Nr.7Z Erste? Blaff 188. Zahrgang Montag, 28. Mär) 1038 krschetm tftg ltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreis: Mit 4 BeUagen RM.l.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitrmg und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags 6nntöprei|e für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrifl nach vorh Dereinbg. 25u/„ mehr. LrmStzigte Grundpreise: Stellen-, Derems-, gemeine nützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie österreichischen Bischöfe bekennen sich feierlich zur Einigung des deutschen Volkes imGroßdeutschenNeich Freudige Anerkennung der völkischen, wirischastlichen und sozialen Leistungen des Nationalsozialismus. Wien, em 18.März 1938 Sehr geehrter Herr Gauleiter, * Der Srzbisclrof von Wien Beigeschlossene Erklärung der Bischöfe übersende ich hie- alt.Sie ersehen daraus,dass wir Bischöfe freiwillig und ohne Zwang unsere nationale Pflicht erfüllt haben»Ich weise,dass dieser Erklärung eine gute Zusammenarbeit folgen wird. Mit dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung KM F I Wien, 27. März. (DNB.) Die österreichischen Bischöfe haben eine feierliche Erklärung erlassen, in der sie aus inner st er Ueberzeugung und mit freiem Willen, anläßlich der großen geschichtlichen Ereignisse in Deutsch-Oesterreich erklären, daß sie die Lei st ungen der natio- nalsozialistischen Bewegung freudig anerkennen und ihr Wirken mit den besten Segenswünschen begleiten. Die Bischöfe bekennen sich ausdrücklich als Deutsche zum Deutschen Reich und fordern dieses Bekenntnis von allen gläubigen Christen. Die feierliche Erklärung der österreichischen Bischöfe wurde dem Beauftragten des Führers für die Volksabstimmung in Oesterreich, Gauleiter Bürckel, mit folgendem Schreiben übersandt: Der Erzbischof von Wien. Wien, am 18. März 1938. Sehr geehrter Herr Gauleiter! Beigeschlossene Erklärung der Bischöfe übersende ich hiermit. Sie ersehen daraus, daß wir Bischöfe freiwillig und ohne Zwang unsere nationale Pflicht erfüllt haben. Ich weiß, daß dieser Erklärung eine gute Zusammenarbeit folgen wird. Mit dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung und heil Hiller! Th. kard. Jnniher Eb. Der feierlichen Erklärung ist folgendes Vorwort vorangesetzt: Nach eingehender Beratung haben wir Bischöfe von Oesterreich angesichts der großen geschichtlichen Stunden, die Oesterreichs Volk erlebt, und in dem Bewußtsein, daß in unseren Tagen die tausendjährige Sehnsucht unseres Volkes nach Einigung in einem großen Reich der D e u t sch e n ihre Erfüllung findet, uns entschlossen, nachfolgenden Aufruf an alle unsere Gläubigen zu richten. Wir können das um so unbesorgter tun, als uns der Beauftragte des Führers für die Volksabstimmung in Oesterreich, Gauleiter Bürckel, die aufrichtige Linie seiner Politik bekanntgab, die unter dem Motto stehen soll: „Gebt Gott, was Gckttes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist." Wien, am 21. März 1938. Für die Wiener Kirchenproomz: Th. Kard. I n n i tz e r Eb. Für die Salzburger Kirchenprooinz: S. W a i tz Fürst-Erzbischof. Die feierliche SrMiM hat folgenden Wortlaut: Aus innerster Ueberzeugung und mit freiem Willen erklären wir unterzeichneten Bischöfe der öfter- reichifchen Kirchenprovinz anläßlich der großen geschichtlichen Geschehnisse in Deutsch-Oesterreich: Dir erkennen freudig an. daß die natio- nalfozialistische Bewegung auf dem Gebiet des völkischen und wirtschaftlichen Aufbaues sowie der Sozial-Politik für das Deutsche Reich und Volk und namentlich für die ärmsten Schichten des Volkes hervorragendes geleistet hak und leistet. Wir sind auch der Ueberzeugung, daß durch das Wirken der nationalsozialistischen Bewegung die Gefahr des alles zer- siörenden gottlosen Bolschewismus abgewehrt wurde. Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit den besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermahnen. Am Tage der Volksabstimmung ist es für uns Bischöfe selbstverständliche nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen, und wir erwarten auch von allen gläubigen - -r.-- -- .......— " ' । Vorwort zur feierlichen .Erklärung der österreichischen Bieohöfe in Sachen der Volksabstimmung K&ch eingehenden Beratungen haben wir Bischöfe von Oester* i für die Wieder Kirohenprovinei Für die Salzburger KircheaproviMt V V b ..rel'ch angeslehtB der greisen geaohichtlfchen Stunden,die Oeater- vWy * redoha Volk erlebt, uad Im Bewusstsein, daee In unseren Tagen ; ' die tausendjährige Sehnejioht unseres Volke® nach Einigung in einem grossen Reich der Deutschen ihre Erfüllung findet, . uns entschlossen,nachfolgenden Aufruf an alle unsere Gläubi- t gen zu richten. Wir können das umso unbesorgter tun,als uns der Beauftragte des Führers für die Volksabstimmung in Oesterreich,GaulHter ; . ? - ; Bürckel^ die aufrichtige Linie seiner Politik bekanntgab,die unter dem Motto stehen solltGebet Gott,was Gottes l*t und dem , Kaiser,was des Kaisers ist/ । ' ... Wien,am Ll.Märr 1933. Feierliche Erklärung ! Aus innerster Überzeugung und mit freies killen erklären wir unterzeichneten Bischöfe der österreichischen Kirchen- r Provinz anlässlich der grossen geschichtlichen Geschehnisse P in Deutsch-Österreich: •hir erkennen freudig an, dass die nationalsozialistische Bewegung auf dem Gebiet des völkischen und wirtschaftlichen Aufbaues sowie der Sozial-Politik für das Deutsche Reich und Volk und namentlich für die ärmsten Schichten des Volkes Hervorragendes geleistet hat und leistet. Wir sind auch der Überzeugung, dass durch das Wirken der nationalsozialistie sehen Bewegung die Gefahr des alles zerstörenden gottlosen Bolschewismus abgewdhrt wurde. Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermahnen. ! Am Tage der Volksabstimmung ist es für uns Bischöfe selbstverständliche nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Keich zu bekennen,und wir erwarten auch von allen gläubigen*Christen, dass sie wissen, was sie ihrem Volke schuldig sind. Wien» am 18. März 1938 Der Führer morgen in Hamburg. Adolf Hitler hält selbst die Taufrede beim Stapellauf des zweiten KdF.-!lrlauberschiffeS. hamburg, 28. März. (DJtB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler, der am Dienstag in Hamburg eintrifft, wird durch feine Teilnahme am Stapellauf des zweiten großen KdF.- Urlauberschiffes dieses in das Blickfeld der ganzen Welt richten. Der Stapellauf des KdF.-Riesen wird zu einem erneuten, aller Welt deutlich sichtbaren Bekenntnis des deutschen Volkes zur Friedens- und Aufbauarbeit auf der Basis der Gleichberechtigung der Ehre gestatten. Am Abend des gleichen Tages wird der Führer in der h a n- seaten-halle sprechen. Umfangreiche Vorbereitungen werden getroffen, um dem Führer bei seinem Besuch die ganze Liebe und die aus tiefstem Herzen kommende Dankbarkeit der deutschen Welthafenstadt zu beweisen, durch sein Wirken allein aus einer sterbenden Stadt zu einer Stadt des deutschen Aufstiegs und deutscher Geltung geworden ist. Vom Dammtorbahnhof wird sich der Führer durch die festlich geschmückten Straßen der Hafenstadt zu den Sankt - Pauli - Landungsbrücken und von dort zur Werft der howaldts- Werke begeben, wo er vor vielen Tausenden von Volksgenossen und zahlreichen Ehrengästen den zweiten gewaltigen Reubau der KdF.-Flotle seinem Element übergeben wird. 1 0 0 0 0 deutsche Volksgenossen aus Oe st erreich, die mit KdF. zu diesem Ehrentag der deutschen Arbeit und des deutschen Volkes eingeladen sind, werden Gelegenheit haben, dem Stapellauf beizuwohnen. Der Führer und Reichskanzler wird die Bedeutung dieser weithin leuchtenden Friedenstat dadurch erheben, daß er selb st die Taufrede hält. Rach dem Stapellauf begibt sich der Führer zum KdF. - Schiff „W i l h e l m G u st - loff“, das er eingehend besichtigen wird, und anschließend in das Rathaus, wo zu seinen Ehren ein Empfang durch die Stadt Hamburg stattfindet. Vom Rathaus fährt der Führer durch die im Festschmuck prangenden Straßen zum Hotel „Atlantik" und von dort am Abend zur hanseaten-halle. wo er vor vielen Zehntausenden das wort ergreifen wird. Schon seht geht die Bevölkerung daran, diese Fahrt des Führers zu einer Triumph- fahrt zu gestalten, in der Liebe, Treue und aller Dank Groß-Hamburgs dem Führer entgegenschlagen wird. Aeberall ist man dabei, in den Hofenanlagen den Schiffen den schönsten Festschmuck zu verleihen. Alle Schiffe werden über die Toppen geflaggt. Freude herrscht vor allem an der lleberseebrücke. die eine besonders würdige Ausschmückung erfährt, hier wird, das Gesamtbild des Hafens beherrschend, der KDF.-Riese „Wilhelm G u st l o f f" fest- gemacht. Schon von weitem sieht man bei einer Fahrt durch den Hamburger Hafen dann auch den riesigen weißgestrichenen Schiffsleib des neuen Ozeanriesen vom Helgen der Howaldts-Werft herüber leuchten. Auch auf dem Adolf-HUler-plaß vor dem Hamburger Rathaus, auf dem großen, mehr als fünf Kilometer langen Straßenzug, den der Führer auf seiner Fahrt zur Kundgebungshalle durchfahren wird, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die gesamte Bevölkerung, besonders auch in den hauptsächlich von Arbeitern bewöhnten Stadtvierteln um die hanseaten-halle, wetteifert, um ihre Liebe und Verehrung für den Führer in der festlichen Ausschmückung der Straße zum Ausdruck zu bringen. Die Rede des Führers beim Stapellauf a m Dienstag, 15.05 bis 15.30 Uhr, wird von allen Reichssendern übertragen. Um 14.50 Uhr bringen die Sender einen Bericht vom Eintreffen des Führers an der Taufkanzel und die Begrüßung des Führers durch Gauleiter Kaufmann. Christen, daß sie wissen, was sie ihrem Volke schuldig sind. Wien, am 18. März 1938. A. Hefter, F. V. Th. Kard. 3 n n i h e r, Eb. p a w l i k o w s k a, F. B. S. w a i h, F. Eb. Michael Memelauer 3oh. Maria Gföllner. Mit Freude und aufrichtiger Genugtuung nimmt das ganze deutsche Volk von dieser Erklärung Kenntnis. Sie ist geeignet, einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Sie beweist, daß in dieser für das ganze deutsche Volk und seine Zukunst so ereignisreichen Zeit auch die katholische Kirche dey Weg zum neuen Staat finden will. Der Nationalsozialismus, der das unverrückbare Ziel der Vereinigung aller Deutschen verfolgt, wird glücklich sein, auch auf diesem Gebiet den hader und damit die Zerrissenheit unseres Volkes beenden zu können. So wird vielleicht zum ersten Mal in unserer Geschichte am 10. April 1938 die ganze deutsche Volksgemeinschaft, ohne Rücksicht auf Stämme, Länder, Klassen und Konfessionen geschlossen zur Wahlurne treten und vorbehaltlos ihr Ja aussprechen. Äon allen Kanzeln verlesen. Wien, 27. März. (DNB.) Die feierliche Er- klärung der österreichischen Bischöfe zur Volksabstimmung am 10. April ist heute im gesamten bisherigen österreichischen Staatsgebiet von allen Kanzeln zur Verlesung gebracht worden. Vorübergehend Doppelwährung in Oesterreich. ® i e n , 26. März. (DNB.) Am Montag. 28. März, stellen sich die Geldinstitute in Oesterreich vorübergehend auf eine Doppelwährung um, da der Schilling von der Mark abgelöst wird. Wie bei den Banken und Sparkassen werden auch im Einzelhandel, in den Gaststätten und bei allen Verkehrsmitteln die deutschen Geldsorten neben den österreichischen in Zahlung genommen. Der Umrechnungskurs beträgt, wie bekannt, 1 RM. = 1,50 Schilling. Damit die Umrechnung keine Schwierigkeiten bereitet, wurde gedruckte Tabellen mit einer Gegenüberstellung der beiden Währungen ausgegeben. Nie Besprechungen in Rom. Rom, 27. März. (DNB.) Am Sonntagmittag fand zwischen dem italienischen Außenminister und dem englischen Botschafter eine Unterredung statt, die über % Stunden dauerte und am nächsten Donnerstag fortgesetzt werden soll. Dazu wird von der offiziellen ,Znformazione Diplomatien" erklärt: Viele Punkte der Rede Chamberlains haben die besondere Aufmerksamkeit Italiens auf sich gezogen, vor allem die Kritik am Genfer Bund, die Ablehnung der sowjetrussischen Initiative und die Stellungnahme zur Tschechoslowakei. Was die englisch-italienischen Beziehungen und die im Gang befindlichen Verhandlungen betrifft, neigt man dazu, den Optimismus des englischen Ministers zu teilen, dessen Erklärungen über Italien nach Form und Inhalt mit Sympathie gewürdigt werden. Was die italienischen Freiwilligen in Spanien anlangt, so ist bekannt, daß Italien seine Verpflichtung zu ihrer Zurückziehung ein - halten wird, wenn die Franzosen und Sowjetrussen bereit sein werden, das aleiche zu tun und den englischen Plan in allen seinen Teilen zur Anwendung brinaen Anderseits weiß man sowohl in Paris wie in London sehr gut, daß, da seit vielen Monaten keine Ersatztruppen mehr gbgeschickt worden sind, die italienischen Freiwilligen m Spanien sehr zurück- gegangen sind. Während von italienischer Seite so bestimmt und loyal als nur möglich die in London übernommene Verpflichtung erfüllt wird, beob- Admiral Scheer und sein 1. Offizier. Von Korvettenkapitän a. O. G. G. Frhr. v. Forstner Als Admiral Scheer, der Sieger vor dem Skagerrak, einige Jahre vor dem Krieg Kommandant des Linienschiffes „Elsaß" war, stand ihm als 1. Offizier Korvetten-Kapitän Sch. zur Seite. Dieser war mit Leib und Seele Pommer, er führte deshalb auch den Spitznamen „Der gute Pommer". Für jeden seiner engeren Landsleute hatte er ein besonders warmes Herz. Gleich hatten diese eine „dicke Nummer" bei ihm. Wie in der ganzen Flotte anerkannt wurde, herrschte auf „Elsaß" unter dem Kommando von Kapitän z. S. Scheer ein besonders gutes Kameradschafts- und Vertrauensverhältnis, nicht nur innerhalb des Offizierskorps, sondern auch zwischen Offizieren und Mannschaften. Oefter als andere Kommandanten weilte er auch in der Messe im Kreise seiner Offiziere. Kommandant und 1. Offizier verstanden es, in der Besatzung einen rechten Bordgemeinschaftsgeist aufrecht zu erhalten. Sie erlebten so die große Freude, kaum Bestrafungen aussprechen zu müssen. Trotzdem war aber auch einmal auf dem Musterschiff „Elsaß" als Ausnahme von der Regel ein „schwerer Fall" vorgekommen. Sehr zum Aerger des 1. Offiziers, der so etwas keinem Mann seiner Besatzung zugetraut hätte, war eine scharfe Meldung über das ungehörige Benehmen eines Matrosen an Land eingelaufen. Bleich und verstört stand dieser darauf, noch unter den Nachwehen seiner nächtlichen Sonderunternehmungen an Land, gänzlich geknickt vor seinem gestrengen 1. Offizier zwecks Aburteilung beim „Rapport", dem an Bord üblichen Strafgericht. Mit schon gezucktem Bleistift zwecks Niederschrift des zu erwartenden Strafmaßes in fein Notizbuch stand neben beiden der Wachtmeister mit böser und finsterer Miene. — Wachtmeister sehen an Bord immer böse aus, jedenfalls beim Rapport, das bringt einfach ihr Beruf so mit sich. Sonst gab es aber auch herzensgute und frohe Leute unter ihnen. Emst las der 1. Offizier dem Delinquenten seine in der Meldung aufgeführten Straftaten vor. Es wimmelte darin durcheinander von „Trunkenheit außer Dienst, Randalieren auf der Straße, Belästigung von Passanten, nächtlicher Ruhestörung, Widerachten die verantwortlichen italienischen Kreise mit der größten Aufmerksamkeit die Kampagne der französischen Linksparteien für eine Intervention in Spanien, eine Intervention, die unvorhersehbare und bestimmt ernste Fölgen haben würde." Ner Vormarsch aus Lerida. Der Anteil der italienischen Freiwilligen an der Offensive. S a r a g o s s a , 28. März. (DNB.) An allen Abschnitten der Aragonfront setzten die nationalen Truppen am Sonntag ihren Siegeszug unaufhaltsam fort. Die größte Bedeutung kommt zur Zeit den Operationen der von General Pague befehligten Truppen zu, die an der Straße Saragossa— Lerida auf Lerida zu marschieren. Sie erreichten den in nordsüdlicher Richtung liegenden Cinca - Fluß, auf dessen westlichen Ufer sich die befestigten Stellungen Kataloniens entlangziehen. Die am Cinca-Fluß liegende Stadt Fraga, kurz vor der katalanischen Grenze, befindet sich bereits in Reichweite des nationalen Feuers. Die vordersten nationalen Linien sind nur noch 30 Kilometer von der Hauptstadt der katalanischen Provinz Lerida entfernt. Der Gegner ist in völliger Auflösung begriffen und beschränkt sich nur darauf, seinen Rückzug zu decken. * In einer amtlichen italienischen Meldung über die Teilnahme der italienischen Legionäre an der seit dem 9. März .im Gange befindlichen Offensive an der Aragonfront werden die italienischen Verluste mit insgesamt 282 Toten angegeben. Das stand gegen die Staatsgewalt und schwerer Beleidigung des einspringenden Polizisten Nr. 3784, sowie militärischen Vergehens gegen eine Patrouille des 1. Seebataillons". Der arme Matrose war vollkommen zusammengebrochen, aber geständig und reumütig. Treuherzig gab er nach Verlesen seines Sündenregisters nur zurück: „Wenn das da alles so schriftlich stehen tut, dann muß das ja wohl stimmen, aber ich weiß von rein garnichts nid), Herr Kapitän. Ich habe mit meiner Braut Geburtstag gefeiert, und da is noch mein Schwager mit bei zu gekommen, sonst hätt' so was alles gar nicht passieren gekonnt." — Dann aber Hub der 1. Ossazier an: „Sie sind ja ein ganz unglaublicher Kerl! Sie unterstehen sich hier, bloß weil Ihre Braut Geburtstag gehabt hat, sich so unerhört zu benehmen und unser ganzes Schiff vor aller Welt so zu blamieren? — Da reicht ja meine Strafgewalt bei weitem nicht aus. Ick) werde Ihre Bestrafung dem Kommandanten überlassen müssen, der Sie wohl vor das verdiente Kriegsgericht bringen wird! — Was find Sie Lümmel überhaupt für ein Landsmann?" — Nun fiel dem armen Matröslein das Herz aber vollkomen in die Hosen. So wütend und erregt hatte er seinen, auch von ihm so hoch verehrten 1. Offizier ja noch niemals gesehen. — Verflucht und zugenäht! Weshalb muhte auch ausgerechnet sein Schwager noch zu der Geburtstagsfeier hinzukom- men? — Nun schien es mit der goldenen Freiheit für lange, lange Zeit aus zu sein! Einige Jahre hinter den kalten Mauern des Festungsgefängnisses in Köln erschienen wohl das wenigste, was das Kriegsgericht ihm als Sühne zudiktieren würde. — Das wußte er ja, da gab es kein Erbarmen! Tränen der Reue standen ihm in den Augen. — Dann aber riß er sich zusammen, soweit er es irgend konnte, und stieß abgerissen aus gepreßter Brust die Worte hervor: ,Lch — bin — ein — Pommer —, Herr Kapitän!" — Nun aber mußte der 1. Offizier schwer mit sich ringen, bis er nach kurzer Ueberlegung unter plötzlichem Wandel seiner strengen Miene in die Worte ausbrach: „Was — Sie Kerl sind ein Pommer? — Na, wissen Sie, die Pommern sind doch sonst eigentlich immer anständige Leute, — da ist Ihnen wohl nur eine kleine Entgleisung passiert! — Da werde ich dann noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen! — Eine Stunde mit der Hängematte an Deck stehen! — Daß mir so etwas aber nicht wieder vorkommt!" Glückstrahlend konnte der pvmmersche Landsmann des 1. Offiziers, nun bloß die Worte aus- italienifche Freiwilligenkorps, das die spanische Kolonne des Generals Arada zur Rechten und die des Generals Pague zur Linken hatte, ist trotz des verzweifelten Widerstandes der Roten, die ihm ihre besten Kräfte, darunter die Brigaden Lister und Campesino, entgegenstellten, und trotz der großen Geländeschwierigkeiten seit Beginn der Offensive übe'r 100 Kilometer vorgerückt. Nach der Einnahme von Alcaniz haben die italienischen Freiwilligenoerbände nach Überschreitung des Gnade- lupe die wichtige Straßenkreuzung von Valdeol- gorfa besetzt und damit die Verbindungen des Feindes mit Madrid und dem Meer abgeschnitten. Kleine politische Nachrichten. Im Rahmen des Wahlkampfes im Gau Hessen-Nassau wurden am Samstag und Sonntag in vierKreisen des Gaues 4 4 5 Versammlungen durchgeführt. Die Kundgebungen wiesen in allen Orten einen noch nie bagemefenen Massenbesuch auf und wurden zu einem einzigen Bekenntnis der ganzen Bevölkerung zum Führer Adolf Hitler. * Der Führer und Reichskanzler empfing den zur Zeit in Berlin weilenden Oberbefehlshaber des finnischen Heeres, General Defterman, der von dem finnischen Gesandten in Berlin, W u - orimaa, eingeführt wurde. * Der Reichs- und Preußische Minister des Inneren, Dr. Frick, hat angeordnet, daß zur Vorbereitung und Durchführung der am 10. 4. 1938 stattfindenden Volksabstimmung und Reichstagswahl den Behördenangehörigen, soweit die dienstlichen Verhältnisse es zulassen, auf Antrag einer stoßen: „Nein, Herr Kapitän, da werd' ich nun schon für sorgen!"-- Im Frühjahr stand die Hauptgefechtsbesichtigung heran. Auf mehreren schon besichtigten Schiffen hatte der Flottenchef den Kommandanten ausfallen lassen, für den der 1. Offizier einspringen mußte. Dieser hatte"seinen Gefechtsstand in der direkt unter dem Kommandoturm, unterhalb des Panzerturms, gelegenen Kommando-Zentrale. Ein bei Besichtigungen eingelegter Ausfall wurde dem betreffenden Offizier nur durch einen Zettel mitgeteilt, worauf dieser zum Zeichen seines Nichtmehrvorhandenseins die Mütze mit dem Eichenlaub nach achtern (hinten) aufsetzen mußte. — Manchem stand das ganz gut. Der Flottenchef hatte nun auf verschiedenen Schiffen scharf gerügt, daß der Ausfall des Kommandanten laut von Mund zu Mund nach unten gerufen worden war, da hierdurch die Besatzung im Gefecht unnötig beunruhigt würde. Die lieber» miftlung der Meldung von dem Ausfall des Kommandanten an den 1. Offizier hätte so leise wie möglich zu geschehen. Korvetten-Kapitän Sch. rechnete damit, daß auch er in der Schiffsführung überprüft werden sollte, doch wußte er gleich Rat, im Sinne geräuschloser Besehlsübermittlung. Bei der letzten Musterung auf Gefechtsstationen ging er zum Kommandoturm und hielt an das dort versammelte Kriegsvolk folgende Ansprache: „Alles herhören! Wenn nachher der Kommandant ausfällt, dann hat kein Mensch hier das Maul aufzumachen. Herr Oberleutnant v. M., id) gebe Ihnen hier zwei Kartoffeln. Wenn der Kommandant ausfällt, werfen Sie diese durch das Schallrohr zur Zentrale runter. Ich stehe die ganze Zeit mit dem Ohr an der Hörmuschel. Sobald die Kartoffeln mir an die Backe fliegen, komme ich nach oben. Da ist gar fein Geschrei Dabei nötig." Hiermit gab er dem zunächst etwas verdutzt dreinschauenden Adjutanten, Oberleutnant z. S. v. M., zwei wunderschöne Kartoffeln echt „pom- mersche Auslese". Es kam wie vermutet. — Der Kommandant fiel aus. — Beide Kartoffeln taten ihren Schuldigkeit. Ohne daß ein Laut vernommen wurde, erschien der 1. Offizier im Kommandoturm und übernahm die Schiffsführung in aller Ruhe. — Dann erst in einer Gefechtspause trat er vor Kapitän z. S. Scheer hin, nahm die Mütze zum stillen Gebet ab, um das Kriegsmäßige zu markieren, und sprach dann die Worte aus: „Unser armer Kommandant, er war ein so guter Mann!" Bei der Krittk lobte der Flottenchef den vorbildlichen, lauttosen Ersatz des Kommandanten. Dann wurde der 1. Offizier gefragt, wie er den Ausfall Parteidienststelle Dienstbefreiung oder Ur. la ub unter Fortzahlung der Bezüge und ohne An- rechnung auf den Erholungsurlaub erteilt werden kann. Kunst und Wissenschaft. Veelhoven-preis für Felix Woyrsch. Der Herr Reichs- und Preußische Erziehungsmini, [ter hat den Staatlichen Beethoven- Preis für 19:38 dem Komponisten Felix Woyrsch in Hamburg-Altona zuerkannt. Die Verleihung erfolgte im Bibliotheksaal der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Der'heute 78jährige Komponist ist Sudetendeutscher; er hat sich als städtischer Musikdirektor von Altona gerne Verdienste um das Musikleben der Stadt erworben. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt die verschiedensten Gebiete. Neben der Oper „Der Weiberkrieg" schrieb Woyrsch geistliche Oratorien, Kantaten, symphonische, Kammermusik- und Klabierwerke, Motetten und Lieder. Der Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt f. Der Nestor der deutschen Kunsthistoriker, Professor Dr. Cornelius Gurlitt, ist im 89. Lebensjahr in Berlin g e st o r b e n. Als Sohn des Malers Louis Gurlitt am 1. Januar 1850 in Nifchwitz bei Wurzen geboren, wirkte Gurlitt 1879 bis 1888 am Dresdener Kunstgewerbemuseum und 1803 bis 1920 als Professor an der Technischen Hochschule in Dresden. Von seinen zahlreichen Schriften seien die Arbeit zur sächsischen Kunstgeschichte, über die Geschichte des Barock und des Rokoko, über Andreas Schlüter, über die Baukunst Spaniens und Frankreichs, über die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts und über August den Starken genannt. Auf den Gebieten der Denkmalpflege und des Städtebaues hat sich Gurlitt große Verdienste erworben. Die Standesinteressen der deutschen Architekten suchte er im „Bund Deutscher Architekten" zu fären und zu wahren. Der Führer t beglückwünscht einen verdienten Bakteriologen. Der Führer und Reichskanzler hat dem durch seine bakteriologischen Forschungen, insbesondere durch die Entdeckung des Jnfluenzabazillus, um die Volksgesungheit hochverdienten Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Richard Pfeiffer, Breslau, aus Anlaß der Vollendung des 8 0. Lebensjahres feinen herzlichen Gluckwunsch übermittelt. Aus aller Welt. Mit 90 Iahren noch hinter der Theke. Im Ostseebad Kolberg feierte kürzlich die Wirtin des „Goldenen Ankers", Frau Mathilde Bahr- ihren 9 0. Geburtstag. „Mutter Bahr" ist ftol£ darauf, seit 64 Jahren Gastwirtin zu sein; sie führt selbständig den Betrieb ihres verstorbenen Mannes. Rüstig steht sie noch heute hinter der Theke und schenkt ihren Gästen Kümmel und Korn ein, ohne mit der Hand zu zittern. Orkan über dem Kaspischen Meer und den Raphthafeldern Bakus. Die Halbinsel Apscheron im Kaspischen Meer" wurde von einem Orkan heimgesucht, der großen Schaden anrid)tete. Besonders schwer betroffen wurden die Naphthafelder in der Umgebung von Baku. Im Naphtha-Jndustriewerk „Molotownesl" hat der Orkan viele Bohrtürme umgelegt und 64 Bohrlöcher verschüttete, lieber dem offenen Meer erreichte der Sturm Windstärke 12, so daß die Schifffahrt eingestellt werden mußte. Ein Dampfer funkte, daß er Ruderbruch erlitten habe und steuerlos treibe. 3ns Meer gestürzt und ertrunken. Von der Storströmsbro, der im vorigen Jahr dem Verkehr übergebenen Brücke zwischen den dänischen Inseln Seeland und Falster, stürzte ein Malergehilfe ins Meer. Anscheinend ist er auf dem unter der Brücke zwanzig Meter über dem Wasser angebrachten Gerüst, auf dem die Anstreicher arbeiteten, au5geglitten. Er war nach dem Sturz noch imstande^ sich fünf Minuten lang über Wasser zu halten, sank bann aber unter. Die Arbeitskameraden sahen ihn ertrinken, ohne helfen zu können. Ein ausgeworfener Rettungsgürtel war abgetrieben worden, und ein Boot befand sich nicht in der Nähe. Bereits vor einiger Zeit war ein Maler bei der Arbeit von der Brücke ins Meer gestürzt. überhaupt gemerkt hätte. Dieser meldete hierauf nur kurz zurück: „Plötzlich hörte ich im Laufe des Gefechts nicht mehr die gewohnte Stimme meines Kommandanten. Ich ahnte Unheil, eilte nach oben, sah den Kommandanten in feinem Blute schwimmen und übernahm die Schiffsführung." — Kein Wunder, daß von nun an auf allen Linienschiffen bei Gefechtsbesichtigungen Kartoffeln in den Kommantotürmen lagerten. Zeitschriften. — „Die Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag Fr. Bruckmann, München), bringt in dem Märzheft die farbige Wiedergabe eines Wandteppichs „Lübecker Bucht" von Alfred Mahlau, eine besonders glückliche Verbindung von Künstlerischem und Handwerklichem. Der Werkstoff ist handgesponnene Wolle. Zur Ausstellung „Architektur und Kunschandwerk" imHauS der Deutschen Kunst schreibt Ulrich Christosfel über das Bauen im Dritten Reich. Aus dem Buch von Richard Seewald „Zu den Grenzen des Abendlandes" bringt das Heft mit Proben einiger interessanter Arbeiten Seewalds ein Kapitel „Wallfahrt zum Tempel der Aphaia". Die Stifter-Gesellschaft hat in der Wiener Albertina eine Ausstellung von Delgemälben, Aquarellen und Handzeichnungen Stifters veranstaltet. Es werden einige Stücke aus dieser Ausstellung gezeigt, die Bewunderung für das bildkünstlerische Schaffen des Meisters erregen. Im zweiten Teil tritt Professor Dr. Klopfer nachdrücklich dafür ein, bei der Ausgestaltung des Eigenheimes die individuelle Qualitätsarbeit zu bevorzugen. Welche Wirkungen damit zu erzielen sind, zeigen die Entwürfe künstlerisch ausgestatteter Wohnräume von Professor Schneck, (Stuttgart. Neben Landhäusern von Architekt Glantz, Berlin, werden Musterbauien der Hitler-Jugend gebracht, zu deren Gestaltung die besten Kräfte eingesetzt wurden. Hochsckulnachrichten. Der Oberarzt an der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik der Universität Marburg, Profesior Dr. Hellmuth Loebell, hat einem Ruf an die Universität Münster Folge geleistet. Professor Loebell nimmt am 1. April die durch das Ausscheiden von Professor Herzog frei gewordene planmäßige Professur für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an her Universität Münster ein und wurde zugleich zunr Direktor der dortigen Ohrenklmik ernannt. Der Führer gibt die Parole. Ganz Deutschland soll sich zum befreiten Oesterreich bekennen. oes Führers erste Wahlrede. Königsberg, 26. März. (DNB.) In seiner Rede auf der ersten Kundgebung der Deutschland- fahrt des Führers in der Schlageterhalle zu Königsberg führte der Führer u. a. folgendes aus: Noch vor wenigen Tagen weilte ich in der südlichen Großstadt des nunmehr geeinten deutschen Volkes und Reiches und verkündete dort, daß h i n - ter diesem Zusammenschluß das ganze deutsche Volk stünde. Ich erwähnte dabei auch die nordöstlichste Provinz unseres Reiches, feilte bin ich hierher gekommen, um Sie zu mahnen, meinen Worten Geltung zu verschaffen und es am 10. April einzulösenl In einem Zeitalter, in dem es als selbstverständlich gilt, daß allen Völkern der Erde das Selbstbestimmungsrecht zugebilligt wird, hat man den Angehörigen eines großen Kulturvolkes dieses Selbstbestimmungsrecht bestritten und geraubt. Wir kennen heute ein Gemeinschaftsgefühl, das weit stärker ist als dies politische oder wirtschaftliche Interessen je begründen können. Es ist das Gefühl einer Gemeinschaft, die blutsmäßig bedingt ist. Der Mensch kann und will sich heute nicht mehr entfernen von seinem Volkstum, er hängt mit zähhr Liebe an ihm. Selbst schwerste Not nimmt er lieber in Kauf, er erträgt Elend, aber er will bei seinem Volk sein! (Stürmische Kundgebungen der Zustimmung und Ergriffenheit.) Sie leiden lieber jede Not und jedes Elend gemeinsam mit ihrem Volkstum. (Erneute gewaltige Kundgebungen.) Es gibt nichts, was sie so sehr über Nutzen und Gewinn erheben könnte, als diese edelste Empfindung und Gesinnung. Blut bindet fester als Geschäfte! (Tosender langanhaltender Beifall.) Wenn aber ein Volk außerdem noch von wirtschaftlicher Not gequält wird und nebenan die Blüte des eigenen Volkstums in einem großen Reich sieht und miterlebt, dann soll sich niemand wundern, wenn die sehnsüchtigen Blicke über die Grenze immer stärker werden und der Wunsch immer größer wird, eines Tages sich mit dem großen arteigenen Volke zu vereinen! (Brausende Heilrufe donnern durch die riesige -alle.) Der stärkste Ausdruck dieses Wunsches wurde in der nationalsozialistischen Bewegung, in der nationalsozialistischen Idee gefunden. Diese nationalsozialistische Idee geht weit über die Grenz en eines kleinen Deutschland hinaus. Gewiß, wir wollen keine Proselyten in fremden Völkern machen, aber niemand kann verhindern, daß die nationalsozialistische Lehre politisches Glaubensbekenntnis aller Deutschen wird! (Minutenlanger jubelnder Beifall der Massen.) Wir alle sind glücklich in dem gemeinsamen Erleben dieser gemeinsamen Idee, dieses gemeinsamen Glaubens an eine politische Auferstehung unseres Volkes, und waren vor allem glücklich in der Empfindung, daß wir nun auch rein äußerlich und symbolisch ohne Ansehen der Grenzen ein Zeichen besitzen, das uns alle eint. Es ist kein Zufall, daß dieses Hakenkreuz sich mit einer wunderbaren Schnelligkeit über alle deutschen Lande und über alle Grenzen hinaus verbreiten konnte, überall dort, wo Deutsche leben. Es war das Zeichen, das nicht von der Vergangenheit belastet erscheint, das daher jeder Deutsche annehmen konnte, und in dem jeder die Gewißheit hatte: wir überwinden damit die Vergangenheit und öffnen uns den Weg zu einer großen gemeinsamen deutschen Zukunft. Einer tyrannischen Diktatur wurde ein Ende gemacht. Je stärker aber der Glaube wurde, um so gemeiner wurden die Methoden der Unterdrückung, und um so fanatischer wurde erst recht der Widerstand dagegen! So erhärtete sich der Glaube immer mehr. So trieb ein Keil den anderen, und es war klar, daß eines Tages der Augenblick kommen mußte, in dem dieses gequälte Volk zur Selbsthilfe schreiten würde gegen seine Peiniger, und dies um so mehr, als die Peiniger nur eine verschwindende lächerliche Minderheit im österreichischen Lande verkörperten. Wie gering sie ist, das werden die nächsten Tage zeigen! Es blieb nur eine Frage übrig: Wann werden mir endlich befreit!? Wann schlägt auch für uns die Stunde der Freiheit! Ich habe in^ diesen Tagen in einer ausländischen Zeitung die Frage gelesen, warum ich denn zur Gewalt geschritten sei? Ich hätte das doch auch „friedlich" machen können. (Gelächter.) Die Welt sei doch bereit gewesen, uns alles zuzubilligen? Das hätte man doch durch Besprechungen und Abmachungen auch ganz normal erreichen können. Wir kennen das und haben das oft m der Praxis fennengelernt: Das Weltgewissen, die Weltgerechtig- keit, die leuchtete aus den Friedensverträ- sien zum ersten Male zu uns herüber! Wann sind jemals Völker schamloser vergewaltigt worden, als feit der Zeit, da man von Weltgewissen und Weltgerechtigkeit spricht!? Wann hat man jemals Wirtschaftsgebiete gewissenloser zerrissen, als seit dieser Zeit, Da ein „Völkerbund" gegründet wurde, um angeblich den Interessen der Völker zu dienen?! Ohne Barmherzigkeit, aber auch ohne Vernunft hat man deutsches Land und deutsches Volkstum zerreißen und vergewaltigen lassen. Und seit dem war man taub gege n alle Bitten und alle Vorstellungen, gegen alle Einwände, Warnungen und Ermahnungen. Und da kommt bann eines Tages die Stunde, in der man sich entscheiden muh vor seinem Gewissen, vor seinem eigenen Volk und vor einem ewigen Gott, der die Völker geschaffen hat. Und ich habe diefeEntscheidung vor 1 4 Tagen nun getroffen und sie konnte nicht anders lauten! (Minu- tentange Beifallsstürme.) Denn wenn die Menschen taub sind gegen jedes Gebot der Gerechtigkeit, dann muß der einzelne sich das Recht selber nehmen! (Brausende Zustimmung.) Dann muß er zu dem alten Glaubenssatz zurückkehren: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott! Und Gott hat uns geholfen! (Bei jedem dieser Satze brandet der Jubel der Massen dem Führer entgegen.) Wie war denn die Lage in Oesterreich? Seit sich die nationalsozialistische Bewegung dort anschickte, auf legalem Wege die Macht zu erobern, haben die Hüter der Demokratie die legalen Wege selbst verlassen und eine nackte tyrannische Diktatur aufgerichtet. Dort herrschte wirklich eine Diktatur, weil hinter ihr nicht die Mehrheit des Volkes stand. Wenn man es im Auslande immer so hinstellt, als ob Deutschland unter einer Diktatur leiden würde, während dort ein demokratisches Regime gewesen wäre, so kann ich nur sagen: I ch stehe mitten unter meinem Volk. (Minutenlange jubelnde begeisterte Beifallskundgebungen.) Wo aber sind die Männer gestanden, die als die demokratischen Sach- und Jdeenwalter das Volk in 0 e ft e rr e i ch mißhandelten und unterdrückten? Seit vielen Jahren wagten sie nicht mehr, an das Volk zu appellieren Ich glaube nicht, daß es einen Staat gibt, dessen Regime so gefestigt ist wie das unsere, das aber trotzdem so oft den Weg zum Volke eingeschlagen und sich von ihm sein Mandat hat b e ft ä t i g e n lassen. Jahrelang ist dies i n Oesterreich nicht gesck>ehen. Man konnte es auch nicht, denn jede Volksbefragung würde diese Männer sofort beseitigt haben. Man hat erst eine tyrannische Gruppe, die ’m Besitz der Machtmittel war, zum Herrn des Staates erhoben, durch diese Gruppe eine neue Verfassung niederlegen lassen und seitdem dem Volke jede Einspruchsmöglichkeit, jede Beurteilungs und Be gutachtungsmöglichkeit entzogen. Der Mann, der nun Sachwalter dieser kleinen herrschenden Gruppe war, hieß Schuschnigg. (Stürmische Pfuirufe.) Ich habe im Laufe dieses Winters aus vielen Anzeichen gesehen, daß auf die Dauer dieser Zustand nun nicht mehr zu halten war, und daß es nur Zwei Möglichkeiten gab: Entweder eine geregelte Lösung oder einen ungeregelten revolutionären Ausbruch Ich wollte das letztere vermeiden, und ich habe diesen Mann, der mir gegenüber überhaupt kein Mandat besaß, dieses Gebiet zu vertreten, trotzdem zu mir eingeladen und ich habe ihm mit vollem Ernst auseinandergesetzt, was die Folge einer weiteren Aufrechterhaltung dieser Tyrannei sein müsse. Ich habe ihm gesagt: „Herr Schuschnigg, Sie unterdrücken ein Land! Sie haben kein Recht dazu! Dieses Land ist auch meine Heimat, genau so wie die ihre! (Tosende Beifallsstürme.) Wie kommen Sie dazu, dieses Land fortgesetzt zu vergewaltigen! Ich bin bereit, mich mit Ihnen dem Volke zur Abstimmung zu stellen. Wir treten beide als Kandidaten auf. Das Volk soll entscheiden!^ (Die Massen erheben sich bei diesen Worten zu minutenlangen unvorstellbaren Begeisterungsstürmen.) Er meinte, das ginge nicht aus verfassungsrechtlichen Gründen. (Stürmische Heiterkeit' geht durch die Versammlung.) Allein, ich ermahnte ihn, einen Weg der friedlichen Entspannung zu suchen, da im anderen Falle niemand Gewähr übernehmen könnte, daß nicht die gequälte Volksseele aufschreien würde. Und darüber konnte ich keinen Zweifel lassen: An den deutschen Grenzen wird nicht mehr gegen deutsche V o Iksgenossen geschossen! Ich habe ihm wirklich in allem Ernst klar zu machen versucht, daß es der letzte Weg ist, der vielleicht friedlich zu einer Lösung dieser Krise führen kann. Ich habe ihm keinen Zweifel gelassen, daß, wenn dieser Weg fehlschlägt, so oder so die Entwicklung weitergehen wird. Und ich bat ihn, nicht an meinem Ernst, d i e Hilfe des Reiches den unterdrückten Volksgenossen zur Verfügung zu stellen, zu zweifeln und nicht zu zweifeln an meiner Entschlossenheit, wenn aus einem Verlassen dieses Weges eine Krise entstehen sollte. Er hat nicht an den Ernst meiner Versicherungen geglaubt, und er hat deshalb wohl auch das Abkommen gebrochen. (Stürmische Pfui-Rufe.) Wir haben heute die Unterlagen dafür, wir haben die Briese gefunden, in denen er am 19. Februar, noch einen Tag vor meiner Rede im Reichstag, schreibt, daß das ganze von ihm nur ein rein taktischer Schachzug sein würde, dazu bestimmt, Zeit zu gewinnen, um abzuwarten, bis die außenpolitische Situation günstiger wäre. Er rechnete also damit, in einer glückhafteren Stunde das Ausland gegen Deutschland auf ruf en ZU können. (Empörte Pfuirufe.) Um diesem seinem Vorhaben eine moralischere Grundlage zu geben, hat dieser Mann nun jene lächerliche Abstimmungskomödie erfunden, die ihre schärfste Beleuchtung durch die Tatsache erfährt, daß wir seht Flugblätter und Plakate beschlagnahmen konnten, in denen bereits acht Tage vorher die Ziffern der Abstimmung bekanntgegeben wurden! Es war ein unerhörter Betrug in einem Lande, das seit vielen Jahren feine Wahl mehr batte und nicht mehr abstimmen konnte. Es war klar, daß, wenn bieler Betrug gelingen würde, die Welt eiskalt erklärt hätte: „jetzt ist dieses Regime legfllifierf!“ Dagegen aber begann nun das deutsche Volk in Oesterreich sich endlich selbst aufzubäumen da wendete es sich gegen feine Peiniger Es rtanb auf! Und nun mußte i ch für dieses Volk eintreten Da gab ich den Befehl. dem Wunsche dieses Volkes zu entsprechen. Ich ließ marschieren! (Wie ein Mann erheben sich jubelnd die Zehntausende und bereiteten dem Führer unbeschreibliche Ovationen.) Ich tat es erstens, um derWelt zu zeigen, daß es nun bitte r ernft ist und mich nichts uirütfhalten kann, diesen Schritt zu tun (Stürmische Beifallskundgebungen ) Sie hatte jahrelang Gelegenheit genug gehabt, sich um diese Probleme zu kümmern. Sie garantiert Warum hat E(k|tein*5 so viele Freunde? Weil Eckftein No. 5 fünf Eigenschaften garantiert 1 Ausgewogenes Vollformat! 2 Tabak edelster Orientauslese! 3 Rezeptgetreue Dauermischung! 4 Naturfrisch verpackt! 5 überzeugende Fachleistung! w. M ... "A ■■--A rA-;- ■ . WM tat es nicht und muDte nun wissen, daß die Zeit jeder weiteren Erpressung an Deutschland vorbei ist. Nun aber kam eine große Gefahr, und das war der zweite Grund, warum ich marschieren ließ: Zu lange war Oesterreich unterdrückt, zu lange waren die Menschen mißhandelt worden, als daß sie nicht das Gefühl der Rache erfüllt hätte. Es gibt bei unseren Gegnern Menschen, die so verkommen sind, daß sie für die deutsche Volksgemeinschaft als verloren gelten müssen. Es gibt aber anderseits auch viele Verblendete oder Wahnwitzige, die nur mitgelaufen sind. Ihnen sind vielleicht noch nie die Augen richtig geöffnet worden. Und vor allem: Wer kann die Gewähr dafür bieten, daß, wenn erst einmal die Raserei chren Anfang nimmt, dann sich nicht auch die private Leidenschaft auszutoben beginnt, daß private Rechnungen beglichen werden unter dem Motto einer politischen Tat? Und vor allem: So wie ich einst meinen größten Stolz dareinsetzte, die Revolution in Deutschland mit einem Minimum an Opfern durchzuführen, in der lieber» zeugung, daß der nationalsozialistische Staat alle Gute gewinnen wird und vor seinen unverbesserlichen Feinden keine Angst zu haben braucht, so wollte ich auch hier die Wiedervereinigung nicht mit unnötigem Leid beladen und mit unnötigem Blut beflecken. Ich weiß ganz genau, manche hätten das verdient. Sie haben viele unserer Volksgenossen, die nichts anderes taten, als ihr Land und ihr großes deutsches Volk über alles zu lieben, zum Tode verurteilt. Sie gaben ihnen nicht einmal ein? ehrenvolle Kugel. Man hat sie gehenkt! (Entrüstete Pfuirufe.) Allein in Wien liegen 13 Opfer, die man an den Strang gebracht hat. lieber 400 Ermordete, zweieinhalbtausend Erschossene sind die traurigen Opfer dieser gemeinsten, schlechtesten und schlimmsten Unterdrückuna der neueren Zeit in unserem Volke. Allein, obwohl sie es verdienen, bin ich der Ueberzeugung, daß es richtig war, diesem Lande den Bürgerkrieg zu ersparen. Wir haben in der überwältigenden Freude dieser Tage dieRachsuchtvergessen. Ich habe mit vielen Männern und Frauen meiner Heimat gesprochen, die mir sagten: „Wir alle hatten irgendjemand, den wir so haßten, daß wir der Ueberzeugung waren: Wenn die Stunde der Befreiung kommt, da muß dieser Verbrecher beseitigt werden. Und als dann die Stunde kam, waren wir so überwältigt vom Glück, waren wir so trunken von dem Wunder, daß wir das ganz vergessen haben. (Jubelnder Beifall der Massen.) Wir wollen sie nur nicht mehr sehen! Wir sind ja alle so glücklich, daß wir nun zu Deutschland gehören, daß wir in die deutsche Volksgemeinschaft ausgenommen sind und daß unser Land nun ein Teil des Deutschen Reiches, unsere Wehrmacht ein Teil der deutschen Wehrmacht ist. (Erneute stürmische Kundgebungen.) Ich wollte diesem Lande die Schrecken Spaniens ersparen. Und das war der zweite Grund, warum ich marschieren ließ. Und dann ein dritter: I ch mußte helfen. Man hatte mich gerufen. Es wäre nicht zu verantworten gewesen vor der deutschen Geschichte, wenn ich nicht den Befehl zum Einmarsch gegeben hätte. Wenn nun gewisse Auslandsblätter schreiben, daß wir mit grausamen Methoden eingefallen seien, dann kann ich nur sagen: Selbst im Sterben können sie das Lügen nicht lassen. Ich habe im Laufe meines politischen Kampfes von meinem Volke sehr viel Liebe bekommen. Als ich aber in diesen Tagen die ehemalige Reichsgrenze überschritt, da schlug mir ein Strom von Liebe entgegen, wie ich ihn niemals größer empfunden habe. Richt als Tyrannen sind wir gekommen, sondern als Befreier. Ein ganzes Volk jubelte auf. (Jubelnder Beifall der begeisterten Massen folgt jedem Satz des Führers.) Es hat damit zugleich aber auch die Gewalt der Idee belegt und bewiesen. Denn Zweierlei dürfen mir nie vergessen: Erstens: Niemals wäre das geschehen ohne die nationalsozialistische Idee. Sie hat diese Menschen erobert und in ihren Bann geschlagen. Sie hat Deutschland groß gemacht und damit diesen Menschen das große Ideal gezeigt, dem sie nun dienen. Ich glaube, die Kraft dieser Idee hat auch unsere Divisionen und Regimenter auf ihrem Einmarsch beflügelt. Sie hat ihnen allen gezeigt, was es heißt, Träger eines großen Bekenntnisses zu sein. Nicht die brutale Gewalt, sondern unser Hakenkreuz hat hier gesiegt. Als diese Soldaten einzogen, da erlebte ich wieder ein Lied meiner Jugend. Ich habe es so oft gläubigen Herzens einst gesungen, dieses stolze Kampflied: „Das Volk steht auf, der Sturm bricht l o s." Und es war in der Tat der Aufstand eines Volkes und das Losbrechen des Sturms. Unter diesem gewaltigen Eindruck habe ich mich denn auch entschlossen, nicht erst bis zum 10. April zu warten, sondern sofort die Einigung herbeizuführen. (Minutenlange begeisterte Zustimmung der Tausende.) Ich konnte das tun, denn ich habe selbst dieses Volk gesehen. Und ich habe es gewagt, weil ich wußte: Ich werde am 10. April nicht eine Widerlegung meines Glaubens erfahren, sondern im Gegenteil — das ganze Volk wird sich zu dieser meiner Tat bekennen. (Erneut tosende Zustimmungskundgebung.) Dor allem aber wollte ich der Umwelt eindeutig zeigen, daß über dieses Problem nicht mehr diskutiert wird. Natürlich, man könnte nun fragen: Warum lassen Sie denn bann noch ab- ftimmen? Warum soll dieses Deutsch-Oesterreich nun überhaupt noch zur Abstimmung gehen? Es ist dies ein Akt, den mir in die deutsche Geschichte einfügen mollen. Das Volk soll bekennen. Ich bin hier ein besserer Demokrat als so viele der Demokraten in unserer Umgebung. Das Volk in Oe st erreich soll die Gelegenheit haben, aufzustehen, und ich will sehen, ob es nicht den Sohn seiner eigenen Heimat und den Führer der deutschen Nation wählt. (Unbeschreibliche Kundgebungen branden dem Führer entgegen.) Und es soll damit zugleich ein Bekenntnis oblegen für ewig. Denn das schwören wir Nationalsozialisten uns heute wie in der Vergangenheit: Was wir einmal besitzen, geben mir niemals mehr heraus! (Erneute tosende Kundgebungen.) Wo unser Banner in die Erde gerammt mirb, da steht ein lebender Wall deutscher Menschen bavor. Warum ich nun aber auch in Deutschland selbst abstimmen laste? Meine Volksgenossen unb -genos- sinnen! Innerhalb meniger Tage ist uns ein Wun- ber gelungen. Es könnte nur zu leicht fein, baß manche Deutsche die Größe und bie Bedeutung dieses Aktes nicht ganz erfassen. Ls soll dieses Mal eine heilige Wahl sein. wir haben in wenigen Tagen mehr gewonnen als früher nach siegreichen Kriegen helmgebracht werden konnte: 84 000 Quadratkilometer und 6,8 Millionen Menschen. Es ist ein gewaltiger Zuwachs für unser Reich. Deutschland ist heute räumlich größer als 1914. Ls hat um fast sieben Millionen Einwohner mehr. Das ist ein gewaltiger, gewaltiger Erfolg. Das muß Deutschland wissen und empfinden, und daran soll sich die deutsche Ration erinnern. Es soll daher dieses Mal eine heilige Wahl sein. Ganz Deutschland muß antreten und muß sich dazu bekennen! (Brausende Heilrufe unb tofenbe Begeisterung.) Es werben baher biesrnal alle unsere Volksgenossen einen Weg zu gehen haben. Er wird klein sein gemessen an bem Weg, den bie nationalsozia- l i st ische Bewegung in ihren Kämpfen zurück- geiegt hat, klein gegenüber bem Weg, ben Hun- berttaufenbe und Millionen SA. -Männer in biefen langen Jahren marschieren mußten, damit Deutschland zu bem würbe, was es heute ist. Er wird klein fein gemessen an bem Weg, den G e - ncrationen deutscher Soldaten gingen, bamit bas Reich entstaub und erhalten blieb. Und er wird kurz sein gegenüber dem Weg, den u n - sere Truppen soeben zurückgelegt haben. Wenn aber deutsche Divisionen jetzt in diesen letzten Tagen Tagesmärsche von 60 Kilometer und mehr leisteten, dann wird jetzt ganz Deutschland zur Wahlurne marschieren und wird sich bekennen müssen zu seinem Führer und zu seinen Soldaten. (Tosende Kundgebungen unterbrechen immer wieder bie Worte des Führers.) Es soll kein Mann und keine Frau zu Hause bleiben dürfen, sie sollen antrelen, und sie sollen dann, so wie es ihr Gewissen ihnen vorschreibt, ihr Votum abgeben. Ich glaube, es kann nicht anders sein, als im Sinne der Erhaltung unseres Volkstums und der Stärkung unseres Reiches. Und vor allem: Ls soll dieses neue Grohdeutfchland damit seinen ersten Reichstag erhalten. Das, was sich in diesen letzten Wochen abspielte, ist bas Ergebnis bes Triumphes einer Jbee, eines Triumphes bes Willens, aber auch eines Triumphes ber Beharrlichkeit unb ber Zähigkeit, unb vor allem: Es ist bas Ergebnis des Wunbers bes Glaubens, benn nur ber Glaube hat diese Berge versetzen können. Ich bin einst im Glauben an das deutsche Volk ausgezogen unb habe biefen unermeßlichen Kampf begonnen. Im Glauben an mich sind erst Tausende und bann Hunberttausende unb enblich Millionen mir gefolgt im Glauben an Deutschland, unb nach biefen haben Millionen unserer Volksgenossen in ber neuen Ostmark des Sü- bens unseres Reiches die Fahnen hochgehalten unb sind dem Reich und bem beutschen Volkstum treugeblieben. Ich habe nun heute ben Glauben z u diesem 1 0. A p r i l, ich bin überzeugt, a n diesem Tage wird zum ersten Male in der Geschichte wirklich ganz Deutschland marschieren. Sie weiten marschieren, nicht nur in den Alpentälern von Kärnten und Tirol, Steiermark ober Bayern, nicht nur an der Donau, sondern genau so am Rhein unb in ben Marschen von Schleswig-Holstein: sie werben marschieren in ben Großstäbten unb in den Dörfern unb vor allem auch hier in biefer Provinz. (Stürmische mmuten« lange Heil-Rufe.) Unb ich werde an diesem Tage der Führer der größten Armee der Weltgeschichte sein. Denn, wenn ich an diesem 10. April meinen Stimmzettel in die Urne gebe, dann weiß ich: Hinter mir kommen 50 Millionen nach, und sie alle kennen nur meine Parole: Lin Volk und ein Reich — Deutschland! Arn Schluß biefer benFroürbigen ersten Wahlkundgebung bes Führers im größeren Deutschlanb nahmen bie Kunbgebungen der Begeisterung unb bes Jubels unbeschreibliche Ausmaße an. Minutenlang jubelten bie Männer unb Frauen Ostpreußens dem Führer zu, und immer wieder aufs neue brandeten ihm ihre donnernden Heilrufe entgegen, als Gelöbnis, daß Ostpreußen auch am 10. April wieder seine Pflicht erfüllen wird. Oesterreichische Kinder kommen. Berlin, 26. März (DNB.) Schon am Momag, 28. März, fetzt bie Verschickung von erho - lungsbebürftigen österreichischen Kindern nach dem Reich im großen Maßstab ein. Die NSV. will rund 100 000 Jungen und Mädel zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt nach bem alten Reichsgebiet leiten. Der Reichsinnenmimster unb ber Reichsfinanzminister haben eine Verorbnung erlassen, nach ber bie Gewährung von Ehestanbs- barlehen unb Kinberbeihilfen auch auf unsere österreichischen Volksgenossen ausgebehnt werben. Wetterbericht Der Wetterablauf geht außerordentlich schnell vor sich. Die Tiefbruckstörung, bie gestern ganz Mitteleuropa anhaltenben Landregen brachte, ist bereits weiter nach Osten abgewandert, und an ihrer Rückseite herrschte am Montag meist aufheiterndes Wetter mit nur geringfügigen örtlichen Niederschlägen. Bei der weiterhin sehr lebhaften Nordwestströmung wird sich aber wieder neue Verschlechterung einstellen. Aussichten für Dienstag: Ueberwiegend bewölkt, besonders anfangs noch leichter Regen. Temperatur der Jahreszeit entsprechend, nordwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Ruhig, jedoch keineswegs beständiges Wetter. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck unb Verlag: Brühlfche Unioerfitätsbrucferel R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. P. JOS. MOBS - Seifenfabriken - GIESSEN/Lahn ,Kr Wäsche and Jfafchafr: Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Rinn, Gastwirt im 73. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisab. Rinn, geb. Jung. Klein-Linden, Großen-Linden, Nürnberg, 27. März 1938. Die Beerdigung findet Dienstag, 29. März, nachmittags 3% Uhr statt. _______________________________________________________________________________________________2021D Oeffenttiche Mahnung. Das am 25. d. M. fällig gewesene VI. Ziel Grund- unb Sonbersteuer 1937 einschließlich ber nachträglich veranlagten Posten wirb hierburch zur umgehenben Zahlung gemahnt, anbernfalls ein Säumniszuschlag berechnet unb bie Beitreibung eingeleitet wirb. Ferner werden bie rückstänbigen Branbversiche- rungsbeittäge 1937 zur alsbalbigen Zahlung gemahnt. Gießen, den 26. März 1938. 20160 ________________Stadtkasse Gießen._______________ Bekanntmachung. Sämtliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1937, b. h. in ber Zeit vom 1. April 1937 bis einschließlich 31. März 1938, -entstanben sinb bzw. noch entstehen, fitib sofort, spätestens jeboch am 2. April 1938, bei ben unterzeichneten Verwaltungen einzureichen. Bei späterem Eingang ber Rechnungen ist mit einer erheblichen Verzögerung ber Bezahlung ber Rechnungen aus technischen Grünben zu rechnen. Gießen, ben 26. März 1938. 2017D Die Verwaltungen der Aniversitäts-Human-Kliniken und der Veterinär- Kliniken und -Institute der Universität Gießen. Gießen (Mittelweg 16), den 28. März 1938. 20240 Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir hiermit recht herzlich. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Amalie Geitz. L Keine Zeugnisse In Urschrift lonbern nur Zeugnisabschriften dem Br- werbungsjchretben beilegen 1 — Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgut müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift de» Bewerbers tragen l lOroßftüdtf Schneider I Uniform» Schneider in Dauerstellung Vermietungen UiM-M«. zum 1. Juli zu vermieten. 2029D Näheres Horst-Wessel- Wall 44 vart. Zwei möblierte Zimmer (Herrn-u.Schlaf- Mmmer) an berufstätig. Herrn zu verm. [01473 Horst-Wessel- Wall 29III. 3 IßBFB ZfflBr [Stellenangebote] ober ™1 Junge, zuverl. Hin Geschättsümcksachen Rechnungen Brlefbl&tter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Sshulstr.l f. kl. Lebensm.- Ge schäft gesucht. Eins. Buchsühr. muß mit übern, werden. Schriftl. 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Juli 1937 eingegangenen Berichte über die Pachtpreisbilbung für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke bei öffentlich ftattfinbenben Versteigerungen lassen erkennen, baß überall Ansätze vorhan- ben sinb, den Pachtpreisstanb vom 17. Oktober 1936 zu überschreiten. Durch gegenseitiges Höherbieten der Interessenten wirb eine Preisbewegung ausgelöft, bie mit ber Verorbnung über bas Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936 nicht in Einklang gebracht werben kann. Da mit solch öffentlich meiftbietenben Derpachtungsverfahren häufig, abgesehen von ber Feststellung ber Erhöhung bes Pachtzinses, auch noch unliebsame Auseinanbersetzungen über bie Zuteilung verbunben sinb, ist es aus allgemein preispolitischen Erwägungen erforberlich, solche Versteigerungen zu untersagen. Ich ordne daher bis auf weiteres auf Grund der mir durch den Runderlaß Rr. 95/37 des Reichskom- miffars für die Preisbildung vom 22. Wai 1937 erteilten Ermächtigung mit sofortiger Wirkung an, daß die öffentlich meistbietende Verpachtung landwirtschaftlich, gärtnerisch, fischereiwirtfchaftlich oder weinbaulich genutzter Grundstücke allgemein zu unterbleiben hat. 2020C Das Verbot gilt ohne Rücksicht darauf, ob es sich um einen privaten Verpächter oder um eine Stelle der öffentlichen Hand handelt. Auch sonstige Verpachtungsverfahren, die geeignet sind, die vorstehende Anordnung zu umgehen, sind selbstverständlich ebenfalls unstatthaft. Die Verpachtung von Grundstücken der erwähnten Art darf daher, unter Ausschluß jeglicher Möglichkeit zu Preissteigerungen, nur auf solche Weise erfolgen, daß der letzte Pachtzinsstand vom 17. Oktober 1936 eingehalten wird. Die in Ihrem Dienstbereich sich befindlichen öffentlichen Stellen, bei denen bisher solche öffentlich meistbietende Versteigerungen vorkamen, sind von Ihnen gesondert zu unterrichten. Damit auch private Verpächter von dem Verbot Kenntnis erhalten, sind die Bürgermeister anzuhalten, eine entsprechende öffentliche Bekanntmachung bzw. einen Anschlag an der Gemeindetafel zu veranlassen. Verstöße gegen das Verbot sind nach den §§ 2 unb 4 bes Gesetzes zur Durchführung bes Vierjahresplanes — Bestellung eines Reichskommissars für bie Preisbilbung — vom 29. Oktober 1936 unb ber dazu ergangenen Durchführungsanweisungen zu ahnben. Nr. 73 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 28. Marz 1Y38 Mmsterpmsident Göring verkündet in Wien das nationalsozjaliMche Ausbauprogramm für Oesterreich. Jubelnder Empfang Görings in Wien. Wien, 26. März. (DNB.) GeneralfeldmarschaU Göring hatte noch lange nicht Wiener Boden betreten, als schon dichtgedrängt die Wiener an den Straßenzügen standen, die der Ministerpräsident passieren sollte. Auf der Reichsbrücke tritt, nachdem der GeneralfeldmarschaU seinen blumengeschmückten Wagen verlassen hat, Reichsstatthalter Dr. S e y ß- Jnquart auf ihn zu, um den Willkommensgruß des Landes Oesterreich darzubringen: „Sie sind der Schildträger des Deutschen Reiches", sagte der Reichsstatthalter, „dem wir hier in der nun wieder mit dem großen Vaterlande vereinigten deutschen Ostmark unseren heißen Dank sagen und unsere Treue versichern dürfen." Generalfeldmarschall Göring antwortet: „Ich bin überglücklich, daß ich mit dazu beitragen konnte, daß das tiefe Sehnen dieses Landes seine Erfüllung erfährt. Ich bin glücklich, daß ich kommen kann,' um dem österreichischen Volk aus Deutschland, wie ich innerlich hoffe, Großes und Gutes und Schönes zu bringen. Ich weiß aber, daß auch Deutschland ein Land mit herrlichen, mit schönen und guten deutschen Menschen bekommen hat.^Lassen Sie mich Wien und Oesterreich grüßen. Lassen Sie mich sagen, daß mich dieser Augenblick unsagbar glücklich und dankbar dem Allmächtigen gegenüber gemacht hat." Auf der Weiterfahrt in die innere Stadt braust dem GeneralfeldmarschaU ein Jubel der Begeisterung entgegen. Männer und Frauen,.alt und jung, grüßen Hermann Göring mit nicht endenwollenden Heill-Rufen. Die Jugend, mit Tausenden von Fähnchen winkend, ruft im Chor immer-wieder: „Hermann, Hermann, Hermann" Der Generalfeld- marschall, im Wagen stehend, dankt immer wieder, den Marschallstab erhebend, für die begeisterten Huldigungen. Am Schwarzenbergplatz stehen die Formationen der Luftwaffe, des Heeres, sämtlicher Gliederungen der Bewegung und der Polizei. Der GeneralfeldmarschaU geht immer wieder grüßend an den Mauern der begeisterten Mensche'nmassen entlang. Viele Blumen werden ihm dargereicht. Die Wiener Bevölkerung weiß nicht, wie sie ihre Herzlichkeit und ihre Freude über den Besuch zum Ausdruck bringen soll. Nachdem der Generalfeldmarschall das erstemal vom Balkon des Hotels der jubelnden Bevölkerung gedankt hatte, ertönte der Sprechchor: „Lieber Hermann, geh nicht fort, lieber Hermann, sprich ein Wort". So begann es. Dann stieg der Zweizeiler: „Lieber Hermann, sei so nett, zeig dich mal am Fensterbrett", der sofort abgelöst wurde durch eine original Wiener Dichtung mit dem Wortlaut: Hermann, sei ein fesches Haus, komm auf den Balkon heraus!" Erfreut über die Begeisterung ließ sich Hermann Göring noch mehrere Male auf dem Balkon sehen. Mit größter Spannung hatte Wiens Bevölkerung die heutige Kundgebung erwartet, auf der Hermann G'öring sprach. Man mußte in Eile die Nordwest bahnhofshalle Herrichten, sie ist mit großen Hakenkreuzfahnen ausgeschmückt und bereits wenige Augenblicke, nachdem die Tore geöffnet wurden, überfüllt. Um 19 Uhr betritt Generalfeldmarschall Göring im einfachen Braunhemd die Halle. Gauleiter Burckel begrüßte Göring als den getreuen Ekkehart des Führers, und dann bestieg Göring selbst die Rednertribüne. Göring spricht. Meine lieben Volksgenossen und Volksgenossinnen! Es ist wirklich wie ein Wunder! Träumt man oder ist es wahr, daß jetzt endlich auch im deutschen Wien eine -Versammlung von Nationalsozialisten in diesem Ausmaß stattfinden kann? So wird man begreifen, was ich in diesem Augenblick empfinde, wo ich dieses grandiose Bild nun wirklich vor mir sehe und wie aus dem innersten Herzen mein Gruß kommt: Ich grüße euch, die ihr frei geworden seid in Oesterreich! (Brausender Beifall und Sieg-Heil-Rufe.) Ich bin unsagbar glücklich, heute hier vor euch sprechen zu können. Ich habe in den vergangenen Jahren nicht nur mit euch Oesterreichern gefühlt, sondern auch für Oesterreich praktisch gearbeitet. Erstens kenne ich seit meiner frühesten Jugend dieses Volk Ich habe selb st unter diesem Volk gelebt und habe zu ihm enge Bindungen, so daß ich auch persönlich immer wieder Anteil nehmen mußte an den Leiden und der Not der deutschen Menschen in Oesterreich. Zweitens mußte ich Jahre hindurch das furchtbare Leid miterleben, das den Führer erfüllte, wenn er mit sehnsüchtigen Augen vor dem Haus am Berg in die österreichischen Gaue hinüber- blickte, wenn wir sahen, wie dieses Leid sich in seinen Mienen widerspiegelte, wie innerer Grimm ihn erfüllte, wenn immer wieder Meldungen von Leid, Terror und Not über unsere Brüder in Oesterreich eintrafen. Drittens — und dies ist die tiefste Ursache für mein Miterleben und Mitfühlen: Der Glaube an die Mission des Führers, daß Gott ihn nicht umsonst in Oesterreich zur Welt kommen ließ: Es war seine Mission als Oesterreicher,. Oesterreich. zu Deutschland zu bringen! (Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Und nun, meine Volksgenossen, hat sich das Wunder vollzogen und wir haben es erlebt! Oesterreich ist frei und gehört wieder zum Reich! (Brausender Beifall und minutenlange Sieq-Heil-Rufe.) Wenn ihr, meine deutschen Volksgenossen, den Ablauf der Ereignisse dieser letzten 14 Tage betrachtet, so werdet ihr mit mir empfinden, daß es unsere Pflicht ist, in tiefer Demut und Dankbarkeit hinzuknieen und dafür zu danken, daß diese Wandlung in so kurzer Zeit geschehen konnte. Was alles in diesen 14 Ta^en geschehen, von dem Augenblick an, als der Schrei der Erlösung durch die Gaue Oesterreichs ging bis zum heuten Tage! Auch vor zwei Wochen war eine Wahl in Oesterreich angekündigt. Auch damals sollte das Volk Oesterreichs an die Urne treten, um angeblich über sein Schicksal zu bestimmen. Heute stehen wir auch vor einer Wahl, aber welch ein gewaltiger Unterschied, welch eine völlig andere Lage! In den vergangenen Jahren mußten wir erleben, wie man hier in Oesterreich immer wieder versuchte — weil man die Macht besaß — all das zu unterdrücken, was deutsch hieß und deutsch fühlte, wie man mit Haß und Widerwillen sich gegen alles sträubte, was aus dem großen Reich kam. Man machte uns vieles nach. Äeußer- lich schien es vielleicht dasselbe, aber innerlich war es gottlob grundverschieden. Eine kleine Clique bildete sich ein, über das Volk herrschen zu können. Der Woribmch und W Schon die Antwort, die wenige Tage später erfolgte, war eigentlich das Signal, daß dieser Herr gar nicht daran dachte, das gegebene Wort zu halten. (Anhaltende Pfuirufe.) In dem Augenblick, da die Regierungsclique hier wieder unter sich war und alle die wieder beisammen saßen, die haßerfüllt auf das nationalsozialistische Deutschland starrten, wurde dieser Schwächling wieder unter neuen Druck gesetzt, und er gab diesem Druck nur allzu gerne nach. So entstand die Farce jenes ungeheuerlichen Wahlbetruges, der noch die Gerichte beschäftigen wird. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Wir werden vor der ganzen Welt beweisen, daß hier die Vertreter der Demokratie genasführt worden sind wie noch nie, daß hier eine angebliche demokratische Abstimmung vorgenommen werden sollte, deren Ergebnis man schon längst festgesetzt hatte. Wir haben Unterlagen, daß bereits mit 97 v. h. abgestimmt worden waren. (Heiterkeit.) Wir haben Unterlagen, daß bereits nach der Abstimmung dieser oder jener von unseren Gesinnungsgenossen wieder aufs neue zu verhaften sei und ähnliches mehr. Dieser Schwindel ist entdeckt! Dann aber kam jene Rede, die den Auftakt zu den Wahlen des Herrn Schuschnigg geben sollte, jene Rede, in der er noch einmal in der Pose des „Führers" mit schwungvollen Worten und Tönen, auch hier wieder nur ein schlechter Imitator, versuchte, seine Männlein aufzurufen. Wenn man wirklich Ueberzeugungen hat, dann kämpft, dann stirbt man für diese Ueberzeugung. Für die Ueberzeugung des Herrn Schuschnigg ist kein einziger g e ft o r b e n. Es sind nur einige aus- gsrissen! Das ist alles, was sie für ihre Ueberzeugung getan haben, aber sie haben dabei noch die Kasse mitgenommen! (Heiterkeit.) Ebenso kläglich, wie sie regiert haben, ebenso kläglich und ebenso feige war ihr Abtritt. (Stürmische Zustim- Die Negierung in Oesterreich stützte sich aber nicht auf das eigene Volk, sondern sie stützte sich a u f f r e m d e B a so n e t t e gegen das eigene Volk und unterdrückte es mit allen Mitteln. (Pfuirufe.) Wir versuchten zunächst im Abkommen vom 11. Juli 1936 die ersten Voraussetzungen tiafür zu schaffen, daß wenigstens den Menschen, die unsere Gesinnungsgenossen waren und die hier gequält und terrorisiert wurden, das Leben erträglich gemacht wurde. Auch aus außenpolitischen Gründen glaubten wir alles tun zu müssen, um keine unvorhergesehene Lage aufkommen zu lassen. Wir forderten überhaupt noch nichts. Als sich die Verhältnisse aber immer mehr verschlechterten, als wir sahen, daß die österreichische Regierung nicht im gering st en daran dachte, das zu halten, was sie versprochen hatte oder in irgendeiner Form wirklich eine innere Befriedung herbeizuführen, vielmehr immer neue Schikanen und neue Ausflüchte ersann, mußten wir uns schließlich sägen: So kann es nicht weitergehen! Wiederum glaubten wir um des allgemeinen Friedens willen handeln zu müssen. Dabei waren wir der Meinung, daß die österreichische Regierung, wenn fie. auch noch so verbohrt war, doch nicht so verbrecherisch sein würde, um es zu einem außenpolitischen Konflikt zu treiben. Der Führer lud den damaligen Kanzler zu sich und redete mit ihm in ernsten Gewissenstönen. Wenn nun Herr Schuschnigg behauptet, er wäre genötigt worden, wenn er behauptet, er sei unter Druck gesetzt worden, so ist dies unwahr. Er ist allerdings unter den Druck seines eigenen G e - wissens gesetzt worden! Und wieder versprach er unter dem Eindruck der klaren und festen Haltung des Führers Abhilfe zu schaffen. Ihr Nationalsozialisten solltet eine Gleichberechtigung bekommen, ihr solltet wenigstens ein bescheidenes? politisches Leben führen können. Man versprach es. Der Führer hielt jene denkwürdige Rede im Reichstag, in der er völlig loyal und im Vertrauen auf das gegebene Wort dem damaligen Bundeskanzler noch einmal vor der ganzen Weltöffentlichkeit die Bruderhand entgegenstreckte. iWnifl Schuschniggs. mung.) Wenn sich Herr Schuschnigg in jener Rede auch einen Augenblick wie weiland Andreas Hofer fühlte, so möge er daran denken, daß es nicht auf den Vollbart ankommt, sondern daß etwas mehr dahinter fein muß, um dem Tiroler Sa yd wirt zu gleichen. In der klaren Erkenntnis, daß dieser Wahlbetrug eine grobe Irreführung und Täuschung der ganzen Weltöffentlichkeit werden sollte, um dann ungestört den stärksten Terror bis zur Vernichtung der wahrhaften deutschen Menschen in, Oesterreich folgen zu lassen (Pfuirufe), in dieser klaren Erkenntnis handelte der Führer. In diesem Augenblick war es uns klar, daß jetzt wirklich die Entscheidung gekommen war. Eine völlige Einmütigkeit bestand zwischen dem Führer u.nb den nationalsozialistischen Vertrauensleuten innerhalb Oesterreichs. Auch nach ihrer Meinung war jetzt die Stunde des Handelns gekommen, aber sie glaubten nicht mehr mit demokratischen Methoden verhandeln zu gönnen, sondern sie nahmen das Gesetz des Handelns in ihre eigenen starken Hände und zwangen die anderen, z u r ü ck z u t r e t e n. (Lebhafter Beifall.) Wenn die nationalsozialistische Erhebung so rasch, so durchgreifend und so unblutig zum Durchbruch kam, so ist dies vor allem auch das Verdienst der ruhigen, festen, klugen und entschlossenen Haltung des'jetzigen Reichsstatthalters Seyß-Inquart und seiner Vertrauensleute gewesen. (Tosende Zustimmung.) Das bewies aber auch die Richtigkeit der vorher betriebenen Politik, denn wären unsere Vertrauensmänner nicht in der Regierung gewesen, so wäre dieser Ablauf nicht möglich geworden. So begann die nationalsozialistische Erhebung Oesterreichs. Und wenn wir, die wir seinerzeit den 30. Januar 1933 in Deutschland miterleben konnten, glaubten, daß dieser Tag uns schon die.letzte Erfüllung und Vollendung gebracht hätte, dann durften wir hier noch einmal erleben, wie aus dem Krckftquell des Nationalsozialismus heraus wiederum eine deutsche Erhebung in die Höhe getragen wurde und sieghaft zum Durchbruch kam. Nicht als Eroberer, sondern als Brüder und Befreier, gerufen von der österreichischen Regierung, marschierten die ersten deutschen Besreiungstruppen in Oesterreich ein zum Zeichen unvergänglicher Zusammengehörigkeit der beiden Länder. (Stürmi/cher Beifall.) Sie brauchten ihre Gewehre und Geschütze nicht zu laden, sie kamen nicht als Feinde und Eroberer, sie kamen als Brüder, umrauscht vom Jubel eines befreiten Volkes. Und über sie hinweg zogen Geschwader auf Geschwader der Luftwaffe, auch nicht, um Bomben zu werfen, sondern um als erste dem befreiten Oesterreich den Gruß Deutschlands zu überbringen. (Erneute anhaltende Zustimmungskundgebungen.) Und nun geschah das Einzigartige, für die Welt Unvorstellbare: Allen voran eilte der Führer herbei, und wie ein Lauffeuer ging durch Oesterreichs Gaue der Ruf: Der Führer hat die Grenzen überschritten, der Führer in Braunau, der Führer in Wels, der Führer in Linz, ein unbeschreiblicher Jubel erhob sich, denn ein jeder wußte, jetzt kommt der Führer, jetzt sind wir gerettet für alle Zeiten! Denn wo der Führer steht, das wußte man, da steht Deutschland. (Stürmische, sich immer wieder erneuernde Heilrufe.) Ihr werdet es mir glauben, daß es für mich unsagbar bitter war, in jenen historischen Stunden in Berlin abseits stehen zu müssen, weil ich meine Pflicht dort als Vertreter des Führers erfüllen mußte. Mit meinem Herzen aber war ich bei euch und erlebte mit euch ebenso den befreienden Jubel, wie ich mit euch gelitten hatte unter der furchtbaren Not. (Spontane Heilrufe.) Nunmehr konnte die Welt die völlige Ohnmacht und ganze Kläglichkeit des bisher herrschenden Systems erkennen, und auch dem Ausland wurden die Augen geöffnet, Zas sich in einer völligen falschen Einstellung gegenüber dem Problem Oesterreich befunden batte. Es mußte erleben, daß hier nicht ein Volk von dem mächtigen deutschen Nachbarn bedroht und vergewaltigt wurde, sondern daß dieses Volk unsagbar g l ü ck1ich. darüber war, daß das nationalsoziali- . stische Deutschland zu ihm kam, weil es f e (b ft deutsch war. Oesterreich war und blieb deutsch und bleibt deutsch für alle Ewigkeit. (Brausender Beifall.) Aber nicht nur das Ausland war über die wahre Lage getäuscht worden, auch Hunderttausende im österreichischen Volk hat man jahrelang getäuscht und irregeführt. Man hat ihnen eine furchtbare Angst vor dem Nationalsozialismus eingeredet. Man warnte vor der „braunen Pest"! Wie sieht aber diese „braune Pest" aus? Was hat diese „braune Pest" aus Deutschland gemacht? Das ist es, was ich euch in großen Umriffen sagen will, Damit die, denen er st jetzt die Augen aufgegangen sind, die bisher mit Scheuklappen herumgelaufen sind, die immer nur in der Angst vor dem Nationalsozialismus zitterten, endlich erkennen, , A was die nationalsozialistische Bewegung ist, welche ungeheuren Kräfte sie mobilisiert hat und wie sie ein neues, ft arkes, glückliches Deutschland aufgebaut hat. Ich führe euch zurück in jene Tage, als durch einen Stoß in den Rücken, durch Verrat die deutschen Heere die Fronten räumen mußten, in jene Tage, wo das System-Deutschland sein schmachvolles Leben begann. Partei stand gegen Partei. Ein Parlament in ohnmächtiger Zerrissenheit, jeder vertrat seine persönlichen Interessen, lleberall wurde Haß gepredigt. Die einen schrien: Wir sind Sozialisten, die anderen: Wir sind Nationalisten! Beide erklärten, Nationalsozialismus und Sozialismus seien u n - vereinbar, seien wie Feuer und Wasser auf ewig getrennt. ... Und heute? Statt der Zerrissenheit des Volkes, statt der Vielheit der Parteien und Stände steht die deutsche Volksgemeinschaft! Wir haben den verlogenen Bürgerlichen den Nationalismus und den verlogenen Marxisten den Sozialismus entrissen, um diese beiden hohen und hehren Begriffe im Nationalsozialismus zu vereinigen. (Lebhafter Beifall.) Im Gefolge der ge-' schilderten Zerrissenheit, Feigheit und Schwäche N M ■. V<- < >■ W I - Begrüßung Generalfeldmarschall Görings an der Neichsbrücke in Wien durch den Reichsstatthaltec Dr. Seyß-Inquart. — (Scherl-M.) Generalfeldmarschall Göring auf der Rückfahrt von der Kranzniederlegung am Heldenmal in Wien am Sonntagvormittag. — (Scherl-M.) Sie Medensdiktate sind ausgelöscht Aeußerste Anspannung der eigenen Kraff Mischer Beifall und anfallende Wir Helsen nur insofern, als als die Zentralführung auch und Weisungen zu geben Hal, Sieg-Heil-Rufe.) fehl das Reich, hier Direktiven die Ausführung derer Volksgenosse ist. weil das Schicksal ihn weniger begütert hat oder weil er nicht eine höhere Schule durchgemacht hat, sondern es kommt ausschließlich daraus an, was der wann für ein her; in der Brust Hal, was er für einen Charakter hat und wie weit er bereit ist, f i ch einzusehen für Volk und Ration. Es ist vielleicht das schönste und glücklichste Bewußt- sein für uns Deutsche, daß wir wissen — wenn heute die deutsche Ration in Gefahr ist, wenn heute der Führer rufen mühte, dah Vaterland zu verteidigen — es d i e deutschen Arbeiter wären, die als erste zu den Fahnen eilten und mit ihren nervigen Fäusten das Schwert Deutschlands führten. (Minutenlanger Beifall.) Ihr sollt nun nicht etwa glauben, dah wir aus dem Reich gekommen sind, um euch alle Arbeit abzunehmen und für euch den Tisch zu decken! 3m Gegenteil! 3ch werde dafür sorgen, dah bis zur äußer st en ftraftnan- fpannung der eigene Mann hier eingesetzt wird, und dah die Oesterreicher selber Oesterreich in Ordnung bringen. (5für- herrsckten in Deutschland überall N a t und Elend. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 1, 2, 3, 4, 5, 6 und mehr Millionen. Die Wirtschaft war zerbrochen, die Fabriken lagen still, die Schlote rauch- < tcn nicht, ein Wirtschaftsfriedhof, so weit man sehen konnte. Die Aecker starben, wenn der Bauer die Saat in den Boden gebracht hatte und das Korn sproß, gehörte es 'ihm nicht mehr. So trieb ein 68- Millionen-Bolk in den Untergang hinein. Und dann kam die Nation al soziali st ische Bewegung und räumte aus. Nun konnte der Aufbau beginnen, nun kam die Blüte der Wirtschaft, und diejenigen von euch, die jetzt ins Reich hinausfahren können, werden sehen, was die neue Volksgemeinschaft bedeutet, was Wirtschaftsaufbau heißt, und werden erkennen, daß überall, wo man hinsieht, fleißige Hände sich regen, um Neues und Großes zu schaffen. Früher hatten wir Sorge, die Arbeitslosen unterzubringen, heute haben wir nicht genug Arbeiter, um all das schaffen zu können, was wir schaffen wollen. 3ff es uichf ein wunderbarer Wandel? Rur vier 3ahre hat es gedauert, um eine Millionenarmee von Arbeitslosen wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Allerdings war es notwendig, eine planvolle Ordnung durchzuführen und die Wirtschaft nach bestimmten Grundsätzen auf- zubauen und zu lenken. 3ch weih, man malt das Schreckgespenst der Zwangswirtschaft an die Wand. Unsere Wirtschast ist keine Zwangswirtschaft, sondern eine Ordnungswirtschaft. Zwangswirtschaft ist jene gewesen, bei der man schließlich gezwungen wird, die Wirtschaft einzustellen. Deutschland ist dank der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung k r i s e n f e st geworden. (Lebhafter Beifall.) Durch den Vierjahresptan wollen wir alles, was wir aus eigener Kraft schaffen und Herstellen können, bis zur letzten Möglichkeit ausschöpfen, denn über allen Wirtschastsprinzipien und Gesetzen steht für uns die Sicherung des deutschen Menschen und des deutschen Lebens. (Aufs neue stürmische Kundgebungen.) Schritt für Schritt mit dem Aufblühen der Wirtschaft ist eine wundervolle Symphonie der Arbeit entstanden. Hand in Hand hiermit ging der Ausbau des Verkehrs. Schon heute kommen sie zu vielen Tausenden aus allen Ländern der Welt und sehen bewundernd das gewaltige DZerk der deutschen Reichsautobahnen. Unbestritten steht hier Deutschland an der Spitze. Und wenn man irgend eine Gleichung braucht für das Verhältnis zwischen Deutschland, das durch den Nationalsozialismus emporgebracht wurde, und dem Oesterreich des Herrn Schuschnigg, dann erinnere ich an jene Summe, die Herr Schuschnigg in seiner Innsbrucker Rede für die Wegebauten ausgesetzt hat. So viel kostet bei uns eine einzige Kurve, die mir bauen. (Heiterkeit und stürmischer Beifall.) Mit dem Zersistl des politischen Lebens und der Wirtschaft war selbstverständlich auch der Verfall d e r K u l t u r verbunden. Auch hier kam der gleiche Verfallsträger zur Herrschaft, der auch als Zerfallsträger der Wirtschaft erscheint: der Jude. Es entstand eine derartige Entartung, daß man sich heute an den Kopf faßt und fragt, wie das überhaupt möglich mar. Es gab nicht nur Idioten, die diese Machwerke fabrizierten, es gab noch größere Idioten, die sie kauften und bezahlten. (Stürmische Heiterkeit.) Heute haben wir wieder ein wahrhaft deutsches Kulturleben. Die Theater 3um Beispiel, die einen furchtbaren Zusammenbruch erlitten hatten •— ähnlich wie hier — erlebten einen neuen Aufschwung. Heute hat Berlin die besten Theater der Welt. Die Staatsoper und das Staatsschauspielhaus werden heute selbst von Neidern im Ausland als d i e besten Bühnen der Welt bezeichnet. Gleichzeitig nahm der Film einen ungeahnten Aufschwung und daneben bekam endlich wieder der deutsche Künstler etwas zu tun, so daß er frei von Sorgen schaffen kann. Und so ent- die diesen Wandel schuf, dann möchte ich dazu abschließend sagen: Wie stand es. denn Ende des Jahres 1932? Auf der einen Seite eine Millionenzahl von Nationalsozialisten, auf der anderen Seite aber eine Millionenzahl von Kommunisten und eine Millionenzahl von Marxisten. Zwei Feldzeichen waren ausgepflanzt. Blutrot das Tuch. In dem einen brannten Sichel und Hammer, in dem anderen leuchtete auf weißem Grund das schwarze Hakenkreuz, zwei Feldzeichen, zwei Symbole, zwei Weltanschauungen rangen hier miteinander oder, besser gesagt, um Deutschland. Siegte jenes Zeichen mit Sichel und Hammer, bann ging Deutschland unter im Blutrausch des Bolschewismus. Aber es siegte das andere Zeichen und Deutschland wurde gerettet und erstand als das herrliche Reich der Deutschen, das wir heute sehen. (Jubelnde, anhaltende Sieg-Heil-Rufe.) Daß das so wurde, ist einzig und allein das Verdienst des Führe.rs, seiner Getreuen und seiner Bewegung. (Erneute stürmische Sieg- Heil - Rufe.) So sah die „braune Pest" in Deutschland aus. Wie aber soll nun die „braune Pest" für O e st erreich werden? Zunächst hat der Nationalsozialismus in Oesterreich damit begonnen, daß er jene lächerliche, aber anmaßende und grausame Eligue von Tyrannen hinweg'fegte und hinwegjagte. Das war immerhin schon ein sehr guter Anfang. (Heiterkeit.) Dazu kam daß der Nationalsozialismus in Deutschland sich sofort mit dem Nationalsozialismus in Oesterreich verband und daß dadurch das Großdeutsche Reich entstand. (Minutenlange Beifallskundgebungen.) Damit aber kam aus Not und Unterdrückung heraus die Befreiung des deutschen Volkes in den österreichischen Gauen. Jetzt heißt es also: Der Nationalsozialismus auch hier in Oesterreich a n b i c Front! Jetzt heißt es hier dasselbe tun: Aufbauen, retten, gestalten, Schönheit geben und das Volk oom" Untergang zurück- reißen! Jetzt gilt es, alle Kräfte anzu- (pannen, um zu zeigen, daß nicht nur die deutschen Nationalsozialisten im Reich, sondern daß auch 6er deutsche Nationalsozialist in den österreichischen Gauen ein ganzer Kerl ist, gewillt, gleich rote, die draußen, das Werk zu vollenden. (Lebhafter Beifall.) der Arbeit erklärten, es war keine hohle Phrase, als wir den 1. Mai zum Tag und Fest der Arbeit und zum Nationalfeiertag bestimmten, es war keine hohle Phrase, als wir dem Arbeiter wieder feine Ebre gaben und ihm die Achtung der ganzen Nation sicherten. Heute weiß der deutsche Arbeiter, was seine Arbeit und sein Beruf wert sind. Er weiß, daß es im Leben schließlich nur darauf ankommt, daß jeder dort arbeitet, wo das Schicksal ihn hingestellt hat, und daß es das Entscheidende ist, wie er seine Arbeit lei st et, und nicht, was für eine Arbeit er tut. Es ist immer noch besser, der Straßenkehrer kehrt eine Straße sauber und anständig, als daß ein Minister in die Kasse greift und Schiebungen macht. (Heiterkeit und Beifall.) Aeberhaupt ist entscheidend, ob der S o - 3 i a l i 5 m u 5 der Tat sich durchsetzt, ob man erkennt, daß nicht deshalb einer ein min- B ei fall.) Dadurch wird es der österreichischen Wirtschaft möglich, mit ihren Waren an den deutschen Konsumenten und an reichsdeutsche Käufer unverzüglich und ohne weitere Behinderung durch Zölle heranzutreten. 4. Weitere Maßnahmen, die ich gestern auf der Dampferfahrt von Linz aus mit den österreichischen Wirtschaftlern und Wirtschaftsstellen besprochen und deren unverzügliche Inangriffnahme ich angeordnet habe: Die unmittelbare Aufrüstung, Bau von Kasernen und Flugplätzen, Bau von Flugzeugen und Flugzeugfabriken. Die Wiener-Neustädter Flugzeug fabrik wird sofort in Betrieb genommen. Gesamter Ausbau der Rüstungsindustrie für jene Rüstungszweige, die wir für die österreichische Aufrüstung benötigen. Allein ein entscheidendes und wichtiges Programm, das die sofortige Einstellung von weiteren tausend Arbeitern schon am Beginn der nächsten Woche zur Folge hat. (Unbeschreibliche Beifallskundgebungen und Sieg-Heil-Ruse.) 5. Die mittelbare Aufrüstung. Das bedeutet die Erschließung sämtlicher Produktionsreserven auf vielen Gebieten und Erstellung neuer Produktionswerkstätten. 6. Entscheidende Bedeutung bekommt die Wasserkraft in Oesterreich, die Energiewirtschaft. (Erneuter Jubel.) Ich habe befohlen, daß sofort und unverzüglich an die Errichtung eines gewaltigen Kraftwerkes in d e n Hohen Tauern und eines Kraftwerks, das bereits projektiert und unvermittelt in Angriff zu nehmen ist, bei Grein ander Donau sowie verschiedener kleinerer Einzelprojekte herangezogen wird. Im Zusammenhang damit erfolgt die Donau-Regulierung. 7. Ebenfalls von größter Bedeutuna ist die Hebung der österreichischen Bodenschätze. Auch hier Sosortmaßnahmen sofort weiterer Ausbau und Steigerung der Produktion der Alpinen Montanwerke bis tum d o p p e l t en Ausmaß und sofortige Einstellung von wei'eren 500 Arbeitern und später von weiteren 1000 Arbeitern. (Ein wahrer Bei- fallsorkon braust -"rch die Halle.) Di" lofnrtiqe Untersuchung der Möglichkeit der Erschließung weiterer andererLisenerzvorkom- men durch die Reichswerke Hermann Göring. Die großen Hüttenwerke, die bisher in Franken geplant waren, werden nunmehr in Linz errichtet werden und das m o - d e r n st e Werk darstellen, das bisher erbaut wurde. (Reuer Beifallssturm.) Das bedeutet wiederum für viele Taufende von Arbeitern Arbeit in diesem Werk. — Die Planung dieses Werkes muß bis Ende April bereits vollzogen sein und Anfang Mai muß zu bauen begonnen werden. Ferner: Erweiterung der bisherigen Kupfervorkommen in Tirol und Kärnten sowie der sonstigen Vorkommen von Blei, Kupfer. Magnesit, Mangan usw. in äußerstem Ausmaß bei iystematischer Steiaerun" — *"'na»s weitere Erforschung des ö^erreichstchen Bodens und Untersuchung, wie weit die Bodenschätze abbaufahig sind. Nun zur Außenpolitik. Wie will man Außenpolitik machen, wenn man ohnmächtig und zu feig ist, um selbst die notwendigsten Interessen zu vertreten. In tiefer Ohnmacht lag Deutschland darnieder. Der Deutsche war rechtlos geworden, wie Deutschland selbst rechtlos geworden war. Denn wenn ein Volk erst einmal seine Wehr verliert, dann verliert es seine Ehre, und wenn es seine Ehre verliert, verliert es seine Freiheit, und wenn es seine Freiheit verliert, verliert es sein Recht, und wenn es sein Recht verliert, verliert es fein Brot, und wenn es sein Brot verliert, verliert ein Volk auch fein Lebe n. (Stürmische Zustimmung und Heilrufe.) Es war nötig, dort wieder aufzubauen, wo man abgebaut hatte. Deshalb stärkten wir den Wehrwillen und den W e h r g e i st. Wir bauten den Menschen wieder seelisch auf. Dann bauten wir die äußere Formgebung und schmiedeten das Schwert. So konnten mir denn den zweiten Schritt wagen und die ersten Maßnahmen gegen die unerträglichen Fesseln von Versailles ergreifen. Mit dem Austritt aus dem Völkerbund begann es. Es folgte die Erklärung der W e h r h o h e i t, die W i e d e r b e s e t - zung des Rheinlandes, und nunmehr ist Versailles und St Germain vorbei. (Brausender Beifall und Heilrufe.) So schmiedete die nationalsozialistische Bewegung wieder das große Deutschland, lind dies soll man nie veroessen: Wir Nationalsozialisten dürfen besonders ftoT) darauf sein, daß keine Kanone, kein Flugzeug, kein Maschinengewehr, kein Bataillon geschaffen worden wäre, wenn das Hakenkreuz nicht als Siegeszeichen über Deutschland aufgegangen wäre. (Wieder dröhnt ein Beifallssturm durch die Halle.) Freudig eilt die deutsche Jugend wieder zur Fahne. Hier spreche ich die Hoffnung aus. daß nunmehr, da auch ihr. meine Oesterreicher, die Ehre habt, unter den deutschen Fahnen dienen zu dürfen, auch die Jugend aus den österreichi- s ch e n Gauen in unzähligen Scharen zu den Fahnen strömt, und ich hoffe, daß die besten und kühnsten eurer Söhne zur Luftwaffe eilen werden. (Tosender Beifall,) Wenn ich so in wenigen Zügen das Bild zeigte, wie es in Deutschland war und wie es in Deutschland wurde, und wie es immer die Bewegung war, standen — anfangs schüchtern — immer mehr und immer bessere Kunstwerke. Die Malerei blühte, die Plastik kannte sich entwickeln, und über alles hinweg entfaltete sich die Urkunst, die Architektur! Gewaltige Bauwerke sind im Entstehen. D'e Bau - t c n des Führers in Nürnberg, München, Berlin und' Hamburg sind Werke, wie sie die Vorstellungskraft der heutigen Architekten noch kaum erfassen kann. Auch hier war wieder der Führer der größte Baumeister wie auf allen anderen Gebieten. Auch in der sozialen Fürsorge griff die Bewegung tatkräftig ein. Dieser Sozialismus der Tat war so großartig und gewaltig, daß das Ausland an ihn nicht glauben wollte, sondern ihn für Täuschung und Betrug hielt, weil man es einfach nicht verstand, wie das bisher hungernde und notleidende Volk auf einmal lebensfroh und glücklich wurde. — Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, die größte soziale Einrichtung der Welt, verteilte gewaltige Mengen für die Armen und fü^die Minderbemittelten Und letzt streckt sich die Hand des Winterhilfs- wertes auch nach Oe st erreich hinein. Auch hier werden den Armen und Bedürftigen die Segnungen dieses größten Sozialwerkes der Well zugute kommen, damit die schlimmste Rot, die das verflossene System hinterließ, bald beseitigt ist. (Stürmischer Beifall.) Wenn ich früher in das österreichische Land gekommen bin, dann mar es für mich immer besonders niederdrückend, zu sehen, wie in diesem Lande die Kriegsbeschädigten betteln gehen mußten. Ein Volk, das seine Krieger betteln läßt, muß selbst eines Tages an den Bettelstab kommen. Denn heute noch ein Kriegsbeschädigter in Oesterreich Rot und Elend erleidet, so wird dies von heute ab anders werden und die Fürsorge wird sofort für diejenigen einsetzcn, die ihr Leben und ihre Gesundheit einst für ihr Vaterland eingesetzt haben. (Stürmischer 3ubel.) Und nun zum deutschen Arbeiter! Dieser ist heute- in Deutschland nicht mehr der vom Marris- mus verhetzte Prolet, für den die Arbeit eine Fron ist, sondern er ist ein v o ll w e r t i g e s M i t g l i e d h/ r Volksaemeinschaft, dessen Arbeit und Stand genau so geachtet wird, wie in jedem anderen Beruf und der zum vornehmsten Träger der deutschen Arbeit und des deutschen Aufbaus geworden ist. Wo früher durch Streik einerseits und durch Aussperrung andererseits immer wieder der Arbeitsfrieden und damit die Arbeitsleistung untergraben und schließlich zerstört wurden, kann sich heute unter dem Segen der Betriebsgemeinschaft und des inneren Friedens die Arbeit und die Lei- f'turuj des deutschen Arbeiters frei entfalten. (Großer Beifall und Sieg-Heil - Ruse.) Es war keine leere Phrase, als wir das Gesetz oom Adel aber und die Gestaltung liegt in euren eigenen fleißigen Händen. 3nsofern • sollen nun auch in Oesterreich alle jene Maßnahmen getroffen werden, die Deutschland emporbrach- len, und es sollen für Oesterreich jene Gesetze Kraft bekommen, die Deutschland wieder gesund machten. Es soll also auch für Oesterreich der Vierjahresplan durchgeführt werden, der in Deutschland äußerste und letzte Anspannung aller Kräfte bedeutet. So gebe ich hiermit die Vrogrammpunkte des Wirtschaftsaufbaues un- all das bekannt, was im Rahmen des erweiterten Vierjahresplanes für die größere Heimat zu geschehen hat. 3ch werde die Weisungen geben, ich werde die Mittel und die Erfahrungen geben, aber ihr werdet die Arbeit durchführen und beweisen, -ah ihr genau so gut Deutschseid wie die in den anderen Gauen. (Tosende Beifallsrufe.) Ich komme jetzt zu dem innerösterreichischen Wirt- schaftsproblem. lieber diesem Wirtschaftsproblem Jnneröstcrreichs steht mit großen Lettern: Erstens: Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu 100 Prozent. (Die Massen springen auf und bereiten dem Ministerpräsidenten minutenlange Huldigungen.) Zum Zweiten steht darüber: Nicht lang verhandeln, nicht viel schwätzen, sondern handeln und arbeiten. (Aufs neue Händeklatschen und Sieg-Heil-Rufe,.) Ich gebe nun eine Reih" von Maßnahmen bekannt, die dieses Wirtschaftsprogramm in Kürze erfüllen sollen. Das große Awbauprogramm für Oesterreich. 1. Ihr kennt alle das große Entgegenkommen, durch das das Reich euch geholfen hat, die schwere Umstellung nicht allein zu tragen, sondern mit auf die Schultern des starken Reiches zu nehmen. Es handelt sich um den Umrechnungskurs d e s Schillings in jener Höhe, die es ermöglicht, mit der Reichsmark zu arbeiten und zu wirtschaften. 2. Sofortige Auszahlung jener 60 Milli one n Clearingspitze, die bisher die österreichische Wirtschaft so gebremst hat und die nunmehr in voller Höhe und unverzüglich an die Fabrikanten für ihre Lieferungen aus- bezahlt werden und ihnen die Möglichkeit geben soll, dieses Kapital bereits wieder in Arbeit um- zusetzen. 3. Die Aufhebung der Zölle, die am heutigen Tage erfolgt. (Stürmisch langanhaltender 8. Der Erdölausbau. Die Erdölgewinnung im Wiener Becken ist zu steigern, Bohrtürme sind aus dem Reich heranzuführen, um eine Neubohrung und somit auch hier Arbeit zu schaffen. 9 Ausbau der chemischen Industrie auf Grund der hiesigen Kohle, die ein großes Schwel- vermögen hat und dadurch eine beträchtliche Verflüssigung der Kohle zu Benzin und Leichtol gewährleistet. _ , , 10. Eine Z e l l st o f s a b r i k auf der Hartholzgrundlage ist sofort in Bau-zu nehmen. 11. Die bessere Ausnutzung des Hol- z e s durch eine bessere Organisation, durch eine gewissenhafte Abholzung in den Alpen sowie durch den Ausbau des Holzwegesystems. 12. Unverzüglich hat die Planung der Reichsautobahnen begonnen, und der Bau wird in den nächsten Wochen in Angriff genommen, nämlich -er Reichsaulobahnbau bei Salzburg, auf der Strecke München — Salz, b g und Salzburg — Linz — Wien, mit einer weiteren Bahn von Paffau nach Linz. Darüber hinaus eine Autobahn Wien — Graz — Rad st adt—Salzburg. Sofort werden in Angriff genommen 1100 Kilometer Autobahnen. (Stürmischer 3ubel.) Daneben aber wird das gesamte sonstige Straßennetz einer Reuregelung unterzogen. 13. Unverzüglich erstellt werden Zwei neue Donaubrücken, eine große Donaubrücke bei Linz, der Standort der zweiten Brücke steht noch nicht fest. Darüber hinaus sind noch Zwei weitere Donaubrücken projektiert. 14. Neubau von Eisenbahnlinien, Ausbau bisheriger Schmalspurbahnen zu Vollspurbahnen. 15. Wenn die Arbeiten, die ich jetzt nenne, auch nicht in Oesterreich liegen, so kommen sie wirtschaftlich doch Oesterreich zugute, nämlich der beschleu- mgte Bau des Rhein - Main — Donau- Kanals. 16. Die Planung und spätere Durchführung eines Donaugroßhafens in Wien. (Neuer starker Jubel.) 17. Auf landwirtschaftlichem Gebiet u. a. eine entscheidende und durchgreifende W i l d b a ch - regulierung, die Gewinnung und Befruchtung der Hochtäler und Hochmoore, Dranagearbeiten, eine Ausgestaltung und Förderung der A l m w i r t s ch a f t usw., vor ollem aber die Einführung des verbilligten K u n st d ü n g e r s für die gesamte Landwirtschaft, Kredite für den Ausbau der Höfe, Scheunen, Ställe und Silos, Reuregelung und Verbesserung des gesamten landwirtschaftlichen Kreditwesens, Hebung des Bauern st an- des wie im Reich, ausgehend von der Erkenntnis, daß der Bauernstand der Urständ der Ration ist. Wenn wir so jetzt dem Bauern wieder eine neue Zukunft schaffen, so möchte ich bei dieser Gelegenheit den Bauern auch an leine Pflichten erinnern, daß er nunmehr auch so schafft und arbeitet, daß die Scheunen gefüllt werden und das Brot der Ration sicher- gestellt wird. (Lebhafter Beifall.) Im Zusammenhang damit werden noch- einige andere Maßnahmen getroffen, die ich jetzt mit der Verordnung verlese, die ich heute unterzeichnet Hobe, um die eben aufgeführten Maßnahmen sofort in Angriff nehmen zu können. Träger der Arbeiten haben stets die österreichischen Behörden und Unternehmungen zu sein. Zwei neue Verordnungen. Der Ministerpräsident verlas folgende Verordnung zur wirtschaftlichen Wiederbelebung Oesterreichs: § 1. Arbeitsbeschaffung. 1. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, R e i ch s m i 11 e l zur Förderung der nationalen Arbeit im Lande Oesterreich zur Verfügung zu stellen. Die Mittel werden als Darlehen oder als Zuschüsse gegeben. 2. Es sollen insbesondere die folgenden Arbeiten im Lande Oesterreich gefördert werden: 1. Der Bau von Reichsautobahnen, 2. der Bau und die Instandsetzung sonstiger Kraft- fahrstraßen, 3. der Ausbau bestehender und der Bau neuer Anlagen zur Ausnutzung der Wasserkraft, 4. der Bergbau und die Erdölgewinnung, 5. Arbeiten auf dem Gebiete der Landeskultur (Bodenverbesserungen, Vorflutregelungen, Drainagen usw.), 6. Arbeiten zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung (Anlage von Futtersilos, Einsäuerungsbehältern, Dungstatten usw.), 7. Errichtung von Molkerei-Anlagen, 8. Instandsetzungen und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen und privaten Baulichkeiten, die Teilung von Wohnungen und der Umbau sonstiger Räume, zu Kleinwohnungen. § 2. Abschreibungsfreiheit für Gegenstände des betrieblichen Anlagevermögens. Aufwendungen für die Anschaffung und Ergänzung von Maschinen, Geräten und ähnlichen Gegenständen des gewerblichen und wirtschaftlichen Anlagevermögens können mit Wirkung für die Besteuerung auf eine kürzere Zeit als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt werden, wenn die beiden folgenden Voraussetzungen gegeben sind: 1. Der neue Gegenstand muß im Lande Oe st erreich erzeugt (hergestellt) sein, 2. der Steuerpflichtige muß den neuen Gegenstand nach dem 31. Mörz 1938 und vor dem 1. Jänner 1939 angeschafft oder hergestellt haben. § 3. Förderung der Eheschließungen und Ausgleich der Familienlasten. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, aus dem „Sondervermögen des Reiches für Ehestandsdarlehen und Kinder-Beihilfen" Ehestandsdar- leben und Kinderbeihilfen auch den Volksgenossen im Lande Oesterreich zu gewähren. § 4. Durchführung. 1. Zur Durchführung des § 1 Abs. 2 trifft der Beauftragte für den Vierjahresplan im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen Bestimmungen darüber, welche Arbeiten gefördert werden sollen und in welchem Ausmaße die Förderung geschehen soll. 2. Der Reichsminister der Finanzen erläßt die Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die zur Durchführung der Paragraphen 2 bis 3 erforderlich sind. Der Ministerpräsident fährt dann in seiner Rede fort: Sie sehen also, daß das Reich tut, was es tun kann. Jetzt liegt es an euch, anzupacken,in die Hände zu spucken und lpszulegen, damit das Werk gelingt. (Jubelnde Zustimmung.) Hand in Hand hiermit muh selbstverständlich die Besserung der Lebensbedingungen für den schaffenden Menschen uni) insbesondere für den Arbeiter in Oesterreich gehen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, ein Sofortprogramm in die Tat umzu setzen. Als erstes habe ich die Wiedereinführung der Arbeitslosenversicherung für hie bereits Ausgesteuerten durch die Mittel der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung ohne Geaenwert verfügt. (Brausende und nicht endenwollende Heilrufe.) Damit werden alle die armen Menschen wieder in die Unterstützung hineingenommen, die bereits aus dieser ausgeschieden waren und den Gemeinden und öffentlichen Verbänden zur Last fielen. Sie bekommen wieder die volle Arbeitslosenunterstützung wie die anderen. (Erneute stürmische Kundgebungen.) Zweitens habe ich folgende Verordnung über soziale Maßnahmen erlassen: I. Kündigungsschutz. Wird einem Angestellten oder Arbeiter nach einjähriger Beschäftigung in dem gleichen Betrieb (Verwaltung) oder dem gleichen Unternehmen nach Inkrafttreten dieser Verordnung gekündigt, so kann er, wenn es sich um einen Betrieb (Verwaltung) mit in der Regel mindestens 10 Beschäftigten handelt, binnen zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mit dem Antrag auf Widerruf der Kündigung klagen, wenn diese unbillig hart und nicht durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt ist. Der Reichsstatthalter (österreichische Landesregierung) trifft die näheren Bestimmungen über das Verfahren. Die Vorschriften der Paragraphen 57—62 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 (Reichsgesetzblatt I, Seite 45) mit der Aenderung durch das Gesetz vom 30. Rov. 1934 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1193) sowie des § 6 der 14. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 5. Oktober 1935 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1240) finden sinngemäß Anwendung. II. Schuh bei Entlassungen einer größeren Zahl von Beschäftigten. Die Vorschriften des § 20 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit finden Anwendung. III. Lohnzahlung an Feiertagen. Die Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über die Lohnzahlung an Feiertagen vom 3. Dezember 1937 (Deutscher Reichsanzeiger Rr. 280, vom 4.12.1937) und das Gesetz über die Lohnzahlung am Rationalen Feiertag des deutschen Volkes vom 26. April 1934 (Reichsgesetzblatt I, Seite 337) finden sinngemäß Anwendung. IV. Aufrechterhaltung der Arbeitsbedingungen. Die zur Zeit des Inkrafttretens dieser Verordnung in den Betrieben und Verwaltungen geltenden Lohn- und Gehaltssätze und bestehenden sonstigen Arbeitsbedingungen können zu Ungunsten der Arbeiter nicht abgeändert werden. Der Reichstreuhänder der Arbeit kann Ausnahme^ zulassen. Entsprechendes gilt für die Entgelte und sonstigen Arbeitsbedingungen in der Heimarbeit. Der Reichsarbeitsminister bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens dieser Vorschriften. V. Reichslreuhänder der Arbeit. Die reichsrechtlichen Vorschriften für Reichstreuhänder der Arbeit gelten sinngemäß, soweit es sich um die Wahrnehmung.der in den Artikeln II und JV dieser Verordnung bestimmten Aufgaben handelt. Für das Land Oesterreich wird, ein Reichstreuhänder mit dem Sitz in Wien bestellt. VI. Die reichsrechllichen Vorschriften über die Rentenversicherung der Arbeiter (Invalidenversicherung) sind anzuwenden. Der Reichsarbeitsminister bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens. Er bestimmt Näheres über die Uederleitung und die Durchführung. Dabei kann er von den reichsrechllichen Vorschriften abweichen. Das ist ein soziales Programm, durch das zunächst einmal sofort alle jene Sicherungen eingeführt werden sollen, die für den Arbeiter notwendig sind, wenn jetzt der große Aufbau beginnt. Eine wesentliche Verbesserung der Löhne ist ja schon erreicht worden durch die Verbesserung des Schillingkurses. Auf der anderen Gießener Stadttheaier. Moderne Bläserkammermusik. Mag auch die Kammermusik den Streichinstrumenten eine bevorzugte Stellung einräumen, so Haden die Schaffenden der verschiedenen Zeitalter doch auch das Blasinstrument in der Kammermusik zu schätzen vermocht und entsprechend der instrumentenbautechnischen und der musikalisch-technischen Fortentwicklung diese Jnstrumentengruppen in ihre Ausdruckswelt einbezogen. Das 'finden wir bet den Wiener Klassikern ebenso bestätigt wie in dem Zeitalter der Romantik mit der ganz besonderen Betonung des Eigenwertes des Instrumentes, bei Brahms und den Fortsetzern in der Jetztzeit. Die diesmalige Morgenveranstaltung war moderner Bläserkammermusik gewidmet. Sie gab ein Bild davon, wie weit die einzelnen Schaffenden organisch auf der Tradition aufzubauen vermögen oder mit mehr oder weniger persönlicher Ausgeprägtheit eigene Wege einzuschlagen versuchen. Theodor Blümer war schon durch die häusliche Umwelt (sein Vater war kgl. Kammermusiker am Hofcheater in Dresden) für die Musik bestimmt worden. Als Schüler des Altmeisters Felix Drae- seke wurde ihm das notwendige Rüstzeug übermittelt, und eine ausgiebige praktische Tätigkeit hat seine musikalischen Erfahrungen bereichert. Jetzt wird sein Name und sein Können ollen denen geläufig sein, die die Rundfunkaufführungen des Leipziger Senders anhören; denn seit 1925 ist Theodor Blümer musikalischer Leiter im Rundfunk, zunächst in Dresden, später in Leipzig. Der Bläserkammermusik hat er fich verschiedentlich zugewandt mit Bläserquintetten und Flötensuiten, besonderer Erfolg aber war seinem Sextett o p. 4 5 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier beschieden. Wie schon in seinem ersten Bläserquintett op. 34, so baut er auch dieses Werk als eine Folge von Variationen über ein eigenes Thema auf. Die Reihe der Veränderungen entwickelt er weniger aus dem rein Thematischen heraus, als daß er jeder einzelnen Abwandlung des Themas mit einem bestimmten Motto einen individuellen musikalischen Charakter gibt. Das Thema dieses Werkes, das übrigens den Bläsern der Dresdener Staatsoper gewidmet ist, läßt er nur von den Bläsern vortragen. In schönster klanglicher Rundung und Ausgeglichenheit gaben unsere Instrumentalisten Willi Kretzer (Flöte), Willi Heer (Oboe), Heinrich Grau (Klarinette), Alfred Müller (Fagott), Heinrich Keller (Horn) diesem liedhaften Satz empfindungsvollen Ausdruck. Die erste Veränderung läßt auf dem Klavier (Joachim P o p e l k a) als' „Improvisation" den Nachklang des Themas empfind- Seite muß dann auch ein gewisses Lohnniveau stabilisiert werden. Es ist für uns selbstverständlich, daß dort, wo mehr Leistung ist, auch mehr bezahlt wird. Es liegt also nur am österreichischen Arbeiter, mehr zu leisten, dann bekommt er auch mehr bezahlt. (Stürmischer Beifall.) Lohntarife, die hier von marxistischen Bonzen aufgestellt wurden, um den Arbeiter unter Lohndruck zu halten und ihm nicht die Möglichkeit zu geben, seine Leistung und seine Lebenshaltung zu verbessern, hindern selbstverständlich jeden Aufbau. Es ist klar, daß wir hier das Leistungsprinzip, das wir immer vertreten haben und das vom deutschen Arbeiter begehrt und gutgeheißen wurde, auch einführen werden. Der Treuhänder der Arbeit wird auch hier derjenige sein, der die Interessen der Arbeiterschaft wahrzunehmen hat. Wenn all dies entstehen soll, wovon ich eben gesprochen habe, wenn neue Werte aus dem Boden gestampft werden, roentf Hunderttausende von Arbeitern wieder in Lohn und Brot kommen sollen und wenn im ganzen Umfang die Arbeit wieder reicher und besser gestaltet werden soll, dann muß man auch daran denken, daß der Arbeiter anständig wohnen muß, damit jenes fürchterliche Wohnungselend, das gerade hier zuhause ist, beseitigt wird. (Brausender Beifall.) Aus diesem Grunde werde ich alles tun, damit in weitestem Umfange an den Siedlungsbau für Arbeiterwohnungen sofort herangegangen wird. Anschließend erwähne ich hierbei als eine Selbstverständlichkeit, daß nun auch die Segnungen der Organisation „Kraft durch Freude" in vollem Umfang dem österreichischen Arbeiter zuteil werden sollen. (Jubelnde Heilrufe.) Ich glaube somit, daß wirklich alle jene Voraussetzungen geschaffen worden sind, die einen freudigen Blick in die Zukunft gestatten. Jetzt, mein österreichischer Arbeiter, verlange ich von dir noch eines: Habe Vertrauen, greif frisch an und sage mir dann in einem Jahr, ob du zufrieden bist, ob ich gehalten habe, was ich heute versprach, oder ob du in die alten Zeiten eines Schuschnigg zurückgehen willst. (Beifall und Heiterkeit.) Ich weiß, daß über den Arbeiter und Schaffenden hinaus auch noch manch anderer österreichischer Volksgenosse mit Sorge erfüllt ist. Ich weiß, daß es eine Anzahl Menschen gibt, denen es im Leben hart gegangen ist und die auch Opfer gebracht haben. Ich weiß, daß manche die Sorge erfüllt, was geschehen wird, wenn eine Aende - rung im Tabakmonopol eintreten sollte, weil sie als Inhaber einer Trafik ihre Existenz zu verlieren fürchten. Wie immer dieses Problem auch geregelt wird, es wird so geregelt, daß es für diese Volksgenossen besser, aber niemals schlechter werden kann. Das verspreche ich Ihnen. (Stürmischer Beifall.) Aber auch unter den Beamten ist schon die Frage aufgetaucht: Wie wird es mit uns werden, wenn in Oesterreich durch die Verschmelzung manche Behörde eingezogen werden muß? Ich erinnere hier nur an die Zollgrenze gegen das Reich. An Beamten, die aus ihrer Unzuverlässigkeit heraus abgebaut werden müssen, haben wir kein Interesse. Allen anderen aber, die loyal dem neuen Staat zu dienen bereit sind, die nur aus dem Einziehen ihrer bisherigen Funktion brotlos werden sollten oder in Pension gehen müßten, kann ich nur sagen, daß wir in Deutschland auch noch Beamte brauchen. Das wird selbstverständlich nun auch in Oesterreich bei den erweiterten Aufgaben der Fall sein. Ich glaube also versprechen zu können, daß sich auch in dieser Hinsicht nichts verschlechtern wird, sondern daß sich nur etwas verbessern kann. (Beifall.) Wien muß wieder eine deutsche Stadt werden. Auch in Oesterreich wird es bald fein Problem der Arbeitslosigkeit mehr geben, sondern auch hier das Problem, daß wir zu wenig Arbeiter für all das haben, was wir schaffen wollen. Die Facharbeiter werden auch hier dringend benötigt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß in wenigen Wochen noch Facharbeiter brot- und arbeitslos herumlaufen. Das würde nur zeigen, daß hier die Wirtschaft nicht zu disponieren versteht. Aber noch eins möchte ich zur Wirtschaft sagen. Denken Sie immer an die Wichtigkeit des Exportes! Hier hat Oesterreich und ganz besonders Wien ganz besondere Aufgaben. Dor Wien ausgebreitet liegt der Südoste n und der Balkan mit einer noch vielfach ungenutzten wirtschaftlichen Kraft. Es ist notwendig, den Handel mit den uns befreundeten südosteuropäischen Staaten in vollem Umfange aufrechtzuerhalten. Deshalb darf keine Störung der Wirtschaft durch unsachgemäßes Eingreifen eintreten. Durch eine übermäßige, ungesunde Forcierung des Exportes, und zwar auf Kosten der Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung und der Entwicklungsfähigkeit des inneren Marktes entstand für Oesterreich die Gefahr, internationalisiert zu werden. Es ist hier bereits eine unerwünschte internationale Verfilzung der gesamten Wirtschaft festzustellen. Die österreichische Wirtschaft ist so Spielball internationaler und besonders jüdischer Spekulationen geworden. (Lebhafte Zustimmung.) Ein Beispiel hierfür ist die Verfassung des österreichischen Bank- und Versicherungswesens. Ich muß auch auf die völlige Verjudung des Handels Hinweisen, der sein Hauptaugenmerk nicht auf den inneren Bedarf der österreichischen Wirtschaft, sondern lediglich auf gewinnbringende Geschäfte mit dem Ausland gerichtet hat. Oesterreich ist ein wirklich armes Land geworden. Arm durch ein System, das Oesterreich verarmt hat, das Land an sich aber ist reich an wertvollen Menschen und reich an Schätzen, und wir werden beweisen, daß durch nationalsozialistische Methoden dieser Reichtum wieder gehoben wird. Auch Oesterreich wird ein reiches Land werden, und Deutschland kann glücklich sein, dieses Land jetzt zu seinem zählen zu können. (Lebhafter Beifall.) Wenn ich von jener internationalen und jüdischen Verfilzung gesprochen habe, so muß ich hier ein ernstes Wort an die Stadt Wien richten. Die Stadt Wien kann sich heute nicht mehr mit gutem Recht eine deutsche Stadt nennen. So viele Juden leben in dieser Stadt. Wo 300 000 Juden leben, kann man nicht mehr von einer deutschen Stad! sprechen. (Stürmischer Beifall.) Wien muß wiedereine deutsche Stadl werden. (Tosender, sich immer wiederholender Beifall, Händeklatschen und anhaltende Sieg-Heil-Ruse.) ... Weil diese Stadt in der Ostmark Deutschlands wichtige deutsche Aufgaben hat. Diese Aufgaben liegen sowohl aus dem Gebiete der Kultur, wie auch aus dem Gebiete der Wirtschaft. Weder aus der einen noch aus der anderen können wir aus die Dauer die Juden gebrauchen. (Zustimmung.) Aber das darf nicht durch fatsche Eingriffe oder dumme Maß- nahmen versucht werden, sondern muß ganz systematisch mit aller Heberlegung geschehen. Als Beauftragter des Vierjahresplanes beauftrage ich den Reichsstatthalter von Oesterreich zusammen mit dem Bevollmächtigten des Reiches, in aller Ruhe jene Maßnahmen zur sachgemäßen Umleitung der jüdischen Wirtschaft zu treffen, d. h. zur Arisierung des Geschäfts- und Wirtschaftslebens und diesen Prozeß nach unseren Gesehen rechtlich aber unerbittlich durchzuführen. (Lebhafte Bravorufe.) Ich muß nun noch die Behauptung zurückweisen, daß Oesterreich sozusagen das 5. Rad am Wagen ober eine Provinz wird, die wir auspowern wollen. Ich glaube bewiesen zu haben, daß das Gegenteil richtig ist. Weiter wird behauptet: Jetzt wird die Religion [am sich ausschwingen. Die folgenden Veränderungen wurden in ihrer Eigenart mit feinsinnigem Betonen des Grundcharakters zu anziehenden, reizvollen musikalischen Stimmungsbildern; besonders hervorgehoben sei hier das Pastorale mit seinem Schwelgen im Klang und die Romanze mit dem tonschön und gFfühlsstark geblasenen Hornsolo. Von thematischer Klarheit und wohlbedacht im Nachschaffen des sich steigernden Aufbaues war das Finale. Dem Englischhorn ist sowohl durch feinen Klang als durch die eigenartige Gefühlsgebundenheit feines Ausdruckscharakters eine besondere musikalische Sphäre festgelegt. Ja, der Ton dieses Instruments weckt unmittelbar die Stimmung für das Abseitig- Verlorene und Wehmutsvolle, wie es auch Richard Wagner in seinem „Tristan" festgehalten hat. Darum mußte in der Sonate von Joachim P o p e l k a, die er für den Solobläser am Leipziger Gewandhausorchester geschrieben hat (er wies selber in seinen einführenden Worten darauf hin), der Mittelsatz (Adagio molto) der ausdrucksstärkste werden. Hier bewegt sich das Soloinstrument in melodischen Figuren, die fast wie freie' Improvisationen anmuten und damit etwas Ursprüngliches, Unmittelbares von sich gaben. Willi Weber ließ hier das Englischhorn in seiner Weichheit, Modulationsfähigkeit des Tones und durch die Wärme des inneren Mitgehens sich zu besonderem Eigenwert erheben. Deshalb trat in diesem Satz das Klavier mit seinem Anteil zurück, während es in den beiden Ecksätzen mehr die führende Stelle innehatte. In diesen beiden Teilen der Sonate lockert der Komponist die Form stark auf und bezieht moderne Harmoniekombinationen mit starker ^Iterierung in seine Gestaltungswelt hinein. Dem Aufnahmevermögen der meisten Hörer lag wohl Lodovico Roccas Storiella für zwei Trompeten (Adam Schöffel und Jakob Groß), Fagott, Harfe (Luise Frank) und Klavier durch seine neuartigen Klangmittel und die moderne Satzart am feinsten. Darum war es besonders zu begrüßen, daß dieses Werk des jetzt in Verona tätigen Musikers (geb. 1895) zweimal zu Gehör gebracht wurde. Wie schon der Titel (Storiella: Geschicht- chen) besagt, entnimmt der Komponist hier den Antrieb für das musikalische Geschehen außermusikalischen Momenten. Darum gliedert sich das ganze in eine Reihe von Episoden, die in ihrer Art motorisch erregt sind, zum andern durch Orgelpunkt und ein oftinates Baßthema innere Bindung erhalten. Jedes der einzelnen Instrumente ist mit ungemein charakteristischen musikalischen Entwicklungen bedacht; vornehmlich die beiden Trompeten, die teils mit, teils ohne Dämpfer verwandt werden, und das Fagott, das sich stellenweise mit unheimlich lastender grollender Gebärde gibt. Im Zusammenspiel wie im einzelnen gewährleisteten die' Beteiligten eine hoch anzuerkennende, dem Gestaltungswillen voll entsprechende Wiedergabe des interessanten Werkes. Das bestätigte das ^leider nur sehr schwach besetzte Haus mit herzlichem Beifall. Dr. Hermann Hering. 3d und nein. Von Rudolf Schneider-Schelde. Sie wollte um fünf Uhr kommen, und er hatte Blumen gekauft und Kuchen, und der Tisch war gedeckt, und jetzt kam sie nicht. Es war zehn nach fünf, es wurde viertel, es wurde allmählich halb; sie kam nicht. Sie kann sich verspätet haben, dachte er. Aber so verspätet man sich nicht. Sie konnte den Tag verwechselt, die Stunde vergessen haben, sie konnte krank geworden, wirklich verhindert fein. Sie war bestimmt wirklich verhindert, wenn sie nicht noch kam. Vielleicht kam sie noch? — Nein, sie kommt nicht mehr, dachte er. Er stand am Fenster und sah hinaus und dachte: jetzt, jetzt kommt sie, aber sie kam nicht. Es war Unsinn, wenn er dachte, daß jemand den Tag verwechselte, er hatte nie derartiges verwechselt. Er war nie verhindert gewesen. Man oR:wechselte nur, woran einem nichts lag, man war nur verhindert, wenn es einem so paßte. — Er fing an, sich zu ärgern. Da stand er und glotzte zum Fenster hinaus, und sie kam nicht. Er hatte Kuchen gekauft und Blumen und sich ausgcmalt, wie er sie empfangen würde, und jetzt versetzte sie ihn. — Der Teufel soll sie holen, dachte er. Dann fiel ihm ein, daß er es vielleicht gewußt hatte. Er hatte vielleicht gewußt, daß sie nicht kommen würde, aber er hatte es nicht wissen wollen. Es war ihr vielleicht nicht Ernst gewesen, als sie gesagt hatte: ja, ich komme. Sie hatte ja gesagt und nein gedacht. Er suchte nach Gründen dafür. Wahrscheinlich kam sie nicht, weil sie ihn nicht mochte. Was war schon zu mögen an ihm? Er verstand es jederzeit, wenn sie ihn nicht mochte, obwohl es ihm keineswegs recht war, und vielleicht mochte sie ihn doch? Er mußte alle Gründe für ihr Wegbleiben auffinden, und nur, wenn keiner st and - hielt,/galt der, daß sie ihn nicht Mochte. — Vielleicht mochte sie ihn zu sehr? Es konnte sein, daß sie ihn zu sehr mochte. Sie kam vielleicht deshalb nicht? Alle Mädchen hatten Angst, zu einem Mann zu kommen, besonders, wenn sie ihn sehr mochten. Es war das Natürliche. Aber sie hatte keine Angst, dachte er. Allerdings ist sie nicht gekommen. Sie. sich nicht so aus wie Oesterreicher müssen sich sofort melden! Es wird nochmals darauf hingewiesen. daß alle über 20 Jahre alten Oesierreicher im Reichsgebiet sich umgehend bei den Gemeindebehörden ihres Aufenthaltsortes zwecks Teilnahme an der österreichischen Volksabstimmung zu melden haben. Zur Teilnahme an der österreichischen Volksabstimmung sind berechtigt alle späte st ens am 10. April 1918 geborenen Männer und Frauen, die die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen, sowie diejenigen Oesterreicher, die aus politischen Gründen seit März 1933 aus Oesterreich ausgebürgert worden sind oder aus politischen Gründen Oe st erreich verlassen mußten; dabei ist unerheblich, ob die beiden letztgenannten Gruppen inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiefen, daß das Stimmrecht im Reich auszuüben ist und daß Reisen nach Oe st erreich zum Zwecke der Abstimmung zu unterlassen sind. Die im alten Reichsgebiet wohnhaften Politischen Leiter der NSDAP. Oesterreich haben an ihrem derzeitigen Wohnort zu verbleiben und eine Einteilung zur Dahlarbeit abzuwarten. Nähere Weisungen ergehen noch von Gauleiter Franz Hofer (Berlin W 50, Geisbergstraße 21, Fernruf 24 00 12), der von Gauleiter Bürckel mit der Organisation der Dahl der im Reich lebenden Oesterreicher beauftragt wurde. ausgeroitet, jetzt wird der Glaube beseitigt. Man zeige mir in Deutschland die Kirche, die wie 'etwa in Spanien zerstört oder verbrannt worden ist, man zeige mir die Priester, die gequält oder geschunden worden wären, man zeige mir eine Kirche, die geschlossen ist und in der die Gläubigen nicht beten dürfen, man zeige mir einen Priester, der verhindert wurde, seiner priesterlichen Aufgabe nachzugehen. Wenn ein Priester verhaftet wurde, so geschah dies nicht, weil er seinen priesterlichen Aufgaben nachging, sondern weil er allzu weltlich geworden war. (Langanhaltende Beifallskundgebungen.) Wir wollen keine Kirchen vernichten und keinen Glauben und keine Religion zerstören. Wir wollen nur, daß eine klare Scheidung vorgenommen wird. Die Kirche hat ihre bestimmten, sehr wichtigen und sehr notwendigen Aufgaben, und der Staat und die Bewegung Mjaben andere ebenso wichtige und ebenso entscheidende Aufgaben. Wenn sich jeder peinlich st an seine Aufgaben hält, dann wird nichts passieren. Wir haben in Deutschland nicht etwa die katholische Kirche verboten, sondern wir haben die Zentrumspartei und die politisierenden Geistlichen beseitigt. Gegen die Kirche sind wir nie gewesen, aegen den Glauben erst recht nicht, wenn wir Nationalsozialisten vielleicht auch nicht direkt als kirchlich konfessionell gebunden bezeichnet werden können. Wenn wir antireligiös oder antikirchlich oder antigläubig wären, wäre dann der Segen des Allmächtigen so bei unserer Bewegung gewesen? wir haben die ganze Kraft unseres religiösen Gefühls gebraucht, um den furchtbaren Kampf durchhalten zu können? Glauben Sie, daß dies ohne unseren tiefsten Glauben an Goll den Allmächtigen möglich gewesen wäre? Dir zerstören weder Glaube noch Religion, wir haben überhaupt erst wieder den Glauben ins Volk getragen, wir haben das Volk wieder gläubig gemacht. Dir wollen ein religiöses Volk, ein gläubiges Volk. Vielleicht ist jetzt durch dieses gewaltige Ereignis in Oesterreich doch auch eine Dämmerung auf der anderen Seite gekommen, ob es nicht zweckmäßig wäre, wieder Friede zu machen. jemand, der Angst hat, er sah sie deutlich vor sich, etwas schmerzte ihn. Ich liebe sie, dachte er, uni) sie läßt mich sitzen. Es war dreioiertel sechs, es wurde sechs. Die Platte mit dem Kuchen stand lächerlich auf dem Tisch, der gedeckte Tisch sah lächerlich aus, die Blu- men wirkten lächerlich. Er war ein lächerlicher Mensch in einem lächerlichen Zimmer in einer lächerlichen Situation, er wurde wütend. Sie hatte recht, wenn sie nicht kam, man kommt nicht zu einem solchen Huhn. Er hatte viel zu dringend darum gebeten, daß sie kommen möge, fiel ihm ein. Ein Mann bettelt nicht, was ein rechter Mann ist, der nimmt! Aber daran ließ sich nun nichts mehr ändern. So war es, und das Leben war nichts wert. Es war sechs vorbei, er nahm ein Stück von dem Kuchen und steckte es in den Mund und kaute, der Kuchen mußte gegessen werden, es war ausgeschlossen, daß sie jetzt noch kam. Der Kuchen war gut. Trotz allem ist es guter Kuchen, stellte er fest und nahm ein zweites Stück. Es war der Kuchen, den er selbst am liebsten aß, er hatte also doch vielleicht gewußt,^daß sie nicht kommen würde. Er nahm ein drittes Stück und kaute und hatte den Mund ganz voll, als es läutete. Es war gleich halb sieben und ausgeschlossen, daß sie es noch war, aber man mußte nachsehen, und er rannte aufgeregt und kauend und schluckend zur Tür und versuchte zu denken: es ist mir lieber, wenn es ein Bettler ist. Es war kein Bettler. Er dachte es auch nur, weil der Kuchen nicht hinunterwollte. Sie war es. — „Ich bin so gelaufen", sagte sie, atmend und mit den Augen um Verzeihung bittend, und über und über rot. Er sagte nichts. Er schluckte. „Ich bin so gelaufen", wiederholte sie, „ich komme so furchtbar zu spät." „Es macht nichts", sagte &r und lächelte. Er hatte endlich den Kuchen drunten. Er führte sie ins Zimmer und wußte nichts zu sagen und fühlte sich über- Mcklich. Sie wußte auch nichts zu sagen, sie fühlten sich beide überglücklich. Er dachte, ich habe ja gemußt, daß sie kommt. Dann fiel fein Blick auf den leeren Kuchenteller, und er sagte plötzlich: „Ich habe den ganzen Kuchen aufgegeffen." „(Es macht nichts", sagte sie auch. Sie sahen sich beide an. Er dachte, daß es gut märe, erklären zu können, warum er den Kuchen aufgegeffen hatte, und daß der leere Teller die Geschichte seines Wartens enthielt, aber er wußte nicht, ob und wie er es sagten sollte. Es war auch nicht nötig. Sie liebte ihn, und also war auch der leere Kuchenteller für sie eine Bestätigung seiner Neigung, wie für ihn jetzt, nachdem sie da war, das Warten von vorher zur Lust wurde. Es war sehr einfach. Sie liebten sich- Aber sie wußten nicht, daß dadurch alles einfach wurde. 3d) wiederhole also noch einmal: Die Bewegung wird der Kirche jenen Schuh geben, den sie beanspruchen darf; aber die Kirche darf sich nicht in Dinge hineinmischen, die sie nichts angehen und ihr nicht zukommen. Denn hier gibt es keine Kompro misse. Eine andere lügenhafte Behauptung ist die, wartet nur den 10. April ab! Nach dem 10., da wird die Maske fallen, nach dem 10. wird sich zeigen, was sie eigentlich wollen, und dann wird die Rache einsetzen. Wahrscheinlich stellen solche Leute diese Behauptung auf, die sich in den vergangenen Jahren so miserabel aufgeführt haben, daß sie eine solche Rache für wahrscheinlich oder für möglich halten. (Heiterkeit und Zustimmung.) Das Recht auf Rache hätten viele alte Parteigenossen gehabt! Und viele von der anderen Seite hätten fürwahr den Tod verdient für das, was sie getan haben. Also am Verdienen läge es nicht! Aber zunächst eines: Möge jeder wissen, Freund oder Gegner, in Deutschland wird nur dann ein Mensch getötet, wenn das Gericht ihn zum Tode verurteilt und der Führer den Tod verhängt hat. In Deutschland entscheidet nur ein einziger Mensch über Leben und Tod: das ist der Führer! Kein anderer hat das Recht dazu. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Jedermann, jede Stelle, ob Staat oder Partei, vergreift sich am heiligsten Recht des Führers, wenn sie hier eingreifen wollten, und das wird geahndet werden! Das mag sich jeder merken, der hier etwa Gedanken in falscher Richtung hat. Ich habe schon manchmal bei meinen Reden Warnungen gegeben, mögen meine Warnungen auch hier klar verstanden werden. Zweitens möchte ich noch darauf Hinweisen, daß es gerade das Wunderbare dieser Revolution war, daß sie unblutig geschehen ist, daß sie im Jubel vollendet wurde, daß nicht ein Revolutionstribunal hier Todesurteile fällte. Aber ich muß auch ehrlich den Hut abnehmen vor der bewundernswerten Haltung der österreichischen Nationalsozialisten, vor ihrer Anständigkeit ihren Quälern gegen-, über. (Lebhafter Beifall und Heilrufe.) Jetzt möchte ich euch noch was sehr Ernstes sagen: Ich habe soeben gesagt, wie wunderbar euere Revolution, oder besser gesägt, wie wunderbar euere Besreiung war. Groß wart ihr im Leiden und Erdulden, groß im Standhalten, groß im Kämpfen. Nun zeigt, daß ihr jetzt auch groß seid im Verzeihen und Verstehen! Zeigt, daß ihr auch groß in der Güte seid, und zwar gerade gegen- all die vielen, die irregeleitet waren. Diese müßt ihr gewinnen, diese müßt ihr von dem Gefühl befreien, daß sie nicht gleichwertig sind. V^vwärts den Blick! Wer vorwärts mitgeht, soll mitgehen dürfen in einer so großen und herrlichen Zeit. Es soll kein weiteres Bruderblut mehr fließen, es sollen hier die Menschen froh werden nach all den Jahren der Qual. Wir sind nicht hierher gekommen, um Metternichsche Methoden auszuüben, sondern um sie abzuschaffen. Dazu gehört aber auch, daß das Denunziantentum von Anfang an ausgerottet wird, dazu gehört weiter Gehorsam, Disziplin! Dazu gehört, daß man keine Sabotage an dem übt, was besohlen ist und keine Provokationen aus Stumpfsinn, Dummheit oder Schlechtigkeit ausübt. Der Führer hat den erfahrenen und bewährten Gauleiter B ü r ck e l hierhergesetzt, um in seinem Auftrage die Abstimmung durchzuführen. Eine große Verantwortung ist hiermit wiederum auf seine Schultern gelegt. Ich weiß, er wird diese Aufgabe ebenso erfolgreich lösen, wie seiner Zeit an der Saar. (Heilrufe.) Aber meine Volksgenossen, und vor allem meine Parteigenossen, unserem alten Vorkämpfer Bürckel jetzt zu helfen, seine Anforderungen peinlichst genau durchzuführen, ist für Sie alle höchste Ehrenpflicht, besonders den nationalsozialistischen Gliederungen. Nun aber noch ein Wort gegen jene, die hier vielleicht Anständigkeit mit Schwäche verwechseln könnten. Ich möchte meinen heutigen Erklärungen noch eine hinzufügen und erwarte, daß sie ebenso klar und eindeutig verstanden wird. Habsburg und der Legitimismus sind ein für allemal vorbei. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Ich weiß, viele hofften darauf, daß es vielleicht unter einem König oder Kaiser der Habsburger besser werden würde. Gut, sie haben gehofft. Vielleicht waren sie ehrlich davon überzeugt, jetzt aber müssen sie einsehen, daß es besser geworden ist unter dem Nationalsozialismus. Jetzt müssen sie wissen, daß ihre alten Hoffnungen zunichte geworden sind. Wenn sie jetzt noch in dieser Richtung arbeiten, so ist das Landes-und Hochverrat unts das fällt unter die Schwere des Gesetzes (neuerdings lebhaftester Beifall), ganz gleichgültig, ob es sich dabei um einen kleinen Arbeiter oder einen ehemaligen Erzherzog handelt. (Die Zustimmungskundgebungen wiederholen sich aufs neue.) Wir wollen von nun an die Vergangenheit, fo schwer sie war, vergessen. Wir wollen in die Zukunft schauen, gläubigen herzens mit freudigen und strahlenden Augen. Wollen wirken und werken, wollen arbeiten und alles tun, damit wir das erreichen, was wir wollen: ein glückliches und freies Oe ft erreich im Deutschen Reich! Niemand trennt uns mehr. Es gibt kein österreichi- f ch e s Schicksal mehr, es gibt nur noch ein d e u t s ch e s , für das wir alle einstehen. (Freudige Sien-heil-Ruse.) Ein freies Volk von 75 Millionen Deutschen, eine n a - tionalsozialistische Bewegung, ein mächtiges in sich geeintes und gefestigtes Reich, eine stolze und starke Wehrmacht, das ist unser Großdeutschland. (Die Massen springen von ihren Sitzen auf und jubeln minutenlang dem Ministerpräsidenten zu, tosende Heilrufe dröhnen durch die riesige Halle.) Was Generationen vor nn's gearbeitet und ersehnt haben, wofür viele gearbeitet, geblutet und gelitten haben und gestorben sind, die Einheit des Reiches, die Wiedervereinigung mit Deutschland, unserem Führer ist das in wenigen Tagen gelungen. Er folgte der Stimme seines Blutes, und diese Stimme seines Blutes anwortete in euren Herzen. Mit lautem Jubel kamt ihr ihm entgegen. Denn ihr empfandet es, dem Führer allein verdankt ihr alles, er rettete Deutschland, er einte das Volk, er schenkte uns seine Heimat. Sein Oesterreich ist jetzt auch unser Oesterreich geworden. Zweifelt noch jemand an der Mission des Führers, zweifelt noch jemand an dem Segen Gottes, zweifelt noch jemand daran, was der Führer für euch tat? Und jetzt ruft er euch auf, uns alle ruft er. Er verpfändete der Welt gegenüber sein Wort, daß Deutschland einig ist. Heber den Jubel dieser Tage hinweg müßt ihr jetzt der Welt beweisen, daß ihr dieses Wort Adolf Hitlers e i n l ö ft, müßt ihr beweisen, wo der Führer spricht, da spricht Deutschland. Die Einheit, das Reich, das Volk, der Führer: niemand kann sie trennen (brausender Jubel), niemand kann uns drohen. Am 10. April rufen wir, und das ganze Deutschland wird antworten. (Nicht endenwollende Sieg-Heil- und Heil-Hitler-Rufe, unbeschreiblicher Jubel und herzliche aufrichtige Huldigungen für den Minister- das Nahen des Generalfeldmarfchalls an. Die im Generalfeldmarschall Göring ehrt die Gefallenen des Weltkrieges. Wien, 27. März. (DNB.). Der Heldenplatz in Wien lag im strahlenden Sonnenschein, als der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, am Sonntagvormittag zur Ehrung der im Weltkrieg gefallenen deutsch-österreichischen Soldaten am Heldendenkmal erschien. Jubelrufe der Spalier bildenden Bevölkerung kündeten das Nahen des Generalfeldmarschalls an. Die im offenen Viereck angetretenen Ehrenformationen des Heeres, der Luftwaffe und des NS.-Fliegerkorps präsentierten; der Stadtkommandant erstattete Meldung. Während die Musikkorps das Deutschland- und das Horst-WesselLied spielten, schritt der Generalfeldmarschall die Front der Ehrenformationen ab. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Generalfeldmarschall der besonders verdiente Ingenieur Zechner von der NSKK.-Standarte Kärnten-Steiermark, der unter dem Schuschnigg-System zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden war, vorgestellt. Während sich nun Generalfeldmarschall Göring zur Kranzniederlegung in die Krypta des Heldenmals begab, spielte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden. Den Abschluß der würdigen Feier bildete ein Vorbeimarsch der Ehrenformationen. Unter den jubelnden „Sieg-Heil!"-Rufen der Menge begab sich der Generalfeldmarschall bann, im Wagen stehend und nach allem Seiten grüßend, in das Hotel zurück. Zu Ehren des Generalfeldmarschalls fand am Sonntagabend im Operntheater eine F e ft- aufführung von Beethovens „Fidelio" statt. Als der Ministerpräsident, begleitet von Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart die große Mittelloge betrat, brandete der Beifall auf. Die Sänger und Sängerinnen sowie das Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor K n a p p e r t s b u r s ch gaben ihr Bestes, sichtlich erfüllt von der Mission dieser Stunde. Nach der Vorstellung gab Bürgermeister Dr. Jng. Neubacher dem Generalfeldmarschall einen Empfang im festlich geschmückten Festsaal des Rathauses. Vor dem Empfang überreichte der, Wiener Bürgermeister dem Generalfeldmarschall als Gastgeschenk ein Jagdgewehr des Prinzen Eugen. Der Zweikampf zwischen Hai nnd Teuselsffch. Aufregendes Erlebnis eines australischen Fischers. An der australischen Küste sind menschenfressende Haie zu einer starken Gefahr und Beunruhigung geworden, und die Regierung vön Neu-Süd-Wales hat kürzlich für 20 000 Pfund Verträge für Haifi s ch j a g d e n in großem Maßstab abgeschlossen. Vierzig Seemeilen der Bucht wurden zu diesem Zweck abgesperrt, und schon in der ersten Woche wurden über 50 große Tiere gefangen. Die Jagd ist oft voller Abenteuer und Aufregungen, wie die Erzählungen des berufsmäßigen Haifischfängers Norman Caidwell erkennen lassen. Einmal beobachtete er auch den Zweikampf eines Haifisches mit dem sogenannten Teufelsfisch, dem „Manta Berostris“. „Den Blick aufs Wasser geheftet", so erzählt er, „fuhr ich langsam dahin, als ich einen riesigen dunklen Schatten mich umkreuzen sah. Beim Näherkommen erkannte ich einen Manta. Er war mindestens drei Meter lang und wog gewiß nicht viel unter 20 Zentner. Da ich noch nie einen solchen Teufelsfisch gefangen hatte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mein Glück zu versuchen. Doch konnte ich nichts tun, bis die Bestie nach dem Riff zu schwamm. Hier in der Bucht war das Wasser tief, und solange der Manta sich darin hielt, konnte die Harpune nicht wirksam arbeiten. Aber zu meiner Freude wandte er sich allmählich nach dem flacheren Wasser. Er schwamm langsam, und vor der Meerenge, die die Inseln teilt, zauderte er wie in Un= schlüssigkeit, was zu tun sei. Rasch und leise brachte ich das Boot dicht hinter das fast regungslose Tier. Ich zitterte an allen Gliedern vor Aufregung. Und dann, als das Boot gerade über ihm war, schleuderte ich die Harpune tief in sein Fleisch. Was folgte, war wie ein Erdbeben vom Grunde des Meeres. Mit einer mächtigen Welle kamen 20 Zentner um sich schlagende Masse an die Oberfläche und hoben das Vorderteil des Bootes steil aus dem Wasser. Ich wurde gegen den Mast geworfen, und bei einer zweiten Erschütterung verlor ich das Gleichgewicht und fiel ins Wasser. Mit rasender Schnelligkeit rollte die Harpuneleine ab. Zum Glück hatte ich sie vorher festgemacht. Ich hatte gerade nod)' Zeit, mich an die Reling zu klammern und wieder an Bord zu schwingen, ehe das Boot Fahrt aufnahm. Uber das Riff jagten wir im Kielwasser der Bestie, und bald schlugen mir die Richtung nach der offenen See ein. Ich stand am Bug, ein scharfes Messer in der Hand, bereit, die Leine durchzuschneiden, falls es notwendig werden sollte. Wir hatten den größten Teil einer Seemeile zu- rückgelegt, als der Teufelsfisch plötzlich in die Tiefe tauchte, mit solcher Wucht, daß das Gewicht fast den Bug des Bootes unter Wasser zog. Meine Finger schmerzten von der Anstrengung, die Leine um die Belegpflöcke zu lockern. Eine Aufwärtsbewegung des Manta gab mir eine Elle Spielraum, und als ich mehr Leine auslaufen ließ, hob der Bug sich wieder. Fast eine Stunde lang wurden wir hin und her gezerrt, bis der Teufelsfisch ebenso plötzlich, wie er getaucht war, zur Oberfläche kam. Er wechselte mehrmals den Kurs, stoppte und zappelte. Die Leine lockerte sich und — versteifte sich mit einem jähen Ruck. Wie rasend schoß der Manta erst rechts, dann links, als suchte er eine Zuflucht. Ich war so in Anspruch genommen, ihn zu beobachten, daß mir fast ein riesiger schwarzer Schatten entging, der rasch hinter dem Boot herkam und wild auf meinen Gefangenen zuschwamm, Eine große Rückenflosse sagte mir genug. Hier war wirklich ein Riesenhai, vielleicht der, hinter dem ich schon so lange her war, und ich war unvorbereitet auf zwei solche Ungeheuer. Mein Gewehr war an Land, ebenso meine Kamera. Es war die Chance eines Lebens, und ich konnte nur dabeistehen und zusehen. Ich verließ meinen Platz am Mast, um im Kielwasser des Manta zu steuern. Es war der wildeste Zickzack-Kurs, den ich je gesehen, und trotzdem dauerte es nicht lange, bevor der Hai angriff, indem er sich auf eine der Schwingen stürzte. Der Teufelsfisch entgegnete mit einem mächtigen Hieb der starken Schwinge, der den Hai seitwärts warf. Betäubt machte er kehrt und tauchte. Erste Runde für den Manta. Wir jagten weiter, den Teufelsfisch spornte die Angst, der Hai hinterher, seine Rückenflosse pflügte das Wasser. Plötzlich tauchte der Manta in die Tiefe. Ich sprang nach vorn, das Messer in der Hand, um die Leine zu entlasten. Noch tiefer ging der Manta, aber wo war der Hai? Gewiß auch in der Tiefe, auf der Spur des Opfers. Jetzt kam die Leine wieder hoch, und dann tauchte auch der Manta auf, ein von Entsetzen gejagtes Untier. Auch der Hai war wieder an der Oberfläche, wenige Meter von dem Teufelsfisch, den er zu umkreisen begann. Plötzlich hielt er inne und landete mit einer Welle fast unmittelbar vor dem Manta. Der warf in Panik seinen ganzen Rumpf aus dem Wasser, hoch in die Luft, und dann siel der mächtige Leib zurück, gerade auf die emporragende Rückenflosse des Gegners. Der Stoß, mit dem die zwei Körper aufeinanderprallten, war furchtbar. Die Rückenflosse des Haies war gebrochen. Hilflos lag der Angreifer auf einer Seite, Blut strömte aus feinem Leibe. Zweite Runde für den Teufelsfisch! Dritte Runde: beide Ungeheuer rauchten in verschiedenen Richtungen, der Hai schien geschlagen, als er langsam im Wasser verschwand. Der furchtbare Kampf und der Blutverlust durch die Harpune hatten den Teuselsfisch fast erschöpft. Doch noch immer arbeitete er hart. Ich saß am Ruder und steuerte. Der Hai, eine Bestie von gewiß fast sechs Meter, war nicht wieder erschienen. Ich freute mich. So war noch Aussicht für mich, ihn später zu fangen, vorausgesetzt, daß er noch lebte. Ja, er lebte! Ich fühlte mehr als ich sah, was vorging. Der Teufelsfisch krümmte sich und sackte ab. Der Hai mußte den großen flachen Körper von unten angegriffen haben, wahrscheinlich ihm dabei den Brustpanzer zerbrechend, der die Kiemen schützt. Es war ein Knockout-Schlag, und er brachte den Tod im Gefolge. Rasch lockerte ich die Leine. Als der Leib des Teufelsfisches im Wasser nach oben trieb, folgte der Hai dem Blutgeruch. Er kam zur Oberfläche und schlug seine Zähne in das Hinterteil. Damit begann das grausigste Festmahl, das ich je mit angesehen habe. Stück um Stück riß der Hai von dem Körper. Mit Fischen war ich für den Tag fertig." Die Stadt Salzburg, von der behauptet wird, sie sei die schönst gelegene Stadt Deutsch- lanös, ist der Geburtsort Mozarts. Unsere Zeichnung zeigt einen Blick über die Stadt, die von der alten Festung Hohensalzberg überragt wird. — (Zeichnung Reimesch. — Scherl-M.) ■^os '■6 4 n iV L- XStiv Bedeutend ermäßigte Postgebühren für Oesterreich. Berlin, 26. März. (DNB.) Nach einer Verordnung des Reichspostministers gelten vom 4. April 1938 ab für Briefe und Postkarten in Oesterreich die innerdeutschen Po st gebühren. Gleichzeitig werden für die Versendung von Briefen und Postkarten innerhalb eines Ortes Ortsge- bühren eingeführt. Die Gebühren für Briefe und Postkarten werden gegenüber den bisherigen Sätzen erheblicht verbilligt. So ermäßigt sich die Postgebühr für einen Brief bis 20 Gramm von 24 Groschen auf 12 Reichspfennige, gleich 18 Groschen, für eine Postkarte von 12 Groschen auf 6 Reichspfennige, gleich 9 Groschen. Während bisher auch der Ortsbrief bis 20 Gramm 24 Groschen, die Ortspostkarte 12 Groschen kostete, werden die Gebühren für einen Ortsbrief bis 20 Gramm 8 Reich^pfennige, gleich 12 Groschen, für eine Ortspostkarte 5 Reichspfennige, gleich 8 Groschen, betragen. Ortspostkarten werden demnach um 33Vs v. H., Ortsbriefe sogar um 50. v. H. verbilligt. Auch die Gebühren für Briese und Postkarten aus Oesterreich nach dem Ausland ermäßigen sich beträchtlich. Dank einer Mutier. NSG. Ueberall, auch in den kleinsten Dingen, fühlt man des Führers starke fürsorgliche Hand. Es gibt kaum ein Dorf, kaum eine Familie im großen deutschen Vaterland, wo sich nicht Irgendwie der Wille des Mannes zeigt, der Deutschland in einer erstaunlich kurzen Frist aus tiefster Erniedrigung befreit und zu Ansehen und Wohlstand gebracht hat. Aus Einern Brief einer Mutter, die für einige Wochen mit ihrem Kind in dem Mütter- und Säuglingsheim der NS.- Volkswohlfahrt in Lindenfels zu ihrer Stärkung Aufnahme gefunden hatte, spricht deutlich die Bewunderung für die weit umfassende Wohlfahrtspflege der NSDAP, und der Dank an den Führer, der diese segensreichen Einrichtungen schuf. „Nachdem bereits drei Wochen nach meiner Rückkehr aus dem schönen Lindenfels verflossen sind, möchte ich nun nicht versäumen, den gesamten, für mich tätig gewesenen Helfern und Helferinnen der NSV. besonders-der Gauamtsleitung für ihre zahl-- Das Erholungswerk des deutschen Volkes rechnet auf deine Mitarbeit. 3eder, der dazu in der ; Lage ist, stellt einen Freiplah für Hiller-Frei-X plah-Spende und kinderlandverfchickung zur \ Verfügung. losen Bemühungen und nicht zuletzt den edlen Spendern meinen herzlichsten Dank zu übermitteln. Be- ' sonderen Dank dafür, daß mein Kind, das in der " Zeit erkrankt und der NSV. so viele Sorgen, Mühe und Umstände bereitete, i n s o vorbilhlicher Weise umsorgt und behütet wurde. Ebenso meinen warmen Dank für die Betreuung durch „Mutter und Kind", da mein Mann magenleidend und die Wirtschaftskasse durch die Diätküche enorm belastet äst. Nunmehr mein Junge inzwischen schon ein halbes Jahr geworden ist und die herrliche Erholung in Lindenfels ihre gute Wirkung ausübt, kann ich getrost sagen, wieder über dem Berg zu sein und mit frischem Mut der Arbeit und somit dem Alltag zu Leibe rücken zu können. Auch möchte ich nochmals meiner Bewunderung Ausdruck geben für die erstklassige Unterbringung, Verpflegung und Versorgung von Mutter und Kind in dem schönen Heim der NSV. in Lindenfels. Als der Stellvertretende Gauleiter Linder die Worte sagte: „Ihr sollt's vier Wochen so gut haben wie Fürsten!", hat er nicht zu viel gesagt, denn schöner kann's ein Mensch nicht haben. Längst schon hat uns das unerbittliche Leben wieder mit seinen Sorgen und Nöten, mit seinen Kämpfen und Streben in seine Arme ausgenommen, fast schon schwebt uns Lindenfels als eine Fata Morgana vor, mir jedenfalls wird es eine unvergeßliche Erinnerung an ein Stückchen Paradies fein. Ich schließe in tiefer Dankbarkeit, in ehrlicher Bewunderung all' dessen, was im Sinne des Führers geschaffen wurde und wird, mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf unseren Führer." E. B. Einlagenzustrom bei den Banken. Die Abwicklung bet im Januar aufgelegten großen Reichsanleihe über 1200 Millionen Mark hatte in den Bankbilanzen per Ende Januar deutliche Spuren hinterlassen: die Einlagen waren durch die Einzahlungen scharf zurückgegangen, und entsprechend hatten sich die Bestände der Banken an Wechseln und liquiden Guthaben beträchtlich vermindert. Diese Verlagerungen haben sich inzwischen, wie die Februar-Bilanzen zeigen, weiter weitgehend zurückgebildet. Die Einlagen haben wieder kräftig zugenommen, und zwar stiegen die Bankengelder um 58 Millionen, die Spareinlagen der Kreditbanken um 26 Millionen und die sonstigen Kreditoren um 143 Millionen Mark. Zugleich konnten die Banken von den' Anleihebeständen, die sie zunächst selbst übernommen hatten, im Februar einen weiteren Teil abstoßen, so daß sich das Anleihekonto um 60 Millionen Mark verminderte. Der Kreditspielraum der Banken hat sich so im Februar ansehnlich ausgeweitet. Damit fiel glücklich ein wachsender Kreditbedarf der Wirtschaft zusammen. Die Warenvarschüsse der Banken erhöhten sich um 16 Millionen, die sonstigen Ausleihungen um 106 Millionen Mark. Daneben erfuhren die Wechselanlagen nach der scharfen Schrumpfung im Januar eine Wiederausdehnung um 70 Millionen Mark. Zugleich konnten die Jndossamentverpflichtungen um 152 Millionen Mark vermindert werden, ein deutliches Zeichen für die erreichte Auflockerung. Ein Vergleich der Bankbilanzen der lebten beiden Monate zeigt treffend das ständige Wechselsviel zwischen Staats- und Privatkonjunktur, das den stürmischen Aufschwung unserer Wirtschaft erst ermöglicht hat: Im Januar vermittelten die Banken dem Staat die für den jüngsten Konsolidierungsschritt erforderlichen gewaltigen Mittel; im Februar dagegen stellten sie die neu zufließenden Einlagen der Privatwirtschaft für den Frühjahrsauftrieb zur Verfügung. Dein Bekenntnis znm Werk -es Führers: Dein Ja am 10. April. Nr.73 Drittes Blatt Gießener Anzeiger Oeneral-Anzeiaer für Oberbeffen)Montag, 28. Marz 1938 Der Kreis Wetterau geschloffen hinter dem Führer! Eindrucksvolle Maffenkundgebung mit Reichsminister Rust in der Gießener Volkshalle. Reicher Flaggenschmuck in den Straßen unserer Stadt brachte am gestrigen Sonntag dem Reichsminister R u st, der zur Eröffnung des Wahlkampfes zur Volksabstimmung am 10. April nach Gie- ßen kam, den Willkommengruß unserer Stadt dar. In zahlreichen Straßen trugen quer über die Fahrbahnen von Baum zu Baum gespannte Spruchbänder eindringliche Worte des Bekenntnisses zu Großdeutschland und der Treue zum Führer, zu Volk und Vaterland. In den frühen Abendstunden wurde es in allen Stadtteilen besonders lebendig. Die Gliederungen der Partei versammelten sich, um geschlossen zur Volkshalle, der Stätte der gestrigen Eröffnungskundgebung des Wahlkampfes, zu marschieren. Daneben pilgerten Tausende von weiteren Volksgenossen hinauf zur Volkshalle. Schon lange vor Beginn der Kundgebung zeigte der weite Raum der Halle das Bild eines großen Ereignisses. Und als der Redner des Abends, Reichsminister Rust, in Begleitung des Kreisleiters Backhaus um 2Q Uhr die Volkshalle betrat, da war die Halle in allen Teilen bis zum letzten Platze von Tausenden von Volksgenossen besetzt; bis in den Vorraum hinaus standen die Menschen, während die verlängerten Sitzreihen beiderseits unter den Emporen ebenfalls völlig in Anspruch genommen waren. Nach seiner Ankunft vor der Volkshalle schritt Reichsminister R u st in Begleitung des Kreisleiters Backhaus und anderer führender Männer der Parteigliederungen zunächst die Front der Fahnengruppe und der Ehrenformationen ab. Dann begab er sich, von der riesigen Menschenmenge mit starken Bekundungen der Freude begrüßt, in die Halle Nach dem Einmarsch der Fahnengruppe und der Ehrenstürme brachte Kreisleiter Backhaus bei der Eröffnung der Kundgebung dem Reichsminister R u st den herzlichen Willkommengruß der Stadt Gießen dar, den die Versammlung durch lebhaften Beifall unterstrich. Dann betrat, von anhaltendem Jubel begrüßt, Reichsmmister JRuft die Bühne zu seiner großangelegten, die Hörer immer wieder zu starkem Beifall mitreißenden Rede. Er erinnerte einleitend an die unvergeßliche Größe der jüngsten Wochen mit ihren weltgeschichtlichen Ereignissen in Oesterreich. Dann wies er auf das Wort des Führers in Linz hin, der dort davon sprach, daß er bei seinem Auszug aus dieser Stadt in seinen jungen Jahren bereits den festen Vorsatz gehabt hätte, an seiner Stelle immer alles zu tun, um seine Heimat in das große deutsche Vaterland zurückzuführen. Hierauf ließ der Redner vor dem geistigen Auge seiner Hörer in großen Zügen das Lebensbild der Jugendjahre des Führers entstehen; er erinnerte dabei an das schwere Schicksal, das der junge Hitler auf seinem Wege von Linz über Wien nach München, durch den Weltkrieg und in dem nachfolgenden innerdeutschen Kampf um die Freiheit Deutschlands auf sich nehmen mußte. Diesen Lebensweg nannte Minister R u st unter lebhafter Zustimmung seiner Hörer das wunderbare Walten der Vorsehung. Der junge Adolf Hitler habe schon in Linz ein ganz anderes Deutsches Reich vor seinen geistigen Augen gesehen, als irgendjemand von uns zu jener Zeit. In packenden Worten schilderte der Redner nun Adolf Hitlers Erleben während seiner Wiener Jahre, die für ihn grundlegend wurden für die Formung seines Begriffes von der deutschen Volksgemeinschaft und für die klare Erkenntnis der verhängnisvollen Aufspaltung des deutschen Volkes durch den vom internationalen Judentum geschürten Klassenhaß und Klassenkampf. Dann rief Minister R u st seinen Hörern die schwere Zeit des deutschen Niederbruches nach dem Weltkriege und die Hohlheit der Schlagworte jener Zeit in die Erinnerung zurück. Der Führer warnte damals schon vor diesen Täuschungen und verkündete das ewige Gesetz, daß nur durch Kampf und Einsatz aller Kräfte unter einer weitsichtigen Führung das deutsche Schicksal gemeistert werden könne, nicht aber durch die trügerischen Versprechungen und Illusionen von Genf. Unter immer wieder lebhaftem Beifall, der sich von Satz zu Satz steigerte, erinnerte Reichsminister R u st daran, daß der Führer damals schon den Weg der deutschen Arbeit und des deutschen Kampfes als den besten für unsere Zukunft bezeichnete, daß er in jenen Jahren bereits die heute das ganze deutsche Volk umschließende Volksgemeinschaft verkündete, daß der Führer damals schon voraussagte, der Weg werde lang sein, aber an seinem Ende das große und herrliche Ziel stehen: ein geeintes deutsches Volk! Unter jubelnder Zustimmung der Massen rief der Redner aus- Linen Führer wie Adolf Hiller gibt es für das deutsche Volk nicht in jedem Jahrhundert. W i r wollen froh u nd dankbar sein, daß Adolf Hitler unserem deutsch en Volke in schwer st er Zeit geschenkt wurde. Mit diesem Führer an der Spitze wird das durch Rot und Kampf hart gewordene deutsche Volk seinen Weg kraftvoll in die Zukunft gehen und dabei immer voll Vertrauen und in Treue den Weg des Führers als das Schicksal des Volkes betrachten. Sodann lenkte Minister R u st die Blicke der gespannt lauschenden Menge auf die Zeit des Weltkrieg-Endes, bei dem klar zutage trat, daß Deutschland damals zwar Soldaten hatte, aber keine politische Führung besaß. Daher denn auch der Wille des Führers darauf gerichtet war, e i n geeintes deutsches Volk mit einer zielsicheren politischen Führung zu schaffen, beide engmiteinander verbunden in dem Bewußtsein des Blutes und des deutschen Volkstums. Heute sehen wir alle, wie wunderbar der Führer dieses Ziel erreicht hat. Begleitet von dem starken Jubel der Versammlung erinnerte der Redner an die herrlichen Früchte dieser Arbeit, die wir in der Wiederauflichtung der deutschen Souve- 1 k 1 * Q •-1 H l » I \ x -111 I I - tz L - Reichsminister R u st bei seiner Rede in der Vo ränität im Rheinland, in der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, im Aufbau unserer herrlichen Wehrmacht und in den vielfältigen Maßnahmen unseres wirtschaftlichen Wiederaufbaues zur Sicherung von Arbeit und Brot für alle Volksgenoffen vor uns sehen. Gewaltig war der Jubel, als der Redner erklärte, daß die Fahne Adolf Hitlers in Deutschland nicht wieder eingezogen und das deutsche Volk unter ihr immer weiter marschieren werde Diesem großartigen Werk des Führers sei es auch zu verdanken, daß jetzt 6'/- Millionen deutsche Menschen in Oesterreich wieder in den Blut ström des großen Deutschen Reiches und Volkes zurückgeführt werden konnten, ohne dabei einen Tropfen dieses Blutes zu opfern. Stürmisch stimmte die Versammlung auch hier wieder dem Redner zu, ebenso seiner Feststellung, daß durch diese Tat des Führers den Volksgenossen in Oesterreich viel Unglück erspart worden sei. Der Redner kennzeichnete dann in markanten Worten den Volksverrat Schuschniggs und die dahinterstehenden Kräfte, ebenso die großen Gefahren, die bei dieser Sachlage bestanden. Neuer Jubel der Massen brach los, als der Redner in diesem Zusammenhänge erklärte, der Führer habe das alles sofort klar erkannt, und er habe zur Rettung der deutschen Brüder in Oesterreich unverzüglich gehandelt und dört eine verhängnisvolle Entwicklung aufgehalten, ohne sich dabei um das Geschwätz der internationalen Demokraten zu kümmern. Nunmehr rufe der Führer fein ganzes deutsches Volk zu einem erneuten Bekenntnis auf in der Gewißheit, daß alle deutschen Volksgenossen bereit sind, ihm voll gläubigen Vertrauens zu folgen bei seiner Hilfe für die deutschen Brüder in Oesterreich. Langanhaltender Jubel durchbrauste wieder die Halle, als Minister Rust als Ausdruck der einheitlichen Volksmeinung feststellte: Es ist schön, unter Adolf Hitler Deutscher zu sein! Das deutsche Volk dankt dem Herrgott, daß er ihm diesen Mann als Führer geschenkt hat. In packenden Worten schilderte Minister R u st dann die unendlichen Sorgen und Mühen des Führers um sein geliebtes deutsches Volk, ebenso auch den unbegrenzten Glauben des Führers an die Treue und an den guten Willen der deutschen Volksgenossen, ihm auch weiterhin bei seinem Werke zu helfen. Nunmehr handelt es sich für alle deutschen Volksgenossen darum, dem Führer am 10. April die freudige Antwort des I a zu geben. Der Redner ließ noch einmal in einem kurzen, stichwortartigen Rückblick den Gang der deutschen Geschichte vor dem geistigen Auge seiner Hörer entstehen, dabei besonders auf die früheren Wünsche einer großdeutschen Einigung aller deutschen Menschen hinweisend, um abschließend unter dem jubelnden Beifall der ganzen Versammlung zu erklären: Run ist das große Deutsche Reich da! Richt ein Bund von Fürsten und Parteien, sondern ein Volk von 75 Millionen Menschen, die Adolf Hitler gehören! Und am 10. April legt dieses große deutsche Volk mit feinem Führer Adolf Hitler für die kommenden Jahrhunderte, ja vielleicht Jahr- (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) tausende, das erste freie Bekenntnis ab ;um großen Deutschen Reich! Nachdem die langanhaltende stürmische Zustimmung der Versammlung als äußerer Dank an Minister Rust verklungen war, betonte Kreisleiter Backhaus in seinem Schlußwort, Minister R u st habe allen aus der Seele gesprochen. Der Kreisleiter bat den Minister, die Ueberzeuhung von Gießen mitzunehmen, daß der ganze Kreis Wetterau geschlossen und treu zum Führer steht! Stürmisch brachte auch hierbei die Versammlung ihre Zustimmung zum Ausdruck. Die Kundgebung wurde sodann in üblicher Weise geschlossen. Minister Rust wurden beim Verlassen der Volkshalle noch einmal herzliche Bekundungen der treuen Verbundenheit dargebracht. Die ff und Kamekaden von der SA. unter dem Kommando des Führers der 83. ff-Standarte, ff-Sturmbannführer Müller, versahen den Sicherungsdienst, die Polizei in Gemeinschaft mit einer Anzahl Kameraden vom NSKK. unter dem Kommando des Polizeihauptmanns Förster den Dienst der Verkehrsregelung und Absperrung. Bei dem riesigen Massenandrang hatten alle Einheiten dieses Dienstes eine verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen, die in der gewohnten vortrefflichen Art ihre Erledigung fand. Spenden auf das Sonderkonto Oesterreich. NSG. Die Eingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich löste bei allen Volksgenossen große Begeisterung aus. Die entschlossene Hilfe, die der Führer dem Brudervolk dadurch hat zuteil werden lassen, daß er es durch den Einmarsch der deutschen Truppen vor inneren Unruhen bewahrt und dem wahren Volkswillen Oesterreichs zum Anschluß an das Deutsche Reich verhalfen hat, fand ungeteilten Beifall aller Deutschen des In- und Auslandes. Große und schwierige Aufgaben sind aber sofort zu ergreifen, um den solange geknechteten Volksgenossen Oesterreichs durchgreifend helfen zu können. Es sollen deshalb durch eine Sonderaktion d i e Mittel beschafft werden, um sofort alle notwendigen Hilfsmaßnahmen in die Wege leiten zu können. Gleich nach den historischen Ereignissen des 12., 13. und 14. März wurden großzügige Maßnahmen für die hilfsbedürftigen österreichischen Volksgenossen eingeleitet. Aber noch weitere M i t- t e l werden benötigt. Die NSV. ruft deshalb alle Volksgenossen auf, soweit sie dazu in der Lage sind, mit ihrem Scherflein dazu beizutragen, den großen Anforderungen, die besonders auch auf sozialem Gebiete notwendig sind, gerecht zu werden. Einzahlungen der Spenden erbeten auf die Konten „Der ©aübeauftragte des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes, Sonderkonto Oesterreich, Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 6655" und „'Der Gaubeauftragte für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, Nassauische Landesbank, Wiesbaden 211610". Heute ob 15 Uhr Sirenenprobe. Wie wir bereits in der vergangenen Woche berichten konnten, werden am heutigen Montag ab 15 Uhr die neuaufgestellten Sirenen für Luftschutz und Feueralarm ausprobiert. Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß zu irgendwelcher Beunruhigung kein Anlaß besteht. Warum macht der Frühling müde? Allenthalben hört man die Klage, daß man sich müde und unlustig fühlt, trotzdem das Wetter schön ist und die Sonne scheint. Was hat es mit dieser „Frühjahrsmüdigkeit" auf sich? Ein norwegischer Arzt hat über diese Erscheinung jahrelang Forschungen angestellt und gibt den Wirkungen des Sonnenlichts schuld an ihrem Auftreten. Allerdings bringen mir die Voraussetzungen für diese Müdigkeit mit Sie hat ihre Ursache in jenem Zustand der Erschlaffung, in dem sich unser Organismus am Ausgang des Winters befindet. Arbeit, Vergnügungen, Erkältungskrankheiten und andere Infektionen haben den Körper den Winter über mitgenommen. Viele Menschen sind wenig an die frische Luft gekommen. Nun lockt plötzlich das Frühjahr mit seinem tagelangen Sonnenschein, seiner hellen, klaren Luft die Stubenhocker ins Freie. So wird oft zu plötzlich dem erschöpften Organismus zu viel zugemutet. Man überschätzt seine Kräfte und unternimmt lange Spaziergänge, man setzt eine mehrstündige Wanderung an, man wird in den Frühlingsrausch ringsumher, wie er sich in Sonne, Luft und jungem Grün auswirkt, mit hineingerissen. Das natürliche Müdigkeits- aefühl, das einen packt, läßt man nicht gelten, man sucht es durch energische Leistungen zu Überwinden, aber man zieht dabei den Kürzeren und fällt der „Früjahrsmüdigkeit", die sich bis zum Gefühl der Krankheit steigern kann, zum Opfer. Das Sonnenlicht, das so belebend wirkt und alle Eindrücke verschärft, wirkt auch auf die Haut, besonders die Gesichtshaut und ruft eine Erhöhung der Körperwärme hervor mit der Folge, daß der Körper mehr Wärme als sonst ausstrahlt. Um diese Wärme zu ersetzen, erhöhen wir unsere Marschleistung, verbrauchen zu viel Kraft und ermüden dabei. Doch diese Feststellung soll nicht bedeuten, daß man der Sonne und der Frühjahrsluft ausweichen soll. Im Gegenteil: man darf nur beides im Anfang nicht gleich in allzu großer Menge genießen, wenn man der Frühjahrsmüdigkeit und ihren Folgen, die für schwache und blutarme Personen und Menschen mit schwachem Herzen recht unangenehm werden können, entgehen will. In den ersten vierzehn Tagen etwas Maß halten, dann hat der Körper seine Umstellung vollzogen. Mit dieser einfachen Vorsichtsmaßregel bekämpfen mir am besten die leidige Frühjahrsmüdigkeit und unterstützen diese Vorsicht durch „zeitgemäße" Ernährung, d. h. durch Verzicht auf Fleisch und Fett zugunsten der jungen, grünen Kräuter und Salate, die uns der Frühling verlockend anbietet. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Stadttheater: 15 dis 17.45 Uhr: „Wilhelm Teil", Schülervorstellung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Mädchen mit dem guten Ruf". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schüsse in Kabine 7". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten. HI., Bann und Iungbann 116. Im Interesse des Vierjahresplanes wurden dieser Tage die Bürgermeister und Schulleitungen vom Arbeitsamt gebeten, 1. Jugendliche, die nach dem 14. März 1938 aus einer Volks-, Mittel- oder höheren Schule abgehen, und 2. alle erwerbslosen Jugendlichen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet und zwischen dem 1. Januar 1934 und dem 14. März 1938 die Schule verlassen haben, zu melden. In Anbetracht der Wichtigkeit haben sofort alle Einheitsführer darauf hingewiesen und zu veranlassen, daß sich j e d e r in Frage kommende Jg. meldet. BOM.- u. ZM.-ilniergau 116, Gießen. Betr.: Gesundheitsstelle. Sämtliche Koppeltaschen der Mädel- und Jungmädelgruppen des Untergaues 116 haben bis spätestens Freitag, 1. April, auf der Dienststelle des Untergaues zu sein. Auf der Innenseite der Koppel- tasche muß deutlich der Name der Einheit stehen zwecks Kontrolle. Betr.: Arbeitsbesprechung. Am Montag, 28. März, um 20 Uhr, findet in der Dienststelle des Untergaues eine Arbeitsbespre- sprechung mit der Obergauführerin statt. Die Mädelgruppenführerinnen sind nach Möglichkeit schon um 19 Uhr auf der Dienststelle. Oie hessische Ferienordnung für das Schuljahr 1938/39. LPD. Die Schulferien für das Schuljahr 1938/39 im Lande Hessen wurden wie folgt festgesetzt: Osterferien 1938 = 18 Tage, und zwar vom 3. April bis einschließlich 20. April. Die P fing.st- ferien dauern 7 Tage; sie beginnen mit dem 2. Juni und enden am 8. Juni einschließlich. Die Sommerferien haben eine Dauer von 40 Tagen, beginnen am 8. Juli als erstem Ferientag und enden am 16. August als letztem Ferientag. Die Herb st ferien sind mit 5 Tagen die kürzesten Ferien; sie beginnen am 14. Oktober und enden am 18. Oktober, dem letzten Ferientag. Die Weihnachtsferien beginnen am 23. Dezember und enden am 6. Januar 1939, dem letzten Ferientag der IStägigen Weihnachtsferien. Die Osterferien 1939 dauern wieder 18 Tage, vom 26. März bis 12. April 1939. Diese Festsetzung gilt für alle Schulen in den Städten Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach und Worms. Für alle übrigen Orte des Landes find die Sommer- und die Herbstferien nach dem Stand der Erntearbeiten im Einvernehmen mit den Schulämtern festzusetzen. Sie dürfen die Zeitdauer von 45 Tagen nicht übersteigen. Zwei Bremsen an jedes Fahrrad! Der Reichsverkehrsminister gibt im Reichs-Ver- kehrs-Blatt bekannt: Vom 1. Jan. d.J. ab müssen Fahrräder zwei voneinander unabhängige Bremsen haben. Es ist nun genehmigt worden,' daß die vor dem 1. Januar d.J. in Verkehr gebrachten Fahr- Bei gleitbbleibenber Qualität Hundert Lahre Gewerbeschule Gießen (Nachdruck verboten!) 19. Fortsetzung. mich warten!" 21. Heinz Stadler rieb sich „Haben Sie den Mann leider nicht sagen, denn zurück, um eine Kundin ungeduldig war." „Ganz merkwürdig!" teilen entfalten. Kreishandwerksmeister Stuhl er brachte die Glückwünsche des Landeshandwerksmeisters und der Handwerkskammer, wie auch die Kreishandwerkerschaft zum Ausdruck, und wies auf die enge Verbundenheit von Handwerk und Gewerbeschule hin. Spenden für Oesterreich. Alle deutschen Volksgenossen, die an der Linderung der Not im Lande Oesterreich mit- helfen wollen, können Geldspenden einzahlen auf das Konto „Oesterreich" bei allen Dienststellen des WHW. oder bei allen in der Reichsgruppe „Banken" zusammengeschlossenen Kreditinstituten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern. und gleichzeitig seine Neugierde wachgerufen hatte. Dieser Armand, er war doch ein unverbesserlicher Der Wagen hielt vor einem einfachen, aber recht sauberen Häuschen in der Gegend des Montmartre. Heinz stieg aus und bedeutete dem Chauffeur zu warten. Dann betrat er das Haus und tappte sich die finstere Treppe empor. Sein Herz klopfte, und es war nicht ganz sicher, ob das nur eine Folge des mühseligen Treppensteigens war. Pawla Werzewna bewohnte allein eine Dachstube, und als der Kriminalkommissar Heinz Stadler an die Tür dieser Dachstube pochte, stellte er zu feiner Verwunderung fest, daß ein sehr merkwürdiger und ihm selbst durchaus ungewohnter Ge- mütszustand von seinem Innern Besitz ergriffen hatte. Er hqtte jedoch keine Zeit, über diese komische Sache nachzudenken, denn ein schwaches „Herein!" veranlaßte ihn die Türe zu öffnen. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der 'Reöaffton. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. L. In G. Wegen des Ihnen restlich verschuldeten Geldbetrages können Sie gegen Ihre Nichte Zahlungs-Vollstreckungsbefehl nehmen und diesen alsdann zur Zwangsvollstreckung geben. Bleibt die Pfändung fruchtlos, so können Sie Antrag auf Ableistung des Offenbarungseides durch die Schuldnerin stellen, und wenn diese in dem zur Ableistung des Eides bestimmten Termin nicht erscheint, Haftbefehl erwirken und die Schuldnerin durch einen Gerichtsvollzieher verhaften lassen. Die Ausführung des Verhaftungsauftrags wird von dem Gerichtsvollzieher in der Regel von der Leistung eines Vorschusses von 60 RM. abhängig gemacht. Sind Sie zur Zahlung dieses Betrages nicht in der Lage, können Sie um Bewilligung des Armenrechts nachsuchen. Es erscheint nicht angängig, die Arbeitgeberin Ihrer Nichte über die Entstehungsursache Ihrer Forderung zu unterrichten. vielleicht inzwischen nach Hause gekommen ist. Allerdings halte ich diese Möglichkeit für ziemlich ausgeschlossen." Armand Larusse war es, der die Aufmerksamkeit seines Freundes auf die an der Ecke wartenden Mietautos lenkte. „Vielleicht hat der Mann eine Taxe genommen!" „Sieh mal an!" lachte Heinz. „Armand beginnt kriminalistische Instinkte zu entwickeln. — Dein Hinweis hat etwas für sich!" Sie traten auf den Chauffeur des vordersten Wagens zu. „Passen Sie mal auf, junger Mann!" begann Heinz. „Wir suchen nach einem Mädchen, das in Begleitung eines älteren Herrn vor einigen Mi- nutem aus der Rue de la Suisse gekommen sein muß. Haben Sie vielleicht zufällig gesehen, ob die beiden ein Auto genommen haben?" „Warum wollen Sie das so genau wissen? Ein bißchen eifersüchtig, wie? Trösten Sie sich man! Das Fräulein wird schon wieder zurückkehren." Heinz Stadler zeigte seinen Polizeiausweis vor. „Es handelt sich vermutlich um böswillige Entführung. Der Mann, 'm dessen Begleitung die Dame war, ist ein Verbrecher." „Entschuldigen Sie, mein Herr, das ist etwas anderes! — Es sind wohl knapp zehn Minuten, da kam ein älterer Mann mit einer jungen Dame hier zu meinem Kollegen Jules, um seinen Wagen für eine Fahrt zu mieten. Sie sind dann eingestiegen und in der Richtung zum Stadtzentrum losgefah- ren." . „Können Sie mir sagen, wie me beiden ausgesehen haben?" Die Schilderung, die der Mann gab, überzeugte Heinz, daß seine Vermutung richtig war. Der Mann, der Gerda Bosch entführt hatte, war Herr Claudius. „Ich habe eine dringende Bitte an Sie! Wenn Ihr Kollege zurückkommt, wollen Sie ihm sagen, daß er sich sofort bei mir melden soll!" Er schrieb die Adresse von Armand Larusse auf ein Stück Papier und reichte es ihm. Der Chauffeur nahm den Zettel vorsichtig in Empfang und verwahrte ihn in seiner Brieftasche. „Sehr wohl, Monsieur, wird gewissenhaft erledigt. Und wenn ich inzwischen eine Fahrt bekommen sollte, werde ich die Mitteilung an meinen Hintermann weitergeben." „Sehr schön! Ihr Kollege wird für den Verdienstausfall entschädigt!" Heinz drückte dem Mann ein Fünfftankstück in die Hand und schlug dann mit Armand den Rückweg zum Atelier ein. Es stellte sich heraus, daß Pawla Werzewna in der Zwischenzeit das Haus verlassen hatte. Der Tisch war gedeckt, die Speisen waren unberührt. „Ich bin solche Ueberraschungen von ihr ge- wöhnt!" sagte Armand ohne sonderlichen Aerger. „Ich brauchte bloß mal ein zweideutiges Wort zu sagen oder ihr sonstwie zu nahe zu treten — schon schlüpfte sie in ihren Mantel, und weg war sie. Da kann man nichts machen. — Aber morgen kommt sie wieder, verlaß dich drauf; denn auf die Fertigstellung ihres Bildes ist sie noch versessener als ich." Heinz war mit dieser Auskunft keineswegs zuftie» den. „Du weißt doch sicher, wo sie wohnt! Gib mir ihre Adresse! Ich brauche die Kleine heute noch." „Das wird ja immer komischer!" entgegnete der Maler mißtrauisch. „Wozu brauchst du sie? Ich will nicht hoffen--?" „Laß den Unsinn! Ich habe mit meinen Freunden in dieser Nacht noch eine entscheidende Runde vor, und bei dieser Unternehmung habe ich dem Mädel eine wichtige Rolle zugedacht. Erst hatte ich Gerda Bosch im Auge, aber die Werzewna eignet sich viel besser' dazu." Armand gab etwas widerstrebend die Adresse. „Mach keinen Unfug, mein Lieber! Wenn ihr etwas zustoßen würde — ich könnte das Bild nicht fertigstellen!" „Wegen des BWes also? Das ist deine einzige Sorge?" „Natürlich! Da4 muht du verstehen: Das „Russische Bauernmädchen" wird mein entscheidender Erfolg werden." Heinz wußte nicht warum, aber diese Auskunft befriedigte ihn in hohem Grade. Er holte sich seinen Mantel. „Ich bin bald wieder da. Wenn die Chauffeur kommen sollte, er soll auf waren. „In welcher Richtung entfernten sich die beiden?" „In der gleichen Richtung, aus der Herr Armand gekommen war!" Die beiden Männer verließen Clsmencaus Laden und schlugen die angedeutete Richtung ein. „Ich habe eine gewisse Vermutung!" verriet Heinz. „Wenigstens ist der Mann, den ich in Verdacht habe, der einzige, der unter Umständen ein Interesse an Gerda Bosch haben könnte. Voraussetzung wäre allerdings, daß er über meine Beziehung zu Fräulein Bosch unterrichtet ist. Wie er das herausgebracht haben soll, ist mir freilich schleierhaft." „Was sind das bloß für geheimnisvolle und aufregende Dinge!" stöhnte der bedauernswerte Armand, dem schon ganz wirr im Kopfe war. „Es wird noch viel aufregender kommen, mein lieber Freund!" lächelte Heinz. „Und ich hatte wunder gedacht, was für ein harmloser Bursche du bist." Sie kamen an das Ende der Straße und waren nun eigentlich beide ziemlich ratlos. Doch war auch hier keine Spur mehr von Gerda Bosch zu sehen.' „Wir können oorläusig gar nichts weiter unternehmen. Es bliebe höchstens, daß ich mal bei den „Drei Milchfrauen" nachsehe, ob Fräulein Bosch 20. „Welche Ueberraschung?" spottete Heinz, als er die beiden Gauner so unvermutet vor sich stehen sah. „Habe ich recht, wenn ich annehme, daß Sie mir einen kleinen Freundschaftsbesuch ab statten wollten?" Die beiden nickten zustimmend. „Es tut mir aufrichtig leid, meine Herren, aber im Augenblick kann ich Ihnen mit bestem Willen nicht zur Verfügung stehen. Das beste ist wohl, wenn wir eine Zusammenkunft vereinbaren!" „Darüber läßt sich reden! Machen Sie einen Vorschlag!" „Nun gut, sagen wir heute um elf Uhr... im «Chat bleu', im .Blauen Kater'; Einverstanden?" „Einverstanden!" stimmte Czibulka zu, ohne feine Ueberraschung ganz verbergen zu können. Denn der „Chat bleu", ein Nachtlokal übelster Sorte, drunten am Seineufer, galt als die verrufenste Derbrecherkneipe von ganz Europa. Heinz drückte den beiden die Hand. Dann holte er Armand ein, der inzwischen die Suche nach Gerda Bosch wieder ausgenommen hatte. „Es ist, als habe sie der Eisboden verschluckt? Wenn ich nicht genau wüßte, daß sie vor zehn Minuten noch hier gestanden hat--!" „Sei doch nicht so aufgeregt, mein lieber Armand! Uebrigens wollen wir uns erst einmal m diesen Hausflur zurückziehen. Meine beiden Freunde bort brauchen nicht zu merken, daß wir nach jemand suchen." Sie warteten, hinter einer Haustür verborgen, bis Czibulka und sein Begleiter außer Sicht waren. Dann traten sie wieder auf die dunkle, nur von wenigen Gaslaternen beleuchtete Straße hinaus. „Irgendein Ereignis muß sie veranlaßt haben, ihre Absichten zu ändern." „Du glaubst doch nicht, daß sie mit Gewalt — daß irgend etwas passiert ist?" Heinz schüttelte den Kopf. „Das hätte doch immerhin Aufsehen erregen müssen. Erkundige dich mal, du kennst doch die Leute hier!" Schließlich war es Vater Clsmencau, der in der Lage mar, ihnen einen Hinweis zu geben. Er hatte vorhin Armand m Gerdas Begleitung vorübergehen sehen, ein Umstand, der seine Mißbilligung nachdenklich das Kinn. .. , nicht näher gesehen? Wie schaute er ungefähr aus?" „Das kann ich Ihnen wirklich nicht sag«, denn es war schon dunkel. Jedenfalls ein älterer Herr, ziemlich altmodisch gekleidet." „Altmodisch gekleidet? — Hm . . . sollte etwa — —?" Aber Heinz sprach seinen Verdacht nicht aus. Schließlich gab es eine Menge älterer Herren in Paris und davon wieder mehr als einen, deren Anzüge nicht nach der neuesten Mode gearbeitet Abenteuer m Paris Roman von Hans Hrrthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Filou! Clemencau war also vor die Ladentür getreten, um festzustellen, ob der Maler seine neue „Freundin" wirklich in seine Wohnung bringen würde. „Und da sah ich denn, wie Sie das Fräulein tehen ließen und allein nach oben gingen. Oho, dachte ich mir, er will sich erst vergewissern, ob Pawla Werzewna nicht zu Hause ist. Und was sagen Sie, auf einmal tritt ein anderer Herr auf das Fräulein zu und spricht sie an. Die beiden unterhalten sich eine Weile — und dann gehen sie ziemlich eilig mitsammen fort. Mehr kann ich Ihnen ich mußte in den Laden zu bedienen, die bereits Die Gewerbeschule Gießen (ßiebigbau) kann in diesen Tagen auf ihr lODjähriges Bestehen zuruck- blicken. Aus diesem Anlaß fand am Samstagabend im Saale des Cafe Leib eine Jubiläumsfeier statt, die in schöner Gemeinschaft Schüler und Lehrer mit zahlreichen Gästen vereinigte. Der Abend vermittelte nicht nur einen Einblick in das Wirken der Gewerbeschule, sondern brachte den Teilnehmern auch eine Reihe unterhaltsamer Darbietungen. Em Rückblick. Nach einem einleitenden Musikoortrag von Angehörigen des Musikkorps des JR. 116 hielt der^der- zeitige kommissarische Leiter der Schule, Gewerbelehrer Tillmann, die Festrede, in der den Zuhörern in kurzen Darlegungen der Werdegang der Schule vor Augen geführt wurde. Die Gewerbeschule wurde im Jahre 1837 durch den Landesgewerbeverein als Handwerkerschule ins Leden gerufen und begann im Januar 1838 mit 28 Schülern den Unterricht. Der Landesgewerbeverein trug eine Reihe von Jahren alle Ausgaben für die Unterhaltung der Schule. Von 1846 ab stellte die Stadt Gießen die Schulräume zur Verfügung, und die Schule wurde eine Voll-Tagesschule. Der Lehrplan wurde erweitert. Die Schule erfreute sich in der Folgezeit der tatkräftigen Unterstützung des Ortsgewerbevereins, der Stadt Gießen, der Gießener Handwerkerschaft, sowie der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt. Bis 1907 wurde der Unterricht in einem Hause im Asterweg abgehalten. Der Ortsgewerbeverein entschloß sich dann, für die Schule ein Haus in der Kirchstraße zu errichten, für das die Stadt unentgeltlich das Baugelände gab. 1908 konnte das neue Schulgebäude feiner Bestimmung übergeben werden. Seit dem Jahre 1904 ist den Schülern Gelegenheit gegeben, sich in dieser Schule gründlich auf die Meisterprüfung vorzubereiten. Der Krieg brachte der Schule wohl einen Rückschlag, aber nach dem Feldzug trat eine neue günstige Entwicklung ein. In den Jahren von 1923 bis 1928 besuchten 3045 Schüler die Anstalt. über „Die Europameisterschaften in Grünau 1935 und über „Die Olympischen Spiele 1936 in Grünau . Weiterhin waren die einzelnen Mannschaften, die Art ihres Trainings und zum Schluß ihre Rennen zu sehen. Auch bei den Olympischen Spielen wurden sämtliche Rennen, auch die der siegreichen Amerikaner und Engländer und der deutschen Mannschaften, gezeigt z . Die Gießener Regatta findet in diesem Jahre am 3. Juli statt. ♦* Arbeitsjubiläum. Herr Rudolf Weil aus Krofdorf konnte am Samstag, 26. März, auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma Andreas Euler, Zigarrenkistenfabrik, hier zu- rückblicken. Aus diesem Anlaß fand ein Betnebs- appell im großen Arbeitssaal der Firina statt. Hierbei wurde der Jubilar durch Ansprache und Geschenke der Firma und der Arbeitskameraden geehrt. ** D i e Stadtkasse Gießen mahnt das 4. Ziel der Grund- und Sonbersteuer 1937 und die rückständigen Brandoersicherungsbeiträge 1937 zur alsbaldigen Zahlung an. ** Die Verwaltung der Kliniken fordert öffentlich auf, alle Rechnungen über Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1937 bis spätestens zum 2. April einzureichen. Bei späterem Eingang ist (aus technischen Gründen) mit einer erheblichen Verspätung der Bezahlung der Rechnungen zu rechnen. Seniorvierer sowie dem Skuller mit Friedel Iödt besondere görberung zuteil werden. Der Vererns- sührer verabschiedete in würdiger Form die zum Arbeitsdienst einrückenden Ruderer und Ruderinnen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch päterhin der GRG. die Treue halten mögen. Sodann referierte Kamerad Levermann über den Lehrgang für Regatta-Veranstalter, den er am 19. und 20. März in Berlin-Grünau mitgemacht hatte. Insbesondere hob er hervor, was die Regatta- Veranstalter in bezug auf Strecke, Start, Aus- schreibung und Klasseneinteilung der Rennen zu beachten haben. , Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorführung zweier Filme des Rudersportes, und zwar meinsames Streben sein. Die Schule werde mit dafür zu sorgen haben, daß wir auch auf den handwerklichen Nachwuchs stolz sein können. Alle Arbeit diene auch hier unserem Volke und sei Dank an den Führer. . ., Die herzlich gehaltenen Ansprachen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Stunden der Unterhaltung und Kameradschaft. Der weitere Verlauf des Abends brachte dann unterhaltsame Darbietungen. Fräulein I a ch n o w vom Stadttheater Gießen sang zwei Frühlingslieder und zwei Kompositionen aus der Oper „Carmen (am Klavier Kaoellrneister P o p e l k a), die mit dankbarem Beifall ausgenommen wurden. Vier Damen der Tanzgruppe des Stadttheaters warteten mit dem schneidig getanzten „Radetzkymarsch" und mit dem Holzschuhtanz aus „Zar Und Zimmermann" auf, und mußten sich zu Wiederholungen entschließen. Schließlich brachten Schüler der Gewerbeschule im improvisierten Mannerchor eine humoristische Lieddarbietung zum Vortrag. In kameradschaftlicher Unterhaltung, bei guter Musik und Tanz, verbrachte man noch manche Stunde. rüder noch bis zum 31. Dezember 1938 mit nur einer Bremse verkehren. Oie Butterversorgung zu Ostern. 10 v. h. höhere Kontingente. Fwd. Um dem erhöhten Butterbedarf für die Dfterfeiertage Rechnung zu tragen, bestimmt die Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft, daß für die Zeit vom 3. bis zum 16. April die Wochen- kontinqente der Buttererzeuger und -Verteiler um 10 v. H. erhöht werden dürfen. Die Mehrlieferung von 10 v. H. an die Kleinoerteiler erfolgt nur, wenn die Kleinverteiler bei ihren Lieferanten entsprechende Anforderungen stellen. Dom 17. April an darf die Butterbelieferung nur mit 85 v. H. der im I Oktober 1937 bewilligten Butterabgabenmengen er- folgen. Stenographen - Leistungsschreiben. Der Ortsoerein Gießen der Deuffchen Stenographenschaft hielt am gestrigen Sonntagvormittag als Schlußschreiben des Schuljahres in der Oeffent- lichen Handelslehranstalt ein Leistungsschreiben ab, an dem sich eine große Anzahl Mitglieder beteiligte. Junge begeisterte Kurzschriftler, die zu den besten Hoffnungen berechtigen, maßen sich im friedlichen Wettkampf mit der fett langem bewährten Garde der Deuffchen Stenographenschaft und legten Zeugnis ab über das in den Kursen des Ortsverems Gießen Gelernte, sowohl im Richtigschreiben, als im Schnellschreiben. Bekanntlich ist feit einigen Jahren mit jeöem Schnellschreiben auch ein Schön- und Richtigschreiben verbunden, um die Stenographen vor allen Dingen zu einem Richtigschreiben zu erziehen, das die Grundlage für spätere Gewandtheit im Schnellschreiben und sichersten Wiederlesen bildet. Bei der immer mehr zunehmenden Anwendung, welche die Kurzschrift heute im Wirtschaftsleben und auf allen Schreibstuben findet, muß jeder, der mit Schreibarbeit zu tun hat, das Stenogramm eines fremden Schreibers lesen können, weshalb gerade dem Richtigschreiben die größte Bedeutung beigemessen wird. Es wurdt geschrieben in den Abteilungen von 60 Silben aufwärts bis 240 Silben. Das Leistungsschreiben wurde von Prokurist August Siebert geleitet, dem ein Stab bewährter Helfer zur Verfügung stand, so daß es möglich war, sämtliche 106 Arbeiten zu prüfen und zu werten. Das Ergebnis war ein sehr gutes, so daß das Schreiben als eine gute Vorübung diente zum großen Leistungsschreiben, das am 22. Mai gelegentlich der Kreis- oerbanbstagung in Tübingen ab geh alten wird. Die Bekanntgabe des Ergebnisses und die Ausgabe der Urkunden findet bei der nächsten Veranstaltung des Ortsvereins statt. Abschluß- und Abschiedsabend bei der SRG. 1877. Gießener Regatta 1938 am 3. 3uli. - Als Abschluß der Winterarbeit hielt die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. V. am Samstag im Bootshaus einen Werbeabend ab, der mit einer Abschiedsfeier für die jetzt zum Arbeitsdienst einrückenden Ruderer und Ruderinnen verbunden war. Vereinsführer Studienrat Scharmann konnte vor allem sehr viel Jugend begrüßen. Er gab einen Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Winterhalbjahres und stellte fest, daß die angekündigten Veranstaltungen stattgefunden haben. Darüber hinaus fand in Gießen eine Tagung der Vereinsführer des Gaues XII unter der Leitung von Kamerad D e ck a r t und im März eine solche der Jugendwarte statt. Mit diesem Werbeabend gilt nun die Winterarbeit als abgeschlossen und mit der Wiedereröffnung brr Bootshäuser am 1. April wird das Training wieder ausgenommen. Weiterhin gab er bekannt, daß das offizielle Anrudern im Minzen Reiche, das hier mit einem Eintopfessen im Bootshaus verbunden werden wird, infolge der Wahl einheitlich auf den 24. April verlegt worden ist. Die GRG. kann leider den Zweier ohne Steuermann, der auf den Regatten in Mainz und Offenbach gute Erfolge erzielte, dies Jahr nicht starten, weil ein Mann zum Arbeitsdienst einberufen und ein anderer dienstlich nach Frankfurt a. M. versetzt wurde. Dafür werden dem Jungmann- und dem sende ehrbarer Handwerksmeister in Oberhessen und in den angrenzenden preußischen Gebieten haben sich im Laufe der hundert Jahre in der Gießener Gewerbeschule das geistige Rüstzeug für den erfolgreichen Kampf ums Dasein als freischaffende Meister geholt. Kaum ein Baugeschast, kaum eine Ma- schinenfafrik ist in der Umgebung von Gießen, wo nicht Männer vom Fach in verantwortlicher Stellung tätig sind, die sich ihre grundlegenden technischen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Gewerbeschule geholt haben. Mit der Versicherung, daß die Gewerbeschule, die jetzt von der Stadt Gießen getragen wird,' auch weiterhin in gleicher verantwortungsbewußter Weise weiter arbeiten wird, unter dem Leitsatz „Nichts für uns, alles für Deutschland" schloß der Redner seine aufschlußreichen, mit großem Beifall aufgenommenen Darlegungen. Glückwünsche zum Jubiläum. Regierungsbaurat Kuhlmann überbrachte herzliche Glückwünsche als Prüfungskommissar und zugleich auch für das Hessische Hochbauamt. Er wies u. a. darauf hin, wie die Gewerbeschule immer höheren Anforderungen gerecht werden müsse, weil die Anforderungen an das Handwerk insgesamt gestiegen seien. Hoffnungsvoll dürfe aber auch die Gewerbeschule, der er für ihre Arbeit im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens allen Erfolg wünschte, in die Zukunft sehen. Schulrat N e b e l i n g überbrachte im Auftrage des Herrn Reichsstatthalters und der Landesregierung, ferner für das Kreis- und Stadtschulamt, für die Stadt Gießen und für den NSLB herzliche Glückwünsche zum Jubiläum. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gewerbeschule weiterhin mithelfen möge, das Handwerk auf Öen Stand zu führen, den es in großer Vergangenheit einnahm. Die Schule möge die jungen Handwerker so ausbilden, daß sie den großen Anforderungen unserer Zeit gerecht werden könnten. Die Träger der Schule möchten sich jederzeit ihrer hohen Verantwortung bewußt sein. Jedermann könne in unserem gesicherten Reiche seine Pflicht erfüllen und alle seine Fähig- Seit 1928 befinden sich die Schulräume im Lie- bigbau. Die Gewerbeschule ist heute dreisemestrig mit gesonderten Abteilungen für Hochbau, Maschinenbau, Schreiner und Maler. Die Abgangsprüfung vor der Prüfungskommission ersetzt den theoretischen Teil der Meisterprüfung. Vorsitzender der Prüfungskommission und staatlicher Prüfungs- kommissar ist Regierungsbaurat Kuhl- ------ ... , . .. . . mann Der Unterricht wird durch erfahrene Ge- Schule und Handwerk, das eine sei nicht ohne das werbelehrer Praktiker und Meister, erteilt. Tau- andere zu denken! Leistungsstelgerung müsse ge- politische Kundgebung in Burkhardsfelden. Wie die Kreisleitung uns mitteilt, findet am heutigen Montag, um 20.30 Uhr beginnend, eine politische Kundgebung in Burkhardsfelden statt. Redner ist Pg. Bullmann. Kreis Wehlar. 0 Hochelheim, 24. Mär^. Die Ortsfach« gruppe der Imker im Hüttenberg hielt im Saale von Franz eine Tagung ab. Lehrer Wenig hielt einen Vortrag, in dem er über eine Reihe grundsätzlicher Fragen der Bienenzucht und Bienenwirtschaft, insbesondere über den Nutzen der Bienenzucht durch den Honigertrag und die Bestäubung der Kulturpflanzen sprach. Ferner referierte er über den deuffchen Honigbedarf und die Aufgaben der Imker in der Erzeugungsschlacht. Eingehend behandelte er die Möglichkeiten der Völker- vermehrung, die Notwendigkeit der Einrichtung von Belegstationen und der Anlage von Bienenweiden. Bezirksbauernführer Langsdorf (Groß-Rechtenbach) betonte, daß er die Werbung für die Imker- Landwirte gern an den Bäuerlichen Werkschulen unterstützen wolle und machte, darauf aufmerksam, ' daß im Rahmen der Dorfverschönerungsaktion manches für die Verbesserung der Bienenweide getan werden könne. Der Vorsitzende der Ortsfachgruppe, Mehl (Hochelheim), teilte mit, daß die Gemeinde Hochelheim bereits Salweiden angepflanzt hat und im Einvernehmen mit dem Bürgermeister noch weitere Maßnahmen am „Pfingstberg" getroffen werden. Im Juni soll in Hochelheim ein Jmker- kursus stattfinden. 9Jl.-$port Geräte-MannschaMamps in Mesrlk harmlos Nach Wieseck m-einde Müller, Köller, Möller. Steinberg: Happel: Jung, Fett: Schmandt, Naumann (7/116); Burk, (7/116), Karl Haas, Lang, Buß. Die ersten fünf Minuten verliefen Oie Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Nürnberg und Mannheim hatten einen guten Start. Die Endkämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft wurden am Sonntag fast mit einer kompletten Runde fortgesetzt bzw. eingeleitet, denn die vorausgegangenen Treffen waren gewissermaßen nur Vorgefechte. Ohne Spiele sind jetzt nur noch die Meister von Sudwest und Nordmark, die am Sonntag endgültig mit Eintracht Frankfurt und Hamburger SV. Beide Mannschaften tasteten, doch bald nahm der Kampf andere Formen an. Steinberg hielt meistens das Heft in der Hand und wurde immer wieder gefährlick. Vor dem Tor fehlte aber der abschließende Schuß. Vorüberaehend war auch Butzbach gefährlich. In der 10. Minute jagte Fett einen 16-Meter-Strasstoß hoch über das Tor, kurze Zeit danach versuchte es Naumann auf die gleiche Art, doch den genau geschossenen Ball hielt der Butzbacher Tormann in feiner Manier. Im Steinberger Sturm war kein Zusammenbanq. Däublin versuchte es einmal auf eigene Faust, umspielte alles, was sich ihm in den Weg stellte, doch den Schu hielt der Tormann wiederum aroßartia. Zwischendurch kam Butzbach auch gefährlich durch, doch meistens wurde zu durchsichtig gespielt, so daß die Gefahr rechtzeitig gebannt werden konnte. Nur einmal schien das Führungstor für Butzbach zu fallen. Der Halblinke stand plötzlich vier M-tter vor Happel, jedoch erwischte er noch im letzten Moment das Leder. Im Gegenangriff traf Burk nur den Pfosten. Nach der Pause erschien Steinberg mit einer anderen Aufstellung im Sturm. Lana spielte Mittelstürmer, Haas Rechtsaußen und Buß halblinks. Sofort nach Anpfiff übernähmen nun die Teutonen das Kommando. Die Umstellungen erwiesen sich als richtig. Bereits in der 49. Minute mußte sich der Butzbacher Schlußmann geschlagen bekennen. Eine schöne Vorlage von Däublin verwandelte Lang mit schönem Schuß. Nun erst zeigten sich die Teutonen richtig. Minutenlang kamen die Butzbacher nicht über die Hälite. In der 55. Minute gab es dann das zweite Tor. Däublin war es diesmal. Von nun an stand der Sieg sicher. Butzbach versuchte es nun auch mit Umstellungen, doch der erwünschte Erfolg blieb aus. Wohl, kämpften sie unverdrießlich weiter, um wenigstens das Ehrentor zu erzielen, doch ihre Angriffe waren lange nicht mehr so gefährlich wie in der ersten Halbzeit. Aber auch ler Turnern und Gästen. Die Wettkampfleitung hatte Oberturnwart Heller (Wieseck), dem als Kampfrichter Reuter und Müller (Gießen) zur Seite standen. Zum Wettkampf stellte jeder Verein eine Mannschaft von sechs Mann. Nachdem beide Mannschaften am Barren durchgeturnt hatten, zeigte sich bereits die Ueberlegenheit der Wiesecker Turner. Während die Kasseler Mannschaft am Bvrren insgesamt 94,5 Punkte erreichte, erzielte Wieseck 98 Punkte, so daß Wieseck mit 3,5 Punkten Vorsprung führte. Das Pferd turnen brachte Wieseck einen weiteren Vorsprung, denn es erhielt 95 Punkte und Kassel erreichte nur 88,5 Punkte. Die Freiübungen, bei denen von jeder Mannschaft nur vier Turner mitwirkten, ergaben Punktgleichheit. Es wunden Der gestern vom 1900-Sportplatz aus gestartete Frühjahrswaldlauf der Gruppe Gießen hatte zwar keine besonders zahlreiche Besetzung gefunden, brachte aber recht guten Sport. Dies besonders angesichts des nicht gerade einladenden Wetters. Der Verlauf der Kämpfe ergab die Siege der avorisierten Männer. In der Hauptklasse siel es dem für den Tv. Heuchelheim startenden F. N e i d e l (2. IN. 116) nicht schwer, sich einen beachtlichen Vorsprung vor dem 1900er Kleemann (1. IR. 36) und Unteroffizier Förster (1. IR. 36) zu sichern. Den Mannschaftssieg brachten die Spieloereinigungsleute mit ^knappem Vorsprung vor der 14. Komp. IR. 116 an sich. Ueber 3 Kilometer war E. Nerdel (Tv. Heuchelheim) nachgemeldet und zeigte, daß er während seiner Abwesenheit von einem Können nichts eingebüßt hat. Als Zweiter lief der Ordnungshüter Streu ein, gefolgt von Bepperling (1900). Den Mannschaftssieg holte sich wurden mehr und mehr überlegen. Das Spiel wickelte sich jetzt fast vollkommen in der Hälfte der Wetzlarer ab. Das Eckenverhältnis stieg auf 10:0 (am Schluß 14:0). Im Anschluß an die 11. Ecke fiel der zweite Treffer. Von Schellhaas gut hereingegeben, wurde sie vom rechten Verteidiger ins eigene Netz geköpft. Dadurch der letzten Sicherheit beraubt, kam 1900 zur noch größeren Drangperiode. Wenn trotzdem keine Erfolge mehr zustandekamen, dann war es jetzt einiges Pech. Chancen waren jedenfalls genügend vorhanden. Dafür entschädigte aber das Spiel, .das in den letzten 20 Minuten von den Platzbesitzern gezeigt wurde. Warum nicht von allem, Anfang so?! 1900 II — Garbenleich 0:1. Die Reserve der Blauweißen leistete sich in ihrem letzten Verbandsspiel eine Ueberraschung, indem sie sich auf eigenem Gelände von Garbenteich beide Punkte abnehmen ließ. Steinberg I — Vuhbach I 2:0 (0:0). Die zahlreichen Zuschauer, die gestern den Sportplatz an der Neumühle aufgesucht hatten, erlebten einen topischen Pokalkampf. Der aufgeweichte Boden stellte große Anforderungen an die Spieler. Butzbach rechtferigte die Erwartungen, die man in es gesetzt hatte, nicht völlig. Wohl war die Mannschaft von einem einzigartigen Kampfgeist beseelt und versuchte immer wieder, mit allen Mitteln die Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizusiihren. Doch an Technik waren sie den Teutonen weit unterlegen. So versteht sich auch der Sieg der Steinberger. Jedenfalls können sich die Teutonen rühmen, den Butzbachern die erste Niederlage beigebracht zu haben, nachdem die Gäste drei Monate lang jeden Gegner bezwangen. Unter die Leitung von Schiedsrichter Gutmann (Wetzlar) stellten sich folgende Mannschaften: Butzbach: Zimmermann- Benkowitz, Mattern: Remmel, Bolewasky, Lehmberg: Bandlow, Boch, Der Jriihjahrswaldlaus in Gießen. Tv. Heuchelheim und Spielvereinigung 1900 in Front. Die in letzter Minute zwischen den aus den Pokalspielen ausgeschiedenen Mannschaften angesetzten Verbandsspiele brachten in der Frage der Meisterschaft die endgültige Lösung. Der Sportverein Wetzlar, der noch die Möglichkeit hatte, 1900 durch einen sehr hohen Sieg zu überholen, wurde von dem BC. Sinn auf eigenem Gelände mit 3:1 geschlagen und ging damit der letzten Hoffnung verlustig. Dadurch wurde die Spielvereinigung 1900 Meister für das Jahr 1937/38, denn selbst wenn das letzte Spiel gegen Butzbach verloren gehen sollte, haben die Blauweißen immer noch 2 Punkte Vorsprung. Wetzlar — Sinn 1:3. Naunheim — Frohnhausen 4:4. Die beiden letzten Niederlagen hatten den Sportverein stark aus dem Konzept gebracht.'In Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles glaubte man je* doch, daß die alte Kampfkraft wieder aufflackern würde. Diese sah man aber nur bei den Sinnern, die sich dadurch für die Vorspielniederlage revanchierten. Naunheim kam abermals nur zu einem Unentschieden. Diesmal waren es die Dränier aus Frohnhausen, die sich mit 4:4 einen wertvollen Punkt erkämpften und wenn die Frage nach dem dritten Absteigenden akut werden sollte, kann dieser eine Punkt ausschlaggebend sein. Pokalspiel ohne lleberraschungen. Die zweite Zwischenrunde um den Tschammer- Pokal brachte die erwarteten Ergebnisse. Sämtliche Platzmannschaften konnten sich siegreich behaupten und damit für die dritte Zwischenrunde qualifizieren, die mit Rücksicht auf die am 10. April angesetzte Sportruhe bereits am nächsten Sonntag stattfindet. ' 1900 — Sportfreunde Wetzlar 2:0. Steinberg — Butzbach 2:0. Steindorf — Bissenberg 4:2. 1900 kam gegen Sportfreunde Wetzlar zu dem erwarteten Siege. Die Teutonen aus Steinberg haben sich die weitere Teilnahme ebenfalls erhalten. Butzbach, das sich in letzter Zeit stark in den Vordergrund schob, wurde mit 2:0 geschlagen. Die dritte Begegnung sah Steindorf in Front. Der Sieg gegen den Sportverein Wetzlar hatte die Mannschaft mächtig gestärkt, so daß den Bissenbergern wenig Erfolgsmöglichkeiten blieben. Die nächsten Pokalspiele. Für die dritte Zwischenrunde sind folgende Paarungen vorgesehen: 1900 — Steinberg. Frohnhausen — Steindorf. 1900 — Sportfreunde Wetzlar 2:0. Trotz des .nicht besonders einladenden Wetters hatte sich gestern eine zahlreiche Zuschauermenge ein- gefunöen, um Zeuge des Spieles zu sein. Dabei interessierte die Mannschaft der Sportfreunde Wetzlar besonders. Denn eine Elf, die den Sportverein Wetzlar bezwingen kann, muß schon über einigermaßen Können verfügen. Und die Sportfreunde haben nicht enttäuscht, auch wenn sie in technischer Beziehung den Platzbesitzern nicht ganz standhalten konnten. Ohne irgendwie Scheu vor ihrem Gegner zu haben, begannen die Gäste mit geschickten Aktionen. Ja, es war sogar augenscheinlich, daß ihre Unternehmungen weit genauer angelegt waren, als die der Blau- weißen. Dabei zeigte sich aber gleichzeitig auch ihre Schwäche, der Sturm. Hätte dieser Mannschäftsteil die Geschlossenheit der Hintermannschaft aufzuweisen gehabt, das Spiel wäre nicht zu Null ausgegangen. Die Blauweißen dagegen brauchten wieder einmal eine lange Anlaufzeit. Hauptsächlich der Sturm konnte sich zu keiner rechten Maßnahme zusammenfinden. War es nicht das ungenaue Spiel, dann war es bestimmt unnötige Fummelei, das der gegnerischen Verteidigung immer wieder Möglichkeit zur Abwehr gab. In der zweiten Hälfte trat hier eine Besserung ein. Jetzt sah man, was der Sturm zu leisten vermag, und das von Schellhaas erzielte Führungstor war der Abschluß einer geschickten Kombination der ganzen Fünferreihe. Durch diesen Erfolg war die Wiederstandskraft der Gäste gebrochen. Die Blauweißen Burger, Däublin Am Samstag hatte der „I. Kraft- und Sportclub 9$" Gießen die bekannte „Eiche"- Mannschaft aus Hanau zu Gast. Die Veranstaltung nähm leider nicht den gewohnten Verlauf, denn erstens kam die Hanauer Mannschaft mit einstündiger Verspätung an und dann blieb der Kampfrichter Buchberger (Frankfurt a. M.-Eckenheim) aus, wodurch dieser Kampf nicht gewertet werden kann. Wie verlautet, verzichtet Hanau jedoch auf die nochmalige Austragung, da diese Mannschaft nicht mehr eingeholt werden kann, so daß die Punkte an Gießen fallen. Die durch das Zuspätkommen der Hanauer verursachte Pause wurde durch Jugendkämpfe und Gewichtheben ausgefüllt, wobei schone Leistungen gezeigt wurden. Fritz Funk schaffte als Federgewichtler im Olympischen Dreikampf 425 Pfund, Klotz im Leichtgewicht 415 Pfund. Als noch sehr entwicklungsfähig muß man den Mittelgewichtler Kircher bezeichnen, denn dieser wird bestimmt in Kürze auf 200 Pfund,im beidarmigen Stoßen kommen. Für diesmal empfahl er sich mit 450 Pfund im Dreikampf. Auch die Heber Götz, Eder und Becker zeigten achtbare Leistungen. Auch die Jugendringer zeigten gutes Können und erfreuten die Zuschauer durch schöne Kämpfe. Anschließend wurde dann der Freundschaftskampf „Eiche" Hanau gegen Gießen 93 ausgetragen. Die Kämpfe wurden abwechselnd durch einen Gießener bzw. Hanauer Kampfrichter geleitet. Die Ergebnisse. Bantamgewicht: Wedel (Gießen) brachte den Hanauer Waider sofort durch Abfangen eines Armzuges in große Gefahr. Der stärkere Hanauer befreite sich aber sofort wieder und besiegte Wedel durch Ueberröller. Federgewicht: Ein ungemein hartnäckiges Gefecht lieferten sich Alois Funk und August Müller (Hanau). Beide Ringer zeigten prächtige Griffe und Paraden. Alois Funk lag in knapper Führung, als durch einen unliebsamen Vorfall der Hanauer den Kampf aufgab. Sieger: Funk. Leichtgewicht: Eder (Gießen) brachte die Ueberraschung des Abends, denn er besiegte Kurt Müller durch Abfangen eines Ueberstürzers. Weltergewicht: Klotz hatte den vorjährigen Gaumeister 'im Leichtgewicht, Fritz Müller, zum Gegner. Beide Ringer zeigten großes technisches Können und lieferten sich einen äußerst spannenden Kampf. In der sechsten Minute erwischte der Hanauer den zu offen kämpfenden Klotz mit einem blitzschnellen Hüftschwung, aus dem es fein Entrinnen gab. Mittelgewicht: Becker (Gießen) lag gegen Heinrich Müller (Hanau) dauernd im Angriff und brachte den Hanauer mehrfach in sehr gefährliche Lagen. Mehrmals rettete der Mattenrand. In der 12. Minute übersah der Hanauer Kampfleiter eine die Teutonen konnten trotz größter Anstrengungen keine Tore mehr erzielen. In den Schlußminuten ließ das Tempo dann merklich'nach. Nach diesem Siege dürfte es am nächsten Sonntag zu einem Größkampf auf dem 1900er-Platz kommen. Kämpfe um den Aufstieg in die Lezirksklaffe. vfR. Cid) — VfB. Aßlar 2:1. Hier siegte die glücklichere Mannschaft auf Grund des Platzvorteils. Reichsbahn-Tuspo Dillenburg — VsV.-Reichsbahn Gießen 0:7. VfB. konnte schon in der ersten Halbzeit drei Tore erzielen und setzte in der zweiten Halbzeit noch vier weitere Tore diesen hinzu. Dillenburg I. — VfB.-Reichsbahn I 0:7 (0:3). die SA.-Standarte 116. — Nachstehend die Ergebnisse: 5 Kilometer: 1. Schütze Neide!, 2. IR. 116 (To. Heuchelheim), 16:37,9 Min.; 2. Schütze Kleemann, 1. IR. 36 (1900), 17:27 Min.; 3. Utoff. Förster (1. IR. 36) 17:37,8 Min.; 4. Schütze Stöger, 2. IR. 116 (1900); 5. Pfaff (VfB.-Reichsbahn); 6. Schütze Krüger (14. IR. 116). Mannschaften: 1. Spielvgg. 1900 Gießen (Kleemann, Stöger, Peters) 18 Punkte; 2.14. Komp. IR. 116 19 P.; 3. VfB.-Reichsbahn Gießen 21 P.; 4. 1. Komp. IR. 36 23 P. 3 Kilometer: 1. E. Neide! (To. Heuchelheim) 11:36,4 Min.; 2. Streu (Poüzerfportverein Gießen) 11:45,8 Min.; 3. Bepperling (1900) 12:11,2 Min.; 4. Schütze Beiter, 1. IN. 36 (1900); 5. Sturmmann Fuhr (Stand. 116); 6. Dbertruppf. Sauer (Stand. ^M annfchaftsfieger : SA.-Stcmdarte 116 (Fuhr, Sauer, Glagow). Der Anstoß der Grünweißen wurde abgefangen, und die Gastgeber versuchten, durch schnelle Vorstöße zu Erfolgen zu kommen. Eine gefährliche Situation konnte Thron gerade noch klaren. Der Mittelstürmer hatte sich schön freigefpielt und stand 5 Meter allein vor dem Tor, doch ging der Schuß gegen den Pfosten. Nun kamen aber die Grauweißen in Fahrt und brillierten durch ihr Stellungsspiel. Der Gegner wurde vollkommen eingeschnürt, doch fiel der erste Treffer erst nach 20 Minuten durch Kopfball des Halbrechten. In der 32. Minute schoß Szponick einen Freistoß unhaltbar ein. Bach, der durch fein kluges Ab spiel angenehm auf siel, gab an Mattem tine Vorlage, ' dieser täuschte geschickt und sein Schuß landete unhaltbar im Netz. War das Spiel bis zur Halbzeit anständig, so versuchten die Gastgeber nach dem Wechsel durch große Harte das Ergebnis zu oerbeffern. Aber die Kombinationsmaschine der Grünweißen, die das Spielfeld beherrschte, lief weiter, und bald hieß es durch den Halblinken 4 :0. Etwas später war es der Halbrechte, der auf 5:0 erhöhte. Einen fälligen Elfmeter verwandelte Szponick sicher. Das Spiel flaute langer Pause war es dem Turnverein gelungen, eine Mannschaft der Turnge- _________ Kassel zu einem Geräte-Mannschaftskampf zu gewinnen. Vereinsführer D a u p e r t begrüßte die Gäste und Turnfreunde, die zum Teil aus der näheren und weiteren Umgebung herbeigekommen waren. Sein besonderer Gruß aber galt den Kasse- Spielveremigmg 1900 Mister 1937/38 Oie Fußball-Ergebnisse des Sonntags. Gießener Ringer in schwerem Kamps „Eiche" Hanau in Gießen zu Gast. einwandfreie Schulterniederlage seines Vereinskameraden. Becker lag in hoher Punktführung, als ihm buchstäblich in den letzten Sekunden ein Selb ft- rourf unterlief, wodurch der Hanauer zu einem billigen Sieg kam. Halbschwergewicht: Kircher (Gießen) ist beftimmt ein sehr talentierter Ringer. Er ist aber noch zu unerfahren und kann seine körperlichen Vorteile noch nicht auswerten, denn er hatte den Hanauer Michel mehrmals in Gefahr. Michel nützte jedoch in der 10. Minute eine Blöße des Gießeners geschickt aus und brachte Kircher auf die Schultern. Schwergewicht: Für den verhinderten Richter sprang in anerkennenswerter Weise Ernst Walther ein, der dem bedeutend schwereren Georgi (Hanau) herzhaften Widerstand leistete. Walther befindet sich zur Zeit nicht im Training und unterlag durch Halbnelson. Endergebnis 15:6 für Hanau. MM: Deutschland-Frankreich 3:0. Der 14. Rugby-Länderkampf zwischen der stärksten kontinentalen Nation Frankreich und der deutschen Fünfzehn stand am Sonntag im ausgebauten Frankfurter Stadion unter feinen besonders günstigen äußeren Zeichen. Der bis kurz vor Spielbeginn niedergehende Regen drückte natürlich erheblich auf den Besuch und so schätzte man kaum 5000 Zuschauer, als der große Kampf begann. Das Spielfeld war in bester Verfassung; der etwas glatte Boden wirkte sich kaum störend auf die Spielhandlungen aus. Der Kampf selbst endete mit einer für uns erfreulichen Ueberraschung: Wir gewannen 3:0 (3:0) und brachten damit den zweiten Sieg über die Franzosen zustande! Die französischen Gäste waren schon am Vormittag von der Stadt Frankfurt im Römer empfangen worden, wobei Dr. Lingnau in Vertretung des Oberbürgermeisters und Fachwort Zimmer in Vertretung von Obergruppenführer Beckerle Begrüßungsworte an die Franzosen richteten. Für diese antwortete der Führer der Mannschaft Vizepräsident Lamteirös. Alle im OHL. — für den Führer. Aufruf des Reichsfporlführers. „An alle Kameraden und Kameradinnen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. An alle leibestüchtigen Männer und Frauen Großdeutfch- lands! Mit unvergleichlicher menschlicher Größe und schävferischem Genius hat der Führer vollendet, was de«Traum und das Sehnen von Millionen war. Er^bat Großdeutschland geschaffen in den weltgeschichtlichen Stunden, die wir alle mit heißem Herzen erleben durften. Er hat die deutsche Ostmark für immer heimgeholt ins Reich der Deutschen, er hat wahrgemacht, was Friedrich Ludwig Jahn seherisch erahnt hat. Und jetzt wendet sich der Führer an uns, an fein Volk. Am 10. April wird dieses Volk Bekenntnis ablegen vor der ganzen Welt und vor der Geschichte dafür, daß wirklich wahr ist und daß alle verstanden haben, was Millionen in diesen Tagen gerufen haben: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Die Millionen deutscher Frauen und Männer, die im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen fest vereinigt sind zu einem Block und Stoßtrupp der Leibestüchtigen, haben durch diese jüngste Großtat des Führers neuen Zustrom von Kameraden und Kameradinnen aus der deutschen Ostmark erhalten. Alle stehen wir nun gemeinsam in den Marschkolonnen der Volksgemeinschaft. Am 10. April werden alle Turner und Sportler in der gewaltigen Heeressäule derer marschieren, die dem Führer in dieser weltgeschichtlichen Stunde die Treue beweisen. Dem deutschen Sport ist vom Führer ein Platz an der Sonne geschaffen worden, wie es in keinem Lande der Erde auch nur annähernd geschehen ist. Danken wir ihm damit, daß wir alle unsere Kräfte einsetzen im Verein mit den Wille'nsträgern der nationalsozialistischen Idee. Wir wollen und werden beweisen, daß mir würdig sind, deutsche Turner und Sportler und Nationalsozialisten zu heißen. von Tschammer, Reichssportführer." Brüder Gerhard-Gießen groß in Front. Die hessischen Fechkmeisterschaften. Die hessischen Gaumeisterschaften der Fechter, die am Samstag und Sonntag in Kassel stattfanden, hatten eine überraschend gute Beteiligung aufzu- je 66 Punkte erreicht. Die Spannung des Abends lag nun beim letzten Gerät, dem Reck. Hier konnte Wieseck seine Punktzahl noch weiter verbessern. Während bei Kassel Schiebeler 20 Punkte und Röper als nächster nur 16 Punkte erhielt, erreichten die Wiesecker Bettin 19, Adolf Kreiling 19,5 und Schöffmann 20 Punkte. Das Ergebnis am Reck war: Wieseck 100 Punkte und Kassel 90,5 Punkte. Das G e f a m t e r ae b n i s betrug: Wieseck 359 Punkte, Kassel 339,5 Punkte. Die besten Einzelturner an den Geraten waren: Bettin und Schöffmann (Wieseck) je 56,5 Punkte, Schiebeler (Kassel) und Adolf Kreiling (Wieseck) je 56 Punkte, Rohrbach (Kastel) 46,5 Punkte, Schmidt (Kassel) 45,5 Punkte, Otto ^Kreiling (Wieseck) 45 Punkte. Der Abend wurde durch einige Musik- und Gesangseinlagen verschönert. Die Iugendturner am Barren und die Turnerinnen mit einer Tanzaufführung gaben dem Ganzen einen würdigen Rahmen. weisen. Im Florett traten 27 und im Säbel 20 Kämpfer an, während der Degenwettbewerb verschoben werden mußte. Starke Aufgebote entsandten vor allem Kassel, Fulda und Gießen. Auf Säbel verteidigte Ludwig Gerhard (Gießen) seinen Titel mit Erfolg, nachdem er im Stichkampf seinen Bruder Walter 2:1 geschlagen hatte. Umgekehrt kam es im Florettwettbewerb, in dem zum Schluß die beiden Brüder Gerhard und der Kasseler Lengemann mit der gleichen Siegzahl an der Spitze lagen. Während Lengemann infolge eines Beinkrampfes aus- schied, schlug Walter Gerhard seinen Bruder knapp mit 5:4 und holte sich den Titel, den Ludwig Gerhard zu verteidigen hatte. Die Ergebnisse: Säbelf 1. L. Gerhard (Gießen) 6 S., 13 Tr.; 2. W. Gerhard (Gießen) 6/22; 3. Heinrich Wagner (CT. Hessen Preußen Kassel) 4/26. F l o r e t t : 1. W. Gerhard (Gießen) 7 S, 20 Tr.; 2. L. Gerhard (Gießen) 7/19; 3. Heinz Lengemann (CT. Hessen Preußen Kassel) 7/24 (im Stichkampf entschieden). HÄ. v. 1885 Gießen - Gaumeister im 2er7S> WWW iiiiiiiiiiiiinf PALAST - ' E • E 'B I \ i = I i ■S : Lichtspielhaus Heute Montag Erstaufführung MARIA ANDERGAST in dem neuen Terra-Film I fcftüsse in | | 3£abine 7 I = mit : l HERMANNSPEELMANS I E FITA BENKHOFF - HAROLD PAULSEN X = Ein Film mitTempo, Abenteuer, Spannung = E und - Humor, der vom ersten bis zum e = letzten Meter überrascht e Beiprogramm und Tonwoche X Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr = = 2019 A= miiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ab 28. März befindet sich meine Kanzlei Land graf-Philipp - Platz Ecke Braugasse 11 Karl Krüger, Rechtsanwalt Fernruf 2528 ________________________________________203QD theke, 2 Warenschränke. 2O26D RphAPmann Gerichtsvollz.inGießen, dblldl Wdlill Wiesenstr. 2, Tel. 3108. Zwangsversteigerung Dienstag, den 29. März, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigernngs- lokal Neuenweg 28, bzw. an Crt und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal),zwangsweise gegen sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Schaufensterausstellungs- einrichtung, Anzugstoff, 2 Schau- beck-Alburn mit Briefmarken, drei Schreibmaschinen, 1 National-Re- gistrierkasse, 1 Staubsauger, ein Eisschrank, 1 Koffergrammophon, 1 Gitarre, 2 Spiegel, 1 Wagenschere, 1 Drückkarren. Bestimmt werden versteigert: 1 Schneidernähmasch., 1 Laden- Druckschriften In gelairten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. 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