Nr.98 Erstes vlatt 188. Zahrgang Donnerstag, 28. April O38 Lrfchetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monals-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: fironffurt am Diaih 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschastsftelle: §chulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhr des Vormittags Srundpreife für I mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrift noch vorh.Dereinbg.25O/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsonzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Bestandsaufnahme des jüdischen Vermögens. Maßnahmen desBeauftragtendesVierjahresplanesfürdenösterreichischenWirtschastsaufbau Berlin, 27. April. (DNB.) Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 wurde unter dem Datum vom 26. April eine Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden erlassen. Danach ist jeder Jude verpflichtet, sein gesamtes in» und ausländisches Vermögen nach dem Stande vom Tage des Inkrafttretens der Verordnung anzumelden und zu bewerten, wenn der Gesamtwert des anmeldepflichtigen Vermögens ohne Berücksichtigung der Verbindlichkeiten 5 0 0 0 RM. übersteigt. Juden fremder Staatsangehörigkeit haben nur ihr inländisches Vermögen anzumelden und zu bewerten. Die Anmelde- und Bewertungspflicht trifft auch den nichtjüdi- fchen Ehegatten eines Juden. Für jede anmeldepflichtige Person ist das Vermögen getrennt anzugeben. Zum Vermögen gehören nicht bewegliche Gegenstände, die ausschließlich zum persönlichen Gebrauch des Anmeldepflichtigen bestimmt sind, und der Hausrat, soweit nicht Luxusgegenstände in Betracht kommen. Jeder Vermögensbestandteil ist mit dem gemeinen Wert einzusetzen, den er am Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung hat. Die Anmeldung ist unter Benutzung eines amtlichen Musters bis z u m 3 0. I u n i 1 9 3 8 bei der für den Wohnsitz des Anmeldenden zuständigen höheren Verwaltungsbehörde abzugeben. Hier ist auch unverzüglich jede Veränderung des Vermögens anzuzeigen. Die Anzeigepflicht gilt aüch für die Juden, die nach dem Inkrafttreten der Verordnung Vermögen im Werte von mehr als 5000 Reichsmark erwerben. Der Beauftragte für den Vierjahresplan kann die Maßnahmen treffen, die notwendig sind, um den Einsatz des anmeldepflichtigen Vermögens im Einklang mit den Belangen der deutschen Wirtschaft sicherzustellen. Verstöße gegen die Verordnung werden mit Gefängnis und mit Geldstrafe, in besonders schweren Fällen vorsätzlicher Zuwiderhandlung mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft. Eine Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan bestimmt u. a.: Die Veräußerung oder die Verpachtung eines gewe rblichen, land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes sowie die Bestellung eines Nießbrauchers eines solchen Betriebes bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Genehmigung, wenn an dem Geschäft ein Jude als Vertragschließender beteiligt ist. Das gleiche gilt für die Verpflichtung zur Vornahme eines solchen Rechtsgeschäftes. Die Neuöffnung eines solchen jüdischen Gewerbebetriebes oder der Zweigniederlassung eines jüdischen Gewerbebetriebes bedarf der Genehmigung. Wird die Genehmigung versagt, so steht dem Antragsteller die Beschwerde an den Reichswirtschaftsminister zu. Seine Entscheidung kann nicht angefochten werden. Wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne die erforderliche Genehmigung 1. einen gewerblichen, land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb übernimmt oder behält, oder einem anderen überläßt oder beläßt oder 2. einen jüdischen Gewerbebetrieb oder die Zweigniederlassung eines solchen Gewerbes eröffnet, wird nach der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens für Juden vom 26. April bestraft. * Am 26. März hielt Generalfeldmarschall Göring in Wien eine Rede, in der er sich mit der Verjudung der österreichischen Wirtschaft befaßte und sagte, Wien müsse wieder eine deutsche Stadt werden. Durch die neue Verordnung soll erreicht werden, daß die Betriebe, vor allem in Oesterreich, wieder arisiert werden. Im Interesse der Durchführung des Vierjahresplanes ist eine derartige Bestandsaufnahme dringend erforderlich, da der Vier- jahresplan die gesamte Wirtschaft und den Kapital- einsatz regelt und dazu natürlich ein Ueberblick vorhanden sein muß, welche Betriebe sich noch in jüdischer Hand oder Tarnung befinden. Erst eine volle Uebersicht über die gesamte Gliederung der Wir^ schäft und der Finanzen gibt die Möglichkeit, durch den Beauftragten für den Vierjahresplan Gebrauchsvorschriften für das anmeldungspflichtige Vermögen zu treffen, die mit den Bedürfnissen der gesamtdeutschen Wirtschaft parallel gehen. Dabei ist es selbstverständlich, daß die jüdischen Firmen nach und nach arisiert werden. Gerade für Oesterreich, das ja in den Vierjahresplan einbezogen wurde, ist diese Bestandsaufnahme um so dringender, als das Land bisher ein Dorado der Juden war, die sich auf Kosten der deutschen Wirtschaft ub^all ein- genistet hatten. Mit dieser gesetzlichen Regelung werden übrigens Aktionen vermieden, die wohl die Arisierung zum Ziele hatten, aber nicht von einer zentralen Stelle geleitet wurden. Die Rechtsgleichheit zwischen dem Altreich und Oesterreich erforderte nunmehr ein einheitliches und gesetzmäßiges Verfahren, das durch die neue Verordnung gewährleistet wird. Ub" Lleberleiiung der Rechtspflege in Oesterreich. Berlin, 27. April. (DNB.) Nach einem Erlaß des Führers und Reichskanzlers werden die Justiz behörden im Lande Oesterreich m.t dem 1. Mm 1938 Reichsbehorden. Die Gerichte in Oesterreich die bisher noch Landesbehörden gewesen sind, haben Zwar schon seit dem 22. März Recht im Na- men des deutschen Volkes gesprochen ^nunmehr wer- den alle Justizbehörden dieses Landes auch or ganisatorisch in die einheitliche Reichsiustiz- oerwaltung eingegliedert. Die für die Justizbehörden- und Bedensteten geltenden Rechts- und Verwaltungsoorschriften des ö st erreichifchen Lande srechts sind jedoch bis zur späteren Einführung der entsprechenden reichsrechtlichen Vorschriften auch weiterhin anzuwenden. Mit dem 1. Mai 1938 gehen die den obersten Behörden in Oesterreich zustehenden Befugnisse in Justizangelegenheiten auf den Reichsmini st er der Juki z über. Als seinen Beauftragten hat der Reichsminister der Justiz den Minister Dr. H u e b e r in Wien bestellt und ihm die Leitung der Abteilung Oesterreich des Reichsjustizministeriums übertragen. Der Reichsminister der Justiz hat das im alten Reichsgebiet geltende We ch s e l g e s e tz vom 21. Juni 1933 und das Scheckgesetz vom 14. August 1933 nebst den dazugehörigen Vorschriften im Lande Oe st erreich eingeführt. Auf dem Gebiet des Wechselrechtes, auf dem zwischen dem Reich und Oesterreich bisher schon eine weitgehende Rechtsgleichheit bestand, sind nunmehr die letzten Abweichungen beseitigt. Die auf dem Gebiet des Scheckrechtes bisher noch vorhandenen Verschiede n>- heiten verschwinden nunmehr restlos. Damit ist ein weiterer Schritt zur wirtschaftlichen Verschmelzung Oesterreichs mit dem Reich getan. Die Königshochzeit in Albanien. 6in Bildtelegramm von der Trauung in Tirana. .......'7^ -%rr ■ >• I. " r ÄÜL Tirana, 27. April. (DNB.) Am Mittwochmittag fand im Schloß von Tirana die Trauung des Königs Zogu I. mit der jungen ungarischen Gräfin Geraldine A p p o n y i statt. Trauzeugen waren der italienische Außenminister Graf C i a n o , ein Onkel der Braut, der ungarische Gesandte in Rom und der albanische Geschäftsträger in Paris. Der Trauungsakt wurde vollzogen vom Präsidenten des Parlaments und dem obersten Richter des Landes. Der zivilen Trauuirg waren Gottesdienste vorausgegangen, an denen sämtliche albanischen Stammesfürsten, die Minister und das Diplomatische Korps, sowie die zahlreichen Hochzeitsgäste teilnahmen. Im Namen ihrer Staatsoberhäupter hatten die diplomatischen Vertreter dem Königspaar prächtige Hochzeitsgeschenke überreicht. Diese wurden in den Räumen des Palastes zur Schau gestellt. Besondere Bewunderung fand bei allen das Mercedes- Benz-Cabriolet, das der Führer und Reichskanzler dem König durch den deutschen Gesandten hatte übermitteln lassen. In den Mittagsstunden herrschte in den Straßen der Hauptstadt lebhaftes Treiben. Die Garnison war auf dem Skcmderbeg-Platz aufmarfchiert mit der Front zum königlichen Palais. Pünktlich um 12 Uhr erschienen der König und seine Braut, begleitet von den Mitgliedern der königlichen Familie, den hohen Würdenträgern und der Generalität. Die Parade der Truppen wurde eingeleitet durch einen Vorbeimarsch des von der Königinmutter gegründeten Sportverbandes der albanischen weiblichenJugend,der geleitet wurde von den drei jüngsten Schwestern des Königs. Unser Bild wurde am Mittwochvormittag mit dem Flugzeug von Tirana nach Rom gebracht und von dort telegraphisch nach Berlin übertragen, von wo uns der Abzug heute vormittag zuging. — Das Bild wurde während des zivilen Trauakts im Königs- schloß von Tirana ausgenommen. Die Braut trägt sich in das Standesamtsregister ein. Dahinter sieht man inmitten der Ehrengäste des Diplomatischen Korps (von links) in Uniform den italienischen Außenminister Graf C i a n o , der als Trauzeuge fungierte, König Zogu I. und zwischen Graf Ciano und dem König — den albanischen Parlamentspräsidenten E v a n g j e l i, der die Zioiltrau- ung vollzog. — (Scherl Bilderdienst.) Oie französischen Minister in London. London, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet, die gestern in London ein trafen, haben eine guf.e Presse. Die Times betont, daß Mitteleuropa der Hauptpunkt der auf der Tagesordnung stehenden Fragen sei. Die Minister würden alle Wege zur Abstellung der Unzufriedenheiten und Beschwerden diskutieren, die ohne Zweifel in Mitteleuropa beständen. Daily Telegraph erklärt, die französischen Minister seien herzlich willkommen. Ihr Besuch zeige der Welt, wie eng die Entente zwischen den beiden großen Westdemokratien sei. Nie sei das völlige Verstehen und die volle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern so nötig gewesen, wie heute. Daily Herald will kommende englisch-französische General st absbe- sprechungen ankündigen können. News Chro- nicle meint, daß die Lage der Tschechoslowa- k e i eingehend besprochen werde. Die tschechoslowakische Regierung bereite jetzt zusammen mit -er britischen und französischen Regierung Vorschläge an die Sudetendeutschen vor. Es gehe das Gerücht, daß die britische Regierung Daladier drängen werde, den französisch - sowjetrussisch est Pakt fallen zu lassen. Die Mehrheit der britischen Minister betrachte jedoch den Pakt als eine Friedensgarantie. (!) pariser Erwartungen. Paris, 28. April. (DNB. Funkspruch.) In der Pariser Morgenpresse wird der Grundsatz einer französisch-englischen Zusammenarbeit durch dick und dünn verherrlicht. Auffallend ist die Stimmungsmache zugunsten eines möglichst weitgehenden Militärpaktes zwischen Frankreich und England. Gleichermaßen setzt sich die Presse für Wirtschaftsverhandlungen zwischen Paris und London unter besonderer Berücksichtigung der R o h- stosf-Fragen und einer englischen Anleihe zur Beschaffung amerikanischer Flugzeuge ein. Dabei ist auch wieder viel von dem englisch-amerikanisch-französischen Währungsabkommen die Rede, wobei mehrere Zeitungen die Möglichkeit einer von England kommenden Stützungsaktion für den französischen Devisen-Ausgleichs- fond ins Auge fassen. Etwas krampfhaft bemühen sich die Blätter, auf das angebliche englische Interesse an der Erhaltung des Status quo in der Tschechoslowakei hinzuweisen. ♦ Der rechtsgerichtete „Figaro" schreibt, es gehe um die Frage, ob Frankreich stark genug sei, in einer Zeit der Unruhe und trotz der gewaltigen Lasten, die sich aus seinem Rüj'ttmgsprogramm er- Fünf Jahre Stellvertreter des Führers. Am 28. April jährt sich zum fünften Male bet? Tag, an dem Rudolf Heß das Amt des Stellvertreters des Führers übertragen wurde. Damals wurde folgende Verfügung des Führers veröffentlicht: „Den Leiter der Politischen Zentral-- kommission Rudolf Heß ernenne ich zu meinem Stellvertreter und erteile ihm Vollmacht, in allen Fragen der Parteiführung in meinem Namen zu entscheiden." ♦ Rudolf Heß war damals gerade 39 Jahre alt, Er stammt aus einer fränkischen Familie, die nach Aegypten ausgewandert war, dort, in Alexandrien, ist er geboren worden. Daher nimmt er sich noch heute der Ausländsdeutschen mit besonderer Wärm2 an. Schon in seiner Studienzeit zog es ihn in den Bannkreis der nationalsozialistischen Idee, daher ist auch sein Interesse für die Fragen der Hochschuten und der akademischen Jugend rege geblieben. Ferner sind es die technischen Probleme,' die den ehemaligen Kriegsflieger noch heute in Anspruch nehmen, auch die Fragen der Heilkunde werden aufmerksam verfolgt. Der Frontsoldat hatte immer vollstes Verständnis für ben Friedenswunsch ber alten Krieger; bie Rebe, bie Rubolf Heß im Juli 1934 in Königsberg hielt, war bie Veranlassung, baß bie Ver- bänbe" ber Kriegsteilnehmer aus allen Ländern enger zusammenrückten. Damit ist bas Wesen bes Mannes nur angebeutet, ber ber nächste Mitarbeiter Abolf Hitlers ist: rastlos tätig, vielseitig interessiert, volksnahe im besten Sinne be.s Wortes. Den Führer begleitete er, als bieser als unbekannter Solbat seinen Kampf um Deutschlanb begann; er saß mit ihm auf ber Festung Lanbsberg, er hat mit Abolf Hitler — wie er selbst einmal sagt — gedarbt unb er hat auch seinen Durchbruch mit erkämpft. Als Privatsekretär unb Abjutant Abolf Hitlers war Rubolf Heß an allen wichtigen Vorbereitungen beteiligt, 1932 übernahm er bas Amt bes Leiters ber Zentralkommission ber Partei. Nach ber Machtergreifung erhielt er zunächst bas Recht ber Teilnahme an ben Kabinetts-Sitzungen, am 1. Dezember 1933 mürbe er Reichsminister aus Anlaß ber Verkünbunq bes Gesetzes über bie Einheit von Partei unb Staat. Rubolf Heß hat bann burch bas Vertrauen bes Führers eine Fülle weiterer Befugnisse in ber Partei unb in ber Reichspolitik übernommen. Jebes Gesetz be- barf seiner Prüfung unb Mitwirkung, ebenso wie alle Verorbnunqen unb Durchführungsbestimmungen dazu. Ferner ist ihm bas Recht ber Mitwirkung bet Beamtenernennungen gegeben, neuerbings ist auch für bie Gesetzgebung ber Länderregierungen bie Mitwirkung bes Stellvertreters bes Führers sichergestellt. Besondere Verdienste erwarb sich Rudolf Heß um die Schulung der Partei, um die Heranbildung unb Geschlossenheit des Führerkorps der Partei. Er schuf damit eine echte Volksführung, die das Vertrauen des Mannes auf der Straße in vollem Umfange besitzt, wie auch Rudolf Heß persönlich als das unbestechliche Gewissen der Partei bei allen Volksgenossen in hohem Ansehen steht. geben, eine der Ueberfieferung entsprechende Politik des wirtschaftlichen und politischen Liberalismus beizubehalten. Diese Politik allein würde eine engere Zusammenarbeit zwischen Frankreich unb England und eine Abstimmung ber Politik beider Länder ermöglichen. Dies sei die grundlegende unb einzige Frage, die die englische Regierung wirklich an die französischen Minister stellen wollten. Wenn die französische Regierung gewisse Garantien für ihren Bestand gäbe, so könne sie bie Unterstützung Englands verlangen. Man werde ihr Erleichterungen hinsichtlich der Rohstoffbeschaffung und vielleicht sogar Kredite einräumen. Dann wäre es auch leicht, die Rüstungserzeugung beider Länder gleichzuschalten und die Beziehungen zwischen ben beiben Gene- ralstäben enger z u g e ft alten. — „Petit Journal" schreibt, wenn es heute ebenso wie 1914 kein schriftliches Bündnis zwischen Frankreich unb England gäbe, so werde Frankreich doch keinen Augenblick an ben mündlichen Versprechungen Englands unb seiner leitenden Männer zweifeln. Der Londoner Berichterstatter des „E x c e l s i o r" berichtet, man habe ihm Mittwoch abend erklärt, daß ein Plan der Zusammenarbeit zwischen den französischen und englischen Streitkräften zu Lande, zu Wasser unb in ber Lust schon seit mehreren Monaten im französische^ und im englischen Außenamte in Bearbeitung sei unb während der Londoner Besprechungen in seinen großen Linien geprüft werde. Dieser Verteidigungsplan sehe im Falle eines Konfliktes die „F u s i o n" ber beiderseitigen Ö u f t ft r e i t f r ä f t e vor. — Der Londoner Berichterstatter des „Petit Parisien" erklärt, die englisch-französische Aussprache über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit scheine sich ganz besonders mit der Möglichkeit einer Verstärkung des Währungs- Dreier-Abkommens unb des französischen Devisen - Ausgleichsfonds befassen zu wollen. Man zweifle nicht daran, daß sich Chamberlain mit Bonnet über die Mittel zu einer Festigung der französischen Währung einigen werde. Auf jeden Fall werde der Londoner Besuch der französischen Minister in ben Augen der Welt bezeugen, daß die französisch-britische Solidarität nicht etwa ein leeres Wort, sondern eine Tatsache sei, mit der man rechnen müsse. Oer englisch-irische Friede. In London ist das englisch-irische Vertragswert unterzeichnet worden: damit hat England die eigentümliche Stellung der Republik Irland anerkannt. Premierminister de Valero hat nicht alles durch- aesetzt. Er hat vor allem nicht die in der irischen Verfassung vorgesehene Einverleibung Ulsters, des vorwiegend protestantischen Nordirlands, erreicht. Die Frage ist offen geblieben und man hat zu- nächst versucht, alle' anderen Zwistigkeiten zwischen England und Irland auszugleichen. Gemäß der po» litiscken Grundeinstellung Chamberlains hat die englische Regie'rung eine Versöhnungspolitik getrieben, deren Früchte für England nicht schlecht sind, denn Irland war den Briten nach jahrhundertelangen Kämpfen sowieso verloren. Mit Waffengewalt konnte es nicht niedergeworfen werden. Der „Feind vor den Toren Londons", ein sehr hartnäckiger, andersrassiger und vorwiegend anderskonfessioneller Gegner, hat gesiegt. Irland ist sehr selbständig geworden, und hängt nur durch etwas kühne und nichtssagende britische Kombinationen mit dem englischen Empire zusammen. Durch die Wahlen zum irischen Parlament hatte de Valero mit seiner Partei, den «Fianna Fail, auf deutsch: «Krieger des Schicksals", im Juli 1937 zum ersten Male die absolute parlamentarische Mehrheit gewonnen und die konservativen, unter Leitung von Cpsgrave stehenden Fine Gael besiegt. Man hat in der englischen Presse immer behauptet, die Gruppe um Cosgrave sei englandfreundlich, aber in Wirklichkeit predigte Cosgrave denselben^ rein irischen Englandhaß wie de Valera, nur, daß er für gute Wirtschaftsbeziehungen zwischen Eire und England eintrat, mährend de Valero seit 1933 das Kriegsbeil auch in dieser Richtung schwang. Der Handelskrieg hat Irland mehr geschadet als England, aber de Valero und das irische Volk haben ihn trotzdem mit gewohnter Zähigkeit und Verbissenheit durchgeführt und die Zeitdauer dieses Kampfes benutzt, um ihr Haus ohne fremde Hilfe oder Einmischung einzurichten. Die Verfassung Irlands ist am 29. Dezember 1937 in Kraft getreten. Sie ist nach Valera „die irische Freiheitscharta", und diese auch rechtliche Losung von der englischen Vormundschaft wird im Mai sinnfällig werden, da sich der Staat ein Oberhaupt, der den Titel Uachtaran führt, gibt. Es ist bezeichnend, daß de Valera und Cosgrave sich auf einen Protestanten, den Wieder- erwecker der gälischen offiziellen Amtssprache, auf Professor Dr. Douglas H y d e, geeinigt haben. Inzwischen sind nach fast einem Vierteljahr die Dinge unter Dach und Fach gebracht worden, die zwischen England und Irland standen. Die Londoner Regierung legte den Hauptwerk darauf, nicht einen Feind vor Londons Toren zu haben. Strate- gische Rücksichten führten also zum Hauptpunkt des Abkommens, der vorsieht, daß die englische Regierung alle Rechte und Besitztümer der britischen Admiralität in Irland, also die Häfen Berehooen, Lang Swilly und Queenstown, an Irland zurückgibt. Nicht erwähnt sind die Zurückziehung der etwa 11000 Mann betragenden englischen Truppen in diesen Städten sowie der Verzicht auf den irischen Flughafen Ryanna, der bisher von Offizieren und Soldaten des britischen Royal Air Force besetzt war, auch nicht die Rückgabe der großen Oelraffi- nerie, die die englische Admiralität in Dublin errichtet hatte. Aber es ist wohl selbstverständlich, daß alles das Irland zurückgegeben worden ist gegen die Zusage, sich niemals einyr Koalition gegen England anzuschließen. Damit fit England eine Sorge los geworden. Napoleon hat gesagt, er hätte nicht nach Aegypten, sondern nach Irland gehen sollen, um England tödlich zu treffen. Ein feindliches Irland wäre wirklich für die Briten im Ernstfälle ein nicht zu verachtender Gegner gewesen. * « Ferner sind die finanziellen Verhältnisse geregelt worden. Als England vor einem halben Jahrhundert dem irischen Streben nach Land nachgab und seine Grundeigentümer in Irland ihre Besitzungen unter die Iren austeilen mußten, streckte England den Iren den Betrag für die Entschädigungen vor. Die Zinsen und Rückzahlungen machten jährlich rund 5 Millionen Pfund aus, die allerdings seit der Zuspitzung des irisch- englischen Verhältnisses nicht gezahlt worden sind. Nunmehr wird gegen eine einmalige Abfindung von 10 Millionen Pfund alles hinfällig bis auf eine Annuität von 250 000 Pfund, die Irland auch künftighin zu entrichten hat. England ist also den Iren sehr weit entgegengekommen. Schließlich wurde auch der Handelskrieg beendet. Großbritannien nahm vor dem Zollkrieg rund 90 v. H. des gesamten Außenhandels der Republik Irland auf. Die in den Jahren 1935 und 1936 abgeschlossenen Abkommen, die irisches Rindvieh gegen englische Kohle und irisch? Pferde gegen englischen Zucker austauschten, waren aber als Schritt 3um Handelsfrieden nicht zu bewerten, da Irland Kampf- zolle gegen englische Waren aufrecht erhielt und die Briten ebenfalls zur Waffe der. Sonderzölle gegriffen hatten. Die irische Ausfuhr nach England hatte im Jahre 1935 18,76, im Jahre 1936 20,36 und im Vorjahre 21,10 Millionen Pfund Sterling betragen. Sie setzte sich hauptsächlich aus Agrarprodukten, Fleisch, Wolle, Pferden, Rindvieh zusammen, während England dagegen Fertigfabrikate und Kohlen lieferte, und zwar 1935 für 25,16, 1936 für 25,97 und 1937 für 27,32 Millionen Pfund Sterling. Der Handel mit England verschuldete also die Iren. Jetzt werden die irischen Waren mit Ausnahme einiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die aber genau dieselbe Vorzugsbehandlung wie die Dominions bekommen haben, in England frei ein» geführt werden, während Irland sich verpflichtete, als Gegengabe Schutzzollermäßigunaen für englische Waren vorzunehmen. Ebenso wird die englische Kohle künftighin in Irland nicht mehr kontingentiert. Die Politik des do ut des, des Gebens und Wiederaebens, hat also diesen Vertrag bestimmt, hinter dem aber eine geschichtliche Tatsache steht: Irlands staatsrechtliche Selbständigkeit. Das irische Volk, wie die Germanen niemals von den Römern bezwungen, hat sich auch nach greuelreichen Kämpfen, die sich durch Jahrhunderte hinzogen und z. B. noch im vorigen Jahrhundert infolge furchtbarer Hungersnöte die irische Bevölkerung von 8,5 Millionen im Jahre 1846 auf 4,25 im Jahre 1914 zurückgehen ließen, auch gegen die Briten behauptet. Das ist der Stolz und die Würde jedes Staatsbürgers der Republik Irland, und sie ist jetzt auch von England stillschweigend anerkannt worden. Die Bezwingung der Iren und die Behandlung Irlands als Kolonie ist den Briten nicht gelungen. rt. De Valera vor dem irischen Parlament. Dublin, 27. April. (DNB.) Ministerpräsident de Valero sprach irn Dail über das englisch-insche Abkommen. Er erklärte, der Vertrag erkenne end- Camoo Roma - die Zeltstadt der 50000. Eine Heerschau der faschistischen Jugend vor dem Führer. Von unserer Sonderberichterstatterin Adelheid Oehio. An der Via Casllina, der anttken Labicana, die von Rom in südöstticher Richtung durch die Senke zwischen den Albanerbergen und denen von Pa- lestrina hindurchführt, ersteht mitten in der Einsamkeit der römischen Campagna eine gewaltige Zeltstadt. Hier, wo sonst nur die typischen Schafherden der Campagnä weiden, befand sich im vorigen Mai das Lager der libyschen Kolonialtruppen und der somalischen Dubats, die an der großen Parade zur Einjahrsfeier des faschistischen Imperiums terlnahmen. In diesem Jahr wird hier das III. Campo Roma aufgeschlagen, — ein gewaltiges Zeltlager, das nicht weniger als 5 0 0 0 0 Avan - guardisten und Jungfaschisten a 119 ganz Italien aufnehmen soll. Zum ersten Male findet diese alljährliche Veranstaltung unter dem Oberkommando des Parteisekretärs Starace statt, der im vergangenen Oktober die Leitung der faschistischen Jugendorganisation übernommen hat, die damit zugleich der Partei angegliedert wurde. Sie trägt fortan den Namen „Gioventu Jtaliana bei Littorio", abgekürzt G. I. L. Diesmal werden nicht nur sportliche Wettkämpfe und vormilitärische Uebungen durchgeführt, wie es bisher der Zweck des alljährlichen Lagerlebens der faschistischen Jungmannen war, sondern es soll auch dem Führer des Grohdeutschen Reiches bei seinem Besuch in Rom gezeigt werden, einen wie hohen Grad vormilitärischer Ausbildung die Jugend Mussolinis im Jahre XVI der faschistischen Aera erreicht hat. Unter den hier versammelten Avanguardisten, die die männliche Jugend von 13 bis 17 Jahren umfassen, werden sich 30 Kohorten Musketiere (Avan- guarbifti moschettteri), drei Schwadronen Reiter (Avanguardisti cavallieri), vier Kohorten Seekadetten (marinaretn) und vier Kohorten Flugschüler (aeronautici), befinden. Iungfaschisten — Jünglinge von 17 bis 21 Jahren, — werden 52 Bataillone Füsiliere, zehn Bataillone MG.-Schützen, 3 Schwadronen Kavallerie, 6 Batterien Artillerie, 3 Kompanien Motorradfahrer, mehrere Abtellungen Matrosen, Flieger usw. umfassen. Dazu kommen 125 Musikkapellen. Das Kommando liegt in den Händen von 2500 Offizieren. Im Rahmen der gewaltigen Zeltstadt hat jede Provinz Italiens ihr eigenes Lager. Am Eingang der Zeltstadt erhebt sich ein etwa 30 Meter hoher Beobachtungsturm, von dem aus der Duce und der Führer mit ihrem Gefolge den Wald von xund 14 000 Zelten überblicken können. Inmitten der sanftgewölbten, einsamen römischen Campagna mit ihren Resten antiker Aeguadukte und Grab- mäler und im Rahmen der fernen Albaner- und Sabinerberge wird das ein einzigartiger Anblick sein. Die Zelte der Flugschüler sollen bas Wort „DUCE“ unb bie der Seekadetten bas Wort „FÜHRER“ bilden. Auf einem Hügel, der von Pinien und einem alten Sarazenenturm gekrönt wird, werden sich die Zelte des Kommandeurs Starace und feines Generalstabes befinden. Das Lager einer jeden Provinz hat in der Mitte feinen Der- sammlungsplatz mit dem Lautsprecher und dem Fahnenmast, so daß auf ein einziges Kommando an jedem Morgen hundert Fahnen gehißt werden können. Hundert Küchenzelte mit dem nötigen Vorrat an Brennholz unb Wasser werben errichtet. Man rechnet mit einem Wasserverbrauch von 700 000 Litern täglich. Zu dem Zweck sind schon viele Kilometer Wasserleitungen gelegt worden, ebenso wie elektrische Leitungsdrähte für Licht und Lautsprecher. Rund 3000 Bogenlampen von etwa einer Million Watt werden das Lager erhellen. An alles, was das Leben einer so großen Siedlung erfordert, — vom Sanitätsdienst bis zum Postamt und Kaufladen, — an alles wird gedacht, lieber dem ganzen Lagerleben aber steht der Wahlspruch der G. I. L. „Credere — obbedire — combattere!“ Glauben — gehorchen — kämpfen! Auf dem benachbarten M i l i t ä r f l u g h a f e n von Centocelle werden schon Tribünen gebaut, denn hier soll die große Kundgebung vor dem Duce und dem Führer stattfinden, an dem alle Insassen des III. Campo Roma teilnehmen. Der Ehrentribüne gegenüber wird das Gros der Avanguardisten und Jungfaschisten Aufstellung nehmen, links von ihr werden die Seekadetten und rechts die vormilitärischen Speziallruppen (Artillerie, Kavallerie, Motorradfahrer, Flugschüler usw.) aufmarschieren. Unmittelbar vor der Ehrentribüne sollen die Schüler der Akademie für Leibesübungen den Ehrendienst versehen. Ferner werden Abordnungen der Kolonialtruppen und 4000 jugendliche Trompeter im Vordergründe Stellung nehmen. Der Vorbeimarsch der faschistischen Jugend wird, ebenso wie die Parade auf der Via dell'Jmpero, unter Anwendung des neueingeführten „passo ro- mano", des römisches Paradeschrittes, stattfinden. Eröffnet wird er durch bie schon genannten vormilitärischen Spezialtruppen, worauf die Reiter ein Hindernisrennen und die Flugschüler Segelflüge vorführen. Dann werden rund 20 000 Avanguardisti Exerzierübungen durchführen, und endlich werden alle teilnehmenden Abteilungen — 52 Bataillone Jungfaschisten und 31 Kohorten Avan- guarbiften — durch Uebungen in der Waffenhandhabung den erreichten Grad der vormilitärischen Ausbildung der faschistischen Jugend zur Anschauung bringen. Ferner soll die militärische Schlagkraft und Bereitschaft des modernen Italien anläßlich des Führerbesuches in einer Reihe großer militärischer Veranstaltungen zur Geltung kommen. Hierher gehört die große Parade auf der Via dell'Jmpero, die Scheinkämpfe, Gefechtsübungen und Vorführungen der Luftwaffe bei Santa Marinella und endlich die großen Flottenmanöver zwischen Gaeta und Neapel. Äei Santa Marinella in der Nähe von Civitavecchi wird eine Stoßtruppe aus zwei Bataillonen Infanterie, unterstützt von MG.-Abteilungen, Kampfwagen unb Artillerie verschiebenen Kalibers einen Angriff mit Scharfschießen auf eine befestigte Stellung vor führen. Das interessante militärische Schauspiel, bas etwa eine halbe Stunde dauern wird, soll die Schlagkraft einer aufs modernste organisierten, gedrillten unb bewaffneten Stoßtruppe zeigen. Es wird sicher nicht weniger einbrucksvoll sein, als die Scheinkämpfe, die im vergangenen Frühling anläßlich des Mussolini-Besuches in Sibnen stattfan- ben, unb bie ihre befonbere Note erhielten durch die Reiterangriffe der Eingeborenen-Kavallerie und der Moharisten-Abteilungen auf ihren galoppierenden Kamelen. gültig die Souveränität der südirischen Regierung über 26 Grafschaften und die Hoheitsgewässer an. Er glaube, daß es nup noch eine Frage der Zeit sei — unb zwar einer kurzen Zeit —, bis zu dem Tage, wo man von der Regierungsbank zum ganzen irischen Volk sprechen werde und wo man sagen könne, daß Irland endlich ein völlig unabhängiger Staat sei. Die irische Regierung werde nichtgestatten, daß irisches Gebiet als eine Angriffsbasis gegen England benutzt werde. Selbstverständlich würden die Häfen, wenn notwendig, modernisiert, weil sie offensichtlich von strategischem Wert seien. Irland schulde es sich selbst und seiner Souveränität, daß niemand ohne die Erlaunis der Regierung diese Häfen benutze. Irland werde aber nur dann diese Erlaubnis geben, wenn diese Benutzung in seinem Interesse liege und nicht gegen ein Nachbarland geratet sei. Tue es das, dann werde es sofort in einen Krieg mit England verwickelt werden. Der Vertreter der Opposition Cosgrave erklärte, daß er die Absicht habe, für das Gesetz zu stimmen. Die Aussprache wurde auf Donnerstag vertagt. Englands Staatshaushalt. Im Zeichen der Aufrüstung. Zum ersten Mal brachte in diesem Jahre Sir John Simon als Großbritanniens Schatzkanzler den Haushaltsplan des allgemeinen Mißvergnügens ein. Die neuen Steuererhöhungen haben Heber- raschung hervorgerufen, zumal Sir John Simon ausdrücklich darauf hinwies,,diese Steuererhöhungen würden in den nächsten Jahren noch verschärft werden, da die gewaltige Aufrüstung Englands nüch weitere Ausgaben notwendig mache. Sogar dem „Daily Telegraph", einem Regierungsblatt rüstungsfreundlichster Art, ist bet Schrecken darüber, daß jetzt jeder Engländer fühlt, was die Aufrüstung kosten wird, in die Glieder gefahren. Zur Deckung der Fehlbeträge ist die Erhöhung der Einkommen st euer notwendig geworden. In der Vorkriegszeit mußte der Engländer rund einen Schilling auf das Pfund als Einkommensteuer abgeben. Im Jahre 1936 wurde der Satz auf 4,9 Schilling erhöht, im April 1937 auf 5 Schilling und jetzt auf 5 Schilling 6 Pence. Während also in Vorkriegszeiten der Brite ein Zwanzigstel seines Einkommens dem Staate gab, muß er heute 'über ein Viertel dazu verwenden — eine klassische Illustration zu der im England der Vorkriegszeit allgemein geglaubten Kriegsthese, nach der Vernichtung des deutschen Handelsrivalen werde „jeder Engländer um so reicher sein". Weiter wird die Benzin- und Schwerölsteuer um volle 12V- v. H. erhöht, eine neue Derbrauchsabgabe für Treibstoff-Alkohol ein- geführt und der Tee, der in England bekanntlich eine Rolle wie bei uns der Kaffee spielt, abermals mit Steuern belastet. Interessant ist die Bemerkung Simons, im ersten Halbjahr 1937/38 sei das Steueraufkommen hoher gewesen als im zweiten. Das erläutert die Auffassung, wonach in der letzten Zeit, wie auch die englischen Handelsziffern zeigen, die Geschäfte nicht mehr so gut gingen und die amerikanische Depressionswelle doch auch ihre Spritzer nach England oeroorfen hatte. Wie hoch sind nun d i e Kosten der R ü • st»n g? Der Ertrag der Tranche der Rüstungsanleihe von 90 Mill. Pfund ist in den Ausgaben des Staatshaushaltsplanes nicht enthalten. Die gesamten Rüstungsausgaben einschließlich der Zivilausgaben für Luftschutz werden auf 327,7 Mill. Pf. angegeben, das heißt also, wenn man den Pfundkurs von 12,40 annimmt, auf f a ft vier Milliarden Reichsmark. Da aber noch weitere Rüstungsausgaben vorgesehen sind, sollen diese aus der Rüstungsanleihe gedeckt werden, so daß man mindestens 41/? Milliarden RM. Ausgaben nur in diesem Finanzjahr für Rüstungszwecke einsetzen kann. Ueberbies ist auch die Einlagerung van Nahrungsmitteln sowie Rüstungsbedarf für den Kriegsfall im englischen Staatshaushalt noch nicht enthalten, sondern von der Bewilligung besonderer Zusatzhaushalte abhängig, deren Höhe und Deckung dem Unterhaus noch nicht bekannt sind. Noch eins ist ferner bedenklich. Die Steuereinnahmen sind auf der Grundlage der sehr guten Konjunktur geschätzt worden, die bis in den Herbst 1937 herrschte, mittlerweile aber rückgängig geworden ist. Sollte die Flaute anhalten, bann wirb im nächsten Jahr der Schatzkanzler neue Steuererhöhungen beantragen müssen, um bas Loch zu stopfen, bas durch eine zu hohe Voreinschätzung gerissen wurde. rt. Deutsch-englische Verständigung unerläßlich für den Weltfrieden. Botschafter Henderson in Hamburg. Hamburg, 28. April. (DNB.) Zur Iahresver- anftaltung her Friedrich - Sthamer - Gesellschaft (Deutsch-Englische Gesellschaft), Hamburg, waren mit dem britischen Botschafter viele führende Männer der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der Wirtschaft unb des kulturellen Lebens erschienen. Der Präsident der Gesellschaft, Staatsrat Dr. B u r ch a r d , begrüßte Sir Neville Hen- b e r f 0 n unb wies auf die besonders engen Verbindungen hin, die gerade Hamburg über die Jahrhunderte hinweg mit dem britischen Volk verknüp. fen. Er bezeichnete es als das Ziel der Deutsch- Englischen Gesellschaft, die Verständigung unter den beiden großen Völkern immer weiter voranzubrin- gen. Botschafter Henderson kennzeichnete die Grundlinie der britischen Politik, die auf die Aufrechterhaltung des Weltfriedens gerichtet sei, und hob unter großem Beifall hervor, daß Freundschaft und gutes Verstehen zwischen Deutschland und England ganz und gar unabdingbar seien, nicht nur im Interesse beider Länder, sondern der ganzen Welt und der Zivilisation. Die Anbahnung unb Herbeiführung ber gegenseitigen Verständigung über bie Fragen ber Politik sei daher unerläßlich. „Es gibt Nichts Schrecklicheres, nichts Häßlicheres und fein größeres Unglück für beide Länder als einen Krieg. Wir wollen an die Möglichkeit einer derartigen Entwicklung überhaupt nicht denken. Wir wollen vielmehr sprechen und nachdenken über die unerläßliche Notwendigkeit eines guten gegenseitigen Verstehens unb einer engen Zusammenarbeit Deutschlanbs und Englands zur Aufrechterhaltung des Friedens." Gestatt und Leben. Ein Bortrag Alfred Rosenbergs in Hatte. Halle, 27. Aprll. (DNB.) In feierlicher Form beging die Martin-Luther-Universität Halle-Wttten« berg die Eröffnung des Sommersemesters in Anwesenheit des Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung ber NSDAP., Reichsleiter Alfreb Rosenberg, der einen Vortrag hielt über „Gestalt unb Leben", in dem er auf die sogenannte Lebensphilosophie von Ludwig Klages einging. Wir haben, so sagte er, den Kampf von Ludwig Klages gegen den zer- störenden Einfluß einer entarteten Technik unb sein Eintreten für bie Kraft ber Anschauung als Ergebnis einer inneren Erfahrung gern gewürdigt. Wir haben es aber auch für notwendig erachtet, uns rechtzeitig gegenüber gewissen Grunbthesen ab« zugrenzen, nach denen in ber „vorgeschichtlichen" Zeit die Menschheit „wettsicherer" 'gewesen sei unb größere Lebensfülle als in der „geschichtlichen" Zeit besessen habe. Nach Klages habe bie geschichtliche Zeit mit ber Zerstörung des paradiesischen Urzustandes durch Einbruch einer "kosmischen Kraft, die er „Geist" nennt, begonnen. Dieser „Geist" habe zu einer unentrinnbaren Zersetzung ber Lebenszellen geführt und treibe damit bie Menschheit ihrem Untergang entgegen. Die Pelasger, bie Klages als Beispiel für das Leben überhaupt dienen, verkörpern die Werte eines vorderasiatischen Völkergemisches, bie bem norbischen Griechentum mit. seiner apollinischen Auffassung und Jemen Lichtgöttern rassisch fremb sind. Dem griechischen wie dem germanischen Lebensgefühl überhaupt widerspricht von Grund ans jene Weltuntergangsstimmung, wie sie ausgiebig — sparsam — billig O V 154-305 AM •VTFT VIM PUTZT ALLES als konsequentes Denken Klages' erscheint. Wir mußten uns schon einmal gegen eine bestimmte Weltuntergangstheorie, wie sie von Oswald Spengler vertreten wurde, wenden. Wäre die nationalsozialistische Bewegung dieser Stimmung gefolgt, dann wäre allerdings eine Rettung des deutschen Wesens ausgeschlossen gewesen. Mit Schärfe wandte sich der Reichsleiter gegen; die sekterischen Schüler von Klages, die mit einem einzigen Schnitt bas germanische Abenbland in eine schwarze unb weiße Hälfte teilten, wobei es den sekterischen Adepten gar nicht darauf ankomme, Plato, Galilei, Luther unb Kant zusammen mit Marx unb Lenin auf bie schwarze Liste zu stellen. Die nationalsozialistische Bewegung sei weit davon entfernt, Klages verketzern zu wollen. Sie werde keinem Forschenden bie inneren Auseinandersetzungen ersparen, weil sie weiß, daß eine entschiedene und klare Haltung der kommenden' Generation nur durch innere Kämpfe errungen werden kann. „Leben ist stets plastische Gestalt, der Ausdruck ber inneren unb äußeren Gestatt ist d a s Werk, das Werk ist geballte Tat, die Tat, wenn sie organisch ist, ist stets der Gesamtausdruck von Seele, Fleisch, Wille und Vernunft. Das ist unsere innerste Ueberzeugung. Diese Haltung war die Voraussetzung für bie große deutsche Wiebergeburt, für die Rettung des deutschen Lebens." Gauleiter Sprenger Schirmherr der Hutten-Spiele. NSG. Die Partei führt auch in diesem Jahr durch bie NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freude" aus ber Steckelburg bei Schlüchtern wieber die Hutten-Freilichtspiele durch. Zur Aufführung gelangt das Spiel von Erich Bauer „Laßt Hutten nicht verderben'. Die Hauptrolle ist wieder Wolfram Heßler vom Grenzlandtheater in. Regensburg' übertragen. Für bie übrigen Rollen sind Mitglieder des Stadttheaters in Gießen verpflichtet. Es - ist damit zu rechnen, daß Sie Huttenfreilichtspiele in diesem Jahr einen starken Besuch aus bem ganzen Reich zu verzeichnen haben. Von besonderer Bedeutung ist es, daß Gauleiter Sprenger durch die Uebernahme ber Schirmherrschaft sein großes Interesse an diesen Spielen gezeigt hat, die sich mit einem wichtigen Stück Geschichte unseres Gaues und darüber hinaus Deutschlands befassen. Oie KdI.-Klotte schon unterwegs nach Junchal. Die Urlauber ber im Hafen von Lisiabon liegenden KbF.-Flotte besichtigten die portugiesische Hauptstadt und ihre Umgebung. Auf Einladung der portugiesischen Organisation „Freude an der Arbeit" weilten etwa 1000 Urlauber in bem herrlichen Küstenoorort Est 0 ril, währenb andere das malerische Ci n t r a - Gebirge besuchten ober aber Lissabon selbst genauer besichtigten. Mittwoch abend verließ bie KbF.-Flotte ben Hafen und trat die Weiterreise nach Funchal an. Das KdF.^chiff „Ozeana", das am Mittwochmorgen in Lisiabon eintraf, tritt die Weiterfahrt erst am Donnerstagabend an. Kleine politische Nachrichten. Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird vom Deutschen Nachrichtenbüro darauf hingewiesen, daß die drei großen Tarifordnungen für den öffentlichen Dienst mlt Wirkung vom 1.April 1 938 in Kraft getreten sind. ♦ ■ Nach amtlichen Berichten aus Bombay sind bei religiösen Unruhen in Indien in ber letzten Woche 22 Personen getötet unb über 100 verletzt worden. Dabei handelte es sich um Zusammenstöße zwischen Hindkls und Moslems. ♦ Der türkische Ministerpräsident Celal Bayar unb ber türkische Außenminister Rüschtü Aras trafen zur Unterzeichnung des türkisch-griechischen Zusatzvertrages in Athen ein, wo sie von Mi« nisterpräsident Metaxas, sowie den diplomatischen Vertretern der Staaten des Balkanbundes empfangen wurden. 11000 1300 121000 V mit 18,6 Millionen Am Nationalen Feiertag des Ufln Auszeichnungen zum 1. Mai. 47 000 Filmveranstaltungen Besuchern; scheint. M ine bestimmte 'n Dswalb ’n. Wäre die ir Stimmung ! Rettung des esen. hsleiter gegen; die mit einem ndland in eine wobei es ben' auf ankomme, isammen mib iste zu stellen, ei weit davon n. Sie merbe ■ einandersetzun-' le entschiedene Generation nur Derben kann. eftalt, her eftalt ift bas at, bie Tat. famtaus’ Lille und .ederzeugung. sm bie yrotze , des deutschen htichik". TÄ* iHj „n in'i ist-rastß iunchtl. Lissabon liegen' Os J DonnerstnS Konzertveranstallungen mit 5,6 Millionen Besuchern; Fabrikausstellungon mit 3L Millionen Besuchern; Juden hinter Stalin. Neue aufklärende Werke der Antikomintern. — Budenlos Augenzeugenbericht er Spiele. 1 diesem Jahr durch Freude Schlüchtern ch. Zur Auf- h Bauer „Laß' ■olle ist wieder tbeder in. Re> en Rollen sind eaters in it zu rechnen, m Jahr einen ich zuverzech mg 'st es, y ebernahme der esse an diesen inem wichtigen darüber hinaus „Kreut Euch des Lebens?" Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront/ ^ieichsorganisationsleiter Dr.Letz, gibt die Parole zum l.Sloi. rungen mit rund 3 Millionen Teilnehmern durchoe« führt. Der Deutschen Arbeitsfront stehen 9 große Ueberseedampfer zur Verfügung, darunter 5 eigene. Die bisherige Aufwendung für die KdF.« Flotte betrug 21 Millionen Neichsmark. Für das Seebad Rügen wurden bisher 10 Millionen Reichsmark verausgabt Die gesamten Aufwendungen für die KdF ohne Investitionen und Schiffsbauten haben seit 1934 77 Millionen Reichsmark betragen. Dies olles ist nur ein verschwindend kleiner Aus- ichnitt aus der vielfachen und völlig neuartigen Betreuung der Schaffenden und soll euch Arbeiter und Arbeiterinnen daran erinnern, mit welchen revolutionären Ideen der Nationalsozialismus die Frage der sozialen Betreuung der Schaffenden im neuen Deutschland aufgegriffen hat. Das Leben im nationalsozialistischen Deutschland ist schöner geworden! wer wollte es leugnen? Das Deutschland Adolf Hitlers ist groß und mächtig wie nie zuvor. Die wett weih es. Unser unsterbliches Volk wird besser von Tag zu Tag. — Das ist unser Stolz! — Der deutsche Frühling ist angebrochen, der Mai ist gekommen. Grohdeutfchland ist geworden, das Volk ist einig. Tausend Iahre deutschen Seh- uens. Opfer und Glaube ist seht erfüllt. Deutsche, freut Euch des Lebens, denn wir besitzen einen Adolf Hiller! Dr. R. Ley. ot«w i‘< s-s 1 bu nbei iieN(, 'tet "d SlÄ' «t tooiop,*"*. ben1*8*6 $»ilunb £ !®>ä als Wü}ejen^ ch»-ch°k-L nMichiich Elchen Ur,T ywt Ll,Qbl 3» °"Lrem Un- •e ^ages Qj. ^en v„k en Dölkerge- Vjeiner "i^tgöttern ?'i dem ger, verspricht von nung, wie si" Diese Iudenclique spielt neben und hinter Stalin die entscheidende Rolle in der Sowjetpolitik. Die übrigen prominenten Mitglieder der Gruppe um Stalin sind zum größten Teil jüdisch zersetzt. Kommunistische Vmgerknegs- VorbereMmgen in Frankreich. ,Lour" berichtet von der Bildung schwerbewaffneter Stoßtrupps. Pans, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Der „Jour" weiß zu berichten, daß schriftliche Anwei- jungen, die die französische Kommunistische Partei ihren Gliederungen zuaestellt hat, in die Hände der Polizei gefallen seien. In einem dieser Schriftstücke, in dem es um die Bildung bewaffneter Einheiten geht, heiße es u. a.: die Leiter müf- fen sorgfältig ausgewählt werden, unter den zuverlässigsten Parteimitgliedern. Ausländer sind zu bevorzugen. Sie müssen zu ihrer Verfügung eine Truppe kräftiger, ausreichend bewaffneter und immer bereiter Männer haben. Diese Truppen setzen sich aus 25 Mann zusammen. Sie müssen verfügen über 5 Maschinenpistolen mit insgesamt 2000 Pa- tronen. 40 Handgranaten, für jeden Mann eine großkalibrige Pistole mit je 200 Schuß Munition, 2 Beile Seile sowie einen Lastkraftwagen oder eine Kraftdroschke. Jede Truppe muß zur Wahrung von Verbindungen zu anderen Truppen 3 Motorradfah- rer aufweisen. Die „Zentralkommandoposten" müssen in jedem Kanton an guten Stellen unter gebracht werden, wenn möglich in den Kellern von Warenhäusern oder Gast- wirtschaften mit der Bedingung, daß jeder Keller zwei Ausgänge besitzt Die Zentral- kommandoposten müssen untereinander durch moto- rifierte Meldegänger verbunden sein Wie der ,Lour" weiter aufdeckt, verfugen die sonstige kulturelle Veranstaltungen mit 50 Millionen Besuchern. Auf dem Gebiete des Sportes beteiligten sich seit 1934 21 Millionen Besucher an über 1 Million Uebungsstunden. In den Seebädern wurden 350 000 Volksgenosien sportlich betreut. Die Seefahrten erstreckten sich nach Norwegen, Madeira, Azoren und Italien; folgende Zahlen geben eine Uebersicht: Seit 1934 wurden insgesamt 384 Seefahrten mit 490 000 Teilnehmern, über 60 000 Landfahrten mit über 19 Millionen Teilnehmern, 113 000 Wände- D,‘ese Ci-. 8esteiit Dl deutschen Volkes werden von der DAF. besondere Auszeichnungen verliehen. Oben links das Gaudi p l o m im Leistungskampf der deutschen Betriebe. Mit der Verleihung des Haudiploms ist das Recht zum Führen eines Ehrenschilds verbunden, das in jedem Jahr neu erworben werden muß. Oben rechts: Die Auszeichnung für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet von „Kraft durch Freude". Unten links: Für vorbildliche Leistungen auf dem Gebiet der Volksgesundheit im Leistungskampf der deutschen Betriebe Unten rechts: Das Leistungsabzeichen für vorbildliche Heimstätten und Wohnungen. Die drei letztgenann- ten Ehrenschilde sind von Professor Beer entworfen. — (Scherl- Bilderdienst-M.) Berlin, 27. April. (DNB.) Die Antikomintern übergab zwei Werke der Oeffentlichkeit, die besonders eindrucksvoll die Hintergründe des Stalin- Regimes beleuchten: ,Luden hinter Stalin" von Dr. Rudolf Kommoß, dem Leiter der Pressestelle der Antikomintern, und „Enthüllungen über Moskau" von Th. B u d e n k o, dem ehemaligen sowjetrussischen Geschäftsträger in Bukarest, der vor einigen Wochen unter sensationellen Umständen der GPU. entfgm. Die beiden Bücher beleuchten dasselbe Problem von verschiedenen Seiten, das Buch von Kommoß von der wissenschaftlichen, die Broschüre Budenkos von der Seite des Augenzeugen. Das jüdische Element, das durch diese Bücher als die t r a g e n d e S u b - stanz des Bolschewismus eindeutig überfuhrt wird, ist zugleich auf allen anderen Gebieten des Verbrechertums das Zersetzungsferment. Nur durch schärfste Bekämpfung des Iudentumes wird der Bolschewismus überwunden und nur durch energischste Abwehr des Bolschewismus wird den zersetzenden Kräften des Iudentumes Einhalt geboten. Dr. Kommoß kommt in seinem Werk zu dem Schluß, daß in dem furchtbarsten aller Machtkämpfe, die Iudenclique um Koganowits-ch als letzt? politische Gruppe übrigbleibt, mit der Stalin seine Tyrannenherilchast über Rußland ausüben kann. An die Stelle der liquidierten Trotzkisten sind längst wieder Juden gerückt, .die Gebrüder Kagano- witsch mit ihrer weitverzweigten „Dynastie", der politische Chef der Roten Armee, Mechl' s, die Volkskommissare Bermonn, Bruskin, GiUnskr u. a. m. Berlin, 28. April. (DNB- Funkspruch.) Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront veröffentlicht folgenden Aufruf: A Deutsche Arbeiter, schaffende Menschen in Stadt und Land! Freut Euch des Lebens! Das ist dis immer wiederkehrende Parole des nationalsozialistischen -Feiertags der Arbeit. „Schlagt sie tot, sperrt sie ein!", das war der marxistische und bürgerliche Schlachtruf der Manage der System- und Klassenzelt! Welch ein Wandel in kaum fünf Jahren! Unö nun frage ich Euch, ist das nationalsozialistische Bekenntnis zur Freude, zur Kraft nur em Lippenbekenntnis. Nur eine Phrase geblieben? Allem auf sozialpolitischem Gebiet reden folgende Zahlen von einem Sozialismus höchster Tatbereitschaft. Trotz stärkster Inanspruchnahme aller technischen und finanziellen Mittel für die Wiederaufrichtung Deutschlands wurden seit 1933 1,5 Millionen Wohnungen gebaut Millionen Volksgenossen wurden laufend durch das Amt „Volksgesundheit" untersucht und vorbeugend durch die Sozialversicherung betreut. Erinnert euch außerdem an die Feiertaasbezahlung, an bie Verbesserung der Knappschaftsoersicherung der Bergleute, an die großzügigen Maßnahmen in der Berufserziehung! Die von den deutschen Betrieben vorgenommenen Verbesserungen der Arbeitsstätten überstiegen die Summe von 600 Millionen Mark. Im einzelnen wurden an Der- besserungen durchgeführt bzw. neu errichtet: 23 000 Arbeitsräume, 13 000 Wasch- und Umkleideräume, 6000 Werkhöfe, 800 Kameradschaftshäuser, 17 000 Aufenthaltsräume, 1200 Sportanlagen, ferner Verbesserungen in öer Unterbringung der Mannschaften auf 3600 Arbeitsstätten; an der Dorfoerschönerungs- aktion beteiligten sich über 5000 Dörfer. Das Deutsche Volksbildungswerk ermöglichte den schaffenden Menschen 62 000 Veranstaltungen, diese Veranstaltungen wurden von über 10 Millionen Teilnehmern besucht. Der Umfang der praktischen Arbeit drückt sich auch in folgenden Zahlen aus: 48 000 Theaterveranftaltungen mit 22,1 Millionen Besuchern, SCH°NQS1 1NUmMEr ”8'8.5 MM c,6a» Ak •'ter D,st^ten. s auf Xi Kommunisten in Marseille über regelrechte Panzerwagen, die mit schweren Maschinengewehren und drei Mann Besatzung ausgerüstet seien. In einem Schriftstück an eine kommunistische Stelle in Marseille soll die Rede davon sein, daß die Kommunisten ihre besten Werbeagenten unter den Arbeitern und Büroangestellten fänden. Allerdings sei "es unter den Mitgliedern zu zahlreichen Fällen von Verrat gekommen. Diese Verräter müsse man erschießen, um ein abschreckendes Beispiel zu geben. Als Beispiel wird in den verschiedenen kommunistischen Schriftstücken das Vorgehen Stalins in der Sowjetunion genannt. Stalins letzte Hoffnung. Entflohene Lowjetflieger berichten. Rom, 27. April. (DNB.) Giornale d'Jtalia veröffentlicht eine Unterredung seines Nevaler Berichterstatters mit den beiden aus der Sowjetunion geflüchteten Militärfliegern Gurjew und Unifewfti. Jeder echte Russe, so betonen die ehemaligen Sowjetflieger, sei heute in seinem Innern ein erbitterter Feind Stalins und seines Systems. In allen Völkerschaften des heutigen Verbandes der Sowjetunion gäre es schon lange, aber immer wieder war es bisher gelungen, unter Anwendung jener sattsam bekannten bolschewistischen Methoden die Freiheitsbestrebungen der einzelnen zu zerstören. Das durch Stalins brutale Tyrannei unterdrückte und geknebelte Volk erwarte mit Ungeduld, von dem zivilisierten Europa errettet zu werden. Um sich vor dem endgültigen Zusammenbruch zu retten, setze Stalin seine letzte Hoffnung auf die Juden. Das Weltjudentum sei heute der beste Bundesgenosse des Bolschewismus. Seine Vertreter, in deren Händen auch die sozialdemokratische Presse liegt, unterstützen vom Auslande her das Ziel Moskaus. Jeder Russe sei davon überzeugt, verraten worden zu sein und trage heute einen tödlichen Haß gegen den Juden in sich, in dem er seinen Henker erblicke. Ein englisck-polnischer Zlottenvertrag. London, 27. April. (DNB.) In London wurde ein englisch-polnischer Flottenoertrag unterzeichnet, der vorsieht, daß Polen sich an die Bestimmungen des Londoner Flottenoertrages von 1936 hält. Es handelt sich jedoch nicht um einen Beitritt Polens zu dem Flottenoertrag vom Jahre 1936, sondern um ein zweiseitiges Flottenabkommen nach dem Muster des deutsch-englischen Vertrages. Der Vertrag, der eine quantitative und qualitative Begrenzung sowie einen Austausch von Jnforma- ' tionen vorsieht, wurde englischerseits von Außenminister Lord Halifax und Marineminister Duff Cooper, polnischerseits von Botschafter Graf Raczinski und dem Militärattache Kapitän Sloklasa unterzeichnet. Aus aller Wett. Oesterreichische Kinder essen die Geburlstagslorte des Führers. Am Mittwoch belebten die 610 österreichischen Kinder, die zur Zeit als Gäste in der Reichshauptstadt weilen, den Berliner Zoologischen Garten. Unter sachkundiger Führung und betreut von den Helfern und Helferinnen der NSV. besichtigten sie gruppenweise die Gehege und Freianlagen dieses größten europäischen Tierparks, und überall erwarteten die kleinen Gäste neue überraschende Erlebnisse. Selbstverständlich fehlte auch nicht die gemeinsame Kaffee-Tafel, deren Höhepunkt der feierliche Anschnitt und die Verteilung der Geburtstagstorte des Führers bildete. Diese Riesentorte von mehr als einem Meter Durchmesser und 3i0 Zentimeter Höhe hat der Führer neben vielen anderen umfangreichen Kuchen den österreichischen Gastkindern gespendet. — Bis zum 17. Mai werden unsere jungen österreichischen Gäste noch in der Reichshauptstadt bleiben. Ihren strahlenden Gesichtern kann man es ansehen, wie wohl sie sich fühlen und wie schwer ihnen der Abschied aus Berlin fallen wird. Ein haus der Kleingärtner in Essen. Von besonderer Bedeutung für das Deutsche Kleingartenwerk, dem in der Reichsgartenschau Essen 1938. ein wichtiger Platz eingeräumt ist, war die Eröffnung des Hauses der Kleingärtner und der damit verbundenen großen Lehr- und Beispielsgärten für den Kleingärtner-Obst- und.Gemüsebau, durch den Reichsbundesführer der deutschen Kleingärtner und Siedler Kaiser, der die Bedeutung des Kleingartenwesens im Leben und für die Gesundheit des Volkes kennzeichnete. Bildlich und tatsächlich gemeint forderte er die deutschen Kleingärtner auf, alle trennenden Zäune und Mauern niederzureißen, mit denen sich mancher Kleingärtner eigenbrötlerisch -umgab. Die Millionen der deutschen Kleingärtner seien eine Gemeinschaft, die ihre Aufgabe nur durch Gemeinschaftsarbeit lösen könne. Ihr solle auch das in Essen geschaffene Gemeinschaftshaus der Kleingärtner dienen. Tödlicher Absturz eines Deutschen in Südtirol. Im Gebiet des C e v e d a l verunglückte der deutsche Reichsangehörige Heinrich T f ch o n e r bei einer Schitour, die er gemeinsam mit fünf anderen Schifahrern unternommen hatte. Er stürzte in einen 50 Meter tiefen Abgrund und war sofort tot. Don der Casati-Schutzhütte wurde sofort eine Rettungsexpedition ausgerüstet, der es gelang, den Verunglückten zu bergen. Unglücksfall auf einer Essener Zeche. Bei Abbrucharbeiten auf einer alten Kokerei der Zeche „Königin Elisabeth" in Essen-Frillendorf gab ein eiserner Träger plötzlich nach und riß drei Arbeiter aus etwa sechs Meter Höhe in die Tiefe. Zwei Arbeiter fanden dabei den Tod, während der dritte schwer verletzt wurde. Grubenbrand in Gelsenkirchen. Auf der Schachtanlage „Consolidation II/VII" m Gelsenkirchen-Schalke wütet seit vier Wochen in zwei Schächten, die Bewetterungszwecken dienen, ein Grubenbrand. Alle bisher eingesetzten Bekämpfungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg, da die Flammen stets wieder aus unkontrollierbaren Quellen neue Luftzufuhr erhielten. Daher hat man jetzt damit begonnen, die beiden Schächte mit Sand zuzufchütten. Sieben Todesopfer einer Grubenexplosion in Pennsylvanien. In einem Steinkohlenbergwerk bei Pootsville (Pennsyloanien, USA.) erfolgte eine schwere Gasexplosion, durch die die Stollen in Brand gesteckt wurden. Sieben Bergarbeiter wurden sofort getötet, elf erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Die Explosion erfolgte 170 Meter unter Tage. Das Rettungswerk wird durch giftige Gase erschwert. Schweres Autobusunglück in Frankreich. Ein mit Pilgern ans Lisieux kommender Autobus wurde an einer Straßenkreuzung vom Schnellzug Paris—Bordeaux erfaßt und eine Strecke weit mitgeschleift. Sechs Personen kamen ums Leben. Acht wurden schwerverletzt, drei von ihnen befinden sich in einem hoffnungslosen Zustand. Das Unglück wird auf eine Unachtsamkeit des Streckenwärters zurückgeführt, der die Schranke nicht heruntergelassen hatte. △ Alsfeld, 27. April. Am gestrigen Dienstag fand im „Deutschen Haus" unter dem Vorsitz von Kreisobmann Bürgermeister Dr. Völsing eine Arbeitstagung der Kreis abteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetaqes statt, bei welcher alle Gemeinden des Kreises Alsfeld vertreten waren. Zu Beginn der Tagung gedachte der Vorsitzende in anerkennenden Worten des verstorbenen Bürgermeisters Meß von Schwabenrod, der 28 Jahre Leiter dieser Gemeinde gewesen war. Sein Andenken wurde in der üblichen Weise geehrt. Als erster Referent der Tagung sprach dann Kreisoeterinärrat Dr. Schmidt (Alsfeld) über die Bekämpfung der Alaul- und Klauenseuche. Er wies einleitend darauf hin, daß es das Verdienst der deutschen Behörden fei, daß die aus Frankreich eingeschleppte Seuche auf den westlichen Teil von Deutschland beschränkt werden konnte. Auch im Kreise Alsfeld fei die Lokalisierung der einzelnen Seuchenherde gelungen, wobei er insbesondere die verständnisvolle Mitarbeit der Bürgermeister anerkannte. Allerdings bestehe immer noch eine Bedrohung des Kreises durch die starke Versuchung der Nachbarkreise Kirchhain und Gießen. Bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche komme es darauf an, die Bedürfnisse der Landwirtschaft mit denjenigen der Veterinärpolizei Büchertisch. Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. Sechste Lieferung: Alraun — anwandeln. (Band 1, Lieferung 2.) Preis 1,— RM. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig, 1937. — (15) — Wieder eine neue Lieferung des Trübnerschen Wörterbuchs, auf das wir an dieser Stelle schon mehrfach hingewiesen haben, und dessen Herausgabe die erfreulichsten Fortschritte 'macht; für 1938 kündigen Verlag und Herausgeber an, daß der Schritt des Erscheinens sich verdoppeln werde. Die sechste Lieferung knüpft an eine früher erschienene (bis Alpe) an und nimmt den in deutschen Wörterbüchern, wie es im Leitwort heißt, nicht sehr beliebten Anfang des Alphabets weiterhin tatkräftig in Arbeit. Eine strenge Auswahl half die Schwierigkeiten gerade dieses Teiles erfolgreich bekämpfendes wurden nur die sprachlich und kulturgeschichtlich ergiebigsten Wortgeschichten behandelt. Wir nennen von ihnen: Alraun, als, altfränkisch, anerkennen, zahlreiche Zusammensetzungen mit an- (wie anfallen, angeben, angreifen), Angst, Anker, Anlaß, Anmut, Anstand, Antlitz, Antwort ünd Anwalt. Mitarbeiter an dev sechsten Lieferung waren: Anneliese Brettschneider, Walter Gebhardt, Max Gott- schuld, Alfred Schirmer, Wolfgang. Stamm- l e r und Ruth W e st e r m a n n. Hans Thyriot. — Jenny Sattler-König: S p i e l des Schicksals. Der Roman einer Berufstätigen. In Halbleder. Volksoerband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. Mit psychologischer Feinheit zeichnet die Autorin das Schicksal eines selbstbewußten Mädchens, zeigt es in seinem Beruf, stellt es in den Mittelpunkt schwerster seelischer Konflikte, als es einen Mann kennenlernt, den es liebt, dessen Heiratsangebot es jedoch zugunsten weiterer Berufsausübung, von der er nichts wissen will, ablehnt, bis schließlich doch der Wille dieses tapferen Mädchens besiegt wird, da es einsehen muß, daß das Kind, das es erwartet, sie zur Erfüllung einer Aufgabe zwingt, die ihr nun selbst wichtiger erscheint als die bisherigen ihres Berufes. Die Stärke dieses interessanten Romans liegt in der Zeichnung aller menschlichen Motjve, die seine Handlung bestimmen. Es ist ein Buch, das eine der wesentlichsten Fragen der berufstätigen Frau beleuchtet. — Ernst Heyda: Von der Herzen Sehnsucht. Geschichten. 32 Seiten. Heimverlag A. Dreßler, Radolfzell, Bodensee. — Vier kurze, skizzenhafte Erzählungen des in Gießen ansässigen Verfassers, trotz manchen äußeren und inhaltlichen Verschiedenheiten durch das im gemeinsamen Titel des Bändchens sich andeutende Thema verbunden; am geschlossensten wirkt die , Geschichte „Das Gerücht", die sich um die Gestaltung eines Kriegsschicksals bemüht. hth. in Einklang zu bringen. Zur Zeit gestalte sich die Bekämpfung der Seuche durch den Beginn der Feldarbeiten schwieriger. Dr. Schmidt legte in seinen weiteren Ausführungen dar, daß es eine -irrige Auffassung sei, wenn Ratten, Zugvögel, Wild und Insekten gewöhnlich für die Uebertragung der Maul- und Klauenseuche in erster Linie genannt würden. Der wichtigste Träger der Seuche sei der Mensch selbst. Daher beruhen die polizeilichen Anordnungen auf dem Grundprinzip der Unterbindung des Verkehrs mit den verseuchten Gehöften. Notwendig sei eine besonders scharfe Ueberwachung der Äanderschafherden wegen der Gefahr der Seuchenverbreitung durch diese. Zum Schlüsse seiner Ausführungen betonte der Vortragende die Notwendigkeit, daß alle beteiligten Stellen Zusammenarbeiten müßten bei der Bekämpfung der Seuche, wenn auch manchmal gewisse Härten für die Betroffenen nicht zu vermeiden feien. Es sei vaterländische Pflicht jedes Volksgenossen, die Abwehrmaßnahmen der Behörden zu unterstützen. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag von Ministerialrat Löwer (Darmstadt), Leiters des Referats für Turnen und Sport bei der Hessischen Landesregierung, über die Einrichtung von Uebungsstätten und Schwimmanlagen. Ausgehend, von dem Führerwort, daß Deutschland die schönsten Stadien der Welt besitzen müsse, erKommunalpolitische Tagung in Alsfeld. klärte er dies als einen Ansporn für uns, die von dem Führer gewollte Entwicklung mit allen Kräften anzubc^nen, um die Zukunft des deutschen Volkes sicherzustellen. Die deutsche Jugend müsse derart erzogen werden, daß sie einst unser Erbe antreten kann und die Zukunft des deutschen Volkes zu sichern weiß. Für die Bürgermeister erwachse hieraus die hohe Verpflichtung, sich die Errichtung von Uebungsstätten und Schwimmanlagen als einer besonders wichtigen Aufgabe angelegen fein zu lassen. Es gehe künftig nicht mehr an, diese Frage als eine nebensächliche Angelegenheit der Gemeinden zu betrachten. Jeder Bürgermeister müsse dies als feine persönliche «Aufgabe betrachten. In Hessen seien auf diesem Gebiete besondere Maßnahmen ergriffen wordesi, die weit über die Maßnahmen anderer Länder hinausgehen, und die für das übrige Reich schon vorbildlich geworden seien. Erwünscht sei die Zusammenfassung von HJ.-Heimen und Uebungsplätzen. Voraussetzung für den Bau von Uebungsstätten sei, daß sich die Gemeinden einen bestimmten Plan hierfür machen. Erforderlich sei vor allem die Ausscheidung des notwendigen Geländes im Wege der Feldbereinigung. Eine wesentliche Kostenersparnis könne erzielt werden durch Selbsthilfearbeiten in Verbindung mit den Gliederungen der Partei. Manche Gemeinden hätten hier geradezu vorbildliche Arbeit geleistet. Der Bürgermeister müsse dabei erzieherisch auf die Gemeinde einwirken. Es müsse eine Sportgemeindö geschaffen werden, die frei fein müsse von irgendwelchen lokalen oder persönlichen Bindungen. Für die kleineren Gemeinden sei die Zusammenfassung von gemeinsamen Uebungsstätten und Schwimmbädern für mehrere Gemeinden ins Auge zu fassen, wobei Lokalpatriotismus nicht im Wege stehen dürfe. Die Anlagen müssen den Verhältnissen der Gemeinden entsprechen, aber ausbaufähig fein. Ministerialrat Löwer richtete am Schlüsse seine? Vortrags einen warmherzigen Appell an die Bürgermeister, die ihnen gezeigten Aufgaben auf dem Gebiete der Erziehung der deutschen Jugend baldigst in Angriff ^u nehmen. Die für das Land Hessen geschaffene Organisation der Landesregierung stehe allen Gemeinden jederzeit beratend zur Seite. Anschließend sprach Verwaltungsinspektor Dippe l b vom Kreisamt Alsfeld über die Neuge- st a l t u n g der Gewerbe- und Grund- {teuer der Gemeinden für das Rechnungsjahr 1938. An der Tagung nahmen auch diesmal die Orts- bauernführer des Kreises Alsfeld teil. Der Kreisobmann schloß die Tagung in der üblichen Weise. Weiterbericht Die Großwetterlage erfährt eine langsame Aende- . rung. Der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes liegt ' jetzt, durch den Vorstoß des Neufundland-Hochs, wieder über dem Ostatlantik. In Mitteleuropa macht sich vom Osten her wieder stärkere Störungstätigkeit bemerkbar, die im Berliner Bezirk verorei- , keke Niederschläge bringen wird. In Süddeutschland ist zunächst noch tagsüber oft starke Bewölkung zu erwarten, wobei es zu einzelnen örtlichen gewittrigen Schauern kommen dürste. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt, zeitweise einzelne Niederschläge^ vor allem im Süden, Temperaturen unverändert, Winde um Nord. Aussichten für Samstag: Wieder wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 27. April: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 7,5 Grad; am 28. April: morgens 6,2 Grad. Maximum 16,2 Grad, Minimum heute nacht 2,3 Grad. — Erdtemperaturen kn 10 cm Tiefe am 27. April: abends 12,2 Grad, am 28. April: morgens 7,7 Grad. — Sonnenscheindauer 12 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. IH./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei , R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. /- Dose RM 0.75 */i Dose RM 1.40 Vermietungen s Zimmer Bad,Hzg.u.Gar- tenanteil, z. 1.7. zu vermiet. l»E Hiudenburgwall 22 I, 10-12 und 15—17 Uhr. Schön möbliert. Zimmer in der Nähe der Kliniken z.l.Mai zu vermieten. Näh. in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 02011 I Mietgesuche I Suche für sofort oder später Mi* Stadt Gießen o. nähere Umgeb. Schr.Angeb.unt. 02010 a.d.G.A. 3x2-3immei- Mliungell mit Bad usw. von Reichsange- stcllten gesucht. Schr. Ang. unt. 2743Da.d.G.A. [Stellenangebots Keine Zennmsse in Urschrift lonöern nur Zeugnis- abidiriften dem Br- werbungsichretven bei. legen, - Lichtbilder unoBewerbungSunter» '•(len müslen Iiiilllllllllillililliilllllli Drogerie Kreuzplatz 10 Wenn Färben Moderner (32 Sitze) für 1. 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Die Veranstaltungen in Gießen. programmfurSamstag,3y.April 19.00 Uhr: Aufstellung des Maibaumes auf Os- waldsgarten. Darbietung des BDM. 19.30 Uhr: Maifingen des BDM. an sieben verschiedenen Stellen der Stadt. 21.00 Uhr: Maisingen des gesamten BDTtt. und der J2U. auf dem Brandplah. Programm für Sonntag, 1. Bai. 6.00—7.00 Uhr: Wecken. Es wird ausgeführt von dem Spietmannszug und der Musikkapelle der SA.-Standarte 116. 8.30—9.15 Uhr: Zugendkundgebung auf Oswalds- garten. An dieser Veranstaltung nimmt die gesamte Giehener Jugend teil. 1100 Uhr: Antreten der Teilnehmer zum Umzug. 11.15 Uhr: Abmarsch der Marschgruppen. 11.30—11.40 Uhr: Eintreffen auf Oswaldsgarten. 11.45 Uhr: Ansprache des Krelsleilers p g. Backhaus. Etwa 12.00 Uhr: Beginn der Uebertragung aus Berlin. Jtehe des Führers. Vach der Rede Deutschlandlied und Horst- Wesset-Lied. Sieg-Heil auf den Führer. Ende der Veranstaltung. — Abmarsch der Teilnehmer. Allgemeine Anordnungen. Vetriebsfeiern dürfen am 1. Mai selbst erst nach Beendigung der Hauptkundgebung abgehallen werden. Am 1. Mai tragen sämtliche Angehörige der Betriebe den blauen Festanzug und DAF.-Mühe. Jeder Hausbesitzer muh als Betreuer der Hausgemeinschaft zusammen mit seinen Mietern dafür sorgen, daß sein Haus am 1. Mai in würdiger Form mit Fahnen und frischem Grün ausgeschmückt ist. Anordnungen für den Aufmarsch auf dem Oswaldsgarten. Die Betriebsführer und Vetriebsobmänner haben dafür zu sorgen, dah alle Gefolgschaftsmitglieder, soweit sie in Giehen wohnen, vollzählig zur Stelle sind. Der Aufmarsch erfolgt in 2 Marschgruppen. Marschgruppe I: Marschleiter: Sturmführer Leithäuser. Aufstellung: hillerwall, Senckenbergstrahe. Spitze: hillerwall, Ecke Gartenstrahe. Teilnehmer: Spitze: Spietmannszug und Musikkapelle der Kreisleitung Wetterau der RSDAP. Fahnengruppe der vier Giehener Ortsgruppen und der DAF. Ehrenbereltschafl der politischen Leiter. -Abordnung des Arbeitsdienstes. Die Dienststellen der Wehrmacht mit ihren Gefolgschaften, Justizbehörden, Kreisamt, Strahenbauaml, Chemisches Untersuchungsamt, Landes-Alters- und Pflegeheim, Landes- Heil- und Pflegeanstalt, Polizeidirektion mit Geh. Staatspolizei, Kreisveterinäramt, Veterinär-Untersuchungsamt, Eichamt, Arbeitsamt, Gesundheitsamt, sämtliche Krankenhäuser und Ein Ball für Hülle. Von Peter Mattheus. Ich ahnte nicht, daß es ein Abenteuer werden würde. Ein junger Freund von mir — drei Jahre alt und auf den Namen Hülle hörend — hat eine Vorliebe für rote Bälle. Und in dem Schaufenster, vor dem ich stand, lag ein besonders hübscher roter Ball. Auch andere Sachen 'lagen in dem Fenster. Aber aus denen konnte ich nicht recht klug werden. Es war ein rätselhaftes, seltsam anmutendes Durcheinander. „Der Zauberladen" stand auf dem tyir- menschild über der Auslage. Nun, warum soll sich ein Geschäft nicht „Der Zauberladen" nennen? Der Ball war wirklich hübsch. Ich ging hinein. Kaum hatte ich die Ladentür geschlossen, kam ein großer und beleibter Herr mit breitem freundlichen Gesicht auf mich zu. „Sehr erfreut. Sie zu sehen!" sagte er. Dann streckte er die Hand aus und zog mir nacheinander drei Fünfmarkstücke aus der Nase. r , , Ich war — offen gesagt -- erstaunt „Es ist merkwürdig", fuhr der beleibte Herr fort, „wie zerstreut die Menschen heutzutage sind. Die meisten Leute wissen gar nicht, was sie alles bei sich tragen." Damit zog er mir sechs anelnander- geknotete gelbe Seidentücher aus der äußeren Brust- lasche und aus der inneren etwa fünfzehn Meter Band. Zum Abschluß holte er e-n Hühnerei aus meinem linken Ohr und nochmals drei Funfmark- stücke aus meiner Nase. Das Band, die Seidentücher und das El legte er auf ein Tischchen. Mit dem Geld klimperte er versonnen in der Hand, wahrend er mich betrachtete. „Sie sind Artist?" fragte er plötzlich. Ich schüttelte stumm den Kopf. Aha! Sie gehören also einem kleinen Zirkel an. Sj'nd Sie spezialisiert auf Handsachen oder aus Illusionsakte?" Bitte —?" sagte ich. - . , . Der große Mann lachte und klopfte nur freundlich auf die Schulter, wobei ein Wirbel blauer, grüner und weißer Papierschnitzel aufstaubte. „Ich verstehe", sagte er. „Wir Jünger der Magie müssen verschwiegen sein. Sie haben ganz recht. Er holte mir mit einer zerstreuten Bewegung auch aus dem rechten Ohr ein Ei und trat hinter den Ladentrsch^ „Wollen Sie den Bimbo-Trick erwerben? fragte Cr'„T)en Bimbo-Trick?" stammelte ich. „Was ist der fymöett ßd) UM das Verschwinden eines Ele- krankenanfialten, sämtliche Banken und Krankenkassen, Tierzuchtamt sowie Angehörige des Reichsnährstandes, Arbeiterunlerkunst Flugplatz, handel und Handwerk, Freie Berufe: Aerzte (außer Kliniken), Zahnärzte, Rechtsanwälte, Versicherungsbüros usw., Hausgehilfinnen. (Treffpunkt für Hausgehilfinnen am Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, bis spätestens 10.45 Uhr.) Marschweg: Reuen Bäue, Reuenweg, Kaptans- gasie, Bahnhofstraße, Reustadt, Oswaldsgarten. Untreten: 11 Uhr. Abmarsch: 11.15 Uhr. Marschgruppe II: Marschleiter: Sturmhauptführer Bender. A u f st e l l u n g : Ludwigstraße, Gartenstrahe. Spitze: Ecke Ludwigstraße, Bleichstrahe. Teilnehmer: Spitze: Spielmannszug und Musikkapelle der SA.-Standarte 116. Fahnengruppe der SA. und des RSKK. Ehrenstürme der SA. und des RSKK. Sämtliche Privatbetriebe, außer handel und Handwerk, sämtliche Dienststellen der Reichsbahn mit Biebertalbahn, Reichspost und Telegraphenbauamt, Stadtverwaltung und städt. Betriebe, Universität und Institute mit ihren Gefolgschaften einschließlich Kliniken und Veterinärkliniken. (RS.-Studentenbund marschiert mit der Fahne vor der Universität. Die Angehörigen der Universität usw. treffen sich bis spätestens 10.45 Uhr in der Goethestrahe, an der Reuen Aula.) Sämtliche Lehrer der Giehener Schulen einschliehlich Handelslehranstalt und Vogtsche Handelsschule. (Die Lehrer der Schulen treffen sich bis spätestens 10.45 Uhr im Hof der Langemarckschule.) Finanzamt, Hauptzollamt, Versorgungsamt, Giehener Forstämter und Jagdbehörden, Industrie- und Handelskammer, Gewerbeaufsichtsamt, Hochbauamt, Kulturbauamt, Staatliches Vermessungsamt. Marschweg: Bleichstrahe, hindenburgwall, horst- Dessel-Dall, Oswaldsgarten. A n t r e t e n : 11 Uhr. Abmarsch: 11.15 Uhr. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht marschiert direkt auf Oswaldsgarten und nimmt dort bis 11.25 Uhr Aufstellung. Aufmarschleiter der Hauptkundgebung in Giehen ist SA.-Standartenführer pg. Lutter. Den Anordnungen der SA.-Männer (kenntlich durch weihe Armbinde) ist unbedingt Folge zu leisten. Bis auf die uniformierten Abteilungen wird in Achterreihen marschiert. Für die Ehrenabordnungen und -bereitschaften gelten die jeweiligen Dienstvorschriften. Eine bestimmte Reihenfolge in der Aufstellung der Betriebe und der zivilen Teilnehmer besteht nicht. Die Aufstellung erfolgt vielmehr in der Reihenfolge der Ankunft. Die mitgeführten Fahnen marschieren nach Ankunft auf dem Oswaldsgarten vor der Tribüne auf. Kreisleitung Wetterau der RSDAp. Aus der Stadt Gießen. „Oie kleinen Maienglocken blühn.. /' Man sieht es dem kleinen Maiglöckchen gar nicht an, daß es eine so noble Verwandtschaft hat: botanisch nämlich steht es dem Spargel . und dem Drachenbaum nahe! Im deutschen Volkstum wird die Maililie, Maischelle, der Springauf, das Niesekraut — und wie unser Maiglöckchen sonst noch benannt werden mag — als rechte Lenzblume stark beachtet. Früher suchte man sie gemeinschaftlich bei den mailichen Volksfesten und freute sich der Schönheit und des Duftes dieses Frühlingskindes. Aber auch die Gifthaltigkeit der Pflanze empfahl sie der volklichen Beachtung. Gifte und Heilkräfte sind ja seit altersher mit gutem Recht verglichen und wechselseitig angewandt worden. Wie das digitalisähnliche Gift heute noch bei Medikamenten zur Behebung oder Erleichterung von Herzleiden verwendet wird, so wandten es unsere Altvordern auch schon gegen Herzbeschwerden und Epilepsie an. Der alte Zedier schreibt 1739: „Aus denen frischen und in Wein eingelegten Blumen wird ein Wasser destillieret, welches eine treffliche Haupt- und Hertz- Stärckung gibet und wider den Schlag, Schwindel, Ohnmächten und schwehre Krankheit (gemeint ist die „fallende Sucht", die „schwere Not", Epilepsie! D. V.) sehr gut ist. Von gleicher Tugend ist der Mayen-Blümlein-Eßig, worzu man guten schärften Wein-Eßig nimmt, frisch ab gepflückte Blümlein, die ihren vollkommen Geruch haben, darein thut und das damit gefüllte Glaß an die Sonne stellet." Nach altem Volksglauben findet man die schönsten Maiblumen am Himmelfahrtstug vor Sonnenaufgang. Der Sage nach sind die Maienglöckchen entstunden aus den Tränen des gefolterten Heilandes oder — wie es anderswo heißt — aus den Zähren der schmerzzerrissenen Mutter Maria beim Anblick des Leidens Christi. Ungern sieht es der Bauer, wenn er vor Georgi, also vor dem 24. April, Müiblümchen mit roten Streifen in der Blütenkrone findet; er sagt, dann bringe das Jahr viel Sommerarbeit, aber kaum einen Ernteertrag. Ja, Schlimmeres noch prophezeit die rotgestreifte Blüte. Krieg und Notzeit. So sollen im Frühjahr 1914 derartig gezeichnete Maiglöckchen gefunden worden sein. Nun, sie werden auch in jedem anderen Jahre vorkommen; beachtet werden sie aber in der Rückerinnerung nur, wenn das Unglück wirklich eingetroffen ist. W. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Olympia, Fest der Völker". 18 Uhr Sondervorführung des Olympiafilms für Mitglieder der Gießener Vereine im DRL. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „5 Millionen suchen einen Erben". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand Zungbann 116 Gieken. Jugendkundgebung am 1. Mai. Stamm I „Chatte n": Die Jugendkundgebung des Stammes I findet mit HI. und BDM. auf Oswaldsgarten statt. Antreten der Fähnlein um 7.50 Uhr auf dem Brandplatz in Iungenfchafts- bluse, kurzer Hose und Dienstmütze. Landfähnlein: Bei allen Landfähnlein findet die Kundgebung standortweise mit HI. und BDM. statt. Die Fähnleinführer setzen sich mit dem zuständigen Ortsgruppenleiter und den Führern der HI. und des BDM. in Verbindung. In den Fähnlein, in denen es sich ermöglichen läßt, kann das ganze Fähnlein an einen Standort zusammengezogen werden. fanten", erklärte er. „Ich zeige es Ihnen gern. Sie können aber auch den schwebenden Würfel kaufen. Das ist das Neueste, was wir haben. Ganz leicht. Nur wenig Fingerfertigkeit — fast alles Mechanik." Mir war zumute wie dem sprichwörtlichen Ertrinkenden, der sich an einen Strohhalm klammert. In diesem Falle war st>ie Kante des Ladentisches der Strohhalm. Ich sah dem freundlichen Herrn fest ins Gesicht und sagte: ,Lch möchte einen roten Ball kaufen! Den, der im Fenster liegt!" „Ah!" sagte er. „Bitte sehr! Aber es ist kein Ball. Esi ist eine Kugel." „Dann möchte ich die Kugel kaufen", sagte ich. Ich fand, die Lage war nicht zu Diskussionen geeignet. Der Herr nahm die Kugel bereitwillig aus der Auslage, beugte sich über den Ladentisch und ließ sie vor meinen Augen in meine Rocktasche gleiten. „Was kostet sie?" fragte ich. „Sie ist aus Elfenbein", sagte der Herr. „Aber sie ist verhältnismäßig billig, weil mir sie in großen Mengen Herstellen lassen. Sieben Mark fünfzig/ Ich erschrak. Nie hatte ich die Absicht gehabt, für eine kleine rote Kugel sieben Mark fünfzig zu zahlen. Ich griff hastig in die Tasche und erstarrte. „Sie ist fort!" sagte ich dumpf. „Nicht möglich!" Der freundliche Herr breitete erstaunt die Hände aus. „3d) bitte Sie Sie haben doch selbst gesehen, daß ich sie m Ihre Tasche tat!" „ _ ., .. Das kopnte ich nicht bestreiten. „Muß ich sie ersetzen?" fragte ich beklommen Ersetzen? Aber keine Rede!" Der freundliche Herr griff in die Luft, hielt die Kugel plötzlich wieder in der Hand und legte sie — als fei es ein alltäglicher Vorgang — in die Auslage zuruck. Ich klammerte mich von neuem an den Tischrand. „Mein lieber Herr!" sagte ich. „Mein bester Herr! Verkaufen Sie mir doch bitte einen kleinen roten Gummiball. Einen gewöhnlichen kleinen roten Gummiball! Ich bitte Sie sehr darum! Er strich sich lächelnd das Kinn. „Nun, eigentlich führen wir so etwas nicht", sagte er. „Ab^ zum Fächer-Trick gehören rote Gummiballe Ich will Ihnen ausnahmsweise einen davon ablassen. Fünfzig Pfennig. Wäre Ihnen das zuviel . Es mar mir nicht juoiet. Er überreichte nur einen kleinen roten Ball, und ich überreichte ihm fünfzig Pfennig. Zum Abfchi-d klopfte er mir noch einmal auf die Schulter, was wieder einen bunten Papierregen zur Folge hatte. Dann stand ich br3n66er Hand hielt ich — fest umfpannt — den Ball für Hülle. *'*'— Hülle! Du bist jetzt drei Jahre alt und ahnst noch nichts von den Tücken dieser Welt. Später einmal, wenn du erwachsen bist, werde ich dir die Geschichte von dem kleinen roten Ball erzählen. Tage im Moor. Don H. O. von Bonin-ponih. Der Städter hat sich Urlaub genommen und will ihn Heuer in der Heide verbringen, in der Einsamkeit des bäuerlichen Hauses, um Ruhe genießen zu können, weit weg von Fernsprecher, Eisenbahn, Rundfunk und anderen Errungenschaften des modernen Lebens. Wenn auch in den ersten Tagen der Erholung der Wunsch, mit der Sonne aufzustehen, völlig ergebnislos war und der Urlauber bis tief in den Tag hinein schlief, so gelang es doch einmal, noch mitten in der Nacht zu einer Stunde, da er in der Stadt manchmal von der Arbeit ober vom Stammtisch nach Hause kam, aufzustehen und noch vor der Sonne draußen aus dem Felde, in der Heide, im Wald zu sein. Wohl seit dem Kriege hat er es nicht mehr erlebt, es sei denn beim kurzen Wintertag, wie die Sonne sich zu ihrem neuen Tageswerk rüstet, wie in der Natur Tiere und Pflanzen erwachen. Mit neugierigen Augen und etwas ängstlichen Sinnen erwartete der Städter die kommenden Ereignisse. Schon daß sich seine Augen so bald an die Dunkelheit gewöhnt hatten und Bäume und Strauch und Wegrand' und Pfad erkannten, war ihm erstaunlich. Dann aber war es wieder unheimlich, so allein und ohne einen Kompaß in der Natur zu stehen, hilflos gegenüber jedem Laut, gegenüber jedem Sein, Als er am Rande des Moores angekommen war, an dem er das Kommen des Tages und der Sonne beobachten wollte, begannen sich gerade im Osten die ersten hellen Streifen, Bänder der Dämmerung zu zeigen, die sich bald rosa, rötlich, rot färbten. Nun wichen auch die Nebel, die bisher auf der Erde den Blicken des Menschen entzogen, was in ihnen braute und wurde. Der fast lautlose' und schaukelnde Flug des Kiebitzes dicht am Kopf des Menschen vorbei war noch zu ertragen; das Geistern des Käuzchenfluges war noch zu begreifen: aber das klatschende Geräusch der Flügel und unheimliche Rufen der Nachtschwalbe, des Ziegenmelkers war doch eine harte Probe für den sonst nicht furchtsamen Städter. Bald aber begann mit lieblichem Flöten und Singen die Drossel im Gebülch zu schlagen. In der Nähe knickste und läutete das Rotkehlchen. Die Meisen im Gezweig turnten und zirpten. Nektoraisübergabe an der Universität Gießen. Die feierliche Uebergabe des Rektorats der ßub«. wigs-Universität Gießen von Professor Dr. Baader durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger an den neuernannten Rektor Professor Dr. Seit f e r findet am kommenden Dienstag, 3. Mai, um 11 Uhr, in der Neuen Aula der Ludwigs-Universität statt. Nach dem Einzug der Fahnen, nach einem Musikstück und einer Ansprache des scheidenden Rek, tors wird die Uebergabe des Rektorats durch Gau-, leiter Reichsstatthalter Sprenger erfolgen. Hierauf folgt eine Ansprache des Studentenführers. Dann hält der neue Rektor feine Antrittsrede. Danach wird die Feier in üblicher Weise geschlossen. Nicht nach der Straße zu! Die Polizeidirektton weist erneut darauf hin, daß das Aushängen von Wäsche und das Auslegen, Klopfen, Ausstäuben von Teppichen, Fellen, Tischdecken, Betten, Matratzen und ähnlichen Gegenständen an öffentlichen Straßen und in Vorgärten sowie an Türen, Fenstern und Baikonen, die straßenwärts liegen, nach § 8 der Pokizeiverordnung betreffend die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. April 1929 verboten ist. Weiter macht die Polizeidirektton darauf aufmerksam, daß das Klopfen von Teppichen, Bett- teinigei schonend . c 7ahnptlegemmei, kleine tube 25 werk, Möbeln und dergleichen sowie ähnliche mit Geräusch und Staubentwicklung verbundene Verrichtungen regelmäßig nur werktags in den Vormittagsstunden zwischen 8 und 12 Uhr vorgenommen werden sollen. Zeitliche Befreiungen erteilen auf begründeten Antrag die Reviervorsteher. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen diejenigen Personen vorzugehen, die gegen das Verbot verstoßen. Verkehrsunfall in der Licher Straße. Heute morgen ereignete sich in der Licher Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Als eine kleine Gruppe von Soldaten des hiesigen Ergänzungsbataillons unterwegs zum Uebungsplatz war, sprang plötzlich und ohne daß irgendein Befehl ergangen war, einer der Soldaten aus der Marschkolonne. Da im gleichen Augenblick ein Personenkraftwagen aus Worms die Straße auf gleicher Höhe mit der Marschkolonne passierte, wurde der Soldat angefahren und erheblich verletzt. Bei dem Verunglückten handelt es sich um den Schützen Meyer aus Arolsen. Der bedauernswerte Mann erlitt so schwere Verletzungen (Brüche der Arme und Beine, der Schulter, mutmaßlich auch einen Schädelbruch), daß er sofort in die Chirurgische Klinik eingeliefert und in den Operationssaal gebracht werden mußte. HMüWWMWM RS.Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Samstag, 30. April, im Sladttheater: „Das Land des Lächelns", Operette von Franz Lehar. KdF.-Miete Gruppe II. Theaterring! Achtung! Zu der vorstehenden Veranstaltung haben nur die Karten vom 9. April Gültigkeit. (Alle ausgegebenen Karten mit Datum vom 30.4. 1938 sind erst am 28. Mai gültig.) 28790 und nicht weit vorn Menschen schmetterte der Buchfink seinen Hellen Gesang in die erwachende Welt. Bis jetzt war alles so abgelaufen, wie es der Städter in vielen Erzählungen und Beschreibungen gelesen ober gehört hatte. Es fehlte nur noch das äsende Reh am Dickungsrand. Dann aber ging alles durcheinander, so daß es der Mensch kaum fassen konnte. Birkhähne waren auf dem Moor eingefallen, hier einer und dort einer und dort einer und hatten nach scharfem Sichern bald ihr verliebtes, verrücktes Treiben begonnen. Hoch sprangen sie wie Federbälle, drehten sich im Kreise, spreizten stolz die Federn, vor allem am weitgefächerten Stoß. Rot leuchteten die Rosen über den Augen. Und was sie alles zu sagen hatten! Da zischte es und fauchte es, da kullerte und rollte es. Und kaum, daß man sich's versah, waren zwei Hähne in wildem Kampf verwickelt, einer suchte den andern zu vertreiben. Und all dies geschah nur, um den paar Hennen, die in der Nähe völlig teilnahmslos nach Futter suchten, zu gefallen und sie zu betören. Endlich stand die Sonne mit leuchtendem Gold am Horizont, überflutete die Baumkronen, den Menschen, das Moor, die Hähne. Da wurde es still. Es war, als ob die Natur und all ihre Tiere, selbst die Eampfes« und liebestollen Birkhähne, sich schweigend vor der Allmacht der Sonne neigten. Dann aber brach von neuem, jetzt mit verstärkter Kraft unb wildem Jubel, von allen Seiten das vielstimmige Konzert los. Auch die Birkhähne fielen wieder in den Chor ein, nur hatten sie inzwischen ihren Platz gewechselt und balzten in den Kronen der Randbirken. Später strichen* sie zu den Hennen und mit diesen in die Dickung. Nachdenklich ging der Städter über das Moor, durch den Wald, über die Heide, am Felde vorbei zum Dorf zurück, in dem inzwischen das Leben erwacht war. Welch ein Tor war er gewesen, da er nicht wußte, daß es solche Erlebnisse im Frühling gibt, daß seine Sinne solche Schönheit erleben können! Hochschulnachrichten. Der nb. ao. Professor Dr. Erich S ch ü tz an der Universität Berlin wurde zum Ordinarius für Physiologie und zum Direktor des Physiologischen Instituts der Universität M ü n st e r ernannt. Der Dozent Dr. Sigwald Bommer wurde zum nb. ao. Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin ernannt. Sein ^Spezialgebiet ist Röntgentherapie und Therapie der Hauttuberq kulose. Eßt mehr Käse! Fwd. Das reiche Angebot auf dem Käsemarkt hat die Hauptvoreinlgung der deutschen Milchwirtschaft veranlaßt, zusammen mit dem Lebensmitteleinzej- handel vom 2. bis 14. Mai eine umfassende Käsewerbung im ganzen Reichsgebiet durchzuführen. D'.e Werbung soll vor allem in größeren Städten und Verbrauchsgegenden stattfinden und sich auf den Absatz sämllicher Käsesorten erstrecken. Der Einzechandel ist zu einer geeigneten Schaufensterwerbung aufgerufen worden: durch verstärkte Dekoration der Schaufenster und vermehrte Auslagen aller auf dem Markt befindlichen Käsesorten sollen für den Käse neue Käufer gewonnen werden. Irühjahrskur mit grünem Galat. ZdR. In das neue Werden der Natur im Frühling ist auch der Mensch mitten hineingestellt, der in seelischer, geistiger und körperlicher Hinsicht jedes Jahr einen Wandlungsprozeß durchmacht. Altes und Ueberständiges wird abgestoßen, um neuem Leben Platz zu machen. Um diesen Vorgang zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen, ist es vor allem wichtig, daß wir uns in unserer Ernährung umstellen auf solche Lebensmittel, die den Aufbau unseres Körpers besonders stark fördern. Diese Aufgabe erfüllt z. B. der grüne Salat, den es jetzt wieder überall zu kaufen gibt. Er enthält die Lebensträger, die Vitamine, in reichstem Maße, und wir werden chn daher gerne wieder in unseren Küchenzettel eingliedern. Außer den Vitaminen A uni) C entnimmt unser Organismus dem Salat für den Neuaufbau wichtige Mineralsalze, während die Zellulose anregend auf die Verdauungstätigkeit wirkt. Von größter Bedeutung sind seine blutbildenden und Appetit anregenden Eigenschaften. Dadurch, daß wir den Salat roh genießen — nur mit einer Tunke je nach Geschmack angerichtet — kommt unserem Körper sein voller Nähr- und Aufbauwert zugute. Die Marktordnung und eine vorbildliche Transportorganisation sorgen dafür, daß die Salat- töpfe billig und in frischem Zustand bis zum Verbraucher gelangen, so daß wir uns im eigenen Interesse die Gelegenheit nicht entgehen lassen sollten, dieses wohlschmeckende Früherzeugnis des deutschen Bodens so oft wie möglich zu verzehren. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 28. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11/*, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 14 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 12 Pf., Spargel 1,20 Mark, Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 40 Pf., Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 10 bis 25, Salatgurken 70 bis 80, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 20, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis. 15 Pf. . ** Wohnhausneubau f ü r das Elektrizitätswerk. Auf dem früheren Wichard- schen Grundstück, Ecke Gabelsberger- und^ Lahn- stratze, wird durch das städt. Elektrizitätswerk ein Dreifamilien-Doppelwohnhaus mit insgesamt sechs Wohnungen zu je 3 Zimmern und Zubehör zur Ausführung gebracht. Mit den Bauarbeiten hat man seit einigen Wochen begonnen, so daß jetzt das Kellergeschoß fertiggestellt werden konnte. Die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten kommen durch die hiesige Baufirma Wagner zur Ausführung. Die Bauarbeiten sollen beschleunigt durchgeführt werden, damit die Wohnungen noch in diesem Herbst bezogen werden können. Die Preffe-Marbeitenn in der Jrauenschast. Tagung der presse Mitarbeiterinnen Am Dienstag kamen zum erstenmal die neuernannten Pressemitarbeiterinnen aus den Orts- rauenschaften im „Burghof" in Gießen zusammen. Die Abteilungsleiterin für Presse und Propaganda des Kreises Wetterau, Frau Klewitz, eröffnete die Arbeitstagung mit einem Wort des Führers und begrüßte chre neuen Mitarbeiterinnen, außerdem die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e und die Gauabteilungsleiterin Fräulein Hoch aus Frankfurt. Nach gemeinsamem Gesang sprach Fräulein Hoch über die Aufgaben der Abteilung Presse und Propaganda. Sie betonte, daß dieses Gebiet ein sehr vielseitiges und interesiantes sei, und daß die Arbeit der Pressemitarbeiterin in enger Fühlung mit der Ortsfrauenschaftsleiterin zu leisten ist und diese entlasten soll. Fräulein Hoch ging dann näher auf die verschiedenen Arbeitsgruppen im Deutschen Frauenwerk ein, deren Leiterinnen ebenfalls an der Pressemitarbeiterin eine beratende Hilfe finden werden. Zum Zweck der Werbung sind von der Presse- mitarbeiterin Lehrfilme jeder Art vorzuschlagen und durch die Kreisabteilung anzufordern. So kann an den Abenden der Arbeitsgemeinschaft Grenzland- Ausland ein Film aus den Kolonien, oder aus den abgetrennten Gebieten gezeigt werden, oder wirtschaftliche Maßnahmen, wie die Altmaterialsamm- lung, werden den Frauen durch die Lichtbilder erklärt und nahe gebracht. Die Pressemitarbeiterin ist auch verantwortlich für gelegentliche Ausstellungen, die ebenfalls zum der NS-Jrauenschast in Gießen. Zwecke der Werbung durchgeführt werden. Sie wird den Abteilungsleiterinnen von Volkswirtschaft - Hauswirtschaft beratend zur Seite stehens wenn sie ihre Gerichteschau, die der Wahl wegen verschoben wurden, demnächst vorführen. Die Werbung und Vorhereitung für einen neuen Lehrgang des Mütterdienstes wird auch von der Pressemitarbeiterin gemeinsam mit der Vertrauensfrau geplant und für jede Gemeinde pasiend ausgeführt werden. Dabei kann eine kleine Schau von Kleidungsstücken, z. B. Neues aus Altem, veränderte Kindersachen, Säuglingswäsche und dgl. Gegenstände, tfie im Näh- und Flick-Kurs in der 'Nachbargemeinde hergestellt wurden, gezeigt werden. ^Die Pressemitarbeiterin soll monatlich einen Stimmungsbericht an ihre Kreisabteilung senden, in dem sie über die gesamte Arbeit in ihrer Ortsfrauenschaft berichtet, der einen Ueberblick gibt über den Besuch der Pflichtabende, über die Beteiligung der Frauen an gemeinsamen Arbeiten, an Filmvorführungen, an Lehrgängen des Mütterdienstes, damit auch statistisch festgestellt werden kann, was in den Frauen- scyaften geleistet wird. Fräulein Hoch gab zum Schluß noch wichtige Richtlinien über die Berichterstattung für die Zeitungen. Nur besondere Veranstaltungen sind umgehend an die Kreisabteilungsleiterin zu melden, die alle Berichte nachsieht und an die Presse weiterleitet. Eine lebhafte Aussprache klärte noch verschiedene Fragen. Dann gingen die Frauen mit frischem Mut an ihre neue Aufgabe. F. K. Der Kolomalgedonke in der Jugenderziehung. In einer Versammlung des NS.-Lehrerbundes, Bez. Gießen-Land, unter' dem Vorsitz von Rektor Siegfried, am Mittwochnachmittag im „Burghof" fprach der Ortsverbandsleiter Ernst Schnei- d e r der Ortsgruppe Gießen des Reichskolonialbundes über den kolonialen Gedanken in der Jugenderziehung. Er hob dabei hervor, wie wichtig die Mitarbeit der Lehrerschaft für die Ausbreitung des Kolonialgedankens, vor allem durch weitgehende Berücksichtigung der kolonialen Frage im Unterricht, ist. In eingehenden Ausführungen gab er einen Ueberblick über den Wert der Kolonien für die gesamte Volkswirtschaft als Rohstoffquelle und als' Warenaustauschoebiet. Dabei flocht er aus seiner praktischen Erfahrung im Kolonialdienst in Deutsch- Südwest manche 'Erfahrungen ein.. Mit zahlenmäßigen Angaben kennzeichnete er das Ausbeu- tungssystem der jetzigen Mandatsherren, und schilderte die Not der deutschen Farmer, die trotzdem unbeirrbar auf der Wacht für das Deutschtum aushalten. Anschließend befaßte sich der Vortragende mit der Kolomalschuldlüge, die längst durch die Tatsachen widerlegt ist und von einsichtigen ehemaligen Gegnern auch eingestanden wurde. Die Aufgaben, die dem deutschen Volke nun erwachsen, sind in ihrer volkspolitischen, charitativen und erzieherischen Struktur so mannigfaltig, daß der Einsatz und die Michilfe des letzten Deutschen notwendig ist, um die Voraussetzungen für die großen Ziele der Politik des Führers zu schaffen. Jeder Deutsche muß mit dem kolonialen Gedanken nicht nur hinsichtlich unserer Kolonien und deren Werte, sondern auch über den kolonialen Besitz der anderen Völker vertraut sein. Zum Schluß kam der Redner auf die erzieherische B^eutung der Kolonien für den jungen Deutschen zu sprechen und hob hier hervor, wie gerade England es verstanden hat, seine Jugend durch den Kolonialdienst zu Führern heranzubilden. Die Aufgabe der Lehrer bei dieser brennenden deutschen Frage ist, durch Erweckung der Liebe und des Verständnisses für unsere Kolonien in der Jugend einen Nachwuchs herauszubilden, der die Arbeit der großen deutschen Kolonialpioniere fortzusetzen bereit ist und der sich würdig erweist der heldenmütigen deutschen Schutztruppe, die im Weltkrieg gegen eine Welt von Feinden die deutsche Fahne in unseren Kolonien verteidigt hat, die wiederzugewinnen der Wunsch des ganzen deutschen Volkes ist. Die Darlegungen fanden reichen Beifall der Versammlung. Rektor Siegfried unterstrich in seinen Dankesworten die Bedeutung unserer Kolonien und sprach noch kurz über die Aufgabe der Lehrer, diese wichtigen Gedanken im Unterricht zu verwerten. Nach einer kurzen Pause gab Lehrer A i m m e l (Allendorf a. d. Lahn) nähere Erläuterungen für- den Unterricht nach Ganzheiten, soweit er in der Schule Eingang gefunden hat. Daran schloß sich eine rege Aussprache. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden wurde die Arbeitstagung in der üblichen Weise geschlossen. Aundfunkprogramm Freitag, 29. April. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. Kommt ein Sonnenstrahl herab. 10: Schulfunk: Sippe Volkert hllft sich selbst. 10.30: Schiffsjungen im Dienst. Hörbilder von deutschen Schulschiffen. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Heitere Welt der Bühne. 15: Kleines Konzert. Klavier-Musik. 15.30: Gedenke, daß du ein Ahnherr bist. 15.45: Wir sind gesund und haben's schriftlich. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Musik aus modernen Operetten. 20.10: Wenn der Monat sich neigt. Heitere Hörfolge. 21: Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Aus der engeren Heimat. Reichsarbeitsführer Hierl in der Lagerschule in Bingenheim. Lpd. Im Rahmen der mehrtägigen Besichtigungs- reise durch Lager, Schulen und Dienststellen des Nelchsarbeitsdienstes besichtigten Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! und die höheren Führerinnen des Arbeitsdienstes der weiblichen Jugend am Mittwoch die Lagerschule in Bingenheim (Kreis Friedberg). Bingenheim ist die erste Schule, auf der Führeranwärterinnen zu Lagergehilfinnen ausgebil, det werden. Im Mittelpunkt der Besichtiguna standen eine Vorführung aus dem Gebiet der Leibeserziehung und eine Unterrichtsstunde über hauswirtschaftliche Erziehung. Zu beiden Aufgabengebieten nahm der Reichsardeilsführer eingehend Stellung und betonte ihre Wichtigkeit für die Erziehung der Arbeitsmaiden. Die Besichtigungsreise führt am Donnerstag 4n den Westerwald und findet ihren Abschluß am Freitag in Koblenz. 50 Jahre im Dienst * Lich , 28. April. Arn nächsten Sonntag, 1. Mai, kann der Obergärtner Heinrich Müller aus Birklar auf eine 5 0jährige, ununterbrochene Tätigkeit in der fürstlichen Gärtnerei i n L i ch zurückblicken. Herr Müller hat den Weg zu seiner Arbeitsstelle und wieder nach Hause täglich zurückgelegt. Rechnet man wöchentlich nur 35 Kilometer, so hätte.Müller die Fußreise Berlin und zurück rund llOmal gemacht, oder die Erde am Aequa- tor mehr als zweimal umwandert. Daß dieses Jubiläum im Kreise gleichgesinnter Freunde gebührend gefeiert wird, ist selbstverständlich. Der Jubilar erfreut sich bester Gesundheit. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange in bester Frische wirken zu können. Landkreis Gießen. <£' Wieseck ,. 28. April. In der gestrigen Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr erstattete Oberbrandmeister Adolf Schäfer Bericht über die Tätigkeit der Wehr im abgelaufenen Jahr. Außer den regelmäßig durchgeführten Uebungen nahm die Wehr noch an den verschiedenen Tagungen des Kreis- und Provinzialverbandes teil Den Kassenbericht erstattete Kamerad Friedr. Kreiling. Aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Wehr findet am 21. Mai ein Kameradschaftsabend statt. An der Besichtigungsfahrt der Gießener Freiwilligen Feuerwehr am 8. Mai werden sich einige Kameraden beteiligen. 5 Steinbach, 28. April. Am heutigen Tage kann Heinrich Keßler V. in guter Gesundheit seinen 7 8. Geburtstag feiern. Vor drei Jahr^r konnte er mit seiner Gattin die Goldene Hochzeit begehen. <£ Leihgestern, 27. April. Der hiesige Spar- und Vorschußverein hielt seine 47. ordentliche Hauptversammlung im Saale der Wirtschaft „Zur Krone" ab. Der Vorsitzende Haas gab nach Begrüßung der gut besuchten Versammlung den Geschäftsbericht für das Jahr 1937 bekannt. Der Stand der Kasse ist ein recht guter, 7 Mitglieder sind neu hinzugetreten, denen 5 Austritte, davon 3 durch Tod, gegenüberstehen. Die Bilanz wurde von dem Rechner K. Häuser III. vorgetragen. Der Verteilung des Reingewinns in Höhe von 1457 Mark wurde nach dem Vorschläge des Vorstandes zugestimmt. Der Jahresabschluß fand die Genehmigung der Versammlung. Dem Vorstand und Aufsichtsrat konnte Entlastung erteilt werden. Der gesetzliche Prüfungsbericht für 1936/37, vom Aufsichtsratsvorsitzenden H. Schäfer verlesen, stellt die Kaffen- und Geschäftsführung als mustergültig hin. Die Kredithöchstgrenze.wurde auf 4000 Mark hinaufgesetzt, die Auszahlungshöchstgrenze für Aufwertungsguthaben auf 50 Mark festgesetzt. Der Umsatz betrug 152 934 Mark gegen 124 743 Mark im Vorjahre. Die Spareinlagen betrugen 33 039,18 Mark; hiervon entfielen auf die Schulsparkasse Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) 8. ???? Das gibt sich von selbst, daß Marga Montwill zusammen mit dem Pudelmützigen ins Wartezimmer verfrachtet wird. Erst als sie dort schon auf einem der harten weißen Stühle sitzt und die uralten Zeitschriften anstarrt, die vor ihr auf dem Tisch liegen, und nebenan des Doktors dröhnendes Organ über das „verfluchte Herumkratzen an frisch verbundenen Wunden" schimpfen hört („Kratzen Sie, wo Sie wollen, aber lassen Sie gefälligst £inen Verband in Ruh', verstanden! Sonst schmeiß' ich Sie wahrhaftigen Gottes raus, so wahr ich hier steh'") — erst da fällt ihr ein, daß sie hier ja gar nichts zu suchen hat. Ob sie sich nicht lieber wieder hinausschleicht und draußen dem weihbeschürzten Mädchen klarmacht, daß sie den Herrn Doktor nur ganz privat besuchen möchte? Aber ach was, gleich kommt der Junge an die Reche. Er scheint der letzte der heutigen Patienten zu sein. Bei der Gelegenheit wird sich's ohne weiteres machen lassen, daß sie dem Doktor zwischen Tür und Angel mal eben die Hand schüttelt, und alles andere wird sich finden. Der Pudelmützige scheint übrigens doch Angst zu haben. Er hockt sehr blaß und schüchtern auf dem äußersten Rand seines Stuhls, schaut kläglich zu Marga hinüber und duckt jedesmal, wenn drüben die tiefe Stimme aufdröhnt, ängstlich den Kopf. „Na, der is Sie vielleicht ja wiedder in ’ner schee- nen Laune", sagt er einlnal, und die blauen Augen verschwimmen im Vorgefühl dessen, was ihn da drüben erwartet. Aber Marga nickt ihm ermunternd zu: „Wart nur, wenn er mich sieht, dann kriegt er gleich bessere Laune." Dann hören sie drüben eine Tür gehen und den Doktor mit schweren Schritten jemanden hinaus- begleiten und allein wieder zurückkommen. Eine Schublade wird zugestoßen, ein Stühl beissitegescho- ben, dann scheint der Doktor sein Taschentuch her- auszuziehen und sich ausgiebig zu schneuzen; hierauf wird eine grelle Lampe auf- und wieder zuge- knipst. „Heil'cher Bimbam!" murmelt der Pudelmützige. „Na laß man", sagt Marga Montwill großartig. Gleich danach geht die Tür zum Sprechzimmer hinüber auf. Sie geht nur ein kleines Stück auf, gerade so viel, daß ein kleiner Junge durchschlüpfen kann. Und von dem, der sie geöffnet hat, sieht man nichts als eine breite kräftige Hand, die sich langsam von der Klinke löst und ins Wartezimmer hinein winkt: Los, los, rin ins Vergnügen! Da steht Marga Montwill auf und tritt zugleich mit dem Jungen auf die geöffnete Tür zu. Sie hat dunkel die Vorstellung von einem weißhaarigen bärtigen Gesicht, das sich bei ihrem Anblick zu einem breiten guten Lächeln aufhellt. Sie hat auch die Absicht, irgendwie eine ironische Bemerkung über den Ovkel Grobian anzubringen, dem man sich offenbar nur mit Aufbietung allen vorhandenen Mutes in den Weg stellen kann, usw. Aus jeden Fall hat sie das beruhigende und erfreuliche Gefühl, durchaus Herr der Situation zu sein, und das steht ihr im Gesicht geschrieben, wie sie nun, die eine Hand auf der Schulter des Jungen, den Oberkörper etwas oorgeneigt, lächelnd den ersten Schritt in die Höhle des Löwen fetzt. Aber es bleibt bei diesem ersten Schritt. Denn der ihr da im weißen Mantel entgegenschaut, ist weder ein weißhaariger guter alter Onkel, noch hellt sich jein Gesicht durch ein, breites Lächeln auf. Im Gegenteil. Heber randlose Brillengläser hinweg starren sie zwei scharfblaue Augen äußerst unliebenswürdig an, und der schmale Mund in dem glattrasierten, frischroten Gesicht schließt sich bei ihrem Anblick so finster, daß Marga unwillkürlich die schützende Hand von des Jungen Schulter zieht, ihn somit seinem Schicksal überläßt unö sich statt dessen lieber mit beiden Händen an ihre eigene Handtasche klammert. „Ach, entschuldigen Sie ..." „Sind Sie die Mutter des Knaben?" „Nein", sagt Marga Montwill, „im Gegenteil, ich „Gegenteil ist gut", dröhnt der Doktor. „Also was soll das bann. Drängeln hat's bei mir noch nie gegeben — wer kommt zuerst dran. Sie— oder der Junge?" Marga und der Pudelmützige wechseln einen verwirrten Blick. „Der Junge", sagt Marga bann. „Der Junge, Herr Doktor, aber ich .. " Weiter komm! sie nicht. Doktor Hammerbacher hat sie sanft, aber energisch bei der Schulter gefaßt und umgedreht: „Rechtsum kehrt, Abmarsch, meine Verehrteste. Beim alten Hammerbacher gibt's das nicht, daß aus der Reihe getanzt wird. Oder brennt's irgendwo? Pressiert's? Stehen Sie schon mit dem rechten Fuß in der Grube? Nein? Na also! So, mein Junge, und bu nimm mal vor allen Dingen die Mütze ab, verstehste!" „Aber, Herr Doktor", ruft Marga, und die Wut kocht ebenso sehr in ihr, wie sie das Lachen kitzelt, „aber, Herr Doktor, ich wollte doch nur guten Tag sagen, ich ..." Zu spät. Die Tür ist schon zu, die zwei Schatten, der große breite und der kleine, entfernen sich langsam hinter der hohen Milchglasscheibe, Marga ist allein. Unschlüssig steht sie da. So ein Scheusal von einem Menschen! Und übrigens — war das denn der richtige Doktor Hammerbacher? Doktor Gottfried Hammerbacher? Himmel, nach dem Vornamen zu sehen, das hat sie ganz vergessen! Wenn sie nun bei einem falschen Doktor Hammerbacher ist! Vielleicht nur ein Verwandter oder auch ein Kollege, der den alten Onkel Hammerbacher vertritt? Na, noch ist's ja Zeit, wieder auszukratzen. Aber benommen hat sie sich, daß es gen Himmel schreit. Warum hat sie nicht einfach ihren Namen gesagt? Sie läßt sich auf einen Stuhl sinken, auf dem sie schon vorhin gesessen hat, und lacht leise auf: Der nicht vorhandene Rauschebart hat sie so aus der Fassung gebracht. Und daß der alte Onkel sich plötzlich so verjüngt präsentierte. Wie alt kann denn der da drinnen bestenfalls sein? Fünfzig vielleicht, höchstens zweiunofünfzig. Nein, ausgeschlossen, der alte Onkel Hammerbacher, den sie meint, der muß doch mindestens sechzig, fünfundsechzig sein — wenn er doch schon vor siebzehn Jahren so einen langen Bart gehabt hat! Und Vater wäre doch heute auch schon sechzig. Marga Montwill steht auf und schleicht auf den Zehenspitzen an die Tür, die zur Diele führt. Sie lauscht hinaus, draußen ist es ganz still. Sie öffnet vorsichtig, schleicht hinüber zu der Haustür. Teufel, da liegt ein Riegel vor. Ob man den ganz lautlos aufbekommen kann? Sie versucht es sehr langsam und vorsichtig — es geht. Leise drückt sie auf die Klinke — Gott sei Dank, abgeschlossen ist die Tür nicht, sie knarrt nur ein kleines bißchen. Aber das ist jetzt schon egal, man ist ja jetzt draußen, und bann ... Oha ... In der geöffneten Tür steht — einen Hausschlüssel gezückt — die junge Dame in dem blauen Jackenkleid, zur Seite den fast überfahrenen Teckel. Marga Montwills Gesicht, kaum zu normaler Farbe zurückgekehrt, rötet sich schon wieder bedenklich. Aber auch der anderen schießt die Rote bis unter den Ansatz der hellblonden Haare. „Verzeihung", murmelt Marga. „Bitte sehr", murmelt die andere. Aber wie das so ist — da beide das Bestreben haben, möglichst rqsch aneinander vorbeizukommen, weichen sie im Uebereifer natürlich beide nach der gleichen Seite aus, so daß praktisch nur der Teckel vorbeischlüpfen kann, wahrend sie einander mit hochroten Gesichtern den Weg versperren und am liebsten beide kehrtmachten. Aber das geht denn doch nicht, ein bißchen mehr Schneid ist man sich schließlich doch schuldig. Marga rafft sich zuerst auf. „Ich wollte nämlich gar nicht raus", sagt sie hastig und ärgert sich im gleichen Augenblick. Denn, natürlich wollte sie raus. Sie wollte sogar regelrecht auskneifen, jawohl. Aber nun ist es mal gesagt ... „Ich wollte nämlich gar nicht raus, ich wollte bloß auf dem Schild nachsehen, ob ich hier auch wirklich bei Doktor Gottfried Hammerbacher bin." Monika Hammerbacher hebt unmerklich den Köpft „Natürlich. Es gibt nur einen Doktor Hammerbacher hier." Marga tut sehr erleichtert: „Ah, dann ist's ja gut. Dann kann ich ja wieder ..." Und zum zweitenmal an diesem denkwürdigen Tag und in diesem Hause tritt sie einen unfreiwilligen Rückzug an. Monika Hammerbacher folgt ihr auf den Fersen. Es sieht aus, als traue sie der anderen nicht ganz. Sie öffnet ihr selber die Wartezimmertür und schließt sie höchstpersönlich und sehr nachdrücklich, nachdem Marga Montwill eingetreten ist. Dann steht sie sogar noch eine Weile lauschend hinter der Tür und entfernt sich erst, nachdem sie festgestellt hat, daß Margas Schatten hinter dem Milchglas sichtlich kleiner geworden ist, was darauf deutet, daß sie sich gesetzt hat. Ja, Marga sitzt wieder. Und nun fängt ihr die" Sache an, Spaß zu machen. Kein Gedanke mehr an Weglaufen' und Sich-Drücken! Im Gegenteil, jetzt werden wir den rauhbautzigen Doktor mal ein bißchen an der Nase herumführen, und das blonde Fräulein Tochter soll noch mehrere Male rot werden, und Tapsy soll den verflixten kleinen Teckel im Garten herumhetzen, bis ihm die Lust vergeht, fremden Autos zwischen die Räder zu flitzen, und überhaupt wöllen wir denen hier mal zeigen, was 'ne Harke is! Marga hat sich gerade die Nase neu gepudert und die Kriegsbemalung auf den Lippen zweckentsprechend erhöht.— da öffnet sich die Sprechzimmertür- auf genau die gleiche Weise wie vorhin, und die breite Hand winkt wiederum: Los, los, rin ins Vergnügen! Marga schwänzelt an dem Doktor vorbei, ohns den Blick zu heben. (Fortsetzung folgt.) enthält immer neue Fototips für bessere Aufnahmen, ferner eine Belichtungstabelle für das ganze Jahr und einen Scheck für echte Fotpserien jnit den schönsten Aufnahmen aus der ganzen Welt 2029,78 Mark. Die Kasse konnte im Laufe des Jahres allen Kreditansprüchen Nachkommen. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmit- alteder wurden wiedergewählt. Aufsichtsratsvor- sitzender Schäfer dankte allen, die zum guten Bestehen der Kasse beigetraaen; sein besonderer Dank galt dem anwesenden bau) 84jährigen einzigen nod) lebeichen Gründer Johannes Diehl für sein stets bewiesenes Interesse, hat er doch seit Gründung der Kasse bis 1933 dem Vorstands- und Aufsichtsrat angehört; der Redner forderte alle Mitglieder auf, so wie seither treu zu chrer Dorfkasse zu stehen. > AIkendorf (Lahn), 27. April. Heute beging der Metzgermeister Heinrich Binz III. in körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Kreise seiner Angehörigen seinen 7 0. Geburtstag. Der Jubilar, der auch alle landwirtschaftlichen Arbeiten noch selbst verrichtet, hat u. er lange Jahre das Amt des Fleischbeschauers in unserer Gemeinde bekleidet, aus dem er erst im Oktober vorigen Jahres in den Ruhestand getreten ist. 4 Birklar, 27. April. Das Musikkorps des JR. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt gab am vorigen Sonntag hier ein Konzert, das einer großen Zuhörerschaft eine besondere Freude bereitete. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden von der hiesigen Krieger- tameradschaf t He Mitglieder Hch. Gerhard, H Seitz und Ferdinand Schöck für 50jährige Mitgliedschaft geehrt. — Die Bäuerliche Kredit-, Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt am Samstag ihre Jahreshauptversammlung unter Leitung des 2. Vorsitzenden des Aufsichtsrats Karl Müller II. ab Aus dem Bericht des Rechners Wilhelm Müller II. war ein guter Stand der Genossenschaft ersichtlich. Der Vorstand blieb in der alten Zusammensetzung bestehen, neu in den Vorstand eingetreten ist unser Orts- bauernfuhrer. Mit der Aufforderung an die Mitglieder, auch weiterhin der Genossenschaft treu zu bleiben, fand die Versammlung ihren Abschluß. kreis Wehlar. y Rodheim a. d. B., 26. April. Die Hitler» I u a e n d veranstaltete am Sonntag hier einen Aufmarsch. Die Veranstaltung begann am Vormittag mit Handball- und Fußballspielen, aus denen die Kameradschaft Krofdorf als Sieger hervorging. Nach dem gemeinsamen Mittagessen, bei dem es eine schmackhafte Erbsensuppe gab, fand am Nachmittag eine Kundgebung auf dem Schulhof statt, bei welcher der Kreisleiter zugegen war. Dabei wurden auch die Jungen aus dem Jungvolk in die HI. übernommen. Kreis Alsfeld. < Deckenbach, 27. Apnl. In unserer Pfarrei, zu der neben Deckenbach noch die Orte Höingen, Schadenbach und Büßfeld gehören, wurden in der hiesigen Kirche 5 Knaben und 4 Mädchen konfirmiert. In die Schule ausgenommen wurden 6 Knaben und 3 Mädchen. Oer Brand bei Nieder-Gemünden. kela seinen Titel mit Erfolg, und im Schwere gewicht trat der Este I. K o t k a s das Erbe seines großen Landsmannes Palusalu an. Von den vier noch im Wettbewerb befindlichen deutschen Teilnehmern kam Heinrich Nettesheim (Köln) im Leichtgewicht auf den zweiten Platz und im. 5)alb chwergewicht wurde Werner Seelenbindcr (Berlin) Dritter. Europameister Fritz Schäfer (Ludwigshafen) kam zu einem neuen Sieg und ist der Favorit der Weltergewichtsklasse. Im Bantamgewicht mußte der Kölner Ferdi Schmitz die erste Niederlage hinnehmen, aber er kann noch Europameister werden, wenn er den Finnen Perttunen schlägt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Gießen und der örtlichen Gendarmerie wegen der Ursache des gestern von uns bereits berichteten Brundes zweier großer Scheunen bei Nie -- der-Gemünden wurden am gestrigen Morgen sofort ausgenommen und den ganzen Tag über nachdrücklich weitergeführt. Dabei ergaben sich verschiedene Möglichkeiten, auf die der große Brand ursächlich zurückgeführt werden kann, aber keine dieser Möglichkeiten hat bisher die Untersuchung zu einem positiven Ergebnis kommen lassen. Einige junge Leute wurden von der Unter- M "V • suchungsbehörde im Laufe des gestrigen Tages sistiert, nach der Verneh-1 nebenstehende Bild zeigt einen Blick auf die Brand» mung aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Das' stätte. — (Aufnahme: Becker, Grünberg). Wirtschaft. Mein-Mainische Bökse rNittagsbörfe: Aktien überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 27. April Die Börse eröffnete am Aktienmarkt bei sehr kleinem Geschäft nicht ganz einheitlich, jedoch überwiegend etwas schwächer. Es erfolgten Abgaben aus nicht- arischen Kreisen offenbar im Zusammenhang mit der angeordneten Bestandsaufnahme des jüdischen Vermögens. Da andererseits Anlagekäufe kaum Vorlagen und auch die Aufnahmebereitschaft wiederum nur gering war, stellten sich Abschwächungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H em. Etwas stärker ermäßigt waren Daimler Motoren mit 152,50 (155), Zellstoff Waldhof mit 145 bis 144,25 (146,50), IG. Farben mit 158,50 (159,75), Conti Gummi mit 209 (210,50), Lahmeyer mit 133 (135) und Bembrig mit 151,13 (152,50). Am Montanmarkt büßten Verein. Stahl 1 v. H. auf 111 ein, Mannesmann waren zu. 115,40—(116) angeboten, Hoesch verloren 0,50 v. H., Rheinstahl 0,25 v. H. Im einzelnen gingen u. a. zurück: Cement Heidelberg auf 171 (172), BMW. auf 162 (162,50), Demag auf 156,65 (157,13), Gessürel auf 151,50 (152), Scheideanstalt auf 250 (250,50) und Akkumulatoren nach Pause auf 247 (248). Ortsgruppe Gießen im RfL hält Lahresrückschau gegen Mitternacht ihren Abschluß. Die für Leichtathletik, UM die den der der beiden hiesigen Meisterschaftsehren sichtlich, daß sich die Spielkultur bat und die ersten Mannschaften Vereine in ihren Klassen zu kommen konnten. Da am 1. Mai, dem Nationalfeiertag des deutschen Volkes, Sportruh« herrscht, werden schon am kommenden Samstag die Gruppen-Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft mit sechs Begegnungen fortgesetzt. Es gibt eine ganze Reihe hoch- intereffanter Treffen: Gau gruppe 1: in Hamburg: Hamburger SV. — Porck Insterburg: in Frankfurt: Eintracht Frankfurt — Stettiner SC. Gaugruppe 2: in Mannheim: VfR. Mannheim — FC. Schalke 04; in Berlin: Berliner SV 02 — SV Dessau 05. (Baugruppe 3: in Oberhausen: Fortuna Düsseldorf — BC. Hartha. Gaugruppe 4: in Aachen: Alemannia Aachen — Hannover 96. Erste Entscheidungen bei den Europameisterschaften der Ringer. Bei den Europameisterschaften im griechisch-römischen Ringkampf in Reval fielen bereits am Mittwochnachmittag die ersten Entscheidungen. Im Leichtgewicht verteidigte der Finne Lauri K o s - Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen vereinigte gestern abend im Hotel „Hindenburg" Vereinsführer und Fachwarte der verschiedenen Fachämter zur Jahreshauptversammlung. Die Versammlung nahm einen sehr anregenden Verlauf. Zunächst erstattete der Leiter der RfL.-Ortsgruppe, Dr. König, Bericht über die Veranstaltungen, die der Reichsbund selbst durchführte. Er erinnerte an den Anlagenlauf, kam auf verschiedene Schönheitsfehler zu sprechen und gab Anregungen zu deren zukünftiger Vermeidung. Er forderte dazu auf, sich auch beim bevorstehenden Anlagenläuf zahlreich zu beteiligen. Er sprach ferner über die erfolgreichen Veranstaltungen des Handball-Blitzturniers, des Schwimmwettkampfes Gießen — Marburg, über das Abendsportfest, die Werbeveranstaltung im Ca'6 Leib und die vorbildlich durchgeführte Werbung für Breslau im Gloria-Palast. Das Lanqstreckenschwim- men, das im vergangenen Jahre durchgeführt wurde, soll zu einer ständigen Einrichtung werden. In ihrer Arbeit sei die Ortsgruppe in dankenswerter Weise wieder von der Stadt tatkräftig unterstützt worden. Der Fachamtsleiter für Turnen, Reining, erstattete Bericht über die Arbeit seines Fachamtes. Er erinnerte an den Gerätewettkampf Gießen — Nürnberg — Langen, an die Mannfchaftsgeräte- kämvie in Kreis und Gau, an die erstmaligen Gerätekampfe der HI., an die rege Lehrgangstätigkeit, an. die bevorstehenden Ausscheidungen für Breslau und wies schließlich auf den starken Abgang an Turnern hin, die durch Einberufungen der aktiven Tä» und Junabann 116,Wetterau. Gez.: Gerd Rabe, Oberscharführer. Sechs Kömvse die deutsche Tutzball Meisterschaft chen und die Termine für die weiteren Veranstaltungen im Laufe des Sommers festgelegt worden waren, fand die anregende Versammlung in Schigebiete wurden durchgeführt, ferner vier Hochgebirgsfahrten, kosten Schikurse abgehalten, die Mangold-Hütte am Hoherodskopf ekworben. Fachamtsleiter Sauer berichtete für den Schwimmsport von der erfolgreichen Durchführung des Langstreckenschwimmens, von dem Städtekampf mit Marburg. Er bedauerte, daß die Uebungsstunden noch verhältnismäßig teuer zu stehen kommen. Ein hier abgehaltener Lehrgang fei von gutem Erfolg begleitet gewesen. Für den Kraftsport berichtete Fachamtsleiter Klotz. Er erinnerte an die schöne Veranstaltung mit Manger und Jsmayer, berichtete von der Beteiligung an den Kämpfen um die Gaumeisterschaft und von schönen Erfolgen bei Mannschaftskämpfen. Fachamtsleiter Gerhard kennzeichnete" ausführlich die überaus erfolgreiche Arbeit der kleinen Gruppe der Gießener Fechter, schilderte kurz die Erringung von Gaumeisterschaften und die ^Beteiligung an zahlreichen Turnieren im Gau. Interessant sprach er yon der Beteiligung an den Deut« sch en Fechtmeisterschaften in Hannover, bei denen verschiedene Gießener Fechter und Fechterinnen leider schon in den Vorrunden auf die schwersten Gegner trafen und sich nur teilweise für die weiteren Runden qualifizieren konnten. Er berichtete ferner, daß der Fechtsport nunmehr auch bei der SA. und bei der ff eifrig gepflegt werde. Für den Kanusport berichtete Dr. Kratz von emer erfolgreichen Faltboot-Patrouillenfahrt, inständige Einrichtung werden solle. Der Leiter der Ortsgruppe des RfL. dankte Oie Meldung Jugendlicher zur Teilnahme in Breslau. Vereinsführer im Reichsbund für Leibesübungen werden aufgefordert, diejenigen Jugendlichen, die am Turn- und Sportfest in Breslau als Wettkämpfer ober Festteilnehmer (Zuschauer) teilnehmen wollen, sofort zu ihren zuständigen Gefolgschaftsführern (beim Jungvolk: Stammführern) zu schicken, um sich dort in die Listen des Gebietes Hessen-Nassau der HI. eintragen zu lassen. Diese Listen liegen bei den Gefolgschafts- und Stammführern bis zum 3. Mai 1938, 18 Uhr, aus. Meldungen nach diesem Termin können nicht mehr berücksichtigt werden. Unabhängig hiervon erhalten die Vereinsführer ab 1. 5.1938 auf Anforderuna von mir blaue Meldeformulare, auf denen die Meldungen für Einzelkämpfer und Mannschaftswettkämpfer abgeoeben werden. Hitlerjungen, die als Besucher nach Breslau gemeldet werden, sind auf einem ebenfalls anzufordernden besonderen grünen Meldeformular zu melden. Meldungen auf diesen blauen und grünen Meldeformularen werden von mir aber nur bann anerkannt, wenn bie Meldung vorher (bis 3. 5.) auf den Meldeliften des Gebietes Hessen-Nassau erfolgt ist. Der Stellenleiter für Leibeserziehung im Bann jigkeit zunächst verlorengehen. Aus dem schriftlich vorliegenden Bericht des Fachamtsleiter für Fußball, Henkel, wurde er- ........ - bedeutend gehoben begegnunyen vor. Dr. König regt hierzu an, ein volkstümliches Turnier in Gießen zu veranstalten. Die Anregung wurde dankbar ausgenommen. 23er» einsführer Reining (1846) sprach kurz über das starke Anwachsen der Tennisabteilung im Turnverein und gab Kenntnis von bereits vorgesehenen Turnieren in Städten der Nachbarschaft. Fachamtsleiter Deibel sprach für den Radsport über die Winterarbeit, die sich auf den Saalsport beschränken mußte. Er wies auf die guten Erfolge im Radballspiel hin, sowie auf die Erringung der Bezirksmeisterwürde durch Gießener Fahrer. Ferner wies er auf die bevorstehenden großen rcäsportlichen Veranstaltungen hin. Fachamtsleiter Levermann konnte für den Rudersport nur von einer verhältnismäßig spärlichen sportlichen Arbeit berichten, da ungünstige Umstände die Bildung von Mannschaften kaum zu» ließen. Immerhin brachten die Gießener Ruderer von Regatten in Hanau, Heidelberg, Mannheim, Mainz und Aschaffenburg sieben erste Siege mit. Der Städteachter wurde wieder von der GRG. gewonnen. Friedel Jödt soll im Einer für Breslau gemeldet werden. Zwei Lehrgänge fanden in Gießen statt, ein Lehrgang in Berlin wurde besucht. Für 1938 seien leider die Aussichten noch immer schlecht. lieber eine außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit konnte der Fachmntsleiter für Schilauf, Karl Althaus, berichten. Der Schiklub zähle jetzt 540 Mitglieder. Er habe eine rege Tätigkeit entfaltet, sei am Feldberg, am Hoherodskops, bei einer Faltboot-Patrouillenfahrt, beim Anlagenlauf, mit bestem Erfolg vertreten gewesen, habe viele Anfänger in Trockenschikursen unterrichtet und einschlägige Vorlesungen abgehalten. Zahlreiche Autobusfahrten R i ch t b e r g, Fachamtsleiter . teilte die erfreuliche Tatsache mit, daß es wieder Meisterschaften, über die Reichssportkämpfe der HI. und über die Form der Ausscheidungen für Breslau, soweit sie die Jugend betrifft. Die Ausführungen deren vom Wunsche zur gegenseitigen guten Zusammenarbeit getragen. \ Herr Steinmüller als Vertreter der Stadt und des Stadtbauamtes gab in kurzen Zügen eine Darstellung der voraussichtlichen Gestaltung der großen Gießener Sportstätte, wie sie in ihren wesentlichen Teilen von übergeordneter Stelle aus gutgeheißen worden sei. Er ließ allerdingsEerkennen, daß die Verwirklichung der Pläne zwar bald, aber nur in Etappen in Angrift genommen werden könne. Nachdem noch über die Organisation des bevorstehenden Laufes „Rund um die Anlagen" gefpro- Gießener Leichtathleten gelang, zu Meisterehren zu kommen, daß die Vereine durch die Beteiligung an der Deutschen Vereinsmeisterschaft zu guten Leistungen herausgefordert wurden 1900. WB -R und Mädchen vom Mtv. sicherten sich achtbare Plätze, in der Reichsliste. Das Hallentrainina wurde eifrig gepflegt, der Nachwuchs geschult und bei den Aktiven durch Lehraänge die Technik vervollkommnet. Der Waldlauf 1938 wurde bereits mit gutem Erfolg durchgeführt. , Handball-Fachwort Becker berichtete, daß von 1900. VfB -R., Militär - Svortverem III. A.-Rqt. 9 „Barbara" und Mtv eine „reger Wettspielbetrieb entfaltet wurde, „Barbara" zu den Aufstiegsspielen berechtigt, dürfte sich den Aufstieg in die Bezirksklasie erkämpfen In der Jugend wurden gute Leistungen gezeiat. Das Hallen-Hand- dallturnier sei ein großer Erfolg ?ewori>ern Bas- kettball werde neuerdings eifrig bei 1900, BkR.-R. und Mtv. gepflegt. . Aus einem schriftlich vorliegenden Bericht des Fachamtsleiters für den Schießsport (®onb» n e r) ging hervor, daß die Schützen durch die Um- oraantfation und Ausrichtung des Schießlportes auf neuer Grundlage stark in Anspruch genommen . waren Die traditionellen internen Schießen in den Vereinen wurden wie bisher durchgeführt. Mit outen Resultaten wurde der Schießwettkampf Gießen - Marburg - Wetzlar ausgetragen. Zahlreiche bronzene, silberne und goldene Schießabzeichen konnten von den Gießener Schützen errungen werden An Mitgliederzahlen, wie an Leistungen sei eine Steigerung festzustellen Die Vereine wurden auch in der Zukunft bemüht fein, den Schießsport als Volkssport zu propagieren Für Tennis gab Fachamtsleiter Eng11ch zur Kenntnis, daß eine Wettkampftätigkeit infolge mancher uffaünftiger Umstände nicht entfaltet werden konnte. Man habe sich auf Nachwuchsförderung de- schränkt. Das Jahr 1938 sehe einige Wettkampf- Fachamtsleitern für ihre Berichte. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab L.-Stellenleiter der HI. und Kreisjugendwart im R-L. Gerd Rabe umfassend Aufschluß über die Abgrenzungen in den Zuständigkeiten der HI. und des RfL. Er machte ferner auf eine Reihe von Bestimmungen aufmerksam, die eingehalten werden müssen und teilte außerdem mit, daß die gesamte Ausbildung der HI. auf dem Gebiete der Leibes- Übung den Vereinen des Reichsbundes übertragen fei Sportdienst in den Vereinen werde dann als HI.-Dienst angerechnet. Er berichtete ferner über Termine der Unterbann«, Bann- und Gebiets- Etwas höher lagen Reichsbank mit 197,75 (197,50), Rütgerswerke mit 157,50 (157) und Eßlinger Maschinen nach Pause auf 117,50 (117). Gut behauptet lagen AEG. mit 126, Adlerwerke mit 127,50 und Moenus Maschinen mit 135. Auch in der zweiten Börsenstunde setzten sich die Rückgänge um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. fort, da die Abgaben, vornehmlich vom Berliner Platz ausgehend, fortgesetzt wurden. Nur ganz vereinzelt erfolgten auf dem ermäßigten Stand Deckungen und Käufe, die Umsätze blieben gering. U. a. gingen Bembepg auf 150 nach 151,13, AEG. auf 125 nach 126, Mannesmann auf 114,75 nach 115,40, Hoesch auf 115 nach 115,75, Daimler auf 152 nach 1,52,50, Cement Heidelberg auf 170 nach 171, IG. Farben auf 157,75 nach 158,50, Rheinstahl auf 149,50 nach 150,25, Adlerwerke auf 126,50 mach 127,50, Westdeutsche Kaufhof auf 107 nach 107,50 (108,65), Berger Tiefbau auf 158 bis 157 (158,50), Zellftoffwerte um 1 v. H. und Rheinmetall aus 146 (147,75) zurück. Großbankaktien ermäßigten sich bis 0,40 v. H. Mbenbbörfe beruhigt. Nach den teilweise starken Rückgängen im Mittagsverkehr zeigte die Abendbörse eine wesentlich beruhigtere Haltung. Zwar kam verschiedentlich weiteres Angebot heraus, das aber auf eine wesentlich bessere Aufnahmebereitschaft stieß, da auf dem ermäßigten Stand vielfach Deckungen und Rückkäufe erfolgten und außerdem Limite erreicht wurden. Die Kurse lagen in Anpassung an Berlin größtenteils noch schwächer, der Berliner Schlußstand wurde aber kaum noch unterschritten und verschiedentlich traten Erholungen von 0,50 bis 0,75 v. H. ein. So bei Adlerwerke auf 127 (126,50), Westdeutsche Kaüshof auf 107,50 (107), Rhein- metall auf 146,75 (146) und Holzmann auf 165,50 (165,25). Angebot verblissb in Bemberg zu unverändert 150 und in Licht & Kraft zu 145 (145,75). Montanaktien konnten sich behaupten, Verein. Stahl 110,50 bis 110,75, Mannesmann 114,75, Hoesch 115, nur Ilse Genuß 1,75 v.'H. niedriger mit 141 und Rheinstahl —0,50 v. H. auf 149. Von Maschinenaktien ermäßigten sich Demag auf den Berliner Stand von 154,65 (156,65); BMW. notierten mit 161,50 (162) und Daimler mit 151,75 (152). Leicht erniedrigt waren noch u. a. IG. Farben mit 157,75 (1-58), Berger Tiefbau mit 156,50 (157), Deutsche Erdöl mit 146 (146,25), Gessürel mit 151 (151,50) und AEG. mit 124,50 (125). Von Bankaktien notierten Berliner Handelsgesellschaft nach Pause mit 128.40 (129,50), die übrigen lagen behauptet, mir Effektenbank 92,75 (93). Von sonstigen Einheitswerten lagen Gebr. Fahr mit 172,50 und Sei lind. Wolfs mit 124 unverändert. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 27. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 192, R 15 195, R 18 199, N 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 29 29,95, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10.90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie N 12 9,95, R 15 10,15. R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu lose 5,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, gebündelt 3,00 Er^ugerhöchstpreise frei Erzeugerverlade- ftation. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 988 Rinder (192 Ochsen, 168 Bullen, 468 Kühe, 157 Färsen), 367 Kälber, 11 Hämmel, 14 Schafe, 416’ Schweine. Es kosteten: Rinder Ochsen.34 bis 45 Mk., Bullen 30 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hammel 42 bis 50, Schafe 35 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mk. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig. ^6dje*dee*uSije/: unsere 40jährige Pionierarbeit — mit dem alleinigen Ziel, beste Schmiermittel herzustellen — kommt Ihnen zugute! * dpnhRappeliosungsverfahren V i Reiner : V A C U U M O E ■ - Oie Vielseitigkeit der modernen Schallplatte. Hamburger Kinder in Gießen angekommen 6 Hamburger Kinder vcr dem Gießener Bahnhof, Eine Tasse Kaffee muntert die Lebensgeister wieder auf. Großstädten, der Lebensstandard doch höher liegt, als es bisher in Oesterreich war. Die Hamburger Kinder waren fast erheblich der Fall durchweg 'gut gekleidet, trugen ihre Sachen in festen und sauberen Koffern bei sich und machten im ganzen einen lebensfreudigeren Eindruck, als jene Kinder aus den österreichischen Bezirken. Letzteren war ihr bisheriges schwereres Lebensschicksal deutlich anzuHeute morgen um Uhr kamen von Hamburg her etwa 150 Kinder in unserer Stadt an. Durch die Kinderlandverschickung der NSV. wird ihnen ein mehrwöchiger Ferienaufenthalt in unserer engeren Heimat möglich gemacht. 43 der Kinder verließen in Gießen den Bahnhof und wurden von den Pflegeeltern, die sich pünktlich und vollzählig eingefunden hatten, in Empfang genommen und gleich nach Hause geführt. Die Kinder waren seit gestern abend um.9 Uhr unterwegs, machten aber doch keinen sonderlich müden Eindruck, denn die frohe Gemeinschaft der gleichaltrigen ließ ihnen die lange Bahnfahrt leichter ertragen. Die Kinder, durchweg Mädchen, machten übrigens, wenn auch manches der Kleinen etwas blaß und allzu- fchlank war, einen guten Eindruck. Rasch wurden sie mit ihren Pflegemüttern und Pflegevätern vertraut und traten frohgemut den Weg in die Stadt an. Ein weiterer Teil der Kinder, 21 an der Zahl, stiegen ebenfalls im Bahnhof Gießen aus und wurden zur Straßenbahnhaltestelle geleitet, um nach Wieseck zu fahren. Um den Kindern eine kleine Aufmunterung zuteil werden zu lassen, wurde ihnen gleich in schmucken reinen Tassen aus festem Papier Kaffee gereicht. Dann kam auch schon die Straßenbahn an und man nahm Platz. und wem eine gründliche Sporterziehung aus Büchern schwer fällt, nimmt die Sporterziehungs- Schallplatte zu Hilfe. Ungemein wichtig sind diese Lehrplatten gerade auch für Gemeinschaftserziehung geworden. Wen wundert, daß ein so talentiertes Kind der Technik, wie die Schallplatte, sich das Feld der Werbuna in unvorhergesehener Weise erobert hat? Vom Lautsprecherwagen angefangen, der seine werbende Stimme der Schallplatte verdankt und vor dessen launigen Ueberredungsversuchen wir schon mehr als einmal belustigt Halt gemacht haben. Die übrigen mit dem Zuge angekommenen Hamburger Kinder wurden mit anderen Zügen in die nähere Umgebung unserer Stadt gebracht, und sie werden dort ebensogut aufgehoben sein, wie in den Familien unserer Stadt. Bei einem Vergleich mit den vor einigen Tagen angekommenen Kindern aus Oesterreich tritt augenfällig zutage, daß in Deutschland, also selbst in den gibt es heute kaum ein Feld der Werbung, von dem der Ton in Gestalt der Schallplatte nicht Besitz ergriffen hat. Sehr schöne und überzeugende Platten hat die Fremdenverkehrswer- b u n g Herstellen lassen, lustig und schlagkräftig sind die Platten für Gaststättenwerbung. Auch die Versicherungen wissen-den Vorteil der Schallplattenwerbung zu schätzen und haben es verstanden, durch eindrucksvolle Hörspiele der Eigenart der tönenden Werbung die besten Seiten abzugewinnen. Sehr vielseitig ist die Verwendung der Schall- platten zu rein technisch-akustischen Zwecken. Ein Beispiel von vielen: Die akustischen Eigenschaften eines Raumes werden heute vielfach mit der Schallplatte ausgeprobt. Auch die Beschaffenheit von Tönen ist mit Hilfe der Schallplatte genau und unbestechlich zu studieren. Tonwert und Lautwert von Schallwellen zeichnet eine Schallplatte mit unerhörter Genauigkeit auf. Der wissenschaftlichen Akustik sind durch sie neue Ziele gesetzt. Dr. B u r e s c h. Dor Jahresfrist wurde dem Führer und Reichskanzler vom Reichsbund der Deutschen Beamten ein einzigartiges und bedeutsames Geschenk gemacht Acht Monate lang war der große Aufnahmewagen einer bekannten Schallplattenfirma kreuz und quer durch alle Städte und Landschaften in Deutschland gefahren, um Männer und Frauen aller Volks- und Berufsschichten in der Mundart ihrer Umwelt und aus ihrem eigenen Schicksal sprechen ZU lassen. Eine Plattensammlung von 300 Aufnahmen roa'r das Ergebnis, deren wissenschaftliche Bearbeitung durch den Deutschen Sprachatlas, Marburg, für die Echtheit und historische Wahrhaftigkeit ihres Gehaltes bürgte. Niemand ahnte damals, daß schon nach einem Jahr, noch ehe der Führer wiederum seinen Geburtstag begehen würde, die Sammlung und ebenso die in kunstvoll eingelegter Holzarbeit auf der Innenseite der Türflügel des Plattenschrankes angebrachte Landkarte Deutschlands von der Geschichte buchstäblich überholt sein würden. Heute ist also entweder dieses Geschenk bereits historische Erinnerung oder es erwachsen seinen Schöpfern neue ungeahnte Aufgaben durch die Heimführung Oesterreichs ins Reich. Man sagt nicht zuviel damit, wenn man heute die Schallplatte zu den modernsten unserer neuzeitlichen Geschichtsschreiber rechnet. Gerade dieses Lautdenkmal hat es mit aller Eindringlichkeit bewiesen. Und wie dort im Großen, so verzeichnet die Schallplatte heute auch im Kleinen Geschichte mit einer Lebendigkeit, um die wir die, die nach uns kommen, beneiden könnten. Was würde uns heute beispielsweise die Stimme Bismarcks, des Schöpfers des zweiten Reiches, bedeuten! Es wird uns klar, wenn wir die Stimme des verstorbenen Reichspräsidenten heute seine historische Neujahrsansprache von 1932 sprechen hören, als weilte er moch mitten ' unter uns — wiedergegeben von einer Schallplatte. Ein wenig geisterhaft mutet es schon an. Oder stellen wir uns vor, wir könnten uns den , technischen Luxus erlauben, uns den Faust von Goethe leibst vorsprechen zu lassenl Wie viele wissenschaftliche Wälzer über Auslegungsfraaen würden bann nicht geschrieben worden sein! Vielleicht erblüht der Dichtung eine neue Entwicklung, seit man dazu Übergebungen ist, bedeutende Dichterpersön- Uchkeiten ihre eigenen Werke auf Schallvlatten sprechen zu lassen. Welche Bereicherung nicht nur für den Schulunterricht, sondern für alle Bibliotheken, Theater, Sprachinstitute und Literatur- freunde, wenn jetzt nicht nur das gedruckte Wort -aus den Seiten eines Gedichtbandes, sondern das vom Dichter selbst gesprochene Wort von einer Schallplatte auf uns wirkt! Die Schallplattenreihe „Der Dichter s p r i ch t" ist noch nicht lang, und doch birgt sie bereits eine Platte von historischer Bedeutung: Heinrich L e r s ch , der Kesselschmied und Dichter hat sich selbst das schönste Denkmal gesetzt, Indem er sein berühmt gewordenes Kriegsgedicht „Soldatenabschied" auf eine Schallplatte sprach. Biele von uns haben ihn selbst das Lied noch sprechen hören und zählen das zu ihren schönsten Erinnerungen. Viele nach uns werden, obwohl er nun von uns gegangen ist, seine Stimme von dieser Schallplatte das Gedicht sagen hören, als spräche er selbst zu ihnen: „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!" Neben der Schallplatte als Geschichtsschreiber steht nicht minder bedeutend die Schallplatte -als Lehrmeister. Eine große Reihe von Lehr,- platten aus den verschiedensten Gebieten zeugt von ihren pädagogischen Talenten. Da gibt es Sprachplatten in allen Kultursprachen, es gibt Dialektplatten, beliebtes Studiermittel für Schauspieler oder solche, die'es werden wollen, gibt Platten für Musikerziehung pnd Tanzlehrplatten. Wer keinen Rundfunk besitzt, der ihn zur-Morgengymnastik aus Ibcm Bette holt, kauft sich eine Gymnastikschallplatte, Geschichtsschreiber, Lehrmeister,WerberundMssenschastler sehen, aber es ist zu hoffen, daß sie bei der guten Pflege, die sie in unseren Gießener Familien finden, bald manches Schwere der Vergangenheit vergessen werden und bald freudiger in die Welt blicken^ als sie es bisher vermochten. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Großen-Linden nach 60 Jahren. T Großen-Linden, 27. April. Vor 60 Jahren hatte Großen-Linden 1300 Einwohner, jetzt 2600. An Wohnhäusern zählte man damals 152, heute sind 484 vorhanden. Die Bevölkerung hat sich seit jener Zeit also verdoppelt, die Zahl der Wohnhäuser hat sich verdreifacht. Hieraus ist zu ersehen, Satz sich die Wohnungsverhältnisse wesentlich gebessert haben. Das Bild würde aber noch viel günstiger werden, rolnn man die Zimmer in den Wohnhäusern zählen würde, im Vergleich zu früher. In Großen-Linden gab es vor 60 Jahren nur 7 Straßen: Untergasse, Obergasse, Nebengasse, Junkergasse, Pfarrgasse, Falltorstraße und Steinweg. Inzwischen wurde aus der kurzen Pfarrgasse die lange Bahnhofstraße. Weiter wurden neu angelegt: die Moltkestraße, Alte Heerstraße, Lud- wigstraße, Burgstraße, Gartenstraße, Bismarckstraße, Horst-Wessel-Straße und Frohnhofftraße. Bqi der Durchführung der Feldbereinigung wurden 6 neue Straßen ausgeschieden und die Ludwigstraße bis zum Bahnhof verlängert. An den letztgenannten Straßen wurden 250 Bauplatze bereitgelegt, so daß auf lange Sicht kein Mangel an Bauplätzen Eintritt. Die Plätze werden für ein Menschenalter ausreichen. Der Mühlgraben lief früher von der Universitätsmühle bis zur Formhalsschen Hofreits unmittelbar neben der Untergaffe. Im Jahre 1881 wurde ein neuer Mühlbach 40 Meter weiter westlich gegraben und der alte Bach eingeebnet; dadurch wurden 12 Bauplätze gewonnen und alsbald bebaut. Das frühere Löhrsche Haus, später erworben von PH. Pirr IV., Ecke Steinweg, Untergasse, stand so weit vor, daß der Steinweg nur wenige Meter breit an dieser Stelle war. Als Herr Pirr das jetzige Gasthaus „Zum Anker" errichtete, bezahlte ihm die Gemeinde mehrere hundert Mark unter der Bedingung, daß das Haus einige Meter zurückgestellt und der Steinweg an dieser Stelle wesentlich er* weitert wurde. Wäre man damals nicht so weitblickend gewesen, welche Mißstände würden dann heute bestehen. Ein Lastzug könnte heute diese Straße nicht passieren. Vor 100 Jahren stand das Schulhaus fast neben der Kirche, es war einstöckig und bestand nur aus einem Sälchen. Dagegen hat das heutige Schulhaus 9 Unterrichtssäle und mehrere sonstige Räume. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 27. April. In einem hiesigen Bauernhöfe trug sich dieser Tage eine Begebenheit zu, die Zeugnis von der großen Mutterliebe einer Henne ablegt. Das alte Huhn freute sich im Kreise feiner frohen Kinderschar. Der Hausbesitzer schaute vergnügt zu. Ein solches Mutterglück stören konnte nur ein blutgieriger Sperber. Er schoß wie ein Pfeil in die Hühnerschar hinein und hatte schon ein Küchlein in den Krallen. Seine Frechheit kam ihn aber teuer zu stehen. Die Hühnermutter sprang ihm auf den Rücken und zerhackte ihm mit dem Schnabel die Flügel so sehr, daß er sich nicht mehr erheben konnte und sein Leben lassen mußte. In wenigen Augenblicken war der Kampf beendet. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 27. April. Auf dem hiesigen Friedhof befindet sich neuerdings eine Urnen- gräberanlage, die auf der nach dem Walde hin liegenden Seite unterhalb der Kapelle ihren Platz hat. Je zwölf quadratische Urnenfelder liegen zu beiden Seiten eines Pfades. Jedes ist von Buchsbaum umgeben, wie überhaupt die ganze Anlage von Buchsbaum eingefaßt wird. Kürzlich fand die erste Urnenbestattung statt. — Die Gemeindeverwaltung hat in dankenswerter Weise den Hauptweg über den Friedhof in Ordnung gebracht und ihm vor allem eine bei jedem Wetter gut gehbare Kiesschicht geben lassen. Ebenfalls wurden die beiden Tore erneuert. da sollte hinterm Haus die gemütliche Ecke fertig sein mit den schönen und bequemen Gartenmöbeln, wie wir es schon lange vorhatten. Diesmal soll es aber bestimmt sein. Denn wie herrlich ist es, sich bei schönem Wetter draußen aufzuhalten und zugleich auch ein Plätzchen zu haben, wo man ne- hagjich sitzen kann. Kommen Sie zu uns, wir beraten Sie und zeigen Ihnen Gartentische, Stühle und Bänke einzeln und in ganzen Garnituren wie sie von Ihnen gewünscht werden. Aber kommen Sie bald, damit Sie den Sommer rechtzeitig empfangen können. 1 B. 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