erschien jüngeren Offizieren wie von der Marwitz eher „ein nachdenklicher alter Schreiber". Und in der Tat könnte die schöne Büste, die Rau ch von Scharnhorst gemeißelt hat, eher den Kopf eines Philosophen darstellen als den eines preußischen Generals. Die Pläne und Anregungen Scharnhorsts zur Umgestaltung der überalterten Armee werden in Hannover nur mißvergnügt registriert und zu den Akten gelegt. Scharnhorst sieht keine Möglichkeit des Ausstiegs: sein Entlassungsgesuch wird mit beleidigender Gleichgültigkeit bewilligt. In Berlin hat er vielfach mit den gleichen Widerständen kämpfen müssen. Die Taktik Friedrichs des Großen galt als der Gipfel der Kriegskunst. Es genügte der Einwand des alten Herzogs von Braunschweig: im Siebenjährigen Krieg sei dies oder jenes bei der Königlich-Preußischen Armee nicht Grundsatz gewesen, um einen Reformgedanken Scharnhorsts zum Scheitern zu bringen. Diese Gedanken kreisen um den einen nüchternen Satz, mit dem er den Entwurf zum Aufbau einer Reservearmee einleitet: „Alle Bewohner des Staates sind geborene Verteidiger desselben". Von diesem großen Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht gehen alle anderen Reformen aus: die Offizierslaufbahn muß Nichtadligen erschlossen werden, denn die Schlagkraft eines Heeres darf nicht durch Standesvorrechte beeinträchtigt werden. „Die Freiheit des Rückens" wird proklamiert, Stockprügel und Spießrutenlaufen aufgehoben, denn wenn Soldatentum Ehrendienst am Volke fein soll, darf der Soldat nicht mit Strafen belegt werden, wie in den Zeiten der Söldnerheere, da die Soldaten ehrlos waren, mißachtet, Verbrechern gleichgestellt. Das sind die Grundsätze, die er einer neuen Generation einhämmert. Unter seinen Hörern in der Berliner Militärschule sitzt auch der junge C l a u s e- w i tz Dieses Werk der militärischen (Erneuerung durch'. zuführen, wird Scharnhorst nach der Katastrophe von Jena und Auerstädt Gelegenheit gegeben. Als Chef des Allgemeinen Kriegsdepartements schafft er unter den Augen der napoleonischen Spione durch das Krümpersystem große Reserven ausgebildeter Rekruten. Sein Leben tritt nun ganz hinter seinem Werk zurück. Als er seine Pläne dem französischen Gesandten verraten sieht und deshalb (Scherl-Bilderdienst-M.) seinen Abschied nimmt, wird er durch einen Strohmann ersetzt, den Scharnhorst aus dem Hintergrund lenkt. So kommt die große Stunde der Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Rußland. Wo wird Preußen stehen. Auf wenig befahrenen Landwegen, abseits der großen Kurierstraßen, reist Scharnhorst im September 1811 nach St. Petersburg. Seine Papiere lauten auf einen russischen Obristen Menin. In Besprechungen mit dem Zaren legt Scharnhorst einen Feldzugsplan dar, wie er später durchgeführt und das Verhängnis der Großen Armee wurde: vorgetäuschter Rückzug bis ins Innere des Landes und inzwischen die Zusammenballung aller Kräfte zum entscheidenden Schlag. Ende Oktober kann er dem König eine preußisch-russische Militärübereinkunft zur Änerkenpung oorlegen. Selbst der Staatskanzler Hardenberg tritt jetzt auf Scharnhorsts Seite. Aber hartnäckig hält der König an dem Bündnisangebot an Frankreich fest. Scharnhorst fährt nach Wien. Aber Metter- n i ch läßt den Vorstoß geschickt ins Unendliche der Geheimakten und Kabinettsverhandlungen verlaufen. Inzwischen wird in Paris das Bündnis mit Preußen abgeschlossen. Scharnhorst inspiziert wieder schlesische Festungen. Er hat umsonst gearbeitet; pour le roi de Prusse, wie das französische Wort sagt. Von der Leitung des Generalstabs ist er zurück- getreten; aber er bleibt im Lande. Der Ausbruch des Krieges bringt für Scharnhorst eine neue Enttäuschung. Blücher erhält den Oberbefehl. Scharnhorst hat das erbitterte Ringen bei Groß-Görschen um ein Viereck brennender Dörfer in den Reihen der Soldaten mitgemacht. Gegen Abend trifft ihn ein Schuß unterhalb des Knies. Es scheint eine wenig gefährliche Verwundung zu sein. Zwischen einigen Briefen, die er an feine Tochter schreibt, wird ihm von Feldchirurgen die Kugel herausgeschnitten. Drei Tage später ist er i schon wieder unterwegs zu Verhandlungen in Wien. Auf der Fahrt verschlimmert sich die Wunde. Fieber tritt auf. Jetzt kann er schon nicht mehr auf Krücken gehen. Vom Bett trägt man ihn in den Reisewagen. Im Gasthaus „Drei Linden" am Graben in der Prager Altstadt hat er lange Unterredungen mit Radetzky und dem österreichischen Oberbefehlshaber Schwarzenberg. Der Brand wuchert im Fleisch. Mehrere Operationen bleiben j erfolglos. In dieser Lage erreicht ihn die Nachricht, daß der! Waffenstillstand abaeschlossen ist. Soll wieder alles; zu Ende sein? „Könnte ich das Ganze kommandieren! — Alle sieben Orden und mein Leben gäbe I ich für das Kommando eines Tages'" In feinen । Fieberphantasien spricht er von dem Mädchen, dem: die verzichtende Liebe des alternden Mannes galt, ; und von dem Großen Kommando. Am 28. Juni; morgens stirbt er. Scharnhorsts Ehrgeiz, einen Tag lana drei । Armeekorps führen zu dürfen, ist nicht in Erfüllung > gegangen. Und doch reicht sein Kommando bis in unsere Tage. Niemals wären die deutschen Waffen-> taten möglich gewesen ohne das Bolksheer. ' das Scharnhorst geschaffen hat. Nicht überlegene I Strategie bat über Navoleon den Sieg davongetragen, sondern Scharnhorsts Geist. D"shalb konnte ihm Ernst Moritz Arndt über sein Grab auf dem Berliner Jnvalidenfriedhof nachrufen: „Und der Ruhm schlägt seine golhnen Flügel um ihn bis in Ewigkeit." .Walter Schwerdtfeger. Gloria-Paioft: „Heiraten- aber wen?" Aus der Ueberschrift kann man wohl bereits entnehmen, daß dies ein sommerlich harmloses Vergnügen ist: das Abenteuer des Mädchens Urmia, welches einen ungeliebten Mann heiraten soll, ihren Eltern durchgeht und ihr Glück als Stubenmädchen riskiert. Sie kommt mit Hilfe einer Freundin unb einer alten Kinderfrau bei einem freundlichen Chirurgen unter, der sich bei ihrem Anblick an den seligen Pygmalion erinnert und an dem Mädchen seelisch-geistige Schönheitsreparaturen vorzunehmen beschließt. Da auch der erste Assistent an der Sache interessiert ist und überdies ein neuer Papa für Ursula gefunden werden muß, entsteht ein herrlich schwankhaftes Durcheinander, bei dem sich d->r Beschauer zwei Stunden angeregt und ohne Gewissensbisse unterhält. Hörbiger ist ein österreichisch leutseliger Professor, Karin Hardt das verschüchterte Häschen auf Anstelluna. Unter Carl Boeses bewährtem Führung tun sich ferner Hella Pitt, Rolf Wanka und (auf Mosers Spuren) Rudolf Carl hervor. — Außerdem gibt es die Wochenschau und einen Bildbericht von der Deutfch- land-Fahrt. Hans Thyriot. Hochsckulnachnchfen Professor Dr. Wilhelm Pinder. Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Berlin, tnurbe 60 Iahre alt. Am 25. Juni 1878 in Kassel geboren, habilitierte er sich 1905 in Würzburg und lehrte später als Ordinarius in Darmstadt. Breslau, Straßburg, Leipzig und München. Pinder ist eine der markantesten und einflußreichsten Persönlich- keilen der deutschen Kunstwissenschaft. Von seinen zahlreichen, vielfach grundlegenden Ar-beiten sind zu nennen „Deutsche Dome". „Mittelalterliche Plastik Würzburgs", . Deutsches Barock", „Deutsche Barock- Plastik". die Werke über die Dome zu Naumburg und Bamberg und deren Bildwerke. „Die deutsche Plastik im 14. und 15. Jahrhundert", „Das G> ne- rafionenprobfetn in der Kuv'^" unb als frhfe o«-oße Arbeit „Nom Wesen unb Werden deutscher formen". Pinder, der seit dem 1 Oktober 1935 m Ber- lin mirktz ist übriaens auch ein feinfinniaer Musiker; er hat Kompositionen für Kammermusik unb eine Anzahl Lieder geschrieben. Der Führer unb Reichskanzler hat den Professor Dr. Seifert in Würzburg zum o. Professor ernannt. Der Reichsminister für Wissenschaft, Er- Ziehung und Volksbildung hat ihm eine Professur für Chirurgie übertragen unb ihn gleichzeitig zum Rektor der Universität Würzburg ernannt. Achtet sorgfältig auf die „Vorfahrt"! Auch die Äorfstraße birgt Gefahren! der Reichssportschule 2 der Hitler-Jugend in See- moos nm Bodense die OPrüsung mit der Note „Sehr gut" ab. Er gehört in Deutschland somit zu den wenigen, die diese Prüfung mit dieser Note bestanden haben. Auf Grund der erlassenen Dor. schriften werden ihm, da er bei der Marine seine Dienstzeit als Freiwilliger ableisten will, nun zwei Jahre seiner Dienstzeit erlassen. ** Kohlrabi gesund und reichlich vorhanden. Bei der Zusammensetzung unserer Kost kommt es nicht nur darauf an, daß die Nahrung möglichst viele hochwertige Nährstoffe in konzentrierter Form enchält, sondern sie mutz auch genügend Zellulose-, vitamin- und mineralsalzreiche Nahrungsmittel enthalten. Die Mineralsalze sind für die Blut- bildung und den Knochenbau wichtig, und der Di- tamingehalt wirkt fördernd auf die Tätigkeit aller der Verkehr am stärksten ist, viel eher auf eine ver- nünftige Verkehrsregelung einstellt als an Verkehrs- armen Stellen, darf man sogar annehmen, daß die Dorfstratzen nicht die verkehrsungefährlichsten sind. Gerade jetzt im Sommer, wenn die Heu- und Erntewagen zwischen Feld und Hof hin und her rollen, ist es an der Zeit, sich grundsätzlich so einzustellen, daß sich auch im Herbst, wenn die Straßen allzu eng erscheinen, der Verkehr reibungslos vollziehen kann. — Mag man tausendmal ohne vor-, herige Umschau selbst über den Fahrdamm gegen- gen, mag man hundertmal mit seinem Fuhrwerks auf der linken Straßenseite glücklich um die Ecke gekommen sein —, einmal kann solchesVer-, halten doch schlecht ausgehen. Und dasr Schlimme ist dabei, daß man hierdurch nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet. Der Ackerwagen muß von der Straßenkurve weggenommen werden.^ Die Dorfkinder sind immer wieder zu besonnenem' 8UüMarBdi4«nnt1nfng. 1900 1. 3gb. — VfL. Lauterbach 1. Jgd. 8:0 (3:0). Die 1. Jugend der Blauweißen zeigte wieder ein «Piel, das restlos begeisterte. Man geht nicht fehl, wenn man sagt: Diese Jugend gehört bestimmt zu den besten Jugendmannschaften des Kreises. Die Abwehrmauer der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 ließ den Gegner nicht zum Schuß kommen. Meist blieben die Angriffe schon in der Läuferreihe der Blauweißen hängen. — Gestern bewies der «türm, daß man ihm doch etwas Unrecht in der Vorschau gegeben hatte; denn acht Tore gegen DsL. Lauterbach zu schießen, das will schon etwas heißen! 1900 2. 3gb. — Spv. Querfbom 1. 3gd. 0:1 (0:0). Die 2 Jugend der Blauweißen schlug sich überraschend gut gegen einen Gegner, der an sich viel kräftiger und tampfesreifer war. Hier konnte man der 2. Jugend von vornherein keine Gewinnchance einräumen. Jedoch gaben sich die Blauweißen nicht so leicht geschlagen. Erst gegen Schluß glückte den Gasten aus Queckborn im Anschluß an eine Ecke das einzige Id** Zum fälligen Rückspiel standen sich die genannten Mannschaften in Klein-Linden gegenüber. Für Klein-Linden galt es, die 3:2-Dorspiel-Niederlage Teutonia Watzenborn-Steinberg in Alsfeld. Sportverein Alsfeld I gegen „Teutonia" Wahenborn-Steinberg I 2:6 (1:4). Nachdem die Dereinsführung des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg die Fahrt zum Tschammer- Pokalspiel nach Fulda bis ins kleinste vorbereitet hatte, traf am Samstag von Gruppensportwart Dr. Hagemiller, Nürnberg, die Nachricht ein, daß das genannte Spiel wegen dem in Fulda stattfindenden Kreisparteitage abgefetzt worden fei. Sofort wurden noch am Samstag Verhandlungen wegen eines Gesellschaftsspieles ausgenommen, die auch noch von Erfolg waren. So ging bann die Fahrt am Sonntag statt nach Fulda zum SpV. Alsfeld, der in der letzten Tabelle den zweiten Platz hinter Lauterbach entnimmt. - Da O. Haas nicht zur Verfügung stand, gab man dem jungen Nachwuchsspieler Hirz Gelegenheit, in der ersten Mannschaft sein Können unter Beweis zu stellen. Er nahm den Halbrechten Posten ein, während Däublin für O. Haas diesmal halblinks stürmte. Hirz paßte sich sehr gut dem Mannschaftsgefüge an und war sogar mit drei Treffern der erfolgreichste Stürmer. Auch in diesem Gesellschaftsspiel legte die Teutonenelf ein vorbildliches Kombinationsspiel an den Tag, und so kam es zu einem wahren Lehrspiel, das die Zuschauer denn auch restlos begeisterte, bedingt durch die überaus faire Kampfweise beider Mannschaften. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt. Die zweite Mannschaft der Teutonen fuhr zum Gesellschaftsspiel nach Grüningen und mußte sich durch die dortige erste Mannschaft mit 21 geschlagen bekennen. Sufrfco*! jttt Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden I — Rodheim I 6:0 (2:0). Strack Winter . Brenner Rieft Huffmann Schmidt Schlaffe Pfeifer Raschack Fehrenbach Auf den ersten Blick muß man die Mannschaft als spielstark bezeichnen, wenn auch hier und da noch kleinere Mängel auftauchten. Die Hintermann- schäft war, abgesehen von Kleinigkeiten, in Ordnung. Es ist allerdings nicht angängig, wenn beispielsweise ein Verteidiger im Sturm aushilft und so dem Gegner die Möglichkeit gibt, durch schnelle Durchbrüche zu Erfolgen zu kommen. Die Läuferreihe ließ kaum einen Wunsch offen. Sie war schnell, wendig und vor allen Dingen auch im Ste^lungsspiel gut. Was man allerdings auch hier vermißte, war das unbedingt erforderliche sichere Hochsprung: 1. Jakobs, ETHPr. Kastel, 1,80 Meter; 2. Stahlhut, Tv. Heuchelheim, 1,80 Meter; 3. Petermann, Mil.-SpV. Hanau, 1,70 Meter. — Weitsprung: 1. Stahlhut, Tv. Heuchelheim, 6,59 Meter; 2. Petermann, Mil. Hanau, 6:48 Meter; 3. Scheller, Tgde. Fulda, 6 32 Meter. — Drei- fprung: 1. Jacobs, CTHPr. Kassel, 13,36 Meter; 2 de Elarque, AeCT. Kassel, 12,93 Meter; 3. Michel, SV. Korbach 12,52 Meter. — Stabhochsprung: 1. Völpel, Tv. Weilmünster, 3,20 Meter; 2. Petermann, Mil.-SpV. Hanau, 3,10 Meter; 3. Jakobs, CTHPr. Kassel, 3,00 Meter. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.-R. Gießen, 13,91 Meter; 2. Hartung, Tuspo., Kassel-Bettenhausen, 13,13 Meter; 3. Kilo, Spvgg. 1900 Gießen. 12,61 Meter. — Diskus: 1. Luh, DfB.-R. Gießen, 42,35 Meter; 2. Kilo, Spvgg. 1900 Gießen, 40,20 Meter; 3. Taumel, Mil. Hanau, 38,85 Meter. — Speer: 1. Schmidt, Tg. Fulda, 51,63 Meter; 2. Busch, SpG. Arolsen, 50,20 Meter; 3. Jakob, SA. Gießen, 49,37 Meter. — Hammer: 1. Storch, TFCl. Fulda, 51,33 Meter; 2. Herrmann, 1860 Marburg,. 45,15 Meter; 3. Hink, Tgd. Friedberg, 38,83 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: 1. DfB.-R. Gießen, 45,2 Sek.; 2. CTHPr. Kassel, 45,3 Sek.; 3. Jahn- Ges. Oberursel, 45,4 Sek. — 4X400« Meter- Staffel: 1. CTHPr. Kassel, 3:31,0 Min.; 2. ff. Sportgem. Arolsen 3:47,3 Min. — 4 X 1 50 0 - Meter: 1. Mil. Svortv. Hanau 17:31,0 Min.* 2 CTHPr. Kassel 17:34,0 Min.; 3. DfB.-R. Gießen 18:54,6 Min. Meisterschaften der grauen. 100-Meter-Lauf: 1. Rother, lab. Hanau. 12,6 Sek.; 2. Diehl, DfB.-R. Gießen, "13,4 Sek.; Rhein-Masnische Börse. NNttagsbörse zum Teil freundlicher. Frankfurt a. M., 27. Juni. Zum Wochenbe- gmn hatten sich zwar die Umsätze an der Börse nicht wesentlich belebt, immerhin war die Gesamt- Haltung recht gut gehalten, zum Teil sogar freundlicher. Zwar lagen immer noch Abwicklungsverkäufe vor, so daß auch verschiedentlich noch Kursrückgänge zu verzeichnen waren. Der Börse fehlten aber nach mic vor besondere Anregungen und auch Sonder- bemegungen. Von Spitzenwerten eröffneten JG.° Farbenindustrie noch 0,50 v. H. unter Samstags- !chluß. In gleichem Ausmaß gebessert waren.Metallgesellschaft. Die übrigen Chemiewerte konnten mangels Umsatzes zunächst nicht notiert werden. Schwächer waren auf eine Zufallsoerkaufsorder PH. Holzmann um 1,25 v. H. genannt. Am Elektro- markte blieben die Umsätze in kleinstem Rahmen, unverändert lagen Mainkraft, Licht und Kraft, Accumulatoren gegen die letzte Notiz aber 2,90 v. H. niedriger Der Montanmarkt zeigte einen festeren Grundton, wobei die Kursbefestigungen 'allerdings sehr gering waren, nur Hoesch 1 v. H. fester. Vereinigte Stahlwerke noch 0,25 v. H. leichter, Mo- torenwerte, erholten sich mäßig, Adlerwerke um 0,25 v. H., Daimler um 0,75 v. H. Maschinenwerte zumeist sehr gut gehalten. Im einzelnen machten AG. Verkehrswesen einen stärkeren Sprung um 2,50 v. H. nach oben, Conti Gummi waren um 2, Westdeutsche Kaufhof um 0,25 v. H. gebessert. Der Rentenmarkt hatte nur kleinste Umsätze aber gut gehaltene Kurse aufzuweisen. So gingen Kommunal-Umschuldung mit 95,95, also unverändert um Im weiteren Verlaufe wurden einige Werte wesentlich niedriger festgesetzt, so verloren Scheide- anftalt bei einem Angebot von 15 000 Mark 4 v. H., Feldmühle waren 1,50, Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H. .niedriger, Ph. Holzmann schließlich mit 149, also 1,50 v. H. niedriger notiert. Rheinstahl verzeichneten eine Besserung um 1,75 v. H. Renten zeigten keine Veränderung mehr. Ange- bpten und bis 3 v. H. niedriger taxiert waren auf das Sächsische Umtauschvvrhaben die sogenannten Hollandpfandbriefe der verschiedenen Institute, ein Umsatz fand mangels Nachfrage noch nicht statt. Jrn Freiverkehr waren Bürbach bis 78,50, also erneut 0,75 v. H. höher gehandelt. Katz & Klurnpp ausschließlich Dividende gut gehalten. Tagesgeld weiterhin sehr flüssig und wieder 2,25 v. H. Abendbörse etwas freundlich. Wenn sich auch die Umsätze au der Abendbörse nur in bescheidenem Rahmen bewegten, so war die Grundhaltung ganz überwiegend auf einen festeren Ton gestimmt. Die Spitzenwerte waren bis auf ganz wenige Ausnahmen, so Demag und Deuche Lino- Icum mit einem Rückgang von je 0,50 v. H., zu- Die Gaumeisterschaften, die am vergangenen Sonntag die besten Leichtathleten in unserer.Stadt, auf dem Universitäts-Sportplatz, vereinigten^ (wir berichteten gestern kurz darüber), brachten im einzelnen folgende Ergebnisse: Meisterschaften der Männer. 100-Meter-Lauf: 1. Knappe, CTHPr.Kassel, 11,1 Sek.; 2. Kiel, Uni. Marburg, 11,2 Sek.; 3. Müller, Tgd. Hanau, 11,3 Sek. — 2 Ö 0-Meter - Lauf: 1. Kiel, Uni. Marburg, 23*9 Sek.; 2. Go- grefe, CTHPr. Kassel, 24,0 Sek.; 3. Jung, VfB. Diez, 24,0 Sek. — 400-Meter-Lauf: 1. Schaurnlöfel, HPr. Kassel, 52,4 e;C.; 2. Rampold, HPr. Kassel, 55,5 Sek. — 800-M-'ter-Lauf: 1. Mennickhcim, Pol. Kassel, 1:57,8 Min.; 2. Bott, CTHPr. Kassel, 1:58,0 Min.; 3. Zehnter, CTHPr. Kassel, 1:58,3 Min. — 1 5 0 0 - M e t e r - L a u f: 1. Roch, CGHPr7 Kassel, 4:09,5 Min.; 2. Seibert, CTHPr. Kassel, 4:15,0 Min.; 3. Kleemann, Spvgg. 1900 Gießen, 4:15,2 Min. — 5 00 0 -Mete'r- Lauf: 1. Escherich, CTHPr. Kassel, 16:03,0 Min.; 2. Knobloch, CTHPr. Kassel, 16:10,2 Min.; 3. Cres- celius, VfB. Diez, 16:18,2 Min. — 1 0 000 -Me- ter = 2 auf: 1. Fr. Neide!, Tv. Heuchelheim, 34:51,3 Min.; 2. Schrankei, Rchd. Limburg, 35:27,2 Min.; 3. Jftland, Tv. Hersfeld, 36:18,0 Min. 110- Meter-Hürden: 1. Knappe, CTHPr. Kassel, 16,2 Sek.; 2. Jensen, VfB. 1860 Marburg, 16,2 Sek. (Brustbreite). — 400-Meter-Hürden: 1. Seibert, CTHPr. Kassel, 58,7 Sek.; 2. Anqer- mann, JR. 36 Friedberg, 61,3 Sek.; 3. Bepperling, Spvgg. 1900 Gießen, 63,3 Sek. — 1 0 = k m • @ e - hen: 1. Ditzel, Sportv. Wolfgang, 55:21 Min.; 2. Wenninger, Groß-Auheim, 56:43 Min. (Wenninger ist noch als 59-Jähriger aktiv.) 3. Hinck, Tgd. Friedberg, 13,6 Sekunden. — 4 X 100-Meter-Staffel: 1. VfB.-R. Gießen, 55,0 Sek.; 2. CTHPr. Kassel, 55,0 Sek. (Brust- breite); 3. Mio. Gießen, 55,3 Sekunden. Hochsprung: 1. Staudt, DfB.-R. Limburg, 1,47 Meter; 2. Röhmig, Mtv. Gießen, 1,43 Meter; 3. Stiegel, CTHPr. Kastel, 1,40 Meter. — Weit- fprung: 1. Röhmig, Mtv. Gießen, 5,06 Meter; 2. Hinck, Tgd. Friedberg, 5,02 Meter; 3. Rother, Tgd. 37 Hanau, 4,96 Meter. Kugel st otzen: 1. Staudt, DfB.-R. Limburg, 11,61 Meter; 2. Hähnert, CTHPr. Kassel, 11,49 Me- ter; 3. Röhmig, Mtv. Gießen, 11,37 Meter. — Diskus: 1. Hagemann, CTHPr. Kastel, 38,46 Meter; 2. Hähnert, CTHPr. Kastel, 33,80 Meter; 3. Strey, CTHPr. Kastel, 31,68 Meter. — Speer: 1. Duffer, CTHPr. Kastel, 33,68 Meter; 2. Hähnert, CTHPr. Kastel, 33,62 Meter; 3. Stiegel, CTHPr. Kastel, 31,59 Meter. Lunioren-Kämpfe. 100.Meter.Lauf': 1. Möll, DfB.-R. Gie- ßen, 11,5 Sekunden; 2. Graf, Tv. 1850 Korbach, 11,6 Sek.; 3. Kley, VfB.-R. Gießen, 11,6 Sekunden. — 200-Meter-Lauf: 1. Möll, VfB.-R. Gießen, 23,8 Sek.; 2. Fifchmann, CTHPr. Kastel, 24,0 Sek.; 3. Kaiser, Sportv. Wolfgong, 24,4 Sekunden. — 80 0-Meter-Lauf: 1. Hemmling, CTHPr. Kassel, 2:03,3 Min.; 2. Himmelseher, Tv. Kesselstadt, 2:10,2 Minuten. — 1500-Meter-Lauf: 1. George, SV. 09, Korbach, 4:29,2 Min.; 2. Hofmann, Tgd. Bad-Nauheim, 4:29,6 Min.; 3. Mefserschmidt, Tgd. Friedberg, 4:29,6 Minuten. — 4 00 -Ufte- ter.ßauf: 1. Fischmann, CTHPr. Kassel, 54,2 Sek.; 2. Himmelseher, Tv. Kesselstadt, 57,5 Sekunden. — 50 00 -Meter-Lauf: 1. Zörnsch, DfB.- Reichsb. Gießen, 17:23,2 Min.; 2. Hau, Dunlop Hanau, 17:47,0 Minuten. Hochsprung: 1. Kalonkowitz, CTHPr. Kassel, 1,65 Meter; 2. Schmidt, CTHPr. Kassel, 1,65 Meter; 3. Menzel, VfB.-R. Gießen, 1,55 Meter. — Weit- fprung: 1. Menzel, DfB.-R. Gießen, 6,48 Meter; 2. Schedler, ff-SpG. Arolsen, 6,32 Meter; 3. Kalankewitz, CTHPr. Kassel, 6,31 Meter. — Dreisprung: 1. Möll, VfB.-R. Gießen, 12,23 Meter; 2. Dets, To. Hersfeld, 11,81 Meter; 3. Graf, Tv. 1850 Korbach, 11,72 Meter. — Kugel st oßen: 1. Rosenthal, CTHPr. Kassel, 11,81 Meter; 2. Kley, DfB.-R. Gießen, 11,38 Meter; 3. Menzel, DfB.-R. Gießen, 10,45 Meter. — Speer: 1. Rosenthal, CTHPr. Kassel, 47,36 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. VfB.-R. Gie- ßen, 46,6 Sekunden; 2. CTHPr. Kassel, 46,7 Sek. Fangoermögen. Im Sturm klappte es besonders zu Beginn des Spieles ausgezeichnet und er gab der gegnerischen Hintermannschaft manches Rätsel auf. So witterte man schon vier Minuten nach Anfang eine haushohe Niederlage des Gegners, als Gießen bereits mit drei Toren führte. Gegen Schluß der ersten und zweiten Halbzeit hatte es den Anschein, als ob sich die Stürme etwas verausgabt hatten. Denn alle ihre Aktionen hatten lange nicht mehr die Durchschlagskraft, wie zu Beginn. Zu dem Spielverlauf selbst ist zu sagen: Kassel trat in stärkster Besetzung an, kam aber anfänglich stark ins Hintertreffen, weil die einzelnen Mann- schaftsteile im Gegensatz zu dem Gegner gar nicht zusammen harmonieren wollten. Das aber hatte Gießen geschickt ausgenutzt und bald stand die Par- tie 3:0. Eine schwache Leistung des Gießener Torhüters (übrigens die einzige während des Spieles) ließ die Gäste zu einem billigen Erfolg kommen, dem sich bald danach durch Deckungsfehler noch weitere anreihten und den Gastgebern den Aus- gleich einbrachten. In der Folge fielen dann die Tore abwechselnd, bis schließlich durch eine Schwächeperiode der Gießener der Halbzeitstand von 8:5 für Kassel zustandekam. mindest sehr gut gehalten, z. T. etwas freundlicher. Dabei zogen Bemberg um 0,75, Rheinstahl um 0,50, Licht und Kraft um 0,50 v. H. an. JG.-Farben- inbuftrie unverändert 155,50, zur Einheit 155,25. Der Rentenmarkt lag still, Altbesitz 131,65, Kommunal-Umschuldung 95,95. JG 'Farvenbonds waren gesucht und erhöhten sich um 0,50 v. H. auf 131,50. Im einzelnen notierten: Altbesitz 131,65, 5proz. Gelsenberg Obi. 101,75, Farbenbonds 131,50, Ad- lerwerke 113,25, MAN 132,25, BMW. 146,50, Bemberg 136, Bekula 161,25, Buderus 113, Conti Gummi 205, Daimler 136,50, Demag 146,50, Deutsche Erdöl 137, Scheideanstalt 240, Deutsche Linoleum 156, Elektr. Licht und Kraft 138, IG.-Farben 155,50, E 155,25, Feinmechanik Jetter 95, Gesfürel 144, Hoesch 112, Junghans 115, Mainkraft 92, Mannesmann 111,75, Metallgefellfchaft 128,50, Rheinmetall 140, E 140, Rheinstahl 141,50, Schramm Lack 144, Stempel 104, Verein. Stahlwerke 106,25, Westdeutsche Kaufhof 99, Adca 103, Commerzbank 113,75, Deutsche Bank 120,75, Dresdner Bank 111,50 Reichsbahn-Vorzüge 124,25, Franken a 100er 127. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Juni. Der Verkehr an den Getreidemärkten ruht völlig. In Kürze wird jedoch neue Wintergerste erwartet. Weizenmehl hat ruhiges Geschäft, für Juli steigen die Anforderungen. Auch Roggenmehl war sehr wenig gefragt. Don Futtermitteln wird nur Kleie und Oelkuchen Gerne bezogen. Neues Heu ist angeboten, die Stroh- beschaffung bleibt schwierig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R 19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —; Weizenmehl Tvpe 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W2Ö 29,95, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22’80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 2O 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen- ffation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —; Treber getrocknet 14,— Höchstpreis av Erzeugerstation. Trockenschnitzel —, Heu gut gesund, trocken 5,50, do. dkahtgepreßt —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, do. gebündelt 3,— Erzeugerfestpreis frei Erzeugerverladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb.* 703 Kalber, 77 Härnrnel, 26 Schafe, 3344 Schweine. Es kosteten: Kälber 36 bis 65 Mark, Hämrnel 33 bis 52, Schafe 28 bis 42, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Häm- mel und Schafe mittelmäßig. Gießener Handballmannschast in Kassel unterlegen. Die Gießener^Stadtmannschaft war nach Kassel beordert worden, um im Rahmen der vom Fachamt Handball durchgeführten Groß-Veranstaltung ein Ausscheidungsspiel gegen die Elk der Stadt Fulda auszutragen. Die ursprüngliche Absicht konnte aber nicht in die Tat umgesetzt werden, weil Fulda kurz vorher absagte. So war nur ein „Dergleichskampf" gegen Kassel möglich, der aber keinen „amtlichen" Charakter trug. Die Elf der Stadt Gießen, die am Sonntag mit ihrem Leiter Becker und dem Fachwort für Handball Luh nach Kassel fuhr, hatte folgendes Aussehen: Nach der Pause war Gießen wieder im Angriff, konnte aber durch Schußpech (es wurden in dieser yuu uie Seit aüein oier Lattenschüsse gezählt) zu keinem wett zu machen. Es gelang! rei»errC6r T 'ft 3?obbeim 1’Gtle ^Nächst -1w°- mehr Dom Spiel, liujeqieuien. sino», L-rx „Großer Siraßenpreis von Gießen 1938." Mi e>., 6a ■ T' > - Augenblicksbild vom „Großen Straßenpreis von Gießen". Die Fahrer auf der Marburqer Straße, unweit der Wellersburg. Häufig während des Rennens bot sich das Bild dieser Staf- sclung. Die Fahrer sind immer bemüht, im Windschatten des anderen Ksast zu sparen. Der vorderste Fahrer drückt sich gerade von der Führung. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) klasse A und B: 1. Willi Müller (Elberfeld), 6,35 Stunden; 2 eine halbe Radlänge zurück: Willi Neumann (Gießen)', 3. Willy Meurer (Tilsit); dicht aufgeschlossen: 4. Hermann Lück (Duisburg); 5. Adolf Karner (1890 Frankfurt a. M.); 6. August Breuer (Liga Köln), 7. Hans Heller (1892 Schweinfurt); 8. Peter Tabat (Köln). 1. P r ä m i e : 1. W. Flesch (Stuttgart); 2. Theo Renz (Offenbach-Bürgel). 2. P r ä m i e: 1. Kropp (Aachen); 2. Schellhorn (Schweinfurt). Wanderpreis der Stadt Gießen: (Berteidiger: „Anker Rot-Weiß" Bielefeld und RV. „Staubwolke" Köln) RV. 1892 Schweinfurt. Klasse C: 1. Walter Kohl (1890 Frankfurt a.M), 5,03 Stunden; 2. Emil Schmidt (Wiesbaden); 3. W. Spahn (1890 Frankfurt a.M.); 4. P. Trinks (Westerburg); 5. Lindemann (Hanau); 6. Ernst Schuster (Wiesbaden); 7. H. Grobeckcr (Reichsbahn Kassel); 8. Otto Schlegel (Adler Frankfurt a.M.). Jugend-Klasse: 1. Heini Noß (Frankfurt-Sossenheim), 1,39 Std.; 2. H. Sgoff (1883 Frankfurt a. M.); 3. K. Berg (Frankfurt-Sossenheim); 4. H. Wilhelm (1883 Frankfurt a. M.); 5. Alex Schulz (Worms); 6 K. Schröder (Hanau); 7. Paul Götz (Wiesbaden); 8. R. Kaiser (Adler Frankfurt a.M.). Die Sieger erhielten wertvolle Ehrenpreise, u. a. auch ein Bild des Führers, das der Gießener Fremdenverkehrsverein gestiftet hatte. Henner Henkel in der Vorschlußrunde Henner Henkel erreichte bei den Englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon durch einen sicheren 7:5, 6:1, 6:2-Sieg über den Tschechoslowaken Hecht die Vorschlußrunde des Männereinzels. Er trifft hier auf den Engländer A u st i n, der den Schweizer Ellmer ausschalt?te. Weiter kamen in die Vorschlußrunde Rudge und Puneo. Die letzten Acht des Fraueneinzels sind: Moody, Jacobs, Marble, Fabyan (alle USA.), Stammers (England), Mathieu (Frankreich), Jedrzejowska (Polen) und Sperling (Dänemark). Hellas - gewann den Adolf-Hitler-Vierer ■ W re w? w< Bei der Internationalen Ruderregatta in Berlin-Grünau gewann der Vierer des Berliner Ruderclubs mit drei Längen Vorsprung vor Triton Stettin den Adolf-Hitler-Preis. Hier sieht m8n die siegreiche Mannschaft nach ihrem schönen Siege. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsche pelzjäger am Rande der Welt Wikingerfahrten unserer Zeit. — Robbenfang auf 70Grab7" ... Landsleute trifft man überall... Selbst in den Einöden der Arktis haben sich deutsche Auswanderer angesiedelt. In winzigen Fanghütten, fern jeder menschlichen Gesellschaft, führen sie ein entbehrungsreiches Leben während der langen, düsteren Polarnacht. Auf Spitzbergen ernähren sich mehrere deutsche Pelzjäger vom Weißfuchsfang oder machen Jagd auf Robben und Eisbären. Da ist der alte Abenteurer Eduard S ch m u tz l e r. Seit zwei Jahrzehnten legt er jenseits des Polarkreises seine Fallen aus — und dabei ist er eigentlich Schuhmacher von Berufs Heute zählt er zu den besten Fängern des Nördlichen Eismeeres. Nur alle paar Jahre kommt er zu Besuch nach T r o m s ö und versorgt sich dort mit deutschen Zeitungen und Büchern. Schon nach wenigen Wochen kehrt er wieder in die Einsamkeit zurück. Das Nordland hat ihn ganz in seinen Bann gezogen. Auf der äußersten Landzunge Spitzbergens lebte Kapitän Ritter mit seiner tapferen jungen Frau. Diese beiden Deutschen waren lange Zeit die nördlichsten Menschen der Welt. Sie wohnten in nächster Nachbarschaft des Nordpols. Ein anderer Deutscher fährt seit 22 Jahren als Robbenfänger auf dem Eismeer. Zuweilen wohnt er auch in einer kleinen Hütte auf Spitzbergen. Sein Fangzug 'läuft nie ohne Abenteuer ab. Einmal war er verschollen, und zwar zu jener Zeit, als Byrd gerade nach dem Nordpol flog. Der Amerikaner hörte von der Not des Deutschen und stieg sofort mit seinem Flugzeug auf. Er fand den Vermißten auch wirklich und konnte ihm rechtzeitig Hilfe bringen. Deutsche«- Eismeerfang. In früheren Jahren wurden die Einöden der Arktis oft von deutschen Schiffen besucht. Zahlreiche kleine Eismeerschuten trieben dort oben Robbenfang, und Deutschland stand mit an der ersten Stelle. Im 18. Jahrhundert waren 54 Hamburger Schiffe am Eismeerfang beteiligt, und vor gar nicht so langer Zeit — im Jahre 1868 — fuhren fünf deutsche Robbenschläger regelmäßig ins Westereis, wie das ergiebige, aber gefährliche Fanggebiet nördlich vom 70. Breitengrad, zwischen Grönland und Spitzbergen, genannt wird. Der kleine Robbenschläger „Sachsen", der gegenwärtig mit nördlichem Kurs durch das Polarmeer schaukelt, ist nach vielen Jahren das erste deutsche Schiff, das zwischen den Eisfeldern der Grönlandsee die Hakenkreuzfahne zeigen kann. Seine Männer sind tapfere Pioniere im Dienste für Deutschlands Eigenoersorgung mit Rohstoffen. Die Robbenfänger.führen kein behagliches Leben. Oft sind die speckigen Fangschiffe so klein, daß sich zwei Mann den Schlafplatz teilen müssen. Außer härtester Arbeit in Sturm und Eis gibt es nicht viel Abwechslung auf solcher Fahrt. Wenn das erste Treibeis gesichtet wird, klettert der Kapitän in die weiße Ausgucktonne am Mast und erteilt von oben her seine Befehle. Schließlich ruft er alle Mann zusammen. Jetzt gilt^ es, sich bereitzuhalten... die erste Robbenherde ist gesichtet worden! Leben in Sturm und Eis. Die Schützen greifen schnell nach ihren Flinten, und die andern bewaffnen sich mit langen Hacken und Flensmessern. In den kleinen Fangbooten rudert die Besatzung vorsichtig auf die Eisschollen zu. Der Kapitän zeigt aus der Tonne die Richtung an. Vorsichtig wird am Eisrand festgemacht. Die Robben sind überaus scheu und wachsam; sobald sie etwas Verdächtiges bemerken, gleiten sie kopfüber ins Wasser hinein. Deshalb werden stets die nächstgelegenen Tiere aufs Korn genommen. Ein guter Kopfschuß wirft sie lautlos um. Meist bleiben dann die andern Robben auf dem Eis. Sie sehen ja die ersten Tiere ruhig und teilnahmslos am Boden liegen. Keine Gefahr scheint ihnen zu drohen... Die Fänger nützen diese Sorglosigkeit aus. Ununterbrochen hallen jetzt die Schüsse übers Eis. Kaum ist dem Seehund die Kugel in den Kopf gejagt, da wird er auch schon „abgeflenst". Nur die dicke Haut und Speckschicht wird zum Schiff geschleift, der blutige Kadaver bleibt zurück und lockt zahllose Möwen herbei. Vier Monate Nacht. Jetzt geht es schnell von einer Scholle zur andern. Das ganze Denken dreht sich nur um Eis und Robben. Für andere Dinge ist jetzt keine Zeit. Körperpflege wird in diesen Wochen klein geschrieben, die Bärte wuchern wild und üppig. Robben- blut klebt am Körper. Die Männer haben andere Sorgen, nur selten kommen sie zur Ruhe. Dann sitzen sie müde in den Kojen und zählen an speckigen Fingern den Tagesfang zusammen. Aber nicht immer machen die Robbenschläger reichen Fang. Oft müssen sie weit ins Eis hinein, um gute Beute zu finden. Zuweilen kommen sie in völlig unbekannten Gegenden, besuchen Länder und Inseln, die keines Menschen Fuß zuvor betreten hat. Echte Wikingerfahrten sind das, niemand weiß, wie sie ausgehen werden. Der Kompaß ist in diesen hohen Breiten unverläßlich, Seekarten gibt es nicht, und eine Funkanlage haben nur die größten Schifie. Monatelang treiben die Kutter im Packeis herum, völlig von der Umwelt abgeschlossen. Manche Tra- aödie hat sich unbemerkt in diesen Einöden abgespielt... Oft kommen die kleinen Schiffe ans der eisigen Umklammerung nicht mehr frei, und die Fangleute müssen an irgendeinem weltverlassenen Gestade überwintern. Nicht alle Abenteuer laufen glimpflich ab. Die arktische Natur ist hart und fordert immer neue Opfer. Die Einsamkeit wirkt oft erdrückend. Nirgends ein Arzt, ein helfender Nachbar... Dazu die lange Winternacht! Vier Monate kein Schimmer Tageslicht, die Fensterscheiben glänzen ewig schwarz ... Und doch! Das Nordland reizt. Im weiten Umkreis wohnt kein Mensch, hier ist der Pelzjäger ein kleiner König. Deshalb sehnen sich diese harten und schweigsamen Männer immer wieder nach dem wilden Nordland zurück, das ihnen zur zweiten Heimat geworden ist. Ruddlf Jacobs. Fünf Lastzüge aufeinandergerannt. In wenigen Minuten großer Sachschaden entstanden. LPD. D a r m st a d t, 27. Juni. Auf der Reichsautobahnstrecke Frankfurt o. 21L—Mannheim stieße« zwischen Kilometer 48,0 und 50 fünf Lastzüge aufeinander. Ein Teil der Fahrzeuge wurde voll'- kommen zertrümmert; auch der Schaden am Ladegut ist sehr erheblich. Glücklicherweise wurde bei dem Unfall nur ein Fahrer leicht verletzt. * ♦ lieber den Hergang des Unfalles erfährt der LPD.: Ein von Frankfurt kommender Lastzug hatte Unterwegs gehalten, angeblich um einen Fahrerwechsel vorzunehmen. Kurz nachdem die Wagen zum Stehen gekommen waren, fuhr ein anderer Lastzug, der mit schweren Stückgütern beladen war, auf den Anhänger des haltenden Lastzuges auf. Bei dem Zusammenstoß wurde der Fahrer des zweiten Lastzuges durch die Scheiben der Führerkabine geschleudert; er kam jedoch ohne Verletzungen davon. Der Motorwagen wurde schwer beschädigt und der Anhänger des ersten Lastzuges einige Meter weit zur Seite geworfen und vollkommen zertrümmert. Wenige Minuten später kam aus Richtung Mannheim ein Lastzug, dessen Fahrer an der Unfallstelle anhielt, um Hilfe zu leisten. Auf dieses Fahrzeug rannte nun wieder ein Lastzug auf, wobei ein Fahrer verletzt wurde, der in das Krankenhaus ein- geliefert werden mußte. Auch bei diesem Zusammenstoß wurden die Fahrzeuge schwer beschädigt. Nach kurzer Zeit rannte noch ein fünfter Lastzug gegen die bereits verunglückten Wagen. Wie hoch sich der G^samtschaden beläuft, ist ziffernmäßig noch nicht festgestellt. STADTTHEATER GIESSEN Freitag, den 1. Juli 1938. 2015-22.15 Uhr Einmaliges Gastspiel Qufiaw Jacoby Deutschlands größter Humorist OroPei fteitererJibend Preise von 0.60 bis 3 RM. 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